75 Mk. " 1 50 31 5 " 5 " 1 60 50 an 65 " 1 5. ngen gt. en. theater Steingoetter. Juli 1910 Vorstellung. Nauheimer 18. Mädel. 5. Reinhardt. ft von Nachf. bau Winn Einzelne rtikows usw. me KaufWerke terricht ldete Kauf5. Das Realten- Examen. ule, 10. Die en- Prüfung. Die StudienLyzeum oder rium. Glänz erkennungsschaftlichen Schnelle. n. Ersparnis cht. Bestes gauf allen ereitwilligst. gen. am. So ele on 84. lass ift on 828 gen. e lack. tratzen Polsterler fachmöbel Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vorauszahlbar, viertefjährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mr. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 97. Bekanntmachung der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes 11 Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 19. Juli 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Vom 5. August bis 22. September d. Js. wird voraussichtlich feine Sibung der Stadtverordneten- Versammlung abgehalten. Dringliche, die Beschlußfassung der Stadt Ver ordneten- Versammlung erfordernde Angelegenheiten sind daher spätestens bis zum 24. d3. Mts. bei uns vorzulegen. Gießen, den 16. Juli 1910. Bürgermeisterei. Mecum. Bekanntmachung. Es sind zu vergeben, die 3 insen aus der Stiftung ber Daniel Moog Ww. am 2. Oftober an hiesige bedürftige unbescholtene Witwer und Witwen. Meldungen nimmt das Armenamt, Asterweg 9, bis 5. August entgegen. Gießen, den 16. Juli 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei. Keller. Bekanntmachung. Der letzte diesjährige öffentliche Impstermin für die Erstimpflinge der Stadt Gießen findet am Mittwoch, den 20. Juli d. Js. statt. Gießen, 14. Juli 1910. Großh. Bürgermeisterci Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Betrifft: Gesuch der Firma R. Sternburg zu Weilburg um Genehmigung zum Umbau der Seifenfabrik Gießen, Marburgerstraße 44. in Die nachstehende Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Gießen bringen wir zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 13. Juli 1910. Bürgermeisterei Gießen. Betrifft: Wie oben. J. V.: Keller. Betanntmachung. auf Die Firma R. Sternburg, Weilburg, beabsichtigt dem Grundstück Flur 2 Nr. 257 und 256 9-10 der Ge martung Gießen eine Seifenfabrit umzubauen. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses in der Darmstädter Zeitung bezw. im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet, auf dem Bu reau der Gr. Bürgermeisterei Gießen zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei Großh. Bürgermei fierei Gießen vorzubringen. Gießen, den 11. Juli 1910. Großh. Kreisamt Gießen. J. V. gez.: Langermann. Bekanntmachung. 1100 Betr.: Die Abhaltung des Jugendfestes. Donnerstag, den 28. Juli 1. J., nachmittags von 2 Uhr ab, wird das diesjährige Jugendfest im Philosophenwalde abgehalten werden. Zwecks Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit bestimmen wir hiermit, daß am genannten Tage von 1½ Uhr nachmittags ab der Fuhrwerksverkehr nach dem Philosophenwalde nur den Mittelweg entlang und von da Königin Luise von Preußen. daß die Ein Jahrhundert ist am 19. Juli d. Js. dahingegangen, seit die Königin Luise, erst 34 Jahre alt, den Ihren und dem Vaterlande durch den Tod entrissen wurde. Ihr Andenken aber lebt fort im Herzen des Volkes und wird fortleben, solange es Menschen gibt, die zu der hehren, würdevollen Hoheit einer idealen Frauengestalt bewundernd aufblicken. Von der strahlenden Sonne weiß man, sie Flecken hat, und von den berühmtesten Menschen, über die Erde gegangen sind, verzeichnet die Geschichte auch Züge, die ihr Bild in minderem Glanz! erscheinen lassen. Das Bild der Königin Luise dagegen wird durch keinen häßlichen Zug entstellt; es ist fleckenlos der Nachwelt überliefert. So viele Federn auch ihr Lebensbild gezeichnet haben, alle stimmen überein in der bewundernden Verehrung für die Dahingeschiedene. Napoleon, ihr höchster Feind, bekennt nach der Zusammenkunft in Tilsit seinem Minister Talleyrand: Ich wußte, daß ich eine schöne Königin jehen würde, aber ich habe die schönste Königin und zugleich die interessantefte Frau gefunden." Der alte Haudegen Blü= cher geriet bei der Nachricht ihres Todes ganz außer sich und schrieb:„ Ich bin wie vom Blitz getroffen. Der Stolz der Weiber ist also nun von der Erde geschieden. Gott im Himmel, fie muß for uns zu gut gewesen sind. In meiner jeßigen Stimmung is mich nichts lieber, als das ich erfahre: die Welt brennt an allen vier Ecken und Enden." Und doch war Königin Luise vom Schicksal vor eine schwere Aufgabe gestellt. Auf der glanzumgebenen, viel beneideten Höhe eines Königsthrones hat sie die schwersten Schicksalsdaß schläge zu erdulden gehabt; sie hat erfahren müssen, Kronen gar hart drücken. Sie fonnte mit Recht Goethes Wort auf sich anwenden: Wer nie sein Brot mit Tränen aß, wer nie die fummervollen Nächte auf seinem Bette weinend saß, der fennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte." Als Kind von 6 Jahren verlor sie durch den Tod ihre Mutter; 5 verwaiste Kinder blieben zurück. Die Sorge um diese Kinder legte es dem Vater nahe, sich wieder zu verzurück nach der Stadt nur durch die Eichgärten, von 6 Uhr nachmittags ab aber in umgekehrter Richtung zu be= werkstelligen ist. Das Publikum wird gebeten, sich nicht in den Zug hineinzudrängen, auch nicht die Spielplätze im Philosophen= walde zu betreten oder in die Spiele einzugreifen und insbesondere beim Passieren des Zuges durch die Festplateingänge diese freizulassen. Gießen, den 15. Juli 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. In der Zeit vom 9. bis 16. Juli 1910 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 2 Ringe, 1 Zwicker, 1 Satteltasche mit Inhalt, 1 Rasiermesser und 1 Damenuhr; berloren: 1 schwarzer Stock mit Silbergriff, 1 Panamahut, 1 3wider, 1 schwarzer Regenschirm, 1 UmGang und 1 silberne Damenuhr mit Goldrände. Entflogen: 1 Papagei. 3ugeflogen: 1 Kanarienvogel. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11-12 Uhr vormittags und 4-5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde Zimmer Nr. 1 erfolgen. Gießen, den 16. Juli 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. an Wegen Vornahme von Straßenarbeiten wird die Südanlage zwischen Bleichstraße und Selterstor von heute bis auf Weiteres für jeglichen Fuhrwerfs- und Radfahrverfehr gesperrt. Gießen, den 15. Juli 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Warnung. Schon wiederholt ist vor dem unlauteren Geschäftsgebahren zahlreicher inländischer und besonders ausländischer Unternehmen von sog. Serienlos- Spielgesellschaften gewarnt worden. Das Wesen dieser Unternehmen besteht darin, daß der Unternehmer einen Anteil an Serienlosen oder die Aussicht auf den Gewinn aus einer größeren oder fleineren Anzahl solcher Lose verkauft und daß die Zahlung des Kaufpreises in der Regel in Raten erfolgen fann. Der Betrieb dieser Geschäfte ist strafbar. Denn handelt es sich um den Verkauf von Gewinnaussichten, so ist dies als öffentliche Veranstaltung einer Lotterie ohne obrigkeit liche Erlaubnis anzusehen(§ 286 des R.-S.-G.-Bl.), und werden Losanteile gegen Teilzahlungen vertauft, so liegt ein Vergehen gegen§ 7 des Reichsgesetzes, betreffend die Abzahlungsgeschäfte, bom 16. Mai 1894( R.-Ges.-Bl. S. 450) vor. Der gewerbsmäßige Verkauf von Los- Anteilen wird aber auch in der Regel gegen das Großherzoglich Hessische Geseß, betr. den Handel mit Anteilen und Ab= schnitten von Losen zu Lotterien und Ausspielungen, vom 11. April 1896( Reg.-BI. S. 47) verstoßen. Es kommt ferner das Großh. Hess. Gesetz vom 14. Februar 1906( Reg.-Bl. S. 45) in Betracht, wonach das heiraten, er wählte die Schwester seiner ersten Gattin. Doch auch diese starb schon nach dem ersten Jahre der Ehe und hinterließ ihrem Gatten noch einen Sohn. So wären nun 6 unmündige Kinder zu erziehen. Der Vater, der Herzog Karl von Mecklenburg, war bis dahin Gouverneur der damaligen englischen Provinz Hannover gewesen. Die harten Schläge hatten ihm seinen bisherigen Aufenthaltsort Hannover und den Dienst verleidet; er zog sich nach Darmstadt zurück und übertrug das schwierige Amt der Erziehung so vieler Kinder seiner Mutter, der Landgräfin von Hessen. Mit echt großmütterlicher Liebe hat sich die edle Dame dieser Aufgabe hingegeben. Heiter und lebensfroh wuchs Prinzeß Luise heran. Frühzeitig zeigten sich aber auch schon bei ihr die edlen Eigenschaften des Herzens, die sie ihr ganzes Leben hindurch auszeichneten. Viele liebliche Züge aus dieser ersten Jugendzeit befunden diese Herzensgüte. Körperliche Anmut und wahrer Seelenadel zeigten sich aufs innigste vereint. Prinzeß Luise entwickelte sich zu jungfräulicher Schönheit. Ein bestridender Zauber ging von ihr aus und nahm die Herzen für sie ein. Dieser Zauber wirkte darum so mächtig, weil er nicht gleißnerischer Schein, sondern der Ausfluß ungefünftelter, natürlicher Anmut war. Kein Wunder, daß der schlichte, allem unwahren abholde Kronprinz von Preußen, der nachmalige König Friedrich Wilhelm 3., beim ersten Anblick dieser holden Mädchen= fnospe in herzlicher, inniger Liebe entbrannte und sich gelobte:„ Diese oder teine andere!" Es ist allgemein bekannt, daß diese Heirat aus innerster Herzensneigung entsprungen und daß die Ehe, bis der Tod sie schied, eine vorbildlich glückliche gewesen ist. Die ersten Jahre dieses Ehelebens find des Lebens Sonnenglanz für beide Gatten gewesen. Diese Jahre haben aber auch das Gold der Treue für das ganze Leben geprägt. Am Hofe des Schwiegervaters schritt Kronprinzessin Luise wie eine Lichtgestalt dahin, ohne daß das wenig saubere Treiben dieses Hofes auch nur den Saum ihres Gewandes zu berühren vermocht hätte. Was Schiller von dem Mädchen aus der Fremde zu berichten weiß, galt auch von ihr:„ Beseligend war ihre Nähe, und alle Herzen 21. Jahrg. Spielen in außerhessischen Lotterien, die nicht mit ſtaatl. Genehmigung im Großherzogtum Hessen zugelassen sind, bei Geldstrafe bis zu 600 Mart im Großherzogtum Hessen verboten ist. fich Wenn hiernach einerseits derjenige, der einer derartigen Serienlosgesellschaft beitritt, nicht nur hierdurch an dem strafbaren Tun des Unternehmers beteiligt, sondern in den meisten Fällen( sofern es sich nämlich nicht ausschließlich um im Großherzogtum Hessen zugelassene Lotterielose handelt) selbst eine mit empfindlicher Strafe bedrohte Handlung begeht, so ist andererseits hiermit für ihn in den meisten Fällen auch eine erhebliche Vermögensschädigung verbunden, wie sich aus Nachstehendem ergibt. Die Serienlosgesellschaften beruhen fast alle ohne Ausnahme auf schwindelhafter Grundlage. Die Beitrittserklär ungen lassen die Natur des Geschäfts und die den Teil- nehmern zustehenden Rechte nicht flar erkennen. Das Publikum wird durch die Anpreisung, daß jedes Los gewinnt und Nieten nicht eristieren, sowie durch die fettgedruckten Gesamtbeträge der Gewinne angelockt. Dabei ist meist nicht bekannt und kann auch aus den Anfündigungen gar nicht ersehen werden, daß die Zahl der Teilnehmer an den fraglichen Gesellschaften unbeschränkt ist, die Summen der einzelnen Beträge den von dem Unternehmer gezahlten Kaulpreis der Lose um ein vielfaches übersteigen und daß deshalb der aus den Teilnehmer entfallende Gewinnbetrag fast ausnahmslos nur einen verschwindenden Teil der Gesamtsumme der gezahlten Beiträge ausmachen wird. Dazu be steht nicht einmal die Gewähr, daß der Unternehmer sich im Besiße der Lose befindet, an denen die Teilnehmer einen Anteil erwerben sollen. Zweifel der letzterwähnten Art sind namentlich hinsichtlich der ausländischen Unternehmer gerechtfertigt, welche das Geschäft in Deutschland betreiben oder durch Agenten betreiben lassen. Wir sehen uns veranlaßt, auf diese Gesichtspunkte wiederholt hinzuweisen, da troß häufiger Warnungen in der Presse, trop zahlreicher Bestrafungen von Unternehmern derartiger Spielgesellschaften, troß der traurigen Erfahrungen tieler Spieler sich immer noch Leute finden, die auf bie verlockenden Anerbieten dieser flugen Geschäftsunternehmer hereinfallen, namentlich wenn diese unter einer hochtrabenden Firma wie" Internationale Vereinsbant",„ Nationale Renten und Kreditbant"," Deutsch- Desterreichisches Bank- effetten und Kommerzhaus" oder dergleichen auftreten. Gießen, den 11. Juli 1910. Großh. Polizeiamt Gießen. Gebhardt. Arbeitsvergebung. Zur Entwässerung des Gebietes rechts der Lahn sollen die Arbeiten für die Verlegung eines doppelten Dü ders, sowie für die Herstellung des anschließenden To n= rohrkanales, Samstag, den 30. Juli dieses Jahres, nachmittags 3 Uhr, vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns offen und werden gegen Erstattung der Soften abgegeben. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum vorgenannten Zeitpunkt an uns einzu reichen. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, den 16. Juli 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. die wurden weit; doch eine Würde, eine Höhe entfernte Vertraulichkeit." An geistiger Begabung ihren Gatten weit überragend, fühlte sie sich doch am wohlsten als Hausfrau und Mutter der Kinder". Gutsfrau von Pareß zu sein, dünkte ihr beneidenswert. Ganz und gar fremd war ihr das franthaste, sogenannte„ Nichtverstandensein" unserer heutigen überreizten Modedamen; sie war eine an Körper und Geist gesunde deutsche Frau. Die Liebe zum Gatten und zu den Stindern war bei ihr treudeutsch, wahr und echt. Am herrlichsten offenbarte sich die Seelengröße der Königin Luise in der Zeit des Unglücks. Des Vaterlandes Sturz beugt zwar die Dulderin nieder bis zur Hoffnungs losigkeit, aber sie richtet sich bald wieder auf und wird an dern eine Trösterin. Schwertrant flüchtet sie im strengen Winter von 1807 an die äußerste Ostgrenze des Reiches, nichtahnend, daß 5 Jahre später der Sieger von Jena, ihr größter Hasser, herabgeschleudert aus stolzer Höhe, im Schlitten finster vor sich hinbrütend, den Weg in umgefehrter Richtung dahinjagen würde. Die Ursache der Niederlage Preußens ertennt die Königin flar:„ Wir sind auf den Lorsie. beeren Friedrichs des Großen eingeschlafen", schreibt Die Anmaßung des übermütigen Siegers aber pariert sie treffend, wenn sie Napoleon antwortete:" Dem Ruhme Friedrichs des Großen war es erlaubt, uns über unsere Sträfte zu täuschen". Die Königin war sich vollkommen flar, auf allein welcher Grundlage die Wiedergeburt des Staates möglich war; sie beginnt die Reformation zunächst am eignen Herde; ihr Familienleben ward vorbildlich für Palast und Hütte. Friedrich Wilhelm 3. betennt:" Du, liebe Luise, bist mir im Unglück noch lieber und werter geworden. Nun Jhre weiß ich aus Erfahrung, was ich an Dir habe". Söhne sollen tüchtige Männer werden, damit sie wieder erobern, was verloren worden ist. Sie ist die zärtlichste Gattin und sorglichste Mutter. Um des Vaterlandes willen bringt sie das vergebliche Opfer ihrer schwersten Demütigung vor dem stolzen Sieger. Ob Napoleon, als er später auf dem einsamen Felseneilande St. Helena Zeit genug hatte, über die Vergangenheit nachzudenken, wohl der Ge zu zu dante gekommen sein mag, daß diese königliche Gattin niemals ihren Mann allein in die Verbannung hätte ziehen lassen? Stein, Hardenberg, Scharnhorst, Gneistnaw, Blü cher, finden in der Königin Luise ihre treue Gesinnungsgenossin. Wie beweglich weiß sie Stein, den Eisentopf, vermögen, daß er sich durch die verletzenden Schroffheiten des Königs nicht verleiten läßt, die Büchse ins Korn werfen. Sie hat sich überzeugt, daß die nachhaltige Wiedergeburt des Staates auf der Umgestaltung der Voltsbildung erfolgen muß. Die Leibeigenschaft und der damalige zu stand des Volksschulwesens fennzeichnen wohl am deutlichsten den Tiefstand des Volfslebens jener Zeit. Mit Begeisterung las die Königin Luise die Schriften des großen Schweizer Pädagogen Pestalozzi. Sie sagt:" Wäre ich mein eigener Herr, so seßte ich mich in meinen Wagen und rollte zu Pestalozzi in die Schweiz, um ihm mit Tränen und einem Händedruck zu danken. Wie gut meint er es mit der Menschheit!- im Namen der Menschheit danke ich ihm!" Auf ihre Anregung werden preußische Schulmänner nach der Schweiz gesandt, um sich mit der Lehrweise Pestalozzis vertraut zu machen. In Königsberg und Bunzlau entstehen die ersten Probeschulen dieser Art. Allmählich beginnt in die Schulen ein anderer Geist einzuziehen, wo bisher abgediente Unteroffiziere und Handwerker, die ein„ stilles Gewerbe trieben", wie Tyrannen gehaust hatten.„ Luisen= schule" gilt darum mit Recht heut als ein Ehrenname für ein Schulhaus. Ihr Ein hartes Schicksal versagte der Königin Luise, den Völlerfrühling von 1813 und die Wiederherstellung Preußens zu erleben. Als sich ihre Augen für immer schlossen, stand Napoleon auf dem Gipfel seiner Macht. Mit schran= tenloser Willfür setzte er Könige ab und ein. Kurz und bündig erklärte er, dieses oder jenes Herrscherhaus habe aufgehört zu regieren! Seitdem ist ein Jahrhundert dahin gerauscht. Wie anders stellt sich die Welt heut dar! Luisens irdischer Teil ruht in der Eruft zu Charlottenburg. vormaliger Kammerdiener Rauch, auf ihre Verwendung zum Künstler ausgebildet, hat in der Herstellung ihres herrlichen Grabmals der Dahingeschiedenen und damit sich selbst ein unvergängliches Grabmal geschaffen. Tausende wandern alljährlich dahin und lassen den eigenartigen Zauber dieser weihevollen Stätte auf sich wirken. Hier ruht auch Luisens Sohn, Kaiser Wilhelm 1. Jena und Tilsit sind durch Leipzig, Waterloo und Sedan für immer wett macht. Die Geschichte der Napoleoniden ist für immer abgeschlossen. Luisens Urenkel ist deutscher Kaiser! Kein Rheinbund, keine Mainlinie trennt uns mehr. Als letzte überlebende Zeugin trauert einsam die Witwe Napoleons 3., in stummer Klage das furchtbare Geschick ihres Hauses be weinend. Wer vermöchte, ihr den Zoll aufrichtigen Mitleides zu versagen? Luise schlummert inmitten ihrer Lieben, umgeben von den Zeugen einer glorreichen Vergangenheit, von ihrem Volte nahezu wie eine Heilige verehrt. Trop ihres Leides ist ihr vom Schicksal ein besseres Los beschie den gewesen als jener. Ihre Lichtgestalt wird allezeit für deutsche Frauen auf dem Throne und im Bürgerhause als Vorbild zu gelten haben. Ihr Andenken zu ehren und in den Herzen der deutschen Jugend wach zu erhalten, muß für jeden Deutschen jederzeit eine Ehrenpflicht bleiben! Friedberg- Büdingen. ge= Wir hatten dieser Tage eine Nachricht des Offenbacher Zentrumsorgans unter„ Nachtlänge aus Friedberg- Büdingen" erwähnt. Diese Meldung findet durch eine in verschiedenen Blättern erschienene Zuschrift von zuständiger Seite ihre teilweise Bestätigung. Die betreffende Mitteilung lautet fol= gendermaßen:" Richtig ist die Wahlenthaltung des Fürsten und der Mehrzahl seiner Beamten, richtig auch sein Austritt aus dem Bund der Landwirte, der er nur als einer wirtschaftlichen Vereinigung angehört hat, den er jedoch als politische Partei nicht anerkennt. Unrichtig ist, daß der Fürst 1) Gerichtet. Familienroman von Franz Wichmann. 1. Rapitel. Eine Viertelstunde östlich von Grünwald, wo der finstere Föhrenwald, der fast an die Gärter des Dorfes stieß, sich plöglich lichtete, lag seit alter Zeit aus einer fleinen Blöße das Forsthaus. Wildrankender Wein, durch den sich hier und da anmutig eine Kletterrose wand, umzog feine grauen Mauern und zwischen den grünen Fensterläden blitzten gar freundlich die blanken Scheiben dem Vorübergehenden entgegen. Ein goldener Sommertag mit wolfenlosem Himmel brütete über dem reglosen Wald; selbst die prächtige, schattenspendende Linde in dem kleinen Vorgarten des Forsthauses vermochte heute nicht die Glut abzuwehren; kein Blatt, fein Halm bewegte sich; in zitternden, flimmernden Wellen floß das Mittagslicht um Baum und Strauch. Obwohl der Himmel, so weit das Auge reichte, frei von Nebel und Dunst schien, lag doch bange, nahen Sturm fündende Wetterschwüle in der Luft, und der schrille Schrei eines Raubvogels, der bisweilen aus der schweigenden Höhe herabtönte, schien ein nahendes Unheil künden zu wollen. Waldmann, d: s Försters Reiner biederer Dackl, hatte sich mit langherauslingender Zunge in den fühlen, steinernen Hausflur zurückgezogen und warf nur zuweilen einen gleichgültigen Blick durch die halb offenstehende Zimmertür. Das Treiben der Frau da drinnen interessierte ihn wenig. Sobald sein Herr wie heute abwesend war, regte sich in ihm der Philosoph und er betrachtete alles, was um ihn her vorging, mit einer hochgradigen Weltverachtung. Offenbar begriff er die Försterin nicht, die bei solcher Hitze treppauf, treppab springen und mit der Miene übertriebener Geschäftigkeit von einem Zimmer ins andere laufen mochte. Im Sonntagsstaat, etwas altmodisch und mit auffälliger Farbenliebe geputzt, hastete sie eben wieder in die behagliche Wohnstube, in der die Tochter vor einem mit Kleidern bedeckten Stuhle stand. . Wie siehst du denn wieder aus?" fuhr sie das Mädchen „ Das ist doch kein Anzug für dich!" mit seinem ganzen Hofhalt und seinen Lieferanten Wahlenthaltung geübt habe." *** Bege= Berlin. Die" Deutsche Tageszeitung" bespricht den Austritt des Fürsten von senburg Büdingen aus dem Bund der Landwirte und sie wendet sich vorzugsweise gegen seinen beratenden amten, welcher sich über die Lage der Dinge nicht genügend unterrichtet habe. Bekanntlich sei der Austritt erfolgt, weil ein Redner des Bundes der Landwirte den Ausdruck braucht habe" Raubritter von Büdingen". Der Sachverhalt sei folgender:" Die Redner haben über den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Hilfsrats Rothschild gesprochen, der in Büdingen ein Bankgeschäft betrieb und mit den Geldern weiter Kreise der Bevölkerung in der dortigen Gegend gewirtschaftet habe, so daß ganze Ortschaften in den Zusammenbruch seiner Bant hineingezogen wurden." Diesen Banfier Rothschild haben die bündlerischen Redner den Raub= ritter von Büdingen genannt. Aber die Aeußerung sei dem Fürsten in einer verlogenen Entstellung zugetragen worden. Der Bund der Landwirte habe von diesen Treibereien durch die Zeitungen erst Kenntnis erhalten, als der Austritt schon erfolgt sei. Klara, die eben im Begriff gewesen war, eine Jacke ansuziehen und einen Schurz vorzubinden, blickte verwundert ruf. ( Gerichtet 1 Nr. 8.) Warum nicht, Mutter?" fragte sie, sich umwendend und jugleich ihre einfache, doch saubere Kleidung mit den Augen prüfend überblickend. Die Försterin rückte ärgerlich an ihrer fofetten Haube. Dummes Ding," stieß sie aus, weißt du denn nicht, was leute für ein Tag iit?" Lokales. Gießen, 19. Juli 1910. ** Verliehen wurde dem Großherzog vom König von Spanien das Goldene Vließ der höchste spanische Orden. eine = r= Stadtverordneten Versammlung. Am nächsten Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, findet Sigung der Stadtverordneten mit folgender Tages- Ordnung statt: 1. Baugesuch Gustav Belitz für Ecke Ebel- und Wilhelmstraße. 2. Errichtung von Bedürfnishäuschen. 3. Feldbereinigung links der Lahn; hier: Weganlage bei der Gail'schen Dampfziegelei. 4. Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Marburgerstraße, Ostanlage, Mosttestraße und Kaiser- Allee.- 5. Festsetzung des Preises für Grund= stücke des Stadterweiterungsfonds, die zu Straßen- Anlagen verwendet wurden. 6. Gesuch der israelitischen Religionsgesellschaft betr. Anlage eines israelitischen Friedhofs. 7. Beerdigung von Leichenteilen aus der Anatomie dem alten Friedhof. 8. Ausstellung von Aufnahmebe= hältern auf dem alten Friedhof für abgängigen Grab= schmuck. 9. Anstrich des Gebäudes Leihgesternerweg 13. 10. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen.- Genehmigung von Rechnungen. 12. Beleuchtungsanlage in der höheren und erweiterten Mädchenschule. 13. Fort bildungsklasse an der höheren und erweiterten Mädchenschule. auf 11. 14. Voranschlag für die Oberrealschule und das Realgymnasium für 1911. 15. Beschaffung von Einrichtungen zur Brauchbarmachung des bedingt tauglich erkannten Fleisches. 16. Ausführung der Trichinenschau durch ein Trichinostop. 17. Genehmigung von Handabgaben aus den Stadtwaldungen. 18. Bestellung von Frauen als Armenpflegerinnen. 19. Eingabe des Verbandes Deutscher Handlungsgehilfen Leipzig, Kreisverein Gießen, um anderweite Festsetzung des Ladenschlusses. 20. Gesuch der historischen Kommission des Großherzogtumes Hessen um Beitritt der Stadt Gießen.- 21. Gesuch der Vereinigung für staatsbürgerliche Erziehung in Köln um Gewährung von Zuschüssen. 22. Gesuch des Gießener Fußballklubs um Gewährung eines Zuschusses zur Anlage eines Spiel= platzes. 23. Gesuch des Johannes Cüsters um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetriebe im Hause Ludwigstraße 55. 24. Desgl. des Heinrich Decker für Crednerstraße 34. 25. Desgl. des Karl Pfeil für Plockstraße 5. * 1900 Universität. Prof. Heß hat sich nach 50jähr. Lehrtätigkeit an der Universität Gießen in diesen Tagen in das Privatleben zurückgezogen Dem verdienten- ,, Gewiß, so gut wie der Kalender; es ist Freitag," flang die unbefangene Antwort des Mädchens zurück. „ Nun, und was hat der Tag für eine Bedeutung?" fuhr die Försterin fort. Man sagt, er sei ein Unglückstag." Die Försterin strich mit überlegener Miene ihre zierliche Schürze glatt. ,, Schäme dich doch," meinte sie ,,, wer wird heutzutage noch abergläubisch sein? In der Stadt würde man dich darum auslachen!" Eine leichte Falte des Unmuts zeigte sich auf der Stirn des schönen Mädchens. „ Ich weiß wirklich nicht, was du sonst meinst," sagte sie abweisend. Da haben wir's!" rief die Försterin.„ Ich sagte es ja immer, daß du fein Herz für deinen Bruder hast!" Mutter!" sagte Klara vorwurisvoll. „ Nun ja, ist es etwa denn nicht wahr?" versetzte die Försterin.„ Kannst du dich denn nicht auch freuen wie der Vater, wie ich, daß Otto heute aus der Stadt kommt und daß er längere Zeit bei uns bleiben wird?" Sie wartete einen Augenblick die Wirkung ihrer Worte ab, aber da das Mädchen schwieg, fuhr sie fort: ,, Kannst du nicht antworten? Was tust du denn jetzt wieder?" Der Heftigkeit der Försterin setzte die Tochter die größte Ruhe entgegen. „ Das siehst du ia, Mutter," entgegnete fie, ich war im Begriff, mich umzukleiden!" „ Aber das ist doch kein festtägiges Gewand, wie es sich an einem solchen Tage ziemt!" eiferte die Försterin. Klara legte gleichwohl die Jacke an, welche die Mutter soeben beanstandete. Ich will noch arbeiten," sagte sie.„ Das Unkraut, das sich in unserm Garten wieder so breit macht, muß beizeiten ausgejätet werden, später wird man seiner nicht mehr Herr." - Ärgerlich trat die Försterin vor die Tochter hin. „ Ach was," haderte sie,„ Unkraut hin, Unkraut her, ein junges Mädchen wie du sollte sich um andere Dinge fümmern. Wozu ist denn die Lina da?" „ Ich denke zum Arbeiten, wie wir und alle Menschen auf der Welt zur Arbeit da sind!" Was für ein Geschwätz das ist! Du sprichst doch wahrhaftig wie der Apostel vom Steinbruch!" Zum erstenmal wandte das Mädchen sich ab und ihre Wangen entfärbten sich ein wenig, während sie an ihrer Jacke nestelte und knöpfte. Wen meinst du?" " Muß ich das wirklich noch sagen? Wen anders sollte ich meinen als den Hellborn!" lehrten und großen Fachmanne in der Forstwissenschaft war in erster Linie die Schaffung des Forstgartens der Universität am Schiffenberg zu verdanken. Während seines langen Aufenthaltes in Gießen hat sich Prof. Heß auch in der Bürgerschaft eine große Beliebtheit erwerben und sich namentlich die Zuneigung weiterer Kreise dadurch gewonnen, daß er den Forstwald auch der Oeffentlichkeit durch die Schaffung einer Restauration erschloß. * * Sterblichkeit. In Gießen forderte im Juni der Tod im ganzen 65 Opfer, bon denen 17 das 15. Lebensjahr noch nicht überschritten hatten. Unter den Todesursachen nahm die Tuberulose die 1. Stelle mit 11 Todesfällen ein. An Unterleibskrankheiten starben 8 Personen, während von den übrigen Todesursachen die meisten Opfer( 7) bei den Verunglückungen zu berzeichnen waren. Diese hohe Zahl erklärt sich durch die Inanspruchnahme der Kliniken bei Unfällen seitens der näheren und weiteren Umgebung von Gießen. * Ausflug. Am Sonntag besuchten die Mitglieder des Oberhessischen Geschichtsvereins die Stadt Alsfeld, wo unter Führung des Privatdozenten Dr. Rauch u. a. auch das dortige Museum in Augenschein genommen wurde. Alle Teilnehmer waren von der Fahrt auf das beste befriedigt. -h Evang. Arbeiterverein. Am Sonntag feierte der Evang. Arbeiterberein auf der Liebigshöhe unter reger Beteiligung der Mitglieder sein Gartenfest. Nonzert, Damenreigen und Kinderspiele sorgten für Unterhaltung. Der gemischte Chor, wie der Frauenchor des Vereins brachten recht stimmungsvoll verschiedene Chöre zum Vortrag, denen die verdiente Anerkennung gezollt wurde. Das Fest war von dem herrlichsten Wetter begünstigt. Am Abend fand im Saal der Liebigshöhe Tanz statt, dem namentlich die Jugend eifrig zusprach. * Vom Tage. Die Frau eines hiesigen Werf, meisters hatte in einem Geschäft Waren erstanden, für welche sie dem begleitenden Haus burschen in ihrer Wohnung 4 Mf. aushändigen sollte. Sie tat dies jedoch nicht und gab auch die Waren nicht zurück Erst das Erscheinen der Polizei vermochte dem geschädigten Kaufmann zu seinem Eigentum zu verhelfen. XV. Ruder- Regatta. ter den Bewe Lahn an dies beneinander g zeuge zu den fich gemeldet bereits zu die mit befonderen verfolgen. Im Ansch um 9 Uhr ab bem fich auße die erschienen glänzenden nens am Gon schoppen auf effen im Hote puntt, des zwe br nachmitta 8 Uhr ihr G Am letzten Samstag, Sonntag und am gestrigen Tage veranstaltete die Gießener Rudergesellschaft in Verbindung mit der 4. Regatta des Lahn- Regatta- Verbandes ihr 15. Ruderfest auf der Lahn. Nicht weniger als 14 Vereine mit 46 Booten und 229 Ruderern hatten sich für die Rennen angemeldet. Das Bootshaus der Ruder- Gesellschaft hatte sich zu diesem Zweckt in ein Festgewand geworfen, auch die zum Empfang der Gäste und Zuschauer an der Seite des Gebäudes errichteten Tribünen wiesen reichen Schmuck auf. Der Start für alle Rennen befand sich an dem oberhalb des Bootshauses in einer Entfernung von 1900 Metern befind= lichen Felsen an der Lahn, das Ziel bildete der Festplatz. Da von dem letzteren bis zu dem Abfahrtsplatz die Lahn feine erhebliche Krümmung macht, so war mittels Fernglas die ganze Strecke recht gut von dem Festplaß aus zu überblicken. An dem Nachmittag des ersten und am Morgen des zweiten Festtages fanden die zur engeren Auswahl unDas Mädchen drehte sich iäh herum und eine flüchtige Röte überflog ihr liebliches Gesicht. ,, Warum nennst du den einen Narren, Mutter?" ,, Dumme Frage! Weil er einer ist! Alle Welt lacht über ihn!" Klara schüttelte ernst den Kopf. Das mag sein, aber darum brauchst du doch nicht auch über ihn zu lachen!" Die Försterin war sonst eine gute Frau, aber dieses Benehmen ihres Kindes reizte sie. Wenn du nicht immer widersprechen müßtest!" meinte fie. ,, Dein Bruder Otto denkt, Gott sei Dank, vernünftiger als du von der Welt!" Klara zuckte die zierlichen Achseln. Dafür ist er ja auch ein Studierter!" sagte sie mit leichter Schärfe. Willst du darum seiner spotten, naseweises Ding?" er eiferte die Försterin sich. Was bist du gegen deinen Bruder? Otto hat etwas gelernt und kennt das Leben. Ich sage dir, er wird es noch einmal zum Minister bringen!" Den breitrandigen Gartenhut auf das blondgelockte Haar gesetzt, wandte Klara sich zum Gehen. „ Er hätte auch glücklich werden können," meinte sie ,,, wenn er den Wunsch des Vaters erfüllt hätte und Förster geworden wäre!" Doch die Mutter wollte davon nichts wissen. „ Förster!" wiederholte sie.„ Das ist ja recht schön, aber unser Otto paßte nicht dafür! Das hat sich überlebt. Das Land ist heutzutage überhaupt nichts mehr, die Städte sind alles!" „ Leider!" entgegnete Klara. Wie weh aber wird es dem Vater tun, in seinem Alter noch fortzumüssen in eine neue Welt!" Die Försterin erboste sich von neuem. ,, Sprich nicht so töricht! Auf diese Versetzung in die Hauptstadt habe ich jahrelang gehofft. Sie wird unser aller Glück werden. Was verstehst du davon? Du kennst die Stadi und das bunte, glänzende Leben dort nicht. Ach, es war meine schönste Zeit, da ich als Stütze der Hausfrau bei der gnädigen Baronin in der Residenz war. Glaube mir, auch du wirst noch denken lernen wie ich!" „ Niemals, Mutter!" entgegnete das Mädchen fest. ,, Du bist ein unvernünftiges Kind," versetzte die Försterin: ,, mit dir kann man kein verständiges Wort reden!" Klaras Sprache verlor plötzlich den harten, spröden Klang: ihre Stimme wurde weich. ,, Sei mir nicht böse, Mutter," sprach ste. Sieh', ich fann nicht anders, wenn ich auch wollte! Ich habe das wohl vom Vater-" der Zuschauer Fefiplas bald gattabesuchery langs des Fl feite Aufstellu Besonders war das Mo beiden Schied Prof. Dr. genden Fabrze gang eines W und drüben e waderen Rude pornien. Ein nießt! Die d auch nicht so da von dem meiftens ein f play Zugang vinzialdirektor merzienrat Hei Geb. Kommerz Größeres geftifteten Pre des ver torben fellschaft Jean ter Preis für Universität Gi meisten gespan Großen Achter schaft den im herzogs von den Besitz der ging, während Vorrennen als Das Erge 1. Jean nen. Es be Weilburger R milie Kirch: S der Rennstred schaft gab da 2. Jun bellas"-Offen preis des Re 6 Min. 8 Se 11 drei Fünf 3. Gin Ruder- Gejelli mania". Lab zer Ruder- Ge Ruder- Gesellsc 4. Pri ten sich hand fellschaft. 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Zahlreiche Zuschauer hatten sich auch bereits zu diesen Wettfahrten eingefunden, um namentlich mit besonderem Interesse die Boote der Rudergesellschaft zu verfolgen. an Im Anschluß an das erste Vorrennen am Samstag fand um 9 Uhr abends am Bootshaus ein Kommers statt, dem sich außer den Mitgliedern der Ruder- Gesellschaft auch die erschienenen Brudervereine beteiligten und welcher einen glänzenden Verlauf nahm. Den Abschluß des 2. Vorrennens am Sonntag bildete um 11 Uhr vormittags ein Frühschoppen auf dem Festplatz. Mittags 1 Uhr fand ein Festessen im Hotel„ Großherzog von Hessen" statt. Der Glanzpunkt, des zweiten Festtages lag aber wohl in den um 3% ühr nachmittags beginnenden Hauptrennen, welche erst um 8 Uhr ihr Ende erreichten. Gegenüber der großen Schar der Zuschauer erwiesen sich die Tribünen und überhaupt der Festplay bald als zu flein. Viele zu spät lommende Regattabesucher waren daher genätigt, sich irgend einen Platz längs des Flusses zu suchen oder auf der anderen Lahnseite Aufstellung zu nehmen. Besonders start bei dem Rennen in Anspruch genommen war das Motorboot der Ruder- Gesellschaft, in welchem die beiden Schiedsrichter Justus Laun- Frankfurt a. M. und Prof. Dr. Ulrich- Heidelberg den um die Siegespalme rinUnd wenn einmal der Ausgenden Fahrzeugen folgten. gang eines Wettkampfes zweifelhaft erschien, so fielen hüben und drüben ermunternde zurufe, welche regelmäßig die waderen Ruderer zu einer Verdoppelung ihrer Sträfte anspornten. Ein Anblick, wie man ihn selten in Gießen genießt! Die den Sonnenstrahlen ausgesetzten Besucher hatten auch nicht so sehr unter der sommerlichen Wärme zu leiden, und da von dem Wasser eine erquickende Kühle aufstieg meistens ein frischer Wind aus dem Norden zu dem Fest play Zugang sand. Von den Ehrengästen waren u. a. Provinzialdirektor Dr. Usinger, Oberbürgermeister Mecum, Kommerzienrat Heichelheim, Kommerzienrat Heyligenstaedt und Geh. Kommerzienrat W. Gail zu bemerken. Größeres Interesse erweckten die für die Regatta neu gestifteten Preise: Der Herausforderungspreis der Familie des verstorbenen Ehrenvorsitzenden der Gießener Rudergesellschaft Jean Stirch, ein von einem Sportsfreund gestifteter Preis für Zweier ohne Steuermann und der Preis der Studierende. Am Universität Gießen für immatrifulierte meisten gespannt aber war man auf den Ausgang dez Großen Achterrennens, in dem die Gießener Rudergesell= schaft den im Jahre 1908 errungenen Wanderpreis des Groß herzogs von Hessen zu verteidigen hätte, welcher aber in den Besitz der Offenbacher Ruder- Gesellschaft„ Undine" überging, während die Gießener Ruder- Gesellschaft durch Lorrennen als Wettbewerber ausgeschieden war. Das Ergebnis der Hauptrennen war folgendes: das 1. Jean Kirch- Gedächtnis- Vierer Ren nen. Es beteiligten sich Gießener Ruder- Gesellschaft und Weilburger Ruder- Verein. Herausforderungspreis der Familie Stirch: Weilburger Ruder- Verein mit einem Abrudern der Rennstrecke in 6 Min. 58 Set.( Gießener Ruder- Gesellschaft gab das Rennen auf). 2. Junior Achter. Es starteten Ruderverein „ Hellas"-Offenbach und Gießener Ruder Gesellschaft. Ehrenpreis des Regatta- Ausschusses: Ruderverein Hellas" mit 6 Min. 8 Sef.( Gießener Ruder- Gesellschaft: 6 Minuten u. 11 drei Fünftel Sef.) 3. Einer. Um die Siegespalme stritten Mainzer Ruder- Gesellschaft und Frankfurter Rudergesellschaft„ Germania". Lahnpokal des Deutschen Ruder- Verbandes: Mainzer Ruder- Gesellschaft mit 7 Min. 56 Sef.( Frankfurter Ruder- Gesellschaft„ Germania": 8 Min. 12 ein Fünftel Set.) 4. Prinz Eitel Vierer. An demselben beteilig= ten sich Hanauer Ruder- Gesellschaft und Mainzer Rudergesellschaft. Preis des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen: Hanauer Ruder- Gesellschaft mit 7 Min. 5 Set.( Mainzer Ruder- Gesellschaft, welche anfänglich führte, gab später das Rennen auf). 5. 3 weier ohne Steuermann. Es starteten Gießener Ruder- Gesellschaft und Ruderklub Bamberg. Her" Nun, so bleibe, wie du bist!" rief ärgerlich die Försterin. Geh geh nur zu deinem Unkraut in den Garten!" - Klara wollte das Zimmer verlassen, aber im Begriff, die Tür zu öffnen, blieb sie stehen und lauschte. " Horch, ich glaube der Vater kommt!" sagte sie. Eine Sekunde später ward die Tür wirklich heftig aufgerissen und auf der Schwelle stand die nicht eben große, aber fraftvoll untersetzte Gestalt des Försters Reiner. Eine Wolke des Unmuts lag auf seiner Stirn, und unter dem dichten braunen Vollbart, der seltsam von dem schon ergrauten Haupthaar abstach, zuckten die Mundwinkel wie von Arger und Trozz. Aufgeregt trat er ins Zimmer, warf den grünen Jägerhut auf den Sofatisch und ging, die Hände auf dem Rücken gefreuzt, mit haſtigen Schritten auf und nieder. Ohne die Anwesenheit seiner Frau und Tochter zu beachten, grollte er, die Hände in die Taschen verkrampft, in sich hinein: „ Eine Schande ist's, eine Schande!" Ein wenig zaghaft näherte sich ihm die Försterin:„ Kommst du endlich zurück, Lorenz?" Barsch fuhr er sie an: „ Siehst ia, daß ich da bin! Was soll immer das Wortemachen und überflüssige Fragen!" Klara war an der Tür stehen geblieben. Du bist verstimmt, Vater," sagte sie. Der Förster setzte noch immer seinen unwilligen Gang durch das Zimmer fort. fein!" " Freilich bin ich das! Wie sollte man's auch wohl nicht ( Gerichtet 2 Nr. 8.) „ Hat die Verhandlung so lange gedauert?" begann von neuem die Försterin. Den ganzen Vormittag und ist nichts dabei herausgefommen!" " Die Verhandlung gegen Hellborn, Vater?" Klaras Stimme zitterte leicht; sie schien jezt die Erregung des Vaters zu teilen. Argerlich blieb der Förster in seinem Gang durchs Zimmer stehen. Was fragst du? Hast du nichts zu tun? Geh an die Arbeit! Die Dummheiten sind nichts für Weibsleute! Genug, wenn sie mir den schönen Sommertag rauben!" Aber das Mädchen zögerte noch, glättete verlegen ihre blaue Schürze und stieß nach einer Bause hastig die Frage heraus: „ Ist er freigesprochen?" .Ja, freigesprochen ist er, der Lump!" braufte der Förster ausforderungspreis eines Gönners der Ruder- Gesellschaft: Gießener Ruder- Gesellschaft mit 8 Min. 5 Set.( Ruderklub Bamberg gab das Rennen nach einem guten Anlauf später auf. 6. 3 weiter Vierer. Bei demselben traten Ofs fenbacher Ruder Gesellschaft„ Undine", Ruderverein Ems und Hanauer Ruder- Gesellschaft als Kämpfer auf. Ehrenpreis: Offenbacher Ruder- Gesellschaft Undine" mit 6 Min. 38 ein Fünftel Set.( Ruderverein Ems 6 Min 49 Sef. u. Hanauer Ruder- Gesellschaft 7 Min. 8 ein Fünftel Sef.) 7. Junior Vierer. Um die Siegespalme stritten Ruder Verein" Hellas"-Offenbach, Gießener Ruder- Gesell schaft und Frankfurter Ruder- Gesellschaft„ Sachsenhausen". Ehrenpreis: Ruder- Verein„ Hellas" mit 6 Min. 42 Sef., welcher bald nach Beginn des Kampfes die Führung übernommen hatte.( Gießener Ruder- Gesellschaft 6 Min. zwei Fünftel Set., während Frankfurter Ruder- Gesellschaft " Sachsenhausen" das Rennen aufgab.) 49 8. Junior Einer. Es starteten Ruder- Verein Ems und Mainzer Ruder- Gesellschaft. Ehrenpreis: Mainzer Ruder- Gesellschaft mit 8 Min. 5 Set.( Ruder- Verein Ems 8 Min. 10 ein Fünftel Set., wurde bald von der Mainzer Ruder- Gesellschaft überholt). waren Teilnehmer 9. Akademischer Vierer. Ruder- Gesellschaft Heidelberg und Gießener Ruder Gesell= schaft. Herausforderungspreis der Universität Gießen: Ru der Gesellschaft Heidelberg, welche schon im Anfang führte, mit 7 Min. 42 Sef.( Gießener Ruder- Gesellschaft 7 Min. 55 drei Fünftel Sef.). 10. Junior Vierer. Als Kämpfer traten Gießener Ruder- Gesellschaft und Weilburger Ruder- Verein auf. Ehrenpreis des Apotheker Schwieder: Gießener Ruder- Gesellschaft, welche bald nach dem Beginn der Fahrt den 1. Platz eroberte, mit 7 Min. 14 ein Fünftel Set.( Weilburger Ruder Verein 7 Min. 16 vier Fünftel Set.) 11. Großer Vierer. An dem Start befanden sich Hanauer und Mainzer Ruder- Gesellschaft. Wanderpreis der Stadt Gießen: Hanauer Ruder- Gesellschaft, welche im Laufe des Rennens mehrmals mit dr Mainzer Ruder Gesellschaft einen harten Kampf bestehen mußte, aber schließlich als Sieger durch das Ziel mit 6 Min. 40 ein Fünftel S. ging.( Mainzer Ruder- Geselschaft 6 Min. 45 Sek.) doch 12. Er munterungs- Vierer. Teilnehmer waren hier Ruder- Gesellschaft Heidelberg, Frankfurter RuderGesellschaft„ Sachsenhausen" und Gießener Ruder- Gesellschaft. in Ehrenpreis: Ruder- Gesellschaft Heidelberg, welche erst der Nähe des Zieles die 1. Stelle eroberte, mit 6 Min. 46 zwei Fünftel Set.( Frankfurter Ruder- Gesellschaft„ Sachsenhausen" 6 Min. 50 ein Fünftel Set. und Gießener Ruder- Gesellschaft 6 Min. 50 zwei Fünftel Sef.) 13. Großer Achter. Um die Siegespalme fämpften hier Ruderverein" Hellas"-Offenbach und Offenbacher Ruder- Gesellschaft„ Undine". Wanderpreis des Großherzogs von Hessen( Silberner Potal): Offenbacher Ruder Gesell= schaft Undine", welche nach scharfem Kampfe die„ Hellas" mit 5 Min. 49 zwei Fünftel Set. überholte.( Ruderverein " Hellas" 5 Min. 52 Sef.) Auf die Hauptrennen folgte eine mit Konzert verbun dene gesellige Vereinigung der Mitglieder und Gäste der Ruder Gesellschaft in" Steins Garten", auf welcher sich jung und alt den Freuden des Tanzes hingeben konnte. So fand auch der zweite Festtag einen harmonischen Abschluß. Ge= stern entführten Wagen die Teilnehmer an der Regatta nach dem Schiffenberg, wo immer und immer wieder die Augen der frohen Ruderer über Tal und Hügel, Wald und Feld und friedliche Dörfer bis zu den blauen Höhen des Taunus schweiften, um nach der anderen Seite der Aussicht hin die schöne Umgebung von Gießen zu bewundern, deren Wahrzeichen, dem Veßberg und dem Gleiberg, gleichsam der Blick einen wohltuenden Ruhepunkt fand. Möge die nächste Regatta der Gießener Ruder- Gesellschaft einen gleichen Verlauf nehmen! = h= Aus Hessen und Nachbargebiet. aw * Buzzbach. 50 Jahre sind verflossen, seit der Lahn taliänge bund in Bußbach auf Anregung des Ge auf.„ Es ist nicht zu glauben, die heutige Zeit hat keine Ge rechtigkeit mehr!" ,, Und sie haben auf deine Aussagen nichts gegeben? Du hast ihnen alles gesagt?" " Nichts habe ich verschwiegen!" erwiderte Reiner auf die Frage seiner Frau.„ Lang und breit hab' ich es ihnen erzählt, wie der Narr durch das Geschrei seines Kindes das Wild verscheucht, wie der Rauch seiner Hütte die schönsten Bäume schädigt, alles, alles!" Die Wut erstickte ihm die Stimme; wieder begann er, die Fäuste ballend, seinen stürmischen Gang durch das Zimmer. „ Es ist wirklich unerhört," unterstützte ihn Frau Adelheid, ,, einen solchen Menschen hier dulden zu müssen!" " Ja, unerhört," fiel der Förster ein, denn verdienen tät er es, daß man ihn zeitlebens sicher setzte. Statt dessen sprechen fte ihn frei, weil der alte, verlassene Steinbruch und der Plaz davor niemand gehöre und die Gemeinde Grünwald also nicht das Recht habe, ihn von dort zu vertreiben. Ach, ich mag gar nicht daran denken, es ist zum Tollwerden!" Er unterbrach sich, um auf die Uhr zu blicken. Dann wandte er sich plötzlich zornig zu Frau und Tochter um: Was steht ihr da und gafft? Gibt es nichts zu tun im Hause? Kann nicht Otto in einer Stunde hier sein? Er schrieb doch, daß er um zwei Uhr mit dem Wagen des Löwenwirts von Fernau komme!" Ich wäre zu Fuß gegangen," meinte Klara,„ das hätte mir Spaß gemacht an seiner Stelle, ein fräftiger junger Mensch, wie er ist!" „ Er wird's verlernt haben drinnen in der Stadt, seine Glieder zu gebrauchen!" kam es ingrimmig von des Försters Lippen. Frau Adelheid aber wandte sich wieder tadelnd zu der Tochter. ( Gerichtet 3 Nr. 8.) ,, Was du nur wieder daherredest! Gibst ihm eine Schuld, die gar nicht die seine ist! Er ist nun einmal Student, ein feiner Mann, verkehrt in der besten Gesellschaft, da muß er auch an anderen Orten den Anstand wahren!" „ Aber ist es denn in der feinen Gesellschaft nicht anständig, zu gehen?" meinte Klara naiv. „ Mit dem Mädchen ist es nicht zum Aushalten!" wandte Frau Adelheid sich an ihren Mann. Nicht einmal ein Festtagskleid will sie anziehen, wenn der Bruder kommt!" Der Vater blickte die Tochter prüfend an. ,, So, sie will nicht? Und warum nicht?" Wenn der Bruder mich nicht lieb hat, so wie ich bin, Bater, dann ( Fortsetzung folgt.) sangberein„ Orpheus" ins Leben trat, und so bestloß er legte Bund stag, sein goldnes Jubiläum berbunden dem 28. Bundesfeft in der Geburtsstadt des Buntes abzuhalten, das nun letzten Samstag, Sonn: tag und Montag hier cefeiert wurde. Bei Gründung traten dem Bund neun Vereine bei, und zwar aus den Städten Marburg, Wizlar, Herborn, Laubach, Hunger, Bich, Usingen und Buzzbach, bald folat Bießen und Grün berg. Heute zählt der Bund 16 Vercine. * Grünberg. In dem benachbarten Lehnheim wurde der dienstältefte Bürgermeister Hessens, Bürge meister Seng, nach 35 Amtsjahren zum fünften Male einnimmig wiedergewählt. Helpershain. Hier starb die Witwe Marie Korell im Alter von 72 Jahren. Die Frau, welche im Itzten Mai erst in Helpershain zugezogen war,( chre in den denkbar ä miten Verhältnissen. Bei der Leiche wurden nun 360 Waf in bar vorgefunden. Es wurde sodann noch festgestellt, daß die Verstorbene bei zwe Sparkassen Ginlagen von 1600 Mark und 990 Maif stehen hat. * Bad Salzschlirf. Sin seltenes Ereignis wurd dieser Tage im Hause Hotel Jller" dahier gefeiert. Herr C. V. Schäfer aus Frankfurt a. M. besucht schon jeit 25 Jahren alljährlich das hiesige Bad und nahm zum fünfundzwanzigsten Male bei Herrn Jller Wohnung Aus diesem Anlaß war das Hotel festlich geschmückt. Der Jubilor wurde festlich begrüßt und dankte gerüh für die Aufmerksamkeit Er gedachte im Rückblick our die bergangenen Zeiten des großen Emporblühens des Bades mit seinen vorzüglichen Heilquellen. * Schlitz. Ein tödlicher Unfall ereignete sich im be nachbarten Dorse Hemmen. Der Landwirt Eifert hatte beim Einfahren des Heues zwei beladene Wagen aneinander gehängt, auf die Deichsel des zweiten Wagens seẞte er seinen 7½ jährigen Sohn. Aus unbekannter Ursache fiel dieser un terwegs herab, geriet unter die Räder und ward so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit starb. * Rüdesheim. Die Folgen des Eltviller Winzerkraches treten mehr und mehr in die Erscheinung. Beim hiesigen Winzerversin sind im verflossenen Geschäftsjahr 2 Mitglieder gestorben. Deren Angehörige wurden jetzt auf gefordert, ihren Verlustanteil an den Winzerverein binnen 14 Tagen zu zahlen. Beim hiesigen Winzerverein beträgt der Verlust pro Mitglied über 3000 Mt.! Die Angehörigen weigern sich, die Forderung anzuerkennen resp. zu zahlen, und wollen es auf einen gerichtlichen Entscheid antommen lassen. * We B- l a r. An der Straße zwischen Wetzlar und Altenberg ist, in einem zusammengewickelten Lumpen eingebunden, die Summe von 980 Mt. in 49 3wanzigmarkstücken gefunden worden. Es ist anzunehmen, daß das Geld von einem Diebstahl herrührt. Mitteilungen wollen an die Kgl. Staatsanwaltschaft in Limburg gerichtet werden. * Weilburg. Auf dem Verbandstag der nassauischen ländlichen Genossenschaften Raiffeisenscher Organisation waren 44 Vereine vertreten. Der Jahresbericht fonstatiert eine solide sichere Entwickelung. Die neue Rechtsaustun t= stelle ist viel benutzt. Die Filiale Frankfurt ist durch Veruntreuungen des früheren Rendanten schwer geschädigt. Die Zentralgenossenschaftstasse wird sich der Angelegenheit des Eltviller Winzertrachs annehmen, ebenso wird das auch durch die einzelnen Unterverbände geschehen. Die Camberger Kornhausgenossenschaft wird im Herbst in Liquidation treten. Die Genossenschaftstasse soll in Zukunft nur noch Geldvermittelungsinstitut sein. * Marburg. Zum Rektor der Universität für das Jahr 1910-11 wurde der Theologieprosessor, Geheimer Konsistorialrat Bud de gewählt. * Vilbel. Hier rettete der 13jährige Wilhelm 11 Sohn des Maurers Philipp Dich, den 13jäbrigen 1- ger, der beim Baden untergangen war. Gc bra te ihn, auf dem Rücken schwimmend, an das Ufer. Mainz. Um den Schülern der Volksschule d. Möglichkeit der Erlernung fremder Sprachen zug bn. hat sich hier ein Schulverein gebildet. Bei genügend Anmeldung soll die Stadtverwaltung angegangen wir den, das Unternehmen zu unterstützen. * Darmstadt. Staatsminister Dr. Ewald hat einen längeren Urlaub angetreten. Er begab sich nach Egern in Oberbayern. * Heidelberg. Ein jähes Ende fand am Sonntag die Schloßbeleuchtung durch ein plötzlich einsehendes furchtbares Unwetter. Auf der Neuheimer Seite hatte sich eine nach Tausenden zählende Menge angesammelt, die bei dem einsetzenden wollenbruchartigen Regen nach der alten Neckarbrücke floh. Auf der Brücke entstand hierdurch eine wilde Panik. Ein Kind wurde hierbei getötet. Mehrere Kinder und Erwachsene werden als vermißt gemeldet. * Essen. Bei dem Wechsel im Oberpräsidium der Rheinprovinz wurde in einem Teile der Presse die Frage der eventuellen Teilung der Provinz erörtert. Entgegen den bisherigen Veröffentlichungen fann die hiesige„ Sozial und Wirtschaftspolitische Korrespondenz" nun mitteilen, daß die Bildung einer Industeieprovinz nicht nur geplant ist, sondern daß sogar bereits ein fertiger Entwurf im Ministerium liegt. Es werde aber, so fügt die„ Korrespondenz" dessen hinzu, noch gute Wege haben. bis dieser Entwurf, Einzelheiten geheim gehalten werden, zur Ausführung gelangt. Vor allen Dingen steht die Geldfrage im Vordergrund und ehe nicht die finanziellen Schwierigleiten beseifigt werden, fann weder von einer Teilung der Rheinprobing, noch von зи der Bildung einer Industrieprovinz, welcher der westfälische Regierungsbezirt Arnsberg ges agen würde, die Rede sein. )( Drei Brennaborfahrer, R. Scheuermann, H. Przyrembel und Fr. Huybrechts behaupteten am letzten den Sonntag in Frankfurt a. M. im Stundenrennen um „ Großen Arenapreis" die drei ersten Pläße; Scheuermann berbesserte bis 70 Kilometer alle Weltrekords. )( In Zehlendorf war der letzte Sonntag wieder ein Ehrentag für Brennabor. Ad. Schulze gewann vor Jante und Bäumler das„ Deutsche Derby" und den„ Preis von Brandenburg" und O. Peter siegte in den Rennen um den„ Preis von Schildhorn", den Preis von Wannsee" und den„ Preis von Schlachtensee". Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Bestbewährte gesunde -Kindermehl magen- Kuteke darmkranke -Krankenkost Nahrung für: sowie schwächliche, In der Entwicklung zurückgebliebene Kinder. Jugenheim a. d. B.| Hotel und Pension 3um fühlen Grand" bei anerkannt guter Verpflegung schönster Sommeranfenthalt der Bergstraße u. Odenwald. Brospekt gratis. Telefon 48. Georg Görisch. Kahenelnbogen ammertals, Hotel Bremser, Sommeri. Naff., am Eingang des wildromant. frische. Tel. Nr. 1. Gute Pension, neu einger. Fremdenz. Bäder i. Hause. Jagd- u. Fischereigelegenh. Schöne Waldungen. !! 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Mitteldeutschland 8337 Geldgewinne u. 1 Prämie zusammen Mark GROSEL Gewinn evtl oine Prämie Haupt owlan Naupt Swinn 50000 25000 15000 10000 5000 Les 1 M., Porto und Liste 20 Pl. extra, 6 Lose einschl. Porto und, Liste nur BM auch gegen Nachnahme, empfiehlt 2. Steinhauerarbeiten: Los I: Oftflügel, 121 cbm Muschelfalfstein. Los II: Südflügel, 188 cbm desg!. Los IV: 4 cbm Basaltlava und Betonarbeiten Carl Heintze, für beide Flügel. ( Medizinische Klinik, Klinikſtraße) 3. Betonarbeiten: etwa 60 cbm Beton verSprechstunde: Jeden Mittwoch Abend 5-7 Uhr. ichiedener Art, 26 Pergolapfeiler, 1900 qm UnterlagsUnentgeltliche Untersuchung von Lungenkranken und An beton, 477 qm Betondecken, 1240 qm Gewölbe in Rabit gehörigen von Lungenkranken. Ausgabe von Attesten für Aufnahme in Heilstätten. Ratschläge für tranfe und ihre Angehörigen zur Vermeidung von Ansteckun j. Volt. oder Beton, 400 m Gesimse. Strassburg Ela., Goldschmiedgasse und alle Loshandlunges Neue Kartoffeln Jacobt. 4. 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Angebote und Proben getrennt und decschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen- find bis zum Eröffnungstermin Montag, den 25. Juli 1910, vorm. 11 Uhr auf der Verwaltung der Klinik abzugeben. Zuschlags: frift 10 Tage. Gießen, den 12. Juli 1910. Großzh. Direktion der Universitäts- Augenklinik. Vossius. Dersil ist das zur Zelt beliebteste überall eingeführte und bestbewährteste selbsttätige Waschmittel von unerreichter Wasch- und Bleichkraft. Kein Reiben, kein Bürsten, kein Waschbrett. Garantiert unschädlich für die Wäsche und vollkommen gefahrlos im Gebrauch! Millionenfach erprobt! Ueberall erhältlich! Alleinige Fabrikanten: Henkel& Co., Düsseldorf, auch der seit 34 Jahren weltbekannten Henkel's Bleich- Soda. Kalk- u. Marmor- Werke u. Dampfziegelei Telefon 84. Aug. Gabriel jr. Giessen, Telefon 84. la. 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Uhr bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Zuschlagefrist 4 Wochen. Bad Nauheim, den 19. Juli 1910. Großh. Baubehörde für die Neubauten in BadNauheim. Io st. Patentanwalt Neues Stadttheater Giessen. Direktion Hermann Steingoetter. Dieustag, d. 19. Juli 1910 8 Abonnement- Vorstellung. Gastspiel des Bad Nauheimer Kurtheaters. Das süsse mädel. Operette in 3 Aften v. Reinhardt. Wirtschaft mit Metzgerei ( Landstädtchen), alt. gut. Gesch., frankheitshalber zu verkaufen. Näheres durch Georg Braun, Bad Nauheim. Städt. Wohnungsnachwets Gießen. Afterweg 9. ( Geschäftsstunden von 8-1 und bon 3-6 Uhr.) Es find zu vermieten: 1 Wohnung von 10-11 3immern. 7-8 1 " " 3 Wohnungen bon 7 Simmern. 6-7 " " H 6 " " " 5-6 "! 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Christ& Co., Mainz und Kolonialwarenhandlungen zum welcher feit einiger Zeit von der Kaffee- Großhandlung Wilhelm Dieses Fabrikat dürfte das vollkommenste neueste Probust sein, welches als Kaffee- Ersaß oder Kaffeezusazmittel im Handel vorfommt. Die Herstellung gefchieht durch vollkommenste Röstart, nachdem ror der Rösiang das Robprodukt vollkommen gereinigt und geschält ist, sodaß ein reines fpreufreies Produkt geschaffen wird im Gegen faz zu geröstetem Malz, welches fochfertig gemahlen, voller Spreu ift. Kornblume ist vorzüglich im Geschmad, ein Getränk für Arme wie Reiche, besonders aber ein billiges kaffeeähnliches Getränk für Minderbemittelte. Kranken aller Art, besonders Herz und Magenleidenden, sowie Nervösen dürfte Kornblume ein willkommener Liebling werden. Die Marktpreise für Bich und Frucht und die Sießener Fleisch- u. Brotpreise am 19. Juli 1910 Höchfte Schlachtbtehpreise Fleischpreise in Steken Gelegentlic find drei Rind Der Eigent Stelle zu melde Gießen, GTOB Betr.: Die A Donn nachmittags von feft im Philoso Zweds Auf Sicherheit beftim von 1½ Uhr na Die Beam Es geht un Die Beamte berg agitatorisch die Lehrer, find willkommen gehe den. Man hat berdacht. Warun den oder Demo Scheint es so un lehte Grund. D nie die demokra md Wahlbarkeit tehen, soll agiti laffe" jein. Sa lichleit Stand? alben und zule Dafen Kälber 1/3 w 80. " in Frankfurt a. M. 50 kg Schlachtgewicht 83-91 M. 92-100 f. 69-71 1 kg 80-88 fg. do. 86-88 bp. 80-96 " Brotpreise in Steken 21.00-21.25 M. Weißbrot 2 kg 62 Pf. md Gerechtigkei Ich habe die Einfriedigung des neuen Fried- Schweine hofes in Krofdorf, sowie die Herstellung der Wege Getreidebretse in Mannheim auf demselben zu vergeben. Der Kostenanschlag liegt bei mir offen. Offerten wollen bis 25. Juli d. Is. einschl. eingereicht werden. Krofdorf, 14. Juli 1910. Der Bürgermeister: Braun. Eigene Gewächse bester und allerbefter Weinbergslagen versendet in Fässern von 25 Ltr. u. in Kisten b. 12 Fl. an Paul Christian Saalwächter Weingutsbesitzer, NIEDER- INGELHEIM a. Rh. Spezialität: Ingelheimer Rotweine. Rheinweine Weizen 100 kg Roggen 100 kg 16.00-16.25 M. Schwarzbrot 2kg 54ẞf. Marktberichte genteil gelehrt. tellung ein, er Ständen. Von hm foll jeder nen aus den G großer Teil deri Gießen, den 18. Juli. Auf dem heutigen Wochenmartte fofteten erung in Bertef Butter per Pfd. Hühnereier per Stüd Rafe ver Stüd Kasematte 2 Stüd Tauben der Baar Hühner per Stüd Hahnen per Stud Enten per Stüd Gänse per Pŕd Ochsenfleisch per Bib. Rindfleisch per Pfd. 8.00 1.15-1.20 8-9 6-8 5-6 0.80-1.00 1.00-1.60 0.80-1.80 1.80-2.20 Schweinefleisch per Pfd. Schweinefletsch gef. p. fb. Kalbfleisch per fd. Hammelfleisch der Pfd Kartoffeln p. 100 kilo Zwiebeln per Ctr. Wetstraut per Std. 80-96 96 86-88 60-84 7.00-8 00 0.20-0 30 Kirschen, per Pfund Aepfel per Str. 00 Birnen per Str. 80-88 0,50 00.00-00.00 09.00-00.00 80-84 Mlgemeinen auf trömen dieselber auf die Dörfer hauungen der achliche und fl erdenten, wenn leinen Verdienst, en bergleicht, to baß der Aderbau 0.50-0.00 Nüsse 100 Stüd Milch per Liter 20 Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags Gegenstände des Wochenmarktverfehrs dürfen bis Beginn der Martt zeit überhaupt nic: und während dreier Stunden ber Marktzeit im Umberzieben feilgeboten werden. Sandflucht und Rännlein und mb Leben aus md dann nachhe