330 Deutfches Inftitut für ärztliche Maccion 5 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post - - - 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 58. Bekanntmachung der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 19. April 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Die Staatssteuerzettel für 1910 werden den Steuer= pflichtigen in den nächsten Tagen zugestellt. Diejenigen Steuerpflichtigen, welche bis zum 1. Mai teinen Steuerzettel erhalten haben, werden aufgefordert, hiervon auf unserem Steuerbureau Anzeige zu erstatten. Gießen, den 18. April 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Dr. Merck, Gr. Regierungsrat. Nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 18. April 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen links der Lahn 1. und 2. Teil. In der Zeit vom 20. bis einschließlich 27. April 1910 liegen Werktags in der alten Gewerbeschule zu Gießen Afterweg folgende Akten zur Einsicht der Beteiligten offen. - 1. für Gießen links 2. Teil: 1. die Geldausgleichungsverzeichnisse von Gießen, Klein Linden, Heuchelheim und Wieseck; 2. ein Verzeichnis über Entschädigungen verschiedener Art; 3. das Hauptgeldausgleichungsverzeichnis; 4. ein Verzeichnis über nachträgliche Abschäßung von Obstbäumen; 2. He ein achtrag zum Geldausgleichungsverzeichnis von Gießen links der Lahn 1. und 2. Teil. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist im Offenlegungslokal schriftlich abzugeben. Friedberg, den 14. April 1910. Der Großh. Feldbereinigungskommissär. gez. Schnittspahn, Gr. Kreisamtmann. gen und die Prüfung derselben zu gestatten. Bei der Revision sich ergebende Vorschriftswidrigkeiten werden nach den angezogenen Geseßesstellen mit Geldstrafe bis zu 100 Mr. oder Haft bis zu 4 Wochen, auch mit Einziehung der unvorschriftsmäßigen Maße, Gewichte und Wagen geahndet. Um Strafen möglichst zu verhindern und das Revisionsgeschäft zu beschleunigen, empfehlen wir den Interessenten, ihre der Revision unterworfenen Gegenstände vorher bei dem Neuenweg Nr. 43 dahier amtierenden Großherzog lichen Eichamt Gießen prüfen zu lassen. Die Vorrevisionen finden für die Gewerbetreibenden der nachbenannten Straßen an den jeweils angegebenen Tagen statt und zwar: Bezirk I. Vom 15. bis 31. April 1910: Kreuzplab, Seltersweg, Maigasse, Plockstraße, Teufelslust gärtchen, Johannesstraße und Diezstraße wohnen. Bezirk II. Vom 1.- 15. Mai 1910: Marktplab, Mäusburg, Kirchenplatz, Lindenplay, Schulstraße, Schloßgasse, Kaplanei= Auf der Bach, Dreihäusergasse. gasse, Wagengasse, Wettergasse, Kirchstraße, Burggraben, Bezirk III. Vom 16.- 31. Mai 1910: Marktstraße, Rittergasse, Neustadt, Löbershof, Mühlgasse, Kornblumengasse, Westanlage, Nordanlage, Oswaldsgarten, Hammstraße, Lahnstraße, Rodheimerstraße, Krofdorferstraße, Schüßenstraße, Hardt." Bezirk IV. Vom 1.- 15. Juni 1910: Bahnhofstraße, Tiefenweg, Kaplansgasse, Katharinengasse, Löwengasse, Wolkengasse, Schanzeustraße, Frankfurterstraße, Alicestraße, Wilhelm- straße, Liebigstraße, Leihgesternerweg, Riegelpfad, An den Bahnhöfen, Ebelstraße, Friedrichstraße, Hofmannstraße, Crednerstraße, Hillebrandstraße, Klinikstraße, Weblarerweg, Grabenstraße, Hinter der Westanlage. Bezirk V. Vom 16.- 30. Juni 1910: Neuenweg, Neuenbäue, Sonnenstraße, Erlengasse, Weidengasse, Gartenstraße, Stephanstraße, Hessenstraße, Schiffenbergerweg, Ludwigsplay, Ludwigstraße, Südanlage, Bismarckstraße, Goethestraße, Bleichstraße, Bergstraße, Löberstraße, Licherstraße, KaiserAllee, Wolfstraße, Moltkestraße, Eichgärten, Großer Steinweg, Roonstraße, Gutenbergstraße. Bezirk VI. Vom 1.- 15. Juli 1910: Walltorstraße, Websteingasse, Wetsteinstraße, Lindengasse, Brandgasse, Brandplay, Kanzleiberg, Hundsgasse, 30zelsgasse, Afterweg, Schillerstraße, Braugasse, Steinstraße, Weserstraße, Dammstraße, Eder= Oftanlage und alle anderen noch nicht aufgeführten Straßen. Vergebung von Wasserleitungsarbeiten. Die zur Verlängerung der Wasserleitung in der Bahnhofstraße zu Ettingshausen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf dem Amtszimmer des Unterzeichstraße, Schoktstraße, Marburgerstraße, Wieseckerweg sowie neten, Zimmer Nr. 24, zur Einsicht offen, woselbst die Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen und postfrei bis Dienstag, den 3. Mai lf. I 3., vormittags 10 Uhr, cinzureichen sind. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 14. April 1910. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. J. V.: Knöl l. Vergebung von Kanilisationsarbeiten. Die zur Herstellung der Kanalisation in der Un= teren Bahnhofstraße zu Leihgestern erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Angebotsunterlagen I egen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten offen und können Angebotsvordrucke daselbst käuflich erworben werden. Die mit entsprechender Aufschrift versehenen Angebote find postfrei bis Dienstag, den 3. Mai If. I s., vormittags 10 Uhr, bei dem Unterzeichneten einzureichen, woselbst die Eröffnung stattfindet. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, 21. März 1910. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. J. V.: Knö I I. Betr.: Die Ausführung der polizeilichtechnischen Maß und X sion in Gießen. Gewichts- Revi Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur Kenntnisnahme der Interessenten, daß demnächst eine allgemeine Revision der Maße, Gewichte und Wagen in hiesiger Stadt vorgenommen wer= den wird. Mit Ausführung derselben wird ein Eichmeiſter und ein Schußmann betraut werden. Die Gewerbetreibenden sind gehalten, diesen Beamten bei Meidung der Strafe des§ 369 Nr. 2 des Reichsstrafgesetzbuches alle in ihrem Betriebe benützten Maße, Gewichte und Wagen vorzuzeiIm Interesse eines besseren Fortganges der Revisionen und um die Gewerbetreibenden vor unnötigen Kosten zu bewahren, ist es unbedingt erforderlich, daß sämtliche zu prü fenden Gegenstände in gehörig gereinigtem Zustande und reparaturbedürftige Maße und Wagen erst nach vollzogener Reparatur in das Eichlokal verbracht werden. Gießen, den 10. April 1910. Großh. Polizeiamt Gießen. Reinhart. Bekanntmachung 21. Jahrg. Vergebung von Pflasterarbeiten. Die Pflasterarbeiten für die Befestigung des Zugangsweges zum Volksbad von der Westanlage aus sollen Montag, den 25. d. Mts., vorm. 11% Uhr, äffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 18. April 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Die Lieferung der für den Betrieb der Städt. Straßenbahn benötigten Zahlmarken- und Wechselgelddüten, sowie die Ausnüßung der Reklame auf deren Rückseite ist zu vergeben. Interessenten werden ersucht, bis zum 30. April d. Js. Angebote bei der unterzeichneten Verwaltung einzureichen. Ebendaselbst können auch die Bedingungen eingesehen werden. Gießen, den 18. April 1910. Elektrizitätswerk und Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. Lieferung von Fußbodenöl. Die Lieferung von zirka 1870 Kilogramm Fußbodenöl für die städtischen Gebäude soll Samstag, den 23. April ds. Js., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Bedingungen liegen während der Amtsstunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, 12. April 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. Vergebung von Pflasterarbeiten. Die Pflasterarbeiten für die Neubefestigung der Liebigstraße zwischen Frankfurterstraße und Oberhessischen Eisenbahn sollen Mittwoch, den 20. April ds. Js., vormittags 11½ Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen lie Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. stens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 13. April 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. In der Zeit vom 21. März bis 16. April 1910 wurde in hiesigen Stadt gefunden: 1 Garnitur Haarkämme, 1 Apparat aus Dienstag, den 26. April 1910, nachmit tags 2 Uhr, findet im Cafe Ebel zu Gießen die diesjährige ordentliche Generalversamm= I ung unseres Vereins statt, wozu die Ausschußmitglieder, die sonstigen Mitglieder des Vereins und der angeschlossenen| Messing, 5 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Teil einer AngelOrtszuchtvereine, sowie alle Interessenten ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung. 1. Rechnung 1909. 2. Voranschlag 1910. 3. Jahresbericht. 4. Verschiedenes. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien derjenigen Ge meinden, in welchen sich Mitglieder unseres Vereins und Züchter von Vogelsbergervieh befinden, werden ergebenst ersucht, vorstehende Bekanntmachung ortsüblich veröffentlichen zu lassen. Gießen, den 16. April 1910. Der Direttor des Kreisrinderzuchtvereins Gießen ( Vogelsberger). stange, 1 Peitsche, 1 Metermaß, 1 fleines Täschchen mit Inhalt, 1 Paar Zugtetten, 1 Revolver, 1 Damenregen= schirm; verloren: 1 goldene Brosche( Hufeisenform), 1 filberne Damenuhr, 2 Zehnmarkstücke, 1 wollenes Balltuch, 1 Herrenpelz, 1 gelbes Täschchen mit 4,15 Mart und ein Taschentuch Inhalt, 1 gelbes Säckchen mit 18,60 Mt. und 35 Quittungsfarten Inhalt, 1 Trauring gez. G. S. 24. 8. 1891, 1 Gießener Pferdelos Nr. 18 563, 1 Etui von einem Fernglas, 1 schwarzen Schirm ohne Griff, 1 schwarzer Sonnenschirm, 1 braunledernes Portemonnaie mit 2,78 Mart Inhalt, 1 runder Manschettenknopf mit Goldrand, 1 schwarzer Damenregenschirm mit braunem Naturholzgriff, 1 grünledernes Portemonnaie mit zirka 22 Mark Inhalt. Während der Spielzeit im hiesigen Vergebung von Maurer- u Pflasterarbeiten. Stadttheater liegen geblieben( 1 Opernglas, Die Maurer- und Pflasterarbeiten für die Neubefestig ung der Bürgersteige in der Ebelstraße zwischen Riegelpfad und Wilhelmstraße sollen Montag, den 25. d. Mts., vorm. 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind späte stens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 18. April 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. 7 Paar Handschuhe, einzelne Handschuhe, 1 Kneifer mit Futteral, 1 Rohrstock, 5 Taschentücher und 3 Umhänge= tücher. an Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann jedem Wochentag von 11-12 Uhr vormittags und 4-5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde, Zimmer Nr. 1, erfolgen. Gießen, den 16. April 1910. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Reinhardt. Graf Oriola+. Aus Berlin brachte am Sonntag vormittag der Draht die Nachricht, daß der Reichstagsabgeordnete Graf Oriola im Palast- Hotel in Gegenwart seiner Cemahlin und seines Bruders gestorben sei, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, das er infolge eines Tags vorher erlittenen Schlaganfalls verloren hatte. Der Tod des Grafen Oriola, der gewissermaßen in den Sielen" und fern der Heimat starb, weckt namentlich bei uns in Hessen ein lebhaftes Echo und zwar nicht nur in den Reihen jener, die ihm im politischen Kampfe nahe gestanden, sondern auch in den Kreisen seiner Gegner. Denn der Da hingeschiedene war mag man zu ihm sich stellen, wie man will eine markante Persönlichkeit im politischen Leben des Reiches sowohl wie in dem Hessens. Graf Waldemar von Oriola war kein Hesse von Geburt: Seine Wiege ſtand am sonnigen Rhein, in Bonn, wo er am 27. August 1854 als Sohn des Generalleutnants Graf Eduard von Oriola und dessen Gattin Marimilane( einer Tochter Achim von Arnims und der Bettina Brentano) ge= boren wurde. Er besuchte später das Gymnasium in Berlin, wo er auch die Universität zum Studium der Rechts= wissenschaften besuchte. Nachdem er von 1878 bis 1880 Referendar in Charlottenburg, Berlin und Wiesbaden gewesen, schied er 1880 nach seiner Verehelichung mit Anna Maria Christ. Mortimer aus dem Staatsdienst, um sich der Landwirtschaft zu widmen. Das große Rittergut in der Wetterau, das er übernahm, wurde bald zu einem landw. Musterbetrieb. Er wurde später Mitglied des oberhessischen Provinziallandtages, des Kreisausschusses und Kreistages für Friedberg, Vorsitzender des oberhessischen Obstbaubereins und Vertreter sonstiger Ehrenämter. Auch im politischen Leben spielte Graf Oriola bald eine hervorragende Rolle: im August 1887 wurde er als Vertreter des ersten oberhessischen Wahlkreises Vilbel in die 3 weite Kam mer gewählt, deren eifriges Mitglied er war, bis er 1904 das Mandat niederlegte, weil seine Tätigkeit als Reichs tagsabgeordneter ihn zu sehr in Anspruch nahm, als daß er die Last eines weiteren Mandats hätte weitertragen fönnen. In das Reichsparlament hatte ihn erstmals bei den Wahlen von 1893 der zweite hessische Wahlkreis FriedbergBüdingen entsandt, den er seitdem vertrat, bis ihm jest der Allbezwinger Tod das Mandat abgenommen hat. möchte im Sinne einer Eingabe des Handelsvereins in Lauterbach der Personenzug( ab Gießen 3.15 nachmittags) in einen Eilzug umgewandelt und die Einlegung eines weiteren Abendeilzuges Kassel- Frankfurt a. M. erfolgen. Die hessischen Handelskammern haben gemeinsam zu dem neuen Vorschlage für die Gewerbesteuer Stellung genommen. Die Handelskammern konnten jedoch eine befriedigende Lösung in dem neuen Regierungsvorschlage nicht erblicken und haben an ihren Vorschlägen festgehalten. Revisionen in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten. Um eine Entlastung des Reichsgerichts herbeizuführen, schlägt der Gesezentwurf über die Zuständigkeit des Reichsgerichts als Hauptmittel vor, daß eine Revision in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten dann ausge= schlossen sein soll, wenn gleichlautende Erkenntnisse des Land- und Oberlandesgerichts vorliegen. Die Handels= tammer erkannte die Forderung nach einer Entlastung des Reichsgerichts als völlig berechtigt an, gleichwohl vermag sie den hierfür vorgeschlagenen Weg nicht gutzuheißen, da von ihm eine Gefährdung der Rechtssicherheit und Rechtseinheit zu befürchten sei, unter der alsdann Handel u. Industrie in erster Linie zu leiden haben würden. Entwurf einer Reichsversicherungs ordnung. Der Syndikus berichtete über den Inhalt des Reformwerkes und hob im wesentlichen die besonderen Unterschiede, die zwischen dem ersten und dem neuen Entwurfe bestehen, hervor. Als solche kommen in Betracht die engere Anlehnung des Versicherungsamtes an die untere Verwalt ungsbehörde, Verfahren der Rentenfestseßung in der Unfallund Invalidenversicherung, Zulassung von Betriebskrankenkassen bei einer Mitgliederzahl von 100( früherer Entwurf 250), Regelung der Aerztefrage bei den Krankenkassen durch Schaffung von obligatorischen Tarifverträgen zwischen Kassen und Aerzten für Regierungsbezirke. Im übrigen stimmte die Handelskammer den Beschlüssen zu, welche die Kommission des Deutschen Handelstages für Sozialpolitik in ihrer dreitägigen Sißung vom 31. März bis 2. April dieses Jahres zu dem neuen Entwurfe gefaßt hat. Graf Oriola hatte sich der nationalliberalen Partei angeschlossen, bis ihn die bekannten Vorgänge des vorigen Sommers von seinen bisherigen Parteifreunden trennten. Die Frage der Erbschaftssteuer gab den Anstoß zu der Trennung. Mit dem Frhrn. von Heyl und dem Abgeordne= ten Lehmann erklärte er seinen Austritt aus der nationalliberalen Reichstagsfraktion, doch konnte er sich, ebenso wie die beiden anderen„ Sezessionisten", nicht zu einer Niederlegung des Mandats entschließen. An scharfen Kritiken hatte es damals nicht gefehlt und wenn schließlich in Darmstadt nach heißem Turnier ein Friede zu Stande tam, so hatte baren Verdienste, die sich Graf Oriola in jahrzehntelangem und es waren ihrer nicht wenige- doch die unbestreitbaren Verdienste, die sich Graf Oriola in jahrzehnteiangem Schaffen erwarb, höher einschätzten, als die Tatsache, daß er in Sachen der Erbschaftssteuer fahnenflüchtig geworden war. Graf Oriola war eine durchaus edle, charaktervolle, dem gesunden sozialpolitischen Fortschritt huldigende Per= sönlichkeit, ein von Gradheit und Leutseligkeit beseelter Charakter, und sein so tragisches, frühzeitiges Hinscheiden wird gewiß weithin mit aufrichtiger Teilnahme empfunden werden. Durch den Tod des Grafen Oriola ist eine Nachwahl im Reichstagswahlkreise Friedberg- Büdingen erforderlich geworden. Bei den Wahlen von 1907 wurden von 23 887 Wahlberechtigten 20 521 Stimmen abgegeben. Davon erhielt Graf Oriola 8492 Stimmen, 7234 entfielen auf den sozialdemokratischen, 3299 auf den antisemitischen und 1472 auf den freisinnigen Kandidaten. Bei der Stichwahl siegte dann Graf Oriola mit 11 515 gegen 8524 Stimmen seines sozialdemokratischen Gegners. Schon aus diesen Ziffern geht hervor, daß sich um das Mandat ein heißer Kampf ent= spinnen wird, dessen Ausgang sich nicht voraussagen läßt, umsoweniger als heute die Parteilonstellation in dem Wahlfreise eine ganz andere ist als vor drei Jahren. Großh. Handelskammer Gießen. Aus den am 21. März und 8. April stattgefundener Sigungen sei folgendes hervorgehoben: * Patetein ist noch nicht ge dende Patete auf Tafft. Man braucht der einen Zettel m Mame und Wohnu farften zu werfen od die Sendung wird cine Gebühr von 10 fahren ist einfach un fonen zu empfehlen, ung steht. Die Jagd Weise geregelt: Scho wild, alles Raubze alles Wild, das im nichfter Nähe nicht h gefchoffen werden. April Hegezeit, weib bis 15. Dezember F bis 15. Mai Hegeze hähne haben Juni, März bis Juni, Tr Ribize Mai und Ju ber bis November mit Ausnahme der Juli endigt, hat vom 78 vermehrte, also 24 960 betrug. Im einzeinen entfielen in dem erstgenannten Zeitabschnitt u. a. auf Ochsen 1052, auf Rinder 1058, auf Kälber 7515, auf Schweine 12 491 und auf die Hämmel 865. In dem letzteren Jahr betrug dagegen die Zahl der geschlachteten Ochsen 964, der Rinder 1277, der Kälber 8168 und der Schweine 11 390. Die Zah len bringen durch den Rückgang der Ochsen- und Schweineschlachtungen die gegenwärtige ungünstige wirtschaftliche Lage zum Ausdruck, welche vielen Familien den Kauf besserer Fleischsorten untersagte. Eigentumswechsel. Seifenfabrikant Sternberg- Weilburg faufte soeben die Hanau'sche Besitzung an der Marburgerstraße. Vom Gießener Baugewerbe. Der von uns bereits mitgeteilte Beschluß der Arbeitnehmer, nach den Entschließungen des Arbeitnehmerverbandes zu handeln, der bekanntlich für die ersten 14 Tage der Aussperrung feine Unterstützung gewährt und welcher die Verbandsmitglieder für die übrige Zeit der Arbeitslosigkeit zu erhöhten Beiträgen heranzieht, veranlaßte am Samstag die Bauunternehmer zu einer 2. Versammlung, in der die sofortige Aussperrung der Arbeitnehmer beschlossen wurde. Die in der ersten Zusammenkunft der Arbeitgeber beschlossene Aufschieb ung der Arbeiterentlassung hatte überall die Hoffnung auf einen endgültigen friedlichen Ausgleich der Meinungsver schiedenheiten aufsteigen lassen, welche sich nun nicht erfüllt hat. * Verhaftung. Am Sonntag erfolgte wegen ruhestörenden Lärms die Festnahme eines Taglöhners. Da der Verhaftete in dem Haftlokal die Fenster einschlug, so wird jedenfalls noch Aflage wegen Sachbeschädigung er hoben werden. * Bei der Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen sind im Monat März 340 Rentenge suche( 320 Invaliden- und Krankenrentenanträgesi sowie 20 Altersrentenanträge) eingegangen. Unerledigt wurden in den genannten Monat übernommen 349 Rentengesuche, so daß 689 Gesuche in Bearbeitung standen. Es fanden Erledigung: 267 durch Rentenbewilligung, 37 durch Ablehnung, weil unbegründet, 13 durch andere Weise, zusammen 317, sodaß 372 Gesuche als unerledigt auf den Monat April übernommen werden mußten. Ferner wurden im Monat März 231 Anträge auf Beitragserfstattung gestellt. Unerledigt wurden in den genannten Monat übernommen 93 Erstattungsanträge, sodaß zu bearbeiten waren 324 Gesuche. Bewilligt wurden 227 Anträge, abgelehnt wurden 18 Anträge. Unerledigt blieben 79 Erstattungsanträge. In welchem Umfange die Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen Heilverfahrungskosten für ihre Versicherten übernimmt, ergibt sich aus nachstehenden Erläuterungen. Entwurf eines Hausarbeitsgesetzes. Der dem Reichstag unterm 11. Februar d. Js. vorgelegte Entwurf eines Hausarbeitsgesetzes hält sich im allgemeinen von übertriebenen Forderungen frei und kann deshalb als eine brauchbare Grundlage für die Regelung der Hausarbeit bezeichnet werden; zu bemängeln ist nur, daß den Polizeibehörden ein zu großes Mitwirkungsrecht bei der Durchführung des Geseßes eingeräumt wird. Die hessischen Handelskammern haben gemeinsam zu dem Geseßentwurfe Stellung genommen und Abänderungsvorschläge gemacht. Entwurf eines Gesetzes betreffend die Aenderung der Gewerbeordnung. Derselbe enthält Bestimmungen über Lehrbücher und Arbeitszettel, Ausdehnung der Fortbildungsschulpflicht auf weibliche Arbeiter, übermäßige Dauer der täglichen Arbeitszeit, Lohnzahlungsbücher für Minderjährige, strengere Strasbestimmungen für vorsätzliche und wiederholte Uebertretung gewerbepolizeilicher Vorschriften. Auch zu diesem Gesezentwürfe haben die hess. Handelskammern in gemeinsamer Situng Stellung genommen und einige Abänderungsvorschläge beschlossen. Insbesondere haben sie sich gegen die auch in diesem Geseßent wurfe vorgesehene Erweiterung der Befugnisse der Polizeibehörden gewendet und diese als bedenklich abgelehnt. | Beim Großh. Ministerium der Finanzen ist die Kammer dahin vorstellig geworden, daß der Verkauf von Holz aus den Großh. Domanialwaldungen fünftig nicht mehr an einem Tage in Darmstadt stattfindet, sondern daß jede Oberförsterei für sich allein die Verkäufe vornimmt. Der Antrag ist jedoch aus einer Reihe von Gründen abgelehnt worden. Eine Eingabe der Handelskammer Altena an die Eisenbahndirektion Elberfeld, betreffend die Einlegung von zuschlagsfreien Gilzügen auf den Strecken Hagen- Siegen- Betzdorf- Gießen und Siegen- Betzdorf- Köln wurde Auf der Strecke Stockheim- Lauterbach befürwortet. 16) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Es war merkwürdig, aus Sylvia machte sich Lilly gar nichts, nur an Maja hing sie mit einer geradezu schwärmerischen Liebe; sie empfand es als höchstes Glück, wenn sie bei der ,, Tante" sein durfte. Maja hatte das Kind auf den Arm genommen und eilte mit ihm so rasch als möglich vorwärts. Sie beachtete es nicht, daß das herabrieselnde Blut ihr Kleid beschmußte. Entwurf eines Stellenvermittlerge= sebes. Die in der Novelle zur Gewerbeordnung vom 30. Juni 1900 getroffene Regelung des Stellenvermittlungsgewerbes habe nicht ausgereicht, um die in diesem Gewerbe hervorgetretenen Mißstände zu beseitigen. Die Handels= fammer fonnte ein Bedürfnis nach Schaffung eines Reichsgesetzes nicht anerkennen; sie war vielmehr der Ansicht, daß die bestehenden Bestimmungen der Gewerbeordnung völlig ausreichend seien, um den vorhandenen Mißständen wirksam zu begegnen; es fäme nur darauf an, daß die Landesregierungen von den ihnen in der Gewerbeordnung einge räumten Rechten auch in vollem Umfange wirklich Gebrauch machten, was zurzeit im Großherzogtum Hessen nicht der Fall sei. Herr von Brandt protestierte eifrig: Ich bitte, gnädiges Fräulein, Sie werden sich überanstrengen, die Last ist zu groß für Sie! Bitte, lassen Sie Villy doch mich tragen!" - ,, Aber nein das Kind ist ja leicht wie eine Feder", lächelte Maja. Als die Gesellschaft an dem von wildem Wein umrankten Häuschen des Herrn v. Brandt ankam, wollte Maja die Kleine behutsam niedersehen. Doch diese schlang beide Aermchen uni den Hals des Mädchens und bat schmeichelnd: ,, Komm doch mit, liebe, liebe Tante, bitte, bleibe noch ein wenig bei mir!" Lokales. Gießen, 19. April 1910. * Vom Hofe. Die Großherzoglichen Herrschaften, der Erbgroßherzog und Prinz Ludwig sind am Sonntag abends 6 Uhr von Lich wieder im Neuen Palais einge= troffen. * In den Ruhestand versetzt wurde von der Handelstammer auf seinen eigenen Wunsch hin Bureauvorsteher H. Bruch häuser. Die treueſte und gewissenhafteste Pflichterfüllung hatten dem scheidenden Beamten während der Dauer seiner 22jährigen Tätigkeit in hohem Maße die Zufriedenheit der Handelskammer erworben. Die Stelle des Bureauvorstehers Bruchhäuser ist Herrn Hans Geist übertragen worden. Da Maja nicht loskommen konnte und da sie bemerkte, wie die Augen des Herrn v. Brandt in stummer Bitte die ihrigen suchten, so entschloß sie sich, nachzugeben. Mit einigen entschuldigenden Worten verabschiedete sie sich von den andern, nahm Lilly bei der Hand und trat, wenn auch zögernd, über die Schwelle. In dem Häuschen war alles ungemein gemütlich und nett eingerichtet. Man gelangte zunächst in das Arbeits- und Wohnzimmer des Hausherrn An der einen Wand stand ein zierlicher Schreibtisch, auf dem Hefte, Bücher, Papier und Federn in bunter Unordnung herumlagen. Ueber dem Tisch hing das Bild einer sehr schönen Frau. Doch die Augen blidten den Beschauer talt und stolz an, ein verächtliches Lächeln schien um die vollen Lippen zu spielen. * Vom Schaathof. In dem Jahre 1908 konnte der Schlachthof 24 882 Schlachtungen verzeichnen, während sich in dem Jahre 1909 die entsprechende Zahl um Dem Schreibtisch gegenüber befand sich ein bequemer Divan, der rasch mit Hilfe der herbeigeeilten jammernden Aus Helle * Lüzellin Martwalde, an der Linden gelegen, wur Preise von 705 Bachtpreis betrug 18 * Birklar. inen Lotteriegewinn Frankfurter Pferdelo bezahlt. Ende März 1910 waren in den nachverzeichneten Anstalten versicherte Personen untergebracht: Ernst Ludwig- Heilstätte bei Sandbach 112, Eleonoren- Heilstätte bei Winterkasten 54, Göttmannsche Heilanstalt bei Reichelsheim 40, Dr. Liebes Lungenheilanstalt in Waldhof- Elgershausen 4, Kuranstalt von Dr. Schmitt in Lindenfels 15, Konitkystift in Bad Nauheim 21, Ernst Ludwig' Heilanstalt von Dr. Lossen in Darmstadt 4, Klinik von Dr. Grein in Offenbach Verschiedene Anstalten, wie Krankenhäuser, Kliniken und dergleichen mehr 20. Wirtschafterin zu einem Lager für Lilly hergerichtet wurde. Nun brachte die Alte weiches Linnen nebst frischem Wasser und Maja begann die Wunde behutsam auszuwaschen und kalte Umschläge zu machen. Herr v. Brandt stand unbeweglich dabei und schaute nur immer auf die schlanken, weißen Hände des jungen Mädchens, die alles so geschickt anzupacken wußten, als hätten sie nie etwas anderes getan. Und doch war es das erste Mal, daß die verwöhnte Tochter des Millionärs solche Arbeit verrichtete. Sie war auch nicht wenig stolz, als die alte Katharine sie lobte: ,, Nein, Fräulein, das muß ich sagen, kein Doktor tönnte es geschickter machen! Wer hat Ihnen denn das alles gelernt?" ,,, niemand, das lernt man in der Not von selbst; was ist denn auch weiter dabei!" lächelte Maja. ,, Wie ich mich freue", sagte Rathrine wieder, daß ich Sie auch mal zu sehen bekommen habe; Villy hat mir schon so viel von Ihnen erzählt!" * Lich, 18. 2 zogin und die beiden sere Stadt, in der si lichen Familie weilt zogliche Familie im interessierte sich beso Leihgest Bafferleitung verfag Softenaufwand von Gemeinde beabsichtig ben und noch dieses * Wieseck. auf dem Grerzierplat er sie mit einem Geficht und die Här * Buzbach etwa 70 wadere fige Hausberg- und rite diesjährige g Subertus Ziegenberg mit der Bahn zurü = p Folgende gewerbepolizeiliche Revisionen wurden in der Stadt Gießen im 1. Vierteljahr 1910 vorge nommen: Es wurden revidiert: 38 Bäckereien inbezug auf Reinhaltung der Bäckereien( in 12 Betrieben ergaben sich Anstände auf Reinlichkeit und Anstrich der Räume); Bantgeschäfte betr. Beschäftigung von Gehilfen an Sonnta gen; Trödlergeschäfte, inbezug auf Führung der vorgeschriebenen Bücher; 20 3igarrenfabriken, bezüglich Reinhaltung der zur Anfertigung von Zigarren bestimmten Räume; 60 Milchrevisionen wurden vorgenommen; Die Sitzgelegenheit für Angestellte in öffentlichen Verkaufsstellen; Die Gesinde vermitterinnen und Stellenvermittler, bezüglich Führung von Geschäftsbüchern( in einem Falle wurde Anzeige wegen vollständig unterlassenem Eintrag in das Geschäftsbuch bei Ver mietungen und Anträgen erhoben); 21 Wäsche und Kleiderfabrikations- Werkstätten, inbezug auf Beschäftigung ju gendlicher Arbeiterinnen, Einhaltung der Arbeitszeit und Pausen, Führung der Verzeichnisse und Arbeitsbücher; 37 Gast und Schankwirtschaften, betr. Ruhezeiten der Gehilfen und Lehrlinge,( die Ruhezeit wurde gewährt, jedoch fehlte in einigen Büchern der Eintrag); 38 Barbier- und Friseurgeschäfte( Anstände ergaben sich keine); Assistenzleistung bei der Revision der landwirtschaftlichen Maschinen durch den Vertrauensmann( es ergaben sich hierbei viel Anstände); die Feuersicherheit der Warenhäuser, der Hausterhandel nach 9 Uhr abends, Sonntag nachmittags nach 3 Uhr, und der Verkauf von Obst 2c. Sonntag nachmittags nach gesetzlichem Ladenschlusse, auf Privatpläßen; Lagerung und Aufbewahrung von Mineralölen, insbesondere Petroleum und Benzin; bei 45 hiesigen und auswärtigen Bädern und Brod- Verfäufern das Brod auf Gewicht und die Lagerung Sprengstoffen in den Steinbrüchen; Eß- und Aufenthaltsräume der Arbeiter in Fellhandlungen und Gerbereien, sowie die Güterhändler inbezug auf Führung von Geschäftsbüchern. Maja saß neben ihrem Lager; sie hielt des Mindes Hand in der ihren. Und während draußen ein heftiger Regenguß herniederprasselte, der Herbststurm heulend durch den Wald fuhr und die gelben Blätter von den Zwetgen riß, erzählte Maja der kleinen Patientin alle Märchen, die sie noch von ihrer Kinderzeit her kannte. Lilly lag ganz still in den Kissen. Auch Herr v. Brandt rührte fich nicht. Er saß dem jungen Mädchen gegenüber. Seine Augen hingen unverwandt an dem rosig angehauchten Ge sichte der eifrigen Erzählerin. Er schien sich gar nichts anderes zu wünschen, als nur immmer so sißen und sie ansehen zu dürfen. Die alte Katharine batte rasch eine Ranne duftenden Tees bereitet. Sie deckte den Tisch und stellte Brot, Butter und Schinken und alles nötige zurecht. Herr von Brandt bat seinen Gast, zuzufangen. Maja ließ sich nicht lange nötigen, sie hatte in der Tat Hunger bekommen. Sie machte für den Hausherrn appetitliche Brötchen zurecht und versorgte das Kind, furzum, sie waltete am Tee tisch wie ein rechtes Hausmütterchen und tam sich ungemein wichtig dabei vor. Ah, so gut hat es mir lange nicht geschmeckt", vers sicherte Herr v. Brandt mehrmals. bon Die Dämmerung brach an. Maja hatte ganz vergessen, daß es längst 3eit war für die Heimfahrt. So lange durfte sie nicht ausbleiben, wollte sie den Vater nicht ernstlich böse machen. Nun muß ich aber eilen, nach Hause zu kommen", rief sie erschrocken. Lilly, die bisher ganz still gelegen, brach in Tränen aus. ,, Du solltest immer bei uns bleiben, Tante Maja" klagte sie. ,, Aber Lilly, wie unbescheiden du bist, rief Herr von Brandt. Das verstehst du nicht, Kind! Fräulein Maja ist an andere Umgebung gewöhnt. Sie würde sich bei uns sehr bald langweilen. Wie dürften wir hoffen, daß es ihr hier gefallen könnte! Hier in diesen ärmlichen Verhältnissen! Was hätten wir der verwöhnten Tochter eines so reichen Mannes zu bieten!" Er sprach das leßere mehr zu sich selbst als zu der Kleinen, die natürlich den Sinn seiner Worte gar nicht verstand. Seine Augen blickten wieder finster und um seinen Mund lagerte sich ein herber, bitterer Zug. Die vorige Heiterkeit war plößlich verschwunden und in seine Stirn grub sich eine tiefe Falte. ,, Und wenn ich Ihnen nun die Versicherung gebe, daß es mir hier sehr gut gefallen hat, wird dann die finstere Wolfe wieder verschwinden, die auf Ihrer Stirn lagert?" lächelte Maja. Wissen Sie, daß Ihnen etn heiteres Gesicht viel besser steht, als die Leichenbitter miene, die Sie immer zur Schau tragen? Die Hetdet Ste gar nicht und ein mürrisches Gesicht mag ich nicht lela, ben! Ich habe nur fröhliche Menschen gern!" ,, Sie sind eine Bauberin!" murmelte er und seine Büge erhellten sich wieder. A13 Maja gegangen war, tam es ihm vor, als fet es plößlich finstere Nacht um ihn her geworden. Wit raschen Schritten eilte die junge Dame nach dem Herrens hause, wo Friß schon voll Ungeduld auf sie wars tete. Auch Sylvia war höchst verwundert über das lange Ausbleiben der Freundin. Billy wollte mich durchaus nicht fortlassen"; entschul bigte sich diese. ( Fortsetzung folgt.) * Friedbe Denkmalspflege am diesem Jahre von Hessische evangelisch entgeltlich teilnehme * Bad- N Windersteing und Starte ihre Tätigt son. Sämtliche Bad tel Trinfquellen, titut find im Betri geschaffen; die ehr beete vom direkter timer gestaltet. D goetter wird am * Webla ginn des neuen diesen sind 44 zu * Mainz. Quartal 1910 103 äscherten Personen chen Geschlechts. 16 tatholisch, 8 is 7 Diffident. * Mainz, bestimmt verlautet August d. J. wie die übliche Trupp * Mainz Wadernheim, Effe heim angelegte ist nunmehr de worden. Durch zeh- Nieder- Olm- Ob ferstraße( Mainz, bunden. * Wiesb wurde im Kurhau Anwesenheit von Desterreich durch Berlin eröffnet. ferierten sodann der Tuberkulose. Ausstellung, ebe brauchsartikeln er * Wiesb desversammlung Hessen, sprach de Schrempf über die einer Refolution gedrückt und für Der Reichsfinanzfr * Darmst minister a. D. G Bichtet. * Hombu gen das faise Gefolge den groß der Kaiser, die s toria Luise den ftatteten die Ma fenstein einen B Gefolge in Aut fuhren die Maje daran einen Spa * Berli Preußen wird d liche Vorlesungen mal das Todesur Augenblicklich we Erfurt, richsdorf aufgehob zum dritten Male big befunden, den einen entie Ochien 10 teine 124 Jahr bein 64, Ser Nin 390. Die 3 und Schoen wirtschaf Den Kauj fabritant St Beibung an tbe. Der ehmer, nad zu handeln Sperrung Pandsmitgli erhöhten die Bau fofortige e. Die offene Aufi Hoffnung Meinungs un nicht erfi erfolgte toege Laglagners. einschlug, schädigung gsanf 340 Rent ragefi jon gt wurden mtengefuche && fanden durch Able eife, zujam uf den N er wurden in ftattung gefiell at mommen tam 324 Ge gelen wurden ungsantrage Sanftalt Gr cherten ü rungen. zeichneten Ernst Lud tätte bei Reichelshen Elgershauja 15, Stoni by lt von Dr. Lo in Offenbachinifen und der fionen war Or 1910 borge adereien inbezug etrieben ergaben der Räume); fen an Sonnis der vorgeschri ich Reinhalt en Räume; Sibgelegen Die Gefin Führung eige wegen bol iftsbuch bei Ba äsche und Klei eschäftigung in Arbeitet und rbeitsb: 37 ten der behilfen rt, jedobje T- und tenzleistung ten durch viel Anftan fierhandel Uhr, und tach gefeien und Aufma m und Benzin und Brod- Ver Lagerung von nd Aufenthalt Gerbereien, j von Geschäft te ganz eimfahrt. ie den B zu lommen ftill gelegen, te Maja Herr vor cde fich be ulein Maj hoffen, daß mlichen Ver Lochter eine als zu ber te gar ni ter und u Bug. Di und in felm ung gebe, b ird dann Shrer Si B Ihnen Leichen Die Hetbe id ni er und bor, worden bem Be auf fie ber bas lang Ten" entid Pateteinsammlung durch die Poſt! 63 ist noch nicht genügend bekannt, daß die Poſt abzusendende Pakete auf Bestellung aus den Wohnungen abholen läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen Zettel mit den Worten:" Patet abzuholen bei ( Name und Wohnung)" unfrantiert in den nächsten Brief= laften zu werfen oder einem Briefträger mitzugeven, und die Sendung wird bei der nächsten Patetbestellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Pfg. vom Hause abgeholt. Das Verfahren ist einfach und bequem und besonders solchen Perfonen zu empfehlen, denen ein Dienstbote nicht zur Verfügung steht. * Die Jagdzeit in Hessen ist in folgender Weise geregelt: Schwarzwild, männliches Edel- und Dam= wild, alles Raubzeug, wilde Kaninchen, wilde Tauben, alles Wild, das im Großherzogtum Hessen oder in dessen nächster Nähe nicht hegt und nistet, fann das ganze Jahr geschossen werden. Männliches Rehwild hat im März und April Hegezeit, weibliches Rehwild nur vom 15. Oftober bis 15. Dezember Jagdzeit, der Dachs hat vom 15. Febr. bis 15. Mai Hegezeit, Auer, Birt-, Fasanen- und Trut hähne haben Juni, Juli und August Hegezeit, Enten von März bis Juni, Trappen, Schnepfenarten, Brachvögel und Ribize Mai und Juni, Rebhühner dürfen nur von September bis November geschossen werden, alles übrige Wild, mit Ausnahme der Stare, deren Schonzeit mit dem 31. Juli endigt, hat vom Februar bis August Hegezeit. * Aus Hessen und Nachbargebiet. Lüzellinden. Die Gemeindesandgrube im Markwalde, an der Straße von Großenlinden nach KleinLinden gelegen, wurde an Herrn Schuchmann von hier zum Preise von 705 Mt. jährlich verpachtet. Der bisherige Bachtpreis betrug 130 Mt. * Birflar. Ein hiesiger Einwohner wurde durch einen Lotteriegewinn erfreut. Er gewann den 6. Preis der Frankfurter Pferdelotterie. Es wurden ihm 1500 Mart ausbezahlt. * Lich, 18. April. Der Großherzog, die Großherzogin und die beiden Prinzen verließen gestern wieder unsere Stadt, in der sie seit Dienstag zum Besuch der fürst lichen Familie weilten. Täglich konnte man die Großherzogliche Familie im Schloßgarten sehen. Der Großherzog interessierte sich besonders für die Erbauung einer Veranda. * Leihgestern, 18. April. Wiederholt hat unsere Wasserleitung versagt, die erst vor zwei Jahren mit einem Rostenaufwand von 90 000 Mt. erbaut worden war. Die Gemeinde beabsichtigt, neue Quellen am Neuhof zu erwerben und noch dieses Jahr eine Erweiterung vorzunehmen. * Wieseck. Ein 11jähriger Junge von hier fand auf dem Ererzierplaß eine Plaßpatrone. Zu Hause brachte er sie mit einem Steine zur Entladung, wobei ihm das Gesicht und die Hände arg mitgenommen wurden. * Butzbach. Unter äußerst zahlreicher Beteiligung etwa 70 wackere Tauniden waren es machte der hie sige Hausberg- und Verschönerungsverein am Sonntag seine erste diesjährige größte Wanderung über den HausbergHubertus- Ziegenberg- Winterstein Bad Nauheim und von da mit der Bahn zurück. * Friedberg. Der Kursus für kirchliche Kunst u. Dentmalspflege am Predigerseminar zu Friedberg wird in diesem Jahre von Geh. Baurat Professor Walbe gehalten. Hessische evangelische Theologen dürfen an dem Kursus unentgeltlich teilnehmen. = Bad Nauheim. Mit einem Konzert Hans Windersteins und seiner Kurtkapelle, die bereits in voller Stärke ihre Tätigkeit aufgenommen hat, begann die Saison. Sämtliche Badehäuser sind geöffnet und alle Kurmittel, Tvintquellen, Inhalatorsum, Gradierwerke, Zanderinstitut sind im Betrieb. Im Park sind reizende Durchblicke geschaffen; die ehrwürdige Parkallee ist durch lange Rasenbeete vom direkten Straßenverkehr isoliert und dadurch intimer gestaltet. Das Theater unter Direktor Hermann Steingoetter wird am 15. Mai eröffnet. * Wetzlar. Das hiesige Gymnasium wurde zu Beginn des neuen Schuljahres von 239 Schülern besucht. Von diesen sind 44 zu Ostern neu aufgenommen worden. * Mainz. Im Mainzer Krematorium fanden im 1. Quartal 1910 103 Einäscherungen statt. Unter den eingeäscherten Personen waren 70 männlichen und 33 weiblichen Geschlechts. Der Religion nach waren 69 evangelisch, 16 fatholisch, 8 israelitisch, 2 altkatholisch, 1 freichristlich, 7 Dissident. * Mainz, 18. April. Wie in militärischen Kreisen bestimmt verlautet, kommt der Kaiser voraussichtlich im August d. I. wieder hierher, um auf dem großen Sande die übliche Truppenschau abzuhalten. * Mainz. Die in den Gemarkungen Heidesheim, Wackernheim, Essenheim, Ober- Olm, Marienborn und Ebersheim angelegte Armierungsstraße der Festung Mainz ist ist nunmehr dem öffentlichen Verkehr freigegeben worden. Durch diese Straße werden die Staatsstraßen Alzey- Nieder- Olm- Ober- Olm- Mainz mit der sogenannten Kaiferstraße( Mainz, Finthen, Nieder- Ingelheim, Bingen), verbunden. * Wiesbaden, 18. April. Heute früh 9½ Uhr wurde im Kurhaus der 27. Kongreß für innere Medizin in Anwesenheit von zahlreichen Aerzten aus Deutschland und Desterreich durch Geh. Medizinalrat Professor F. Kraus= Berlin eröffnet. Schüß- Berlin und Peuzoldt- Erlangen referierten sodann über spezifische Erkennung und Behandlung der Tuberkulose. Gleichzeitig mit dem Kongreß wurde eine Ausstellung, ebenfalls im Kurhaus, von ärztlichen Gebrauchsartikeln eröffnet. * Wiesbaden. In der hier stattgefundenen Landesversammlung des Bundes der Landwirte für Nassau u. Hessen, sprach der württembergische Landtagsabgeordnete Schrempf über die politische Lage. Zum Schlusse wurde in einer Resolution dem Bundesvorstande das Vertrauen ausgedrückt und für seine Arbeit und seine Stellungnahme in der Reichsfinanzfrage gedankt. * Darmstadt. Dem Vernehmen nach hat Finanzminister a. D. Gnauth auf seine Ministerpension verzichtet. * Homburg v. d. H., 17. April. Gestern bestiegen das Kaiserpaar, Prinzessin Viktoria Luise und Gefolge den großen Feldberg. Heute vormittag besuchten der Kaiser, die Kaiserin, Prinz Oskar und Prinzessin Vittoria Luise den Gottesdienst in der Erlöserkirche. Darauf statteten die Majestäten dem Offizierheim Taunus in Fal tenstein einen Besuch ab. Heute nachmittag gegen 5 Uhr fuhren die Majestäten, der Prinz und die Prinzessin mit Gefolge in Automobilen bis zur Saalburg und schlossen daran einen Spaziergang über den„ Fröhlichen Mannstopf". Aus aller Welt. von * Berlin. Prinz Dr. jur. August Wilhelm Preußen wird demnächst das Referendarexamen ablegen. Augenblicklich werden ihm mehrere staats- und firchenrechtliche Vorlesungen gehalten. * Erfurt, 16. April. Das Reichsgericht hatte zweimal das Todesurteil gegen den Glasbläser Lutz aus Friedrichsdorf aufgehoben. Gestern abend wurde der Angeklagte zum dritten Male zum Tode verurteilt. Er wurde für schulbig befunden, den Forstausseher Walther erschossen und einen Wilddiebstahl im Forst Gehren ausgeführt zu haben. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten zum Tode und zu 3 Jahren Zuchthaus. * Münster. Der in unserer Gemarkung gelegene Steinbruch der„ Oberh. Kalt- und Stein- Industrie" in Buzzbach wurde bedeutend vergrößert. * Saßniz. Die Leiche des Reichstagsabgeordneten Delbrück ist durch den Taucher Lunck geborgen worden und ist im Hafen gelandet. )( Der große Frühjahrspreis wurde am Sonntag im Sportpart Steglitz in einem 100 Kilometer= Rennen hinter Motorführung von Fr. Theile überlegen auf der Marke Brennabor gewonnen. Im Preis von Friede nau sicherte sich O. Peter, der gleichfalls Brennabor fährt, vor Schürmann und Stabe den ersten Platz. )( 3wei Brennaborfahrer, der Belgier Fr. Huybrechts und der Zehlendorfer Ad. Schulze, waren die ersten Preisträger im 80 Kilometer- Rennen hinter Motoren um den Großen Frühjahrspreis, der am 17. d. Mts. in Ghemnitz bestritten wurde. Die Felten und Guilleaumte- Lahmeyerwerke. Ueber die Felten u. Guilleaume Lahmeyerwerke in Mülheim a. Rh., deren Direktor kürzlich unser früherer Finanzminister Dr. Gnauth geworden ist, dürften folgende Notizen von Interesse sein: Die mit einem Aktienkapital von 55 Millionen Mark und 25 Millionen Mark 4½ proz. Teilschuldverschreibungen arbeitende Gesellschaft, die aus der Vereinigungsbewegung der großen deutschen Elektrizitäts= firmen als dritte Gruppe hervorgegangen ist, beschäftigte zuletzt 11 357 Beamte und Arbeiter, wovon 6038 auf das Karlswert in Mülheim und 5319 auf das Dynamowerf in Frankfurt a. M. entfallen. Das Arbeitsfeld umfaßt nahezu das gesamte Gebiet der Start- und Schwachstromtechnik, sowie fast alle Erzeugnisse der Drahtindustrie. Das mit Betriebsmaschinen von zusammen 10 400 PS. arbeitende Karlswerk ist am meisten durch seine Kabelfabrik bekannt, die als die älteste in Deutschland die meisten unterirdischen Telegraphentabel der Reichspostverwaltung lieferte und auch an der Herstellung von Seetelegraphenfabeln regen Anteil nahm. Auch in Telephonkabeln nahm die Firma von vornherein eine führende Stellung ein; Starkstromkabel lieferte sie an mehr als 100 Großstädte. Die Drahtseilerei ist die älteste und größte des europäischen Festlandes. Ferner erbaute die Firma eine Reihe elektrischer Kraftwerke größ ten Stils und Ueberlandzentralen. Das Kapital für die fürzlich gegründete Treuhandbank für die elektrische Industrie, die größere elektrische Unternehmungen finanzieren und deren Aufträge den Werken vermitteln soll, ist von den Lahmeyerwerken fast ganz übernommen worden. Der Kurs der Aktien bewegt sich bei einer durchschnittlichen Dividende von 9 Prozent um 140 herum. Oeffentlicher Sprechsaal. Eine zivilrechtliche Haftung wird für die Einsendungen nicht übernommen. Von dem Kilbinger'schen Anwesen am Seltersweg führt ein Weg nach der Südanlage, als Fahrdamm allerdings zunächst nur bis an den Schorgraben; für Fußgänger aber über den Schorgraben hinweg in die Anlagen. Der Holzst eg jedoch, der den Graben überbrückt, ist, namentlich bei Dunkelheit, geradezu lebensgefährlich: Seit längerer Zeit schon weist er bedenkliche Lücken und Löcher auf, neuerdings aber fehlen sogar zwei oder drei Bretter nebeneinander vollständig! Wer bat für die Instandhaltung dieses Verkehrsmittels zu sorgen? Die Aufsichtsbehörde müßte den Eigentümer zur sofortigen Ausbesserung dieses Steges anhalten, ehe ein Unglück, daß dort sehr leicht entstehen kann, passiert ist. ―rph Studentisches. Wenn auch die Vorlesun gen noch nicht anfangen, so haben doch die meisten studentischen Verbindungen schon offiziell das Sommersemester begonnen, um einstweilen sich dem„ Füchse- Keilen" zu wid men. Allmählich wird daher unser Straßenbild wieder " bunt" und lebhaft. Besonders stark beleben zur Zeit die Mitglieder der neuen Freien Landsmannschaft Thuringia" gegründet durch Verschmelzung zweier früheren Verbindungen: Hasso- Guestphalia und Normannia, mit den Farben blau- weiß- grün und dunkelblauer Müze den täglichen Bummel, hauptsächlich natürlich zu Propagandazwecken. -ph Gestern Abend kurz nach 7 Uhr konnte man in der Südanlage gegenüber dem evangelischen Schwesternhaus ein " Freudenfeuer" bewundern: der dort aufgestellte hölzerne Papiersammelkasten war, jedenfalls mehr durch böswillige Absicht als durch Zufall, in Brand geraten. Der Flamme nach zu urteilen, hatten die( oder der?) Uebel= täter den papiernen Inhalt noch durch andere brennbare Gegenstände vervollständigt. Das Feuer mußte mit Wasser geläscht werden, besonders um eine Beschädigung der Bäume durch die mehrere Meter hohe Flamme und die intensive Hiße zu verhüten. Es ist bedauerlich, daß infolge solcher Vorkommnisse die Verwaltung genötigt wird, die hölzernen Papierhäuschen, die sich doch der Umgebung hübsch anpassen, durch die weniger schmucken metallenen Kästen zu ersetzen. * Provinzial- Ausschuß. In der letzten Sitzung des Provinzialausschusses stand die Wahl des Abg. Jouß zum Bürgermeister von Buzzbach zur Beratung, welche jedoch kein Abschließendes Urteil in der Angelegenheit brachte. Aus diesem Grunde wird sich die nächste Tagung nach einmal damit befassen. Vermischtes. anph Ich traut mich nicht! Bezeichnend für die " Freiheit" im sozialdemokratischen Lager ist folgender Vorfall beim gestrigen Kaiserbesuch. Zu einem Manne, scheinend Arbeiter im Festgewand, der den Uebungen der Soldaten auf dem Exerzierplay mit Interesse folgt, gesellt sich ein anderer Zuschauer mit den Worten: " Haste aach or'ntlich Hurra! getrische?"- Der Gefragte mustert den Fragesteller erst schnell mit fritischem Blick und antwortet dann in Berliner Dialekt: " Ik werd mer hieten!" „ Warum denn?" " Ich bin bei die Sozialdemokraten." " Dat schad't doch nir, deswegen tannste doch emol Hurra! freische." „ Nee, det is uns nich jestattet." " Awer et hört un sieht dich doch niemand." " Meenste? Da biste aberst jewaltid uff'm Holzweje! Weeste denn nich, daß bei solche Gelegenheiten det Kartell seine ertra Uffpasser mittemang det Publikum rumloofen lassen dhut? Die schreiben jeden Jenossen uff, der' t Maul zu' ne patriotische Kundjebung uffohut, un hinnerher jibt et erheehte Beiträje, verschtehste, un wenn' t jut jeht, ooch noch wat janz annerschs, verschtehste!" „ Dat es mir awer ebbes ganz neuet! Do dhät ich's Maul nadierlich aach net off!" Und doch hatte der Berliner die Unwahrheit gesagt: er hatte vorher – und zwar ganz kräftig! – zur Be= grüßung Hurra! gerufen, aber es dem andern jedenfalls nicht zu sagen gewagt, vielleicht weil er ihn für einen der heimlichen Aufpasser hielt, der ihn reinlegen wollte! Literarisches. Farbenveränderung der Edelsteine durch Radium. Ein äußerst merkwürdiges und in seinem Wesen noch vollkommen unaufgeklärtes Mittel, die Farbe der Edelsteine zu beeinflussen, hat man in den von dem Element Radium ausgehenden Strahlungen. Durch nur stundenlanges Belassen eines Edelsteines in der Nähe eines start radioaktiven Präparates wird die Färbung oft ganz erheblich verändert. So färben sich, wie Geheimrat Prof. Dr. Adolf Miethe von der Technischen Hochschule in Charlottenburg gefunden hat, blaue Saphire schon nach wenigen Stunden prächtig gelb, farblose Topase braun, farblose Turmaline je nach Umständen grün oder rot, durchsichtiger Quarz grau und Amethyst rotviolett. Geheimrat Miethe hat über diese merkwürdige Erscheinung sorgfältige Beobachtungen angestellt, die er in einem Aufsaße„ Gewinnung und Verarbeitung der Edelmineralien und Schmucksteine" mitteilt, veröffentlicht von Hans Kraemer in dessen illustr., populär wissenschaftlichem Monumentalwerke„ Der Mensch und die Erde"( Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57, Lieferung 60 Pfg.), das seinen hohen Ruf durch jede neue Lieferung bestätigt und vermehrt. Geheimrat Miethe bespricht in seinem Beitrag alles, was für dieses wichtige und interessante Gebiet irgendwie in Be= tracht kommt, und widmet auch speziell der Herstellung künstlicher Edelsteine äußerst fesselnde Ausführungen, die um so mehr ins Gewicht fallen, als der Verfasser durch seine praktischen Erfindungen selbst unbestritten zu den ersten Autoritäten auf diesem Gebiet zählt. Unterstützt werden seine Darlegungen durch eine Fülle prachtvoller Illustrationen, die das ganze Wissensgebiet dem Leser bildlich veranschaulichen. In erster Linie die großen Bunt- Tafeln „ Edel- und Schmucksteine" zeichnen sich durch subtile Behandlung der Farben aus und bieten in ihrer wundervollen Ausführung wohl das Vollkommenste, was die mo derne Reproduktionstechnik auf diesem Gebiete bisher geleistet hat. Das Zahnen bei den Kindern ist eine sehr wichtige Angelegenheit, der die Eltern die größte Aufmerksamkeit schenken sollten. Jede Mutter lese daher, ehe ihr Kind Schaden erleidet, den außerordentlich faßlichen und unterrichtenden Artikel darüber, der in der neuesten Nummer der in ihrer Art einzig dastehenden Monatsschrift Kindergarderobe", Verlag von John Henry Schwerin, Berlin W. 57, steht. Dieses billigste u. großartig redigierte Blatt bietet in jeder Nummer vielfältige Beschäftigung und Unterhaltung der Kleinen, sowie Belehr ung der Mütter auf allen Gebieten bis zur Selbstanfertigung von Kinderkleidern. - Anselm Feuerbach- Wert. 10 Lieferungen in gr. 4 mit je 8 Blatt Abbildungen in Kunstdruckausstatt ung einzeln auf Rupfentarton geheftet in elegantem Umschlag. Die einleitenden Worte und eine der letzten Lie ferung beizugebende biographische Würdigung schreibt Dr. Herm. Uhde- Bernays. Preis der Lieferung 2.50 Mt. Ueberall zu begrüßen ist es, daß sich die Kunstanstalt Fr. Hanfsta engl in München nunmehr zur Herausgabe einer Publikation entschloß, die in einheitlicher Weise der edlen klassischen Kunst Anselm Feuerbachs, wie sie aus seinen besten Gemälden und Handzeichnungen zu uns spricht, ein volkstümliches Denkmal seßen soll. Die durchaus vornehme und eigenartige Ausstattung der soeben erschienenen ersten Lieferung verleiht den einzelnen Wiedergaben eine antite und feierliche Wirkung. Neben seinem bekannten Selbst= bildnis begegnen wir einer seiner idealen Iphigenienge. stalten am Meeresgestade, der Dresdner Madonna, der Amazonenschlacht, einigen charakteristischen Zeichnungen in Fatsimile Reproduktion und anderem mehr. Mit der letzten ( 10.) Lieferung ist die Beilage einer biographischen Ab= handlung aus der Feder des bekannten Feuerbachforschers Hermann Uhde- Bernays in Aussicht gestellt, der auch die einleitenden Worte in der ersten Lieferung schrieb. Die Fürstin der Fürstinnen. Von Ozfar Brüssau. Ein Gedenkblatt zum 100jährigen Todestage der Königin Luise( 19. Juli 1910). 32 Seiten mit 15 Jllustrationen.( 1 Eremplar gegen Einsendung von 20 Pfg. in Briefmarken), 25 Expl. a 18 Pfg., 50 Erpl. a 16 Pfg., 100 Erpl. a 14 Pfg., 500 Expl. a 12 Pfg., 1000 Expl. a 10 Pfg., 3000 Expl. und mehr a 9 Pfg. G. Schloeßmanns Verlagsbuchhandlung( Gustav Fic) Hamburg 36, Königstraße 21-32. Der Verfasser der bekannten Königin Luise- Biographie hat hier mit liebevoller Hand ein ergreifendes und volkstümliches Bild der hohen Dulderin geschaffen, das leuchtend aus dem düsteren Rahmen jener verhängnisvollen Zeit hervortritt, und sich vortrefflich für Massenverbreitung in Schulen, Vereinen 2c. eignet. Möchte das mit vielen Bildern geschmückte Heft am 19. Juli vielen Tausenden das Gedächtnis an die Fürstin aller Fürstinnen wachrufen. " Monira", Schauspiel in 5 Aufzügen von J. Rabitsch Bey. Preis brosch. Mt. 2.50, geb. Mt. 3.50.Verl. der Hofbuchh. J. Singer in Straßburg E. u. Leipzig. In dem Schauspiel Monira hat uns Irma Rabitsch Bey zum ersten Male in das moderne ägyptische Gesellschaftsund Familienleben eingeführt. Die Heldin Monira, mit ihrer europäischen und türkischen Erziehung, ist das gelungenste Bild einer modernen jungen Dame aus hoher tür fischer Familie. Ein interessanter Charakter, schelmisch, flug, dem Vater untertänig, aber auch fühn und unternehmend, wo es sich um ihr Lebensglück handelt, das sie nur in der Verbindung mit dem grillenhaften Beduinen Issa hofft. Paul Linda us illustrierte Romane und Nobellen. In 10 Bänden a Mt. 3.- broschiert, Mt. 4.- gebunden, bezw. in 75 Lieferungen a 40 Pfg. S. Schottlaender's Schlesische Verlagsanstalt G. m. b. H., Berlin W. 9.- 8. Lieferung. Das achte Heft bringt eine volltommen abgeschlossene Novelle„ Sollege Schnabel". Lindau hat bekanntlich in jüngeren Jahren seinen fenntnis reichen Geist in den Dienst der Tagespresse gestellt, und da stand er eines Tages allein mit den anderen Redakteuren eines großen Provinzblattes am Grabe eines lieben Kolle gen, der jung starb und in gleicher Weise durch seine Vorzüge wie durch seine Fehler die Sympathien des Autors und aller Leser hat. Und da führt uns nun Lindaus Erinnerung von dem frischen Grabe des Verstorbenen weg, in die Räume der Redaktion zurück, als Kollege Schnabel noch dasaß und für drei schaffte und nach Schluß des Blattes fröhlich gewesen ist und dröhnend lachte, während er arm war, wie eine Kirchenmaus und schwertrant, ohne je zu klagen und ohne Freunde und ohne Verwandte, ohne je zu stöhnen. Außer den Kollegen war nur noch ein Frem der da. Der Allerweltsmensch Lindau tommt natürlich mit ihm ins Plaudern und erfährt nun, welchen großen Dienst einmal der Tote dem Fremden einem höheren Richter - erwiesen hat, wie er ihm sein ganzes Lebensglück gerettet hat und in seiner geräuschlosen Art nicht nur jeden Lohn ablehnte, sondern nicht einmal zu Dantesworten Gelegenheit gab. Die Situation, in der Kollege Schnabel so viel Edelmut zeigte, ist ebenso dramatisch wie pitant. Wie erhalte ich Stellung im Ausland und Uebersee? Winte, Ratschläge und Austünfte für junge Kaufleute; von H. Junten- Paris, in Kommission bei Otto Weber, Leipzig. Preis Mt. 2.40. Ein lehrreiches Buch für alle, die nach dem Ausland wollen. Berantwortlich: Albin klein, Gießen. Grosse Partien Perser Teppiche empfehle ganz aussergewöhnlich billig in meiner Spezial- Abteilung für Teppiche Zeil 18 Entresol W. Fuhrländer Nachfolger! P Frankfurt a. M. Natwire- Sicherheits- Rasier Apparat mit 3 prima Klingen Mk.1.50 mit 1 Klinge Mk.1.Probestücke od. 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Die Mitglieder des Vereins, die Mitglieder der Bezirksausschüsse und die Freunde der Landwirtschaft werden zu borstehender Generalversammlung eingeladen. Hof- Güll, den 16. April 1910 Der Kreisvorstand. IV. Hoffmann, Oekonomierat. Wasserdichte Wagen-, Zelt- u. Pferdedecken liefert prompt und billigst Ludwig Lazarus Giessen Asterweg 53 Telephon 505. Mit Spezialofferte stehe jederzeit zu Diensten. Rechtsschutzstelle erteilt unentgeltlich Rat und Auskunft an Frauen und Mädchen. Sprechstunden Mittwochs von 5-7 Uhr, Aliceftraße 31 III. Selbstgetelterter Prima Apfelwein in Zapf Jedes Quantum frei Haus Wilh. Mayer Kaiser: Allee 27. Telefon 348. Restaurant„ Krokodil". Ochsenmaulsalat prima Qual., Postkolli in Dosen zu 3.70 r. bers frfo. gegen Nachn. S. A. Mederer, Nürnberg, Leopoldstraße 21. Janger Hausbarsche gesucht Adolf Bieler Nachfolger, Marktstrake 5. Ein ordentlicher Junge, der Luft hat die Gärtnerei zu erlernen, fann in die Lehre treten bet Carl Kaufman, Handelsgärtner, Gieken. 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