泌 Cater better. 1910. ents. meister cmstadt. vität! Hardt. 11 Uhr. .1910. tellung per. 66 rt Anaaz 91 Uhr the Giessen Person. berdien. b. häusl. . Näher. ukf.a M. rn, ge heilt rmstadt, 48. fte Schulrsus der eitete. Essen, III. Dende! Eich an im lezten erte. Es 1, Schwin Verdau= AppetitBebanten überhaupt besonders opfe, theunen, Achseln im ganzen ftets große Ligfelt. Joh wandt aber von einem auf Herrn Oftraallee t und durch urchführbare en fand ich ofür meinen Je. a Walther, Roffav. ( Odenwald). f.Knaben u.Herren fertigt ezfir, 6 II. mmer torfte. 67II. ssens ammlung ein. entrale In diefelbe. Vermögen. . Etwaige geltend zu Giekens. rt III. sender. Nr. 15. Erscheint tag tsh außer Sonntags. Bezugspreis: vierteljährlich durch die Träger frei ina paus 1.35 Mt., durch die Post bezogen 150 Mr. Expebition: Sieken, Gelter@ meg 83. Mittwoch, den 19. Januar 1910 Gießener 20. Jahrgang Inserate: die 44 mm breite Petitzelle 20 Pfennig, Reklame:" 90" " " 50 11 Beilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet Telephon- Anschluß: Gichen, Rr. 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen Lokales und Provinzielles. ** Der Großherzog hat am 15. Januar dem Pfarrer Karl Ringshausen zu Sostheim eine evangel. Pfarrstelle an der Johannesgemeinde zu Mainz übertragen. * Uebertragen wurde am 17. Januar dem Lehrer Jacob Klee zu Viernheim, Kreis Heppenheim, eine Lehrer stelle an der katholischen Schule zu Wald- Michelbach, demselben Kreise. in ** Der Maurer Franz Eimer in Weisenau hat am 24. Mai 1909 einen Menschen vom Tode des Ertrinkens gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm von dem Großyerzog die Rettungsmedaille verliehen worden. Näch** Hess. Landes- Lehrerverein. sten Samstag, nachmittag 2½ Uhr, findet zu Frankfurt in der Restauration" Zum Storch", eine Obmännerversammlung für ganz Hessen statt. Es wird die Gehaltserhöhung dabei zur Sprache tommen. ** Stadtverordneten Versammlung. Die nächste Sibung findet morgen Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen. 2. Mitteilungen. Puntt 3-11 die Baugesuche von Löb Süß für Marttstraße 0, Eugen Wallenfels für Mo.tkestraße 3, H. W. Rinn sür die Marburgerstraße, Friedrich Amend für Neustadt 45, Fr. Senner Erben für Seltersweg, Heinrich Tichy für die Löwengasse, Wilhelm Seipp 3. für Roonstraße 8, der Firma Birienstock und Schneider für die Friedrichstraße; hier: Nachtragsdispens und Wilhelm Reusch für den Seltersweg. 12. Bausristverlängerung Eugen Kauffmann Schiffenbergerweg; 13. Gesuch des Glasers Heinrich Baum um Anbringung eines Schaufastens am Haus Bleichstraße 2; 14. Befreiung von der Einfriedigung des Eigentums vor dem Haus Hammstraße 15, Besizer Metzger und Wirt Friz Euler; 15. Gesuch des Konrad Häuser zur Errichtung eines Schornsteins Riegelpfad 21; 16. Gesuch Karl Stückrath zur Erbauung einer Holzhalle am alten Steinbacherweg; 17. Einspruch des Christoph Schmidt gegen die Ortsbausazung Gutenbergstraße; 18. Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Frankfurterstraße, Main- Weser Eisenbahn und Veterinäranstalt; hier: Einspruch Ostar Gutmann; 19. Ortsstatut, die Bergstraße, Gartenstraße, Moltkestraße und Hofmann= straße betreffend; 20. An- und Verkauf von Grundstücken; 21. Anschaffung von Bettwäsche und Kolter für die Polizeiwache; 22. Genehmigung von Rechnungen; 23. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen; 24. Haftpflichtversicherung; 25. Mobiliarversicherung; 26. Besetzung von Lehrerste.len an der höheren und erweiterten Mädchenschule; 27. Besuch der Hauptversammlung des deutschen Vereins für das höhere Mädchenschulwesen durch Direitor Dr. Störiko; 28. Gesuch Otto Kühl um Erlaubnis zum Schantwirtschaftsbetriebe im Hause Walltorstraße 33; 29. Desgleichen Joh. Steinhauer sen. für Ludwigstraße 55; 30. Desgleichen H. Schäfer 7. für Dammstraße 39. !! In maßgebenden Kreisen wird die Frage bespro chen, das Gerichtsvollzieherwesen im Groß= herzogtum Hessen nach preußischem Muster umzubilden, d. h. den Gehalt dieser Beamten, von denen verschiedene in den Städten bei weitem höhere Einnahmen haben als der Großherzogliche Premierminister, zu firieren, jeden einem bestimmten Bezirk zuzuweisen und zu diesem Behuse Ve r' teilungsstellen an den Gerichten zu installieren. * In Amerika verstorbene Hessen. Met germeister Karl Giegerich, 53 Jahre alt in New- York. Aus Unvorsichtigkeit ließ er in seinem Schlafzimmer einen Gasschlauch aufstehen, wodurch er erstickte. David Kaiser, 61 Jahre alt, aus Lauterbach. Er starb plößlich an einem Schlagflusse in Brook.yn. Friedrich Wagner, 70 Jahre alt aus Gießen in Philadelphia; Frau Erb, geborene Bachmann, 75 Jahre alt, aus Lispenhausen in Piqua; Adam Kramer, 76 Jahre alt, aus Lampertheim, in Chilicotha; August Hock, 61 Jahre alt, aus Viernheim, Indianapolis. *!* Die vom Landesversicherungsamt seit 1903 führten Walderholungsstätten gehen von diesem Jahre ab in die Verwaltung des Vereins zur Erricht Stadttheater Gießen. Tantris der Narr. geDrama in 5 Aufzügen von Ernst Hardt. Alt ist es das Lied von Tristan und Isolde; und heute lingen die Töne alter Weisen schwerer und öfter zu uns, denn zuvor! Das Jrren heißer, unendlicher Liebe - brennende Sehnsucht heiligen Glücks- quälenden Schmerz verwehter Seeligkeit! Auch Hardt reizte das Lied, und er sang es; ein Lied wie Orgeltlang aller Leidenschaften. Tristan hat König Marte Isolde von Irland als Gemahl zugeführt; doch beide, Tristan und Isolde, tranken auf jener Fahrt aus einem goldenen Becher selig- goldnen Liebestrant.„ Die davon trinken, werden sich lieben, sinn los und mit allen Sinnen, gedankenlos mit ihrem Denken, ewig im Leben und im Tod!" Der König freite Isolde, die doch nicht ihm gehörte in sehnender Liebe; da trat das Mißtraun, der Verdacht an ihn, schürte und flüsterte. Ein Gottesurteil sprach Isolden frei- doch mußten sie und Tristan schwören, mit eigner Hand und eignem Blut Vertrag unterschreiben: „ Und wenn Herr Tristan, Mein lieber Neffe, je von diesem Tag an Sein Wappen blicken läßt in Kurnwall, soll er Zusammen mit Isolde, meiner Frau Von Irland, Todes sterben." den Und Tristan kam; Denovalin verpfändet sein Haupt, daß er ihn gesehn; er rief ihn laut und herrisch, bei Ritter und Heldenehre, beim Namen Isoldens mit dem blonden Haar doch er stand nicht! Auch Dinas, der von der entgegengesetzten Richtung nach dem Schlosse ritt, sah im Morgengrauen einen Mann, der Tristan glich; wenn er es ung von„ Walderholungsstätten" über. Es ist zu wünschen, daß der Zuspruch der Walderholungsstätten wie bisher zunimmt. * * Gießen, 19. Jan. In der Nacht zum 18. ds. Mts. entdeckte der Wächter Strack der hiesigen Wach- und Schließgesellschaft Feuer in der Fabrit der„ Hassia"-Pneuungsaktion einzubeziehen, ein Notbehelf, der indessen in der matik- Werke, welches mit Hilfe des Besizers noch rechtzeitig gelöscht werden konnte, wodurch ein größerer Schaden verhütet wurde. ** Ihr 250jähriges Bestehen begeht die Dyksche Buchhandlung in Leipzig Anfang dieses Jahres. Sie ist die älteste Verlagsbuchhandlung Leipzigs. Ihr Hauptgebiet ist die Geschichtswissenschaft, als deren bedeutenster Vertreter die jetzt 90 Bände umfassenden, von Pery, Grimm, Rante begründeten und von Watten- bach und Holder- Egger fortgesetzten:„ Geschichtsschreiber der deutschen Vorzeit" erschienen. Der altangesehene Verlag, der den weiteren Ausbau dieses rühmlichst bekannten Quellenwerts deutscher Geschichte unter Oberleitung von Geh.Rat Professor Dr. D. Holder- Egger weiterbetreibt, befindet sich im Besiße von Emil Roth, der ein geborener& ie= ßener ist. Ein neuer Zweig des Verlags ist das Gebiet der Zahnheilkunde, welches in der von Univ.- Professor W. Pfaff( ebenfalls von Gießen) begründeten Sammlung fachwissenschaftlicher Arbeiten einen würdigen Repräsentanten gefunden hat. *)(* Gießen, 18. Jan. Gestern wurde in einem hiesigen Uhrengeschäst das Schaufenster erbro- chen, wobei verschiedene Gegenstände gestohlen wurden. Als Täter dürften mehrere junge Burschen in Frage kommen. * Mainz, 17. Jan. In hiesigen Stadtverordnetenfreisen erzählt man sich, die Regierung in Darmstadt habe den Bürgermeistereien in Hessen die Weisung gegeben, wenn möglich, teine Steuererhöhung für das kommende Steuerjahr vorzunehmen, vielmehr zu suchen, mit den bis herigen Einnahmen auszukommen. Der Zusammenbruch der Vorschuß- und Kredittaffe Obermockstadt Gerade, weil man es mit einer Notlage zu tun hat, die sich nahezu in der Form einer allgemei nen katastrophe präsentiert, hat man daran ge= dacht, einen gemeinsamen Besitz, nämlich den Moastädter Martwald, der außer dem Brennholz einen Bürgernußen von 10 bis 20 Mt. in bar jährlich abwirft, in die RettPraris auf mehr als ein Hindernis stoßen düefte. Von an derer Seite wurde wiederum vorgeschlagen, ein Konsor tium zu bilden, das die Güter, die unter den Hammer kommen, oder deren Besitzer wenigstens in eine besonders schwierige Lage geraten werden, auftaufen und dann den bisherigen Eigentümern in Eropacht überlassen soll. Doch würde auch dieser Ausweg auf schwer zu überwindende Hindernisse stoßen, unter denen das Mißtrauen der Landleute gegen diese Art der Hilfeleistung nicht das mindeste wäre. Wie dem auch sei, auf jeden Fall sollten schleunigst irgend welche Schritte getan werden, um, soweit sich dies irgend bewerkstelligen läßt, die Pfändung der Bauernhöfe zu hintertreiben, schon deshalb, weil die Güter in zahlreichen Fällen mit eigentümlichen Besitzverhältnissen, wie Astenteilen und Einsißrechten, behaftet sind, die unter normalen Verhältnissen wenig bedeuten, bei einer Subhastation aber eine ganz erhebliche Entwertung der betreffenden Höfe herbeiführen würden. * Marburg, 18. Jan. Der frühere Präsident der physikalisch- technischen Reichsanstalt, Geheimrat Prof. Dr. Friedrich Kohlrausch, der seit 1905 in seiner hessischen Heimat im Ruhestand lebte, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Seine Untersuchungen erstreckten sich vor allem auf den elektrischen Strom, zu dessen Messungen er u. a. eine Anzahl wichtiger Instrumente konstrui! rt hat. Aus den letzten Jahren stammen wichtige Arbeiten über die Elettrolyse, über die Jonen, über das Leitungsvermögen der Flüssigkeiten u. a. m. Sehr verbreitet ist sein„ Leitfaden der praktischen Physit". Kohlrauschs Name hatte Weltruf. * Wiesbaden, 18. Jan. Vor der hiesigen Strafkammer steht heute die Strafsache gegen den Vorstand der ehemaligen, verkrachten Nassauischen Bank in Wiesbaden. Den Angeklagten wird zur Last gelegt, am 23. Dezember 1902 bei Gründung der Nassauischen Bant in Wiesbaden über die Einzahlung des Stammfapitals Mai 1903 bei der Erhöhung des Grundkapitals. Den Angeklagten Eckert und Flüger wird vorgeworfen, am 13. Degaben gemacht, sowie sämtlichen Angeklagten, am 20. Je bruar 1904 auf der Generalversammlung Vorspiegelung falscher Tatsachen vorgenommen zu haben. Für die Verhandlung sind drei Tage in Aussicht genommen. Der heutige Tag wird mit der Vernehmung der Angeklagten ausgefüllt. * Hachenburg. Die Vorarbeiten für die Ni= stertalsperre werden im Februar beendet sein. Die Dörfer Heimborn, Ehrlich, Steinwingert, Niedermörsbach, Limbach, Neuzert und Astert stellen das Gelände zur Sperre, sodaß ihre Gemartungen wesentlich fleiner werden. Heimborn und Ehrlich verschwinden gänzlich. Das mit der Sperre verbundene Elektrizitätswerk ist gesichert. Das Kapital zur Ausführung des Projektes bringt eine Aktiengesellschaft auf. hat in der Umgegend das größte Aussehen erregt. Wenn man nun aber die bösen Folgen bedenkt, die sich für die Leute aus der bloßen Tatsache ergeben haben, daß sie bein wahre Angaben gemacht zu haben, desgleichen im dieser Kasse einmal eine, manchmal recht unerhebliche Anleihe aufnahmen, so wird man vielleicht fragen, wieso sie denn überhaupt dazu kamen, sich gerade bei dem Vor= zember 1903 bei der Aufstellung der Bilanz unwahre Anschußverein Geld zu holen, der ihnen die harte Bedingung auferlegte, mit ihrer ganzen Habe für sämtliche Verpflichtungen eines Gläubigers einzu stehen, von dem sie in zahlreichen Fällen nur eine geringe Summe, hundert, zweihundert Mark, entliehen hatten. Der Grund dazu dürfte hauptsächlich darin zu suchen sein, daß sich die Vorschußkasse mit 3. und 4. Hypothefen, ja mit noch geringeren Pfändern begnügte, während die Sparfasse mit ihren Darlehen nur bis 50 Proz. und höchstens 60 Proz. des Pfandwertes geht, womit den Leuten häufig eben nicht geholfen war. Dazu kommt dann noch eine Anzahl von Personen, die der Vorschußtasse gegenüber Bürg schaft geleistet hatten, was sie vielleicht um so bereitwilliger taten, als es sich um ein geringfügiges Darlehen han delte, das jetzt auf einmal um 2300 Mart angeschwollen ist, eine Summe, von der man nicht eindringlich genug sagen kann, daß sie in den kleinen und kleinsten Verhältnissen, um die es sich dabei handelt, einen ganz gewaltigen, wenn nicht gar unerschwinglichen Betrag darstellt. Und so greift die Katastrophe vom Hundertsten ins Tausendste über, bedroht die einzelnen in ihrer Eristenz und schädigt zugleich auch die Gemeinden durch Steuerausfall, Mehr belastung der Armenpflege 2c., abgesehen von der schweren Last, die sie mit Uebernahme der Nachbürgschaft für die Forderungen des Kon'ursverwalters auf sich genommen haben. war, muß Isolde sterben. König Marke steht in diesem Irrgarten wie ein Trunkener, dem jeder Tropfen zu Gift wird; nicht ihm, ihm galt ihre Liebe, ihr Lächeln: „ Sie weinete nicht mir! Ein Schemen war Um uns in allen dunklen süßen Stunden, Und diesem Schemen, der des Herren Tristan Abbild gewesen ist, lächelte Und weinte ihre Seele treu, dieweil Ihr leerer Leib an meinem Leibe lag Und mich betrog mit Lächeln und mit weinen." Sinnlos im Taumel der Leidenschaft, der Gier, der Liebe, des Hasses will er sein Weib verschenken; verschenkt er es an die Siechen und Bettler von Lubin; Tristan ist gekommen, der treulose; als Siechen, als Narren erkennt ihn Isolde nicht. " Ich rufe dich, Isolde meine Freundin, In meiner Not: Erkenne mich, der ich Dein Freund gewesen bin." Doch sie erkennt ihn erst zu spät, nachdem das Glück verweht. „ Nun geht Herr Tristan in die Welt zurück.... Bis daß er stirbt... dann füß ich ihn." So verklingt das Lied; wuchtig, dramatisch gefaßt, stieg es an- doch leise löste es sich in einen verwehten Atlord. Wenn irgendwo ein Fehler des Dramas liegt, so hier in der Schwäche des Schlusses; reich, vol und blendend ist dagegen Sprache und Empfindung des Dichters. Bilder von wunderbarer Feinheit, fühner Größe und Klänge tiefempfundener Stimmungen, durch die ein dumpfer, banger Ton von dichLeidenschaft und Trauer gleitet, leihen dem Ganzen terische Größe Größe ohne Genialität! Redaktion, Druck und Verlag von Albin Klein. Gießen. Laboda Dragées haben sich seit Jahren bewährt bei allen Krankheiten der Atmungsorgane wie Heiserkeit, Husten, Katarrh, Luftröhrenentzündung und Influenza. Preis Mt. 1.50, in Apotheken zu haben, wenn nicht, wende man sich an die Ferromanganingesellchaft, Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 55. Was die Aufführung angeht, so habe ich mich hier zu erst mit dem Regisseur auseinanderzusetzen. Besondere Aufgaben stellte nur der 3. Aft: der innere Burghof. Mir schien der 3. Att, so streng auch einige szenische Angaben des Dichters befolgt waren, verfehlt. Kann sich Isolde nicht, wie es der Dichter vorschreibt,„ von ihrem blonden Haar umflossen nackt" den Augen des Siechen zeigen dann muß der szenische Ausbau ein ganz anderer sein, wenn nicht das gesprochene Wort in diesem Arte, die ganze Bedeutung des „ Siechengerichts" lächerlich wirken soll; denn seltsam, wenn nicht geradezu komisch wirkt diese Isolde in einer etwas leichten Balitoilette! Die Kapelle gehört darum vorn links oder rechts in die erste Kulisse; ist es zu ermöglichen, daß sich Isolde un seren Augen zeigt, ich sage ausdrücklich, wenn es möglich ist so muß sie sich an eine Säule lehnen, daß kaum mehr als ihr dichtes, gelöstes Haar oder ein Arm zu sehen ist. Doch ich sehe, auch der Regisseur kann nicht mehr tun, als zur ,, leichten Balltoilette" seine Zuflucht nehmen; der Dichter ist es, der hier einen Fehler begangen hat. Isolde, im Bewußtsein ihrer Nacktheit, wird niemals die Treppe hinab steigen und in erregtem Spiel hin und her schreiten können; wenn Denovalin auftritt, würde sie, um Schuß zu suchen, nur nach der Kapelle, die ihr örtlich am nächsten, und die sie kaum verlassen hat, zurückfliehen! Doch damit gingen für den Dichter die folgenden Szenen verloren! Also trifft mein Vorwurf nicht den Regisseur, für den Hermann Batof zeichnete, und der besonders im 2. und 4. Atte seingestimmte Szenenbilder schus, sondern den Dichter, dessen Werk zwar ao. 1908 zusammen mit Karl Schönherr's„ Erde" der„ Staats- Schillerpreis" frönte! ( Schluß folgt.) Rundschau vom Cage. Politisches. Das Kaiserpaar beabsichtigt am 25. d. M. im Anschluß an die Eröffnung der aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers von der Akademie der Künste veranstalteten fran= zösischen Kunstausstellung einem Empfang beim französtschen Botschafter beizuwohnen. Der Fürst von Monaco trifft, wie der B. L. A. erfährt, demnächst in Berlin ein, um Kaiser Wilhelm II. persönlich zur Eröffnung des Ozeanischen Instituts in Monaco einzuladen. Die in glänzendem Stil gehaltenen Eröffnungsfeierlichkeiten in der Residenz des Fürsten, denen wahrscheinlich auch Präsident Fallieres beiwohnen wird, finden nach der offiziellen Ankündigung vom 29. März bis 2. April statt. Die vierte Verschung nach dem Werftprozeß. Den Verfebungen der dret Staatsanwälte, die im großen Kieler Werftprozeß die Anklage vertraten, ist noch die weitere Versetzung eines am Prozeß besonders beteiligten Beamten erfolgt: Der Abteilungsvorsteher in der Verwaltung der Kieler Reichswerft, Marineintendanturassessor Frerichs erhielt seine Versetzung nach Wilhelmshaven. Abgeordneter Bassermann gegen den Großblock. Der Reichstagsabgeordnete Bassermann, der Führer der Natio= nalliberalen, erklärte am Sonntag in einer Versammlung in Stettin, sowohl er persönlich wie seine Partet lehne den Gedanken an einen Großblock durchaus ab. Eine plumpe Erfindung. Ein Berliner Blatt hatte ein angeblich aus Paris verbreitetes Gerücht wiedergegeben, nach dem der Staatssekretär des Auswärtigen Frhr. von Schven bei Gelegenheit einer Besprechung mit dem französischen Botschafter Cambon über die Frage der Mannes mannschen Ansprüche gesagt haben soll:„ Lassen Sie sich durch die Preßartikel nicht irreführen; die Regierung hat damit nichts gemein. Wenn die Reichsregierung ernsthaft gewillt ist, etwas zu tun, folgen uns die Reichstagsabgeordneten wie die jungen Hunde." Die„ Nordd. Allg. Ztg." tit ermächtigt, die dem Staatssekretär in den Mund gelegten Worte als böswillige Erfindung zu kennzeichnen. In den Kreisen der Altpensionäre des Beamten- und Lehrerstandes ist gegenwärtig eine Agitation im Gange, um die Anwendung der neuen Besoldungsgesetze auch für die pensionierten Lehrer mit rückwirkender Kraft zu erreichen. Wie die Inf." erfährt, hat sich die Regierung entschlossen, den Gesetzen rückwirkende Kraft nicht zu verleihen, was als eine Konsequenz ihrer bisher eingenommenen Haltung anzusehen ist. Auch in allen früheren Fällen haben Regierung und Landtag darin übereingestimmt, die rückwirkende Kraft neuer Besoldungsgeseße nicht auf frühere Pensionäre auszudehnen. Im neuen Etat sind jedoch be= kanntlich für die Lehrer, Lehrerwitwen und Waisen die Unterstützungsfonds höher angesetzt worden. Petitionierende Zündholzarbeiter. 156 Arbeiter und Arbeiterinnen einer Zündwarenfabrik in Melle haben sich in einer Eingabe an den Reichskanzler gewandt mit der Bitte, für die Arbeiterschaft der Zündholzfabriken Deutschlands ebenfalls eine Entschädigungssumme für nachweisbar eingebüßten Lohn auszusetzen, wie es bei den Tabakarbeitern der Fall gewesen ist. Die Petenten glauben nachweisen zu können, daß bei ihnen die Not zum Teil noch größer set, als bei den Tabakarbeitern. Ein Gesetzentwurf über die Abänderung des preußischen Gerichtskostengesetzes ist dem preußischen Landtag zuge= gangen. Mit Rücksicht auf die Finanzlage des Staates follen die bisher geltenden Gebührensäße im allgemeinen um 10 v. H. erhöht werden. Wenn auch die Rechtspflege nicht mit Gebühren belastet werden dürfe, die ihre Zugänglichkeit für jedermann in Frage stellen, so könne und müsse doch erwartet werden, daß in denjenigen Zweigen der Rechtspflege, die ganz überwiegend dem Privatinteresse dienen, bie Gebühren Hinter den staatlichen Ausgaben nicht unerheblich zurückbleiben. Indessen enthält der Entwurf auch eine recht erhebliche Anzahl von Ermäßigungen der Gebührensätze. Der nach Ausgleich der Erhöhungen und Herabsetzungen verbleibende Mehrertrag aus der im Entwurf vorgeschlagenen Abänderung wird auf etwa 500 000 Mark geschäßt. Der neue französische Zolltarif. Nachdem der Entwurf des neuen französischen Zolltarifgesetzes und des zugehöri= gen Tarifs in der französischen Deputiertenkammer ange= nommen und nunmehr dem Senat zugegangen ist, wird of= fiziös darauf aufmerksam gemacht, daß nach dem Artikel 11 bes Entwurfs als Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Gesetzes der 31. März d. I. in Aussicht genommen ist. Die an dem Absatz nach Frankreich beteiligten deutschen Han= delskreise werden daher gut tun, bei Abschlüssen, deren Ausführung erst nach dem 30. März d. J. bewirkt werden soll, auf die dann geltenden Zollsätze des neuen französischen Tarifs Rücksicht zu nehmen. Verspätete französische Kriegskredite. Wie der Pariser „ Radical" mitteilt, wurde im Jahre 1897 in der französiichen Deputiertenkammer ein Kredit von 92 Millionen für die Expedition in Madagaskar eingebracht, die 1893 gebilligt worden war. Das Kabinett, das damals regierte, hatte wenig Interesse an der Beratung, die seinen Freunden gefährlich werden konnte, und unterließ. es, die Rechnung zu 14) Der Fall Welshofen. Kriminalroman von M. Kossak. ( Nachdruck verboten.) 5. Kapitel. Plötzlich öffnete sich das Portal des Hauses und eine Frau, die einen großen Karton im Arm trug, trat heraus. Sie mochte etwa vierzig Jahre zählen, sah aber bedeutend älter aus, weil Leidenschaft und unregelmäßiges Leben wahrscheinlich vor der Zeit ihre Züge verwüstet hatten. Sie war einfach, aber mit einer gewissen Vornehmheit gekleidet und würde einer respektablen Person in einer besseren dienenden Stellung geglichen haben, wenn nicht eben eine bewegte Vergangenheit allzu deutlich ihrem ursprünglich sicher schönen Gesicht ihren Stempel aufgedrückt hätte und wenn sie nicht start geschmingt gewesen wäre. Das Rot auf ihren faltigen Wangen sowie die geschwärzten Augenbrauen trugen aber nur noch mehr dazu bei, sie älter erscheinen zu lassen, als sie in Wirkfichkeit war. Brümmel kannte diese Frau von Ansehen, es war die Gesellschafterin der Brusio, die Mariette Verdi. Sie war eben im Begriff, sich mit dem Kostüm ihrer Herrin nach den ,, Kaiserhallen" zu begeben, um ihr dort beim Ankleiden zu helfen. Die Brusio, die nachmittags Ausgänge zu unternehmen pflegte, traf in der Regel später in den ,, Kaiserhallen" mit ihrer Gesellschafterin zusammen, liebte es aber, daß diese inzwischen in dem Anfleidezimmerchen, das man ihr dort für ihren ausschließ lichen Gebrauch eingeräumt, alles nett und bequem her= richtete. Anita Brusio hatte versucht, ihren Direktor zu bewegen, ihr wenigstens einige Wochen Urlaub zu geben, um ihren Verlobten betrauern zu dürfen, aber dieser hatte ihr nur zwei Tage für diesen 3wed geschenkt. Die Italienerin war durch den an ihrem Verlobten verübten Mord selbstverständlich noch interessanter für das Publikum ge= worden, als sie es ehedem schon gewesen war, und der Direktor wollte sich den ihm daraus erwachsenden Vorteil nicht entgehen lassen. Anita hätte, wenn sie sich weigerte, aufzutreten, eine sehr hohe Konventionalstrafe bezahlen müssen, und da sie sehr geldgierig war, so fügte verteidigen. In den Pertoden von 1898 und 1902 wurden die 92 Millionen gleichfalls in der Kammer nicht erledigt, bis endlich das Parlament von heute die alte Ausgabe ohne Debatte bewilligt hat. Der schwedische Reichstag ist gestern von dem König mit einer Thronrede eröffnet worden. Sie erwähnt den vor= Jährigen ernsten Arbeiterausstand, der Anlaß gegeben hat, zur Ausarbeitung von Gefeßentwürfen, um Arbeitsetn= stellungen zu verhüten. Ein Gesetzentwurf, betreffend Revision des Zolltarifs, werde demnächst vorgelegt werden. Ungeachtet der großen Ersparnisse für 1911, in welchem Jahre die Gesamtsumme der Erfordernisse geringer ist, als diefenige für 1910, würden neue Steuern notwendig sein, u. a. etne Erhöhung des Eingangszolles auf Kaffee und die Erbschaftssteuer, ebenso eine Einkommen- und Vermögenssteuer. Kleine Nachrichten. Erholungsreise des Herrn von Kröcher. Der Präsident des preußischen Abgeordnetenhauses von Kröcher wird sich mit seiner Gemahlin Ende des Monats zur Vornahme etner Kur nach dem Süden begeben, um die Folgen einer Fischvergiftung, die er sich im Oktober v. J. zugezogen hat, zu beseitigen. Arbeitervertreter nach Berlin entsandt. Von Siegen find gestern drei Arbeitervertreter nach Berlin abgereist, wo sie von verschiedenen Mintstern empfangen werden, um Wünsche der Siegerländer Arbeiter zur Sprache zu bringen. Der 101. Geburtstag. In Salzwedel beging am letzten Donnerstag der emeritierte Pastor Güssow seinen 101. Geburtstag. Der alte Herr ist noch verhältnismäßig rüsttg. Bis zu seinem 71. Lebensjahre war er Pfarrer in Güſſefeld, wo schon sein Vater das Pfarramt innegehabt hat. Jetzt ist fein Sohn dort Pfarrer. Das Honorar der Aerzte König Leopolds. Blättermeldungen zufolge beträgt das Honorar, welches die Aerzte König Leopolds erhielten, 100 000 Mark. Ein neues Luftschiff. Ein Herr Johannes Schäffer in Regenstauf hat zusammen mit einem Tonwerkbesitzer ein Luftschiff konstruiert, das eine Länge von 176 Meter und et= nen Durchmesser von 12 Metern erreichen wird. Seitens des Staatsministeriums soll der Erfinder aufgefordert werden, seine Idee zu demonstrieren. Schäffer besitzt auch ein Patent auf Verankerung von Luftfahrzeugen. Die erfte Rechtspraktikantin in Bayern, Frau Delila Schmidtbauer, die in Würzburg studiert hat, wurde nach Ablegung ihrer Prüfungen für den höheren Justizunterweisungsdienst als Rechtspraktikantin dem Amtsgericht Traunstein in Oberbayern zur Ausbildung überwiesen. Sie hat sich bereits während ihrer Studienzeit mit einem Notariatspraktikanten verheiratet. Berhaftung eines Mädchenhändlers. Die Antwerpener Polizei verhaftete im Hotel Avenue einen Mann, der unter dem Namen Stein abgestiegen war und Mädchenhandel betrieb. Der Verhaftete schickte sich eben an, ein junges Mädchen aus Elberfeld, dessen Name. noch nicht festgestellt ist, nach den Vereinigten Staaten einzuschiffen. Die Pläße auf dem Dampfboot waren bereits bestellt. Der Polizeihund. In Schmölz in Oberfranken wurde der Bauernsohn Popp als der mutmaßliche Mörder einer Dienstmagd verhaftet. Der Bamberger Polizeihund„ Lord", der die Witterung an einem blutbefleckten Strick genommen hatte, suchte den Mörder unter 16 am Tatort aufgestellten Versonen heraus und verbellte ihn. Ein spanischer Herzog als Falschmünzer. In Lapeza bei Guadix( Provinz Granada) wurde in einem Landhause, das einem spanischen Herzog gehört, eine Falschmünzerwerkstätte entdeckt. Der Herzog wurde nachts in Madrid verhaftet. Aus bei ihm beschlagnahmten Schriftstücken scheint hervorzugehen, daß angesehene Politiker in das„ Geschäft" verwickelt sind. In Madrid ruft die Affäre ungeheures Aufsehen hervor. Unredliches Schiffspersonal. Auf der Rhede von Curhaven wurden bei der Rückkehr des der Hamburg- AmerikaLinie gehörenden Dampfers Kaiserin Auguste Viktoria aus Neuyork 38 Personen des Koch- und Kellnerpersonals verhaftet, denen Veruntreuungen an Proviant, namentlich Fleisch und Konserven nachgesagt werden. Der Schatz im Strohsack. Vor einigen Tagen starb in Stephanskirchen bei Rosenheim in Bayern der 67 Jahre alte Meßner Möderl. Bei der Ordnung seines Nachlasses fand das Amtsgericht in dem Strohsack des Bettes des Verstorbenen 36 000 Mark in Gold. Der Hungertod in Spanien. In Madrid wurden auf offener Straße die Beichen eines Mannes und einer Frau aufgelesen, die ärztlichem Gutachten zufolge verhungert waren. Seit Beginn dieses Winters sind in Madrid bereits neun Personen auf der Straße Hungers gestorben. Zahllose Scharen von Bettlern füllen die Armenasyle. Der Schneesturm in Amerika. Der Schneesturm, der am Freitag längs der atlantischen Küste einsetzte, hielt fast den ganzen Samstag über an. Neuyork, Philadelphia, Boston und viele andere Städte sind von jedem Verkehr abgeschnitten. Einen Meter und höher bedeckt der Schnee den Boden. Die angesammelten Schneemassen verhindern den Eisenbahnverkehr. Zahlreiche Unfälle und 6 Todesfälle waren am Sonntag zu verzeichnen. Die ankommenden und abfahrenden Dampfer haben große Verspätungen. sie sich den Bestimmungen des Varietee- Direktors. Ueberdem nahm sie sich auch gar nicht die Mühe, die untröstlich trauernde Braut zu spielen. Sie ließ vielmehr deutlich durchblicken, daß der alte Mann ihr lediglich eine Staffel auf ihrem Wege, der zu Reichtum und Stellung führte, g ewesen war. Sie trug ihm zu Ehren lange, schleppende, schwarze Gewänder aus kostbarstem Stoff und legte ein ernstes, gemessenes Benehmen an den Tag, damit aber ließ sie es genug sein, um ihrer Trauer über den Verlorenen Ausdruck zu verleihen. Das Publikum meinte einstimmig, daß ihr Benehmen ein würdiges sei und trug es ihr nicht nach, daß sie nicht in Schmerz um den Toten zerfloß. Nachdem die Mariette Verdi sich mit ihrem Karton entfernt hatte, Klingelte Brümmel an der Haustür an und schritt die Treppe, die zur Wohnung der Brusio führte, empor. An ihrer Tür drückte er abermals auf den Knopf der elektrischen Glocke. Eine kaum dreizigjährige Person von drallen Formen und frischen Farben öffnete ihm. ,, Signora Brusio zu sprechen?" fragte Brümmel. Signora ist leider ausgegangen," erwiderte jene. ,, Was wünschen Sie?" Brümme! machte ein Gesicht, als ob er es tief bedauerte, die Künstlerin nicht anzutreffen. Ich bin von der Firma Haas u. Co. geschickt, um mich zu erkundigen, ob die Signora eine Flitterrobe aus weißem Tüll bestellt hat," sagte er. Die Robe ist ausgesucht und verpackt und es weiß niemand recht, für wen sie sein soll. Bielleicht könnten Sie mir darüber Auskunft geben, Fräulein? Sie sind doch wohl eine Freundin der Signora?" schnein, ich bin ja bloß die Köchin," meinte das Mädchen, dem es anzumerken war, wie stolz es sie macht, für die Freundin der Signora gehalten zu werden. ,, Ach? Was Sie sagen! Ich dachte ganz gewiß, Sie wären die Freundin der Signora, das heißt, ich meinte eigentlich ihre Anstandsdame. Aber freilich" fügte er rasch hinzu sind Anstandsdamen immer schon älter - über die fünfundzwanzig hinaus gewiß." Das Gesicht der Küchenfee, das stets in einem etwas zu lebhaften Rot erstrahlte, gewann jetzt die Farbe eines gesottenen Krebies. Für noch nicht fünfundzmanzia bielt Wissenschaft, Kunst und Literatur. Leoncavallos neue Oper Maja", die im Beisein des Königspaares im Costanzt- Theater zu Rom zur Aufführung fam, bereitete allgemeine Enttäuschung. Ein überaus nichtssagendes, konventionelles Libretto aus dem Hirtenleben vereinigt sich mit ebenso konventioneller, schwacher Musik. Die Engelsburg in Rom wird, wie nun endgültig beschlossen worden ist, in ein Museum umgewandelt werden. Zunächst wird in den von Urban VIII. errichteten Kasernen die bei den Nationalfestlichkeiten 1911 die Kunstschau aufnehmen werden, ein topographisches Kriegsmuseum exugerichtet. Ferner sollen Werke mittelalterlicher Kunst und funstgewerbliche Gegenstände, die in den Magazinen der Kunstverwaltung noch der Aufstellung harren, sowie Samm Jungen von Kupferstichen, Münzen, Stoffen, Spitzen usw. dort ähnlich vereinigt werden, wie es vorbildlich in Florenz im Nationalmuseum geschehen ist. Die Ausfuhr von Kunstgegenständen aus Italien, allein von Florenz, dem wichtigsten Plate, belief sich nach den Feststellungen des dortigen Ausfuhramts im Jahre 1908 auf 46 139 Gegenstände im Werte von 4 825 250 Lire, wovon auf die neuere Kunst entfallen: Lire 826 100 für Malereien, 1834 950 für Skulpturen, Lire 1891 510 für Kunstgewerbe. An Werken der älteren Kunst wurden ausgeführt: 298 Gemälde im Werte von 147 280 Lire, 42 Bildwerke für 27 450 Lire und 1595 kunstgewerbliche Gegenstände für 97 960 Lire. Aus den Gerichtssalen. Tödliche Mißhandlung einer 85jährigen Greifin. Unter der Anklage, seine 85jährige Schwiegermutter Viktoria Rust im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode geprügelt zu haben, hatte sich vor dem Schwurgericht zu Oppeln der Häusler Peter Klehr zu verantworten. Die Tat erscheint um so grauenhafter, als das Opfer des brutalen Menschen schon seit mehreren Jahren wegen schwerer Lähmung nicht mehr aufstehen konnte. Infolgedessen machte die alte Frau der Familie Klehr, wie diese glaubte, zu viel Arbeit. Die einzelnen Familienmitglieder, namentlich aber Klehr, gaben ihrer Wut darüber durch schwere Mißhandlung der alten Frau Ausdruck. Eine Zeugin erklärte, daß sie die Greisin einmal im Hemde auf dem Miste liegen gesehen habe. Ter Angeschuldigte versuchte bei seiner Vernehmung diesen Vorfall so zu erklären, als ob er die alte Frau habe in den Garten tragen wollen und an der betreffenden Stelle nur einmal abgesetzt habe. Ende September v. J. kam der Angeklagte mit seinem Vater betrunken vom Jahrmarkt heim. Seine Nachbarn hörten bald, daß die alte Frau, die nur noch mühsam stöhnte, furchtbar geschlagen wurde. Am nächsten Tage starb sie. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Die Settion ergab, daß die alte Frau an zahlreichen Knochen Brüche davongetragen hatte. In verschiedenen Körperhöhlen wurden Blutansammlungen gefunden. Ein Sachverständiger schloß aus einem schweren Beckenbruche, daß der Angeklagte mit den Stiefelabsätzen auf der kranken Frau herumge= trampelt haben müsse. Der Angeklagte behauptet, daß der Tod der Frau infolge eines Sturzes aus dem Bette erfolgt sei. Die Geschworenen schenkten dieser Angabe keinen Glau= ben, sondern bejahten die Schuldfrage auf Körperverletzung mit Todeserfolg unter Versagung mildernder Umstände. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten nach dem Antrage des Staatsanwalts zu 4 Jahren Gefängnis und sprach ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre ab. Ein mitleidiger Geschworener. Einen überraschenden Abschluß fand eine Schwurgerichtsverhandlung vor dem Berliner Landgericht 1. Vor den Geschworenen hatte sich eine Frau L. wegen Fälschung einer öffentlichen Urfunde zu verantworten. Die Straftat bestand. darin, daß die Augeflagte ein Sparkassenbuch auf einen höheren Einlagebetrag gefälscht hatte, um das Buch dann zu verpfänden. Es han= Selte sich insgesamt um ein Objekt von 50 M. Die Verhandlung endete mit einer Verurteilung der Angeklagten wegen Betrugs zu drei Wochen Gefängnis. Vor Verfündigung des Urteils erhob sich ein nicht ausgeloster Geschworener, zog seine Brieftasche und hinterlegte 50 M, um damit den von der Angeklagten angerichteten Schaden zu decken. Vermischtes Die Tragödie einer Krankenschwester rief im Virchowfrankenhaus in Berlin peinliches Aufsehen hervor. Dort wurde die 23jährige städtische Krankenhausschwester Hertha Rosenkranz aus Dresden tot in ihrem Zimmer aufgefunden. Wie die Untersuchung ergab, hatte sie sich mit Morphium vergiftet. Ueber die Vorgeschichte der Tat wird folgendes mitgeteilt: Am vergangenen Donnerstag hatte die Schwester Rosenkranz von dem Leiter des Krankenhauses Geheimrat Ohlmüller einen Verweis erhalten, weil sie in Gemeinschaft mit drei anderen Schwestern eine für Patienten bestimmte Portion Gänsebraten versehrt hatte rend die anderen Schwestern ihres Amtes enthoben wurden, erhielt Schwester Rosenkranz nur eine Rüge, da sie nach ihrer Darstellung zu spät zu dem Gänseschmaus gekommen war und nur ein wenig von der Sauce genascht hatte. Am Freitag abend besuchte sie, ohne irgendwelche Spuren von Verstimmung zu zeigen, ein Theater und verübte nach ihrer Rückkehr Selbstmord. sie dieser junge Mann! ,, Wirklich, ein netter Mensch!" dachte sie. Er besißt Lebensart und Scharfblick." ,, Na ja, Kochfräulein haben ia heutzutage auch eine angenehme Stellung", fuhr Brümmel fort, indem er seine Augen mit einem Ausdruck, der lebhafte Bewunderung widerspiegeln sollte, über des Mädchens Züge gleiten ließ. ,, Früher war das doch nicht so wie heute, aber in unserer Gegenwart fängt man endlich das wahre Verdienst zu schäßen an, denn was könnte für eine Frau wohl verdienstvoller sein, als gut kochen zu können? Aber ich darf das Fräulein nicht unnötig aufhalten. Daher um auf die Flitterrobe zurückzukommen inein Chef meinte, die Signora hätte den Stoff nach einer Bluse ausgesucht, welche die Signora besitzt. Wissen Sie gar nichts über die Sache, Fräulein- verzeihen Sie, ich weiß nicht ihren geehrten Namen" Ich heiße Karoline Weßel," gestand das Mädchen, wie beschämt, daß sie keine vornehmeren Namen führte, als ,, Karoline". ,, So, so, Fräulein Lina Weßel! Ein schöner Name, Lina! Die Frau Gräfin, bei deren Gemahl mein seliger Vater Gutsschreiber war, hieß auch Lina. Alle Damen, die Lina heißen, sind feine Damen, haben alle so was Feines wie Sie, Fräulein Lina. Also nochmals, auf die Flitterrobe zurückzukommen können Sie mir sagen, Fräulein Lina, ob die Signora fie bestellt hat?" ,, Nein, ich weiß leider gar nichts über die Sache", meinte Fräulein Lina. Aber wenn ich Ihnen die Blusen der Signora zeigen möchte- glauben Sie, daß Ihnen das was helfen würde Herr ,, Smetano, Camillo Smetano!" stellte sich Brümmel vor. Aber natürlich würde es mir was helfen, liebstes Fräulein Lina. Ich weiß doch, wie die Flitterrobe ausschaut und wenn ich nur die Blusen sehen möchte, so würde ich doch sofort herauskennen, ob eine darunter ist, die dasselbe Muster hat wie die Flitterrobe. Es wäre wirklich sehr freundlich von Ihnen, Fräulein Lina, wenn Sie mir helfen wollten, meinen Auftrag gut auszuführen. ( Fortsetzung folgt.) Ein tm In fell Im mu und Jahen ami der Pfe Me Lat rau bla Gr fu Gr er al erf der ale fit fch 10 Pr 11 3 e m Ri a des füh berHircher be= Deft. nen auf= nges und der nm. jm. renz Tein dent auf auf ien, The. Be450 ire. nter Rust ben, Bler chon tehr der einben ten isin Der Borden nur Anim. och feit ef= che ur= ger gte Je= Der Igt = Ing de. An= ach den Dent fich 311 rag a11= ndegen des 800 von 10= ort tha 01 fol= die uses e in tienden, nach men tte. tren nach cung lich!" eine feine ließ. infeienſt wohl r Daher Chef Blufel gar ich chen, hrte, Rame, eliger amen, O was uf die Friu ache"; Tufen Shnen immel iebites aus wür ft, die wirt wenn aus Eine Moltke- Erinnerung. Der V. 3. wird geschrieben: Ein hübsches Scherzwort des großen Schweigers, das einst im intimen Kreise viel belacht wurde, dürfte noch wenig In die Deffentlichkeit gedrungen sein. Bei einem der geselligen Abende im gastlichen Moltkeschen Hause, bei dem immer nach dem Essen, bei Rauchen und Plaudern, Ernst und Scherz in so wohltuender Mischung zu Worte tamen, wurde einmal die Frage über die Entstehung von Rassen und Arten sowie die Möglichkeit der Abstammung des Menschen vom Tier erörtert und dabei auch der Unterschiede zwischen Mensch und Tier gedacht. Schließlich wurde auch der Feldmarschall, der bis dahin nur tiefe Züge aus seiner Pfeife getan hatte, gefragt, welcher Unterschied zwischen Mensch und Tier ihm wohl am markantesten erschiene. Lakonisch und verblüffend erfolgte die Antwort:„ Kein Tier raucht!" Pugzeuggeld für Rekrnten. Das Armee- Verordnungsblatt veröffentlicht einen kaiserlichen Erlaß, wonach, auf Grund der Beschlüsse des Reichstages, den Refruten in Zukunft für die erstmalige Beschaffung von Putzzeug eine Entschädigung Putzeuggeld", gewährt wird. Von nun an erhält jeder in das Heer zur Ableistung seiner Dienstpflicht Einberufene Puzzeuggeld, und zwar ist dies für Berittene auf 8,80 M, für alle übrigen auf 7,10 M normiert worden. Mit Ausnahme der Einjährig- Freiwilligen erhalten alle Eingestellten die Gebühren, die als Geldentschädigung zur erstmaligen Beschaffung solcher Gegenstände, die ihnen von der Heeresverwaltung nicht geliefert werden, die sie aber als Privateigentum im dienstlichen Interesse unbedingt besiben müssen, bezeichnet wird. Auch wenn der Rekrut sich schon einzelne Gegenstände mitgebracht hat, steht ihm das volle Bußgeld zu. Die gekauften Gegenstände verbleiben Privateigentum des Soldaten. Gewalttaten eines Geistesfranken. Der Milchhändler Wendt aus der Reuterstraße in Rixdorf verursachte in der Nacht zum Sonntag aufregende Szenen. Er sprang aus dem Bett und gab aus einem Revolver auf seine Frau und seine beiden Töchter mehrere Schüsse ab, die jedoch ihr Biel verfehlten, dann ergrif er einen Besenstiel und mißhandelte seine Frau, die mit der Tochter fliehen mußte. Einem Schlosser, der den Frauen zu Hilfe eilte, erging es nicht besser. Auf das Ersuchen des Hauswirts erschienen mehrere Schußleute, die ebenfalls bedroht wurden. Mit Fist gelang es schließlich. den Wüterich zu überwältigen, zu fesseln und nach der Wache zu bringen. Dort untersuchte ihn ein Arzt, der gemeingefährliche Geisteskrankheit feststellte und sofort die Ueberführung nach einer Anstalt anordnete. leben, sondern sich mit einem Schuß töten solle. Ich. der ich ja nicht viel auf mein Leben hielt, schlug ein und verlor das Spiel. Dies erzählte ich nur Ilse, sonst sprach ich mit niemand darüber, und sie drängte mich so lange, bis ich ihr versprach, sie mit mir zu nehmen." Der Lehrling als Revolverheld. In dem etwa eine Stunde von Hildesheim entfernten Dorfe Sorsum wurde am Freitag abend von einem Schneiderlehrling eine Bluttat verübt. Der Schneidermeister Stillig hatte seinem 16jährigen Lehrling vor einiger Zeit eine Ohrfeige gegeben, was den Burschen so aufbrachte, daß er auf Rache sann. Als er am Freitag abend mit seinem Meister und dessen 16 Jahre alter Tochter in der Stube saß, hielt er den Zeitpunkt zur Ausführung seines Racheplanes für gekommen. Er gab aus einem sechsläufigen Revolver mehrere Schüsse auf seinen Meister ab, sodaß dieser schwer verletzt zu Boden sank. Als dann die Tochter zum Schuße ihres Vaters dazwischen sprang. erhielt auch sie einen Schuß in den Kopf. Nun eilte die Meisterin herbei, auf die der Unhold auch einen Schuß abgab, doch ist die Kugel an einer Korsettstange abgeprallt. Der Meister hat eine schwere Verletzung der Lunge und des Herzens davongetragen. Die Tochter hat einen Schuß in die Stirn erhalten; die Kugel ist noch nicht gefunden. Beide Verletzte sind nach Hildesheim ins Krankenhaus gebracht worden. Der Täter, welcher entflohen war, wurde im Dorfe Himmelsthür festgenommen und ins Untersuchungsgefängnis gebracht. Ueber einen eigenartigen Selbstmord berichten einem Telegramm zufolge Pariser Blätter. In der Sedainestraße zu Paris wohnende Schweineschlächter Bonnier, dessen Gehilfen gestern früh den sonst schon um 8 Uhr geöffneten Laden veriegelt fanden. Ihr Meister hatte sich an einem Haken an dem sonst die geschlachteten Schweine aufgehängt wurden, erhängt und sich den Unterleib aufgeschlißt, so daß die Eingeweide bis auf den Boden hingen. Mit einer Stecknadel hatte er sich einen Zettel an der Brust befestigt, auf dem folgendes stand: Ich bin lebensmüde, ich will sterben, wie meine Schweine." Durch einen Champagnerkorken ein Auge verloren. Ein eigenartiger Unfall hat sich dieser Tage in einem Hotel in Rom ereignet. Mehrere Gäste saßen noch spät nachts zusammen, und man beschloß, das Zusammensein mit eintgen Flaschen Sekt zu beenden. Da alle Kellner bereits schla= fen gegangen waren, erklärte sich der mit den Gästen zutsommensitzende Sohn des Hoteliers bereit, den Wein aus dem Keller zu holen. Als er eine Flasche öffnen wollte, flog ihm deren Pfropfen so unglücklich gegen sein Pincencz, daß dies in Trümmer ging und die Scherben dem jungen Mann in die Augen drangen. In der Klinik mußte ein Auge herausgenommen werden, das andere hofft man zu vetten. Seit mehreren Schülerinnen und Ladendiebinnen. Wochen waren zahlreiche Geschäfte in Steglitz bei Berlin durch Ladendiebe erheblich geschädigt worden, so daß die Inhaber ihre Verkäufer anwiesen, ein besonderes Augenmert auf die Kunden zu haben. Doch gelang es nicht, den Urhebern der Dieberelen auf die Spur zu kommen. Die Kriminalpolizet hat jetzt zur allgemeinen Ueberraschung in den Dieben eine ganze Reihe von Schulmädchen im Alter von elf bis vierzehn Jahren ermittelt. In den meisten Fällen hatten die Kinder im Einverständnis mit den Eltern gehandelt. Bet den sofort vorgenomenen Haussuchungen entdeckte man ganze Warenlager. Da waren Delikatessen, Konserven, Kleidungsstücke, Wäsche. Wollwaren. Bücher, Lederwaren, usw. in großen Mengen aufgestapelt. Beson-. ders arg hatte die vierzehnjährige Schülerin Eltse Hasse gehaust; hier mußte die Polizei mit einem Wagen vorfahren, um das gestohlene Gut aus der Wohnung nach der Polizetdirektion zu schaffen. Die Apachen im französischen Heere. In Vienne wurde der Sohn eines Lyoner Polizeikommissars, der tm 99. Regiment dient, von drei im gleichen Regiment eingestellten Lyoner Apachen, die sich durch den Sohn am Vater rächen wollten, überfallen und schwer verwundet.- Eine in der Wohnung zweter Diebe zu Romans veranstaltete Haussuchung förderte einen charakteristischen Fund zutage. Die Polizei entdeckte nämlich den Brief eines Soldaten vom 75. Infanterieregiment, der bereits elfmal vorbestraft ist, und auf dessen Einladung die beiden Diebesgesellen nach Romans famen. Eine Stelle des Briefes lautete:„ Die Arbeit" ist leicht in Romans. Ich ersuche euch, zu kommen. Mir geht es gut." Die Entrüstung der Bürgerschaft über die Apachensoldaten ist sehr groß. Ein imposantes Bild vom Reichtum Neuyorks gibt eine neue Statistik, die den Wert der Bauten und Grundstücke zusammenfaßt. Sie schließt ab mit einer Endziffer von 8 400 000 000 Dollars, 285 000 000 Dollars mehr als im Vorfahre. Als das teuerste Bauwerk Neuvorks erscheint das Haus der Metropolitan- Lebensversicherung, das einen Wert von 12½ Millionen Dollars darstellt. Annähernd den gletchen Wert besitzt das Waorf- Astoria- Hotel; daneben werden fünf andere Baumerke aufgeführt. die zusammen einen Wert von 55 000 000 offers Hedeuten. Apachenfrechheit. Der Pariser Eclair schreibt:„ Beim Reichenbegängnis für den verstorbenen Schutzmann Deray haben 200 Apachen sich erdreistet, dem amtlichen Geleite zu folgen und, von fröhlichen Banden umschwärmt, thr Opfer zu verhöhnen. Die Haltung die Bewegungen, die Kleidung dieser Gruppe konnte keinen der Pariser im unklaren über sie lassen. Inmitten einer tragischen Zeremonie hatte diese freche Bande, die ihre Kraft und Verwegenheit zur Schau stellte und gewissermaßen ihre Fahne entfaltete, den Anschein einer ungeheuerlichen Herausforderung. Die öffentliche Meinung, die vor dieser Macht nicht länger die Augen schließen darf, muß endlich den dekadenten Parla= mentariern ernste Gesete abnötigen, deren Wirkung die Säuberung von Paris sein soll. Das ist die richtige Art, den Schutzmann Deray zu ehren. Unfruchtbare Tränen an seinem Grab zu vergießen, hat keinen Wert. Genug Schutzleute sind geopfert worden. Jetzt ist an den Apachen die Reihe!" Der Sportfehrlina. A.:,,Warum hat denn der Ortspolizist das verdächtige Individuum nicht verhaftet, wenn es ihm begegnet ist?" B.: Ja wiss'n S', der Ortspolizist war auf dem Rad, und er kann noch nicht allein absteigen." Treiben wir heute zuviel Lurns? 3arin erlangte darauf gas Bewußtsein wieder, blieb aber noch drei Stunden in einem Dämmerzustande. Die Aerzte traten gestern dreimal zu einer Beratung zusammen und konstatierten, daß keine Gefahr vorhanden sei. Die Krank heitserscheinungen beruhen auf hysterischer Basis und ner. vösen Herzzuständen. Die englischen Wahlen. London, 18. Januar. Bis gestern abend 11 Uhr lagen folgende Wahlresultate vor: 62 Unionisten, 49 Liberale, 10 Arbeiterpartei, 13 Nationalisten. Die Untonisten gewannen also bisher 22, die Liberalen 6 Sitze, die Arbeiterpartei 1. London, 18. Januar. Der Ausgang des gestrigen Wahlkampfes wurde mit großer Spananung erwartet. Man wartete mit aller Aufregung auf die Nachricht, ob der Tag eine entschiedene Wendung nach der einen oder anderen Richtung nehmen würde. Ueber 104 Wahlmandate war gestern der Würfel gefallen. 31 fommen auf London und 78 auf die Provinz. In allen Wahlkreisen herrschte fieberhafte Aufregung und das Leben in den Straßen und besonders vor den Wahllokalen glich einem Volksfeste. Auf vielen Häusern wehte die britische Fahne. Die Ruhe und Ordnung ist überall gewahrt worden. Die Unionisten behaupteten, daß in den Wahllokalen wieder ein erhebliches Vorwiegen ihrer Wähler zu bemerken war. Der erbittertite Wahlkampf wurde gestern in dem Londoner Wahlkreise Battersea geführt, dessen langjähriger Vertreter John Burns sich schon vom frühen Morgen an persönlich unter dem Voff aufhielt. Bald nach 8 Uhr sah man ihn in ein Automobil sprin gen und in die als Wahllokal dienende Schule treten, Tausende von Konstablern hielten gestern in den Straßen Ordnung, da die Wogen der Parteileidenschaften hoch gingen. Prinz Georg. Daß wir heute, im Vergleich zur Vergangenheit. durchaus nicht allzu fururiös leben, dafür führte Dr. Friedrich Naumann den Beweis in einem hochinteressanten Vortrag über das Thema ,, Alter und neuer Lurus", den er fürzlich im Verein Berliner Kaufleute und Industrieller hielt. Gewiß zeigt sich heute an vielen Orten, so führte der Redner aus, ein gewisser Lurus. Man braucht nur an alle die eleganten, modernen Hotels. die Riesenpassagierdampfer des Ozeans, den enormen Verbrauch von Tabak, Bier. Baumwolle, und Seide zu denken; aber sind die Lobredner der ,, guten alten Zeit" denn wirklich im Recht? Beigt sich nicht vielmehr in der Vergangenheit ein Lurusaufwand, wie er heute nicht im geringsten erreicht wird? Zur Zeit der römischen Kaiser z. B. hielten sich viele vornehme Leute gegen 400 Haussflaven- welcher moderne Haushalt unserer Zeit verfügt über ein derartiges Personal? Und das Volk von Rom verlangte Sirekt den Lurus von seinen Herrschern; außer Brot forderte es Spiele, riesenhafte Massenveranstaltungen in den Zirkussen, die damals zehmal so groß waren als die heutigen. Da wurden manchmal an einem Tage 500 Bären und Tiger geschlachtet. Der Redner erinnerte ferner an die Riesenbeuten des Altertums. Dieser Lurus war damals eben nur möglich, weil das Menschenmaterial nichts fostete; die kostenYose Arbeit der Unfreien verhalf den Großen zu ihrem Pomp. Im Gegensaß zu heute trieb man im alten Rom einen Quantitätslurus, es fam auf die Masse des Gebotenen, auf das Prunken nach außenhin an. Aehnlich war es auch noch zu Ausgang des Mittelalters, als die italienischen Städte sich zu Stätten üppigster Pracht entwickelten, als man in Florenz Brücken über den Arno schlagen ließ, auf denen große Gastmähler veranstaltet wurden, nach deren Beendigung die Teilnehmer die güldenen Teller und Schüsseln zur Frude des zuschauenden Pöbels in den Strom warfen. So war es auch in Gent, Brügge und Brüssel, ja selbst der Lurus des französischen Hofes unter Ludwig XIV. war nur möglich, weil die bäuerliche Bevölkerung alles Erforderliche in Naturalien liefern und die Frondienste ohne Entgelt leisten mußte. Morgans nenester Trust. Das neueste Unternehmen Pierpont Morgans ist die Schaffung eines Trusts, der alle Verkehrsmittel Neuyorks vereinigt. Die schon bisher unter der Kontrolle Pierpont Morgans stehende Metropolit Sc= curity Company wurde gestern mit der Inter- Borough Rapid Transit Company vereinigt. Gleichzeitig kaufte Pierpont Morgan die Mehrheit der Aktien der Neuyork Transport Co. auf, sodaß er jetzt alle drei Neuyorker Verkehrsgesellschaften mit einemt kapital von 5 Millionen Dollars in seiner Hand hat. Die Inter- Borough Company ist die Besitzerin der Neuyorker Hochbahnen und der elektrischen Straßenbahnen der Stadt, während der Transport Co. die meisten Omnibuslinien gehören. Pierpont Morgan beabfichtigt, die Fahrpreise auf einzelnen Strecken zu ernieditgen. Amerikanisches Duell eines Gymnasiasten. Ein ſiebzehnjähriger Gymnasiast hat am Neujahrstage in der Nähe Wiens zuerst seine Geliebte und dann sich selbst erschossen. Das Motiv der Tat ist, wie sich jetzt herausstellt, ein amerifantsches Duell. An seine Mutter hat er einen Brief hinterlassen, in dem er schreibt:" Liebe Mutter! Vor kurzem traf ich einen Burschen, den ich fahrelang nicht gesehen hatte. Wir unterhielten uns eine geraume Zeit ganz gut, bis er zu sticheln begann. Ich ließ es mir eine Zeit lang gefallen. Als es mir aber zu bunt wurde, antwortete ich ihm in scharfer Weise. Er fühlte sich beleidigt und wollte mir drohen. Als ich ihm darauf mit Lachen erwiderte, forderte er mich zu einem Würfelspiel unter der Bedingung, daß der Befleate den ersten Tag des kommenden Jahres nicht üherDie gleiche Erscheinung kann man im Deutschland der damaligen Zeit beobachten, wo große und fleine Herren den Lurus von Versailles nachzuahmen bestrebt waren. Erst die Aufhebung der Leibeigenschaft schaffte hier Wandel. Heute aber zeigt sich der Lurus nicht mehr nach außen; das soziale Fühlen des Volkes würde das gar nicht mehr zulassen. Wer heute Lurus freibt, tut dies zumeist innerhalb des Hauses, und ein Millionär, der im Mittelalter mit sechs Vorläufern und Fackelträgern auf der Straße erschienen wäre, geht heute, wenn er wahrhaft vornehm ist, so einfach angezogen wie ieder andere Bürger. Von den Damen kann man das allerdings nicht i uзuvɓ gun ugo u heute allerdings viel breitere Schichten an dem, was wir Lugus nennen. Die strahlende Beleuchtung, an die wir heute so gewöhnt sind wer hätte zu unserer Väter Beiten sie für möglich gehalten? Die Kulturerziehung hat viele eben eine andere Grundstimmung geschaffen, und Dinge, die wir gar nicht mehr entbehren können, sind Lurusgegenstände. Wer aber möchte sie deshalb missen und uns moderne Kulturmenschen um ihretwillen schelten? Belgrad, 18. Januar. Wie bereits gemeldet, wetgerte sich König Peter, den Beschluß des Ministerrates, den Prinzen Georg aus Serbien zu entfernen, zu genehmigen. Der König begründete seine Weigerung damit, daß Gefahr bestehe, der Prinz könne im Auslande, Serbien noch mehr blosstellen. Dagegen erklärte sich der König bereit, den Hofstaat des Prinzen Georg aufzulösen, seine Apanage herab zu setzen und ihn zum Truppendienst zu kommandieren. Bemerkenswert ist, daß auch die beiden Regierungsorgane den Zwischenfall beim Neujahrsball in Artikeln besprechen und heftige Worte gegen den Brinzen Georg und seine Handlungsweise gebrauchen. Sie fordern die Regierung auf, entsprechende Maßregeln zum Schuße der Beamtenschaft gegenüber dem Prinzen Georg zu treffen. Explosion von Feuerwerkskörpern. Mit einem interessanten Hinweis auf den Lugus in handels- und sozialpolitischer Bedeutung schloß Dr. Frieda rich Naumann seine fesselnden Ausführungen. Drabtnachrichten und Deuestes. Das Verfahren gegen Bruhn. Berlin, 18. Januar. Die Voruntersuchung gegen den Herausgeber der Wahrheit", Reichstagsabgeordneten Bruhn, wegen Erpressung, verübt mit Hilfe des genannten Blattes, nähert sich ihrem Ende. Es soll zur Anklage kommen, denn es sollen 30 Fälle festgestellt sein, durch die Herr Bruhn belastet wird. Der Südpolforscher Shackleton. Berlin, 18 Januar. In der Fabrik von Feuerwerkskörpern des Pyrotechnikers Bock zu Niederschönhausen entstand gestern eine Explosion, durch die 6 Angestellte mehi oder weniger schwer verletzt wurden. Berlin, 18. Januar. Shackleton hat gestern Berlin verlassen und sich nach Breslau begeben, um in der Hauptstadt Schlesiens seine Vorträge fortzusehen. Von Breslau be gibt sich der Forscher nach Dresden, Frankfurt a. M. und München, um dann für kurze Zeit nach Berlin zurückzukehren, von wo er die Reise nach Petersburg antritt. Explosion auf einer Lokomotive. Effen, 18. Januar. Auf dem Bahnhof in Recklinghausen erfolgte auf der Lokomotive eine Erplosion. Der Lokomotivführer wurde getötet, der Heizer Hoffnungslos verbrannt. Meeresfegen. Kiel, 18. Januar. Ungeheure Fänge von Sprotten, wie sie in der Geschichte unserer Fischerei nur höchst selten vorkommen, sind an der ganzen schleswigschen Ostfüste gemacht worden. Ganz besonders bei der Insel Alsen, von wo sich schon rund 2 Millionen dieser Fische auf dem Wasserwege nach Kiel befanden, während von Apenrade bereits 4 Eisenbahnwaggons voll davon hier eingetroffen sind. Die gleiche Menge ging von dort nach Eckernförde ab, wo die dortigen Fischer selber schon 10 000 Wall Sprotten a 80 Stück abgeliefert haben. Wie stark die Fänge insgesamt sind, läßt sich noch garnicht feststellen aber ficher ist, daß die Räuchereipläße Kiel und Eckernförde die Mengen unmöglich bewältigen können, sodaß große Massen des delikaten Fisches in die Düngerfabriken wandern müssen und die Preise start herabgegangen sind. Cook in einem deutschen Sanatorium? Frankfurt a. M., 18. Januar. Wie man der„ Frkf. 3tg." mitteilt, soll sich der„ Nordpolfahrer" Cook inkognito in einem Sanatorium in der Nähe von Heidelberg aufhalten. Sein Gesundheitszustand soll infolge der letzten Ereignisse sehr stark gelitten haben. Das Befinden der Zarin. Petersburg, 18. Januar. Die 3arin fiel gestern in eine tiefe Ohnmacht, die über eine Stunde dauerte. Ihr Leibarzt wurde hinzugezogen und machte Einspritzungen. Die Bankdefraudanten. Wien, 18. Januar. Der Prokurist des Salzburger Bankhauses Mar Cohn, Sietard, hat Selbstmord durch ErSchießen begangen. Die Ursache des Selbstmordes soll in verfehlten Börsenspekulationen in großem Umfange zu suchen sein, die Sietard gemeinsam mit seinem seit mehreren Tagen unbekannt verreisten Chef ausgeführt hat. Cohn hatte unter der Salzburger Geistlichkeit und Bürgerschaft eine große Kundschaft und soll über Depots von 10 Millionen verfügt haben. Das Erbe König Leopolds. Wien, 18. Januar. In Brüssel fam gestern mit dem Vertreter des Prinzen Philipp von Koburg und mit den übrigen Gläubigern der Prinzessin Luise eine Einigung zustande, so daß die Aufteilung des Erbes König Leopolds morgen beginnen fann Massenansstand. Paris, 18. Januar. In Halluin an der belgischen Grenze streifen 4000 Weber, von denen die meisten auf belgischem Gebiet wohnen. Ein Herzog als Falschmünzer. Madrid, 18. Januar. Zu der Affäre des Herzogs von Benavente, der, wie heute an anderer Stelle berichtet als Falschmünzer entlarvt wurde, werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Der Herzog liegt mit seiner Frau in Ehescheidung. Zwecks Pfändung von Gerichtsfosten begaben sich einige Beamten in die Wohnung des Herzogs. Sie kamen schließlich an einen sorgfältig abgesperrten Raum, dessen Tür gesprengt wurde. In diesem Bimmer entdeckte man eine regelrechte Falschmünzerwerkstätte. Es wurde eine große Menge Halbfertiger Fünfpesetas- Stücke beschlagnahmt. In der Angelegenheit steht noch eine ganze Anzahl sensationeller Verhaftungen bebor. Handel und Verkehr. Frankfurt, 17. Januar. Viehmarktpreise vom 17. Ja muar. Breise für 1 Bentner: Rinder: Dchfen: a) vollfleischine ausgemäftete böchsten Schlachtwertes böchstens 6 Jahre alt ( Lebendaewicht) 42-45 m.,( Schlachtgewicht) 73-82 Mt., b) junge fleischige, nicht ausgemäftet und ältere ausnemäftete ( Lebendgewicht) 38-41 Mr.,( Schiachtaewicht) 74-77 Mr., c) mäßig genährte junne, aut aenährte ältere( Lebendaewicht) 33 bis 35 Mr.,( Schlachtgewicht) 69-73. Bufen: a) voflfleischiae, ausaewachfene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) 39-41 Mart,( Schlachtgewicht) 67-69 m., b) pofleischige jüngere ( Lebendaewicht) 34-36 Mart,( Schlachtgewicht) 60-64 Mark. Färsen und Kübe a) vollfleischige, ausaemästete ärfen höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) 33-38 Mt.,( Schlachtaewicht) 65-74 Mr., b) voflfleischige ausaemäftete Rühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgewicht) 33-38 Mt.,( Schlachtgewicht) 64-68 Mt., c) ältere ausaemäftete Kühe und menig gut entwickelte jüngere Kühe und Färfen( Lebendgewicht) 26 bis 30 Mt.,( Schlachtgewicht) 51-59 M., d) mäßig genährte Kühe und Färfen( Lebendaewicht) 20-26 Mr.,( Schlachtgewicht) 41-49 Mt., e) gering genährte Kübe u. Färfen( Lebendaewicht) 14-19 Mr.,( Schlachtgewicht) 33-39 Mr., a) feinfte Mast( Vollm.) Maft) u. beite Saugfälber( Lebendgem.00-00 mt.,( Schlachtgew.) 00-00 Mr., b) mittlere Mast und gute Saugfälber( Lebendgewicht) 45-50 Mt.,( Schlachtgewicht) 76-85 Mr., c) geringe Saugfälber( Lebendgewicht) 40-45 mt,( Schlachtgewicht) 70 bis 73 Mr. Schafe: a) Maftlämmer und jüngere Maftbammei ( Lebendaewicht) 33-34 Mr.,( Schlachtgewicht) 74-75 Mr., b) ältere Masthänimel und gut genährte Schafe( Lebendgewicht) 28-00 W.,( Schlachtgewicht) 70-71 Mr, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Merzfchafe)( Lebendgewicht) 00-00 m., ( Schlachtaewicht) 00-00 m., a) vollfleischige Schweine über 28tr. ( Lebendgewicht) 582-60 Mart,( Schlachtgewicht 74-76 Mark b) vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner( Lebendgewicht) 58-60 mt.,( Schlachtaew.) 73-76 Mt., c) fleischige Schweine ( Lebenden) 58--60 mt.,( Schlachtgewicht) 71-75 ME Walltorstr. 36 Roloffeum Giessen. Telephon Dir.: Albert Rappmann. 644. Heute Mittwoch, 19. Januar abends 8 Uhr Gastspiel des Frankfurter Intimen Theaters Dir. Wallé. Zur Aufführung gelangen: Der Geldbriefträger Französischer Schwank Biedermeier und Frau von Ziehrer sowie die anderen Künstler u. Künstlerinnen Samstag vollständig neues Repertois Zum erstenmale Nach dem Maskenballe Dialog nach dem berühmten Bilde des Rezniezek Vorverkaufskarten in den bekannteu Zigarrengeschäften. Passepartouts keine Gültigkeit. In den vorderen Restaurationsräumen täglich ab 7½ Uhr Konzert des Damen- Orchesters ,, Sturm's Es ladet ergebenst ein Albert Rappmann. Entritt fret. Steinkohlen- Bezugs- Gesellschaft Giessen. Ordentliche Hauptversammlung Montag, den 24. Januar 1910 abends 8½ Uhr bei Wirth Arnold( Zum Schipkapak") Tagesordnung: 1. Berichterstattung. 2. Rechnungsablage. 3. Ersazwahl des Vorstandes. 4. Wahl des Rechnungs- Prüfungs- Ausschusses. 5. Verschiedenes. Gießen, den 8. Januar 1910. Der Vorstand. Die Rechnung liegt bei dem Vorsitzenden, Herrn A. Dikore, Schanzenstraße 8, vom 15. d8. Mts. 8 Tage zur geft. Einsicht der Mitglieder offen. Belgische Fabrik von Prima Portland Cement, welche in Deutschland gut eingeführt ist und unter Garantie der deutschen Normen liefert, sucht Vertreter. Off. unter BCD 25, an die Expedition d. Blattes. Friedberger Frühjahrs- Pferdemarkt findet Dienstag, den 8. u. Mittwoch, den 9. Febr. 1910 statt. Dienstag, den 8. Februar findet Brämiterung selbstgezüchteter Fohlen seitens des Landw. Kammer Ausschusses flatt und werden hierzu ansehnliche Beiträge bewilligt. Mittwoch, den 9. Februar Dieh- und Krämer- Markt. Zur Benutzung unserer Pferdeställe wolle man sich rechtzeitig an das unterzeichnete Komite wenden. Futter und Streu wird zu ermähigten Breisen abgegeben. Am 9. Februar, nachmittags 4 Uhr, Verlosung von 6 schönen Arbeits- Pferden ( auf dem Markte angekauft) sowie von sonstigen Haus und landw. Gegenständen, im gauzen 200 Gewinne. Das Pferdemarkt- Komité. Bürgerverein Giessen. Stottern, Donnerstag, den 20. d. Mts., abends 82 Uhr im Hotel„ Einhorn" Allgem. Bürgerversammlung. Unsere Schulferien. Tagesordnung: Berichterstatter: Herr Professor Urstadt. 2 Städtische Verkehrsinteressen( Verkehrstage. Wünsche bezügl. der elektrischen Straßenbahn usw.) Wir laden die gesamte Bürgerschaft, insbesondere unsere Mitglieder zu recht zahlreicher Beteiligung ein. Damen sehr willkommen. Der Vorstand. Lispela, schwere Zunge heilt Dir. F. Banm, Darmstadt, Bismarckstraße 48. Empfohlen durd die oberste Schulbehörde, da ich den Kursus der Schulen in Darmstadt lettete. Kursus in Giessen, Weftanlage 5: III. Neues Stadt-Theater Giessen. Direftion: Hermann Steingoetter. Mittwoch, den 19 Jan. 1910. Anfang 7 Uhr. 12 Mittwoch Abonn.- Vorstellung ,, Flottenmanöver." Schwank in 3 Akten von Curt Knaap und Sch. Stobizer. Anfang 7 Uhr. Ende 9 Uhr HANSA Backpulver bleibt unerreicht! Nährmittel- Fabrik ,, Hansa" Hamburg. Für 50, Hansa"-Düten eralten Sie eine Dose ff. Kakes gratis. Anzüge f.Knaben u. Herren fertigt J. Jasper, Diezfir, 6 II. Wärter für den Operationsfaal Holzversteigerung zum 1. Febr. 1910 gesucht. Chirurgische Klinik, Giessen Maskenanzüge im Gießener Stadtwald. Donnerstag, den 20. Jan.1910 vormittags 9½ Uhr werden in den Waldungen der Stadt Gießen in den Abteilungen Hölle, Wannefeld, Kleiner Busch, zu Lichtung, Wechsel, Sitze, Salz. lache u. Klingelfluß versteigert: 534 Ficht. Derbstang. m. 29,57 fm Reisstang., 51,61, Bohnenst. 0,92" 4287 1000 " 18 Rm Buchenscheitholz Kiesern Buchenknüppelholz verleihen, hochf. Sachen, bei Kornbach, Gießen, Bahnhofsti aße 27, Laden. Holzve: Reigerung im Gießener Stadtwald. Montag, den 24. Jan. 1910, vorm. 9 Uhr werden in den Waldungen der Stadt Gießen im Distrikt Hangelftet 3,2 17 5 " 1 1 Eichen 17 3 Erlen " 91 Kiefern 11 4 Buchenstockhuiz " 68,4# Kiefern 11 Fichten 1000 " Erlen Kiefern bersteigert: 63 Fichtenderbstangen m. 3,54 fm 36 reißstangen ,, 0,44, bohnenstang., 1,29", 151,5 Rm Buchenscheitholz Volks- Konzert ( Wohltätigkeits- Konzert) am Sonntag, den 23. Januar 1910, abends 5 Uhr in der Neuen Aula der Universität Thema: Kindheit und Heimat Mitwirkende: Frau Landgerichtsrat Schudt- Gteken( Alt), Fräulein Elisabeth Felchner Gießen( Klavier), Fräulein Meline Müller- Wezlar( Rezitation), die Gesangvereine Heiterkeit- Gießen und Germania- Collar unter Leitung des Herrn Lehrer Ludwig Becker. Zum Vortrag kommen Lieder von Brahms, Schubert, Cornelius, Schumann, Hoym, Woll usw. und Dichtungen von Handel- Marzetti, Löwenberg, Hebbel, Storm, Wildenbruch, Blüthgen, Eberhard. Eintrittskarten: I Plaz 1.- Mr., II. Blag 0,50 mt., III. Blaz 0,30 Mt., im Vorverkauf bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Nuk- und Brennholzversteigerung der Gräflichen Oberförsterei Arusburg bei Lich ( Oberheffent.) Mittwoch, den 26. Januar 1910 wird das Nugholz in Diftrift Hain 18 c, sowie das Nuß- und Brennholz in den Distrikten Wetterberg und Hard 8c, versteigert und zwar: A. Nuhholz: Stämme: Eiche 43 St.( 3-17 m lang und 25-57 cm Durchm.)= 29,96 fm; Buche 25 Stück( 3-8 m lang und 32-57 cm Durchm.)= 21,17 fm: Hainbuche 13 Stück= 3,02 fm; Binde 1 Stk.= 0,57 fm Elsbeere 1 Stück= 0,32 fm; Fichte 14 Stck. 7,78 fm, Atefer 4 Stück= 2,62 fm; Stangen: 61 Et. Fichtenderbstangen= 3,44 fm; Nuzscheit: Eiche= 5 rm B. Brennholz: Scheiter rm: 251 Buche, 10 Eiche, 2 Weichholz; nüppel rm: 104 Buche, 34,5 Eiche, 4,7 Nadelholz, 5 Weichholz; Stöde rm: 56 Buche, 32,1 Eiche, 2 Weichholz; Reiser rm: 357 Buche, 114 Eiche, 10 Weichholz. Das Nugholz im Distrikt Hain wird zuerst versteigert. Blau unterstrichene Nummern fommen nicht zum Ausgebot. Zusammenkunft 10 Uhr vorm. Chaussee Butzbach- Lich am Jägerpfad. Auskunft erteilt Forsiwart Melchior zu Kloster Arnsburg, Post Lich. Empfehle als Spezialität sehr billig Fracks und Gesellschaftsanzüge auch lethweise. 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Buchen- R isig 270 Eichen " 970 Aspen=" Die Zusammenkunft ist auf 127,4 der Licherstraße an der 1. Schneise. Gießen, 13. Jan. 1910. Großh. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Die. Münchner Jugend ist die berufene Vorkampferin und Vertreterin der modernen Weltanschauung auf allen Ge bieten des öffentlichen Lebens. □□□ Es sollte niemand, der mit dem Geistesleben unserer Zeit in Fühlung bleiben will versäumen, regelmäßig die Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Daubringen am Hangelsteiner Steinbruch. Gießen, den 17. Januar 1910. Grokh. Bürgermeister et Gießen. J. V.: Keller Tüchtige Optiker werden eingestellt. Opt. Anstalt C. P. Goerz ft. Gef., Friedenau b. Berlin Rheinstraße 44/46. Münchner Jugend" zu lesen. Möbl. Zimmer Bezugspreis vierteljährlich( 13 Nummern) 4 M Probebände, aus verschied. Nummern ausanimens gestellt, ca. 120 Seiten start, 50, mit Porto 80. Cine Probenummer bersendet aufwer. langen foftenfrei der Verlag der Jugend'in München ( Bayern).' 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