0 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen Erscheint Dienstags, vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Donnerstags und Samstags. - - - Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 136. Bekanntmachung. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer = des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 18. Oktober 1910 Amtliche Bekanntmachungen. Wiederholt hat das Reichsgericht die Verpflichtung der Eigentümer von Grundstücken festgestellt, die Toreinfahrten, Höfe, Hausflure, Gänge und Treppen, sofern und solange dieselben jedermann zugänglich sind, während der Dunkelheit so ausreichend zu beleuchten, daß die daselbst verkehrenden Personen der Gefahr der Beschädigung nicht ausgesetzt sind. Die gleiche Verpflichtung liegt namentlich auch den Inhabern von Fabriken, gewerblichen Anstalten und Arbeitsstätten, von Vergnügungs-, Versammlungs- und Schank= stätten( letzteren insbesondere auch hinsichtlich der Bedürfnisanstalten) ob. Pflichtwidrige Unterlassung der Beleuchtung würde, falls hierdurch jemand zu Schaden kommen sollte, die Entschä digungspflicht, sowie die strafrechtliche Verantwortlichkeit begründen. Gießen, den 12. Oktober 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Betr.: Ausführung des Gesetzes, die polizeiliche Beaufsichtigung von Mietwohnungen und Schlafstellen betreffend, vom 1. Juli 1893. Die durch die nachgenannten Bestimmungen des Gesetzes vom 1. Juli 1893 vorgeschriebene Anmeldung von Mietwohnungen, Schlafräumen und Salafstellen oder von Aenderungen inder Person des Mieters oder Vermieters wird in vielen Fällen unterlassen. Anzeigeformulare sind auf unserem Meldebureau hältlich. er= Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß Bestrafung erfolgt, falks bei den demnächst stattfindenden Revisionen der Mietwohnungen 2c. die Unterlassung von Anmeldungen festgestellt wird. Gießen, den 10. Oftober 1910. Großherzogliches Polizeiami. Gebhardt. Die Fleischnot. Die Obermeister der württembergischen Fleischer- Innungen haben beschlossen, die Reichs- und Landesregierung zu bitten, 1. daß unverzüglich die 3 ölle auf Schlachtvieh und Futtermittel her abgesetzt, die Quarantäne- Vorschriften möglichst erleichtert und das Vieheinfuhrverbot wieder aufgehoben werde, 2. daß die Landwirtschaft zu vermehrter Viehzucht und Viehhaltung veranlaßt und insbesondere bei Verpachtung von Staatsdomänen ein entsprechender Viehbestand verlangt werde, daß die Bahnfrachtsäte für Schlacht- und Zuchtvieh her abgesetzt werden, und 4. daß auf mäßige Schlachtgebühren in den Gemeindeschlachthäusern und auf Uebernahme der Beschaugebühren auf Staats- und Gemeindelassen hingewirkt werde. 3. Ein von rund 70 Obermeistern besuchter Obermeistertag der sächsischen Fleischer- Innungsobermeister fand in Dresden statt. Es kam die Vieh- und Fleischteuerung zur Sprache. Der Vorsitzende, Obermeister Nießschmann- Leipzig führte ut. a. aus:„ Die Audienz unseres Verbandsvorstandes beim preußischen Landwirtschaftsminister hat nichts geholfen, und die Aeußerung des Ministers auf unsere Vorstellungen müssen wir gerade als eine Verhähnung ansehen. Wir können nur unsere Verwunderung darüber ausdrücken, daß an amtlicher Stelle über einen von der ganzen Bevöl ferung anerkannten Uebelstand nicht richtiger geurteilt wird. Wir protestieren mit aller Energie gegen die Haltung der Reichsregierung und erwarten, daß sie endlich einmal an= dere Wege einschlägt.“ Revolution in Portugal. Die Wogen der revolutionären Bewegung in Portugal beginnen sich allgemach zu glätten, und hier! und da sind in dem Chaos bereits Ansäße zu einer neuen Ordnung der Dinge, welche die bisherige Unordnung ablösen soll, zu erkennen. Eine endgültige Klärung des neuen Kursus wird erst dann erfolgen können, wenn der Zusammentritt der NaArtikel 4. Anzeigepflicht der Vermieter. Derjenige, für dessen Rechnung eine Wohnung erstmals vermietet wird, oder dessen Vertreter ist verpflichtet, hiervon vor dem Einzuge des Mieter der Ortspolizeibehörde Anzeige zu machen, wenn entweder 1. die Mietwohnung( einschließlich der Küche und aus schließlich solcher Räume, die in Aftermiete gegeben oder von anderen Personen regelmäßig mitbenutzt werden) aus drei oder weniger Räumen besteht, oder 2. Kellergeschosse oder nicht unterkellerte Räume, deren Fußboden nicht mindestens 0,25 Meter über Erde gelegen ist, oder 3. unmittelbar unter Dach( ohne Zwischendecke) befindliche Räume zum Wohnen vermietet werden sollen. Die Anzeige muß Auskunft geben über: ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. 21. Jahrg. halt über Tag, vermietet, hat hiervon vor Beginn der Mietbenutzung der Ortspolizeibehörde Anzeige zu machen. Die Anzeige muß Auskunft geben über a) Lage des Hauses nach Straße und Nummer, sowie über den Vermieter, b) Lage, Länge, Breite und Höhe der zu Schlafstellen bestimmten Räume, c) die Anzahl der in jedem einzelnen Raume vorhandenen Schlafstellen. Von jedem Wechsel in der Person des Vermieters der Schläfstellen hat der neue Vermieter der Polizeibehörde binnen einer Woche Anzeige zu machen. Artikel 11. Mit Geldstrafe bis zu 30 Mark wird bestraft, wer die nach Artikel 4-6 vorgeschriebenen Anzeigen zu machen una) den Eigentümer, sowie die Lage des Hauses terläßt oder in diesen Anzeigen wissentlich unrichtige Annach Straße und Nummer, b) die Lage der Wohnung( ob im Haupt- oder Nebengebäude und in welchem Stockwer!), c) die Anzahl und Bestimmung der Räume, d) den Beruf des Mieters, sein Verhältnis zu den in seiner Hausgemeinschaft befindlichen Personen, sowie Namen und Alter derselben. Die Vermieter sogenannter möblierter Wohnungen sind von dieser Anzeigepflicht befreit, wenn und solange der Mietpreis für das Zimmer den Betrag von monatlich acht Mark überschreitet. Artikel 5. Der Ortspolizeibehörde ist ferner binnen einer Woche Anzeige zu machen, wenn in der Person des Vermieters oder Mieters einer Wohnung der im Artikel 4 bezeichneten Art eine Aenderung eintritt, oder wenn durch Verminderung der Zahl der Mieträume oder durch Aftervermietung die Wohnung nachträglich anzeigepflichtig wird. Die Anzeigepflicht trifft bei Aenderungen in der Person des Vermieters den neuen Vermieter. Bei Aenderungen in der Person des Mieters sind zugleich die im vorigen Artikel unter d vorgeschriebenen Angaben zu machen. Artikel 6. Wer dritten, nicht zu seiner Familie gehörigen Personen Schlafstellen, mit oder ohne Berechtigung zum Aufenttionalversammlung erfolgt ist. Darüber kann freilich schon jetzt faum mehr ein Zweifel bestehen, wenn auch König Manuel sich zu einem ausdrücklichen Verzicht auf die Krone nicht bereit gefunden hat, daß die Rolle der Dynastie Sachsen- Koburg- Gotha- Braganza in Portugal ausgespielt ift. König Manuel werden sein persönlicher Besitz, seine Kleider und sonstigen Effekten zugestellt werden. Die Kunst= schäße in den königlichen Palästen aber sollen verkauft und der Erlös zur Tilgung der Schulden der königlichen Familie verwendet werden. Der Grundbesitz der letzteren wird auf etwa zehn Millionen Mart geschäßt, ein Teil der Einnahmen aus diesem Besiz soll dem König bleiben.- Die königliche Familie wurde für alle Zeiten, Joao Franco, der Diktator unter dem ermordeten König Carlos, auf Le benszeit aus Portugal verbannt. Franco, der inzwischen nach Madrid übergesiedelt ist, hat bereits seine Naturalisation in Spanien nachgesucht. - König Manuel und Königin Amelia sind am Sonntag nach England abgereist, Königin Pia nach Italien. Um 2½ Uhr verließ Königin Pia das Palais. Im Gefolge der Königin befand sich Marquis Unghao, Um 4 Uhr nachmit= tags begab sich König Manuel mit seiner Mutter und dem Infanten zur Anlegestelle der englischen Königsjacht„ Viktoria and Albert", die direkt nach Portsmouth in See ging. Streik der französischen Eisenbahner. Soweit die vorliegenden Nachrichten erkennen lassen, hat der Ausstand in den letzten Tagen weiter nachgelassen. Die Bewegung ist somit als gescheitert zu betrachten. Der Aufruf des nationalen Ausschusses der Eisenbahner zum allgemeinen Ausstand, der am Freitag seine eigentliche Wirkung hätte zeigen müssen, hat außerhalb der beiden Ausstandszentren, der Westbahn und der Nordbahn, bei den übrigen Bahngesellschaften nur eine sporadische Wirkung erzielt. Hier und da hat in der Provinz der Aufruf in Verhandlungen und Beschlüssen Widerhall gefunden, aber ganz zweifelsohne ist ihm nicht diejenige tatsächliche Folge geleistet worden, welche die Lage noch fritischer gestaltet hätte. Im Gegenteil bringt dieser Mißerfolg des Aufrufs die Ausständigen der Westbahn und Nordbahn in die Lage, gaben macht. Bekanntmachung. Betr.: Volkszählung am 1. Dezember 1910. Am 1. Dezember 1910 ist im Deutschen Reiche eine Volkszählung vorzunehmen. Die erforderlichen Erhebungen sollen wieder durch Zählungskommissionen unter Heranziehung von Zählern erfolgen. Wir ersuchen diejenigen Personen, die das Amt eines Zählers, sei es unentgeltlich, sei es gegen Bezahlung, übernehmen wollen, sich bis späte= stens 1. November 1. Js. in der Zeit von vormittags 8 bis 1 Uhr nachmittags auf unserem Meldebureau, Weidengasse Nr. 5, Zimmer 6, zu melden. Gießen, den 15. Oktober 1910. Großh. Polizeiam t. Gebhardt. Bekanntmachung. Der nördliche Feldweg zwischen Hohleichweg und Leinenpfad wird wegen Kanalisationsarbeiten vom 19. d. M. ab bis auf weiteres gesperrt. Gießen, den 17. Oftober 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei. Mecum. ihren Ausstand allein auszusechten. Das aber werden sie ohne die Hilfe der anderen kaum vermögen. Die ganze Bewegung gleicht einem Heer, in dem es zwar mächtig gärt, dem es aber sowohl in seinen Führern an dem nötigen Vertrauen und der nötigen Kampfeslust fehlt, und diesem Mangel werden auch die Politiker der sozialistischen Parteien schwerlich abhelfen, die sich jetzt mit einem großen Aufruf an ihr Volk wenden, um es zu einer öffentlichen Versammlung einzuberufen, die der Ausstandsbewegung die ihr noch fehlende innere moralische Durchschlagskraft eingeben soll. Der Ausstandsausschuß selbst hat an den Ministerpräsidenten ein Schreiben gerichtet, worin er seiner Bereitwilligkeit zu Verhandlungen Ausdruck gibt. Der Ministerpräsident hat dem Schreiben gegenüber seinen alten Standpunkt behauptet, wonach er nur zu Vermittlungen mit den Gesellschaften bereit ist. Wie die Dinge liegen, spricht alles dafür, daß die sozialdemokratischen Regisseure der Bewegung eine glänzende Niederlage erlitten haben. Die Eisenbahndirektoren erklärten beim Empfange beim Minister der öffentlichen Arbeiten Millerand, daß den Beamten und Arbeitern aller Eisenbahnneße, soweit sie in Paris ansässig sind, spätestens am 1. Januar 1911 ein Mindestgehalt von 5 Francs für jeden Tag, an dem sie Dienst getan haben, bewilligt werde. Das Eisenbahnpersonal ist von dieser Ausbesserung benachrichtigt worden. Zum Barenbesuch in Friedberg. Der Zar, der Großherzog, Prinzessin Heinrich v. Preu -ßen, Prinz Waldemar, die vier jugendlichen Großfürstinnen des russischen Kaiserhauses besuchten am Freitag den Tennisplatz in Bad Nauheim. Prinz Heinrich von Preußen hatte den Herrschaften das Geleite gegeben, beteiligte sich aber nicht am Spiel, sondern fuhr zum Golfplatz. In dem Tennis- Cafe wurde der Tee von den Fürstlichkeiten eingenommen. Der Zar traf am Samstag, nachmittags 3 Uhr, in Begleitung der vier Großfürstinnen- Töchter, des Großherzogs, des Prinzen und Prinzessin Heinrich von Preußen u. deren Sähnen, den Prinzen Waldemar und Sigismund, zum 2. Kundin: Spitz. Milchhändler: einem Milchhändler ist der, daß eine Stub reine Milch gibt." Der Unterschied zwischen einer Kuh und Es gibt noch einen zweiten Unterschied: die Stub gibt auch keinen Sredit." Mizerlegt. Ins Sobald wir ihn bei andern sehn. Dod) dünft er uns ganz unausstehlich, Der Liebling" unter unsern Fehlern, Stammbuch. gar nicht schlecht zu stehn; Er scheint uns Suomen Hariété Ein Naturwunder. ( Fortjegung.) Mal zum Besuch des Prinzenpaares Friedrich Karl von Hessen und der Kronprinzessin von Griechenland auf Schloß Friedrichshof ein. Unter Führung des Schloßherrn bega= ben sich die Fürstlichkeiten zu Fuß nach der alten Burg Cronberg und besichtigten die ihrer Vollendung entgegen= die sehenden Renovierungsarbeiten des Schlosses, sowie Burgkapelle. Nach dem Tee erfolgte gegen 6 Uhr die Rückfahrt nach Friedberg. Am Sonntag trafen Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen mittags nochmals zum Besuch von Schwestern und Schwager auf Schloß Friedrichshof ein und nahmen der Frühstückstafel teil. an * Der Direktor der Universitätsbibliothek, Dr. Haupt, konnte am Sonntag auf eine 25jährige Tätigkeit in Gießen zurückblicken. Daß 1885 nur 11 556 Bände, 1910 aber 38 574 ausgeliehen wurden, kennzeichnet zur Genüge den Aufschwung, den die Büchersammlung unserer Landeshochschule unter der bewährten Leitung Dr. Haupts ge= nommen. Der Jubilar hat sich in seinen freien Stunden auch besonders eifrig dem Lesehalle- Verein gewidmet, welcher seine Verdienste durch Ernennung zum Vorsißenden anerkannte. Möge dem hervorragenden Gelehrten ein schöner Lebensabend beschieden sein. * Das Museum für Völkerkunde, das sich Die Kronprinzessin von Griechenland verließ gestern bekanntlich in dem neuen Schloß befindet, wird voraussichtSchloß Friedrichshof und reiste nach Athen. Das Hoflager wird am 25. d. Mts. doch noch auf einige Zeit nach Jagdschloß Wolfsgarten verlegt werden. Zur Uebernahme eines Teiles des Sicherheitsdienstes ist die 5. Eskadron des Drag.- Rgts. Nr. 24 vom 23. ds. Mts. ab nach Langen beordert. Lokales. Gießen, 18. Oktober 1910. ** Verliehen wurde vom Großherzog dem Faz brikanten Leonhard Ho o 3- Lauterbach der Charakter als Kommerzienrat. - - = * Stadtverordnetenversammlung. Die nächste Sigung findet kommenden Donnerstag, den 20. Oftober 1910, nachmittags 4 Uhr, mit folgender Tagesord= nung statt: 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch Schäfer und Lindenstruth für die Lahnstraße. 3. Desgleichen August Deibel für den Neuenweg. 4. Gesuch des H. Mühlich um Erlaubnis zur Anbringung eines Hoftores in der Dammstraße. 5. Desgleichen des Georg Haubach für den verlängerten Asterweg. 6. Gesuch des Edmund Richter um Erlaubnis zur Belassung eines Firmenschildes am Haus Friedrichstraße 7.- 7. Anlage von Ertern und Balkonen im Luftraum städtischer Straßen. 8. Festsetzung der Baufluchtlinien der Straße bei den Veterinärkliniken. 9. Eingabe des Dr. O. Ritgen- Berlin, die Bebauung der Frankfurterstraße betr. 10. Pflasterung der Straße„ In Löbers Hof". 11. Benennung von Straßen in dem Gebiet zwischen Mittelweg und Veterinärklinik. 12. Anschluß des Liebiglaboratoriums an die Gas- und Wasserleitung. 13. Einfriedigung des Lazarettgrundstücks; hier: Gewähr= ung eines Zuschusses. 14. Gesuch des Eisvereins um Ueberlassung der Eiswiesen für den kommenden Winter. 15. Verpachtung eines Geländestückchens an Friedhofs= aufseher Sier.- 16. Zuschuß zum Jugendfest 1910. 17. Beitritt der Stadt Gießen zur Zentrale für Mutter- u. Säuglingsfürsorge.- 18. Benutzung eines Fahrrades durch 19. An- und Verkauf den Ratsboten Schneider. von Grundstücken. 20. Straßenbahn: a) 7½ MinutenVerkehr bis zum Schüßenhause; b) Haltestellen in der Wall22. torstraße. 21. Genehmigung von Rechnungen. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. 23. Erlaß einer Polizeiverordnung, den Verkauf von Speiseeis auf öffentlichen Straßen und Pläßen betreffend. 24. Gesuch des Wilhelm Weber um Erlaubnis zum Betriebe einer Schantwirtschaft im Hause Steinstraße 76. 25. Desgleichen der Anna Marie Strodel im Hause Brandgasse 3.- 26. Desgleichen des Johann Peter Wamser im Hause Brandgasse 7.- 27. Desgleichen des H. Fr. Georg im Hause Frankfurterstraße 165. 28. Desgleichen des Aug. Lamm im Hause Westanlage 7. 29. Desgleichen des Karl Wagner im Hause Neuenweg 31. 30. Desgleichen des Philipp Meininger im Hause Neustadt 31. - - - - Der gefangene Pfarrer. Eine geschichtliche Erzählung aus der Zeit des 30jährigen Krieges von Wilhelm Die h 1. Der bekannte hessische Geschichtsforscher ist unter die Romanschreiber" gegangen; in einem launigen Vorworte bezeichnet der Verfasser seine Erzählung, die unter Schmerzen geschrieben, mit großen finanziellen Opfern gedruckt" ist, selbst als Roman. Vielleicht war es auch nur ihm möglich, als ihm das Tagebuch des Roßdorfer Magisters Hermann Schipper in die Hände geriet, mit einer wunderbaren Lebhaftigkeit des geistigen Empfindens und Denkens Gestalten einer lange verflungenen Zeit vor sich erstehen zu lassen, sie mit solcher Schärfe und Klarheit andern sichtbar zu machen. Und doch kann und konnte nicht allein das Interesse( des Forschers) an einer Zeit, die soviel Glend, Jammer, Not, Grausamfeit und Schurkerei gezeigt hat, die mit dem größten Schandfleck der Menschheit, den Früchten der Jesuitenzunft und Inquisition, den Herenprozessen gebrandmarkt ist, der tiefste Anlaß zu dieser Erzählung seink Schiller hob einst aus dieser Zeit die Gestalt Albrechts von Wallenstein heraus, und heute noch lieben wir dieses in seiner Art unwiederholte dramatische Gedicht. Warum? Aus demselben Grunde, der Schiller zu diesem Wurfe trieb: Wallenstein, getrieben von Ehrgeiz, mit dem maßlosen Glau ben, dem Wahne an sein Ich, seinen selbstherrischen Plänen, seinem vermessenen Wollen, ist einer jener großen Herrenmenschen, genialen Ausnahmemenschen, die, unver= standen, gehaßt von der Masse, vor ihrem Ziele gestürzt werden. Was schert sich die Masse um sein Wollen; versteht ihn nicht, sie dankt ihm nicht; siegreich schreitet das demokratisierende Naturprinzip über ihn weg sie lich am 30. Oktober zum ersten Mal seine Pforten öffnen. Es ist in den letzten Wochen um eine Anzahl wertvoller Sachen bereichert worden und wird zweifellos mit seinen anerkannt hervorragenden Schäßen eine Sehenswürdigkeit unserer Stadt bilden. * Städtische s. Der Stadtteil an der Rodheimer Straße und der Schlachthof erhalten gegenwärtig eine neue Abflußleitung für die Schmußwässer, die unter der Lahn hindurchführt und in der Kläranlage mündet, welche nach vollzogener Reinigung ihrerseits die Abwässer in die Lahn leitet. Ein großer Teil der etwa 40 Zentimeter weiten Röhren ist bereits gelegt. * Straßenbahn. Der Wagenschuppen der elek trischen Straßenbahn, welcher bis vor kurzem nicht gerade als eine besondere Zierde des Stadtteils an der Lahn angesehen werden konnte, da er des äußeren Anstrichs entbehrte, prangt nunmehr in einem gefälligen Weiß. Der Erweiterungsbau des Kraftwerkes wird wohl demnächst auch ein besseres Gewand anlegen und sich so dem recht ansprechenden Aussehen des Verwaltungsgebäudes des Elektrizi= tätswertes mehr anpassen. * Die Untersuchung gegen Werner schreitet rüstig fort. Kürzlich weilte der Untersuchungsrichter in St. Ingbert, um den Tatbestand des Einbruches in die Pulverfabrik aufzunehmen. Wie der Beamte einwandfrei feststellte, haben Werner und Wingeß aus dem unter der Erde gelegenen Dynamitraum nach gewaltsamer Oeffnung von drei eisernen Türen den für die Füllung der Bomben notwendigen Sprengstoff geraubt. Die hierbei verwandten Werkzeuge wurden in einem in der Nähe der Fabrik befind= lichen Forst entdeckt. Aus Hessen und Nachbargebiet. == Heuchelheim, 17. Oft. Unter Vorantritt des neugebildeten Trommlerkorps unternahm am gestrigen Sonntag, nachmittags, unser Turnverein einen Turngang nach der Stadt Weblar. Unter überaus starter Beteiligung führte der Weg durch die freundlichen Lahnorte Atzbach, Dorlar, Waldgirmes, Naunheim nach dem Endziel Wetz= lar. Am Abend wurde die Bahn bis nach Station Kinzenbach benutzt und unter klingendem Spiel, begrüßt von Jung und Alt, zog die stattliche Turnerschar in unser Dorf ein. 2* Eberstadt( Kr. Gießen). Daß die Fasanen einem Jäger ins Haus fliegen, dürfte nicht alle Tage vorkommen. Hier aber hat es sich zugetragen. Bei einem Landwirt und Jäger fehrte ein prächtiger Fasanenhahn ein und ließ sich auf dem Speicher nieder, wo er gefangen wurde. * Wetzlar. Der heutige Obstmarkt im„ Schüßen- garten" war gut befahren. Die Landwirte des Kreises hatten recht schönes Obst aller Arten aufgebracht. Unter den Aepseln herrschte die Winter- Goldparmäne bei weitem vor. lichkeit, das der Gier der rohen, sengenden und mordenden Soldateska entwischt war. Da, da schreit die Wahrheit aus dem Munde des Pfarrers hinaus in diese Lästerwelt, diese Tyrannei; schreit aus wie ein zu Tode gehetztes Wild vor der Qual der Lüge, des Unglaubens Haß und Liebe sind eins; Haß gegen Lüge, gegen Tyrannen u. Schurfen, Schelme und Wichte, die die Freiheit des Wortes fnebeln und knechten, die Glauben predigen, indem sie alle Werte fälschen, indem sie ihrer Lust, ihrem Frevelmute Gößen schnißen aus den Tafeln des Gesetzes.... Haß! Und Liebe, die große Liebe für die Wahrheit, die Liebe, die sich selbst zum Opfer bringt und unerkannt, unbelohnt stirbt, oder heimlich erschlagen, elendiglich verreckt", während die Falschheit und Lüge an leckern Schüsseln sich vollfrißt... Es ist ein Mann, der für die Wahrheit streitet, ein Streiter Gottes, ein Prediger, wie wir einen zweiten su chen müssen; ihn wirst man für ein freies Wort in den Turm, um ein freies Wort zur rechten Zeit, während andere sich„ vollsoffen", ein anderer nach der Sackpfeife tanzte, und das Hemd hinten aus den Hosen hangen gehabt wie ein Bergknapp", in Amt und Würden! * Alsfeld. Die 1. Provinzial- Kaninchenausstellung für Oberhessen wird vom 22. bis 24. Oktober dahier im„ Deutschen Haus" abgehalten. * Ech z ell. Eine Provinzial- Geflügel- Ausstellung findet hier am 29. und 30. Oftober statt. Unter den zahlreichen Geldpreisen und Ehrenpreisen befinden sich 200 M., die die Landwirtschaftskammer gestiftet hats. * Nidda. Eine der obstreichen Gegenden Hessens ist unser Bezirk. Allein die Stadt Nidda hat für Obst Mt. 3000 eingenommen. In der Umgebung stellte sich der 3tr. Tafeläpfel auf 5-7 Mark, der Zentner Kelteräpfel auf 2,50 Mark. * Nid da. Bei dem Städtchen Nidda hat auf dem westlich das Niddatal begleitenden Höhenzug die Bürgerschaft zum ehrenden Gedächtnis an den Altreichskanzler, Fürsten Otto von Bismarck, in patriotischer Gesinnung ein ganz aus Natursteinen bestehendes Denkmal errichtet. * Friedberg. Der von Rußland bestellte P a r- seval 7., der Sonntag, den 23. Oktober, seine erste Reise von Bitterfeld über Halberstadt nach Braunschweig antreten soll, ist auf Wunsch des Zaren auch nach Friedberg ordert worden. Ueber den Termin der Friedberger Reise wird erst nach der Braunschweiger Fahrt entschieden werden. * Bad Nauheim. In der abgelaufenen Woche find 159 Kurgäste angekommen und beträgt die Gesamtfrequenz bis jetzt 32 848 Personen, wovon noch 1558 wesend sind. * Vo hier überall gangen. An Ju 2,60 big fteht es 4,00 * Of berjammlung mit der for tenwahl gett Kandidatenli Bollspartei Künstlerbun besucht von * Da Generalaniv ternationaler ten zur me Angelegenhe heimerat Ha * Au be= Weinbaues rübe gehobe anblum, Ham einen Rübe Preis für * Büdingen. Im Kreise Büdingen dürfen wegen der Gefahr der Einschleppung der Maul- und Klauenseuche außer dem Pferdemarkte in Ortenberg nur noch Schweinemärkte abgehalten werden. * Grünberg. Für den östlichen Teil des Kreises Gießen findet hier am 22. und 23. Oktober eine Ackerbauund Obstausstellung in der Turnhalle statt. Damit ber bunden ist noch ein Saatgutmarkt, ein Obstverpackungsfursus und ein Vortrag des Dr. Hammann- Darmstadt. * Schli z. Auf Schloß Richthof bei Schlitz fand die Verlobung der dritten Tochter des Grafen von Schlitz, Gräfin Marie, mit dem Grafen Heinrich von Lurburg, Hauptmann im Generalstabe des 1. bayrischen Armeekorps, statt. * Lüßellinden. Nach fast 20jähriger Tätigkeit in unserem Orte verzog unser erster Lehrer Herbst nach Heiligenrod im Westerwald. An seine Stelle kam Lehrer | Fröhlich aus Dill bei Simmern. In der ersten bis zur letzten Zeile spiegelt sich das Leben, der Kampf einer Persönlichkeit; und dieser Zug fann es nur gewesen sein, der Diehl den„ gefangenen Pfarrer" so lieb werden ließ. Er sah mehr in dieser Geschichte als ein Stück des 30jährigen Krieges; er sah das Ringen einer Persönlichkeit, einen Kampf, wie er heute noch so manches heimliche Opfer fordert. Heute spielt die Menschheit nicht mit Herenprozessen, sie hat dafür andere Mitteschen ersonnen. Das allein ist es, was dem„ gefangenen Pfarrer" einen unschätzbaren Wert verleiht. Daß der Verfasser die historischen Tatsachen, dank seiner rastlosen Forschertätigkeit, so geschickt meistert und mit dem„ Poetischen" zu einem herrlichen Ganzen verwebt, macht den Roman jedem Menschen, einerlei welcher Konfession, auch dem Nicht- Hessen, zur angenehmsten Lektüre. Doch was nutzte alles Wissen, alles dichterische Wollen, wenn das können gefehl hätte. Daß dem nicht so ist, betone ich mit der ganzen Entschiedenheit, deren ich fähig bin. Nirgends lugt eine doktrinäre oder gar frömmelnde Absicht hervor; überall Leben, Leben in den einzelnen Figuren, die uns nicht wieder locker lassen. Besonders die beiden Hauptgestalten, Magister Hermann Schipper und sein getreu Ghweib, stehen so lebendig vor uns, nehmen mit ihrem Schicksal unsere Teilnahme so gefangen, daß wir auch teinen Augenblick das Buch schließen möchten, ohne es in einem Atem zu Ende gelesen zu haben. Pfarrer, Soldaten, Hofschranzen, Fürsten, Professoren, Studenten, alle mit wegezeichnet, in einer Sprache, die Diehl schon in seinen zahlAehnlich, nur in verkleinertem Maßstabe, ohne diesen genialen Herrenmenschenrausch, hebt sich Magister Hermann Schipper, der gefangene Pfarrer, aus seiner dunkeln, von der Willtir seelenloser, gewissenloser Wichte gepeitschten Umgebung ab; er war ein Mann, nehmt alles nur in allem! Ein Mann unter Menschen, die sich in einem immer gleich blieben:„ Sie sehen unter sich wie das unvernünftige Vieh und tun, was der haben will, der gerade ihr Treiber ist." Ein Mann, treu, gerad' und fest, mit großzügigem Wollen, weitschauenden Plänen und einem warmen, von Liebe und Aufopferung für seinen schweren und ernsten Beruf vollen Herzen. Es ist rührend zu sehen, wie dieser Mann alles wagt, von seiner Gemeinde das drohende Gespenst der Herenprozesse abzuwehren, das die ganze Saat sollen wieder durch Cählungskommissionen unter Heranzieh des mühsam gepflügten Landes mit einem Schlage vernich- nig Strichen frisch und kräftig nach Hans Sachs Manier ten muß und vernichtet; es kommt das Gespenst und zerwühlt das bißchen Frieden und Schimmer von Mensch reichen Veröffentlichungen in der„ Darmst. Ztg.", dem * Odenhausen. Ein jüngerer Knabe schoß mit einer Pistole bei einem Streit mit anderen Kindern auf einen Jungen, welcher in das Auge getroffen wurde. Der Verletzte wurde in die Klinit nach Gießen gebracht. Gießen * Lauterbach. Die Staatsanwaltschaft nahm an Ort und Stelle den Tatbestand über den Ein= bruch in der Villa Backhaus auf. Der mitgebrachte Polizeihund nahm von der Veranda aus bald die Witterung auf und verfolgte die Spur des Einbrechers, die durch den Garten nach dem Bahnsteig der Vogelsbergbahn führte. Die Staatsanwaltschaft erläßt nun ein Ausschreiben, in dem die gestohlenen Wertpapiere aufgeführt sind. Im Falle der Präsentation eines der Kupons wird ersucht, durch die nächste Polizeibehörde die Festnahme der betreffenden Personen zu veranlassen, um festzustellen, auf welche Weise sie in den Besitz der Kupons gelangt sind. * Schotten. In dem nahegelegenen Lehrerheim fand die Hauptversammlung des Vereins„ Lehrerheim Vogelsberg" statt. Dem Jahresbericht des Vorsitzenden sei entnommen, daß das abgelaufene Geschäftsjahr eines der günstigsten war, die das Heim zu verzeichnen hat; dieses hat dank des letzten Aufrufes des Vaters Backes innerhalb taum zwei Jahren 290 neue Mitglieder erhalten. Die Mitglie derzahl ist damit auf 2000 gestiegen. Die Schulden haben sich um 1000 Mark verringert. Im abgelaufenen Sommer war der Besuch des Heimes ein guter. Rechner Lehrer Held Schotten erstattete den Rechnungsbericht, die Gesamteinnahmen betrugen 3735,39 Mt., die Ausgaben 3698,88 Mark, der wirkliche Barvorrat stieg auf 3353,80 mt. Die unter diesem Namen auf Anregung der Frau Lehrer Cellarius- Langen ins Leben gerufene Sammlung zum Besten des Lehrerheims Vogelsberg, im Betrag von 1045,47 M., wird dem Lehrerheim als Vermögen überwiesen. Bei Schuldenfreiheit des Heims sollen die Zinsen zur Unter= stützung von erholungsbedürftigen Lehrerheimsmitgliedern verwandt werden. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt. „ Darmst. Tgl. Anz." und" Darmst. Tagblatt" zu einem in seiner Art unerseßlichen Mitarbeiter gemacht hat; sie ist ungeschminkt, farbig und derb! Gerade die Derbheit, die e: was Urwüchsiges gewinnt durch Gebrauch alter Wortfor( etwas Aehnliches bei Merck und Goethe in Anlehnung an Hans Sachs!) tut unserem himmelstrebenden, parfümierten Jahrhundert doppelt not!- Es gibt Kulturbilder des 30jährigen Krieges genug; da sind meist leblose Aften lose aneinander gereiht und warten ihrer Auferweckung. Hier sind sie auferstanden; kein Mensch ahnt, wieviel Aften hinter den einzelnen Begeben= heiten stehen. Hier ist alles frisches, urwüchsiges Leben, ein Bild, kühn und derb, einer blutigen, gewaltigen Zeit. Aber all diese Leben wären nichts, wenn nicht, und das gerade macht den Roman so modern, die eine Gestalt des Renaissance- Menschen Hermann Schipper, des gefangenen Pfarrers, darinnen wäre! Starte Mächte standen hinter der Veröffentlichung, gute Freunde drangen darauf, und eine innere Stimme riet dazu!! Waren das nicht Gründe genug zur Veröffentlichung? In seiner launigen Vorrede legt der Verfasser diese Gründe dar und wendet sich zugleich an seine " günstigen“ und„ ungünstigen" Kritiker Aber, Herr Stadtpfarrer,( oder soll ich sagen, Herr Licentiat, Doktor, Geschichtsforscher, Romanschreiber?) lassen Sie doch die Miauzer kommen; mir gelüstet nach einer„ Rauferei"( im Sinne J. H. Mercks!) mit einem Hohlschädel, der sich den Kopf zerbricht, ob„ bei soviel Allotriis" nicht der Dienst des „ Herrn Stadtpredigers" etwas zu kurz gekommen sein möge! ein Vorerst aber freue ich mich dieses Romans und lege ihm jeden auf den Weihnachtssisch; das Buch wird angenehmes Weihnachtsgeschent sein und kann es. Papier, Druck und Ausstattung sind vortrefflich und verdienen, bei dem billigen Preise von drei Mark für das geschmackvoll gebundene Eremplar, besondere Anerkennung! Daß der Verfasser eine Reproduktion des„ Einzugs der Landgräfin Magdalena, Gemahlin des Landgrafen Georg 1., in den Himmel" nach dem wunderbaren Alabastergrabmal im Chor der Darmstädter Stadtkirche seinem Buche beigegeben, sei ihm besonders hoch angerechnet, da sich sonst um die Darmstädter alte kunst der Kudud fümmert. Eine Bitte an den„ Herrn Stadtprediger"! Rechnen Sie mich ja nicht zu ihren günstigen Kritikern; ich fann„ saugrob" werden, wenn es sein muß und besonders, wenn man mich in Kategorien steckt. Darmstadt, den 13. Oktober 1910. Hermann Bräuning- Ottavio. *) Darmstadt 1910. Selbstverlag des Verfassers. Für den Buchhandel H. L Schlapp.- 280 Seiten gebunden 3 Mart. Durch jede Buchhandlung zu beziehen. gen. * Ma ein Zufamm verordnetent * Fr tereffe an d tan, daß sie gültig aner beabsichtigt bauptstadt z * Ha ung des ge lebten Zeit angelangt Attiengesell M., wieder gemacht, bo schußleistung war. * Mc tag der ne rat Prof. Er behande fen des M * V diesem Ja weshalb di ner höher f toffelernte h Schweinen 20 Mt. per mant dindre reranstaltete Gießen ein EdBrän trag über jüngsten 2 Reichsfinan weite Schi dürfte es Hansabund teilung der zenzen her mäß in di fchaftspolit „ Der ben in de angehört, Jabre 191 während d gen Perso auf 34% der Erwer wirdschaft besonders druck, bei des Zaren findet, hat milie befu pelle angef gesungen h chor des für uns r Herren, di Doppel lichen fünft borgetragen gültige Lei ftimmten S end und e gende Sch die Gemein die von de Wehmütig berheißend tündet der fügt, daß ganz herbo licher Stünf Stätte her den Zuhö in die Au der Gesam ninchenausstell Ottober babier gel- Ausstellung Inter den zahl fich 200 M., enden Hessens für Obft Mt. e fich der 3tr. Iteräpfel auf hat auf dem die Bürger Itreichsfanzler, Gefimmung ein rrichtet. bestellte Barine erste Reise weig antreten Friedberg be= dberger Reise tschieden wer aufenen Woche die Gesamtfre ch 1558 an en dürfen we - und Klaueng nur noch il des Kreises eine Aderbau Damit ver verpackungsturrmstadt. Schlitz fand die n Schlitz, Gräurburg, Haupt meetorps, statt. riger Tätigkeit Herbst nach e tam Lehrer abe schoß mit Kindern auf wurde. Der gebracht. schaft Gießen ber den EinJebrachte Polidie Witterung die durch den gbahn führte. hreiben, in dem Im Falle der ht, durch die etreffenden Perelche Weise fie en Lehrerheim Behrerheim Voibenden sei ent eines der gün at; dieses hat innerhalb laum Die Mitglie Schulden haben enen Sommer techner Lehrer , die Gesamtgaben 3698,88 3,80 Mt. Die au Lehrer Cel ig zum Besten 1045,47 M., erwiesen. Bei en zur Unter= eimsmitgliedern wurde wieder" zu einem in bat; sie ist ie Derbheit, die alter WortforAnlehnung an t, parfümierten Krieges genug; ereiht und war ferstanden; fein elnen Begeben- ichsiges Leben, ewaltigen Zeit. nicht, und daz ine Gestalt des des gefangenen er Veröffentlich ne innere Stim enug zur Ver de legt der Vergleich an seine centiat, Doktor, Aber, Herr Sie doch die Mi ferei"( im Sinne fich den Kopf der Dienst des gekommen sein mans und lege Buch wird ein nn es. Papier, verdienen, bei sgeschmackvoll g! Daß der org 1., in den der Landgräfin grabmal im Chor beigegeben, fei it um die DarmEine Bitte an nich ja nicht zu " werden, wenn mich in Kategog- Ottavio. Verfassers. Für Seiten gebunden ehen. * Vom Odenwald. Der Preis für Aepfel ist hier überall infolge der starten Nachfrage in die Höhe ge gangen. Anfangs September hätte man allerorts Weinobst zu 2,60 bis 2,80 mt. pro Zentner bekommen können. Jetzt steht es 4,00-4,40 mt. pro Zentner. * Offenbach Die sozialdemokratische Mitgliederversammlung nahm das von dem Wahlkomitee der Partei mit der fortschrittlichen Voltspartei für die Stadtverordnetenwahl getroffene Abkommen an, wonach eine gemeinsame Kandidatenliste aufgestellt wird, in der die Fortschrittliche Vollspartei mit zwei Namen vertreten ist. * Darmstadt. Die Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes, Darmstadt 1910, wurde geschlossen. Sie war besucht von 13 482 Personen. * Darmstadt. Hier tagte unter dem Vorsitz des Generalanwalts Geheimerat Haas der Vorstand des Internationalen Bundes der landwirtschaftlichen Genossenschaften zur mehrtägigen Beratung wichtiger genossenschaftlicher Angelegenheiten. Die Vertreter waren am Samstag zu Geheimerat Haas zum Diner eingeladen. * Aus Rheinhessen. Mit dem Rückgang des Weinbaues hat sich in Rheinhessen der Anbau der Zucker= rübe gehoben. In den Gemarkungen Gimbsheim, Guntersblum, Hamm und Eich rechnet man in diesem Jahre auf der einen Rübenertrag von 400 000 3entnern. Dabei ist Preis für den Zentner von 90 Pfg. auf 1,10 Mt. geftiegen. * Mainz. Die hiesige freisinnige Partei beschloß ein Zusammengehen der bürgerlichen Parteien bei den Stadt verordnetenwahlen. * Frankfurt a. M. Die Kaiserin hat ihr Interesse an dem Frankfurter Margueritentag dadurch fundgetan, daß sie einige Vertreter zum Studium der als mustergültig anerkannten Organisation hierher sandte; anscheinend beabsichtigt sie eine ähnliche Blumenmesse in der Reichs- hauptstadt zu veranstalten. der * Hanau. Die Verhandlungen über die Ausführung des geplanten Bahnbaues Hanau- Büdingen, die in der letzten Zeit ruhten und anscheinend auf dem toten Punkte angelangt waren, sind von der Unternehmer- Firma, Aktiengesellschaft für Bahnbau und-Betrieb in Frankfurt a. M., wieder aufgenommen worden. Es wurde der Versuch gemacht, von den interessierten Gemeinden eine höhere Zu schußleistung zu erhalten, als anfänglich zugesagt worden war. * Marburg. In feierlicher Weise wurde am Sonntag der neue Rektor unserer Universität, Geh. Konsistorialrat Prof. Dr. theol. Kart Budde in sein Amt eingeführt. Er behandelte in seiner Antrittsrede das Thema„ Das Wesen des Monotheismus“. * Vom Westerwald. Die Kartoffelernte ist in diesem Jahre nicht so reich ausgefallen als im vorigen, weshalb die Preise durchschnittlich 50 bis 60 Pfg. per Zentner höher sind als im verflossenen Jahre. Die geringe Kartoffelernte hat einen Rückschlag auf den Preis von fleinen Schweinen ausgeübt. Während diese im Sommer 15 biz 20 Mr. per Stück fosteten, bezahlt man jetzt 10 bis 12 M. mint Indrom Der Hansabund reranstaltete am Samstag, abends, in dem Cafe Ebel zu Gießen eine Werbeversammlung, in welcher Herr E: Brandt Berlin einen großzügig angelegten Vortrag über„ Neudeutsche Wirtschaftspolitik" hielt. Da die jüngsten Verhandlungen des Reichstages bezüglich der Reichsfinanzreform eine nicht unberechtigte Erregung in weite Schichten des deutschen Volkes getragen haben, sc dürfte es wohl jedermann interessieren, die Aufgabe des Hansabundes, durch das Eintreten für eine gerechtere Verteilung der Steuerlasten eine Sanierung der Reichsfinan zenzen herbeizuführen, näher kennen zu lernen und demgemäß in die vom Hansabund gewünschte neudeutsche Wirtschaftspolitik einen Einblick zu gewinnen. „ Der Landwirtschaft", so führte der Redner aus,„ haben in den achtziger Jahren rund 19 Millionen Personen angehört, welche ungeachtet des Bevölkerungszuwachses im Jahre 1910 auf 17 Millionen zusammengeschmolzen waren, während die Zahl der in den verschiedenen Gewerben tätigen Personen in dem gleichen Zeitraum von 20 Millionen auf 34% Millionen stieg. Anstatt aber dieser Verschiebung der Erwerbsgruppen Rechnung zu tragen, wurde die Landwirdschaft von dem Reichstag einseitig bevorzugt. Das tam besonders flar bei der letzten Reichsfinanzreform zum Ausdruck, bei der die aus Zentrum und Konservativen besteh= Die Baren- Kapelle. be* Die 3aren Kapelle, die sich in Begleitung des Zaren während des Aufenthaltes in Deutschland findet, hat hauptsächlich bei den von der kaiserlichen Fa= milie besuchten Gottesdiensten zu singen. Da die der Kapelle angehörigen Sänger bisher nur in der russischen Kirche gesungen haben, so sagt man bei uns furzhin„ der Kirchenchor des Zaren". Diese Bezeichnung ist aber nur bedingt für uns richtig. In Wirklichkeit haben wir es bei den Herren, die in Friedberg mit anwesend sind, mit einem Doppel- Männer Quartett von außergewöhn= lichen künstlerischen Qualitäten zu tun. Die von ihnen vorgetragenen Kirchenchöre beispielsweise sind als muster= gültige Leistungen zu bezeichnen. Gleich einer gut abgestimmten Orgel ziehen die Töne der Sänger flagend, bittend und erhebend tröstend durch das im Dämmerlicht liegende Schiff der russischen Kirche. Tief ergriffen lauscht die Gemeinde, mit dem Zaren an der Spitze, den Tönen, die von den Stufen des Allerheiligsten zu ihr herabschallen. Wehmütig leise setzt der Tenor ein, tröstend und Erhörung verheißend folgt der Bariton, und kraftvoll mächtig kündet der Baß, der über eine staunenswerte Tiefe fügt, daß die Liebe Gottes ewiglich währt. Es ist eine ganz hervorragende Wirkung, die diese mit außerordent= licher Künstlerschaft zusammengestellten Stimmen an heiliger Stätte hervorbringen. Sehr oft kann man beobachten, wie den Zuhörern bei den ergreifenden Gesängen die Tränen in die Augen kommen. Von gleich großer Wirkung ist aber der Gesang der Kapelle auch bei der Wiedergabe weltlicher ver= ber= ende Reichstagsmehrheit die Erbschaftssteuer, welche alle Berufe gleichmäßig getroffen haben würde, fallen ließ und dafür Verkehrs- und Verbrauchssteuern einführte, welche in erster Linie das Gewerbe und den Handel belasteten. Der Hansabund betrachtet es nun als seine vornehmste Aufgabe, den zurückgesetzten Erwerbsgruppen zu der ihnen zukommenden Gleichberechtigung mit der Landwirtschaft zu verhelfen. Sein Augenmerk wird in erster Linie darauf gerichtet sein, daß diese Bevorzugung einer Gruppe bei den neuen Handelsverträgen fortfällt und daß die Getreidezölle nicht noch weiter erhöht werden. Der Hansabund fonnte aber nur einen machtvollen Zusammenschluß dadurch schafsen, daß er das, was die ihm angehörenden Gruppen eint, in den Vordergrund rückte. Auf diese Weise nur war ihm möglich, während seines 1jährigen Bestehens ¼ Million Mitglieder und einschließlich der angeschlossenen Vereine über eine Million Anhänger unter seine Fahne scharen. Der Hansabund hat sich besonders eifrig des Handwerks angenommen und einen Geseßentwurf über die reichsgesetzliche Regelung der Ausschreibung von Lieferungen 2c. ausgearbeitet, welcher dem Reichstag noch in diesem Winter zugehen wird." ea zu Der Redner richtete am Schluß seiner Ausführungen dez an die Anwesenden die Aufforderung, für die Sache Hansabundes noch mehr als bisher tätig zu sein. Daraufhin erklärte der hiesige Kaufmännische Verein für weibliche Angestellte durch seine 1. Vorsitzende, Frau Marie Schmidt, unter dem lebhaften Beifall der Erschienenen seinen Eintritt = h= in den Hansabund als korporatives Mitglied. Aus aller Welt. Die Ver * Berlin. Die Versicherungskommission des Deutschen Reichstages begann mit§ 1270 die Berechnung der Versicherungsleistungen. Von der Wirtschaftlichen Vereinigung und vom Zentrum lagen Anträge vor auf Erhöhung der Invalidenrente bei Vorhandensein von Kindern unter 15 Jahren. Der Zentrumsantrag wurde gegen die Stimmen der beiden konservativen Parteien und der National= liberalen angenommen. Nach§ 1294, welcher Annahme fand, kann die Rente ganz oder teilweise auf Zeit ent zogen werden, wenn sich ein Rentenempfänger ohne triftigen Grund dem Heilverfahren entzieht und dadurch die Beseitigung der Invalidität verhindert. Das gleiche gilt, wenn er sich ohne Grund einer Nachuntersuchung oder Beobachtung in einem Krankenhause entzieht. * Groß 3immern. Gegen die am 13. August hier abgehaltene Bürgermeisterwahl, aus der der Kandidat der vereinigten bürgerlichen Parteien, Kaufmann H. M. Wissen Sie eine feine Cigarette zu schätzen? Dann verlangen Sie die Marke ,, Salem Aleikum". Durch die Tatsache, dass sich Fabrikant und Händler bei dieser Cigarette mit einem äusserst bescheidenen Nutzen begnügen, wird dem Raucher ein edeles und bekömmliches Fabrikat zu einem sehr mässigen Preise geboten. Fabrik- Ansicht haben in den Zu durch Plakate kenntlich gemachten Geschäften. 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Oftober 1910. Der Müller Karl Wirth aus Lorch hat in Gemeinschaft eines Bäckergesellen zu Großen Linden die Haustüre eines Glasers aufgebrochen und hat diesem bedroht, so daß er flüchten mußte. Er wurde von der Ge meinde beherbergt und gegen die Eindringlinge wurde Anflage wegen Bedrohung und Hausfriedensbruches erhoben. Der Bäckergeselle, welcher Ausländer ist, wurde früher schon abgeurteilt und Wirth, der flüchtig war, tam später daran und erhielt wegen Hausfriedensbruchs 10 und wegen Sachbeschädigung 8 Tage Gefängnis, woraus eine Gesamtstrafe von zwei Wochen gebildet wurde. Der Angeklagte focht das Urteil an und wollte, falls er tatsächlich schuldig sei, was er jeöoch bestritt, eine Geldstrafe haben. Als ihm das Ge richt klar gemacht hatte, daß ein gemeinschaftlicher Haus- friedensbruch nur mit Gefängnis geahntet werden kann, zog er seine Berufung zurück. Der Landwirt Konrad Dechler von Wenings hat die Charlotte Kling dorten wegen Beleidigung verklagt, weil sie ihm nachgesagt hatte, er habe sie zur Abtreibung verleiten wollen. Das Schöffengericht Ortenberg verurteilte die Angeklagte zu 10 Mart Geldstrafe. Das Urteil wurde von der Angeklagten angefochten. Sie blieb dabei und wollte den Wahrheitsbeweis erbringen. Das Gericht hielt es für nötig, das persönliche Erscheinen der Parteien anzuordnen und Zeugen zu hören, sowie Zivilatten einzufordern, weshalb Vertagung auf 4 Wochen erfolgte. * Darmstadt. Der Frautfurter Flieger August Euler unternahm auf dem Truppenübungsplatz Griesheim auf einer für militärische Zwecke gebauten Flugmaschine eigener Konstruktion einen Aufstieg mit dem Kommandan ten der Darmstädter Garnison, General von Randow. Eu Ter legte eine Strecke von etwa 7 Kilometern zurück und freuzte üaer dem Landwehr- Regiment, das gerade eine Uebung veranstaltete. General von Randow sprach sich über den Flug und die Leistungen des Apparates sehr lobend aus. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. „ Na, Fräulein, wenn Sie nicht ' mal Kathreiners Malzkaffee kochen können, dann haben Sie aber recht wenig in der Pension gelernt. Das ist doch so einfach: Sie mahlen ihn, setzen ihn mit kaltem Wasser an, lassen ihn ein paar Minuten kochen und dann gießen Sie ihn durch. Fertig ist der feinste Malzkaffee, aber Sie müssen natürlich Rathreiners nehmen." Der Gehalt macht's! Lieder. Ein öffentliches Auftreten ist nur mit besonderer und Hingebung versenkten sich die Sänger in die WiederGenehmigung des Zaren gestattet. Erfolgt diese, so geschieht gabe des„ Vater unser" und des zweiten Cherubin- Lied von Bortnjansky. Es war eine unbeschreibliche Wirkung, die es nur für einen geschlossenen Kreis oder eine Wohltätig= sie erzielten. nicht Es waren nicht die einzelnen Stimmen, die itsveranstaltung. Gegen Entgelt darf die Kapelle was den Zuhörer gesangen nahmen, es war das Ganze, singen. Man hörte vor einigen Jahren von dem kaiserlichen unpackte und fesselte. Wie ein lebendes Bild, starr und Chor drei Lieder, die einen so nachhaltigen Eindruck hinbeweglich, standen, die acht Herren da. Mühelos, ohne terließen, daß ihr Wohlflang noch heute in angenehmer Erjegliches Bewegen, ohne daß man atmen hört, strömten die Töne über ihre Lippen und in die Herzen der Hörer. War innerung bei den betreffenden Zuhörern ist. Es waren dies ein Morgenlied von Mussorgsky:„ Gehe auf, gehe auf, du ihr Erfolg schon in unserem glänzend erleuchteten Konzertrote Sonne",„ Die Heimkehr“ von Batuschkins:„ An den haus ein großer, wie muß der Gesang erst im Innerh Toren, an den Toren des Vaterhauses" und das Lied der im ereines Gotteshauses wirken! Dieselben Vorzüge wie Tauzieher an der Wolga:„ Ei Uchnem", ungefähr zu deutsch: sten Teil des Konzertes bewiesen sie auch im zweiten Teil „ Wir jauchzen". Es war erstaunlich, zu sehen, welchen Erbei dem Vortrag von weltlichen Liedern. Hier mußte befolg die russischen Sänger bei der zum größten Teil deutLied sonders die„ Serenade" von Abt und das bekannte schen Zuhörerschaft errangen. Herr Bogdanof, der Dirigent von Heiser:„ Das Grab auf der Heide" interessieren. Beides der Kapelle, ein noch verhältnismäßig junger Mann, wurde mit viel Geschmack und fünstlerischer Vornehmheit ein außerordentlich feinfühliger Musiker. Durch unermüddargeboten. Neben dem Dirigenten, Kapellmeister Bogdalichen Fleiß hat es die Kapelle zu einem staunenerregtem nof, wurden die Solisten des Abends: die Herren Judin, Zusammenwirken gebracht. Es ist alles voller Ebenmaß. Aristarchow und Sewandow im Verlauf des Konzerts mit Kein Hervordrängen der einzelnen Stimme. Kein Glänzen unermüdlichem Beifall überschüttet und mit einer großen des Einzelnen auf Kosten der anderen, sondern der ChorgeAnzahl von Blumen- und Kranzspenden geehrt. Am Schluß sang, wie er sein soll. Was die äußeren Verhältnisse der des Konzertes, nach dem Vortrag des wuchtigen, tief Angehörigen des Chores betrifft, so sind sie Hofbeamte greifenden Wolgaliedes„ Ei Uchnem" blieb das ganze PubIhre Stellung ist, wenn wir recht unterrichtet sind, eine lifum einmütig versammelt und ruhte nicht, bis die Sänlebenslängliche. Petuniäre Sorgen haben sie nicht zu fürchger den letzten Chor wiederholten. War der künstlerische ten, sondern können sich ganz und ungehindert ihrer schö= Erfolg des Konzertes ein großer, so blieb der äußere danen Kunst widmen. gegen gewiß nicht zurück. Es wurde eine Einnahme von über 1300 Mart erzielt, die zu gleichen Teilen dem Verein für Säuglingspflege in Hessen und dem Bad Nauheimer Elisabethhaus zugeführt wurden. ist Dieser kaiserlich- russische Kirchenchor gab am 4. Ottober in Bad Nauheim ein Konzert, das ein künst Terisches Ereignis 1. Ranges war. Mit welcher Innigkeit er C IVO PUHONNY Ein Sprung in's Ungewisse ift jeder Verfuch, die bewährten Marken Palminen Palmona ( Pflanzen- Butter- Margarine) durch unbe. kannte, billige Fette zu erfetzen. Palmin und Palmona werden feit vielen Jahren täglich in Millionen Haushaltungen verwendet; fie find alfo erprobt und bewährt, fonft würden fie nicht den ausgezeichneten Ruf genießen, den fie von der feinſten bis zur einfachsten Küche besitzen. Darin liegt eine Garantie, die bei unbekannten Marken nicht geboten wird. Wissenschaftliche Selbst- Unterrichts- Werke verbunden -Pianos BALDUR Flügel Harmonium- Lager mit Patent- Mechanik ( System wie bei Flügel.):: Uebertreffen alle anderen durch eine leichtere wohlgefälligere Spielart und Ausdrucksfähigkeit im Spiel. besitzen, trotz kleinen Formats eine ausserordentliche Klangfülle, verbunden mit edelster Tonschönheit. Schönster Flügel kleinen Formats! Baldur- Pianoforte- Fabrik von Ferd. Schaaf, Fürstl. Schwarzbg. Hoflieferant, Frankfurt a. M. 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Oftober 1911 in nachstehenden Dienstag d. 18. Oktober 1910, Losen vergeben werden: Los 1 Kolonialwaren, 2 Gemüse, " " 3 Kartoffeln, Los 4 Eier, " 5 Ha..d- u. Limburgerkäse, 6 Milch. " Vertragsbedingungen liegen auf dem Zahlmeister- Geschäftszimmer genannten Bataillons neue Kaserne zur Einsicht auf. - Gleichzeitig wird auch die Abfuhr des Spülichts bergeben. abends 8 Uhr: 3 Dienstags- Abonnements- Vorstellung Buridans Esel Ende gegen 1012 Uhr. Mittwoch den 19. Oktober abends 7 Uhr: 3. Mittwochs- Abonnements- Vorstellung Ende 92 Uhr. Angebote sind verschlossen mit entsprechender Auf Der grosse name schrift versehen, der Küchen- Verwaltung von 20./10. bis 24./10. 1910 einschließlich einzureichen. Eröffnung 25./10. 1910, 10 Uhr vormittags. Die Küchen- Verwaltung des II. Bataillons Infanterie- Regiments „ Kaiser Wilhelm" Nr. 116. Ca. 2000 Zentner Abfallkalk( Kalkasche) für die verschiedensten Dungzwecke auch zu Kombofthaufen - borVersteigerung. a. 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Ochsenfleisch per Pfd. Rindfleisch per Pfd. Bohnen per Pfd. unter denen, ftimmten Ba wertvollsten von den Ka billig bevorz gestellt werd Wahlkreise n 6. Berliner 00.06-0010 00.10-00.20 0.50-0.00 20 0.005 nach dem Th teien, die in Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es tönnen eingestellt werden: blüffend einfachen Doppelglockenlager. 4 Blaser, 2 Schuhmacher, 2 Schlosser, 1 Schmied, 1 Hauseinem Wahli men erhalten würden sich werber finde einem Wahlf Für Vereine usw. hübsches Kneip- Nähmaschinen in allen Systemen und Ausführungen, Katalog steht bursche, 2 Dienstmädchen, 1 Köchin, 1 Bet- und Kaffee- Stimmen erb zeit entsprechend mit neuem Par- ern zur Verfügung. Vertreter zu sehr günstigen Bedingungen gesucht. föchin, 2 Küchenmädchen. Deutsche Fahrradw. Starmvogel Gebr. Grüttner Lehrlinge: 1 Schlosser. kettfussboden. Neuer Inhaber: Th. Rösch. Berlin- Halensee 226. 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