M. S: och hren in n kann. 000 rten Jani Konzert Gr. Hess.) Nr. 116 Löber. Eintritt 75 Pfg. enmacher, Wagurr ng. chaft im). ohne Narben erungen gegen Rüdp. mi Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 84. Bekanntmachung 10 Enthält alle amfi. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Samstag, 1. Juni 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pig. die 44 min breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pig.; die 90 mm breite Petitzeile im Rettameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pig.; Tabellen mit 50° 。 Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei leberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Plasvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Der bisherige Oftroi- Inspektor Ludwig Mäser ift zum Stadtrechner ernannt und verpflichtet wor Er hat seinen Dienst heute angetreten. Gießen, den 16. Juni 1910. den. Großherzogliche Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Sammstraße zwischen den Unterführungen an der Westanlage und an der Neustadt von heute an bis auf weiteres für jeglichen Fuhrwerts- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 17. Juni 1910. Großherzogliches Polizeiamt. J. V.: Pfeffer. Arbeitsvergebung. Die Maurer- und Pflasterarbeiten für die Neubefestigung des Großen Steinweges und des Eichweges sollen Mittwoch, den 22. Juni d¾. Is., vormittag 3 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienstfamden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, ber daselbst erhältlich, find spätestens bis zum vorgenann ten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift bersehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 14. Juni 1910. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Arbeitsvergebuna. Die Maurer- und Pflasterarbeiten für die Neubefestigung der Sentenbergstraße sollen Mittwoch, den 22. Juni ds. Js., vormittag 3 10% Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der DienstStunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, ber daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenann ten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift bersehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 14. Juni 1910. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Arbeitsvergebung. Die Maurer- und Pflasterarbeiten für die Neubefestig= mg der Licherstraße sollen Mittwoch, den 22. Juni ds. Is., vormittags 9½ Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenann ten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 14. Juni 1910. Städt. Tiefbauamt. Braubach. - Arbeitsvergebung. Die Erd-, Maurer- und Asphaltarbeiten für die Neubefestigung der Schloßgasse sollen Mittwoch, den 22. Juni ds. Is., vormittags 11½ Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 14. Juni 1910. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Revisionsarbeiten im Maschinenhaus des Elektrizitätswertes wird am Sonntag, den 19. Juni d. Js., von 3½ bis 6 Uhr morgens das samte Kabelnet ausgeschaltet und die Stromlieferung unterbrochen, was wir den Konsumenten hiermit zur Kenntnis bringen. Gießen, den 16. Juni 1910. Elektrizitätswert u. Straßenbahn der Stadt Gießen. J. V.: Dipl.- Ing. Schmit. Bekanntmachung. ge= Die unterm 26. Mai 1910 angeordnete Sperre der Liebigstraße am Uebergang über die Oberh. Bahn wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 14. Juni 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Vergebung von Pflasterarbeiten. Die Erd-, Maurer und Asphaltarbeiten für die Neubefestigung der Brandgasse sollen Das neue hessische Gemeindeßteuergelek. sein, die Grund und Gewerbesteuer einer durchgreifenden Der Finanzausschuß der zweiten Kammer hat den neuen Gesetzentwurf über die Gemeindeumlagenreform soeben fertiggestellt; er wird den Hauptberatungsgegenstand fuhr, Dresden 2. 2 der Sommertagung des Landtages bilden. Die Neuregelung des Gemeindesteuerwesens ist eine allseitig anerkannte Notwendigkeit. Bereits 1904 ist ein Gefeßentwurf von der Zweiten Kammer beraten und genehmigt, von der Ersten ung Wirte: sümtl. System, Kom Borſchlag der Regierung, bei der Veranlagung zur Grundten, Minerva, F Rammer aber fallen gelassen worden, weil namentlich der erlaubt, wenig fteuer lediglich den gemeinen Wert als Unterlage zu neh funktionierend, spomen und den Ertragswert auszuscheiden, nicht den Beifall kaufen durch olf Kiefer ertrieb, Heidelberg Tein Die erste Aufgabe der neuen Gesetzgebung aber muß sein, die Grund und Gewerbesteuer einer durchgreifenden Reform zu unterziehen, die Grundsteuer, die bei dem Grund und Boden auf den alten Grundsteuerkapitalien von 1824 und bei der Gebäudesteuer auf Schäßungen der 1860er Jahre beruhen, und der Gewerbesteuer, deren Aufbau ebenfalls auf veralteten Grundlagen gestüßt ist; sie können unter feinen Umständen aufrecht erhalten werden, da sie weder Rücksicht auf das im Gewerbe arbeitende Anlage- und Betriebskapital nimmt, noch auf den Ertrag. Ein Jahr Hansabund. der Mitglieder der Ersten Kammer fand. Am 8. Mai 1909 wurde dann ein neuer, den Wünschen der Herren entge= Der Hansabund für Gewerbe, Handel und Industrie genkommender Entwurf eingebracht. Wie schon bei der früheren Beratung, so war auch diesmal wieder durch die eingebrachten Anträge des Abg. Schönberger die Frage zur Erörterung gebracht worden, die West the und 36 ganz Uebertraanne die nd Scheune, in 57 ist zu vermieta verlaufen Cimon, Wiefed Hermann Dirb zum auffeur gl. off. Stell. foften ng nur 50 bon hat in diesen Tagen das erste Jahr seines Bestehens beendet. Das gibt der Leitung des Bundes Anlaß zu folgendem Rückblick: ten. 21. Jahrg. Mittwoch, den 22. Juni ds. Js., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenann ten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 14. Juni 1910. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Vergebung von Maurer- u Pflasterarbeiten. Die Maurer- und Pflasterarbeiten für die Neubefestigung der Bürgersteige in der Ludwigstraße zwischen Riegelpfad und Liebigstraße sollen Mittwoch, den 22. Juni ds. Is., vormittags 9 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenann ten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 14. Juni 1910. Städt. Siefbauamt. Braubach. Vergebung von Bauarbeiten. Die für die Erbauung eines Schulhauses nebst Abortgebäude und Einfriedigung zu Garbenteich erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, wie: Erd-, Maurer-, Steinmetz( Lungstein), Zimmer-, Dachdecker, Spengler, Schlosser, Glaser-, Schreiner-, Weißbinder- und Tapezierarbeiten, Blizableiteranlage, Träger, Eisen, Röhren und Zementlieferung, Pflaster= arbeiten und Basaltgruslieferung, sollen im Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18, während der Dienststunden zur Einsicht offen. Angebote mit entsprechender Aufsicht versehen, sind verschlossen und postfrei bis spätestens Freitog, den 24. Juni d. Js., vormittags 8% Uhr, bei Gr. Bürgermeisterei Garbenteich einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Gießen, den 14. Juni 1910. Der Gr. Kreiskaninspektor des Kreises Gießen. Diehm. sprechgebührenordnung, welche jetzt einer Kommission überwiesen ist, ablehnen müssen; bei aller Anerkennung des dem Wertzuwachssteuergeset zugrunde liegenden gerechten Gedankens der Besteuerung des unverdienten Wertzuwachses hat er gegen den Entwurf des Gefeßes Stellung genommen. Er hat weiter in der Frage der Reichsversicherungsordnung die Versicherungsämter, die Kodifikation der ganzen Gesetzgebung und die Beseitigung der freien, wie Einschränkung der Betriebstrantentassen bekämpft. In allen diesen Fragen hat der bisherige Gang der öffentlichen Erörterungen den Standpunkt, den der Hansabund eingenommen, bestätigt. Was die Stellung des Hansabundes zu den Wahlen betrifft, so sind auch hier erfreuliche Erfolge zu verzeichnen. Insbesondere hat eine Anzahl angesehener Vertreter von Gewerbe, Handel und Industrie auf Veranlassung des Hansabundes sich bereit erklärt, für den Reichstag zu kandidieren, und zwar in nicht geringer Zahl. Der Hansabund hat demnach innerhalb der furzen Zeit seines Bestehens eine Grundlage geschaffen, auf der für die Zukunft fortgebaut werden kann. Parlamentarisches aus Hessen. Die Kämpfe um die Reichsfinanzreform hatten die Erger bantens emblem eine Mettre ma ber die Gemeinden und damit die Abſchaffung der Realsteuern wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Interessen der An zu veranlassen, wobei zugleich folgerichtig vom Antragstel gehörigen von Handel, Gewerbe und Industrie, der Arler das Verbot des Schuldenabzugs bekämpft wurde, und, beitgeber und der Arbeitnehmer, der Groß-, Mittel- und wie bei ei der staatlichen Einkommens- und Vermögenssteuer Kleinbetriebe, des Handwerks und des Mittelstandes zu lediglich das Prinzip der Leistungsfähigkeit des Steuerzah- schaffen. Wie sehr dieser Gedanke den praktischen Bedürflers auch in der Gemeindesteuer zur Geltung tommen sollte. nissen der erwerbstätigen Kreise entspricht, ergibt sich daDer Ausschuß ist diesen Anregungen nicht gefolgt; er hält raus, daß in einem Jahre 33 Landesgruppen und größere mit der Regierungsvorlage an dem Grundgedanken fest, Bezirksgruppen des Hansabundes und 537 Ortsgruppen gedaß die Abschaffung der Realsteuern in der Gemeindesteuergründet worden sind, daß außerdem in 889 Orten des gesetzgebung und ihr Ersatz durch Zuschläge zur staatlichen Deutschen Reiches 1120 Vertrauensmänner des HansabunEinkommen und Vermögenssteuer feineswegs den Interessen des tätig sind. Weiterhin sind dem Hansabund 525 deutsche her Gemeinden entsprechen würde. Die Verhältnisse in der wirtschaftliche Vereine als forporative Mitglieder beigetre Gemeinde sind ganz anders als im Staate gelagert. Bei Die Mitgliederzahl des Hansabundes an direkten Mitden Gemeinden tommt in erster Linie der Grundsatz gliedern beträgt ungefähr 250 000 Personen, wobei die dem Leistung und Gegenleistung in Betracht. Zahlreiche Auf= Hansabund forporativ angeschlossenen Vereine als einzelne Personen gerechnet sind. Seit Gründung des Hansabundes find etwa 800 öffentliche Versammlungen abgehalten worden; Aufklärungsmaterial, Flugblätter wurden in Höhe von gegen 2½ Millionen Exemplaren verteilt. Die praktische Tä tigkeit des Hansabundes beruht im wesentlichen darin, daß bis in die entfernteften Kreise des Bürgertums Aufklärung getragen wird über die wirtschaftliche Bedeutung von Gewerbe, Handel und Industrie, über die diesen Kreisen gemeinsamen Interessen, insbesondere aber Aufklärung über die gegenwärtige Politik des Bundes der Landwirte, die zum Schaden der Nation zu einer einseitigen Belastung und Be- germeister und Beigeordneten durch den Kreis- und Profämpfung einzelner Erwerbstände des deutschen Bürger- tums ausgeartet ist. Der Hansabund hat auf wirtschaft= lichem und wirtschaftspolitischem Gebiete Stellung genom men zu den wichtigsten der während seines Bestehens zur Verhandlung gelangten Gefeßentwürfe. Er hat die Fernffeurfachschule ten Erwerbstlaſſen zugute, und es wäre unbillig, namentEfurt a. M. chwarzburgftraße lich in solchen Fällen, wo, wie in rein landwirtschaftlichen 1 oder industriellen Gemeinden die meisten Gemeindeausga ben einer dieser beiden Erwerbstlassen vornehmlich zugute lommen, alle Gemeindegenossen im gleichen Maße dafür Steuerlich heranzuziehen." Es wird noch weiter darauf hingewiesen, daß Einkommen- und Vermögenssteuer erheblichen Schwankungen unterworfen feien im Gegensatz zu den Realsteuern, besonders der Grund- und Gewerbesteuer, und daß die Gemeinden solche Schwankungen weniger gut ertragen fönnen, als der Staat, der sich eher auf andere OMK se( 500, 300, 2001) che und ewinnbringende dungen en gratis und France Berlin 246 SW. 4 Weise Deckung zu verschaffen vermag. Dazu bringe die natürliche Entwickelung unseres wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens fast von Jahr zu Jahr eine weitere Steigerung der Gemeindelaften mit sich. Der Sonderausschuß für die Verwaltungsge= febreform behandelte am Mittwoch die Vorschriften der Artifel 51-102, welche sich beschäftigen mit der Einleitung und Durchführung der Wahl zum Gemeinderat, der Beset= ung der Bürgermeistereien, der Wahl, den Dienstbezügen und dem Ausscheiden des Bürgermeisters und der Beigeordneten aus dem Amt, der Tätigkeit des Gemeinderats und der Genehmigungspflicht der Geschäfte und Beschlüsse des Gemeinderats. Die Vorschriften über das Wahlverfahren sind neu gefaßt und einheitlich in der Städte und Landgemeindeordnung dem Verfahren über das Reichstagswahlrecht entsprechend gestaltet werden. Die Abstimmung erfolgt mit Stimmzetteln, die der Abstimmende selbst dem Wahlvorsteher in einem amtlich gestempelten Umschlag überreicht. Die Stimmzettel müssen von weißem Papier ohne durchsichtigem Papier, auch muß ein der Beobachtung unKennzeichen sein, die Umschläge von dunkelfarbigem, unzugänglicher Raum oder eine Vorrichtung mit Tisch handen sein, damit der Wähler unbeobachtet seinen 3ettel in den Umschlag steden tann. Bei Artikel 85, der die Vorund Beigeordneten enthält, wurde die Bestätigung der Bürschriften über die Bestätigung der gewählten Bürgermeister binzialpusschuß beibehalten. vor= Die Vorschriften Aber die Dienstbezüge der Bürgermeister in der Landgemeindeordnung haben in der Regierungsvorlage eine neue Fassung erhalten. Der Ausschuß hat jedoch die Entscheidung in dieser wichtigen Frage vorläufig ausgesetzt und will die Frage der Besoldung der Landbürgermeister durch besondere Vor-| schriften festgelegt wissen. Die Bureautosten sollen lediglich dem tatsächlichen Bedürfnis angepaßt werden, und die Vergütung, welche der Bürgermeister für die Verrichtung von Privatbeschäftigung erhebt, sollen in die Gemeinde tasse fließen. Der Ausschuß will über diese Bestimmungen zunächst die Ansichten der Regierung hören. * Die 3 weite Kammer ist auf Mittwoch, den 22. Juni, zur Abhaltung einer Sommertagung zusammenberufen worden. Der Ausschuß setzte seine Beratungen am Donnerstag sert und beschäftigte sich mit den Artikeln 102-130 der Landgemeindeordnung, welche die Bestimmungen über die amtliche Stellung der Gemeinderatsmitglieder, die Sißungen des Gemeinderats, die Tätigkeit des Bürgermeisters u. der Beigeordneten, sowie die Geschäfte des Bürgermeisters behandeln. Bezüglich der Sitzungen des Gemeinderats in der Landgemeindeordnung wurde im Ausschuß beantragt, die Oeffentlichkeit der Sizungen zur Regel zu machen. Der Ausschuß hat aber in Uebereinstimmung mit der Entscheidung, die für die badische Landgemeindeordnung getroffen wurde, diese Regelung der Frage abgelehnt und dagegen eine Bestimmung angenommen, wonach ber Gemeinderat jederzeit die Oeffentlichkeit der Sizungen beschließen kann. Außerdem wurde eine Bestimmung eingefügt, daß jedesmal zu Beginn des Etatsjahres über die Oeffentlichkeit der Sizungen Beschluß gefaßt werden kann. Hinsichtlich der Gültigkeit eines Gemeinderatsbeschlusses wurde vom Ausschuß an der Forderung festgehalten, daß in der Sitzung sofort eine Niederschrift der Beschlüsse zu erfolgen hat und daß für die Abstimmenden ein Unterschriftszwang einge= führt wird. Nur ausnahmsweise soll in besonderen Fällen die nachträgliche Einholung der Unterschrift gestattet sein. Im Artikel 115 war nach der Regierungsvorlage bestimmt worden, daß bei Stimmengleichheit in Beschlüssen des Gemeinderates die Stimme des Vorsitzenden entscheiden soll. Diese Vorschrift hat der Ausschuß beseitigt, dagegen die weitere Vorschrift aufrecht erhalten, daß in Personalangelegenheiten bei Stimmengleichheit die Stimme des Bürgermeisters ausschlaggebend sein soll. Im Artifel 124 wird bestimmt, daß der Betrieb einer Gast und Schankwirtschaft dem Bürgermeister nur mit Zustimmung des Kreisausschusses und unter den von diesem etwa festzusetzenden Bedingungen gestattet sei. Hierzu lag ein Antrag vor, für die Zukunft den Betrieb einer Gast- und Schankwirtschaft für den Bürgermeister überhaupt auszuschließen. Im Ausschuß war man darüber verschiedener Meinung. Die eine Hälfte entschied sich dahin, daß der Betrieb einer Gast- und Schantwirtschaft dem Bürgermeister unter allen Umständen untersagt sein soll, die andere Hälfte stimmte dafür, daß der Widerruf einer Konzession erfolgen solle, wenn die bei der Konzessionserteilung gestellten Bedingungen nicht eingehal ten würden. Da die Stimmengleichheit im Ausschuß als Ablehnung gilt, so ist zunächst die Regierungsvorlage als genehmigt zu betrachten. Der Schiedsspruch im Baugewerbe. Das von den Unternehmern und den Arbeitern gewählte Schiedsgericht hat in Dresden folgenden Spruch gefällt: Die gegenwärtigen tariflichen Löhne werden während der Vertragsdauer im allgemeinen um 5 Pfennig erhöht. In Orten, die nach der letzten Volkszählung weniger als 5000 Einwohner hatten, wird der tarifliche Lohn um 4 Pfennig erhöht. Gehören solche Orte nach dem letzten Tarifvertrage zum Vertragsgebiet eines größeren Ortes, so tritt auch hier eine Lohnerhöhung von 5 Pfg. ein. Die Erhöhung hat in folgender Weise stattzufinden: 1. Wo 5 Pfg. gewährt werden, wird der Lohn sofort um einen Pfennig, am 1. April 1911 um zwei Pfennig und am 1. April 1912 um zwei Pfennig erhöht werden. 2. Wo vier Pfennig gewährt werden, wird sofort um einen Pfennig, am 1. April 1911 um zwei Pfennig und am 1. April 1912 wieder um einen Pfennig erhöht. Im übrigen ist die Teuerungszulage abgelehnt worden. Die Nebenbedingungen des Vertrages werden zur Verhandlung an die örtlichen Instanzen verwiesen werden und entgültig entschieden durch die bisherige zweite Instanz. Die Verhandlungen müssen bis zum 8. Juli zu Ende geführt sein. Die zweite Instanz hat bis zum 15. Juli endgültig zu entscheiden. Soweit sich bis jetzt feststellen läßt, hat dieser Schiedsspruch in zahlreichen Städten nicht die Genehmigung der Arbeitnehmer gefunden. Es liegen darüber folgende Meldungen vor: Karlsruhe. Der Baugewerfenverband KarlsruheDurlach hat die Aussperrung mit dem 15. d. Mts. für beendet erklärt. Die hiesigen Bauarbeiter haben indessen, da ihnen die Bestimmungen des Dresdner Schiedsgerichtsspru ches nicht genehm sind, die Arbeit noch nicht wieder aufgenommen. Mannheim. Die hiesigen Bauarbeiter haben sich der Entscheidung des Schiedsgerichts nicht gefügt. Sie haben die Arbeit heute früh nicht aufgenommen, sondern über die Baustellen die Sperre verhängt und suchen die Arbeitswilligen von der Arbeit abzuhalten. Nürnberg. Die hiesigen Bauarbeiterorganisationen beschlossen, die Arbeit vorläufig nicht aufzunehmen. Darmstadt. Eine Versammlung der Freien Vereinigung der Bauunternehmer, sowie der Maurer- u. Zimmermeister beschloß, die Arbeit in vollem Umfange wieder aufnehmen zu lassen. Wider Erwarten haben aber die Arbeitnehmer den Schiedsspruch des Dresdner Schiedsgerichts nicht ohne weiteres anerkannt, sondern beschlossen, nähere Weisungen von der Zentralleitung in Berlin zu erwarten. Daher ist die Wiederaufnahme der Arbeit nicht erfolgt. Jedenfalls werden, wie aus Dresden gemeldet wird, in den nächsten Tagen die Zentralorganisationen der Unternehmer und der Arbeiter abermals zusammentreten, da sie die moralische Verantwortung für die Durchführung des Schiedsspruchs übernommen haben. Lokales. Gießen, 18. Juni 1910. ** Der Großherzog und die Großherzo gin sind mit ihren Kindern in Siley angekommen. Der Aufenthalt ist auf einen Monat berechnet. ** In den Ruhestand versetzt wurde vom Großherzog der ordentliche Professor in der philosophischen Fafultät der Landesuniversität Geheimerat Dr. Richard He ß Gießen auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1910 an. * Die Stich wah I im zweiten oberhessischen Wahlkreise Friedberg Büdingen wird auf Freitag, den 24. Juni, festgesetzt werden. Der nationalliberale Wahlausschuß und die Vertrauensmänner der nationalliberalen Partei im Wahlkreis Friedberg Büdingen beschlossen, für die Kandidatur v. Helm oft einzutreten. * Ausflug. Die Bürgermeister, Beigeordneten und sonstigen Beamten der Gemeinden des Kreises Gießen gedenten am Samstag, den 9. und Sonntag, den 10. Juli, die Rheinufer und zwar Ober- Lahnstein, Königswinter, Bonn und Köln zu besuchen. * Diebstahl. Aus einem Zigarrengeschäft am| probt werden. Wie die hiesige Freie Studentenschaft mitMarktplatz wurde ein großer Posten von Zigarren entwen- teilt, steht sie wegen dieser Frage mit einer Anzahl Gutzdet. Von dem Dieb fehlt bis jetzt jede Spur. besitzer in Unterhandlung. * Jugend se st. Bei dem Jugendfest im Philosophenwald am 28. Juli steht eine Beteiligung von etwa 4600 Kindern zu erwarten. Es wird also auch diesmal wieder das Fest einen großartigen Verlauf nehmen. ** Provinzialtag. Der Plan der Errichtung einer elektrischen Zentrale bei Lißberg hat nun auch die Genehmigung des Provinzialtages gefunden. Das Wert wird bei über 3 Millionen Mark Bautosten insgesamt 63 Orte der näheren und weiteren Umgebung bis nach Lich und Grünberg hin mit elektrischem Strom versorgen, der sich infolge der ausgedehnten Verwendung der Wasserkräfte zur Eletrizitätserzeugung nur auf 30-40 Pfg. für die Kilowattstunde stellen wird. * Die Verwaltung der Ober- Postdirektion Darmstadt geht von dem Wirklichen Geheimen OberPostrat Kobelt, der am 1. Juli in den Ruhestand tritt, auf den neu ernannten Ober- Postdirektor Milka u über. Stadttheater. Nach dem großen Erfolg des ersten Nauheimer Operettengastspiels ist dringend zu hoffen, daß die weiteren Operettenabende besser besucht werden. Die Durchführung dieser Gastspiele in großstädtischer Aufmachung und mit erstklassigen Kräften würde im andern Falle für die nächsten Jahre in Frage gestellt sein. Frl. Grete Brill, die ausgezeichnete und beliebte Soubrette des Ensembles ist vom Herbst ab an das Dresdener Residenztheater verpflichtet. Sie ist zweifellos eine der temperamentvollsten und seschesten Vertreterinnen ihres Faches und wird sicher auch als Briefchristel" im Vogelhändler" am Dienstag mit in erster Reihe des Erfolges stehen. Uebrigens sind sämtliche ersten Kräfte des Ensembles am Dienstag beschäftigt. Die Ausgabe der Billets für Dienstag findet von Sonntag 11 Uhr ab statt. Aus Hessen und Nachbargebiet. * Nieder- Kleen. Am nächsten Sonntag und Montag wird hier das Hüttenberger Sängerbundesfest gefeiert. Unsere Gemeinde und der festgebende Verein haben alles aufgeboten, um das Fest zu einem schönen und wohlgelungenen zu gestalten. Außer den Gesangvereinen, die dem Hüttenberger Sängerbund angehören, werden noch eine Anzahl anderer Gesangvereine eintreffen, so daß sich eine stattliche Sängerschar bei uns zusammensinden wird. * Aus der Wetterau. Einige Wochen früher als sonst hat dieses Jahr die Heuernte begonnen. Die letzten Gewitterregen waren für den Graswuchs nur sehr förderlich, so daß die Ernte außerordentlich reich und die Güte des Futters vorzüglich ist. Der Zentner neues Heu wurde mit 2,20-2,50 Mt. bezahlt, während im Vorjahre der Preis auf das Doppelte gestiegen war. Ober See men. In einem Dampfsägewerk war ein Arbeiter mit dem Durchlägen eines Holzes an der Zirkelsäge beschäftigt, als plöblich ein Spahn abflog und dem Manne den Hals durchbohrte. Der Tod trat auf der Stelle ein. * Büdingen. Hier wurde ein Hebammenverein für den Kreis gebildet, der die Hebung der Standesinteres sen und Förderung der Ausbildung bezweckt. Der Verein zählt bis jetzt 50 Mitglieder. Vorsißende ist Frau KölschNidda, Stellvertreterin Frau Hillenbrand- Bleichenbach. * Hungen. Die für den Verkehr mit elektrischen Triebwagen auf dem hiesigen Bahnhofe zu errichtende Kraftstation ist hinter dem Lokomotivschuppen im Bau begriffen die und schreitet rasch vorwärts. In Kürze sollen auch Arbeiten zur Erweiterung des Personenbahnhofs und des auf Güterschuppens vergeben werden. Der Güterverkehr der hiesigen Station hat eine fortwährende Steigerung er der fahren und ist der stärkste von sämtlichen Stationen Bahnlinie zwischen Gießen und Gelnhausen. * Friedberg. Im Hotel Trapp fand die Generalversammlung des Hessischen Sparkassenverbandes statt, der als Vertreter des Deutschen Sparkassenverbandes Göt64 Direktoren vertraten die ting- Hildesheim beiwohnte. Kassen des Großherzogtums. Nach Erstattung des Geschäftsberichts hielt Direktor Bastian einen eingehenden Vortrag über den Verkehr mit der Hessischen Landes hypothekenbank und Landesbankrat Rausch einen Vortrag über Wertpapiere und ihre Bedeutung für die Sparkassen. * Friedberg. Ihr 700jähriges Bestehen kann unsere Stadt 1916 begehen. Da Friedberg auf eine reiche denkwürdige Geschichte zurückblickt, so ist angeregt worden, das neu entstandene umfangreiche Archiv und das reichhaltige Museum in einem angemessenen Gebäude unterzubringen. Man hofft auch, daß eine würdige Gedenkfeier zustande kommt. * Laubach. Der letzte Schweinemarkt war ungewöhnlich start, mit 436 Stück, befahren, wovon 313 von Händlern, der Rest mit 123 Stück von Bauersleuten aus Ser Umgegend aufgetrieben waren. Schwächere Ferkel stellten sich das Paar 50 Mark, stärkere auf 65-80 Mart. * Nidda. In dem Kontursverfahren über das Vermögen des Vorschuß- und Kreditvereins zu Ober- Mockstadt, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, soll eine zweite Abschlagsverteilung stattfinden. Zu berück sichtigen sind 2014 578.31 Mark nicht bevorrechtigte Forderungen denen eine verfügbare Masse von 302 323,55 Mart gegenübersteht. * Darmstadt. Hier starb nach langem Leiden im Alter von 73 Jahren Generalmajor a. D. F riz Beck. Der Verstorbene war längere Zeit Distriktskommandeur der Gendarmerie in Oberhessen und in Rheinhessen, bis er am 10. Mai 1888 Korpskommandeur der Gendarmerie wurde. In dieser Eigenschaft wirkte er bis zum 1. Oktober 1906, wo er in den Ruhestand trat. Bei seinem Scheiden aus dem Dienst wurde ihm der Charakter als Generalmajor verliehen. * Darmstadt. Nach dem Personalverzeichnis der Technischen Hochschule für das Sommersemester 1910 ist eine Gesamtbesucherzahl von 1407 gemeldet, darunter 43 Damen. Im letzten Wintersemester betrug die Zahl 1682, darunter 132 Damen. Die Besucher sind 1042 Deutsche und 365 Ausländer. Preußen stellt 503, Hessen 337, Bayern 58, Elsaß Lothringen 25, Baden 23 Besucher 2c. Von den Ausländern sind 277 Russen, 25 Desterreicher, 20 Norweger, 8 Schweizer, 7 Engländer, 5 Italiener 2c. An der Hochschule sind 41 Studentenvereinigungen und Verbindungen angemeldet und zugelassen.nd * Aus Rheinhessen. Die Provinz Rheinhessen steht im Gegensatz zum Vorjahr vor einer reichen Getreide und Futterernte. Korn, Gerste und Weizen, die hauptsächlichsten hier gepflanzten Halmfrüchte, haben sich so prachtvoll entwickelt wie seit Jahren nicht. * Offenba ch. Die Schuh- und Schäftefabriken fündigten sämtlichen Arbeitern, 1000 an der Zahl, zum 21. Juni, weil in einer Schuhfabrit ein Streit ausbrach und eine Einigung nicht herbeigeführt werden konnte. * Marburg. Die Gesamtzahl der an der hiesigen Universität immatrikulierten Studierenden beträgt 2192 ( darunter 55 Frauen). Rechnet man noch die 31 Männer und 14 Frauen, welche zum Hören der Vorlesungen berechtigt sind, hinzu, so erhöht sich die Ziffer auf 2237, gegen 2113 im vorigen Sommer und 1829 im letzten Winter. * Marburg. Die Anregung, daß Studenten während der großen Ferien bei Landwirten Beschäftigung finden, dürfte in diesem Sommer hier zum ersten Male erAus aller Welt. * Berlin. Der Kaiser hat sich einen anscheinend durch die ersten, nach der Genesung unternommenen Ritte veranlaßten Erguß im rechten Kniegelenk zugezogen. Sein Allgemeinbefinden ist in keiner Weise gestört. Um Mißdeutungen vorzubeugen, wird ärztlicherseits Wert da= rauf gelegt, auszusprechen, daß ein Zusammenhang der Knieaffektion mit dem nunmehr geheilten Furunkel nicht besteht. * Stuttgart. Das Befinden des Königs von Württemberg, der, wie bereits gemeldet, an einem Darmleiden erkrankt war, hat sich in den letzten Tagen soweit gebessert, daß sich der Monarch jetzt außer ärztlicher Behandlung befindet. * Plauen i. V. Die 75 Jahre alte Milchfrau Rau in Feldwiese bei Elsterburg wurde in ihrer Wohnung ermordet. Es liegt ein Raubmord vor. Vom Täter fehlt jede Spur. * Danzig. Eine Feuers brunst hat das Dorf Schlachting im Kreise Tuchel in Westpreußen heimgesucht. Nicht weniger als 15 Gehöfte wurden in furzer Zeit ein Raub der Flammen. Im ganzen sind 37 Gebäude eingeäschert worden. Zwei Kinder sind in den Flammen umgekommen. An eine Rettung war bei der herrschenden Dürre nicht zu denken. Das ganze lebende und tote Inventar ist mit verbrannt. Die Abgebrannten sind meist nur gering versichert. Der Brand soll durch Kinder verursacht worden sein. ge= * Montreal. Auf dem Dach des Geschäftshauses des„ Herald" in Montreal stürzte ein riesiger Wasserbehälter zusammen und durchschlug die vier Stockwerke des Gebäudes. Eine große Anzahl der Angestellten wurde tötet oder verwundet. Im Anschluß daran brach ein Feuer aus, welches das Gebäude vollständig zerstörte. Die Zahl der Toten wird auf 30-40, die der Verwundeten auf 50 angegeben. * Southampton. Theodor Roosevelt ist mit seiner Familie an Bord des Dampfers„ Kaiserin Auguste Viktoria" nach New- York abgereist. * Jerusalem. Das syrische evangelische Waisenhaus in Jerusalem wurde ein Raus der Flammen. Ueber 1000 Waisenfinder sind einstweilen in den Räumen der Kaiserin Auguste- Vittoria- Stiftung auf dem Delberge untergebracht. )( Jean Böschlin gewann am 12. Juni wiederum auf seinem leichtlaufenden Brennaborrade ein 60 Kilometer- Dauerrennen hinter Motorführung um den Grand prig des nations in La Louviere. )( Den Prir Troyes gewann C. Simar am 12. Juni in einem 30 Kilometer- Rennen vor Bouhours, Goche u. a. in Troyes. Simar benußt die Markte Brennabor. Hochwasser. Von den bayrischen Städten ist Augsburg am schwersten durch das Hochwasser betroffen worden. Der Lech ist mit unheimlicher Schnelligkeit um mehr als 4 Meter ge stiegen und hat die westliche Stadt mit ihrer vielseitigen Industrie, die vielfach stilliegt, überschwemmt. Die Eisenbahnbrücke bei Hochzell, auf der die Linien Augsburg- München und Augsburg- Kempten- Lindau abzweigen, ist in Gefahr, einzustürzen. Hochzell, Friedberg, Gerau und Sieben brunn stehen völlig unter Wasser. Die Verheerungen find große. An der Ringbahn trat ein 300 Meter langer Dammbruch ein. Die Schienen wurden mit fortgerissen., Schulen sind teilweise geschlossen, Militär und Feuerwehr arbeiten angestrengt. fich eine ten, als Sehensw zahlreich find rech ben imm fucht w außer e recht gu Stand Juni 6 TOUT22 10. 11. 11. 12. 12. 12. " 14. " 14. 14. Juni 11. 16. " in Gieß 444 5 auf W Schof S für Aus Vollst schaftli verbun ( eingeh in 1. D teinis graph 10. H Bank Die führu 17. F 20. E dago Höh logie Spe Auch das A m mertal wurde durch eine Ueberschwemmung heimgesucht. Oberammergau ist von allem Verkehr abgeschnitten, so daß die Spiele bis auf weiteres einge stellt werden mußten. Die Iller führt Hochwasser von noch nie dagewesener Stärke. Oberhalb UI m sind die Hoch wasserdäme häufig durchbrochen. Die Ueberflutung dehnt sich von Dietenheim bis nahe an Ulm aus. Dietenheim, Ar und Au stehen ganz unter Wasser. Die Spinnereien Au und Gerlenhofen sind vollständig von Wasser umgeben. Die Donau ist auf 3.50 Meter gestiegen. Der Prinzre gent, der vorgestern den Minister Brettreich empfing, spen Sete 20 000 Mt. zur Linderung der ersten Not. von Der Rhein führt ebenfalls seit vorgestern Hochwasser, das namentlich in Oberelsaß große Verheerungen an richtete. Aus Diebolsheim und Rheinau wird der Bruch beeines Querdammes gemeldet. Die Wasserwehren der teiligten Orte sind aus dem Plaße und errichten Notdämme, da Diebolsheim bedroht ist. In Markolsheim und Rheinau ist der Rhein überraschend schnell in Wald und Feld ge treten und steht dort stellenweise sehr hoch, so z. B. bei Markolsheim im sohenannten Niederholz, einem großen, fruchtbaren Ackerland, 1½ Meter hoch, ebenso bei Boots heim 1½ Meter hoch, ferner sehr hoch bei Schönau. Die Zu Feldfrüchte der ganzen Umgegend sind bedroht. Die fahrtstraßen für Wagen nach Rheinau, Schönau, sowie Mar folsheim sind für den Fuhrverkehr vollständig gesperrt. In der nördlichen und östlichen Schweiz, besonders in der Bodenseegegend, gleichen die Niederungen einem großen See. In Schruns im Voralberg zerstörte das Hochwasser die Parkett- und Bodenfabrik von Montafoner; die Bahn mußte den Betrieb für mehrere Monate einstellen. In Bregenz ist ein Mann ertrunken. Die Staatsbahnbrücke über den Fluß bei Ludesch ist gefährdet. Die Brücken bei Martinau, Vorder- Nernbach und Weißenbach find wegge rissen; die Dörfer Breitenwang, Moosau und Binswang stehen unter Wasser. Die Lech- Regulierungsarbeiten wur den vielfach zerstört. Auch aus Ungarn laufen Nachrichten dieser Art ein: Im Komitat Krasso Szoorony ist ein Wolkenbruch nieder gegangen. Mehrere Orte wurden von der Flut buchstäblich fortgeschwemmt. In zahlreichen Ortschaften stürzten die mek sten Häuser ein. Bisher wurden 259 Tote gefunden. Borzasta und Lynot allein über 100. Straßen, Brücken, Telegraphen und Telephone sind zerstört. Die Saaten und Wiesen haben den größten Schaden erlitten. Der größte Teil der Bevölkerung ist dem Elend preisgegeben. In Serbien ist ebenfalls nicht verschont geblieben. Der in Swilajnaz und Umgebung durch das Unwetter angerich tete Schaden ist so groß, daß ein großer Teil der Bevöl ferung von allen Mitteln entblößt ist und auf staatliche Unterstüßung angewiesen ist. Von tausend Häusern in Swi Tajnaz ist nur ein kleiner Teil unversehrt. Bis jetzt wur den 62 Leichen aufgefunden. In den Dörfern an der Ro ava sind viele Häuser samt ihren Einwohnern fortgeschwemmt. Literarisches. momida Griebens Reiseführer. Band 6. Ber lin und Umgebung.( 2 Mt.), fleine Ausgabe 1 M. Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin W. Die Bearbeit ung des Buches verdient volle Anerkennung; die Angaben der Besuchszeiten von Sammlungen und Museen find ge nau revidiert und enthalten, was besonders für Fremde an genehm ist, überall die Straßenbahnverbindung. Man fans blan tipledrisal Rus Ma enfchaft mit nzahl Guts einen anschei ternommenen at zugezogen eftört. Um Bert da menhang der untel night be Rönigs von inem Larm Lagen joueit icher Behan lte Milchfrau rer Wohnung m Later jet hat das Dorj heimgesucht zer Zeit ein ebäude einge Flammen um chenden Dürre Inventar ist nur gering facht worden Beschäftshauses Wafferbehal verte des Ge wurde ge rach ein Feuer orte. Die Zahl beten auf 50 ebelt ist mit iferin Auguje elische Waijen ammen. Ueber umen der Kai berge unterge Juni wieder ein 60 Kilo en Grand prix imar am 12. uhours, Goche Brennabor. sburg am ben. Der Lech 4 Meter ge rer vielseitigen t. Die Eisen Augsburg- Mün en, ist in Ge u und Sieben eerungen find langer Damm geriffen. Die und Feuerwehr ne Ueberschwem allem Vertebr weiteres einge waffer von noch find die Hochflutung dehnt Dietenheim, Ar innereien vom affer umgeben. Der Prinzre empfing, spen ot. sich eine zweckmäßigere Informierung für Fremde kaum denten, als sie dieser, furz zusammengefaßt und doch fast alle Sehenswürdigkeiten berührende Rundgang bietet. Auch die zahlreichen Ausflüge nach dem Grunewald, nach Grünau 2c. find recht ausführlich behandelt. Potsdam, das von Fremben immer bei Gelegenheit eines Berliner Aufenthaltes besucht wird, ist ebenfalls beschrieben. Dem Führer sind außer einem großen Stadtplan von Berlin noch 7 weitere recht gute Karten und 14 Grundrisse beigegeben. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Geborene. Juni 6. Kellner Hermann Löber eine Tochter, Irmgard Elisabeth. " " " " " " " " п " " " 7. städt. Taglöhner Jost Rüspeler eine Tochter, Wilhelmine. 7. Lokomotivheizer Ludwig Wagner 2. eine Tochter, Margarete Helene. 9. Zigarrenfabrikanten Bruno Heilmann ein Sohn. 10. Gärtner Karl Göbel eine Tochter, Elise. 11. Taglöhner Heinrich Repp ein Sohn, Georg. 11. Raufmann Theodor Vaubel ein Sohn. 12. Gärtner Ludwig Benner ein Sohn. 12. Lehramtsafsessor Friedrich Karl Christian Obermann in Ober- Ingelheim ein Sohn. 12. Schneider Karl Roth eine Tochter, Emma Margarete. 14. Schreiner Bernhard Leuchthäuser eine Tochter. 14. Lotomotivführer Emil Marr ein Sohn. 14. Taglöhner Heinrich Magel ein Sohn, Heinrich. Aufgebote. Juni 11. Johannes Vollmöller, Kaufmann, mit Anna Neu" mann, beide in Gießen. 16. Ostar Anacker, Tapezier, mit Anna Kaus, beide in Gießen. Philosophenwald. Jeden Dienstag und Freitag frische Waffeln, auf Wunsch auch jeden Tag, guten Kaffee, Tee, Schokolade, Kakao, Milch, Gebäck und frische Eier Kleine und große Räume für Ausflüge und Vergnügungen zur Verfügung. Tel. 251. estern Hochwas erheerungen an wird der Brudy vehren der be ten Notdämme m und Rheinau und Feld ge fo z. B. bei einem großen o bei Boots= Schönau. Die obt. Die Zu au, sowie Mar ig gesperrt. iz, besonders in iederungen einem rftörte das Hoch Montafoner; die onate einstellen Staatsbahnbrücke Die Brüden bei find wegge Vollständiger Ersatz für den Unterricht an wissen schaftlichen Lehranstalten durch die Methode Rustin verbunden m. ( eingehendem Fernunterricht in 1. Deutsch. 2. 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Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pf. Schwabe. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. In der Johannestirche. Vermittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lulasgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Ausfeld. Im Anschluß Beichte und heiliges Abendmahl für die Lutas- und Johannesgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Johannessaal. Am Sonntag, den 26. Juni wird nach allen Gottesdiensten eine Kollekte für die evangelische Gemeinde Rinderbügen erhoben werden. Die Damenwelt liebt ein rosiges, jugendfrisch. Antliß und einen reinen, zarten, schö nen Teint. Alles dies erzeugt: Steckenpferd Lilienmilch Seife b. Bergmann& Co, Radebent Prets à St. 50 Pf., ferner ist der Lilienwilch- Cream Dada ein absolut sicher wirkendes Mittel Sommersproffen. Tube gegen 50 Bfg. bei: P. J. 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Militärgottesdienst. Nachmittags 5% Uhr: Christenlehre; darauf sakrementalische Bruderschafts- Andacht. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Darmstädter Möbel die eben bei feineren Ausstattungen fast durchgängig gekauft werden erhalten Sie direkt v. d. Fabrik v. Ludwig Strikinger, Möbelfabrik, Darmstadt, Heinrichstr. 67. 150 Zimmer- Einrichtungen. 10jähr Garantie. Fernruf 1441 Katalog gratis. Kein Kaufzwang. Reeses. Puddingpulver unübertroffen en- doasW boll Geschenkt bekommen Sie nebgebiben aldete und noch viele andere hübsche Gegenstände, wenn Sie Gentner's Schuhcrême ,, Nigrin" Gentner's Seifenpulver ,, Schneekönig“ Gentner's Sauerstoffwaschpulver ,, Joffa" Gentner's Metallputzpomade,., Pascha" Gentner's flüssige Metallpolitur ,, Gentol" in Ihrem Haushalt verwenden. Alleiniger Fabrikant: Carl Gentner, Fabrik chem.- techn. Produkte, Göppingen. 0000000 Kurhaus Bad Marbach 20 Min. vom Bahnhof Marburg a. d. Lahn. Herrliche Lage im Marbachtale u am Walde; vollständig windgeschüßt. 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Wer noch ein Sterbenswörtlein sagt Von hochgelahrten Dingen, Wer uns mit seiner Weisheit plagt, Den laßt uns niedersingen! Ihr Herr'n, es ist genug, Man gebe Raum dem Krug! Wir wolln nach schweren Werken Uns stärken! Der Mund, der ist nicht dazu da, Bon Weisheit nur zu traufen; Er will auch lachen: ha- ha- ha! Und will auch mal was saufen! - Auch dazu ist er da; Ha- ha- ha- ha- ha- ha! Stoßt an und laßt erwachen Das Lachen! Der Mund, der ist das Ausfalltor Der Wein- und Gerstengeister, Das Flugloch ist er dem Humor, Dem alten Weltenmeister. Ihm hemmet nicht die Fahrt Mit Reden hochgelahrt! Stoßt an! Dic Humpen winken Wir trinfen! Daber. Vom Kasernenhof. A.:,,Hören Sie, Herr Reporter, Sie erzählen in der ganzen Welt Gefreiter( mit einer Abteilung Rekruten Übungen herum, daß ich mildtätig und freigiebig sei, und das paẞt mir nicht!" vornehmend): Flügelmann, nehmen Sie den Oberförper vor und den Bauch rein noch reiner!" Seine Betrachtung. Kommerzienrat: ,, Da bringt man 6 Wochen in Karlsbad zu, um abzunehmen, und dann reist man ab, um zuzunehmen." Verierbild. - B.:,,Na, sind Sie's denn | nicht?" A.:,,Gewiß, und d'rum eben will ich nicht, daß Sie davon sprechen; denn die ganze Stadt weiß, daß aus Ihrem Munde kein wahres Wort kommit. Sie verderben mir ja mein Renommee!" Glosse. Der Adler fliegt zu den Wolfen und wird trotzdem ge schossen; Der Spaßz nascht auf der Straße und lebt seinen guten Tag. ++++ ༢) ༠: རཱུ Farbenwechsel. Gast: ,, Na, hören Sie mal, da finde ich eben in der Sauce ein langes, graues Haar! Ist ja ekelhaft!" Wirtin: ,, Ach, bitte sehr um Verzeihung, mein Herr aber unsere junge blonde Köchin ist seit dem Ersten nicht mehr hier bei uns!" Im die besten da die allerbil Verlangen S Uberzeugen Sie Darschland- F Jaan yine masching darfs- u.S kostenl Deutschland Fahrra quants son Alestes u grosstes Fahrradh Aften von G. Belle Seitere Slatter für Gießen. Nr. 26. für Abonnenten der Gießener Zeitung" kostenlose Lieferung. Expedition: Seltersweg 83. - Verlag: Albin Klein. ( Alle Rechte für sämtliche Bilder und Texte vorbehalten. Abdrud verboten.) *** Die Briefmarke.*** 1910. will Druckfehler. Dieser neue Roman wird in Kürze einer der gewesensten ( gelesensten) sein. Erster Gedanke. Wo ist die Prinzessin? Professor: Also die Herrschaft Dreier nannte man Vereinigung von drei Männern?" zu damaliger Zeit Triumvirat. Wie nennt man also eine Kandidat( herausplaẞend): ,, Einen Stat, Herr Profeffor." Berantwortlicher Redakteur: Dr. Karl Schaumburg, Berlin Alliteration. Barocke Baracken berücken Oft moderne Architekten. Angenehmer Versteck. Tante: Wie? Ihr spielt Verstecken, und Du, kleines Lieschen, mußt immer die großen Kinder suchen? Da findest Du gewiß niemand?" Lieschen: Sogar sehr leicht sie verstecken sich ja alle ininter in der Speisekammer." Drud und Verlag bon Georg E. Ragel in Berlin- Schöneberg. ,, Was ist denn das für'n Soldat?" „ Das ist doch kein Soldat, das ist einer von der Post. Ganz genau so einer hat gestern an unser Stlavier' ne Briefmarke angeklebt." - 2 | Haben Sie denn keine Ohren? Herr Rosenfeld ist ansgegangen; es spricht für ihn Herr Ringsdorf in Vertretung!" Lassen Sie mich in Ruhe mit Ihrem dämlichen Heringsdorf! Es ist mir ganz schnuppe, ob Ihr Prinzipal dort Vertretung hat oder nicht! Wer ist denn am Telephon?" „ Hier Herr Ringsdorf! Ich heiße so!"„ Ach so, Ste heißen Heringsdorf- jetzt klärt sich die Sache auf!" " Sie machen mich noch nervös- Nicht Heringsdorf Ringsdorf!" Sagten Sie nicht Heringsdorf?" sagte Herr Ringsdorf!" Wie, was? Warum Herr? Glauben Sie vielleicht, ich würde Sie mit einem Säugling oder einer Waschfrau verwechseln? Am Telephon legt man -„ Was sich keine unnötigen Ehrentitel bei, verstanden?" Eine Lektion am Telephon. Der junge Buchhalter Gregor Ringsdorf war über alle| Maßen eingebildet. Er trug die höchsten Stehkragen, die auffallendsten Krawatten und benutzte Spiegel und Bürsten in der ausgiebigsten, unnötigsten Weise. Wenn er aus der äußeren Rocktasche sein duftendes Reklametaschentuch zog und entfaltete, und das tat er sehr oft, so geschah es stets mit einer Ziererei, die jedem ein mitleidiges Lächeln entlockte. Dazu war er unter seinesgleichen ein schlechter Kollege, der hochnäsig, ohne jede Berechtigung immer einen gewissen Abstand betonte. Da er auch den harmlosesten Schmerz, zu mal wenn er seine Person anging, nicht vertragen konnte, Seine so machte er sich im Kontor einfach lächerlich. Kollegen hatten es satt, sich mit ihm abzugeben; sie hätten sich auch nicht im mindesten um den„ parfümierten überpinsel," wie sie ihn mit Vorliebe zu bezeichnen pflegten, gefümmert, wenn sie nicht in letzter Zeit eine Entdeckung gemacht hätten, die ihre Lach- und Sportlust aufs höchste reizte. Sie hatten nämlich bemerkt, daß Ringsdorf, der sich gerne am Telephon reden hörte, jedes Gespräch mit den Worten: Hier Herr Ringsdorf, wer dort?" begann. Herr Ringsdorf!!! Donnerwetter, das war großartig! ,, Kinder," sagte der dicke Buchhalter Faßbrenner, darauf gehört ein ordentliches Bescheidenheitspflaster, da kann mal eine kleine Lektion nicht schaden!" Am Abend drauf wurde in der„ Blauen Amsel" ein lustiger Plan ausgeheckt, mit dessen Ausführung man einen früheren Angestellten der Firma, einen gewißten, stets schlagfertigen Menschen beauftragte. Am andern Tage der Chef war gerade abwesend flingelte es im Kontor an. Sehn Sie doch, bitte, mal nach, Herr Ringsdorf, was es gibt!" sagte der Prokurist sanft. Ich verstehe immer so schwer! Sie haben ja darin das geübteste Ohr!" Ringsdorf lief geschmeichelt zum Tesephon. Das Gespräch begann! Hier Herr Ringsdorf, wer dort?"-„ Was? Heringsdorf? Da bin ich ja falsch verbunden!"„ Nein, nein, Sie irren, Sie verstehen mich nicht: Hier Herr Ringsdorf in Firma Rosenfeld!" Wie? Herr Rosenfeld ist in Heringsdorf? Das ist aber fatal, ich brauchte" ,, Was Sie nur wollen? - * Nörgelei.** De Gneiben sein Sie nich viel nüdze.. Dord wärd das dimmste Zeigk gequadschd. De Brieder gommen in de Zidze- Was wärd schbäckdakeld und gegladschd! Nich jeder gann Sie Schbaß verdragen; A eenz'ges Wort nimmd mancher krumm. De besden Freunde sich verklagen: Das Bier macht bloß de Leite dumm. Der Vader nimmd ofd mid de Ginder, Er läßd sie drinken aus den Glas. Se schlingen bald wie Bärschdenbinder, Se wolln schadd än'n Schnidd" ä„ Maß". Dann fälld den Gärlchen schwär des Lärnen; Nach Hilfe sichd sich niemand um. Dem Unverschdande muß mer zärnen: Das Bier machd bloß de Leite dum. Mer gann sich von'n Lokal nich drännen, Mer„ schmedderd" merschdendeels noch eens. De Mäß'gen so was" Saufen" nännen Wenn Gäld sie" winschd, dann hat" er" geens. Die Zunge is Sie schwär geworden, Der Mann is miede, madd und schdumm. Mer gann Sie's heeren allerorden: Das Bier machd bloß de Leite dum. Der Pantoffelheld. A.:,,Es ist entscßlich, man mag sagen, was man will, die Frau behält doch immer das letzte Wort!" B.:( Pantoffelheld, seufzend): ,, Ach, Du Glücklicher! Wenn es bei meiner Frau je das letzte Wort wäre!" „ Ich was unterstehen Sie sich? Wer sind Sie?"" Hier Christian Schulze, Prokurist bei Müller& Co! Geben Sie mir nun endlich Ihren richtigen Namen an, sonst werde ich mich bei Ihrem Chef beschweren! Also wer dort?"- „ Ningsdorf!"„ Na also, das konnten Sie doch gleich Unverschämtheit! Frechheit! Was wollen sagen!" Sie denn eigentlich?"" Was ich will? Ich wünsche dringend, daß Sie sich am Telephon nicht wieder Heringsdorf nennen, das ist allemal ein Zeichen von Dummheit! Schluß!" Mit zusammengefniffenen Lippen und hochrotem Kopf nahm Ringsdorf an seinem Pulte Platz. Was gab's denn?" fragte der Prokurist mit geheucheltem Geschäftsernst, indem die anderen tiefgesenkten Hauptes eifrig weiter schrieben. So ein Esel! War falsch verbunden!" stieß Ringsdorf wütend hervor und griff nach der Feder. So, so," nickte der Prokurist leichthin.„ Ste waren falsch verbunden, na, das ist ja kein Beinbruch!" Der eitle Buchhalter ahnte, wem er diesen Streich zu verdanken hatte, zumal in diesem Augenblicke von allen Pulten eine kräftige Lachsalve ertönte. Er bemühte sich, seinen grenzenlosen Ärger in einigen gurgelnden Lauten zu ersticken, um nicht noch mehr Spott zu ernten.— Ans Telephon ging er von jetzt ab nur im Auftrage seines Chefs, und dann nannte er sich schlicht Richtig. Ringsdorf. Trott. ,, Gestern traf ich" Meier?- ,, Nein, Lehmann ,, Nicht doch, er ,, Sah schlecht aus?" und der ſagte mir"" Er habe in der Lotterie gewonnen?" „ Nein, ſeine Frau"" Sie ist ihm durchgebrannt? ,, Auch nicht, aber - ,, Wäre ihm krank geworden?" Mensch, willst Du die Geschichte erzählen oder ich?" Von den Besitzverhältnissen einiger europäischen Staaten. 1) Österreich- Ungarn hat vier Häuser", 2) England besitzt deren nur zwei( Ober- und Unterhaus), 3) Frankreich muß sich mit einer ,, Kammer" begnügen, 4) Die Türkei hatte nur einen„ Diwan" und 5) Der Papst hat gar bloß einen„ Stuhl". J9 Renommage. Fremder: Nun, habt Ihr denn auch viel Rebhühner bei Euch?" Förster: ,, Bei uns? Bei uns da hocke alle Beem voll!" Fremder: Aber die Rebhühner fliegen doch nicht auf die Bäume!" Förster: Ha! Wo solle se denn hinhocke, wenn uf'm Bode' scho' alles voll hockt!" Zuvorkommend. Bewerber: Ich bitte Sie um die Hand Ihrer Tochter?" Vater: ,, Welcher?" Bewerber( gemütlich):„ Na, welche sind Sie denn am liebsten los, Herr Meyer?" Immer Fachmann. Professor der Mathematik( der eben in die Küche tritt, als ein Grenadier die Köchin an seine treue Soldatenbrust preßt):„ Ah, mein Lieber wollen Sie gefälligst so fort diese Klammer auflösen!" Auf eigene Rechnung und Gefahr. Richter: Hatten Sie Mithelfer bei dem Einbruch?" „ Nein, Herr Präsident, seit zwei Jahren arbeite ich ganz selbständig." Ein Genügsamer. Mutter:„ Sie wollen meine Emma Heiraten? Gott, ich habe aber nur die eine Tochter!" ,, Genügt mir vollständig, Frau Müller." Betrachtung. Alle Kinder werden in die Welt gesetzt, aber nur wir Mädchen bleiben siken, und wenn wir dann sißen, nennt man uns alleinstehende Damen. G Unter Gaunern. Erster Einbrecher: ,, Was macht denn Dein Sohn?" Zweiter Einbrecher: " Ich danke; der hat vorgestern seinen ersten Probediebstahl geleistet." modern. Frau X. erhält am Tage der silbernen Hochzeit von ihrem geschiedenen Gatten ein wunderbares Geschenk mit einigen überaus herzlichen Worten zur Erinnerung an die fröhlichen Stunden, die er ohne sie verbracht hat. Alles zur Ordnung. Nachtwächter!„ Entschuldigen, Herr Schulze, haben Sie den Schirm vielleicht gefunden?" " Ja, aber der gehört meinem Papa." Eben deshalb. Theaterdirektor( zu einem Herrn, der das Theater verläßt):„ Aber bitte, es kommen ja noch zwei Akte!“ Besucher:„ Nun eben, deshalb geh' ich ja!" 86 Hus der Zeit. Sie rufen auf die ganze Welt Zum Kampfe wider den Schmuz; Doch hilft das wenig, findst Du nicht In Dir den besten Schutz. 11 Unter Backfischen. Warst Du schon einmal heimlich verlobt, Rosa?" ,, Nein, aber ich bin schon einmal mit Erfolg durch einen Tunnel gefahren.." Huf der Hauptwache. Posten vor Gewehr: Rrrau ― s!" ( zu Wachthabender einem einj.- freiw. dienenden Schauspieler):„ Na, dalli " Deswegen frage ich eben. Nämlich Ihren Papa habe ich Einjähriger, denken Sie an vorhin gefunden und zuhause abgegeben." Frische Hummer O Ihr Zivilverhältnis!" * Dummertücke. r Leitche Indes Herr Spärlich um Melonen handelt, Der Männe sinnend um die Körbe wandelt. Es schwebt sein Schwoof vergnüglich wie im Spiele Db grimmer Hummern flachem Domizile. Und ehe man dem Unheil konnte wehren, Nahm ihn ein Hummer zwischen seine Scheren. JF „ Nu aber los! Was soll mich das Gefackel?" Zum Deibel, pfeifen Sie doch Ihrem Dackel!" „ Sie seh'n den Fall in schiefer Perspektive, Das Hummertier ergriff die Offensive! „ Es liegt mir ferne, Ihnen vorzugreifen; Drum bitt' ich Sie, dem Scherenvieh zu pfeifen." Spezial- Werkstätte für feinere Polstermöbel und Dekoration. Stuttgart( Untertürkheim). LUVI Schnurgasse 28. Bill. Berechnung. Auskunft jederzeit kostenlos urgaffe 28, Auskunft jederzeit kostenl uv jun โอน น! XD ane nu Jup] อด savgaaquritat une utan) นอน อ go1p| ai_uang! e a bug илэроти Dies und Das лада! อาด uuvuqzrs 12 աալ उपवासपु +34 But so & ua1gG อน unag 299 S B апр ладила лоозвить лабляли обині лоб • usica13D uv_u0YYF อ u! 3 Prog Wa " e te " Es erübrigt nunmehr Wenn ich das Wort ,, erübrigen" lese of er höre, wird mir übel. Und das kam so: Gleich vielen Leidensgenossen war ich nach dem Scheiden aus dem Heere jahrelang in verschiedenen Waterländchen des lieben deutschen Reiches vergeblich auf der Suche nach einer Zivilanstellung gewesen. Endlich lächelte mir das Glück, und ich erhielt von einer Behörde in B. ein Annahmeschreiben, in dem unter anderem gesagt war: nachdem usw.. Papiere geprüft... Ihre Anstellung beschlossen. Termin der Einberufung wird baldigst mitgeteilt werden.... Es erübrigt nunmehr Ihre persönliche Vorstellung beim Chef..." usw. Ich flugs, rin in die Kartoffeln" nach B. in Frack und Claque und Lack zur persönlichen Vorstellung. Allgemeines Staunen! ,, Aber wir schrieben Ihnen doch, es erübrige eine persönliche Vorstellung; das heißt doch, ste sei übrig, überflüssig!" ,, Ach so!" Also raus aus die Kartoffeln! Zu Hause wieder ange kommen, finde ich von derselben Behörde, aber einer anderen Bureauabteilung, ein Schreiben vor: nachdem Ihre Anstellung genehmigt, erübrigt nunmehr die Einzahlung der bestimmungsmäßigen Kaution von ( vierstellige Zahl) usw. Famos! Reiner war froher als ich! Mühsam hatte ich den zur Kaution erfor derlichen Mammon von einigen ausnahmsweise gutsituierten agrarischen Freun den zusammengepumpt, jetzt ,, erübrigt" die Einzahlung, d. h. stehe oben!- ist überflüssig! Ich flugs' rin in die Kartoffeln, zu meinen ausnahmsweise gutsituierten agrarischen Gläubigern und die brummenden Bären wieder losgebunden! Und nun in behaglichster Behaglichkeit harren des Tages der Einberufung!!. Es vergehn Tage es vergehn Wochen mir wird bang... und immer bänger... Endlich, nach dreieinhalb Wochen, wieder ein Schreiben! Mir fliegen alle Pulse mit -- vor Erwartung zitternden Händen zerreiße ich den widerspenstigen Umschlag: ,, Nachdem Sie unserer Aufforderung vom.... zur Einzahlung der bestimmungsmäßigen Kaution nicht nachgekommen sind, verzichten wir auf Ihre Anstellung. Es erübrigt nunmehr jede weitere Bemühung Ihrerseits um die Stelle, da dieselbe bereits anderweitig fetzt ist."... the Klear Der ist ihm über! Oberförster: Wie sind Ste nun aus den Händen der Kannibalen losgekommen?" Früherer Weinreisender( der von einer Reise in Afrika erzählt): Ja, bas hatte ich allein meiner geschäftlichen Tüchtigkeit zu verdanken, mein Herr: Ich stand für den nächsten Tag auf der Speisenkarte. Da gelang es mir, dem Häuptling ein anständiges Quantum Rotwein aufzuschwätzen. Dret Monate Ziel und bei Bar zahlung zwei Prozent Skonto. Aber über Nacht wird dem Kerl der Handel wieder leid, und um sich von mir loszukaufen, macht er mir am nächsten Morgen den Vorschlag, mich laufen zu lassen, wenn ich den Auftrag annullieren würde. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen, wenn ich auch eine ganz hübsche Provision dabei einbüßte, aber sellen habe ich einen Kunden so aufatmen sehen, als ich, meinen Koffer schwenkend, aus dem Lager schied." Also: ,,' raus aus die Kartoffeln"! Kann mir nun einer verdenken, daß mir, wenn ich das Wort ,, erübrigen" lese oder höre, immer übel wird? Ja, ja! Die ver flirten Bureauwörter! - Heitere Ecke. Belohnte Ehrlichkeit. Ein Tagedieb( zum andern): ,, Ehrlichkeit ist die beste Klugheit." Wie meinst du das?" ,, Du erinnerst dich doch an den Hund, den ich neulich stahl? Mun, siehst du, drei Tage plagte ich mich ab, ihn zu verkaufen, ohne daß mir jemand auch nur einen Kreuzer für ihn gegeben hätte; dann ging ich als ehrlicher Mann zu der Dame, der der Hund gehörte, und ste gab mir zehn Mark." Unnötig. Automobilist, als er Rast macht und ein Bauer sein Automobil eingehend und bewundernd betrachtet:„ Nun, möchten Sie nicht auch so ein Automobil haben?!" " Bauer: Nein,... i' hab schon so genug Feinde im Drt!" No. 25. Neur erhalle Beilage zur Gießener Zeitung. Für Abonnenten der Gießener Zeitung kostenfreie Lieferung. Expedition: Seltersweg 83. Verlag Albin Klein. 1910. Das Land ihrer Träume. Von Hedda v. Schmid- Riefemann. ( 2. Fortsetzung.) Is Doras Jüngster getauft wurde, waren die beiden Aeltesten gerade schulpflichtig geworden. Zu der Zeit konnte Arvid auch den Rest der Schuld, die ihn jahrelang gedrückt, tilgen. Dies kam ihm sehr zustatten, denn die Lehrerin, die der Kinder wegen nach Weihnachten ins Haus genommen wurde, vermehrte die Kosten im Haushalte. Dora hatte von früh bis spät zu tun, doch wußte sie ihre Zeit so gut einzuteilen, daß sie nach wie vor Bestellungen auf Malereien annehmen konnte. Zwischen ihr und ihrem Manne war jetzt nie mehr die Rede davon, was sie mit dem Gelde, das sie verdiente, tat. Zifferblatträtsel. 12 11 1 10 2 9 3 8 4 7 5 6 Unsere Rätselecke An Stelle der Ziffern des Zifferblaties einer Uhr sind die Buchstaben A BEE EEHHNR RS derart zu setzen, daß die Zeiger bei ihrer Umdrehung Wörter von folgender Bedeutung berühren: 1-3 Wild 2-4 bedeutsamer Bund 3-6 altgriechische Göttin 4-7 Rüsseltier 5-8 Stadt in der Schweiz 6-9 weiblicher Vorname 8-11 Teil des Kopfes 11-2 hohes Gut. Magisches Dreieck. 1 5 2 4 6 7 3 4 8 Statt der Zahlen sind passende Buchstaben zu setzen, so daß die mittelste senkrechte Reihe ein kleines, vielverfolgtes Tier bezeichnet und die drei wagerechten Reihen Wörter von folgender Bedeutung ergeben: 1. Luftart, 2. Körperteil, 3. Schmuckstück. Schlüsselwörter: 1 2 7 4 alter römischer Gott, 3 8 2 11 Land in Nordamerika, 4 10 11 9 8 12 Fruchtform, 11 2 4 12 schmackhaftes Tter. 6 7 9 4 10 11 12 Rätsel. Getrennt kanns mahnen, kann auch drohen, Es kann von Haß und Liebe lohen, Vereint macht es dein Urteil klar Und hell, was vordem dunkel war. Gruppenrätsel. chsic, dergr, ennde, erlus, hselb, liert, ösztev, rmens, tistw, stver. Vorstehende Buchstabengruppen sind so zu ordnen, daß sie im Zusammenhang gelesen und sinngemäß zu Wörtern abgeteilt einen Sinnspruch ergeben. Nachdruck der Rätsel und Aufgaben verboten. Die Auflösungen erfolgen in der nächst. Nummer. Auflösungen der Rätsel und Aufgaben in voriger Nummer: Schachaufgabe 276. 1. Tf5- d5, Kg6- h5. 2. Sg4- e5, g5- g4. 3. f3 nimmt g4( matt). Scherzrätsel: loben, verloben, geloben. Merkrätsel: Kreisel, Antonie, Ackerbau, Dankadresse, Mastvieh, Eisen. Krankenkasse. - Scherzscharade: Barbier. Verantwortlicher Redakteur: Paul Dschmann, Verlag und Druck des Christlichen Zeitschriftenvereins, Berlin SW. 68, Alte Jakobstr. 129. WAL HER ARL Das Bilderbuch. Nach einem Gemälde von Walter Fizie. Nr. RR X X X borgeschriel Die Grundbesitz ben besond Die D felben notic obiger Afte borf mit S Gie Juli d. I Reliomatio Gr Der ift zum ben. Er Gie Gro Die umlagen ungen de dermaßen De einer Gemartur bäude ne der dara ift; 2. S Gemeinde rechte im Ortsbürg Aber die von Arvid bereits mit heimlichem Unbehagen längst erwartete Schneider- oder Schusterrechnung wurde ihm nicht zugesandt oder irgend ein Stück, das im Hause notwendig, aber trotzdem noch nicht angeschafft worden war, weil das Geld dazu nicht reichte, war plötzlich da, als hätten die Heinzelmännchen es über Nacht gebracht. Mit inniger Rührung ruhten dann die Blicke des Mannes auf seiner Frau, die wie ein aufopfernder, liebevoller Kamerad ihm so getreulich beistand im Kampfe ums Dasein. Ob sie wohl noch viel an das Land ihrer Träume dachte? Er fragte sie nicht darnach, er wußte, dieses Thema war ein wunder Punkt bei ihr. Und doch war sie eine sehr, sehr glückliche Frau und Mutter, nicht mehr so lebhaft, so zierlich und schlank, wie sie als Jungverheiratete gewesen, denn jedes ihrer Kinder hatte bei seinem Erscheinen auf der Welt ein Stück Jugend und Frische und einen Teil der Gesundheit seiner Mutter mitgenommen. Dora sah sich verjüngt in ihrer zweiten Tochter, einem lebhaften, begabten Geschöpf, wieder, das die nußbraunen Augen des Vaters, aber die Züge, das Wesen und das Maltalent der Mutter geerbt hatte. Eine unerschöpfliche Quelle der Freude und des Stolzes war es für Dora, ihrer Tochter den ersten Zeichenunterricht zu erteilen. Die kleine Elsbeth lernte spielend. Als sie älter geworden, entschlossen sich die Eltern, die Kleine in die Stadt zur inzwischen verwitweten Tante in Pension zu geben, damit sie bei bewährten Lehrern Unterricht im Zeichnen nehmen könne. " Was ich verstehe, habe ich Elsbeth gelehrt, weiter kann sie von mir nicht viel lernen," erklärte Dora ihrem Manne. Es klang resigniert, fast traurig. Oft betete die Mutter zu Gott, er möge ihrem Kinde dereinst das bescheren, was er ihr versagt: die Mittel und Wege, ihr Talent auszubilden. „ Gott in seiner, den Menschen unerforschlichen Weisheit hat ja alles zu meinem Besten also gefügt," sagte sie sich, ich danke ihm täglich für das, was er mir beschert. Mein Mann, meine Kinder sind meine Welt. Und doch wünschte ich, mit Elsbeth, wenn sie wirklich ein gottbegnadetes Talent besitzen sollte, reisen zu dürfen in jenes Land meiner Jugendträume, die unerfüllt geblieben bis auf diese Stunde." Heimlich begann Dora zu sparen zu Elsbeths Reise nach den Stätten der Kunst. Zuweilen erschien es ihr, als beginge sie damit ein Unrecht, als entzöge fie ihren anderen Kindern etwas, aber dann sagte sie sich, daß sie ja ihre Kinder, ohne einen Unterschied zu machen, liebe und daß es ihre Pflicht sei, für das begabteste der Geschwister so viel zu tun, als in ihren schwachen Kräften stand. Die Zeit schritt dahin, unaushaltsam, rastlos. Die beiden ältesten Knaben waren längst in der Stadt im Gymnasium untergebracht und gleich Elsbeth bei der Großtante in Kost gegeben. Zu den Ferien kamen sie natürlich stets nach Hause, und dann wurde die alte Forstei von ihrem lauten Jubel und Tollen erfüllt. Lächelnd ließen die Eltern das bunte Treiben zu. Es waren ja gutgeartete Kinder, deren Lust nie in Unart umschlug. Eines Abends jedoch gerieten die Brüder Arvid und Kurt in Streit. Arvid prahlte mit irgend einer märchenhaften Erfindung, die er dereinst auf technischem Gebiet- er wollte Ingenieur werden zu machen gedachte. " Ach," rief Kurt geringschätzig, das wird dir ebensowenig auskommen, wie der Mama ihre italienische Reise!" „ Schweig, Junge! Was weißt du davon?" rief der Vater, der dem Wortwechsel der Knaben bisher schweigend zugehört, zornig. Ihm tat es in der Seele weh, den Wunsch, den Dora mit einer Art heiligen Empfindens Jahre hindurch gehegt und nun, da er unerfüllbar schien, zu den Toten geworfen hatte, von den Lippen ihres Sohnes gleichsam bespöttelt zu sehen. ,, Als Tante Helene die Großtante neulich besuchte, war von Mamas Reise die Rede," stotterte Kurt erschrocken. Er war sich bewußt, nichts Böses gedacht und gesagt zu haben. Wie konnte er ahnen, was im Herzen seines Vaters vorging? Arvid Holm machte sich in manchen Stunden Vorwürfe, daß er Dora, die so reich begabt und kunstsinnig war, kein anderes Los geboten, als das, immer mit stets erneuten Sorgen um das tägliche Brot zu kämpfen. " Ihr Streben hätte einen höheren Flug genommen, wäre sie frei geblieben," sagte er sich bitter auch eben, wo die Worte seines Sohnes ihn so tief erregt hatten. Da trat Dora ins Zimmer. An ihre Schürze hängten sich die Zwillinge Hans und Grete, sechsjährige reizende Kinder; das Jüngste, ein entzückendes Baby von vier Jahren, saß auf dem Arme der Mutter. ,, Nein," sagte sich Arvid, so sieht keine Frau aus, die sich darum grämt, ein gestecktes Ziel nicht erreicht zu haben. Sie ist glücklich und zufrieden, meine Dora." „ Mama, Mama!" mit dem jubelnden Rufe stürzten die beiden großen Jungen der Mutter entgegen. Der gescholtene Kurt schmiegte sich mit besonderer Innigkeit an sie an. Ein Strahl höchsten Glückes und Mutterſtolzes brach aus Doras Augen, als sie sich von ihrer blühenden Kinderschar umringt sah. Gerta und Elsbeth waren, mit frisch geröteten Wangen, von einem Waldspaziergang kommend, ebenfalls eingetreten und vervollständigten das Bild einer glücklichen Familie. In solchen Augenblicken, wo ihr ihr Frauenund Mutterglück so recht zum Bewußtsein kam, verschwendete Dora keinen Gedanken an das Land ihrer Träume. Das Leben, so, wie es eben war, bot ihr ja tausendmal mehr. Einige Jahre später erhielt Arvid Holm seine Ernennung zum Forstmeister und mußte infolge= dessen seinen Wohnsitz in der Stadt nehmen. Das gab einen traurigen Abschied vom Forsthause. Dora wurde jedoch durch den Gedanken, daß sie in der Stadt sich nicht von ihren ältesten Kindern zu trennen brauchte, getröstet. Pekuniär erfuhr die Lage der Familie eine Verbesserung, allein das Stadtleben stellte höhere Ansprüche, und die Ausgaben wurden dadurch vermehrt. Doch Dora mit ihrem praktischen Sinn verstand, so Haus zu halten, daß sie das, was sie durch Malen verdiente. für Elsbeths künstlerische Ausbildung bei Seite legen konnte. Elsbeth war ja noch so jung, und in ein paar Jahren hoffte die Mutter hübsche Ersparnisse zu machen. ( Fortsetzung folgt.) Die Alte. Von Dierre Lotti.( Uebertragen von H. Achard.) ühsam schleppte sich die Alte im Glanze der Abendsonne unter der Last dürren Holzes vor mir her. Sehr einsam war die Stelle, an der ich mit ihr zusammentraf. Einsam und schön wie das Paradies unserer Träume. In Guipugeva war es, inmitten der spanischen Pyrenäen. Von allen Seiten strebten sie empor, die mächtigen Bergriesen, in ihrer jungfräulichen Reinheit, umgeben von dem geheimnisvollen Schweigen der Wälder. Taleinwärts schlängelte sich de Fluß, auf dessen regungsloser Fläche Efeugewinde, Farnkräuter und Blättergerank in unlösbarer Umarmung ihr saftiges Grün spiegelten. Blumen in den leuchtendsten Farbentönen grüßten das Auge in jenem Reiche kühler Schatten und ewig murmelnder Quellen. Die ganze Natur schien gleichsam wie zu einem Götterfeste geschmückt. Die arme Alte auf ihrem Pfade merkte nichts von der Herrlichkeit um sie her. Sie trug ihre Last, und das Auge schien erloschen. Welcher elenden Hütte mochte sie zustreben? Welch armseligem Obdach ohne Lächeln, ohne Freude? Sie beschleunigte ihre Schritte, soweit es die erschöpften Kräfte zuließen, das Gesicht zur Erde gekehrt. Ihre durchfurchten Züge mit dem demütig ergebenen Ausdrucke zeugten von schwerer Vergangenheit. Als sie meiner ansichtig wurde, trat ste, zum Zeichen höchster Ehrfurcht vor dem Fremden, hart an den Rand des Grabens, mir die volle Breite des Weges überlassend. Mein Gott, womit konnte ich wohl der Alten helfen? Ihr leidender Blick hatte mein tiefstes Mitleid wach gerufen, aber was konnte ich ihr bieten, ohne sie noch tiefer zu beugen! Es wäre ein Kleines gewesen, zu sagen:„ Sute Frau, werft euer Bündel ab und nehmt dafür die Silbermünzen!" aber ich wollte sie nicht kränken, nachdem sie, mit, wer weiß, wie viel Mühe, jedes Reislein zusammen gelesen hatte. Je mehr ich sie ansah, um so schwerer wurde es mir, ihr ein Almosen anzubieten. Die ärmliche Kleidung war nicht zerlumpt, gewiß, sie war keine Gewohnheitsbettlerin. Eine alte Ahne, jedenfalls aus irgend einem Bauernhofe oder eine in Müh und Not ergraute Feldarbeiterin, eine jener Gestalten, deren Ende gleich einer Befreiung im Hause heimlich herbeigesehnt wird. Und doch war die Umgebung, in der sie ihr ödes Dasein führte, so wunderbar, so zauberhaft schön, geschaffen zum Glück, einladend zu wonnevoll- trunkenem Schwelgen nach des Tages Hitze. Nah und fern türmte sich der Buchenwald terrassenförmig weiter auf. Zu unseren Füßen der klare Fluß mit winzigen Inselchen, hingestreut gleich vollgefüllten Blumenkörben. Der Wegesrand glich dem schönsten Teppich mit seinem weichen Moose, das in solcher Ueppigkeit nur in lange vereinsamten Gegenden gedeiht. Alt schien der Pfad zu sein, so alt wie die Erde, er verlor sich ins Unendliche. Nur Hirten mit ihren Herden konnten darüber hingewandelt sein. Deutlich spürte man noch den Geist der Vergangenheit über dem allem. Wunderbar, die in solchem Eden lebende Bevölkerung Kräfte. Hoch oben lag es auf der Bergplatte, die sich sichtlich erweiterte. Einer Silhouette gleich zeichnete es sich mit seinen altertümlichen Häuschen und seinem Kirchturm am Abendhimmel ab. Altbaskischer Stil. Seit drei Jahrhunderten etwa mochte dort alles Seite an Seite leben, veraltet, ermattet, unter Regen und Sonnenschein, dennoch aufgebaut von Meisterhand zum Ergötzen des Beschauers. Der Reiz dieser Zeit ist lediglich dem feinempfindenden Fremden vorbehalten. Dem darin Lebenden und Sterbenden bleibt er verborgen. Wie viel abgejagte Existenzen neben feuriger Jugend barg wohl dies Fleckchen Erde! Ich hatte den Schritt gehemmt, um in unmittelbarer Nähe der Holzsammlerin zu bleiben, und fast Seite an Seite erreichten wir das einsame Dorf mit dem schwindenden Tage vor dem Abendläuten.- Zwei bis drei kleine, finstere Gäßchen öffneten sich vor uns mit ein paar Kleinkramläden Kattun, Geschirr für Maultiere u. dergl. alles äußerst primitiv. In der Mitte erhob sich die alte Kirche mit ihrem Friedhof und rings um dieses von der Welt abgeschlossene Menschenhäuflein, Kantabriens stille, endlose Wälder. Sollte ich wirklich nicht das Geringste zur Erleichterung der armen Alten finden, die der Zufall mir zur Weggenossin gegeben? Dort in einer jener winzigen Hütten mußte sie wohl einkehren. Ihre Last warf sie in einen Winkel; wie aber mochte der Empfang für das verbrauchte, überflüssige Alter sein? Dann kam die Nacht, und sie streckte die lahmen Glieder auf ein elendes Lager, den Tag erwartend, an dem sich ihr Dasein im gleichen Geleise weiterspann, bis zu dem letzten, großen Kampf. Arme Alte! Noch hörte ich den Stoßseufzer von vorhin auf dem steilen Wege. Da, am äußersten Ende der Gasse, erschien plötzlich ein kleines Geschöpf, das die Alte zu erwarten schien und schnell auf dem schwarzen Pflaster dahertrippelte. „ Annona!"( Großmutter.) Es war ein armselig, kränklich aussehendes Wesen von ungefähr drei Jahren. Häßlich, aber doch dieselben Züge, dieselben treuen Augen, der gleiche ehrliche Ausdruck. Armes Geschöpf, das im Begriffe stand, das Leben voller Entbehrungen zu beginnen, das die Großmutter beendete! ,, Annona!" Die Alte öffnete die Arme, eine wunderbare Wandlung vollzog sich, wie verklärt sah das alte Antlitz aus! Was lag nun an den Strapazen des Weges, an dem unfreundlichen Empfange der anderen! Besaß sie doch die Liebe dieses Kleinsten! Sie mußte wohl das in mir aufsteigende Mitleid gemerkt haben; jetzt wandte sie sich um, als wollte sie sich überzeugen, ob ich auch das Kind sähe, und ihr glückstrahlender Blick schien zu sagen:" Siehst du nicht das entzückende Geschöpf? Kann ich nicht stolz sein auf den Enkel? Wagst du es noch, mich zu bedauern? sieht und versteht dessen Schönheit nicht, und die gesichte sprach jener unerschütterliche, kindliche, allein bückte Alte zog durch dies Zauberland, so elend, als durchschritte sie ein dunkles Stadtviertel zwischen düstern Mauern! Steiler wurde der Weg, mühsamer der Gang der Alten, und ich vernahm einen schweren Seufzer, der sich der eingesunkenen Brust entrang. Wohin ging sie? Fiel mir denn gar nichts ein, um ihr zu Hülfe zu eilen? Gottlob, da, bei der Biegung des Weges erschien das Dorf, ihr Dorf jedenfalls, das Ziel für die erschöpften Langsam trat ich beiseite und raffte mein überflüssiges Erbarmen zusammen. Da ertönte die Abendglocke. Die Alte blieb ſtehen und bekreuzigte sich. Aus ihrem Gewahre Glaube, der weder vor dem Alter, noch vor dem Tode wankt. Und umgeben von jener Märcher welt, erfüllt vom Abendfrieden und hoher Einsamkeit, stand ich, der ewig Flüchtige, den der Zufall auf einen Tag zu diesen Abgeschiedenen geführt, mit dem demütigen Verlangen: " Ehrwürdige Alte, hab Mitleid mit mir, sprich ein Gebet für die Ruhe meiner Seele, denn von uns beiden bin ich in meinem Innern weitaus der Elendere!" martung belastet Rentenid tum an Das Re Hüden, Gemeind Gemeind 20fachen der Ablö Gemeinde freie Gr fea, oder meindefter Ablajuna den der Jahre v Gemeind De gehabt h die zu 3 laite des Garten u beide Ka die dazu den Sta gebäude genseitigi die im Streife, G jovic de Grundstü ❀ K K K K den dien tes stehe Militärta briten u Bekleidun ( ૩૬૧ ૪૩૬