Prix St.Louis 1904 e Staatsmedaille Urnberg 1900. utzin fer Flüssiger allputz ge Fabrikanten: z jun. Akt Ges Leipzig á 10,15,30,50 PF.u.1MK berall erhältlich. isse.. , oder Leile, werden efauft. Hotel Prinz Carl, immer 4. Jes Mädchen milie sucht z. 1. Oft. tellung in gutbürgl. tüze od. z. Kind. schluß. he Offerten erbeten eher, Siegen i. W., illerstraße 7. öbel värtiges Möbel- und schäft an Beamte und monatl. oder viertelme Teilzahlung. Auf sönl. Besuch. unter Nr. 19516 an on des Blattes erbet. Wohnung sich von heute ab Mühlgasse 41. Mootz hmachermeister. -Färberei Wäscherei tur- u. Bettfedernsanstalt w Gegr. 1857bon llenfels, Giessen irchenplay 21. Nene Bäne 17. Frucht und die 12. Sept. 1910 Fleischpreife in Gießen 1 kg 84-92 g. bo. 86-88 bo. 80-96 Brotpreise in Sießen Wetfbrot 2 kg 62 Pf. Schwarzbrot 2kg 54Pf Wochenmarkte lofteten isch per Pfb. 80-96 tsch gef. p. Bfd. per fb. isch per Pfd 96 86-88 60-84 p. 100 ilo 7.00-800 ber Ctr. 6.00-8.00 per Std. 0.20-9.30 Bfb. er Pfd. Stud Liter 00 Std. 00.06-00.12 09.08-00.12 0,50-0.00 20 0.00 bis 1 Uhr nachmittags bis Beginn der Marit unden ber Maritzelt im Gießener Zeitung - - ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter“ und die„ Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Nr. 123. Telephon: Nr. 362. Bekanntmachung. - Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Samstag, 17. September 1910 Amtliche Bekanntmachnugen. Betr.: Ausführung des Gesetzes, die polizeiliche Beaufsichtigung von Mietwohnungen und Schlafstellen betr., vom 1. Juli 1893. GeDie durch die nachgenannten Bestimmungen des sebes vom 1. Juli 1893 vorgeschriebene Anmeldung von Mietwohnungen, Schlafräumen und Schlafstellen oder von Aenderungen in der Person des Mieters oder Vermieters wird in vielen Fällen unterlassen. Anzeigeformulare sind auf unserem Meldebureau er= hältlich. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß Beftrafung erfolgt, falls bei den demnächst stattfindenden Remeldungen festgestellt wird. Gießen, den 12. September 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Artikel 14. Anzeigepflicht der Vermiete r. Derjenige, für dessen Rechnung eine Wohnung erstmals vermietet wird, oder dessen Vertreter ist verpflichtet, hiervon vor dem Einzuge des Mieters der Ortspolizeibehörde Anzeige zu machen, wenn entweder 1. die Mietwohnung( einschließlich der Küche und ausschl. solcher Räume, die in Aftermiete gegeben oder von anderen Personen regelmäßig mitbenußt werden) aus drei oder weniger Räume besteht oder Die Reichstagserfakwahl in Frankfurt a. M.- Lebus. - ( Nachdruck verboten.) Im Wahlkreise Frankfurt a. D.- Lebus fand am Don= neestag Reichstagsersaßwaht statt, die 17. seit der Reichsfinanzreform und wie bei den 16 vorhergegangenen Wahlen war das Ergebnis: ein Anwachsen der roten Flut, Es erhielten ein Zurückgehen der bürgerlichen Stimmen. Schuhmachermeister Faber( Soz.) 14 316 Stimmen, Geh. Archivrat Dr. Winter( WVereinigte Liberale) 7757 Stimmen und Arbeitersekretär Dunkel( fons.) 6595 Stimmen; 147 Stimmen sind zersplittert. Nach dem für die Sozialdemokratie unlängst so günftigen Ergebnisse der letzten Ersatzwahlen hatte man in bürgerlichen Kreisen mit einem gewiß nicht unberechtigten Bes= fimismus gefürchtet, daß die Sozialdemokratie den Wahlfreis Frant furt- Lebus gleich im ersten Wahlgange erringen würde. Diese Besorgnis hat sich nun nicht erfüllt, der sozialistische Bewerber muß in der Stichwahl um den Sieg fämpfen, wenn er auch freilich nur 30 Stimmen weniger erhalten hat, als beide bürgerliche Kandidaten sammengenommen. zu= Trotzdem ist der Sieg des nationalen Bewerbers in der Stichwahl keineswegs unmöglich. Dem sozialistischen Stimmengewinn von 2000 steht ein bürgerlicher Stimmenverlust von 3500 gegenüber, so daß also 1500 Wähler weniger abgestimmt haben, als 1907. Dazu kommt, daß seit dieser Zeit die Zahl der Wahlberechtigten sich um 1200 vermehrt hat( Es fann also an sich nicht schwer fallen, bei der Stichwahl noch etwa 2500 Stimmen mehr aufzubringen. Diese Stimmen aber gehören durchweg den bürgerlichen Parteien an, denn der Sozialdemokrat hat ja in der Hauptwahl 2000 Stimmen gewonnen, also seine Wähler aus= nahmslos zur Urne herangebracht. Selbst wenn aber, was wir herzlich wünschen, der nationalliberale Bewerber in der Stichwahl siegen sollte, so ist doch das Ergebnis der Wahl für das Bürgertum recht unerfreulich. Die vereinigten Liberalen haben gegen 1907 23 Proz. ihrer Stimmen verloren, die Konservativen 16 Prozent. Im übrigen haben die Konservativen feinen Grund, auf die verhältnismäßig geringe Stimmeneinbuße stolz zu sein. 1907 waren Ausnahmewahlen, die besonders für den Liberalismus günstig waren. Geht man auf die normalen Wahlen von 1903 zurück, so haben damals in Frankfurt- Lebus die Konservativen in der Hauptwahl 8260 Stimmen erhalten, die auch damals schon vereinigten Liberalen 7020. Die Konservativen hatten mithin vor sieben Jahren in diesem Wahlkreise vor dem Liberalismus einen Vorsprung von über 1200 Stimmen, diesmal stehen sie um etwa ebensoviel hinter den Liberalen zurück. Man kann also wahrhaftig nicht sagen, daß sich in Frankfurt- Lebus das Stimmenverhältnis zwischen den bürgerlichen Parteien zu Gunsten der Konservativen verschoben habe. Der Stimmenrüdgang beider Parteien ist abgesehen von der allgemeinen, ausschließlich der Sozialdemokratie nüßenden Mißstimmung im Lande auf die wenig glückliche Auswahl der Kandidaten zurückzuführen. Weder der konservative noch der liberale Bewerber sind im Wahlkreise ansässig. Für die bürgerlichen Parteien aber sind- abgesehen bom Zentrum, das seine Wähler nach Belieben fommanbieren kann im Wahlkreise bodenständige Kandidaten bon größter Wichtigkeit. Wird ein nicht im Wahitreis an= sässiger Kandidat aufgestellt, so muß er zum mindesten ein allgemein bekannter Politiker sein, wie etwa bei der Frant furter Wahl von 1904 Bassermann. Auch diese Voraussetzung traf diesmal auf die beiden bürgerlichen Kandidaten nicht zu. Ein weiterer Nachteil war der bürgerliche Beruf der Bewerber. Die Konservativen glaubten, mit einer Arbeiterkandidatur einen guten Griff zu tun. Wie falsch diese Voraussetzung war, beweist schon das Wahlergebnis in der 2. Kellergeschosse oder nicht unterkellerte Räume, deren Fußboden nicht mindestens 0,25 Meter über Erde gelegen ist, oder 3. unmittelbar unter Dach( ohne Zwischendecke) befindliche Räume zum Wohnen vermietet werden sollen. Die Anzeige muß Austunst geben über a) den Eigentümer, sowie die Lage des Hauses nach der Straße und Nummer, b) die Lage der Wohnung( ob im Haupt- oder Nebengebäude und in welchem Stockwerk), c) die Anzahl und Bestimmung der Räume, d) den Beruf des Mieters, sein Verhältnis zu den in seiner Hausgemeinschaft befindlichen Personen, sowie Namen und Alter derselben. Die Vermieter sogenannter möblierter Wohnungen sind von dieser Anzeigepflicht befreit, wenn und solange der Mietpreis für das Zimmer den Betrag von monatlich acht Mark überschreitet. Artikel 5. Der Ortspolizeibehörde ist ferner binnen einer Woche Anzeige zu machen, wenn in der Person des Vermieters oder Mieters einer Wohnung der im Artikel 4 bezeichneten Art eine Aenderung eintritt, oder wenn durch Verminderung der Zahl der Mieträume oder durch Aftervermietung die Wohnung nachträglich anzeigepflichtig wird. Die Anzeigepflicht trifft bei Aenderungen in der Person des Vermieters den neuen Vermieter. Bei Aenderungen in der Person des Mieters sind zugleich die im vorigen Artikel unter d vorgeschriebenen Angaben zu machen. an= Die die Stadt Frankfurt selbst, wo doch die meisten Arbeiter sässig sind. Hier hat der konservative Arbeiterkandidat nur 313 Stimmen erhalten, während der konservative Bewerber vom Jahre 1907 auf 668 Stimmen gekommen war. Konservativen haben also in Frankfurt a. D. über Hälfte ihrer Stimmen eingebüßt. Bedenkt man, daß Frant furt a. O. als Sit eines Regierungspräsidiums, eines Landgerichtes und eines Amtsgerichtes, der Generalkommission, eines Zoll- und Hauptsteueramtes 2c. eine große Beamtenstadt ist, so darf man wohl sagen, daß unter den 313 Stimmen für den fonservativen Bewerber faum eine einzige Arbeiterstimme enthalten sein dürfte. Die Nationalliberalen hatten einen Archivdirektor aufgestellt. Eine solche Kandidatur ist gewiß für eine Großstadt oder eine Universitätsstadt nicht ungeeignet, in einem Wahlkreis aber, in dem die ländliche Bevölkerung den Ausschlag gibt, ist sie kaum am Plaße. Der Wähler will schließlich wissen, was der Mann, den er wählen soll, ist und treibt. Nun, diese Fehler sind einmal begangen worden und wir rügen sie hier bloß, damit sie nicht anderwärts wiederholt werden. Gerade weil die Sozialdemokratie jetzt und leider wohl auch bei den nächsten Reichstagswahlen die günstigsten Aussichten hat, müssen die bürgerlichen Parteien bei der Aufstellung ihrer Kandidaten sehr geschickt sein. Ein guter, d. h. im Wahlkreise beliebter und ange sehener Kandidat bedeutet den halben Sieg. Das Ende des Luftschiffes„ 3. 6." Ueber den Zeppelin- Luftschiffen waltet ein böser Unstern. Echterdingen, Weilburg, Totoburger Wald sind schwarze Tage in der Geschichte der Luftschiffahrt, die ewig dent würdig bleiben werden, auch wenn die Zeppelinschiffe vielleicht einmal neueren Errungenschaften Plaß gemacht haben werden. Und jetzt kommt die Katastrophe von Ba= den- Oos hinzu, der das Luftschiff 3. 6" zum Opfer gefallen ist. In wenigen Minuten wurde Mittwoch nach mittags 3% Uhr das Schiff durch Feuer ver= nichtet, nicht während der Fahrt, nicht infolge von Konstruktionsfehlern oder mangelhafter Führung, sondern infolge einer unvorsichtigkeit beim Reparieren eines Motorschadens. So bedauerlich dieser Umstand ist lann hier mit Recht von tieinen Ursachen und großen Wirkungen sprechen so muß doch gleich von vornherein betont werden, daß die Katastrophe mit dem System der Zeppelinschiffe nicht das geringste zu tun hat. Das zerstörte Luftschiff gehörte der Frankfurter" Deutschen Luftschiffahrtsgesellschaft" und wurde als Ersatz für das im Teutoburger Wald zu Grunde gegangene Luftschiff„ Deutschland" gebaut. Der„ 2. 3. 6" hat Mitte August seine wohlgelungene erste Fahrt von Friedrichshafen nach seinem Bestimmungsort Oos bei Baden gemacht und dort seitdem eine Reihe von Passagierfahrten ausgeführt, die alle ohne Zwischenfall verliefen. man Mittwoch mittag ½ 12 Uhr, stieg das Luftschiff mit 12 Fahrgästen unter Führung von Dr. Eckener zu einer Fahrt nach Heilbronn auf, mußte aber über Karlsruhe infolge Motorschadens drehen und die Rückfahrt zur Halle antreten, wo die Landung um 21 Uhr glatt erfolgte. Man schritt sofort zur Reparatur des Schadens, die mehrere Stunden in Anspruch nahm. Kurz nach 3 Uhr entstand in der hinteren Gondel Feuer, wo Leute damit beschäftigt waren, mit Benzin, das sich naturgemäß in offenen Gefäßen be fand, das Getriebe zu reinigen. Das Benzin fing aus bisher noch unbekannter Ursache Feuer. Die Flammen schlugen hoch empor und erfaßten trop aller Löschversuche das Luft schiff selbst. Das Gas begann zu brennen, und das Feuer verbreitete sich über das ganze Luftschiff aus, das in etwa Hülle und Gaszellen 10 Minuten langsam niederbrannte. sind völlig zerstört, ebenso das Gerippe, nur die Motoren sind unversehrt. Einer der mit dem Reinigen beschäftigten Hilfsarbeiter und ein Monteur haben Brandwunden er ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Artikel 6. 21. Jahrg. Wer dritten, nicht zu seiner Familie gehörigen Personen Schlafstellen, mit oder ohne Berechtigung zum Aufenthalt über Tag, vermietet, hat hiervon vor Beginn der Mietbenutzung der Ortspolizeibehörde Anzeige zu machen. Die Anzeige muß Auskunft geben über a) Lage des Hauses nach Straße und Nummer, sowie über den Vermieter, b) Lage, Länge, Breite und Höhe der zu Schlafstellen bestimmten Räume, c) die Anzahl der in jedem einzelnen Raume vorhandenen Schlafstellen. Von jedem Wechsel in der Person des Vermieters der Schlafstellen hat der neue Vermieter der Polizeibehörde binnen einer Woche Anzeige zu machen. Artikel 11. Mit Geldstrafe bis zu 30 Mark wird bestraft, wer die nach Artikel 4 bis 6 vorgeschriebenen Anzeigen zu machen unterläßt oder in diesen Anzeigen wissentlich unrichtige Angaben macht. Betanntmachung. Der Heberollen Auszug über die für's vierte Vierteljahr 1909 an die Versicherungsanstalt der Tiefbau= berufsgenossenschaft zu zählende Prämie liegt vom 21. d3. Mts. an während zweier Wochen bei uns Zimmer 2- zur Einsicht der Beteiligten aus. Gießen, den 15. September 1910. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. litten, jedoch sind diese nicht lebensgefährlich. Die Halle ist bis auf eine geringe Beschädigung des Daches unver= sehrt. 5 Mann der Besaßung wurden zum Teil erheblich, jedoch nicht lebensgefährlich verleßt. Graf Zeppelin und Direktor Colsmann wurden von der Katastrophe sofort benachrichtigt. Aus allen seinen schweren Prüfungen das darf bei allem Schmerz über das neueste Unglück nicht vergessen werden ist das Zeppelinsche System wie ein Phönix aus der Asche zu neuem Leben und zu neuer Blüte emporge= stiegen. Gleichwohl muß mit Bedauern festgestellt werden, daß troß aller traurigen Erfahrungen, die man schon in | diesem Jahre gemacht hat, es anscheinend immer noch an der erforderlichen Vorsicht mangelt. Die Zeppeliningenieure könnten jett allmählich genug gewißigt sein und es ist anzunehmen, daß dieses neue schwere Unglück von Dos dazu beitragen wird, in Zukunft die schärfsten Vorsichtsmaßre= geln zu treffen, um eine Wiederholung derartiger durch pure Nachlässigkeit herbeigeführten Katastrophen zu vermei= den, die doch bei den Parseval- und Militärluftschiffen bislang vermieden worden sind. Der Name Zeppelin und sein Lebenswert könnten am Ende unter folch fortwährenden Katastrophen doch schwere Einbuße erleiden und daß möchte doch jeder von uns im Interesse der guten Sache und des deutschen Namens vermieden sehen. Zum Barenbesuch in Friedberg. Das Großherzogspaar machte Donnerstag nachmittag ½ 3 Uhr mit dem Zaren und den Kindern in 6 Automobilen einen Ausflug zum Besuche des Fürsten von SolmsLich in Lich. Nach herzlicher Begrüßung wurde auf der Terrasse des Schlosses der Tee serviert. Hierauf machten die hohen Herrschaften einen Spaziergang durch den Schloßgarten, welcher für das Publikum gesperrt war. Um ½ 6 Uhr wurde der Heimweg über Hungen wieder angetreten. Der Großherzog steuerte selbst das Auto, in welchem der Zar mitfuhr. Die Ankunft im Friedberger Schloß erfolgte furz vor 7 Uhr. Die Zarin machte in der gleichen Zeit mit ihrer Hofdame eine Ausfahrt im Wagen nach Bad- Nauheim und den dortigen Waldungen über den Johan= nisberg. Gestern vormittag tras Prinz Waldemar und die Prinzessin Heinrich von Preußen in Friedberg ein. Lettere wurde durch ihren Bruder, den Großherzog, sowie die Großherzogin am Bahnhof empfangen. Die geplante Illumination zu Ehren des Geburtstages der Großherzogin fand schon gestern statt. Die Ehrenpforte war aus diesem Anlaß schon wieder neu hergerichtet wor den. Der Triumphbogen wurde bei eintretender Dunkel= heit elektrisch beleuchtet, ebenso das Kriegerdenkmal in der Allee. An verschiedenen Stellen der Stadt spielten Musikfapellen. Lokales. Gießeu, 17. September 1910. * 3 um Geburtstag der Großherzogin. Heute feiert die Großherzogin Eleonore ihren 39. Geburtstag. Viel Liebe hat die hohe Frau auf Hessens Thron gesät und geerntet. Ernst ist es ihr um die schönen Pflichten der Landesmutter. Wo es große Werke der Nächstenliebe zu erfüllen gibt, ist es ihr stets Herzenssache, mitzuwirken im Dienste des Wohltuns, in der Anregung und Förderung aller charitativen Bestrebungen. Ihre großen Wohltätig feitsveranstaltungen,„ die Verkaufstage der Großherzogin", die die hohe Frau in warmer Fürsorge für die armen Lungenfranken ins Leben gerufen hat, haben bereits viel Krankheitsnot lindern helfen. Ebenso sind die Bestrebungen und Unternehmungen der Säuglingsfürsorge im ganzen Lande Gegenstand ihrer warmherzigen Fürsorge. So hat sich unsere Großherzogin einen Platz geschaffen im Herzen des hessischen Volkes, das ihr in treuer Liebe aufrichtig dankt. Möge das kommende Lebensjahr der Großherzogin und dem ganzen Großherzoglichen Hause ein gesegnetes sein und möge Gott auch weiterhin seine gnädige Hand schirmend über den Lebensweg unserer Landesmutter halten. = * Im Gießener Festsaal( Cafe Leib) be ginnt heute Samstag, den 17. September 1910, die„ Bu= dapester Orpheum Gesellschaft" ein furzes Gastspiel. Dem Ensemble, welches von den bekannten ausgezeichneten Komikern Theo Angeli und Mar Tell= heim geleitet wird, geht ein glänzender Ruf voraus. Dasselbe bringt außer durchwegs erstklassigen SensationsPossen aus dem Folies Caprice in Berlin, Budapest und Wien, auch einen brillanten bunten Teil. war Wettstreit mit einander ihr bestes können zu zeigen. Für beide Leistungen spendeten die Zuhörer in ausgiebigem Maß den Sängern wohlverdienten Beifall. Die daraufhin vorgetragene Zugabe" Seit früher Kindheit Tagen" ebenfalls eine vollendete Leistung. Den größten Raum in den Darbietungen nahmen die Quartette ein, welche die verschiedenen Weisen immer recht anmutig zu Gehör brachten. Bei dem Lied In der Ferne" von Brückner trat namentlich der Bariton durch die Wärme seiner Vortragsweise und durch seine ausgezeichneten technischen Fähigkeiten hervor; umso bedauerlicher muß es aus diesem Grunde genannt werden, daß diese schönste der Männerstimmen bei den übrigen Quartetten nicht ganz auf der Höhe ihres Könnens stand, vielmehr hier den ersten Platz an den Tenor abtrat. Von den Gesangsstücken gefiel am besten das„ Abendständchen" von Schiebold, das stürmischen Beifall auslöfte. Kein Wunder, daß die Sänger hier eine Einlage spenden mußten, welche den begeisterten Zuhörern in dem scherz= haften„ Was ich hab'" wurde. Auch bei der„ Historia vom Kuß" und dem letzten Gesangsstück„ Ein Sonntag auf der darf Alm" wurden Zugaben gespendet. Alles in allem * Mitteldeutsche Creditbank. In der zu Frankfurt a. M. stattgehabten Sitzung des Aufsichtsrates berichtete die Direktion über die Geschäftstätigkeit im ersten Halbjahr 1910, die in allen Teilen eine befriedigende Fortentwickelung aufweist. Das Erträgnis zeigt gegen das erste Halbjahr 1909 eine erhebliche Steigerung, namentlich auf dem Provisionskonto. Es erscheine daher die Annahme berechtigt, daß die Erträgnisse des laufenden Jahres die Ausschüttung einer Dividende von 6½ Proz.( i. V. 6 Proz.) ermöglichen werden. In der Situng wurde Herr Direktor Friedrich Reinhart in sein Amt als Mitglied des Gesamtvorstandes der Bank mit dem Sitz in Frankfurt a. M. eingeführt. Es wurde ferner beschlossen, die bisherige Kommandite der Bank, die Firma Bernhard Weinmann in München, in eine von der bayerischen Filiale der Bank in Nürnberg abhängige Niederlassung unter der Firma Mitteldeutsche Creditbank, Niederlassung München umzuwandeln. man wohl die Leistungen des Münch'schen Solo- Quartetts als vorzüglich bezeichnen und dementsprechend hoffen, daß die Sänger Gießen bald wieder mit ihrem Besuch beehren werden. * Die Maschinenfabrik Heyligenstaedt u. Co. wurde von der Ausstellungsleitung in Brüssel mit einem Ehrendiplom in Anerkennung ihrer vorzüglichen Erzeugnisse ausgezeichnet. * Vom Manöver. Auf zwei Tage Korpsmanöver blickt die Hess. Division zurück. Bei Tagesgrauen brachen am Donnerstag die roten Truppen( 49. Brigade) ihre Biwats um Weidenau und Hauswurz ab. Generalmajor v. Francois hatte die Führung übernommen. Die 50. Brigade befehligte wiederum Generalmajor Grumbkow. Auf den Höhen am östlichen Vogelsberg im nördlichen Kreise Schlichtern zwischen Flieden und Freiensteinau wurden die Kämpfe ausgefochten. Das 1. und 2. Bataillon der 168er war gestern der 50. Brigade zugeteilt, ebenso die 6. und 7. Batterie der Fußartillerie Nr. 3. Sämtliche Fußtruppen bezogen Biwak, Artillerie und Dragoner tamen in Quartier. = h= Das Münch's che SoloQuartett von Weblar gab Donnerstag Abend in Steins Saalbau zu Gießen ein Konzert, dessen Programm von kundiger Hand zusammengestellt war. Dasselbe wies u. a. die wunder= volle Weise„ O Rheinland, o Heimat" auf, während auch der Humor mit„ Historia vom Kuß" von J. B. Maier und „ Wie das schnattert" von Frhr. v. Flotow nicht vergessen war. In bunter Reihenfolge wechselten Quartette mit So= lis ab, und faßt immer mußten sich die frohen Sangesbrüder zu einer Zugabe verstehen, welche mitunter die zahlreich erschienenen Zuhörer durch ihr humorvolles Gepräge nicht wenig erheiterte. Der Tenor beherrscht wohl am besten von den Vortragenden die Sangestunst. Sein Einzelgesang An deinem Herzen laß mich träumen" sprach ganz besonders durch Deutlichkeit des Vortrages, Empfindung und sinngemäße Auffassung des Liedes an und wurde von dem Publikum recht beifällig aufgenommen. Seine Zugabe „ Die Weiberherzen" blieb hinter dieser Glanzleistung leider etwas zurück insofern, als die Betonung des Schlusses ein wenig zu stark war. Als zweitbester Sänger des Quartetts ist der Bariton anzusehen, welcher in seinem Solo„ An des Rheines grünen Ufern" eine hohe Technik und Empfindung verriet. Auch er mußte sich zu einer Zugabe, der Weise „ Ich wandre wie im Traum einher", verstehen. In dem Duett„ Wie das schnattert" aus der Oper„ Martha" von Flotow vereinigten sich Tenor und Bariton, um in edlem 20) Gerichtet. Familienroman von Franz Wichmann. „ Ha, Verrat!" schrie er, mit erweitertem Blick auf den Gendarm blickend.„ Ein abgekartetes Spiel! Der Vater verkauft den leiblichen Sohn an die Justiz! In dieser Stunde hast du das letzte Band zwischen dir und mir zerrissen, Graufopf!" Der Gendarm streckte die Hand aus, um sich des Wütenden zu bemächtigen. „ Nehmen Sie sich in acht," warnte der Förster ihn,„ die Sorte ist gefährlich!" Wirklich hatte Otto mit blitzschneller Bewegung einen Revolver herausgerissen und schlug denselben jetzt auf den Gendarm an. " ,, So leicht sollt ihr mich nicht haben!" schrie er. Platz da!" Die Menge wich scheu auseinander, aber ehe er sich vollends Bahn brechen konnte, hatte der Förster ihm die Waffe aus der Hand geschlagen. Fort mit dem Kinderspielzeug!" rief er in gerechtem Zorn. „ Otto, um Gottes willen, mache deine Sache nicht noch schlimmer!" schrie gleichzeitig die Mutter. Aber schon hatte der Gendarm mit raschem Griff den Entwaffneten gefaßt und legte drohend die freie Hand an den Säbel ( Gerichtet 44 Nr. 8.) „ Otto Reiner," sprach er mit erhobener Stimme ,,, Sie sind mein Gefangener, folgen Sie mir ins Haftlokal!" Dtto ballte in wildem Grimm die Faust. Bater, das gedenke ich dir!" rief er drohend. Der Gendarm machte der häßlichen Szene ein Ende und stieß ihn vor sich her. Die Zuschauer drängten sich lärmend und in heftiger Erregung den beiden nach auf die Straße. In einem Augenblick hatte der Garten sich geleert. „ Nein, nein," heulte die Försterin, sich von Frau Baumert losreißend, laß mich! Mein Otto gefangen! Sie dürfen ihn nicht fortführen! Er ist ja doch mein Sohn!" „ Aber sei doch vernünftig," eiferte Frau Baumert dagegen, , es geht ihm ja noch nicht ans Leben!" Kein Zureden half. „ Aber es kann nicht sein, sie tun ihm unrecht!" wieder. holte die Försterin immer aufs neue.„ Ich will's ihnen fagen! Laß mich!" Sie stürzte davon, den anderen nach. Frau Baumert blieb nichts übrig, als ihr zu folgen. * Die Gießener Lederhändler hatten bei dem Kreisamt um den 8 Uhr- Ladenschluß an den Werk= tagen mit Ausnahme der Tage vor den Sonn- und Feiertagen nachgesucht. Dieser Eingabe hat nun die genannte Behörde stattgegeben. * Die Detaillten von Gießen beschlossen im Hinblick auf die bevorstehende reichsgesetzliche Regelung der Sonntagsruhe von der Einführung des 1 Uhr- Ladenschlusses an den Sonntagen abzusehen und die Verkaufsstellen nach wie vor bis um 3 Uhr an den betreffenden Tagen offen zu halten. * Viehmarkt. Bei dem am 13. und 14. d. M. stattgefundenen Markte waren aufgetrieben: 1702 St. Rindvieh und 312 Schweine. Der nächste Markt findet am 27. und 28. September d. Js. statt, am letzteren Tage auch Krämer- und Pferdemar ft. * Die Mäuse plage ist namentlich auf den Feldern längs der Lahn sehr groß. Auf Schritt und Tritt sieht man die Nager bei hellem Tage mit der Vernichtung der Rüben 2c. beschäftigt. Hoffentlich sind die von dem Kreisamt und der Stadt Gießen nach dieser Richtung hin ergriffenen Maßnahmen von Erfolg begleitet. Aus Hessen und Nachbargebiet. * Klein- Linden. Hier wurden die drei alt= bewährten Gemeinderatsmitglieder Philipp Hahn, J. Theiß und Kaspar Wallor wiedergewählt. * Grünberg. Während eines Manövergefechtes stürzte ein Soldat der 4. Kompagnie der 87er Infanterie, er brach das Bein und mußte ins Lazarett gebracht werden. * Stangen rod. Hier wurde einem 87er Unteroffizier aufgepaßt, vor der Wirtschaft erhielt er einen derartigen Schlag vor den Kopf, daß er in die Gießener Klinik geführt werden mußte. * Homburg v. d. H. In der Stadtverordneten Versammlung wurde den Veteranen, welche ein Einkommen unter 1500 Mk. versteuern, eine Ehrengabe von je 40 Mt. bewilligt. * Fulda. Auf einem Patrouillenritt stürzte am Mittwoch abend ein hessischer Gardedragoner, dem der dichte Nebel den Ausblick nahm, bei Hauswurz in einen sehr tieUnbeweglich, die Hände vor die Stirn geschlagen, stand noch immer der Förster auf der gleichen Stelle. Dann, wie aus schwerer Betäubung erwachend, streckte er die Arme aus in die leere Luft. „ Nun habe ich auch den Cohn verloren!" fam es stöhnend über seine Lippen. D. mein Gott!" Der starte Mann wantte wie eine Rieseneiche des Bergs waldes, die der brausende Nord entwurzelte. " ,, Vater, laß mich- klang da sanft flehend die Stimma findlicher Liebe an seiner Seite. Klara war zu ihm getreten und wollte ihn stützen. Da schüttelte ihn der Sturm aufs neue und warf ihm das trotzige Haupt in den Nacken. „ Du mit dem do," kam es grollend aus seiner Brust herauf und wies mit der Hand auf Hellborn, der sich zurückhielt,„ was willst du? Ich habe dich nicht gerufen! Wir haben nichts mehr gemein miteinander!" Ein sichtbarer Ruck ging durch seinen Körper; er hatte die alte Kraft wiedergewonnen und wandte sich um. Fest und sicher schritt er dem Ausgange des Gartens zu. Dumpf verhallte auf der Straße das lärmende Getümmel. Hellborn und Klara standen ganz allein. „ Es ist umsonst," sagte schmerzlich bewegt Hellborn,„ er will die Stimme der Liebe nicht hören!" „ Armer Vater," sprach das Mädchen leise vor sich hin, ,, möge nie die Stunde kommen, in der du dich vergeblich sehnst nach der Liebe eines Kindes!" Hellborn schwieg eine Weile, dann ergriff er Klaras Hand. „ Ein edler, felsenharter Mann!" sprach er tieferregt.„ Laß mich mit dir trauern um sein Leid! Geteilter Schmerz ist halber Schmerz! Hast du nicht mich?" Und beinahe zaghaft legte er zum erstenmal den Arm um ihre schlanke Taille und zog sie fester an seine Brust. Sie schaute voll zu ihm auf, die dunklen feuchten Augensterne flimmerten von tränenumflortem Sonnenschein. Und das blonde Haupt an ihn schmiegend, brachte sie die Worte hervor: „ Ja, dich, du liebster und bester der Menschen, dich allein habe ich jetzt auf der Welt! Und dich sollen sie mir nicht ent reißen! Ich habe vieles verloren: Vater- Mutter- Bruder, und habe doch eins und alles gefunden: einen Mann!" 10. Kapitel. Mehr als anderthalb Jahre waren verflossen und in dieser Zeit hatte sich das Geschick der Försterfamilie erfüllt. Noch Immer weilten die beiden Mten in der gleichen Wohnung, abe bieselbe machte einen überaus ärmlichen Eindruck. Die Möbel hatten sich bis auf das Notwendigste verringert, die Wände waren kahl geworden. Nur hier und da hing noch ein alt fen Steinbruch. Roß und Reiter wurden mit zerschmetter ten Gliedern tot aufgefunden. * Offenbach. Der nächste Verkaufstag der Groß herzogin wird im Laufe des November in Offenbach a. M stattfinden, nachdem seine beiden Vorgänger in Darmstad und Mainz dem guten Zweck zur Unterstützung Lungenfran fer, resp. deren Ünterbringen in Heilanstalten namhafte Be träge zuweisen konnten, sodaß i.. 1909, 60 Personen meist Frauen und Kinder, aus diesen Fonds untergebrac werden konnten. Aus aller Welt. ab * Am 10. Oktober wird in Schwenningen( Ne char) eine von der Reichsbankhauptstelle in Stuttgart | hängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und be schränktem Giroverkehr eröffnet werden. )( Brandenburg a. H. Im 30 Kilometerrennen um den Preis vom Dom und im 50 Kilometerrennen un den Großen Preis der Stadt Brandenburg ging P. Adam am Sonntag, den 11. d. Mts., auf Brennabor zuerst durch Ziel. H. Watereus, der dieselbe Marke fährt, endete ersten Rennen als Dritter. m )( Rußland. O. Peter gewann am 11. September in Warschau das internationale Hauptfahren und A. Tep laff ging aus dem 15 Kilometer- Dauerrennen als Sieger hervor. Beide fahren Brennabor. Literarisches. zirl Die meisten der Schwindsuchtstranten können dur einen Kuraufenthalt im Hochgebirge ihr Leben noch retten Dies ist z. B. vom Kurarzt Dr. med. O. Amrein- Arosa u anderen Spezialisten auf den Weltkongressen für Tuberku losebekämpfung und von anderer Stelle nachgewiesen wor den. Da jährlich allein in Preußen laut Statistit 100 000 Menschen an Tuberkulose sterben, so ist die Be fämpfung der Schwindsucht eine Hauptaufgabe unserer Zeit Aerzte wie Krante und deren Angehörige sollten daher die neue Schrift lesen:„ Die Heilung der Lungen. tuberkulose im Hochgebirge." Unter spezielle Berücksichtigung der Behandlung fieberhafter Fälle behandel von Dr. med. O. Amrein, Kurarzt in Arosa. Preis 60 Pfg., geb. 80 Pfg.( Porto 10 Pfg.) Verlagsanstalt Emi Abigt, Wiesbaden 35. Geschäftliches. 826 Millionen Mark Kapital waren Ende 1909 bei der Stettiner Germania versichert. Hier von fallen 114 Millionen Mart Kapital mit einer jährlichen Invalidenrente von 7,33 Millionen Mart auf die Invali ditätsversicherung, die heutzutage als die vorteilhafteste u zweckmäßigste Pensionsversicherung von allen Berufskreisen mit großer Vorliebe gewählt wird. Die außerordentlic günstigen Versicherungsbedingungen gehen in verschiedenen wichtigen Punkten zu gunsten der Versicherungsnehmer über die geseßlichen Vorschriften hinaus, sie sichern die Unver fallbarkeit in der vollkommensten Form, sie gewähren die Unanfechtbarkeit nach 1 Jahre und legen durch die Weltpolice keine Einschränkungen in der Wahl des Aufenthalts ortes auf. Die Germania vergütet den mit Gewinnanteil Versicherten in der Lebensversicherung hohe Dividenden, im Versicherungsjahre 1911-12 bis 85% Proz. der Prämie. Die mit Gewinnanteil Versicherten haben Anteil am Ueber schuß aus allen Geschäftszweigen. Die Germania führt ne ben der Lebens-, Invaliditäts-, Aussteuer-, Leibrenten- Versicherung auch die Unfall- und Haftpflicht- Versicherung zu den vorteilhaftesten Bedingungen für die Versicherungsnehmer. modisches, wertloses Bild. Nur die Wanduhr und des Försters Doppelbüchse, von welcher er sich auch außer Dienst nicht hatte trennen können, nahmen noch den gewohnten Platz ein. Ein Umzug stand offenbar bevor. In der Mitte des Zimmers standen gepackte Kisten und Koffer, dazwischen de letzte Tisch nebst ein paar gebrechlichen Stühlen. Auf einem derselben saß Lorenz Reiner, das graue Haupt in die Hände gestützt, und brütete vor sich hin. Draußen ging die Sonne unter und die glühend angehauchten Wolfen in Westen warfen einen roten Schein in das Zimmer. Von diesem blutfarbenen Licht umflutet, stand am Fensta Frau Adelheid und stellte die wenigen Blumentöpfe zusammen die noch übrig geblieben waren. Als sie mit der Arbeit fertig warf sie einen Blick nach der Straße hinüber. „ Es ist Frühling geworden!" sagte sie.„ Sieh nur, Lorenz wie freundlich die Sonne scheint!" Der Förster fuhr bei ihren Worten wie aus einem Traume auf. " Frühling ist es draußen?" grollte er.„ Ich sehe nur ein trauriges Abendrot, schimmernd wie Blut!" Frau Adelheid trat vom Fenster zurück, so daß auch er de Blick nach außen frei hatte. „ Kannst du dich nicht mehr an der Natur erfreuen wit früher?" fragte sie vorwurfsvoll. ,, Was haben wir denn noch von Luft und Sonnenschein? entgegnete der Förster. In dem Loche hier leben wir wie G fangene!" „ Aber wir ziehen ja nun aus!" versetzte sie. Freilich, weil wir müssen," rief er bitter, damit sie un nicht auf die Straße sehen! Von einem Kerker in den andern Was ist das für ein Unterschied?" „ Die neue kleine Wohnung ist hell und licht," sagte sie, un ihn zu trösten, wir werden neu aufleben darin, du wirst aud wieder eine Stelle bekommen-" ,, Wer sagt dir das?" unterbrach er sie. „ Na, man kann dich doch nicht verhungern lassen, dich, da du dem Staate so lange gedient hast!" entgegnete sie. Um den Mund des Försters zuckte es von grimmige Schmerz. „ Das alles hat der Lump, den ich Sohn nannte, mir zev stört," fuhr es aus ihm heraus, er hat mich um Ehre und Reputation gemacht! Für den Vater eines Verbrechers braud der Staat nicht zu sorgen!" Die Försterin suchte ihn von seinen düsteren Gedanken ab zulenfen. ,, Denke nicht daran!" sprach sie.„ Wenn er verloren ist, ist doch Klara gerettet! Heute ist es ein Jahr, seit der Sege der Kirche sie mit Hellborn verbunden bat!" ( Fortsetzung folgt.) 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Turnwart zu einem Vereinsmitgliede, welcher Handlungskommis ist und soeben einen tadellosen Sprung über das Pferd gemacht hat): Sie scheinen ein gutes Gehalt von Ihrem Chef zu beziehen?" Kommis: Wieso?" Turnwart: Na, ich denke, wenn es nicht der Fall wäre, fönnten Sie feine so große Sprünge machen.' Serantwortlicher Redakteur: Dr. Karl Schaumburg, Berlin. Drud und Verlag bon Georg E. Nagel in Berlin- Schöneberg. ,, Na, Sie fleenes Schindluderchen, was hamm S'en nu schon wieder gemacht. Das is doch, Gottverdanz'g, das bierte oder fünfte Mal, daß Sie eenen omfahren und sich'n Jackenärmel zerreißen. Därf'en das sinn?! Wenn das noch à eenz'ges Mal bassiert, da muß ich Sie, weeßhole, noch emal offschreiben!!" Ihre Abweisung, mein Fräulein, kann die entsetzlichsten Folgen haben."" Und worin bestehen die?" ich meine Liebe einer anderen schenke. 86 Die verliebte Braut. " Indem Er: ,, Wollen wir unsere Hochzeitsreise im Auto machen, Schatz?" Sie: ,, Ach nein, Paul, lieber mit der Eisenbahn. Mit dem Auto fönnen wir ja durch keinen Tunnel fahren." Be vorauszahlb 1,50 Mt. F Donnerstage „ Sumoristi liegen wöch Seltersweg nicht verl 2 Nr. 1 Die unter Gießen tenbergstraße Die unter Gießen Frankfurterftra wird hiermit 19 Kult 10% Uhr, we Baidungen in Samat Gießer Abnutzung. Ging Geld schon lang' von Hand zu Hand, Ward's unansehnlich, flanglos; Gedanken, zu oft angewandt, Sie werden leicht belanglos. Jm Wald spaziert ein Mägdelein, Läßt nicht dabei das Lesen sein. Aus der Umschrieben. Rezension über eine Der Dichterling. Jch dichte flott d'rauf los, Um Stoff sorg' ich mich nicht: Denn schließlich wird's ja doch So etwas wie'n Gedicht. Der Gummi als Lebensretter. Fortschritt. ,, Na, das heutige Lustspiel von Kadler ist doch nicht mehr so schlecht!" " Ja, seine Wize sind jetzt schon bei viel weniger Haaren herbeigezogen, als früher!" 2 Unbewußte Bosheit. Arzt( zum neuen Diener): Also von 8-9 Uhr Morgens habe ich Sprechstunde. Vergessen Sie nicht, mich zu wecken!" Diener: Um neun Uhr?" Schnell gefaßt. Büreauchef( Beamte überraschend, die sich sehr laut unterhalten):„ Meine Herren, ich dulde es nicht, daß man sich hier im Amte unterhält und lacht!" Beamter:„ Bitte haben dienstlich gelacht!" Theatervorstellung: Vor allen Anderen zeichnete sich durch klare, deutliche Aussprache der Souffleur aus." wir Ein Auto naht mit Schnelligkeit, Ganz fassungslos wird drob die Maid. Freudenzeit. ,, Gibt es bei Vernunftehen auch Flitterwochen?" ,, Gewiß, aber nur für die Gläubiger!" Gemütlich. 4. Druckfehlerteufel. Leider gesellte sich zu dem vorgerückten Alter des gentalen Komponisten eine türkische Trommelfellentzündung. 3. Ich komme in Sachen Ihres lassen Sie bet dem auch arbeiten?" Gerichtsvollzieher: Schneidermeisters." Student: So Verzeihlicher Sprachfehler. Fremder( tm Theater): ,, Kellner, besorgen Sie mir ein Glas!" Kellner:„ Ein Glas Bier?" Fremder:„ Nein, ein Glas Oper." Jn Ohnmacht fällt die Maid vor Schreck, Schon fährt das Auto drüber weg. Stimmt. Richter( zu einem angeflagten Neger):„ Versuchen Sie nicht sich weiß zu waschen; es gelingt Ihnen doch nicht." Strafe muß sein. A.:,,Eben traf ich den alten Krawattenmacher, er erzählte mir, daß er vor Schmerzen kaum laufen könne, so drückten ihm seine Stiefeln." B.:„ Das ist ihm ganz recht, dem scheint gleichsam die Strafe auf dem Fuße zu folgen." HERN FRENZ. Gut, daß nicht alles echt gewesen: Prom'nieren vereint sich nicht mit Lesen. Zerstreut. Professor Schmeckele hat seine Wohnung gewechselt, und als ihn am anderen Tage spät abends der Weg aus der Stammkneipe an seiner früheren Wohnung vorüberführt, bemerkt er daselbst eine Leiter lehnen und jemand in seiner früheren Behausung mit einem Licht hantieren. Um einen Irrtum zu verhindern, klettert er pflichtschuldigst unter großer Anstrengung bis zu seiner Wohnung an der Leiter hinauf und ruft zu dem, allerdings über die geräumte Wohnung enttäuschten Gauner hinein: ,, Ach entschuldigen Sie, mein Gutester, wenn ich vielleicht störe, aber ich wollte Sie nur aufmerksam machen, daß ich seit gestern Gatterstraße Nr. 10 logiere." Origineller Scheidungsgrund. Anwalt: ,, Warum wollen Sie sich denn von Ihrem Manne scheiden lassen?" Frau: ,, Ich habe Trauer bekommen, und da kann ich doch nicht gut mit einem Mann zusammen leben, der von Beruf Komiker iſt." Hinausgegeben. Dozent: ,, Meine Herren, ich werde diesem Frosch die Großhirnhemispären erstirpieren; er wird dann nicht mehr hupfen können.( Die Operation wird vollzogen; der Frosch hupft vom Tisch auf den Fußboden.( Hierauf große allgemeine Heiterkeit im Auditorium.) Meine Herren, Sie sehen, wie wenig Hirn dazu gehört, um ein ganzes Auditorium zum Lachen zu bringen!" Ein Kenner. ,, Aber Herr Rat, wie kommen Sie dazu, meine Gänse totzuschießen?" Sonntagsjäger: ,, Ach, entschuldigen Sie, ich glaubte, es wären wilde Vögel!" - ,, Wie konnten Sie das glauben! Dann hätten Sie ja gar nicht getroffen." Gelungene List. Pranima Student( früh morgens vom Kommers nach Hause kommend): ,, Sie Sie frecher Kerl, was haben Sie in meinem Bett zu suchen?" Schneider: Ja, ich warte seit gestern auf Sie und habe mich derweilen in Ihr Bett gelegt, das ist ja der einzige Ort, wo ich Sie mal erwischen kann." Berechnend. Mann: ,, Aber, liebe Frau, Du hast doch Deine goldene Rette verloren, und hier in der Annonce steht eine silberne." Frau: Ja, ich dachte, daß ich sie eher wieder bekäme, wenn ich angab, sie sei nur von Silber." Bedenklicher Umstand. Alterer Arzt( zum jüngeren): ,, Ja, lieber Kollege, wie sollen die Patienten Vertrauen zu Ihnen haben bei Ihrer wunderschönen Handschrift!" Wehmutsklang. Die Abendglocken läuten, Du aber hörst sie nicht; Du liegst im Sarg tief unten, Verschlossen ist Dir das Licht. Die Sterne scheinen am Himmel, Du aber siehst sie nicht, In Deine blauen Augen Dringt nimmermehr ihr Licht. Die Luft ist so warm und wonnig, Als wär' es Maienzeit, Dein Herz kann dies Wunder nicht fühlen, Du ruhst ja im Sterbekleid. Der treue Geliebte. E. C. Köchin: Ich glaub' so treu, wie mein Loisl ist, kann man nur sein, wenn man so einen Riesenappetit hat, wie er!" Aufrichtig. Gast: Ich möchte eine Kleinigkeit essen, Kellner, können Sie mir etwas empfehlen?" Kellner: ,, D, wählen Sie nur nach der Karte, bei uns sind alle Gerichte Kleinigkeiten!" 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