en. Theater Steingoetter. März 1910. 8 Uhr. Erhöhte Prelse! Abonnenten. cs Gaftspiel Triesch. Robe." 4 Aufzügen St. Cère. Ende g. 11 Uhr. März 1910. 31½ Uhr. Kleine Preise! Male Bauer ften von Viktor 1. Leo Fall. Ende g. 6 Uhr, 2 Uhr. eine Preife! Novität! Linder 14 Aften von dermann. nde g. 10% Ubr Ilder. str. 12 gramm. nahme. erkeit. Gießener Zeitung ten. ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - - vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mf., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 43. - Bekanntmachung. - der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 15. März 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Nachstehende Bekanntmachung Großh. Kreisamts GieGesetzliche Gesellenprüfung. Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden im Monat ßen bringen wir zur öffentlichen Kenntnis der Interessen| April statt. Gießen, den 14. März 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Bekanntmachung. Betr.: Gesuch der Stadt Gießen um Genehmigung zur Dampftesselanlage. Die Stadt Gießen beabsichtigt auf dem Grundstück Fl. 1 Nr. 123-10 der Gemarkung Gießen einen Dampfkessel zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang vom Erscheinen dieses im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet auf dem Bureau des Großh. Polizeiamts Gießen zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung des Aus schlusses bei Großh. Polizeiamt Gießen vorzubringen. Gießen, den 9. März 1910. Großh. Kreisamt Gießen. J. V.: Welcker. Bekanntmachung. Aus der Kohlermann- Stiftung sind zu vergeben: 2 Gaben von je 89,03 Mr. an einen unbescholtenen hilfsbedürftigen geborenen Gießener Bürger( Witwer) und an die Witwe eines solchen( geborene Gießenerin bevorzugt). Meldungen werden Asterweg 9( Armenamt) bis 31. März 1910 entgegengenommen. Gießen, den 11. März 1910. Die Armendeputation der Stadt Gießen. Keller. Bekanntmachung. Die Friedhöfe sind vom 16. März bis 15. Mai von morgens 6 bis abends 8 Uhr geöffnet. Gießen, den 14. März 1910. Bürgermeisterei. Mecum. Für die Zeit vom 1. April 1910 bis Ende März 1911 sollen auf dem hiesigen Wochenmarkt eine Anzahl Verkaufsplätze vergeben werden. Angebote hierauf sind bis spätestens 22. ds. Mts., vormittags 12 Uhr bei der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen und Angebotsformulare erhältlich sind. Bürgermeisterei. Die noch nicht vergebenen Stände in den Marktlauben sollen Samstag, den 19. März 1910, vormittags 11% Uhr an Ort und Stelle versteigert werden. Bürgermeisterei. er heutigen Nummer der„ Gießener Zeitung" liegt das illustrierte Blatt ,, Neue Lesehalle" bei Der Abschiedskommers für Geheimrat Dr. Breidert am lettvergangenen Sonntag Nachmittag hatte eine selten zahlreiche Versammlung wahrhafter Verehrer des scheidenden Provinzialdirektor in der Turnhalle am Oswaldsgarten vereinigt. Die Halle war voll besetzt und, was besonders entgegen anderen Gewohnheiten auffiel, nicht nach Rang und Stellung hatten sich die Erschienenen gesetzt, nein ganz nach Belieben durcheinander; hohe Staatsbeamte saßen neben dem einfachen Gewerbetreibenden oder Landwirt aus der Provinz. Man sah zahlreiche Professoren unserer Landesuniversität, viele höhere Gerichtsbeamte, viele Offiziere der Stadt Gießen, viele obere Verwaitungsbeamte aus der Provinz, zahlreiche Lehrer und Pfarrer; die Beamten und das Bureau des Kreisamtes Gießen wie auch der Provin zialstechenanstalt waren zahlreich anwesend, ebenso waren alle Stadtverordnete und Beigeordnete von Gießen anwesend. Kurz, aus den Tälern der Lumda, der Ohm, der Felda, der Nidda, von den Höhen des Vogelsberges, aus dem Schlißerlande, aus allen Bezirken der Provinz waren Männer gekommen, um Abschied zu nehmen von dem allezeit liebenswürdigen pflichtbewußten und weitblickenden Führer, der 8 Jahre die Geschäfte der Provinz zu aller Zufriedenheit geleitet. Kurz nach 4 Uhr erschien Geheimrat Dr. Breidert in Begleitung des Oberbürgermeister Me cum in der durch Tannengrün und zahlreichen Fahnen in hessischen und deutschen Landesfarben, dazwischen das hessische Landeswappen und das Gießener Stadtwappen, schön dekorierten Halle. Sämtliche Anwesende hatten sich von den Plähen erhoben und die Regimentskapelle sette mit dem Alexander Girardi- Marsch ein. Aus aller Augen leuchtete dem Eintretenden ein freudiger Blick entgegen, daß er ihnen die Gelegenheit gegeben, nochmals einen dankbaren Händedruck auszuwechseln. Der Rektor der Landesuniversität, Geh. Medizinalrat Dr. Strahl, als Wortführer gedachte zuerst des Landesfürsten. Noch nie habe er freudigeren Herzens eine Festversammlung dazu aufgefordert, als dieses Mal, da er sich Anmeldungen haben am 17. und 18. März d. J. je von vormittags 9-12 Uhr in der Gewerbeschule, Zimmer Nr. 8, zu erfolgen. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mart und ist bei der Anmeldung zu bezahlen. Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins zu Gießen. Traber Vorsitzender. Bekanntmachung Betr.: Die Ausführung des Reichsgesetzes der Gewerbeordnung vom 30. Juni 1900. Wir bringen hiermit zur Kenntnis der Interessenten, daß im Jahre 1910 an den nachbezeichneten Tagen die Vorschriften über die Mindest ruhezeit und Mittagspausen der Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter (§ 139c der Gewerbeordnung) keine Anwendung zu fin den haben und die Läden, sowie die offenen Verkaufsstel len an diesen Tagen bis 10 Uhr abends offen gehalten werden dürfen. a) 3 Wochentage vor Ostern 23., 24. und 26. März. b. 1 Wochentag vor Himmelfahrt 4. Mai 1910. c) 2 Wochentage vor Pfingsten 13. und 14. Mai 1910. d) 14 Wochentage vor Weihnachten 9, 10., 12.- 17. und 19.- 24. Dezember 1910. e) 1 Wochentag vor Neujahr, 31. Dezember 1910. Eine Anzahl weiterer Tage, an denen Ausnahmen von den gesetzlichen Vorschriften gewährt werden können, bleiben für unvorhergesehene Fälle vorbehalten. Gießen, den 14. März 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Bergebung von Weißbinderarbeiten. Die zur Unterhaltung des Gebäudes Seltersweg Nr. 9 erforderlichen Weißbinderarbeiten sollen Mittwoch, den 16. März d 3. I s. vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 10. März 1910. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. in einem Kreis von Männern weiß, die mit Verehrung zu dem angestammten Herrscherhause stehen. Nach der großen Fantasie aus der Oper Lohengrin", die eine feierliche Stimmung in die Versammlung hineintrug, erhob sich als zweiter Redner Herr Oberbürgermeister Mecum zu folgender Ansprache: " Hochgeehrter Herr Geheimerat. Sehr geehrte Herren. Es sind recht gemischte Gefühle, die das heutige Fest bei uns auslöst. Wir freuen uns des Augenblicks und fühlen doch bereits die Entbehrung, die uns die Zukunft bringen wird. Wir wollen aber heute die Stunden, die unser verehrter Herr Geheimerat Dr. Breidert noch unter uns weilt, möglichst ausnuten, sein liebenswürdiges Wesen noch einmal auf uns wirken zu lassen. Daß er uns hierzu Gelegenheit gab, dafür danken wir ihm von ganzen Herzen. Aber nicht dafür allein danken wir ihm; wir Sanden ihm vor allem dafür, was er uns während seiner langen Wirksamkeit in Oberhessen gewesen ist, für all das Gute und Schöne, das er hier vollbracht und begonnen hat. Er gehört zu den seltenen Männern, die in ihrem Beruf hervorragendes leisten und dabei den Menschen ein Freund werden. Ich darf es nicht unternehmen, die inneren Gründe für diese gesegnete Tätigfeit zu untersuchen, aber eins darf ich wohl sagen: er hat sich nie als Fremder unter uns gefühlt, und darum ist er auch uns nie fremd gewesen. Das Gefühl, das jetzt hier seine Heimat, in der zu wirken er berufen sei, hat ihn start gemacht, Großes zu vollbringen und noch gröBeres zu beginnen. Den Grundsaß, der für Städte sich immer mehr Bahn bricht, die Einnahmen nicht lediglich auf die Steuerfraft der Einwohner zu gründen, sondern durch gewinnbringende industrielle Unternehmungen die Steuerlaft zu erleichtern und Mittel zu beschaffen für andere gemeinnüßige, aber unrentable Unternehmen, diesen Grundsatz hat er zuerst in großzügigem Gedankengang auf die Provinz Oberhessen angewandt. Es war eine überaus glückliche Idee, das Wasserwerk Inheiden zu begründen, durch die Abgabe von Wasser an die Stadt Frankfurt auf sichere Füße zu stellen und so für viele Gemeinden, die sonst den Segen einer guten Wasserversorgung noch lange hätten entbehren müssen, billiges Wasser zu beschaffen; die Provinz will von ihren Gemeinden keinen Nußen nehmen, sie will von diesen nur Ersatz der Selbstkosten. Und die Ueberschüsse, die wir von der Wasserlieferung nach Frankfurt erhoffen, sollen es möglich machen, den zweiten großen Gedanken des Herrn Geheimerat, das Elektrizitätswerk Lißberg, zu verwirllichen. Ist das erste Wert von eminenter hygienischer Be21. Jahrg. Gebäude- Abbruch. Die Gebäude der Hofreiten Tiefenweg Nr. 9 und 13, Kieine Mühlgasse Nr. 3, Große Mühlgasse Nr. 10, 12, 13, 15 und 21( Vorderhaus) sollen Freitag, den 18. März d 3. I s., vormittags 10 Uhr, im Wege öffentlicher Verdingung auf den Abbruch verkauft werden. Die Besichtigung der Gebäude ist Interessenten gestattet. Die Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 10. März 1910. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Arbeits- Vergebung. Die Pflaster- und Chaussierarbeiten für den Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Hamm- und Lahnstraße sollen Montag, den 21. ds. Mts., vorm. 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen lie gen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offer Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind späte stens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mi entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 8. März 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. In der Zeit vom 23. Februar bis 12. März 1910 wurde in hiesiger Stadt gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Gesangbuch, 1 Damengürtel, 2 3wicker, 1 Pferdedeckte, 1 Täschchen, 1 Brille, 1 Ring, 1 Jacket, 1 Maultorb, 1 Uhr, 1 Messer und 1 Brosche. verloren: 1 Amethystbrosche, 1 Brille, 1 Anmeldebuch der Universität, 1 Herrenregenschirm, 1 Beutel mit 40 Mart Inhalt, 1 Weinzipiel schwarz- weiß- hellblau, 1 Stahluhr mit Nickelfette, 1 weißes Tuch mit Silber durchwirft, 1 Opernglashalter, 1 Teil eines weißen Pelzes, 1 Portemonnaie mit zirka 7 Mark Inhalt, 1 Zwanzigmartstück und 1 silberne Taschenuhr mit gelber Stette. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegenstände fann an jedem Wochentag von 11 bis 12 Uhr vormittags und 4-5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde Zimmer Nr. 1, erfolgen. - Gießen, den 12. März 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. deutung, so ist das andere berufen, den Wohlstand zu heben und in schwach bevölkerten wenig begüterten Gegenden gewerbliche und industrielle Unternehmungen, namentlich Kleinbetriebe, zu schaffen. Der Schöpfer dieser Werke wird die Früchte seiner Arbeit nicht mehr ernten; aber uns allen, in erster Linie dem südlichen Teile der Provinz, und unseren Nachkommen werden sie zu gute tommen, und mit den Werken in Inheiden und Lißberg wird der Name des Herrn Geheimerat Dr. Breidert in Zukunft ruhmvoll verbunden sein. Ich bin gewiß, daß Sie alle durch Ihr Erscheinen Ihren Dank bekunden wollen für die großen Verdienste des Herrn Breidert um unsere Provinz und nicht minder für die freundlichen Beziehungen, die stets zwischen ihm und uns geherrscht haben; immer freundlich vermöge seines warm schlagenden Herzens und seines wahrhaftigen Wohlwollens, das den Grundton seines Wesens bildet. Wir werden nie vergessen, was er uns gewesen ist und was wir ihm zu verBanten haben. Wir bitten ihn dabei, uns in seinem neuen, schöneren Wiringstreise, in seiner neuen Heimat am schönen Rhein ein freundliches Andenken zu bewahren, uns, für die er einen guten, vielleicht den besten Teil seiner Lebensarbeit getan hat. Dann werden seine Gedanken den unseren begegnen, und in seinem Geist möge immer und immer wieder flingen der unvergängliche Dant, den Oberhessen ihm zollt, und den wir zusammenfassen wollen in dem Ruse: Hoch und lang lebe unser Geheimerat Dr. Breidert!" Die Ouverture zur Oper„ Martha" war verklungen, als der Garnisonälteste, Oberst von Müller, sich erhob und dem scheidenden Provinzialdirektor den Dank namens der Garnison aussprach. Geheimrat Dr. Breidert habe die Interessen derselben sehr warm vertreten und wünschenswerte Einrichtungen begonnen, wozu er selbst tagelang über die Notwendigkeit derselben durch persönlichen Augenschein sich überzeugt habe. Aber auch mit der Frau Geheimrat Breidert verliert die Provinz Oberhessen eine Dame, die sich auf dem Gebiete der Wohltätigkeit und der Säuglingsfürsorge große Verdienste erworben habe. Als sichtbares Zeichen der Dankbarkeit und Hochschäzung überreicht Oberst von Müller für Frau Geheimrat Breidert ein prächtiges Blumenbufett und die Anwesenden stimmten in das Hoch auf dieselbe recht fräftig ein. Regierungsrat Welcher sprach im Auftrag der Beamten und des Bureaus vom Kreisamt Gießen. Neben der wehmütigen Stimmung über den Weggang ihres Vorgesetzten habe er aber zugleich den Auftrag hier Worte des Danfes und des Stolzes zum Ausdruck zu bringen. Für jeden seiner Untergebenen hatte Herr Geheimerat Dr. Breidert Hochschätzung für den Abschiednehmenden brachten, war es ftets ein freundliches Wort, ganz gleich, welche Stellung Geheimrat Dr. Preidert, der all die Liebe und Dant der einzelne einnimmt, ob Alt cocr Jung vor ihn hinge barleit, welche ihm gesagt, nicht als sein Verdienst bezeichtreten; dafür sei ihm nochmals herzlichst gedankt. Aber auch nete. Nur mit Unterstübung der Provinzial- und Kreisverstolz blicken wir, die wir mit ihm arbeiten durften, zu ihm tretung sei es ihm möglich gewesen, die innerhalb der schö= auf; zu ihm, der das ganze Vertrauen der Provinz genoß nen Provinz ruhenden Kräfte zu wecken und etwas zu erund tausend Fäden mit weitem Blick in feiner Weise zwi reichen; nur durch das gemeinsame Zusammengehen ist etschen dem Amt, der Provinzialdirektion und der Bevölker was zu erreichen. Der Gang zu diesem Abschiedskommers ung gesponnen hat. Der scheidende Provinzialdirektor hat ist ihm schmerzlich gewesen; die Jahre, die ich und meine große vielversprechende Werke begonnen, wodurch die Pro- Familie hier verleben durften, werden uns unvergeßlich vinz sich selbständige Einnahmen schafft, und so wie er für bleiben; wolle mir die Provinz ein freundliches Andenten die Provinz gesorgt, ist er im gleichen Maße auch allezeit bewahren, wie ich gern der schönen Provinz allezeit mich für das Wohl seines Streises bemüht gewesen. Wasserleiterinnern werde. Dem ferneren Blühen und Gedeihen galt ungen, Volksschulen, Haushaltungsschulen und viele andere sein Hoch.- Der Abschiedsfommers war gegen 7 Uhr zu mustergültige moderne Einrichtungen sind unter seiner Ver- Ende; er wird allen Teilnehmern unvergeßlich sein; jeder waltung entstanden, die den Scheidenden unvergeßlich ma- wird an den Mann denken, der reiche Liebe, reiches Könchen. nen, große Wohltätigkeit, seltenste Freundlichkeit gegen Jedermann allezeit bekundete. Dekonomierat Hoffmann brachte den Dank der Landwirtschaft zum Ausdruck. Die unter Leitung des Herrn Provinzialdirektor Dr. Breidert erfolgte Gründung von Landwirtschaftsschulen, die Einführung des landwirtschaftlichen Unterrichts in den Fortbildungsschulen sind vorbildlich ein bleibendes Dentmal. 8 Jahre hat er an der Spitze des landw. Bezirksvereins gestanden, und auf diesem Poſten treu die Interessen der Landwirtschaft gefördert. Der Ausschuß hat in Anerkennung dieser hohen Verdienste beschlossen, Herrn Geheimrat Dr. Breidert zu seinem Ehrenvorsitzenden zu ernennen und eine funstvolle Adresse ihm zu überreichen. Der Sprecher schloß mit den Worten: So dür fen wir Sie, verehrter Herr Geheimrat, noch weiter zu den unsrigen zählen und auf baldiges Wiedersehen rechnen. Bürgermeister 2e un sprach im Namen der Landbürgermeister, die in dem nach Mainz Berufenen nicht einen strengen Chef, sondern immer nur einen treuen liebevollen Freund und Berater erblicken fonnten. Möge das gute Verhältnis immer so bleiben. Herrn Geheimerat Dr. Breidert, den Förderer großer Kulturwerke, wünschen die Landbürgermeister von Oberhessen nur das allerbeste an den Usern des schönen Rhein. Geheimrat Schönfeld, der Kreisrat des Kreises Schotten, erhob sich nun unter freudiger Zustimmung der Anwesenden, um als ältester Verwaltungsbeamter von Oberhessen, oder, wie er sagte, vielleicht von ganz Hessen, im Namen seiner Kollegen Herrn Geheimerat Dr. Breidert aufrichtigen Dant zu sagen, der stets die unveränderliche Lie benswürdigkeit, Freundlichkeit und allezeit ein treuer Berater war. Wir haben alle unsere Sorgen, ich für den Kreis Schotten wohl die allergrößten; wenn es aber gar nicht mehr ging, dann habe ich mir hier bei ihm Rat und Tat gesucht und auch gefunden. Diesem sehr verdienten Dank möchte ich auch Wünsche anschließen, welche dahin gehen, daß es ihm und seiner Familie auch in der neuen Heimat meiner Heimat- wohl ergehe. Weiter habe ich die Bitte an ihn, er möge in dem frohgemuten Rheinland nimmer vergessen seinen ernsten Chattenstamm und uns durch ein Wiedersehen erfreuen, damit auch er an seinen großen Werfen, die er begonnen, sich ebenfalls erfreuen kann. Bürgermeister Sann von Weichartshain, eine weit und breit bekannte Spezialität auf dem Gebiete des Kunstschmiedehandwerkes, überreichte einen selbst geschmiedeten Schild mit 3 Rosen und 2 Knospen. In seiner Ansprache erklärte er das Symbol; die 3 Rosen seien des Scheidenden größte Pflegebefohlenen: Provinz, Kreis und Schule. und die zwei Knospen bedeuten die beiden von Geheimerat Dr. Breidert gepflanzten Werte, das Wasserwert bei Inheiden und das Elektrizitätswert bei Lißberg, die nun bald zu großer Blüte aufgehen. Der dirigierende Arzt der Provinzialfiechenanstalt Dr. med. Schäffer hob in seiner Rede hervor, daß nicht allein hier die zahlreiche Versammlung das Scheiden des Geheimrat Dr. Breidert auf's tiefste bedauern, sondern auch sehr viele Kranke und Schwache, die nicht zu dem Abschieds tommers fommen können. Er entledige sich gern der Aufgabe namens der Insassen der Provinzialsiechenanstalt, dem bisherigen Chef dieses Institutes, dem er eine große Für sorge stets entgegengebracht, Grüße und Dank zu über mitteln in der Hoffnung, daß auch sein Nachfolger sich der Anstalt so wohlwollend annehme. Lehrer Valentin Müller wußte mit treffenden Worten den Dank der oberhessischen Lehrerschaft zum Ausdruck zu bringen, die ebenfalls in dem scheidenden Provinzialdirektor einen Vorgesetzten verliert, der ein warmes Herz für die Schule, besonders für die Volksschule hat. Zugleich dankte Lehrer Müller namens des Mitteldeutschen Sängerverbandes, der mit dem Weggang des Geh.- Rat Dr. Breidert aus Gießen seinen 1. Vorsitzenden und Gründer verliert. Einstimmig habe der Verband ihn in Anbetracht der großen Verdienste um die Männergesangvereinssache zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nach all den vielen Reden, die nur Dank und größte 45) Der Fall Welshofen. Kriminalroman von M. Kossak. ( Nachdruck verboten.) Wieso?" fragte der Clown keck. ,, Es war, wie Sie selbst äußerten, ein Drohbrief und daher würde man ihn gleich viel ob er eröffnet oder uneröffnet war, für den des Mörders gehalten haben. Vielleicht hätte man geglaubt, daß ihm schon ähnliche vorangegangen wären. Das Gericht und die Polizei klammern sich ja stets an derartige, offen zutage liegende Indizienbeweise und nehmen viel schwächere als Ausgangspunkte für die Untersuchung. Das fennt man. Sie sind eben froh, wenn sie meinen, überhaupt nur eine Spur gefunden zu haben. Hat man doch fogar geglaubt, daß die unschuldige Morphiumdosis dent Grafen den Tod gebracht haben könnte." Trotha mußte dem Clown im stillen beipflichten, aber dennoch verdroß ihn die Frechheit des Menschen. Im übrigen" fuhr dieser fort- ,, habe ich den Brief in ein offenes Kuvert gesteckt und als Drucksache versandt. Wer konnte daher wissen, ob der Graf ihn nicht schon gelesen und wieder ins Kuvert gesteckt hätte, falls er daheim vom Tode überrascht würde, bevor er noch Zeit dazugehabt. Was Sie da von den Qualen des Giftes fagen, die ihn unfähig zur Leftüre hätte machen können, ist Torheit. Mein Gift ist ein sehr sanftes, barmherziges - man ist wohl bis zum letzten Augenblick, dann wird man ein bißchen müde und-- aus ist's. Aber alle diese Erwägungen sind unnüß, der greise Bräutigam hat den Brief gelesen, in die Nachttischschublade gelegt und obendrein das Kuvert beiseite geschafft. Alles ist nach meiner Berechnung vorschriftsmäßig verlaufen." ,, Hatten Sie denn die bestimmte Absicht, den Verdacht auf Olfers zu lenfen?" inquirierte Trotha. ,, Aber natürlich." ,, Warum denn?" Weil ich ihn hasse," entgegnete Long- Bell mit einer Stimme, die in diesem Augenblick vor Erregung zitterte. Sie hassen ihn, weil Ihre Geliebte ihn einmal geliebt hat?" Weil er sie mir einmal fast geraubt hätte, sie, meine Geliebte ist sie nicht," setzte er leise und heftig hinzu. * Leider war der neue Provinzialdirektor Dr. Usinger durch eine sehr starke Erkältung verhindert, diesem Abschiedskommers zu Ehren seines Vorgängers beizuwohnen; gern würde er wohl auch den Eindruck gewonnen haben, daß die ernsten Chatten in Oberhessen Treue gegen Treue auszutauschen verstehen. Lokales. Gießen, den 15. März 1910. * Vom Hof e. Die Großherzoglichen Herrschaften besuchten am Sonntag den Gottesdienst in der Hoftirche. ** Am 11. März d. Js. wurden den Schulamts= aspiranten Karl Bünding aus Nieder- Gemünden, Kreis Alsfeld, und Wilhelm Se i haus Langenbergheim, Kreis Büdingen, Lehrerstellen an der Volksschule zu Darmstadt mit Wirkung vom 4. April 1910 an übertragen. ** Am 11. März d. J. wurde dem Lehrer Adolf 3immermann zu Gießen eine Lehrerstellé an der Volksschule zu Mainz übertragen. tt Stadttheater. Nochmals sei auf das heutige Benefiz des verdienten Regisseurs und Charakterdarstellers unserer Bühne, des Herrn Curt Gühne hingewiesen, das„ Narzi ß“ als Abonnementsvorstellung bringt. ** Verein für Sterbeunterstützung zu Gießen. Der Verein für Sterbeunterstützung hielt am Sonntag in" Lonys Bierteller" seine diesjährige Generalversammlung ab. Geschäfts- und Kassenbericht, Festsetzung der Sterbeunterstüßung und Neuwahl des Vorstandes und des Aufsichtsrates standen auf der Tagesordnung. Die Mitglieder hatten sich nicht sehr zahlreich eingefunden; man weiß allgemein, daß die Geschafte vom jeßigen Vorstand gut verwaltet werden; vielleicht hat auch manches Mitglied wegen der Wahl des diesmaligen Versammlungslokales sich fern gehalten. Der Verein huldigt, wie der Name schon sagt, mit der Gewährung einer beträchtlichen Unterstübung an die Familie eines verstorbenen Mit= gliedes, das in den meisten Fällen den minder bemittelten Klassen angehört, einem so gemeinnüßigen Zweck, daß wir nicht umhin lönnen, unsere Leser auf diesen Verein immer wieder aufmerksam zu machen; denn es ist wahrlich eine schöne Aufgabe, die sich der Verein gestellt hat, und welche vollkommen verdient, neben den Bestrebungen unserer Wohltätigkeitsvereine in erster Linie genannt zu werden. Herr Schuhmachermeister Seide wand eröffnete die Versammlung und begrüßte die Erschienenen im Namen des Vorstandes. Am Schluß seiner Ausführungen gedachte der Redner in warmen, anerkennenden Worten der verstorbenen Mitglieder, deren Andenken die Versammlung durch Erheben von den Plätzen ehrte. Aus dem von Herrn Bureauvorsteher Bruch häuser vorgetragenen Geschäfts- und Kassenbericht dürfte folgendes herauszuheben sein: Der Verein wurde vor 4 Jahren gegründet; er tritt also jetzt in sein 5. Geschäftsjahr. Die Einnahmen in dem verflossenen Jahr betrugen 19 827,69 Mt., denen an Ausgaben Mark 8705,85 gegenüberstehen. Es verbleibt somit ein Kassenbestand von 11 121,84 Mt., welcher bei der Gewerbebank deponiert ist. Der Verein zählt ferner zur Zeit 1487 Mit glieder, von denen 53 im abgelaufenen Jahr neu hinzu- traten. Während seines 4jährigen Bestehens hatte der Berein 82 Sterbefälle, für welche er den Hinterbliebenen die stattliche Summe von 22 140 Mt. auszahlte. Der nicht minder Achtung gebietende Reservefonds erreichte die für solche Vereine recht hohe Summe von 11 122 Mt. Da die Prüfung der Rechnung nichts unrichtiges ergab, so wurde dem Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Nach den Statuten soll ferner jedes Jahr das Sterbegeld neu festgesetzt werden. Nach längerer Debatte, an der sich die ,, Nicht?" fragte Trotha erstaunt. Ja, wie konnte ie dann erwarten, mit ihr zugleich in den Genuß de mögens zu gelangen, das Welshofen der Brusio hinter Ijen?" Todd schwieg und blickte finster zu Boden. Wenn Sie das wissen wollen, so lassen Sie die Anit kommen und stellen sie mir gegenüber. Dann sollen Si es erfahren." Sie ist bereits hier und wartet im Nebenzimmer, erwiderte der Richter. Er stand auf, öffnete die Tür un sprach ein paar Worte heraus. Im nächsten Augenblick erschien Anita Brusio, vo cinem Gerichtsdiener begleitet. in dem Raum. Und nun entwickelte sich eine dramatische Szene, di tha nie vergessen sollte. Stumm und feindselig standen Todd und die Italic nerin einander gegenüber und musterten einander mi Blicken, die, wenn es Dolche gewesen wären, sicher hätter treffen müssen. Die Brusio war tiefschwarz gekleidet uni schöner denn je, aber auf ihren reizenden Zügen lag ein tief Blässe und ihre sammetdunkeln Augen waren von ties Schatten umrandet. Trotha beobachtete beide schweigend, als er dann aber die erste Frage an die Brusio richten wollte, kam Todo ihm zuvor. Der Herr Richter wünscht zu wissen, warum ich so sicher annehmen konnte, daß ich die Hinterlassenschaft des Grafen Welshofen mit Dir teilen würde", sagte er dann, immer seinen Blick fest in den ihren bohrend. Er meint, Du seist meine Geliebte gewesen, ich aber hab' ihm geantwortet, daß das nicht wahr ist. Willst Du ihm mitteilen, in welchem Verhältnis wir zu einander stehen?" Gine minutenlange Bause trat ein. Die Brusio hatte die Hän nach dem Sprecher ausgestred., wie, als ob sie etwas ceckliches von sich abwehren wollte. Todo aber betrachtete sie falt, sich an ihrem Entseßen weidend. Gut, wenn Du's nicht sagen willst, so werde ich's tun", sprach er ruhig. Ich habe keinen Grund; ein Geheimnis daraus zu machen, ehrbare Beziehungen braucht man doch nicht zu verleugnen. Herr Richter" fuhr er fort, die hier steht, heißt nicht Anita Brusio; sondern Anita Lodd- sie ist mein wir rechtmäßig an getrautes Weib!" James!" kreischte Anita auf. James=" Willst Du etwa leugnen, daß wir uns; dazumal, als Herren Beckmann, Bruchhäuser und Hardt beteiligten, tam | der Beschluß zu stande, für dieses Jahr ein Stercegeld in der gleichen Höhe wie im Vorjahr, also 270 Mt. auszuzahlen. Die Neuwahl des Vorstandes ergab die Wiederwahl des Herrn Seidewand zum Vorsitzenden, des Herrn Bruch häuser zum Rechner, des Herrn Karl Bonarius zum Schriftführer und des Herrn Dachdeckermeister Noll zum stellvertretenden Vorsitzenden. Als Beisitzer wurden die Herren Beckmann, Thiel und Reit den, so war Neuwahl notwendig, welche die Wiederwahl gewählt. Da aus dem Aufsichtsrat 5 Mitglieder ausscheider Herren No 11, Wießner, Rieß, 2. Müller und Baum ergab. Nach Erledigung der Tagesordnung beantragte Herr Rie ß, im Hinblick auf den schlechten Besuch die Generalversammlungen auf den Samstag zu verlegen. Dazu bemerfte der Vorsitzende, daß er den Vorschlag in Erwägung ziehen werde, wenn er sich auch keinen besonderen Erfolg davon verspreche, da nämlich die früher am Samstag stattgefundenen Generalversammlungen einen ebenso schlechten Besuch ausgewiesen hätten. Der Redner schloß die Versammlung mit dem Wunsche, daß der Aufsichtsrat in dem tommenden Geschäftsjahr seine Pflichten ebenso gewistenhaft wie früher erfüllen und daß auch in Zukunft der Verein weiter wachsen und blühen möchte. Stadttheater Gießen. Die rote Robe. Schauspiel in 4 Aften von Eugene Brieur. Das Gastspiel von Frau Irene Triesch am hervorzurufen. War es doch auch Irene Trisch gewesen, Samstag hatte nicht verfehlt, in weiteren Kreisen Interesse welche aus Hauptmann- Darstellerin der„ Elga", dem sonst schwachen Werke Gerhard Hauptmanns, zu einem starfen außeren Erfolg verhals und war es nicht zum mindesten auch ihre vollendete Darstellung, welche dem Lessingtheater in Berlin einen Platz unter den ersten Bühnen Deutschlands eroberte. Kein Wunder, daß namentlich im Parteit tein Plaz mehr frei war, und daß auch die Logen eine vorzügliche Besetzung auswiesen. Die Regie lag in den bewahrten Händen des Herrn Batof, ein Umstand, welcher nicht wenig zu dem Gelingen des Ganzen beitrug. Da der Inhalt der wohl mehr den Charakter eines Trauer= spiels als den eines Schauspiels tragenden„ Roten Robe" hinlänglich bekannt sein dürfte, erübrigt es sich darauf einzugehen. In Frau Frene Triesch hatte die Rolle der Janetta, der Frau des Bauers Pierre, eine Darstellerin gefunden, deren tief empfundenes Spiel in den Leidenschaftsausbrüchen bei der Vernehmung durch den Untersuchungsrichter Mouzon seinen Höhepunt erreichte und hier stürmischen Beifall erntete. Diese ausgezeichnete Wiedergabe des dete Technik des Spiels werden Frau Irene Trisch auch Frauenherzens und nicht zum mindesten auch diese vollendete Technik des Spiels werden Frau Frene Triesch auch bei dem nächsten Gastspiel ein volles Haus sichern. gute Leistsing war auch der Richter Mouzon des Herrn R. & oll, der besonders durch seine natürliche Darstellungsweise und durch die sinnige Auffassung seiner Rolle ent= zückte. Nicht minder dürfte Herr Norden gefallen haben, der mit seinem lebhaften Spiel so recht den Charakter des geistig und körperlich noch vollkommenen rüstigen Deputierten Mondoubleau zu treffen wußte. Auch die anderen Darsteller, namentlich Herr Daub al als Pierre, ließen es nicht an gutem Willen sehlen und kehrten deutlich die Absicht heraus, die Aufführung zu einer in jeder Weise einAttschluß stürmischen Applaus, den wohl alle Spieler für sich in Anspruch nehmen können. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Haltet das Blut rein. Eine Dieses ist die erste Grundbedingung zu guter Gesundheit. Wird das Blut korrumpiert und dadurch dessen Zirsulation beeinträchtigt, isd der Organismus unzähligen Krantheiten ausgesetzt. Es entstehen Rheumatismus, Hautausschläge, Herzstörungen, Kopfleiden und ist der Korper ernſten Krankheiten sehr leicht ausgesetzt. Als Blutreinigendes Mittel, und um Verstopfungs-, Verdauungs- und Le berstörungen sowie alle daraus entstehenden Beschwerden zu beseitigen, besiben wir ein einfaches aber sicheres Mittel in Dr. Wegener's Thee. Eine Tasse davon morgens und abends getrunken, korrigiert den Magen und die Leber, beseitigt Verstopfung und reinigt das Blut. Dr. Wegeners Thee fostet 1.50 Mt. das Packet, in Apothefen erhältlich, wenn nicht, wende man sich an die Ferromanganingesellschaft, Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 55. ein hübscher Schab, der Olfers, in den Abruzzen Schmugilohn sammelte, um Dir goldene Ketien und Ringe zu tufen, in jenem neapolitanischen Fischerdorf trauen lieen? Was?" Sie antwortete nicht, sondern war einer Ohnmacht rahe, auf einen Stuhl gesunken. Todd aber erzählte, inbarmherzig gegen ihre Verzweiflung: Ich weiß, daß ie mich im Grunde nie wirklich geliebt hat- sie kann a gar nicht lieben aber sie war lüstern nach Geld und ich versprach, ihr alles zu schaffen, was sie begehrte ind dadurch gewann ich eine unbegrenzte Macht über sie, ie sie meinem Willen gänzlich untertänig machte. So iberredete ich sie, mein Weib zu werden. Doch machte te zur Bedingung, daß unsere Verbindung streng geheim reiben sollte, bis wir beide die Mittel besaßen, unseren Beruf aufzugeben und von unseren Zinsen zu leben. Ich eß ihr in allem den Willen, verhinderte es auch nicht, aß sie mit dem Olfers eine Liebelei anfing, denn ich vußte, daß sie im Grunde mir treu war nicht aus Viebe aber aus Kälte. Und dann war des Offers Leidenschaft für sie mir auch bequemer, weil sie unser Vermögen vergrößerte. Als dann der Graf in ihren Lebensfreis trat, war ich's der sie antrieb, ihn in ihren Bann zu ziehen und ihn dazu zu bringen, daß er sich später mit ihr verlobte., Und ebenso bewog ich sie später, all ihren Einfluß einzuseßen, damit er ein Testament zu ihren Gunsten auffeßt. Ich verfolgte von Anbeginn die Absicht, ihn zu ermorden, sowie die Erbschaft ihr sicher war, und mischte dazu schon im Sommer in Toulouse das Gift. Ihr freilich verriet ich hiervon nichts, sondern ließ sie in dem Wahn, daß ich meine Rechte zugunsten des Grafen aufgeben würde, denn- Aber wollten Sie sich denn scheiden lassen?" unterbrach der Richter Todd, indem er sich an Anita wandte. Er hatte mir gesagt, daß er die Blätter aus dem Buch auf dem Standesamt und dem in der Kirche, auf denen unsere Vermählung verzeichnet war, heimlich ents wendet hätte", stammelte die Italienerin. Bigamie wäre es aber doch gewesen", sprach der Richter scharf. ( Schluß folgt.) ABRA AUBA AR Gie „ a ristie minde nod q threin αμε δι Kalk- u. Telefon 84. Fort mi Unjer ,, G Der bil Gl " Aller war hoti per Banden über Solinge und Küchengeräte, G Spiel Marcus& Die Lehther und die bringen wolle ftellenbermittlu merffam. Em Heinrich chreiners Lollar, Reil Empfeh führung Bau - Ar zu billi parti beteiligten, tam hr ein Stervegeld in aljo 270 Mt. auszu & ergab die Wiederm Bocsibenden, des er, des Herrn Starl Des Herrn Dachdecker Forsißenden. Als BeiThiel und Rei Mitglieder ausfcheilche die Wiederwahl eB, 2. Müller ng beantragte Herr Besuch die Generalverlegen. Dazu be rschlag in Erwägung n besonderen Erfolg er am Samstag ftatten ebenso schlechten ner schloß die BerAufsichtsrat in dem n ebenso gewistenhaft Zukunft der Verein jen. ene Brieur. ene Triesch am ren Streifen Interesse rene Trisch gewesen, Der„ Elga", dem sonst ns, zu einem starten nicht zum mindesten e dem Lessingtheater Bühnen Deunahlands chy im Parkett fein e Logen eine vorte lag in den be ein Umstand, welGanzen beitrug. Da atter eines Trauer= enden Roten Robe" at es sich darauf eine die Rolle der Jaine Darstellerin ge n den Leidenschaftsden Untersuchungste und hier stürminete Wiedergabe des auch diese vollenIrene Trisch auch Irene Triesch auch Haus sichern. Eine ouzon des Herrn R. ürliche Darstellungsseiner Rolle ent= ben gefallen haben, den Charakter des trüftigen Deputier uch die anderen DarPierre, ließen es cten deutlich die Abin jeder Weise einl alle Spieler für n, Gießen. t rein. ng zu guter Gesund- dadurch dessen Zirmismus unzähligen heumatismus, Hautnd ist der Körper Bt. 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Dem Herrn war das sehr unangenehm, um so mehr, als ihm ,, nachher oben" noch eine vergrößerte Auflage von Prügeln in Aussicht gestellt wurde. Auf seine Einwände holte endlich die schlagfertige Dame eine Lampe herbei, und der„ MißX X X X × griff" wurde aufgeklärt. Als eine Stunde später wirklich der Gatte heimkehrte, schlug die Frau Gemahlin nicht wieder im Dunkeln zu, sondern sorgte dafür, daß ihm ordentlich„ heimgeleuchtet" wurde. Hoffentlich hat der Unschuldig Geprügelte sich sein Mißgeschick zur Warnung dienen lassen und ist nicht wieder dem Alkoholteufel verfallen! Das durfte nicht kommen! 回 回 Förster: Ja, wissen Sie, erzählen könnte ich Ihnen aus meinem Jägerleben ganze Bände. Ich habe auch schon daran gedacht, ein Buch darüber zu schreiben; aber sobald ich die Feder ansetze, bin ich am Ende mit meinem- Latein." Diagonalrätsel. X X X X X Unsere Rätselecke aaaaa aaa, eeee, h, i, 1, nnnnnnnn n, o, rr, sSS s, tttt, u Die obigen 36 Buchstaben sind in die Felder des Quadrats so einzutragen, daß die magerechten Reihen nennen: 1. ein Fest, 2. eine Stadt am Mil, 3. einen Namen in dem Titel eines Dramas von Lessing, 4. einen Unterrichtsgegenstand, 5. einen zeitgenössischen Schriftsteller, 6. einen berühmten Seefahrer. Sind die richtigen Wörter gefunden, so ist die eine Diagonale gleich der obersten, die andere gleich der dritten wagerechten Reihe. Worträtsel. Vom ersten Wort ein heller Schein, Wie still im lenzdurchwebten Hain! Und hier und da ein schüchtern Blühn, Und Vogelzwitschern, junges Grün. So schreit es durch die junge Welt, Vom Ostermorgen ganz erhellt. Und horch! Der Glocken Klang erwacht, Wie weit liegt hinter mir die Nacht, Die mich bedrückt und niederrang Der jungen Seele Knospendrang. Wohl hängt sich an mein zweites Wort Ein trüber Schatten fort und fort, Der Schatten der Vergangenheit. Doch ist die Welt so licht und weit! Die Brust ist frei, mein Auge hell, Der Frohsinn ist mein Weggesell. Seh nicht den Schatten hinter mir, Ich seh nur Glanz und Knospen hier. Das Erst und Zweite wird ein Paar ( Geändert je ein Zeichen zwar.) Ich hab das Ganze, drum hinaus 3og ich, mich litt es nicht zu Haus, Ein Strauß am Hut, im Beutel Geld Gott grüß dich, schöne weite Welt! Gleichung. a( bc)+( dc)+( e- f)+ c +( gc)= I. Heitere Ecke. Der Nordpol. Lehrer: ,, Müller, wo ist der Nordpol?" -Schüler:„ Ich weiß nicht.' Lehrer: ,, Du weißt nicht, wo der ist?" Nordpol Schü ler:„ Wenn André, ( Im Nansen und Cook ihn vergeblich suchten, wie soll ich dann wissen, wo er ist?" Unverfroren. Reſtaurant.) Gast: " Hören Sie mal, soll ich von dieser kleinen Portion etwa satt werden?" Kellner:„ D, Sie können schon noch eine zweite Portion haben!" Eingemachtes. Lehrerin: Was sind Mumien?" Marie: " ,, Mumien sind eingemachte Menschen." " a Haarschmuck; b deutscher Dichter; c Ausruf und Nahrungsmittel; d anregende Eigenschaft; e Gefäß; f nordischer Gott; g Tote. x Frühlingsboten. Nachdruck der Rätsel und Aufgaben verboten. Die Auflösungen erfolgen in der nächst. Nummer. Auflösungen der Rätsel und Aufgaben in voriger Nummer: Schachaufgabe 273: 1. Sa5- c6, b7 nimmt c6. 2. Kb1- c2, Ka3 nimmt a2. 3. Tc4- a4 matt. d7- d5. 2. Tc4 nimmt c5. 1. 3. Tc5- a5 matt. Pyramide: R AR ZAR ARZT RATZE Berantwortlicher Redakteur: Paul Dichmann, Verlag und Druck des Christlichen Zeitschriftenvereins, Berlin SB. 68, Alte Jakobstr. 129 № 12. D +1116 Neur challe Beilage zur Gießener Zeitung. Der Oelberg. er Garten von Gethsemane ist einer der Orte, zu denen Tausende gläubiger Pilger in frommem Gedenken wallen. Der Ort, wo Jesus Christus von Judas verraten und von den Häschern gefangen genommen wurde, liegt am Fuße des Delbergs, an dem Wege, der nach Bethanien führt. Die Zypressen des Gartens ragen zwischen dem silbernen Laub der Delbäume empor und bringen 1910. einen tieferen Ton in die weißglänzende, sonnige Landschaft. Jeder Fußbreit Erde trägt eine heilige Tradition. Der wunderbare Zauber dieser großen Erinnerungen ver leiht diesem Stück Erde eine stille Weihe; diese mauerumgürteten Olivengärten, diese Kirchen und Kapellen sind dent Lärm des Orients entrückt, und die bunte Gegenwart er scheint hier unwirklich, als ein flüchtiger und wertloser Traum. Aus dem heutigen Palästina: Der Delberg bei Jerusalem mit dem Garten Gethsemane. ( Gethsemane in der umfriedete Garten mit 3pprehjenbäumen.) 2 e qu Sabbatglocken. Von M. ferno. ( 10. Fortsetzung.) ie Stellung habe ich, Frau Melchers." Ganz erschöpft sank Charlotte auf einen Stuhl in dem kleinen Korridor der neuen Wohnung, die sie in Charlottenburg bezogen hatte. Und die treue Seele stand vor der ehemaligen Herrin mit dankbar gefalteten Händen. Seit sechs Wochen weilte Frau Melchers bei Charlotte. In ihrer neuen Stellung an Gichtanfällen erkrankt, hatte die Herrin sie in ein Krankenhaus bringen lassen. Dort hatte sie, zufällig eine Zeitung lesend, Holstens Tod erfahren. Nun hatte sie keine Ruh; sie hatte die junge, zarte, stille Frau mehr geliebt, als sie sich zugestehen wollte, und ihr Kondolenzbrief war ein Gemisch von Trostworten und Wünschen, von Charlotte und den Kindern zu hören. Und als sie, aus dem Krankenhaus entlassen, sich noch zu schwach fühlte, einem großen ländlichen Haushalte vorzustehen und sorgend der Kosten gedachte, die ein Leben ohne Stellung ihr aufbürden würde, da bot ihr Charlotte ihr Heim an, ganz selbstverständlich, ganz liebevoll:„ Kommen Sie zu mir, Frau Melchers, Sie wissen, ich gebiete über geringe Mittel, aber vorläufig habe ich ein Heim, das ich mit Ihnen teilen kann men Sie, ich pflege Sie noch gesund!" komNun war sie schon sechs Wochen bei Charlotte, und die Sorgen der jungen Frau um einen Erwerb teilend, hatte sie gesagt:„ Gnädige Frau, wenn Sie irgend etwas tun können außer dem Hause, nehmen Sie das an, ich bleibe_da vorläufig so ich hab ja mein Sparkassenbuch, von dem ich Zinsen bekomme und wenns geht, geben Sie mir Gehalt ich lieb Sie einmal, und liebe die Kinder- da sind Sie und die Kinder versorgt." Heute früh hatte Charlotte gelesen, daß eine reiche, alte Dame, die an der Spitze großer Vereine stand, eine Sekretärin und Vorleserin suchte, und unter den vielen Bewerberinnen hatte ihr Charlotte am besten gefallen. Die junge Frau mit den leidvollen Zügen im Witwenkleide, die schlicht und selbstverständlich erklärte:„ Ich brauchte keine Fachbildung, weil ich als wohlhabendes Mädchen erzogen war ich muß nun mein Leben und das meiner Kinder durch eigene Arbeit fristen, und ich wäre Ihnen dankbar, wenn ich diese Stellung bekäme ich werde mir Mühe geben, sie auszufüllen, das zu lernen, was mir fehlt hatte ihr imponiert, und so war Charlotte angestellt worden. Früh um zehn Uhr hatte sie ihren Dienst anzutreten, nachmittags um vier Uhr war sie frei, und einhundertfünfzig Mark monatliches Gehalt. Die Kommerzienrätin Kielwerder stand ganz allein, aber sie machte ein großes Haus. Alle Sonntagnachmittag war Tee- Empfang, und sie hatte, als Charlotte zwei Monate bei ihr war, gesagt: ,, Liebe Frau Holsten, ich würde mich so freuen, wenn Sie einmal auch zu dem Tee- Empfange kommen würden, aber ich habe im Hinblick auf Ihre Trauerzeit noch nicht den Mut gehabt, Sie einzuladen!" " Ich bitte, Frau Geheimrat- lassen Sie mich daheim," sagte Charlotte flehend,„ ich selbst wenn ich nicht in Trauer wäre, bin so entwöhnt der Geselligkeit, daß ich mich schwer darein finden würde." ,, Aber vielleicht kommen Sie einmal zum Tee, wenn ich nur wenige Gäste habe. Darf ich Sie dann einmal bitten? Sie sind doch noch so jung und müssen sich nicht so vergraben!" „ Ich habe meine Kinder," sagte Charlotte, ,, und sie stockte ,, Ach ja, ich weiß," vollendete die Kommerzienrätin," Sie haben die Erinnerung an das große Glück, das Ihnen nun zerstört ist." Charlotte zuckte schmerzhaft zusammen.„ Glück" hatte sie im Leben nicht gekannt, und es erschien ihr, auch im Zurückdenken, kein Glück. Glück schien ihr nur, daß sie Treue gehalten hatte- mit Wort und Tat, Treue bis in den Tod. Und dieses Glück hielt sie aufrecht, und dieses Bewußtsein zauberte jetzt, da sie durch ihre treue Arbeit der drückenden Sorgen überhoben war, all den mädchenhaften Liebreiz über ihr Antlitz und ihre zarte Gestalt, der ihr vor acht Jahren zu eigen gewesen, als sie neunzehn Jahre zählte. Hin und wieder, ganz selten, dachte sie an Wellermann; sie wußte nicht, ob er von ihres Mannes Tod gehört hatte. Damals, als sie fast verzweifelnd einen Ausweg, einen Erwerb gesucht hatte, da war jene Stunde auf der Veranda in Rühlsdorff ihr wieder mit fast zauberhaftem Glanze vor die Seele getreten. Sie wußte es, sie hatte einen treuen Freund in ihm er hatte gebeten:„ rufen Sie mich, Charlotte, wenn Sie einen Freund brauchen"; jetzt hätte sie einen Freund gebraucht- aber sie rief ihn nicht. Ganz allein wollte sie ihr Schicksal tragen, ganz allein wollte sie sich durchringen, weil sie sich damals hatte halten lassen, als die Sabbatglocken klangen. Und nun sie einen festen Halt hatte in ihrer Stellung, nun sie wußte: du schaffst dir und den Kindern aus eigner Kraft ein Heim, ein sicheres Heim, so Gott es will, nun hatte sie kaum Zeit, des fernen Freundes zu gedenken. Vielleicht hatte inzwischen auch das Leben ihm ein anderes Frauenbild gezeigt, vielleicht war ihm ein junges, eben erblühtes Mädchen entgegengetreten. Sie wünschte es für ihn. Sie wußte es ja genauer hatte mit dem Blick der Liebe, die er noch für sie gefühlt, gesehen, daß sie nicht glücklich war. Und sie dankte ihm, daß er, trotzdem er sie damals geliebt hatte, geschieden war ohne ein Wort- ohne die Schwelle des Hauses zu entweihen, dessen Herrin sie war. In Eichwalde, dem Gute der Kommerzienrätin, wohin sie die alte Dame hatte begleiten müssen, hatte sie sich mit Frau Melchers und den Kindern für den Sommer niedergelassen. Im Lehrerhause bewohnte sie eine bescheidene, freundliche Wohnung, und im Gärtchen am Giebel hatte man ihr eine freundliche Sommerlaube eingeräumt. Und gegen Abend, wenn sie vom Schlosse kam, ging sie mit Luischen und Käthe spazieren auf langen, sonnigen Wegen, an Wiesen vorüber und Feldern. Wie glückselig die Kleinen hier waren, wie sie sich an die Mutter hingen, wenn sie heimkehrte! Sonnabendabend! Sie hatte schon als Kind eine Vorliebe für die Sonnabende gehabt- wenn die Arbeit geschafft war und man zum Feiertag rüstete. Und seit sie selbst mitten in Berufsarbeit stand, waren ihr diese Sonntage noch lieber geworden. Darum hatte sie auch wohl den Spaziergang heute etwas weiter ausgedehnt. Jenseits der Eichwalder Felder waren sie durch eine kleine Kiefernschonung gegangen, nun nahm ein Weg längs des Waldes sie auf. Rechts der dunkelschattende Wald, links ein Kornfeld, dessen Aehren den Silberschimmer abzustreifen und sich golden zu färben begannen, vor sich nicht allzu fern auftauchend, ein anderes freundliches Dorf, dessen Kirchturm herübergrüßte. Luischen und Käthe liefen voraus, ste hatten viel zu bewundern: bunte Schmetterlinge, die vor ihnen hingaukelten, Bittergras, hohes Farnkraut und bunte Feldblumen. ( Schluß folgt.) - und ste immer größer nur noch ein Stückchen waren verschwunden. Trotz ihres Schmerzes grüßten die Frauen die Line. Die eine hatte etwas Stolzes, Herbes und Kaltes, die andere, kleinere, hatte weichere Züge, ihre blauen, glanzlosen Augen standen voller Tränen. " Na wohin sind sie?" fragte Line gleichmütig. Nach Süddeutschland über Stettin und Berlin, sie wollen durchaus bis Italien." ,, Gott schütze sie!" sagte Line andächtig, und das gefiel uns Kindern von der Line. Die stolze, herbe Frau ging hochaufgerichtet neben Line die kleine aber schluchzte herzzerbrechend. Was sie sprachen, konnte mein kindlicher Sinn nicht fassen, nur das eine ist mir im Gedächtnis geblieben; die große Frau sagte:„ Ich habe Heinrich gut vermahnt - er soll ehrlich und brav bleiben, wie sein Vater war, nur ehrlich und brav soll er mir wieder heimkommen." Die Stimme klang scharf und hell, und es war, trotz der Härte, die ich mehr instinktiv empfand, etwas im Wesen Ser Frau, das mir imponierte. Die kleine aber sagte weich: Hartungsch, da versteh' ich Euch nicht. Ich meine und habe Claus gesagt: Bleib' brav und ehrlich widersteh' aller Versuchung zum Bösen und Schlechten aber das eine nimm mit in Gottes Welt, die weit ist, du weißt, wo du hinge hörst, und bei deiner Mutter ist immer Platz und Liebe für dich wie du auch kommst." Die große Frau blickte die kleine an ,, und wenn er in der Fremde nicht gut tut, auch dann?" Da hob die kleine Frau das weiche, verweinte Gesicht und sagte feierlich mit ihrer milden Stimme:„ Auch dann wo soll ein Kind bleiben, das in die Irre ging, wenn nicht bei der Mutter bei der Mutter ist immer des Kindes Platz- immer." Ich habe, da ich nie wieder später in die Gegend kam, aus der die Verwandten bald fortzogen, niemals auch nur etwas von jenen Wanderburschen erfahren und das sind jetzt fünfunddreißig Jahre her. Nicht erfahren, ob sie wiederkamen, und wie sie wiederkamen. Aber stets zu den Zeiten, wenn die Schulen ihre Tore öffnen, und die Jungen die Flügel heben für einen Beruf, der sie in der Heimat läßt oder in die Fremde führt gleichviel, mir steht immer das Bild der beiden Mütter vor Augen, von damals, als dem Kinde eine Ahnung aufging von andrer Mutterliebe und anderen Muttersorgen, als jenen, die ein zärtlich behütetes Kind im Familienkreise kennen lernt. Wenn sie wandern. Für alle Mütter kommt diese Stunde einmal, auch wenn nicht gleich Meilen sich zwischen Mutter und Kind legen! Wenn sie wandern. In diesem letzten Augenblick erst möchten viele Mütter alle Lehren, alle Ratschläge den Kindern nahelegen, sie beschwören: bleibt gut, bleibt brav - denkt an uns! Das alles ist gewiß verständlich, und der Erfolg solcher letzter Mutterwünsche tritt gewiß oft ein vielleicht ebenso oft tritt aber auch das Gegenteil ein. Und wenn sie nicht gut wiederkehrten oder wenn sie im Strudel brandenden Lebens und branden der Jahre verloren gingen ganz verloren, dann denken die Mütter mit kummerschwerem Herzen, wie es nur kommen konnte, daß sie ihre Ermahnungen, ihre Bitte beim Scheiden so in den Wind spruchen. Wer wollte sich darüber wundern?! Und noch mehr. Wer wollte rechten mit den Müttern, die vielleicht erst gerade für den letzten Augenblick des Scheidens sich die Ermahnungen aufsparten?! Wohl haben die Scheidenden sie gehört und haben, ergriffen von dem großen, herben Gefühl des Abschieds, fest und heilig versprochen: Gewiß wir bleiben gut, treu, wahr. Und trotz alledem kam das Vergessen! Die neuen Eindrücke, die Selbständigkeit, all das, was vielleicht nach dem ersten, schnell überwundenen Heimweh dem jungen, dem Leben entgegenreifenden Menschen begegnet, zulächelt, ihn schließlich an sich reißt, überwältigt sie. Und wenn dann ach da gibt stillere Stunden der Einkehr kommen, es dann Tausende von Gegengründen, Tausende von Abhaltungen. Das Elternhaus taucht oft nur vorübergehend gleich einer Fata morgana vor dem geistigen Auge auf. Und wenn man zum Besuch" kommt, dann kommt man als Gast ins Elternhaus, nicht mehr als Kind zur Mutter. Es wird heutzutage noch vielfach den Müttern zum Vorwurf gemacht, daß sie auch ihre erwachsenen Kinder zu sehr als„ Kinder" behandeln, die sie gängeln und leiten möchten. Nun eine frühere Zeit, die Zeit des Gehorsams und der Kinderzucht, von der man heute kaum etwas wissen will, hat uns dennoch große, gute, tatkräftige und stolze Persönlichkeiten gegeben. Die meisten Mütter finden sich heute sehr früh und sehr klug mit dem Gedanken ab, daß ihr's Kind nicht „ das" Kind bleibt. Die rechte Mutter will gar nicht, daß ihr Kind das Kind bleibt, eine rechte Mutter erfreut sich an der eigenartig entwickelten Persönlichkeit ihrer Kinder, gleichviel, ob diese Persönlichkeit der ihrigen ähnlich oder entgegengesetzt geartet ist. Und die echte und rechte Mutter es kann die schlichteste Frau die lernt, manchmal unter aus dem Volke sein lichteren Lebensphasen, daß man Elternhaus und Mutterherz zum Abschied nicht mit wenig Worten in der Erinnerung der Kinder festmachen kann. Dazu gehört, daß die Kinder fest und sicher wissen: Hier gehörst du hin! Das ist ein Hafen, worin du immer geborgen bist. Hier ist Frieden für dich nach Sturm, und Liebe für dich nach Hader. Und selbst wenn du straucheltest, und selbst wenn du stürztest auch dann ist da jemand, der dich liebt. Und wenn selbst die Mutter arm ist und nicht einmal genug hat für sich-, sie hat immer noch Liebe und immer noch Erbarmen auch für die Kinder, die irrten und fehlten. Ein Stern, ein goldglänzender, ein leuchtender Stern in der Dunkelheit der Nacht soll das Elternhaus, sollen Vatertreue und Mutterliebe den jungen Menschen sein, als Stern soll die Erinnerung sie geleiten: Ich weiß, wo ich hingehöre. Ermahnungen und Warnungen nützen nicht viel, wenn nicht mit denjenigen, die wandern, das Bild des warmen, wohlig- trauliches Hauses zieht. Ob es denn wirklich so schwach damit bestellt ist in unserer Zeit? Ob wirklich das Elternhaus so oft, anstatt Freude und Wärme zu spenden, kühl bleibt und leer? Und neben dem Bilde des Vaterhauses die Gewißauch heit: Allezeit ist dort ein Platz für dich, allezeit wenn du als Schiffbrüchiger wiederkehrst. Und noch ein anderes Bild: das Bild des Feierabends im Familienkreise! Auch die Erinnerung dieser traulichen Feierabende kann sie unbewußt schützen vor dem Straucheln, sie, die da wandern. Der Kampf ums Dasein spannt ja alle Kräfte an, und die meisten Menschen suchen die notwendige Freude des Feierabends in stetem Genuß, im Theater, Konzert, in großer, anstrengender Geselligkeit. Da veröden die Feierabende der Familie, die oft die herrlichste Erinnerung der Kinder an das Elternhaus bilden. Und wenn schon das moderne Getriebe nicht auf die Feier des Feierabends außer dem Hause verzichten kann sollten doch die Frauen und Familienmütter wieder versuchen, wenigstens zwei bis drei Abende der Woche für die Familie zu retten. Das Elternhaus, wenn's noch so ärmlich ist, soll der Erinnerung der erwachsenen Kinder lieb bleiben. Lieb aber machen es uns Muttertreue und Mutterliebe, sorgende Liebe, die nicht empfindlich ist, wenn die jungen Herzen eine Zeitlang ,, andere Götter" haben, die sie nur immer lieben und immer zärtlicher lieben, wenn die Zeit kommt, wo sie sie nicht mehr leiten können. Nicht erst beim Scheiden sagt es ihnen, jede Stunde, die ihr mit ihnen zusammen seid, von ihrer Geburt an durch die Kinderjahre und in der heranwachsenden stürmenden Zeit, zeigt es ihnen: Ihr wißt, wo ihr hingehört und bei der Mutter ist immer Platz, und- immer Liebe für euch, wie ihr auch kommt." to избиток syllt say sa อป Qun vity anvas and stap sa Go นว PP! นาง pou untu лооль лиш svg uv -" gun" Sunt o pou n of all gun PC ( BOT) o UoA qqes +3 7 " Bist allein, he?" ,, Ganz allein," sagte der Kleine, und begann sogleich zu erzählen, wie das käme. Unser Knecht ist auch seit gestern weg," schloß er. Der Fremde trank, nickte zu allem und sagte dann, daß er sich ein wenig auf den Hausboden legen wolle, um einen Schlaf zu tun. Der Junge wunderte sich. Woher weißt denn, daß ein Boden da ist?" Der andere lachte. Gibt's denn wohl ein Haus ohne Boden, du Tschapperl?" ,, Ist wahr. Denn geh und schlaf; aber nachher kommst noch mal hier ran, hörst?" Nach einer Viertelstunde kam der Fremde mißmutig zurück. Da oben laufen die Mäus'. Is halt nicht zum Schlafen." Und er hockte sich auf die Ofenbank. ,, Gehen die Leut bei euch auch am Palmsonntag alle zur Kirch?", forschte er. ,, Alle miteinand. Nur die Großmutter Kelleich bleibt fern. Die richtet für alle das Essen." Der auf der Bank lächelte sonderbar. Der Junge merkte es nicht, weil er sich schon wieder über die flüchtigen Wellchen grämte.. " Jetzt hörst mich mal ab, du!" bat er dringlich. " Was soll ich?" Ich will vorbeten, was ich heut wissen muß. Den Taufbund zuerst." In die breite Gestalt kam eine merkwürdige Unruhe. ,, Ich mag nicht abhören," sagte er beinahe trotzig; aber da hatte ihm der kleine Karl schon den Katechismus in die Hand gedrückt und begonnen. Ich entsage dem Teufel und allen seinen Werken, dann stockte er, besann sich und endete glücklich: ,,... im Glauben und Gehorsam dir treu zu sein bis an mein letztes Ende. Amen." Der Fremde zitterte, als fröre ihn. krank, ehe er sterben mußt. Darum sind wir jetzt auch so arm, weißt! Schon hundert Taler könnten uns helfen, sagt Mutter.. Bleib noch eine kurze Weil! Schnell mein Einsegnungssprüchlein: Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Der Geiſt iſt willig, aber das Fleisch ist schwach. Matthäus 26, 41." Nun ließ sich der Fremde aber nicht länger zurückhalten. Als die Bäuerin kam, war er längst fort, und Karl vergaß, ihr von dem Besuche zu sagen. Die Wichtigkeit seines Ehrentages machte ihm alles nicht dazu Gehörige unwichtig. Erst am nächsten Tage sprach er ihr davon. Ueber dem angstvollen Kämpfen um ihre Zukunft hatten sie es bald wieder vergessen, bis eines Tages der Geldbriefträger ins Haus kam. Er winkte der Frau schon von weitem entgegen und schrie es über den ganzen Hof: ,, Setzt Euch nieder, Bäuerin. dreitausend Mark bring ich an Eure Adresse." Ja, wirklich, er hatte recht! Die Anweisung trug einen ausländischen Stempel, dessen Buchstaben sich nicht entziffern ließen. Von einer fremden, gewandten Hand waren auf der Rückseite zwei Sätze niedergeschrieben: ,, 3000 Mark für den Stirnreifen. Matthäus 26, 41." Rätsel und Unbegreiflichkeiten überall! Aber der alte Stirnreifen fehlte tatsächlich aus der Eichenlade. Mehr ließ sich nicht feststellen. Daß Christian Resers ganz anders hieß, und einer der gefürchtetsten Einbrecher gewesen war, der, nachdem er alle Verhältnisse kennen gelernt, an jenem ſtillen Palmsonntag einen Raubzug durch sämtliche Behausungen geplant hatte, erfuhren sie niemals. Nur eine regelmäßige Geldspende lief an jedem neuen Palmsonntage für Frau Doberhaas ein und einmal sogar ein kostbarer Kranz aus schwerduftenden, halbzerdrückten Blumen für ,, Was hast? Bist krank? Vater war auch viel das Grab des früheren Schulzenwirts. Wenn E E fie wandern. Von Käte Damm. ch war noch ein sehr kleines Mädchen, vielleicht eben erst schulpflichtig geworden, als ich, zum Besuch bei einer lieben Tante in einer norddeutschen Kleinstadt, auf einem Spaziergang vor dem Tore sah, wie zwei junge Wanderburschen, jeder von der Mutter noch ein Stück Wegs geleitet, in die Fremde zogen. Das hat sich meinem Gedächtnis so unauslöschlich eingeprägt, wie keine andere Begebenheit jener herrlichen Zeit, da dem Großstadtkinde zum ersten Male die Neuheiten und Reize ländlichen Lebens und kleinstädtischer Verhältnisse nahe traten. Die ungebundene Freiheit in Garten und Feld, die Möglichkeit, allein" in der Stadt eine Besorgung zu machen, das Fehlen fast jeden Wagenverkehrs, so daß die vierspännigen Kutschen, die die Landherrschaften gelegentlich zur Stadt brachten, angestaunt wurden, das frohe Kinder- Vogelschießen", die unbekannte Freude eines wirklichen Jahrmarkts", das alles ist in meiner Erinnerung verblaßt. Aber das Bild der beiden Mütter, die mit den jungen Söhnen, die Ränzel und Stecken trugen und jeder noch ein Paar Stiefel am Ränzel befestigt hatten, das ist mir geblieben, und jedes Jahr zu der Zeit, da so und so viele Tausende von Kindern ins Leben treten", steht dieses Bild wieder deutlich vor meiner Seele. Ein Wanderbursch! Ich hatte von ihm gehört und gelesen, aber gesehen hatte ich keinen. Das„ Warum" machte mir große Pein. Die alte Kinderwärterin der kleinen Rusine mußte die Fragen über sich ergehen lassen: Das ist doch schrecklich traurig, warum müssen denn die jungen Gesellen wandern?" " Ja, Kind, die müssen, das ist nun mal so Handwerksbrauch, sie müssen in andern Städten arbeiten und noch mehr lernen; was mein Bruder selig war, Gelbgießer auf Lampen, der war sogar bis nach Paris." ,, Aber nachher fahren sie doch mit der Bahn, Line, nicht wahr? Sie gehen doch nur bis zur Station, wohin wir mit der Post fahren?" Ach, behüte Gott- die laufen auf ihren zwei Beinen." ,, Aber Line, da werden sie ja müde!" " Ja, müde werden sie wohl." ,, Und die Stiefel werden schlecht." ,, Aun, dafür haben sie ja noch welche mit!" ,, Und Geld haben sie nicht?" ,, Nein, viel Geld nicht, das sollen sie sich verdienen." Können sie nicht hier Geld verdienen?" Unser Gespräch wäre wohl noch eine gute Weile ohne sichtbare Erfolge für mein Verständnis fortgesetzt worden, wenn nicht just am Kreuzwege, da, wo sich die beiden Chausseen nach Ost und West abzweigten die eine blieb in Mecklenburg, die andre, mit schwarz- weiß gestrichenem Pfahl, bezeichnete die preußische Grenze die Gruppe der beiden Mütter und Wanderburschen haltgemacht hätte. Der Abschied dauerte nicht lange, die jungen Burschen schwenkten die Hüte und schlugen die preußische Chaussee ein, die beiden Mütter aber, beständig sich umschauend, kehrten den Weg zurück. Die Entfernung zwischen den Wanderern und den Müttern wurde Y Der neue Bund. Eine Dalmsonntagsgeschichte von Käte Lubowski. eim Schulzenwirt Doberhaas hatte es früher goldene Jahre gegeben. Der schwere, gutgepflegte Weizacker trug dreimal hinter einander gesegnete Frucht und schien auch danach noch kein Schonen und Brachliegen nötig zu haben. Als der Fremde, der sich Christian Resers nannte, beim Schulzenwirt Dienst nahm, ging es bereits bergab. locker Der Acker war zwar immer noch willig, warm und aber dem Wirt fehlte die alte Kraft und Energie. Eine Influenza mit darauf folgender Lungenentzündung hatte ihn matt gemacht. Dazu kam die zunehmende Not mit dem Gesinde, das sich, durch falsche Meldungen verlockt, der Großstadt zuwandte. Christian Resers erschien also wie gerufen, denn er war ein Riese an Ausdauer und Schaffenswilligkeit. Ob ihm seine Arbeit auch gleicherzeit Freude machte, wußte niemand. Sein Gesicht blieb andauernd ernst. Sein Mund stumm. Nur die Augen wanderten überall eifrig umher, schienen unter Tische und Schränke zu kriechen in beständig rastlosem Suchen. Er war ein eigenartiger Mensch. Niemals erhob er Anspruch auf einen Ruhetag. Ja, trieb ihn der Schulzenwirt einmal mit sanftem Tadel zum Hause hinaus:" Geh, ruh dich aus, mach dir einen Sonntag!" dann konnte man gewiß sein, daß er dem reichen Waldbauern oder dem noch reicheren Brunnenmelder einen Dienst leistete. Entweder, er brachte die streikende Häckselmaschine in Ordnung, oder er mauerte ein paar Steine sauber aus, hinter denen die Dörfler thr Erspartes versteckten. Denn von der Anschaffung von Papieren oder Sparkassenbüchern mochten sie hier noch nichts wissen. Wie eine Bombe schlug deshalb die Nachricht ein, die der schmalbrüstige Karl Doberhaas, das einzige Kind seiner Eltern, eines Tages von Haus zu Haus trug. " Weißt, unser Christian zieht. Er muß nach Haus." Nun hat zwar niemand bisher etwas davon gehört, daß der Christian überhaupt ein„ Zuhause" sein nannte, aber es würde schon stimmen. Der Schulzenwirt verlegte sich sogar aufs Bitten. ,, Siehst, Christian, ich bin engbrüstig und müd! Der Karren bleibt gewiß stehen, wenn du gehst".. Und die Bäuerin half ihm mit sanfter Bitte: " Tus uns nicht an!" Zuletzt kam der Karl. " Du sollst nicht. Ich wills nicht haben." Trotz allem war er gegangen und geschrieben hatte er. nicht einmal Zwei Monate später legte sich der Schulzenwirt zum Sterben nieder. Nun arbeitete seine Witwe allein. Eine harte Arbeit, die scheinbar ohne Segen blieb. Wie konnte sie denn auch wissen, wie tief der Pflug die Ackerkrume herumzureißen hatte! Nur auf den Viehstand konnte sie passen. Hierin hatte sie auch Glück, und das hielt sie über Wasser. Dazu kam der neue Knecht. Der konnte nichts als ein großes Wort reden, feine Zigarren paffen und von Neuerungen im landwirtschaftlichen Betriebe phantasieren, die alle in dem großen Buche standen, das in seiner Lade lag. Am Palmsonntag sollte zwar der Karl eingesegnet werden, aber das half auch nicht viel. Freilich hatte er den besten Willen. Aber wenn doch die Hand fehlt, die den richtigen Weg zeigt, dann währt das Suchen und Umherirren gar elend lange. Zudem war er ein schmächtiges Kerlchen, das, nach Ausspruch des Arztes, ja nicht mit schwerer Arbeit überlastet werden durfte. So wars gekommen, daß die Schulzenwirtin kein Bargeld mehr im Hause besaß, sondern sich zum Einfegnungsanzug ihres Einzigen das Nötige vom Bruder leihen mußte Denn es galt als Schande, wenn eins in unbezahltem Kleid vor den Altar schritt. Ein Stück war freilich noch in ihrem Besitz, das ihr hundertmal mehr gegeben hätte, als sie dazu benötigte. Ein Stirnreifen mit einem großen, wasserhellen Stein, den eine hohe Frau zur Zeit der Freiheitskriege einem Urahn einst dafür geschenkt, daß er sie und ihr Kind aus gutem Herzen ein volles Jahr bei sich gehalten und ernährt hatte... Sie aber ahnte nichts von seinem wahren Wert, ja hatte wohl in aller Not und Alltagssorge vergessen, daß er unter den gewebten Linnen in der auf dem Hausboden stehenden Lade ruhte. Der Christian, der frühere Knecht, hatte ihn oft hervorgesucht und spielend in der Hand gehalten Der allein wußte auch um seine Kostbarkeit. Die Schulzenwirtin, wie sie immer noch im Dorfe hieß, obschon längst ein anderer das Amt ihres Mannes versah, hatte den Gang zum Bruder bis zur letzten Minute hinausgeschoben. Schließlich aber mußte sie ihn doch ausführen. Schon um vier Uhr morgens am Palmsonntag war sie fortgelaufen, denn das brüderliche Anwesen lag eine Meile entfernt, und sie wollte pünktlich zum Kirchanfang zurück sein. Der kleine Karl saß bereits in seinem Festkleid. Er hatte die Ellbogen auf den Tisch gestützt und lernte das, was er heute zu wissen nötig hatte, noch einmal durch. Er hatte zu allem den besten Willen. Aber das Lernen kam ihn hart an. Die Worte waren wie lustige Wellen. Sie hüpften aus seinem Munde fort flohen seinen Wohl kamen andere, neue aber sie Kopf waren gleich behende und gleich treulos. Gegen sieben Uhr am Morgen klinkte jemand vorsichtig die Tür zu der Stube auf, in welcher er hockte. Ein breiter, starker Mensch stand vor ihm, der ihn an jemand erinnerte; aber nein er kannte ihn doch nicht! Dieser hier hatte ein bartloses Gesicht und einen dicken, roten Schopf. Der Fremde näherte sich dem Jungen und bat ihn um einen Trunk. ( Fortsetzung auf Seite 6.) BronSamour In die Fremde. Nach einem Gemälde von H. Bachmann. B vorauszah 1,50 Mt. Donnerst Humori liegen w Celteran nicht ve Nr. 4 Betreffend: Mit En Minifterium Handel und pläge in der Feldbereinigu ung vom 7. Ich bef ( Eigentums hiermit mit neuen Grun Fried Der Die zu eren Genera lichen 3 i m M öffentlich ver Arbeitsb zur Einsicht hältlich, find chen.- 3 Gieß Die F bon morgen Gieß Die G Plenarsipun Kammer e schieden. Präfide Gegenstand einer G mungen du Staat fam, daß folge der fing annel bis 15 000 Für Offen 2480 M., Domta Diefem Ge aufgebürde Bedenken Mini diesen B tere mein Parochial Der trag anger Abänderun tariats Bei d Abände lunden Beratung beantragt schmidt) ei ten Kamm Nach 8. 5 treffend die und den Berbindun Ortsgrupp Graf S der Aban treten fo da das ten folle, Die 227 des betreffend men. Gb umlagenge gere Deba Mitglieder jebes über referent G fich auf S mögens h Marifteine Der groß heblich g Min Regieran