12 Reelle ilt g, alenGießener Zeitung Gießener Neueste Nachrichten Bezugspreis 40 pfg. monatlich vierteljährlich 1,20 Mt. frei Haus; durch die Post 1,50 Mf. Erscheint 3 Mal wöchentlich: und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags. Telephon: Gießen Nr. 362. Nr. 31. Bau- und Nuthelz- Versteigerung der Stadt Gießen. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen des Großherzoglichen Polizeiamtes Gießen und vieler anderer Behörden in Oberhessen. Expedition: Seltersweg 83. Dienstag, 15. Februar 1910 Gießener Tageblatt Anzeigenpreis: die 44 mm breite Petitzeile 15 Pfg., Reflame 50 Pfg. Außerhalb Oberhessen Amtliche Bekanntmachungen. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, 3-5 km von der Bahnstation entfernt und an chaussierte Abfuhrwege angrenzend, sollen Montag, den 28. Februar 1910, vormittags 10% Uhr beginnend im Saale des Lenz'schen Felsenkellers zu Gießen, in der Nähe des Bahnhofes, versteigert werden: 127 Cichen- Stämme, Schnittholz, uit 119,04 Festm., 233 " 1 319 " 1 456 M Bauholz, mit 148,60 Schwellenholz mit 179,18" estm., Grubenholz mit 1497 Fichten- Stämme, Bauholz mit 1100 Stiefern1 Fichten- Stamm, Schnittholz" mit 22 Stiefern- Stämme. 9 Buchen- Stämme, te 27 Erlen- Stämme, Bauholz er2 Weißtannen, Banholz mit ass ir ng. 业 ater goetter. .1910. Preise! elle des eate. uer Viktor I. 6% Uhr. Breife! William 10 Uhr. + 1 Lärchen- Stamm, Bauholz mit 166,48 466,75 506,17" " 1 11 2,83 26,94 " 11 " 1 12,28 " " 21,06 " 11 0,63 " 0,40 " Gegen Sicherheit wird Zahlungsfrist bis 15. November 1910 gewährt. Anträge auf Bildung kleinerer Lose fönnen in der Zeit vom 21.- 27. Februar bei uns gestellt werden. Gedruckte Verzeichnisse über die Dimensionen der Hölzer sind von der unterzeichneten Stelle vom 21. Februar ab gegen Erstattung der Druckkosten erhältlich. Daselbst können auch Karten über die Waldungen der Stadt Gießen, aus denen die einzelnen Walddistrikte und säßtiiche Wege und Schneisen ersichtlich sind, gegen eine Vergütung von 50 Pig. bezogen werden. Wegen vorheriger Besichtigung des Holzes wende man sich an die Forstwarte Geisel- Gießen, Arst- Hochwarte bei Gießen, Karl Brück- Rödgen bei Gießen und Loß- Wieseck. Gießen, 12. Februar 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. ( Forstwartei Gießen 3, Forstwart Geisel.) Donnerstag, den 17. Februar 1910, vormittags 9% Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen in den Abteilungen Sauhütte, Sauhüttenbrunnen, Fichtenkopf und Rußland versteigert: 3101 Fichtenderbstangeu mit 96,21 Festmeter, 1136 1335 " reißstangen" 16,24 bohnenstang." 1,22 43,9 Rmtr. Kiefernknüppel Fichtenknüppelreisig, Fichtenstock, 9,4 " Fichten 10,5 " 7,5 1410 1000 40 Wellen Eichenreisig, " Kiefernreisig, Fichtenreisig. Die Zusammenkunft ist in der Wannschneise an der 3. Querschneise. Gießen, den 10. Februar 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die Friedhöfe vom 16. Februar bis 15. März 1910 von morgens 8 bis abends 6 Uhr geöffnet sind. Die Schließung des Friedhofes wird durch Läuten der Friedhofsglocke angezeigt. Bei Beginn des Läutens muß Der Fall Welshofen. Kriminalroman von M. Kossak. 30) ( Nachdruck verboten.) Der Detektiv machte eine unnachahmliche Bewegung mit den Schultern und lächelte. " Gnädige Frau berühren da einen Punkt, den ich nicht gern erörtern möchte. Gnädige Frau haben ja wohl selbst in den Zeitungen gelesen, daß nach Ansicht der Aerzte ein Mensch von einer so kleinen Menge Morphium, wie sie der gerichtlichen Sektion nach der Graf genommen hat, nicht fierben kann, um so weniger, wenn der Betreffende an Morphium gewöhnt ist. Denn der Arzt des Grafen sagt neuerdings aus, daß der letztere ſeiner neuralgischen Schmerzen wegen seit Jahren häufig Morphium genommen hat. Aber lassen wir dies. Ich möchte noch eins bemerken die Poizei hat nach Olfers Mutter geforscht. Die Frau lebt seit tier Jahren in Neapel und dort ist sie verhört worden, doch gibt sie an, daß sie über den Verbleib ihres Sohnes in enen bewußten vier Jahren auch nichts weiß und daß sie erit, als er jenes Pariser Engagement hatte, wieder von ihm Nachrichten und Unterstützungen erhalten hat. Vielleicht kann die Frida Sasse auch über Ölfers Mutter einiges aussagen, das uns nüßlich sein könnte. Ferner wäre es mir wünschenswert, zu erfahren, ob sie gewußt hat, daß Olfers an der Wilson- Scool angestellt war." or d. lvern Wenn r. Sie sen tarken enhille extra rei u. Vers. strie 10. Baula schüttelte den Kopf. „ Warum mag er nur jene Lehrerstelle angenommen haben?" Er verdiente doch beim Varietee genug Geld." der Friedhof sofort verlassen werden. Eine Viertelstunde nach dem Läuten werden die Friedhofstore geschlossen. Gießen, den 10. Februar 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum Berdingung. Die Lieferung und Anfuhr von zirka 500 cbm Hardtschutt für die Schlachthoferweiterung soll Montag, den 21. Februar, vormittags 11½ Uhr öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf vorgeschriebenem Formular, das daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 14. Februar 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. Bekanntmachung. Nachstehende Bekanntmachung Großh. Kreisamts Gießen bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 4. Februar 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung des Urkundenstempelgesetes; hier die Erhebung der Stempelabgabe für Automaten und Musitwerke. Unter Bezugnahme auf die Nummer 10 und 52 des Tarifs zum Gesetz über den Urkundenstempel vom 12. Aug. 1899 in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. März 1907, sowie unter Hinweis darauf, daß nach Artikel 33 in Verbindung mit Artifel 31 Absatz 1 und 4 dieses Gesetzes, diejenigen Personen, welche es unterlassen, ihrer Anmeldepflicht zu genügen, unbeschadet ihrer Haftpflicht, für den fehlenden Stempel eine Geldstrafe, welche dem vier- sachen Betrag des hinterzogenen Stempels gleichkommt, oder eine Ordnungsstrafe bis zu 200 Mart verwirkt haben, bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis: 1. Wer in Bahnhöfen, öffentlichen Wirtschaften oder an anderen öffentlichen Orten oder Pläßen einen Verkaufsoder Wageautomaten, Kraftmesser oder einen Automaten, der zur Unterhaltung des Publikums dient, sowie wer in einem öffentlichen Wirtschaftslokal ein Klavier oder sonstiges Musitwert aufstellen will, hat zuvor dem Kreisamt seines Wohnortes oder Aufenthaltes oder des Ortes, an welchem die Aufstellung erfolgen soll, eine Jahreskarte zu erwirken und für Lösung dieser Karte eine Stempelabgabe zu entrichten, welche jährlich beträgt: a) für jeden Automaten je nach der Größe, dem Antaufspreise und der Leistungsfähigkeit desselben 10 bis 40 Mart; b) für jedes Klavier oder sonstige Musikwerke nach der Größe, dem Ankaufspreise und der Leistungsfähig feit desselben 10 bis 40 Mark. Für besondere leistungsfähige Instrumente fann die Stempelabgabe bis auf den zweifachen Betrag erhöht werden. Unter Leistungsfähigkeit ist die finanzielle Leistungsfähigkeit oder Ergiebigkeit zu verstehen. Die Ausstellung von Automaten für Bahnsteigfarten ist stempelfrei. Entsteht die Abgabepflicht für die vorstehend aufgeführ= ten Gegenstände in der Zeit zwischen dem 1. Oktober und 31. März, so beträgt für diese Zeit der Stempel die Hälfte des regelmäßigen Betrages. Die Erneuerung der Jahresfarten( gültig vom 1. April bis 31. März des nächstfolgenden Jahres) und Entrichtung der vorgeschriebenen Stempelabgabe erfolgt im Monat März eines jeden Jahres. in " Lauter Rätsel, Gnädigste, die aber natürlich mit dem Wust von Geheimnissen, welche den Olfers umhüllen, engem Zusammenhange stehen werden. Uebrigens sind bereits Nachforschungen eingeleitet, um zu ergründen, ob der junge Mann wirklich, wie er ihnen erzählt hat, schon bei rerschiedenen Wilson- Scools gewesen ist."" Man redete noch eine Weile hin und her, dann empfahl sich der Detektiv, nachdem Paula ihm versprochen, ihn so fort brieflich zu benachrichtigen, wenn sie bei Frida Sasse gewesen war. Sie wollte diesen Besuch noch am selben Tage ausführen. 10. Kapitel. Die arme Frida Sasse saß traurig in ihrer Wohnung und beschäftigte sich damit, ihr weißes hübsches Chiffon kleid für den Abend mit blaßgrünen Schleifen zu garnieren. Wie widerwärtig es ihr war, sich zu schmücken, während ihr Abgott im Kerker saß! Und daß die Menschen auch all ihren Kummer gar nicht recht verstanden, sondern sie fortwährend mit tattlosen Bemerkungen quälten! Vor allem ihre Zimmerwirtin. Die Frau fonnte es gar nicht verstehen, daß sie um den verruchten Menschen, wie sie Olfers nannte, trauerte, während sie es doch so schön haben konnte. Fast täglich tamen Herren, die sich bei der blonden Geigenspie lerin melden lassen wollten und Frau Sawitsch so hieß die Zimmerwirtin ein hübsches Trinkgeld versprachen, sofern sie ihnen bei Frida Zutritt verschaffte. Wie viele Blumensträuße, die sie nicht annahm, waren ihr nicht schon zugesandt worden? Man ist nur einmal jung, Fräulein"- meinte Frau Sawitsch und wenn sie Ihre Jugend nicht nüßen, so 20 60 " " Extra- Beilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Druck und Verlag: Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). 21. Jahrg. 2. Die Abgabe ist von ein und derselben Person, auch bei einem Wechsel des Automaten oder Instruments oder des Aufstellungsortes innerhalb desselben Jahres( vom 1. April bis 31. März nächsten Jahres) stets nur einmal und zwar erstmalig vor der Aufstellung des Automaten oder des Instruments und sodann alljährlich im Monat März sür das darauf folgende Jahr bei dem Kreisamte zu entrichten. 3. Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine mit amtlichem Stempel versehene Karte, welche die Nummer des Verzeichnisses, Vor- und Zuname, Stand oder Gewerbe und die Wohnung des Anmeldenden, den angemeldeten Gegenstand, den Tag der Anmeldung und Stempelmarken im Betrage der entrichteten Abgabe enthält. Die Karte ist nur für die Zeit gültig, für welche sie ausgestellt ist. ges Musikinstrument, welches an einem der unter Ziffer 1 4. Wer einen Automaten oder ein Klavier oder sonstierwähnten Plätze aufgestellt ist, von diesem Plate entfernt, ohne denselben oder dasselbe auf einen anderen der unter Ziffer 1 erwähnten Plätze ausstellt, hat dies bis 1. April 1910 dem Kreisamt anzuzeigen, widrigenfalls er zur Entrichtung der Abgabe weiter verpflichtet bleibt. Die Abmeldung wird auf Verlangen bescheinigt. 5. Gesuche um Erlaubnis haben schriftlich unter genauer Beschreibung des Instrumentes, um das es sich han delt bei Automaten auch der finanziellen Leistungsfähigkeit oder mündlich im Kreisamtsgebäude zu erfolgen. 6. Die Abgabe für das Jahr 1910 ist im Monat März 1910 zu entrichten; als Zahltage haben wir jeden Werktag, vormittags von 9-12 Uhr, festgesetzt. Die Abgabe kann jetzt schon bezahlt werden. Die Entrichtung hat auf Zimmer Nr. 1 stattzufinden. Sollte die Entrichtung der Abgabe im Wege der Posteinzahlung oder Geldeinsendung erfolgen, so wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Geldsendungen stets ganz frei" von Porto sein müssen, und die letzte Jahrestarte ebenfalls einzusenden ist. Die Zustellung der Karte erfolgt dann durch die Poſt als„ portopflichtige Dienstsache". Die für das Jahr 1909 ausgestellten Karten sind mitzubringen. Gegen alle diejenigen, welche ausweislich unseres Registers zur Zahlung der Abgabe verpflichtet sind, und dienach Ablauf dieses Termins, vorbehältlich einer Bestrafung selbe bis zum 1. April 1910 nicht entrichtet haben, wird in Höhe des vierfachen Betrages des hinterzogenen Stempels oder Erkennung einer Ordnungsstrafe bis zu 200 Mt. nach Artikel 31, 33 des Urkundenstempelgesetzes, das Beitreibungsverfahren gemäß Artikel 26 loc. lit. eingeleitet werden. Gießen, den 2. Februar 1910. Großh. Kreisamt Gießen. J. V. gez.: Welcker. Bekanntmachung. Die Lieferung von behobelten und bestoßenen Dielen, Latten und Leisten für eine Lagereinrichtung des städtischen Elektrizitätswerts soll öffentlich vergeben werden. Lieferungsbedingungen sind auf dem Bureau des Elektrizitätswertes erhältlich, Angebote bis zum 16. Februar, nachmittags 3 Uhr, verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, dortselbst einzureichen. Gießen, 11. Februar 1910. Elektrizitätswerk und Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. Bekanntmachung. Die Rechnungen der Armenfasse und der Plockischen Stiftung für 1908 liegen vom 12. d. Mts ab eine Woche lang zu jedermanns Einsicht auf dem Armenamt offen. Gießen, den 9. Februar 1910. Die Armendeputation der Stadt Gießen. Keller. haben Sie später das Nachsehen. Von dem vielen Weinen werden Sie bloß mager und blaß und das schadet der Schönheit. Wenn ich wäre wie Sie, so fragte ich den Teufel nach Olfers und suchte mir einen reichen, hübschen und vornehmen Verehrer aus. Sie haben ja an jedem Finger einen hängen und brauchen sich nur den auszusuchen, der Ihnen am besten gefällt. Und wenn Sie flug anfangen, heiratet er Sie noch gar- denken Sie nur an die Brusio! Denn den Olfers, den töpfen sie doch, mit dem ist's aus. Das sage ich Ihnen, die ich eine erfahrene Frau bin, Fräulein" Frida hörte den Schluß schon gar nicht mehr, sie hatte die Hände vors Gesicht geschlagen und schluchzte zum Erbarmen. " Lassen Sie doch, Frau Sawitsch", sagte Louison, aus dem Hintergrund des Zimmers hervortretend, wo sie ebenfalls mit Toilettenvorbereitungen für den Abend beschäftigt gewesen war.„ Das arme Hascherl- Louison liebte es, seit sie in Wien war, stets ihre Rede mit Wienerischen Ausdrücken zu schmücken„ hat ohnedies genug zu leiden und man soll ihr das Herz nicht noch schwerer machen, als es so schon ist." " Ich meine es nur gut mit dem Fräulein", widersprach die Vermieterin.„ Denn, daß der Olfers nicht mehr frei wird, daß sie den köpfen, wie er's verdient- das steht fest, das sagen Alle" ,, Hüten Sie Ihre Zunge", rief das Mädchen mit den großen Zähnen. Es kommt oft alles anders, als wir den fen, Frau Sawitsch. Und das eine will ich Ihnen noch sagen es weiß feiner, wie er endet und ob er nicht auch Das Neueste vom Tag. Die preußische Wahlrechtsvorlage hat in ganz Preußen unter den sozialdemokratischen Kreisen große Erbitterungen hervorgerufen. Es liegen folgende Berichte vor: = h Berlin, 14. Febr. Die freisinnige Fraktionsgemeinschaft des Abgeordnetenhaules hat sich bereits dahin entschlossen, den Versuch zu machen, das gleiche und geheime Wahlrecht in die Wahlrechtsreform- Vorlage hineinzubringen. Zu diesem Zweck stellt die freisinnige Fraktionsgemeinschaft in der Wahlrechts- Kommission den Antrag, den§ 4 des Entwurfes in folgender Fassung anzunehmen: Das Wahlrecht ist für alle Wahlberechtigten gleich. Es wird in Person durch verdeckte Stimmzettel ausgeübt. Die Abgeordneten werden von den stimmberechtigten Wählern des Wahlbezirks unmittelbar gewählt.- Die Proteste gegen die neue Wahlrechtsvorlage mehren sich von Tag zu Tag. = h Hamburg, 15. Febr. Zu den vorgestrigen Wahlrechts- Demonstrationen in Neumünster wird gemeldet: Nach dreimaliger Wiederholung des Befehles der Polizei zum Auseinandergehen der Volksmenge, wurde das Zeichen zum Blantziehen und Dreinschlagen mit scharfen Säbeln von einem Polizeiwachtmeister gegeben. Die Demonstranten ergriffen die Flucht, aber nur die letzten im Zuge fonnten sich in Sicherheit bringen. Ein 50jähriger Arbeiter erhielt einen Hieb Hieb auf den Rücken, der die Lunge bloslegte und mehrere Rippen brach. Er soll bereits gestorben sein. Ein zweiter Arbeiter ist angeblich ebenfalls tötlich verletzt worden; einem anderen wurde das rechte Ohr abgehauen. Außerdem sind etwa 40 Personen leichter verletzt worden. Einer ganzen Reihe von Leuten wurden die Kleider zerrissen. h: Halle a. d. S., 15. Febr. Der Staatsanwalt hat bereits die Untersuchung gegen 17 Personen, die sich an den vorgestrigen Wahlrechts- Demonstrationen beteiligt haben, eingeleitet. Sie sollen wegen Land= friedensbruch zur Verantwortung gezogen werden. Bei den Demonstrationen wurde einem Fleischergesellen von einem Polizisten ein Arm abseschlagen. In der Bürgerschaft wird das rücksichtslose, meist unbegründete Vorgehen der Polizei sehr verurteilt. Lokales. Gießen, 15. Februar 1910. Der Finanzausschuß der Ersten Kammer war am 11. Februar unter dem Vorsitz des Grafen Erbach- Fürstenau zu einer vertraulichen Beratung über die allgemeine hess. Finanzlage zusammen, wobei auch die näheren Er= sparnisvorschläge festgestellt worden sein dürften die der Ausschuß der Ersten Kammer in der gemeinsamen Sigung beider Finanzausschüsse heute Dienstag zur Debatte stellen wird. ** ** Großherzog, Großherzogin und Fürstin Mutter zu Erbach- Schönberg besuchten am Sonntag vormittag den Gottesdienst in der Hofkirche; nachmittags wohnten die Allerhöchsten Herrschaften mit Gefolge dem vom Offenbacher Schwimmverein veranstalteten Schwimmfest bei. ** Der Großherzog empfing am 12. Februar u. a. den Lehrer Schneider von Heuchelheim und den Hauptlehrer Sehrt von Lollar. ** Uebertragen wurde am 9. Februar dem Schulamtsaspiranten Karl Wagner aus Krofdorf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Meßlos- Gehaag, Kr. Lauterbach. ** Erlrdigt: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Großen Linden. Mit der Stelle tann Organistendienst verbunden werden. ** Von der Landes- Universität. Das Verzeichnis der Vorlesungen für das Sommer- Semester 1910 ist erschienen. )*( Schulhaus neubauten im Kreise Gie ßen. Das Kreisamt beschäftigt sich gegenwärtig mit den Plänen für die Schulhausneubauten zu Steinbach, Grünberg, Garbenteich, Hungen und Reiskirchen, welche noch die ses Jahr zur Ausführung tommen. Die neuen Schulhäuser in Londorf, Allendorf a. d. Lumda, Eberstadt, Lauter, Nonnenroth und Nieder- Bessingen sehen bereits ihrer Vollendung entgegen. !! Warnung! Ein hiesiger Bürger wurde durch den Henkertod stirbt. Gerade Sie, Frau Sawitsch sollten vorsichtig sein, über andere Leute so zu reden, wie über den Felix Olfers-" " Ich? Ich? Warum gerade ich?" unterbrach sie die Frau erbost, ohne doch ein leises Erschrecken nicht erbergen zu können. Ihr einziger Sohn, ihr Sorgenfind, war ein wüster Mensch, der schon wiederholt in böse Händel verknüpft gewesen und mehr als einmal eine Gefängnisstrafe abgebüßt hatte. Alle Nachbarn der Sawitsch hatten ihrem Gustel prophezeit, daß er über kurz oder lang ein schlechtes Ende nehmen würde und ihr Mutterherz litt schwer um ihn. Daher trafen Louisons Worte sie auch hart.„ Warum gerade ich, Fräulein?" fragte sie noch einmal mit zuckenden Lippen. „ Sie werden mich schon verstehen, Frau Sawitsch" entgegnete Louison, dem unsicheren Blick der Frau drohend begegnend.„ Aber jetzt bitte ich, lassen Sie uns allein, Sie sehen, meine Freundin ist ganz frant und elend von Ihrem Geschwät." " Ich gehe ja schon, ich gehe", knurrte die Sawitzsch, indem sie sich mit einem giftigen Blick auf die Mädchen anschickte, das Zimmer zu verlassen. " Weine nicht, Herzel", tröstete Louison, die Freundin umfassend.„ Es wird schon noch alles gut werden. Freilich" fuhr sie einigermaßen unlogisch fort ganz un recht kann ich der Sawitzsch nicht geben. Es ist wirklich töricht von Dir, Dich um den Olfers zu grämen, da es doch auch in den Zeitungen immer so dargestellt wird, daß er nicht freifommt. Und schließlich, wenn Einer auch los gelassen wird, so bleibt immer etwas an ihm hängen, sofern er wegen Mordes angeklagt, im Gefängnis gesessen hat und „ Quäl mich nicht, Louison", schluchzte das blonde Kind. „ Du weist.a nicht, Du fannst ja nicht wissen, wie ich ihn liebe. Und wenn die ganze Welt ihn für schuldig hält, ich tus nicht, ich glaube an ihn, denn ich" " Na ja, na ja", machte Louison, ich meinte ja auch bloß so. Aber nun trockne Dir die Augen und komm mit mir. Es sind noch ein paar Stunden bis zur Vorstellung, die wollen wir benußen und in irgend ein nettes Cafe gehen. Da sehen wir Menschen und werden wieder gesehen das wird Dich aufheitern." Aber Frida wollte von dem gut gemeinten Vorschlag nichts hören. Sie bat die Freundin, allein auszugehen, und sie später zur Vorstellung abzuholen, was Louison am Ende auch tat. Wußte sie doch, wo sie jemand treffen würde, der sie erwartete und den sie nicht ungern sah. Die ser Jemand hatte noch einen zweiten mitbringen wollen, den Louison zu Fridas Tröster bestimmt. Am Ende aber ten und der nicht zum mindesten auch dem hier so ausnehmend prächtig gelungenen Männerchor galt, der damit der Reihe seiner Erfolge einen neuen Triumph hinzufügen konnte. einen ausländischen Adressen- Vertrieb um einen Geldbetrag| die Zuhörer auch der Wiederholung der schönen Weise zollvon 2 Mark geprellt, welchen er dem Adressen- Bureau für die zum Adressenschreiben nötige Adressentasel nebst Schema eingesandt hatte. Da verschiedenen anderen Einwohnern seitens des Adressen- Vertriebes ähnliche Anpreisungen des Adressenschreibens zugingen, möchten wir alle unsere Leser vor dieser Adressen- Firma warnen. ** * Wohltätigkeitskonzert des Kronbauer'schen Quartettvereins in Gießen. Das äußerst reichhaltige Programm hatte im Verein mit dem Ruf des Kronbauer'schen Quartettvereins nicht versehlt, schon lange vor Beginn des Konzertes den Saal des Gesellschaftsvereins mit Besuchern zu süllen. Sie alle waren ja auch in der Absicht zusammengeströmt, durch eine milde Gabe dem sozialen Elend zu steuern und den armen Schulkindern aus der Not zu helfen. Fürwahr ein hehres Beispiel der Wohltätigkeit, das nicht genug Anerkennung verdient! In äußerst anerkennenswerter Weise hatte Uni versitätsmusikdirektor Prof. Trautmann auch diesmal wieder keinen Fleiß und feine Mühe gescheut, seine Sänger auf den Konzertabend vorzubereiten, und die gut ge= lungenen Chöre a capella lohnten ihm diese Mühe. Die Mitglieder des Quartettvereins waren im Verein mit den beiden Solisten bestrebt, ihr ganzes Können für das Gelingen der guten Sache einzuseßen, so daß das Konzert einen äußerst befriedigenden Verlauf nehmen konnte. Es war nur etwas bedauerlich, daß das Programm dem Andenten Richard Wagners nicht einen größeren Raum zugemessen hatte. Als das volle abgerundete Organ der Solistin Emmy Kloos dann noch in den mit tiefer Empfindung gesungenen„ Träumen" durch den Saal zog, da mag vor jo manchem Auge das Wirken und Schaffen des genialen Geistes Richard Wagners emporgestiegen sein, dessen Ableben für uns alle ja noch zu früh erfolgte. In dem „ Ständchen" war die Ausdrucksfähigkeit eine meisterhafte, vor der alle anderen Gefühle verstummen müssen. Bei der Weise„ Breit über mein Haupt dein schwarzes Haar", ent zückten ganz besonders die zarten Töne, über welche hier die Sängerin verfügte, und als dann ihre Stimme so sehnsuchtsvoll in der Heimlichen Aufforderung" durch den Saal zitterte, da erhob sich ein Beifallssturm, der die Sängerin zu einer Zugabe, zu der wundervollen„ Naturfreiheit" von unserem Dirigenten Trautmann veranlaßte, in der sich noch einmal die Kraft ihres Ausdruckes, die Tiefe ihrer Em= pfindung zeigte, welche namentlich an dem Schluß der Weise entzückte. Der zweite Solist des Abends, Konzertmeister Lange aus Frankfurt a. M., der Mitglied des böhmischen Streichquartetts ist, hatte für sein erstes Violin Solo die D- moll Ciaconna Sebastian Bachs gewählt, ein Thema, das infolge der über dem Baß laufenden Variationen bekanntlich an manchen Stellen ganz bedeutende Schwierigkeiten bietet. Die wunderbare Technik des Spielers wußte jedoch die Ciaconna in jeder Weise zu bemeistern, während die Ausdrucksfähigkeit, die Tiefe der Empfindung und die Natürlichkeit des Spiels hinter der Betonung des technischen- Moments leider etwas in den Hintergrund traten. Auch seine Canzonetta dürfte weniger Beifall gefunden haben, während seine Zigeunerweisen durch ihren perlenden Fluß ganz gut ansprachen. Geradezu prachtvoll mußte seine Zugabe genannt werden, denn hier verstand es Konzertmeister Lange in sein Spiel Gefühl zu legen, hier wußte seine Geige zu jauchzen und ihre schönsten Töne hervorzubringen. Der Quartettverein hat zum Gelingen des Ganzen eindrucksvolle Männerchöre vorgetragen, welche einen Glanzpunkt des Konzertes bildeten. In dem„ Winter" des Wiener Gesangskomponisten Kremser waren es namentlich die Tenöre, welche in ihrer vollen Klangschönheit hervortraten, während an dem Schluß der Gesang gleich einem Jauchzen gen Himmel in der Strophe stieg: Der Frühling kommt dennoch gegangen". In den" Särgen" von Hegar flang die Strophe:" Der König saß einst mächtig, hoch auf dem Thron" wohl etwas zu laut, welchen Fehler aber die Sänger wieder am Schluß durch die besonders schöne Wiedergabe des Triumphes des Gesanges auszugleichen wuß ten, denn„ Des Sängers Harse tönet im erigen Gesang". Auch die ganz vorzüglich gesungenen Volkslieder„ Ach, wie ist's möglich dann" und" Morgen!" gelangen durch ihre Klangfülle prächtig und in dem„ Wiegenlied" von Fr. Schubert stand der Verein unbestritten auf der Höhe seines Könnens. Denn wunderschön wußte er hier seine Stimmen mit dem Sopran, Emmy Kloos zu vereinigen und so gleichsam zu den zärtlichen Gefühlen der Mutterliebe in Emmy Kloos Gesang die nicht minder innige Freude des Vaters zu gesellen. Um so verdienter war daher der Beifall, den schadet das nichts, denn wenn Frida so töricht war, zu Hause bleiben zu wollen, so hatte Louison statt eines Verehrers deren zwei. Verehrer aber konnte man nie genug haben. Und nun saß die Frida wieder allein mit ihrem Kummer in ihrem einsamen Zimmer und weinte herzbrechend um ihr turzes verlorenes Glück. Ein leises Klopfen an der Zimmertür schreckte sie auf und als sie mechanisch herein rief, sah sie eine ihr unbekannte elegante Dame auf der Schwelle stehen, die sie mit teilnahmsvollen Blicken be trachtete. Sie hatte solch ein feines gütiges Gesicht und in ihren Augen lag soviel Aufrichtigkeit und Sansimut, daß sie dem traurigen Kinde in diesem Augenblick wie ein ihr rem Himmel gesandter Engel erschien. So betroffen war sie zuerst über ihre Erscheinung, daß sie vergaß, auszustehen, sondern sie nur unter groß aufgerissenen Lidern anstarrte. Die Fremde aber kam unaufgefordert näher und strich ihr liebkosend über die Blondhaare. „ Armes Kind", sagte sie weich, armes Kind! Aber weinen Sie nicht so, Ihr Leid wird vorübergehen und die Sonne wieder scheinen. Die Unschuld Ihres Geliebten wird schon an den Tag kommen seien Sie gewiß." „ Er ist unschuldig, nicht wahr?" stammelte das Mädchen und da die Fremde nickte, fügte sie hinzu„ aber wer sind Sie?" „ Eine Frau, die Ihre und Ihres Geliebten Freundin ist und Ihnen gern helfen möchte. Aber wenn Sie meinen | Namen wissen wollen ich heiße Frau Hardegg." Und sich neben Frida einen Stuhl rückend, bat sie freundlich ,,, möch= ten Sie mir nicht Ihr Leid klagen, liebes Kind? Es würde Ihnen gewiß gut tun, Ihr Herz auszuschütten und mir gegenüber dürfen Sie offen sein. Vielleicht finden wir noch einen Weg, um Ihrem Verlobten zu helfen." Die weiche Stimme übte eine so mächtige Wirkung auf das Mädchen, daß sie anfangs nur noch stärker schluchzte, dann aber be ruhigte sie sich unter dem freundlichen Zuspruch Paulas und begann, ihr armes gequältes Herz auszuschütten. | Paula ließ sie ruhig aussprechen, um sie zutraulich zu machen, dann aber fragte sie,„ hat Ihr Verlobter immer volles Vertrauen zu Ihnen gehabt, liebes Kind?" Frida schüttelte traurig den Kopf und erzählte der teilnehmenden Dame, wie in allen Berichten ihres Verlobten eine große Lücke gewesen sei, die zwei Jahre in Italien umfaßt hatte. Paula wunderte sich im Stillen, daß das Mädchen nur von zwei Jahren sprach, während Brümmel ihr doch mitgeteilt hatte, daß Olfers nahezu vier Jahre wie verschollen gewesen sei. Aber freilich, Frida war auch eine kritische Zuhörerin und Olfers brauchte die Worte ihr gegenüber nicht zu wägen.„ Er sagt, daß er diese zwei Jahre Prof. Trautmann zeigte sich auf dem Konzert= flügel bei den Sopran- Solis als ein äußerst diskreter Begleiter, der seine Aufgabe nach jeder Richtung hin glänzend zu lösen wußte. Seine Dirigententätigkeit zeugte ron einer ganz besonders innigen Auffassung der Chore. weiteren Kreisen aber wird sein großer Wohltätigkeitssinn des Quartettvereins einen gleich schönen Erfolg wünschen! Anerkennung finden und wir möchten dem nächsten Konzert * In Samstag im Vereinslokal seine Hauptversammlung ab. -h- Der E v. Arbeiterverein Gießen hielt am Aus dem vom Vorsitzenden Oberbibliothekar Dr. He user erstatteten Jahresbericht ist zu entnehmen, daß der Verein 3. 3t. 384 Mitglieder zählt. Die Sterbekasse des Vereins umfaßt 113 männliche und 100 weibliche Mitglieder. Die Elisabeth- Kleinkinderschule wird z. 3. von 81 Kindern besucht. Auch die Rechtsberatungsstelle des Vereins erfreut sich regen Zuspruchs. Sie wurde in den 10 Monaten ihres Bestehens in 162 Fällen in Anspruch genommen; außer dem wurden daselbst 141 Schriftstücke angefertigt. Der Kassenbericht des Vereins weist eine Einnahme von 1860.97 Mark auf, der eine Ausgabe von 1469.01 Mt. gegenüberstehen. Das Vermögen des Vereins beträgt 3. 3. 1152.21 Mart, das der Sterbetasse 3987.94 Mt. Bei den vorgenom menen Wahlen wurden sämtliche ausscheidenden Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Ein aus der Mitte der Versammlung eingebrachter Antrag auf Erhöhung des Sterbegeldes der Sterbekasse soll dem Aufsichtsamt für Privatversicherung zur Prüfung unterbreitet werden. Nach einigen interessanten Mitteilungen des Rechners der Baugenossenschaft über die für dieses Jahr in Aussicht stehende Be- bauung des Grundstückes am Erdkauterweg schloß der Vorsitzende die Versammlung. *)(* Viehmartt. Der heutige Viehmarkt brachte einen Auftrieb, der mindestens um die Hälfte größer als bei dem letzten Markt war. Es wurde bis in die Mittag= stunden hinein rege gehandelt, und der Markt zum großen Teil geräumt. Es wurden für Großvieh folgende Preise erzielt: 1. Qual. 5-600 Mt., 2. Qual. 300-450 mt., während das in größerem Umfange vorhandene Jungvieh für das Pfund Lebendgewicht in der 1. Qualität 40-45 Pfennig und in der 2. Qualität 38 Pfg. brachte. ** Elektrizitätswerk Lißberg. Zu dem Anschluß an die Elettrizitäts- Zentrale in Lißberg haben sich bereits viele oberhessische Gemeinden verpflichtet. Das dürfte in erster Linie auf das Entgegenkommen der Provinzial direktion zurückzuführen sein, welche bemüht war, hinsicht= lich der Anschlüsse alle Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. Aus Hessen und Nachbargebiet. (*) Krofdorf, 14. Febr. Unserm verehrten Hauptlehrer Weil, dem Senior unter der Lehrerschaft des Kreises Wetzlar, war es vergönnt, am heutigen Montag im Kreise seiner Familienangehörigen seinen 84. Geburtstag zu begehen. Der alte Herr, dem dereinst die meisten älteren Gemeindeglieder zu Füßen gesessen, erfreut sich einer völlig guten Gesundheit und unternimmt noch alltäglich seinen gewohnten Spaziergang. Am 1. Oftober 1902 legte er das Schulamt nieder, welches er volle 54 Jahre verwaltet hat. (*) Hohensolms, 14. Febr. Es besteht die Absicht, die Fahr post Weylar- Hohensolms aufzugeben und dieselbe von hier nach Bischoffen zu verlegen. Diese Einrichtung komme vor allem auch den größeren Gemeinden Erda, Niederweidbach, Altenkirchen u. s. f. sehr zu statten. Dahingegen könnte Blaßbach an die neu errichtete Posthilfsstelle zu Hermannstein angeschlossen werden. Frankfurt a. M. Außer der bereits ausge= schriebenen Belohnung von 1000 Mt. wurden auf die Er= greifung Flicks von der geschädigten Kasse Prämien ron je 1000 Mt. ausgesetzt auf den Nachweis von Spuren, die zu seiner Ergreifung jühren und von greifbaren Depots aus den unterschlagenen Summen, sofern diese den Betrag von 10 000 Mart übersteigen. * Frankfurt a. M. Vor einigen Tagen hat die Firma Ha as dem Lehrling Gustav Becker aus der Rohrbachstraße 47 100 Mart zur Einzahlung beim Post= scheckamt übergeben. Seit dieser Zeit ist Becker mit dem Gelde verschwunden. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. bei seiner Mutter verlebt habe, aber seine Mutter ist ja so arm, daß sie ihn unmöglich hat ernähren können", suhr Frida fort. Sie lebt ja ganz von seiner Unterſtüßung." „ Liebt er seine Mutter sehr?" erkundigte sich die junge Frau. „ Ach, unendlich, da er ja sogar unsere Hochzeit ver= schoben hat, um nur ihre Zukunft sicherzustellen. Denken Sie, gnädige Frau, er will ihr eine Rente kaufen, und bevor er das Geld dafür beisammen hatte, mochte er nicht an sein eigenes Glück denken. Aber nun hatte er die nötige Summe erspart und da gerade, da" und wieder brachen die Tränen aus des Mädchens Augen. Paula fragte, ob Frida wüßte, wo er das Geld habe und wo er die Rente zu kaufen gedächte. „ Als ich einmal mit ihm darüber sprach, sagte er, daß es hier in Wien bei der Unionsbant aufgehoben sei", entgegnete Frida.„ Ich denke ost" setzte sie schüchtern hinzu, „ daß er es später doch eigentlich selbst brauchen würde, denn wenn er aus dem Gefängnis tommt, wird er ja so leicht fein Engagement finden, aber er ist viel zu selbstlos, um jenes Geld anzugreifen. Daher spare ich schon immer für ihn. Er ist so gut, viel besser, als irgend jemand denft, auch gegen seine Kollegen. Trotzdem die doch selbst terdienen, borgt er ihnen, wenn sie in Verlegenheit sind, z. B. dieser abscheuliche Clown" „ Was ist's mit ihm?" entfuhr es Paula hastig. Eben hatte sie von Long- Bell zu sprechen anfangen wollen und nun tam das Mädchen ihr zuvor. „ Ja er hat ihm auch aus der Verlegenheit geholfen. Ich weiß es ganz sicher, trotzdem Felix es leugnet, denn ich sah einmal es war noch in Berlin- daß er LongBell eines Abends während der Pause ein ganzes Pafet mit Banknoten reichte, die jener hastig in seine Brusttasche schob. Felix behauptete später, ich hätte mich geirrt und er hätte dem Clown nur einen Papierzettel gegeben, aber ich weiß ganz sicher, daß es Banknoten waren. Aber so ist Felix immer, er mag es nie zugestehen, daß er jemand etwas Gutes getan- so großmütig und vornehm ist er, und Long- Bell verdient es doch gar nicht." „ Warum nicht?" " Ach, es ist ein schrecklicher Mensch, den niemand beim Variete leiden mag, außer der Anita Brusio das heißt, in letzter Zeit ist er auch mit ihr zerfallen, sie spricht ja gar nicht mehr mit ihm. Ich weiß nicht, aber mir kommt es so vor, als ob Long- Bell Felix haßte und er ihn", schloß Frida seuszend. " Woraus schließen Sie das, da Sie doch meinen, daß er ihm aus der Verlegenheit geholfen hat?" ( Fortsetzung folgt.) 5 legter D Inf heute Di Bowen in Geft trin Anfang In Konze ft 19: Je fünft Gafipie So ge Sta Au di P nic ka B 21 Ha 33 AB e zoll ausdamit fügen nzertT Be glänz te ton In tsjinn onzert jchen! elt am gab. ujer Berein ereins Die mn be ut sich ihres ußer Staf 50.97 über 52.21 enom andsVerterbe atvernigen ojjenBe= Vorachte als FittagCoßen reise gvich -45 dem fich ürfte Kolosseum Gießen. Heute Dienstag, den 15 Februar: Unwiderruflich letter Tag des großartigen Spezialitäten- Programms sowie des Gastspiels von Dupre's Raubtier- Gruppe. Infolge einer Wette wird Herr Direktor Rappmann heute Dienstag Abend während der Vorführung der Löwen im Löwenzwinger mit dem Dompteur eine Flasche Seft trinken. Zeitungsträgerinnen sofort gesucht Krankenwärterin zum 1 März gesucht. 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