Theater Steingoetter unar 1910. Uhr. ement! wöhnl. Preise! Ibonnenten. Aberd Novität! al Itten von oma. de 10% Uhr. erbalten zu Eintritt zu en Vorzeigen Rupons ber uar 1910 1/2 Uhr. Kleine Preise! Wein blüht" fzügen von Björnson. Ende 5% Uhr. Uhr. ine Preise! Kabelle des Lifer Wilhelm" 5. Ja". fzügen von Bolf. von Weber. Ende 10 Uhr. u 32, 4. 5% dsch., Wechsel, c auch Raten . P. Bleier, Rüdporto. Fischer ster Betrieb Branche im 1. Hessen::: anstalt 48 Tel. 627 äden. " 1 553 -Geschäft. ngen werden ale in beten. eiten. en Schul. en, Lung terarbeiten, Derarbeiten, im Wege m Bureau ntereffenten rfehen find . 2 Uhr chen, wonener Be behalten. 3 Gießen. ben: e aus der e aus der terweg 9, E Nr. 12. ( 1. Blatt) Erscheint te grth außer Sonntags. Bezugspreis: vierieljährlich durch die Träger frei tas paus 1.35 Mt., durch die Post bezogen. 150 Mr. * Grpebition: Gicken, Geltersweg 83 Samstag, den 15. Januar 1910 Gießener 80 20. Jabraang 份 " Juferate: die 44 mm breite Betttzelle 20 Pfennig, Reklame: 50 Beilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet " " 1 Telephon- Anschluß: Sichen, Nr. 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszettung ( Gießener Beifung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. ** Lokales und Provinzielles. Die Großherzoglichen Herrschaf= ten wohnten am Donnerstag abend mit Gefolge dem Chopin- Abend des Richard Wagner- Vereins in der Turnhalle am Woogsplatz bei. ** Der Finanz ausschuß der 3 weiten Kammer hielt vorgestern wieder zwei Sißungen ab. In der Vormittagssitung wurden die einzelnen Kapitel des Ministeriums des Innern näher besprochen und bei verschie denen Posten erhebliche Abstriche gemacht. Die Nachmit= tagsibung fand in Gegenwart der Regierung statt, von der zugegen waren: der Staatsminister, der Finanzminister, der Minister des Innern, die Geheimeräte Dr. Eisenhuth, Best, Dr. Weber und Ministerialrat Süffert. Auch für die nächste Woche sind wieder Doppelsizungen vorgesehen, um die erste Beratung möglichst bald zu erledigen und damit einen Waren Ueberblick über die ganze Finanzlage zu gewinnen. ** Die unlündbare Anstellung wurde am 9. Dezember v. J. u. a. den Lokomotivführern Ludwig Hartmann und Georg Hartmann zu Gießen, dem kommis= sarischen Eisenbahnassistensen, Effenbahn- Unterassistent W. Ilge zu Bad- Nauheim und dem Stellvertsweichensteller K. Waldschmidt zu Gießen verliehen. ** Die Hufbeschlagprüfung bestanden im Dezember u. a. Heinrich Münch aus Großen- Buseck und Heinrich Theiß aus Lumda. ** Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu beseßende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober- Ohmen und eine solche zu Nieder- Ohme n. *!* Nach Ostern beginnt an der Aliceschule in Darmstadt der zweite Kursus zur Ausbildung von Haushaltungslehrerinnen. Meldungen zu diesem Kursus sind bis längstens zum 10. Februar bei den Großh. Kreisämtern einzureichen. ** Im Großh. Staatsverlag zu Darmstadt erschienen soeben: Bestimmungen über die Anlegung und den Betrieb von Dampftessein. Ferner: Bestimmungen über die Leichensch a u, mit ausführlichem Verzeichnis von Krantheiten und Todesursachen.( Anhang zum Heft: Beerdig= ungswesen und Feuerbestattung nach hessischem Recht.) !*! Kohlenproduktion in Hessen. Im Jahre 1909 wurden an Rohtohlen gefördert 499 473 Ton nen, verkauft 1041 Tonnen. Aus den verarbeiteten Roh= fohlen wurden- abgesehen vom Schwelereibetrieb der Gewertschaft Messel- erzeugt 32 489 Tonnen Braunkohlenbriketts im Werte von 454 846 Mark und 26 936 Tonnen Naßpreßsteine im Werte von 299 022 M. Der Gesamtwert aller im Jahre 1909 geförderten Braunkohlen, sowie der erzeugten Brauntohlenbriketts und Braunkohlenpreßsteine belief sich auf 985 174 Mt. -st Gießen, 11. Jan. An dem am 6. April 1910 stattfindenden Pferde- und Fohlenmarkt soll, wie immer, eine Prämiierung erfo gen, für welche einschließlich der anläßlich der Feier des 10jährigen Bestehens der Pferdemärkte gestifteten Jubiläumspreise eine Summe von über 3000 Mart zur Verfügung steht, welche für 4 bis 9 Jahre alte zu Markt gebrachte Pferde und 2 bis 3jähr. Fohlen und tragende Stuten bestimmt ist. Die prämiierten Pferde sind bei der anläßlich der Jubiläumsfeier auf dem früheren Radrennplatz auf Bichlers Hardt stattfindenden Veranstaltung nachmittags 2 Uhr zur Preisverteilung vorzuführen. Daran wird sich die Vorführung von Pferden und Fuhrwerken in Privatbesib anschließen, welche durch eine Reihe von Ehrenpreisen ausgezeichnet werden sollen. Anmeldungen zur Prämiierung haben bei Herrn Weinhändler Schwan spätestens bis Montag, den 4. April zu erfolgen. Der Markt gewinnt dieses Mal eine besondere Anziehungskraft, da anläßlich des 10jährigen Bestehens mehrere Festlichkeiten geplant sind. Wie man hört, werden Reitervereine mehrere Veranstaltungen mit unternehmen und besonders aus der Wetterau ist eine sehr starke Beteiligung am Markt schon jetzt in Erwägung gezogen. in Werkes dürfte dadurch noch besonderes Interesse gewonnen haben, da die Leistung des Herrn Baumeister als„ Tantris" in Darmstadt sehr gerühmt wird. * Gießen. Die Bildung eines Hebammenvereins ist von den maßgebenden Steilen in Aussicht genommen. Es ist dies umsomehr zu begrüßen, als die Zuwendungen der Großh. Zentralstelle für Säuglings- und Mutterschuß nur solchen Hebammen zugute kommen können, die einem Hebammenverein angehören. * Gießen, 13. Jan. Der Mitteldeutsche Kaninchen und Geflügelzuchtverband hält am 30. Januar bei Gastwirt Dern- Leihgestern seine Hauptversammlung ab. Es besteht die Absicht, die preußischen u. hessischen Vereine zu je einem Bezirk zusammenzuschließen. Die Bundesausstellung 1910 soll im Frühjahr in Allendorf stattfinden. In Gießen hat sich ein neuer Verein ge bildet, welcher dem Verband beigetreten ist. * Reiskirchen, 13. Jan. Die landespolizeiliche Abnahme der Erweiterungsanlagen unseres Bahnhofs soll nächsten Dienstag stattfinden. Die umfangreichen Erweiterungsarbeiten sind jetzt fertiggestellt. * Gießen. Zu dem Projekt, die Frankfurter Atademie für soziale und Handelswissenschaften unter Angliederung einer Reihe von einigen bereits bestehenden wissenschaftlichen Instituten akademischen Charakters und durch die Errichtung einiger neuen Lehrstühle zu einer Volluniversi tät umzuwandeln, äußert sich jetzt die„ Kreuz- 3tg." Sie einem Artikel, der durchaus ablehnend gehalten ist. wendet dagegen ein, daß eine Universität in Frantfurt unwirtschaftlich sei, weil selbst dann, wenn die benachbarten Universitäten eine Zahl von Studierenden dorthin abgeben würden, eine Verminderung des Profes sorenbestandes an den anderen Universitäten nicht eintreten würde. Die Universität Frankfurt wäre a.so ein Gebilde, dessen Erscheinen nicht gewünscht werden kann; sowohl vom konservativen Standpunkt, wie allgemein angesehen, wäre namentlich auch die mit Sicherheit zu erwartende Schädigung der Universität Marburg in höchstem Maße bedauerlich nicht bloß wegen der großen Summen, die der Staat in diese aufblühende Universität seit 1866 und noch neuerdings hineingesteckt hat. Sicherlich dürste die Errichtung der Frankfurter Universität auch unsere hiesige Hochschule in Mitleidenschaft ziehen, weshalb auch die sich daraus für Marburg ergebenden Schlüsse auch für Gießen zutreffen dürften. -tt- Gießen.( Stadttheater.) Es sei besonders darauf hingewiesen, daß die Sonntagnachmittag- Aufführung von Björnsons neuestem Lustspiel Wenn der junge Wein blüht" die unbedingt letzte des interessanten Werkes ist. Diese Vorstellung findet gleich der Abendaufführung, in der„ Preziosa" gegeben wird, bei kleinen Preisen statt. Für die Aufführung von Ernst Hardts Schauspiel„ Tantris der Narr" am Dienstag ist für die Titelrolle Herr Hof= schauspieler Hans Baumeister aus Darmstadt als Gast gewonnen worden. Die Darstellung des viel besprochenen * Bad Nauheim. Im vorigen Jahre sind von der Badedirektion manche Neuerungen geschaffen. Es wurde vollendet das Neue Konzerthaus, während mit dem Bau der neuen Kolonnaden, Kaffee, Anlage von neuen Tennisplätzen 2c. begonnen wurde. Die Fertigstellung dieser Bauten ist für Beginn der kommenden Saison zu erwarten. Auch die beiden Badehäuser 9 und 10 Süd werden mit Beginn der Saison in Benubung genommen werden können. Für Anlage von Kanaisationen mußten im abgelaufenen Jahre 84 000 M., für Installationen 120 000 Mt. aufgewendet werden. Das Elektrizitätswert erzeugte 1909: 320 000 Kilowattstunden, während die für die Fernheizung der Badehäuser, Warmwasserbereitung, Niederdruckdampfheizung und Wäschewärm ung 7 000 000 Kilogramm Dampf erforderlich waren. * Friedberg, 12. Jan. Angeregt durch einige auf diesem Gebiete fleißige Forscher, bespricht mon zur Zeit in unserer Stadt vielfach die Frage eines Neubaues für ein Wetterauer Museum. Die im Druck erschienenen " Friedberger Geschichtsblätter" weisen darauf hin, daß es an der Zeit sei, ein größeres Gebäude zu errichten, das das bereits gesammelte und in kleineren Räumen Untergebrachte, sowie die neuen Funde in einem Wetterauer Mu ſeum vereinigte, mit dem ein Archiv, sowie eine Bibliothek verbunden wäre. * Friedberg, 12. Jan. Zur Erweiterung des Bahnhofes werden weitere 300 000 mt. im neuen Eisen bahn- Etat gefordert. Die Gesamtkosten abzüglich eines Betrages von rund 568 000 Mt. für den Erwerb von Grund und Boden aus Dispositionsfonds betragen 6 382 000 Mart; hierauf sind durch den Etat für 1909 als erste Rate 100 000 Mart bewilligt. Die mitveranschlagten Kosten der Aenderungen der Privatanschlußgleise sind nach Maßgabe der Verträge von den Anschlußinhabern zu erstatten. * Darmstadt, 11. Jan. In den 6 Jahren 1904 bis 1909 unterzogen sich 69 Apotheker- Lehrlinge der Vorprüfung, also durchschnittlich jährlich 11 bis 12. Nur 2 bestanden die Prüfung nicht. Von den 67 Bestandenen erhielten 2 die Note sehr gut", 49 die Note„ gut“ und 16 die Note„ genügend". * Darmstadt, 13. Jan. Der gestrige of ball im Alten Palais war von 302 Personen besucht. Außer dem Großherzog und der Großherzogin waren auch Prinz Hermann zu Solms- Braunfels nebst Gemahlin und Töchtern und verschiedene sonstige Fürstlichkeiten, sowie die hiesigen Diplomaten, die Minister, die Spiten der Zivilund Militärbehörden mit ihren Damen erschienen, auüerdem u. a. der zweite Präsident der Kammer Abg. Korell; ferner von Ängenrod, Baron von Grunelius mit Gemahlin. Gegen 11 Uhr fand, wie üblich, ein gemeinsames Souper statt. Nach 1 Uhr verließ das Großherzogpaar den Ball. Stadttheater Gießen. ,, Moral". Die Tafelmusik wurde von dem Dragonerregiment Nr. 23 gestellt. * Mainz, 14. Jan. Die gestrige startbesuchte Gedes Mittelrheinischen Fa neralversammlung brikantenvereins nahm einstimmig eine Resolution gegen die Einführung einer Schiffahrtsabgabe an. * Heidesheim, 13. Jan. In der Rheinhessischen Provinzialsichenanstalt wurde in der Nacht zum Donnerstag ein Einbruchs diebstahl verübt. Der Dieb erbrach von der Gartenseite aus ein Parterrefenster des Weiberge bäudes und endwendete einer im Nebenzimmer schlafenden Warterin aus einem mit Gewalt erbrochenen Koffer 30 M. Die Ermittelungen ergaben Anhaltspuntte dafür, daß der Dieb unter den männlichen Insassen der Anstali zu suchen ist. * Nack( Rheinhessen), 12. Jan. Durch die Orts schelle wurde bekannt gemacht, daß jeder Bürger bis zum 25. März 5 Spaßen zu liefern hat. Ist das nicht mög lich, so sind für jeden nicht gelieferten Spaß 20 Pfennig zu zahlen. Diese Spaßensteuer stammt aus dem achtzehnten Jahrhundert. In großen Gemeinden könnte sie sehr leicht den Etat balancieren. Komödie in 3 Akten von Ludwig Thoma. Wen sollte es Wunder nehmen, daß diese Komödie, die nach dem strengen Kunstbegriff keine Komödie ist, sondern eine dramatisierte, sein pointierte Simplizissimusgeschichte, so reichen Beifall fand? Wer Thoma, den Verfasser der ,, Lausbubengeschichten" kennt und wer kennte ihn nicht aus dem Simplizissimus! findet ihn hier, ich möchte sagen, eine Dosis vornehm= geistreicher, tünstlerischer. Wie die kleinste seiner Geschichte eingegeben von einem tref= senden Spott, geistreichem Wiz, ironischem Lachen, so ficht auch in dieser Komödie kalte Verachtung, beherrscht von sicherstem Witz und seiner Ironie gegen die unmoralische " Moral" der Gesellschaft, die Heuchelei der Sittlichkeitsapostel, die mit ihrer Moral über die Straße paradieren und sie dann bei einer„ Person" ausziehen und an den Nagel hängen. Stil der Handlung, soweit man davon reden kann, und der Personen- Typen sind nur möglich in einem Jahrhundert des„ Simplizissimus"; was ist die Handein Sitt lung? Die Polizei einer sehr moralischen Stadt lichkeitsverein sorgt dafür, daß die Träger des Staates für ,, moralisch gelten hat Madame Ninon de Hauteville ( vulgo: Hochstädter), die ein sehr gastliches Haus hält, terhaftet und dabei ein Tagebuch beschlagnahmt, das die Namen all der zahlreichen Gäste" nach Stand, Tag des Besuches, enthält. Bei der Haussuchung durch die Polizei retteten sich der Erbprinz und sein Kammerherr und Adjutant Freiherr von Schmettau in einen Kleiderschrank. Die Polizei, durch einen anonymen Brief aufmerksam gemacht, muß der„ Person" das Handwerk legen: die„ Moral" verlangt es. Der Skandal droht; wenn es zum Prozesse tommt, Madame de Hautville wird schweigen, aber das fonfiszierte Tagebuch... Doch wie wird der übereifrige Assessor von dem Polizeipräsidenten abgetanzelt; die Geschichte muß„ vertuscht" werden. Sie wird es; Madame de * Weilburg a. 2., 12. Jan. An der hiesigen Landwirtschaftsschule findet im nächsten Sommer ein Fort bildungskursus für Lehrer aus unserer Provinz statt, der etwas über vier Wochen dauert. Die Kosten trägt zu zwei Dritteln der Staat. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Geboren e. Jan. 1. Städt. Taglöhner Heinrich Emil Wißner ein Sohn, Wilhelm. 2. Müller Karl Renz ein Sohn, Viktor Hugo. 11 " 3. Zahnarzt Ernst Metz eine Tochter, Margot Katharine Mathilde Agathe Anna. " 3. Vizefeldwebel Karl Bernhard ein Sohn. " " 1 5. Hilfstelegraphisten Philipp Müller eine Tochter. 5. Lademeister Start Weber ein Sohn, Adolf. 11 5. Zimmermann Wilhelm Bechthold ein Sohn, Karl Artur. " 5. Kaufmann Karl August Reinhard Lang eine Toch" 7. Schuhmacher Wilhelm Schmidt ein Sohn, Karl. " 1 31 " 1 8. Schlosser Karl Reuter ein Sohn, Johann Friedrich. 8. Schreiner Johann Horst eine Tochter, Marie. 8. Bant Profuristen Gustav Rosenberger eine Tochter, Margarete. ter. 9. Stadtmissionar Friedrich Herrmann ein Sohn, Heinrich. 10. Žigarrenfabrikanten Fritz Egly eine Tochter. Aufgebote. Jan. 11. Heinrich Mogt, Schußmann in Offenbach a. M., mit Lina Schepp in Gießen. " 13. Friedrich Karl Bremer, Schriftseßer in Gießen, mit Friederike Kreiling in Wieseck. " " 1 13. Gustav Junker, Bahnarbeiter in Wieseck, mit Margarete Diehl in Gießen. 13. Albert Schultheiß, Taglöhner, mit Katharine Gehringer, beide in Grünberg. 13. Ludwig Edel, Bautechniker, mit Luise Nather, beide in Gießen. Eheschließungen. Jan. 8. Wilhelm Schermuly, Institutsdiener, mit Luise Buchwald, geb. Bepperling, beide in Gießen. 12. Ludwig Freyberger, Kaufmann in Wiesbaden, mit Recha Loeb in Gießen. " Gestorbene. Jan. 7. Johann Wilhelm Kühr, Schuhmacher, 50 Jahr alt. 10. August Bock, Lagerhalter, 53 Jahre alt. " 11 12. Jean Emil Piz, 9 Monate alt. Hautville wird die Stadt verlassen wenn die Kaution und Abfindungssumme von 15 000 Mt. bezahlt wird. Sie wird bezahlt vom Sittlichkeitsverein, dessen Mitglieder alle in dem Tagebuch, nur zu oft, die Seiten zierten! Hinter jedem Satz die verächtliche, spöttische Miene: „ Seht ihr, das ist eure Moral!" Das ganze ein Pracht= werk dramatisierter Simplizissimustunst! Als Typen sehe ich die sämtlichen Figuren des Stückes und als solche müssen sie auch gespielt werden. Im Sinne dieser Auffassung haben unstreitig Rolf Gunolt als Ju stizrat Dr. Hauser, Curt Gühne als Freiherr von Schmettau, Paul Urban als Josef Reisacher, Edgar Pauly als herzoglicher Polizeipräsident, Ferry Da ubal als Gymnastal professor und Rudolf Goll als Polizeiassessor glänzend gespielt. Fränzi Koch lieh der Madame de Hauteville eine vornehm stilisierte, nicht aufdringliche Verförperung so ungefähr im Stil der Reznicet- Bilder-; daß ich es nicht versäume: mein aufrichtiges Kompliment auch der chicen Toilette! Karl Marx als Dichter wollte mir nicht recht gefallen in Sprache und Auffassung; ich kenne zwar Thomas Inten tionen nicht genau, glaube aber, daß hier nur die Wahl zwischen zwei Typen bleibt: dem Berliner Dichter( philosophen), der geistreich, überlegen lächelnd, sich in den Salons ausstellen läßt, weil schließlich das Beste die Geschenke am folgenden Tag; oder dem Münchener Dichter, der salopp, mit Dichtermähne und Künstlerschlips, mit Landstraße, Vierdörfern und freier Liebe auftrumpft! Elly Gühne als„ alte Dame" fand ich in Gesten und Sprache ein bißchen zu jugendlich frisch. Unter Hermann Nordens Regie, dessen unwiderstehliche Komik als Rentier Beermann auf fruchtbaren Boden fiel, wickelten sich die einzelnen Szenen, reich an fein pointierten, wißigen, und geistreichen Stellen, sehr flott und gut ab. Reicher Beifall nach jedem Akt war der Dank für Dichter und D a r steller! H. J. O. as Verbrechertum im französischen Heere. Die Frage, wie die zahllosen Apachen aus dem Heere und der Marine zu entfernen seien, beschäftigt in Frankreich noch immer die Presse, die Politiker und das Publikum mehr als alles andere, und da bei dieser GeYegenheit hier und da auch Stimmen laut geworden sind, die von Uebertreibung sprachen, so hat sich die Pariser Agentur Fournier das Verdienst erworben, eine genaue Enquete anzustellen über die Zahl der in den verschiedenen Regimentern von Paris und Umgebung vorhandenen vorbestraften Individuen. Das 21. in Paris stehende KoYonialinfanterieregiment zählt nach Aussage seines Obersten keine vorbestraften Leute; das 70. Regiment, das gleichfalls in Paris steht, beherbergt unter etwa elfhundert attiven Leuten 26 bestrafte der beiden Jahrgänge 1907 und 1908. Die beiden in Coulommiers stehenden Bataillone dieses Regiments zählen 175 verheiratete Leute, von denen ein volles Drittel überführte 3uhälter sind die in der Nähe der Hauptstadt dienen und häufigen Urlaub nach Paris erhalten können. Das 104. Infanterieregiment in Paris weist 50 nach dem gemeinen Rechte Bestrafte auf, und daher sind Diebstähle innerhalb der Kaserne dort recht häufig. Auch in diesem Truppenteile gibt es viele verheiratete Zuhälter. Im 5. Regiment stehen 54 vorbestrafte Leute. Nur das zweite Kürassierregiment, das 13. Artillerieregiment und das 28. Infanterieregiment, alle in Paris garnisonierend, beherbergen keine Apachen oder sonstwie Vorbestrafte; sie stellen Eliteregimenter dar, aber ihr Ersak kommt ausschließlich aus der Provinz, nicht aus der Hauptstadt. In Auxerre hat General Clerc, Kommandeur der dortigen 17. Infanteriebrigade, Befehl gegeben, daß nicht nur alle Zivilpersonen, die in den Kasernen etwas zu tun haben, sondern auch Militärs andrer Truppenteile und Gendarmen von einem Manne der Kasernenwache_ins Innere des Gebäudes zu begleiten seien. Als gestern ein Gendarm in die Kaserne Goure trat, um sein Gewehr dem Büchsenmacher zur Reparatur zu geben, wurde er infolgedessen von einem Soldaten geleitet, Dabei stellte es fich heraus, daß dieser Soldat und der Gendarm alte Bekannte waren, denn der Gendarm hatte den Mann, als dieser noch in seinen Zivilkleidern steckte, als gefähr lichen Einbrecher verhaftet und nach Nummer Sicher gebracht. Jest waren die Rollen vertauscht. Der Apachenfoldat geleitete den Hüter der Ordnung. Letzterer ist ebenso wie alle seine Kollegen der dortigen Gegend von der Maßnahme des Generals Clerc wenig erbaut, und auch der Bevölkerung hat sich beim Bekanntwerden dieses Bwischenfalles eine gewisse Erregung bemächtigt. Es wird hinzufügt, daß der Zufall hierbei nicht allein im Spiele war, denn sämtliche Soldaten der Kasernenwache waren an jenem Tage Apachen bis auf einen, der gerade Bosten stand. Die Presse tritt jezt gegen das Apachenwesen im Heere auf. Man verlangt, daß man mit der zweideutigen, humanitären Gefühlsduselei ein Ende machen und die Regimenter mit eisernen Besen reinfegen. Die energischsten Maßnahmen seien am Play, damit dieser latenten Anarchie gesteuert werde. Der Nationalist Ernst Judet fordert im Eclair die öffentliche Meinung auf, sich ihrer Macht bewußt zu werden, und dringend ein Geset zu fordern, durch das das Pariser Pflaster von den Apachen gereinigt werde. Dies sei die beste Art, das Andenken des neulich von einem Apachen ermordeten Schuhmanns zu ehren, und der Sozialist Gerault Richard kämpft gegen feinen eigenen, allerdings extremsten Parteigenossen Herve an, der lebthin die Ermordung von Schußleuten durch Apachen glorifiziert hatte. Er verlangt daraufhin den Ausschluß Herves aus der sozialistischen Partei. Rundschau vom Cage. Politisches. Kaiserreise an die Wesermündung. Der Kaiser wird, wke aus Bremerhaven gemeldet wird, in nächster Zeit als Gast des Norddeutschen Lloyd mit dem Schnelldampfer Kaiser Wilhelm II." eine auf 1-2 Tage berechnete Fahrt in See machen. Ueber den Tag der Ankunft sind noch feine bestimmten Dispositionen getroffen. Kaiser Wilhelm und Präsident Fallieres. Dem Pariser " Matin" wird aus Brüssel gemeldet, daß sich dort das Gerücht von einer Begegnung zwischen dem Kaiser Wilhelm und dem Präsidenten Fallieres erhalte und in diplomatischen Kreisen als durchaus möglich betrachtet werde. Es heißt, daß in Brüssel Schritte unternommen werden sollen, um einen Besuch des Präsidenten zur Weltausstellung in Brüssel herbeizuführen. Mittelschullehrer beim Kultusminister. Der preußische Kultusminister empfing dieser Tage, wie die„ Voss. 3tg." erfährt, eine Abordnung des preußschen Mittelschullehrervereins zu einer Besprechung über die geplante gesetzliche Regelung des Mitelschulwesens. Eine englische Wahlblüte. In der gegenwärtigen hizzigen Wahlagitation ist folgendes nette neue Argument aufgetaucht, das in konservativen Versammlungen eine große Rolle spielt:„ Warum ist Kaiser Wilhelm 2. bisher noch nicht gekrönt worden? Sehr einfach, weil er geschworen hat, damit zu warten. bis das neue deutsche Reich fertig ist. und 11) Der Fall Welshofen. Kriminalroman von M. Kossak. ( Nachdruck verboten.) ,, Und was stand darin?" stammelte Frida. " Ja, Kind, ich verstehe kein Italienisch, ich weiß nur aus den Zeitungen, daß in dem Brief gefagt ist, der Graf möchte sich hüten, das auszuführen, was er vor habe, da der Briefschreiber sonst Sache an ihm nehmen würde, Und was hatte der Graf vor? Anita Brusio zu heiraten. Dein Verlobter aber stand früher in Beziehungen zu der Anita, und Du bist immer eifersüchtig auf sie gewesen, weil Du glaubtest, daß er sie noch liebte. Wenn Du recht haben solltest und Felix Olfers nun einen Drohbrief an Welshofen geschrieben hat, den man in des letteren Nachttischschublade fand, so geht doch daraus hervor- ,, Daß man auf Felix Verdacht werfen könnte, den Grafen ermordet zu haben?" schrie Frida auf. Aber das ist ja unmöglich, das hat Felix nicht getan, das kann er nicht getan haben, denn" ,, Kind, ob ers getan hat oder nicht getan hat, darum handelt sichs im Augenblick nicht, sondern nur darum, ob die Polizei Verdacht auf ihn geworfen hat. Und Du hast dem Detektiv ja bestätigt, daß Olfers den Brief ge= schrieben hat." ,, So habe ich ihn verraten!" schluchzte Frida, die Hände ringend. Ich glaube, es kommt nicht viel darauf an," tröstete sie Louison. Anfangs dachte ich auch, Du dürftest nicht fagen, daß Du die Handschrift erkannt hast, aber dann erwog ich, daß die Polizei ja auch andere Wege finden würde, den Schreiber jenes Briefes zu ermitteln. Ach, mach Dir deshalb keine Sorgen- Dein Verrat wiegt nicht schwer." Louison redete der Freundin noch lange gut zu, aber bergebens, Frida hörte kaum, was jene zu ihr sprach. Felix' seltsame Reden, in denen er sie fragte, ob sie immer an ihn glauben möchte gleichviel, was die Menschen über ihn sprechen würden, kreuzten ihren Sinn und ließen ihr Blut erstarren. Und dann fiel ihr noch eines ein - warum hatte Felix sie an jenem Abend, dem leßten, an dann will er sich in der Westminster Hotet tronen tassent -Na also. Regus Menelik. Die vom Tode des Negus von Abefftnien eingetroffenen Meldungen haben bisher noch keine Bestätigung erfahren und es wird auch an ihrer Richtigkeit gezweifelt. Verschiedene große Londoner Firmen, die in der abessinischen Hauptstadt Vertreter haben, erhielten von diesen gerade in den letzten Tagen Telegramme über verschiedene Angelegenheiten, aber von einem Ableben des Negus wurde darin nichts erwähnt, was doch sicher geschehen wäre. Demokratie und Kolonialpolitik. In der gestrigen Sitzung der Budgetkommission des Reichstags gab der Wortführer der freisinnigen Fraktionsgemeinschaft eine Erklärung von prinzipieller Bedeutung ab. Er sagte, seine Freunde d. H. also die drei demokratischen Gruppen, ständen auf dem Standpunkt, bei Sicherstellung der Rentavilttät Kolonialbahnen zu genehmigen. Wolle man die Beseitigung der kolonialen Reichszuschüsse erreichen, so müsse man die Kolonien wirtschaftlich heben, und dazu gehörten auch Bahnbauten. Das ist ein, wenn auch noch etwas verklausuliertes, so doch grundsätzliches und durch seine offizielle Form bindendes Bekenntnis der bürgerlichen Demokratie zur Kolonialpolitik. Ausdehnung der Fortbildungsschulpflicht im Reiche. Durch eine dem Reichstag demnächst zugehende Gewerbeordnungsnovelle werden die weiblichen Arbeiter unter 18 Jahren inbezug auf die Verpflichtung zum Besuch einer Fortbildungsschule den männlichen gleichgestellt werden. Kleine Nachrichten. Artillerie auf der Insel Borkum. Nach einer Meidung aus Borfum traf dort eine Verfügung des Pricgsministers etn, rach der drei Batterten des Fußartillerieregiments von Hindersin in Osnabrück zum 1. April nach der Insel verlegt werden. Eine Zucht- und Dressuranstalt für Polizeihunde beabsichtigt die preußische Regierung in Grünheide in der Provinz Brandenburg zu errichten. Aus der Anstalt sollen sowohl die königlichen wie die kommunalen Polizeiverwal= tungen ihren Bedarf an guten, reinrassigen und zu Poltzetdienstzwecken sich eignenden Hunden decken können. Die Kosten des Baues sind auf 27 000 M veranschlagt. Der Titel eines preußischen Geheimen Justizrates wurde dem englischen Rechtsanwalt Leopold Goldberg in London vom Kaiser verliehen. Goldberg ist seit einer Reihe von Jahren Rechtsbeistand des deutschen Generalkonsulats in London. Der Kaiser verlieh Goldberg bereits 1908 den Kronenorden zweiter Klasse. Um die Wiedereinführung von Viertel- und Halbpfundgewichten bemüht sich die Zentralvereinigung deutscher Vereine für Handel und Gewerbe. Sie hat an den Bundesrat die Bitte gerichtet, Viertel- und Halbpfundgewichte möglichst bald zur Einführung bringen zu lassen, da die KleinHändler an dem Fehlen dieser Gewichtsstücke seit Jahren schwer leiden und unreelle Händler und Angestellte nur 120 Gramm auf das Viertelpfund zu geben pflegen. Der Nachlaß König Leopolds. Am Montag beginnt die Liquidierung des Nachlasses König Leopolds. Die dret Töchter des Verstorbenen erhalten vorläufig 12 Millionen bar ausbezahlt. Nach Feststellung der Liquidation darf die Baronin Vaughan höchstens 7 Millionen behalten; was sie darüber hinaus vom Könige selbst schon bekommen hat, muß sie den Prinzessinnen herausgeben. Einen nenen Höhenrekord hat der Aviatiker Paulhan bei einem Fluge von fast 5000 Fuß in Los Angeles erreicht. Da ein amerikanischer Fuß 30% Bentimeter mißt, ist Paulhan mindestens 1400 Meter hoch geflogen, nach der zweiten Schäßung sogar mehr als 1500 Meter. Damit ist der dieser Tage von Latham aufgestellte Höhenrekord von 1100 Meter bedeutend überboten. Eine Weltausstellung in San Franzisko 1915? Aus Neuvork wird gemeldet, daß für das Jahr 1915 in San Franzisko eine große Weltausstellung beschlossen worden ist. Die Ausstellung soll alles bisher dagewesene übertref= fen und den neuen Glanz und die unerschöpflichen Mittel der durch das Erdbeben zerstörten und so schnell wieder erstandenen Stadt vor Augen führen. Das Unglück schreitet schnell. In Augsburg stürzte eine Frau beim Anbringen der Gardinen auf die Straße und war sofort tot. Der ein Stockwerk tiefer wohnende pen= sionierte Lehrer Ziegler, der nach der Ursache des Lärms sehen wollte, wurde beim Anblick der Verunglückten vom Schlag getroffen und war ebenfalls sofort tot. Aus dem Zuge gestürzt. Kurz vor der Station Remagen ( Rheinland) stürzte nachts ein Reisender aus Graudenz aus dem Zuge und erlitt schwere Verlegungen. Er hatte geglaubt, der Zug set schon am Ziele angelangt. Zum Raubmorde in Hamburg. Der Mörder der Pfandleiherin Luise Merkli hat außer 1300 M barem Geld Pfandgegenstände von großem Werte, Uhren, Armbänder, Broschen, Kleider usw. geraubt. Von dem Täter fehlt noch fede Spur. Auf seine Ergreifung hat die Polizei eine Belohnung von 1000 M ausgefeßt. Gine reiche Arme. In Godesberg starb eine 71jährige Greisin. die meist von mildtätigen Unterstüßungen gelebt hatte. Nach ihrem Tode fand man in ihrer ärmlichen Wohnung in Strümpfen, Kistchen und Körbchen wohlverwahrt ein aanzes Vermögen dem Welshofen noch unter den Lebenden weilte, nicht nach Hause gebracht? Die Augenblicke, in denen sie mit ihm draußen stand, auf den Fiaker wartend und Welshofen und Anita beobachtend, vergegenwärtigten sich ihr und ein Schauder überlief ihren zarten Körper. Wieder hörte sie ihres Verlobten: Ekelhafter Kerl!" in bezug auf den Grafen und wieder sah sie den haßerfüllten Ausdruck, mit dem seine Augen auf dem alten Lebemann ruhten. Wo war Felix hingegangen, nachdem sie sich von ihm getrennt? War er dem Grafen gefolgt ihm und Anita? Oder war er in Welshofens Wohnung gewesen und hatte dort heimlich das Morphium in das Wasser getan? Seele. Gott helfe mir, er hat ihn getötet!" schrie es in ihrer Ihr Felix, ihr Abgott, ein Mörder? Nein, das konnte nicht sein! Und wieder regten sich andere Stimmen in ihrem Herzen, die Stimmen der Liebe und des Vertrauens, die ihrem entsetzlichen Argwohn widersprachen. Er, er selbst hatte sie gebeten, ihm zu vertrauen, immer, immer und sie machte sich eines Verbrechens an ihm schuldig, wenn sie dem Mißtrauen nicht Schweigen gebot. ,, Er kann es nicht getan haben, er kann nicht! Und wenn die ganze Welt gegen ihn zeugt ich will an ihn glauben," sprach sie feierlich zu sich selbst. Er ist nicht schuldig, nur der Schein spricht gegen ihn." 4. Kapitel. Am Nachmittag desselben Tages wurde Felix Olfers, Grafen als verdächtig des Mordes, begangen an dem Welshofen, verhaftet. Die Anklage stüßte sich in der Hauptsache darauf, daß seine Braut die Handschrift in dem Brief, den man bei dem Toten in der Nachttischschublade gefunden, als die seinige erkannt hatte. Außerdem waren aber auch noch eine ganze Anzahl Verdachtsmomente vorhanden. Verschiedene Personen hatten Offers am Abend vor dem Mord vor den Kaiserhallen" stehen, anscheinend auf den Grafen warten und ihn mit finsteren Blicken beobachten gesehen. Als Welshofen dann fortgefahren war, war der junge einen granfigen Selbstmord beging etn 48 Jahre alter Pförtner in Berlin in der Küche seiner Wohnung in der Weberstraße, in dem er ein mit Sprengmaterial gefülltes furzes Glasrohr in seiner Herzgegend zur Entzündung brachte. Der Körper wurde furchtbar verstümmelt. Der Tod war, wie ein herbeigerufener Arzt erklärte, auf der Stelle eingetreten. Hofrichter nnschuldig? Die Angelegenheit des wegen der Byankalibriefe verdächtigten Oberleutnants Hofrichter in Wien wird angeblich bald eine sensationelle Wendung nehmen. Die Behörden verfolgen zurzeit eine neue Spur, die von Hefrichter abweist. Angeblich hat sie ein junger Mann verständigt, daß er im November vorigen Jahres einem Oberleutnant, der aber nicht Hofrichter war, eine größere Menge 3yankalt verkauft habe. Ein großer Erdrotsch erfolgte in der Nähe von Doren im Bregenzerwald. Ein ganzer Wald wurde über die Straße und die Weißache geschoben; die Straße ist vernichtet, die Weißache wurde zu einem See gestaut. Auf dem Bodensee wütete gestern ein großer Sturm. Zwei Boote etnes Ftschers von Bregenz sind gesunken. Die Insassen wurden gerettet. Große Unterschleife auf der Touloner Kriegswerft. Wie aus Paris gemeldet wird, ist in Toulon unter strengster Diskretion eine Untersuchung wegen großer Unterschleife in der Marineverwaltung im Gange. Es handelt sich um Veruntreuungen großer Materialbestände mit Silfe ges fälschter Passierscheine. In den Lagern fehlen hauptsächlich Fässer mit Selfarbe und Petroleum. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Vom Heidelberger Schloß. Das badische Finanzministerium schlägt in einer dem Landtag nach den Ferien überreichten Denkschrift vor, die losen Teile des Mauerwerks am Ottoheinrichs- Bau von oben herunter planmäßig, so weit der Augenschein dies als nötig erweist, abzutragen und in gutem Verbande, in gutem Mörtelbett wieder aufzumauern". Zugleich sollen auf der Hinterseite Hilfskonstruktionen gegen den Winddruck angebracht werden. Troß der von vielen Seiten vorgetragenen Bedenken und Zwetfel hält die Regierung an ihrem in der Denkschrift vom Jahre 1906 dargelegten Standpunkt fest und erblickt in der Wiederherstellung des Ottoheinrich- Baues das zuverlässige Mittel, um der fortschreitenden Zerstörung der wertvollen Fassade Einhalt zu tun. Professor Franz Stolze. Im Alter von 64 Jahren starb am Donnerstag vormittag in seiner Wohnung in Charlottenburg der Sohn des bekannten Stenographen und Erfinders der Stolzeschen Stenographie, Professor Franz Stolze, der an der Berliner Universität eine Leftur für Stenographie innehatte. Ein bedeutender literarischer Fund ist in Münster vom Archivrat Merz gemacht worden. Dieser entdeckte beim Reinigen des Umschlags einer alten Rechnung des 16. Jahrhunderts im Staatsarchiv ein Pergament aus einer Samm= lung von Minnelledern, welches die Texte zu drek Liedern Walthers von der Vogelweide und das Fragment eines Piedes eines anderen Minnesängers enthält. Das ma skript stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Zu den Liedern Walthers von der Vogelweide sind auch die Noten vollständig geschrieben mit erhalten, ein Tall, der einzig da= steht. Aus den Gerichtssälen. Das Urteil im Berliner Mordprozeß Jünemann. Das Schwurgericht in Berlin verurteilte gestern den Friseur Hans Jünemann wegen Ermordung der Verkäuferin Alice Rakowski und wegen Diebstahls in zwei Fällen zum Tode, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und neun Monaten Gefängnis. Die Geschworenen befürworteten ein Gnadengesuch. Der Verteidiger Jünemanns hat Revision eingelegt. Verurteilung von Geldschrankknackern. Gegen drei gemeingefährliche Geldschrankfnacker, Mitglieder einer weitverbreiteten Einbrecherbande, die mit unglaublicher Frechheit an allen möglichen Orten Deutschlands Geldschränke aus Kontorräumen ins Freie geschleppt, dort gesprengt und beraubt hat, wurde gestern nach dreitägiger Verhandlung von der Strafkammer in Hannover das Urteil gesprochen. Der Büfettier Bostel wurde wegen schweren Diebstahls zu zwei Jahren 6 Monaten Gefängnis, der Xylograph Lauenstein wegen schweren Diebstahls in zehn Fällen zu einer Gesamtstrafe von 14 Jahren Zuchthaus und der Käsehändler Siebert zu zwei Jahren 6 Monaten 1 Woche Gefängnis verurteilt. Vermischtes Liebesdrama in einem Hotel. Eine Liebestragödie hat sich gestern in früher Morgenstunde in einem Berliner Hotel in der Nähe des Anhalter Bahnhofes abgespielt. Dort wurden der Ingenieur B. und die Studentin N., die sich als Ehepaar aus Hannover in dem Hotel einlogiert hatten, vergiftet aufgefunden. Wiederbelebungsversuche hatten bet beiden Erfolg. Als gestern früh ein Hotelangestellter an dem Zimmer des angeblichen Ehepaares vorüberging, hörte er Röcheln aus dem Zimmer dringen. Auf sein lonfen murde ihm von dem Herrn geöffnet dan Haranzitürsts und Mann ebenfalls in einen Fiater gesprungen und hatte dem Kutscher befohlen, dem Gefährt Welshofens zu folgen. An der Mayerhofstraße, gegenüber dem Thereseanum, hatte er ihn dann entlohnt. Wo er sich hingewandt, wußte der Kutscher nicht anzugeben. Das Offers früher in Beziehungen zu Anita Brusio gestanden und ihr vor ihrer Verlobung mit Welshofen auch hier in Wien noch Eifersuchtsszenen gemacht, war aller Welt bekannt. Das Motiv zu dem Morde, wenn er ihn wirklich vollbracht, war demnach zweifellos in seiner Eifersucht auf den Grafen zu suchen. Seine Kollegen sagten auch übereinstimmend aus, daß er nach dem Bekanntwerden der Verlobung Anitas mit Welshofen ein auffällig aufgeregtes Wesen zur Schau getragen hatte. eine Natürlich war sofort nach Olfers Verhaftung Haussuchung bei ihm vorgenommen worden, auch hatte man seine Sachen mit Beschlag belegt, aber vorläufig schien es, als ob nichts Verdächtiges unter denselben zu fin den wäre. Ich kann Ihnen den Vorwurf nicht ersparen, Brüma mel, daß Sie sich der Sasse gegenüber unflug benommen haben," sagte in der Dämmerstunde nach Felix Olfers Verhaftung der mit der Untersuchung im Fall Welshofen betraute Richter zu einem kleinen, schmächtigen Mann, der in scheinbar unterwürfiger Haltung vor ihm stand. Beide befanden sich in dem Bureau des Untersuchungsrichters Heilmann. ,, Wozu mußten Sie das Mädchen zuerst stubig machen und durch Ihre törichten Reden in Verwirrung seben, bevor Sie ihr die Photographie des Briefes zeigten?" fuhr der Richter vorwurfsvoll fort. Der Brümmel Genannte warf unter den gesenkten Lidern hervor einen raschen Blick, in dem sich alles eher als Respekt malte, auf den Vorgesetzten, erwiderte aber nichts. Sein Gesicht war überhaupt anscheinend keines, das seine inneren Regungen leicht widerspiegelte. Es war im Grunde, wenn auch nicht direkt einfältig, so doch ausdruckslos und gleichgültig ein Allerweltsgesicht, das gewiß nicht leicht wiederzuerkennen sein mochte, Frida und Louison hätten sicherlich angesichts dieses Mannes nicht geglaubt, daß der Hausierer vom Vormittag und er ein und dieselbe Person wären. ( Fortseßung folgt.) nach e Rafch Herr beide mit So be Urban என் பி gebrad lizei e unter getrag Sann dizin Gobal der feine das G dtefer fede fähig Blöt Lucht Judte Schoß, zur Plöz erit Wage Wage mend Leid Aesch tatl an, wur und golar der f von daß feite auf Fis bru muß meit Felf gepl Auf „ Ne hat Schlo Stu Coll meri hat Stu erfl icher Un Mo fie den har bed Vie me D f A m eir ab er Sd de Sto ha der V fch δα ( li fr fad ic To € 1 Stu Da 001 tre ver tet, die Бей nach einem Arzt rief, da seine Frau plöblich erkrankt sei. Rasch wurde ein Arzt geholt, inzwischen war aber auch der Herr bewußtlos geworden. Der Arzt stellte sofort fest, daß beide vergiftet waren, und zwar, wie man später ermittelte, mit Morphium und Opium. Der Zustand der Dame war so bedenklich, daß sie sofort nach dem Krankenhaus am Urban geschafft werden mußte. Dort liegt sie sehr bedenklich darnieder. Der Herr wurde nach der Rettungswache gebracht, wo er zum Bewußtsein gebracht wurde. Die Polizei ermittelte inzwischen, daß der angebliche Ehemann sich unter seinem richtigen Namen in das Fremdenbuch eingetragen hatte. Er ist ein 28 Jahre alter Ingenieur aus Hannover, seine angebliche Ehefrau die Studentin der Medizin Pauline N., die mit ihm ein Verhältnis unterhielt. Sobald es der Zustand des B. erlaubte, wurde er nach der Polizei transportiert, da der Verdacht besteht, daß er seine Geliebte ohne ihr Vorwissen vergiftet habe, Ihm hat das Gift nicht viel geschadet, da er Morphinist ist und aus diesem Grunde die Wirkung ausblteb. B. selbst verweigert fede Auskunft, seine Geliebte ist noch nicht vernehmungsfähig. Eine aufregende Szene spielte sich gestern mittag in Plößensee bei Berlin ab. Die Leiche des Lokomotivführers Lucht, der im Irrsinn erst seine Frau zu erschießen versuchte und, als ihm dieses mißlungen war, sich selbst erschoß, sollte gestern mittag vom Leichenschauhaus in Berlin zur Beiseßung nach Spandau übergeführt werden. In Plößenfee scheuten aber die Pferde und gingen durch. Zuerst raften sie gegen einen Baum, wobei das Verdeck des Wagens in Trümmer ging. Dann rannten sie mit dem Wagen weiter und stießen gegen einen des Weges kommenden Lastwagen. Der Anprall war so heftig, daß der Leichenwagen in Trümmer ging und der Sarg vom Wagen geschleudert wurde. Eine Abteilung des Luftschiffer- Bataillons, die gerade die Infallstelle passierte, hielt die Pferde an, ehe sie weiteres Unheil anrichten konnten. Die Leiche wurde in einen inzwischen besorgten anderen Sarg gebettet und ihrem Bestimmungsort zugeführt. Eine Schußmaner auf Helgoland. Für die Insel Helgoland soll eine Schußmauer errichtet werden. Im Etat der preußischen Bauverwaltung wird dafür eine erste Rate von 250 000 M gefordert. In der Begründung heißt es, daß die Felseninsel Helgoland auf der ganzen Südwestseite fortgesetzt start abbröckelt, so daß an einzelnen Stellen außer den militärischen Befestigungen auch die preußischen Fiskalanlagen und bei weiterem Fortschreiten des Abbruches der Bestand der ganzen Insel gefährdet wird. Es muß die Möglichkeit geschaffen werden, den Felsenfuß gegen weitere Auswaschungen zu sichern und die abstürzenden Felsentrümmer der Insel zu erhalten. Die Kosten für die geplanten Anlagen werden auf 1636 000 M veranschlagt. Auf Preußen entfällt die Summe von 818 000 M. Deutsch- amerikanischer Studentinnenaustausch. Wie die Neue Preuß. Corresp." aus akademischen Kreisen erfährt, hat das Frauencollege Bryn Marw bei Philadelphia be= schloffen, fünf Stipendien auszusetzen, die es deutschen Studentinnen ermöglichen sollen, dem Studium an dem College während je eines Studieniahres ohne nennens= merte Kosten zu obliegen. Auch die Harvard- Universität hat sich entschlossen, die Sache des deutsch- amerikanischen Studentenaustausches dadurch zu fördern, daß sie sich bereit erklärt hat, für die Dauer von 10 Jahren die vom preußischen Kultusministerium empfohlenen Studenten von den Universitätsgebühren in allen Fakultäten zu befreien. Warum der Mond keine Atmosphäre hat. Wenn der Mond irgendeine Spur einer Gashülle haben sollte, so kann sie jedenfalls nur außerordentlich gering sein, sonst würden die Astronomen mit ihren scharfen Fernrohren ihr Vorhandensein längst entdeckt haben, zumal die häufigenSternbedeckungen durch den Mond die beste Gelegenheit dazu bieten. Der Umstand, daß ein Stern, der über den Mond hinweggeht, ganz plötzlich verlischt, scheint zu beweisen, daß der Mond eine Atmosphäre nicht besißen kann. Die Naturforscher lassen sich damit aber nicht genügen, sondern Prof. Johnson stellt jetzt in der Nature" sieben Gründe zusam= men, die beweisen sollen, daß der Mond eine Atmosphäre gar nicht haben kann. In der Hauptsache kommt die Bemeisführung darauf hinaus, daß der Mond zwar früher eine Atmosphäre besessen haben muß, daß ihre Bestandteile aber mit der Zeit nach Art des Radiums eine Zersetzung erfahren haben, die dazu führte, daß der Mond mit seiner Schwerkraft sie nicht mehr zu halten vermochte. Dann wur= de sie von ihm losgelöst und in den Weltraum hinausgestoßen, und zwar durch die Kraft der Sonne, die als soge= nannter Lichtdruck ausgeübt wird und namentlich auch in den Kometenschweifen zum Ausdruck kommt. Ob dieser Vorgang sich so abgespielt hat oder anders, könnte den Menschen verhältnismäßig gleichgitig sein. Bedenklicher aber wird die Sache, wenn der Gelehrte daraus schließt, daß in der Erdatmosphäre ähnliche Umwandlungen bereits im Gge find, d h. daß die Lufhülle der Erde einer allmäh= li ea Berseßung entgegengeht, die dann schließlich ihr Ende und damit selbstverständlich auch das jedes Lebewesens auf de: Erde sein würde. Es wäre das also ein neues Bild des rganges der Menschheit. Da die Schwerkraft der Erde efer um ein vielfaches stärker ist als die des Mondes, so fie freilich noch eine beträchtliche Spanne Zeit vergehen, the diese Gefahr dringend werden könnte. Der Zollabschätzer als Millionärskandidat. Man schreibt De Franks. 3tg. aus Neuyork: Jeden Abend, wenn sich der hifige Zollabschätzer Richard Parr zu Bett legt, fragt er sich, cb er nicht vielleicht am Morgen als Millionär aufstehen wird. Zwar hat er keine großen Spekulationen laufen und feit Gehalt beträgt nur 2000 Dollars pro Jahr, auch er= Hofft er feinen Lotteriegewinn oder eine Erbschaft, nichtsbestoweniger hat er wenigstens gute Anwartschaft darauf, fer Nacht in den Stand der Millionäre einzurücken. Herr Parr ist nämlich derjenige Angestellte des Zollamts. der die Zollunterschleife des Zuckertrusts zuerst zur Anzeige gebracht hat. Nun besteht ein Gesetz, nach welchem in einem solchen Falle der Angeber eine Belohnung erhalten soll, die die Hälfte des Hinterzogenen Betrages erreichen kann. Da nun der Zuckertrust 2 200 000 Dollars an hinterzogenen Gefällen in die Regierungskasse abgeführt hat, lehrt eine einfache Rechnung, daß Herr Parr wirklich über Nacht Millio= när werden kann. Das kann" ist zu unterstreichen, denn ce steht im Belieben des Schatzsekretärs, ihm von 50 Proz. abwärts bis zu 5 Proz. auszahlen zu lassen. Bitter enttäuscht war der eifrige Zollbedienstete, als ihm der Schatzsekretär die Million nicht unter den Weihnachtsbaum geTeat hatte- aber er hofft noch immer. Ingendliche Wahlkandidaten in England. Kein Land der Welt gibt seinen Bewohnern die Möglichkeit, in so jungen Jahren zum Abgeordneten gewählt zu werden, wie England, da hier nicht wie anderswo eine bestimmte Altersstufe zur Bekleidung eines Mandates vorgeschrieben ist. Daher wiederholt sich nicht selten der Fall, daß junge Leute con 20 und 22 Jahren, die das von der Verfassung vorge= schriebene Vermögen haben, nicht nur als Kandidaten auf= treten, sondern auch die Stimmen ihrer Wähler auf sich vereinigen. So sind auch in dem jezt in England tobenden Wahlkampf dret junge Leute als Kandidaten aufgestellt wor= den, die kaum das 20. Jahr erreicht haben. Ihre Bilder, die in den Londoner Kunsthandlungen ausgestellt sind, wer= den von den neugierigen Engländern weit genauer betrachtet, als die Photos der im Dienste des Landes ergrauten Politiker, aber man kommt, wenigstens in den Kreisen der Selteren, zu dem Schluß, daß es weit besser wäre, wenn die trotz ihres zur Schau getragenen Ernstes doch noch so jungen Leute zunächst thre Studien vollendeten, ehe sie sich zum Wortführer ausgedehnter Wahlkreise machten, und sich Besser mit den Ereignissen und Ergebnissen der Sportsläbe als mit den somerwiegenden Fragen der englischen Politit beschäftigten. Diese Bekämpfer der Jugendlichkeit der Abgeordneten werden mit besonderer Vorliebe auf das Beispiel des jüngeren Pitt verwiesen, der mit 22 Jahren Abgeordneter war und zwei Jahre später vor den Augen des erstaunten Europa sein erstes Ministerium bildete. Aber nicht jeder junge Mann ist ein Pitt, und so hat dieses Argument auch weit weniger Bedeutung, als die halb scherzhaft, halb ernsthaft hingeworfene Bemerfung, daß man in England, wo jeder Stand seine Vertretung im Parlament habe, auch der Jugend nicht verwehren könne, durch junge Abgeordnete ihre Interessen vertreten zu lassen. Das Haus eines Gutsbesizers von den Dorfleuten be= schossen. Bereits vor einigen Tagen wurden dem Gutsbefizer Enze in Freudenberg t. W., der mit den Leuten in dem Orte stark verfeindet war, sämtliche Fensterscheiben zertrümmert. In der gestrigen Nacht sammelten sich nun vor dem Hause des Befibers eine große Menge Menschen an, die ununterbrochen Salven auf das Haus abgaben. Sämtliche Fenster und Rahmen wurden vollständig zertrümmert. Der Gutsbesitzer gab nun einige Schreckschüsse ab. Dies wurde aber von der Menge nur mit Hohngelächter aufgenommen und das Salvenfeuer dauerte mit Heftigkeit fort. Die Hausbewohner versteckten sich so gut fie tonnten, um dem Kugelregen zu entgehen. Am frühen Morgen haben die Bewohner mit Hab und Gut das Haus verlassen, da sie ihres Lebens nicht sicher sind. Die Polizei bewacht das Gebäude und hat Polizeihunde auf die Spur der Täter gesetzt. Einige konnten bereits verhaftet werden. Ein Selbstmordversuch im Kammergericht zu Berlin rief gestern großes Aufsehen hervor. Im Gerichtsgebäude vor dem Anwaltszimmer griff der 48jährige Buchhalter Gustav Palazky zu Tegel zum Revolver. P. ist durch ein schweres Nervenleiden, das die Folge eines Sturzes in einen Treppenschacht ist, erwerbsunfähig geworden und lebt in großer Not. Mit seinem Regreßanspruch ist P. in erster Instanz abgewiesen. Am Freitag steht vor dem Kammergericht in der Berufungsinstanz eine erneute Verhandlung an. Ein Gesuch des P. um die Stellung eines Rechtsanwalts im Armenrecht war vom Kammergericht abgelehnt, und so reifte bei ihm der Entschluß, aus dem Leben zu scheiden. Er faufte sich einen Revolver und ließ diesen mit drei Kugeln laden. Aber der Verkäufer, der die Situation sofort überfah, steckte nur Platpatronen in die Trommel. Als dann P. im Kammergericht wirklich seinen Entschluß zur Ausführung brachte, brach er zwar unter der seelischen Erregung völlig zusammen, sodaß man ihn zunächst tatsächlich für tot hielt. Unter ärztlicher Hilfe erholte sich P. jedoch nach längerer Zeit wieder. Er ist unverlebt geblieben. Miß Morgans Blusenfabrik. Wie aus Neuyork gemeldet wird, hat Mik Anna Morgan, die Tochter Pierpont Morgans, die in dem Streit der amerikanischen Blusenarbeiterinnen eine führende Rolle spielt. die Errichtung einer großen Blusenfabrik beschlossent, da sie der Ansicht ist, daß die Blusenarbeiterinnen ihre Forderungen gegenüber ihren Brotherren nicht durchsetzen können. Anna Morgan hat sich mit einer Anzahl reicher Amerikanerinnen in Verbindung gesetzt, die ihr ihre Unterstützung für ihr neues Unternehmen zugesagt haben. In der neuen Blusenfabrik werden nur organisierte Blusenarbeiterinnen Beschäftigung finden. Das ganze Unternehmen soll, ähnlich wie die bekannten Zeißwerke in Jena, auf Gewinnbeteiligung aller Angestellten und Arbeiterinnen beruhen. Zwanzig Millionen Mark hat Anna Morgan für ihr Unternehmen bereit. Sie glaubt, daß die neue Blusenfabrik mohl mit den jetzt bestehenden Geschäften in Konkurrenz treten kann, da gerade die besten Blusenarbeiterinnen or= ganisiert sind und gegenwärtig streifen. Diese geschickten Arbeiterinnen würden das Unternehmen bald in die Höhe bringen. Die Erwärmung des Eismeeres. Ein phantastisches Projekt, das ein angesehener Kanadier, Mr. Lonnan, aufgestellt hat und für das sich sowohl die amerikanische wie die britische Regierung lebhaft interessieren, wird in der Illustration" geschildert: es handelt sich um nichts geringeres, als um die Erwärmung des arktischen Ozeans, Die große Eissperre, die das Polarmeer von dem Atlantischen Ozean trennt, soll gesprengt werden, um so den warmen Meeresströmungen einen Weg zu den Nordküsten Kanadas und Grönlands zu öffnen. Labrador, Neufundland und Grönland liegen auf gleicher Höhe wie London, Lille und Tromsö. Aufgefundene Pflanzenreste im Norden haben ge= zeigt, daß das nördliche Amerika in lang vergangenen Epochen ein gemäßigtes Klima besaß. Man nimmt an, daß damals das Polarmeer mit dem Atlantischen Ozean frei verbunden war und daß die Eisregion sich auf den Umkreis des Poles beschränkte. Das fühne Projekt will nun den eisigen Gegenden ein gemäßigtes Klima zurückgeben. An zwei Stellen soll durch ein besonderes System die Sprengung der großen Eisbarre begonnen und von Süden in nordöstlicher Richtung durchgeführt werden. Mit dem vordringenden wärmeren Wasser würde die Neubildung des Eises verhindert. Nach den Berechnungen Lonnans würde das gewaltige Werk in fünf bis sechs Jahren durchzuführen sein. Sein Plan gründet sich auf sehr ge= naue und sorgsame Berechnungen und eine Anzahl von Fachleuten bestreitet nicht die theoretische Möglichkeit, wenngleich man die angesetzte Beit als zu kurz ansieht, hat doch die Meerenge von Davis, der Ausgangspunkt der einen Sprengung, eine Breite von 1200 bis 1500 kilometern. Herr Mener mit der Uniform. In einer Wirtschaft in Mainz öffnete sich dieser Tage jeden Augenblick die Tür, und immer neue Gäste kamen. Alle gehörten aber sonderbarerweise der Gilde der Althändler und Trödler an. Das Lokal war schon ziemlich gefüllt, als ein in einer Ecke sitzender Herr, der stets zu Ulkereien besonderer Art aufgelegt ist, mit hellem Lachen und raschen Schritten die Wirtschaft verließ. Hinter ihm erscholl plötzlich ein Sturm der Entrüstung, und mit Schimpfen und Toben eilten auch die Althändler auf die Straße. dem bereits Verschwundenen nach. Der Mann hatte att fast alle Althändler und TrödIer Postkarten gesandt, wonach jeder einzelne in die Wirtschaft geladen wurde. Ein Herr Meyer warte da, der eine Reserveoffiziersuniform zu einem sehr billigen Preise zu verkaufen habe. Wer den Schaden hat Amerikanische Millionäre auf der Hochzeitsreise. Dem Deutschen, der die ersten seligen Tage seiner Ehe in Venedig oder an den Ufern des Gardasees zubrachte und den diese Erinnerung dann bis ans Ende seines Lebens begleiett, mag es seltsam genug erklingen, daß vor einiger Beit ein amerikanischer Millionär und seine ihm eben angetraute Gattin zum Ziele ihrer Hochzeitsreise das nördliche Eismeer wählten. Dieser Nabob aus dem Dollarlande trägt den Namen Mr. Max Fleischmann. Er war in der glückliche Lage, sich seine Flitterwochen die niedliche Summe von rund einer Million Mart tosten zu lassen. Allerdings dauerten diese Flitterwochen ein ganzes Jahr. Der Bau eines geeigneten Schiffes forderte 400 000 Mart und die sonstigen Ausgaben betrugen 600 000 Mark. Das Schiff hatte eine Besabung von neunzehn in den arktischen Gewässern erfahrenen Seeleuten, und so nahm denn die Fahrt auch einen durchaus programmäßigen Verlauf. Sie diente hauptsächlich dem Vergnügen des Sportes, in erster Linie natürlich der Jagd, und als Herr und Frau May Fleischmann zurückkamen, hatten sie eine Jagdbeute aufzuweisen, die aus dreißig Renntieren, einhundert Seehunden und zweiunddreißig Eisbären bestand. Mit einer einfachen Hochzeitsreise von einigen Wochen oder Monaten begnügt sich ein richtiger moderner amerikanischer Millionär überhaupt nicht mehr. Eine Hochzeitsreise auf eigener Jacht rund um die Erde herum gilt als etwas gar nicht Außergewöhnliches. Die ertravaganteste Hochzeitsreise Yeistete sich der Comte de Lesdain, der durch seine Heirat mit einer reichen amerikanischen Erbin Bürgerrecht in der Union erworben hat. Der Graf und die Gräfin de Lesdain unternahmen ihre Hochzeitsreise nach dem Lande Tibet und waren im ganzen mehrere Jahre abwesend. Sie legten während dieser Zeit ungefähr 5000 englische Meilen zurück und waren allerhand Gefahren und Schrecknissen ausgesezt, die indessen glücklich überwunden wurden und ihnen nach ihrer Rückkehr Stoff zu einem interessanten Buche geliefert haben. Die Kosten dieser Hochzeitsreise beziffert man auf 200 000 Mart. Etwa das Doppelte, nämlich 400 000 Mart, verbrauchten Mr. und Mrs. Penfield zu einer Hochzeitsreise, welche sie vor einigen Monaten den Nil aufwärts führte. Mr. Eduard Penfield ist ein Zeichner und Illustrator von Ruf, dem es nicht an der Wiege gesungen war, daß er einst über 1: he Riesensummen ver fügen würde; dazu hat ihn erst seine Heirat mit einer millionenschweren Witwe, Mrs. Annie Walker, instand gesetzt, der einzigen Tochter und Erbin eines Chemiters in Philadelphia. Am teneken kam aber seine Hochzeitsreise den jungen Mr. Burnett Taah zu tehen. Dieser Sproß der bekannten, auf dem Gebiete des Kunstgewerbes zu ungeheuerem Reichtum gegten Familie Tiffany hatte sich gegen den ausdrücklichen Willen seines Vaters mit einem armen Mädchen vermählt. Und als der Vater nun zum Sterben kam, vermachte er sein gesamies, 40 Millionen Mark betragendes Vermögen seinem zweiten Sohne und setzte für Mr. Burnett Tiffany nur die Zinsen eines faufmännisch festgelegten Kapitals von vier Millionen aus. Da Mr. Burnett Tiffany sich aber schon elf Tage nach seiner Trauung auf der Hochzeitsreise von seiner Gattin getrennt hatte, so hat ihn ieder Tag dieser Hochzeitsreise ein Remehr als anderthalb Millionen Mark gekostet, Rekord, den ihm sobald keiner nachmachen wird! Drabtnacbricbten und Deaestes. Die deutschen Instrukteure. Berlin, 14. Januar. Die kaiserlich türkische Botschaft in Berlin teilt über die Meldung von Zwistigkeiten zwi= schen türkischen Offizieren und deutschen Instrukteuren folgendes mit: Die vom„ Echo de Paris" gebrachte Nachrich über vermeintliche Konflikte zwischen türkischen und deuts schen Offizieren in Konstantinopel ist vollständig falsch. Als Beweis dafür, daß es sich lediglich um eine plumpe Erfindung handelt, braucht nur hervorgehoben zu werden, daß bei der Kriegsschule sowie in der Kischla- Kaserne kein einziger Instrukteur angestellt ist. Luftschiffstationen. Hamburg, 14. Januar. Die vorgestern und gestern geführten Verhandlungen des Direktors Colsmann von der deutschen Luftschiffahrtsgesellschaft in Frankfurt a. M. mit dem Ausschuß der Hamburger Anteilzeichner haben dazu geführt, daß noch im Laufe dieses Jahres eine Luftschiffhalle in Hamburg erbaut werden soll. Die zur Verfüg ung gestellten Mittel haben ießt die Summe von fast 800 000 Mt. erreicht. Die Luftschiffstation wird errichtet, um den Verkehr mit den Nordseebädern einzuführen. Di reftor Colsmann wird sich heute von hier nach Stiel begeben, um auch dort eine Luftschiffhalle durchzusehen. Maßregelung wegen Disziplinwidrigkeit. Madrid, 14. Januar. Einige Offiziere veranstalteten vorgestern eine Sympathiekundgebung vor dem Nedaktionslokal des militärischen Fachblattes, das auf die Ungerechtigkeit der Belohnung für Verdienste im maroffanischen Feldzug hingewiesen hatte. Der gestrige Ministerrat beschloß nun, den Madrider Generalfapitän und mehrere hohe Offiziere abzusehen und sie unter Anklage zu stellen. Die Aufregung in Militärkreisen ist sehr groß. Angeblich soll die Regierung bedenklich ins Schwanken geraten sein. Untergang eines deutschen Schiffes. Curhaven, 14. Januar. Der deutsche Motorschoner Arcturus ging auf der Fahrt nach England auf hoher See unter. Von der Besatzung konnte niemand gerettet werden. Der Kapitän hinterläßt eine Frau und sieben Kinder. Liebestragödie. Berlin, 14. Januar. Gestern abend wurde ein 17jähriges Dienstmädchen in der Warschauerstraße, das vor furzem einen 23jährigen Bäckergesellen kennen gelernt hatte, von diesem erschossen. Der Mörder wollte entfliehen, wurde aber von Hausbewohnern im Hausflur gestellt und jagte sich eine Kugel in den Leib. Schwer verletzt wurde er nach dem Krankenhaus gebracht. Verhaftete Mörder. Paris, 14. Januar. Die Urheber eines der beiden in der Nacht zum Montag im Quartier Batignolles be gangenen Frauenmorde sind verhaftet worden. Es sind brei jugendliche Apachen, die es auf den von der Hausbesorgerin Caillaud einkassierten Mietbetrag von 3000 Francs abgesehen hatten. Der Plan ging von einem in einem Dachzimmer des Hauses wohnenden 19jährigen Strolch namens Hamelet aus, der auf der Straße lauerte, während seine Spießgesellen zwischen 10 und 11 Uhr in das Zimmer der Frau eintraten und sich mit ihr in ein Gespräch einließen. Sie betäubten zunächst die Frau durch Chloroform und erdrosselten sie dann. Die 3200 Francs, die sie eroberten, teilten sie in einer Kneipe in derselben Straße. Der Kneipenwirt, dem das Benehmen der Burschen auffiel, erstattete Anzeige. Eine englische Radiumbank. London, 14. Januar. In diesen Tagen wird eine Radiumbank für Großbritannien eröffnet werden. Sie verfügt über eine Quantität Radium im Werte von über eine Million Marf und will gegen entsprechende Sicherheit und Zinsen Radium an Aerzte und Männer der Wissenschaft in Quantitäten von 10-100 Milligramm ausleihen. Wieder ein Londoner Warenhausbrand. London, 14. Januar. Im Kilburn- Viertel steht cin großer Bazar in Flammen. Die weiblichen Angestellten stürzten beim Ausbruch des Feuers in großer Banik auf die Straße, doch konnten sämtliche Angestellte gerettet wer= den. Ein großer Komplex von Nebengebäuden wurde ebenfalls vom Feuer ergriffen. Große Summen stehen auf dem Spiel. London, 14. Januar. Der Brand in der Tuchfabrik Evans in der Vorstadt Kilburn entstand infolge Explosion einer Lampe im Schaufenster, in welchem eine Menge Waren auslagen. Das Gebäude wurde vollständig zerstört. Die wenigen Personen, die sich bei Ausbruch des Brandes in der Fabrik befanden, konnten gerettet werden. Schiffsunglück. London, 14. Januar. Aus Marsfield wird gemeldet: Gestern abend lief am Quai in der Coos- Bucht der Dampfer„ Szarina" der Süd- Pacific- Bahn auf den Hafendam mauf. Die Mannschaft kletterte in das Takelwerk. Ein Mann nach dem anderen wurde jedoch über Bord gefegt. Als die Dunkelheit eintrat, waren nur noch wenige Matrosen an Bord. Die Besatzung bestand im ganzen aus 30 Mann, die alle ertrunken sind. Das Schift gilt als verloren. Handel und Verkehr. Der Diskont der Deutschen Reichsbank wird demnächs nach dem Vorgange der Bank von England herabgefehl werden, zunächst wahrscheinlich jedoch nur um 2 Brozent. Von Wichtigkeit für die Entscheidung ist der Ausweis der Bank vom 15. d. Mts. Zu Anfang dieser Woche zeigte der Status der Bank eine Besserung gegen das Vorjahr um 3 Millionen Mark. Bürgerverein Giessen. Versteigerung von Pappelstämmen. Mittwoch, den 19. Januar d. J8., vormittags Donnerstag, den 20. d. Mts., abends 8½ Uhr 9 Uhr kommen an der Straße Gießen- Reiskirchen im Hotel„ Einhorn" Allgem. Bürgerversammlung. Tagesordnung: 25 Pappelstämme von 35-80 cm Durchmesser mit 33 cbm Inhalt, zur Versteigerung. Gleichzeitig merden versteigert: 10 Nm. Knüppel- und 51 Haufen Aftholz. Zusammenkunft am Abhang der Straße nach Unsere Schulferten. Berichterstatter: Herr Professor Urstadt. Großen- Buseck nächst dem Bahnübergang der@ teßen2 Städtische Verkehrsinteressen( Verkehrstage. Wünsche bezügl. der elektrischen Straßenbahn usw.) Wir laden die gesamte Bürgerschaft, insbesondere unsere Mit glieder zu recht zahlreicher Beteiligung ein. Damen sehr willkommen. Der Borstand. Steinkohlen- Bezugs- Gesellschaft Giessen. Fuldaer- Bahn. Gießen, den 12. Januar 1910. Der Großh. Kreisbaninspektor des Kreises Gießen. J. V. KnölI. Vergebung von Bauarbeiten. Kolosseum Gießen. Heute Samstag, den 15. Januar 1910, abends 8 Uhr Große Abschiedsvorstellung den gesamten Künstlee- Personals. Ab morgen Sonntag, den 16, Januar 1910 Gastspiel des weltbekannten, erftllaffigen Intimen Theaters aus Frankfurt a. M. unter Direktor S. Vallé. Sonrtag 2 Vorstellungen 4 und 8 Uhr. Jm vorderen Restaurant Konzert des Damen- Orchesters ,, Sturm". Anfang 7/2 Uhr. Eintritt frei. Auf Grund des Ministerialer lasses vom 16. Junt Samstag, 15. Januar im vorder. Restaurant Kappenabend. 1893 werden hiermit folgende beim Bau einer medizin. Morgen Sonntag von 11-1 Uhr Frühschoppen- Konzert. Nachmittags ab 4 Uhr Eintritt frei. Ordentliche Hauptversammlung Beterinärklinik u Gießen erforderlichen Arbeiten Es ladet freundlichst ein öffentlich ausgeschrieben: Montag, den 24. Januar 1910 abends 8½ Uhr bei Wirth Arnold(, 8um Schipkapak") Tagesordnung: 1. Berichterstattung. 2. Rechnungsablage. 3. Ersatzwahl des Vorstandes. 4. Wahl des Rechnungs- Prüfungs- Ausschusses. 5. Verschiedenes. Gießen, den 8. Januar 1910. Der Vorstand. Die Rechnung liegt bei dem Vorsitzenden, Herrn A. Dikore, Schanzenstraße 8, vom 15. ds. Mts. 8 Tage zur gefl. Einsicht der Mitglieder offen. Mache hierdurch bekannt, daß ich in Hungen mein Büro als Privatgeometer eröffnet habe. Alle geometrischen Arbeiten, wie Lagepläne, Gutstellungen, Grenzherstellungen, Meßbriefe usw. sowie Nivellements und sonstige tech. Arbeiten werden von mir mit der größten Pünktlichkeit und infolge meiner geringen Tagegebühr unter dem denkbar geringsten Kostenaufwand ausgeführt, und bitte ich die Anwohnerschaft der Umgegend, sich bet Bedarf gefl. meiner Adresse zu bedienen. Otto Dieffenbach Großh. Geometer II. SI. wohnhaft bet Herrn Hetnr. Heßler, Gießenerstr. Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Junt 1893 werden die nachstehenden Arbeiten und Steferungen zum inseren Ausbau des Kaffees mit Tennishaus und der Berkaufsläden in der Parkstraße zu Bad Nauheim hiermit zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Tit. X Glaserarbeiten. Los 1: 34 pm Fenster, Los II: 111 qm Fenster, 90 qm Verglasung von Eisenwänden, 15,00 qm Verglasung von Türen und Fenster usw. Los III: ca. 300 Erferscheiben. Tit. XI Anftreicherarbeiten. Los I Schreinerarbeiten: 37 qm Glasabschlüsse; 15 Außen- und Innentüren; 12 qm Treppenverschläge. Los II desgleichen: 15 qm Glasabschlüsse; 33 Innentüren; 18 qm Treppenverschläge; 240 m Fußsockel. Los III desgleichen Fußböden: 16 qm Buchenparkett Ein in Asphalt; 380 qm rauhen Fußboden; 30 qm Dienstmädchen Riemenfußboden. IV Glaserarbeiten: 70 qm Holzfenster; 35 qm Verglasung. Los Los V$.sgleichen 70 qm Holzfenster; 20 qm Verglasung. sofort gesucht. Nr. Beg Direktion Albert Rappmann. fil Enth Chirurgische Klinik, Giessen Neues Stadt- Theater Wärter Giessen. Los VI Treppenarbeiten: 103 Holztreppenstufen mit für den Operationssaal Direktion: Hermann Steingoetter. Geländer. Los VII Maurerarbeiten: 100 cbm Erdaushub; 23 cbm zum 1. Febr. 1910 gesucht. Badsteinmauerwerk; 75 qm Betonsohle und decke Chirurgische Klinik, Giessen für Heizkanal. Angebotsunterlagen fönnen auf unserem Bureau, Wilhelmstraße 21, eingesehen, Angebotsformulare( feine Sonntag, 16. Jaunar 1910 nachmittags 3/2 Uhr. Kleine Preise! " Kleine Preise! Novität! :: Zeichnungen) von dort bezogen werden. Angebote fin, Kekulé- Rimbach Wenn der junge Wein blüht" mit entsprechender Ausschrift versehen, bis zum Gröff nungstermin, dem 2. Februar, vormittags 11 Uhr einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 15. Januar 1910. Gr. Vaubehörde für die Univ. Neubantin Heter. Atelier für feine Damen- Confection GIESSEN, Ludwigstrasse 36 empfiehlt sich zur Anfertigung von Costümen, franz. und engl. Genres. Strassen-, Ball- u. Gesellschafts- Toilette. Dünn säen, aber stark düngen! Bettfedern Auch für die Frühjahrsbestellung mache sich jeder Landwirt diesen von Wissenschaft und Praxis als richtig anerkannten Ratschlag zur Regel. Starke Chomasmebldüngung verdient bei den diesjährigen billigen Chomasmeblpreisen ganz besondere Berücksichtigung. Garantiert reines und vollwertiges Thomasmehl liefert nachbenannte Firma nur in plombierten Säcken mit Schutzmarke und mit Gehaltsangabe versehen. SternMarke Thomasphosphatfabriken Stern Marke G. m. b. H. Berlin W. 35. Wegen Offerte wende man sich an die bekannten Verkaufsstellen oder direkt an die vorgenannte Firma. 800 qm Delfarbenanstrich auf Fenster und Türen usw. desgl. auf 1381 m Fußsodel, 67 m Fensterdeck und Vorbretter usw. Tit. XII Schreinerarbeiten. Los I: ca. 1300 m Fußsockel, 36 m Fensterdeck. und Vorbietter, 50 Türen. Los II: ca. 50 m Fußsockel, 85 qm Flügeltüren mit Verglasung, 12 Heizkörperverkleidungen, Flasche Mt. 3.50, extra stark Mt. 5.50. 100 m Leiften auf Wände usw. Los III: 100 m Beisten auf Wände, 45 m Fußsodel, 10 Heizkörperverkleidungen, Apoth. Krause, Berlin 92 0., Frankfurter Allee 120 31 m Fensterdeck. und Vorbretter, 36 Türen. Zit. XIII Schlosserarbeiten. 100 Türen anzuschlagen, 4 Treppengeländer. Tit. XVIII Wasserinstallationsarbeiten. 17 Klosetts, 9 Pissoirs, 12 Ausguß und Waschbecken mit der nötigen Zu. und Ableitung. Tit. Möbellieferung. 75 weißlackierte Stühle mit Rafiafiß, 100 Stühle mit Rohrsiz, 65 Tische, teils rund, teils biereckig, alle Möbel nach Zeichnung. Die Angebotsunterlagen, Zeichnungen und Bebingungen sind in unseren Amtsräumen einzusehn und werden ( Zeichnungen ausgenommen) daselbst zum Selbstkostenpreis abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, portound bestellgeldfret und mit deutlicher Aufschrift der jeweiligen Arbeit bersehen spätestens Samstag, den 29. Januar 1910, vormittags 11 Uhr bet uns einzureichen, worauf deren Gröffnung im Beisein der ev. an= w senden Bewerber erfolgt. Später einlaufende Angebote werden nur dann als gültig erachtet, wenn sie den Postaufgabestempel des 28. Januar tragen. Zuschlagsfrist 14 Tage. 3 Bad Nauheim, den 15. Januar. Großh. Baubehörde für die Neubauten in Bad Nauheim. Joft. Frankfurter Intimes Theater kommt. Dir.: Wallé. Kluge Frauen nehmen bei Periodenfiörung meine garantiert unschädlichen, schnell wirfenden Sanosa Tropfen Diskreter Versand. Der Tag wird gut, wenn man frühmorgens ein unschädliches und wohlschmekkendes Getränk geniesst. Deshalb ist Kathreiners Malzkaffee das empfehlenswerteste Morgengetränk, er beeinträchtigt nicht das Wohlbefinden und die Arbeitskraft, sondern bekommt jedermann vorzüglich. werden gereinigt u. desinfizlert in und außer dem Hause. Bestellung durch Postkarte genügt. Franz Nees, Friedberg( Hessen), Haagstraße 39. Alte Bücher auf den Dachböden nachsehen) kauft Max Krahmer, Giessen, Ludwigstrasse 6. Empfehle mich den geehrten Damen zur Anfertigung von Kostümen in und außer dem Hause. K. 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