Gießener Zeitung Bezugspreis 40 pfg. monatlich - ( Neueste Nachrichten) vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mf., durch die Post 1,50 mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 82. Bekanntmachung. - Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 14. Juni 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pfg. 0 die 44 mm breite Petitzeile oder deren Naum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Ertrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amiliche Bekanntmachungen. Aus der Stiftung des Kupferschmieds Karl Ludwig Kirsch sind die diesjährigen Zinsen mit 91,71 Mt. an 10 bedürftige, im Witwenstand lebende Gießener Bürgersfrauen am 20. September dieses Jahres zu verteilen. Meldungen nimmt das Städt. Arme na mt, Afterweg 9, bis 20. Juni dieses Jahres entgegen. Arbeitsvergebung. Die Maurer-, Chaussier- und Pflasterarbeiten sür den Ausbau der Lonystraße nächst der Bleichstraße sollen Mittwoch, den 15. Juni d 3. I s., vormittags 11½ Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätefleris bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit Mittwoch, den 15. Junid. I s., vormittags 11 Uhr. öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find späteentsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 8. Juni 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Obstverlaufsplab. Mittwoch, den 15. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, findet in der Bürgermeisterei Zimmer 12 die Verpachtung des städtischen Plates Ecke Neustadt- Marktstraße zur nubung als Obstverkaufsplay statt. Gießen, den 10. Juni 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. BeDie städt. Fuhrwerts wage an der Margaretenhütte ist von nächsten Montag ab wieder im Betrieb. Gießen, den 10. Juni 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V. Keller. Der nächste Rücktritt. In der Reichsverwaltung ist noch ein weiterer Perso' nenwechsel zu gewärtigen, der freilich keine Ueberraschung bedeutet: Frhr. v. Schoen wird die Leitung des Auswärtigen Amtes mit derjenigen einer Botschaft vertauschen. Daß das Begehr des Staatssekretärs sich auf den Botschaf terposten in Paris richtet, hat er zwar in seiner parlamentarischen Verteidigung gegen alldeutsche Angriffe in Abrede geftellt, doch daraus würde noch nicht folgen, daß seine Berseßung nach Paris überhaupt nicht in Frage kommen lönnte; denn die französische Regierung hätte gewiß nichts gegen ihn einzuwenden. Das temperamentvolle Eintreten des Herrn von Bethmann- Hollweg für Herrn von Schoen 58) Die Freundinnen. Originalroman von Frene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Friß war schon ganz nahe. Das Gefährt hielt mit fähem Ruck. Maja stieg ein und hüllte sich in die warme Decke, die Fritz fürsorglich mitgenommen hatte. Dann wechfelte fie noch einen innigen Händedruck mit Arnold und der Schlitten fauste der Stadt zu. Das war flug von Dir, daß Du kamst," lobte Maja den Alten, der eifrig erzählte: Wir ängstigten uns sehr, weil Sie so lange ausblieben. Und da dachte ich mir, schaden fanns ja nicht, wenn man fich mal umsicht." " War mein Vater schon zurück, als Du wegfuhrst?" Fritz nichte. Er kam eben heim." it er sehr böse?" " Ich glaube- ia, Fräulein!" " Na. wir werden schon sehen." Als Maja nach Hause kam, fand sie den Vater allerSings in grimmigster Laune. Aber das hinderte sie nicht, Sirekt auf ihr Ziel loszugehen. " Nicht böse sein, Väterchen," bat sie schmeichelnd.„ Siehst Du, ich mußte doch fort. Und wenn Du jetzt die Zornesfalten von Deiner Stirn verschwinden läßt, dann werde üch Dir eine interessante Neuigkeit erzählen." Aha," machte der Vater gedehnt. Maja legte den Arm um den Hals des alten Herrn und fuhr fort: Hast Du eigentlich schon an einen Ersatz für Deinen Inspektor Döring gedacht?" Der Vater hatte offenbar etwas ganz anderes erwartet, Denn er schaute fast betroffen auf das junge Mädchen. „ Aber Maja, der Mann ist ja erst seit ein paar Stuniden tot. Wie sollte ich da schon an einen neuen Inspektor idenfen können. Ich hatte noch gar keine Zeit dazu. Auf diesem Posten kann ich nur einen Mann brauchen, dem ich mein volles Vertrauen schenken kann." Siehst Du, Vater, so einen Mann wüßte ich für Dich!" Reinau lachte. Er wußte offenbar nicht, wo ſie Ibtnaus wollte. Du? Das wird was rechtes sein!" Bekanntmachung In der Zeit vom 4. bis 11. Juni 1910 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Ring, 1 Armband, 1 Sack Kohlen u. eine Arbeiterschippe; vertoren: 1 silberne Damenuhr, 1 Kneifer mit Kette, 1 goldener Kneifer, 1 Damenportemonnaie mit fünf Mark Inhalt und 1 Faß Bier( 28 Liter) Nr. 18 931 M. A. B. Mainz. an Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gesundenen Gegenstände kann jedem Wochentag von 11-12 Uhr vormittags und 4-5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde Zimmer Nr. 1 erfolgen. Gießen, den 11. Juni 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird der Leihgesternerweg von der Ebelstraße bis zur Aktienbrauerei von heute an bis auf weiteres für jeglichen FuhrwerksRadfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 6. Juni 1910. Großherzogl. Polizeiamt Gebhardt. Bekanntmachung. und Die unterm 29. April 1910 angeordnete Sperre der Hammstraße, zwischen Unterführung an der Westanlage und der Wieseck, wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 13. Juni 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Befauntmagung. Die unterm 19. Mai 1910 angeordnete Sperre der Liebigstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 10. Juni 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. im Reichstag ist wohl noch in allseitiger Erinnerung. Durch den ausdrücklichen Hinweis des Reichstanzlers auf die Verdienste des Staatsseteetärs flang es jedoch schon wie eine Andeutung, daß dessen Wirken an dieser Stelle in nicht ferner Zeit abgeschlossen sein werde. Groß mag die Wahl für einen geeigneten Ersaßmann hier nicht eben sein; die neue Persönlichkeit müßte die Gewähr bieten, daß der Kanzler sich auf längeres Zusammenarbeiten mit ihr einrichten kann. Frhr. von Marschall war der letzte hervorragende Staatsmann, der an der Spitze des Auswärtigen Amtes gestanden hatte. Er ist jüngst von dem Botschafterposten am Goldenen Horn in Urlaub gegangen; was freilich noch keine Wahrscheinlichkeit eröffnet, daß nach 13jährigem Fernsein ins auswärtige Amt zurückkehren er „ Gewiß, Papa! Ich hoffe, Du bist zufrieden mit ihm. Ich fann ihn Dir sehr empfehlen. Er kennt keinen innige= ren Wunsch, als Dir etwas von Deiner Arbeit abnehmen zu dürfen. Er will Dir dienen und alles tun, was in feinen Kräften steht. Und verlassen kannst Du Dich auf ihn, dafür stehe ich ein. Aber natürlich verlangt er auch etwas von Dir; etwas, was Dir im ersten Augenblick vielleicht ein wenig zu viel erscheinen mag!" Maja schwieg schwer atmend still. Das Herz klopfte ihr doch sehr, als sie so unmittelbar vor der Entscheidung stand. Reinau mochte ahnen, was man von ihm verlangte. Doch kam er der Tochter um feinen Schritt entgegen. Er blickte sie gespannt an, als sie nach kurzer Pause fortfuhr: Kurz und gut,- Papa, erfahren mußt Du es ja doch, ich habe mich heute mit Arnold v. Brandt verlobt!" Dem alten Herrn schien diese Nachricht gar nicht so überraschend zu kommen. Er blieb ganz ruhig. Kannte er doch sein eigenwilliges Töchterchen gut genug, um zu wissen, daß an der vollendeten Tatsache nichts mehr zu ändern war. Auch hatte er als fürsorglicher Vater bereits an Arnolds früherem Aufenthaltsorte Erkundigungen über diesen eingezogen. Man berichtete ihm nur das beste von dem ehemaligen Offizier. An dem Unglück, das ihn betroffen, war er ja völlig schuldlos. Lange saßen Vater und Tochter beisammen. Reinau hatte das Versprechen gegeben, Arnold v. Brandt mit seiner Werbung um Majas Hand nicht abweisen zu wollen. ,, Du bist doch der beste. gütigste Vater, den es geben fann," jubelte das Mädchen, ihn innig umfassend. Du wirst es nicht bereuen, Dein Kind so glücklich gemacht zu haben. Arnold und ich, wir werden es Dir zu danken wissen!" * Die Verlobung sollte natürlich erst veröffentlicht werden, wenn Lilly wieder ganz gesund war. Der Arzt erflärte zwar schon am folgenden Tage, eine Gefahr für das Leben des Kindes bestehe nicht mehr, dennoch beharrte Maja dabei, erst die völlige Genesung ihres kleinen Lieblings 21. Jahrg. Bergebung von Bauarbeiten. Die für die Erbauung eines Schulhauses nebst Abortgebäude und Einfriedigung zu Garbenteich erforderlichen Arbeiten und Lieferungen, wie: Erd-, Maurer, Steinmetz( Lungstein), Bimmer-, Dachdecker, Spengler-, Schlosser, Glaser, Schreiner-, Weißbinder- und Tapezierarbeiten, Blizableiteranlage, Träger, Eisen, Röhren und Zementlieserung, Pflaster= arbeiten und Basaltgruslieferung, sollen im Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18, während der Dienststunden zur Einsicht offen. Angebote mit entsprechender Aussicht versehen, sind verschlossen und postfrei bis spätestens Freitog, den 24. Juni d. Is., vormittags 8% Uhr, bei Gr. Bürgermeisterei Garbenteich einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Gießen, den 14. Juni 1910. Diehm. Arbeitsvergebung. Die Weiß binderarbeiten zur Unterhaltung der Marktlauben und der Gebäude der städt. Kaserne sollen Samstag, den 18. Juni d. J., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhäitlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 14. Juni 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. Arbeitsvergebung. Die Erd-, Maurer-, Beton- und Asphaltarbeiten die Neubefestigung der Löwengasse sollen für stens bis zum vorgenannten Zeitpunt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 8. Juni 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. werde. Auch der Name des Herrn v. Kiderlen- Wä ch ter, des deutschen Gesandten in Bukarest und kurze Zeit stellvertretend gewesenen Staatssekretärs des Auswärtigen, taucht jetzt wieder in den politischen Gesprächen auf. Er gilt als einer der besten Kenner der Orientpolitik, u. würde da Herr v. Bethmann- Hoilweg besonderes Gewicht auf den engen Zusammenhalt der Dreibundmächte legt, in der Leitung der diplomatischen Zentralstelle in Berlin vielleicht bessere Dienste leisten können als in Bufarest, im neutralsten der Balkanstaaten. Schließlich werden auch dem gegenwärtigen Unterstaatssekretär Stem rich Chancen für die Nachfolgerschaft Frhr. v. Schoens zuerkannt. Wohl faum mit Recht. abwarten zu wollen. Ihrer Freundin Sylvia hatte sie es unter dem Siegel der Verschwiegenheit mitgeteilt, doch sonst wußte niemand davon. Die Freundinnen sahen sich in diesen Tagen nur flüchtig, da Maja ihre ganze Zeit dem geliebten Kinde widmete; denn Lilly weinte stets, wenn Maja fortging. Sylvia befand sich in recht gedrückter Stimmung. Der Vater nahm sie fast vollständig in Anspruch und auch Leon bewachte argwöhnisch jeden ihrer Schritte. So war es ihr nicht möglich, mit dem Geliebten zusammenzukommen. Sie ahnte es, daß Hermanns Geduld bald zu Ende sein würde, und doch war auf eine Sinnesänderung nicht zu hoffen. Leon sorgte wohl dafür, daß der eigensinnige Mann bei seinem Entschluß beharrte. Mit Bitten, das wußte sie, war hier nichts auszurichten. Das Leben im Hause schien ihr beinahe unerträglich. Leon befand sich in sehr gereizter Stimmung. Der Vater fing bereits an, ihn zu drängen. Er sollte einen Entschluß fassen, was er in Zukunft zu beginnen gedächte. Der Sohn sprach wie gewöhnlich von seinen großen Plänen, die aber Zeit brauchten, um sich zu erfüllen. Hoffte er doch noch immer, mit Majas Hand Reichtum und eine gesicherte Stellung zu erringen. Sylvia lächelte, wenn sie davon vernahm, doch sagte sie nichts. Sie hütete sich, Leon noch aufzureizen. mehr aufzure var vergangen. Maja hatte ihre Ponns im Herrenhause eingestellt und war dann gegangen, um einige Stunden bei Lilly zu bleiben. Die Besserung machte gute Fortschritte. Der Arzt hoffte, die kleine Patientin bald ganz hergestellt zu haben. Die Dämmerung brach an. Es war ein mondheller Winterabend. Leon stand am Fenster und blickte hinaus. Er erwartete mit Ungeduld das Erscheinen Majas. Ste würde ja nun bald fommen, und Leon nahm sich vor, um jeden Preis eine Entscheidung herbeizuführen. Er dachte darüber nach, wie er es anstellen wollte, das Mäd chen zu gewinnen. Maja mußte die Seine werden. An ihren Besitz klammerte sich all sein Hoffen. Seine ganze Bufunft hing von ihr ab. Er stampfte zornig mit dem Juke nuf, weil die Ersehnte sich immer noch nicht zeigen wollte. Endlich griff er nach Hut und Mantel und stürzte fort. Fortseßung folgt.) mitteilung machen, die ihn mit Entzücken und über die Grenzen unserer Provinz hinausgekommen! Burg ( 3u nebenstehendem Bilde.) In allen Tonarten preiſt Weibertreu. Reichstagsersakwahl in Friedberg- Büdingen. haben. Die genauen Zahlen für 1909 ſtehen allerdings noch Bei der gestrigen Ersatzwahl für den verstorbenen Abgeordneten Grafen Oriola wurden abgegeben für: v. He l molt( Bund der Landwirte) 6310, Prof. v. Calker ( natl.) 4379 und Busold( Soz.) 9419 Stimmen. Die aus zwei Orten noch ausstehenden Resultate dürften zu Gunsten des Sozialdemokraten Busold lauten. Es ist Stichwahl zwischen Busold und v. Hel molt( B. d. 2.) erforderlich. Die Erbitterung über die Reichsfinanzreform tam in dem gewaltigen Anschwellen der sozialdemokratischen Stimmen, das sich bis in die kleinsten Bauerndörfer bemerkbar gemacht hat, zum Ausdruck. Die Wahlbeteiligung hatte sich ungefähr auf der gleichen Höhe gehalten wie bei der letzten Wahl. Indessen entsprach sie nicht dem Anwachsen der Zahl der Wahlberechtigten. Ungefähr ein Fünftel der Wähler war der Wahlurne ferngeblieben. Parlamentarisches aus Hessen. Bis nicht fest. Die amtliche Statistik für Preußen ist erst im nächsten Jahre und die für die gesamten deutschen Spar= tassen noch später zu erwarten. Einen sicheren Maßstab zur Beurteilung der Geschäftsergebnisse bieten aber die Bilanzen, welche die Spartassen zu veröffentlichen pflegen. jetzt liegen die Geschäftsergebnisse von 612 Spartassen vor. Diese wiesen für den Schluß des Geschäftsjahres 1908 einen Einlagenbestand von 5866 Millionen Mart und für den Schluß des Geschäftsjahres 1909 einen solchen von 6329 Millionen Mark auf. Der Zuwachs betrug demnach bei diesen Sparkassen allein schon 463 Millionen Mart. Nun hatten die gesamten deutschen Sparkassen Ende 1908 einen Einlagebestand von 14,5 Milliarden Mark. Wenn man hierfür die für die genannten 612 Sparkassen ermittelten Zuwachszahlen zu Grunde legt, kommt man auf einen Gesamtzuwachs von weit über einer Milliarde Mark. Der Verwaltungsgesetzgebungsausschuß hat am Freitag die Beratungen über die Städteordnung zu Ende geführt. In der Frage der Bestätigung der Bürgermeister und Beigeordneten hielt die Regierung daran fest, daß dieſes Hoheitsrecht der Krone vorbehalten werden müsse. Abgeord neter Ullrich forderte, daß bei der Aufrechterhaltung dieses Rechts dem betreffenden Gesezesartikel der Zusatz beige= fügt werde, daß Kommunalwahlen aus politischen Gründen nicht beanstandet werden dürfen. Auch Dr. Gutfleisch trat dafür ein, das Bestätigungsrecht zu beseitigen. Das Recht wird gegen 2 Stimmen aufrecht erhalten. Die Einführung der Proportionalwahl bei den Stadtverordnetenwahlen wurde gegen zwei Stimmen abgelehnt. In der nächsten Woche wird die Beratung über die Landgemeindeordnung begin nen. Der Finanz ausschuß hat den Bericht des Abgeordneten Molthan über die Gemeindesteuerreform gutgeheißen. Kinderarbeit in Hessen. Im laufenden Jahre ist in dem Zuwachs der deutschen Sparkassen- Einlagen ein Nachlassen zu bemerken. 21. oberhessischer Feuerwehrtag. But ba ch, 12. Juni 1910. Fast 25 Jahre sind es nun her, daß in Buzbach ein Feuerwehrfest gefeiert wurde. Von einem Gewitter, das am Samstag Abend während des Kommerses niederging, abgesehen, war auch dieses Mal das Wetter dem Feſte gün sttg. sehr bald dichtbesetzt. Das ganze Fest hat einen sehr sch Lokales. nen, glanzvollen und glatten Verlauf genommen. Mit einem Kommers am Samstag Abend nahm das Fest seinen Anfang. Herr Kommandant L. Her b- old be grüßte die zahlreich Erschienenen, die die Festhalle fast vollständig füllten, herzlichst, hoffend das Beste für die Veranstaltung. Prächtige Liedee des Männerchors Orpheus" wechselten ab mit einem trefflichen Programm der Ulanenkapelle, den schönen Pyramiden des Turnvereins und gemeinsamen Gesängen. Gießen, 14. Juni 1910. Darmstadt traten eine Anzahl Vertreter der Ziegeleien in * Verein bess. Ziegeleibesizer. Großherzogtum Hessen zusammen. Nach Darlegung da industrie seit Jahren leidet, kam der allgemeine Wunsch zum schwierigen Verhältnisse, unter denen die deutsche ZiegelAusdruck, einen Sammelpunkt zu bilden, von dem aus nach dem Muster derartiger Vereine in einer Reihe preußischer Provinzen und in verschiedenen süddeutschen Staaten die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen gepflegt werden sol len. Einstimmig wurde die Gründung eines Vereins hess. Ziegeleibesizer beschlossen und die Sabung festgestellt. Der Verein soll bei Gericht eingetragen werden und sich auf das ganze Großherzogtum Hessen erstrecken. Es ist zu erwarten, daß sich ihm zahlreiche Ziegeleien anschließen werden. * schaft frehens am Frei außer d Studente des be In Weiß Die de Als zwe ftudentife Borträge ung des eines f Beifall. herzog f anschloß Jubiläum Teilen ei Titeiten und eine * trieb ferenz welche m eingeleite abgehalte nächst der Kenntnis Anträgen ferierte löhne im durchschni etta 20 erfennen, schnittsid tigungsg am 19. ben. ** a. den lehrer S ** dem Fü fche Pfa Freyt * Kanaltsierung der Lahn. Die Besprech ungen im Regierungsgebäude, soweit ihre Ergebnisse big jetzt bekannt wurden, sind leider als gescheitert anzusehen. Das hat seinen Grund darin, daß nach der aufgestellten Berechnung eine Lahnkanalisation sich vorläufig noch nicht verzinsen würde. Die Montan Industrie von Gießen und Umgegend, welche an dem kanalmäßigen Ausbau der Lahn mit am meisten interessiert ist, wird von der Aufgabe des Kanalisierungsplanes ebenfalls keinen Nachteil haben, die preußische Regierung die Frachtgebühren für Erzeugnisse der Montan Industrie bedeutend herabzusehen gedenkt. * Verkehrsstatist i t. Im Bahnhof Gießen wur den im Jahre 1908 807 333 Fahrkarten ausgegeben. Der Güterverkehr konnte in dem gleichen Zeitraum einen Versandt von 25 275 Gütern und einen Empfang von 20 152 Gütern verzeichnen. Die Hoffnung vieler Kreise, das Kinderschutzgesetz würde allmählich vielleicht eine völlige Beseitigung der gewerb= lichen Kinderarbeit herbeiführen, hat, wie aus dem Bericht des Ministeriums über die Durchführung des Kinderschutzgesetzes hervorgeht, sich leider nicht erfüllt. Auch die Erstatteten Jahresbericht vernahm man mit Interesse, welch wartungen, die hinsichtlich der Durchführung auf die Beihilse aller oder wenigstens vieler Bevölkerungskreise gesetzt wurden, sind nicht eingetroffen. Selbst von den Polizeibehörden, soweit die ländlicheen Orte in Frage kommen, wird zur Durchführung des Kinderschutzgesetzes fast nichts getan. Die städtischen Polizeiorgane sind dagegen bestrebt, dem Gesetz Geltung zu verschaffen. Die Abstellung der festgestellten Verfehlungen wird in der Weise in die Wege geleitet, daß alljährlich im Frühjahr und Herbst alsbald nach Beginn des Schulhalbjahres die Lehrer Verzeichnisse der gewerblich tätigen Schulkinder aufstellen. Diese gelten als Grundlage für die Revisionstätigkeit der Gewerbeaufsichtsbeamten. Die durch sie bekannt gewordenen Verfehlungen werden, der Schwere nach, durch Revisionen fortgesetzt verfolgt und abgestellt. Es kann den bestehenden Kinderschutzbestimmungen ein Erfolg nur durch organisches Zusammenarbeiten aller beteiligten Kreise, das sind Lehrer, Geistliche, Aufsichtsorgane und Publikum, gesichert werden. Was die Beschäftigungsarten der Kinder anlangt, so kommen nach dem amtlichen Bericht hauptsächlich in Betracht Austragen von Backwaren, Milch und Fleisch, sowie Uebernahme von Botengängen. Von den gewerblich tätigen Kindern im Großherzogtum tamen hierfür allein nahezu 3800 in Frage. Die deutschen Sparkassen im Jahre 1909 * Ausflug. Die Besucher des althistorischen, alt philologischen und archäologischen Seminars besuchten dieser Tage, unter Führung ihrer Dozenten, Bonn, wo nament lich das Provinzialmuseum und das akademische Kunstmu seum in Augenschein genommen wurde. * Wegen Steuerhinterziehungen wur den in Hessen im Rechnungsjahre 1908 1028 Strafverfahren eingeleitet. In 907 Fällen wurde auf Strafen erkannt, nämlich auf 12 139 Mt. Ordnungs- und 320 330 Mt. Hin terziehungsstrafen, zusammen 332 369 Mt. Filiale Mitteldeutsche Kreditbank Gießen. An Stelle des nach Hanau versetten Herrn Bern hard Andrea e wird der langjährige Prokurist der Frank furter Abteilung in die Direktion der hiesigen Niederlassung eintreten. !! Der Wirkungskreis des Posts checkver tehrs ist vom Reichspostamt wesentlich dadurch erweitert worden, daß fortan an Postkassen Zahlungen mittels Postschecks zugelassen worden sind, und zwar über alle Be träge, die die Postbehörde aus einem bestehenden Schuldverhältnis zu fordern hat. Hierin gehören also namentlich die von den Fernsprechteilnehmern zu entrichtenden Fernsprechgebühren. Auf Wunsch der Teilnehmer können solche Gebühren auch ein für allemal bei Fälligkeit ohne weiteres von dem Postscheckkonto abgeschrieben werden. Ferner dür fen fortan Schecks und Ueberweisungen in Zahlung gege Ent ben werden bei Einzahlung von Postanweisungen, richtung der Zeitungsgelder und beim Einkauf von Wertzeichen( bei diesen von 20 Mt. ab). Mit Weckruf der Musik wurde der eigentiiche Festtag eingeleitet. Um halb 9 Uhr nahm der ernste Teil des Tages, die geschäftlichen Verhandlungen der Delegiertenversamm lung im„ Taunus- Hotel" seinen Anfang. Diese wurden ge= leitet von dem Vorsitzenden des Provinzialverbandes Herrn Vetzberger- Nidda, der die Vertreter der Regierung und der Stadt Bußbach besonders bewillkommnete. Herr Kreisamtmann Dr. Gaßner dankte namens der Regierung, versicherte die Wehren des weitesten Schußes der Behörde und wünschte den Verhandlungen besten Verlauf. Aus dem er= ansehnliche Summen seitens der Regierung und der Landesbrandkasse den Gemeinden für Anschaffungen von Sprizen und Geräten und Wasserleitungen bewilligt wurden. Weit über 60 000 Mt. waren es, die im letzten Jahre alle in für Oberhessen in Betracht kommen. Von Seiten der Wehren macht sich aber der Wunsch geltend, wenn bei Verteilung der Beihilfen zuerst für Gründung von Wehren und deren Ausstattung mit Löschgeräten und dann erst für Wasserleitungen Geld bewilligt wird. Für erstere Zwecke sollen zwei Drittel der Beträge, das andere Drittel für Tagesordnung waren mehr interner Art und bildeten eine Wasserleitungen bewilligt werden. Die übrigen Punkte der eingehende Aussprache über manche Fachfragen die zum Teil recht interessant und lehrreich wurde. Als Ort des nächsten oberh. Feuerwehrtages 1913 wurde Ober- Roßbach gewählt. Die 4 ausscheidenden Provinzialvertreter: Vorsizender Veh berger- Nidda, Branddireitor Damm= Friedberg, Brandinspektor Wig and t- Gießen und Kom mandant Herbol d- Butzbach wurden wiedergewählt. An die Verhandlungen schloß sich um 11 Uhr ein Geräteerer= zieren und ein Brandangriff auf dem Marktplatz. Dieses Schauspiel hatte viele Neugierige angelockt. Eine muster= hafte Leistung war das Ererzieren und die Aufstellung, dem nichts an militärischen Schneid abging und wer nur eine Ahnung von Ererzieren hat, weiß zu würdigen, wie viel guter Wille und Fleiß hier auf beiden Seiten geherrscht haben muß. Man muß sowohl der Mannschaft als den Führern volles Lob spenden. Auch der Brandangriff war ein vortrefflicher zu nennen, sodaß die höheren Vorgesetzten ihre große Anerkennung in jeder Hinsicht wiederholt aus. drückten. Bei dem Festmahl im Hotel„ Hess. Hof“ brachte Herr Vetzberger auf die Schirmherren von Land und Reich, den Großherzog und Kaiser ein begeistert aufgenommenes Hoch aus. Herr Damm- Friedberg gedachte der Stadt Buzzbach, die sich durch ihren Gemeinsinn, ihre schöne Lage und ihre Opferwilligkeit auszeichne; deren vorzügliche Feuerwehr gedachte Herr Vezberger. Herr Herbold widmete dem Provinzialausschuß sein hoch. Herr Beigeordneter Flach toastete auf die Feuerwehren im allgemeinen, deren edle Ziele und Bestrebungen wie auch ihre Leistungen betonend. Das vergangene Jahr war für die deutschen Spar= kassen ein Rekordjahr. Niemals vorher hatte der Zustrom neuer Einlagen eine solche Höhe erreicht. Der Betrag, um den die Spareinlagen der gesamten deutschen Sparkassen im vergangenen Jahre gewachsen sind, dürfte eine Milliarde Mart übersteigen. Den bisher größten Zuwachs hatte das Jahr 1904 mit nicht weniger als 808 Millionen Markt auszuweisen. Im Anfange dieses Jahrhunderts, von 1901 bis 1905, haben die deutschen Sparkassen 5 fette Jahre durchgemacht. Der jährliche Zuwachs schwankte zwischen 732 und 808 Millionen Mart. Im Jahre 1906 begann der Rückgang, der Zuwachs betrug nur 694 Millionen Mart, im Jahre 1907 nur noch 498 Millionen Mart. Im nächsten Jahre trat eine Erholung ein. Der Zuwachs erreichte 1908 schon wieder 680 Millionen Mart. Daß das vergangene Jahr 1909 nun einen Refordzuwachs brachte, fann eigentlich nicht überraschen, weil wirtschaftliche Depressionen regelmäßig ein Zuströmen der Kapitalien nach den Sparkassen zur Folge 59) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Draußen umfing ihn heller Mondschein. Er schlug den nächsten Weg zu dem kleinen Hause ein, um etwas von Maja zu erspähen. Aus dem Zimmer zu ebener Erde fiel heller Lichtschein. Man hatte wohl vergessen, die Läden zu schließen. Die von den weißen Gardinen nur leicht verhüllten Fenster gestatteten den Einblick in die trauliche Wohnstube. An dem Festzug um 3 Uhr nahmen annähernd 50 Vereine teil, wenn auch mitunter nur in schwacher Vertretung, waren manche wieder umso zahlreicher und etliche sogar mit ihren eigenen Musikkapellen erschienen, so daß es ein Zug von stattlicher Länge und buntprächtigem Bilde durch die vielen Uniformen war. Die große und schöne Festhalle war In der Mitte derselben, vom Lampenlicht hell bestrahlt, stand Maja. Sie schien sich lebhaft mit Lilly zu unterhalten, denn die Kleine klatschte vergnügt in die Hände. Lachen und Plaudern drang heraus in die Stille des Abends. Leon starrte, das Gesicht fest an die Scheiben gedrückt, mit glühenden Augen auf das liebliche Mädchen. Ohne sich zu regen, stand er da, als könne er den Blick nicht wenden von dem reizenden Bild. Er hörte nicht, daß jemand aus dem Walde hervortrat, der weiche Schnee machte die Schritte unhörbar. Er fuhr erst zurück, als dicht neben ihm eine spöttische Stimme sich vernehmen ließ:„ Aha, also auf Lauscherposten! Das wäre wohl etwas für Sie? Geben Sie sich feine Mühe, das Mädchen da drinnen bekommen Sie ja doch nicht!" Leon warf einen glühenden Blick des Hasses auf den Sprecher. „ Weshalb schleichen Sie hier herum?" rief er zornbebend, doch mit gedämpfter Stimme, um drinnen nicht ge= hört zu werden. Ich denke, für Sie ist hier nichts mehr zu wollen! Die Abweisung war doch deutlich genug! Also scheren Sie sich zum Kuckuck!" THE H !! Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statiſtik der Kohlenproduktion des Großherzog tums Hessen weist für den Monat Mai 1910 folgende Bah len nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 34 720 S. verkauft 67 T. Der größte Teil der Rohtohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung be stimmt. Aus den verarbeiteten Rohfohlen wurden erzeugt 2130 T. Braunkohlenbriketts und 3204 T. Naßpreßsteine. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblie ben absatzfähig 1060 T. Rohtohlen, 11 259 T. Briketts und 8523 T. Naßpreßsteine, zusammen 20 842 T. Braunkohlen und Braunkohlenprodukte im Gesamtweet von 254 278,20 Mart. Aber an eine wirkliche Gefahr dachte Hermann nicht. Er wollte nur Leon klar machen, daß er gewillt sei, Maja vor ihm zu schüßen, Dieser jedoch sah sich, so nahe am Ziele, wie er glaubte, wieder um den Erfolg seiner Bemühungen gebracht. Und gerade durch denjenigen, den er am meisten hakte auf der Welt. Er bemühte sich daher nach Kräften, den Gegner zu demütigen, sich an ihm zu rächen. Aber all seine giftigen Reden prallten ab an der fühlen Ruhe Hermann Walters. Je erboster Leon wurde, desto ruhiger und gelassener erschien der junge Sänger. Fällt mir gar nicht ein. Ich bleibe hier! Ihre Absicht durchschaue ich! Sie wollen ungestört sein! Es soll Ihnen für heute nicht gelingen. Ich werde wachen über dem unerfahrenen Kinde, damit es nicht in die Hände eines Geiers fällt!" Es war unklug von Hermann Walter, den ohnehin Aufgeregten noch mehr zu reizen. Hätte er den tückischen Blid Leons bemerkt, vielleicht wäre er vorsichtiger gewesen. * Lehrerversammlung. In der in unserer Stadt stattgefundenen Zusammenkunft der Lehrer des Krei ses Gießen behandelte Lehrer Görz- Gießen in einem län geren Vortrage die Neugestaltung des deutschen Aufsatzes. Am Schluß vereinigte eine gemeinsame Tafel alle Teilnehmer in dem Hotel Schüß. Nur mit Mühe beherrschte sich Leon noch. Hermann vergaß alle Vorsicht. Und als Leon mit wuterstickter Stimme ihm zurief: 3um letzten Male- entfernen Sie sich!" da tönte es hohnlachend zurück:„ Nein, ich bleibe, denn das Mädchen da drinnen ist viel zu gut für einen ertappten Falschspieler und Betrüger! Ehe ich zugeben sollte, daß Sie Maja an sich reißen, eher verrate ich alles!" * Universität. Die endgültige Besuchsziffer der Universität beträgt für dieses Semester einschließlich von 5 Hospitantinnen und 137 Hörern und Hörerinnen 1476 Stu dierende. Davon gehören an: der theologischen Fakultät 75, der juristischen 150, der medizinischen 367 und der philoso phischen 742 Besucher. Aus Hessen stammen im ganzen 876 Studierende. Das brachte Leon um den letzten Rest von Vernunft. Mit einem unartikulierten Aufschrei stürzte er sich auf den Gegner, der entsetzt zurückwich, sekundenlang blitzte etwas auf im Lichte des Mondes, dann folgte ein leiser Schrei, - ein schwerer Fall, man vernahm eilige Schritte und dann war es wieder lautlos still im schwelgenden, winterlichen Walde. Kein Ton war mehr vernehmbar. Nur das Lachen und Plaudern klang gedämpft heraus. Alles hatte sich mit unglaublicher Schnelligkeit abge= spielt. Drinnen in dem gemütlichen Zimmer ahnte niemand etwas von dem blutigen Drama. und schreckte die Freundin mit der furchtbaren Nachricht vor Hermanns schwerer Verwundung auf. Seit aber die berzeichn fühlung, fen her wie vor gen Bä genehme den St Sylvia war wie von Sinnen. Sie nahm sich nicht Zeit, ein Tuch umzunehmen. Des Vaters Befehl, der sie zurüdzuhalten versuchte, verhallte unbeachtet. Der Geliebte lag tödlich getroffen, vielleicht sterbend im Hause des Herra v. Brandt, da hielt sie kein Verbot mehr zurück. Aufschluchzend sank sie an dem Lager nieder, darauf man den Verwundeten gebettet. Ein Knecht aus dem Her renhause war bereits nach dem Arzte unterwegs. Her manns Eltern hatte man ebenfalls rasch verständigt. Mit schmerzentstelltem Gesicht kniete die Baronin an dem Lager. Der Verwundete war noch nicht zum Bewußtsein gekommen. Baron von Albersdorf knirschte mit den Zähnen vor Schmerz. Als Maja endlich heraustrat, von Arnold begleitet, gewahrte sie sogleich unweit des Hauses den dunklen Körper, der lebhaft abstach von dem leuchtend weißen Schnee. Ste flammerte sich aufschreiend am Arm ihres Verlobten fest. Das Mädchen war einer Ohnmacht nahe. Der Schreck lähmte ihr fast die Glieder. Der Verwundete lag stumm, ohne sich zu rühren da. Als man ihn erkannte, bemächtigte fich aller eine wahnsinnige Angst. Aber Arnold suchte sich zu beherrschen, denn hier galt es, rasch zu handeln. Er rief Kathrine und trug mit ihrer Hilfe den Bewußtlosen ins Haus. Maja eilte ohne Besinnen hinüber ins Herrenhaus Den Elenden, wenn ich ihn hier hätte, der mir meiner Sohn so zurichtete, mit diesen meinen Händen würde ih ihn erwürgen!" sagte er grimmig. Samsta brüche e Gi Sonnta gen Re vielen bäume der Bli mann 7 Scheline Am anderen Morgen verbreitete sich das Gerücht in der Stadt, Hermann Walter, der bekannte und beliebte Sänger, sei in der Nähe von Neunlinden von einem Räuber angefallen und niedergestochen worden. Allgemeines Ent setzen bemächtigte sich der Gemüter, denn seit Menschenge denken hatte man von einem derartigen Ueberfall nichts gehört. Die Gerichtskommission, die sich alsbald am Tat orte einfand, fonnte nichts weiter in der Sache tun, als die Tat feststellen. Denn der schwer verwundete Walter, der zwar wieder bei Bewußtsein, aber sehr schwach war, erklärte, von hinten angefallen und niedergestochen worden zu sein. Von dem Täter wollte er keine Ahnung haben. Die Sache blieb dunkel und rätselhaft. Denn da festgestellt worden war, daß der„ Räuber" weder Uhr noch Geldbörse des Ueberfallenen mitgenommen hatte, konnte sich den Be weggrund der Tat niemand erklären. Einen Feind besaß der in allen Kreisen beliebte Sänger doch nicht. Wer also konnte der Täter sein? ( Schluß folgt.) ein. ein sch mit ett zen u Teil b wegger L Hagels Um 12 in der Stunder einen außerh bedeut B Wolfer mentli * nats C dienst wurde Rechen daß e Kircher fuch b Lichtbi nats i tanats wählt. Stellun ungen Defana zeigte, fo, wi die St * flafsig neuen Herbit * Gründ unsere * borstan lofung findend beschlo die Er die S Schüler * heffens alte G dem fich Die Grh mühten gelaberg daß da bierung tent jehr id men. Juni 19 fiber. Biegeleien Darlegung de der * Lich. Prinz Hermann und Prinzessin Dorothea zu Stolberg- Wernigerode gaben anläßlich ihrer Hochzeit 400 Mart für Wohltätigkeitszwecke. Die Festjungfrauen, die Spalier gestanden haben, erhielten je eine Dentmünze an den Hochzeitstag. * Worm 3. Die Handelskammer hat eine Eingabe an den Deutschen Handelstag gerichtet, darauf hinzuwirken, daß auf dem diesjährigen internationalen Kongreß die Festlegung des Osterfestes beschlossen werde. * Silbernes Jubiläum der Burschen=| Gemeinde schon voriges Jahr beschlossene Abbruch wird schaft Arminia". Die anläßlich ihres 25jährigen Be- binnen furzem erfolgen. ftehens von der„ Arminia" geplanten Festlichkeiten nahmen am Freitag mit einem Vortragsabend ihren Anfang, außer den Angehörigen der Burschenschaft noch zahlreiche Studenten in dem Hotel„ Großherzog" versammelte. Anstelle des verhinderten Hofrats Pfaff- Darmstadt hielt Pfarrer Weißbäde r- Darmstadt den angekündigten Vortrag über " Die deutsche Studentenschaft vor 25 Jahren und heute". Als zweiter Redner sprach stud. phil. 3orn über„ Das studentische Ehrengericht an der Universität Gießen". Beide Vorträge enthielten beachtenswerte Vorschläge zur Förderung des studentischen Zusammenschlusses und zur Schaffung eines studentischen Ehrengerichtes und ernteten lebhaften Beifall. Am Samstag fand eine Kaffeetafel im Hotel Großherzog statt, der sich ein Festtommers auf der Liebigshöhe anschloß. Am Sonntag vereinigte alle Teilnehmer an Jubiläum ein Fest auf dem Gleiberg, das in allen seinen Teilen einen recht gelungenen Verlauf nahm. Die Fest lichkeiten beschloß an dem gestrigen Tag ein Frühschoppen und eine italienische Nacht auf der Pulvermühle. eutiche Siegel me Bunich rum dem aus na the preubiid Staaten gt werden i Vereing ftgestellt. nd fich auf fb zu emarter t werde Die Be Ergebniffe tert anzuje er aufgeftell ufig noch n Gießen usbau der La Aufgabe d il haben, für Erzeugn gedenkt. of Gießen gegeben. m einen ang von 201 thistorischen, besuchten die , to name ische Stunf ungen Strafverfab Strafen ertan 20 330 M. bant Fi en Herrn urift der Fin n Niederla o stiched be dadurch erw hlungen mitte ar über alle henden Schul also namentlid ichtenden Fernrtonnen folche it ohne weitere en. Ferner din Bahlung geg fungen, G auf von Wen heiien Großberjog O folgende Sah rbert 34 720 ohle wurde we rarbeitung be wurden erzeug Naßpreßsteine übernommenen brauchs verblie T. Brifette und T. Brauntohlen Jon 254 278,20 Der in unserer rer des Str n einem fi chen Auffage afel alle Teil Besuchszifier de schließlich von 5 innen 1476 Ch hen Fakultät md der phil im ganzen n Nachricht von fich nicht Zeit der fie zurid Geliebte Lag fe des Herrn zurüd ieder, darauf us dem Her rwegs. Her tändigt. Wit n dem Lager Btfein gefom n Zähnen w Der mir mein den würde as Gerücht it e und beliebt einem Raube gemeines Eni it Menscheng Teberfall nigh bald am Sa Cache tun, ol undete Walter r schwach wat eitochen worde Ahnung haber an da festgestel noch Geldbörse te fich den Be en Feind befa right Wer alf dem * Konferenz der hess. Bergwertsbe triebsleiter. In Weßlar fand dieser Tage eine Konferenz der Betriebsleiter der hessischen Bergwerke statt, welche mit einer Besichtigung der Sophienhütte zu Weblar eingeleitet wurde. In den hierauf im Hotel„ Kaltwasser" abgehaltenen Besprechungen brachte Bergassessor Kobbe zunächst den Nachtrag zum hessischen Bergwerksverzeichnis zur Kenntnis der Interessenten. Ueber die Formalitäten bei Anträgen auf Erteilung der Sprengstoffbesizerlaubnis referierte Bergrat Köbrich. Die Statistik der Bergarbeiter= Töhne im ersten Vierteljahr 1910 lag vor. Sie läßt eine durchschnittliche Lohnerhöhung pro Mann und Schicht von etwa 20 Pfg. gegen das gleiche Vierteljahr des Vorjahres erfennen, bei allerdings zum Teil etwas längerer Durchschnittsschichtdauer. Dies weist auf einen besseren Beschäf= tigungsgrad des Bergbaues hin. Die nächste Konferenz soll am 19. August in Wald- Michelbach im Odenwald stattfin den. ** Der Großherzog empfing am Samstag u. a. den Stadtpfarrer Böckner von Schlitz und den HauptTehrer Schneidt von Friedberg. ** Bestätigt wurde vom Großherzog der von dem Fürsten zu Solms- Hohensolms- Lich auf die evangelische Pfarrstelle zu Lich präsentierte. Pfarrassistent Rudolf Freytag daselbst für diese Stelle. Unwetter. Seit Wochen schon haben ganz Deutschland, besonders aber die thüringischen Länder, Tag für Tag Gewitter zu berzeichnen. Dabei erfuhr die Temperatur nur wenig Abfühlung, wenn der meist in Strömen und in großen Tropfen herniederfallende Regen verrauscht war, herrschte nach wie vor eine drückende Schwüle und nur unter den schattigen Bäumen des Waldes war die Temperatur etwas angenehmer als dort, wo die Sonne ungehindert ihre sengenden Strahlen herniedersenden konnte. Auch am Freitag, Samstag und Sonntag sind wieder heftige Gewitteraus= brüche erfoigt, über die folgende Meldungen vorliegen: Gießen. Ueber unsere Stadt ging in der Nacht zum Sonntag ein Gewitter nieder, das einen wollenbruchartigen Regen brachte, der in der Umgebung der Stadt vielen Stellen Schaden anrichtete und namentlich die Obstbäume in Mitleidenschaft zog. an Ulrich stein. Bei dem Gewitter am Samstag schlug der Blizz in Helpershain in die Stallung des Johann Hohmann 7. ein und tötete zwei wertvolle Kühe. Stallung und Scheune sind niedergebrannt. Engelro d. Hier schlug der Blizz in eine Scheune ein. Das Feuer konnte jedoch sofort gelöscht werden. Gleeberg. Am Freitag ging in der Mittagszeit ein schweres Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen und mit etwas Hagel nieder. Die Aarbach trat aus ihren Grenzen und überflutete alles. Die Wege sind zum größten Teil vollständig aufgerissen, von den Aeckern ist viel Land weggerissen. Der Schaden, den die Gemeinde hat, ist groß. Langd. Ein furchtbares Gewitter, verbunden mit Hagelschlag, ging am Freitag über unserem Dorfe nieder. Um 12 Uhr verfinsterte sich der Himmel derart, daß man in der Stube nicht lesen konnte. Dann regnete es zwei Stunden lang so heftig, daß alle Straßen des Dorfes in einen See verwandelt waren. Der Schaden im Ort und außerhalb, den die gewaltigen Wassermassen anrichteten, ist bedeutend. Bonn. In verschiedenen Orten des Vorgebirges sind Wolfenbrüche niedergegangen, die an den Ernte- und na= mentlich an den Gemüsekulturen großen Schaden anrichten. Hus Hessen und Nachbargebiet. * Münster( Kr. Gießen). Die Synode des D! kanats Grünberg wurde hier mit einem feierlichen Gottes= dienst durch Pfarrer Prätorius- Homberg eingeleitet. Danach wurde durch den Leiter der Synode, Dekan Wagner, der Rechenschaftsbericht vorgetragen. Daraus war ersichtlich, daß es auf manchen Gebieten des kirchlichen Lebens, z. B. Kirchenbesuch, christlicher Liebestätigkeit und Abendmahlsbesuch vorwärtsgeht. Der Anregung der Anschaffung eines Lichtbilderapparates für die 68 Gemeinden unseres Dekanats soll erwogen werden. Als Ersaßmitglied für den Detanatsausschuß wurde Johs. Keil 1. von Ettingshausen gewählt. Das Hauptreferat von Pfarrer Staubach über„ Die Stellung der Kirche zu den Sekten und ähnlichen Bestrebungen mit Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse des Dekanats", das reiche Anregung bot und großen Fleiß zeigte, fonnte leider der vorgerückten Zeit wegen nicht mehr so, wie es verdiente, diskutiert werden. Mit Gesang wurde die Synode geschlossen. * Garbenteich. Nachdem unsere Schule drei= flassig geworden ist, hat die Gemeinde die Erbauung eines neuen Schulhauses beschlossen. Das Gebäude wird bis zum Herbst im Rohbau hergestellt und im Herbst 1911 bezogen. * Lauterbach. Eine überaus wichtige Frage, die Gründung eines Heimatmuseums, beschäftigt gegenwärtig unsere Einwohner. Die Vorarbeiten sind bereits im Gange. * Hungen. Das Ministerium hat dem hiesigen Ortsvorstand die Erlaubnis erteilt zur Veranstaltung einer Verlosung in Verbindung mit dem am 26. September stattfindenden Prämiierungsmarkt. * Leihgestern. Gemeinderat und Schulvorstand beschlossen im Beisein der Vertreter der Kreisschulfommission die Errichtung einer weiteren, der vierten Schulklasse, da die Schulklassen überfüllt sind und die Elementarklasse 110 Schüler zählt. um * Ulrich steink Die älteste Fachwerkkirche Oberhessens ist dem Untergang geweiht; es handelt sich um das alte Gotteshaus in dem benachbarten Helpershain. Nachdem sich Denkmalschutz und Vogelsberger Höhenklub die Erhaltung des eigen und einzigartigen Gebäudes bemühten und das Gebäude als Heimatmuseum für den Vogelsberg umzugestalten gedachten, hat es sich herausgestellt, daß das Gebäude dem Einsturz nahe ist, so daß die Renovierung zu große Summen erfordern würde. Der von der * Darmstadt. Die frühere Gattin des Erbgrafen Erasmus zu Erbach- Erbach, Dora Fischer in Erbach, hat gegen das Urteil der Zivilkammer 1 am Landgericht der Provinz Startenburg in Darmstadt, das sie zur Zeugnis abgabe verurteilte da ihre Ehe mit dem Erbgrafen für nichtig erklärt sei, also feine Ehe bestanden habe Be schwerde an das Gr. Oberlandesgericht eingelegt. * Oppenheim. Ueber das Vermögen des verstorbenen Notars Hubert ist nunmehr das Konkursverfahren eröffnet worden. Zum Kontursverwalter wurde Rechtsan= walt Espenschied bestellt. Man glaubt, daß den zahlreichen Gläubigern des Verstorbenen immer noch ein Betrag von etwa 10 bis 20 Prog. ihrer Forderungen ausbezahlt werden kann. Ein weiterer Beitrag wird von der Regierung und eventuell von der Notariatskammer erwartet. * Wiesbaden. Die Straffammer verurteilte den Prediger der freireligiösen Gemeinde, Gg. Welter, nach zweitägiger Verhandlung wegen Beleidigung des fatholischen Pfarrers Diesenbach in Rauenthal in zwei Fällen zu 500 Mark Geldstrafe. Aus aller Welt. * Berlin. Die Reichsversicherungskommission erhöhte die Grenze für die Versicherungspflicht von 2000 auf 2500 Mt. * Berlin. Die Budget- Kommission des Abgeord= netenhauses hat die Vorlage über die Erhöhung der Zivilliste in dem von der Regierung vorgeschlagenen Ausmaße von 3½ Millionen bewilligt. Für die Erhöhung stimmten auch die Polen. Allerdings haben sie einen prinzipiellen Protest gegen die preußische Polenpolitik bei dieser Gelegenheit zu Protokoll geben lassen. * Berlin. Vor einer großen Zuhörerschaft hielt der Nordpolforscher Robert Peary seinen ersten einzigen öffentlichen Vortrag auf dem Kontinent über seine Erreichvon Peary selbst in den arktischen Gegenden aufgenommener ung des Nordpols und erläuterte ihn durch eine große Zahl Lichtbilder. )( Ein neuer Bahnrekord wurde am Sonntag in Straßburg i. E. von dem Zehlendorfer A. Schulze, der in einem Stundenrennen vor Pongs und Gruber den Großen Münsterpreis gewann, aufgestellt. Schulze fährt Brennabor. )( Im Match gegen Tandem war am Sonntag in Mülhausen i. E. der Brennaborfahrer P. Müller siegreich; derselbe placierte sich auch im Hauptfahren als Zweiter. Der Match zwischen dem Weltmeister Robl und dem Dauerfahrer Ingold sah letteren als überlegenen Sieger auf seinem leichtlaufenden Brennaborrade. Die gefährlichste Zeit des Säug= lingsalters ist die Periode der Zahnung und Entwöhnung, weil in diesem Alter die Durchfälle am häufig= sten auftreten. Den besten Schutz bietet eine rationelle Ernährung mit„ Kufete" und Milch, wodurch die Verdauung gefördert und geregelt wird. Das Hochwasser im Ahrtal. Unter den vielen schweren Unwetterfatastrophen, welche während der letzten Tage vorkamen, ist wohl diejenige die schwerste, deren Kunde jetzt aus dem Ahrtal kommt. Hier hat ein Wolkenbruch geradezu Entseßliches angerichtet und, wenn sich die bis jekt vorliegenden Meldungen bestätigen sollten, weit über 100 Menschen das Leben ge to ste t. Am Montag, den 13. Juni, früh 6 Uhr, verbreitete sich plötzlich die aus Dümpelfeld eingelaufene MeldSteigen begriffen sei und es jedenfalls zu einer großen ung, daß infolge dieses Wolfenbruches die Ahr in raschem Ueberschwemmung kommen würde. Das Wasser stieg rapid bis zu einer Höhe von über 3 Meter über dem durchschnittlichen Wasserstand. Das Ahrtal in der Gegend von Dernau bis Altenahr war bald ein reißender Strom, der Straßen und Bahnförper überflutete. Große Holzteile, Bäume, Fäs ser, Telegraphenstangen, Tiere 2c. wurden in großer Anzahl abwärts getrieben. Bei der Mayschosser Brücke stauten sich größere Holzteile und bald stürzte die steinerne, massive Brücke zusammen. Das gleiche Schicksal erlitten die Brücken bei Altenahr, Dernau, Laach, Kreuzberg und Heimersheim. Ferner wurde bei Mayschoß an dem Eisenbahndamm ein fleiner Durchlaß vollständig weggerissen, so daß zirka 15 Meter Schienen frei in der Luft schwebten. Der Eisenbahnbetrieb ist in der Gegend vollständig eingestellt. Bei der Lochmühle in der Nähe von Altenahr hatte sich das Wasbeser gewaltsam ein zweites Bett verschafft, von dem aus es einen breiten Wasserfall bildete. Auch in dem Badeort Neuenahr hat das Wasser furchtbar gewütet. Der Kurgarten und die Quelle wurden schwer heimgesucht, ebenso das Schulhaus im Orte. An vielen Stellen sollen die Wasserleitungen zerstört worden sein. Auch bei Sinzig an der Eisenbahnbrücke sah es recht gefährlich aus, da alles dort überschwemmt ist. Die Ahr führte fortgerissene Brücken, Holzstege, Gebäudeteile und Viehleichen mit sich. 11 Steinbrücken für den Fußverkehr sind bereits eingestürzt. Die Ahrtalbahn fann nicht mehr verkehren, da Eisenbahndämme unterspült sind und der Einsturz verschiedener Brücken fürchtet wird. Das Tal zwischen Neuenahr und Remagen gleicht einem ungeheuren See. In Schuld sind mehrere Häuser fortgeschwemmt worden. Militär ist in Automobilen unterwegs. Der Schaden wird bis jetzt auf 4 Million geschätzt. Weitere schwere Regengüsse fallen beständig. Telephon und Telegraph oberhalb Walporzheim sind zerstört. Die Provinziallandstraße im Ahrtal ist nicht mehr gangbar; sie steht an vielen Stellen bis zu einem Meter unter Wasser. An der Oberahr von Walporzheim bis Kreuzberg sind alle Bahndämme weggerissen. Die Provinziallandstraße ten Kuh vollständig in den Fluten verschwunden, so daß ist bei Mayschloß, Altenahr, Bernau, Rech und an der Bun auf Wochen hinaus unmöglich sein wird. Die Eisenbahn dee nackte Fels hervortritt und der Fuhrverkehr im Ahrtal wird erst in acht Tagen wieder oberhalb Ahrweiler fahren fönnen. Bei Fuchsofen und bei Müsch wurden die Baracken italienischer und kroatischer Bahnarbeiter zerstört. Von um gekommen sind. Von den Kroaten sind nur zwei den Italienern retteten sich nur 4, während vermutlich 76 gerettet und 26 werben vermißt. In Ahrweiler wur Sen 20, in Schuld 5, in Altenahr 10, in Dernau 8 LeiWasser den höchsten Stand erreicht, und es fiel nunmehr chen geländet. Montag mittag um 12 Uhr hatte das schnell, sodaß die Gefahr jetzt als beseitigt gilt. die Die Ueberschwemmung an der Ahr war vielleicht seit langen Jahren Deutschland heimgesucht hat. größte und in ihren Folgen die schlimmste Katastrophe, die Ans dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, 14. Juni 1910. Der Eisenbahnmaterialienverwalter zu Gießen R. Rammel aus Saarbrücken stand wegen Betrugs zum Nachteil der Eisenbahn unter Anklage. Es ist ihm zur Last gelegt, einer Firma mehr angewiesen zu haben als ihr zustand und da für einen Vorteil für sich angenommen zu haben. Die Firma Häfner und Schwieder in Berg in der Pfalz hatte Vertragsgemäß 50 Rubikmeter Eichenholz zu liefern. Von dem etwas mehr gelieferten Holz wurden zirka 7 Kubikmeter als Ausschuß bezeichnet und nicht angenommen; trotzdem ließ der Angeklagte das ganze an die Firma auszahlen. Der Angeklagte bestreitet veranlaßt zu haben, daß eine Mehrauszahlung erfolgt sei, vielmehr habe die Firma aus einer früheren Lieferung die Differenz zu bekommen gehabt. Er hat aber bescheinigt, und zwar falsch, daß das Holz an einem späteren Tage geliefert worden ist. Ferner hat er unrichtige Einträge in das Eingangsbuch gemacht und in einem von ihm bezw. einem Aufseher geführten Notizbuch Aenderungen vorgenommen, was er aber bestreitet. Wegen einer großen Anzahl anderer Unregelmäßigkeiten, beim Verkauf von altem Material an Arbeiter und Beamte wurde der Angeklagte schon früher außer Verfolgung gesetzt. Er beruft sich darauf, er habe Nachmessungen des Holzes vorgenommen, bei denen es sich herausgestellt habe, daß mehr geliefert worden sei, als es sich bei der Abnahmeprüfung ergeben hat, weshalb er auf Grund dieser Nachmessungen durch ihn allein, die Anweisung erhöht habe. 800 Mt. ließ sich die Firma anstandslos abziehen, bei einer späteren Lie ferung. Das Gericht hielt den Angeklagten für schuldig und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten unter Anrechnung von 7 Wochen Untersuchungshaft. Auch werden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre abgesprochen. Bermischtes. Das deutsche Volkslied. Auf einem vom Kaiser bestimmten Plaße im Tiergarten zu Berlin hat ein neues Monument Aufstellung gefunden, welches das deutsche Volkslied verkörpert. Die Marmorgruppe ist ein Werk des Bildhauers Sußmann- Hellborn und zeio. auf einem Granitsockel zwei sitzende Frauen, von denen die ältere in der Rechten eine Laute hält, deren Saiten von ger jüngeren berührt werden. Literprisches, Griebenz Reiseführer. Band 22: Belgien( 3 Mt.) und Band 84: Brüssel, die Weltausstellung und Antwerpen( 1,20). Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin W. Die Zahl der Deutschen, die in diesem Jahre Belgien anläßlich der Brüsseler Weltausstellung besuchen werden, wird eine ganz außerordentlich große sein. Ihnen allen kann der soeben in 12. Auflage erschie nene Griebensche Reiseführer von Belgien als zuverlässiger Ratgeber besonders empfohlen werden. Für Besucher der Brüsseler Weltausstellung dürfte als Beigabe zum Führer Belgien das für 40 Pfg. erhältliche Bändchen„ Die Weltausstellung in Brüssel"( Verlag Albert Goldschmidt, Berlin W.) empfohlen sein. Griebens Reiseführer. Band 8. Wien und Umgebung mit Ausflug auf den Sem mering.( 2 Mr.) Dasselbe fleine Ausgabe. Band 68. ( 1 Mr.) Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin W. Das Buch enthält alles, was für den die österreichische Kaiserstadt besuchenden Reisenden wissenswert ist. 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Pfd. 6-8 Kalbfleisch per 96 fb. 80-84 60-84 5-6 Hammelfleisch der Pfd 0.80-1.00 Kartoffeln p. 100 Kilo 6.00-00,00 1.00-1.60 3wiebeln per Ctr. 9.00-10.00 0.80-1.80 Meistraut per Std. 0.20-0.30 1.80-2.20 epfel per 3tr. 00 Birnen per 3tr. 80-88 Nüffe 100 Stüd 70-74 Milch per Liter 00.00-00.00 09.00-00.00 0.50-0.00 20 Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags Gegenstände des Wochenmarttverkehrs dürfen bis Beginn der Markt zeit überhaupt nicht und während breier Standen der Marktzeit im Umberzieben feilgeboten werden. u Gieß Die der Marktl öffentlich b Arbeit zur Einsich haitlich, fin chen. 31 Gieß Operett Trop doch imme net, freut Tette war. bon der Sohn herle in willige nach de mengestellt wege geb wach. Na fe hintergeh beraus und Hed- und haupt berichia ingeidhiat ne werden natin fammengefüh milienfeft.