Gießener Zeitung Bezugspreis 40 Pfg. monatlich - - ( Neueste Nachrichten) vorauszahlbar, vierreljährlich 1,20 Mk., durch die Post 1,50 Mr. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter“ und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 121. Bekanntmachung. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei = des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 13. September 1910 Amtliche Bekanntmachnugen. In der Zeit vom 13. August bis 10. September 1910 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Sicherheitsnadel, 1 Herrenuhr, 1 Los des Herbstpferdemarktes und Geld; am verloren: 1 Portemonnaie mit 4,50 Mt. Inhalt, 1 goldenes Collier mit grün und roten Steinen, 1 goldene Damenuhr gez. K. T., 1 hellblaues Sammetjäckchen mit Seide besetzt, 1 goldenes Collier, fleingliederig, 1 Portemonnaie mit 4 Mart Inhalt, 1 goldenes Medaillon( Herzform) mit 2 Photographien, 1 Capes mit Tuchfutter Rücken, 1 schwarzer Damengürtel mit silberner Schnalle und 1 goldene Brosche( Hufeisenform) mit einem Brillant. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann jedem Wochentag von 11-12 Uhr vormittags und 4-5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde Zimmer Nr. 1 erfolgen. Gießen, den 10. September 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Rattenvertilgung. an In der Zeit vom 15. bis 20. September d. Is. sollen die Ratten in den städt. Kanälen und Wasserläufen durch Gift vertilgt werden. Die Besizer von Hausgrundstücken im Stadtgebiet werden aufgefordert, für gleichzeitige Vertilgung der Ratten auf ihren Grundstücken zu sorgen. Haustiere, Geflügel 2c. sind von den gefährdeten Stellen fern zu halten. Gießen, den 10. September 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Maschinistenstelle. Zur Bedienung der neuen Kesselanlage in unserem Schlachthof, mit der eine nach dem Kohlensäuresystem arbeitende Kühlanlage nebst Eismaschine verbunden ist, wird zum alsbaldigen Antritt ein geprüfter Maschinist gesucht. Bestellungen werden auf der Bürgermeisterei entgegengenommen. Gießen, den 12. September 1910. Bürgermeisterei Gießen. recum. Befanutmadag. In den Wagen der städt. Straßenbahn wurden in der Zeit vom 16. August bis 11. September d. Js. nachsteh= ende Gegenstände gefunden: 2 Damenschirme, 1 Kinderschirm, 1 Kinderspielzeug, 1 Handförbchen, 1 Damentaschentuch mit eingebundenem Ring, 1 Violinbogen, 1 ½ Marfstück, 1 Zeitschrift, 1 Rolle Backpapier. Die Sachen können in dem Bureau der unterzeichneten Verwaltung in Empfang genommen werden. Gießen, den 12. September 1910. Elektrizitätswerk und Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. Gebäude- Abbruch. Das Gebäude Neustadt Nr. 30 nebst der dazu gehörigen Scheuer in der Mühlgasse soll Donnerstag, den 15. September, vormittags 10 Uhr, im Wege öffentlicher Verdingung auf den Abbruch verkauft werden. Die Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Die Besichtigung der Gebäude ist Interessenten gestattet. Angebote sind schriftlich, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Gießen, den 10. Sept. 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. Bekanntmachung. der Die Abstimmungsliste über den Antrag hiesigen Maler- und Weißbinder- Innung( freie Innung) auf Errichtung einer 3 wangsinnung für das Maler, Lackierer und Weißbinder Handwerk im Bezirk der Stadt Gießen liegt während 2 Wochen( vom 10. bis 24. d. Mts.) auf der BürZimmer 2 zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einsprüche der Beteiligten öffentlich aus. Nach Ablauf dieser Frist vorgebrachte Einsprüche bleiben unberücksichtigt. Borbehältlich der Genehmigung der Stadtverordneten- Versammlung ist für die Stelle ein Anfangsgehalt von jährgermeisterei lich 1660 Mr., steigend alle 3 Jahre um 140 Mt., bis zum Höchstgehalt von 2500 Mt. vorgesehen. Bewerbungen um die Stelle sind unter Beischluß von Ausweisen über die seitherige Tätigkeit und über die mit Erfolg abgelegte Maschinistenprüfung bis spätestens 20. September ds. Js. bei der Bürgermeisterei einzureichen. Gießen, den 10. September 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Frühobstverkauf. Von dem städt. Obstbaumstück sind etwa 30 Zentner gebrochene Frühäpfel( Caloille, Cardinal und Kaiser Alexander) in kleineren Mengen( mindestens 20 Pfd.) zu 8 Pfg. das Pfund abzugeben. Die Lieferung erfolgt gegen Bar= zahlung frei ins Haus. Neue Steuern? ( Nachdruck verboten.) Vor einiger Zeit war in einer Berliner Zeitung die Nachricht zu lesen, die Erbschaftssteuer fäme wieder. Die " Germania hat dem widersprechen zu müssen geglaubt, aber tin paar Tage später versichert, es bestände tatsächlich ein solcher Plan. Natürlich ist die Germania damit gar nicht tinverstanden und beeilt sich, bereits im Voraus zu warnen und zu drohen. Natürlich handelt es sich bei alledem nur um reine Rombinationen. Aber es entbehrt nicht einer gewissen Pianterie, diesen Kombinationen etwas nachzugehen. Schon vor einigen Wochen hat der Berliner Korrespon ent der Frankfurter Zeitung zu verraten gewußt, daß eine seite, die es mit der konservativen Partei gut meint, also vohl freikonservative Politiker, an die führenden Konservaiben, also wohl an Herrn von Heydebrand, herangetreten eien mit dem Gedanken, die konservative Partei solle die Biedereinbringung der Reichserbschaftssteuer beantragen. tan hätte aber eine glatte Ablehnung erfahren. Diese Diese Meldung ist sehr wahrscheinlich. Es gibt gewiß Koncrvative, die die Politik des Herrn Heydebrand nur mit larkem Kopfschütteln mitgemacht haben und gerne die Geegenheit ergreifen würden, die Ablehnung der Reichserbhaftssteuer wieder gut zu machen. Sicher ist auch, daß iese Herren es mit der konservativen Sache gut meinen. is darf nicht vergessen werden, daß die Wahlen vor der tür stehen, und daß der in diesen Wahlen zu wählende leichstag über den größten Teil der neuen Handelsverträge beschließen haben wird. Wenn es auch nicht wahrschein ich ist, so ist es doch immerhin möglich, daß sich, wenn dem Zug nach links nicht halt geboten wird, eine Mehrheit sinet, die zwar nicht an der Grundlage unserer Handelspolii, aber doch an einigen agrarischen Details rütteln wird. ist begreiflich, daß es auch Gegner der Erbschaftssteuer ibt, die diese Steuer dieser Möglichkeit immerhin vorziehen. benso sicher ist es aber, daß die Führer der fonservativen fartei und besonders der starknervige Herr von Heydebrand ich niemals dazu entschließen werden, pater peccavi zu mahem. Das wäre ja das Eingeständnis eines Fehlers und aus. Der von Großh. Kreisamt bestellte Kommissar: Keller, Beigeordneter. Bekanntmachung. Die Heberollen- Auszüge über die für's 2. Vierteljahr 1910 an die Versicherungsanstalt der Hess- Nassauischen Baugewerfsberufsge nossenschaft zu zahlenden Prämien liegen während zweier Wochen( vom 10. bis 24. d. Mts.) auf unserem Amtszimmer Nr. 2 zur Einsicht der Beteiligten Binnen einer weiteren Frist von 2 Wochen steht den Zahlungspflichtigen der Einspruch gegen die Berechnung beim die Desavouierung der bisherigen Führung der Partei. Wer die Herren kennt, wird dies keinen Augenblick für möglich halten. Mag fommen, was da will, eher brechen als biegen. Es ist aber immerhin möglich, daß trotz des großen Ansehens der Führer in der Partei dieser Gedanke besprochen und geprüft wird, und daß die in der Presse auftau chenden Meldungen solchen Erwägungen ihren Ursprung berdanken. Daß das Zentrum mit einer solchen Wendung nicht zu frieden wäre, verrät die Germania. So schwer es indes den Konservativen sein muß, einer solchen Wendung zuzu stimmen, so leicht könnte es dem Zentrum sein. Alle Welt weiß, daß das Zentrum in der Erbschaftssteuer nur den Fürsten Bülow treffen wollte: man hat es damals geleugnet, warum sollte man es heute nicht eingestehen? Sehr biele Zentrumsleute sind Anhänger der Steuer, und man wird sich noch daran erinnern, wie in der letzten Debatte der Bajuware Dr. Heim mit erheiternder Unverfrorenheit auf die Bemerfung, er wäre doch früher für die Besteuerung der Erbschaften gewesen, geantwortet hat, er wäre es heute noch und stimme nur gegen diese Erbschaftssteuer, weil sie zu niedrig wäre. Das Zentrum, seiner ganzen Struktur und Geschichte nach, wäre also zweifellos imstande, die Schwenkung mitzumachen, wird es aber, schon des posthu men Erfolges wegen, den eine solche Wendung für den Fürsten Bülow mit sich brächte, nicht tun. Und die Regierung? Die Regierung hat bei der Annahme der Steuerreform feinen Zweifel darüber gelassen, daß sie mit der Annahme der Steuer, zu der sie aus finanziellen Gründen gezwungen sei, nicht sagen wolle, daß sie diese Gesetze für gut und für nicht verbesserungsbedürftig halte. Der Kanzler, dem auch seine Gegner nicht absprechen können, daß er sich nach sachlichen Gesichtspunkten orientiert, ist an und für sich nicht der Mann, verbesserungsbedürftige Geseße nicht zu verbessern, wenn eine Verbesserung möglich ist. Wir glauben indessen doch, daß Liberale, die in der Erbschaftssteuer eine gute Wahlparole nach rechts sehen und hoffen, die Regierung werde ihnen mit dieser Wahlparole entgegenkommen, in ihren Hoffnungen zu weit gehen. Der Liberalismus, der sich überdies noch in scharfer Opposition gegen Bethmann- Hollweg befindet, ist zu schwach und der blau- schwarze Block denn doch zu start, als ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. 21. Jahrg. Genossenschaftsvorstand zu. Die Zahlungspflicht wird durch einen solchen Einspruch nicht berührt. Gießen, den 8. September 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Unter Hinweis auf§ 18 Absatz 2 der Polizeiverordnung vom 1. August 1904, die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation betreffend, welchen wir nachstehend zum Abdruck bringen, machen wir diejenigen Hausbesizer, welche ihre Grundstücke an die Neufanalisation bereits angeschlossen haben, darauf aufmerksam, daß vom 15. bis einschließlich 30. September 1910 eine Spülung sämtlicher städt. Straßenkanäle vorgenommen wird. Gießen, den 10. September 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Der Eigentümer hat für den ordnungsmäßigen Zustand und die richtige Handhabung des Verschlusses Sorge zu tragen und ist allein für alle, durch etwaigen Rückstau des Sielwassers hervorgerufene Schäden verantwortlich. Die Vorschlüsse sind so anzubringen, daß sie jederzeit, auch bei Rückstau zugänglich sind und bequem gehandhabt werden fönnen. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Frankfurterstraße, zwischen Klinißstraße und der Straße nach der Veterinäranstalt, von heute an bis auf weiteres für jeg= lichen Fuhrwerts- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 8. September 1910. Großherzogliches Polizeiam t. Gebhardt. Arbeitsvergebung. Die zur Herstellung des Gebäudes Krofdorferstraße 24 erforderliche Weißbinderarbeit soll Dienstag, den 13. September d. I., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, den 7. September 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. Herbst- Pferdemarkt zu Gießen. Mittwoch, den 28. Septbr. 1910, vormittags: Prämiierung Konzert- Restauration. 12 Uhr: Vorführung sämtlicher prämiierten Pferde. 1 Uhr: Mittagtafel im Hotel„ Prinz Carl". Die städt. Pferdemartttommission. Gg. Bichler. daß die Regierung sich zu einem solchen Vorgehen entschließen könnte. Das ist mehr als unwahrscheinlich. So wird es sich bei allen diesen Kombinationen wohl nur um eine Episode handeln, die aber immerhin für die ganze derzeitige Stellung der Fraktionen recht lehrreich ist. Die Kaisermanöver. Bei den diesjährigen Kaisermanövern, welche südlich von Elbing vom 8. bis 10. September stattfanden, war folgende Kriegslage angenommen: Eine rote Armee ist vor der blauen über die Weichsel zurückgegangen. Die blaue Armee ist ihr über die Weichsel gefolgt und zieht in einer Linie vorwärts auf Marienburg- Riesenburg. Die rote Armee hat Verstärkungen zu erwarten und will nach deren Eintreffen erneut Widerstand leisten, wozu die Gegend des oberländischen Kanals und die anschließenden Seen einladen. Das rote erste Armeekorps einerseits und das blaue 17. Korps anderersei, s sind nur nördliche Flügel von den nach Süden sich beiderseits anschließenden größeren Truppenmassen, die angenommen sind. Beim ersten Korps arbeitete " P. 2", beim 17. M. 3", beide Lentballons mit draht= loser Telegraphie. Die blaue Kvvalleriedivision hatte leichte drahtlose Stationen, Lichtsignale und Lastkraftkolonnen, die Infanterie Scheinwerfer, die Pioniere einen neuen leichten Divisions- Brückentrain. Der Kaiser traf am Donnerstag auf Schloß Schlo= bitten ein, wo während des dreitägigen Kaisermanövers das Hauptquartier eingestellt war. Preußisch Holland war der Sitz der Manöverleitung. ge= Christenburg, 8. Sep. Die blaue Armee dachte, heute auf der ganzen Linie gegen Osten vorzugehen und überall anzugreifen, wo sie auf Rot stoßen würde. Das 17. Armeekorps ging zwischen dem Elbing- und dem Drau sensee und die ihm unterstellte Kavalleriedivision gegen Elbing vor. Die Kavallerie erzwang den Uebergang über den Elbingfluß bei Elbing gegen schwache rote Truppen. In der Gegend nördlich von Christenburg entwickelte sich ein gröBeres Gefecht, indem das blaue Korps hier gegen die östliche Sorge vorgang. Die Artillerie trat auf beiden Seiten in lebhafte Tätigkeit. Das Luftschiff„ P. 2" operierte am Vormittag. Das Wetter ist regnerisch. Die Wege sind aufDie Sanitäterer, πια was ma will Aban Dorfbader Gabert mind lagen, bo' Danöds. i laß nir auf ihn kommen. nit alloanig dös. Fürwenn's eppas gan furriern oder z'fammazuflicn gibt. Und bach aa nit, weil sie wiss'n wie g'schäfti da Bader springt, bacher heuer habn fign lassn. haun solltn, weil die Fischbacher Lumpn ausbliebn fan. mote fie beratschlagt habn, wen sie nun jetzt eigentli' durchg'wen," hat da Beiner- Seppt ärgerlt zu den Andern g'sagt, schöner Bug g'wen von den Fischbachern, daß sie die Danöds" So woar halt für dösmal die ganze Arbet umaſunſt Sogt Weißgerber δα Kalbsleber auf Bekannter: Stossseufzer. Junger Ehemann:„ D zwanzig verschiedene Art zubereiten fönnte!" Ihre Frau sagte mir heute, daß sie auch zu genießen ist!" Art beriteht sie nicht daß nur die einundzwanzigste Entgegenkommend Gutes Zeichen. Herr: zugehalten, wie ich gesungen habel" Papas noch immer nicht gehoben?" Fräulein: Dial Gestern hat er sich schon die Ohren ,, Nun, hat sich die Schwerhörigkeit Ihres Herrn Geld und Liebe. geweicht. Der Kaiser hatte morgens Prockelwitz verlassen und war bei Pachollen zu Pferde gestiegen. Graf Häfeler und die anderen Manövergäste beobachteten die Kavallerie division. cher morgens 3 Uhr aus Schlobitten aufgebrochen war, hielt bei Rogehnen die Kritik. An den Oberpräsidenten der Provinz Westpreußen, von Jagow, hat der Kaiser eine Kabinettsorder gerichtet, worin er die Bevölkerung der Provinz seiner besonderen Anerkennung versichert, die trotz der recht Preuß.- Holland, 8. Sep. Das blaue Armeekorps hat den westlichen Sorgenfluß gewonnen. Rot ist nordöst erheblichen Einquartierungslast die Leistungen der Truppen während der Manöver durch eine gute Aufnahme habe lich zurückgegangen und hat Stellung in der Linie Hirschwirksam unterstützen helfen. Beide Ballons operierten feld- Grünhagen eingenommen. nachmittags über den Truppen. Auf den blauen Ballon wurden auf 3-4000 Meter Kanonenschüsse abgegeben. die Preuß.- Holland, 9. Sep. Bei dem roten 1. Korps baute die erste Infanterie- Division im Laufe des gestrigen Tages eine Stellung aus, die sich von Grünhagen nach Rogehnen zog und sich mit nach Norden zurückgebogenem rechten Flügel östlich Preußisch- Holland fortsette. Noch weiter westlich zwischen Krossen und Schönfeld sind um= fangreiche Scheinanlagen errichtet, die, obwohl sie leer sind, von weitem den Eindruck besetzter Verschanzungen machen. Die rote zweite Division erreichte, von Osten kommend, gestern Groß- Thierbach, Reichertswalde, Silberbach. Das 17. Storps, blau, hatte hauptsächlich auf Grund von Meldungen seines Lenkluftschiffes den Eindruck gewonnen, Hauptstellung der roten Kräfte befände sich hinter dem Oberländer Kanal, wo sich die Scheinanlagen befanden. Die 41. und 35. blaue Division sollte diese Stellung in Front angreifen, die 36. Division sollte von Elbing auf PreußischHolland vorgehen und die Kavalleriedivifion E. mit Tas gesanbruch gegen den rechten Flügel von Rot. Das Vorgehen dieser blauen Truppen erfolgte langsam, vorsichtig, lautlos und beinahe unsichtbar, mit Ausnußung aller Deckungen des Geländes. Die Divisionen wurden von roter - Am Nach Artillerie aus deren Hauptstellung beschossen. mittag 4 Uhr war die blaue 35. Division durch ein sehr abwechselungsreiches Gelände, nachdem sie mittags den Oberländer Kanal überschritten hatte, bis an die Chaussee von Preußisch- Holland Grünhagen gegenüber Mäcken vorgedrungen. Rot hatte die Befestigungen bei Mäcken geräumt. Ebenso war die blaue 41. Division bei Grünhagen angeangt, und überschritt die genannte Chaussee. Rot hatte die vergeschobenen Befestigungen bei Talpitten verlassen und sich auch hier auf die Hauptstellung zurückgezogen. Die 36. blaue Division war bis Rogehnen gekommen. Ueberall und noch nachmittags um 6 Uhr war das Feuergefecht aller Waffen im Gange. Vielfach sah man außer Gefecht gesetzte Mannschaften und Offiztere. Der Kaiser hatte in der Nähe von Talpitten das Frühstück genommen und war dann nach dem nördlichen Kampsplatz bei Rogehnen geritten. Preuß.- Holland, 10. Sep. Bei Rogehnen war gestern Abend noch ein schweres Nachtgefecht. Die blaue 36. Division nahm das Dorf zeitweise in Besitz. Die rote 73. Brigade umwickelte Rogehnen von allen Seiten u. warf Blau wieder hinaus. Heute Morgen wollte Blau den südlichen Flügel von Rot bei Grünhagen eindrücken; der Angriff wurde durchgeführt, verlief aber unglücklich. Die blaue 41. Division stieß auf eine sehr starke Stellung der zweiten roten Brigade und kam nicht vorwärts. Das Eintreffen der blauen 35. Division wurde verhindert, indem die rote 73. Brigade und Teile der roten ersten Brigade energisch gegen den linken Flügel der 35. Brigade einsetzten. Blau mußte zurück; Rot würde es wahrscheinlich bei weiterer Fortsetzung des Kampfes gelungen sein, von Norden das ganze 17. Korps aufzurollen, zumal die 36. blaue Division durch Herumgreifen der zweiten roten Division vollständig faßt und zerdrückt wurde. Dagegen fam die blaue Kavallerie- Division in den Rücken des Feindes, wo sie einige Vorteile gewann; die Absicht, das rote Hauptquartier in Quittainer aufzuheben, gelang nicht. Im Kaisermanöver ist heute früh die Entscheidung gefallen. Sie ergab den Sieg der roten Armee. Die roten Befestigungen mit ihrer Hauptstellung, den vorgeschobenen starken Stellungen und den wiederum diesen vorgelagerten Scheinanlagen haben sich sehr bewährt. Es gelang glänzend, den Feind und sein Luftschiff M. 3" zu täuschen, ihn aufzuhalten, zu unnötiger Entwicklung zu zwingen und die schwache Besatzung der Scheinanlagen und der vorgeschobenen Stellungen ohne VerDas Manöver luste in der Hauptstellung zurückzuziehen. wurde 6,30 Uhr morgens abgebrochen. Der Kaiser, wel19) Gerichtet. Familienroman von Franz Wichmann. um= Sie legte ihm lächelnd die Hand auf die Lippen. ,, Siehst du's," sagte sie, daß auch du, der große Prophet der Zukunft, ein Kleingläubiger sein kannst?" ,,, nun will ich es nie mehr sein!" beteuerte er und stimmungsvoll tönte in seine Worte das jubelnde Finale, mit dem die Kapelle soeben ihr Stück beendete.„ Bisher habe ich daran gezweifelt, daß ein Weib den Mut besitzen könnte, mit mir meinen Weg zu gehen. Nun will ich mit doppelt freudigem Eifer auf meiner Bahn weiterschreiten!" ,, Seite an Seite!" flüsterte Klara in überströmendem Glück. „ Und Mund an Mund!" rief Hellborn, den ersten Kuß auf thre bebenden Lippen drückend. „ Was tust du?" suchte sie sich ihm zu entziehen. Man lommt, es ist dein Kind!" „ Unser Kind, Klara!" betonte er.„ Willst du es lieben?" ,, Wie ein eigenes!" versprach sie. ,, Da bin ich wieder, Vater!" rief der kleine Hellmut am Eingang der Laube.„ Sie spielen nicht mehr!" Hellborn zog ihn auf seinen Schoß. „ Komm her, mein Sohn," sagte er zu dem Knaben,„ ich jabe dir etwas zu erzählen von einer neuen Mutter, die ch für dich gehunden habe!" Hätte das füße neue Glück sie nicht so ganz in Anspruch Jenommen und für alles, was draußen vorging, gleichgültig Jemacht, so wäre ihnen ohne Zweifel die Gesellschaft an dem juvor verlassenen runden Tische aufgefallen, die sich immer ausgelassener und ungenierter benahm. „ Also ein Anarchist bist du geworden?" wandte Graziella ich eben wieder an Otto. „ Das ist die große Parole der neuen Zeit," erwiderte der Befragte pathetisct ,,„ frei sein von allem und das bischen Leben genießen, so lange wir können! Nach uns die Sündflut, bas Kommende fümmert uns nicht!" Elsa blickte ihren Geliebten fragend an: ,, Bist du auch ein Anarchist?" „ Wenn du es verlangst!" rief Robert, bereits berauscht, mit heiserer Stimme. Alles für einen Kuß von deinen Lippen!" Und er wollte sie umarmen und füssen. Das Mädchen wehrte ihn ab. „ Was fällt dir ein! Hier im öffentlichen Garten! Der Champagner muß dir zu Kopf gestiegen sein!" „ Ein Anarchist," fing Graziella wieder an, das ist so einer, der sich von keinem beherrschen lassen will, nicht wahr?" Von großem Interesse war diesmal die erste Verwendung lenkbarer Luftschiffe. Beide Luftschiffe haben in den ersten Tagen sehr gut gemeldet. Die beiden kommandierenden Generale fonnten sich über den Gegner ein ganz flares Bild machen. Von einem Fachmann wurde täglich zweimal eine Wetterfarte herausgegeben, so daß die Luftschiffe auf herannahende Gewitter und ähnliche Störungen durch Funtenspruch aufmerksam gemacht werden konnten. P. 2" mußte am ersten Tage, nachdem er in den Rücken der blauen Partei gelangt war und sogar die Sammlung einer Division bei Dirschau gemeldet hatte, inmitten der blauen Partei landen und in eine falsche Ballonhalle einfahren. Die Landung erfolgte aus Friedensrücksichten zur Schonung des Materials. Von den 8 Zylindern war nur einer beschädigt. Im Ernstfalle hätte er weiterarbeiten fännen. Samstag morgen 5 Uhr waren wieder beide Luftschiffe in Tätigkeit. Die roten Befestigungen mit der Hauptstellung, den vorgeschobenen starten Stellungen und den wieder diesen vorgelagerten. Scheinanlagen haben sich sehr bewährt. Es ge= lang glänzend, den Feind und sein Luftschiff zu täuschen, ihn aufzuhalten, zur unnötigen Entwicklung zu zwingen u. die schwache Besatzung der Scheinanlagen und der vorge schobenen Stellungen ohne Verluste in die Hauptstellung zurückzuziehen. Nicht uninteressant war ferner, daß in diesem Jahre die Verluste praktisch dargestellt wurden. Ueberall sah man sie auf den Feldern, in den Chausseegräben herumliegen, Offiziere, Mannschaften, Pferde. Die Geschütze waren umgekehrt, die Gewehre zusammengesetzt. Klagen über zu dicke Schüßenlinien gab es in diesem Kaisermanöver nicht; für die Reserven der Truppen waren richtige, höh= lenartig in die Erde eingegrabene und abgestreifte unter= stände geschaffen worden wie sie mit großem Erfolg in der Schlacht bei Mukden angewandt worden waren. Zum Barenbesuch in Friedberg. Die Kaiserin von Rußland traf in Begleitung der zweitältesten Tochter des Kaiserpaares, der Großfürstin Tatjana, am Samstag in Bad- Nauheim ein, um ihr erstes Bad zu nehmen. Die jugendliche Großfürstin badete in einer Fürstenzelle. Der Baderaum der Kaiserin ist in sinniger Weise mit Blumen ausgeschmückt und bietet in seinen hellen freundlichen Farben und dem bunten Schmuck der Blumen einen Anblick, der bei dem hohen Gast einen erfreulichen Eindruck hinterließ. Die Girlanden an den von der Stadt Friedberg errichteten Fahnenstangen und die Tannenzweige an der Ehrenpforte sollen am 17. September, dem Geburtstage der Großherzogin, erneuert und die Deforation reicher gestaltet wer den. Von der Stadt und der Friedberger Bürgerschaft wird eine sestliche Begehung des Geburtstages der Landesmutter geplant. Die hiesigen Musikkapellen werden eine Serenade veranstalten. Seinen Aufenthalt im Schlosse bringt der Großherzog, der bekanntlich ein großer Kunstfreund ist, vielfach mit Malen zu, während die Großherzogin ihre Zeit weiblichen Handarbeiten widmet. in wo Die Zarenfamilie wird sich nach dem Aufenthalt Deutschland Ende Oktober nach Stiernewice begeben, große Jagden angesagt sind. Ein bedeutendes Polizeiaufgebot aus Petersburg geht schon jetzt dorthin ab. Wie verlautet, soll Kaiser Wilhelm als Gast des Zaren in Stierne wice eintreffen, um an den Jagden teilzunehmen. Die Rücksehr der Zaren Familie nach Zarsloje Selo erfolgt am 19. November. Das Großherzogspaar besuchte am Sonntag den Got tesdienst in der Dankeskirche. Das hohe Paar nahm inmitten der Gemeinde gegenüber der Taufsteingruppe Platz. Der Zar wohnte mit den vier Großfürstinnen dem Gottesdienst in der russischen Kirche bei. Der Zar und die älteste , van Durst d: tem znarchist sein!" drohte Elsa Robert mit dem Finger. „ Warum nicht?" lach: e dieser. ,, Nein, ich leide es nicht!" „ Wenn ihr keine Herzen mehr anerkennen wollt," stiminte Graziella ihr bei, was soll de aus unseren Pantoffeln verden?" „ Das ist etwas anderes," meinte Otto galant, dem schönen Beschlecht sind wir immer untertan!" „ Das heißt, solange es jung und schön ist wie ihr!" setzte Robert hinzu. ,, Dann will ich mir die Anarchie gefallen lassen!" meinte Graziella. „ Sie lebe!" rief Robert. Auch Otto ließ die beginnende Trunkenheit jede Borsicht bergessen. ,, Und nieder mit allem, was sich Gesetz und Recht nennt," tief er ,,, nieder mit allen Tyrannen!" Während sie klirrend die Gläser zusammenstießen, unterhielten sich in der benachbarten Laube die Förstersleute und Frca Baumert noch immer ahnungslos mit dem Gendarm über ben Deserteur. „ Es sind auch nach anderen Seiten Leute ausgeschickt," lagte der Gendarm soeben,„ der Telegraph hat gespielt, die Bolizei ist überall benachrichtigt; über kurz oder lang muß er uns in die Hände fallen!" ,, Vermutlich wird er eine Hafenstadt zu erreichen suchen," meinte der Förster ,,, und nach Amerika flüchten wollen. Dorthin läuft ia alles Gefindel." " Da entgeht er uns am wenigsten," versetzte der Gendarm, „ der Telegraph ist schneller als er!" ,, Aber wie wollen Sie ihn, ohne ja recht zu wissen, wie er aussieht, denn eigentlich fangen?" warf die Försterin ein. „ Auf die einfachste Art von der Welt," antwortete der Gefragte. Die Haussuchung in der Wohnung des Einjährigen lieferte der Behörde eine Photographie von ihm in die Hände, bie vervielfältigt und an alle Gendarmen in der Umgegend verteilt wurde." ,, Ach, das möchte ich sehen," rief Frau Baumert, wie so ein Deserteur aussieht!" Der Gendarm griff in seinen Waffenrock. „ Ich habe selbst ein Exemplar bei mir!" sagte er.„ Damit tann ich Ihnen also dienen!" Frau Baumert hatte kaum einen Blick auf die Photographie geworfen, als sie schreckenblaß zurückfuhr. „ Aber das- das ist ja „ Wer?" " Auch die Försterin blickte jetzt auf das Bild und alle Farbe wich ebenfalls aus ihrem Gesicht. Die am weite liegende 29. fenhausen. tier, trafen b marschierten Ulftertal eing Dirett am D bann bezogen fich das Gefe Heulos, Dirl find in Fuld in Thalau, Großfürstin Olga saßen unter einem kleinen Baldachin rechtz vom Allerheiligsten. Die drei jungen Großfürstinnen hatten ihre Pläße hinter dem Zaren. Bei der An- wie bei der Abfahrt der kaiserlichen Automobile hatte sich ein größeres Publikum eingefunden, welches den 3aren höflich grüßte. Der Kaiser dankte durch beständiges Lüften des Hutes. Um eine Ueberfüllung des fleinen Kirchenraumes zu vermeiden, war der Eintritt in die Kirche nur gegen Karten gestattet. Sonntag nachmittag fuhr der Zar mit dem Großherzog, der das Automobil selbst steuerte, sowie die Familie des Prin zen Ludwig von Battenberg, ferner die Großherzogin mit der Prinzessin Andreas von Griechenland und den vier Großfürstinnen in 5 Automobilen zum Besuch des Grafen Stolberg- Wernigerode auf Schloß Ortenberg und kehrten um 6.45 Uhr wieder zurück. Heute trifft Prinz Andreas Griechenland hier ein; seine Schwiegereltern, die Familie Prinz Ludwig von Battenberg, reisten gestern nach Jugen heim ab. Morgen wird Prinz Heinrich von Preußen nebft Familie zu längerem Aufenthalt hier eintreffen. ton Allmus, die fanterie- Briga geübt. Die die 61er Arti Dragoner in in Stodhaujer ung ift in U Gefechtstage Armee( 80er) blaue( 81er) am Freitag Der Sonntag war für Friedberg ein denkwürdiger Tag. An diesem Tage waren es nämlich 36 Jahre, daß Kaiser Wilhelm 1. anläßlich des ersten Kaisermanövers im hiesigen Schlosse Wohnung bezog. Auch waren es an diesem Tage 22 Jahre, daß der Bulgarenfürst Alexander von Battenberg auf seiner Flucht vor seinen eigenen Landestindern, infolge Einmischung der russischen Regierung im Friedberger Schlosse Wohnung nahm. Lokales. Kom Gießeu, 13. September 1910. ** Verliehen wurde vom Großherzog das Kom turkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Generalmajor von Francois, Kommandeur der 49. Infanterie- Brigade( 1. Gr. Hess.); das Komturkreuz 2. Klasse desselben Ordens dem Oberst von Müller, Kom mandeur des Inf.- Rgts. Kaiser Wilhelm; das Ehrenfreuz desselben Ordens dem Oberst v. Lindequist, mandeur des 1. Hann. Inf.- Rgts. Nr. 74, seither Oberst leutnant beim Stabe des Inf. Rgts. Kaiser Wilhelm, und dem Oberstleutnant He u er beim Stabe des lettgenann ten Regiments; das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens dem Hauptmann Busse, Kompagniechef im Infanterie- Re giment Kaiser Wilhelm und das Ritterkreuz 2. Klasse des selben Ordens dem Zahlmeister Becker im Inf.- Regt. Kaiser Wilhelm. ** Die Neuwahlen zu der Stadtverord netenversammlung finden voraussichtlich am 25. Oftober statt. * Die Universität wurde im Jahre 1909 mit folgenden Geschenken bedacht: 1. Reichsrat v. Klemm- Haardt i. d. Pfalz 5000 Mt. für die Klemm- Stiftung, 2. Profes sor Poppert- Gießen 1000 Mt. für die Scherzer- Stiftung, Kommerzienrat Heichelheim- Gießen 4000 Mt. für das Lese zimmer der Universitäts- Bibltothes, 4. Verlagsbuchhändler Credner- Leipzig zahlreiche Werke. Praktische Zuwendungen erhielt die Landeshochschule außerdem noch von FrazerCambridge, welcher dem Seminar für neuere Sprachen pho nographische Wiedergaben englischer Vorträge überwies, und von Prof. Dr. Groos- Gießen, welcher dem philosophischen Seminar mehrere Werke schenkte. ** Die schriftlichen und mündlichen Meister prüfungen für die Provinz Oberhessen finden seit vori ger Woche statt und dauern noch mehrere Tage. Es sind auch dieses Mal wieder unter der großen Anzahl Herren der Prüflinge die verschiedensten Handwertszweige ber an der Feld von Sach di 5 Uhr früh um Bobenha lerie und M 557, der Fe Bei Gieße Die Gegner fenberg zujan Ende und di berg. ** Do Weblar g ein Konzert. Zeitung: M ger ernste un Solis und e pfinden beru ung zu erfe wirklicher Ge In den Qu schönen Har fiffentliche gehoben sei an dessen her wahre Freud ferat in heu * Au werbe. N seit der Ein fich nun lan len. Seit de August 1909 drang von Die Nachfra 1910 noch Juli aber if bei ist im in der Zeit bietung alle möglichst vi Einfuhr vo ten 1909 415 675 90 Doppelzentne lich die aus * Vom Manöver. Die heute beginnenden Divi sionsmanöver der preußischen 21. Division ziehen sich von Grünberg bis nach der Wetterau, nach Gieß ein und U richstein hin; die hessische 25. Division fämpft zwischen Lauvonjährigen terbach, Fulda, Freiensteinau, Herbstein und Stockhausen. Bei Grünberg hat die 21. Division eine große Feldbäckerei errichtet und in 5 Zelten den Betrieb eröffnet. Eine Kriegs füche wird bei dem Bahnhof Burg- und Nieder- Gemünden eingerichtet. Heftige Gefechte fanden am Freitag u. Sams tag auf den verschiedenen Kampfpläßen der Brigaden statt. ,, Wein Gott!" entfuhr es ihr unwillkürlich. " Was habt ihr?" fragte der Förster verwundert. ,, Ach, Gott, die Ähnlichkeit!" stammelte Frau Baumert. „ Ja, nicht zu leugnen, eine große Ähnlichkeit- mit Die Försterin konnte nicht weiter sprechen. Lorenz Reine riß ihr das Bild aus der Hand, sah es an und ließ es wie vernichtet wieder aus der Hand fallen. „ Hölle und Teufel, das ist ja der Otto!" schrie er.„ Wie wie kommen Sie zu dem Bilde da?" fuhr er den überraschten Gendarm an. Der wußte nicht, was er denken sollte. ,, Verzeihen Sie," meinte er verlegen, ich sagte es ja soeben: es ist die Photographie des Deserteurs! Sie kennen denselben?" Der Förster rang nach Fassung. " Ich habe einen Sohn dort in Maienfeld," sprach er dumpf ,, beim zweiten Regiment." ,, Lorenz, um Gottes willen!" schrie die Försterin auf. Eine laute, trunkene Stimme, die sich in diesem Augenblid braußen an dem runden Tisch erhob, flang in schriller Dissonan bis nach der Laube herüber. ,, Kellner, he Champagner! Soll man denn hier verdursten? schrillte es im rauhen Kehlton in die eingetretene Stille. Auch in der gegenüberliegenden Laube war der Ruf ver nommen worden. Zu Tode erschrocken fuhr Klara empor. „ Was ist das? Hast auch du das gehört?" stieß fie aus Hellborn richtete sich gleichfalls betroffen auf. „ Was meinst du?" fragte er. „ Das- das war meines Bruders Stimme!" preßte fü hervor. ,, Du mußt dich getäuscht haben!" meinte er. Das Mädchen spähte durch das dichte Geblätter der Laube „ Ich sehe ihn nicht, und dennoch, er war es, der dor Sprach!" beharrte ste. ,, Allmächtiger Gott, er er ist hier!" hatte gleichzeitig Frau Baumert, sich vergessend, aufgeschrien. Starr und stumm wie eine Bildsäule hatte der Förster sid langsam aufgerichtet; die rankenden Zweige auseinanderbiegend blickte er hindurch und griff sich wie von einer tödlichen Kugel getroffen an die Stirn. „ Otto!" tam es tonlos über seine Lippen. Das ist un mählich wi angelangt f Preise wie Steuer, die * Ein wärtig auf Bahnhofes phenamtes fletn erwies Telegra September ordentlichen richt für d für die O brechend ge hilfe vorbil günstig we 2511 geftie entsprechend teilhaft en trug am Hiervon er 72 047, au frante 59 0 auf die S wird sich n haben, die die Verhan gigen Tag * A1 Schneiderm Jubelpaar Glüdwünsc fer Straß ung erfrei nach der welche Ma Vorschrifte langen. * V batte ge ma gefäl auf die Gießen u Kriminal gefängnis folg die im Großt daß an Rheingau Breifen a Mitteldeut Personen Ein schweigender, furchtbarer Kampf erschütterte ihn fich lich, einen Augenblick drohte er umzusinken, dann aber strafften seine eisernen Muskeln sich rasch wieder und hoch sich auf reckend, sprach er in gebrochenen Lauten zu dem Gendarm: ,, Sie brauchen nicht mehr nach dem Deserteur zu suchen - ich fann Ihnen den Mann übergeben!" ( Fortsetzung folgt.) Danau fic fes Reju über 120 der Sten Personen men Baldachin recha roßfürstinnen hatten An- wie bei der e fich ein größeres ren höflich grüßte. ten des Hutes. Um mes zu vermeiden gen Karten gestattet Dem Großherzog, der Familie des Brin ie Großherzogin mi tland und den vie Besuch des Grafe berg und lehrten un Srinz Andreas tor eltern, die Famili gestern nach Jugen von Preußen neb treffen. denkwürdiger Lag Jahre, daß Kaise manobers im hiesiger es an diesem Lag tder von Battenberg andestindern, infolge Friedberger Schloffe 3. September 1910. Stoßherzog das Kom Philipps des Groß is, Kommandeur de das Komturkreuz 2 n Müller, Kom m; das Ehrenfren ndequist, Kom 74, seither Oberf aiser Wilhelm, un abe des lettgenanu affe desselben Orden ef im Infanterie- Re erfreuz 2. Klasse de fer im Inf. Regt Stadtberori aussichtlich am 25 im Jahre 1909 mi Tat v. Klemm- Haard Stiftung, 2. Profe Scherzer Stiftung, 3 Mt. für das Lese Verlagsbuchhändle ttische Zuwendunge noch von Frazer neuere Sprachen pho orträge überwies, un dem philosophische Die am weitesten nach Osten bei Gersfeld, Tann und Fulda liegende 29. Division manöverierte am Freitag bei Friesenhausen. Die 116er rückten von Gersfeld aus dem Quartier, trafen bei Weyhers mit den 168ern zusammen und marschierten dem Regiment 115, das in Tann und dem Ulstertal einquartiert war, über Dietershausen entgegen. Direkt am Dorf Friesenhausen wurde bis nachts gekämpft, dann bezogen zwei Bataillone Biwat. Samstag entwickelte fich das Gefecht weiter nach Fulda zu auf den Höhen bei Keulos, Dirlos, Wissels, Dipperz und Wisselsrod. Die 115er find in Fulda- Dirlos- Dipperz, die 116er in Fulda, 168er in Thalau, 23er Dragoner in Pilgerzell, 25er Artillerie in Allmus, die Pioniere in Wiesen untergebracht. Die 50. Infanterie- Brigade hat bei Frischborn, Lauterbach, Herbstein geübt. Die 117er liegen in Salzschlirf und Großen- Lüder, Bie 61er Artillerie in Angersbach, dte Pioniere und 24er Dragoner in Großenlüder. Die 118er haben ihre Quartiere in Stockhausen und Blankenau, die Maschinengewehr- Abteilung ist in Uffhausen. Die 42. Infanteriebrigade hat zwei Gefechtstage im hohen Vogelsberg hinter sich. Die rote Armee( 80er) befehligte am Freitag Oberst von Conta, die blaue( 81er) Prinz Friedrich Karl von Hessen. Das Gefecht am Freitag spielte sich an der Straße Schotten- Ulrichstein an der Feldkrückerhöhe ab. Am Samstag befehligte Oberst von Sach die 81er, Oberst von Altrock die 80er. Schon um 5 Uhr früh standen die Gegner im Anmarsch auf den Höhen um Bobenhausen, Ober- und Unterseibertenrod. Die Artillerie und Maschinengewehr- Abteilung standen an der Höhe 557, der Feind auf der Höhe Wolfenbrust an der Ohm. Bei Gießen fämpfte gestern die 41. Infanterie- Brigade. Die Gegner stießen zwischen Hausen, Steinbach und Schif= fenberg zusammen. Erst gegen 2 Uhr war der Kampf zu Ende und die Truppen rückten in die Quartiere bei Grünberg. ** Das Münch'sche Solo- Quartett aus WebIar gibt kommenden Donnerstag in Steins Garten ein Konzert. Wir lesen über dasselbe in einer auswärtigen Zeitung:„ Mit guten Stimmitteln begabt, trugen die Sän ger ernste und heitere Lieder vor, Quartette, Duette und Solis und erzielten durch ihre auf echtem musikalischen Empfinden beruhende Art des Vortrages, der eine gute Schulung zu erkennen gab, eine nachhaltige Wirkung. Das war wirklicher Gesang, der von Herzen fam und zu Herzen ging. In den Quartetten verschmolzen sich die Stimmen zu einer schönen Harmonie, die nicht gestört wurde durch das flisfentliche Vordrängen eines einzelnen. Besonders hervorgehoben sei der vorzügliche erste Tenorist Herr Alb. Münch, an dessen herrlicher Stimme und Vortragskunst man seine wahre Freude haben konnte." Näheres ist aus dem Inserat in heutiger Nummer zu ersehen. ge= ** Aufwärts bewegung im Tabatgewerbe. Nach den schweren Zeiten, die die Tabakindustrie seit der Einführung der Steuer durchgemacht hat, scheint sich nun langsam wieder eine Besserung anbahnen zu wollen. Seit dem ersten Monat nach Eintritt der Steuer, dem August 1909, hat noch kein Monat einen geringeren Anbrang von Arbeitsuchenden gebracht als der Juli d. Is. Die Nachfrage auf je 100 offene Stellen war im Januar 1910 noch um 655 höher als im Januar 1909; für den Juli aber ist das Verhältnis bereits auf 171 gesunken. Dabei ist im Auge zu behalten, daß im vergangenen Jahre in der Zeit vor Eintritt der Steuererhöhung unter Auf= bietung aller Kräfte gearbeitet wurde; galt es doch, noch möglichst viel unversteuerten Rohstoff zu verarbeiten. Die Einfuhr von Rohtabak erreichte in den ersten sieben Monaten 1909 eine Menge von 499,981 Doppelzentner gegen 415 675 Doppelzentner in der Parallelzeit 1908 u. 382 472 Doppelzentner 1907. Jm laufenden Jahre bleibt nun freilich die ausländische Rohstoffzufudr äußerst start hinter der fämpft zwischen Laborjährigen zurück: sie beträgt nur 349 672 Doppelzentner. in und Stockhausen Das ist umsomehr zu verstehen, als die Tabafpreise all= mählich wieder auf einem teilweise ungewöhnlichen Stande angelangt sind. Deutscher Tabak steht überhaupt so hoch im Preise wie faum zuvor. Das ist ein Vorteil der neuen Steuer, die den einheimischen Tabatbau start begünstigt. ndlichen Meist er essen finden seit von rere Tage. Es f oßen Anzahl Herm andwerkszweige ver te beginnenden Divi ision ziehen sich vo Gießen und ne große Feldbäckerei eröffnet. Eine Krieg ind Nieder- Gemünden am Freitag u. Sam 1 der Brigaden stat ürlich. verwundert. lte Frau Baumert. Ahnlichkeit- mitrechen. Lorenz Rein S an und ließ es ST Otto!" fchrie er. uhr er den überrascht te. ,, ich fagte es ja foebe Sie kennen denselben nfeld," sprach er dum die Försterin auf. ch in diesem Augenbl ng in schriller Diffone denn hier verdurften ngetretene Stille. ube war der Ruf v fuhr Klara empor gehört?" ftieß fie ar roffen auf. 3 Stimme!" preßte meinte er. hte Geblätter der Laub er war es, der d Jier!" hatte gleichzei rien. le hatte der Förster f eige auseinanderbieger on einer tödlichen Rug Lippen. mpf erschütterte ihn fit nfen, dann aber strafft eder und hoch fich a en zu dem Gendarm: em Deferteur zu fuc geben!" folgt.) * Ein Telegraphengebäude wird gegen- wärtig auf der südlichen Seite des Empfangsgebäudes des Bahnhofes errichtet, weil die früheren Räume des Telegraphenamtes sich gegenüber dem gesteigerten Verkehr als zu Metn erwiesen haben. ** Der Verband mittlerer Reichs- Post- und Telegraphen- Beamten hält vom 12. bis 14. September im„ Lehrervereinshaus" zu Berlin seinen 20. ordentlichen Verbandstag ab. Der vorliegende Geschäftsbe= richt für das Kalenderjahr 1909 läßt erkennen, daß dieser für die Organisationsbewegung der Beamtenschaft bahn' brechend gewesen und auf dem Gebiete der sozialen Selbsthilfe vorbildlich tätige Verband sich auch im Betriebsjahre günstig weiterentwickelt hat. Der Mitgliederbestand ist um 2511 gestiegen und betrug Ende 1909 über 38 000. Dementsprechend haben sich auch die Vermögensverhältnisse vorteilhaft entwickelt; das Gesamtvermögen des Verbandes betrug am Schlusse des Berichtsjahres über 1,6 Millionen M. Hiervon entfielen u. a. auf den Verbands- Reservefonds Mt. 72 047, auf den Fürsorgefonds für Lungen- und Nerven= trante 59 000 Mt., auf die Fürsorgekasse 218 384 Mt. und auf die Sterbefasse 1 204 461 Mart. Der Verbandstag wird sich mit einer großen Reihe von Anträgen zu befassen haben, die Organisation und Standesfragen betreffen. Ueber die Verhandlungen werden wir eingehend berichten. * Die Gerichtsferien erreichen mit dem morgigen Tage ihr Ende. * Auf eine 25jährige Ghe blickten am Sonntag Schneidermeister Hamel und seine Gattin zurück. Dem Jubelpaar wurden anläßlich dieses Ehrentages zahlreiche Glückwünsche zuteil. * Straßenbahn. Welch einer Fürsorge sich unser Straßenbahnunternehmen bet der Straßenbahnverwaltung erfreut, zeigt der Umstand, daß jezt schon, 9 Monate nach der Inbetriebsetzung der Bahn, die Wagen auf irgend welche Mängel untersucht werden, während die gesetzlichen Vorschriften nur in jedem zweiten Jahr diese Prüfung verlangen. * Vom Tage. Der Kaufmann Linte aus Laasphe hatte zwei Wechsel auf den Namen einer Offenbacher Firma gefälscht. Seinem Vergehen am man nun vor furzem auf die Spur und als er am Freitag einen Ausflug nach Gießen unternahm, wurde er auf Ersuchen der Offenbacher Kriminalpolizei festgenommen und in das Untersuchungsgefängnis gebracht. in mit * Stenographisches. Mit welch großem Erfolg die Stenographie in der Provinz Hessen- Nassau und im Großherzogtum Hessen gepflegt wird, zeigt die Tatsache, daß an dem Wettschreiben des Hessisch- Nassauischen( MainRheingau)-Verbandes Gabelsbergerscher Stenographen Hanau sich 670 Personen beteiligten, von denen 453 Preisen ausgezeichnet werden konnten, an demjenigen des Mitteldeutschen Bundes Stolze- Schrey in Wiesbaden sich 500 Personen beteiligten, von denen 303 Preise errangen. Dieses Resultat ist um so erfreulicher, weil in den Abteilungen über 120 Silben, die ja nur für die praktische Verwendung der Stenographie im Geschäftsleben in Frage kommen, 215 Personen ausgezeichnet wurden. Aus Hessen un Nachdbargebiet. * Grünberg. Am Sonntag, den 25. September, 10% Uhr vormittags, findet in Grünberg die Hauptver- sammlung der Mitglieder des Gewerbevereins für das Großherzogtum Hessen einschließlich der„ Kunstgewerblichen Grup pe" des Landesgewerbevereins für das Jahr 1910 statt. Die Tagesordnung der Hauptversammlung ist vorläufig wie folgt festgesetzt: 1. Begrüßungen, Geschäftliche Mitteilun Begen, Tätigkeitsbericht des Landesgewerbevereins. 2. stimmung des Ortes für die nächste Hauptversammlung in der Provinz Starkenburg. 3. Die Mitarbeit der Gewerbeund Handwerkervereine an der Lehrlingsfürsorge. 4. Bericht über den derzeitigen Stand der Frage der Reichsversicherungsordnung. 5. Das Vortragswesen in den Ge= werbevereinen. 6. Anträge. 7. Verschiedenes. * Butzbach. Um den Landwirten die Möglichkeit zu geben, auf Grund von Proben sich Saatgut unserer ertragreichsten Sorten von Wintergerste, Roggen und Winterweizen zu verschaffen, veranstaltet die Landwirtschaftskammer am nächsten Donnerstag gelegentlich der Auktion von Ebern 2c. in Butzbach einen Saatgutmarkt. * Gichelhain. Hier wurde Bürgermeister Schaaf zum dritten Male einstimmig wiedergewählt. * Bad Nauheim. Am 18. September findet hier die Hauptversammlung des Hessischen Landesverbandes des Deutschen Flottenvereins statt. * Bad Nauheim. In der abgelaufenen Woche sind 892 Kurgäste angekommen und beträgt die Gesamtfre quenz nunmehr 30 760 Personen, wovon noch 5249 anwesend sind. * Mainz. Der Verbandstag des Verbandes länd licher Genossenschaften Raiffeisenscher Organisation f. Rheinpfalz, Baden und Großherzogtum Hessen wird morgen hier stattfinden. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag des Reichstagsabgeordneten Dr. Will- Straßburg i. E. über: Die Notwendigkeit einer guten Organisation. * Mainz. Als Termin der Mainzer Stadtverordnetenwahl ist Donnerstag, 26. Oftober, seitens der Bürgermeisterei in Aussicht genommen. Da die Sozialdemokratie nicht für ein gemeinsames Zusammengehen mit den übrigen Parteien auf Grundlage der seitherigen Zusammensetzung der Stadtverordnetensizung zu haben waren und beschlossen, für sich allein vorzugehen, dürfte es wohl nicht ohne den üblichen Wahlkampf abgehen. treten. -m Bischofshaim v. Rhön. Einen seltenen Kunstgenuß hatten die zahlreichen Zuhörer, die am Abend des 8. September den geräumigen Postsaal hier füllten. Die wegen der Manöver auf dem angrenzenden preußischen Gebiete in der Nähe befindliche Kapelle des 116. Inf.- Rgts. in Gießen war zu einem Konzert gewonnen worden, dessen sein zusammengestellte Vortrags- Ordnung in ihrer erakten Ausführung auserlesene Genüsse bot. Die Darbietungen begeisterten das dankbare Publikum nach jeder Nummer zu rauschendem Beifall, der sich womöglich noch steigerte nach der Glanznummer:" Deutschlands Erinnerungen an die Kriegsjahre 1870-71" von H. Saro, die in 23 Teilen die Ereignisse von der Kriegserklärung bis zum Frie densschluß an dem musikalischen Chor vorüberziehen ließ. Hierdurch erhielt das Konzert noch einen lebhaft patriotischen Einschlag, der in mehreren Reden zum Ausdruck fam. Herrn Obermusikmeister Löb er, der seine tüchtige Kapelle wunderbar in der Hand hat, sei für den einzig schönen Abend auch hier noch herzlicher Dank gesagt. * Echzell. Unter Mitwirkung der Landwirtschaftsfammer wird am 29. und 30. Oftober in Echzell eine Provinzial- Geflügelausstellung abgehalten. * Finthen. Die Zwetschenernte in hiesiger Ge meinde zählt wohl zu den bedeutendsten in ganz Hessen. Sie ist jetzt hier in vollem Gange. Das Ergebnis stellt sich gegenüber der leßtjährigen Vollernte auf taum ein Viertel des Ertrages. Die Händler zahlen für den Zentner 7-8 Mt., während der Marktpreis sich auf etwa 10 Pfg. das Pfund stellt. * Wetzlar. Bei dem am Freitag über unsere Gegend gezogenen Gewitter wurde die Frau des Arbeiters H. Berghäuser im benachbarten Niedergirmes von einem Blitzstrahl getroffen und sofort getötet. * Marburg. Aus dem Kreisverwaltungsbericht für 1909 ist zu ersehen, daß im Kreise Marburg, abgesehen von der Stadt Marburg, 69 Volksbibliotheken vorhanden sind; im letzten Winter bestanden im Kreise 24 Fortbildungs= schulen mit 521 Schülern. * Limburg. Der schöne, alte Brauch, in den Dörfern auf den öffentlichen Pläßen Lindenbäume anzupflanzen, ist neuerdings leider vielfach in Vergessenheit geraten. Nur hier und da findet man noch einmal eine" Dorf linde", mächtige, oft mehrhundertjährige Baumriesen. Landrat Büchting von Limburg empfiehlt daher in einer Bekanntmachung jeder Dorfgemeinde, welcher ein passender Platz zur Verfügung steht, wieder„ Dorflinden" anzupflanzen und zu pflegen. * Koblen z. Am Sonntag 18. und Montag 19. September findet in der hiesigen Festhalle ein Kongreß der Milchhändler- Verbände aus Rheinland- Westfalen, Hessen- Nassau und Süddeutschland statt, zur Beratung eines in Aussicht genommenen Zusammenschlusses der Verbände in den genannten Landesteilen. Der Hauptzweck der Beratungen ist, Mittel und Wege zu finden, um plößliche Milchpreis= erhöhungen durch die Produzenten zu verhindern. Aus aller Welt. * Berlin. Prinzessin Viktoria Luise von Preußen, die einzige Tochter des Kaisers, vollendet morgen das 18. Lebensjahr. Sie wird somit nach den Gesetzen des föniglichen Hauses großjährig. * Berlin. Der Reichstag hat im vorigen Jahre einstimmig den Erlaß eines Reichs- Theater- Ge= se te verlangt. Um dem Bundesrat das erforderliche Material für ein solches Geseß zu beschaffen, hat die Reichsregierung nunmehr eine Kommission eingesetzt, in die auch drei Bühnenleiter berufen wurden. * Berlin. Das preußische Kriegsministerium hat bei der Reichsregierung ein allgemeines Verbot von Luftschiffahrten und Aeroplanflügen über deutsche Land- und Seebefestigungen einschließlich der im Umkreis liegenden Städte und Ortschaften beantragt. * Würzburg. Der Würzburger Magistrat bewilligte 5000 Mart als Ehrensold für die Veteranen von 1866 und 1870. )( Die Meisterschaft von Deutschland über 100 Kilometer gewann R. Scheuermann am Sonntag Bestbewährte gesunde und magendarmkranke -Kindermehl Kuteke -Krankenkost Nahrung für: sowie schwächliche, In der Entwicklung zurückgebliebene Kinder. auf Brennabor. Der Sieger schlug Salzmann, A. Stell= brink u. a., auch verbesserte er sämtliche Bahnrekords. )( Straßenfahrten. Die 100 Kilometer lange 250 Radfernfahrt Hemer- Neheim- Menden- Hemer das Kilometer lange Straßenrennen Berlin- Guben- Berlin u. das Verfolgungs- Mannschaftsfahren Berlin wurden am Sonntag auf Brennabor gewonnen, während die 210 Kilometer lange Radfernfahrt Berlin- Rathenow- Berlin dieser Marke den zweiten und dritten Preis brachte. * New York. Die Wiederwahl Roosevelts zum Präsidenten der Union erscheint heute schon als gesichert. Bei den ersten Neuwahlen der kommenden Wahlkampagne, den Gouverneurs- und Kongreßwahlen in den Neu- Eng land Staaten, siegten die fortschrittlichen Republikaner unter Roosevelt über die regulären unter Taft. Geschäftliches. Das Technikum Mittweida ist ein unter Staatsaufsicht stehendes, höheres technisches Institut zur Ausbildung von Elektro- und Maschineningenieuren, Technifern und Werkmeistern und zählt jährlich zirka 3000 Studierende. Der Unterricht sowohl in der Elettrotechnik als auch im Maschinenbau wurde in den letzten Jahren erheblich erweitert und wird durch die reichhaltigen Sammlungen, Laboratorien für Elektrotechnik und Maschinenbau, Wertstätten und Maschinenanlagen 2c. sehr wirksam unterstüßt. Das Wintersemester beginnt am 18. Oftober 1910, und es finden die Aufnahmen für den am 3. Oftober beginnenden, unentgeltlichen Vortursus von Mitte September an wochentäglich statt. Einen Nachtrag zum Motorwagen- RataI og 1910 haben die Brennaborwerte in Brandenburg a. H. soeben herausgegeben, jedoch darf das stattliche Büchlein, welches 44 Seiten umfaßt, eher als neuer Katalog bezeichnet werden. Es kann in den Hauptkatalog eingelegt bezw. eingeheftet werden. In einem einleitenden Vorwort wird auf die Erfolge dieses Jahres, unter denen sich allein 3 goldene Medaillen befinden, hingewiesen. Hierauf findet der 20-24 PS- Wagen, den die Werke jetzt bauen, eingehend Erwähnung, und wird sein Bau durch eine technische Abhandlung nebst Zeichnungen in leicht verständlicher Weise erläutert. Wagenabbildungen dieser Type in DoppelPhaeton, Torpedo, Landaulet und Limusinenform nebst Erklärungen schließen sich an; dann folgt eine Bezeichnung der einzelnen Teile des Motorwagens. Die bewährten Brennabor- Wagen haben sich bekanntlich bereits weit über Deutschlands Grenze hinaus viele Freunde und Anhänger erworben. Katalog und Nachtrag stehen jedem Interessenten gern umsonst, und postfrei zur Verfügung. If Literarisches. Das Elend der Fremdherrschaft. Von Heinrich Bechtolsheimer. 107 S. m. 11 Abbdg. Preis 75 Pfg., geb. 1 Mt. Hamburg 36, Königstr. 21-23 Gustav Schloeßmann's Verlagsbuchhandlung( Gust. Fick). In der belannten Sammlung von Lebens- und Zeitbildern aus den Befreiungsfriegen unter dem Titel„ Als Deutschland erwachte" erscheint obige Schrift als Heft 8. Das Heft öffnet uns die Augen über die Tatsache, daß die Franzosenzeit unglaubliche Summen an materiellen Gütern dem deutschen Volke entrissen hat. Es zeigt uns, welches Elend, welche Not über die einzelnen Landesteile mit dieser Schreckenszeit hereingebrochen sind. Ganz besonderes Interesse an diesem Bändchen dürften alle Rheinländer, Pfälzer und Hessen haben. Diese Gebiete hatten unter Napoleon außerordentlich stark zu leiden, und dementsprechend wird die Not dieser Landesteile Deutschlands aufs eingehendste von dem Verfasser in lebendiger Darstellung hier behandelt. Ein glückliches Familienleben ist der höchste Wunsch jeder Frau, doch wie oft wird es getrübt durch die Sorgen, die die Hausfrau hat, um es bei der heutigen Teuerung zu ermöglichen, daß es im Haushalt an nicht fehle. In allen hauswirtschaftlichen Fragen ist ein treuer, nie versagender Ratgeber Vob achs Frauenund Moden= 3eitung". Dies Lieblingsblatt der Hausfrau bringt abwechselnd zahlreiche Modelle für Damenund Kinderkleidung und-Wäsche mit gebrauchsfertigen Schnittmusterbogen, die die Hausfrau in die Lage seßen, durch Selbstanfertigung der Garderobe für sich und ihre Kin der Ersparnisse zu machen. Weihnachtshandarbeiten bringt in reicher Auswahl das neue Quartal. Der umfangreiche hauswirtschaftliche Teil bietet eine Sammlung erprobter Kochrezepte und erstrebt durch erschöpfende Behandlung aller Fragen des Haushalts eine gute wirtschaftliche Schulung der Hausfrau. Gediegene Romane und belehrende Artikel, sowie Lektüre für die Kinderwelt sorgen für Unterhaltung u. geistige Anregung. Die Beilage Illustrierte Chronik der Beit" bringt die interessantesten Beitereignisse im Bilde. Bei aller Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit fostet" Vobachs Frauen- und Moden Zeitung" nur 15 Pfg. wöchentlich oder Mt. 1.80 viertelfährlich. Wer sich aber nur für Moden interes= fiert, kann die Modenbeilage auch apart bestellen unter dem Titel:„ Moden- Zeitung fürs Deutsche Haus". Alles Nähere wolle man aus dem unserer heutigen Nummer beiliegenden Prospekt ersehen. Abonnements nehmen alle Buchhandlungen und Postanstalten entgegen. In der kommenden Saison werden es die Königinnen der Mode nicht leicht haben, ihren Thron zu behaupten, da gerade diesmal die Künstler an der Seine zahlreiche reizvolle Neuheiten ausgeflügelt haben, sodaß die Wahl schwer ist, und man leicht fehlgreifen kann. Einen vorzüglichen Ueberblick über alle Novitäten bringt die neueste Nummer des tonangebenden Weltmodenblattes, Große Modenwelt" mit bunter Fächervignette( Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 57). Abonnements zu 1 Mt. vierteljährlich nehmen sämtliche Buchhandlungen und Postanstalten entgegen. Gratis Probenummern durch erstere und den Verlag. 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Vierteljährlich 6 Sefte, Preis 90 Pfg.( Durch den Briefträger zugestellt, 6 Pfg. Bestellgebühr vierteljährlich.)( Diese Ausgabe bringt nur Moden ohne Wäsche und Handarbeiten.) Name: Ort, Straße und Hausnummer: * Die nichtgewünschte Ausgabe bitte im vorstehenden Bestellzettel zu durchstreichen. Probe Illustration aus dem Wäscheteil von ,, Vobachs Frauen- und Moden- Zeitung". ( Jährlich ca. 600 Modelle für Wäsche für Erwachsene und Kinder mit Schnittmusterbogen.) Gestricktes Lätzchen jür Babys. Mie urteilen unsre Abonnentinnen über , Vobachs Frauen- und ModenZeitung"? Jcb nehme Gelegenheit, Ihnen zu sagen, wie sehr mir Ihre Zeitschrift ans Herz gewachsen ist. Auch meine biesigen' Bekannten finden großen Gefallen an dem Journal. Frau Charlotte Locke in Kasan ( Rußland), Ich freue mich, daß unser lieber Wochenfreund immer weiter und praktischer ausgebaut wird. Frau Rebel, Bad Freienwalde. Zugleich möchte ich Ihnen Einfaches Nachtröckchen ſagen, entzückt bin. 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Hier auszuschneiden und an Ihren Briefträger oder am nächsten Postschalter abzugeben, falls Jhnen teine Buchhandlung bekannt ist. An das Post- Amt Zur Beachtung! Dieser Zettel kann nach erfolgter Namensunterschrift unfrantiert in den nächsten Brieftaften geworfen werden. Hier Das Gebä gen Scheuer in Don im Wege öffe werden. Die Die Besichtigu Angebote der Aufschrift einzureichen. Gießen Bur Ne Ein Enth lichen Sonnta Beginn des n zwischen dem preußischen Re tige Abmachu worden. Eini Auge gefaßt halt und Hin halb schon jet Die Bestin rafter haben berlaffen blei Braris werde Der Entwurf lichen Ruhetag Bu laffent als fifum zu sehr worden, daß Sonntagsruhe fitum fich an ebenjo leidt ung der Berta Die Nove rube in allen Helle verbund oder in der zulässig, doch fchreiten. Nä fchränkte Son tellen, im al mur noch die To daß die A Herren ihrer Angestellten bi fo muß der Beginn des C des Gottesdie fchäftseröffnun fchäfte also v