: n. Steingoetter. alles wird ge anöver Jan. 1910. Uhr. Dorftellung Coupinel Aften von Bisson. Ende 9 Uhr MM Januar od. edentliches hen er bon 16-17 ern, Wiefect, Diepenerstr. 143. immer alltorfte. 67 II. Bu 32 4, 5% dsch., Wechsel, 2c auch Raten a. P. Bleier, Rüdporto. SA gpulver Bestel brik ,, Hansa" burg. -Düten erhalten ff. Kakes gratis eigerung Stadtwald. 7. Jan. 1910, Uhr Waldungen der fftrift Haugel gen m. 10,24 fm cheitholz Knüppelholz Stocholz n- Reisig unft ist auf der ingen am Hanch. Januar 1910. germetteret Ben. Reller Bücher en nachsehen) Krahmer, gstrasse 6. Dige miffion menscheiben u. zu verkaufer. pedition d. Bl. Garten tenstrasse. stisch bonnement. mittel. de gegen hohe Röber& Co. Afá aft m. b. 5. Mittelweg 27. im Hause, bet br. 8 Mr. Berb. , Hamburg 22. Nr. 10. scheint täglich außer Sonntags. Bezugspreis: vierteljährlich durch die Träger frei ins paus 1.35 Mt., durch die Post bezogen 150 Mr. Grpcbition: Sichen, Geltersweg 83. Donnerstag, den 13. Januar 1910 Gießener 20. Jahrgang Juferate: die 44 mm breite Petitzetle 20 Pfenets, Reklame:" 90 50 Beilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet " 1 " " 1 Telephon- Anschluß: Gieken, Nr. 368. " Nenelle Nachrichten ( Stekener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weßlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen Lokales und Provinzielles. ** Der Großherzog empfing am 12. Januar u. a. den Kommerzienrat Grünewald von Alsfeld, den Sanitätsrat Dr. med. Beste von Bad- Nauheim und den Kommerzienrat Müller von Gießen. ** Minister Braun ist vorgestern von Berlin zurückgekehrt. ** Die gemeinschaftlichen Sibungen der Fimanz ausschüsse beider Kammern zur Beratung der Finanzlage des Landes finden Dienstag, den 18. Januar, nachmittags und Donnerstag, den 20. Januar, vormittags statt. ** Aus dem Parteileben. Der Jung= liberale Verein Darmstadt hatte gestern Abend seine Mitglieder zu ener Jahresversammlung einberufen, welcher auch Reichstagsabgeordneter Dr. Os ann beiwohnte. Den Jahresbericht erstattete der Vorsißende, Ingenieur Rit zert. Der gegenwärtige Stand der Mitglieder beträgt 250. Bei der Vorstandswahl wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder durchgehends wieder gewählt. Rechtsanwalt Dr. Hofmann 2. sprach noch über die Wahlrechtsvorlage. ** Die Provinzialtasse für Oberhessen zeigt eine Einnahme von 727 252 Mt., eine Ausgabe von 675 380 Mart und einen Ueberschuß von 51 872 Mart. Die acht Kreise trugen zur Kasse 330 000 Mart bei. Die größten Ausgaben erforderten die Kreisstraßen, nämlich 276 266 Mart, für Gesundheitspflege wurden 134 570 Mark verausgabt. ** Im Großherzogtum Hessen werden in der nächsten Zeit neue Dreimarkstücke mit dem Bildnis des Großherzogs Ernst Ludwig zur Ausgabe gelangen. Der betreffende Stempel wird von dem Münzmedailleur Schultz hergestellt, dem Schöpfer der auf unseren neueren Münzen seit 1888 befannten Adlerseite. Die Münze wird, falls ihr vom Großherzogtum Hessen einige Stücke zur Verfügung gestellt werden, an Münzensammler gegen ein geringes Aufgeid von 50 Pig. einzelne Stücke von poliertem Stempel abgeben. wie *)(* Volksunterhaltungsabend. Immer mehr und immer mächtiger bricht sich der Gedanke Bahn, daß unsere geistigen und fünstlerischen Schäße nicht nur das Gut Einzelner oder einzelner Bevölkerungsschichten sein dürsen, sondern daß die Gesamtheit unseres Volkes ein Recht ( ja geradezu die Pflicht) hat, an ihnen teilzunehmen. Und es ist für den Volksfreund eine Freude, zu sehen, dieser Gedanke in gleicher Weise gewürdigt wird von den Gebenden wie von den Empfangenden. Ueberall regt sich geistiges und künstlerisches Streben; Volksbildungsvereine entfalten aller Crten ihre segensreiche Tätigkeit; der RheinMainische Verband für Volksbildung veranstaltet Vortragsund Unterhaltungsabende und schickt sein vorzügliches Verbandstheater mit ausgewähltem Repertoire in die Provinz hinaus, um auch entlegeneren Orten mustergiltige Aufführungen zu bieten; Behörden und Verwaltungen von Sammlungen sind gern bereit wir müssen das gerade mit Rücksicht auf unsere hiesigen Verhältnisse und in Erinnerung an unseren ersten Verkehrstag dankbar hervorheben ihrer Pflege unterstellten Sammlungen dem Publikum auf billigste und bequemste Art zugänglich zu machen. Und die Saat, die hierdurch gestreut wird, wird sicher gute Früchte tragen für unser ganzes Volk. Auch der unter der Leitung unseres Provinzialdirek tors Herrn Geheimerat Dr. Breidert, stehende Mitteideutsche Sängerverband verfolgt ähnliche Ziele. Abgesehen von dem Streben, den Männergesang an sich zu fördern und zu heben, sucht er die Freude am deut schen Liede, die Freude an wahrem künstlerischem Genießen in immer breitere Massen des Volkes zu tragen. Diesem Streben dienten und sollten dienen die Eichendorff- Feier im Jahre 1908 und die Mendelssohn- Feier im vergangenen Jahre. Neben solchen größeren sollten diesem Zwecke aber auch kleinere Veranstaltungen dienen, die in einzelnen Be zirken, Städten und Dörfern seines Verbandsbereichs eingerichtet werden. So hat sich aus zwei Vereinen des Verbandes, die unter derselben Leitung stehen, ein Chor von über 100 Sänger gebildet, der Sonntag, den 23. Januar, einen sogenannten Volts unterhaltungsabend in Gießen veranstaltet. In liebenswürdigster Weise haben Stadttheater Gießen. Der felige Toupinel. Schwank in 3 Akten von Alexander Bisson. lat Typen! das ist ja die Hauptsache! ob es nun ein französisches Schwantfabrikat ist oder ein deutsches. Der Inhalt läßt sich so wenig wiedergeben, wie der etwa vom„ Husarenfieber" oder der„ Panne". Der selige Tou pinel war eben ein Schwerenöter; in Paris läßt er eine ihm angetraute Gattin 6 Monate allein, während er in der Provinz für seine hübsche Bachstelze", die dort als rechtmäßige Gattin gilt," schwärmt. Nach seinem Tode haben beide Witwen wieder geheiratet; sie tennen sich beide nicht, die Männer wissen nichts von der Vorgeschichte und damit der Spaß beginnen fann wohnen sie in ein und demselben Haus. Netter Zufall! Der Advokat des Verstorbenen und der Kapitän Mathieu, der den alten Toupinel und seine„ Bachsteize", nun die Gattin Valorys, wohl kannte, veranlassen nun eine Reihe köstlicher Verwechselungen und komischer Situationen. Die beiden ersten Atte sind unstreitig besser als der letzte. Gespielt wurde unter Curt Gühne's Regie recht flott; ausgezeichnet war R. Goll als Dupperon, auch C. Gühne als Mathieu. Ganz nett spielte Lore Scholz als Dupperons Gattin und Edgar Pauly lich dem Diener Francois guten Ausdruck, wie er aus allen Rollen, die er anpackt, etwas zu machen versteht. Zu nennen wäre vielleicht noch Ferry Daubal( Valory) und Erna Güldener( Angela). Karl Volck dagegen machte aus dem Advokaten, was ihre Mitwirkung auch einige Damen zugesagt, deren Namen auf dem Gebiete der Volksbildung und der Kunst einen ausgezeichneten Klang haben. Dem Abend wird das Thema „ Kindheit und Heimat" zu Grunde liegen, und es werden demgemäß Sologesänge, Rezitationen und als Männer= chöre ausgewählte Voltslieder zum Vortrag kommen, die alle diesen beiden Gebieten entnommen sind. Die Eintrittspreise werden, dem Zwecke des Abends entsprechend, niedrige sein, und ein etwaiger Ueberschuß soll für einen wohltätigen Zweck verwendet werden. Wünschen wir dem Unternehmen bestes und erfolgreichstes Gelingen!( Näheres über den Unterhaltungsabend in den nächsten Tagen durch Inserate in diesem Blatte.) !! Fortbildungskurse für Turnlehrer. Da die im letzten Frühjahr und Herbst in der Zentral= Turnlehrer- Bildungsanstalt in Berlin abgehaltenen Fort= bildungskurse für Turnwarte und Vorturner so lebhaften Anflang fanden und so erfreuliche Erfolge gezeitigt haben, hat sich das Ministerium entschlossen, alljährlich einen solchen Kursus abzuhalten. Der nächste beginnt am 18. April 1910. Die Teilnehmerzahl ist wiederum auf 100 berechnet und die Anmeldung zur Teilnahme geschieht durch die Gaue der„ Deutschen Turnerschaft". Allen Teilnehmern, die preu ßische Staatsangehörige sind, stehen 4 Mark Tagegeld und freie Hin und Rückfahrt zur Verfügung. Der Kursus dauert 20 Tage. = r- Gießen, 13. Jan. Der Evang. Arbeiter verein plant gelegentlich des am 20. Februar abzuhaltenden Volksunterhaltungsabends die Aufführung des Volksstücks in fünf Aufzügen:„ Der Leiermann und sein Pflegetind". Dieses Stück, das in einer Reihe an= derer Städte mit großem Erfolg aufgeführt wurde, wird, bei guter Besetzung der Rollen, auch am hiesigen Plaße seine Wirkung nicht verfehlen. Die Aufführung soll, soweit möglich, auch Nichtmitgliedern zugänglich gemacht werden. * Gießen, 13. Jan. Heute Abend um 8½ Uhr hät Prof. Schmidt in der neuen Universitäts- Aula einen Experimentalvortrag über„ Elektronen". = *)(* Großen Buseck, 13. Jan. Von dem Personenzug, der hier nach ½ 8 Uhr durchfährt, mußte heute ein Wagen, dessen Achse durch Heißlaufen in Brand geraten war, ausgeschaltet werden. * Alsfeld. Eine Kreis- Geflügel- Ausstellung findet am 12. und 13. Februar hier statt. * Aus Rheinhessen. Die Spar- und Dar= lehnstasse Hochheim bei Worms verlor bei dem Kon= furse einer Möbelfabrik in Worms über 200 000 Mark. * Mainz, 10. Jan. Die Polizeiverordnung über den zehn- Uhr Ladenschluß in den Animierineipen hat die Genehmigung des Ministeriums erhalten. * Darmstadt, 12. Jan. Auf der Strecke zwischen Darmstadt und Kranichstein wurde heute vormittag von dem um 7,38 Uhr den hiesigen Bahnhof verlassenden Personenzug ein Arbeiter, der vermutlich in der Merckschen Fa brit beschäftigt ist, überfahren. Er war sofort to t. Die Personalien konnten noch nicht festgestellt werden. * Marburg. Zur Frankfurter Universitätsfrage hat der Magistrat eine Eingabe an das Kultusministerium ge richtet. Die Eingabe ist in Abschrift dem Landtagsabgeordneten des Kreises, Landrat von Negelein, sowie dem Regierungspräsidenten zur Kenntnisnahme zugestellt worden. * Wezlar, 11. Jan. Die seit einigen Tagen vermißte 60 Jahre alte Marie Schneider von hier wurde im Walde an der Straße nach Dutenhofen als Leiche gefunden. Sie hatte sich mit dem Halstuch erhängt. * Gettenba ch. Der in Diensten der Erbgräfin Marie zu Vsenburg- Büdingen- Meerholz stehende Kutscher Klein hat Selbstmord durch Erhängen verübt. * Friedensdorf a. L., 11. Jan. Heute früh brach bei Entfernung der Stüßen die im Rohbau fertig gestellte Brücke über die Lahn plößlich zusammen. E2 wurde niemand verlegt. Es wird vermutet, daß bei den letzten Hochwassern die Fundamente teilweise unterspült worden sind. * Schönberg. Am 19. Januar findet in der romantisch auf steiler Bergeshöhe gelegenen hiesigen Marienkirche die Trauung der Prinzessin Edda v. Erbach- Schönberg mit dem Prinzen von StolbergWernigerode statt. Bereits am Tage zuvor, am 18. Jan., die Haltung, das ganze Wesen angeht, einen Pastoren, aber keinen schmunzelnden Advokaten. Warum tischt man gerade diesen Schwant auf? Wenn Bisson damit 1890 wie mit anderen Stücken ich nenne z. B. nur„ Madame Bonivard"( 1883) Triumphe feierte, müssen wir darum seine Schwänte spielen. Sind wir selbst auf diesem Gebiete so arm? Haben wir nicht auch Schwänke und Possen? Und dürfen es nicht ebenso sehr Lustspiele sein? Weit davon entfernt für unsere Lustspielfabrikanten Kadelburg, Schönthan und Co. 2c. die Trommel rühren zu wollen, dessen einer Compagnon Kadelburg, so viel ich weiß, mit seinem neuen Lustspielchen„ Der dunkle Punkt" in Mainz volle Häuser macht, halte ich es für meine Pflicht, auf ein Lustspiel des vergangenen Jahres aufmerksam zu machen, das es verdiente, in anderem als in diesem Zusammenhang genannt zu werden. Ich meine Hermann Bahr s " Konzert"( Buchausgabe erschienen: Berlin, Erich Reiß Verlag); zweifellos das Lustspiel des vergangenen Jahres, wenn nicht das bedeutendste des letzten Dezenniums! Geschlossen im Aufbau, vollendet in der Sprache, geistreich und frisch ohne alle Moralischkeit und alles Philiströse entrollt es eine wunderbare Handlung voller Menschlichkeit( menschlich ohne jeden moralischen Beigeschmack): ein Künstler, umjubelt von der Schar seiner Schülerinnen, gibt von Zeit zu Zeit ein„ Konzert", das heißt, er entflieht aus dem großen Lärm des Alltags in eine einsame Hütte, droben in den Bergen; doch nicht mit seinem Weibe, sondern einer seiner Schülerinnen. werden die Trauungsfeierlichkeiten durch ein großes Fest eingeleitet. Hechtsheim, 11. Jan. Heute früh brachen Diebe in die katholische Kirche ein, erbrachen mehrere Schränke, in denen sie aber feine Wertgegenstände vorfanden. Der Schrank mit den fostbaren Altargefäßen widerstand infolge seines Eisenbeschlages. Die Diebe hatten das Stafet überstiegen und ein Fenster erbrochen. * Sprendlingen, 7. Jan. Auflösung der höheren Bürgerschule. Auf eine vom Mitnisterium des Innern eingegangene Zuschrift hin ist die Auflösung der hiesigen höheren Bürgerschule zum 1. April 1910 definitiv beschlossen. Der Gemeinderat hat in gestriger Situng einstimmig den Beschluß gefaßt, die Schule als Privatschule unter Anstellung eines seminaristisch gebildeten Lehrers, einer den fremdsprachlichen Unterricht erteilenden Lehrerin und Beibehaltung des gegenwärtigen Hilfslehr- perjonals weiterzuführen. Die anfängliche Jahresausgabe stellt sich dann auf etwa 3250 Mart. Ein dauernder Marimalzuschuß der Gemeinde von 500 Mark jährlich wurde bewilligt. * Melsungen, 4. Jan. Eine Versammlung der Bürgermeister des Kreises Melsungen beschäftigte sich mit der Frage der Versorgung des Kreises mit elektrischer Energie für Licht und Kraftzwecke und etwaiger Beteiligung an dem Projekt einer UeberlandZentrale, welches von den Kreisen Kassel, Hann. Münden und Hof- Geismar zur Zeit aufgestellt wird. Der Anschluß von Teilen der Kreise Wolshagen und Frißlar ist zu erwarten. Literarisches. Wieviel Vorfahren haben wir bis zu Christi Geburt? Diese Frage wird in dem soeben erschienenen 6. Band der„ Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens" in folgender Weise beantwortet. Die Zahl unserer Vorfahren bis zum Beginn unserer Zeitrechnung festzustellen, erscheint auf den ersten Blick schwierig, und doch ist es recht einfach. Man berechnet das Alter einer Generation, das heißt den Zeitpunkt bis wohin einem Vater ein männlicher Nachkomme geboren wird, im Durchschnitt auf 30 Jahre. Demnach entfallen auf die Zeit von 1910 bis zu Christi Geburt etwas mehr als 63 Generationen. Die Zahl unserer direkten Vorväter, immer nur vom Vater zum Vater gerechnet, beläuft sich also nur auf 63 Männer. Eine Mannesbreite von Schulter zu Schulter fann man auf 75 Zentimeter annehmen. Stellte man alle unsere direkten Vorväter nebeneinan der auf, so würde sich dadurch nur eine Linie von 47% Meter Länge ergeben. Es sind dies erstaunlich kleine Zah len. Ganz anders fällt aber das Resultat aus, wenn wir die Gesamtzahl unserer Vorfahren bis zu Christi Geburt berechnen. Ein jeder Mensch besitzt Vater und Mutter, also zwei Personen als nächste Vorfahren. Eine jede von diesen hatte wieder Vater und Mutter, das bedeutet vier Personen mehr. Diese besaßen wiederum Vater und Mutter, was acht Personen mehr ausmacht. Berechnet man auf diese Weise die ganzen 63 Generationen hindurch die Zahl der Elternreihe, so stellt sich heraus, daß ein jeder von uns bis zu Christi Geburt auf rund 140 000 000 000 000 000 Vorfahren zurückblicken kann. Redaktion, Druck und Verlag von Albin Klein. Gießen. ASTHMA Engbrüstigkelt- Beklemmung Sofortige Linderung mit permanentem Erfolg durch Dr. Elswirth's Astmol- Asthma- Pulver von viel. Aerztenu.Geheilten begutachtet. Gratis Proben werden durch die Engel- Apotheke, Frankfurt a. M., Gr. Friedbergerstrasse, versendet. Preis der grossen Blechdosen Mk. 2.50. In Apotheken erhältlich, Was mich an dem Lustspiel am meisten befriedigte, ist die sichere geistreiche Dialogführung, die geschickte und dabei immer fünstlerisch feine Ausnutzung aller tomischen Situationen und vor allem an der Handlung der Schluß. Bahr ist kein Moraltrompeter, daß er in 2 oder 3 Theater stunden seinen Helden völlig umwandelte; Heint, so heißt der Künstler, braucht nun einmal das Lächeln der Frauen, das Flimmern und Rauschen und Glitern des Lebens das braucht ein Künstler; denn die Frauen sind der Erfolg". Er wird seine Frau, der er sagt:„ Du bist ja doch die einzige, die ich je wirklich lieb gehabt, in meinem gan zen Leben!" doch wieder betrügen. Er muß es; denn " es" fängt an„ die spanische Partie, das Damengambit". Ich kenne tein vollkommeneres Lustspiel, das fast noch schöner zu lesen ist, obwohl es am 23. Dezember 1909 bei der gleichzeitigen Uraufführung im Kgl. Schauspielhaus in Frankfurt, dem Kgl. Schauspielhaus in Dresden und Lessingtheater in Berlin einen großen Erfolg aufweisen konnte. Weit mehr als durch die Aufführung des neuen Sudermann machte sich die Theaterdirektion verdient, wenn sie uns bald mit diesem Werke bekannt machen wollte. - - Für einen modernen Menschen, der von dem Theater mehr verlangt als plumpen Wiß oder französische Suppe, fann es meinem Empfinden nach feinen höheren Genuß geben als Bahrs dreiattiges Lustspiel:„ Das Konzert" wenn ich die lange Reihe der vielen Neuerscheinungen beich denke an den trachte, die für einen Abend entstehen „ Klub essel" um auf immer zu verschwinden! H. F. Cttavio. Der preußische Etat. Ein sparsamer Staatshaushalt. Im preußischen Abgeordnetenhause legte gestern, nachdem sich Herr von Bethmann Hollweg als Ministerpräsident durch eine kurze Ansprache eingeführt hatte, der Finanzminister Freiherr von Rheinbaben die Finanzlage des preuBischen Staates dar. Er führte dabei etwa folgendes aus: Das delt, der seine vorgesetzte Behörde von seiner Tüchtigkeit überzeugen wollte, Der Kronprinz und die Kronprinzessin haben sich gestern nachmittag, einer Einladung des Fürsten Pleß folgend, nach Fürstenstein in Schlesien begeben. Heute mittag erfolgt die Weiterreise nach Dels. Die Rückkehr nach VerIin findet am Sonnabend abend statt. Das preußische Herrenhaus nahm in seiner gestrigen ersten Sizung zunächst die Neuwahl des Präsidiums vor. Es wurden wiedergewählt der bisherige Präsident Fretherr von Manteuffel, der erste Vizepräsident Oberbürger meister a. D. Becker und der zweite Vizepräsident Feiherr von Landsberg. Alsdann vertagte sich das Haus auf Mittwoch. Zum Straßburger Konflikt. Die Antwort des kaiserlichen Statthalters an den Bischof Dr. Frißen in der Angelegenheit der katholischen Lehrer ist, wie offiziös erklärt wird, deshalb nicht der Deffentlichkeit übergeben worden, weil man auf seiten der Regierung gern alles vermeiden möchte, was den Streit noch verschärfen könnte. Sollte indessen der Fortgang der Erörterungen es geraten erscheinen lassen, diese Zurückhaltung aufzugeben, so wird das Schreiben des Statthalters unverzüglich veröffentlicht werden. In der Sache felbft teilt der Statthalter den prinzipiellen Standpunkt, den Staatssekretär Born v. Bulach den Bischöfen gegenüber eingenommen hat. sich um den vermißten Angestellten handelt, der bei dem Feuer mehrere Mädchen von dem Flammentode rettete und bei dem letzten Versuch von dem einstürzenden Fußboden in die Tiefe gerissen wurde und so umgekommen ist, Ein deutscher Durchgänger verhaftet. In Paris wurde gestern ein junger Deutscher namens Gustav 3ickel aus Meißen in Sachsen, der dort Unterschlagungen verübt hatte und dann flüchtig geworden war, verhaftet. Man fand kei thm noch 800 Francs und einen Bankdepotschein über 00 Francs. Die Verhaftung erfolgte auf Veranlassung der deutschen Behörde. Die ungarische Ministerkrise von neuem akut. Die Mission des Herrn von Lukacs, ein ungarisches Ministerium zustande zu bringen, ist nunmehr endgültig gescheitert. Mit der lückenhaften Ministerliste den Kampf gegen den Reichstag aufzunehmen, dazu hat ihm wohl schließlich der Mut gefehlt. Und so hat er denn das getan, was man längst ron ihm erwartet hatte. Er hat seine Mission in die Hände des Kaisers zurückgelegt. Graf Khuen Hedervary ist zum ungarischen Ministerpräsidenten ernannt worden. Damit bat Kaiser Franz Josef auf einen Politiker zurückgegriffen, der bereits zweimal ungarischer Ministerpräsident gewesen ist, und von dem man anscheinend erwartet, daß er auch der riesigen Schwierigkeiten der gegenwärtigen Situation Herr werden könne. Che ich zur Begründung des Voranschlags für das Jahr 1910 schreite, darf ich einen Blick auf die beiden vorangehenden Jahre werfen und das tatsächliche finanzielle Ergebnis des Jahres 1908, das voraussichtliche des Jahres 1909 Ihnen in Kürze darlegen. Was das Jahr 1908 betrifft, so habe ich in meiner vorjährigen Etatsrede gesagt, daß das charakteristische, aber betrübende Zeichen dieses Jahres darin besteht, daß der Verkehr der Staatseisenbahnen, namentlich der Güterverkehr, infolge der ausgangs 1908 einsehenden scharfen wirtschaftlichen Depression in sehr erheblichem Maße nachgelassen habe, und infolgedessen auch der Beitrag zurückgegangen ist, den die Eisenbahnen zur Deckung der allgemeinen Staatsbedürfnisse bisher geleistet haben. Ich habe damels die voraussichtlichen Mindereinnahmen der Eisenbahnverwaltung für das Jahr 1908 auf 134 Millionen geschäßt. Und diese Schäßung ist fast genau eingetroffen. Die Eisenbahnverwaltung schließt im Jahre 1908 mit einem Minderüberschuß von 134 Millionen ab. Das zweite, das Ergebnis des Jahres 1908 ungünstig beeinflussende Moment waren die erheblichen Aufwendungen für die Beamtenbesoldungen. Defizit des Jahres 1908 stellt sich auf nicht weniger als 202 Millionen, also im wesentlichen habe ich meine früheren Schäzungen als richtig erwiesen. Was das voraussichtliche Ergebnis des Jahres 1909 anlangt, so stand der Etat dieses Jahres unter dem Druck der Ungunst der wirtschaftlichen Lage. Vorsichtige Veranschlagung war deshalb am Blaze. Erfreulicherweise trat im Laufe des Jahres 1909, besonders in der zweiten Hälfte, die wirtschaftliche Besserung ein. Wir haben eine Aufwärtsbewegung in unserem gesamten wirtschaftlichen Leben zu verzeichnen. Der Minister kam dann auf den neuen Etat zu sprechen. Es wiederhole sich hier ein ähnliches Bild zwar sei eine Besserung gegen das Vorjahr eingetreten, aber die erhöhten Ausgaben hätten auch hier ein Defizit zur Folge gehabt. Man müsse eben in Rechnung ziehen, daß der Staat jezt am Ende einer Periode stehe, in der ganz außergewöhnliche Anforderungen an die Staatsfasse gestellt worden seien. Der Minister sette darauf die Einnahmen und Ausgaben des Eisenbahnetats des näheren auseinander und wandte sich darauf den anderen Einnahmequellen zu. Er berührte auch kurz die Frage der Schiffahrtsgelder u. erklärt mit erhobener Stimme, daß Preußen die in dem Wasserstraßengesek niedergelegten Pläne mit aller Energie zu einem siegreichen Ende führen wolle, unter Beseitigung aller Hemmnisse. Es ist zu erwarten, daß die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse, die in der letzten Zeit eingetreten ist, anhalten wird. Immerhin beträgt das Defizit für 1910 noch 92 Millionen. Der ausländische Markt wird uns immer mehr verschlossen. Deshalb werden wir vor allem auf eine Stärkung des inländischen Marktes Bedacht nehmen müssen. Vor allem muß die Bundesgenossenschaft zwischen Landwirtschaft und Industrie aufrecht erhalten werden.( Beifall). Es ist die größte Sparsamkeit nötig, wenn wir vermeiden wollen, neue Einnahmequellen zu suchen. In guten Jahren müssen wir Vorsorge treffen und Rücklagen machen, weil wir nicht wissen, vor welche Aufgaben wir gestellt werden. Der neue Etat stellt sich im ganzen auf etwa vier Milliarden. Es muß möglichst gespart werden, um das Defizit auf 92 Millionen zu beschränken. Der Minister erörterte sodann die einzelnen Etats und schloß: Auf dem Wege der Sparsamkeit, der zur Konsolidierung der preußischen Finanzen führt, werben wir weiter fortfahren. Nächste Sibung Sonnabend, den 15. Januar: Wahl des Präsidiums und der Schriftführer. Gericht g auf vier 2 Gine nifchen P fuche mit furzem be ift. Der bon cinem hatte, flei überrascht bewegung fie mit g Prinzip Die Indiana ausgerüft find; sie linie ang parates t Schiff in braucht m längs des Ruffische Unterschleife. Der russische Intendanturpro= zeß, der augenblicklich in Kasan verhandelt wird und sich gegen 12 Beamte richtet, hat ergeben, daß 47 Prozent des gelieferten Tuches total unbrauchbar waren, ebenso ein gro= ßer Teil anderer Montierungsstücke. Nach einer Ankündi= gung des Senators Garin stehen 67 neue Verhaftungen bevor. Der russische und der griechische Hof. Am russischen Hofe und in Regierungskreisen herrscht große Besorgnis wegen der Vorgänge in Athen. Man sieht den griechischen Königsthron als erschüttert an. Die Anwesenheit mehrerer griechischer Prinzen in Petersburg erhöht noch die Bedeutung der Athener Meldungen und die Besorgnis um dte Dynastie Griechenlands. Man fürchtet, daß es schon binnen kurzem in Athen zu einer schweren Krise kommen werde. Der preußische Haushaltsetat für 1910 berechnet die Einnahmen auf 3,837,412,963 Mart, die Ausgaben im Ordinarium auf 3,725,019,542 Marf, im Extraordinarium auf 204,393,421 Mark, zusammen auf 3,929,412,963 Mark; mithin sind die Ausgaben um 92,000,000 Mark höher als die Einnahmen. Der Fehlbetrag soll durch eine Anleihe gedeckt werden. Rundschau vom Cage. Politisches. Selbstmord eines Elfjährigen. In Reinickendorf bei Berlin vergiftete sich gestern abend ein elfjähriger Gemeindeschüler, Sohn eines Selterwasserfabrikanten. Motive konnten bisher von der Polizei noch nicht aufgeklärt werden. Mordtaten in der Eifel. Auf dem Wege von Stavelot nach der Eisenbahn wurde ein befahrter Landwirt, der feinen Sohn besuchen wollie, von zwet Unbekannten, die sich in einem Hohlwege versteckt gehalten hatten, überfallen, erstochen und beraubt. An der Landstraße nach Weibern fand man einen Schuhmachermeister des Ortes ermordet auf. Anscheinend liegt auch hier ein Raubmord vor. Eine neue Botschaft Tafts. Ein Neuyorker Blatt will wissen, daß Präsident Taft dem Kongreß eine neue Botschaft übermitteln werde, die ein Gesetz verlangt, um dem Terminhandel in Ackerbauprodukten ein Ende zu machen. Dieses Gesetz soll vom Präsidenten der Landwirtschaftskommission des Repräsentantenhauses vorbereitet werden, der bereits in Uebereinstimmung mit dem Landwirtschaftsminister das Gesetz ausgearbeitet hat. Das Gesez will die Benußung von Post, Telegraph und Telephon im Terminhandel ausschließen. Der Minister für Bost und Telegra= phie soll ermächtigt werden, allen Korporattonen, Etablis sements und allen Privatleuten, die solche Termingeschäfte machen, die Benutzung der Posteinrichtungen zu unterbinden Kleine Nachrichten. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Die Zeppelinsche Nordpolfahrt. Das Reichsamt des Innern hat Blättermeldungen zufolge zu der kommenden Sommer stattfindenden Vorexpedition des Zeppelinschen Nordpolarunternehmens den Dampfer„ Poseidon" zur Verfügung gestellt, um von Kiel aus Materialien zur Errichtung der Spitzbergenstation zu beschaffen. Der Dampfer wird jetzt in Geestemünde zu diesem Zwecke umgebaut. Keine Cholera in Berlin. Zu der choleraverdächtigen Erkrankung des am Sonntag aus Petersburg zugereisten Artisten Rosenthal wird mitgeteilt, daß die bakteriologische Untersuchung den Choleraverdacht nicht bestätigt hat. Das Befinden des Patienten hat sich im Rudolf Virchow- Krankenhaus erheblich gebessert. Der angebliche Attentatsplan gegen den Kaiser. Wie Berichtet, sollte nach Mitteilungen der„ Rußkoje Slowo" Anfang 1907 in Warschau ein Geheimbund zur Ermordung des deutschen Kaisers gebildet worden sein. Zu diesem Zweck wären dann vier russische Anarchisten nach Charlottenburg gekommen, wo die Pläne unter Beistand des berüchtigten deutschen Anarchisten Senna Hoy festere Ge= stalt angenommen hätten. Eine Berliner Korrespondenz stellt demgegenüber fest, daß in Berlin von der ganzen Angelegenheit nichts bekannt ist und daß es sich ausschließlich um die Erfindung eines russischen Polizeiipibels han91 Der Fall Welshofen Kriminalroman von M. Kossak. ( Nachdruck verboten.) Ein Opernfragment Richard Wagners. Das Antiquariat von Ludwig Rosenthal in München bietet in seinem neuesten Katalog das Partitur- Manuskript von Richard Wagners Jugendwerk„ Die Hochzeit" um den Preis vrt 20 000 M zum Kauf aus. Das Titelblatt der Handschrift zeigt folgenden Wortlaut: Fragment einer unvollendeten Oper: Die Hochzeit von Richard Wagner. Dem Würzburger Musikverein zum Andenken verehrt.( Introduktion: Chor und Septett.)" Am Schlusse des 36 Seiten umfaffenden Manuskriptes steht der Vermerk:„ Würzburg, den 1. März 1833. Richard Wagner." Der Entwurf des Operntertes " Die Hochzeit" war während eines Aufenthaltes des noch nicht zwanzigjährigen Wagner in Prag entstanden, die Komposition der ersten Nummer Chor und Septett führte er noch in Leipzig aus, wo er eben seine Studien bet dem Thomaskantor Weinliq abgeschlossen hatte. Defeft des Lenkballons M. 8". Das neue MilitärLuftschiff„ M. 3" hat bereits einen Defekt im Betriebe. Die auf Dienstag angefeßte Probefahrt vor der Reichsprüfungskommission und dem Inspekteur der Verkehrstruppen, Generalleutnant Freiherr v. Lyncker, konnte deshalb nicht abgehalten werden. Untergegangener Dampfer. Der Hamburger Dampfer „ Capua" ist auf der Fahrt nach Genua, wie aus aufge= fundenen Schiffstrümmern hervorgeht, in den Stürmen Anfang Dezember mit seiner 23 Mann starken Besatzung untergegangen. Die„ Lustige Witwe" in Saloniki verboten. Der Walt von Saloniki untersagte wegen eines serbischen Protestes die Aufführung der„ Lustigen Witwe" durch eine Wiener Operettentruppe, gab aber später seine Einwilligung. Die Serben begingen deshalb während der Vorstellung Ausschreitungen und schleuderten auf das Publikum Seffel, faule Gier und Tinte. Polizet und Militär entfernten als= dann die Serben, worauf die Vorstellung unter militärtschem Schutz ihren Fortgang nahm. Aus den Gerichtssälen. Das Dienstmädchen als Brandstifterin und Eins brecherin. Ein verbrecherisches Dienstmädchen, das schon längst für das Zuchthaus reif war, mußte sich gestern wegen mehrerer Straftaten vor dem Strafrichter berantworten. Vor der Berliner Strafkammer war die 23jährige ledige Marie Kopp wegen wiederholten einfachen und schweren Diebstahls im strafschärfenden Rückfalle angeklagt. Die Kopp ist trop ihrer Jugend schon wiederholt vorbestraft. In diesen Fällen handelte es sich unt recht schwere Taten, die einen außerordentlich stark ausge= prägten verbrecherischen Trieb der Angeklagten beweisen. So hatte sie als 16jähriges Dienstmädchen das Büfett ihrer Dienstherrschaft erbrochen und daraus 300 Mark gestohlen. Um den Diebstahl zu verdecken legte die Sechzehnjährige dann Feuer an, so daß die ganze Wohnung ausbrannte. Nicht genug damit, die Angeklagte ging sogar so raffiniert vor und zündete in der Nähe befindliche andere Grundstücke an, um nicht erst den Verdacht aufkommen zu lassen, daß die Brandstiftung nur zur Verdeckung eines Diebstahls geschehen sei. In einer anderen Dienststelle drohte die Angeklagte ihrem Dienstherrn nach ihrer Entlassung in Briefen, daß sie es ihm, wenn er nicht 50 Mark zahle, noch ordentlich besorgen wolle. Als die Zahlung nicht erfolgte, schlich sich die Angeklagte in die Wohnung ihres Dienstherrn und zerrschnitt sämtliche Polstermöbel und Betten. Zugleich verübte sie noch einen Dieb. stahl der erst jetzt zur Entdeckung kam. In einem anderen Falle benußte die Angeklagte die Kenntnis der örtlichen Verhältnisse zu einem recht raffiniert ausgeführten nächtlichen Einbruch, mit dem ein alter routinierter Einbrecher alle Ehre einlegen konnte. Die Kriminalpolizei konnte die Verdächtige noch an demselben Tage festnehmen. Auf dem Polizeipräsidium spielte die Angeklagte die entrüstete Unschuld. Auf eine Frage bestritt sie, Geld bet sich zu haben. Bei einer Durchsuchung durch eine Aufseherin wurden jedoch vier Hundertmarkscheine bei ihr gefunden, die sie in einem Taschentuch eingewickelt in ihrem Korsett versteckt hatte. Der Staatsanwalt beantragte eine Zuchthausstrafe von drei Jahren, da die Angeklagte anscheinend eine unverbesserliche und höchst gemeingefährliche Diebin sei. Das Der Bergarbeiterausstand in England. Dem bisher auf einen Teil der Belegschaft der Gruben in Northumberland beschränkten Streif werden sich, wie es heißt, am Montag sämtliche dort beschäftigten Bergleute anschließen. Er mürde dann etwa 100 000 Arbeiter umfassen. Als Frida Felix Offers kennen lernte, bestanden zwischen thm und Anita Brusio Beziehungen. Die beiden galten als Brautpaar, obgleich sie sich nicht dafür ausgaben. Anita trat zumal in einem anderen Berliner Varieetee auf, aber sie und Felix trafen sich täglich an einem dritten Ort, Restaurants und Cafees und machten auch zusammen Ausflüge. Er erzählte ganz offen jedermann, der es hören wollte, daß er Anita liebe und keinen höheren Wunsch hege, als sie als seine Gattin zu sehen. Wie er später Frida anvertraut, hatte sie den Termin der Hochzeit aber ständig hinausgerückt. Dann plößlich hatte sie mit ihm gebrochen, weil sie die Bekanntschaft Graf Welshofens gemacht, der sich dazumal für längere Zeit in Berlin aufgehalten und ein großes Interesse für sie an den Tag gelegt. Felix war wie ein Rasender gewesen, er lauerte seiner treulosen Liebsten auf der Straße auf, spionierte ihr nach und machte ihr Szenen. Frida tat das Herz weh, wenn sie sah, wie die Kollegen über ihn lachten. Einmal faßte sie Mut und fragte ihn, ob er es denn garnicht bemerkte, daß er allen zum Gespött diente. Er stußte, dann fragte er sie: ,, Ja, was geht Sie das denn an, kleines Mädchen?" Noch ein Opfer des Londoner Warenhausbrandes. Bei den Aufräumungsarbeiten in dem abgebrannten Londoner Warenhause wurde die verkohlte Leiche eines Mannes unter den Trümmern anfoefunden. Man nimmt aut. dah c ,, Es tut mir weh', wenn man über Sie lacht", gab sie naiv zur Antwort. Er sah sie lange sinnend an, dann reichte er ihr die Hand und sagte: ,, Sie sind ein gutes Kind, kleine Frida, biel besser, als jene italienische Schlange und- wissen Sie, daß Sie auch sehr hübsch sind?" aber da er viel verdiente, so würde er bald Geld genug beisammen haben, um seiner Mutter eine Rente zu kau= fen. Frida dachte, daß sie als Ehepaar seiner Mutter regelmäßig eine gewisse Summe für ihren Unterhalt schicken könnten, aber da sie zu schüchtern war, scheute sie sich, ihm gegenüber ihren Willen geltend zu machen. Er hatte fa auch auf alle ihre Entwürfe Gegengründe. Als der Winter vorüber war, nahmen beide vorübergehend Engagements an Sommerbühnen an und für den nächsten Winter berpflichteten sie sich dem Direktor der Kaiserhallen" in Wien. Hier trafen sie wieder mit Anti Brusio zusammen. Felix hielt sich der Italienerin scheinbar fern, aber Frida war dessenungeachtet nicht sicher, ob er sich dies Engagement nicht blos deshalb besorgt, um in der Nähe der einst so leidenschaftlichen Geliebten zu sein. Vor kurzem nun war Anitas Verlobung mit Graf Welshofen bekannt geworden. Kurz zuvor hatte Felix seiner Liebsten mitgeteilt, daß er nunmehr das Geld beisammen habe, um seiner Mutter die beabsichtigte Rente zu kaufen. Wenn das geschehen, war er pefuniär unabhängig und konnte seinen blonden Schat heiraten. Zusammen erwarben sie genug, um ein nicht nur sorgenloses, sondern sogar reiches Leben zu führen und sich sogar noch etwas zurückzulegen. Natürlich war sie durch diese Worte sehr verlegen ge= worden, aber troßdem beglückten sie sie, denn sie hatte den hübschen Menschen eigentlich vom ersten Augenblick an, da sie ihn sah, geliebt. Von da ab suchte er Fridas Gesellschaft und ein paar Wochen später sragte er sie, ob fie seine Frau werden wollte. Sie gab ihm mit Freuden ihr Jawort, nur beunruhigte es sie, daß er die Hochzeit noch auf längere Zeit hinausschieben wollte. Er müßte erst die Zukunft seiner Mutter sicherstellen, meinte er, Alle diese Dinge zogen am heutigen Abend an ihrem Geist vorüber und wieder und wieder suchte sie sich die Punkte zu vergegenwärtigen, die ihr rätselhaft deuchten. Das war erstens die Frage, was hat er während der beiden Jahre, die er angeblich bei seiner Mutter lebte, getan?" Bweitens ,,, warum wollte er die Heirat aufschieben, bis er die Zukunft seiner Mutter gesichert, für die er doch mit Leichtigkeit auch ohnedies zu sorgen vermochte?" Mehr aber als alles beunruhigten sie zurzeit die feltsamen Reden, die er an diesem Abend geführt. Du hättest besser wählen können!" Das klang ia gerade – ja, großer Gott, das flang als ob er irgend eine Schuld auf der Seele hätte! Frida fuhr auf, als hätte sie eine Schlange gestochen Wie konnte sie nur solchen Erwägungen Raum geben? Hatte sie nicht heute noch ihrem Geliebten beteuert, daß sie ihm stets vertrauen, daß nichts sie in dem Glauben an ihm wankend machen würde? Sie haßte sich um ihrer häßlichen Gedanken willen, aber seltsam, sie ließ sich nicht zum Schweigen bringen. Frida weinte ihre Kissen naß, ehe sie endlich Schlaf fand. ,, Wirst Du mich immer lieben, nie etwas Schlechtes von mir glauben, was Du auch hören mögest? Wirst Du mir immer vertrauen?" Als ob er das nicht gewußt hätte, ohne daß sie es ihm besonders zuschwor! Wenn er ehedem so gefühlt hätte, wie heute, würde er sie zu einer glücklichen Frau machen fönnen, sagte er, aber jeßt== Und dann fügte er hinzu: Am andern Vormittag, als sie eben mit ihrer Freundin Louison zur Probe gehen wollte, klingelte es und ein Kolporteur, der sich damit beschäftigte, in den Häusern Volksromane und schlechte Zeitschriften zu verbreiten, trat ein, um die jungen Damen zu veranlassen, auf eines seiner Blätter zu abonnieren. Sie sagten ihm, daß sie nach seiner Lektüre kein Verlangen trügen, aber der Mann war nicht los zu werden. Sehr spannende Geschichten stehen in den Journalen, lauter Kriminalgeschichten," erzählte er ihnen. ,, Hier zum Beispiel damit wies er auf ein Blatt ist eine Begebenheit erzählt, die dem Fall Welshofen ausnehmend gleicht. Sie kennen doch die Geschichte von der Ermordung des Grafen, Fräulein?" wandte er sich an Frida. Natürlich habe ich davon gehört," entgegnete das Mädchen. Ja, ich meine, er ist doch vergiftet worden?" sagte Frida ziemlich uninteressiert. Wie sollte er da in seinem Bett überfallen sein und wie hätte er schreien sollen?" ,, Ach, Sie wissen Näheres über den Fall, Fräulein?" fragte der Mann lebhaft. ,, Aber nicht doch, ich weiß nichts, was nicht gang Wien weiß." Aber vielleicht weiß Ihr Brätigam, der Herr Olfer mehr darüber?" forschte jener, Frida scharf firierend. ,, Mein Bräutigam?" wiederholte sie überrascht. Was wissen Sie von meinem Bräutigam, Herr=" ( Fortsetzung folgt.) fommt au es mit bol die mit d erfolgreich richtet, al versehen Eine richtsfunt ihr 100. nachgelaffe und die munter u Beiten gil zu entfalt Jahren, jährige, Leichen Die Prinzeffi eine Kon ihrer Ma Advokaten ten den G steigende verbehalt überspann rem Hot liberreich Reffin ve des versto reits die worfenen Prinzessin Man bezi auf annäh Versamml Die Orte Bee 19fährigen Die Andr Bädergefe fich weige entfloh. werden Gin mordun fischen Direktor fechs Mo hatte, daf nierenden Wachtposte den Bock gefangene hindern, lern, gab wechselten direktor f Soldaten des 31. 9 er viel r und feith mehr auf Gin nifonieren Mannschaf die Leute wollen, an juchungsg umwunder unbequem digen. E denen e daß das anderen Gine dem Wie efiante 3e Alter von storben. 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Auf dem amerikanischen Panzerschifff Indiana" werden gegenwärtig Versuche mit einer Art Bremse gemacht, die von dem vor furzem verstorbenen Ingenieur La Coste erfunden worden ist. Der Ingenieur betrachtete eines Tages, als er gerade bon einem verhängnisvollen Schiffszusammenstoß gelesen hatte, kleine Goldfische in einem Aquarium, und er war überrascht, wie plötzlich sie nach einer fleinen Vorwärtsbewegung der Brustflossen Halt machen konnten, auch wenn sie mit großer Schnelligkeit dahingeschossen waren. Das Prinzip der Schiffsbremse war für ihn damit gefunden. Die ,, Indiana" ist nun nach seinem System mit zwei Flossen ausgerüstet, die etwa vier Meter lang und zwei Meter breit sind; sie sind an den Seiten des Schiffes unter der Wasserlinie angebracht und werden mit Hilfe eines einfachen Apparates von der Schiffsbrücke aus bedient. Wenn man das Schiff in einem Augenblick zum Halten bringen will, so braucht man nur einen Hebel zu bewegen; die Flossen, die längs des Kiels liegen, schnellen heraus, und das Schiff fommt auf eine halbe Länge zum Stillstande, auch wenn es mit voller Geschwindegkeit fuhr. Wenn die Experimente, die mit dem Apparat auf der Indiana" gemacht werden, erfolgreich sein sollten, so werden, wie die Daily Mail berichtet, alle amerikanischen Kriegsschiffe mit dieser Bremse bersehen werden. Vermischtes. Eine Hundertjährige. In München vollendete die Ge=" richtsfunktionärswitwe Cordula Burger am 11. Januar ihr 100. Lebensjahr. Ihr Gesicht und Gehör haben zwar nachgelassen, aber ihr Gedächtnis ist noch erstaunlich scharf, und die Greisin, die wacker im Haushalt mithilft, ist so munter und guter Dinge, daß sie noch lustige Lieder zum Besten gibt und überhaupt einen beneidenswerten Humor zu entfalten weiß. Zwei Töchter im Alter von 70 und 57 Jahren, die sie ihre Dirndln nennt, pflegen die Hundertfährige, der die Stadt ein Ehrengeschenk von 100 M überLeichen ließ. Die Gläubiger der Prinzessin Luise. Die Advokaten der Prinzessin Luise hatten gestern im Brüsseler Justizpalast eine Konferenz mit den Rechtsanwälten der Gläubiger ihrer Mandantin einberufen, die einem kleinen Brüsseler Advokatenkongreß glich. Die Vertreter der Prinzessin boten den Gläubigern auf ihre zusammen 4 Millionen übersteigende Forderung eine ansehnliche Abschlagszahlung an, verbehaltlich einer Prüfung und Reduktion der vielfach überspannten Forderungen. Beispielsweise wurde von ei= rem Hotel der Prinzessin eine Rechnung von 2000 Francs liberreicht für Reinigung eines von dem Hunde der Prin= zessin verunreinigten Salons. Die Testamentsvollstrecker des verstorbenen Königs werden in den nächsten Tagen bereits die Teilung der im Testament den Töchtern ausge= worfenen 18 Millionen Francs vornehmen, wovon die Prinzessin Luise also 6 Millionen zur Verfügung erhält. Man beziffert heute das Erbteil jeder der Prinzessinnen auf annähernd 20 Millionen. Die Gläubiger verließen die Versammlung mit sehr vergnügten Gesichtern. Die Rache des Verschmähten. In dem holländischen Orte Beetgummermolen ist die 30jährige Andringa von dem 19fährigen Bäckergesellen van der Stark ermordet worden. Die Andringa erhielt wie gewöhnlich ihr Brot durch den Bäckergesellen, der ihr Anträge machte. Als das Mädchen fich weigerte, durchschnitt der Bursche thr die Kehle und entfloh. Der Mörder konnte kurz nach der Tat verhaftet werden. Ein empfehlenswertes Regiment. Anläßlich der Ermordung der Frau Gouin durch Soldaten des 81. franzö= sischen Infanterieregiments wird daran erinnert, daß der Direktor des Gefängnisses von Melun Lantin schon vor sechs Monaten bei der Militärbehörde den Antrag gestellt, hatte, daß fortab keine Soldaten des in Melun garnisonierenden Bataillons des 31. Infanterieregiments mehr als Wachtposten in die Gefängnishöfe gestellt würden, da dies den Bock zum Gärtner machen hieße. Anstatt die Strafgefangenen zu bewachen und ihre event. Flucht zu verhindern, fraternisierten die Soldaten mit den Zuchthäuslern, gaben ihnen heimlich Tabak und Lebensmittel und wechselten skandalöse Reden mit ihnen. Der Gefängnisdirektor fügte hinzu, er ziehe es bei weitem vor, gar keine Soldaten als Wächter des Gefängnisses zu haben, als die des 31. Regiments. Auf eigene Kräfte angewiesen, werde er viel ruhiger sein. Die Bitte wurde in der Tat gewährt, und seither ziehen die Soldaten vor dem Gefängnisse nicht mehr auf Wache. Ein reniger Sünder. Der Oberst des in Verdun garnisonierenden Husarenregiments verlas vor versammelter Mannschaft ein Schreiben, das der Brigadier Faraco, der die Leute seiner Schwadron mit Blausäure hatte vergiften wollen, an den Regimentschef richtete. Der noch im Untersuchungsgefängnis befindliche Brigadier gesteht darin unumwunden seine Tat ein. Er beging sie, um sich eines unbequemen Gläubigers, des Husaren Thomas, zu entle= digen. Er habe versucht, die Giftmorde in Desterreich, von denen er gelesen habe, nachzuahmen, ohne zu überlegen, daß das Verschwinden des Thomas zugleich den Tod der anderen Leute der Eskadron zur Folge haben könne. Eine Zeitgenossin Napoleons. Aus Großwardein wird dem Wiener Extrablatt vom 7. ds. berichtet: Eine intereffante Zeugin des Napoleonischen Zeitalters ist gestern im Alter von 115 Jahren in Görbesd im Komitat Bihar ge= storben. Es ist dies die Witwe Maria Papp. Sie war im Jahre 1795 geboren und suchte im Jahre 1809 zusammen mit ihrer Mutter in Raab die Insurrektionsarmee auf, wo ihr Vater in der Adeligengruppe des Komitates Szatmar diente. Die ganze Familie, Vater, Mutter und das damals 14jährige Mädchen, gerieten in die Gefangenschaft der Franzosen, aus der sie später wieder befreit wurden. Nach Beendigung des Krieges ließ sich die Familie im Biharer Komitat nieder. Die jetzt verstorbene Frau, welche zeitlebens viele interessante Dinge über die Kriegstaten der Franzosen zu erzählen wußte, war bis zum Ende ihres Lebens ferngesund. Sie hinterläßt zwei Söhne, die sich, obwohl über neunzig Jahre alt, vollster Rüstigkeit erfreuen. Das zweite Gramm Radium. Soeben ist, wie der Inf." aus Wien geschrieben wird, bet der Wiener staatlichen Verfaufsstelle für Radium aus Joachimstal eine sehr bedeutfame Nachricht eingetroffen, die nicht weniger besagt, als daß in der böhmischen Hauptfundstelle dieses kostbaren Produktes das zweite Gramm Radium gewonnen worden ist. Für die österreichische Staatskaffe bedeutet die systematische Ausbeutung des radiumhaltigen Bodens immerhin einen beträchtlichen Gewinn, da ste jedes Gramm Radium mit 880 000 kronen bewertet. Es find auch genügend Abnehmer vorhanden, die einen solch hohen Preis rechtfertigen. Ja es sind mehr Abnehmer vorhanden, als Radium geliefert werden kann, trotzdem jedes Milligramm mit 380 Kronen berechnet wird. Die österreichische staatliche Radiumverkaufsstelle hat bisher mit dem Versand des Radiums noch nicht beginnen können, weil erst eine Methode ausprobiert werden mußte, wie dieses Metall zu verpacken ist. BekanntItch find die Gefahren der Ausstrahlung des Radiums nicht geringe, darum muß ein sicherer Schuß dagegen gefunden werden. Die Erforschung dieses geheimnisvollen Produktes wird in Wien in dem neuerbauten Radiuminstitut ge= pflegt werden, das in ganz einzigartiger Weise gebaut wer= den mußte, damit nicht die elektrischen Meßapparate durch des Radium in ihrer Wirksamkeit gestört werden. Vor allen Dingen legt die Regierung Wert darauf, den radiumhaltigen Boden von Joachimstal genügend auszubeuten und die günstige Wirkung des Radiums durch Ausbau Joachimstals zu einem Radiun.badeort den Kranken zugute kommen zu lassen. In den Gruben von Joachimstal wird darum auch noch man anderes radioaktive Produft erzeugt, wie Aftinium und Solomima. Auch diesen beiden Produften wohnen sehr viele Heilwirkungen inne, die das Radium selbst besitzt. Sie zeichnen sich im Gegensatz zum Radium aber dadurch aus, daß sie häufiger vorkommen, und daß ihre Gewinnung nicht so ungeheure Schwierigfeiten macht. Außerdem ist in mancher Hinsicht ihr Strahlungsvermögen noch kräftiger als beim Radium selbst. Den größeren Wert besitzt aber natürlich das Radium. Die Nachricht, daß nun das zweite Gramm gewonnen worden ist, und daß darum sehr viele ein tausendstel Gramm erhalten können, die sich bisher vergebens darum bemühten, wird unter den Gelehrten aller Länder das größte Intereffe hervorrufen. Pariser Theaterpreise. Ein Pariser Mitarbeiter des " Messagero" in Rom spricht von der wachsenden Unzufrie denheit der Pariser Bevölkerung über das Anschwellen der Kosten des Theaterbesuches. In der Tat haben die Billettpreise in Paris bereits eine Höhe erreicht, die den Besuch auf besseren Pläßen zu einem Vorrechte der Reichen macht und die auch den Kauf der mittleren oder selbst der ge= ringsten Pläße minder begüterten Personen sehr erschwert. In den großen Varieteetheatern an den Boulevards, dem Olympia und den Folies Bergeres, fostet ein Parkettplat nicht weniger als 12 Franken, wozu noch die von den Theaterkarten erhobene Armenabgabe in Höhe von 1,50 Franken fommt. In gewöhnlichert Theatern betragen die Preise für einen Parkettplatz zwischen 9 und 13 Franken, während man für einen solchen in der Großen oder in der Komischen Oper 16 und 15 Fr. zahlen muß. Im Apollotheater, wo man seit Monaten ununterbrochen die unvermeidliche „ Lustige Witwe" spielt, muß man für einen Parkettfit 12 Franken, für einen Parterreplaß oder einen Rangplatz in der zweiten Reihe 10 bis 9 Franken zahlen, und wer sich mit der obersten Galerie begnügen will, muß doch noch im= mer drei Franken anlegen. Die Teuerung in Amerika. Aus Neuvork wird berichtet: Den bilderreichen Berichten über den wachsenden Wohlstand Amerikas stellt die amerikanische Presse mit steigendem Nachdruck jetzt die Kehrseite dieses Aufschwunges entgegen. Die Lebensmittel werden immer teuerer, der Lebensunterhalt kostspieliger, aber wenn auch in den höheren Gesellschaftsklassen die Einnahmen zugenommen haben, der kleine Mann, der Arbeiter, wird trotz allen Fortschrittes immer mehr das Opfer bitterster Not. Die Verhältnisse sind jetzt derart, daß eine vier- oder fünfköpfige Arbeiterfamilie zu ihrem Lebensunterhalt als äußerstes Minimum ein Jahreseinkommen von 3200 M gebraucht. Die Statistik zeigt, daß zahlreiche Arbeiterfamilien mit einem Einkommen von 2 bis 3000 M bereits die Unterstützung der Armenfürsorge in Anspruch nehmen müssen. Denn mit dem Aufschwung ist keine Erhöhung der Arbeitslöhne eingetreten, während die Lebensmittelpreise unaufhaltsam steigen. Das Quantum Lebensmittel, das man heute in Neuyork mit 20 M bezahlt, war noch vor Jahresfrist für 14 M zu bekommen. Der Leiter einer der größten amerikanischen Wohltätigkeitsgesellschaften, Giffort Pinchot, geht in einem längeren Aufsatz, der großes Aufsehen erregt hat, den Ursachen dieses Mißverhältnisses nach und beweist mit Zahlen, wie die Steigerung der Lebensmittelpreise eine Folge der großen amerikanischen Trustbildungen ist, die durch Zusammenschluß aller Interessenten die Konkurrenz ausschalten und dann die Preise ungehindert in die Höhe treiben. Trotz der erhöhten Kosten des Lebensunterhaltes beträgt das Durchschnittseinkommen einer amerikanischen Familie nur 2400 M, so daß die Mehrzahl der Amerikaner nicht nur von der Hand in den Mund leben, sondern sogar dazu nicht über genügend Einnahmen verfügen. Streitbare Frauen. Einen aufregenden Kampf mit etnem Einbrecher bestanden drei Damen in Clifton. Bei der Verhandlung vor dem Polizeirichter in Bristol wurde der Vorfall folgendermaßen geschildert: Fräulein Williams wurde morgens gegen fünf Uhr durch das Deffnen ihrer Schlafstubentür aufgeweckt, und sie sah einen Mann eintreten, der die Tür hinter sich schloß. Er fragte:„ Sind Sie allein?" Fräulein Williams rief:„ Nein, ich bin nicht allein," sprang aus dem Bett und zog die Klingel. Der Mann stürzte sich auf fie, ergriff sie an der Kehle und warf sie zu Boden. Ihr Dienstmädchen eilte auf das Klingeln herbei, und der Einbrecher ließ Fräulein Williams los. Sie sprang auf und die beiden Frauen warfen nun den Mann auf das Bett und bearbeiteten ihn mit den Fäusten, bis er schrie:„ Hören Sie auf, ich habe genug." Darauf führten sie den Einbrecher de Treppe hinab, und Fräulein Williams ergriff eine Wasserkanne. In der Halle trat Fräulein Macey zu ihnen, die ebenfalls von dem Lärm aufgewacht war. Fräulein Williams schlug dann mit der Wasserkanne auf den Einbrecher los, und er flüchtete sich hinter eine Glastür in der Halle. Das Dienstmädchen ergriff darauf die Kanne und schlug von neuem auf den Mann ein. Schließlich ließen die drei streitbaren Frauen den Einbrecher laufen und erstatteten später Anzeige bei der Polizei, die Charles Nichols verhaftete. Auf die Frage, ob sie nicht Angst bekommen habe, als sie den Angeklagten in ihr Zimmer treten sah, antwortete Fräulein Williams:„ Ja, ich hatte große Angst und bin noch nicht darüber wegge= kommen." Das Dienstmädchen sagte ähnlich aus, und die Wasserkanne wurde dem Richter zur Besichtigung überreicht. Sie war stark verbogen, und der Richter fragte, ob die Beulen durch den Zusammenprall mit dem Kopf des Angeflagten verursacht worden seien. Die Zeugen bestätigten diese Annahme lächelnd. Der Richter machte den drei Frauen sein Kompliment wegen ihres bewiesenen Mutes. Der richtige Titel. Folgendes kleine Geschichtchen sendet ein Leser der„ Tägl. Ndsch.": Vor dem Standesbeamten eines kleinen Ortes erscheint der Stubenmaler, um die Geburt seines Ersten anzumelden. Auf die Frage nach Stand und Namen antwortet er mit Würde:„ Maler N. N." Die Titelsucht ist dem Standesbeamten bekannt, darum fragt er weiter: Maler? Nicht Malermeister?" und erhält die Antwort: Nein, schreiben Sie nur Maler, Malermeister kann sich doch nur Menzel nennen!" Die Welt nach 200 Jahren. Aus Neuhork wird berichtet: Edison ist unter die Propheten gegangen und hat sich darüber geäußert, wie es nach seiner Meinung in 200 Jahren auf der Welt aussehen werde. Die Menschen werden sich dann in noch viel ausgedehnterem Maße, als es bisher gelungen ist, aller Kräfte der Erde und der Luft bemächtigt haben und Wunder der Technik vollbringen. Der Lebensunterhalt wird so billig sein, daß ein gewöhnlicher Arbeiter sich all den Luxus wird leisten können, den sich heute nur der Besizer eines jährlichen Einkommens von 800,000 Mart gestatten tann. Edison glaubt nicht nur an die wundervollen Hilfskräfte, die das Radium darbieten wird, sondern auch an die Verwertung von Vulkanen zum Nußen der Menschheit. Bisher haben wir, so meint er, nur im Dunkeln getastet und stecken trop manches Erreichten noch in den Anfängen. Wie unwissend sind wir! Wir wissen nicht, was Schwere ist; auch kennen wir nicht die Natur des Lichts und der Elektrizität, obwohl wir uns ihrer ein wenig bedienen. Wir sind wie junge Hunde, die gerade aus der Hütte herausgekrochen sind und einen Blick auf ihre Umgebung werfen. Es wird noch einer ungeheuren Entwicklung unseres Gehirns bedürfen, um uns zu einer wirklichen Höhe des Fortschritts emporzubringen. Auch über Einzelheiten Dieser paradiesischen Zukunft, von der wir in unserem barbarischen und halbwi em Zustande noch so weit entfernt sind, weiß Edison Erstaunliches zu erzählen. So wird es 3. B. den Ohren der Frauen süß flingen, daß die Stoffe Ser Zukunft so billig sein werden, daß iede Dame jeden Wechsel der Mode sofort mitmachen kann. Aus Holzbrei wird künstliche Seide gemacht, die besser ist als die natürliche und schöner leuchtet. In 50 Jahren schon wird der Seidenwurm so überflüssig sein, wie das indische Indigo; das durch das Indigo aus unseren Laboratorien ersetzt ist. Bei alledem ist nur eins zu bedauern, daß wir in zweihundert Jabren, wenn die paradiesisch glücklichen Zustände eingetreten sein werden, nicht mehr leben werden. Immerhin ist es feruhigend r die Menschheit, wenn ein so fluger Kopf wie Edison so optinisch von der Zukunft der Menschen denkt. Weihnachtsbilder aus der Großstadt. Von einem Freunde vnseres, Blattes wird uns geschrieben: Es ist zweiter Weihnachtstag, ein trübes Regenwetter, und da ich heute keine Post mehr zu erledigen habe, entschließe ich mich, in ein renommiertes Cafee zu gehen. Aufangs noch ein wenig Gaste, ber bald ändert sich das Bild, es kommen ganze Familien, und darunter viele mit 3-4 Kindern im Alter von 3 bis 9 Jahren. In meiner Nähe fitzt eine solche, anscheinend ist es eine Handwerkerfamilie, mit 4 Kindern. In der Ecke steht ein Automat, auf den die Kinder ihr Augenmerk richten, und alsbald gibt die Mut ter 10 Pfennig für Schokolade oder Zuckerwerf. Nachdem die Kinder in den Besitz ciner Schachtel Zuckerwerf gelangt sind, fällt der ganze Inhalt der Schachtel zur Erde und na wälzt sich die kleine Gesellschaft am Boden, jeder will etwas erhaschen und läßt es dann schleunigst in den Mund ver= schwinden. Noch dreimal wiederholt sich dasselbe Schauspiel, und Mutter gibt immer wieder 10 Pfennig her. Sonst fümmert sie sich absolut nicht um das Treiben der Kinder, sie ist viel zu eifrig mit der Nachbarin in der Unterhaltung begriffen. Ab und zu darf ein Kind von Vaters Vier trin= fen. Am Nebentisch ein ähnliches Bild. Dort sitzt ein feingefleideter Herr mit seinem hübsch geputzten Töchterchen. Auch dieses ißt Kuchen und trinkt mit seinem Vater Bier. Und wie ich mich weiter umsehe, ganz ähnliche Bilder. Wenn man so etwas sieht, muß man sich wirklich fragen, wo bleibt bei diesen Eltern, die ihre Kinder bis spät abends ins Wirtshaus schleppen und selbst dafür sorgen, daß ihre Kinder krank werden müssen, Sinn und Verstand. Es iſt geradezu ein Verbrechen, Kinder in solchem Alter an den Genuß von Alkohol und den Wirtshausbesuch zu gewöhnen, und mir erscheinen hter geht es nicht anders gesebliche Maßnahmen gegen den Unverstand solcher Eltern amplate. Freilich noch schlimmer sah ich ähnliche Zustände in Berlin. Dort hatten die Eltern ihre halberwachsenen Kinder mit ins Varietee genommen. Ich erzählte dieses einem mir bes kannten Herrn gelegentlich, der es nicht glauben wollte. Um ihn zu überzeugen, führte ich ihn in ein Varietee am Alexanderplatz, und hier saßen halberwachsene Knaben und Mädchen mit den Eltern, um die zweideutigsten und zotigften Vorträge der Varteteedamen anzuhören und- Bier zu trinken. Also Alkohol und Zoten wird hier den halbwüchsigen Burschen und Mädchen als Abendkost verabreicht. Welche Wunder, wenn man vom lteberhandnehmen des Verbrechertums in den Großstädten redet. Drabtnachrichten und neuestes. Das Kronprinzenpaar in Schlesien. Freiburg( Schlesien), 12. Januar. Der Kronprinz und die Kronprinzessin trafen gestern abend hier ein und wur den auf dem Bahnhof von dem Fürstenpaar von Ptes empfangen. Die Herrschaften begaben sich durch die festlich geschmückte Stadt nach dem Schloß Fürstenstein. Ueberreichung einer Erinnerungsmedaille an den Kaiser. Berlin, 12. Januar. Der Kaiser empfing heute vormittag den amerikanischen General Woodford zut Ueberreichung der Erinnerungsmedaille an die HudsonFulton- Feter. Wahlrechtsfundgebungen. Berlin, 12. Januar. Nächsten Sonntag beabsichtigt die Sozialdemokratie, in ganz Preußen Wahlrechtsverfammlungen zu veranstalten. In Groß- Berlin find 60 Verſammlungen in Aussicht genommen. Nach Anweisung der Parteilettung soll von jeder Straßendemonstration abgesehen werden. Eifersuchtstat in einem Pensionat. Berlin, 12. Januar. In einem Pensionat in der Neustädterkirchstraße gab heute morgen ein 39 Jahre alter Doktor iur. auf seine 19jährige Geliebte einen Revolverschuß ab und richtete dann die Waffe gegen sich selbst. Die Kugel traf die rechte Schläfe und führte den sofortigen Tod des Mannes herbei. Das Mädchen ist schwer verletzt. Das Motiv der Tat soll Eifersucht sein. Verhaftung eines Schwindlers. Berlin, 12. Januar. Die Kriminaloplizei verhaftete gestern einen unter der Bezeichnung Bachelor of arts an der Humboldtakademie als Dozent wirkenden Arthur Lindenstead, der in Wirklichkeit Hausdiener gewesen ist und wegen Entziehung von der Militärpflicht von den Behörden gesucht wurde. Vor drei Wochen ließ sich der Schwindler, der in Wirklichkeit Wielinski heißt, in London mit einer jungen Berlinerin trauen. Als das Paar hierher zurückkehrte, erfuhr die junge Frau, daß ihr Mann gar nicht Bachelor of arts sei und auch gar nicht Lindenstead heiße. Sie teilte ihre Entdeckung dem Generalsekretär der Humboldtakademie mit, der die Verhaftung veranlaßte. Unredlicher Kassenverwalter. Kaiserslautern, 12. Januar. Die hiesige Straffammet verurteilte gestern den 40jährigen Lehrer August Grob aus Rück in Unterfranken, der in den letzten vier Jahren in seiner Eigenschaft als Rechner der Ortskrankenfasse Enfenbach, wo er Lehrer war, über 4000 M veruntreute, dazu Zahlungsanweisungen und Rechnungsabschlüsse fälschte, zu 18 Monaten Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust. Geftörte Jahrmarksfreude. Gleiwig, 12. Januar. Beim Jahrmarktsfest stürzte im Konzerthaus ein Teil der Galerie in den Saal hinunter. Ein Eisenbahnbeamter wurde von einem herabstürzenden Balfen so schwer getroffen, daß er an einem doppelten Schädelbruch bald verstarb. Kaiserlicher Dank für Rettung aus Scenot. London, 12. Januar. Der Deutsche Kaiser hat dem Kapitän des englischen Dampfers Eastgate namens Brown in Anerkennung seiner am 8. Juni der Mannschaft des in Seenot befindlichen Hamburger Dampfers Eva geletste ten Dienste eine goldene Uhr überreichen lassen. Vom Fener vernichtetes Dorf. Mailand, 12. Januar. Das Gebirgsdorf Pialla im Veltlin ist vollständig abgebrannt. Nur die Kirche und das Pfarrhaus sind gerettet. Ausschreitungen Streikender. Graz, 12. Januar. 150 Arbeiter des Arzberger Steinbruchs, der dem Neuberger Magnesitwere gehört, be gingen Ausschreitungen wegen Lohn- und persönlicher Dif ferenzen. Sie griffen einen Ingenieur und einen Schichts schreiber an. Die Gendarmerie ließ die Verhafteten laufen, da die Menge sie bedrohte. Militär wird in Bereitschaft gehalten. Straßeneinsturz. Chicago, 12. Januar. Vor dem Warenhaus Boston Store sant das Trottoir ein. Dreißig Passanten stürzten in die Tiefe. N Kolosseum Gießen. Heute Donnerstag, den 13. Januar 1910: Grosse Gala- Vorstellung bebunben Familien- Abend mit und PräfentVerteilung. Wundervolles Programm. Kinematograph Anfang 71/2 Uhr. mit vollständig nenen Serien. Bilders Jm vorderen Restaurant Konzert des Damen- Orchesters ,, Sturm". Eintritt frei. Vergebung von Bauarbeiten. Nachstehende Arbeiten und Lieferungen zum Bau eines Berwaltungsgebändes für das städt. Elektrizi tätswerk Gießen sollen öffentlich vergeben werden 1. Glaserarbeiten 2. Schreinerarbeiten 3. Weißbinderarbeiten 4. Schlosserarbeiten 5. Rolladenlieferung 6. Plattenlieferung. Zeichnungen, Bedingungen und Angebotsformulare Samstag, 15. Januar im vorder. Restaurant Kappenabend. liegen im Bureau des Architelten Meyer, Westanlage 6 Jm Theatersaal ab 16 cr. Gastspiel des Intimen zur Einsicht off n und werden daselbst zum Selbstkosten Theaters aus Frankfurt a. M. Dir. Wallé. preis abgegeben. Die Angebote sind an Herrn Architekt Meyer bis zum Es ladet freundlichst ein Direktion Albert Rappmann. Fürsorgestelle f. Lungenkranke ( Medizinische Klinit, Klinifstraße) Sprechstunde: Jeden Mittwoch Abend 6-7 Uhr. Unentgeltliche Untersuchung von Lungenkranken und Angehörigen von Lungenkianken. Ausgabe von Attesten für Aufnahme in Heilstätten. Ratschläge für Kranke und ihre Angehörigen zur Vermeidung von Ansteckung. Volt. 22. Januar 1910, vorm. 11 Nhr dem offiziellen Eröffnungstermin, poftfret, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift bersehen, einzusenden.— Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 12. Januar 1910. Großh. Bürgermeisterei Siehen. Mecum. Nicht Aecht Malzkaffee garantiert rein Pfund Paket 25 Pfg. Jakob Maternus, Giessen ( Ecke Klinik und Frankfurterstraße.) Mache hierdurch bekannt, daß ich in Hungen mein Büro als Privatgeometer eröffnet habe. Alle geometrischen Arbeiten, wie Lagepläne, Gutsteilungen, Grenzherstellungen, Meßbriefe usw. sowie Nivellements und sonstige tech. Arbeiten werden von mir mit der größten Pünktlichkeit und infolge meiner geringen Tagegebühr unter dem denkbar geringsten Kostenauswand ausgeführt, und bitte ich die Anwohnerschaft der Umgegend, sich bet Bedarf gefl. meiner Adresse zu bedienen. Otto Dieffenbach Großh. Geometer II. Kl. wohnhaft bei Herrn Heinr. Heßler, Gießenerstr. 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