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Rapp. TROFFEN en und Putzen zum NUR MI MANNIA SEIFE Rudohout Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mk., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. - - Erscheint Dienstags, Zwei Extrabeilagen: Donnerstags und Samstags. „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Nr. 42. - Telephon: Nr. 362. - Erstes Blatt. Vergebung von Bauarbeiten. Die für die Erbauung eines Schulhauses in Steinbach der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Erpedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer Truck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Samstag, 12. März 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pig.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. nebst Abortgebäude und Einfriedigung, sowie für die Verlängerung des Kanals in der Kirchstraße erforderlichen Arbeiten und Lieferungen wie: Frühjahrs- Pferdemarkt verbunden mit der Feier des 10jährigen Bestehens der Gießener Pferdemärkte Mittwoch, den 6. April 1910. Um 8½ Uhr beginnt die Pferde- Prämiierung, für welche mit den Jubiläumspreisen über 3000 Mr. zur Verfügung stehen, darunter 300 Mt. aus Mitteln des Erd: und Maurer, Steinmetz:( Lungstein), Landwirtschaftskammer- Ausschusses für die Provinz OberZimmer:, Dachdecker, pengler:, Schlosser:, Glaser, Schreiner, Weißbinder, Tapezier: u. Kanalarbeiten, die Blitzableiteranlage, Eisen-, Röhren: und Zementlieferung sollen im Wege öffentlichen Angebotes vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18, während der Dienststunden zur Einsicht offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, sind verschlossen und postfrei bis spätestens Freitag, den 18. März 1910, nachm. 1½ Uhr auf Großh. Bürgermeisterei Steinbach einzureichen, woselbst die Eräffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt vorbehalten. Gießen, den 5. März 1910. Der Gr. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. J. V.: Knöll. Gelände- Verpachtung. Montag, den 14. März, vormittags ½ 9 Uhr, wird die Verpachtung von Grundstücken der Stadt und des städt. Hospitals insbesondere auf dem Seltersberg, hinter den Kliniken, bei der Margaretenhütte und an der Crednerstraße fortgesetzt. Zusammenkunft auf der Schönen Aussicht. Gießen, den 10. März 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Keller. Hessischer Landtag. Bei schwach besetztem Hause wurden am Donnerstag die Beratungen des Etats für das Ministerium des Innern fortgesetzt und die Kapitel Landwirtschaftiiches Versuchsund Unterrichtswesen"," Landwirtschaftliches Vereins- und Genossenschaftswesen" und" Boden- Melorations- und Wasserversorgungswesen" ohne wesentliche Debatte genehmigt. Eine längere Diskussion entspann sich über Kapitel 75 Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft", das in Verbindung mit dem Antrag Bähr- Köhler auf Einstellung eines Betrages von 9000 Mt. zur Bekämpfung der Rebschädlinge beraten wurde. In der Debatte verlangten die Abgg. Molthan und Finger größeren Schutz für den rheinischen Weinbau, während der Abg. Ra a b die Abänderung des Wildschadengesetzes anregte. Minister des Innern v. Hombergt erklärte, daß er bei der Reorganisation der Verwaltungsgesetzgebung auf die angeregte Frage der Schaffung einer höheren Instanz für den Wildschaden zurückkommen werde. Der Antrag Bähr wurde schließlich abgelehnt und die Einnahmen und die Ausgaben des Kapitels genehmigt. Der Etat des Ministeriums des Innern wurde dann er= ledigt bis auf den Artikei 65 über den„ Fonds für öffentliche und gemeinnüßige Zwecke". Das Haus begann darauf die Beratung des Jufizetats bei Kapttel 88-97, die unbedingt heute noch festgestellt werden sollen. Abg. Gutfleisch beleuchtete eingehend die Anstellungsverhältnisse der Gerichtsassessoren und Referendare, die oft fünf bis zehn Jahre auf An= ftellung warten müßten, wobei ihre beste Arbeitskraft verloren gehe. Der Redner verlangte, daß sich die Gerichtsschreiber mehr stenographische Kenntnisse aneignen sollten. Abg. Dr. Winkler weist die von sozialdemokratischer Seite im Hause gegen einzelne Richter erhobene Angriffe zurück und spricht dem hessischen Richterstande unter lautem Bravo des Hauses das volle Vertrauen aus. Nach weiteren Ausführungen der Abg. Osann, Stöpler, 3uckmayer und Schmitt, welche die Verhältnisse in dem Rechtswesen bemängelten, wurde die Vormittagssigung geschlossen. * In der Nachmittagssigung nimmt bei der fortgesetzten Generaldebatte zunächst das Wort Abg. Dr. Fulda, der die bekannten Klagen über die richterliche Tätigkeit vorbrachte. Er regt an, daß es den Arbeitersekretären ermöglicht werde, Arbeiter vor Gericht zu vertreten. Zum Schluß verbreitet er sich über die Not der kleineren und mittleren Justiz beamten. Abg. Wolf bringt Beschwerden vor über die Handhabung des Feldbereinigungsgesetzes und des neuen Weingesetzes. Abg. Schönberger bespricht die Praris bei Grundstücksübertragungen. Abg. von Brentano: Der hessische Richterstand habe sich niemals - Mit dem Pferdemarkt verbunden ist eine Ausstell= ung von Wagen, Geschirren, Stallutensilien und landw. Geräten 2c. Für hervorragende Leistungen. bei der Ausstellung wird Diplom erteilt. Von 10 Uhr ab: Konzert. Restauration. Nachmittags 2 Uhr finden auf dem Radrennplaß auf Bichlers Hardt zur Feier des 10jährigen Bestehens der Gießener Pferdemärkte sportliche Veranstaltungen mit folgendem Programm statt: 1. Vorführung der auf dem Pferdemarkt prämiierten Pferde. 2. Preisreiten. Offen für Offiziere, Mitglieder des Gießener und Wetterauer Reitervereins und deren Damen. 3. Spring- Konkurrenz. Offen wie bei Ord.-Nr. 2. 4. Vorfahren von Herrschaftswagen im Privatbesih. 5. Vorfahren von Geschäfts- und landwirtschaftlichen Wagen. 6. Jagdreiten mit Auslauf über ausgeflaggtes Gelände. Offen wie bei Ord.-Nr. 2. 7. Landwirtschaftliches Rennen, Trabreiten und GaToppreiten( ie 3 Geldpreise). In allen Abteilungen werden Ehren Preise gegeben. Konzert der gesamten Kapelle des Inf.- Regiments Kaiser Wilhelm. Am 7. April, nachmittags 2 Uhr, findet in der Stadtfuabenschule eine Verlosung statt von Pferden, Wagen, landw. Maschinen und Gerätschaften, Fahrrädern, Nähmaschinen, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenständen. Der Vertrieb der Lose a 1 Mt. ist dem Herrn Richard Buchacer Gießen übertragen. Die städt. Pferdemarktkommissiou Gießen. Gg. Bichler. über schlechte Behandlung seitens der Kammer zu beklagen gehabt. Umsomehr müsse die Kritik zurückgewiesen werden, die sich in einem Protokoll einer Sißung des Richtervereins vom Mai 1909 finde. Vizepräsident Korell behält sich vor, auf diese Angelegenheit nach Rücksprache mit dem Präsidenten Haas zurückzukommen. Abg. Ulrich verbreitet sich ausführlich über den Fall des Amtsgerichtsrats Meyer, der sich beleidigt fühle, weil seine Briefe veröffentlicht worden seien. Nach weiteren Bemerkungen der Abgeordneten Winkler und v. Brentano nimmt Justizminister& wald das Wort. Er freut sich über die Anerkennung der Tätigkeit des Richterstandes. Von einer Bevorcugung der Mainzer Juristen bei der Besetzung der Richterstellen in Mainz sei nicht die Rede. Auch im Justizetat müsse Sparsamkeit angewandt werden. Ministerialrat Lorbacher gibt auf eine Reihe von Anfragen und Anregungen Auskunft. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Dr. Winkler und Dr. Fulda und einem Schlußwort des Berichterstatters Dr. Gut= fleisch, in dem dieser nochmals eindringlich davor warnt, die Eramennoten bei der Anstellung maßgebend sein zu lassen, wird die Generaldebatte geschlossen. Die Sigung am Freitag wurde um 9½ Uhr durch Vizepräsident Korell eröffnet, und es wurde vorerst Kapitel 65, Fonds für öffentliche und gemeinnüßige Zwecke, beraten. Es wird beschlossen, von dem Fonds, der zurzeit auf 1 099 300 Mart angewachsen ist, den Betrag von 40 000 wird der Justicetat weiter beraten und zu Kapitel 89, GeMark für Provinzialsichenanstalten zu entnehmen. Hierauf richte, Land- und Amtsgerichte, nach längerer und teilweise sehr scharfer Debatte ein Antrag des Abg. Lutz angenom men, 8 Landrichter- und 25 Amtsrichterstellen nur auf den Inhaber zu bewilligen. Sowohl Regierung als Ausschuß traten den Antrag scharf entgegen. Der Rest des Justizetats wird debattelos genehmigt. Ebenso eine ganze Reihe weiterer Kapitel aus dem Vermögensteil bis Kapitel 137. Bei Kapitel 138, Anlegung neuer Grundbücher, hält Abg. Leun eine längere Rede, in der er den vom Bauernbund seinerzeit eingenommenen Standpunkt verteidigte, daß mit der Anlegung der Grundbücher langsamer vorgegangen werden müsse. Nach vollständiger Erledigung des Justizetats wird in die Beratußg des Etats des Finanzministeriums eingetreten. Finanzminister Braun bittet mit Rückſicht auf die Geschäftslage sich möglichst kurz zufassen, da der Etat unter allen Umständen heute erledigt werden müsse. wesentliche Debatte genehmigt. Die Kapitel" Finanzministerium" werden darauf ohne Ohne Debatte wurden auch nach dem Ausschußantrag die einzelnen Kapiteln des Vermögensetats erledigt. Auch das Kapitel„ Sta atseisenbahn" fand ohne Debatte Annahme. Eine längere Debatte entspann sich dann noch bei Kapitel 40 der Bauverwaltung„ Territorial, Fluß- und Damm21. Jahrg. Gebäude- Abbruch. Die Gebäude der Hofreiten Tiefenweg Nr. 9 und 13, Kieine Mühlgasse Nr. 3, Große Mühlgasse Nr. 10, 12, 13, 15 und 21( Vorderhaus) sollen Freitag, den 18. März d s. I s., vormittags 10 Uhr, im Wege öffentlicher Verdingung auf den Abbruch verkauft werden. Die Besichtigung der Gebäude ist Interessenten gestattet. Die Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 10. März 1910. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Vergebung von Weißbinderarbeiten. Die zur Unterhaltung des Gebäudes Seltersweg Nr. 9 erforderlichen Weißbinderarbeiten sollen Mittwoch, den 16. März ds. J s. vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 10. März 1910. Städtisches Hochbau am t. Gerbel. Arbeits- Vergebung. Die Pflaster- und Chauſſierarbeiten für den Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Hamm und Lahnstraße sollen Montag, den 21. d3. Mts., vorm. 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen lie gen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offer Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind späte stens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mi entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 8. März 1910. Städtisches Tiefbaua m t. Braubach. bauten" und bei dem Antrag des Abg. Winkler auf Streichung der Restsumme von 450 000 Mt. für Dammbauten und die Rheinstromregulierung bei Oppenheim. An der Debatte beteiligten sich die Abg. Dr. Wintler, Rein hart, Dr. Osann und Minister Dr. Braun. Schließlich wurde der Ausschußantrag genehmigt, der dahingeht, die 400 000 Mark zu bewilligen und den Rest erst dann zu bewilligen, wenn das Projeft der Regierung in dem Gut achten als das beste anerkannt worden sei. Nachdem auch die Resttapitel und das Finanzgeseß genehmigt worden waren, schloß der Präsident die Sißung furz vor 2 Uhr.- Nächste Sigung Dienstag, den 22. März. * * * ** Die Erste Kammer der Stände wird am nächsten Mittwoch zu einer Plenarsizung zusammentreten. Lokales. 12. Gießen, März 1910. ** Die Großherzogin hat am 11. März, als am Geburtstage der Prinzessin Elisabeth, folgende Ehrenzeichen für langjährige, treugeleistete Dienste in ein und derselben Familie u. a. an folgende Dienstboten verliehen. Das Goldene Kreuz mit Brillanten: Elisabeth Stern von Düdelsheim, 40 Jahre bei Frau Morib Bial Ww. in Offenbach; das Goldene Kreuz: Sidonie Alt von Lauterbach, 25 Jahre bei Herrn Ludwig Trapp in Darmstadt, Margarete Bauer von Blizenrod, 25 Jahre bei Herrn 2. Trapp in Darmstadt, Anna Martha Meßger von Schrecsbach, 25 Jahre in der Familie des Herrn Zahnarzt D. Köhler in Darmstadt, Marie Ehrmann von Wallhausen, 25 Jahre bei Herrn Professor Dr. Karl Groos in Gießen, Emilie Wehn von Biedenkopf, 25 Jahre bei der Familie des Herrn Rechtsanwalt Homberger in Gießen, Johannette Dörr von Münster, 25 Jahre bei der Familie Joh. Georg Hahn in Bellersheim, Karoline Lepper von Alten- Bused, 30 Jahre bei Herrn Friedrich Klug in Alten- Buſect und Marie Rau von Berstadt, 25 Jahre bei Herrn August Wolf 3. in Berstadt. ** Provinzial- Ausschuß. Nächsten Mittwoch findet eine Sißung des Provinzial- Ausschusses der Provinz Cberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Returs des Ph. Pfeffer 3. zu Bad- Nauheim gegen einen Polizeibefehl Gr. Kreisamts Friedberg; 2. Klage der Ortsfranfenfasse Gießen gegen die Ortstranfenfasse Buzzbach wegen Unterstützung des Wilhelm Becker 15.; 3. Klage der Betriebsfrantentasse der Domäne Marienburg gegen die Ge meindefrankenkasse Laubach wegen Unterstübung des St. Scimala; 4. Baumpflanzung zwischen Bahnhof und Ort Ranstadt; 5. Polizeibefehl gegen Fr. Heil 1. Ww. zu Schlitz. *)(* Abschiedskommers. Morgen Sonntag nachmittag findet zu Ehren des nach Mainz berufenen Provinzialdirektor Dr. Breidert in der Turnhalle am Dswaldsgarten ein Abschiedskommers statt, zu dem Jedermann Zutritt hat. Bei der großen Beliebtheit des Scheidenden wird ohne Zweifel die große Halle kaum ausreichen, alle die zu fassen, welche nochmals mit dem liebenswürdigen Herrn, der 8 Jahre die Direktion der Provinz Oberhessen geführt, angenehme Stunden zusammen verleben wollen. * Mitteldeutscher Sängerverband. Der Mitteldeutsche Sängerverband wurde vor kurzem von seiten eines hochherzigen Gießener Bürgers mit der nämhaften Spende von 2000 Mt. bedacht. Dieser Fall beweist so recht, welch großer Beliebtheit sich der Männergesang erfreut und welche ungenannten Gönner seinen Bestrebungen zur Seite stehen. Auch dieser Bund ist bekanntlich ein Werk des Geheimerais Dr. Breidert gewesen, der, wie wir bereits in einer der früheren Nummern erwähnten, sich große Verdienste um den Männergesang in Oberhessen erworben hat. - Die Zuckerfabriken verlangen schon im September ausgereifte, möglichst zuckerreiche Rüben, um mit der Kampagne anfangen zu können. Die reisebeschleunigende aber auch nachhaltige Wirkung der Thomasmehlphosphorsäure verschafft diesem Düngemittel auch in den Rübenwirtschaf= ten von Jahr zu Jahr größeren Eingang, nachdem es von jeher auf den leichteren Lehm- und Sandboden als gege= bener Kartoffeldünger zur Ergänzung von Stallmist und Gründüngung bekannt ist. ** Militärische Uebung. Die Garnisonen von Gießen, Marburg und Butzbach vereinigten sich am Donnerstag zu einer großen Feldübung, welche in der Umgebung von Klein- Linden, Hochelheim und Hörnsheim stattfand. Die Schüler der höheren Lehranstalten in Gießen und die Kinder der Volksschulen der Umgebung wohnten der Uebung in großer Anzahl bei. Das militärische Schauspiel hatte auch viele Gießener Bürger nach dem Üebungsgeiände hinausgelockt. *)(* Verein für Sterbeunterstützung. Wir möchten unsere Leser noch einmal auf die morgen nachmittag 3½ Uhr in Lonys Bierkeller stattfindende Generalversammlung des Vereins für Sterbeunterstützung aufmertsam machen. Vortrag. Der letzte Vortrag in dem Kaufmännischen und Ortsgewerbeverein", den Herr Koeppen- Berlin am Donnerstag über„ Venedig und seine Kunstschäße" hielt, hatte nicht verfehlt, die nach einer großen Allgemeinbildung strebenden Kaufleute und Gewerbetreibenden unserer Stadt nebst ihren Angehörigen in großen Scharen anzulocken. Sicherlich aber wurden die Erwartungen der Erschienenen durch die Ausführungen des Redners übertroffen, der in überaus fesselnder Weise ein klares Bild von der Geschichte der alten Handelsstadt zu entwerfen wußte und welcher in ebenso klarer Weise die Sehenswürdigkeiten Venedigs zu schildern vermochte. Vorzügliche Lichtbilder standen dem Vortragenden bei seinen Ausführungen zur Seite, welche reichen Beifall ernteten. tt Stadttheater. Dienstag, den 15. März, ge= langt als Benefiz- Vorstellung für den Charakterspieler und Regisseur Herrn Curt Gühne Brachvogels„ Narz i ß" zur Aufführung. Die Titelrolle gibt dem Benefizianten Geegenheit, sein ganzes Können zu entfalten. Die Vorstellung findet im Abonnement statt, doch wird„ Narziß“ im Freitag- Abonnement bestimmt nicht wiederholt. * Der Gernhardt'sche Zither u. Man= dolinen- Chor hält morgen Sonntag im„ Felsenkeller" sein Frühjahrskonzert ab. Ein reichhaltiges Programm sorgen für gute Unterhaltung. * Kinematograph. In der bekannten Weise hat auch diesmal wieder der" Kinematograph" sein Programm äußerst reichhaltig gestaltet. Ganz besonderen Beifall dürfte diesmal das dramatische Schauspiel„ Der Mann mit den weißen Handschuhen" ernten, für das ein 315 Mtr. langer Kunstfilm zur Verfügung steht. Der Aumor kommt nicht minder gut in den trefflichen Stücken" Der sentimentale Gellospieler",„ Ein böser Tag" und„ Mit Adolphine ist nichts anzufangen" auf seine Rechnung. Sicher wird auch dieses Programm nicht seine Anziehungskraft auf alt und jung verfehlen. er= ** Ein diretter Erfolg zur Ermittelung von Spitzbuben hat gestern vormittag der Schußmann Klees mit seiner Polizeihündin„ Zella" erzielt. Dem Kohlenhändler Klintel sind in vorhergehender Nacht aus seinem Lager Kohlen und Briketts gestohlen worden. Die Hündin " Bella", gestern vormittag an den Tatort geführt, nahm sofort die Spur querfeldein nach einem Feld auf und reichte in einer Entfernung von etwa 1000 Meter 2 nahe 14jährige Jungen, die vom Hund gestellt und verbellt wurden. Schußmann Klees hinzugekommen, nahm die Jungens ins Verhör und sie gestanden dann den Kohlendiebstahl ein. Das gestohlene Gut hatten die Diebe mitten im Feld in einer Furche vergraben; auch diese Stelle wurde von der Hündin entdeckt. Die richtige Spur hatte vor einiger Zeit der Polizeihund des Schußmann Neuz in Villmar aufgenommen. Dort war seit einiger Zeit ein Mann verschwunden und der Hund hatte dessen Spur ans Lahnuser verfolgt. Nach einer jetzt hier eingetroffenen Nachricht ist der betr. Mann bei Balduinstein aus der Lahn als Leiche geländet worden. = b Viehmarkt. Bei dem am 8. und 9. März stattgefundenen Markte waren aufgetrieben: 1684 Stück Rindvieh, 426 Schweine. Der nächste Markt findet am 22. und 23. März 1910 statt, am letzten Tage auch Krämermarft. Aus Hessen und Nachbargebiet. * Alsfeld. In einer zahlreich besuchten öffentlichen Versammlung des Freisinnigen Wahlvereins sprach neulich Privatdozent Dr. V og t- Gießen über„ Liberalismus und Verfassung". Als zweiter Redner sprach Justizrat Reh über die hessische Wahlrechtsvorlage. Beide Redner fanden den lebhastesten Beifall. Eine Resolution, die sich gegen das Pluralwahlrecht wendet und die Regierung auffordert, dem Gesetze die Genehmigung zu versagen, fand einmütige Annahme. * Aus Rheinhessen. Die mißliche Lage der rheinhessischen Winzer vermag wohl am besten eine Ver= öffentlichung der Landwirtschaftskammer zu illustrieren, wonach bei einer Zwangsversteigerung in Stadecken für 9594 Quadratmeter Weinberg, die mit 7190 Mt. durch das Ortsgericht geschäßt waren, 2354 Mt. erlöst wurden. In Sulzheim wurden für 6282 Quadratmeter, die zu 3100 Mt. geschätzt waren, 363 Mt. und in Niederolm für 2522 Quadratmeter Weinberg, die mit 2190 Mt. geschätzt waren, 1300 Mt. bezahlt. In Zornheim kosteten 8614 Quadrat meter Weinberg, die zu 8614 Mark vom Ortsgericht ge= schäßt waren, ganze 987 Mart. * Mainz. Hier ist vor einigen Tagen ein Milchfrieg ausgebrochen, der auf die Erhöhung des Milchpreises seitens der Milchproduzenten zurückzuführen ist. Neue, einschneidende Aktionen hat die„ Genossenschaft der vereinigten Milchproduzenten von Rheinhessen und den angrenzenden Gebieten" neuerdings eingeleitet, um ihren For= derungen zum Siege zu verhelfen. So wurde am Montag über die Stadt Mainz und die eingemeindeten Vororte der allgemeine Milchboykott verhängt. Infolgedessen ist nun auch die Zufuhr der Milch aus der nächsten Nachbarschaft die bisher meist direkt und zu höheren Preisen lieferte, sowie die Bäckermilch gesperrt. Üm in dem heißen Ringen nun aber vor allen Dingen das konsumierende Publikum in der Stadt für sich zu gewinnen, beabsichtigt man seitens der Produzenten die Errichtung von Milchverkaufsstellen, resp. die Gründung einer Milchzentrale in hiesiger Stadt. * Die Vorarbeiten für die vom 12. bis 14. d. Mts. in der Stadthalle zu Mainz stattfindende Landes= Geflügel- Ausstellung sind beendet. Insbeson= dere hat der Großherzog sein persönliches Interesse an der Ausstellung noch dadurch befundet, daß er am leßten Samstag die Leitung des Landesverbandes Hessischer Geflügelzüchter und die Ausstellungsleitung in Audienz empfing und dabei sein Erscheinen zur Ausstellungseröffnung für Samstag, den 12. d. Mts., vormittags 11 Uhr, in Aussicht stellte. Aus aller Welt. * Berlin, 9. März. Die Verhandlungen zwischen den Parteiführern des Abgeordnetenhauses über die Wahlrechtsfrage sind, wie der Lokalanzeiger mitteilen kann, ergebnislos verlaufen, da die Rechte den Wünschen der Li| beralen nicht entgegenzukommen geneigt ist. == bernhausen, 9. März. Hier verschwand vor einiger Zeit ein 16'ähriges Dienstmädchen, ohne daß über ihren Verbleib bisher etwas zu ermitteln war. In einem nun bei Verwandten eingetroffenen Briefe des Mädchens aus Brüssel, in dem sie um Reisegeld zur Heimkehr bittet, teilt das Mädchen mit, daß sie von drei Männern entführt worden sei. Die drei Entführer wurden unter Zuhilfe- nahme des deutschen Konsuls in Brüssel verhaftet. == Cleve, 9. März. Das hiesige Schwurgericht verurteilte gestern den Wilddieb Hermann Oste aus Mörs wegen Erschießung des Jagdhüters Ellmann aus Crefeld zum Tode und 6 Jahren Zuchthaus. Das Neueste vom Tag. = h Berlin, 12. März. Der„ Vorwärts" meldet: Die Berliner Staatsanwaltschaft hat gegen eine Reihe von Parteigenossen ein Verfahren eingeleitet, wegen der De= | monstrationen des 13. Februar. Die Betreffenden werden beschuldigt, Veranstalter oder Leiter nicht genehmigter Versammlungen unter freiem Himmel gewesen zu sein, oder nicht genehmigte öffentliche Aufzüge veranstaltet oder geleitet zu haben. Als solche Uebeltäter sieht die Polizei vorzugsweise die Redner an, die am 13. Februar bei Versammlungen über die Wahlreform gesprochen haben. Am Freitag finden bereits mehrere Vernehmungen in der Angelegenheit statt. Die Staatsanwaltschaft will Anklage erheben wegen Vergehen gegen§ 111 des Str.-G.-B.( Aufforderung zu strafbaren Handlungen) und wegen Ueber tretung des§ 19 des Reichsvereinsgesetzes. Am Grabe Luegers. == Wien, 12. März. Der deutsche Botschafter wird heute im Auftrage Kaiser Wilhelms am Sarge Luegers einen prachtvollen Kranz niederlegen. Die beiden Schleifen des Kranzes tragen die Buchstaben W. R. überragt von der deutschen Kaiserkrone. = h= Wien, 12. März. Vor dem Rathause kam es gestern Abend gegen 5 Uhr zwischen der Wache und einer nach Tausenden zählenden Menge, die die Aufbahrung des Bürgermeisters in der Volkshalle sehen wollten, zu erreg= ten Szenen. Schon in den Vormittagsstunden hatte sich eine große Volksmenge vor dem Rathause angesammelt und die Polizei sperrte daher den Platz ab, da aber die Menge immermehr anschwoll und den Absperrungs- Kordon zu durchbrechen drohte, umzingelte berittene Schußmann= schaft die Neugierigen und trieb sie auseinander. Oeffentlicher Sprechsaal. Arbeiterversicherung. Nach Krofdorf. Bei Doppelversicherung soll die Gesamtleistung an Krankengeld( aus beiden Kassen) den Betrag des vollen Lohnes nicht übersteigen. Eine Kürzung des Mehrbetrages dann durch das Kassenstatut ausgeschlos sen werden, das ist aber bei Ihnen nicht der Fall. Unfallversicherung. Auch Betriebsunternehmer mit nicht mehr als 3000 Mt. Jahresarbeitsverdienst, oder mit nur 2 Lohnarbeitern sind berechtigt, sich zu versichern( im ersten Fall ohne Rücksicht auf die Zahl der Lohnarbeiter, im letteren Fall ohne Rücksicht auf die Höhe des Jahresarbeitsverdienstes), sofern nicht der Versicherungszwang auf sie ausgedehnt ist. Durch Statut tann diese Berechtigung auf Unternehmer mit einem höheren Arbeitsverdienst erstreckt werden. Rentenant ra g. Wir empfehlen Ihnen bei der Bürgermeisterei Erfundigungen über den Stand der Angelegenheit einzuziehen und auf Beschleunigung der Sache zu dringen. Derartige Anträge sind als eilig zu behandeln, das scheinen die Herren nicht zu wissen. Dienstvertrag. 2. B. hier. Wenn ein Dienstbote sich an mehrere Dienstherrschaften für dieselbe Zeit vermietet, so ist er verpflichtet, bei der Herrschaft, mit welcher er den Dienstvertrag zu erst abgeschlossen hat, auf deren Verlangen einzutreten; den übrigen Dienstherrschaften ist er zur zurückEin guter deutscher Ostergruss der auch zugleich ein Hochgenuss, ist eine feine Cigarette, die hergestellt an deutscher Stätte: Salem Aleikum Salem Aleikum- Cigaretten sind außer zu 312, 4, 5 Pfg. das Stück auch in Luxusqualitäten zu 6, 8 und 10 Pfg. erhältlich. Diese Cigarette wird nur ohne Kork, ohne Goldmundstück verkauft. Bei diesem Fabrikate sind Sie sicher, daß Sie Qualität, nicht Konfektion bezahlen. Echt mit Firma: Orient. Tabak- u.Yenidze Inh. Hugo Zietz Cigarettenfabrik Dresden. Zu haben in den Cigarren- Geschäften. gabe ves eita erfaße nach be ordnung betreff Heirat Steuer verweige die erforderlich Versig muar If. 33. ficherungsvertra ein Berficherun gill, wenn es fündigt wird, jedesmalige B ftreden foll. 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Is. in Kraft getretenen Gesezes über den Verficherungsvertrag lautet: Eine Vereinbarung, nach welcher ein Versicherungsverhältnis als stillschweigend verlängert gilt, wenn es nicht vor dem Ablaufe der Vertragszeit gefündigt wird, ist insoweit nichtig, als sich die jedesmalige Verlängerung auf mehr als 1 Jahr erstrecken soll. In dem Ausführungsgesetz hierzu ist weiter bestimmt, daß, falls ein zur Zeit des Inkrafttretens des Gesetzes bestehendes Versicherungsverhältnis nicht nach dem Inkrafttreten für den ersten Termin gekündigt wird, für den beide Teile nach den bisherigen Gesetzen zur Kündigung berech tigt sind, so finden von diesem Termin an die Vorschrif= ten des neuen Gesetzes Anwendung. Verschiedenes. Meister prüfung. Zur Meisterprüfung ist in der Regel nur gelassen, wer eine Gesellenprüfung bestanden hat und mindestens 3 Jahre als Geselle tätig gewesen ist, oder wer zur Anleitung von Lehrlingen befugt ist. In den Uebergangs- und Schlußbestimmungen der am 1. Oftober 1908 in Straft getretenen Novelle heißt es jedoch, daß während der ersten 5 Jahre nach Infrafttreten der Novelle die Zulassung zur Meisterprüfung von dem Bestehen der G;- sellenprüfung nicht abhängig gemacht werden darf. * * Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Bekanntmachung. Betr.: Jdeen Wettbewerb zur Erlangung von Plänen für die Bebauung eines Grund stücks am Erdkanterweg in Gießen. Indem 560000000 Oster- Artikel als Schokolade, Hasen, Eier, Znckerhasen und Eier, Cartonage- und Fantasie- Artikel, Biskuit Eier und-Hasen in grosser Auswahl empfiehlt Telephon 528. Ludwig Döll, Conditorei Marktstr. 32. Versand nach auswärts prompt. Die Räumungs- Verkauf Biergroßhandlung in Schuhwaren aller Art für Damen und Herren. für Mädchen von Gotthilf Röhrle Marburgerstr. 7. Confirmandenschuhe naben Telefon 344. und Telefon 344. zu den billigsten Preisen bei empfiehlt als wohlbekömmlichen J. Koch, Schuhmachermeister. Krenzplatz 6 Kreuzplatz 6 Wasserdichte Kalk- u. Marmor- Werke u. 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Zum Anlauf empfohlen hat das Preisgericht: d) Den Blan mit dem Motto Kleine Gemeinde", Verfasser Herr Architekt Hamann in Gießen; e) den Plan mit dem Motto„ Negina", Verfasser Herr Architekt Georg Kugel in Darmstadt und f) den Plan mit dem Motto„ Volkswohl", Verfasser Herr Architekt Genst Schmidt in Gießen. Dieser Ankauf ist von uns genehmigt worden. Sämtliche Pläne werden von Dienstag, 8. März bis infl. Samstag, 12. März von dorm. 10 Uhr bis nachm. 5 Uhr im oberen Saale der Gewerbeschule Gießen, Kirchstraße 16, zur Einsicht der Interessenten aufgelegt. Die nicht prämiierten und nicht angetauften Pläne fönnen vom 15. I Mts. an bei uns( in der Gewerbeschule) abgeholt werden; die bis zum 1. April cc. nicht abgeholten Bläne werden den Verfassern, nach Ermitte lung deren Namen durch Deffnen des Kouverts, portofrei zurückgesandt. Gießen, den 7. März 1910. Baugenossenschaft des evangel. Arbeitervereins zu Giessen W. Semmler. In Alsfeld bei: Kgl. Pr. Lott.- Einn. Ramspeck. 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