ffiiden Feuen Die Stationer ung. ED atter und Kunst M. 3.und Probe tr. 47 ünchen r Redaktion, rellante Rus dorfer- Blätter frei! fon und Famili itsjuftar 6 2c. g und diskret a n zur Verfügung üro Neue Beil 53 Iziegelei Telefon 84. anschluss chwan". Elektr. Betrieb feine sowie dinen eisen. ert blütenbelle ite a. Farben Giessen 26. utz Leipzig Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mr. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Nene Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 81. Bekanntmachung. - der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Erpedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Samstag, 10. Juni 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Die städt. Fuhrwerts wage an der Margareten hütte ist von nächsten Montag ab wieder im Betrieb. Gießen, den 10. Juni 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V. Keller. Bekanntmachung. Obstverlaufsplay. Mittwoch, den 15. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, findet in der Bürgermeisterei Zimmer 12 die Verpachtung bes städtischen Plaßes Ecke Neustadt- Marktstraße zur rurgung als Obstverkaufsplatz statt. Gießen, den 10. Juni 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Arbeitsvergebung. Be Mittwoch, den 15. Junid. I s., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 8. Juni 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Arbeitsvergebung. Die Mäurer-, Chaussier- und Pflasterarbeiten für den Ausbau der Lonystraße nächst der Bleichstraße sollen Mittwoch, den 15. Junids. I 3., vormittags 11½ Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Die Erd-, Maurer, Beton- und Asphaltarbeiten für Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätebie Neubefestigung der Löwengasse sollen stens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit Der Wechsel im Beichskolonialamt. der Der Rücktritt des Staatssekretärs Dernburg von Leitung des Reichskolonialamts ist nunmehr in aller Form erfolgt. Der„ Reichsanzeiger" teilt in seiner letzten Ausgabe mit, daß der Kaiser dem Staatssekretär des Reichsfolonialamts, Wirklichen Geheimen Rat Dernburg, unter Berleihung der Brillanten zum Roten Adlerorden 1. I. die nachgesuchte Dienstentlassung erteilt hat. Zugleich melbet der Reichsanzeiger", daß der Kaiser den Unterstaatssekretär im Reichstolonialamt, v. Lindequist, unter Verleihung des Charakters als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädilat Exzellenz zum Staatssekretär des Reichstolonialamts ernannt und mit ber Stellvertretung des Reichskanzlers im Geschäftskreise des Reichslolonialamts nach Maßgabe des Gesetzes vom 17. März 1878 beauftragt hat. Damit hat also die Krise im Kolonialamt die Lösung gefunden, die von Anfang an als die wahrscheinlichste anzusehen war. Von den Kandidaten, die als fünftige KoLonialsekretäre genannt wurden, erscheint v. Lindequist je denfalls als der geeignetste, da ihm eine längere Tätigkeit im praktischen Kolonialdienste zur Seite steht, sodaß zu er= warten ist, daß unter seiner Leitung unsere Schußgebiete fich in demselben Maß wie früher weiter entwickeln den. Zwei Reichstagswahlan. = werim In Landes hut Boltenhain Jauer fand am Donnerstag die Stichwahl statt. Es wurden bisher gezählt: für Büchtemann( fortschr. Vtsp.) 9442, für Proll ( Soz.) 7916 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Bei der Ersatzwahl am 1. Juni erhielten: Proll 6483, Büchtemann 6429, Strosser( Bons.) 3878, Herschel( 3tr.) 3823 Stimmen. Das Zentrum hatte offiziell Wahlenthaltung proklamiert, doch zekgen die 1500 Stimmen, die der Sozialdemokrat mehr aufgebracht hat, daß die„ Enthaltung" vielfach Sinne einer sozialdemokratischen Stimmabgabe verstanden wurde. Bei der an dem gleichen Tage stattgefundenen Erfazwahl im Wahlkreise Ueckermünde Wollin wurden gezählt: für v. Böhlendorff- Kölpin( tons.) 6065, für Justizrat Herrendörfer( fortschr. Vltsp.) 4299 und für den Parteisekretär Kunze( Soz.) 7787 Stimmen. Es ist Stichwahl zwischen v. Böhlendorff und Kunze erforderlich. Bei den Wahlen im Jahre 1907 erhielten in der Hauptwahl der bekanntlich bei einer Ballonfahrt verunglückte Dr. Delbrück 6353, der Konservative 8156, der Sozialdemokrat 6113 Stimmen. In der Stichwahl siegte dann Dr. Delbrück mit 11 011 Stimmen gegen 9415 tonservative Stimmen. E2 haben also diesmal die Konservativen 2100, die Freifinnigen ebensoviel Stimmen weniger, die Sozialdemokraten 1700 Stimmen mehr erhalten als 1907. Die Wahlbeteilig= ung war auffallend gering. Parlamentarisches aus Hessen. am = Der Sonderausschuß der 3 wetten kam mer für die Revision der Verwaltungsgesetze hielt Donnerstag eine gemeinsame Beratung mit der Regierung ab, für welche die Herren Minister des Innern v. Hombergt und Geheimrat Best zugegen waren. Zur Besprechung fanden die noch streitigen Punkte der Städteordnung, die der Ausschuß bis nach Anhörung der Regierung zurückge= fellt hatte. Diese Beanstandungen des Ausschusses wurden in Uebereinstimmung mit der Regierung eingehend durchgesprochen und erledigt, so namentlich die Entscheidung über die Genehmigungspflicht der Stadtverordnetenbeschlüsse, und die auf die Stärkung der Selbstverwaltung gerichteten Abänderungsvorschläge. Die Entscheidung über die Vorschrif= tan bezüglich des Instanzenzuges und die Schlußabstimm ung über die Kapitel inbetreff der städtischen Finanzen soll mächste Woche erfolgen. Lokales. Gießen, 10. Juni 1910. * Provinzialausschuß. Behufs Erwerbung von Gelände für die Anlage eines neuen Güterbahnhofes in Bad- Nauheim war seinerzeit das Enteignungsverfahren beschlossen worden. Der Provinzialausschuß erkannte nun in seiner letzten Sizung den Besitzern der in betracht kommenden Grundstücke eine Entschädigungssumme von 86 529 Mart zu. ** Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu beseßende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wieseck. * Der Wanderpreis für Männergesangvereine in Hessen und Hessen- Nassau, welcher auf dem Gesangwettstreit zu Nieder- Ingelheim( Protettor Geheimrat Dr. Breidert, Großherzoglicher Provinzialdirektor von Rheinhessen) am 20. Juni 1910 bei einer Beteiligung von Vereinen zum 1. Mal zum Austrag kommt, liegt für einige Tage im Schaufenster der Firma Brüder Schmidt, Seltersweg 83, aus. Dem Vernehmen nach wird er im nächsten Jahre in Oberhessen ausgefochten. Kontur 3. Ueber das Vermögen des Metzger und Wirt Heinrich Schwarz in der Crednerstraße wurde am Donnerstag das Kontursverfahren eröffnet. Konkursverwalter ist Kaufmann Althoff Gießen. Kontursforderungen sind bis zum 1. Juli 1910 bei dem Amtsgericht Gießen anzumelden. h Vom Trieb. Eine besondere Anziehungskraft dürste von dem heutigen Abend ab auf die Besucher des Triebs die noch nie hier gezeigte Schaustellung„ Das verzauberte Schloß" ausüben, das wohl sicherlich durch die Märchenpracht seines Inneren alles bisher auf diesem Gebiete Gebotene überbietet. Die Schaustellung hilft zweifellos dem dringenden Bedürfnis nach Neuheiten auf den Vergnügungspläßen so gut wie ganz ab. ** Der Kinematograph Steiner auf dem Jurplatz auf dem Trieb, auf dessen Vorführungen wir ganz besonders hinweisen, bietet tertlich in seinem vorzüglichen Programm Neuheiten noch nie hier gesehener Art und weicht wesentlich von den üblichen Vorführungen aller anderen Kinematographen ab. Kurz zu erwähnen sei: der Kinematograph im Dienste der Wissenschaft, Chirurgie, Medizin, mikroskopische Aufnahmen, sowie auch das riesen= hafte Cabarett- Programm. Dreimal täglich wechselnd. Dem Kinematographen Steiner geht ein sehr guter Ruf voraus und verfehlen wir nicht unsere geehrten Leser ganz besonders zum Besuche aufmerksam zu machen. Hus Hessen und Nachbargebiet. 21. Jahrg. entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 8. Juni 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird der Leihgesternerweg von der Ebelstraße bis zur Attienbrauerei von heute an bis auf weiteres für jeglichen FuhrwerksRadfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 6. Juni 1910. Großherzogl. Polizeiamt Gebhardt. Bekanntmachung. und Aus der Stiftung des Kupferschmieds Karl Ludwig Kirsch sind die diesjährigen Zinsen mit 91,71 Mt. an 10 bedürftige, im Witwenstand lebende Gießener Bürgersfrauen am 20. September dieses Jahres zu verteilen. Meldungen nimmt das Städt. Arm enam t, Afterweg 9, bis 20. Juni dieses Jahres entgegen. Aus aller Welt. * Me z. Die Witwe Dott wurde von ihrem Geliebten, dem Erdarbeiter Grell, durch 5 Revolverschüsse getötet. Der Mörder flüchtete und konnte trotz der sofortigen Verfolgung durch Polizeihunde bisher nicht gefaßt werden. * Peru und Chile scheinen sich wieder versöhnen zu wollen. Die Regierung von Peru hat ihre Truppen von der Grenze von Ecuador bereits zurückgezogen. )( Den Bannerweihe preis gewann W. Ebert am 5. d. Mts. in einem 30 Kilometerrennen in Chemnitz. In Leipzig sicherte sich D. Peter sowohl im Hauptfahren wie im Prämienfahren den ersten Platz. Ebert und Peter fahren Brennabor. Die Meisterschaft von Sachsen eroberte J. Sedlmaier im 100 Kilometer- Straßenrennen OschatPaunsdorf- Oschat, welches er auf Brennabor am 5. ds. Mts. gewann. Bei der 200 Kilometerfernfahrt Berlin- Lübben- Beeskow- Frankfurt a. D. wurden F. Hauptmann und B. Heinrich Erster bezw. Zweiter auf Brennabor und in der Radfernfahrt Gelsenkirchen- Bocholt- Gelsenkirchen wurden die ersten drei Preise auf dieser Marke gewonnen. Ans dem Gerichtssaal. Schwurgericht. Gießen, 9. Juni 1910. sit des Landgerichtsrates Schmahl gegen den früheren Das Schwurgericht verhandelte heute unter dem VorRechtsanwalt Klarenaar Gießen. Die Anklage, welche Staatsanwalt Trümpert vertrat, lautete auf meineid, Untreue und Unterschlagung. Die Verteidigung lag in den Händen des Rechtsanwalts Kaufmann. Infolge der Ladung von etwa 20 Zeugen währten die Verhandlungen von 8½ Uhr morgens, nur unterbrochen von einer zweistündi gen Mittagspause, bis 8½ Uhr abends. Es handelte sich für die Staatsanwaltschaft um folgenden Sachverhalt: Am 1. Mai 1909 erschien der Schuhmacher und Landwirt Wies ner aus Königsberg in dem Vittoria- Hotel, um den Rechtsanwalt Dr. Meuser zu sprechen. Den Anlaß zu diesem Besuche bildete eine Rechnung, die von dem Meßger Reinberg in Hohensolms ausgestellt war. Der Schuhmacher Wies ner traf den Rechtsanwalt Meuser jedoch nicht in dem Hotel an, ein Umstand, der den Hausburschen des Hotels veranlaßte, Wiesner zu dem Rechtsanwalt klarenaar hinüberzuschicken. Derselbe sah die Rechnung und die anderen Belege durch und strich alle bereits beglichenen Forderungen des Reinberg, welche sich im ganzen auf 50 Mt. beliefen, bis auf einen Betrag von 6,50 Mt. Klarenaar stellt nun den ferneren Verlauf der Angelegenheit so hin, daß er zu Wiesner gesagt habe, er, Klarenaar, würde die ganze Sache übernehmen, und daß er die Prozeßführung seinem Bureauvorsteher Reibeling übertragen habe, worauf ihm, wie der Angeklagte bei der heutigen Verhandlung im Gegensatz zu seiner früheren Aussage zugibt, von Wiesner der obige Betrag von 6,50 Mt. einschließlich eine Mark Entschädigungsfosten übergeben worden sei. Reibeling stellt aber in Abrede, den Betrag erhalten zu haben. Bald nach diesem Vorfall wurde von Reibeling gegen Wiesner Klage erhoben wegen der fälligen Prozeßkosten. In diesem Termin behauptete Rechtsanwalt Meuser, als Wiesners Vertreter, daß Wiesner nicht Reibeling, sondern ihn, den Rechtsanwalt Meuser, mit der Prozeßführung betraut und außerdem Klarenaar einen Kostenvorschuß von 7,50 Mt. über** Mücke. In der Nacht vom 4. bis 5. Juni wurde in der Baist'schen Metzgerei in Mücke ein Einbruch verübt. Der Dieb war durch das Fenster in den Metzger- laden gestiegen und hatte unter den Wurstsorten die Auswahl. Er gelangte von hier ins Wirtszimmer und nahm Zigarren und Zigaretten. Große Gelddeträge tamen ihm nicht in die Finger, da sich dieselben in einem Kassenschrank befanden. Die Gießener Staatsanwaltschaft und das Amtsgericht Grünberg ließen Schuhmann Klös Gießen mit seinem Polizeihund kommen. Der Hund nahm dreimal die Spur auf nach der Stallung vom Wärterhaus des Holz- werkes nach Merlau zu. Der Bewohner dieses Hauses tam jedoch nicht in Betracht, da der Hund denselben nicht ver= bellte. Die weiteren Recherchen lenkten den Verdacht auf einen Handwerksburschen. Man hatte denselben abends gegeben habe. Daraufhin ließ das Amtsgericht Gladenbach sehen, fand eine Fußspur, welche der Hund bis zu dem Stall am Wärterhaus verfolgte. Hier wurde bekannt, daß der Dieb sich auch hier umhergetrieben und offenbar nach dem Einbruch in dem Stall genächtigt hatte. In dem Stall wurde eine fremde Zeitung gefunden, welche von demselben wohl herrührt. Der Hund des Schuhmanns Klös hatte hier wieder mit großer Sicherheit gearbeitet, zumal seit dem Einbruch schon 2 Tage verflossen waren. * Lauterbach. Der im hiesigen Haftlofal wegen Mordversuchs untergebrachte H. Fint von Dirlammen, der am 26. Mai seine Frau mit der Art erschlagen wollte, versuchte sich während des Mittagessens im Beisein des Gefangenwärters den Hals abzuschneiden. Er wurde zwar vom Wärter zurückgehalten, verletzte sich aber trotzdem sehr schwer. Er wurde in die Frrenklinik nach Gießen gebracht. zur Beweiserhebung Klarenaar am 19. Oftober 1909 in Buzbach vernehmen, wo der Angeklagte die eidliche Aussage machte, daß Wiesner ihm eine derartige Weisung nicht erteilt habe und daß ihm von der Zahlung des Vorschusses absolut gar nichts belannt wäre. In dem ersteren Falle, in welchem, wie bereits erwähnt, der Bureauvorsteher Reibeling den Empfang der 6,50 Mt. in Abrede stellte, blickt das Gericht eine Unterschlagung, während es die Aussage des Angeklagten in Bußbach als einen Meineid betrachtet. er= In dem Verhör des Angeklagten durch den Vorsißenden sagte der erstere auch, er sei 1860 geboren und habe nach längerer Tätigkeit als Kaufmann sich dem Rechtsstudium zugewandt und in Gießen studiert. Er sei von 1902 bis 1908 Rechtsanwalt bei dem hiesigen Amtsgericht gewesen. Der Vorsitzende bemerkt dazu, daß der Angeklagte von der Strafkammer zu Gießen im Jahre 1908 wegen Beihilfe zum Vergehen gegen das Genossenschaftsgesetz im Verein mit dem Bantier Rothschild in Büdingen und dem Rechner Hart der Vorschuß- und Kreditkasse zu Ober- Mockstadt zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt wurde und seine Strafe daselbst verbüßt habe. Der Angeklagte sagt weiter aus, daß er in Buzzbach vernommen worden sei und da mals, es war am 19. Oftober 1909, vollkommen in Abrede gestellt habe, von Wiesner irgend welchen Kostenvorschuß erhalten zu haben und daß er gleichzeitig eidlich versicherte, daß Wiesner ihm nicht die Weisung erteilt habe, die Prozeßführung dem Rechtsanwalt Meuler zu übergeben. Der Angeklagte gibt jedoch heute angesichts der ihm vorgelegten Rechnung, welche auf der Rückseite seinen Briefentwurf an den Mezger Reinberg trägt, zu, damals unwissentlich eine falsche Aussage inbezug auf den Kostenvorschuß gemacht zu haben. Er bestreitet aber nach wie vor, von Wiesner den Auftrag erhalten zu haben, Dr. Meuser die Sache zu übergeben.- Zeuge Wiesner: Ich habe die 6,50 Mt. an Klarenaar mit der Weisung gegeben, das Geld an Metzger Reinberg- Hohensolms zu senden. Ich habe außerdem Klarenaar mitgeteilt, daß ich vorher bei Rechtsanwalt Meuser gewesen war. Zeuge Rechtsanwalt Me u- ser: Bei der Vorlegung der Kostenforderung des Reibeling hat mir Wiesner gesagt, daß er den Vorschuß gezahlt habe. Auf dem Termin in Butzbach am 19. Oktober 1909 versicherte der Angeklagte, von mir sei gar nicht die Rede gewesen, was mir Veranlassung gab, die Beweisaufnohme für den Prozeß als für mich erledigt zu betrachten. Der übrigen Vorgänge bei der Verhandlung kann ich mich des nicht mehr entsinnen. In die Vermögensverhältnisse Angeklagten konnte ich keinen Einblick gewinnen. Zeuge Reibeling: Ich möchte heute doch nicht mehr so be= stimmt behaupten, daß ich die 6,50 Mt. von dem Ange= flagten nicht erhalten habe, da ich mich möglicherweise vielleicht doch irren kann. Auf eine Bemerkung des Vorsitzenden erklärt der Zeuge, daß Klarenaar ihm noch etwa 6000 Mark schuldig sei.= Zeuge Metzger Reinberg- Hohensolms: Ich hatte damals Wiesner wegen einer Rechnung vertlagt. Auf dem Termin in Rodheim erschien Wiesner nicht, sondern ließ sich durch Rechtsanwalt Meuser vertreten. Ich habe mich später mit Wiesner auf einen Betrag von 21,50 Mt., die Rechnung belief sich im ganzen auf 50 Mt., verglichen.- Zeuge Schneider Burg- Höchsfeld: Ich traf im Mai 1909 zufällig mit Wiesner zusammen, welcher mir mitteilte, daß er nach Gießen gefahren sei und dort Klarenaar getroffen habe, welcher die verjährten Forderungen seiner Rechnung strich. Zeuge Assessor Specht: Ich hatte in Buzbach den Angeklagten in Abwesenheit des Rechtsanwalts Meuser vernommen und ge= langte zu dem Schluß, daß überhaupt kein Geld bezahlt worden wäre. Das Benehmen des Angeklagten legte meistens eine große Erregung an den Tag. Zeuge Gerichtsschreiber Schröder- Buubach: Ich weiß mich der Vorgänge bei der Vernehmung nicht mehr recht zu entsinnen. Aber mir ist noch im Gedächtnis, daß der Angeklagte bei seiner Vernehmung sehr erregt gewesen sei.- Zeuge Ge fängnisarzt Dr. Kullmann: Der Angeklagte war nach seiner Einlieferung in die Strafanstalt mürrisch und verstimmt, ein Zustand, welcher sich von Tag zu Tag steigerte, was mich schließlich veranlaßte, den Gefangenen nach dem Lazarett bringen zu lassen. Dieses Mittel war anscheinend auch das richtige gewesen, da sich Klarenaar später be= ruhigt hatte. Zeuge Pfarrer Ambus: Ich habe den Angeklagten manchmal besucht, welcher auf mich den Eindruck eines höchst intelligenten Menschen machte.- Zeuge Aufseher Wohlfahrt Bußbach: Der Angeklagte war während seines Aufenthalts in dem Lazarett immer sehr erregt. Er unterhielt sich mit den anderen Gefangenen fast gar nicht. Zeugin Frau Burg wußte nichts Selbstän diges über die Sache auszusagen und konnte daher alsbald wieder abtreten.- Zeuge Lederhändler Hart- Wetzlar: Ich habe früher an Wiesner Leder geliefert. Wiesner war mir im ganzen 300 Mt. schuldig und ich fragte ihn ob er das Geld allmählich abzahlen wolle. Wiesner behauptete später, durch Schröderbach einen Teil der Summe geschickt zu haben, wovon ich nichts wußte. Ich reichte daher die Klage ein, bei welcher in 2. Instanz Wiesner das Recht auf Verjährung geltend machte und den Prozeß auch ge= wann, obwohl das Urteil der 1. Instanz zu meinen Gunsten ausfiel. Staatsanwalt Trümpert: Ich habe aus dem Zeugenverhör die Ueberzeugung gewonnen, daß sich meine Anflage auf Untreue, Unterschlagung und Meineid nicht aufrecht erhalten läßt. Aber ich lasse nicht die Anflage auf fahrlässige Eidesverletzung fallen, da der Angeflagte seine Aussagen nicht hätte so bestimmt abgeben und überhaupt keinen Eid hätte leisten sollen. Wiesners Aussage hat sich während der ganzen Vernehmung nicht ge= ändert. Der Zeuge Reibling glaubte dagegen damals kein Geld von Klarenaar erhalten zu haben, während er sich heute nicht mehr recht des Vorganges zu entsinnen weiß. Wenn nun der Angeklagte sein schwaches Gedächtnis kannte, hätte er seine Aussagen nicht so bestimmt machen dürfen. Verteidiger Rechtsanwalt Kaufmann: Es steht meines Erachtens nach fest, daß der Angeklagte bei seiner Vernehmung seiner Ansicht nach die volle Wahrheit gesagt habe. Da überdies die Zeugen Schröder und Meuser sich Kinematograph Bahnhofstr. 54. Giessen. Bahnhofstr 54 Hochzeit in Pajakombo, interessante kolorierte Aufnahme. Marie, die Tochter des Goldsuchers, Drama von spannender Handlung und ausgezeichneter Photographie. Zwei übereifrige Diener, humorist. Schlager. der Vorfälle nicht mehr ganz erinnern fännen, liegt nach dem Gesetz ein zweifelhafter Fall vor, bei dem zugunsten des Angeklagten zu entscheiden ist. Auf die Vernehmung der Zeugen Anstaltsdirektor Klemmert- Butzbach, Lehrer Werner- Butzbach, Krohel- Butzbach, Pommer, Rechtsanwalt Elſoffer, Frau Wiesner, Frau Klarenaar, Keller und Christian Weber- Gießen wurde sowohl seitens der Verteidigung wie seitens der Staatsanwaltschaft verzichtet. Nach der Rechtsbelehrung legte der Vorsitzende des Gerichtshofes den Geschworenen fünf Schuldfragen vor: 1. Ist der Angeklagte schuldig, anfangs Mai 1909 das Vermögen des Schuhmachers Wiesner veruntreut zu haben? 2. Ist der Angeklagte schuldig, sich den fraglichen Geldbetrag in rechtswidriger Abficht zugeeignet zu haben? 3. Ist der Angeklagte schuldig, am 19. Oktober 1909 in Buzbach eine falsche Aussage ge- Bei Bejahung dieser Frage: 4. st macht zu haben? der Angeklagte schuldig, diese Aussage wissentlich falsch gemacht zu haben? 5. Hat sich der Angeklagte der fahrlässi gen Eidesverleßung schuldig gemacht? Der Obmann der Geschworenen, Kaufmann Bücking= Alsfeld verkündete folgenden Spruch: Die Geschworenen verneinen sämtliche in betracht kommenden Schuldfragen. Urteil des Gerichtshofes: Der Angelagte wird von den = h= ihm zur Last gelegten Vergehen freigesprochen. Strafkammer. bill Gießen, 10. Juni 1910. Der 15jährige in Usingen geborene Hüttenarbeiter Ludwig Christof Scheerer ist beschuldigt, in diesem und im letzten Jahre sich an einem achtjährigen Mädchen zu Lollar in unsittlicher Weise vergangen zu haben. Er wurde in einem Fall freigesprochen und in zwei Fällen zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Auch der Dienstknecht Karl Gimpel aus Bernsburg hat sich mit dem Töchterchen seines Dienstherrn unsittlich abge= geben. Ferner hat er einen Geldbetrag, den er in Kirtorf bezahlen sollte, sich teilweise angeeignet. Er ist zur Musterung gegangen und hat von dem Gelde Kameraden freigehalten. Von den ihm mitgegebenen 30 Mart hat er 4 Mark ausgegeben, 6 Mt. behalten und 20 Mark stillschweigend auf den Tisch gelegt. Er gab an, er habe angenommen, sein Dienstherr habe nichts gegen die Verwendung des Geldes und er würde es ihm am Lohn abziehen. Er wurde deshalb von der Unterschlagung freigesprochen, aber wegen Sittlichkeitsverbrechens zu 1 Jahr 9 Mon. Gefängnis verurteilt, unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft. Ferner erfolgte die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre. Der Kaufmann Benjamin Pfefferle aus Wieden fälschte einen Wechsel und ließ sich von einem Frankfurter Kauf mann 20 Mt. darauf geben. In Vilbel versuchte er auf falsche Angaben hin, 22,50 Mt. einzufassieren; er hatte in ein Schreiben von der Firma, einen Passus eingefügt, nach welchem er zum Inkasso berechtigt ist. Er wurde wegen Urkundenfälschung und Betrugs zu einer Gesamtstrafe von 2 Jahren und 2 Monaten Zuchthaus und 150 Mark Geldstrafe verurteilt. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Geboren e. Juni 2. Schlosser Wilhelm Schüß ein Sohn, Wilhelm. 3. Werfmeister Karl Emil Schumann ein Sohn, Friedrich Karl. " " 3. Modellschreinermeister Peter Feith eine Tochter, Katharine Josephine Luise. 3. Bautechniker Peter Sommerlad eine Tochter, Margarete Luise. 4. Maschinenarbeiter Ludwig Walther ein Sohn, Ferdinand. " 3. Dachdeckermeister Heinrich Ruckstuhl ein Sohn. " " " 5. Kaufmann Karl Zwang eine Tochter, Franziska. " 6. Tapezierer Heinrich Lot 5. eine Tochter. 6. Bautechniker Ernst Stamm ein Sohn. " 1 " 7. Gärtner August Gustav Koch eine Tochter, Marie. Aufgebote. Juni 4. Justizrat Friedrich Mügel, Rechtsanwalt in Saarbrücken, mit Anna Auguste Doering in Gießen. " 7. Georg Knapp, Großh. Kreisgeometer, mit Elise Allendorf, beide in Gießen. Eheschließungen. Juni 4. Wilhelm Heß, Schneider, mit Katharine Guler, beide in Gießen. " " 4. Otto Kölle, Schneidermeister, mit Anna Müller, beide in Gießen. 8. Philipp Rühl, Kellner in Marburg, mit Lina Möhl in Gießen. Darmstädter Möbel die eben bel feineren Ausstattungen faft durchgängig gekauft meiden erhalten Sie direkt v. d. Fabrik v. Ludwig Strizinger, öbelfabrik, Darmstadt, Heinrichstr. 67. $ 50 Zimmer Einrichtungen. 10fähr Garantie. Fernruf 1441 Katalog gratis. Kein Kaufzwang. Gestorbene. Juni 5. Alwin Andreas, 3 Jahre alt. 5. Kurt Brod, 15 Jahre alt. " " " 6. Heinrich Bonarius, Lackierer, 53 Jahre alt. 9. Anna Hermine Scheppelmann, geb. Firderer, 29 Jahre alt. 9. Martin Wieth, 2 Monate alt. Rirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am 3. Sonntag nach Trinitatis, 12. Juni. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Marlusgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Professor D. Eck. Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11% Uhr: Kinderkirche für die Matthäusge= meinde. Pfarrassistent Hanstein. In der Johanneskirch e. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. zugleich Chriſtenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtholsheimer. Nachmittags 1 Uhr: Taubstummengottesdienst im Konfirmandensaal der Lukasgemeinde( Liebigstraße 56). Pfarrer Bechtolsheimer. Am Sonntag, den 19. Juni, findet in der Johannesfirche im Anschluß an den Hauptgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für die Lutas- und Johannesgemeinde statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Katholische Gemeinde Samstag, den 11. Juni. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beicht. Sonntag, den 12. Juni. 4. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags 6½ Uhr: Gelegenheit zur bl. Beicht. Vormittags 7 Uhr: Die erste heil. Messe. Vormittags 8 Uhr: Austeilung der heiligen Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vormittags 11 Uhr: Heilg. Messe mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Methodisten- Gemeinde. Wilhelmstraße 45. Sonntag, den 12. Juni. Abends 8½ Uhr: Predigt. Dienstag, den 14. Juni. Abends 8½ Uhr: Singstunde. Mittwoch, den 15. Juni. Abends 9 Uhr: Jugendbund. Abends Donnerstag, den 16. Juni. 9 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Wenn alle dasselbe tun nämlich: Salem Aleikum- Cigaretten rauchen, dann spricht das für die gute Qualität dieser aus rein orientalischen Tabaken hergestellten naturell- aromatischen Cigarette. Salem Aleikum- Cigaretten sind ausser zu 31/2, 4, 5 Pfg. das Stück auch in Luxusqualitäten zu 6, 8 u 10 Pfg. erhältlich. Diese Cigarette wird nur ohne Kork, ohne Goldmundstück in einfachster Verpackung verkauft. Bei diesem Fabrikat sind Sie sicher, dass Sie Qualität, to nicht Konfektion bezahlen Echt mit Firma: Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik グラ , Yenidze" Inh. Hugo Zietz, Dresden. 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Denn sieh der Trank Und Katzenjammer zeigen beide - Was jedem Weisheitsfreunde lieb-: Wie richtig das Causalprinzip! Tm Dusel. Maximilian Bern. Zimmerfrau:„ Wie ist Ihnen das denn eigentlich passiert? Bei Ihren Handschuhen sind doch die Fingerspitzen tweggeschnitten!" Student: Ja, sehen Sie, ich wollte mir neulich die Nägel schneiden und vergaß dabei, die Handschuhe auszuziehen." " Dame( die gemalt wird): ch betone nochmals, daß mir das Bild nicht im geringsten schmeicheln darf!" Maler:„ Ganz wie Sie befehlen, gnädiges Fräulein, natürlich stellt sich der Preis dann etwas höher. Ich werde mir erlauben, pro Sommersprosse 0,50 Mt., pro Leberfleck 0,75 Mk. und pro Warze 1, Mef. in Rechnung zu sehen.". Ein Hieb. Inspektor: Wie finden Sie meine Maßnahmen?" ,, Vermessen." Weltbekannt. Gendarm:„ Zeigen Sie mal Jhre Legitimationspapiere!" Strolch:„ Legitimationspapiere? Jch? anwalte Europas kennen meinen Tritt!" Die StaatsVerantwortlicher Redakteur: Dr. Kar! Schaumburg, Berlin. Drud und Verlag bon Georg E. Nagel in Berlin- Schöneberg. ( Alle Rechte für sämtliche Bilder und Texte vorbehalten. Abdrud verboten.) Wichtiger Umstand. Richter: ,, Bei wem hat's also angefangen zu brennen?" ,, Beint Tupfer!" ,, Net wahr, beim Sepp!" Richter: ,, Hm, wer ist denn höher versichert von euch beiden?" Hering Jumbo's Kolonial- und DeliKatessen- Handlung. Drohung. Logiswirtin: ,, Was ich noch sagen wollte: meine Tochter wird jetzt täglich vor dem Mittagessen eine Klavierstunde bekommen." Studiosus Süffel: Dann werde ich sie wegen nächt. licher Ruhestörung verklagen!" Afrikanischer Nußzknacker.** A das natten berichten Des Bokhill iss Verboten. Das Rüfeknacken macht Verdruß, Zumal bei einer Kokosnuh. Dem Krokodil vom Blauen Mil If solches nur ein Kinderspiel. Hoch vom Dachstein. H.Stoly 1. Droben auf des Daches Zinnen Steht der Schwarze, Arges dichtend; Drunten schaust Du Wäscherinnen, friedlich ihr Geschäft verrichtend. Wir konnten zusammen nicht kommen. Die Liebe bringt doch nur Verdruss! Jüngst hörte ich mein Mädchen sagen: ,, Viel süsser schmeckte mir dein Kuss, Wenn du dich woll'st moderner tragen. Doch wenn ich dich so vor mir seh', Dann kommen mir die bitt'ren Tränen, Das Herz krampft sich in wildem Weh: Die plumpen Schuhe gleichen Kähnen. Nach altem Schnitte ist dein Rock, Der hose fehlen Bügelfalten, Du weisst nicht einmal deinen Stock Wie andre Herren chic zu halten." Jch sah sie an und lachte nur: ,, Du brauchst dich darum nicht zu grämen; Es schnitt dir mancher schon die Cour, Du kannst ja einen andern nehmen!" Jetzt hat sie einen, der' s verstehi, Nach neuster Mode sich zu kleiden... Wenn sie an mir vorübergeht, Dann denk' ich immer: ,, Wohl uns beiden!" Darum. V Treffende Glosse. Bezechter( vor der Kneipe singend): Grad' aus dem Wirtshaus komm' ich heraus. Ausländer: ,, Seltsam, daß die Deutschen dies Lied immer nur singen, wenn sie nicht mehr grad' stehen fönnen!" Schöne Aussichr. Maître d'hôtel. ,, Soll ich zum Hochzeitsmahl auch ein Orchester bestellen, Herr Baron?" - ,, Das lassen Sie nur bleiben; bin kein Freund von Passionsmusif." Verschnappt. Angeklagter: ,, Ich weiß nicht, wie der Kläger von Dhrfeigen reden kann; ich habe ja nur wie im Scherz seine Wangen gestreift." Richter: Der Zeuge will aber zwei schallende Ohrfeigen gehört haben." Angeklagter: ,, Ach, die zweite war ja nur das Echo der ersten!" 5. Ob die zarten Knöchlein knacken Nieder in die Seifensuppe Bis zum Alabasternacken! Eine wunderbare Gruppe! Dichter:„ Warum ließen Sie gestern bei der Premiere meines Stückes im letzten Akt die drei Pistolenschüsse weg?" Direktor:„ Weil Ihr Stück keinen Schuß Pulver wert ist!" Das Bindemittel. ,, Sind Sie noch nicht von Ihrer Frau geschieden?" „ Wir können uns darüber nicht einigen, wer das brave Hundert mitkriegt- darum bleiben wir halt noch so lang' beisammen." 2. Mit der Macht des Donnerkeiles Saust es plötzlich aus dem Äther; Mit der Wucht des Henkerbeiles Hinterdrein der Übeltäter. Einwand. Aufseher( bei einer Revision der Gefängniszellen durch den Landgerichtsdirektor):„ Warum steh'n Sie nicht auf?!" Häftling: Ich denk', ich soll sigen?" Ein Spottvogel. Ich wollte meiner Herzensdame heute ein Ständchen bringen; da es aber regnet, will ich es lieber unter' assen." „ Warum? Naß wären Sie ja so wie so geworden." P Grob. Alte Jungfer:„ Ich wünsche nicht, daß mir einmal ein Grabstein gesetzt wird." „ Das glaub' ich, der würde ja Ihr Alter verraten." Auf dem Ball. Herr:„ Das find' ich halt gar nicht schön von Ihnen, Fräulein Laura, daß Sie nicht auf mich gewartet haben Walzer, Polfa, Quadrille, alles vergeben S'?" Dame:„ Ja, alles vergebens!" Druckfehler. Der Oberförster war ein ungewöhnlich starker Esser. Nachdem er zwei Eisbeine mit Sauerkohl und eine große Portion Hasenbraten verzehrt hatte, bestellte er sich mit großer Seelenruhe ein halbes Dußend flaumweich gekochte Eber. Die Tragödie wurde zunächst in einem kleinen literarischen Kreise gegeben und fand den ungeteilten Beifall aller Lachverständigen. Prinzenerzieher. ,, An welchem Fluß liegt Stettin?" Prinz: An der Elbe oder Havel." ,, Ganz recht, an der Oder, Hoheit wählen immer die goldne Mittelstraße!" 0000 Kurz und bündig. Freundin:„ Dein Vater will also Deine Verbindung mit dem Major nicht zugeben?" Bankierstochter: „ Dos Ein Künstler. ,, Trinken Sie ein Gläschen mit, Herr Wirt?" „ Muß leider danken, meine Herren, habe heut noch ist mir gleichgültig; in einem Monat bin ich majorenn und große Mengen Wein abzuziehen." in zwei Monaten Majorin!" ,, Nun, dann machen Sie eben mal' ne kleine Kunstpause!" Unter Freundinnen. Du glaubst garnicht, Else, wie genügsam mein Mann ist!" " I warum sollt' ich das nicht glauben? Er hat Dich ja genommen!" Ausnutzung des Gegebenen. Luft von innen, Luft von außen Na, da muß das Ding doch sausen. Ängstlich. REALT Bankier( zum stellesuchenden Kassierer): Was für ein Landsmann sind Sie?" ,, Amerikaner." ,, Ach da möchte ich doch verzichten; es könnte womöglich die Vaterlandsliebe ausbrechen bei Ihnen." Naiv. Mama: ,, Sag, Frizzchen, weshalb soll man zu Tisch immer erst ein Gebet sprechen?" Fritchen: ,, Damit sich die Suppe abkühlt, Mama." Splitter. Wer andere falt und lieblos verurteilt, ist sein eigener Scharfrichter. * * Das beste Mittel, ein Glück voll auszu fosten, besteht darin, es mit einem anderen Glücke zu verknüpfen. Man braucht nicht viel Genie, um die Bestie im Menschen zu entdecken, doch es gehört wenig Geist dazu, nichts weiter als sie zu sehen. * Die Mutterliebe ist der Patriotismus der Frauen. Jetzt weiß er es. Ein Lehrer in Niederösterreich ist denunziert worden, daß er trotz des Prügelverbotes mit cinem, Staberl' nachhelfe. Der Schulinspektor R. inspiziert den Gestrengen. Richtig erspähen seine Augen, während der Lehrer das Klassenbuch aus der Schublade des Katheders herausnimmt, das omiinöse Staberl. Er ergreift es sofort und fragt die Schüler recht freundlich, wozu dieses Staberl diene. Zum Zeigen auf der Landfarte", antwortete ein Schüler. ,, Wozu denn noch?" Trotz wiederholten ermutigenden Fragens allgemeines Schweigen. Da bemerkt der Inspektor, daß ein Knabe in der letzten Bank seinem Nachbar etwas zuflüstert. ,, Nun, Kleiner, was hat Dir denn Dein Nachbar gesagt?" Nach langem gütigen Zureden und der feierlichen Zusicherung gänzlicher Straflosigkeit gibt der Schüler endlich die Antwort: ,, Er hat g'sagt: Dös muaß a schöner Tepp¹) san, wann er net amol woaẞ 2), wozu dös Staberl g'hört!" Vexierbild. 1) Dummfopf. 2) weiß. الالا Nanu wo ist denn meine Dame geblieben? Beweis ,, ad hominem." Eine Dame reißt aus Versehen einem Herrn mit der Schnur sein Pince- nez herunter, worauf dieser lächelnd bemerkt: Ja, ja, das ist das Bestreben der Damenwelt, die Herren blind zu machen!" te bat seg goaz gvg‘ น อ q10 ณ JaiLunung all plan - see " Suv of( pou lunavg aqun va aqvq шэв Frut pi เอ | 10 3N016 อน 13 Curt] goliantv -2 a મ Dies und Das Blüchers Pfeife. Nach den Freiheitskriegen besuchte Blücher, der alte Marschall Vorwärts, Mecklenburg. In Teterow hatten die Bürger einen feierlichen Empfang vorbereitet und am Eingange der Stadt zwischen einigen alten, strohgedeckten Scheunen eine Wache gestellt, die des Feldmarschalls Ankunft melden sollte. Man dachte sich diesen natürlich nicht anders, als in einem vierspännigen Wagen fahrend, mit Ordenssternen bedeckt, in goldgestickter Uniform und auf dem Kopf einen mächtigen Federhut. Zwei bürgerlich gekleidete, in einer gewöhnlichen einspännigen Kalesche daherkommende Herren wären daher nicht weiter beachtet worden, wenn nicht der eine, ein Greis mit soldatischen Zügen und dickem weißen Schnurrbart, aus einer Meerschaumpfeife furchtbar gedampft hätte. In Teterow war aber zur Verhütung von Feuersgefahr das Rauchen zwischen den Scheunen verboten, daher hielten die Wächter den Wagen an und nahmen dem alten Herrn mit den Worten: Wer zwischen den Teterower Scheunen raucht, dem kostet es die Pfeife," den bezeichneten Gegenstand weg. Na, meinetwegen," sagte der also Gemaßregelte, und der Wagen fuhr mit seinen Insassen ohne Aufenthalt durch den Ort weiter. Erst von dem Kutscher des nachfolgenden Packwagens erfuhren die Teterower, wem sie derart mitgespielt hatten. Sie beeilten sich, Blücher die Pfeife zurückzusenden; der alte Haudegen erklärte aber kurz:" Was mal futsch ist, das nehme ich nicht wieder", und schickte die Pfeife wieder zurück. Heitere Ecke. Druckfehler.( Vom Frauenkongreß.) unter tosendem Beifall schloß die berühmte Vorkämpferin für Frauenrecht mit den Worten:" Es ist das Alpha und Omega, das Erste und das Letzte, die Kardinalfrage der Kerlpunkt!" - Na, na! Verliebter( dem Gegenstand seiner Neigung, einer hübschen Spanierin, allerlei Schmeicheleien sagend):" Ja, schon als Knabe habe ich am meisten für spanisches Rohr geschwärmt." " 8 a b O Schachaufgabe 276. Von L. Kubbel. Schwarz. C de f go Eine unerwartete Begegnung. Phot. Käte Hecht, Grellenberg. h Unsere Rätselecke S Scherzrätsel. So ganz allein hör ich's mich gern, Mit der oft machens Damen und Herrn, Mit gewill ich es immerdar: Ich zähle nie zu jener Schar. Merkrätsel. Antonie Ackerbau Mastvieh Eisen - - Auflösungen der Rätsel und Aufgaben in voriger Nummer: Entwickelungsrätsel: Tulpe, Bulle, Zelle, Nelke. Anagramm: Wagen, Insel, Launen, Halm, Estrich, Lampe, Maus, Talar, Emil, Lehm, Linse. Wilhelm Tell. Versteckrätsel: Eifersucht macht taub und blind. bo po мария -лa( p ag gnva agus .gnu G mca o Neur L cfchalle № 24. Beilage zur Gießener Zeitung. Für Abonnenten der Gießener Zeitung kostenfreie Lieferung. Expedition: Seltersweg 89. Verlag Albin Klein. 1910. Das Land ibrer Träume. Von Hedda v. Schmid- Riefemann. ( 1. Fortsetzung.) laubst du, daß ich je deine Spargroschen anrühren würde?" lächelte Arvid.„ Die behalte nur ruhig und denke an unsre Reise ins Ausland! Dann werde ich ja schon so wie so auf Kosten meiner Frau leben," fügte er scherzend hinzu. Dann streichelte er Doras weiches, blondes Haar, zog ihren feinen, hübschen Kopf an seine Brust und flüsterte: ,, Ich bin noch viel, viel stolzer auf dich."- Zuerst hatte es den Anschein, als ob der Storch keine Lust bezeigte, sich auf dem Giebel des alten Forsthauses niederzulassen. Als jedoch am heiligen Abend Dora und Arvid vor dem Weihnachtsbaum saßen Dachsi hatte sich ihnen zu Füßen gelagert da konnte die junge Frau ihrem Manne als schönste Weihnachts- Ueberraschung eine - 7 6 5 4 3 82 1 6 5 4 8 3 a bcde f go h Weiß. Weiß setzt in drei Zügen matt. 2 Kreisel Dankadresse - Von jedem Wort sind zwei nebeneinanderstehende Buchstaben zu merken, derart, daß die gemerkten Buchstabenpaare im Zusammenhang eine moderne soziale Einrichtung bezeichnen. Scherzscharade. Das erste lieb ich bei der Zahlung, Das zweite trink ich immer gern. Das Ganze ist ein Altbekannter, Er nützet auch als Vielgewandter Zwar nicht den Damen, doch den Herrn. Nachdruck der Rätsel und Aufgaben verboten. Die Auflösungen erfolgen in der nächst. Nummer. Kreuzscharade: Ha ſe Hase, Nagel, Na gel Hagel, Nase, Segel. Scherzscharade: Dortmund. Magisches Quadrat: MARS ARIE RIG I SEI L Verantwortlicher Redakteur: Paul Oschmann, Verlag und Druck des Christlichen Zeitschriftenvereins, Berlin SW. 68, Alte Jakobstr. 129. Photographischer Verlag von Fr. Sanfftängl- München. Ein Gast. Nach dem Gemälde von H Knopf. ㅁ Nr. Aus de wig Kir an 10 bebu Meldung gersfrauen a weg 9, bis Mitteilung machen, die ihn mit Entzücken und Rührung erfüllte. Freilich, die Ausgaben im kleinen Hausstande würden sich im nächsten Sommer vergrößern, äußerte Dora bedenklich, nun freue sie sich doppelt ihrer Spargroschen, fügte sie hinzu.„ Du mußt mir schon erlauben, Arvid, von meinen Ersparnissen die kleine Ausstattung für unseren Jungen zu bestreiten- daß es ein Junge sein würde, nahmen die beiden ohne weiteres an es nützt doch nichts," fuhr Dora fort, jetzt schon Geld zur Reise zurückzulegen, denn nach Italien können wir natürlich erst dann, wenn der Junge größer geworden ist." Für Dora begann nun eine Zeit, in der sie allerhand zierliche kleine Sachen, die zu einer Puppenaussteuer gehörig schienen, arbeitete. „ Es ist doch erstaunlich, was solch ein kleiner Mensch alles nötig hat," sagte sie eines Tages zu sich selber, als sie ihrer Sparbüchse den letzten Schein entnahm, um ihn einzuwechseln, aber das schadet nichts, daß ich mein Geld bis auf den letzten Heller ausgebe, ich kann ja wieder welches verdienen, und unser Junge soll alles haben, was er braucht, für ihn ist mir das Feinste und Allerbeste gerade gut genug. Ich bin ja sonst so sparsam." Die blütenweißen Battisthemdchen, die gestickten Lätzchen, die Tücher, Häubchen und Jäckchen, dutzendweise von blaßblauen Seidenbändern zusammengehalten, lagen endlich fertig in einem hellpolierten Schrank, der eigens dazu bestimmt war, die ganze reizende Babyausstattung aufzu= nehmen. Dora hatte sich mit Nähen und Stricken und auch in der Wirtschaft zu viel zugemutet, sie sah bleich unb müde aus, wenn sie auch, sobald Arvid sich ihretwegen besorgt zeigte, beharrlich leugnete, sich angegriffen zu fühlen. Sie griff jetzt wieder zu ihrem Pinsel und ihren Farbentuben. An einem hellen sonnigen Tage im Vorfrühling saß sie an ihrem Arbeitstischchen. Sie kopierte nach einer Vorlage allerhand bunte Vögel und fremdartige, farbenprächtige Blumen. Da rollte ein Wagen heran und hielt vor dem Hause. Doras Tante aus der Stadt war es, die ihre Nichte nach längerer Zwischenpause wieder einmal besuchte. Aber, Dora," sagte sie nach der ersten Begrüßung, wie kannst du nur so unvorsichtig sein und deine Augen und Nerven jetzt so anstrengen! Du siehst sehr angegriffen aus, liebes Kind, und diese bunten Malereien sind nichts für dich. Bedenke doch, daß du dich schonen mußt!" ,, Ach, Tante," erwiderte Dora etwas kleinlaut, Baby braucht noch einen Wagen, und ein solcher ist recht teuer, ich habe mich nach dem Preise erkundigt. Arvid hat augenblicklich so viel Ausgaben, ich mag ihn nicht darum bitten, einen Kinderwagen anzuschaffen, da dachte ich, daß ich mir das Geld doch leicht verdienen kann." " Leicht? Gutes Kind, das sprichst Du nur so, um mir Sand in die Augen zu streuen. Dein Mann sollte Dir das angreifende Malen verbieten! Früher, als Du noch all' Deine Kräfte beisammen hattest und für die italienische Reise spartest, da mochte es so hingehen mit dem Arbeiten. Nun, jetzt, hast Du Dir die romantische Idee doch hoffentlich aus dem Sinn geschlagen? Du bist eine tüchtige kleine Hausfrau geworden, und der Platz einer solchen ist und bleibt zu Hause in den eigenen vier Wänden. Reisen kostet auch viel Geld. Sieh mich an ich bin eine glückliche Frau und Mutter und bin in meinem Leben nicht über die Grenzen unserer Provinz Und ich vermisse nichts." hinausgekommen! Nun ich vermisse auch nichts," rief Dora fröhlich und mit Ueberzeugung. In ihrem Herzen aber regte sich trotzdem die alte Sehnsucht nach dem Lande ihrer Träume. „ Ich komme gewiß noch einmal dorthin, ich bin noch so jung, und mein ganzes Leben liegt vor mir," tröstete sie sich. " Was den Wagen anbetrifft," fuhr die Tante fort, so steht bei uns auf dem Hausboden noch einer von meinen Kindern her. Wenn Ihr den vom Sattler ein wenig auffrischen und ausbessern laßt, so wird Euer Kleiner gewiß nicht weniger süß darin schlafen, als meine Mädel und Jungen es getan. Und auf diese Weise erspart Ihr einen guten Bazen Geld. Immer hübsch praktisch sein, liebes Kind, darin liegt die größte Lebensweisheit! Den Wagen werde ich Euch nächstens schicken, und im übrigen will ich mit deinem Manne reden er soll dir das Malen bis auf weiteres verbieten." Ja, es war ja besser so, wenn sie sich schonte. Sie fühlte sich in der Tat oft so matt und elend, daß sie dann keinen Finger rühren mochte. In einer Augustnacht wurde ihr Kind geboren. Es war wirklich ein Junge, ein dickes, strammes Kerlchen, das mit lauter Stimme schrie, als es das Licht der Welt erblickte. Dora erholte sich rasch, und obgleich die Pflege und Wartung des Kleinen sie viel in Anspruch nahm, so fand sie trotzdem Mußestunden, um die ihr so liebe Beschäftigung, das Malen, wieder aufzunehmen. Da sie wirklich sehr geschickt war, besonders im Porzellanmalen, so erhielt sie stets Bestellungen. Es war ihr eine Freude und eine Erleichterung, daß sie etwas zum Haushalt beitragen konnte. Che die Schuld, die Arvid um seines Freundes willen gemacht, abgezahlt war, würden Jahre verstreichen. Doras Krankheit hatte viel gekostet, diese Schäden im mageren Geldbeutel des jungen Paares mußten repariert werden. Arvid wollte anfangs nichts davon wissen, daß seine Frau manche Ausgabe bestritt, aber sie wußte ihn so liebevoll zu überzeugen, daß es die Pflicht jeder echten und rechten Frau sei, ihrem Manne zu helfen," daß er nachgab. Von Doras ausländischer Reise war nur noch hier und da die Rede, in solchen Stunden, wo die jungen Leute Luftschlösser bauten. Als ein Jahr um war und der dunkle Krauskopf Jung- Arvid seine ersten Gehversuche machte, zog der Storch zum zweiten Male mit segenbringendem Flügelschlag über das Dach des ForstHauses und ließ sich dort nieder. Diesmal war es ein blondes, blauäugiges Mädchen, das er den Eltern in den Wagen legte, der, trotzdem eine längst herangewachsene Generation in ihm geschlafen, noch ganz stattlich aussah. Der langschnäbelige, rotbeinige Geselle_ge= wöhnte sich nach und nach so daran, seinen Flug zum Forsthause zu nehmen, daß er fast in jedem Jahre dort Einkehr hielt, und jedesmal wurde er, wenn auch nicht gerade mit hellem Jubel, so doch mit Dank gegen Gott empfangen. „ Kinder sind ein Segen Gottes," tröstete die Tante, als Dora ihr eines Tages fast weinend mitteilte, daß im kommenden Herbst sich zu den sechs Kindern, die fröhlich im Forsthause aufwuchsen, ein siebentes gesellen werde, Kinder sind ein Segen Gottes, ich selber habe acht geboren das Talent dazu liegt, scheint es, in unserer Familie, nur du bist merkwürdigerweise das einzige Kind deiner Eltern, und deine selige Mutter war doch meine leibliche Schwester."( Forts. folgt.) Burg Weibertreu. ( Zu nebenstehendem Bilde.) In allen Tonarten preiſt man unzählige Burgruinen im lieben deutschen Vaterlande, von deren Schicksal man weiter nichts weiß, als daß sie vermutlich diesem oder jenem Jahrhundert ihre Entstehung verdankten, einem längst ausgestorbenen Rittergeschlechte gehörten und in einer der zahllosen Fehden des Mittelalters oder im dreißigjährigen Kriege und dergl. eingeäschert wurden. Hter und da spinnt wohl die Sage noch weiter aus, was in der Geschichte sich urkundlich nicht belegen läßt. Anders bei jener Burg, die ein Justinus Kerner mit grünen Epheuranken der Dichtung umgeben hat, von der aber auch die Vaterlandsgeschichte in glaubwürdiger Weise ein Ereignis meldet, wie es prächtiger nicht als Lob deutscher Frauentreue und Klugheit gedacht werden kann. Viel ist um die Wahrheit der Erzählung von der Weinsberger Weibertreu gestritten worden. Eine als echt anerkannte Urkunde erzählt: Anno 1140 hat König Konrad die Burg Rolfs Winsperc belagert und auch bekummen. Den Weibern tat er vergünſtigen, was jede auf den Schultern Kostbarliches fortbringen mag, das sollten sie mitnehmen. Sie hielten Rat und han in trewen ihre Männer hinabgetragen; dem Herzog Friedrich aber, so dem wehren wollte, sagte der König, ob der Weiber List ergezet, daß ein Königswort nit geändert werden sollt." Was nun die Geschichtsforscher mit ihrer nüchternen Gelehrsamkeit nicht zuwege gebracht hätten, hat das Dichterauge und der Dichtermund Kerners vermocht; längst, ehe aus vergilbten und verstaubten Papieren die Tatsächlichkeit der obigen einzigartigen Begebenheit herausgefunden war, hat er seinen Landsleuten im engeren und weiteren Sinne die Freude an diesem vermittelt, die Gestalten der Ueberlieferung dro= ben in alten Burggemäuern wieder aufleben lassen. ㅁㅁ Weinsberg mit der Burg Weibertreu. Die M Ausbau der 206 öffentlich ve gen währen Angebote a ftens bis z 206 öffentlich be gen währen Angebote entsprechend Zuschlagsfri Gieß Mitt des städtis findet in nugung al Gie Die Gieße hütte ist 581 G dings in direkt PRG" Du, id falten u ich Dir 916" Mai und fuh für Dein Der Denn e er Aber den tot denten diesem mein vo Dich!" Du binaus