Gießener Zeitung - ( Neueste Nachrichten) Erscheint Dienstags, Zwei Ertrabeilagen: Bezugspreis 40 pfg. monatlich vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. fret ins Haus. Donnerstags und Samstags. „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 67. Amtlicher Teil. Bekanntmang. in In den Wagen der Städt. Straßenbahn wurden der Zeit vom 14. Februar bis 9. Mai 1910 2 Spazier= flöde, 2 Damenschirme, 1 Portemonnaie, 1 Rolle Tapete u. Rolle Papier gefunden. Die Gegenstände tönnen auf dem Bureau der unterzeichneten Verwaltung, Westanlage 51, abgeholt werden. Gießen, den 9. Mai 1910. Elektrizitätswert u. Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. Bekanntmachung. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 10. Mai 1910 von der Volksmenge ehrerbietigst begrüßt, fein Laut war jedoch vernehmbar. * London, 8. Mai. Die Kansheit des Königs war eine asthmatische Herzaffektion. * London, 8. Mai. Die englische Armee wird bis zum 6. November d. Js. Trauer anlegen. Alle Schulen wurden geschlossen, nachdem von den Lehrern Traueran= sprachen gehalten worden waren. Zum Zeichen der tiefen Trauer wurde in den Kirchen dreimal täglich die Glocken geläutet. Alle in Aussicht genommenen Festlichkeiten wurden abgesagt, die Fahnen sind überall auf halomast gehißt und mit Trauerflor umgeben. * London, 9. Mai. Wie gemeldet wird, soll jetzt feststehen, daß König Eduard in der St. Georg- Kathedrale im Schlosse zu Windsor beigesetzt werden wird. Ob eine öffentliche Aufbahrung erfolgen wird, ist noch nicht entschieden. Auch der Tag der Beise zung steht noch nicht genau fest. Wegen Vornahme von Straßenarbeiten wird die Stein- Die Revision der heff. Verwaltungsgeseke. ftraße zwischen Schiller und Tammstraße von heute an bis auf weiteres für jeglichen Fuhr- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 6. Mai 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Reinhart. 3nm Tode des Königs Eduards. * Wiesbaden, 8. Mai. Der Kaiser empfing die Nachricht vom Ableben König Eduards in früher Morgenshmide. Er war tief bewegt und sandte sofort KondolenzTelegramme an die königliche Familie. Der Kaiser wird den Beerdigungsfeierlichkeiten teilnehmen, doch hängt seime Reise nach London von dem Termin der Beiseßung ab. Die Fahne auf dem Schloß ist auf halbmast gehißt. Der Kaiser verließ gestern Abend 10 Uhr 40 Min. Wiesbaden und trifft heute Vormittag gegen 11 Uhr im Neuen Balais ein. * Berlin, 9. Mai. Der Kaiser erließ einen Armeebesehl, in dem er, um das Andenken des Königs Eduard zu ehren, bestimmt, daß sämtliche Offiziere der Armee adht Tage Trauer anlegen und daß bei dem 1. Garde- Dragonerregiment„ Königin Vittoria von Großbritannien und Frond" und dem Husarenregiment Fürst Blücher von Wahlflatt( Pommersches) Nr. 5 die Trauer drei Wochen dauert. Berlin, 9. Mai. Der Kaiser, der gestern nach längerem Aufenthalt in Homburg, im Elsaß und in Wiezbaden in Potsdam wieder eingetroffen ist, begab sich nachmittags gegen 3 Uhr nach der englischen Botschaft und stat * fete dem englischen Botschafter einen längeren Kondolenz besuch ab, der fast anderthalb Stunden dauerte. * London, 9. Mai. Die Leiche König Eduards ift vorläufig auf dem Sterbebett aufgebahrt. Die Züge des Eoten sind unverändert. Nach der Proklamierung des neuen Königs Georg 5., welche um 5 Uhr nachmittags beendet war, wurde ein Protokoll verlesen, worin Beamte und Militär ersucht werden, ihre Posten weiter auszufüllen. Die öffentliche Ausrufung des neuen Königs wird in London und den übrigen Städten des Landes am Montag Morgen erfolgen. Das Königspaar und sein ältester Sohn statteten gestern Nachmittag der Königin- Witwe im Buckingham- Palaft einen Besuch ab. Auf dem Wege dorthin würden sie 33) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmut H. Nachdruck verboten.) „ Sie?--! Ja, ich, Maja-!" " Sind Sie frank?" Er nidie eifrig: Ach, wenn Sie wüßten wie sehr!" „ Aber was fehlt Ihnen denn?" Das junge Mädchen hatte unwillkürlich wieder einen wärmeren Ton angeschlagen und blickte forschend auf ihren Begleiter. Wissen Sie noch," begann er, wie sich befinnend,„ wie ich einmal Müden und Käfer fing, ihnen die Flügel verbrannte und mich dann ihrer unbeholfenen Bewegungen freuten? Wie Sie da weinten und mich einen ungezogenen Buben schalten? Wie Sie mich bei der Mutter verklagten?" Ich erinnere mich noch ganz gut, daß es Ihnen immer Freude machte, die armen Tiere zu quälen!" „ Und Sie konnten das gar nicht sehen, Sie hatten eben ein zu weiches Herz. Es waren doch nur dumme Tiere, die das gar nicht so spürten! Aber die Menschen, die fühlen cs, wenn sie leiden müssen!-- Sehen Sie, so einer Fliege bin ich jetzt zu vergleichen. Eine Minute hat hingereicht, mir die Flügel zu versengen, eine einzige Minute! Nun wird mein Herz kranken an dem heißen Schmerz, den Sie mir zugefügt haben! Sie wenden sich ab?- Sie sind grausamer, als ich damals war, wenn ich Spazen totschoß. Denn der kleine Kerl war doch tot und wurde von Ihnen begraben, während ich vielleicht mein Leid durch ein langes Leben schleppen muß, wenn Sie nicht Mitleid mit mir haben!" Maja hate sich abgewandt. Sie fühlte etwas wie Efel aufsteigen bei diesen Worten. Die dreisten, zudringlichen Blicke dieses Menschen empörten sie bis ins Innerste. Sie bereute aufrichtig, daß sie ihn eingeladen hatte. Und gar mit ihm nach Neunlinden zu fahren, erschien ihr jetzt beinahe als eine Unmöglichkeit. Aber bei ihrem raschen Anerbieten vorhin waren ganz andere Gründe maßgebend gewefen. Sie dachte dabei ar ein kleines Haus am Waldesrand. Dort vorüberzufahrer. bedeutete nur einen kurzen Den Mitgliedern der Zweiten Kammer der Stände ist soeben der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Verwalt ungsrechtspflege zugegangen. Mit dieser vom 23. April d. Js. datierten und mit der Unterschrift des Ministers des Innern, Erz. v. Hombergt, versehenen Vorlage hat die Regierung nun auch den Landständen, den eigentlich wichtig sten der sechs Geseßentwürfe zur Beratung und Beschluß fassung überwiesen, die zur Durchführung der seit vielen Jahren erstrebten und notwendigen Revisionen der hessisch. Verwaltungsgesetzgebung erforderlich sind. In der Vorlage selbst wird zunächst eine genaue Abgrenzung des Gebiets der Verwaltungsrechtspflege von dem jenigen der eigentlichen Verwaltung herbeigeführt. Das seit her bestehende Verwaltun sstreitverfahren wird besonders durch zwei wichtige Bestimmungen sehr wesentlich verändert. Einerseits wird bestimmt, daß das Ministerium des Innern in Zukunft nicht mehr als Verwaltungsgericht fungieren soll, wie das jetzt der Fall ist. Als Verwaltungsgerichte sollen in Zukunft nur noch der Kreisausschuß als erste Instanz, der Provinzialausschuß als erste Instanz für Gemeindesachen und als zweite oder Berufs- Instanz für Kreisausschußfächen und ferner das Verwaltungsgericht für Sachen, in denen der Provinzialausschuß zuständig ist, als Berufsinstanz, für Kreisausschußsachen auch als Berufs- Instanz in Betracht kommen. Gegenwärtig ist das Verwaltungsgericht lediglich Revisionsinstanz für erstinstanzliche Provinzialausschußsachen, eine neue Beweisaufnahme 2c. war also ausgeschlossen. Ferner ist bemerkenswert, daß sich nach den neuen Bestimmungen das Verwaltungsstreitver- fahren dem jezigen Verfahren in bürgerlichen Streitigkeiten näher anschließt. Da hier fast überall nicht allein die Parteien, sondern auch das öffentliche Interesse in Frage kommt, so wird für die Feststellung des Sachverhalts ein weiter Spielraum gegeben, auch im Prinzip die Mündlichkeit fest gelegt. Auf die übrigen wichtigeren Bestimmungen, sowie auf einzelne abweichende Neuerungen des 145 Paragraphen umfassenden Geseßentwurfs werden wir noch zurückkommen. Lokales. Gießen, 10. Mai 1910. ** Geheimrat Heinrich Curschmann ist in Leipzig als Direktor der medizinischen Klinik der dorti- - - Umweg. Und sie wollte vorüberfahren, ganz langsam um mit ihrem Begleiter gesehen zu werden. Dabei wollte sie lachen laut lachen und scherzen mit ihm, ja, lachen immerzu, wenn auch das Herz wehtat dabei. Das sah ja niemand. Aber das Lachen sollte man sehen. Und einer, der dann hinter blütenweißen Vorhängen stand und mit brennenden Augen auf das Gefährt und die Insassen starrte, der mußte dann doch merken, daß man sich nichts aus ihm machte.- Maja schnippte bei diesen Gedanken mit den Fingern, nein, nicht so viel!- Ja, das wollte sie ihm zeigen, dem der sie so schwer gekränkt. Ueber alles das grübelte sie noch nach, während sie schweigend neben ihrem Begleiter herschritt. Ste würdigte ihn feines Wortes mehr. So erreichten sie ihr väterliches Haus. Es war das schönste und stattlichste Gebäude in der ganzen Straße. Leon v. Schmettwit biß die Lippen zu= sammen. Er merkte es wohl, daß die Dame sein Benehmen übel aufnahm und er ärgerte sich unbeschreiblich über die begangene Dummheit. Er sah ein, daß er seine Sache falsch angefangen hatte und überlegte, wie er alles wieder gut machen könne. Doch blieb ihm jetzt keine Zeit dazu. Staunen und Bewunderung malten sich auf seinem blassen Gesicht, als er die kostbare innere Einrichtung betrachtete. Weiche rote Teppiche, von Messingstangen gehalten, bedeckten die Treppe, deren Nischen von seltenen Blattpflanzen ausgefüllt waren. In den Zimmern herrschte eine gediegene Pracht. Ueberall erblickte man künstlerisch ausgeführte Wand- und Deckengemälde, daneben Gobelins von hohem Wert, geschnitzte Eichenmöbel, vergoldete Gaslüster, Spiegel von feinem venctionischem Glas. Leon war wie geblendet. Er rechnete sich im stillen aus, was diese Einrichtung wohl kosten mochte. Wie unendlich reich mußte der Mann sein, der sich so etwas leisten konnte! Maja hatte mit ihrem Begleiter schon verschiedene Gemächer durchschritten und öffnete jetzt die Türe zum Speisezimmer. Der Tisch stand bereits gedeckt und das junge Mädchen wandte sich an einen Diener, der damit beschäftigt war, ein paar Vasen mit Blumen zu füllen. Sie gab ihm die Weisung:„ Legen Sie noch ein Gedeckt auf, Anton, wir haben heute einen Gast zu Mittag." ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. 0 die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pig.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. 8. Jahrg. gen Universität an einem Herzschlag verschieden. Der Verstorbene erblickte im Jahre 1846 in Gießen das Licht der Welt, er hatte also ein Alter von 64 Jahren erreicht. Geheimrat Curschmann hatte bis zu seiner Berufung nach Leipzig lange Zeit die Stelle eines Direktors des Allge= meinen Krankenhauses in Hamburg bekleidet. * Kursus für Volksschullehrer. Vergangene Woche begann am Landw. Institut ein Kursus für Volksschullehrer, der nach Ablauf von 2 Monaten sein Ende erreicht. Die Zahl der Teilnehmer beträgt 12, von denen 7 aus Oesterreich- Ungarn stammen. tt Stadttheater. Das Personal der Emser Operette, das die erste Serie der Operettengastspiele hier bestreiten wird, besteht zum größten Teile aus den vorjährigen Mitgliedern, die der ersten Emser Spielzeit Direttor Steingoetter zu außerordentlichem Erfolge verholfen haben. Dazu kommt als Charakterkomiker und Regisseur Herr Richard Helsing vom Hoftheater in Oldenburg, der dem Gießener Publikum ja von den Nauheimer Gastspielen her bestens bekannt ist. ** 10. Deutscher Freistudententag. In der Pfingstwoche( 16.- 19. Mai) findet in Weimar( Etablissement Armbrust) der 10. Deutsche Freistudententag statt. Es tagen nebeneinander die Deutsche Freie Studentenschaft, der Verband der freistudentischen Organisationen an den deutschen Hochschulen und der Freistudentische Bund, der die Verbände chemaliger freier Studenten in sich vereinigt. In der Eröffnungssitung, Montag, den 16. Mai, abends 8½ Uhr, wird Dr. J. A. Wenzel- Leipzig das Thema:„ Der Student im Dienste der Künste" behandeln. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen steht der öffentliche Begrüßungsabend, Dienstag, 17. Mai, abends 8 Uhr, bei dem Dr. Corwegh über Weimar, Dr. Felir Behrend- Berlin über den gegen= wärtigen Stand der freistudentischen Bewegung sprechen wird. Die im Laufe des Dienstags, Mittwochs und Donnerstags stattfindenden Sißungen sind internen Beratungen ( Bericht des Generalsekretärs, der Aemter, Neuwahlen, Studentisches Versicherungswesen und der Diskussion des Referates von Dr. Behrend gewidmet); am Schlusse der öffent lichen Veranstaltungen steht ein am Abend des 18. Mai ( Mittwoch) in der Armbrust stattfindendes Gartenfest( mit Damen). Für die Teilnehmer der Tagung finden außerdem Führungen nach den historisch und fünstlerisch bedeutsamen Stätten Weimars statt. Die Teilnahme an den öffentlichen Veranstaltungen steht jedermann, die an den geschlossenen Sibungen allen nichtinforporierten Studierenden deutscher Hochschulen zu. Anfragen in Sachen des Freistu dententages sind zu richten an den Generalsekretär der Deutschen Freien Studentenschaft Dr. A. Zöllner, Selb ( Bayern), vom 14. Mai ab Weimar, Etablissement Armbruſt. * Von den Polizeihunden. Dieser Tage machte ein Anwohner der Krosdorferstraße die Bemerkung, daß die 10 ihm gehörigen Staalhasen von fremder Hand in der Nacht getötet worden waren. Er benachrichtigte daraufhin die Polizei, welche zwei Polizeihunde an den Tat ort entsandten. Beiden Tieren gelang es, die Spur des Täters bis zu einer in der Nähe befindlichen Hofraite zu verso gen und hier einen Bernadiner Hund zu stellen. Die an diesem Tier sofort vorgenommene Untersuchung ließ es als zweifellos erscheinen, daß nur der Bernadiner Hund die Stallhasen getötet haben konnte. * Prügelei. Wenig fein war das Verhalten von zwei gebildeten jungen Leuten, eines Studenten und eines Tierarztes, welche am Samstag auf offener Straße aus Anton musterte den seltsamen„ Gast". der hinter dem Fräulein ins Zimmer trat, mit tritischen Blicken. Er schien ein wenig verwundert über das Aussehen desselben, denn er schüttelte mit einer allerdings faum merklichen Bewegung den Kopf, beeilte sich aber, zu antworten:„ Sehr wohl, gnädiges Fräulein!" Maja warf Hut und Handschuhe auf den nächsten Stuhl vnd fragte: Ist mein Vater noch nicht da?" " Der gnädige Herr kam bereits vor einer Viertelstunde und hat schon mehrere Male nach dem gnädigen Fräulein gefragt!" Immer wieder mit Ihrem gnädiger Herr", gnädiges Fräulein", rief Maja ungeduldig. Sie wissen doch, daß Papa das nicht leiden kann,- also jetzt- rasch, rufen Sie meinen Vater, wir können dann essen!" „ Ja, sogleich!" Der Diener verschwand geräuschlos und nach wenigen Minuten erschien Reinau unter der Tür, blieb aber überrascht stehen, als er den fremden gewahrte, der sich be= scheiden im Hintergrunde hielt. Na- Mädel, wen hast Du denn da mitgebracht?" Tas flang nicht eben sehr freundlich. ,, Sieh ihn Dir nur einmal genau an, Papa, vielleicht errätit Du es". lächelte das Mädchen. Reinau schüttelte den Kopf und betrachtete seinen Gast mit ziemlich mißtrauischen Blicken. Der junge Mann war ferlegen. „ Verzeihen Sie, daß ich es wagte, zu stören," sagte er, hr Fräulein Tochter war so gütig, mich einzuladen. Ich hoffe. Sic halten mich nicht für unbescheiden." Er wandte dabei den Kopf ein wenig zur Seite, und dabei trat die Aehnlichkeit mit Sylvia deutlich hervor. Das fiel Reina uf „ Ah." machte er überrascht, jetzt weiß ich es,- Sie sind Cie Reon v. Schmettwiß", vollendete Maja, als der Vater stoďte, ( Fortfebung folgt.) nmutig in feinen Sessel zurückgelehnt, faß Egon Schröder im Salon. Ein reizender, heller Anzug fetne elegante Gestalt, Fainiaus J prächtiges Brillantenbe weitaufene. Na, warum denn nicht," entgegnete Minna mit Tautem Lachen, fie geht ja selbst oft genug aus, warum ſouen es denn die Haare nicht aud), tun?" bereitungen Sets Im Drul. Borordnast mäßig geladen en taftsabend besprechend): unterungsrichter( mit seiner Frau die Du denn auch einem rechtzeitig und Bräutigam: Aufrichtig. ier, liebste Elsa, bringe ich Dir ein Gedia: ich denn die Gedichte von ring von mir und eins von meinem Bruder." noch nicht festgestellten Gründen aneinander gerieten. Glücklicherweise führte die Schlägerei nicht zu irgend welchen Verlegungen. ** Der Großherzo und die Großherzo= gin werden an der Beise zung des Königs von England teilnehmen und sich zu diesem Zweck nach London begeben. * Bunsengesellschaft. Die 17. Generalversammlung der deutschen Bunsengesellschaft wurde am Donnerstag mit einem Begrüßungsabend in Steins Garten eröffnet. Der Freitag und Samstag galten der Erledigung geschäftlicher Dinge. Am Sonntag fand ein Ausflug nach Bad Nauheim statt, welcher in schönster Weise die Tagung abschloß. * Ein Zeichen der Zeit. Die Herberge zur Heimat besuchten in dem Monat April 1910 1390 Personen, während sich die Benutzungsziffer in dem gleichen Monat des Vorjahres nur auf 1310 Personen belief. Der Arbeitsnachweis vermittelte im ganzen 84 Stellen. * Sonderfahrt nach Paris. Das bekannte Reisebureau L. Lyssenhop u. Co., Mainz, veranstaltet auch in diesem Jahre wieder einige seiner beliebten Gesellschaftsreisen nach Paris, London 2c. Zunächst findet eine solche vom 23. bis 29. Mai d. I. nach Paris statt und kann eine rege Beteiligung bei dem billigen, alle Kosten für Hotels, Verpflegung 2c. einschließenden Preise nur bestens empfohlen werden, sodaß wir unsere Leser auf diese Gelegenheit aufmerksam machen. Näheres siehe Inserat. * Reise nach der Wassertante. Diese beliebte alljährliche Mainzer Veranstaltung, wofür die Arrangements ebenfalls wieder wie seither in den Händen des bewährt! n Reisebureaus L. Lyssenhop u. Co., Mainz, liegen, findet vom 20. bis 26. Juli d. J. statt, Bremen, Bremerhaven, Helgoland, Hamburg und Kiel einschließend, mit Anschlußfahrt nach Kopenhagen und Berlin. Das aus= führliche Programm ist in unserer Expedition kostenlos erhältlich. Aus Hessen und Nachbargebiet * Rodheim, 9. Mai. Der Kreisfriegerverband für das ehemalige hessische Hinterland, Kreis Biedenkopf, feiert hier im Juli sein diesjähriges Verbandsfest. Der Fest= platz befindet sich am Fuße der Burg Vetberg. * Schli. Infolge des Ablebens König Eduards hat der Kaiser seinen für heute geplanten Besuch abgesagt. Die städtische Behörde, die Einwohnerschaft und Vereine hatten große Vorbereitungen getroffen und schon mit dem Schmuck der Straßen begonnen. Der Kriegervereinsbezirk Lauterbach- Schlitz hatte seinen Bezirkstag hierher gelegt, um den Kaiser zu begrüßen. Er beschloß nun sein Bezirksfest mit 25jährigem Jubiläum in Reuters abzuhalten. * Hungen. Vergangene Woche fand der Auftrieb auf der Jungviehweide Tiergarten statt. Es wurden 36 Fohlen und über 80 Rinder auf die Weide gebracht. In nächster Zeit sollen noch 9 Fohlen und auch noch einige Rinder hinzukommen, so daß sich dann im ganzen 45 Fohlen und etwa 100 Rinder auf der Weide befinden. Auch ein Zuchtbulle ist daselbst untergebracht. Mit dieser Zahl hat die Viehweide Tiergarten den stärksten Auftrieb Jungvieh von den oberhessischen Weiden zu verzeichnen. an * Alsfeld, 9. Mai. Unsere Stadtverwaltung be= absichtigt der in diesem Jahre voraussichtlich wieder stark auftretenden Mäuseplage energisch entgegenzutreten. Es wird versuchsweise der Loefflersche Mäusethphusbazillus angewendet werden, der absolut ungefährlich für Menschen und andere Tiere außer Mäusen ist. Mit der in Milch gezüchteten und in Flaschen transportablen Typhuskultur wird Hafer aufgeweicht und die Frucht dann etwas in die Mäuselöcher hineingeschoben. Die Tiere verenden nach einigen Tagen in ihren Löchern. * Biedenkopf, 9. Mai. Der Hinterländer Geschichtsverein erläßt einen Aufruf zur Sammlung eines Fonds für Errichtung eines Gedenksteines bei der Philipps= buche bei Simmersbach, wo bekanntlich Philipp der Großmütige bei seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft zuerst wieder hessischen Boden betrat. * Buzz ba ch. Die ursprünglich für den 1. Mai geplante Eröffnung der Strecke Bußbach- Oberkleen, die aber wegen der Verzögerung von einzelnen baulichen. Ausführungen noch verschoben werden mußte, findet nunmehr am 13. Mai statt. #Bad Nauheim. Unser Kurtheater hat seine Voranzeige veröffentlicht und ladet gleichzeitig zum Bezug von Karten zu Vorzugspreisen ein. Herr Direttor Steingoetter gibt ein Neuheiten- Verzeichnis heraus, aus dem man entnehmen kann, daß er gewillt ist, seine Bühne in die Reihe der ersten und besten zu stellen. Bad Nauheim, 9. Mai. In kurzer Zeit soll mit dem Erweiterungsbau unseres Bahnhofs, der Anleg ung eines neues Güterbahnhofes und der Vergrößerung des Empfangsgebäudes begonnen werden. Bis jetzt waren 3160 Rurgäste angekommen, wovon noch 2060 anwesend sisid. Bäder wurden 26 555 abgegeben. 34) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) „ Na, icht mal an," lachte dieser, richtig, Leon der Ausceiker! Also wieder glücklich gelandet in der alten Heimat! Das wird eine Ueberraschung geben! Wissen Sie schon, daß Ihr Vater jetzt in Neunlinden wohnt? Ja? Sie werden viel gut zu machen haben an dem alten Mann, er litt schwer unter Ihrer Flucht. Es ist seitdem so manches über ihn hereingebrochen, was er wohl nie mehr ganz verwindet. Das Schicksal hat ihm übel mitgespielt. Seit seine Frau ihm genommen wurde-- * Friedberg, 8. Mai. Flugtechniker Scheithauer, der früher bei Latham arbeitete, hat neuerdings einen Flug apparat verfertigt und will in der Nähe von Roßbach Flugversuche unternehmen. Er hat bereits eine an der Straße nach Friedberg gelegene Feldscheuer gemietet, die zur Unterbringung seines Fliegers dient. * Frankfurt a. M. Die Zusammenkunft d eut scher Standesherren fand hier unter dem Vorsize des Fürsten zu Stolberg- Wernigerode statt. Unter den Teilnehmern befanden sich u. a. Fürſt und Fürstin zu Solms- Hohensolms- Lich, Fürst und Fürstin zu Bentheim Steinfurt, Fürst zu Erbach- Schönberg, Fürstin Mutter zu Vienburg- Büdingen, Prinz und Prinzessin Viktor zu Erbach- Schönberg, Graf und Gräfin zu Pückler- Limpurg, Graf und Gräfin zu Neipperg, Graf von Bentinck- Waldeck- Limpurg, Graf und Gräfin zu Isenburg- Meerholz und Prin zessin zu Ysenburg- Büdingen. * Frankfurt a. M. Eine Konferenz von StaatsGe angestellten und Arbeiterverbänden, einberufen vom samtverband der christlichen Gewerkschaften Deutschlands, tagte hier am Sonntag. Insgesamt waren rund 85 000 Mitglieder vertreten, die sich verteilen auf Organisationen der Eisenbahner, Postangestellten, sowie der Militär- und sonstigen Staatsarbeiter Nord- und Süddeutschlands. Nach einer eingehenden Aussprache wurde einmütig die Bildung eines Kartellverbandes beschlossen. Gegenüber den neuerdings zutage tretenden schädlichen sozialistischen und ver- wandten radikalen Strömungen soll der Gedanke der Not wendigkeit fruchtbarer positiver Standesarbeit verbreitet und ferner die staatsbürgerliche Erziehung der Mitglieder nachdrücklichst gepflegt werden. „ Meine Mutter?" fragte Leon, hastig auffahrend. „ Ja," nickte Reinau, Ihre Mutter ist tot!" " Tot?" wiederholte Leon, als fönne er nicht so gleich faffen, was da ausgesprochen wurde. Er legte einen Augenblick die Hand an die Augen. Als aber Anton jetzt mit der Suppe erschien, hatte er sich schon wieder gefaßt und schielte interessiert nach der gefüllten Schüssel. Man nahm am Tische Plaß und Leon ließ sich die aufgetragenen Speisen und den Wein kräftig munden. Wie lange waren Sie denn nun fort von hter?" fragte Reinau im Laufe des Gespräches. „ So etwa zwölf Jahre." " Und warum hat man in der ganzen Zeit niemals etwas von Ihnen gehört?" Er zuckte die Achseln. * Darmstadt. Zum Erbfolgestreit im gräflichen Hause Erbach- Erbach wird gemeldet: Nachdem die Ver= nehmungen von etwa 60 Zeugen an den Gerichten Frankfurt a. M., Königstein i. T., Würzburg, Brückenau, Dresden, Michelstadt i. O. und Bern in der Klage der Grasen Konrad, Eberhard und Alerander zu Erbach Erbach gegen den Familienchef, den Grafen Georg Albrecht, beendet worden, wird nunmehr am morgigen Tage vor der 1. Zivil= fammer am hiesigen Landgericht unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirettors Dr. Rüster weiter verhandelt werden. Der Hauptpunkt in der Sache ist der, ob der Erbgraf Erasmus zu Erbach- Erbach bei Eingehung seiner Ehe mit Dora Fischer, Tochter einer Waschfrau aus Erbach, geistesgestört war. Das Landgericht Frankfurt a. M. hat bekanntlich die Ehe deshalb für nichtig erklärt. Je nun, Gutes gab es nicht zu berichten und an all dem Schlimmen, das ich erlebte, hätte niemand Freude ge= habt. So unterließ ich es ganz." „ Sie versprachen sich wohl etwas ganz besonders Großartiges, als sie fortgingen, was?" „ Ja, das tat ich! Leider hat sich keine meiner Hoffnungen erfüllt." Sie haben nichts erreicht de draußen?" Leon schüttelte den Kopf. * Darmstadt, 9. Mai. Der Jungliberale Landesverband für das Großherzogtum Hessen hielt gestern Vormittag hier seine ordentliche Vertreterversammlung ab. Da der bisherige erste Vorsitzende, Finanzamtmann Bangel, sein Amt niederlegte, weil er die vorgeschriebene Altersgrenze von 40 Jahren erreicht hat, wurde Diplomingenieur Ritsert- Darmstadt zum ersten und Lehrer Schmeher- Worms zum zweiten Vorsitzenden gewählt. In seinem Referat über die politische Lage erwähnte Finanzamtmann Bangel die bevorstehende Reichstagswahl in Friedberg- Bi dingen und betonte, daß die Jungliberalen die Kandidatur des Professors Dr. v. Calfer eifrig unterstützen werden. * Darmstadt. In der Vorstandssitung der Landwirtschaftskammer wurde beschlossen, bei der Großherzog= lichen Regierung dahin vorstellig zu werden, daß von die ser zur Bekämpfung der in letzter Zeit in großem Umfange aufgetretenen Schweineseuche bezw. Schweinepest Versuche durch Schußimpfungen, ähnlich wie bei der Rotlaufbekämpfung, vorgenommen werden. Weiter wurde, nach Erledig= ung einer größeren Anzahl anderer Punkte, die Gewähr ung von Unterstützungen an Züchter von Gemüsesamen durch die Ausschüsse angeordnet. Dem landw. Institut in Gi e= ßen wurde ein größerer Zuschuß zur Vorprüfung Winterweizen und Hafer zur Verfügung gestellt. „ Nein, nichts. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf; es muß sich zwingen lassen das Glück. Ich werde Geduld haben und warten." 30 Kilometer gediehen. Die Weiterführung über Friedem dorf, Holzhausen, Gladenbach, Eisenroth, im ganzen etna 80 Kilometer, hofft man bis zum Nachsommer zu voller den. Ueber 50 Gemeinden des Dill- und Hinterlandere ses sind dann an das Kabelnetz angeschlossen. * Marburg, 9. Mai. An der Universität sind 2197 Studenten, darunter 60 Damen, immatrikuliert. * Marburg. Die Bautätigkeit in den ländlichm Ortschaften ist in den letzten Wochen ganz außerordentli lebhaft geworden. Die ausgesperrten Bauarbeiter, die me ſtens auf dem Lande wohnen, haben hierdurch vtelfach Be schäftigung gefunden. Auch in Marburg selbst wird noch auf Bauten gearbeitet. von! * Worm 3. Zur Unterstützung der Opfer des Büdinger Banffrachs, der Mitglieder des Vorschuß- und Kreditvereins zu Ober- Mockstadt, hatte dieser Tage auch der hiesige Verein der Oberhessen mit der Freifrau Mathilde von Heyl an der Spitze in einem Aufruf an die Bevölkerung zur Beteiligung an einer im Theatersaal des Spielund Festhauses veranstalteten großen Wohltätigkeits- Aufführung eingeladen. Der Erfolg war ein außerordentlicher; es wurde ein Reinertrag von rund 9000 Mt. erzielt. * Aus Rheinhessen. Eine größere Zahl von Gemarfungen sind von starken Frösten heimgesucht worden. In den niedergelegenen Weinbergen haben die jungen Triebe sehr gelitten. Viele Weinbergsbesitzer suchen durch Rauchentwickelungen dem Frostschaden zu begegnen. * Wezlar. Der erst kurze Zeit in Homburg sta= tionierte Oberbahnhofsvorsteher Rasche ist zum 1. Juni nach Frankfurt auf ein Direktionsbureau verseßt. Sein Nachfolger ist der zur Zeit hier stationierte berbahnhofsvor steher Göbel. * Dillenburg, 4. Mai. Die elektrische Ueberlandzentrale des benachbarten Oberscheld ist bis jetzt die größte im Regierungsbezirk Wiesbaden. In ihrem Hochspannnes ist sie bis Wilhelmshütte bei Biedenkopf über Er schielte dabei auf Maja, die sich schweigend verhielt und ihn kaum ansah. ,, Und jetzt," nahm Reinau wieder das Wort ,, verzeihen Sie die Frage- welche Pläne haben Sie für die Zukunft? Was führte Sie gerade jetzt in die Heimat zurück? Haben Sie bestimmte Absichten?" „ Allerdings," gab jener zu.„ Vor allem muß ich die Verzeihung meines Vaters zu erlangen suchen. Und nimmt er den reuigen Sohn wieder an, so ist schon manches ge= wonnen. Ich werde ihm dann meine Pläne vorlegen. Es böte sich mir gerade günstige Gelegenheit, ein gutes Geschäft zu machen. Ich könnte ein schönes Bermögen erwerben und mir auf solidem Grundsatz eine Zukunft aufbauen, so daß ich Zeit meines Lebens gesichert wäre. Aber natürlich ohne Geld läßt sich so etwas nicht anfangen- Geld ist eben überall die Hauptsache. Und da dachte ich" „ Da dachten Sie das nötige Kapital von Ihrem Vater erhalten zu können?" fiel ihm Reinau etwas scharf in die Rede. ber fichtig wege weise wird die * Berli gismund und zen Friedrich Hohenzollernbra ung vor dem z Tiner Handwert mund hat das Schlofferhandwe * Berl Samstag Vorm gebeten. Die ve Den größten We vor der Somme Ter fuchte die S möglichen, mit terftanden zu e Neigung dazu u führer ablehnen * Marburg, 8. Mai. Nachdem kürzlich die Probe fahrt des vom Kurhessischen Verein für Luftschiffahrt ange fauften Ballons glücklich von statten gegangen war, fard heute früh in Anwesenheit einer nach Tausenden zählenden, aus Marburg und der ganzen Umgebung zusammengeström den Menschenmenge die Ballontaufe und anschließend der Aufstieg des Vereinsballons Marburg" statt. * Vom Westerwald. Die Neubaustrecke Westerburg- Montabaur soll mit dem 1. Juli dem Verkehr übergeben werden. „ Ja, ich hoffe, er zerstört mir durch seinen Starrsinn nicht meine ganze Zukunft." " Da werden Sie allerdings eine große Enttäuschung erleben, Herr von Schmettwitz." * Hofgeisma r. In diesen Tagen begeht das hier garnisonierende Dragonerregiment sein 50jähriges Ju biläum. Es sind hierzu zahlreiche ehemalige Regimentsan gehörige aus allen Teilen Deutschlands eingetroffen. * Berlin. Der Bundesrat stimmte in seiner let ten Sigung dem Geseßentwurf über die Haftung des Reich für seine Beamten in der vom Reichstage beschlossenen Fass ung zu. * M e z. gen des Luftfch ungen der bete gelegt werden. * Lond reits eine fremb dos, Ingenieur werbung seines Lagen öffentlich mitgeteilt, daß lofen Telephonic abredet hat, we Steuerung des Herzwellen erfo flärt, diesen V finden wird. * Wien. fen und in An * Berlin, 9. Mai. Der Nordpolfahrer Peary ist von London aus hier angekommen. Er wurde am Bahn hof vom amerikanischen Militärättachee und zahlreichem Bublifum begrüßt und begab sich sofort nach dem Hotel Kaiserhof, wo er die Fürstenzimmer bezog. Dort begrüßte ihn kurz danach eine Abordnung der Gesellschaft für Erdfunde. * Göttingen, 8. Mai. Das hiesige Gewerbege richt hatte sich bei den Vertretern der Arbeitgeber und Ar beiter im Baugewerbe ais Eintgungsamt angeboten. Währ end sich die Arbeiter hierzu geneigt zeigten, haben die Ar beitgeber eine Anrufung des Einigungsamtes abgelehnt. Heide landen. * Wass Staaten Ameri träfte wegen i den werden in de von den Beh * Leipzig. Das Reichsgericht verwarf die Revi sion des Hausdieners Franz Selzer, der vom Schwurgericht in Mainz am 12. März zum Tode verurteilt wurde, weil er in der Nacht zum 11. November in Worms Lehrer Christian Kruger auf Anstiftung der inzwischen verstorbenen Witwe Scheid ermordet hat. * Köln. Aus aller Welt. Hervorragende Parlamentarier werden, mit den nätigen Unterlagen ausgerüstet, Gelegenheit neh= men, im Reichstage die Gründe darzulegen, die die Katastrophe des„ 3 2" verursacht haben. Diese soll in der Hauptsache darin zu suchen sein, daß zwischen militärischer und technischer Leitung der 3.- Kreuzer nicht das Einver nehmen herrschte, das namentlich dann von nöten ist, wenn ein Offizier das Kommando über den Ballon führt, der noch nie eine Dauerfahrt geschweige denn eine Nachtfahrt bei stürmischem Wetter mitgemacht hat. Als in Homburg die Rückfahrt erfolgen sollte, wurde im letzten Augenblick noch ein Offizier als Gast aufgenommen und an dessen Stelle, da das Schiff sonst überlastet war, ein erprobter Steuermann ausgesetzt. * Erfurt, 9. Mai. Der Verband der Thüringer Metallindustriellen beschloß die Unterstützung der Bauar beitgeber bei Aussperrungen und die Stärkung ihres Un | terſtüßungsfonds. „ Sie meinen, der alte Herr wird nichts herausrücken wollen?" lächelte der andere.„ Unbesorgt, Herr Reinau. Mein Plan ist wohl durchdacht. Es läßt sich nichts dagegen einwenden. Und außerdem, mein mütterliches Erbteil muß er herauszahlen, wenn meine Mutter tot ist. Wenn er sich weigert, nun, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als daß ich eben das Gericht zu Hilfe nehme. Läßt er mir feine andere Wahl, so muß er selbst die Folgen tragen. Doch das wäre allerdings der äußerste Fall. Ich hoffe, ein Vater läßt es nicht so weit kommen." „ Wenn Ihr Vater aber nichts herauszahlen kann, was dann, Herr von Schmettwitz?" Der redliche Reinau war im Innersten empört über die Pläne und Ansichten dieses Menschen. Wie so, was heißt das, nicht fann?" fragte Leon, nachlässig die Asche von der Zigarre stiebend, die der Hausherr thm angeboten.„ Meine Mutter besaß ein großes Vers mögen und unsere Familie, das heißt, die meines Vaters, München, 9. Mai. Die Organisationen der Bauarbeiter haben dem Magistrat der Stadt München auf sein Anerbieten eines neuen Vermittlungsversuches bereits ge antwortet, daß sie jederzeit zur Wiederaufnahme der Ver handlungen gern bereit seien. * Nordhausen, 9. Mai. Der Bauarbeiterstreit hat zu schweren Ausschreitungen geführt. Eine große Volks menge sammelte sich vor einem Neubau, auf dem italie nische Bauarbeiter beschäftigt waren, und nahm eine droh ende Haltung ein. Die Arbeiter mußten unter polizeilicher Bedeckung zurückgeführt werden. Ein Maurerparlier wurde von der Menge umzingelt und schwer mißhandelt, so daß er in das Gebäude der Harz querbahn flüchtete. Eine mehr hundertköpfige Menge hielt das Gebäude umlagert und bom bardierte es mit Steinen. Die Polizei wurde gezwungen, mit blanker Waffe vorzugehen, um den Eingeschlossenen zu befreien. * Essen( Ruhr), 9. Mai. Der Arbeitgeber- Verband der Metallindustrie für die Kreise Hagen und Schwelm tün digte infolge der Weigerung der Ausführung von Streit arbeit 2500 Arbeitern, das sind 50 Prozent der Gießerei arbeiter. * Wismar, 9. Mai. Die Staatsanwaltschaft er ließ einen Steckbrief hinter dem Rechtsanwalt Schlotimam zählte von jeher zu den begütertsten des Landes. Ich wußte schon als Sutube, daß wir sehr reich sind." „ Aber was ist nun alles vorbei! Ihr Vater hat bei de Zusammenbruch der Kreditbank, welcher er sein ganzes Vetmögen anvertraut hatte, alles verloren! Da war nichts mehr zu retten. Der Verlust seines ganzen Vermögens warf ihn völlig nieder." Leon war so heftig von seinem Site in die Höhe ge schnellt, daß der Stuhl mit lautem Gepolter umfiel. Seine Hände klammerten sich krampfhaft an der Tischplatte fest und die Augen hefteten sich starr wie in jähem Entsetzen auf den Sprecher. Ein wilder, häßlicher Ausdruck erschien auf seinem Geficht, daß es beinahe abstoßend aussah. Mau merfte es, was dieser Verlust für ihn bedeutete. Vorhin, bei der Nachricht von dem Tode seiner Mutter, da hatte er eine rein äußerliche Trauer geheuchelt, in Wirklichkeit empfand er feinen Schmerz, die betrübende Nachricht störte nicht einmal seinen Appetit. Aber als er vernahm, daß es zu Hause nichts für ihn zu holen gab, da zeigte er erst seit wahres Gesicht. Mit einer heftigen Bewegung schleuderte er die Zigarre fort und ließ ein zorniges Auflachen hören. Er schien ganz vergessen zu haben, wo er sich befand. Das ist ja eine furchtbare, niederschmetternde Nachricht!" rief er endlich heftig. lnd Sie teilen mir das so ruhig mit. als handle es sich um einen Pappenstiel. Freilich Sic, der reiche Mann, werden davon nicht betroffen! Was kümmert es Sie, wenn die ganze Zukunft anderer mit einem Schlage in Trümmer geht! Sie begreifen nicht einmal, was das bedeutet!" „ Es hilft Ihnen nichts, wenn Sie den Kopf verlieren, Leon," versetzte Reinau ruhig, ohne den brutalen Ton be achten zu wollen.„ Das Unglück hat viele Familien be troffen. Viele wurden dadurch ruiniert und mußten ver suchen, sich eine neue Eriüenz zu schaffen. Sie werden sich sicher auch darein finden müssen." Das kann ich nicht!" schrie der Erregte, mein Erbtell will ich haben- ich muß es haben!" Ja, wo nichts ist, hat selbst der Kaiser das Recht ver loren; erzwingen läßt sich da nichts." ( Fortseßung folgt.) Arbeit bei der fie in Ketten g * Buen Republik Argen Unabhängigkeit Mai veranstal Kriegsschiffe e fleinen Kreuz ( 3250 Tonnen * St. P rita ausgewan ftein, bat jeine fleinen Sandw * Salo mid befindet gealtert und ift gebückt. G den Tag. G Jahrestages ießAbdul Ha * Kon die Nachricht, Erjultans Ab gen Herausg abgewie ausgabe nic gefordert w * At über große amte und bundes leite und erließ i auffordert, al vorliegt, ohne * Ma pana" hat nahme verlo bon seinem terplaß auf lichen Schlo Zwischenfall derartig sei erwartet w ist die Sta industrielle den Straßer gen japani dels- und )( Pi Training zu fommer den Großer zweiten P Brennabor und O. Pe Play im H )( Am Demble in 75 Stilomet meter- Renn A. 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Die königlichen Prinzen Friedrich Siismund und Friedrich Karl von Preußen, Söhne des Prinjen Friedrich Leopold von Preußen, haben, einem alten hohenzollernbrauch folgend, am Freitag ihre Gesellenprüfung vor dem zuständigen Gesellenprüfungsausschuß der Berliner Handwertstammer abgelegt. Prinz Friedrich Sigismund hat das Schreinerhandwerk, Prinz Friedrich Karl das Schlosserhandwert erlernt. * Berlin, 9. Mai. Der Reichstanzler hatte am Samstag Vormittag die Senioren des Reichstages zu sich gebeten. Die verbündeten Regierungen legen auch jetzt noch den größten Wert darauf, daß das Wertzuwachssteuergesetz vor der Sommervertagung verabschiedet wird. Der Kanzler suchte die Senioren zu bewegen, sich, um dies zu er möglichen, mit einer furzen Tagung nach Pfingsten einterstanden zu erklären. Im Reichstage besteht aber wenig Neigung dazu und insbesondere verhalten sich die Zentrumführer ablehnend. * Me 1. Der Kaiser hat strengste Untersuchung wegent des Luftschiffunfalles 3 2" angeordnet. Die Vernehm ungen der beteiligten Offiziere sollen ihm persönlich vorgelegt werden. * London. Wie hiesige Blätter berichten, ist bereits eine fremde Macht mit dem Erfinder des Lufttorpedos, Ingenieur Philipp, in Verbindung getreten zur Erwerbung seines Lufttorpedos, welcher von ihm vor einigen Tagen öffentlich vorgeführt worden ist. Andererseits wird mitgeteilt, daß der Ingenieur mit dem Erfinder der drahtlosen Telephonie, Grindel- Machews ein Experiment verabredet hat, welches dazu dienen soll, festzustellen, ob die Steuerung des Lufttorpedos durch andere als entsandte Herzwellen erfolgen fann. Der Erfinder hat sich bereit erflärt, diesen Versuch zu unternehmen, der demnächst stattfinden wird. * Wien.„ 3 3" soll am 6. Juni in Wien eintref= fen und in Anwesenheit des Kaisers auf der Simeringer Heide landen. * Washington, 8. Mai. Die Farmer gewisser Staaten Ameritas befinden sich der mangelnden Arbeitsfräfte wegen in sehr bedrängter Lage. Aus diesem Grunde werden in der Umgebung von Tacoma die Landstreicher von den Behörden eingefangen, um gegen gute Zahlung Arbeit bei den Farmern zu verrichten, andernfalls werden fie in Ketten gelegt und zur Arbeit getrieben. und bo gezwunge chloffenen eber- Berh Schwel bon der altichail Schlottm bat bei der Ranges Be war nig gens wat Sobe ge Seine atte feft Entleber erichie h. Ma Vorbi * Buenos Aires. Zu den Festlichkeiten, die die Republik Argentinien aus Anlaß der Jahrhundertfeier ihrer Unabhängigkeitsertirung in der zweiten Hälfte des Monats Mai veranstaltet, werden zahlreiche fremde Nationen ihre Striegsschiffe entsenden. Deutschland wird durch die beiden theinen Kreuzer„ Emden"( 3600 Tonnen) und„ Bremen" ( 3250 Tonnen) vertreten sein. Diese unselige Zersplitterung der bürgerlichen Parteien hat denn auch schon ihre Früchte getragen und den sich freuenden Dritten zu raschem Handeln veranlaßt: * St. Petersburg. Der seiner Zeit nach Amerila ausgewanderte und dort verstorbene Millionär Goldstein, hat seinem Neffen, einem armen in Yalta ansässigen teinen Handwerker 38 Millionen Dollar hinterlassen. * Saloniti, 9. Mai. Der Ersultan Abdul Hamid befindet sich seit einigen Wochen besser, ist jedoch sehr gealtert und scheint sehr abgemagert zu sein. Der Gang ist gebückt. Er legt ein sehr furchtbares Benehmen an den den Tag. Gelegentlich der fürzlich veranstalteten Feier des Jahrestages der Thronbesteigung des Sultans Mohamed ießAbdul Hamid die Villa Allatini illuminieren. * Konstantinopel, 9. Mai. Die Pforte erhielt die Nachricht, daß das Landgericht Berlin die Klage des Erfultans Abdul Hamid gegen die Deutsche Reichsbank wegen Herausgabe seines 12 Millionen betragenden Depots abgewiesen mit der Begründung hat, daß die Herausgabe nicht aus freien Stücken, sondern unter Zwang gefordert worden wäre. Die außerordentliche Kreiskonferenz der sozialdemokratischen Partei, welche sehr start besucht war, fand am Sonntag im Hotel zu den drei Schwertern" in Friedberg statt. Der Kreisvorsitzende eröffnete die Sitzung u. gab Parteisekretär Heinrich Busold das Wort. Selbiger streifte in längeren Ausführungen die vergangenen Reichstagswahlen, in welchen die Sozialdemokratie einen ganz erheblichen Stimmenzuwachs erhalten habe, und besprach weiter das Verhalten der einzelnen Parteien. Hierauf wurde zur Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten für die kommende Ersatzwahl geschritten und war die seitige Stimmung für den Stadtverordneten Busold, welcher denn auch einstimmig von der Kreiskonferenz als Kandidat aufgestellt wurde. Herr Busold sprach in seinem Schlußwort noch den Wunsch aus, eifrig an die Wahlarbeit zu gehen, wenn auch die neuen Steuern einen Teil der Arbeit abgenommen hätten. allJedenfalls zeigt diese kurz nach der Proklamierung der Kandidaten der bürgerlichen Parteien erfolgte Stellung= nahme, wie die Sozialdemokratie die Zersplitterung in dem bürgerlichen Lager sofort für ihre Zwecke auszunüßen weiß und wie diese Partei es versteht, im geeigneten Augenblick für sich Stimmung zu machen. In allen bürgerlichen Kreisen aber wird das getrennte Marschieren der staatserhaltenden Parteien nur aufrichtiges Bedauern erwecken können. * Athen, 9. Mai. Auf Grund von Enthüllungen über große Unterschleife durch einflußreiche Militärs, Beamte und Politiker während der Herrschaft des Militärbundes leitete die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung ein und erließ in den Blättern eine Kundmachung, in der sie auffordert, alle gemeinen Verbrechen, von denen Kenntnis vorliegt, ohne Zagen den Behörden anzuzeigen. * Madrid, 9. Mai. Das lenkbare Luftschiff„ Espana" hat heute die von der Regierung für seine Ueber= nahme verlangte Probefahrt gemacht. Es stieg vormittags won seinem etwa 60 Kilometer von Madrid entfernten AnTerplatz auf, überflog die Stadt, beschrieb über dem königlichen Schloß mehrere Wendungen und fehrte schließlich ohne Zwischenfall zu seinem Ausgangspunkt zurüd. auf Nahrungsmittelpreise im Kleinhandel. in die tal- Sängerbund, welcher zu den Mitgründern des Deutschen Sängerbundes gehört und ununterbrochen ein Glied desselben ist, war durch Friedrich Küchenmeister- Offenbach, Fabrikant Jean B. Roucier- Hanau und Instituts- Vorsteher H. Reined- Darmstadt vertreten. 1912 wird nun ein halbes Jahrhundert darüber verflossen sein, daß der Deutsche Sängerbund besteht. Er hat sich bei der Macht und Bedeutung des deutschen Liedes, das überall gesungen wird, so weit die deutsche Zunge flingt, gut entwickelt und laut der letzten Statistik vom August 1909 gehören im 94 Bünde mit 4742 Vereinen und 151 083 Sängern an. Daß ein solch freudiges Ereignis, wie das„ goldene" Jubiläum eines so mächtigen Bundes nicht sang und klanglos vorübergehen soll, wird sehr begreiflich erscheinen. An der Stätte, wo die Anregung zur Gründung gegeben worden ist, in Nürnberg findet die Jubelfeier in Verbindung mit dem achten Deutschen Sängerbundesfest statt. Jetzt schon ist der aus Sängern der beiden heimischen Bünde, dem Fränkischen Sängerbund und der Nürnberger Sängergenossenschaft, gebildete Ausschuß unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Jäger als Ausschußmitglied des Deutschen Sängerbundes in voller Tätigkeit und hat in seinen Situngen eine Reihe wichtiger Beschlüsse gefaßt. Von diesen wurden zunächst bekannt gegeben, daß unter der Voraussetzung der Zustimmung des Gesamtausschusses des Deutschen Sängerbundes das Fest vom 22.- 26. Juli 1912 im Luitpoldhain abgehalten werden soll. Um die stehende große Halle auf ihre Verwendbarfeit nach jeder Richtung hin zu erproben, wird bereits am 22. Mai d. Js. unter Beteiligung von 4000 Sängern und Mitwirkung eines starken Orchesters eine größere Veranstalt ung unternommen, wozu auch an den geschäftsführenden und den musikalischen Ausschuß des Deutschen Sängerbun des Einladungen ergehen. Während sich in letzter Zeit eine Abschwächung der Preise im Großhandel bemerkbar macht, befundet die Bewegung der Nahrungsmittelpreise im Kleinverkehr noch immer eine steigende Tendenz. Wenn auch die Steigerung nicht mehr im nämlichen Grade erfolgt, wie in einzelnen Monaten des zweiten Halbjahres 1909, so ist doch noch immer als Wirkung aller Preisveränderungen auf dem Detailmarkte der Nahrungsmittel eine für den Verbrauch sich ergebende Preiserhöhung festzustellen. Bei einem Vergleich dieser Preisveränderungen im März ergibt sich nämlich gegenüber Februar im allgemeinen, daß die Preise der wichfigeren Nahrungsmittel auf dem Niveau des Februars geblieben sind, immerhin ragen einige Waren mit merklichen Preisschwankungen hervor. Der Preis für 1 Kilogramm Kalbfleisch, der im Februar 1,74 Mt. betragen hatte, stellte sich im März auf 1,76 Mt. Hammelfleisch ging von 1,66 Mt. auf 1,68 Mt. im Preise herauf. Bei Rind- und Schweinefleisch ist eine fleine Preisermäßigung eingetreten. Sehr scharf ist noch der Preis für Eßbutter Höhe gegangen. Der Preis für 1 Kilogramm Eßbutter stellte sich nämlich im Durchschnitt von 50 Orten im Kleinhandel pro Kilogramm auf 2,87 Mt., während 1 Kilogr. im Februar erst 2,76 Mt., im März 1909 sogar nur 2,55 Mt. gekostet hatte. So start war allerdings die Preissteigerung bei feinem anderen Nahrungsmittel. Bei Roggenmehl ist eine leichte Preisermäßigung zu beobachten; 1 Kilogramm tostete im Februar im Kleinhandel durchschnittlich 31, im März aber nur 30 Pfennig. Dadurch ist nunmehr auch eine kleine Verbilligung gegenüber dem Vorjahre entstanden. Der Preis für Brot und Semmeln hat eine Aenderung nicht erfahren; er steht aber immer noch über dem Vorjahrsniveau. Etwas billiger ist Schweineschmalz geworden; der Preis ging von 1,93 Mt. pro Kilogramm im Februar auf 1,86 Mt. im März zurück. Es steht aber demnach beträchtlich höher im Preise, als 1909. Die Milchpreise haben eine Aenderung im allgemeinen nicht erfahren, sind aber höher, als vor Jahresfrist. * Tokio, 8. Mai. Die Zustände in Kore a sollen derartig sein, daß täglich der Ausbruch einer Revolution erwartet wird. Der Hauptsitz der nationalen Bewegung ist die Stadt Tschickhan, in welcher die Japaner größere industrielle Unternehmungen haben. Die Unsicherheit den Straßen ist eine allgemeine, da insolge der jahrelangen japanischen Kapitalsbestrebungen der einheimische Han dels- und Gewerbestand nahezu ruiniert ist. )( Piet Dicentmann ist es durch sein eifriges Training auf Brennabor gelungen, wieder so gut in Form zu kommen, daß er im 25 und 50 Kilometer- Rennen um den Großen Frühjahrspreis in Hannover Erster wurde. Den zweiten Platz behauptete H. Przyrembel, der gleichfalls Brennabor fährt, und die Brennaborfahrer Br. Wegener und O. Peter gewannen neben dem ersten bezw. zweiten Plaz im Hauptfahren das Tandemrennen. da bat Birflidle richt tor m, daf r erit ie Biga dien g Nachric rnbig t Sic, le Stimmer m Schlog was de verlierer Ton b ilien b ten ve crben n Gr Recht ver )( Am Himmelfahrtstage gewann Bruno Demble in Dortmund den Großen Vehmlinde- Preis in einem 75 Kilometer- Rennen, Fr. Huybrechts ging beim 75 Kilometer- Rennen um den Großen Frühjahrspreis in Essen vor A. Stellbrink, Goor u. a. als Erster durchs Ziel und J. Böschlin eroberte in La Louviere den grand prix de l'industrie( 60 Kilometer). Die genannten drei Preisträger fahren Brennabor. Literarisches. „ Die Schaubühne", Wochenschrift für die gesamten Interessen des Theaters, herausgegeben von Siegfried Jacobsohn, Verlag Erich Reiß, Berlin W. 62, Wichmannstraße 8a, enthält in der 16. Nummer ihres 6. Jahrgangs w. a.: Das Drama. Von Wilh. v. Scholz.( Fortsetzung.) Reinhardts Braut von Messina". Von S. J. Der„ Hippolyt" der Akademischen Bühne. Von Ludwig Hatvany. Oberammergau. Von Lion Feuchtwanger. ( Schluß.) Die Lüge. Von Peter Altenberg. Vom Naturtheater. Von Hermann Sinsheimer. Wie erhalte ich Steliung im Ausland u. Uebersee? Winke, Ratschläge und Auskünfte für junge Kaufleute, von H. Junten( Mt. 2.40). Der Verfasser verschafft jungen Kaufleuten einen Ratgeber, der ihnen über den Aufenthalt im Ausland und die Mittel dort Stellung zu finden, alles Wissenswerte sagt und der sie zugleich aufflärt über die Anforderungen, die im modernen Handel gestellt werden, über die Kenntnisse, die zu erwerben sind und über die Aussichten, die ihnen eine gründliche Berufsbildung bietet. Deutscher Sängerbund. Das Jahr 1912 ist somit für die deutschen Sänger ein überaus bedeutungsvolles und das Nürnberger Fest dürfte seinen Vorgängern sicherlich nicht nachstehen, sondern dieselben jedenfalls noch überbieten. Die Franken werden auf einen ganz enormen Besuch des Jubiläumsfestes rechnen können. Aus allen Gauen unseres deutschen Vaterlandes erscheinen die Sangesbrüder in hellen Haufen, nicht zu vergessen aber auch die getreuen Desterreicher mit ihren Kärntnern, Mähren, Steierern, Tikolern, ja selbst deutsche Sänger aus Amerika, England und Rußland wollen sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, an der seltenen Feier teilzunehmen. Wenn aber die Sängerscharen aus weiter Ferne die Reisebeschwerlichkeiten und petuniären Opfer nicht scheuen, dann sollten diejenigen, welchen das Gute und Schöne so nahe liegt, an den verhältnismäßig fleinen Kosten erst recht keinen Anstoß finden. Jeder größere Landes- Sängerbund möge darauf hinwirken, daß aus seinen Vereinen sich Männer für das Nürnberger Fest rüsten und sich nicht allein in großer Stärke mit ihren Bannern im Festzuge beteiligen, sondern in der Hauptsache auch bei den Gesamtchören mitwirken.„ Tut Geld in Euren Beutel, wenn Ihr auf Reisen geht" sagt zwar ein altes Sprich- und Wahrwort, aber dem kann ja dadurch leicht abgeholfen werden, wenn die Vereine jetzt schon anfangen, sogenannte Reisefassen zu errichten und ihren Mitgliedern fleine Spareinlagen ermöglichen. Es wird sie alsdann nicht gereuen, im Jahre 1912 wohlgemut nach dem schönen Nürnberg zu fahren und freudigen Herzens mit einzustimmen in den Sängergruß: Große deutsche Sängerfeste, Vereinigungen deutscher Sänger aus den verschiedensten Gauen des deutschen Vaterlandes hatten schon in den 40er Jahren, so zu Würz burg( 1845), Köln( 1846) und Lübeck( 1847) stattgefunden. Eine Folge des Ende der 50er Jahre mächtig wieder erwachenden Einheitsdranges war das Nürnberger Fest von 1861, welches auch von den Offenbacher Sängern der dem Maintal Sängerbund angehörenden Vereine ebenfalls zahlreich besucht worden ist. Dort in der Sängerversammlung am 23. Juli 1861, hatte man mit richtigem Blick erkannt, Bur Reichstagserfahwahl in Friedberg- Büdingen. daß Sammlung und Einigung auch der deutschen SängerWie bereits gemeldet, gehen Bündler und Nationalliberale bei der bevorstehenden Reichstagsersatzwahl in Friedberg- Büdingen mit gesonderten Kandidaturen vor, nachdem der unternommene Versuch zu einer Einigung mißlungen ist.„ Der Bund, so schreibt die„ Wormser Voltszeitung", fühlt sich jetzt start genug, auch die leiseste Bevolamundung abzuschütteln. Er erklärt den Nationalliberalen den Krieg bis aufs Messer. Ganz wie in Hannover. Wer den Bündlern den kleinen Finger reicht, muß die ganze Hand geben, das lehrt uns Friedberg- Büdingen schon heute." Die Bündler präsentieren ob mit oder ohne die Unterstützung des Zentrums, das ist noch ungeflärt den Friedberger Rechtsanwalt v. Helmolt, die Nationalliberalen den von den Freisinnigen unterstüßten Straßburger Universitätsprofessor Dr. von Calfer. - - welt ein Bedürfnis, daß aber der Abschluß eines allgemei nen Deutschen Sängerbundes ohne Aufbau seiner notwendigsten Grundlagen nicht tunlich sei. Die nächstliegenden Interessen der Sänger sollten am besten in Sängerbünden der einzelnen Landschaften gewahrt werden, der Deutsche Sängerbund dagegen müsse sich aufbauen aus den überall zu bildenden landschaftlichen Sängerbünden. Man erkannte die Notwendigkeit weiterer Vorarbeiten an und diese wurden dem schwäbischen Sängerbund übertragen. Nach zweimaligem ausführlichen Bericht an die deutschen Sänger gelang es, die formelle Gründung des deutschen Sängerbundes ins Wert zu setzen. Er entstand am 21. September 1862 zu Koburg. 68 Abgeordnete hatten sich eingefunden; sie vertraten 41 Bünde mit etwa 45 000 Sängern. Aus Mitteldeutschland war es der Main„ Grüß Gott mit hellem Klang, Heil deutschem Wort und Sang." Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Die vorliegende Zeitung, unabhängig in jeder Be zichun, mit d'alen amtlichen Bekanntmachungen und guten Lokal- Nachrichten, kostet monatlich 30 Pfg. und 10 Pfennig Trägerlohn. Die Berichterstattung ist zuberlässig. Abonnementsbestellungen nehmen zu jeder Zeit entgegen alle unsere Agenten, Träger und Die Expedition Gießen, Seltersweg 83 Medizin. und techn. Drogen, Chemikalien, Materialwaren, Chemische Spezialitäten eigener Fabrikation. Otto Schaaf, Gießen, Gegründet 1883. Seltersweg 39. Fernspr. Nr. 45. Klein- und Großhandel. Auskunft über chem. technische Fragen. 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