ger men: kleidern toffen, Jade biele Modelle. de, bon Mt. mäntel bis zu den feinften. letots Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amil. Bekanntmachungen - - vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mk., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 41. - Bekanntmachung - der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes = Behörden Oberhessens Erpedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Donnerstag, 10. März 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. die Bedienung der Rückstauverschlüsse betreffend. Unter Hinweis auf§ 18 Absatz 2 der Polizeiverordmung vom 1. August 1904, die Entwässerung von Grundtiden im Anschluß an die städt. Kanalisation betreffend, welchen wir nachstehend zum Abdruck bringen, machen wir diejenigen Hausbesizer, welche ihre Grundstücke an die New lanalisation bereits angeschlossen haben, darauf aufmerksam, 12 und höher. baß vom 14. bis einſchließlich, 26. März 1910, eine Spülung sämtlicher städt. Straßentanäle vorgenommen wird. Gießen, den 7. März 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. kleidern, Der Eigentümer hat für den ordnungsmäßigen Zustand und die richtige Handhabung des Verschlusses Sorge zu schönen Aus. tragen und ist allein für alle, durch etwaigen Rückstau des Sielwassers hervorgerufene Schäden verantwortlich. Die orm billig. Berschlüſſe find so anzubringen, daß sie jeder Zeit, auch bei empfehle: 1 schöne te, aus Wasch agen bon 18. ketts u. Palelots neueft Façons O und höher. ufende Stüde ze und farbige ischen Stoffen, tel, Coftame: Unterröde, , Con ngetroffen: nkleidern nkleiderm höher. le ferner: Rüdistau zugänglich sind und bequem gehandhabt werden fönmen. Arbeits- Vergebung. Die zur Erweiterung der Schlachthofanlage erforderlichen Eisenbetonarbeiten sollen Samstag, den 19. März ds. Js., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Zeichmmgen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der baselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 8. März 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. Bergebung von Chaussierarbeiten. an Die Chauffierarbeiten für den Ausbau der Straßen in bem Gebiet zwischen Mittelweg und den veter. med. Inftituten sollen Montag, den 14. d. Mts., vorm. 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätetens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschiossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Buschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 7. März 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Hessischer Landtag. In der Sitzung der Zweitenkammer am Dienstag wurde der Gefeßentwurf betreffend die Einführ ung einer Billettsteuer beraten. Der AusschußAn= berichterstatter Abg. Molthan( 3tr.) empfahl die nahme des Entwurfes, der namentlich dazu dienen solle, ben Gemeinden eine neue Einnahmequelle zu eröffnen. Geh. Abg. Ra a b wandte sich gegen den Entwurf. Rat Be st erklärte die einzelnen Bestimmungen des Gesetzentwurses und dessen Absicht, während Geheimrat Dr. Be der auf den Widerspruch des Abgeordneten Raab hinwies, der fich einerseits gegen die neue Steuer aussprach und doch für die obligatorische Einführung eingetreten sei. Nach weiteren Bemerkungen der Abg. Ulrich, Orb und des Geh. Rat Dr. Becker wurde die Billettsteuer mit allen gegen 5 Stimmen der Sozialdemokraten angenom men. Das Haus setzt dann die Etatsberatung beim Titel Ministerium des Innern" fort. In der allge meinen Debatte ergriff der Abg. Ulrich das Wort, der in Siner fast einstündigen Rede auf alle möglichen Fragen der Eagespolitik einging und die schärfften Angriffe gegen die and farbig, etc. etc. Regierung und die bürgerlichen Parteien richtete, ohne von f., 106. ben Vizepräsidenten Korell zur Sache erinnert zu werden. Nachdem sich noch der Abg. Winkler, Minister Dr. Braun, Geh. Rat Dr. Be st und Geh. Rat Weber gegen den Abg. Ulrich gewandt hatten, schließt der Präst derut die allgemeine Debatte über den Titel„ Ministerium des Immern", und das Haus nimmt sodann den Etat, der in Girnahme 5568 M. und in Ausgabe 305 700 Mt. vorfient, an. An dem folgenden Tage setzte die Kammer ihre Beratungen über den Hauptvoranschlag fort. 5. Hauptabteilung: Dirette Steuern, Regalien, indirekte Auflagen und Ein= nahmen aus verschiedenen Quellen( Kap. 12, Ziffer 1 und 2). Abg. Reinhart als Berichterstatter macht ausführliche Mitteilungen über das Zustandekommen des Aus= schußantrages und über die voraussichtliche Wirkung der neuen Steuererhöhung. Abg. 2 u z wünscht Ersparnisse bei der Steuerveranlag ung. Finanzminister Dr. Braun spricht die Befürchtung aus, daß das nächstjährige Budget nicht ohne weitere Steu rerhöhung aufgestellt werden könne. Schließlich entspinnt sich eine längere Debatte über die Aufhebung der Untererhebestellen, an der sich die Abgg. Best, Leun und Ulrich beteiligen. Gelände- Verpachtung. Montag, den 14. März, vormittags ½ 9 Uhr, wird die Verpachtung von Grundstücken der Stadt und des städt. Hospitals insbesondere auf dem Seltersberg, hinter den Kliniken, bei der Margaretenhütte und an der Crednerstraße fortgesetzt. Zusammenkunft auf der Schönen Aussicht. Gießen, den 10. März 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Keller. Arbeits- Vergebung. Die Herstellung von Kabelgräben und die Stellung von Hilfsarbeitern für das Betriebsjahr 1910 foll öffentlich vergeben werden. Die Bedingungen sind während der Dienststunden in dem Amtszimmer der unterzeichneten Verwaltung, Westanlage 51, einzusehen. Angebote, unter Benußung der dortselbst erhältlichen Vordrucke, sind bis zum Dienstag, den 15. d3. Mts., nachmittags 3 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an genannter Stelle einzureichen. Gießen, den 8. März 1910. Elektrizitätswerk und Straßenbahn der Stadt Gießen Verdingung. Die für die Kabelverlegungen erforderlichen Lieferungen an durchgeworfenem a hnkies und hartgebrannten Ringofensteinen sollen öffentlich vergeben werden. Die Bedingungen sind während der Dienststunden in dem Amtszimmer der unterzeichneten Verwaltung, Westanlage 51, einzusehen. Angebote unter Benußung der daselbst erhältlichen Vordrucke sind bis zum Dienstag, den 15. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an genannter Stelle einzureichen. Gießen, den 8. März 1910. Elektrizitätswert und Straßenbahn der Stadt Gießen. Gesetzliche Gesellenprüfung. Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden im Monat April statt. Anmeldungen haben am 17. und 18. März d. J. je von vormittags 9-12 Uhr in der Gewerbeschule, Zimmer Nr. 8, zu erfolgen. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mart und ist bei der Anmeldung zu bezahlen. Der Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins zu Gießen. Traber Vorsitzender. Vereinigung der Linksliberalen. Unter zahlreicher Beteiligung von Mitgliedern der drei linksliberalen Parteien und in Anwesenheit fast aller freisinnigen und demokratischen Reichs- und Landtagsabgeordneten wurde am 6. März im Wintergarten des Zentral- theaters zu Berlin der Zusammenschluß der Freisinnigen Volkspartei, der Freisinnigen Vereinigung und der Deutschen Volkspartei zu der Fortschrittlichen Volks partei" beschlossen. Die Versammlung stellte zugleich den Ersten Parteitag der neuen Partei dar. Lokales. 10 Gießen ,. März 1910. * Hess. Landes- hypothefenbant. Dem soeben erschienen Geschäftsbericht für das Jahr 1909 entnehmen wir folgendes: Der Gesamtbestand an unfündbaren Tilgungsdarlehen ist auf 8612 Darlehen im Betrage von etwas über 119 021 500 mt. gestiegen. Die Vermehrung der Darlehen beträgt hiernach rund 13 133 300 Mt. Sie entfällt, auf 1257 einzelne Posten verteilt, mit über 9 626 300 Mr. auf Hypothetdarlehen und mit rund 3 507 000 Mark auf Kommunal- Darlehen. Der Umlauf an Pfandbriefen und Kommunal- Obligationen hat fich von 103 959 600 m. auf 116 728 700 mt. erhöht. Aus dem Reingewinn des abge laufenen Geschäftsjahres soll nach ausreichender Dotierung der Reserven eine Dividende von 3½ Prozent auf das Attienkapital von 9 Millionen Mark verteilt werden. Wie in den Vorjahren waren die Darlehensbedingungen auf die Ausgabe 4prozentiger Obligationen bastert. Der Darlehenszinsfuß betrug für Hypothefen 4 Proz., für KommunalDarlehen nach Wahl der Anleiher entweder 4,20 Prozent dauernd oder 4 Proz. in den ersten 10 Jahren, alsdann 4 ein Achtel Prozent. Bei Hypothekendarlehen wurden die Geldbeschaffungskosten vielfach in der Weise gestundet, daß sie während der Dauer einiger Jahre durch Zuschläge zu den Zinsen an Stelle der Tilgungsbeiträge zu erstatten sind. Daß die Tätigkeit der Bant gerade den weniger begüterten Kreisen in besonderem Maße zu gute tam, lassen die An= gaben des Geschäftsberichts über die Stückelung der Dar- lehen und über Stand und Gewerbe der Anleiher erkennen. Ueber die Hälfte aller Hypothek- Darlehen kommt auf Beträge bis zu 5000 Mt., über 4 auf solche bis zu 10 000 Mart. Auf Handwerker und sonstige Gewerbetreibende, so wie auf Arbeiter entfallen mehr als die Hälfte, auf Land wirte über aller Darlehen. Etwa 594 000' Wart der Syypothetdarlehen fanden zur Errichtung und etwa 25 600 21. Jahrg. Gastofs- Verkauf. Infolge Stadtverordneten- Beschlusses vom 17. Februar ds. Is. wurden die Preise unserer Gastots vom 1. April 1910 bis 1. September 1910 neu festgesetzt. Bei Abnahme von Stückkoks Nußkoks Nr. " " 1 " " " 1 " 6-36 Ctr. fost. 1 Ctr. ab Gaswerf 1,15 M. 36-200 200-400 über 400 I u. 2. 1,25 M. " " " " " 1,10 1,05" 1,00" " 1,20 1,15 1,10" Für Abnehmer außerhalb der Gemartung Gießen ermäßigen sich die Preise außerdem um den Betrag der Of troirückvergütung von 4 Pfg. für den Zentner. Für Anfuhr an das Haus werden 10 Pfg. für den Ctr. berechnet. Im Gaswerk findet nur Verkauf von über 5 Zentner Kots statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der Kleinverlauf der Gastots von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei: Andreas Euler, Steinstraße 11. Joh. Fischer, Alicestraße 19. J. Happel, Große Mühlgasse 30. Karl Hensel, Walltorstraße 10. Gebrüder Ka h I, Frankfurterstraße 151. E d. Klinke I, Bahnhofstraße 10. Emil Loß, Kirchenplatz 9. Emil Pistor Nach f., Marktstraße 10. Georg Schäfer, Licherstraße 2. August Struck, Marburgerstraße 9. Georg Unverzagt, Kaiser- Allee 15. Daniel Wirth's Nach f., Westanlage 51. Diese Firmen berechnen die neuen Preise unserer Gastots samt Anfuhr wie das Gaswert und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 3entner. Gießen, 28. Februar 1910. Städtisches Gas- und Wasserwert Gießen. Steding. Bekanntmachung. Vom 1. April 1910 bis dahin 1911 hat die Kamin reinigung auszuführen: Kaminfeger Keil in dem südöstlich der Straße von Frankfurt nach Marburg belegenen Stadtteil; Kaminfeger 3 wesch in dem nordwestlich dieser Straße belegenen Stadtteil. Gießen, den 2. März 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Mart zur Erneuerung und Ausbesserung von Klein- Wohnungen Verwendung. Die Kommunal- Darlehen dienten außer zu anderen Zweden namentlich zur Erbauung von Schulhäusern, Eisenbahnen, Straßen, Wasserleitungen, sowie zur Errichtung von Beleuchtungsanlagen. Als Geldausgleichungsstelle fonnte die Bank den hessischen öffentlichen Spartassen auch im Jahre 1909 Dienste leisten. Der Umsaß belief sich im Eingang auf über 11 320 000 Mart und im Ausgang auf nahezu 11 315 000 Mt. tt Stadttheater. Nochmals sei an das einmalige Gastspiel von Frau Frene Tries ch in Brieur „ Roter Robe" am kommenden Samstag erinnert. Der gefeierte Gast ist hier zu bekannt, als daß es weiteren Hinweises bedürfte. Erwähnd sei nur noch, daß die Herrn Studierenden an der Abendkasse Ermäßigung genießen. Am nächsten Montag findet die letzte Voltsvorstellung dieser Spielzeit statt. Da zu dieser Webers Preziosa" ge= wählt worden ist, so entstehen durch Müsit, Mitwirkung des Chores aus der Stadt besondere Unkosten. Es dürfte aber bei der Zugkraft der Vorstellung auf ein ausverkauftes Haus zu rechnen sein. * Bürgerverein Gießen. Der Bürgerverein hielt gestern Abend im Hotel Einhorn eine Versammlung ab, deren nur schwacher Besuch im Hinblick auf den Vortrag des Schulrats Scheerer Bü dingen über„ Die Arbeitsschule, die Schule der Zukunft" nicht genug bedauert werden kann. Wir schließen uns damit nur der Ansicht an, welche auch der Vorsitzende, Lehrer Valentin Müller, bei der Eröffnung der Versammlung aussprach, der u. a. darauf hinwies, daß fich das bürgerliche Interesse nicht auf die Straßenbahn und ähnliche städtische Angelegenheten beschränken dürfe, sondern daß es auch anderen Dingen, wie z. B. der Schule, gelten müsse. Denn die letztere sei es, auf der sich unsere gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse aufbauen. Der Vorsitzende schloß seine Ausführungen mit dem Wunsch, daß der heutige Vortrag auch das Interesse finden möge, welches er in anbetracht seiner Wichtigkeit verdiene. Herr Schulrat Scheerer:„ Die Schule ist ein bedeutender Kulturfaktor, welcher sich mit der Fortentwickelung des kulturellen Lebens ebenfalls weiter entwickeln muß. Da sich in Deutschland die wirtschaftlichen Verhältnisse zu ungunsten der Landwirtschaft verändert haben, so muß sich auch die Schule( es ist immer die Vollsschule gemeint) den neu geschaffenen Dingen anpassen. Die Schule soll das Kind mehr zur Selbständigkeit erziehen und deshalb ist es unbe bingt notwendig, mit dem bisherigen System zu brechen, * ** Der Großherzog empfing gestern u. a. den Provinzialdirektor der Provinz Starkenburg Fe y. und den Medizinalrat Dr. Nebel von Friedberg. * Aus Lehrerkreisen. Die Obmänner der Lehrervereine hatten vor kurzem in einer Eingabe an die Kreisschulkommission um Erhöhung der Vergütung für den Fortbildungsschulunterricht nachgesucht, welchem nun die obige Behörde durch eine Heraufsehung der betreffenden Entschädigung auf 1,25 Mt. für die Stunde stattgefunden hat. das nicht an das Leben und Treiben des Kindes in der, er auch im abgelaufenen Jahr bestrebt war, seiner Aufgabe Zeit vor dem Schulbesuch anknüpft. Denn die Schule ver- gerecht zu werden, wenn auch die Mittel, die ihm zu Gelangt, daß es die toten Formen des Schreibens und Rech-| bote standen, recht bescheiden waren. nens mit den Augen erfossen und mit der Hand mittels des Schieferstistes darstellen soll. Diesen Mängeln kann nur eine Arbeitsschule abhelfen, welche sich von den gewöhnlichen Schulen dadurch unterscheidet, daß sie den Anschauungsun terricht mehr betont, der mit der besseren technischen Vorbildung für das Handwerk oder die Industrie den Vorzug einer Annäherung an die frühere Beschäftigungsweise des Kindes vereinigt. Der Lehrplan darf aber nur allmählich von dem bis zum Eintritt in die Schule gepflegten Spiel zu der Arbeit überleiten. Zu diesem Zweck sollen Ausflüge und ähnliche Veranstaltungen des Lehrers die Kinder mit der Natur bekannt machen. Die Aufgabe des Lehrers be= steht hierbei nur darin, das Kind ein Blatt oder irgend einen anderen ähnlichen Gegenstand mit dem Schieferstift darstellen zu lassen. Auf eine gleiche Weise lernt das Kind dann leicht das Schreiben, indem es sich rasch an die bereits gemalten Buchstaben erinnert. An diese Anschauung und namentlich auch an das in den Oberstufen später von den Knaben geübte Modellieren knüpfen auch die anderen Unterrichtsfächer an. Die Arbeitsschule geht also darauf hinaus, die Sinne zu üben und damit auf die spätere Lebensstellung besser vorzubereiten. Bei den Mädchen würde es sich hierbei um die Einführung in die häuslichen Verrichtungen handeln. Deshalb verliert die Schule noch nicht ihren Charakter als Lernschule, denn die gewöhnliche Schule erhält nach dieser Abänderung nur besondere Nebenklassen, welche dem praktischen Fortbildungsunterricht Rechnung tragen. Einzig und allein durch eine gute technische Vorbildung des zum Handwerk und Industrie übergehenden Nachwuchses wird Deutschland imstande sein, auf dem Weltmarkt mit den anderen Staaten in Wettbewerb treten zu können. Die Schule der Zukunft kann darum nur die Arbeitsschule sein!"( Beifall.) An der sich daran anschließenden freien Aussprache beteiligten sich Herr Schreinermeister Müller, der sich gegen das Verhalten der Schule gegenüber dem Handwerk wandte und Herr Schulrat Scheerer, welcher den Vorredner in entgegenkommenster Weise über die Gründe dieses Verhaltens unterrichtete. Nach einigen Bemerkungen des Lehrers Schmidt bezüglich des Handwerks, schloß der Vorsitzende um 11 Uhr die Versammlung. * Verkehrsverein Gießen. Aus dem Geschäftsjahr 1909 dieses mehr im Stillen tätigen Vereins sei folgendes der breiten Deffentlichkeit befannt gegeben: 1000 wer= Der Ausschuß und Vorstand tagten in 19 Sibungen. Es wurden 5000 Führer durch die Stadt Gießen, 10 000 tervollständigte Stadtpläne mit vierfarbigem Druck und 5000 Universitätspläne hergestellt. Die Versendung an VerbandsVereine, Universitäten, Badeverwaltungen, Sommerfrischen und Interessenten beanspruchte zirka 3500 Führer. Stadtpläne überließ man fostenlos der hiesigen freien Studentenschaft für deren gleiche Zwecke verfolgendes Führerunternehmen. Zugleich mit der Herausgabe des Führers beschloß der Vorstand die Ausstellung eines Automaten, der den Führer für 10 Pfg. verkauft. Dant dem Entgegen= kommen der Bürgermeisterei konnte derselbe gegenüber dem Bahnhofsgebäude, wenn auch im Freien, aufgestellt den. Die Einrichtung eines Verkehrstages und Schaufenster- Wettbewerb wurde, nachdem die elektrische Straßenbahn eröffnet, mit dem Bürgerverein und verschiedenen Interessentengruppen und einer Kommission am fupfernen Sonntag durchgeführt. Ueberaus günstiges Wetter und eine Reihe von außerordentlich wirksamen Einrichtungen, die Mitwirkung unserer Stadtverwaltung, des oberhessischen Geschichtsvereins, das Entgegenkommen der Theaterdirektion und nicht zuletzt die durchweg geschmackvollen Schaufensterdekorationen brachten einen vollen Erfolg des ersten Gießener Verkehrstages, wenn auch die Kauflust der Besucher unserer Stadt größer hätte sein können.- Der Verkehrsverein hat die Aufgabe, unsere Stadt und deren herrliche Umgebung befannt zu machen und dadurch nicht nur den vorübergehen den Verkehr, sondern auch seßhafte und kapitalfräftige Leute nach unserer Heimatstadt zu lenken. Auskünfte, zahllose Anfragen über Stadt und Umgebung, Wohnungs- Verhältnisse, Lebensweise, Spaziergänge, wissenschaftliche und gesell= schaftliche Unterhaltungen hatte seine Geschäftsstelle zu erledigen. Das Interesse für Gießen ist unzweifelhaft ein lebhafteres geworden. Das beweisen die vielen Anfragen von außen, seitens Rentnern, Pensionären, Studenten und Abiturienten von höh= eren Lehranstalten, die, wie festgestellt werden konnte, vielfach auf unsere Führer zurückzuführen waren. Auch bei der Verkehrsverein beteiligt dem Besuche Parsevals war und an seinem Plazze. Der Verkehrsverein darf sagen, daß 42) Der Fall Welshofen. Kriminalroman von M. Kossat. ( Nachdruck verboten.) Aber sie soll mich noch kennen lerner" schrie sie, die Faust drohend schüttelnd. ,, Mariette Verdi läßt sich ungestraft nichts gefallen, sie weiß sich zu rächen rächen!" zhil Punkt halb acht klingelte es an der Entreetür- Brümmel war mit militärischer Pünktlichkeit erschienen. Lina ging öffnen und ihr Freund stand auf der Schwelle, den Finger an den Mund legend, um einen unvorsichtigen Ausbruch ihrer Wiedersehensfreude zu verhindern; unter dent Arm trug er ein Kästchen, wie es Geschäftsreisende bei sich zu führen pfegen. ,, Die Signora Brusio zu Hause?" fragte er laut. Nein, die Signora ist ausgegangen," stammelte Lina. Ich wollte nur anfragen, ob sie nicht Bedarf an feinen Likören hätte. Meine Firma" und nun erging der geschmeidige Detektiv sich in einen Redeschwall, welcher die Anpreisung seiner Ware zum Gegenstand hatte. Aber wenn die Signora auch nicht daheim ist, so würden Sie Fräulein, doch vielleicht- ich möchte mich glücklich schäßen Sie zu meinen Kunden rechnen zu dürfen. Eine kleine Probe steht gern zu Diensten und," bevor die Köchin noch zu antworten vermochte, hatte Brümmel sich bereits dur die Tür gedrängt und ein paar Minuten später stand er schon im Salon, sich ehrfurchtsvoll vor der dort sizenden Marietta verneigend. ,, Die Damen gestatten" er öffnete sein Kästchen und entnahm ihm eine Anzahl fleiner Flaschen, die er bor den gierigen Augen der Verdi auf den Tisch stellte. Danke bestens, mein Fräulein- wandte er sich an Lina, die hinauseilen wollte, um Gläser zu holen- brauche nichts, ist alles hier unsereiner hat dergleichen immer bei der Hand." Er packte die Gläser aus und goß sie aus eine Flasche mtt lockendem goldig gelben Inhalt voll. Auf Ihr Wohl meine verehrten Damen," rief er, Jein Glas gegen Lina und Marietta erhebend, nachdem * Aus dem Vereinsleben. In der kürzlich in Gießen stattgefundenen Hauptversammlung des Verbandes hessischer Defanatserziehungsvereine wurde u. a. der Jahresbericht für 1910 erstattet, nach welchem der Obhut des Verbandes 1160 3öglinge unterstanden, von denen wiederum 883 3wangszöglinge waren, während sich 273 Zöglinge freiwillig dem Verbande unterstellt haben. Einen besonderen Reiz gewann die Hauptversammlung durch einen Vortrag des Prof. Mittermaier über„ Die Entwicklung des Gedankens der Fürsorge statt der Strafe im Rechte Deutschlands und des Auslandes", der dem Redner reichen Beifall eintrug. In der sich daran anschließenden freien Aussprache befürwortete Oberstaatsanwalt ang eine Eingabe an das Justizministerium, welche für ein innigeres Zusammengehen der Gerichte mit den Erziehungsvereinen sorgen soll. Nach weiteren ähnlichen Ausführungen Herren Defan Scriba- Erbach, Prof. Klumter- Frankfurt suchte Kirchenrat D. Schlosser- Gießen den Nutzen darzulegen, welchen Anstalten für vorläufige Beobachtung von Zöglingen mit sich bringen würden. Der Versammlung wohnten sämtliche Geschäftsführer der oberhessischen Vereine bei, währ end eine große Anzahl von Vertretern aus Rheinhessen und Startenburg erschienen waren. der * Bunsen Gesellschaft. Die Hauptversamm lung der deutschen Bunsen- Gesellschaft für angewandte physikalische Chemie findet hier vom 5. bis 8. Mai statt. = b= Unfall. Gestern nachmittag spielten zwei Knaben mit Studentenschlägern auf einer Wiese an der Crednerstraße. Wie schon oft in ähnlichen Fällen, verirrte sich bei einem Zweikampf das Rapier des einen in das Auge des anderen, das infolgedessen erheblich verletzt wurde. Der Knabe wurde nach der Augentlinit geschafft. Nicht zum mindesten sind derartige Vorkommnisse auf die allzu geringe Aussicht zurückzuführen. Viele Eltern betrachten es ja leider immer noch nicht als ihre Aufgabe, durch Belehrungen auf das findliche Gemüt einzuwirken, so daß das Kind hauptsächlich auf seine eigenen Kenntnisse angewiesen ist. Möchte dieser Vorfall auch denjenigen Eltern zu denken geben, welche sich bisher wenig oder gar nicht der Erziehung der Kinder widmeten. * Der Einjährige Seibel hat sich nicht erhängt, sondern seinem Leben durch einen Schuß ein Ende gemacht. Aus Hessen und Nachbargebiet. * Lich. Ein neues Industriewerk wird in Kürze hier entstehen. Nach längeren Bohrversuchen hat man an der Kreisstraße nach Hattenrod zahlreiche Eisenlager ent= deckt, sodaß die Gewerkschaft„ Vogelsberg" zur Ausbeute schreiten will. Das Bergwerk soll im Frühjahr eröffnet werden. * Hungen. Schon vor längerer Zeit wurde bekannt, daß die Eisenbahnverwaltung mit der Absicht um= gehe, auf den Strecken Gießen Gelnhausen und Hungen= Mücke Triebwagen einzustellen und damit eine Einrichtung zu treffen, die zweifellos eine wesentliche Förder= ung des Verkehrs bedeutet. Die Verwirklichung des Planes soll in Bälde erfolgen. Als Station für elektrische Kraft ist Hungen bestimmt; mit der Anlage soll alsbald begonnen werden. Der Triebwagenverkehr ist in erster Linie für die Strecke Hungen- Mücke ins Auge gefaßt, und zwar ist geplant, den gesamten Personenverkehr auf dieser Linie mittelst Triebwagen zu bewerkstelligen. Auf der Strecke Gie= ßen Gelnhausen sollen Triebwagen zwischen den Zügen gefahren werden; auch für die Strecke Hungen- Friedberg wird wohl dieselbe Einrichtung getroffen werden. Das reisende Publikum in erster Linie wird diese Neuerung als bemerkenswerte Verkehrsförderung mit Freuden begrüßen. Die Stadt Hungen, die sich seither schon vorzüglicher Verfehrsverhältnisse rühmen konnte, ist als Zentrale des Triebwagenverkehrs an der Neueinrichtung ganz besonders in teressiert. * Buzzbach. Auf ein tatenreiches Leben im Dienste der Nächstenliebe blickt der in der letzten Generalversammer sich ungeniert auf einen Sessel niedergelassen hatte ,, Ein feiner Stoff!" fuhr er fort. Dick wie Del und feu rig und dabei doch sanft und füß, wie die Liebe- wollt sagen, wie alles was schön und beglückend ist, denn da ist die Liebe doch nicht wahr, meine Damen?" ,, Nein, wie gespassig der Herr v. Smetana immer ist!" fuhr es Lina unbedacht heraus. Doch der gewandte Brümmel verstand ihre Unvor sichtigkeit sofort wieder gut zu machen. Nein, daß da Fräulein sich auch meinen Namen gemerkt hat!" meint er unbefangen. ,, Große Ehre für mich wahrhaftig Wir haben uns nämlich schon vor einigen Tagen bein Materialwarenhändler brüben an der Ecke gesehen, als ich dort meinen Besuch machte," erklärte er der Verdi. Da diese ein paar Worte in ihrem fürchterlich gebrochenen Deutsch erwiderte, rief er erfreut ,,, ah, die Signora ist Italiana bin mehrmals dort gewesen und kann auch die herrliche melodische Sprache so einigermaßen reden. Si, si, parlo italiano, vuole dire und nun wandte er sich in geläufigem Italienisch an Mariette, ihr einige höfliche und schmeichelhafte Phrasen über ihr Geburtsland sagend. Dabei versäumte er es aber keineswegs, auch Lina die Cour zu machen, um nicht unnötigerweise ihre Eifersucht herauszufordern. Mit der Verdi redete er italienisch und mit der Köchin deutsch, dabei immer jeder alles, was sie nicht verstand in ihr heimisches Idiom übersebend. So bewegte sich die Unterhaltung eine Weile fort. Natürlich wurde immer fleißig getrunken, denn Brümmel schenkte sofort, sowie ein Glas leer war, wieder ein. Lina trant nur wenig, aber Mariette ließ sich die günstige Gelegenheit, ihrer Leidenschaft für feine Liköre zu fröhnen, nicht ungenügt entgehen. Schon brannten ihre gelben Wangen und glühten ihre Augen in einem verdächtigen Feuer, als Brümmel, sich behaglich in seinem Sessel zurücklehnend, äußerte ,,, wie schön es die Damen hier haben! Prächtige Wohnung, große Eleganz und eine bequeme sorgenfreie Stellung denn sicher bietet die Signora Brusio Ihnen die doch. Sie hat wohl bedeutende Einnahmen?" ,, A die!" brummte die Verdi ingrimmig. Die, die lung zum Ehrenmitglied der freiwilligen Feuerwehr er nannte Steigerführer Herr Chr. Weickhardt zurüc Möge es Herrn Weickhardt vergönnt sein, sich noch rech lange der Ehrenmitgliedschaft der freiw. Feuerwehr zu freuen. * Friedberg. Am Dienstag hat Herr Kreista Schliephage die Leitung der Geschäfte des Kreisamt Friedberg übernommen. worden feien und Da die Angellagte nicht veräußern, In Bruchenb Malstadt nachts i Hühner gefchlachte Garten ein Paar ein gefülltes Wed fette er fich ber bon 8 Monaten G worauf 5 Wochen ihm die bürgerlich Der Taglöhne Lotal der Laterne 4 Monate Gefäng * Büdingen, 7. März. Zu Gunsten der gescha digten Obermochstädter Kassenmitglieder fand unter dem Pro tektorat des Fürsten Wolfgang eine Wohltätigkeitsvorstell ung statt, die einen erheblichen Ueberschuß ergab. * Darmstadt, 8. März. Der Stadtkommandan von Darmstadt, Generalmajor v. Echenbrecher, beim Großherzog sein Entlassungsgesuch eingereicht. ha Begen Bettel Hersfeld vom Sch in das Arbeitsha * Frankfurt. Wie die Blätter melden, hält si der flüchtige Defraudant Rendant Flick von der landw. Zentral- Darlehensfasse für Deutschland in Australien auf. lerverband beschloß in einer Versammlung im„ Storch" in Frankfurt den Landwirten die Milchpreiserhöhung nicht zu bewilligen und den Kampf aufrecht zu erhalten. * Frankfurt. Der Südwestdeutsche Milchhänd teil an, doch dies Gerichtssaal. Schwurgericht. Da Frant fimme" meldet, bruar am Visma recht ausbrachte, eine Haftstrafe v beitern hat die P allen wird gerich * Frant richt der 21. Div früheren Kompag lotti von T derthalb Jahren wegen sittlicher nen eingeleitet zu 3 Monaten Sittlichkeitsbergeh Erhebung einer verurteilte dassel ferbe, Albert Ru naten Feftungsho Gießen, den 8. März 1910. Der Briefträger Heinrich Löwenstein von Wi eseci geständig, einen an den Regimentsschneider Gonser in Gie legt zu haben; auch hat er denselben einem Bäcker zu Wie sect vorgezeigt und ihn zur Gewährung eines Darlehens veranlaßt. Einen weiteren Wechsel über etwa 300 Mart ha er ebenfalls der genannten Bank vorgelegt. Um seine Ver untreuungen zu verdecken, hat er, sowohl bei einem Wech sel, den er an einen Handelsmann in Höhe von 400 Mi hat auszahlen sollen, wie auch bei dem anderen falsche Ein träge in sein Dienstregister bewerkstelligt und hat die Quitt ungen gefälscht. Er hat für seine Bedürfnisse größere An sprüche gehabt, als sein Diensteinkommen war. Die Straß taten hat er begangen, um Schulden begleichen zu können Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage, wie auch die Fragen nach mildernden Umständen, worauf das Gerich eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten aussprach In Anbetracht seines Geständnisses und der sich in die Länge gezogenen Untersuchungshaft, wurden ihm drei Monate als verbüßt auf die Strafe angerechnet. Gießen, dem 9. März 1910. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen den Diensttnecht Heinrich Gerhardt aus Lauterbach wegen Notzuchsversuchs verhandelt. Der Tatbestand ist folgender: Das Dienstmädchen Katharine Winn hatte eine Freundin besucht. Als sie den Heimweg antrat, begegnete ihr der An geklagte und erbot sich, das Mädchen zu begleiten. Sie lehnte das Ansinnen ab und versuchte zu entfliehen, als der Angeklagte troßdem mitgehen wollte. Der Angeklagte sprang ihr nach, hielt sie fest und versuchte sie in eine Seitenstraße zu bringen. Bei den Ausführungshandlungen, in denen ein Notzuchtsversuch erblickt wurde, sträubte sich das Mädchen und schrie, worauf der Angeklagte abließ, als ein Wagen herangefahren fam. Die Geschworenen verneinten die Frage auf Notzuchisversuchs, bejahten dagegen die Frage auf tat liche Beleidigung, worauf das Gericht auf eine Gefängnis steafe von 3 Monaten erkannte, die beiderseits als rechts kräftig anerkannt wurde. Straffammer. Gießen, den 8. März 1910. Das Schöffengericht Vilbel hatte den Händler Moses Bertowiß zu Groß- Karben wegen Pfandveräußerung zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt, weil er etwa 50 Paar Schuhe, die gepfändet waren, veräußert hat, Das Schöf fengericht hatte festgestellt, daß der gewalttätige Angeflagte, der in Konturs geraten war, aus der Kontursmasse teine Unterstützung bekam, vielmehr auf Arbeit verwiesen wurde; auch sein Antrag auf Armenunterstüßung wurde zurückge wiesen und er veräußerte die Sachen ungeachtet der Pfänd ung. Er will in Unkenntnis gehandelt haben und focht das Urteil zum Zwecke der Freisprechung an. Nach den Fest stellungen des Berufungsgerichts hat er sich weder um Ar beit noch um Unterstüßung umgesehen, sondern eigenmäch tig und rücksichtslos seinem Willen die Zügel schießen lassen Seine Berufung wurde zurückgewiesen. Auch die Frau des Schreiners Ludwig Schlosser von Merlau wurde vom Schöffengericht Grünberg wegen Pfand verschleppung zu einem Tag Gefängnis verurteilt, weil fie gepfändete Sachen veräußert hat. Ihre Berufung stützt si darauf, sie sei dazu berechtigt gewesen, da die Sachen, die ihr gehörten und für Forderungen ihres Mannes gepfändel ihre schwarzen Augen funfetten und in ihrem mage en Gesicht ersten ein gehäfiger Bug. So haben Sie Siege über die Signora zu führen?" acte der Deteftiu erstaunt Ure ob es mir biefe: Worte bedurft hätte, um die Be edsamkeit der Kammerjungfer zu entfesseln, io brach let in Strom von Verwünschungen gegen ihre Herria von Soren Lippen. Wie geizig sie wäre, wie undankbar und nie schlecht- ja, wie schlecht, setzte sie Brümmet aus inander, immer in ihrer aufgeregten und zugleich bos aften Weise redend. ,,, o, o!" machte Brümmel bedauernd. Ja, ja, nan hörte freilich so mancherlei über die Signora, aber 1. dachte, mir, die Leute reden auch so viel, und man Part ihnen nicht alles glauben. Und besonders, da der Graf Welshofen, der doch mit der Signora verlobt war, the soich großes Vermögen hinterlassen hat, so mußte er eine eine sehr gute Meinung von ihr gehabt haben, Aber, so trinken Sie doch Signora," bat er, seine Flasche dem Glas der Verdi nähernd. So, nun probieren Sie einmal diesen Likör- echter Chartreuse, im Kloster gemacht, un übertrefflich! Also, um auf den Grafen und die Si nora zurückzukommen- ob sie ihn wohl sehr geliebt hat ihren toten Bräutigam- was?" Die Verdi lachte giftig. ,, Geliebt! So'n alten Mann! Und lieben kann die überhaupt nicht." ,, So, so. Uebrigens was ich noch sagen wollte warum mag die Signora eigentlich immer noch auftreten da sie es doch gar nicht mehr nötig hat da sie jest reich ist? Aber trinken Sie Signora, trinken Sie aus Ja, sie muß schon," meinte Verdi mit schon start an stoßender Zunge. Da sie sich mit ihrem Liebhaber über worfen hat und ihr vor dem Gelde graut, so will fie noch erst einige Zeit liegen lassen- vielleicht auch ist it ihrer Sache nicht ganz sicher und denkt wie gewonne so zerronnen da läßt sie's eben vorerst alles beim Alter bleiben." ( Fortsetzung Ka unüb das Ra Niederl Glessen Seltersweg 83 Giessen Setteraweg 83 ie Lebihe ind di bringen woll Hellen bermittl mertiam. Feuerwehr worden seien und sie mit diesem in Gütertrennung lebe. = h= Berlin, 10. März. Prinz und Prinzessin Eitel dhardt zur Da die Angeklagte belehrt worden ist, sie dürfe die Sachen Friedrich haben gestern abend ihre Reise nach Jerusalem fich noch n euerwehr zu at Herr Streis te des Kreisam nsten der gei unter dem B tätigteitsborite ergab. Stadttommanda brecher, b eingereicht. melden, hält nicht veräußern, mußte das Urteil bestätigt werden. In Bruchenbrüden ist der Arbeiter Peter Eller aus Malstadt nachts in eine Scheuer gedrungen und hat zwei Hühner geschlachtet. Beim Fortgehen nahm er aus einem Garten ein Paar Strümpfe mit und in Friedberg stahl er ein gefülltes Wechsäckchen. Bei seiner Verhaftung wider= jepte er sich der Polizei. Er wurde zu einer Gesamtstrafe von 8 Monaten Gefängnis und 2 Wochen Haft verurteilt, worauf 5 Wochen Untersuchungshaft angerechnet wurden und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre abgesprochen. Der Taglöhner August Rind aus Wieseck stahl aus dem Lotal der Laternenwärter zu Gießen einen Mantel. Urteil: 4 Monate Gefängnis. von der land Hersfeld vom Schöffengericht 2 Wochen Haft, auch sollte er Wegen Bettelns in Frischborn bekam Georg Wolf aus Australien auf. utiche Milchhän g im Stord serhöhung nicht halten. 8. März 1910 von Wiesed er Gonser in G m Bäcker zu eines Darlehe twa 300 Mart b t. Um seine Be bei einem Wes öhe von 400 nderen falsche Ei nd hat die Quit nisse größere An war. Die Straf eichen zu können e, wie auch di rauf das Gerid Monaten aussprad er sich in die Läng drei Monate al 9. März 1910. burde gegen da terbach weg tand ist folgende atte eine Freun gegnete ihr der An begleiten. Gi entfliehen, als de Angeklagte spran eine Seitenstraß gen, in denen sich das Mädche , als ein Wage erneinten die Frag die Frage auf ta uf eine Gefängnis derseits als rechts in das Arbeitshaus. Wegen dem letzteren focht er das Urteil an, doch dieses sand seine Bestätigung. Das Neueste vom Tag. h Frankfurt a. M., 9. März. Wie die„ Volksftimme" meldet, hat Redakteur H. Wendel, der am 13. Februar am Vismard- Dentmal ein Hoch auf das freie Wahlrecht ausbrachte, einen Strafbefehl erhalten, der gegen ihn eine Haftstrafe von 3 Wochen festsetzt. Auch einigen Arbeitern hat die Polizei die gleiche Haftstrafe zudiktiert. Von allen wird gerichtliche Entscheidung beantragt. * Frankfurt a. M., 9. März. Das Kriegsgericht der 21. Division verurteilte heute den Hauptmann und früheren Kompagniechef im 81. Infanterieregiment, M a= lotti von Trzebiatowski, der vor etwa an= derthalb Jahren flüchtete, nachdem gegen ihn ein Verfahren wegen sittlicher Verfehlungen gegenüber seinen Untergebenen eingeleitet worden war, wegen unerlaubter Entfernung zu 3 Monaten Festungshaft. Die Ermittelungen über das Sittlichkeitsvergehen hatten fein genügendes Material zur Erhebung einer Antlage gegeben. Wegen Zweikampfes verurteilte dasselbe Gericht den Dragonerleutnant der Reserve, Albert Kunze aus Meschede ebenfalls zu drei Monaten Festungshaft. n 8. März 1910. Händler Moses ndveräußerung z er etwa 50 Pa hat, Das Schif alttätige Angellage Kontursmasse te it verwiesen wun g wurde zurüd ngeachtet der Pfä haben und focht 1. Nach den Fe sich weder um r sondern eigenmäh igel schießen lassen vig Schloffer to berg wegen Pfand verurteilt, weil fi Berujung ftüsti da die Sachen, d Mannes gepfände 6 in ihrem mage nora zu führen? hätte, um die Be jefn, io brach jest thre Berrin t vie undanfbar u fie Brümmel a und zugleich be auernd. Ja, ja bie Signora, aber fo biel, und mar besonders, da de a verlobt war, h so mußte er eire abt haben feine Flasche d obieren Sie einma lofter gemacht, un fen und die Gig bl fehr geliebt ha So'n alten Man och ingen wollte mer noch auftrete hatda fie je trinten Sie aus mit schon start a em Liebhaber übe graut, fo will fi ielleicht auch it i t- wie gewonne eft alles beim Ali Kaiser's angetreten. -h Berlin, 10. März. Großes Aussehen erregte die gestern erfolgte Verhaftung des früheren Rirdorfer Stadtverordneten Füllgraf und des Landwirtes Arnold Jörg aus Berlin. Beide haben gemeinschaftlich eine ganze Reihe von Diebstählen verübt und zahlreiche Geschäftsleute um erhebliche Summen geschädigt. == Kiel, 10. März. Auf der kaiserlichen Werft sollen nächste Woche umfangreiche Arbeiterentlass= ungen, etwa 600, vorgenommen werden, weil der Reichstag nicht genügend Mittel für Sommerarbeiten zur Verfügung stellte und andererseits die Schulschiffe der Wilhelmshavener Werft zur Instandseßung zugewiesen sind. Der Arbeiter- Ausschuß verhandelt mit der Werft- Direktion um die verheirateten Arbeiter von der Kündigung auszuschließen. -h Wilhelmshaven, 9. März. Der Kaiser ist heute vormittags 11 Uhr unter dem Salut der Küstenschiffe mit dem Linienschiff Deutschland nach Helgoland in See gegangen. Malzunübertroffen, das Pfund nur agal == Wien, 10. März.( Drahtnachricht.) Unsere Reichshauptstadt hat seinen Oberbürgermeister heute früh kurz vor 8 Uhr durch den Tod verloren und damit ist auch der populärste Mann der Stadt und wohl auch von ganz Desterreich nicht mehr unter den Lebenden. Lueger ist nahezu 66 Jahre alt geworden. == Petersburg, 10. März. Der Zar entging gestern mit großer Mühe schwerer Lebensgefahr. Der Vorgang spielte sich folgendermaßen ab: Die Equipage des Zaren bog nach dem Ueberqueren des Newsti- Prospettes in die Karawanenstraße ein, als zu gleicher Zeit ein Stra= ßenbahnwagen heranbrauste. Der Führer des StraßenbahnDr. Wegener's Thee berühmt zur Beseitigung von Hartleibigkeit, Verstopfung, Leber und Gallenstörung, sowie Hämorrhoiden. Angenehm zu nehmen und prompte Wirkung ohne jede Beschwerden. Preis Mt. 1.50 in Apotheken erhältlich, wenn nicht, wende man sich an die Ferromanganingesellschaft, Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 55. Kaffee 25 Pfg. Kaiser's Kaffee- Geschäft Europas grösster Kaffee- Rösterei- Betrieb. 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Ein Straßenbahnwagen fuhr wiederholt in schärfstem Tempo durch die Francforter Avenue. Aus dem Wagen wurden mehrere Schüsse auf die Menge abgegeben, wodurch einige Personen verletzt wurden. Darauf raste der Wagen von der wütenden Menge verfolgt, ins Depot. Es folgte ein Stra ßenkampf, bei dem etwa 100 Personen verwundet wurden. Die Strumpffabriken haben gestern bis Montag ihre Betriebe geschlossen und drohen mit der Auslperrung der streitenden Arbeiter, falls diese bis dahin die Arbeit nicht wieder aufgenommen haben. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Knorr's Suppen Jeder Umschlag Fix und fertig- 3 Teller 10 Pfg. Knorr- Sos würzt famos Suppen, Saucen, Gemüse, Fleischspeisen etc. gilt als Gutschein Wer eine Stelle zu vergeben hat, Wer eine Stelle sucht Wer eine Wohnung zu vermieten hat, Wer eine Wohnung sucht Wer etwas zu verkaufen hat, Wer etwas zu kaufen sucht Wer überhaupt etwas bekannt zu machen hat, inseriert mit dem besten Erfolge in der Giessener Zeitung Seltersweg 83. 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Gis; c) die Abgabe von Knochen, Lumpen und Gespül; für die Rechnungsjahre 1910, 1911 und 1912. d) die Fensterreinigung und das Entleeren der Müllgruben. Die Bedingungen liegen vom 24. d. Mts. ab auf dem Verwaltungsbureau an den Wochentagen nachm. bon 3-5 Uhr offen. Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Ecöffnungstermine LED Samstag, den 12. März 1910, vorm. 11 Uhr einzureichen. Proben der unter a und b 3, 4, 8 bis 16 bezetchneten Gegenständen sind den Angeboten beizufügen. Zuschlag erfolgt innerhalb 14 Tagen nach dem Ec öffnungstermine. Gießen, den 21. Februar 1910. Gr. Direktion der chirurgischen Univ.- Klinik. Poppert. Die Marktpreise für Bich und Frucht und die Sießener Fleisch- u. Brotpreise am 7. März 1910 Höchste Schlachtbtebprefe in Frankfurt a. M. 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