The 0. Steingoet bruar 19 Thr. g nements Noviti Punki ften von rg und ber. be 10% U Febr. 191 2 Uhr Volkspreis ellung Gießener Zeitung ödel Pantoffe Bildern rner. nbe 5% br. Dorftellu Gießener Neueste Nachrichten Bezugspreis 40 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,20 Mt. frei Haus; durch die Post 1,50 Mf. Erscheint 3 Mal wöchentlich: und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags. Telephon: Gießen Nr. 362. Nr. 29. Bekanntmachung Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen des Großherzoglichen Polizeiamtes Gießen und vieler anderer Behörden in Oberhessen. Expedition: Seltersweg 83. Gießen, den 10. Februar 1910 Gießener Tageblatt Anzeigenpreis: die 44 mm breite Petitzeile 15 Pfg., Reklame 50 Pfg. 60 20" Außerhalb Oberhessen Amtliche Bekanntmachungen. Nachstehende Bekanntmachung Großh. Kreisamts Gießen bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 4. Februar 1910. Großherzogliches Polizeiam t. Reinhart. Bekanntmachung. nce" Betr.: Die Ausführung des Urkundenstempelge setzes; hier die Erhebung der Stempelabgabe für Automaten und Musikwerke. ten von han und Ifeld. Unter Bezugnahme auf die Nummer 10 und 52 des Tarifs zum Gesetz über den Urkundenstempel vom 12. Aug. 1899 in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. März be 9% 1907, fowie unter Hinweis darauf, daß nach Artikel 33 in Verbindung mit Artikel 31 Absatz 1 und 4 dieses Gesetzes, diejenigen Personen, welche es unterlassen, ihrer Anmeldepflicht zu genügen, unbeschadet ihrer Haftpflicht, für den fehlenden Stempel eine Geldstrafe, welche dem vier= sachen Betrag des hinterzogenen Stempels gleichkommt, oder jede Sta eine Ordnungsstraße bis zu 200 Mart verwirkt haben,' bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis: sonen, d und oh 1. Wer in Bahnhöfen, öffentlichen Wirtschaften oder an ollen. Be anderen öffentlichen Orten oder Pläßen einen VerkaufsOfferte oder Wageautomaten, Kraftmesser oder einen Automaten, Coblenz der zur Unterhaltung des Publikums dient, sowie wer in einem öffentlichen Wirtschaftslokal ein Klavier oder sonstiges Musilwert aufstellen will, hat zuvor dem Kreisamt feines Wohnortes oder Aufenthaltes oder des Ortes, welchem die Aufstellung erfolgen soll, eine Jahreskarte zu erwirken und für Lösung dieser Karte eine Stempelabgabe zu entrichten, welche jährlich beträgt: ge 1.68 80 .85 35 35 -5 5555 35 58 an a) für jeden Automaten je nach der Größe, dem Antaufspreise und der Leistungsfähigkeit desselben 10 bis 40 Mart; b) für jedes Klavier oder sonstige Musikwerte nach der Größe, dem Ankaufspreise und der Leistungsfähig keit desselben 10 bis 40 Mart. Für besondere leistungsfähige Instrumente fann die Stempelabgabe bis auf den zweifachen Betrag erhöht werden. Unter Leistungsfähigkeit ist die finanzielle Leistungsfähigkeit oder Ergiebigkeit zu verstehen. Die Ausstellung von Automaten für Bahnsteigtarten ist stempelfrei. Entsteht die Abgabepflicht für die vorstehend aufgeführten Gegenstände in der Zeit zwischen dem 1. Oktober und 31. März, so beträgt für diese Zeit der Stempel die Hälfte des regelmäßigen Betrages. Die Erneuerung der Jahresfarten( gültig vom 1. April bis 31. März des nächstfolgenden Jahres) und Entrichtung der vorgeschriebenen Stempelabgabe erfolgt im Monat März eines jeden Jahres. 2. Die Abgabe ist von ein und derselben Person, auch bei einem Wechsel des Automaten oder Instruments oder des Aufstellungsortes innerhalb desselben Jahres( vom 1. April bis 31. März nächsten Jahres) stets nur einmal und zwar erstmalig vor der Aufstellung des Automaten oder des Instruments und sodann alljährlich im Monat März für das darauf folgende Jahr bei dem Kreisamte zu entrichten. 3. Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine mit amtlichem Stempel versehene Karte, welche die Nummer des Verzeichnisses, Vor- und Zuname, Stand oder Gewerbe und die Wohnung des Anmeldenden, den angemeldeten Gegenstand, den Tag der Anmeldung und Stempelmarken im Beirage der entrichteten Abgabe enthält. Die Karte ist nur für die Zeit gültig, für welche sie ausgestellt ist. 4. Wer einen Automaten oder ein Klavier oder sonstiges Musikinstrument, welches an einem der unter Ziffer 1 erwähnten Plätze aufgestellt ist, von diesem Plate entfernt, ohne denselben oder dasselbe auf einen anderen der unter Ziffer 1 erwähnten Plätze aufstellt, hat dies bis 1. Stadttheater Gießen. Dienstag, den 8. Februar. „ Der onatic Bankt." April 1910 dem Kreisamt anzuzeigen, widrigenfalls er zur Entrichtung der Abgabe weiter verpflichtet bleibt. Die Abmeldung wird auf Verlangen bescheinigt. ge5. Gesuche um Erlaubnis haben schriftlich unter nauer Beschreibung des Instrumentes, um das es sich han delt- bei Automaten auch der finanziellen Leistungsfähig keit oder mündlich im Kreisamtsgebäude zu erfolgen. zum 6. Die Abgabe für das Jahr 1910 ist im Monat März 1910 zu entrichten; als Zahltage haben wir jeden Werktag, vormittags von 9-12 Uhr, festgeseßt. Die Abgabe fann jetzt schon bezahlt werden. Die Entrichtung hat auf 3imLustspiel in drei Aften von G. Kadelburg und R. Presber. Gestern machte„ Der dunkle Punkt" in Mainz zum sechsten Male ein volles Haus und heute in Gießen zweiten Male. Das Lustspielchen mit seiner drallen Situationskomit, dieser Gipfelpunkt aller modernen Urteilslosig feit mer Nr. 1 stattzufinden. Sollte die Entrichtung der Abgabe im Wege der Posteinzahlung oder Geldeinsendung erfolgen, so wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Geldsendungen stets ganz frei" von Porto sein müssen, und die lette Jahresfarte ebenfalls einzusenden ist. Die Zustellung der Karte erfolgt dann durch die Poſt als„ portopflichtige Dienstsache". Die für das Jahr 1909 ausgestellten Karten sind mitzubringen. und Geschmacksverirrung wird noch manchen leeren Abend ausfüllen; plumper und possenmäßiger konnten diese aus allen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten zurechtgepappten Figuren nicht der Laune ihrer Schöpfer gehorchen! Sie schieben und werden geschoben, zappeln und lassen zappeln, lachen und machen lachen so wie es für den„ Knalleffekt", den Lacherfolg gerade nötig ist. Gegen alle diejenigen, welche ausweislich unseres Registers zur Zahlung der Abgabe verpflichtet sind, und die selbe bis zum 1. April 1910 nicht entrichtet haben, wird nach Ablauf dieses Termins, vorbehältlich einer Bestrafung in Höhe des vierfachen Betrages des hinterzogenen Stempels oder Erkennung einer Ordnungsstraße bis zu 200 Mk. nach Artikel 31, 33 des Urkundenstempelgesetzes, das Beitreibungsverfahren gemäß Artikel 26 loc. lit. eingeleitet Alle Kasten und Kästchen ihres Warenlagers haben die Herren Autoren durchstöbert und richtig, es fanden sich da zu den üblichen Verlobungsgeschichtchen, den ostgenußten Kniffen in einer dunklen Ecke nicht ein, sogar zwei, wenn man will, vier dunkle Punkte: ein Schuster, ein Mohr und- Josua und Rebekka, die Mohrentinder! Der Major von Kuckrott ist so glücklich, nach einem kleinen, für den „ Knalleffekt" unerläßlichen Scheintampf zwischen einem ahnenstolzen Freiherrn, dem wandelnden„ Gothaischen" und einem fommerzienrätlichen Molkereibesitzer, der anno dazumal mit werden. Gießen, den 2. Februar 1910. Großh. Kreisamt Gießen. J. V. gez.: Welcker. Bekanntmachung. Freitag, den 11. Februar 1910, nachmittags 2-4 Uhr, wird im Impflokal( Schulgebäude Neustadt 61) ein öffentlicher Impftermin abgehalten, in welchem diejenigen Angehörigen von Impfpflichtigen, welche Aufforderungen erhalten haben, ihre Ktin der fostenlos der Impfung unterziehen lassen können. Freitag, den 18. Februar, von 3-4 Uhr, sind die am 11. Februar Geimpften zu der geseßlichen Nachschau wieder vorzustellen. In beiden Terminen können ferner Kinder, welche wegen Krankheit bis zum Sommer von der Impfung zurückgestellt werden wollen, dem Impfarzte zur Un tersuchung vorgezeigt oder diesbezügliche ärztliche Atteste abgegeben werden. Die am Großh. Kreisgesundheitsamte abgegebenen Impfscheine müssen dort wieder abgeholt werGießen, den 5. Februar 1910. den. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Durch Beschluß des Kreisausschusses vom 24. Juli 1909 wurde der Frau Sophie Dülfer dahier die Erlaubnis zur Ausübung des Gewerbes als Gesinde- Vermieterin erteilt. Deren Gebührentaris bringen wir nachstehend zur öffentlichen Kenntnis: a) Für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft in Gießen 5 Mt.; nach auswärts 7 Mt.; b) Für Vermittelung einer Köchin mit über 40 Mark Lohn nach Gießen 8 Mt.; nach auswärts 10 Mt.; c) Für Vermittelung eines Servierfräuleins 10 Mt., wovon die Stellungsuchenden 1 Mart zu bezahlen haben. Gießen, den 5. Februar 1910. Großherzogliches Polizeiam t. Reinhart. Extra- Beilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Druck und Verlag: Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). 21. Jahrg. Bekanntmachung. Betrifft: Das gleichzeitige Dienen zweier Brüder im Militärdienst. Der§ 20 des Reichsmilitärgesetzes schreibt vor: „ Können zwei arbeitsfähige Ernährer hilfloser Familien, erwerbsunfähiger Eltern, Großeltern oder Geschwister nicht gleichzeitig entbehrt werden, so ist einer von ihnen zurückzustellen, bis der andere entlassen wird. Spätestens nach Ablauf des zweiten Militärpflichtjahres soll der einstweilen zurückgestellte eingestellt und gleichzeitig der zuerst Gingestellte entlassen werden. Diese Bestimmung findet entsprechende Anwendung, wenn ein zur Arbeit und Aufsicht unfähiger Grundbesizer, Pächter oder Gewerbetreiben der zwei Söhne nicht gleichzeitig entbehren kann." 3 Küchen in Berlin„ von unten" angefangen, zu den dunt len Punkten dieser beiden Häuser in verwandtschaftliche Be ziehungen treten zu dürfen. Sein Sohn Hans heiratet die fommerzienrätliche Tochter; Verlobungsgeschenk: den dunklen Puntt in Gestalt des Schusters, des Mannes ihrer Schwester. Seine Tochter Else verlobt sich mit Emmerich, dem Sohne des Freiherrn, Verlobungsgeschenk: es präsentiert sich ein Mohr, der drüben in Amerita die Tochter des Freiherrn vor zwei Jahren heiratete, auch ein dunkler Punkt, der dunkelste in der Geschichte derer von der Dühnen! Sie friegen sich alle und alle verbinden und verbrüdern sich der Schluß! Bravo!!- Damit die Ersatzbehörde in der Lage ist, die Bestimmung bei der Musterung zu berücksichtigen, fordern wir die Beteiligten auf, bei dem Standesamt im Rathaus schon jetzt entsprechenden Antrag zu stellen. Gießen, den 7. Februar 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten und Feldbesitzer die ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- oder Fußwegen einfriedigenden Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf 1,25 Meter Höhe und 0,50 Meter Breite zurückzuschneiden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Kennt nis gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Artikels 43 des Feldstrafgeseßes mit Geldstrafe von 1-10 Mark bestraft werden. Gießen, den 2. Februar 1910. Bürgermeisterei. Keller. Bekanntmachung. Georg Dieß dahier, Schloßgasse 15, hat die Konzession als Dienstmann mit der Nr. 16 erhalten. Gießen, den 7. Februar 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Bekanntmachung. Die Rechnungen der Armentasse und der Plockischen Stiftung für 1908 liegen vom 12. d. Mts ab eine Woche lang zu jedermanns Einsicht auf dem Armenamt offen. Ich habe fast schon zuviel über den„ Inhalt“ oder„ Ge| halt" dieses Fabrikats gesprochen, dessen Wirkung nur aus Lacherfolg abzielt und ihn mit diesen Mittelchen und Knisfen immer erreichen wird. Der große Erfolg erlaubt weniger einen Schluß auf die Fähigkeit oder Unfähigkeit der Autoren, mit wirklich fünstlerischen Mitteln ein gutes Lustspiel zu schaffen, zumal die literarische Bedeutung der Kompagnons in dieser Hinsicht hinlänglich feststeht, als auf den Geschmack, die Urteilsfähigkeit und die Wünsche unseres deut schen Theaterpublikums, das sich gern mit deutschem„ MischMasch", irgendeinem Gebräu oder Brei zufrieden gibt, wenn nur recht viel darin zusammengemengt ist. Ich sprach im | allgemeinen vom Theaterpublifum; hier in Gießen waren die Galerieplätze nicht besonders besucht, dagegen sehr gut Parkett und Galerie noble. Gießen, den 9. Februar 1910. Die Armendeputation der Stadt Gießen. Keller. Bekanntmachung. Die Stadt Gießen hat alte Pflastersteine zum Preise von 10 Mt. für den cbm. abzugeben. Liebhaber werden gebeten, sich an das Tiefbauamt zu wenden. Bürgermeisterei. Mecum. Von den schauspielerischen Leistungen ist nicht viel mehr zu sagen, als daß sie sämtlich befriedigend waren; ich könnte auch das Prädikat: vortrefflich wählen, wenn es in Anbetracht dieses Stückes nicht komisch klänge. Hervorheben muß ich unbedingt Hermann Batof als Freiherrn v. d. Dühnen, der mir ganz besonders gefiel und Karl Volck als Dr. Woodleigh, den dunklen Punkt derer v. d. Dühnen ohne doch Hermann Norden als Kommerzienrat Brinkmeyer vergessen zu wollen. Das lachlustige Publitum unterhielt sich sehr gutH. J. O. beim dunklen Punkt am Faschingstag. Mittwoch, den 9. Februar. ,, Aschenbrödel oder der gläserne Bantoffel. Kinder- Vorstellung. Es war eine Lust zu sehen, wie die kleinen Gäste an den Bildern des Märchens, das ihnen aus dem Munde des Großmütterchens vertraut war, ihren Gefallen fanden, an dächtig schauten und zuhörten; wie sie über die Possen und Scherze des alten Königs Kakadu und des Barons v. Montecentecuculorum luftig mitlachten, freudig flatschten- und wenn der Vorhang gefallen, wacker schwäßten. Schade nur, daß das Theater nicht besser besucht war; tat doch die noch nicht verwehte Faschingsstimmung ein übriges, einige hei tere Stunden herauszuführen. Das Neueste vom Tag. Gießen, 10. Febr. Nach einer soeben vom Reichsbankdirektorium erfolgten Bekanntmachung ist der Reichsbankdiskont auf 4 Prozent ermäßigt wor den. Berlin, 9. Febr. Die preußische Wahl- rechtsvorlage, welche bekanntlich jetzt nun endlich zur Beratung kommen soll, wird auf der ganzen Linie des Volkes scharf gegeißelt. Erregte Debatten im Landtag stehen darüber bevor. Berlin, 9. Febr. Die Budgetkommission des Reichstages bewilligte heute das neu angeforderte Veterinär- Offizierkorps mit allen Konsequenzen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. Die Vom Zentrum eingebrachte Resolution, die Kontroll- Versammlungen alljährlich nur einmal stattfinden zu lassen, wurde trotz der ablehnenden Haltung der Regierung mit 12 gegen 10 Stimmen angenommen. Prag, 9. Febr. Der böhmische Landtag ist vertagt, weil die Verhandlungen zwischen Deutschen u. Tschechen zu einer Einigung nicht geführt haben. Die Obstruktion der Deutschen setzt also wahrscheinlich wieder ein, wenn die Landtagssigungen beginnen. London, 9. Febr. Die englischen Bergarbeiter in den Kohlenrevieren stehen vor einem A u 3- st and wegen Einführung des achtstündigen Arbeitstages. Madrid, 9. Febr. Der deutsche Botschafter Graf Tattenbach ist lebensgefährlich erkrankt. New York, 9. Febr. Roosevelt kehrt zum Nationalfest nach hier zurück und wird mit groBen Ehren empfangen werden. A * Hochwasser wird aus den Niederungen der Donau, des Rhein, der Mosel, des Main, der Nahe und der Lahn gemeldet. Der Rhein ist über 2 Meter gestiegen.- Dieselbe Hiobspost kommt auch wieder aus Frankreich. Durch große Regenniederschläge und Schneeschmelze sind die Seine und die Vogesenflüsse weit über ihre Ufern getreten und haben große Flächen und viele Stadtteile überschwemmt. In Paris sind 6 Bahnhöfe ge= sperrt. - Posen, 9. Febr. Der russische Deserteur Michael Koczinski, der als der Täter bezw. Mittäter bei dem achtsachen Raubmord in Boguslawice angesehen wird, ist nach Mitteilung des Pleschener Untersuchungsrichters nun endlich in Bendzin in Rußland ver= haftet worden. Es erscheint noch fraglich, ob die russischen Behörden ihn sogleich ausliefern werden, da er bekanntlich auch als russischer Deserteur bestraft werden muß. Die preußische Wahlrechtsvorlage und politische Reife. Die preußische Wahlrechtsvorlage wirbelt nun, nachdem ihr Wortlaut bekannt geworden, erst recht viel Staub auf, und setzt besonders die enttäuschten Gemüter der mehr links stehenden Parteien in Bewegung. Die Sprache der radita leren Blätter klingt überaus heftig. Aber auch beim Zen trum hört man scharfe Urteile. Selbst in konservativen Kreisen findet man manches Haar in der Suppe und hätt die Bevorzugung von abhängigen Beamten nicht für unbedentlich. Eigentlich kann man ja sagen, so schreibt die„ Deutsche Warte", daß die vielen und zum Teil willkürlich herausge griffenen Wählergruppen, denen man das Privilegium eines höheren Wahlrechts zugesteht, mit dem Geiste der preußischen Verfassung nicht sonderlich zusammenstimmen, denn ihr Artitel 4 besagt:„ Alle Preußen sind vor dem Gesetze gleich. Standesvorrechte finden nicht statt." Wenn Erfahrung und Bildung bevorzugt werden, so läßt sich allerdings theoretisch vieles dafür anführen. Aber es müßte sich dann doch in erster Reihe um politische Bildung und politische Reife handeln. Da wird man nun sinUneingeschränktes, lautes Lob verdient die prächtige, wirtungs- und effektvolle Inszenierung unter der Leitung Rudolf Golls; prächtig gestellt war das Schlußbild, das lebhaften Beifall erntete. Auch die von der Balletmeisterin Lina Oldini geschmackvoll arrangierten und von den fleißigen Ballet- Eleven exakt und grazios ausgeführten Tänze: Tanz der Fräsche ( im 2. Bilde), Tyrolienne( im 3. Bilde) und Tanz der Wickelkinder( im 5. Bilde) muß ich lobend erwähnen. Die Darsteller, die jeder an seinem Plaß das ihrige beitrugen zum Gelingen des komischen Elementes, einzeln aufzuführen, würde zu weitführen. Zu nennen wäre vor allem Fränzi Koch als Aschenbrödel, ebenso warm, innig und lieb im grauen Kittel als im Prinzessinnenschmuck. Gut gab auch Curt Goldberg den schwärmerischen, seufzenden Prinzen Wunderhold. Das lauteste Lachen entfesselte wohl Edgar Pauly mit seinem zipfelmüßigen, ewig unruhigen Baron v. Montecontecuculorum, dem wenig Herm. Nordens sächseln der König Kakadu nachstand. Erwähnen will ich noch Elly Gühne( Gräfin von Knitterfnatterschnatterhausen), Erna Güldener und Lore Scholz( ihre Töchter) und schließlich noch Ada Pauly ( Fee Walpurgis). Vielleicht nehme ich nächstens im Anschluß an diese Kindervorstellung Gelegenheit, einiges über Kinderspiele, im besonderen Weihnachtsspiele, nachzutragen oder auszuführen. Abends wurde zum zweiten Male Renaissance" wiederholt; wenn ich auch bei der ersten Besprechung betonte, daß ich das„ Lustspiel" als solches wenig hoch einschätze, so tann ich einen Besuch empfehlen einzig und allein der ausgezeichneten Aufführung wegen. Die Rolle des Vittorino, neben dem Pater( K. Vol c), die einzig interessante des Stückes, ward, auch heute, durch Gusti Ney zu einer wahrhaft prächtigen und künstlerisch abgerundeten Darstellung gebracht, die sich den reichsten Beifall nach jedem Afte sicherte. H. J. D. Der Fall Welshofen. Kriminalvoman von M. Kossak. 28) ( Nachdruck verboten.) Ihr war es so leicht, so wohl zumute, wie lange nicht. Bei dem starten Interesse, das sie für den Italiener hegte, freute sie sich aufrichtig, das es ihr vergönnt gewesen, etwas zu seiner Entlastung beitragen zu können. Denn sie hielt Lanzani nicht für schuldig, sie nicht. Sie hatte zwar mit eigenen Augen gesehen, daß er im blinden Jähzorn nahezu getötet, aber andererseits stand ihr auch sein schönes edles Gesicht vor Augen, das ihr von einer Seele sprach, die eines gemeinen Hinterlistigen Verbrechens unfähig war. den, daß gewisse Wählerkreise schwer zurückgesetzt werden, obwohl ihnen politische Bildung und Reise in weit höherem Maße zuzutrauen sind, als den anderen. Das sind z. B. alle berufsmäßigen Politiker: erstlich die Redakteure und Mitarbeiter von politischen Zeitungen; die Verleger solcher Zeitungen; die Versammlungsredner und Mitglieder politi scher Vereine 2c. Wir haben Tausende von Zeitungen und Zehntausende von Journalisten, von denen manche über politische Dinge im allgemeinen oft nicht schlechter unterrichtet sind, als die regierenden Minister. Weshalb sollen diese dem Leutnant oder Amtsvorsteher und dergleichen mehr nachgestellt werden, falls ihnen ein akademischer Grad fehlt? Weshalb soll ein Gelehrter, der sich durch bedeutende volkswirtschaftliche oder politische Schriften bekannt gemacht hat, nicht die häheren Rechte genießen, wenn er etwa zufällig nur an einer Universität des Auslandes studiert hat? Man sieht, in welche Schwierigkeiten man mit diesen Bestimmungen tommt, auch wenn man sich auf den Boden der Wähler- Vorrechte begibt, aber nur einigermaßen gerecht sein will. Und werden gebildete Kaufleute und Industrielle ohne höhere Zeugnisse nicht die gleichen Rechte für sich beanspruchen, wie sie die oft bei ihnen angestellten Offiziere a. D. erhalten? Jedenfalls geben uns die§§ 8-10 viel zu denken. Die geheime Stimmabgabe aber wird auch selbst von gemäßigten Parteien, wie Zentrum und Nationalliberale es sind, gefordert. Bisher erscheinen die Aussichten der Vorlage nicht gerade günstig. Jedenfalls wird sie starke Aenderungen erfahren. Parlamentarisches aus Hessen. Der Finanz ausschuß der zweiten Kammer hat am Dienstag in zwei längeren Sibungen am Vor- und Nachmittag seine Statsberatungen in Gegenwart der Herren Staatsminister Ewald, Finanzminister Gnauth, Minister Braun und der Geheimräte Best, Becker, sowie der Ministerialräte Lorbacher und Süffert ein bedeutendes Stück weiter ge- ördert, auch mit den Abstimmungen begonnen. Zunächst rechtfertigte und begründete der zu dieser Sitzung eingeladene Abg. Be st seinen Antrag auf Aufhe b- ung der Untererhebestellen, wobei er die Gesamtersparnisse auf 316 080 Mt.( und zwar 183 000 Mart für Fortfall der Hebgebühren, 34 080 Mt. Kosten der Kontrollbeamten, 17 000 Mt. Beitrag zur Fürsorgetasse, 35 000 Mark für Verzinsung einer Million Betriebskapital, 20 000 Mark für Porto- und Geldsendungen, 25 000 Mart für Verminderung der Schreibhilfekosten und 2000 Mt. für Formularien und Papierkosten) berechnete, während sich die Mehrkosten auf 136 877 Mt. ſtellen, sodaß ein Reinerspar nis von 179 203 Mt. erzielt werden würde. Geh. Rat Best wandte sich in längeren Ausführungen gegen diesen Antrag und seine Begründung. Er betonte besonders, daß die Steuern entschieden besser bezahlt werden würden, wenn die Zahlung durch die Untererheber überwacht würde, weil diese ja infolge der Hebgebühren einen direkten Vorteil an dem Eingang der Steuern hätten. Geheimrat Dr. Becker meint, daß eine Erhöhung der Gebühren vermieden werden könne, wenn der Gebührensatz entsprechend herabgesetzt werden würde; es könne aber auch die eine oder andere Bezirkstasse aufgehoben werden. Dem stimmt auch Abg. Brauer zu. Abg. Be st erklärt schließlich, daß er eventuell von seinem Antrag abstehen fönne, wenn einzelne Bezirkskassen eingehen sollten und die Herabminderung der Bezüge der Untererheber beschlossen würde.- Beim Etat der Forstverwaltung wurde beschlossen, für das Jahr 1911 eine Erhöhung des Holzgewinnes zu veranlassen und die Beiträge der Gemeinden zu den Besoldungen der Oberförster auf 50 Pfg. pro Heftar zu erhöhen, sodaß eine Mehreinnahme von 45 000 Mt. erzielt wirdi Von den verlangten 85 Oberförsterstellen wurden vom Ausschuß 7 auf den Inhaber bewilligt und der Regierung aufgegeben, eine neue Organisation der Bezirke in Vorschlag zu bringen. Bis dahin sollen die jetzigen 10 Forstassistentenstellen weiter bestehen bleiben. An den Tagegeldern der Oberförster wurden 3650 Mt. gestrichen; es soll auch nicht mehr von Tagegeldern, sondern von„ Dienstaufwand- EntAm Abend ging sie in die Kaiserhallen, um sich zu überzeugen, daß die Tarantellatänzerin Anita mit der ge feierten Anita Brusio, die des Grafen Welshofen erklärte Braut gewesen, identisch war. Sie erkannte die Italienerin auf den ersten Blick, denn sie hatte sich inzwischen nicht verändert, abgesehen davon, daß ihre Haltung vornehmer und ihr ganzes Wesen gehaltener und königlicher geworden war. *)(* Die le pter Beit beric wurde eine grö Hauteverwertung die Ergreifung *)(* Der feine Wirksamt niffen, weshalb feinen Bücherbe schädigung" gesprochen werden. Von den mit 26 500 Mt. angeforderten Kosten für Vogelschutz wurden 6500 Mt. gestrichen. Die Anforderung für die Weinbaudomänen wurde bewilligt, ebenso die für Bad Nauheim. Die Absicht, 50 000 Mart mehr, als die jährlichen 100 000 Mart an die Staatstasse abzuführen, wurde für dieses Jahr fallen gelassen, weil sonst die für 1910 geplanten Neubauten und die Schuldentilgung aus dem Erneuerungsfonds des Bades nicht bestritten werden könnten. Beim Kapitel„ Staatseisenb a hnen" war die Einnahme auf 12 000 000 Mart angesezt. Der Ausschuß beschloß jedoch, diese Einnahme um 650 000 Mt. höher einzustellen, wie sie auch der preußische Finanzminister als Anteil Hessens für 1910 berechnet hat. Beim Kapitel Dirette Steuern" erfolgte auch die Abstimmung über die" Untererhebestellen und es wurde beschlossen, dieselben weiter bestehen zu lassen, da das platte Land und namentlich ärmere Gegenden durch deren Aufhebung erheblich geschädigt werden würden. ftigung feiner Sache, hilft der breiten Bollsschi amftaltet der Afo Rezitationsabend Reinertrag der Tefung werden ten Freund und hoffen, daß die 3vedes recht zal -dh Ob ftLiebhaber im O und größerer G abends 8% Uhr mann aus Fri obftbau in Ha halten wird. befonderer Bede großen Garten& an Mauern von mit Erfolg Obft Obftbauverein? Bortrage ein. Beim Kapitel Landstände regte Abg. Dr. Osann an, bei den Druckfosten 9488 Mt. zu streichen.( Die Kosten für die zweite Kammer allein sind mit 99 488 Mt. angefordert.) Ueber diese Position soll zunächst noch das Kammerpräsidium befragt werden. Beim Kapitel„ Oberrech= nungskammer" wird beschlossen, zwei Oberrechmmgsräte, und einen Sekretär und Kanzlisten nur auf den Inhaber zu bewilligen. Ueber die ersten Kapitel des Ministeriums des Innern referierte Abg. Dr. Osann. Beim Kapitel ,, Ministerium" wurde der neuangeforderte 5. Hilfsarbeiter ( für die Zentralstelle für Säuglingspflege und Mutterschutz) gestrichen, ebenso bei den mit 27 000 Mt. angeforderten sachlichen Ausgaben 3000 Mtr Beim Kapitel„ Allgemeiner Fonds für Vertretungs- und Aushilfskosten", die mit 86 000 die Kosten im Zentralbauwesen für laufende Unterhaltung Mark angefordert waren, wurden 11 000 Mt. gestrichen und der Gebäude von 209 000 m. auf 203 000 Mt., wie im Vorjahr, festgesetzt, bei den nichtstaatlichen Bausachen ebenfalls die mehr angeforderten 1000 Mt. Weiter wurde beim Kapitel„ Bergbau" der Betrag von 2400 Mt. für einen neuen Martscheider gestrichen und der Oberbergratsgehalt auf den Inhaber bewilligt. Beim Kapitel„ Kunststraßenwesen" wurden von den angeforderten Gehalten für 18 Kreisbau- Inspektoren 8 nur auf den Inhaber bewilligt, um damit zu erreichen, daß die Regierung für das Hochbau und Tiefbauwesen eine Organisationsänderung vornimmt. Ferner wurde noch der Bauassistent von Erbach zum Straßenbau für den südlichen Odenwald auf den Inhaber gesetzt. Die Kapitel Zentralstelle für die Gewerbe, Gewerbeschulen 2c." bei denen besondere Neuforderungen nicht gemacht sind, wurden bewilligt. Aber was war das für ein Mensch, der da hinter ihr schlich und alle ihre Bewegungen verzerrt nachmachte? Auch den hatte sie doch gesehen. Diese magere, wie aus Gummi gemachte Gestalt, dies pergamentene, häßliche Gesicht, das gegenwärtig zwar mit einer dicken Kreideschicht bedeckt war, tonnte niemand, der dem Manne einmal begegnet war, jemals vergessen. Da war jeder Zweifel ausgeschlossen, daß dieser Clown, der sich auf dem Programm Long- Bell nannte, derselbe Mann war, den Lanzani da= mals in Neapel in toller Eifersucht niedergestochen hatte. Wie ein Wirbelwind schoß ihr ein ganzes Heer wirrer! Vermutungen durch den Kopf. Mit der echt weiblichen Neigung, für einen Menschen, der ihr sympatisch war, lei denschaftlich Partei zu nehmen und einen anderen, der ihr mißfiel, das Schlimmste zuzutrauen, faßte sie sosort Miß trauen gegen den Clown. Worauf es sich gründete, hätte sie nimmermehr sagen fönnen, ihr genügte, daß er widerwärtig häßlich, und Felir Olfers- Lanzanis Feind war, um ihm in dem Worddrama des Grasen Welshofens die Rolle des Verbrechers zuzuteilen. Sie erwog nicht, was ihn dazu hätte bewegen tönnen, den Grasen zu ermorden, aber doch hielt sie ihn für schuldig. Manche Leute sprechen in solchem Falle von dem Instinit des ungeschulten und unbefangenen Geistes, der in seiner Einfalt sieht, was dem Sinn der geschulten Verständigen verborgen bleibt und es mag ja auch vielleicht etwas Wahres an dieser Theorie sein. An diesem Abend hatte eine Verschiebung des Repertoires stattgefunden, derart, daß Fridas beide Nummern in eine verschmolzen, erst gegen Ende der Vorstellung, be= trächtlich später als Anita Brusios, tamen. Natürlich wußte Paula, daß dies findliche Geschöpf, das so ganz und gar nicht einer Artistin glich, Offers Braut war, aber seit sie Kenntnis davon hatte, daß der angeklagte Offers ihr italienischer Lehrer war, besaß das Mädchen erst Interesse für sie. Vom ersten Augenblick an faßte sie eine lebhafte Sympathie für das junge Ding, das, seine Geige im Arm, mit so todestraurigen Augen ins Publifum starrte.- Augen, die doch nichts zu sehen schienen, als vielleicht nur etwas, das niemand sonst sah. Genau so wie auf Brümmel machte es einen widerwärtigen, sie empörenden Eindruck auf sie, daß die dürre Clownsgestalt mit dem fraßenhaften Gesicht alle Bewegungen des holden Geschöpfes nachahmte und beständig mit den knöchernen Armen den zarten Körper berührte.„ Armes Ding, was mag sie leiden!" dachte die | Beim I u st i zetat wurde ein Antrag des Abgeordneten Ulrich auf Strich von 25 Amtsrichtern resp. Bewilligung nur auf den Inhaber abgelehnt, und dabei von der Regierung auf die Konsequenz hingewiesen, daß dann auch 25 Gerichtsschreiber auf den Inhaber gesetzt werden müßten. Die gemeinschaftliche Sibung der Finanz aus= schüsse beider Ständekammern ist auf Dienstag, 15. Fe bruar, nachmittags anberaumt worden. Lokales. Gießen, den 10. Februar 1910. ** Ernannt wurde der Attache Dr. jur von Schön, der Sohn des Staatssekretärs von Schön, zum Hofjunter. ** Befördert wurde Lehrer Stroh in Gambach zum Leutnant der Reserve des 2. Kgl. Bayr. JägerBataillons in Aschaffenburg. *)(* Von der Universität. Die venia legendi wurde erteilt dem Oberlehrer am Gymnasium Lic. theol. Dr. phil. Freiherrn von Gall für das Fach des Alten Testaments und dem Assistenzarzt an der chirurgischen Klinik Dr. Thies für das Fach der Chirurgie. tt Stadttheater. Auf zahlreiche Anfragen sei mitgeteilt, daß am nächsten Sonntag zum 10. Male„ Der fidele Bauer" und abends„ Romeo und Julia" gegeben werden. Für Dienstag, den 15. Februar, ist die Premiere von Sudermanns„ Strandfindern" angesetzt. junge Frau.„ Könnte ich ihr doch helfen!" Es war ihr förmlich wie eine Erlösung, als die Nummer zu Ende war und die beiden verschwanden. Am nächsten Vormittag um die Visitenstunde meldete Paulas Zimmerfrau ihr einen Herrn. „ Hat er Ihnen nicht seinen Namen genannt?" fragte die junge Frau. „ Nein, er will ihn der gnädigen Frau selbst nennen, aber er läßt die gnädige Frau bitten, ihn nicht abzuweisen, da er in einer wichtigen Angelegenheit kommt." Paula bedachte sich eine Minute lang, entschied dann aber, den Besucher anzunehmen. sich Dieser war ein unansehnlicher, schmächtiger Mann mit ausdruckslosen Zügen, der sich höflich vor Paula verneigte. „ Die gnädige Frau mögen verzeihen, daß ich Sie store, aber wie ich glaube liegt die Sache, die mich zu ihnen führt, Ihnen ebenfalls am Herzen", begann er.„ Vorerst aber möge die gnädige Frau gestatten, daß ich mich vorstelle Brümmel, Detektiv. Ich komme" fügte er rasch hinzu, da er Paulas Erstaunen bemerkte ,, wegen des Rezitators Olfers, der des Mordes, begangen an dem Grasen Welshofen, angeklagt ist. Wie ich inzwischen erfahren, hat die gnädige Frau dem Untersuchungsrichter Doktor Heilmann wichtige Eröffnungen bezüglich Ölfers gemacht. Mir ist der Inhalt derselben wohlbekannt und ich möchte, um jedes Mißtrauen der gnädigen Frau mir gegenüber zu beschwichtigen, bemerken, daß ich meinerseits den Angeklagten auch für unschuldig halte." „ Und womit kann ich Ihnen dienen?" erfundigte sich Paula, nachdem sie den Detektiv eingeladen, Platz zu nehmen. „ Ich möchte die gnädige Frau um einen Dienst bitten. Könnten Sie sich entschließen, die junge Frieda Sasse, Olfers Braut, zu besuchen?" Paula war betroffen. Sie hatte seit dem gestrigen Abend so viel und mit so herzlicher Teilnahme an das unglückliche Kind gedacht, daß Brümmels Anliegen ihr in diesem Augenblick fast wie ein Wint des Himmels vorkam. " Ich soll das Mädchen besuchen?" fragte sie.„ Aber zu welchem Zweck?" " Ich meine, daß von der Kleinen doch etwas über Olfers Vergangenheit zu erfahren sein müßte. Wer kann wissen, ob sie nicht im Besitz eines für die Aufklärung der Sache wichtigen Geheimnisses ist, ohne selbst eine Ahnung davon zu haben! Ich setze voraus, daß die gnädige Frau sich genügend für Olfers interessieren, um zu seiner Entlastung beitragen zu wollen?" „ Wenn es in meiner Macht liegt, einem Unschuldigen zu seiner Freiheit zu verhelfen, ihn von einem falschen Verdacht zu befreien, so werde ich das natürlich in jedem Falle tun", entgegnete die junge Frau fühl. ( Fortsetzung folgt.) Tidh. Aus * Aus trizitätswertes folgen, da der gewärtigende bei Jnheiden ab Medizin. und te Chemisch Begründet 1883. Plein- und Grof Heute fändet in den Konzert d statt. Gro 5- lägiges G wild eingega Tiger Saftspiel O des men Sie an e dadurch Kopfich Mager ein gan lich, vo außeror der fah Es Ma Pat Dr. Schäffer& Co., Berlin 44, Friedrichstr. 243.1 ge ourde 000 nats jen, chul t be jen an Te um Bijche hat. mm urde ba burch ann often ange tam rech räte, haber dez pitel Deiter chutz) jach einer 6 000 und ( tung e im ebenbeim euen f den wurIn... 30 Lief 2C." erner nbau Die find, ordBe bon dann erden 13= Fe *)(* Diebstahl. Auf dem Schlachthof sind in letzter Zeit verschiedene Diebstähle vorgekommen und zwar wurde eine größere Anzahl von Häuten entwendet. Die häuteverwertungsgenossenschaft hat eine größere Summe auf bie Ergreifung des Täters ausgesetzt. *)(* Der Gießener Lese halleverein entfaltet seine Wirksamkeit unter recht schwierigen äußeren Verhält nissen, weshalb er jederzett dringend der Hilfe bedarf, um feinen Bücherbestand ergänzen zu tönnen. Wer zur Unterfügung seiner Bestrebungen beiträgt, der fördert eine gute Sache, hilft der gesellschaftlichen Bertlüftung steuern und den Nun ver= breiten Volksschichten edle Genüsse vermitteln. anstaltet der Alademische Dürerbund am 17. Februar einen Rezitationsabend von Frau A. Bering( Locarno), dessen Reinertrag der Lesehalle zugute kommen soll. Zur Vorlesung werden Werte von Heinrich von Stein, dem bekann ten Freund und Schüler Richard Wagners gelangen. Wir hoffen, daß die Veranstaltung wegen ihres gemeinnüßigen Zweckes recht zahlreich besucht wird. -dh Ob st und Gartenbau. Es dürfte für die Liebhaber im Obst- und Gartenbau, für die Besizer fleiner und größerer Gärten von Interesse sein, daß am Samstag, abends 8½ Uhr, im Saale des Cafe Ebel Herr Dr. Hoffmann aus Friedberg i. H. einen Vortrag über Zwergobstbau in Hausgärten und Spalierobstbau an Mauern" halten wird. Dieses Thema dürfte gerade für Gießen von besonderer Bedeutung sein, da nicht jedermann einen so großen Garten bestzt, um Hochstämme 2c. zu ziehen. Auch an Mauern von Häusern, die an Höfen 2c. liegen, läßt sich mit Erfolg Obst ziehen. Die Ortsgruppe des Oberhessischen Obstbauvereins Gießen ladet jeden Liebhaber zu diesem Vortrage ein. Der Zutritt zu dem Vortrag ist unentgelt10. von zum Bamigerles Lic. des chen n sei " Der Jeben Pre lich. Aus Hessen und Nachbargebiet. Aus Oberhessen. Die Ausführung des Elektrizitätswertes zu Lißberg wird vorerst noch nicht erfolgen, da der Provinziallandtag zunächst die für 1913 zu gewärtigende Fertigstellung des Frankfurter Wasserwerts bei Jnheiden abwarten will. Medizin. und techn. Drogen, Chemikalien, Materialwaren, Chemische Spezialitäten eigener Fabrikation. ihr war ( dete ragte inen, eisen, fich mit igte. öre, hnen orerst Otto Schaaf, Gießen, Seltersweg 39. Fernspr. Nr. 45. Gegründet 1883. Klein- und Großhandel. Auskunft über chem. technische Fragen. vor rasch des Gra ren, Heil Mir u be agten * Dantadresse an den Großherzog. Der Großherzog hat anläßlich seines 25tährigen Militär- Jubiläums im letzten Sommer sämtliche Unteroffiziere der LeibKompagnie des Inf.- Regts. Nr. 115, die während seiner Dienstzeit in der Kompagnie dieser angehörten, zu einer fleinen Feierlichkeit in Darmstadt eingeladen. Vergangene Woche überreichten nun die ehemaligen Unteroffiziere der Großh. Leib- Kompagnie in einer Audienz dem Großherzog aus Dankbarkeit für den schönen Tag im Sommer Dantadresse in Form eines tünstlerischen Albums, das die 15 Photographien der Unteroffiziere enthält. eine * Großen Buseck. Die Bürgermeisterwahl ergab die Wiederwahl des Bürgermeisters Schwalb, der nunmehr schon 9 Jahre als solcher tätig ist. Schli. Graf von Schlitz gen. von Görß begeht in diesem Jahre die 25jährige Feier als Inhaber der Standesherrschaft Schlitz. * Aus dem Vogelsberg, 7. Febr. In Nieder- Seemen er hängte sich der Bürgermeister and- mann, weil er wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung angezeigt war. * Wetlar. Die Stadtverordneten haben die Errichtung eines Elektrizitätswerkes bei Strombezug von den Buderus'schen Eisenwerken beschlossen. Knorr's Suppen Fix und fertig- 3 Teller 10 Pfg. Knorr- Sos Jeder Umschlag würzt famos Suppen, Saucen, Gemüse, Fleischspeisen etc. gilt als Gutschein Für unsere Küche Kolosseum Gießen. Heute Donnerstag, den 10. 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Man wird auf die reine Ohmbachtalbahn wieder zurückkommen und den Anschluß von Groß- Felda fallen lassen. Die Bahn wird von Mücke über Kirschgarten, Wettsaasen, Ruppertenrod, Ober- Ohmen, Unter- und Ober- Seibertenrod nach UIrichstein führen. Vermischtes. !!! Graf Haeseler und der gewissenhafte Wachtposten. Generalfeldmarschall Graf Haeseler übersandte dieser Tage dem Musketier Gottschalk von der 6. Kompagnie des Infanterie- Regiments Nr. 130 in Meß, der ihm am 1. Oktober v. Js. den Eintritt in die Feste Graf Haeseler verweigerte, weil der Generalfeldmarschall keine Eintrittstarte bei sich führte, sein Bildnis mit der eigenhändigen Unterschrift:„ Treu steh und fest" und" Zur Erinnerung an meinen Besuch am 1. Oktober 1909." Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Kopfschmerzen- Rückenschmerzen sind Zeichen von Verdauungsstörung und unregelmäßiger Stuhlbeförderung, und ist bei solchem Zustande Dr. Wegner's Thee das einfachste und sicherste Mittel. Von Tausenden erprobt. 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Chöre a capella: a) Steht ein Haselstrauch an unserem Wiesenhang. b) Der Frühling naht mit Brausen Fr. Schubert J. S. Bach Fr. Hegar R. Strauss } Volkslieder Fr. Schubert A. d'Ambrosio 0 Betten u. B Polsterwaren kaufen Sie billig und E L R gut bei Aug. Ossmann, Seltersweg 89. Telephon Nr. 733. iftel -Waschmaschine ist die Beste! Probe- Maschine auf unsch bei: J. B. Häuser, P. de Sarasate Neustadt 56. Rodheimer Str. 42. L. Geller F. Mendelssohn- Bartholdy. Zeitungsträgerinnen Eintrittskarten zu M. 2.-( Sperrsitz M. 2.50), Studentenkarten M. 1.-, Schülerkarten M. 0.50 sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier( Rudolph's Nachfolger), so- sofort gesucht wie abends an der Kasse. für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Ritter zu haben. Giessener Zeitung. ++ Asthmaleidende-|- werden in threm eigenen Interesse um Mitteilung ihrer Adress gebeten. 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