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Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen Lokales und Provinzielles. ** Der Großherzog empfing am letzten Samstag den Erbprinzen Ferdinand zu Vsenburg- Büdingen- Wäch= tersbach, den Direktor der Augustinerschule Ritsert von Friedberg, den Postdirektor Schäfer von Gießen, den Kanzleirat Jäger von Gießen und den Kanzleirat Schiffnie von Gießen. * Wie bestimmt verlautet, hat die Mehrheit der zweiten hessischen Ständekammer( Nationalliberale, Zentrum u. Bauernbund) unter Ausschluß der Freisinnigen und Sozialdemokraten eine geheime Abmachung bezüglich der im Januar in der Kammer zur Beratung kommenden Wah I= freiseinteilung getroffen. Der Wahlkreistompromiß soll auf Wahrung des seitherigen Besit standes der drei genannten Parteien basieren. ** Der Landesausschuß der freisinnigen Partei des Großherzogtums Hessen hält in der zweiten Hälfte des Januar, voraussichtlich in Frankfurt a. M., eine P I e- narversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht eine Stellungnahme der hessischen Linksliberalen zu den neusten Wahlrechtsbeschlüssen der Zweiten Kammer und zur Wahlkreiseinteilung. ** Der gesamte Vorstand der nationalliberalen Wahlkreisorganisation MainzOppenheim hat in einem Protestschreiben an die nationalliberale Kammerfraktion die schwächliche Haltung der Fraktion in der Wahlrechtsvorlage scharf verurteilt. Eine ant Mittwoch- Abend in Weisena u abgehaltene national liberale Versammlung sprach der nationalliberalen Kammerfraktion ein Mißtrauensvotum aus. Die Verjammlung faßte eine Resolution gegen das Pluralivahlrecht und beschloß ferner, die sofortige Veröffentlichung der laut Pressenachrichten noch in der Schwebe befindlichen, angeblich von bauernbündlerisch- nationalliberater Seite ausgearbeiteten„ Kompromiß- Wahltreiseinteilung" zu verlangen und gegen das Verhalten der nationalliberalen Fraktion, das mit den liberalen Anschauungen unvereinbar sei, zu protestieren". Eine Protestandgebung der Nationalliberalen des Reichstagswahlkreises Mainz- Oppenheim soll demnächst in einer großen Versammlung in Mainz gegen das Plural= wahlrecht veranstaltet werden. !!! Hessische Stromarbeiten. Für laufende Unterhaltung der Flußbauwerfe und Dämme in Hessen sind im neuen Budget 1910 198 400 Mart vorgesehen. Außerdem sind eingestellt für Regulierungs- und Stromräum- ungsarbeiten auf der Rheinstrecke zwischen Mainz und Bingen 12 000 Mt. für Erbauung von Zwischenbühnen zwischen Worms und Mainz, Beschaffung von Knappnachen 2c. 10 500 Mart, für Sicherung des linken Rheinusers bei Worms 4700 Mart, Verbesserung des Fahrwassers bei Nacfenheim 5500 Mt., Ausstellung eines Signalmastes bei Offenbach 1800 Mart. !! Die Post spart! Die Aussichten in der Postlaufbahn werden sich für die auf Anstellung Reflettierenden im nächsten Jahre ungünstig gestalten. Um Ersparnisse in dem enorm angewachsenen Besoldungsetat zu erzielen, plant die Postverwaltung eine Personal- reform, die Hand in Hand mit einer Vereinfachung des Betriebes in der Weise durchgeführt werden soll, daß alle Dienstgeschäfte einfacherer und mechanischerer Art billigeren Arbeitsträften zugeteilt werden sollen, während andererseits die Anforderungen und Befugnisse an Beamte erhöht werden. Neueinstellungen von Personen werden im nächsten Jahre nur in ganz beschränktem Maße erfolgen, wenn man nicht gar auf eine Sperrung der gesamten Laufbahn zurückkommen sollte. der ** Prüfungsstatistit. Auf Anregung Großh. Zentralstelle für die Landesstatistik ist die Herstellung einer fortlaufenden Prüfungsstatistik beschlossen worden. Demzufolge werden di! staatlichen Prüfungskommissionen die Prüfungsergebnisse an die genannte Behörde jeweilig einsenden, die für eine möglichst einheitliche Bearbeitung und Veröffentlichung Sorge tragen wird. Es sollen hauptsächlich folgende Angaben erhoben werden: Zahl der Kandidaten, die sich der Prüfung unterzogen haben, Zahl der Kandidaten, die die Prüfung bestanden haben, die Prüfungsnoten, Lebensalter, Konfession, Staatsangehörigkeit, Vorbildung der Kandidaten 2c. *)(* Gießen. Am Samstag erlitt der Betrieb der Straßenbahn in den ersten Abendstunden eine Unterbrech ung von 20 Minuten, welche aber nur zu dem Verlöschen der Straßenlampen führte, dagegen auf die Hausleitung feinen Einfluß hatte. Der gleiche Fall fehrte in den Morgenstunden des nächsten Tages wieder. Eine sofort von der Straßenbahnverwaltung vorgenommene Prüfung der Wagen und Leitung führte zu feinem Ergebnis. * Gießen, 10. Jan. An dem morgigen Tage sindet die Generalversammlung der beiden Abteilungen der Oberh. Gesellschaft für Natur- und Heilkunde im großen Hörsaale des physikalischen Institutes statt. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles wird Prof. Dr. Sommer einen Vortrag über„ Schiller als Mediziner" halten. -ti Gießen.( Stadttheater.) Wegen Erfrankung von Fri. Koch wird in der morgigen Dienstag- Abonnementsvorstellung von„ Romeo und Julia" Frl. Reubfe vom Frankfurter Schauspielhaus die Julia" spielen. Das Gastspiel ist um so interessanter, als Frl. Reubke, die vom Münchener Hostheater fam, bei ihrem Probegastspiel in Frankfurt als Julia s. 3. einen großen Erfolg errang. Der Krankheitsfall macht auch weitere Repertoiränderungen nötig. So wird zunächst am Mittwoch statt„ Flottenmanöver" der lustige Schwant„ Der selige Toupinel" gegeben werden. * Allendorf a. d. Lahn. Ein schweres Unglück hat die Familie des Schäfers Hofmann von hier betroffen. Der 18jährige Sohn stürzte vor einigen Tagen in KleinLinden in einem Neubau von der Leiter. Trotzdem arbeitete er noch einige Tage als Maurer. Aber er hatte sich bei dem Sturz innere Verlegungen zugezogen, an denen er jetzt gestorben ist. * Bad Nauheim. Das Elisabethenhaus ( Kinderhospital) hat im vergangene Jahre 830 Kinder als Kurgäste verpflegt, kann aber in diesem Jahr weit mehr ausnehmen, da im Hochsommer der schöne, allen hygienischen Anforderungen der Neuzeit entsprechende Neubau bezogen wurde, der mit 200 Betten belegt werden kann. Die höchste Zahl der zu einer Kurperiode anwesenden Kinder betrug 198. * Friedberg, 6. Jan. Im Verein für ländliche Heimatpflege, Wohlfahrt und Kunstpflege sprach Pfarrer Schulte Großen Linden, welcher selbst 200 Volkslieder gesammelt hat, über„ Das oberhessische Volt 3- lied, seine Feinde und Freunde" vor zahl= reicher Versammlung. Feindlich, so führte der Redner sehr eingehend aus, habe im Mittelalter die Kirche, welche den levensfrisch hervorquellenden Volkston durch Edilte zu unterdrücken sucht, dem Volkslied, aus dem die größten Komponisten aller Zeiten ihre Ideen geschöpft hätten, gegenüber gestanden. Auch jetzt tönne man ähnliches noch beobachten, wie die„ methodistische Bewegung" im Vogelsberg, welche Abkehr von der Welt verlange, zeige. Feindlich gegen das Volkslied sei auch der Geist unserer modernen Zeit und die Landslucht. Eine große Anzah. hübscher Voltslieder, emsig gesammelt von Lehrer Heinrich Weber in Storndorf, musillatisch zart melodiös von Prof. Dr. Karl Schmidt Ferarbeitet und von Fräulein Thea Fe y= Friedberg mit quellfrischer Stimme prächtig vorgetragen, riefen wiederholt lebhaften Beisall hervor. * Darmstadt. Staatssekretär Freiherr v. Schoen, der früher Offizier im hiesigen Leib- Dragoner- Regiment war, hat an dem 50jährigen Stiftungsfest des Regiments teilgenommen. * Darmstadt. Die Festlichkeiten zur Feier des 50jähr. Jubiläums des Leib Dragoner Regi= ments haben am letzten Mittwoch in der Form von Reiterspielen ihren Ansang genommen. Freitag nachmittag wurden sie in Gegenwart der Großherzoglichen Herrschaften wiederholt. Aus Anlaß des Regiments Ju Stard biläums hat der Major a. D. C. Freiherr von eine Offizierstammliste des Regiments seit seiner Errichtung nebst einem Rückblick auf die seit dem 1. Januar 1860 verflossenen 50 Jahre herausgegeben. Sonntag nachmittag 12 Uhr fand auf dem Infanterie- Grerzierplatz ein Regi ments appell statt, an dem 4000 derzeitige und ehemalige Angehörige des Regiments teilnahmen. * Darmstadt, 8. Jan. Geh. Obermedizinalrat Dr. Neidhart feierte gestern sein 50jähriges Doktorjubiläum. In feierlichen Ansprachen wurden dem Jubilar die Glück- wünsche der Ministerialabteilung für öffentliche Gesundheitspflege und des Vereins hessischer Medizinalbeamten überbracht. Die medizinische Fakultät der Landes- Uni versität ließ ihm die Urkunde über das erneute Doktordiplom, in dem seiner Verdienste in gebührender Weise gedacht wurde, überreichen. * Mainz, 8. Jan. Die Stadtverwaltung von Mainz plant die Errichtung einer st än digen Ausstellungshalle und hat bereits gestern zu diesem Zweck mit den Vorständen der hiesigen Innung und sonstigen Gewerbetrei benden Verhandlungen gepflogen, welche zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben. * Mainz, 7. Jan. Gestern Abend wurde einer Frau auf dem neuen Postamt ein Geldbetrag von 750 Mt. von dem Meßgermeister Dingeldeyn aus Gustavsburg geraubt. Er wurde verhaftet. * Mainz, 7. Jan. Mit dem 1. April sollen die Beamten des Polizeiamtes durch eine Polizeiafsistentin vermehrt werden, wozu Frau Dr. Schapiro von Genf in Aussicht genommen ist. * Hachenburg, 7. Jan. Im Alter von 92 Jahren starb hier die Witwe von Josef Hangar d, dem Dichter des bekannten Westerwaldliedes:„ Es liegt ein Wald im Westen". * Aus Kurhessen. Eine Diebesgeschichte, die der Komik nicht entbehrt, wird aus Lenderscheid berichtet. In der nur im Sommer bewohnten Villa der Familie v. Baumbach hatten sich während der verflossenen Feiertage mehrere Land streicher aufgehalten. Als eines Morgens die mit der Aufsicht betraute Frau das Haus betrat, bot sich ihr ein überraschender Anblick dar. die Betten waren verwühlt, in der Küche brannte noch Feuer, auch Reste einer Mahlzeit, Huhn mit Reis, fanden sich vor. Man benachrichtigte den Ortsvorstand, der an einem der nächsten Abende in Begleitung einiger handsester Einwohner in dem Augenblick erschien, als einer der Landstreicher mit einem Arm voll Weinflaschen aus dem Keller stieg. Die biederen Ortsbewohner waren aber über diese Frechheit so verblüfft, daß der Strolch Zeit gewann, nebst seinen Kumpanen zu entwischen! Und das ist das Lustigste an der ganzen Sache. * Frankfurt. Keine Steuererhöhung. Der Finanzausschuß der Stadtverordneten- Versammlung hat sich in mehrstündigen Sibungen am Donnerstag und Freitag in eingehender Weise mit dem Etat für 1910 beschäf= tigt, dessen Fehlbetrag von 5 100 000 Mark durch die fernere Erhebung des gegenwärtigen Steuersabes von 138 Proz. und durch Abstriche an dem Etat der Bauverwaltung gedeckt werden soll. * Geisa, 1. Jan. Eine große Ueberraschung wurde dem Müllermeister Robert Kling in Geismar bei einem Schlachtfeste zu teil, als der Schlächter beim Zerlegen eines Rindes in dessen Magen einen Kinderschuh vorsand. * Kassel. Die Stadtverordneten bestimmten die der Stadt zugefallene Schenfung des Generaldirektors Dr. L. Mond in London im Betrage von 400 000 Mt. zur Errichtung eines Genesungsheims für Arme.- Die Erhöh ung der Beamten und Lehrergehälter, hierzu sind 500 000 Mark mehr notwendig, und die Aufhebung der Oftroigebühren am 1. April bringen einen Ausfall von gleichfalls 500 000 Mart, sodaß die Stadt genötigt ist, die Einiom men-, Grund- und Gebäudesteuer zu erhöhen und. weiterhin die Wertzuwachssteuer einzuführen. * Appell der Feldzugskamera den von 1870 71. Die 40jährige Wiederkehr der Tage von 187071 soll in diesem Jahre in Kassel festlich begangen werden. An dieser Feier, welche vornehmlich in einem Kommers oder in einer Vorstellung im Königlichen Hostheater am Vorabend des Tages, am Festtage selbst in einem Zuge durch einzelne Straßen der Stadt nach dem Friedrichsplaye, einem Feldgottesdienst auf diesem und in einem daran anschließenden Appell, in gemeinschaftlichen Festessen in verschiedenen Lokalitäten usw. bestehen soll, können alle diejenigen Feldzugskameraden teunehmen, welche sich im Besitze der Kriegsdenkmünze von 1870-71- ob von Stahl oder aus Geschützbronze befinden und im Regierungsbezirk Kassel wohnen, sowie solche, welche in hessischen Regimentern den Feldzug mitgemacht haben. Als Zeitpunkt für die Feier ist der Monat August in Aussicht genommen. Da um diese Zeit der Kaiser auf Wilhelmshöhe anwesend sein wird, wird beabsichtigt, ihn zu bitten, den Appell der Kriegsveteranen abzuhalten. * Fulda, 7. Jan. Vertreter der an dem Bahnbauprojekt nach dem Vogelsberg beteiligten 14 Gemeinden hielten in Hosenfeld eine Besprechung ab, um über die Ausbringung der Grunderwerbskosten zu be raten. Landrat Springorum teilte mit, daß die Grunderwerbskosten bei 60 Morgen etwa 40 000 Mark betragen würden. Ein Versammlungsteilnehmer, Pfarrer Fürst, gab unter großem Beifall bekannt, daß Reichstagsabgeordneter Müller- Fulda sich der Vogelsberger Einwohnerschaft durch Tragung eines Sechstels der Grunderwerbstosten an nehmen wolle. Die Gemeinden sind bereit, die auf ihren Anteil fallenden Kosten des Grunderwerbes zu tragen, sodaß die Verwirklichung des Projekes nahe gerückt ist. Literarisches. ,, Naturgemäße Lebensweise"! heißt der Weckruf, der in der neuen Zeit immer wieder erschallt. Während ihn aber bisher die Gesundheitslehrer mit mehr oder weniger Erfolg erhoben, drängt nun die Verteuerung aller Lebensbedürfnisse ganz von selbst dazu, dieser Mahnung etwas mehr Gehör zu schenken. Es ist auch kein Schaden, wenn wir es tun, denn je einfacher man lebt, je weniger man seine Nerven durch Reizmittel abstumpft, desto frischer und aufnahmefähiger bleiben Körper und Geist. Diese einfache Wahrheit hat in den weitesten Kreisen des Publikums bewußt und unbewußt Aufnahme gefunden. Daher ist es auch zu erklären, daß z. B. der bekannte Kathreiners Malztaffee bei hoch und nieder sich so viele Freunde erwarb. Dieses gesunde Getränk hat die seltene Doppeleigenschaft, daß es anregend und aromatisch, dabei aber nicht im mindesten nachteilig auf den Organismus wirkt. In den gegenwärtigen teuren Zeiten kommt aber, wie gesagt, nicht nur die gesundheitliche Seite, sondern auch der Geldbeutelstandpunkt in Frage, und was den betrifft, so wird jede rechnende Hausfrau bald erkennen, daß sie mit Kathreiners Malzkaffee sehr gut fährt. m eigenen Hause nicht teurer als zur Miete". Wer möchte wohl nicht mit seiner Familie ein nettes Häuschen mit Garten, eine kleine Villa, bewohnen und glaubt, es wäre für seine Verhältnisse unmöglich. Jede Familie ist in der Lage, je nach Größe und Ansprüchen für jährlich 300, 400, 600 Mart oder mehr im Eigenhause zu wohnen, denn ein Fachmann, der Königl. Bauinspektor F. Flur hat in seinem Buche unter obigem Titel, das zum Preise von Mt. 1.-( Porto 10 Pfg.) in der Westdeutschen Verlagsgesellschaft, Wiesbaden erschienen ist, diesen Nachweis an Hand vieler Hausbeispiele geführt. Die 50 Abbildungen und die flaren überzeugenden Ausführungen dieses billigen Buches werden sicher manche Fa milie veranlassen können, dem baldigen Erwerb eines Eigenheims mit Garten näher zu treten. Redaktion, Drud und Verlag von Albin Klein. Gießen ASTHMA Engbrüstigkeit- Beklemmung Sofortige Linderung mit permanentem Erfolg durch Dr. Elswirth's Astmol- Asthma- Pulver von viel.Aerztenu.Gebeilten begutachtet. werden durch die Engel- Apotheke, Frankfurt a. M., Gr. Friedbergerstrasse, versendet. Preis der grossen Blechdosen Mk. 2.50. In Apotheken erhältlich, Gratis- Proben Deutschlands erster Admiral. ift. Ebenso steht die Vorlage eines Gesezes über die Regelung der Rechtsverhältnisse der Kolonialbeamten bevor. Eine neue Reichstagserfahwahl. Der polnische Reichstagsabgeordnete v. Chrzanowski, der Vertreter des Wahl= freises Posen- Stadt, hat, polnischen Blättern zufolge, sein Mandat endgültig niedergelegt. Der Wahlkreis ist sicherer polnischer Besitz. Ansiedelung deutscher Frauen in den Schutzgebieten. Durch die Presse ist jüngst die Mitteilung gegangen, daß das Reichskolonialamt die Ansiedlung deutscher Frauen in den Schutzgebieten durch die Gewährung von Reisebeihilfen unterstütze. Die Nachricht ist der„ Neuen pol. Korr." zufolge unzutreffend, da die Kolonialverwaltung Unterstübungen an Privatpersonen nicht gibt. Der Konflikt im Elsaß. Aus Anlaß des Konfliktes zwischen der elsässischen Regierung und den Bischöfen von Straßburg und Metz hat der Weihbischof von Straßburg, Freihere Zorn von Bulach, ein Bruder des Staatssekre= tärs, nebst dem Generalvikar und den Mitgliedern des Domkapitels dem Bischof Frißen eine Zustimmungsadresse überreicht, in der sie dem Bischof ihren tiefgefühltesten Dank aussprechen für die ebenso maßvolle als entschiedene Weise, in der er gegenüber dem Staatssekretär die Rechte der Kirche gewahrt habe, die dem Hirten und Lehramt des Bischofs zukommen. Die Unterzeichner der Adresse erachten es für ihre Ehrenpflicht, dem Bischof zu versichern, daß sie feine Ansicht voll und ganz teilen und daß sie ihm in unwandelbarer Liebe und Treue ergeben seien. Theodor Roosevelts Reise nach Berlin. Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika Theodor Roosevelt wird, wie die„ N. G. C." aus gut unterrichteten diplomatischen Kreisen hört, gegen Ende des Monats April nach Berlin, kommen. Man nimmt an, daß er am 28. April in Berlin eintreffen wird. Die Dauer seines Aufenthaltes in der Hauptstadt des Deutschen Reiches ist auf drei Tage berechnet. An diesem Sonntag, den 9. Januar, sind 50 Jahre verflossen, daß Deutschlands erster Admiral, Karl Rudolf Bromme, genannt Brommy, die Augen für immer schloß. Er war am 10. September 1804 in Anger bei Leipzig geboren und ging mit 13 Jahren aus Liebe zur See nach Hamburg, wo er auf der Navigationsschule seinen nautischen Unterricht empfing, um dann auf Handelsschiffen unter amerikanischer Flagge seine Laufbahn zu beginnen. Nachdem er fast alle Meere durchfahren hatte, nahm er 1827 als Leutnant an den griechischen Freiheitstämpfen gegen die Türken teil, und als Prinz Otto von Bahern als erster König der Hellenen den Thron bestiegen hatte, trat Brommy ganz zur griechischen Marine über, der er als Fregattenfapitän und Lehrer an der Marineschule im Piräus angehörte. Nach dem Kriege wurde er auch ins Marineministerium berufen, wo er an der Verbesserung und Vervollkommnung der griechischen Seemacht den tätigsten Anteil nahm. Im Sturmjahre 1848 erregte er großes Aussehen durch sein Buch„ Die Marine", das Jahrzehnte hindurch für das beste seemännische Werk galt und das bis in die jüngste Zeit mehrere Neubearbeitungen erlebt hat. Dieser hervorragenden Arbeit verdankte er es auch, daß man ihm in seiner Heimat einen seiner Fähigfeiten würdigen Posten anvertraute: er wurde in die technische Abteilung der deutschen Nationalversammlung berufen, die in Frankfurt am Main zusammengetreten war und die vorbereitenden Arbeiten für den Bau von Kriegsschiffen begonnen hatte. Man war allmählich zur Einficht gekommen, daß auch Deutschland einer Flotte bedürfe, war es doch das einzige Land von Bedeutung, das solltommen ohnmächtig zur See war und dessen HandelsSchiffe schußlos fremder Willkür preisgegeben waren. So wurden denn von der Nationalversammlung unverzüglich 6 Millionen Taler zur Gründung einer Kriegsflotte be= willigt, und Brommy wurde als Reichskommissar der Marine nach Bremerhaven geschickt, um die Bildung der deutschen Seemacht und zugleich die Errichtung eines Marinearsenals zu übernehmen. Im April 1849 wurde ihm der Oberbefehl über die Nordseeflotte und die Verwaltung der Seezeugmeisterei" übertragen. Und obwohl der neue Kapitän zur See mit den größten Schwierigkeiten zu tämpfen hatte, fand er doch ganz zusammengewürfelte Offiziere wie Mannschaften vor, wußte er trotzdem ein Ganzes zu schaffen, das in Anbetracht der Zeit und der Verhält nisse als musterhaft gelten konnte. Der Erfolg zeigte sich bald: noch im selben Jahre vertrieb er mit drei Dampfern ein dänisches Geschwader von der Mündung der Weser, und siegreich wehte zum ersten Mal die schwarzrot- goldene Flagge auf einem deutschen Kriegsschiff. Der Lohn für den tapferen Seemann blieb nicht aus: Brommy wurde zum ,, Commodore und bald darauf zum Konteradmiral ernannt. Aber die Herrlichkeit der neuen Flotte sollte nicht lange dauern. Da die meisten deutschen Regierungen wenig Neigung zeigten, weitere Kosten auf die Unterhaltung der Flotte zu verwenden, und da die Bildung eines Nordseeflottenvereins elend scheiterte, beschloß der Bundestag die Auflösung der Seemacht, und damit erhielt auch Brommy seinen Abschied. Obwohl er aus reinster Vaterlandsliebe seine glänzende Stellung in Griechenland aufgegeben hatte, gelang es ihm doch nur mit Mühe, für das Ende seiner Tage ein bescheidenes Ruhegehalt zu erwirken. Zurückgezogen und fast vergessen lebte dann der erste deutsche Admiral in Bremerhaven und in dem hannoverschen Dorf St. Magnus bei Bremen. Sein letzter Wunsch war, daß man ihm seine Flagge, die er sich aufbewahrt hatte, mit ins Grab geben möge, und so schläft denn der wackere Seemann, eingehüllt in die Flagge des Barbarossa", auf einem kleinen nordischen Friedhof den ewigen Schlaf. Rundschau vom Cage. Politisches. Die diesjährige Frühjahrsfahrt des Kaisers wird nach dem, was jetzt darüber verlautet, kaum vor Ausgang März angesetzt werden. Die augenblicklichen Vorbereitungen auf der„ Hohenzollern" gelten allein der alljährlich wiederkehrenden Instandsetzung der Kaiserjacht. In der gestrigen Bundesratssitzung wurde der Ueberweisung eines Hausarbeitsgesetzes und des Entwurfs etnes Gesetzes, betreffend die Abänderung der§§ 114a, 120 ufw. der Gewerbeordnung, an die zuständigen Ausschüsse zuge= stimmt. Der Besuch des Reichskanzlers in Rom. Die Abmachungen bezüglich eines Besuches des Reichskanzlers von Bethmann Hollweg in Rom sind nunmehr definitiv erledigt. Darnach wird sich der Reichskanzler in den Osterferien des Reichstages nach Rom begeben. Die Nachricht von einem vorangehenden Berliner Besuch des italienischen Ministers des Aeußern sind unzutreffend. Ein Kolonialgerichtshof. Die„ Köln. 3tg." meldet aus Berlin: Unmittelbar nach Zusammentritt des Reichstages wird diesem ein Gesetz über die Schaffung eines Kolonialgerichtshofes vorgelegt werden, das in driter und letzter Instanz in allen Kolonialsachen Recht zu sprechen berufen 6) Der Fall Welshofen. Kleine Dachrichten. Cook in Deutschland? Nach einer Meldung der Frankfurter 3tg. aus Neuyork erklärte der Bruder Dr. Cooks, dieser befinde sich in einer Kleinstadt Deutschlands. Brand eines erzherzoglichen Salonwagens. Aus Innsbruck wird gemeldet: Einige Sekunden vor dem Abgang des Wiener Schnellzuges, welchen der Erzherzog Eugen be= nutzen wollte, entdeckte man, daß der Fußboden des erzherzoglichen Salonwagens brenne. Die Ursache des Brandes ist unbekannt. Ein neues Zarenschloß. Der Zar läßt in Livadta ein neues dreistöckiges Palais durch Baumeister Krosnow an Stelle des alten von Minghetti erbauten aufführen. Es wird vier Millionen Mark kosten. Die Baufrist beträgt zwei Jahre. Böthig und Diehl, die in Berlin, Hamburg uno Hannover große Geldsummen bet Einbrüchen erbeuteten. Ste traten in Dresden als adlige Offiziere auf. Selbstmord eines Jugendlichen. Der 14jährige Sohn des Straßenbahnschaffners Körner in München war vor einigen Tagen seinen Eltern entlaufen und kehrte in der letten Nacht in die elterliche Wohnung zurück, wo er von seinem Vater eine derbe Lektion erhielt. Gestern morgen hat sich der Knabe durch einen Revolverschuß getötet. Vier Kölner Spielhöllen aufgehoben. Die Kriminal= polizei in Köln hob gestern nacht vier Spielhöllen, in denen annähernd 100 Personen beim Glücksspiel angetroffen wurden, auf. Vier gewerbsmäßige Glücksspieler wurden verhaftet und große Posten Geldes beschlagnahmt. Anschlag auf einen Personenzug. Auf den Frühpersonenzug Dortmund- Lünen wurde ein Revolverattentat ausgeübt. Die Kugel durchschlug das Fenster, an dem ein Gendarm und ein Bahnbeamter sichtbar waren. Beide wurden Leider ist es auch durch die Glassplitter leicht verlegt. diesmal nicht gelungen, den Täter abzufaffen, obwohl sich der Vorgang am hellen Morgen abspielte. Durch einen Einbrecher schwer verlekt. In der Nacht zum Freitag wurde in Dülit in Pommern der Amtsrat Klein von einem Einbrecher überfallen und durch 20 Messerstiche und Revolverschüsse schwer verletzt. Der Einbrecher wurde auf dem Bahnhof von Kollin festgenommen. Er ist ein Barbier namens Haak, der den Amtsrat früher in Dölitz rasiert hat. Selbstmord eines jugendlichen Liebespaares. Am Kettensteg in Leipzig fand man den 21 Jahre alten Stukkateur Friedrich Wilhelm Brand und das 22 Jahre alte Stuben= mädchen Hedwig Nelling auf einer Promenadenbank tot auf. Die jungen Leute, deren Riebesverhältnis Schwierigteiten begegnete, hatten sich durch mehrere Revolverschüsse getötet. Kriminalroman von M. Kossak. ( Nachdruck verboten.) ,, Man denkt eben so an alles mögliche", murmelte der Italiener und fing von etwas anderem zu sprechen an. So sehr er sich aber auch bemühte, gleichgültig und unbefangen heiter zu erscheinen, so merkt man ihm doch an, wie zerstreut er war. Paula würde vielleicht noch mehr über diesen Umstand nachgegrübelt haben, wenn das Wesen des jungen Mannes sie nicht so völlig in seinen Bann gezogen hätte. Aber das schöne, sympathische Gesicht, die abgerundeten, anmutsvollen Bewegungen, und das weiche südliche Organ hatten es ihr angetan, sie genoß ihn wie ein Kunstwerk. Auch hatte sie in den letzten Monaten viel trübes erfahren und lebte immer noch unter einem seelischen Druck; diese Stimme aber tat ihr wohl und wirkte seltsam beruhigend und gleichzeitig anregend auf fie. Sie begriff selbst nicht, warum der Mann sie in dem Grade interessierte und anzog. Für den Augenblick vergaß sie fast sein sonderbares Benehmen im Hinblick auf die Mordtat, doch sollten sie in Zukunft verschiedene feiner Aussprüche noch oft genug beschäftigen. Gericht ftellen be der Fr waren oder Ar einftelle fchon di neuen diese fid Herten halb in Anficht resfaun berechtig tm Her bin, die fammen malität Di meldet polds gonnen Fann be Insgesa ftlice m stellung Franks, nimmt Für die wette Torten d De hafte B glaube den 2 Genuß nament fes. Ab etnem wie di Ermordung einer Bahnwärterfamilie. In der Nähe der Stadt Warschau wurde der Bahnwärter Kurt mit seiner Frau und drei Kindern ermordet. Zwei verdächtige Bersonen wurden verhaftet. Der Haupttäter soll ein Soldat sein, der flüchtig ist. Kurk besaß 170 Rubel Ersparnisse. Furchtbare Tragik. In Csanadpoloto in Ungarn, wo cine Typhusepidemie herrscht, starben in der Familie des reichen Grundbesitzers Blaško alle fünf Söhne im Alter von 12 bis 19 Jahren an einem einzigen Tage in Zwischenräumen von ie einer Stunde. Blaskó und seine Frau verloren den Verstand. Im Walzwerk verbrannt. In dem Walzwerk zu Langeschede i. W. erfolgte eine Erplosion, bei der vier Arbeiter verbrannt wurden. Zwei sind im Krankenhause gestorben; das Befinden der Uebrigen ist ebenfalls hoffnungslos. Im LothringiUnterschlagungen eines Postagenten. schen Orte Roßlingen wurde der Postagent Hammelmann und seine Frau wegen amtlicher Geldunterschlagung und Fälschung von Postanweisungen verhaftet. Die unterschlagene Summe beträgt nach der„ Cothr. Bürgerzeitung" 5000 Mark. Als die Lektion beendet war, verließ sie die WilsonScool mit dem Gedanken, daß der Unterricht, den sie nahm, ihr viel mehr zu geben versprach, als sie erwartet hatte. Große Kälte. Nachrichten aus Madrid zufolge ist in Nordspanien eine so grimmige Kälte eingetreten, daß die Fischer gezwungen sind, an der Küste das Eis aufzuhacken, um dem Fischfang nachgehen zu können. Die Wölfe kommen scharenweise aus den Bergen in die Dörfer und richten unter dem Viehbestand großen Schaden an. Auch in Amerika herrscht eine grimmige Kälte. Viele Personen sind erfroren. Unter dem Weihnachtsbaum verbrannt. In GroßBlittersdorf bei Saarbrücken geriet am Neujahrstage ein Weihnachtsbaum durch einen brennenden Spirituskocher, auf dem die Matter Milch für ihren Säugling wärmen wollte, in Brand. Der Baum fiel um und auf die Wiege des Säuglings, der bei lebendigem Leibe verbrannte, während die Mutter draußen ein bißchen mit der Nachbarin plauderte. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Der Nordvol in Bearns photographischer Wafrahme Der Bericht über seine Nordpolfahrt, den Peary in ,, Hampstons Magazine" zu veröffentlichen beginnt, gewinnt ein besonderes Interesse durch die Beigabe einer Abbildung, die den Nordpol in einer photographischen Aufnahme Bearys zeigt. Das Bild, das sich hier bietet, ist wesenilich von dem verschieden, das Dr. Cook als Aufnahme des Nordpols ausgab. Man sieht hier nämlich nicht die flache Eiswüste, wie bei Cook, sondern Pearys Nordpol ist durch Spalten sehr zerklüftet und überragt von hohen Eisblöcken. Auf einer hohen, schneebedeckten Eisbergspize hat denn auch Bearh nach Ausweis des Bildes das Sternenbanner errichtet. Nach den jüngsten Erfahrungen hat man ja freilich allen Grund zum Mißtrauen, aber wie die Sachen zurzeit stehen, wird man es für wahrscheinlich halten müssen, daß Pearys Aufnahme allerdings den Nordpol oder wenigstens, da er sich immerhin um Sekunden oder selbst Minuten verrechnet haben kann, die Nordpolgegend wiedergibt. Rottenarbeiter als Eisenbahnattentäter. Dret Rottenarbeiter aus Kempten, Grefrath und Mülhausen im Rheinland, welche die Blockstation bet Lobberich zerstörten, sind verhaftet worden. Sie keilten die Weichen mit Steinen ein, zerschnitten den Draht und hängten die Signalscheiben ab. Eine Zugentgleisung wurde durch die Wachsamkeit der Beamten verettelt. Lanzani seinerseits hatte noch zwei Lektionen zu er= teilen, bevor er Mittagspause machen durfte. Er wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, da er für kurze Beit wieder sein eigener Herr sein würde und dankte Gott, als er endlich gekommen war. Statt iedoch, wie sonst, sich nach dem Wirtshaus am Graben zu begeben, in dem er und einige seiner Kollegen zu Mittag zu speisen pflegte, suchte er diesmal ein großes, in einer engen Nebengasse gelegenes, mehr von Leuten aus dem Volke besuchtes Lokal auf. Es war gedrängt voll von Menschen und überall wurde von der Mordtat gesprochen. Paula würde, wenn sie zugegen gewesen wäre, höchlichst erstaunt gewesen sein, zu bemerken, wie Signor Lanzani, der kaum drei Worte Deutsch verstand, die Ohren bei dem Gespräch um sich herum spiste. Berhaftung zweier Hochstapler. Die Dresdener Krtminolpolizei verhaftete die beiden verwegenen Ginbrecher Auch an dem langen Tisch, an dem er sich zwischen einem Dußend Arbeitern einen Platz gesucht, war von dem Fall die Rede. Nachdem die Begebenheiten von Anfang bis zu Ende durchgehechelt waren, fragte iemand, woraus man den Schluß gezogen, daß es sich nicht um Selbstmord, sondern um Mord handelte. Ja, in der Nachttischschublade des Grafen soll ein Brief gelegen haben, in dem iemand ihm zuschwor, Nache an ihm zu nehmen, sofern er das ausführte, was er zu tun beabsichtigte," erwiderte ein älterer Mann. Bedeutende Römerfunde in Ungarn. In GyulaFehervar fand man bei Grabungen im Garten des Bischofs von Siebenbürgen mehrere römische Mosaiktafeln von derselben Art, wie sie in Herculanum und Pompeii entdeckt wurden. Sie sollen aber noch schöner und besser erhalten sein als jene. Bei weiteren Nachgrabungen wurde auch das Grabdenkmal eines Legionärs ausgegraben, das von der Frau des Legionärs gestiftet wurde. Schließlich wurde eine ganze Gräberstraße Blosgelegt. Das Budapester Nationalmuseum entsandte Fachgelehrte zur Untersuchung der Funde und zur Fortsetzung der Grabungen nach Ghula- Fehervar. Und was ist das?" erkundigte sich der Vorige. Niemand wußte es zu sagen, auch bezüglich der Person des Briefschreibers herrschte völliges Dunkel, da dem Schreiben, an dessen Kopf sich weder Datum noch irgend ein Orts- oder Straßenname befand, die Unterschrift fehlte. Doch erzählen alle, daß es in italienischer Sprache abgefaßt gewesen wäre. Seltsam erschien, daß der anonyme Briefschreiber den Grafen Welshofen mit Du" angeredet hatte, was in der italienischen Sprache noch eine viel größere Intimität zwischen beiden voraussetzte, als es das im Deutschen getan haben würde. Vermischtes Ansbruchsversuch des Rechtsanwalts Hau. Rechtsans walt Karl Hau hat im Zuchthause Bruchsal in der Nacht zum 6. Januar einen Ausbruchsversuch unternommen, der nur durch die Wachsamkeit eines Hundes vereitelt wurde. Hau benutzte mit einem Genossen die Gelegenheit des zwi= schen 5 und 6 Uhr abends stattfindenden Spazierganges dazu, sich in einem Lagerraum des Zuchthauses zu verstecken. Sein Weggang wurde ebensowenig entdeckt wie sein Fehlen in der Zelle. Zum Uebersteigen der Gefängnismauer hatten die Beiden eine Strickleiter aus Drahtgeflecht, die bereits angelegt war, bereit gehalten. Sie wollten die Gelegenheit abwarten, bis der Wächter seine Runde gemacht hatte und infolgedessen eine halbe Stunde abwesend war. Als der Wächter morgens 3 Uhr an dem Versteck der Beiden vorbeikam, nahm sein Hund Witterung, was zur Entdeckung Haus und feines Genossen führte, die sich hinter einem Weidengeflecht verborgen hatten. Keiner begreift, wie der Mörder in das Zimmer herein und aus demselben heraus gekommen ist," meinte einer der Männer. Es ist ja von innen verschlossen gewesen und der Schlüssel hat darin gesteckt." Ja, wozu muß denn überhaupt in der Nacht, in welcher der Graf vergiftet wurde, der Mörder im Zimmer gewesen sein?" bemerkte jemand, der sich bisher nicht an dem Gespräch beteiligt hatte. Man zwingt doch nicht einen Menschen, den man vergiften will, gewaltsam, das Gift zu trinken. Sicher hat irgend einer, der die Gewohnheiten des Grafen kennt, ihm statt irgend eines unschuldigen Schlafpulvers, das er gewöhnlich zu nehmen pflegte, ein Morphiumpulver hingelegt und der Graf hat es sich dann, nichts ahnend, selbst ins Wasser geschüttet. So denke ich mir wenigstens die Sache," schloß der Sprecher bedächtig. Ob nicht am Ende der Diener der Täter ist?" fragte einer aus dem Kreise. Verhafteter Muttermörder. In Berru bei Reims in Frankreich wurde gestern die im Februar 1909 dort beerdigte Leiche einer Frau Henry ausgegraben, da in letzter Zeit infolge eines an die Staatsanwaltschaft gelangten anonymen Briefes der Verdacht aufgetaucht ist, daß die Frau von ihrem eigenen Sohne ermordet worden ist. Dieser, Eduard Henry, wurde verhaftet. Er verwickelte sich bet seinem Verhör in Widersprüche. Da sein Leugnen nicht lange vorhielt, mußte er schließlich zugeben, daß er seine Mutter ermordet habe, um sich ihrer Erbschaft zu versichern. Der Leichnam befand sich noch in so autem Rustande, daß der Es scheint nicht so, denn er ist nicht verhaftet. Daher hat man doch wohl keinen Verdacht auf ihn geworfen." Es wurde noch hin und her geredet. Niemand achtete, auf den feinen jungen Herrn, der unter den Arbeitern; saß, in den Speisen, die er sich hatte geben lassen, herumstocherte, ohne mehr als ein paar Bissen zu genießen, dagegen von dem bestellten Wein mehrere Gläser haftig herunterstürzte. Dann bezahlte er und ging mit der steifen Haltung jemandes, der sich gewaltsam Haltung zu geben bersuchte, aus dem Lokal. Infama canaglia!" knirschte er zwischen den Zähnen. Draußen griff er sich an den Hatsfragen und zerrte daran, als ob er ihm zu eng wäre. Die Gebärde sah aber aus, als ob er einen anderen würgte. Und wieder murmelte er, indem die ganze, dem Südländer angeborene Leidenschaftlichkeit und Rachsucht in seinen Augen glühte, sein ,, infama canaglia!" 3. Kapitel. Die hübsche blonde Frida hatte wenig Freude an ihrent Leben seit dem Abend, an dem sie mit ihrem Verlobten den Grafen Welshofen beobachtete, während er vor den Kaiserhallen auf die schöne Anita Brusio wartete. Wie es erklärlich war, hatte sie mit Felix über die Mordtat zu sprecher versucht, doch hatte er das Thema rasch abe gebrochen. Was geht uns der Welshofen an?" äußerte er un wirsch. Nein, der Graf geht uns nichts an," meinte sie kleinlaut ,,, aber die Anita. Nun der Graf tot ist, kann er sie doch nicht heiraten." Er zuckte ungeduldig die Achseln und wandte sich ab. Um Fridas Mund zuckte es bitter. Wozu das Schicksal ihr doch all dies Schwere auferlegt hatte! Sie liebte ihren Felix so grenzenlos und hatte gehofft, daß mit Anitas Vermählung eine ewige Scheidewand zwischen ihr und Felix aufgerichtet werden würde und nun war Anita wieder frei und jeder durfte um sie werben, der Lust dazu hatte! Daß Felir die Italienerin aber immer noch liebte, däuchte ihr sicher. Sie war ja auch viel schöner als sie, deren Reiz, wie sie in ihrem bescheidenen Sinn meinte, hauptsächlich nur in ihrer Jugendfrische bestand. Und die Anita be herte alle Männer, gleichviel, ob sie jung oder alt, bors ( Fortsetzung folgt.) nehm oder gering waren. im Jah zeichnun Gewür zum R dert d leuten hauptio alfo fit portarti feine ri und hä desfitte neben „ Kümm Gi schaft in der eln Se wohlbe Geburt den bef nes bei Jahre eine v Belt b Jahre Gesells Setrat war ei fleht t äußer Röni nua weld mehr die B Schwi Form tigen, geben richter werde äußer Gesch fehen gar fini nen, fundi des eine leichte binde bietet fich n ein. lich deng Kat nah fithr halt 9 dem fich e werd Fahr lich a Drud vor fo da fortfa in de fchme fere fiche ver gem läuf forte mehr des und Schal einen ausg viel an ei verta aus Fahr Teil der arbei Mini BUTIKUDSUTTOSTYKIET2QURU RECRUTARAEORGEFESSORED Hannover Ste traten ge Sohn war vor Le in der o er von morgen et. er Nacht Amtsrat 20 Mef= inbrecher 1. 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Auch Nansen hält diese Annahme für berechtigt: Die Anhänger dieser Theorie weisen nun auf die tm Herbste erfolgten starten magnetischen Erdstörungen hin, die zeitlich mit der Entstehung neuer Sonnenflecke zufammenfielen, und bringen diese Erscheinung mit der Anormalität des Heringszugs in Zusammenhang. Die neuen belgischen Geldsorten. Wie aus Brüssel ge= meldet wird, ist unmittelbar nach dem Tode König Levpolds II. mit der Prägung neuer belgischer Münzen be= gonnen worden; die Ausgabe der neuen Scheidemünzen kann bereits im Laufe der kommenden Woche erfolgen. Insgesamt werden etwa 20 000 Kilogramm Zweicentimesstücke mit dem Namen König Alberts I, geprägt. Die Herstellung der Silbermünzen zu 50 Centimes, ein und zwei Franks, die das Bildnis des neuen Königs tragen werden, nimmt dagegen noch einige Wochen länger in Anspruch. Für die Länder der lateinischen Münzkonvention ist nur die zwette Prägung von Bedeutung, da die geringeren MünzSorten außerhalb Belgiens nicht in Verkehr kommen. Der Kümmeltürfe. Noch heute hört man oft als scherzhafte Bezeichnung den Namen„ Kümmeltürke". Die meisten glauben wohl dabei, daß dieser Ausdruck eine Ironie auf den Türken enthalte, dem ja durch den Koran der Genuß geistiger Getränke verboten ist, also auch der des namentlich in Deutschland sehr verbreiteten Kümmelschnapfes. Abgesehen davon aber, daß auch schon früher der Türke etnem berauschenden Trunke durchaus nicht abhold war, wie dies zum Beispiel der faiserliche Gesandte Buschbed im Jahre 1663 aus Stambul berichtet, hat die seltsame Bezeichnung eine ganz andere Herkunft. Auf den großen Gewürzmärkten nämlich, namentlich in Süddeutschland, zum Beispiel in Augsburg, wurde schon im 16. Jahrhundert der damals sehr teure Kümmel von türkischen KaufLeuten feilgeboten. Der Kümmel wird heute wie damals hauptsächlich in Nordafrika und auf Malta gebaut, bildete also für den levantinischen Kaufmann einen wichtigen Exportartikel. Vielfach waren freilich die Kümmeltürken gar feine richtigen Türken, sondern nur osmanische Untertanen und häufig Griechen und Albanesen, aber da sie nach Landessitte in türkischer Tracht mit riesigem bunten Turban neben ihren Kümmelsäcken saßen, taufte sie der Volksmund „ Kümmeltürken". Eine merkwürdige Heirat, die in der englischen Gesellschaft großes Aufsehen erregt hat, fand in diesen Tagen in der Londoner St. Saviours Kirche statt. Der Bräutigam ein Herr Noels, war ein in den besten Gesellschaftskreisen wohlbekannter alter Herr, der demnächst seinen achtzigsten Geburtstag feiern wird, während die Braut, die ebenfalls den besten Gesellschaftskreisen angehört, und die Tochter eines bekannten Londoner Geistlichen ist, um gerade fünfzig Jahre jünger ist als ihr Gatte. Der Bräutigam erschien eine volle halbe Stunde vor der für die Feier festgesetten Bett bereits in der Kirche und machte trotz seiner achtzig Jahre einen sehr lebhaften Eindruck. Viele Mitglieder der Gesellschaft wohnten der Trauung bei. Dies ist die dritte Heirat Noels, seine zweite Frau. die im Jahre 1892 starb, war eine Tochter des Garle of Albemarle. Der Bibelfuß in England. Schon seit längerer Zeit besteht in England eine Bewegung, welche dahin geht, den äußerst unhygienischen Bibelfuß, welcher in den vereinigten Königreichen den Schwur ersetzt, aufzuheben. Vom 1. Januar des Jahres 1910 ab tritt nun ein neues Gesetz in Kraft, welches bestimmt, daß der zit Vereidigende die Bibel nicht mehr zu küssen braucht. Der Richter bedeutet ihm vielmehr, die Bibel in die rechte Hand zu nehmen, diese Hand zum Schwure zu heben und sodann den Zeugeneid in folgender Form auszusprechen:„ Ich schwöre bet Gott, dem Allmächtigen, daß die Beweise und Aussagen, welche ich dem Gericht geben und vor dem Gericht machen werde und welche die zu richtende Angelegenheit betreffen, der Wahrheit entsprechen werden, der vollen Wahrheit und nichts als der Wahrheit." Eine wichtige Frage für Damen ist die Sorge um ihre äußere Erscheinung. Welche Vertreterin des weiblichen Geschlechtes wäre nicht noch so jung, daß sie nicht gut ausfehen" möchte! Es ist das eine begreifliche, man fann sogar sagen, eine schätzbare Eitelkeit. Wer aber glaubt, durch Künstliche Hilfsmittel ein schönes Aussehen erzielen zu können, der irrt. Das sicherste Schönheitsmittel ist die Ge= sundheit. Und dazu verhilft nur die schon in den Zeiten des grauen Altertums viel angewandte Körperpflege und eine vernünftige Lebensweise. Frische Luft, gutes Wasser, leichte Kost und reizlose Getränke sind dabei wertvolle Verbündete. Während bei der Kost die reichste Auswahl sich bietet, ist sie bei den Getränken etwas beschränkter. Da stellt fich nun als willkommener Freund Kathreiners Malzkaffee ein. Dieses gesunde Getränk können die Damen unbedenklich trinken; wegen seiner vorzüglichen Eigenschaften, zu denen auch ein außergewöhnlich billiger Preis gehört hat Kathreiners Malzkaffee seit 20 Jahren bei Millionen Aufnahme gefunden. Jeder Frau und Mutter kann die Einführung dieses vorzüglichen Getränkes im eigenen Haushalt enipfohlen werden. Aus dem Reiche der Technik. Nur auf den Knopf drücken Fahrkarte fertig. Auf dem Gebiete des Fahrkartendruckes und-Verkaufes bereitet sich eine völlige Umwandlung vor. Seit längerer Zeit werden bereits Versuche angestellt, die darauf abzielen, die Fahrkartendruckereien der Eisenbahnverwaltung entbehrlich zu machen, indem man in den Schaltern automatische Druckmaschinen aufstellt, die die Fahrkarten unmittelbar vor dem Verkauf herstellen und fortlaufend numerieren, so daß auch die umständliche Kontrolle der Kartenbestände fortfällt. Die bisher versuchten Fahrkarten- Druckmaschinen, in denen sich bewegliche Rollen mit Klischees befinden, sind schwer zu handhaben und schließen Irrtümer des Verkäufers nicht aus. Die Deutsche Eisenbahn- und Verkehrswesen A- G. hat jezt einen Probeapparat hergestellt, der überaus ficher arbeitet und sehr leicht zu bedienen ist: der Billettverkäufer hat nur auf einen Knopf zu drücken und die gewünschte Fahrkarte fällt, fertig bedruckt, heraus. Vorläufig ist der Versuchsautomat auf fünf verschiedene Billettferten eingerichtet, es können aber natürlich auch 50 und mehr angeordnet werden. Die Fahrkarten werden während des Druckes selbsttätig von einem Kartenstreifen abgetrennt, und zwar so viele, wie auf einmal gewünscht werden. Der Schalterbeamte braucht nur, bevor er auf den Knopf drückt, einen Zeiger auf die verlangte Zahl einzustellen. Die Verausgabung der Fahrkarten geht mittels dieses Automaten viel schneller als beim Verkauf aus dem Schalterschrank; an einem Zählwerk kann man mit einem Blick die letztverkaufte Nummer absehen, und so ist die Kontrolle überaus einfach und Durchstechereten scheiden völlig aus. Der Fahrkartendruck kostet auf diese Weise nicht den fünften Teil des jeßigen, und so würden durch die Einführung der Apparate, die eine umfangreiche Schreib- und Rechenarbeit überflüssig machen, Millionen erfport werden. Das Ministerium der öffentlichen Arbeiten bringt der neuen Erfinduna das arößte Interesse entaegen. Shackleton über seine Südpolreise. In der Deutschen Gesellschaft für Erdkunde in Berlin sprach am Donnerstag, wie schon kurz mitgeteilt, der englische Forscher Leutnant Shackleton über seine SüdpolarExpedition. Aus dem in englischer Sprache gehaltenen Vortrag geben wir folgende besonders interessanten Stellen wieder: Von Neuseeland aus wurde am 1. Januar 1908 die eigentliche Polarreise angetreten. Die„ Nimrod" ist das Kleinste Fahrzeug, das jemals Südpolregionen erreicht hat. Die Mannschaft bestand aus 37 Mann. An Bord waren metern in 122 Tagen wieder an Bord der„ Nimrod zurüc Sie hatte den magnetischen Südpol entdeckt, die Küstenlinie trigonometrisch vermessen, fünfaig nene Berge und Strandbildungen entdeckt und mineralogische Funde gemacht. Wir erreichten Neuseeland 449 Tage nach unserer Abreise und kamen ohne Verlust eines einzigen Menschenlebens zurück. Jeder einzelne meiner Begleiter gab sein Bestes bis su Erschöpfung, und ich hätte keine tüchtigeren, feine opfermutigeren und keine besseren Mit arbeiter finden können. Borräte für zwei Jahre, 10 Vonnies, 9 Hunde, die fich auf Der Brand des griechischen Königsschlosses. der Reise auf 22 vermehrten, und ein Automobil. Die " Nimrod" ging infolge der schweren Belastung sehr tief, und die Steuerung war um so schwieriger, da schon in den nächsten 24 Stunden stürmisches Wetter und orkanartige Böen eintraten. Um Kohlen zu sparen, wurde die „ Nimrod" von der„ Koonya" durch stürmische See geschleppt. Am 15. Januar 1908 machten wir uns von der Koonya" frei und fuhren an 1000 Eisbergen vorüber in die RoßSee hinein. Die Eisberge waren anderer Art als die des nördlichen Eismeeres. Sie stellten Ueberreste einer kolos= salen Eiswand dar und stammten von der Großen Eisbarriere. Wir trafen zunächst auf sogenanntes„ Eierkuchenets", das erste Stadium des Packeises, schwimmende Eisschollen, welche sich auf der Oberfläche des Wassers im Winter bilden. Im Sommer bricht dieses Eis auf und treibt nach Norden. Die antarktischen Eisberge bestehen hauptsächlich aus Schnee, schwimmen daher zur Hälfte unter Wasser, nicht etwa nur mit dem sechsten Teil wie die arktischen Eisberge. Nachdem wir das Eierkucheneis überwältigt hatten, gelangten wir an die 1841 von Sir James Roß entdeckte Große Eisbarriere, die sich 650 Kilometer nach Ost und West erstreckt, und an deren westlichem Ende sich ein hoher, feuerspeiender Vulkan, der Mount Erebus, erhebt. Dann ging die Fahrt an dem König Eduard VII.La 18 vorbei. Nachdem wir uns 100 Seemeilen nach Norden durchgearbeitet hatten, sah ich die Unmöglichkeit ein. die Küste zu ereichen, und wir entrannen mur mit Inapper Not der Gefahr, zwischen der Barriere und dem Packeis durch die sich auf uns zuschiebenden Eisman serialmt zu werden. Wir suchten nun nach dem M: Nardo- Sund zu kommen, da wir hofften, die Winterquartiere der Tis covery Expedition erreichen zu können, doch vie trafen auf 23 Scemeilen festes Eis zwischen uns und diesem Pleß. Ich baute daher neue Winterquartiere am Kap Ronds am Fuße des Cherus. Trotz des Sommers erlebten wir vom 19. bis 22. Februar furchtbare Schneestürme, und das Thermometer sank auf 16 Grad Fahrenheit unter Null. Das Schiff wurde vom Blizzard furchtbar herge= rommen. Am 22. Februar 1908 konnte die„ Nimrod" die Rückreise nach dem Norden antreten. Mein Begleiter Mack Intosh mußte gleichfalls zurückkehren, da ihm von einem Gewindehafen ein Auge ausgeschlagen wurde. Nach Fertigstellung unserer Hütte bestieg ich mit fechs Mann, darunter Profesor David, Marshall und Brocklehurst den Eberus. Am ersten Abend gelangten wir in eine Höhe von 1540 Meter. Wir schlugen ein Lager auf, wurden aber wieder von einem Schneesturm heimgesucht. Die Temperatur fiel auf 30 Grad Fahrenheid unter Null und in unseren Schlafsäcken verbrachten wir eine furchtbare Nacht. Brocklehurst, der in eine Felsschlucht geworfen wurde, entging wie durch ein Wunder dem sicheren Tode. Am nächsten Tage erreichten wir eine Höhe von 3025 Meter. Brocklehursts beide Füße waren erfroren, und er mußte sich einer Zehenamputation unterziehen. Am 10. März erreichten wir den alten Krater. Der aufsteigende Dampf verhüllte aber jede Aussicht. Nach einer kurzen Erforschung des Kraters, der 250 Meter tief ist, und auf deffen Boden sich drei Oeffnungen zeigen, rüsteten wir zum Abstieg. Unter großen Schwierigkeiten erreichten wir unser Lager. Am 22. April verabschiedete sich die Sonne von den Winterquartieren, um erst am 22. August wiederzukehren. In dieser Winternacht standen wir um 8 Uhr morgens auf, und nach einem frugalen Frühstück begann um 10 Uhr die Arbeit. Die Geologen und anderen Gelehrten seßten bei Laternenschein thre Sammlungen fort, schlugen Löcher ins Eis, um die Tempe= raturen zu messen, wir übrigen trieben die Pferde hinaus und holten Kohlen. Um 1 Uhr konnten wir das Mittagbrot verzehren, um 4% Uhr den Tee und um 6 1hr abends das Abendbrot. Dann war feder sein eigener Herr und konnte seinem Vergnügen nachgehen. Alle 14 Tage traf auf jedes Mitalled Woche, in deren Verlauf alle zwei Stunden meteorologische Beobachtungen vorgenommen, das Feuer im Ofen und die Temperatur der Hütte auf 45 Grad Fahrenheit über Null erhalten werden mußte. Die Wärme im Innern durfte nicht über 26 Grad Celsius steigen, da es sonst vom Dache herabtröpfelte. Am 22. August kehrte die Sonne zurück. Am 12. Auguſt begab ich mich mit einer kleinen Mannschaft nach dem Süden, um die Oberfläche der Giswand zu untersuchen. Die Temperatur sank bei dieser Reise auf 58 Grad Fahrenheit unter Null. Das Automobil ließ sich auf der Barriere nicht verwenden, die Ponies waren unsere einzige Hoffnuna Jedes schlennte eine Last ven 263 Kilogramm. Am 15. November erreichten wir wieder unser Magazin. Von diesem Tage bis zum 23. Februar des nächsten Jahres hatten wir nur eine einzige sättigende Mahlzeit, und zwar Weihnachten. Aber schon nach einer halben Stunde hatten wir wieder Hunger, und von diesem Augenblic an dachten wir nur mehr ans Effen. Am 26. November erreichten wir den höchsten, jemals von Forschern erreichten südlichen Breitegrad und Tenkten nun unsere Schritte in Regionen hinein, die niemals zuvor der Fuß eines Menschen betreten hatte. Unsere Route bedingte eigentlich einen geraden Kurs gegen Süden, doch die im Südwest aufsteigenden Berge versperrten uns den Weg. So bestiegen wir, als wir am 2. Dezember unser Lager abgebrochen hatten, cinen ca. 925 Meter hohen Berg, um die Richtung der Höhenzüge zu erforschen. Der Weg aing fort über Berge und Täler. Wir hatten zahlreiche Zwischenfälle. So hing cines Tages unser Genosse Wild an einem Abarund zwischen Himmel und Erde, bis wir zu seiner Rettung erschienen. Sein Pony war in der Tiefe verschwunden, sein Schlitter zertrümmert. Am 3. Januar 1909 mußte ich jede Hoffnung aufgeben, den Südpol zu erreichen. Der Sturm wütete. die Temperatur sant bis 40 Grad Fahrenheit unter Null, obwohl es Sommer war. Wir hatten 3940 Meter Höhe über dem Wasserspiegel erreicht und legten nun unser letztes Depot an. Bis zum 9. Januar litten wir entsetzlich unter Schneestürmen. Fast jedem erfror ein Fuß oder ein Finger, und wer sich an deur andern wärmen wollte, erhöhte deffen Pein. Am 9. Januar um 9 Uhr hißten wir auf 88 Grad 23 Minuten füdlicher Breite den Union Jack. Wir waren 24 deutsche Meilen vom Südvol entfernt, als wir umkehren mußten. Wir hätten den Pol erreichen kön= nen, aber infolge Mangels an Proviant niemals mehr zu= rückkehren können. Am 26. Januar waren unsere Vorräte erschöpft; wir lebten von den kleinsten Rationen und hatten oft nur verderbenes Pferdefleisch. Endlich erreichten wir am 23. Februar unser Depot, und am 4. März schifften wir uns wieder auf der„ Nimrod" ein, nach einem Marsch von 2808 Kilometern, die wir in 126 Tagen zurückgelegt hatten. Wir entdeckten hundert neue Berge, fanden Kohle, versteinerte Nadelhölzer, und machten zahlreiche geologische Funde. Die füdliche Ervedition kehrte nach Rurücklegung von 2000 KiloDie Entstehung und die genaue Ausbruchsstätte des Schloßbrandes in Athen find bisher unbekannt. Bemerk wurde das Feuer zuerst nicht von der militärischen Schloßz wache, sondern von passierenden Leuten durch Rauchwollen aus dem Mittelbau, denen bald darauf Flammen aus dem Dach folgten. Zerstört sind der mittlere Schloßteil, die Schloßkapelle, der Thronfaal, die Gemächer der Königin und ein Teil ihrer Schmucksachen. Das Archiv ist größtenteils gerettet, die Bibliothek hat geringen Schaden erlitten. Ein Augenzeuge berichtet folgendes über den Brand: Ein flackernder, dunkelroter Schein leuchtet unheimlich herüber und hinein. Man hört das Klirren und Knaden springenden Glases, das Krachen zusammenstürzender Balken, das Poltern herabfallender Möbelstücke, die man in den Schloßhof wirft. Der König und die Prinzen Andreas und Christophoros verfolgten im linken Flügel das schauerliche Schauspiel. Der König war in tiefer Bewegung. Er ließ sich unablässig Bericht erstatten, fragte nach vielen thm ans Herz gewachsenen Gegenständen, von denen viele ein Raub der Flammen geworden sind. Die meisten Priraträume des Königspaares sowie die schönsten Festräume find zerstört. Unbegreiflich ist es, daß die Schloßwache und die Bedientenschaft nichts von dem Brande gemerkt haben, sondern erst von draußen darauf aufmerksam gemacht werden mußten. Die gewaltige Feuergarbe wurde weit über die Grenzen der Stadt hinaus gesehen und färbte den Flaren Sternenhimmel die ganze Nacht mit blutigem Rot. Nach einer späteren Meldung ist ein überheizter Ofen die Ursache des Feuers gewesen. Der König hat die Hofdamen persönlich über ihre Wahrnehmungen befragt; fie gaben an, nichts Auffallendes bemerkt zu haben. Erst als die eine der Damen gegen hend in sterken Brand geruch verspürte, wurde nach der Ursache gesucht. Diese Nachforschungen blieben aber fruchtlos, denn gerade jener Teil der Dienerschaft, der über die Anlage der elektrischen Zeitung Befcheid weiß, hatte Weihnachtsurlaub erhalten. Keine der Damen dachte daran, daß der Brand in der Kapelle entstanden sein könnte. Viele Hofdamen wurden ohnmächtig in den Garten getragen. Der Wiederaufbau des Schlosses soll unverzüglich in Angriff genommen werden. Hervorgehoben zu werden verdient, daß kurz vor den jüngsten politischen Wiren dem König ein Plan zum vollständigen Umbau des Palastes vorgelegt wurde. Es handelte sich darum, dem etwas nüchternen Bau ein vornehmeres Gepräge zu geben. Athen, 8. Januar. Gestern vormittag stürzte ein Teil des großen Tanzsaales im Palais zusammen. Dabei erlitten vier Personen schwere Verletzungen An den Bergungsarbeiten im Palais beteiligten sich insbesondere die Königin mit außerordentlicher Umsicht und Energie. Der König erfitt infolge der Aufregungen und des Nanches einen leichten Ohnmachtsanfall. Das Balais selbst ist nicht versichert. Der Schaden beläuft sich nach vorläufigen - Eine feldmarschSchäßungen auf 1% Million Drachmen. mäßig ausgerüstete englische Truppenabteilung, die sich an den Löscharbeiten beteiliate, mußte zurückgezogen werden, da sie bei der einheimischen Mannschaft heftigen Unwillen erregte. Drabtnachrichten und neuestes. Der englische Mobifamuj. London, 8. Januar. Während einer Wahlrede im Osten Londons ereignete sich im Gedränge außerhalb des Gebäudes ein Unfall. Durch den Einsturz eines Gelän ders wurde eine Person getötet und sieben schwer berlegt. Für den internationalen Frieden. Neuhork, 8. Januar. Die Blätter melden, daß Amerika an die Mächte ein Memorandum gerichtet habe, in dem die Neutralisierung der mandschurischen Eisenbahn durch Verkauf an China vorgeschlagen wird. Es wird dabei betont, daß dadurch eine ständige Quelle von Reibungen beseitigt und das Prinzip der Gleichberechtigung bei der Schließung der Bahn für Transporte von Truppen und Kriegsmunition gesichert werden würde. Die Botschaft des Präsidenten Taft. Neuyork, 8. Januar. Gestern ist die mit Spannung er= wartete Sonder- Botschaft des Präsidenten Taft, die sich mit der Kontrolle über die Trusts und mit der Beaufsichtigung der Eisenbahnen beschäftigt, dem Kongreß zugegangen und hat durch ihre entschiedene Sprache großen Eindruck gemacht. In dem Teil der Botschaft, der sich mit der Neuregelung des Trustwesens befaßt, sagt Präsident Taft, es sei sein Vorsaß, daß eine Untersuchung über die Verhältnisse jeder industriellen Organisation angestellt merde, gegen die der geringste Verdacht gesetzwidriger Geschäftsmethoden besteht. Voraussetzung sei nur, daß der Kongreß die dazu nötigen Mittel befitze. Zeppelin wieder hergestellt. Stuttgart, 8. Januar. Graf Zeppelin ist heute als vollkommen wiederhergestellt aus dem hiesigen Katharinenhospital entlassen worden. Maffenhörer eines wissenschaftlichen Vortrags. Berlin, 8. Januar. Mehr als 1800 Primaner sowie zahlreiche Zöglinge der Hauptfadettenanstalt Groß- Lichterfelde hörten gestern den Vortrag des Profeffors Fabricius aus Freiburga, des archäologischen Dirigenten der Retchslimesfommission, über das römische Lager mit besonderer Berücksichtigung der Saalburg. Rätselhafter Selbstmord. Braunschweig, 8. Januar. Am Mittwock stieg in einem hiesigen Hotel die verwitwete Frau Apotheker Dora von Ciechanzka aus Braunschweig ab und trug sich als aus Berlin stammend ins Hotelbuch ein. Sie gab an, ihren später eintreffenden Sohn erwarten zu wollen. Nachdem sie zwei Tage auf ihrem Zimmer gegeffen und sich mehrere Flaschen Rotwein hatte bringen lassen, fiel es dem Hotelbesitzer auf, daß das Zimmer dauernd geschlossen blieb. Er öffnete gewaltsam die Tür und fand die ca. 65jährige Dame mit einer Zuckerschnur erhängt, am Fenstergriff hängend, vor. Ueber die Motive zur Tat ist nichts bekannt. Nahrungssorgen können es nicht gewesen sein, da die Verstor bene ihr Vermögen auf 92 000 Mangab. Verschiedene von ihr geschriebene Briefe, etwa 20, wurden polizeilich beschlagnahmt. Massenbeschlagnahme von Schundliteratur. Wien, 8. Januar. Gegen 30 000 Gremplare von Schmutzdruckschriften im Werte von 152 000 kronen wurden anläßlich einer von der Staatsanwaltschaft angeordneten Untersuchung beschlagnahmt und auf fünf Wagen in das Land gerichtsgebäude geschafft. o Nikaraana und die Vereinigten Staaten. Washington. 8. Januar. Der Präsident von Nikaragua hat dem hiesigen Staatsdepartement mitgeteilt, daß die Hinrichtung der beiden Amerikaner, die den. Anstoß zu der zwischen den beiden Staaten entstandenen Spannung gegeben hatte. sich als ungerechtfertiat erwiefen habe a re Kolosseum, Giessen Direktor Albert Rappmann. Heute Montag, S. Januar 1910 Große Gala- Vorstellung des vom Publikum und Presse als vorzüglich anerkanntes Spezialitäten- Programm. Nur Attraktionen allerersten Ranges!" Nur erstklassische Kunstkräfte. mit neuen Kinematograph Bilderferien Anfang 8 Uhr. Ansang 8 Uhr. Vorverkaufsbilleis in den bekannten Zigarrengeschäften. Täglich abends 8 Uhr in den hochelegant dekorierten borderen Restaurationsräumen Konzert des hier in Gießen so beliebten Damen- Orchefters „ Sturm". Eintritt frei! Kolosseum Gießen. Morgen Dienstag, den 11. Jaunar 1910 abends 8½ Uhr in Theatersaal Erster großer Kolosseums- Maskenball mit Preisverteilung. Zutritt für Jedermann. Herrenkarte f. 1 25. Damenkarte Mr. 0.75. Karten sind in den Vorverkaufsstellen zu haben. Es labet freundlichst ein Direktion Albert Rappmann. Höhere u. Erweiterte Mädchenschule zu Gießen Friedberger Frühjahrs- Pferdemarkt findet Dienstag, den 8. u. Mittwoch, den 9. Febr. 1910 statt. Dienstag, den 8. Februer findet Brämiterung selbstgezüchteter Fohlen seitens des Landm. Rammer Ausschusses flatt und werden hierzu ansehnliche Beiträge bewilligt. Mittwoch, den 9. Februar Vieh- und Krämer- Markt. Zur Benutzung unserer Pferdeställe wolle man sich rechtzeitig an das unterzeichnete Komite wenden. Futter und Streu wird zu ermäsigten Preisen abgegeben. Am 9. Februar, nachmittags 4 Uhr, Verlosung von 6 schönen Arbeits- Pferden ( auf dem Markte angelaust) sowie von sonftigen Haus und landw. Gegenständen, im ganzen 200 Sewinne. Das Pferdemarkt- Komité. MESSMER'S AUSGEWÄHLTE FEINE THEE: SORTEN 100g Pakete 055 Mk- 140 Mk Bekanntmachung. In der Zeit vom 3. bis 8. Januar 1910 wurde in hiesiger Stadt gefunden: 1 Brosche, 1 Ning, 2 Portemonnaies mit Inhalt. verloren: 1 Damenportemonnaie mit 120 Mt. und etwas Kleingeld Inhalt. Die Anmeldungen der Mädchen, die von Beginn des fommenden Schuljahres ab unsere Schule besuchen sollen werden Mittwoch, 12. und Donnerstag, 13. Januar von 10-1 Uhr im Schulhause, Nordanlage 13, entgegenge nommen. Vorzulegen sind: Geburtsurkunde und Impfschein, bezw. Bescheinigung der 2. Impfung, und bei Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen Kindern, die aus einer anderen Schule kommen, ein Ab- ständen belleben ihre Ansprüche alsbald bet uns geltend gangszeugnis. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, zu machen. find bet der Anmeldung vorzustellen. Anmeldungen nach der festgesetzten Zeit können nur berücksichtigt werden, insofern die betr. Klassen nicht schon vollzählig sind. Gießen, den 22. Dezember 1909. Großh. Direktion: Dr. Störiko. Es half sofort! Dies bestätigen über 1000 Anerkennungen Kranker, die LimosanTabletten bei Gicht, Rheumatismus und anderen Harnsäure- Leiden erprobten. Eine Probe naseres Mittels, nebst ausführlich aufkläreude Broschüre und Aueran alle Leidenden tennungen, senden wir kostenlos die uns per Postkarte ihre Adresse mitteilen. Chemisches Laboratorium Limosan, Postf. 2821, Limbach- Sa. Frauen! Die Abholung der gefundenen Gegenständen fann an jedem Wochentag von 11 bis 12 Uhr vorm. und 4 bis 5 Uhr nachm. bei unterzeichneter Behörde, Zimmer Nr. 1 erfolgen. Gießen, den 8. Januar 1910. Srokh. Boligciaut Bießen. Reinhart. Neubau der Irrenanstalt bei Gießen. Auf Grund des Ministerialer lasses bom 16. Juni 1893 werden die nachstehenden Justallationsarbeiten nach Losen getrennt zur Vergebung ausgeschrieben. U. Wasserleitung außerhalb der Gebäude. Los I. Liefern und Verlegen von ca. 300 Ifd. m Rohrleitungen und ca. 750 kg Formstücke einschl. Erdaushub. V. Entwässerung außerhalb der Gebäude. Los I. Rohrlegerarbeiten: ca. 800 cbm Erdaushub ca 550 Ifd. m Rohrleitungen zu verlegen. Los II. Lieferungen: ca. 500 Isd. m Tontohce, ca. 50 Ifd. m Eisenrohre pp. Dr. Schäffers Monatspulver ist tausend- Die Arbeiten fönnen zusammen oder auch getrennt fach anerkannt und bewährt bei Ste- angeboten und vergeben werden. Zeichnungen und Verrungen und Unregelmässigkeiten. Keine der vielen Nachahmungen dingungsunterlagen fönnen auf unseren Baubureau Licherhat solche Erfolge aufzuweisen, wie Dr. Schäffers echtes Monats- straße eingesehen, woselbst auch die Angebotsformulare pulver. Unschädlich s. Garantiescheine! Preis nur Mk. 3.-. Bei ohne Zeichnungen, solange der Vorrat reicht gegen EcBestellung das berühmte Frauenbuch von Dr. Schäffer:„ Die Stö- stattung der Selbstkosten abgegeben werden. Die Angerungen der Periode" gratis. Diskreter Versand direkt durcl. bote müssen verschlossen in besonderen Umschlägen nach Dr. Schäffer& Co., Berlin 44, Friedrichstr. 243. Losen getrennt und mit entsprechender Aufschrift versehen porto und bestellgeldfcet bis spätestens zum Eröffnungs Arbeitsnachweis der Stadt Gießer. termin am Afterweg Nr. 9. Telephon 95. Uuentgeltliche Arbeitsvermittlung 7. Januar 1910. && lönnen eingestellt werden: 1 Schneider, 1 Lauffrau, 1 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Schloffer, 1 Tapezierer und Polsterer, 1 Kaufmann. Es suchen Arbeit: 1 Bureaugehilfe, 1 Maurer, 1 Weißbinder, 1 Schmi.d, 2 Bäcker, 1 Spengler, 2 Tapezierer und Polsterer, 1 Sait ler, 2 Zimmerleute, 1 Wagner, 4 Bauschlosser, 1 Anstretcher und Lackierer, 2 Eisendreher, 5 Hausburschen, 20 Arbeiter, 4 Lauffrauen, 1 Laufmädchen, 2 Dienstmädchen, 1 Haushälterin. Lehrlinge: 1 Kaufmann. Frankfurter Intimes Theater kommt. Dir, Wallé. 31. Januar 1910, voi mittags 11 Uhr an uns gelangen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Steßen. am 7. Januar 1910. Großherzogliches Hochbauamt Nenbaubureau Frrenanstalt. J. V.: Schön. Visitkarten Eine Fvorzügliche Waffe Im Konkurrenz- Kampf ist ein wirkungsvoll abgefasstes Inserat am richtigen Platze. Derartige Vorschläge hat für Sie kostenlos die Firma Haasonsteln& Vogler A. G., Neues Stadt Theater Giessen. Direttion: Hermann Steingoetter. Dienstag, den 11. Jew. 1910. Anfang 8 Uhr. 12. Dienstag- Abonnements= Vorstellung Gafispiel von Fri. Maja Keubke vom Frantfurter Schauspielhaue. Romeo und Julia. Tragöde in 5 Aufzügen v. William Shakespeare. Anfang 8 Uhr. Ende 10% Uhr. Wegen Krankheitsfalles wird ge= geben statt Flottenmanöver Mittwoch, deu 12 Jan. 1910. Abends 7 Uhr. 11 Mittwoch Abonn.- Vorstellung Der lelige Coupinel Schwant in 3 Akten von Alexander Bisson. Anfang 7 Uhr. Ende 9 Uhr Verein für Sterbeunterstützung Gießen Vereiusdiener gesucht. Schriftliche Anmeldungen sind bis zum 31 d. Mts, an den 1. Vorsiz enden, Herrn H. Seidewand, Bleichstraße 15. einzureichen. Kaution erforderlich. Düngemittel. Tüchtig: Betsende gegen hohe Provision suchen Röber& Co. Düngemittel Gesells aft m. b. 5. Brankfurt a. 382., Mittelweg 27. Vollständige Transmission 2 Wellen, 3 Riemenscheiben n. 4 Lager billig zu verkaufer. Näheres in der Eybedition d. Bl. Sude zum 15. Januar ob. 2. Februar ein vedeutliches Mädchen vom Lande, im Alter von 16-17 Jahren. Frau Julius Stern, Wieseck, Wietenerstr. 143. Frankfurt a. M., Zell 48, I." Mösl. Zimmer zu vermieten. Walltorste. 67 II. Denkmal für Landgraf Ludwig V* Zum Fonds für obiges Denkmal gingen heute weitere 2000 Mt. von einem Gießener Bürger bei mir ein. Dem hochherzigen Spender sage ich für seine wiederholten Gaben herzlichsten Dank. Gießen, den 7. Januar 1910. Underberg Seongkomp Bong Bifan Mecum, Oberbürgermeister. Unentbehrlich für jede Familie! & B Vader A Underber Boonekamp Semper, idem, Fabrikaflon alleiniges Geheimniss der Firms: H.UNDERBERG- ALBRECHT Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Vilheim!!. am Rathhausein RHEINBERG am Niederrhein. Gegr. 1846. Anerkannt bester Bitterlikör! 24 Preis- Medaillen! Madan Underberg- Boonekamp. ausdrücklich: Kluge Frauen nehmen bei Periodenftörung meine garantiert unschädlichen, schnell wirkenden Sanosa Tropfen Diskreter Versard. von den einfachen Mustern bis zu den reizendsten Neu- Flasche Mr. 3.50, extra stark Mt. 5.50. heiten, schon zu 1.- Mk. das Hundert, werden schnell Apoth. 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