? utz Leipzig Ueberall erhältlich. & Fischer rösster Betrieb eser Branche im ossh. Hessen schanstalt det 1848 9a Tel. 627 " 1 553 e Läden. andt- Geschäft. sendungen werden Zentrale in h erbeten. moiden! iden! schläge! ich auf Wunsch Magen-, Verhlbeschwerden, owle an Hämoroffene Beine, C. leidet, mit, wie en, die oft jahre Leiden behaftet lästigen Uebeln ad befreit wurden. adAnerkennungsVOT. ster Klara, kmühlstrasse 26. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mr. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Leschalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83.-- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 132. som Bekanntmachung. - な der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). TH 751115 Samstag, 8. Oktober 1910 Amtliche Bekanntmachungen. Die nachstehenden Bestimmungen, die am 1. Oktober 1. Jahres in straft treten, bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 30. September 1910. Großherzogliches Polizeiam t. Gebhardt. Die gemäß§ 15 Abs. 3 der Branntweinsteuer- Befreiungsordnung von mir erlassenen Bestimmungen über Art und Anbringung des Verschlusses an Behältnissen des zum Kleinhandel bestimmten vollständig vergällten Branntweins werden nachstehend bekannt gegeben. Berlin, den 18. März 1910. Der Reichskanzler. J. V.: Wermuth. Bestimmungen über Art und Anbringung des Verschlusses an Behältnissen des zum Kleinhandel bestimmten, vollständig vergällten Branntweins. = 1. Vollständig vergällter Branntwein dars im Klein handel nur in Behältnissen von 50, 20, 10, 5 und einem Liter Raumgehalt feilgehalten werden, dte verschlossen und mit einer Angabe des Alkoholgehaltes versehen sind.(§ 109 des Branntweinsteuergesetzes.) 2. Die zum Kleinhandel mit vollständig vergällten Branntwein bestimmten Behältnisse müssen so beschaffen sein, daß nach Anlegung der vorgeschriebenen Sicherung( 3iff. 3) Branntwein nur durch eine Spuren der Gewalt hinterlass= ende Beschädigung entnommen werden kann. Diesen An= forderungen genügen am besten Behältnisse aus Metall, Glas, Ton oder ähnlichen Stoffen. Behältnisse mit einem Raumgehalte von 20, 10, 5 oder einem Liter dürfen nur emme Deffnung, solche mit einem Raumgehalte von 50 Liter dürfen höchstens zwei Deffnungen haben. Die Oeffnun Motoren gen müffen dicht verschließbar und so eingerichtet sein, daß gegen unbefugtes Einwirken auf den Inhalt eine besondere Sicherung angelegt werden kann. e und liegende für alle Brennstoffe Billigste Preise Ederinge Tourenzahl. Sehr günstige Zahlungsbedingungen. Iste Garantie. uch kostenlos! rankfurt a. M. erstr. 28. berall gesucht. llholz um Feueranmachen 1.15 pro Bentu n, Lollar misches' m Bingen Elektrotechnik, Brückenbau. fearkurse. matisht- Leidenden Dankbarkeit um Daß meiner lieben jahrelangen qual elben geholfen hat. rie Grünaner Bilgersheimer Be 2/11. gel eschäft Telephon 828 richtungen. infache lack. elu.Matratzen alter Polstereng reeller fachPolstermöbel auch 3. Als Sicherung sind zulässig Draht, Schnüre, Bänder 2c. aus Metall, Gespinsten, Pappe oder anderen haltbaren Stoffen, deren Enden durch einen Metallverschluß zu sammengehalten werden, an Behältnissen aus Holz Bleche, Scheiben oder dergleichen, die aber nicht aufzunageln, sondern auszupressen sind. Beim Anbringen müssen diese Metall- Verschl? sse, Bleche u. s. w. eine Prägung des bom Hauptamt bestimmten Kennzeichens( 3iffer 4) erhalten. Die Anbringung vorher geprägter Verschlußstücke ist nicht statthaft. Ein Lösen der Sicherung und in Sonderheit ein Abnehmen des Metallverschlusses darf ohne Hinterlassung von Spuren der Gewalt nicht möglich sein. 4. Das Kennzeichen besteht in einem großen lateinischen Buchstaben, der die Direktivbehörde, einem kleinen lateinischen Buchstaben, der das Hauptamt bezeichnet, und einer Nummer in arabischen Ziffern. 5. Jedes Behältnis muß eine nicht abwischbare, lichtund wasserbeständige Bezeichnung des Raumgehaltes sowie Revolution in Portugal. Die immer noch spärlichen Nachrichten aus Portugal lassen bis jetzt noch nicht erkennen, ob der Ausstand in Lissabon eine allgemeine Volkserhebung ist oder ob nur die Truppen und die Marine, die in und um die Hauptstadt versammelt sind, sich in Verbindung mit den Volksmassen meuternd gegen die Regierung und das Königshaus er= hoben haben. Aber wenn auch der Ausstand eine überwiegend örtliche Grundlage haben sollte, so ist bei dem geistigen und sittlichen Tiefstand des Volkes zu erwarten, daß das Schicksal der Regierung und des Landes tatsächlich auch in der Hauptstadt entschieden wird. Im besten Falle tönnten vielleicht die Truppen aus den verschiedenen Landes= gegenden noch einen Sturm auf Lissabon wagen. Aber die Aufständischen haben zu sorgfältig gearbeitet. Sie haben durch Zerschneiden der Telegraphendrähte jede Mittlung nach dem Innern des Landes unmöglich gemacht und da durch zum mindesten Zeit gewonnen, um in der Nähe des föniglichen Schlosses einstweilen eine Entscheidung herbeizuführen. Nach den vorliegenden Meldungen war die Bevölkerung durch den glänzenden Empfang des Vertreters der brasilianischen Republik, des Marschalls Hermes da Fonseca, bereits für republikanische Kundgebungen genüg end vorbereitet. Die Verschwörer fanden daher überall willige Helfer, und da ein Teil der Truppen sofort zu ihnen überging und die treu gebliebenen später folgten, so gelang es den Republikanern, sich zum Herrn der Stadt zu machen. Der Teil der Truppen, der seinem Fahneneid treu blieb, hat den Meuterern tapfer Widerstand geleistet und erst die Waffen gestreckt, als 8000 republikanisch gesinnte Bauern in die Stadt eindrangen. Die einzelnen Phasen des Aufruhrs schildern folgende Nachrichten: Lissabon, 5. Oft. Das 16. Infanterie- Regiment und die Artillerie revoltierten Dienstag früh und verlie ßen die Kasernen. Es kam zu einem Zusammenstoß mit der Munizipalgarde. Am Nachmittag war die Lage noch unentschieden. Für die Republik hatten sich mehrere Regimenter, zwei Kriegsschiffe und die Marinekaserne erklärt; dagegen hielten fönigstreue Truppen das Zentrum Hauptstadt besetzt; auch wird der Abmarsch der Provinztruppen auf die Hauptstadt, die für die Regierung fechten wollen, gemeldet. Das Schloß Necessidades wurde bombardiert. der Lissabon, 5. Okt. Während der Nacht von Dienstag auf Mittwoch dauerte das Gewehr- und Geschüßfeuer unausgesetzt fort und verstärkte sich mit Tagesanbruch noch eine Angabe derjenigen Stärke nach Gewichtsprozenten aufweisen, welche das Alkoholometer in dem vollständig vergällten Branntwein bei 15 Grad Wärme nach Celsius anzeigt; daneben darf auch noch die Alkoholstärke in Raumprozenten angegeben werden. Die Bezeichnung des Raumgehalts sowie die Angabe der Stärke fann auch auf Etiketten erfolgen, die mit Klebstoff auf den Behältnissen befestigt werden. Einer amtlichen Eichung der Behältnisse bedarf es nicht. Abweichungen von der Raumgehaltsangabe sind | zulässig: bis zu einem Liter für Behältnisse von 50 Liter Raumgehalt, " " 0,50 20 " " 1 " 0,40 10 " 17 " " 1 0,25 5 " 1 17 " " 1 " 17 "! 0,07 " 1 " 1 " einem„, Abweichende Angaben hinsichtlich der Stärke des voll= ständig vergällten Branntweins sind zulässig bei Behält= nissen aus Holz bis zu 3 Hundertteilen, bei Behältnissen aus anderen Stoffen bis zu 1,6 Hundertteilen. Die wirkliche Stärke darf niemals hinter der in§ 15 Abs. 4 der Branntweinsteuer- Befreiungsordnung vorgeschriebenen Mindestgrenze zurückbleiben. 6. Wer Behältnisse der angegebenen Art mit vollstän= dig vergälltem Branntwein für den Kleinhandel befüllt, ist verpflichtet, die Behältnisse im Anschluß an die Befüllung unter Anbringung der vorgeschriebenen Sicherungen( 3iff. 3) zu verschließen und mit einer Bezeichnung des Raumge= halts und Angabe der Stärke des Branntweins( 3iffer 5) zu versehen. 7. Wer Behältnisse nach Ziffer 6 befüllen und verschließen will, hat dies vorher dem Hauptamt und der Ortspolizeibehörde schriftlich anzumelden und dabei den Raum anzugeben, in dem die Behältnisse befüllt und die Sicherungen angebracht werden sollen. 8. Das Hauptamt trägt die Anmeldung in ein Verzeichnis ein, erteilt über sie eine Bescheinigung und bestimmt das Kennzeichen( 3iffer 4), das an den Verschlüssen( 3if3) anzubringen ist. 9. Das Befüllen der Behältnisse darf nicht in dem Raume vorgenommen werden, in dem der Branntwein feilgehalten wird. 10. Die Sicherungen sind anzubringen, bevor die Behältnisse in den zum Feilhalten bestimmten Raum geschafft werden. Wer ausweislich des Kennzeichens die Sicherung angebracht hat, haftet für die Richtigkeit des Inhalts der Behältnisse. der 11. Sicherungen, die von Beamten aus Anlaß Nachprüfung abgenommen werden, sind durch amtliche Verschlüsse zu erseßen, wenn derjenige, bei dem nachgeprüft wird, keine Einrichtungen besißt, um neue Sicherungen anzulegen. 12. Die Steueraussicht regelt der§ 28 der Brannt= weinsteuer- Befreiungsordnung. 13. Zuwiderhandlungen werden nach den Vorschriften im siebenden Abschnitt des Branntweinsteuergeseßes bestraft. 14. Werden die Fehlergrenzen( 3iffer 5) absichtlich ausmehr. Alle Zugänge zur inneren Stadt sind gesperrt. Die Aufständischen, welche in der Nähe von Avenida de Liberdade gelagert hatten und denen man die Zugänge zum Innern der Stadt durch die Avenida abschnitt, nahmen einen anderen Weg. Die aufständischen Schiffe beschießen andauernd bestimmte staatliche Gebäude, besonders das Marinearsenal. Die Zahl der Toten aus der Nacht ist groß. Allenthalben werden Rufe:„ Es lebe die Republik!" laut. Nachrichten aus der Provinz kommen nicht in die Stadt. Um 11 Uhr versuchten die Aufständischen, welche oben in der Avenida de Liberdade lagerten, in die innere Stadt einzudringen, wurden aber von tänigstreuen Truppen zurückgewiesen. Abends herrschte in der Stadt Ruhe. Man hört aber andauernd Gesch ü ß- und Gewehrschüsse. Die elektrische Beleuchtung ist unterbrochen. Der verab schiedete Admiral Carlos Reis befehligt die Aufständischen. Die Kreuzer" Adamastor“ und„ Sao Rafael", sowie die Matrosentaserne Alcantara haben noch immer eine rote der Fahne gehißt. Wagen vom Roten Kreuz und von Feuerwehr sammeln allenthalben Verwundete und Tote. Die Kriegsschiffe der Aufständischen, die auf die Stadt, besonders auf die Ministerien, die die Praca commercie umgeben, und auf das Königsschloß Necessidades feuerten, richteten großen Schaden an den Gebäuden an; auch der Turm der Kirche von Necessidades ist zerstört. Mit Ausnahme der Dörfer Barreiro und Betubal auf dem anderen Ufer des Tajo, Lissabon gegenüber, wurden Unruhen aus anderen Orten Portugals nicht gemeldet. Lissabon, 5. Oft. Heute vormittag 8 Uhr haben die der Regierung bis dahin treu gebliebenen Truppen, die sich auf dem Don Pedroplate befanden, mit den Revolu tionären gemeinsame Sache gemacht und sind nach der Kaserne zurückgekehrt. Die Menge brach in Beifallskundgebungen aus und rief:„ Es lebe die Republik!" * Die Proklamierung der Republik. Sobald die Aufständischen sich in Lissabon behaupten zu können glaubten, riefen sie die Republik aus und bil Beten eine provisorische Regierung, welche wie folgt sammengesett ist: zuTh. Braga, Präsidentschaft; Alfonso Costa, Justiz; B. Machado, Aeußeres; Brazilio Telles, Finanzen; Antonio Luiz Gomez, öffentliche Arbeiten; Oberst Barreto, Krieg; Antonio Jose Almeida, Inneres; Amarae Azevon Lissabon: vade Gomes, Marine; Zivilgouverneur Enzebio Leao. Die neue auf dem Stadthause gehißte Flagge wurde von der Feldartillerie salutiert. 21. Jahrg. genutzt, um den Abnehmer des vollständig vergällten Branntweins zu täuschen, so kann die Direktivbehörde dem Schuldigen die Befugnis entziehen, Behältnisse mit vollständig vergällten Branntwein mit der vorgeschriebenen Sicherung zu versehen. 15. Die vorstehenden Bestimmungen treten am 1. Ottober 1910 mit der Maßgabe in Geltung, daß die zum Feilhalten vollständig vergällten Branntweins vor dem 1. Oftober 1909 im Gebrauche gewesenen Behältnisse bis zum 30. September 1912 auch dann weiter benutzt werden dürfen, wenn sie der Bestimmung über den Raumgehalt( 3iffer 1) nicht entsprechen, vorausgeseßt, daß sie durch Anbringung der in Ziffer 3 vorgesehenen Sicherungen verschlossen werden können(§ 150 des Branntweinsteuer- Ge setzes,§ 15 Abs. 3 der Branntweinsteuer- Befreiungsord= nung). Bekanntmachung. Das bereits am 1. Oktober d. J. fällige Heugrasgeld von den städtischen Wiesen 2c vom Rechnungsjahre 1910 fann innerhalb 8 Tagen noch ohne Mahnkosten bezahlt werden. Gießen, den 7. Oktober 1910. Stadtkasse Gießen. Mäser. Bekanntmachung. Die unterm 21. September 1910 angeordnete Sperre der Sandgasse von der Neustadt bis an das Gail'sche Spribenhaus wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 3. Oktober 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Die unterm 8. August 1910 angeordnete Sperre des Großen Steinweges und des Eichwegs wird hiermit auf= gehoben. Gließen, den 3. Oktober 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Die unterm 30. September 1910 angeordnete Sperre der Krofdorferstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 6. Oktober 1910. Großh. Polizeiam t. Gebhardt. Bekanntmachung. Die unterm 20. Juli 1. Js. angeordnete Sperre der Hammstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 6. Oktober 1910. Großherzogliches Polizeiam t. Gebhardt. Lissabon, 6. Oft. Die provisorische Regierung setzt ihre durch die Lage bedingten Maßnahmen fort. Sie hat bereits für sämtliche Provinzen die Zivilgouverneure ernannt. Der brasilianische Präsident Hermes da Fonseca machte heute in Begleitung des neuen Ministerpräsidenten Braga eine Automobilfahrt durch die Straßen von Lissabon. Die provisorische Regierung hat den fremden Ge sandten die Proklamation der Republik notifiziert. Lissabon, 7. Oft. Die Republikaner sind überzeugt, daß die Republik in ganz Portugal triumphieren wird. Der Minister des Aeußeren ist in Lissabon eingetroffen und sprach sich für die Aufrechterhaltung des Bünd nisses mit England aus. Der bisherige Ministerpräsident Teireira de Souza wurde durch einen Granatsplitter verwundet. Eine Anzahl von Offizieren wurden von den Reund publikanern in Haft gehalten, unter Anderen Ayres Ornellas, Minister unter Franco. Die neue Regierung erhält immer mehr Anhänger, insbesondere erklärte sich der Kommandant der Befestigungswerte in Lissabon für sie. Der Kriegsminister besichtigte die militärischen Posten. Ausländische Post ist seit drei Tagen nicht eingetroffen. Die erste Arbeit der neuen Regierung war die Herstellung der allgemeinen Ordnung, später sollen die Kammer= wahl zur Genehmigung der neuen Verfassung und die Provinzial- Wasserwerk geht seiner Vollendung im Rohbau Führer der altrepublikanischen Partei, der jeßige Minister des Auswärtigen, Machado, in Aussicht genommen. Lissabon, 7. Oft. Die Partei der dissentierenden Progressisten löste sich auf und ihr Führer Alpoim ertärte sich für die Republik. Die Munizipalgardisten werden, obwohl sie sich für die Republik erklärten, entwaffnet. Als die Minister von der tatsächlichen Macht Bestß ergriffen hatten, stellten sich fast alle früheren Beamten wieder ein. Die Polizei wurde im Augenblick des Revolutionsausbruches aufgelöst und die Polizeiwache geplündert. Es geht das Gerücht, daß Admiral Reis, einer der Förderer der Revolu tion, Selbstmord verübt habe. Lissabon, 7. Oft. Der Herzog von Oporto schiffte sich in Cascaes ein. Weinend sagte er, er verlasse mit tiefem Schmerze das Volt. Er schob die Schuld an dem Verfall der Monarchie auf den verhängnisvollen Einfluß seiner Schwägerin, der Königinmutter, und erklärte, daß es ihm nicht möglich gewesen sei, seinem Neffen liberale Ratschläge zu geben. In Ericeira gingen der König und die Königinmutter an Bord. Der König verabschiedete sich mit Handschlag von der Fischereibevölkerung, doch augenscheinlich froh, mit dem Verlust der Krone davonzukommen. Die Königin soll zähneknirschend mit Rache bei der Rückkehr gedroht haben. * Gibraltar, 7. Oft. König Manuel, die Königinmutter Amelie, sowie die Königin Großmutter Maria Pia und der Herzog von Oporto sind gestern Abend 11½ Uhr in Gibraltar angekommen und haben sich sofort zum englischen Gouverneur begeben. * Berlin, 6. Oft. Im Auswärtigen Amt sind nunmehr von unserem Gesandten in Lissabon amtliche Meldungen eingegangen, die sich aber doch wohl ausschließlich was beachtenswert ist auf den vorgestrigen Tag beziehen. Danach ist bis jetzt keine Meldung über die Vernichtung von deutschem Eigentum oder über die Schädigung von Leib und Leben deutscher Untertanen eingegangen, so daß sich vorläufig die Entsendung eines deutschen Schiffes erübrigt. Ueber den Verbleib der Person des Königs liegt etwas Sicheres nicht vor, jedoch ist anzunehmen, daß er weder in den Händen der Republikaner, noch an der Spitze einer monarchischen Gegenbewegung steht. Wäre das letztere der Fall, dann müßten die Monarchisten einen Gegenschlag tun, was aber bis jetzt noch nicht der Fall zu sein scheint. Für die Republikaner wäre die Gefangennahme des Königs eine Quelle von Verlegenheiten, weil sie dann die Intervention Englands zu befürchten hätten. In der Frage, ob Republik oder Monarchie, dürfte eine Intervention auch von englischer Seite nicht beabsichtigt sein. Spanien, das recht naheliegende Interessen verteidigen muß, hat einen Grenzüberwachungsdienst eingerichte und das Kriegsschiff " Numantia" nach Lissabon entsandt. Bum Barenbesuch in Friedberg | Prinz Sigismund von Preußen, der zweitälteste Sohn des Prinzen Heinrich von Preußen, ist am Mittwoch, morgens, von Kiel kommend, im hiesigen Schloß eingetroffen. Die Großherzogin hat sich nachmittags beim Tennisspiel in Bad Nauheim, zu dem die russischen und die hessischen Herrschaften im Automobil von Friedberg gefahren kamen, den Fuß verrenkt. Sie hatte starte Schmerzen und wurde im Tragstuhl nach dem Auto gebracht und alsbald nach dem Schloß Friedberg zurückgefahren. Von der Großherzogin wird nachträglich folgende schöne Tat bekannt: Die hohe Frau faufte fürzlich bei einer hiesigen Firma eine gestickte Bettdecke, die in der Auslage ihre Aufmerksamkeit erregt hatte, für 30 Mart. Sie erfundigte sich, wo die Decke gearbeitet wurde. Es wurde ihr gesagt, daß sie von zwei taubstummen Geschwistern namens Spier gearbeitet wäre, die mit dieser Arbeit ihren 90jährigen, schon lange erblindeten Vater unterstüßten. Am gleichen Tage trafen vom Schloß weitere 50 Mark für die beiden taubstummen Geschwister, sowie eine größere Bestellung von der Großherzogin ein. Lokales. Gießeu, 8. Oktober 1910. * Bei der Gießener Handelskammer sind in diesem Jahre 3 Neuwahlen erforderlich, da die Amts- zeit der Handelskammermitglieder Kommerzienrat Schirmer, Fabrikant Zurbuch und Kaufmann Röhr mit dem Ende dieses Jahres abläuft. Wahlberechtigt zu der Stadtver= ordnetenwahl in Gießen ist jeder, welcher hier, von dem Wahltage ab rückwärts gerechnet, 4 Jahre ansässig ist. ** Die Stellungnahme mehrerer Vereine zu den hiesigen Stadtverordnetenwahlen ist nunmehr erfolgt. Der nationalliberale Verein beschloß am Donnerstag, ein Zusammengehen der bürgerlichen Parteien, getrennt von den Sozialdemokraten, bei der nächsten gemeinsamen Tagung der Vertreter der einzelnen Vereine zu empfehlen. An demselben Tage befaßten sich auch der Riegelpfad und der Seltersbergverein mit den Wahlen. Hier erflärte man sich mit dem Vorgehen des Bürgervereins, also mit einem Zusammengehen der hiesigen Vereine, einver= standen. Von den Sozialdemokraten verlautet bis jetzt nur soviel, daß sie voraussichtlich nur Parteigenossen als Stadtverordnetenkandidaten aufstellen werden. Uebrigens dürfte das von den Freisinnigen und den Bodenreformern ge= wünschte Bündnis mit der Sozialdemokratie in Gießen nur wenige Verteidiger finden, da der Ton, den die sozialdemokratischen Blätter gegen das Bürgertum anzuschlagen pflegen, hinreichend bekannt ist. tig infolgedessen die Annahme der früheren Flugkünstler war, mittels an den Schultern und Armen befestigter Flü gel sich in die Lüfte zu erheben. Der Sprecher entwarf nun ein anschauliches Bild von der heutigen Flugtechnik und befaßte sich mit den Flugversuchen Lilienthals und der Brüder Wright, welch letztere mit ihrem Doppeldecker im Gegensatz zu dem ersteren, welcher bei einem Fluge aus einer beträchtlichen Höhe abstürzte und tot liegen blieb, die ersten Erfolge errangen. Am Schluß seines Vortrages zu der Entwickelung der Flugtechnik übergehend, beschäftigte sich der Redner u. a. mit den Flugmaschinen Bleriots und Farmans. Zahlreiche Lichtbilder unterstüßten die Ausführungen des Vortragenden, welche in Steins Saalbau zahlreiche Zuhörer versammelt hatten. ** Im Seltersweg ist wieder mit dem Ab= bruch eines der alten Häuser begonnen worden, das einem modernen Neubau, wie ihn diese Hauptverkehrsstraße schon viele aufweist, weichen muß. Wenn man auch aus Gründen der Pietät bedauern muß, daß diese alten Gebäude mehr und mehr verschwinden, so ist die durch Aufführung von Neubauten erfolgende Verschönerung des Straßenbildes doch sehr zu begrüßen. * Vom hess. Schulwesen. Zurzeit haben über 200 Lehramtsreferendare und Assessoren, die schon vor 4. Jahren ihre Universitätsstudien beendeten, noch keine dauernde dienstliche Verwendung erhalten. Besonders sind Altphilologen, Mathematiker und Naturwissenschaftler im Großherzogtum zur Genüge vertreten. ** Die hiesigen Bäckermeister haben sich zu einer Bezugsgenossenschaft zusammengeschlossen und außerdem eine Sterbefasse gegründet. Aus Hessen und Nachbargebiet. Grünberg. Ein von Butzbach hier eingetroffener Zug der Nebenbahn überfuhr das Führwerk des Gastwirts Wagner, das in Trümmer ging, wobei W. schwer verletzt wurde. Er kam in die Gießener Klinik. * Reichs banknebenstelle. Am 24. Oktober d. Is. wird in Haspe eine von der Reichsbankstelle in Hagen( Westf.) abhängige Reichsbantnebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverdehr eröffnet werden. * Muschenheim. Bei der stattgefundenen Gemeinderatswahl siegten die Kandidaten der Partei des Bürgermeisters Becker. * Gambach. Zum vierten Male wurde hier Herr Reuhl einstimmig als Bürgermeister wiedergewählt. * Bauernheim. Bei der Bürgermeisterwahl ist Herr August Gustav Walther, der Schwiegersohn des Altbürgermeisters Treut, einstimmig zum Bürgermeister ge wählt worden. * Trais Horloff. Das Maschinenhaus zum Provinzial- Wasserwerk geh, seiner Vollendung im Rohbau entgegen. Der Rohrstrang liegt bereits von hier bis AssenDie heim und von Nieder- Wöllstadt gegen Frankfurt. Strecke Assenheim- Nieder- Wöllstadt wird gegenwärtig_ge= legt. * Zahlreiche Kranich e kreuzten auf ihrem Zug nach Süden das Lahntall Auf den Straßen, welche einen freien Ausblick gestatteten, hatten sich infolgedessen ( der Vorgang geschah am Donnerstag nachmittag) zahlreiche Gruppen gebildet, welche den Flug der Vögel verfolgten. * Buzzbach. Der Schweinemarkt war verhältnismäßig gut befahren. 7-8 Wochen alte Ferkel wurden mit 45-55 Mt., Sprenger mit 70-75 Mt. pro Paar bezahlt. * Aus der Wetterau. Die Kartoffel- und Zuckerrübenernte ist hier in vollem Gang. Sehr reichlich ist der Ertrag der Zuckerrüben, wenn auch, veranlaßt durch den nassen Sommer, der Zuckergehalt geringer ist. Die Spätkartoffel gibt eine Mittelernte, der Preis für das Malter beträgt 6 Mart. tt Stadttheater. Alle die Björnsons Lustspiel Wenn der junge Wein blüht" noch nicht gesehen haben, seien darauf aufmerksam gemacht, daß die Vorstellung des Wertes morgen Nachmittag bei kleinen Preisen die letzte Gelegenheit dazu bietet. Unsere Bühne war im vergangenen Winter bekanntlich eins der ersten Theater, die das interessante Wert brachten, das sich jetzt wohl sämtliche deutDie Abendvorstellung von schen Bühnen erobert hat. " Verschwender" findet unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Infanterie- Regiments statt. Besonderes Interesse dürfte erregen, daß die speziell für die Aufführungen von „ Försterchrist" engagierte Operettensoubrette Frl. Hegermann sich durch Einlagen zweier Lieder aus„ Figaros Hochzeit" einführen wird. * Engelrod. Unsere Gemarkung ist die einzige im hohen Vogelsberg, in der noch Flachs gezogen wird, aber auch nur noch in ganz geringen Mengen. Wie in den benachbarten Orten, macht er auch hier dem Anbau von Winterroggen Play. Dieses Jahr waren nur noch wenige Morgen mit Flachs bestellt. * Ulfa. Eine dieser Tage hier stattgefundene Ackerversteigerung brachte den Nachweis, wie mit der besseren Verwertung aller landwirtschaftlichen Produkte auch die Objekte eine ganz bedeutende Preissteigerung erfahren haben. Während der Besitz des glücklichen Versteigerers von Sachverständigen auf etwa 12 000 Mt. abgeschätzt worden war, löste er mehr denn 20 000 Mark bei dem Verkaufe seiner Grundstücke. * Gonterskirchen. Um jede Typhusgefahr für die Zukunft zu beseitigen, hat die Gemeinde endgültig die Errichtung einer Wasserleitung beschlossen. Die Kulturin spektion Gießen hat das Projekt ausgearbeitet, noch in diesem Herbst kommt es zur Ausführung. ** Vortrag. Die hiesige Freidenter- Vereinigung veranstaltete am Donnerstag einen Vortragsabend, in dem der Schüler des Naturforschers Häckel- Jena, Aug. Ka hl= Hamburg, über„ Vom Urvogel zum Aeroplan" sprach. Der Redner behandelte in der Einleitung seiner Ausführungen die Urgeschichte der Vögel und beschrieb u. a. eingehend Reptilien der Jurazeit, in welchen er die Stammtiere unserer Vogelwelt erblickte. Nachdem der Vortragende hierauf zu dem eigentlichen Urvogel der Kreidezeit übergegangen war, zeigte er, wie gänzlich verschieden der Bau der Bögel von dem des Menschen ist und wie vollkommen unrich * Büdingen. Auf dem Rinderbügerhof nahm der Schlächter Feßberger die Notschlachtung einer an Milzbrand erkrankten Kuh vor und beging die Unvorsichtigkeit, das blutige Messer in den Mund zu nehmen. Er zog sich da= durch eine Infektion zu, die seinen Tod herbeiführte. Der Pächter, der bei der Schlachtung Hilfe geleistet hatte, verietzte sich mit einem blutigen Messer an der Hand und ist gleichfalls schwer an Blutvergiftung erkrankt. * Büdingen. Der von dem neuen Obstbauverein für den Kreis Büdingen veranstaltete Obstmarkt war aus 15 Orten des Kreises reich beschickt. Obwohl große Men gen Obst vorhanden waren, wurde doch alles verkauft. Die Obstzüchter erzielten hohe Preise; die besten Sorten Tafeläpfel tosteten 84 11 Mt., Wirtschaftsäpfel 4-7 Mark der Zentner. Der Obstmarkt soll eine ständige Einrichtung werden. Sof Sch eine recht interef dekultur.*)- wirte zum Borb find, beffere Bö wirt vom Hof G ben Ratschlägen fhaftswissenschaf nicht blindlings deren Stellen y geht über e fuche ist in Sch besonders welche diese Wirtschaft Man ftaunt, Heidesandboden, fahnuden die no erfolgter Boden Thomasmehl- Ka gen zahlreiches, ben Spätherbst lich auf den G wieder das alte Spiel. Nachher in der parlamentarischen Hochsaison aber zeigt es sich dann meistens, daß man mit der Zeit nicht auskommt. So haben wir seit langer Zeit die famose„ Kontingentierung" der Etatsberatungen, wobei wichtige Erörterungen, besonders die sozialpolitischen Gesamtberatungen zum Etat des Reichsamtes des Innern, zu furz kommen. * Berlin. Eine Novelle zum Reichsbeamtengeset dürfte in der nächsten Tagung des Reichstages eingebracht werden. Sie wird entsprechend einer Anregung des Reichstages das Wiederaufnahmeverfahren im Disziplinarverfahren für Reichsbeamte im Sinne der Strafprozeßordnung einführen. Dieses Wiederaufnahmeverfahren ist durch das geltende Gesetz im Disziplinarverfahren für Beamte ausgeschlossen, da ein anderes Mittel als die Berufung nicht eristiert. * Berlin. Die Justizkommission des Reichstages brachte die Beratung des Gerichtsverfassungsgesetzes zu Ende. * Berlin. In Moabit, wo es in den letzten Tagen ruhig geworden war, kamen am Donnerstag wieder Zusammenstöße zwischen Arbeitswilligen der Kohlenfirma Kupfer u. Co. und Streikenden vor, welche Mißhandlungen der ersteren zur Folge hatten. Wegen dieser Ausschreitungen wurden 8 Personen unter ihnen organisierte Arbeiter, verhaftet. Jetzt befinden sich 64 Angeschuldigte in Untersuchungshaft; sie sind zum Teil geständig. * Darmstadt. Die Stadtverordnetenwahlen finden am 8. November statt. Im ganzen sind 18 Stadtverordnete zu wählen. Zwölf scheiden aus und 6 Siße sind erledigt. * Darmstadt. 60 junge amerikanische Forstleute werden wieder Anfang November hier eintreffen, um sich in dem Forstfach auszubilden. Für die hessische Oberforstbehörde bedeutet dieser wiederholte Studienbesuch eine hohe Anerkennung ihrer ausgezeichneten Leistungen." * Hanau. Die Stadtbehörde hat an den Reichskanzler, den Minister für Landwirtschaft und den Bundesrat eine Eingabe gemacht, in der gebeten wird, alle zu Gebote stehenden Mittel zu ergreifen, um die nunmehr als dauernd zu bezeichnende Fleischteuerung zu be seitigen oder doch zu mildern. * Aus Rheinhessen. Der rheinhessische Obstmarkt weist eine starke Anfuhr in Aepfeln und Zwetschen auf. Trotz des starken Angebots sind die Preise durchweg hoch. Für den Zentner Eiseräpfet wurden in letter Zeit 6-7 Mi., Kohläpfel 6-7 Mt., Bohnäpfel 5-6 Mt., Kasseler Reinetten 6-7 Mart, Goldparmänen 8-10 Mt., Ka= nada Reinetten 8-9 Mt., Mostäpfel 4-4,50 Mt., Birnen 6-7 Mark erlöst. Feinere Sorten und Spalierobst erbrachte in der letzten Zeit 12-20 Mt. der Zentner. * Hamburg. Der Friede in der Werstindustrie ist wieder hergestellt. Die Differenzen wurden am Donnerstag durch die zwischen den beiden Parteien vor einer Woche eingeleiteten Verhandlungen beigelegt. Die Arbeit auf den Wersten soll nächsten Montag wieder aufgenommen wer den. )( Nicht nur auf der Rennbahn, sondern auch auf der Straße ist die Marke Brennabor die erfolgreichste. Am letzten Sonntag wurden bei einer 60 Kilo meter- Kontrolltur der erste und zweite Plab, sowie bei der Fernfahrt„ Schwerin- Wismar- Rostock Schwerin" der erste Preis gewonnen. Auch wurden in Friedrichshagen bei Berlin gelegentlich der Austragung der Landstraßen- Meister= schaften diejenigen über 5 und 30 Kilometer von einem Brennaborfahrer gewonnen. * Mainz. Vor einiger Zeit hat eine größere Anzahl deutscher Städte einen Verband mit dem Sit in Düsseldorf gegründet zu dem Zweck, bei Geldbedarf sich eine gegenseitige Unterstützung bei mäßigem Zinsfuß angedeihen zu lassen. Die Stadt Mainz als Mitglied dieses Verbandes hat sich nun vor einiger Zeit an den Vorstand des Verbandes gewendet, um ein kurzfristiges Darlehen zu er langen. Auf Grund dieses Ersuchens erhielt Mainz von Mannheim ein Darlehen von 800 000 Mt., das bis zum 1. April 1911 zurückgezahlt sein muß. * Eiserfeld( Siegerland). Im hiesigen Ort und Umgegend macht sich ein Apfelschädling sehr bemerkbar. Eine kleine Raupe zerfrißt das Fleisch der Aepfel nach allen Richtungen im Gegensatz zu der Apfelmade, die meistens nur einen Gang macht, und zerstört die Kerne. Es ist die Raupe von Argyresthia conjugella, einer kleinen Motte. Ursprünglich kommt sie auf Ebereschen vor, befällt jedoch bei deren Nichtgeraten auch Aepfel. Es wäre wün schenswert, zu wissen, ob an anderen Orten der Schädling auch auftritt. Aus aller Welt. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, 7. Oftbr. 1910. Dem Betriebsleiter des Wilson'schen Tonwerts Hüttenberg bei Leihgestern ging ein Strafbefehl über 12 Mart zu, weil er entgegen einer Polizeiverordnung 32 galizische Arbeiter annahm, ohne dieses der Polizeibehörde anzuzeigen. Der Angeklagte erhob Einspruch und brachte vor, er habe geglaubt, die in Frage kommende Verordnung sei aufge- hoben. Das Schöffengericht hielt trotzdem ein Verschulden für vorliegend und wies den Einspruch zurück. Infolge Berusung des Angeklagten, kam die Straftammer zur Ver= werfung der Berufung, da der Angeklagte im Interesse der inländischen Bevölkerung, für die eine Ansteckungsgefahr be stand, verpflichtet gewesen wäre, sich über die einschlägigen Bestimmungen zu informieren. * Berlin. Der Reichstag soll nicht auf den 8. November, wie seinerzeit beschlossen, wieder einberufen werden; man hat mit Rücksicht auf den Stand der ihm vorliegenden Arbeiten beschlossen, den Wiederzusammentritt bis zum 22. November hinauszuschieben. Das ist alle Jahre In Rendel hat der Knecht Anton Sauter aus Sinsheim im Mai zwei und im Juli drei Paar Strümpfe, die zum Trocknen aufgehängt waren, gestohlen. Urteil: 3 Monate und 3 Tage Gefängnis. Der Taglöhner Anton Herbert von Ilbenstadt hat wäh rend einer Leichenfeier, sowohl bei der Einfegnung der Leiche, als auch auf dem Friedhof, den Vornamen des Verstorbenen laut gerufen. Auch hat er:„ Lebe hoch!" gerufen und:„ So ist's recht!" als der Kriegerverein eine Ehrensalve abgab. Als ihn der Polizeidiener zur Ruhe ermahnte, erging er sich in Beleidigungen gegen ihn. Der Angeklagte war angetrunken; auch scheint er geistig minderwertig sein. Das Urteil lautete auf 18 Tage Gefängnis und drei Tage Haft. zu Ein Standesbeamter hat die Trauung einer minderwertigen Braut vollzogen, ohne sich die Einwilligung ihres Vormundes einzuholen. Er wurde zu der Miñimalstrafe von 3 Mart verurteilt. In Gießen hat der Eisendreher Friedrich Paul Margraf aus Langenargen, gelegentlich des Besuchs einer Wirtschaft, eine Kassette gestohlen, in der er Geld vermutete. Als ihn der Sohn des Wirts festhielt, schlug und trat er diesen und Flüchtete dann. Im Arresthaus gab er einen falschen Namen an. Der Angeklagte schüßt Epylepsie vor. Er ist zwar geistig minderwertig, aber für seine Tat doch verantwortlich. Das Urteil lautete auf 1 Jahr und 7 Mon. Gefängnis abzüglich eines Monats Untersuchungshaft. Der jetzt in Ober- Schmitten tätige Lehrer Joh. Diehl aus Jugenheim, hat zu Gedern, wo er zuletzt stand, ein 10jähriges Mädchen mißhandelt, indem er es am Ohr riß, daß eine Wunde entstand, die zugenäht werden mußte. Ferner stieß er das Kind mit dem Kopf gegen die Wand und schlug es auch mit einem Stock auf Erm und Rücken. Von der Zeit an tränkelte das Kind und starb bald darauf an einer Gehirnkrankheit. Die Sektion ergab, daß die Ge hirnkrankheit schon vor der Mißhandlung bestanden hat, sodaß der Lehrer nur wegen Ueberschreitung des Züchtigungsrechts angeklagt wurde. Das Urteil lautete auf Mart Geldstrafe. Wissen Sie eine feine Cigarette zu schätzen? Dann verlangen Sie die Marke ,, Salem Aleikum". Durch die Tatsache, dass sich Fabrikant und Händler bei dieser Cigarette mit einem äusserst bescheidenen Nutzen begnügen, wird dem Raucher ein edeles und bekömmliches Fabrikat zu einem sehr mässigen Preise geboten. 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Das, was jeder Landwirt vom Hof Schwege lernen fann, ist, daß man sich nicht den Ratschlägen und Erfahrungen der modernen Landwirt schaftswissenschaft verschließen soll, daß man aber auch nicht blindlings alles nachzumachen braucht, was an deren Stellen von Nußen gewesen ist. Probieren geht über Studieren. Nur durch fortgesetzte Versuche ist in Schwege ermittelt worden, welche Stultur- und besonders welche Düngungsmaßnahmen nötig waren, um diese Wirtschaft allmählich in die Höhe zu bringen. an Man staunt, wenn man sieht, wie dort auf leichtestem HeidHeidesandboden, der früher faum für anspruchslose schnucken die notdürftigste Nahrung hervorbrachte, jetzt nach erfolgter Bodenbereicherung durch jährlich wiederholte starte Thomasmehl- Nainit- Düngung mit je 3-4 3tr. pro Morgen zahlreiches, wohlgenährtes Rindvich vom Mai bis in ben Spätherbst hinein ohne ein Pfund Beifutter ausschließlich auf den Grünlandsfulturen geweidet werden kann. *) Eine genauere Wirtschaftsbeschreibung von Hof Schwege in Form einer Broschüre ist erschienen im Verlag für Bodenkultur, Berlin. Preis 50 Pfg. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Geboren e. Sep. 25. Tapezierer Friedrich Bohling ein Sohn. " " 群 27. Fuhrmann Johann Linsenmann ein Sohn, hannes. Oft. 1. 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Oktober, begonnen werden. Die Anmeldungen dazu werden Montag, den 10. und Dienstag, den 11. Oktober, jedesmal vormittags von 11 bis 1 Uhr, und nachmittags von 4 bis 6 Uhr, bei dem Pfarramt jeder Gemeinde erbeten. Die Kinder aus der Militärgemeinde sind bei Pfarrer Schwabe( Kirchstraße 5), anzumelden. Auswärtige Schüler des Gymnasiums und des Realgymnasiums sind bei dem Pfarramt der Matthäusgemeinde ( Kirchstraße 1), solche der Ober- Realschule bei dem Pfarramt der Johannesgemeinde( Südanlage 8), anzumelden. Formulare zur Anmeldung sind bei den Schuldienern, sowie auf der Geschäftsstelle der Gesamtgemeinde( Kirch straße 1) zu beziehen. Die Eltern werden gebeten, das 2. Blatt abzutrennen und ausgefüllt mitzubringen. Katholische Gemeinde Samstag, den 8. Oktober. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen- heit zur heiligen Beicht. Sonntag, den 9. Oktober. 21. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags 6 Uhr: Gelegenheit zur bl. Beicht. Bormittags 7 Uhr: Die erste heil. Messe. Vormittags 8 Uhr: Austeilung der heiligen Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vormittags 11 Uhr: Heilg. Messe mit Predigt. Nachmittags 6 Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranzandacht mit Segen. Montag, Dienstag, Mattooch, Donnerstag, Freitag, Samstag abends um 6½ Úhr ist Rosenkranzandacht mit Segen. Grossh. Gewerbeschule, Giessen Abschlußprüfungen bor staatlicher Prüfungskommission. Das Wintersemester 1910-1911 beginnt am Montag, dem 24. Oktober d J8., vorm. 82 Uhr. Anmeldungen sind bis 20. Oktober an die Schallettang( Kirchstraße 16) zu richten. Der Aufsichtsrat: 2. Heyligenstaedt. Die Schulleitung: Traber. Freiwillig. Gail'sche Feuerwehr Feier des 55. Stiftungsfestes. Samstag, den 8. Oktober, abends 8½ Uhr Kommers: im Saale des Kameraden Krämer ,, Zur Stadt Marburg". Sonntag, den 9. Oktober, nachmittags 3 Uhr Ausflug nach dem Windhof. Der Vorstand. Dampf- Färberei Neues Stadttheater Chemische Wäscherei A AVAA Dekatur- u. Bettfedernliebt ein rosiges, jugendfrisch. 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Solisten- Abend: Herr Josef Szigeti aus Budapest( Violine), Herr W. Rehberg aus Frankfurt a. M.( Klavier). In der Aula. 9. Januar 1911: 3. Solisten- Abend: Herr Professor Max Reger aus Leipzig, Herr Professor Gustav Trautmann( 2 Klaviere 4 händig), Frau S. Fischer- Maretzki aus Berlin( Gesang). In der Aula. 22. Januar 1911: 2. Kammermusik- Abend: In der Aula. 5. Februar 1911: 2. Orchester- Abend: Solist: Herr Professor Hugo Heermann aus Berlin( Violine). Im Stadttheater. 21. n. 22. Februar 1911: 1. Chor- Konzert Judas Maccabäus, Oratorium von G. F. Händel: Solisten: Frau Schmidt- lliing aus Darmstadt( Sopran), Fräulein Klara Lion aus Frankfurt a. M.( Alt), Herr Otto Schwendy aus Berlin( Bass). In der Stadtkirche 9. u. 10. Konzert: 3. Kammermusik- Abend und 2. Chor- Abend, deren Daten noch bestimmt werden. 901 Als Orchester ist wieder gewonnen: Die durch weitere Künstler verstärkte Kapelle der Palmengarten- Gesellschaft in Frankfurt a. M. Der in jeder Beziehung wohlgelungene Verlauf des verflossenen Konzert- Jahres hat den Vorstand ermutigt, für das vorliegende ganz besondere Vorbereitungen zu treffen, wie die vorstehende Aufstellung der Konzerte und der verpflichteten vortrefflichen Künstler wohl vollauf_bestätigt. Da das nur mit grossen pekuniären Opfern zu ermöglichen war, so empfiehlt der Vorstand angelegentlichst die nachstehenden Abonnements- Bedingungen. So willkommen ihm auch der von Giessen und auswärts zuteil werdende Besuch einzelner Abende ist, so muss er doch unbedingt auf einen weiteren Zuwachs seines Abonnentenstammes sicher rechnen. Nur dann kann er seiner Aufgabe, die Kunst in Giessen zu fördern, gerecht werden. Abonnements- Einladung. Unseren geehrten Abonnenten bleiben die Plätze des Vorjahres in gleicher Anzahl und Abonnementsform reserviert, sofern nicht bis zum 21. Oktober 1910 Abänderungen beantragt werden. Gewünschte Aenderungen beliebe man vom 15. Oktober ab bei Herrn Ernst Challier geltend zu machen. Allen Wünschen wird, soweit irgend möglich, entsprochen werden. Ebenso beliebe man sich bei Neuanmeldungen vom 15. Oktober ab an Herrn Ernst Challier zu wenden, wo die Pläne offen liegen, sowie mündliche und schriftliche Auskünfte erteilt werden. dant Bedingungen und Preise: Abonnements werden nur an Mitglieder des Konzertvereins, des Akademischen Gesangvereins und des Saalbauvereins ausgegeben. Der Mitgliedsbeitrag beträgt Mk. 6. und wird auf die Abonnementspreise voll in Anrechnung gebracht. Die Entrichtung des blossen Mitgliedsbeitrags berechtigt zum Eintritt in die 3 KammermusikAbende des Trautmann'schen Trios, für nummerierten Platz ist ein Zuschlag von 3 Mk. zu entrichten. Den Mitgliedern des Akademischen Gesangvereins und des Saalbauvereins werden je 6 Mk. auf die Abonnementspreise angerechnet. Die Preise für die Abonnements betragen IV. Platz Abonnement für 10 Abende für 6 Abende I. Platz 30.- Mk 19.24.II. Platz III. Platz 25. Mk. 16. 20. Mk. 13.15.- Mk. 10. 79 " " 20.16.12.دو دو رو " ,, aaee für 8 Abende Diese Plätze sind sämtlich numeriert. Unnumerierte I lätze werden im Abonnement nicht mehr ausgegeben. Das Abonnement auf 6 Abende umfasst den 1., 2., 4., 6., 8. und 9. Abend. Das Abonnement auf 8 Abende ist nur für Mitglieder des Akademischen Gesangvereins, unter Wegfall der beiden Chorabende. Einzelpreise: II. III. IV. Stehplatz. für die Kammermusik 2.50 2.3.I. 4.3.50 für alle anderen Konzerte 5.4.Der Gine Sf „ Der deu ich glaube fo so schrieb der als Alexand preisgab, un den Kaiser a von Tilfit ei poleon auf zumachen suc Fehler, daß e er es ursprü hätte. In d preußischen Entscheidung in seine alter nachwirkende durch den An im Gegensatz was der Jah Weihe gibt. fähigkeit für der höchsten fi der Berliner 150000 Taler Aber die Erhebung der gründung ein fommen. Da Studierenden gering. Denn historischen T Gründung de durch Wilhel Meinung De daß das neue schaft zugewar versität dafür 1.50 Mk. 2.50 2.Bestreben fla 79 Neue Aula der Universität. Giessen, den 9. Oktober 1910, nachmittags 5 Uhr: Konzert des Hannoverschen Lehrer- Gesangvereins unter Mitwirkung des Dirigenten. Planist Emil Taegener und des Solo- Quartetts des Vereins. Dirigent: E. Taegener. PROGRAMM Die Kapelle II. Soio- Quartette: In einem kühlen Grunde Ich hört ein Vöglein Mailied, Polnischer Satz von Die schöne Schäferin. Mein Schätzchen I. Männerchöre: 0 Isis und Osiris In der Nacht Mozart Bünte Elfenlocken Bünte Kaiser Karl in dor Johannisnacht Der fahrende Scolar Hegar Hegar Rätsel Spiellied Satz von Winkelhake Jüngst Taegener Bünte Isoldes Liebestod Andante spianato, Polonaise Es- dur Clarus Silcher L. Geller Innsbruck; ich muss dich lassen. Satz von Das Ringlein sprang entzwei Minnelied Ich lehne mein Haupt Schlaf, Kindlein. Satz von Am Rheine ist Leben. Karten à 2 Mk. numeriert Satz von. Kreutzer Glück Ramrath Winkelhake Spangenberg Attenhofer III. Klaviervorträge: Bechstein- Fingel. Wagner- Liszt Chopin aus dem Magazin Wilh. Rupolph- Giessen. und à| Mk. unnumeriert sind in der Musikalienhandlung von Challier, Neuenweg 9, und vor Beginn des Konzertes an der Kasse zu haben. Ein Teil des Reinertrages ist für einen wohltätigen Zweck bestimmt. Albert Kasten Musiklehrer und Organist wohnt jetzt Kaiser- Allee 35 I. Unterricht wird erteilt in Klavier, Violine Harmonium verbunden mit Musik- Theorie. mit Patent- Mechanik ( System wie bei Flügel.):: Uebertreffen alle anderen durch eine leichtere wohlgefälligere Spielart und Ausdrucksfähigkeit im Spiel. Besitzen, trotz kl. Formats eine ausserordentliche Klangfülle, verbunden mit edelster Tonschönheit. Von ersten Musikautoritäten und massgebenden Fachleuten als schönster Flügel kleinen Formats anerkannt. Baldur- Pianoforte- Fabrik von Ferd. Schaaf, Fürstl. Schwarzbg. Hoflieferant, Frankfurt a. M. Leipzigerstr. 53. 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Gießener Zeifung Der Kampf um die Gründung der Universität Berlin. Eine Skizze zu ihrer Hundertjahrseier am 10. Oktober. [ Nachdruck verboten.] ,, Der deutsche Geist wird schließlich den französischen besiegen; ich glaube schon einige Anzeichen dieses Ausganges zu sehen", so schrieb der Franzose Charles de Villers in den Unglückstagen, als Alexander I. von Rußland das Bündnis von Bartenstein preisgab, und Napoleon nur aus Rücksicht auf Seine Majestät den Kaiser aller Reußen" dem König von Preußen im Frieden von Tilsit einen Teil seiner Länder zurückgab". Und als Napoleon auf St. Helena sich die Ursache seines Mißgeschickes klarzumachen suchte, tadelte er es als seinen verhängnisvollsten Fehler, daß er die Dynastie Hohenzollern nicht beseitigt habe, wie er es ursprünglich gewollt, und wie er es gefonnt und gesollt hätte. In der Tat hat die neue Verbindung des verkleinerten preußischen Staates mit dem aufstrebenden deutschen Geiste die Entscheidung gegeben, durch die Napoleon gestürzt und Frankreich in seine alten Grenzen zurückgedrängt wurde. Die bis heute nachwirkende Wiedergeburt des Staates Friedrichs des Großen durch den Anschluß an die Ideale der allgemeinen Kultur und im Gegensatz zu dem napoleonischen Frankreich ist es doch eigentlich, was der Jahrhundertseier der Universität Berlin ihre besondere Weihe gibt. Es erscheint als ein Symbol der Aufopferungsfähigkeit für die Zwecke der Kulturförderung, daß in der Zeit der höchsten finanziellen Not im Jahre 1810 der König den schönsten der Berliner Paläste und der Staat einen Jahresbeitrag von 150 000 Talern der neuen Hochschule überwies. Aber die Einwirkung des neuen Instituts auf die nationale Erhebung der Freiheitskriege, die schon 22 Jahr nach der Begründung einsetzte, konnte praktisch doch eigentlich kaum in betracht kommen. Dazu war die Zeit viel zu kurz und die Zahl der Studierenden, die sich von 44 auf 256 gehoben hatte, viel zu gering. Dennoch ist die Gedankenverbindung, die sich in der historischen Tradition festgesetzt hat, vollkommen berechtigt. Die Gründung der Berliner Universität hat schon gewirkt, ehe sie durch Wilhelm von Humboldt Gestalt gewann. Die öffentliche Meinung Deutschlands wußte schon seit den Tagen von Tilsit, daß das neue Staatsprinzip Preußens der Förderung der Wissenschaft zugewandt war, und es war auch vor Eröffnung der Universität dafür gesorgt, daß sich nationale Hoffnungen an dieses Bestreben klammerten. Wir dürfen bei Gelegenheit der Universitätsfeier diese Vorfrüchte ihrer Pflanzung nicht vergessen. Entscheidend war, daß dem König Friedrich Wilhelm III. nach den zunächst resultatlosen Besprechungen in Bartenstein und den ihn auch persönlich so tief herabseßenden Friedensverhandlungen in Tilsit die geschichtliche Idee" aufgegangen war, um die es fich handelte. Das schönste Wort, das wir von ihm haben, fand er in diesem Moment tiefsten Unglücks, als in Memel eine Deputation der Hallenser Professoren ihn bat, die dem preußischen Staat entrissene Universität nach Berlin zu verlegen. Das lehnte er ab mit der Begründung, daß in seiner Hauptstadt„ etwas anderes als eine bloße Landesuniversität", eine ganz neue Hochschule begründet werden müsse, weil der Staat durch geistige Kräfte ersetzen müsse, was er an physischen verloren hat". Wie dieses neue Institut aussehen sollte, war noch ganz ungewiß. Aber der Kabinettsrat Beyme erwarb sich das Verdienst, trotzdem den König zu veranlassen, durch eine königliche Verordnung seine Absicht, in Berlin eine allgemeine Lehranstalt zu stiften", sofort öffentlich bekannt zu machen. Allerdings hat der Freiherr von Stein, der nach dem von Napoleon erzwungenen Rücktritt Hardenbergs an die Spitze der Geschäfte trat, kein Verständnis für die Höhe des Ziels, das man bei den Beratungen in Bartenstein, Tilsit und Memel mit der Berliner Universitätsgründung verbunden hatte. Aber der Gedanke wurde von den fünf durch intellektuelle unbefangenheit und moralischen Schwung hervor= ragenden Männern, die damals in Ostpreußen das erste Programmi der Wiedergeburt Preußens entworfen hatten, festgehalten. Außer Hardenberg waren es Altenstein, der spätere langjährige Unterrichtsminister, Theodor v. Schoen, ein echter Kantianer, Niebuhr, der für geschichtliche Probleme lebendigen Sinn hatte, vnd der dichterisch veranlagte Staegemann. Sie wollten den Vorteil, daß damals die Deutschen in Literatur und Philosophie die Führung hatten und darin ihren Stolz erblickten, für die Sammlung neuer Kräfte im preußischen Lager ausnutzen und Ernst machen mit dem Schillerschen Worte:„ Es ist der Geist, der sich den Körper baut." Die nicht als Preußen geborenen Storyphäen des deutGift im Blut und Blutreinigungskuren. Nicht nur Hautkrankheiten rühren von unreinem Blute her, sondern die meisten Krankheiten überhaupt. Ist das Blut mit Giftstoffen geschwängert, so zeigt sich das durch irgend eine Erkrankung, und es hat in solchem Falle keinen Zweck, nur direkt den Sitz des Leidens zu behandeln, sondern das ganze Blut muß verbessert werden, es muß eine gründliche Kur erfolgen. Zu jeder Jahreszeit sind Blutreinigungsfuren am Platze, denn fortwährend häufen sich schädliche Giftstoffe besonders stark im Blute an und es ist deshalb für Leute, die an irgend einer Krankheit leiden, heiße sie wie sie wolle, von größter Wichtigkeit, jetzt eine solche Blutreinigungskur vorzunehmen. Nur sollte man sich von der veralteten und wissenschaftlich ganz unhaltbaren Ansicht losmachen, als sei ein beliebiges abführendes Mittel auch ein Blutreinigungsmittel. Abführmittel tönnen höchstens eine hartnäckige Verstopfung vorübergehend beseitigen, aber sie können nicht, wie es erforderlich ist, die chemische Zusammensetzung des Blutes verbessern. Man kann nämlich ruhig behaupten, daß etwa 9/10 aller Krantheiten, und zwar alle Stoffwechselkrankheiten, alle ent= zündlichen Zustände innerer Organe, alle durch Blut= stauung hervorgerufenen Leiden eine schlechte Blutmischung, mit anderen Worten Gift im Blut" als Ursache haben. Solche Leiden sind u. a. Gicht, Rhuema| Expedition: Gießen, Seltesweg 83 schen Geistes hineinziehen in die ideale Verschwörung gegen Napoleon war allerdings nicht so einfach. Goethe war als Verehrer des großen Korsen bekannt; Hegel hatte in ihm den Weltgeist zu Pferde" gesehen; Johannes v. Müller, der in Berlin als Historiker in solchem Ansehen stand, daß man ihm die Lebensbeschreibung Friedrichs des Großen übertragen hatte, ging in den Staatsdienst des Königreichs Westfalen über, das zum Teil aus dem Raube preußischer Gebiete zusammengesetzt war. Zuverlässige Bundesgenossen, die als anerkannte Führer zu den Höhen echter Wissenschaft von Bedeutung waren, hatte man außerhalb Preußens zunächst nur in Wilhelm v. Humboldt, der in Rom lebte, und Alexander v. Humboldt in Paris. Unter den Patrioten, die nach Ostpreußen geeilt waren, um an dem Aufbau des preußischen Staates teilzunehmen, waren der Philosoph Fichte, der Theologe Schleiermacher, der Jurist Schmalz, Scharnhorsts Schwager, die hervorragendsten Gelehrten. Zu ihnen gesellte sich der Philologe Süvern, der von Elbing nach Königsberg an die Universität berufen wurde. Mit diesen Männern verbunden und von ihnen beraten wagten die Staatsmänner des Hardenbergischen Kreises den kühnen Sprung ins Geisterland. In den Denkschriften, die damals Hardenberg, Altenstein, Niebuhr und Schoen für den König ausarbeiteten, kommt der Gedanke zum Durchbruch, der den eingangs erwähnten Franzosen beschäftigte. Das Bedeutsame daran ist, daß man sich über die teutonischen Tendenzen der Romantiker, der Sprachreiniger und der populären Wortführer Arndt und Jahn, so nützlich sie auch werden konnten, prinzipiell erhob zu den höchsten Zielen einer universellen Kultur, und daß man diese als politischen Kraftfaktor bewertete. Den Kern der Gedanken, die zur Gründung der Universität Berlin führten, bezeichnet Altenstein in seiner Denkschrift aus dem Sommer 1807:„ Es liegt in der als leitendes Prinzip angenommenen höchsten Jdee des Staates, daß er den höchsten Wert auf echte Wissenschaft und schöne Kultur lege. Frankreich, bei einer untergeordneten, auf bloße Kraftrichtung gerichteten Tendenz, kann die Wissenschaft und Kunst nicht von diesem reinen Standpunkte betrachten. Es ist mit solchen im Widerstreit, indem es solche zu einem niedrigeren Zweck zu gebrauchen sucht und sie entweiht. Die Wissenschaft und Kunst wird sich dereinst rächen, indem sie sich der höheren Tendenz anschließt und dieser den Sieg versichert. Preußen muß dies benutzen. Sehr wesentlich für die Erreichung des Zieles, durch die Pflege der Ideale der Menschheit die deutsche Nation für Preußen zu gewinnen, war die Zuversicht, mit der man die Mittel und Wege zum Aufbau der neuen Hochschule, die der Abschüttlung der Fremdherrschaft als Vorbereitung dienen sollte, in breitester Oeffentlichkeit diskutieren konnte. Fichtes deduzierter Plan einer in Berlin zu errichtenden höheren Lehranstalt" vnd Schleiermachers, Gelegentliche Gedanken über Universitäten im deutschen Sinn nebst Anhang über eine neu zu errichtende" erschienen 1807 und 1808 im Druck bei Berliner Verlegern, als die Stadt noch von Franzosen besetzt war. Altenstein urteilte ganz richtig, daß Napoleon bei seiner Denkart von dem Zusammenhange, in dem diese Schriften zu der künftigen Erhebung gegen ihn standen, eine Ahnung zu haben gar nicht fähig sei. In ihrer Idealogie, die Napoleon so gern verspottete, hatten die preußischen Gelehrten eine Tarnkappe, die sie vor ihm unsichtbar machte, und zwar um so sicherer, je ausführlicher ihre Schriften dem deutschen Publikum klarlegten, daß in Berlin etwas geschaffen werden sollte, was es bisher noch nirgends in der Welt gegeben hat. Darauf wurde besonderer Wert gelegt, das geistige Niveau des wissenschaftlichen Betriebes durch die Forderung einer philosophischen Vorbildung zu steigern, damit nicht der Gedanke aufkäme, es sollen die schon in Berlin bestehenden Spezialschulen, insbesondere die chirurgische, die Bauakademie und die Baugewerksakademie, zusammengelegt werden zur„ Universität", oder als wolle man die damals bestehenden 38 Universitäten in Deutschland um eine neue gleichwertige vermehren. Stand aber als Ziel vor Augen, durch Unterstützung des Staates die wissenschaftliche Produktivität ganz anders anzustacheln, als es früher geschehen war, und besonders den geistigen Meinungsaustausch zu beleben, so gab es doch noch andere Mittel als die Gründung einer Universität. Fichte wies auf die Akademie der Wissenschaften in Berlin hin, die an sich noch geeigneter sei, der ganzen Nation neue Wahrheiten zu erarbeiten, als eine auf Schulbetrieb angewiesene Körperschaft. Man brauchte dort ja nur die befähigtsten Köpfe in ihrem Gebiete arbeiten zu lassen, in einer Art, wie es z. B. jetzt dem Chemiker van't Hoff ermöglicht ist, und zugleich durch Belohnungen, Preise und strenge Kontrolle für geeigneten Nachwuchs zu sorgen, um die Akademie tismns, Zuderkrankheit, Korpulenz, sog. Blutarmut, die meisten Hautkrankheiten, Gallen- und Leberleiden, Herzleiden, Wassersucht, Nierenkrankheiten, Knochenschwund, Hämorrhoiden, Asthma, Beklemmungen, Kopfweh, kalte Füße, Neigung zu Katarrhen, Entzündungen der Atmungs- und Verdauungsorgane und viele andere. Wer einwenden wollte, daß unmöglich soviele verschiedene Krankheiten aus einer Ursache entstehen könnten, dem wäre zu entgegnen: Wenn das Blut nicht die richtige chemische Beschaffenheit hat, wenn ihm die so notwendigen Blutsalze fehlen, so fann es in der Lunge nicht genügend Sauerstoff aufnehmen, kann infolgedessen den Organismus nur ungenügend damit versorgen, daher alle Stoffwechselfrankheiten. Es kann ferner aus demselben Grunde die schädlichen Stoffe, vor allem die giftige Harnjäure, nicht hinausbefördern, dieselbe häuft sich im Blute an und macht es schwerflüssiger. Daher die Stauungskrankheiten, die Entzündungen und Herzstörungen. Jeder Arzt muß das bestätigen. Wird das Blut verbessert, gereinigt", so verschwinden diese Beschwerden. Welche wunderbaren Wirkungen eine solche Blutreinigungsfur hat, wollen wir an einigen Beispielen zeigen. Das beste und bekannteste Blutreinigungsmittel und Blutnährsalz ist Dr. med. Schröders Renascin"( gefeßlich geschützt). Viele tausende Dankschreiben beweisen es. Einige solcher Dankschreiben lauten: Ich kann Ihnen Mitteilung machen, daß meine Krankheit nach vierwöchentlichem Gebrauch von„ Renascin" gänzlich verschwunden Samstag, den 8. Oktober 1910. zur intensiven Bereicherung der Wissenschaft nutzbar zu machen. Vom Staate hochgeehrte Akademiker, deren wissenschaftliche Bedeutung anerkannt sei, könnten durch ihre Autorität viel weiter wirken als Dozenten in ihrem Hörsaal und allen Gebildeten etwas mitteilen von dem Feuer, das sie selbst beseelt. Hardenberg erklärte sich aber für eine Universität vorzüglicher Ausstattung, die auch von außerhalb Preußens her Studenten anlocken müßte, aber zugleich dem preußischen Staate die hochgesinnten Beamten ausbildete, deren man beim Umbau des Verwaltungssystems bedurfte. Hatte man aber nur diese beiden Zwecke im Auge, so empfahl sich nach der Ansicht vieler Patrioten die Neugründung eher in Brandenburg oder Havelberg, die an geblich für die Ausländer", wie Schleiermacher es ausdrückt, " gelegen sind, und wo man zum Besten der Universität allmählig große Fonds( aus den Stiftungen) einziehen könnte", wo aber auch sonst Vorteile für die Studenten gegenüber dem teuren Berlin vorgerechnet wurden. Hiergegen erhob aber Schleiermacher den einleuchtenden Einwand, daß man die Universität sofort in Gang setzen müsse und dazu ,, doch Bibliotheken, Sammlungen von alten Denkmälern, botanische Gärten, anatomische, mineralogische und zoologische Kabinette", wie sie in Berlin vorhanden sind, unentbehrlich seien.„ Was die Universität nach Berlin bringt, ist nicht die Hinsicht auf die künftigen Vorteile, sondern der Drang des Augenblicks." Schleiermachers Vorschläge haben ja schließlich über die Akademiereformpläne Fichtes und über die Bedenken der Praktiker und der Furchtsamen den Sieg davongetragen, weil Wilhelm v. Humboldt mit seiner Autorität in seinem Gutachten vom 10. Juli 1809 dafür eintrat und hervorhob, daß ,, die Absicht, eine Universität zu errichten, dem preußischen Staate allgemeines Vertrauen erworben habe". Selbst dann verzögerte sich die Eröffnung noch bis zum Oktober 1810. Aber das wahrhaft großartige der in den Unglückstagen von 1806 und 1807 angeregten Bewegung war, daß man mit der Herbeiziehung der geistigen Kräfte nicht bis zur glücklichen Erledigung der Vorfragen wartete. Inter arma silent musae ist ein altes Sprichwort. Für das besiegte Preußen traf es im Winter 1806 und im Sommer 1807 nicht zu. Der aus Berlin geflüchtete Schriftsteller Fichte hielt damals im Auftrage der Regierung philosophische Vorlesungen in Königsberg, während die Exprofessoren aus Halle angewiesen wurden, in Berlin vor einem gebildeten Publikum über interessante Gegenstände ihres Fachs vorzutragen. Fichte, der in der Stadt der reinen Vernunft für seine Wissenschaftslehre kein Verständnis fand, kehrte aus Kopenhagen, wohin er sich geflüchtet hatte, nach Berlin zurück und hielt dort im Akademiegebäude seine Reden an die deutsche Nation", obwohl er„ recht gut wußte", wie er an Kabinettsrat Beyme schrieb ,,, daß ebenso wie Palm ein Blei mich treffen kann". Sein Grundgedanke:„ Ein Staat geht einher nach der Idee, durch einen gemeinschaftlichen Willen den Zweck des Geschlechts zu befördern", entsprach ganz den in Ostpreußen formulierten Sätzen Altensteins und war so ideologisch, daß die Berlin besetzt haltenden Franzosen die praktische Bedeutung seines Dringens auf Nationalerziehung als das einzige Heil für die„ ausgelöschte" deutsche Nation gar nicht erkannten. Die Wirkung war eine so ungeheure, daß die anderen im Auftrag des Staates in Berlin gehaltenen Vorlesungen vor Eröffnung der Universität darüber in Vergessenheit geraten sind. Nur die damals von den Philologen Süvern in Königsberg abgehaltenen Kurse über Geschichte machten auf die Zuhörer einen daneben noch in betracht kommenden Eindruck zur Erweckung der Kampfesstimmung, ohne daß die Franzosen etwas davon bemerkten. Die mit der Gründung der Universität zusammenhängenden patriotischen Gedanken haben den kosmopolitischen und rationalistischen Boden, auf dem die deutsche Geistesbildung erwachsen war, nicht verlassen, sondern verlangten in Preußen den Vernunftstaat, im deutschen Volk die Kulturnation verwirklicht zu sehen. Man hat es neuerdings befremdlich gefunden und getadelt, daß darin der Erdgeruch fehle, der dem Schollenpatriotismus das unverkennbare Gepräge der Solidität zu geben scheint. Wären aber die führenden Geister jener Zeit, ein Altenstein und Wilhelm v. Humboldt, ein Fichte und Schleiermacher wirklich gute Realpolitiker gewesen, wenn sie gleich Arndt und Jahn den instinktiven Nationalismus mit hineingenommen hätten in ihre patriotische Betätigung? Hätte dann nicht Napoleon den Plan der Gründung der Universität Berlin mit neuen Verationen bestraft und die Aufrüttelung der Lebensgeister, die gleich während des Krieges einsetzte, zu verhindern gewußt? Wie die Verhältnisse lagen, war es das Richtigste, was geschehen konnte, daß man die Deutschen nicht sowohl zur Nation, als zur Menschheit auszubilden ist. Ich litt bereits vier Jahre an schlechter Verdauung und Katarch, alle ärztliche Hilfe war erfolglos. Nur Ihnen kann ich es verdanken, daß ich davon geheilt bin. Theodor Meister in St. Michaelisdonn. Teile Ihnen mit, daß ich Ihre Tabletteu genau nach Vorschrift anwende und daß ich sehr gute Erfolge damit hatte. Schon nach den ersten Tagen fühlte ich mich wohler. Ich war zuvor immer matt, hatte oft Kopfschmerzen und Magendrücken und litt auch zeitweise an Rheumatismus. Alle diese Uebel sind verschwunden. Ich werde Ihre Renascin" in meinem Bekanntenkreise bestens empfehlen. Frl. Anna Sörgel in Altdorf. Es hat also dasselbe Mittel bei Rheumatismus, schlechter Verdauung und Katarrhen in günstigem Sinne gewirkt, ein Beweis, daß alle diese Leiden die gleiche Ursache hatten: das unreine Blut. 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Wie die Athener in der äußersten Gefahr der Perserkriege hinter den hölzernen Wällen ihrer Schiffe, die Geusen vor der Uebermacht der Spanier auf dem Meere eine Zuflucht nahmen, so blieb den besiegten Preußen als letzte Kraftquelle nur der Born weltbürgerlicher Ideale, die vor dem Feind absolut sicher waren. Indem man die Stiftung einer neuen Universität vorbereitete und den Meinungskampf über die beste Form ihrer Organisation öffentlich aussocht, zog man den Geist der Nation in das Lager des mit seiner militärischen und administrativen Umgestaltung vollauf beschäftigten und von Napoleon ge= quälten preußischen Staates hinüber. Dieser Erfolg war bereits erreicht, als die Universität Berlin vor hundert Jahren eröffnet wurde; sie begann ihre Laufbahn als Siegerin auf dem Felde des deutschen Idealismus, wie es Schleiermacher verlangte ,,, als eine wissenschaftliche Organisation, die ihresgleichen nicht hat". Möge sie diesen stolzen Ruhm immer erstreben! Geschäftliches. 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Unteroffizier( beim Turnen): ,, Aber, Plumpfe, Sie hängen wieder im Barren wie ein Kameel, dem gerade der zweite Höcker wächst!" Verzweiflungslachen. Freundin: ,, Dein Mann ist so lustig; ich höre ihn immer in seinem Zimmer lachen!" Frau:„ Ach, er liest nur meine Mode- Rechnungen!" Da man den Weg verloren hat, Da fragt man kurzer Hand. H. Fleece. Der Bauer meint: Erst hier zurück, Dann aber links gehalten knapp, Heiratsgesuch. Ein Vegetarianer, der bereits 10 Jahre vis- à- vis einer Wurfthandlung gewohnt und sich stets gut betragen hat, sucht eine Lebensgefährtin von gleicher oder annähernder Charakterstärke, welche gewillt ist, sein Heim mit ihm zu teilen. Fleischergasse Nr. 10. Professor: 00000000 Traurig. Da läuft nun der Mensch auf der Erde herum, ißt, trinkt und stirbt, und weiß nicht einmal, wie groß die Erde ist!" Forstschädlinge. Herr Förster, was versteht man eigentlich unter sogenannten Forstschädlingen?" Hauptsächlich den Nonnenfalter und Verlobte, die ihre Namen in die Baumrinden schneiden!" lth Immer der Gleiche. Fräulein:„ Bitte, Herr Professor, erzählen Sie uns doch etwas von Ihrer Ferienreise so zum Beispiel, was Sie auf derselben interessantes gesehen haben!" Professor: m ganzen 122 unorthographisch geschriebene Firmentafeln!" Was sich die Menschen plagen. Wie, zwanzig Jahr beglücht und froh Mit liebem Weib beisammen, And brenn noch immer lichterloh In neuer Liebe Flammen? Ein Fünfziger und küß'ft zur Stund' Noch frei den dargereichten Mund Yon jedem schönen Kinde? Fürcht'ßt Du Dich nicht der Sünde?! Wenn so die Freundschaft zu mir spricht, Daun will mich immer dünken: Ich sah ein bärtig- mild Gesicht Mir aus den Wolken winken, Ein Augenpaar voll himmelomadit, Das göttlich fumm doch herzlich lacht, Alo wollt' es deutlich sagen: Was sich die Menschlein plagen! Georg Bötticher. 714 Da schneid't man ab ein ganzes Stück." Am besten schnitt er selber ab. Der neue Herr Student. Zimmervermieterin: Wollen Sie sich wegen des Heimbringens mit dem Nachtwächter selbst einigen, oder soll ich das mit ihm abmachen?" 00000000 Passende Gelegenheit. A.:„ Heute geht aber auch alles schief! Diesen Morgen frepiert mein Karnarienvogel, dann verliere ich zwei Wark und nun zerbreche ich auch noch meinen Regenschirm." B.: Weißt Du was, da pump'st Du mir 50 Mark jetzt geht's in einem hin!" Berechnend. Mann:„ Aber, liebe Frau, Du hast doch Deine goldene Rette verloren, und hier in der Annonce steht eine silberne." Frau: Ja, ich dachte, daß ich sie cher wieder bekäme, wenn ich angab, sie sei nur von Silber." " Berantwortlicher Redakteur: Dr. Karl Schaumburg, Berlin. Drud und Verlag von Georg E. Nagel in Berlin- Schöneberg. Nr. 42. Seiler Skiffer für Gießen. für Abonnenten der Gießener Zeitung" kostenlose Lieferung. Expedition: Seltersweg 83. Verlag: Albin Klein. - ( Alle Rechte für sämtliche Vither und Texte vorbehalten. Abbrud verboten.l Der überlistete Schutzmann. 1. ,, Du Fritz, da drüben kommt ein Schutzmann, dem wollen wir mal einen Streich spielen." Splitter. Nicht jeder, der einen derben Knoten durchgehauen hat, ist ein Alexander. Zwerge und Wichtelmännchen fanden in alten Zeiten ihre Freude daran, Gold und Edelsteine zusammenzuscharren heute auch noch. Der Diamant wird durch den Schliff durchsichtiger; der Mensch wohl faum. Mancher hält sich für einen Pessimisten, dabei ist er nur ein Nörgler. 2. 1910. Schutzmann: Es waren doch soeben zwei Personen, die hier badeten; wo ist denn der andere?" ,, Nun, der wird wohl bloß mal Mutter: 115 nur! Was? Ein fremder Student ist auf dem Bahnhof auf Dich zugekommen und hat behauptet, er sei Dein Vetter?! Wie ist denn das möglich?" Tochter:" Ich glaubte es auch nicht recht, und gab ihm auch nur so obenhin einen Ruß!" 豪 Doppelsinnig. ,, Man sieht ja die Frau Kommerzienrat Mollstein nicht mehr am Sprudel!" Die hat sich schon dünne gemacht." W. Bargieabsfilar sein!" untergetaucht nicht bereuen. t Utubaljam nem eigenen ne Erfolg beer zur Arbeit. vieder neuen und durch rch das Verwieder eine ngt dadurch ubalsam maeinbefindens nder Nachtachtschweiße, . Aus demFieber vor n dem Ausit auch der verhältnisig und ver furzem fol is, von dem Erfolgen. igt bei uns hon Hun: Delegenheit, Handel ge Probe Ein Wegweiser. erfucht. nfrei zur Vererfuchszweden Gesellschaft lo ano stubl וח Bez Nr. 13 Das bereits von den städtiid innerhalb 8 Ta Gießen, Die unterm Benhaus wird der Sandgaffe t Gießen, Gro Die unterm gehoben. Großen Steinwe Gießen, Groß B Im Jahre 2000. Ein Zukunftsbild von Hugo Maro. un sag mal, lieber Freund, wie viele Jahre sind eigentlich seit uns rer letzten Begegnung verflossen?" Das läßt sich leicht ausrechnen; es war bei der Taufe miener Jüngsten, 1977. Jetzt leben wir im Jahre des Heiles 2000. Also 23 Johre hielt uns das Schicksal getrennt." „ Eine lange Zeitspanne im kurzen Menschenleben. Wie biel hat sich seitdem geändert, draußen in der Welt und im engen Kreise des einzelnen. Erzähle mir von Deinen Töchtern, ihre Schicksale interessieren mich. Also wie geht's der Anna, der Ältesten?" Gut, das darf man wohl sagen. Sie ist Ärztin mit großer, lohnender Praxis; hat fürzlich den Sanitätsratstitel erhalten. Die tann mit ihrem Lose zufrieden sein." ,, Und die zweite die Marie?" natelets in ben Augen des Gefragten freudig auf.„ Die Marie ist mein Stolz! Hat Philosophie studiert und ist ordentliche Professorin an der Universität Berlin. Jm laufenden Semester sogar Inhaberin der Rektoratswürde. Das ist doch etwas gelt?" " Ja sapperlot! Ein glücklichen Papa. Bir taatsmädell Gratuliere dem Grete." nun zur dritten, der ,, Die ist Geistliche geworden. Sie war, nachdem die Kanzel endlich auch der Frau freigegeben wurde, eine der ersten Pastorinnen in Deutschland. Ja, das Mädel solltest Du predigen hören! Das Gotteshaus ist stets gedrängt boll. Besonders die Männerwelt zeigt ja wieder reges Interesse für Kirche und Religion, seitdem hübsche, junge Pastorinnen auf der Kanzel stehen." „ Nun zur Paula, der Vorjüngsten." „ Das Rackerchen hat Jura studiert und ist, nachdem auch dieses Gebiet der Frau zugänglich gemacht worden, Staatsanwalt geworden. Hat außergewöhnlich schnelle Karriere gemacht. Ich glaube, die bringt es noch zum Justizminister. Solltest einmal hören, wie das Mädel gegen die Übeltäter losdonnert!" Jegt bleibt nur noch die Verta übrig, die Jüngste, das hübsche, blonde Nesthäkchen." Da huschte ein Schatten über des Vaters Gesicht. ,, D, verzeih, wenn ich da einen wunden Bunft berührt habe." -„ Meine Jüngste die Berta- die ist für mich tot!" ,, Nicht möglich!... Mein lieber, alter Jugendfreund, halte es nicht für profane Neugier, wenn ich die Gründe des Zerwürfnisses wissen möchte, setze es auf Rechnung meiner freundschaftlichen Teilnahme. Wie aller Frohsinn aus Deinem Antlik geschwunden ist! Vielleicht erleichtert es Dein Herz, wenn Du Dich zu mir aussprichst." Meine Jüngste die habe ich verstoßen!" „ Und welcher Art waren ihre Verfehlungen?" Ist sie faum zu glauben mit dem Strafgesetzbuch in Konflift gekommen? Hat sie durch unehrerbietiges Benehmen, Vaters Zorn entfesselt?" häßliche Charaktereigenschaft die Berta hatte schon immer Du sollst es wissen. feine große Lust zum Lernen und Studieren. Schon auf dem Gymnasium machte sie mir schwere Sorge. Nur mit Mühe und Not brachte sie's bis zum Abiturienteneramen. Dann aber war es aus. Wie ich, wie wir alle auch auf sie einstürmten, sie beschworen, ihrer Familie doch keine Schande zu machen, sie war nicht zu bewegen, zu studieren und den Doktorhut zu erwerben. Dent Dir horribile dictu die Mißratene wollte nichts als Hausfrau werden und heiraten! Da habe ich sie enterbt, verstoßen." - nicht am Platze. Brant: Jeden Tag ein Bufett, und eins immer schöner als das andere nein, Edgar, Du solltest Dich nicht so in Unkosten stürzen!" Vräutigam:„, bitte, bitte- Gut gesagt. ,, Was, hat der Kranzler wirklich die alte, reiche zänkische Müller geheiratet?" Ja, er genießt augenblicklich seine Bitterwochen!" * Fatal. Tante( ge fränft): ,, bitte sehr, ich hab' auch mal ein Rendezvous gehabt, bloß er kam nicht!" X Einladend. Fremder( im Restaurant): Ist dieser Stuhl frei, mein Herr?" Gast ( brummend): Ja... und der am Nebentisch auch!" ganz auf Deiner Seite!" Bist Du nicht dumm genug für's Glück, Lehr' Weisheit Dich das Eine schon: Knüpf' des Begehrens Gurt zurück Und übe sie ,, Resignation!" Eine Zirkusvorstellung im Gnomenland. - Sicherer Beweis. Der Onkel hat mir erzählt daß er gestern auf der Jagd gewesen ist. Ist das auch wahr?"„ Warum glaubst Du das nicht?" - ,, Er hat ja gar nichts mitgebracht!" ,, Gerade halb glaub ich es!" desGenugtuung. Bekannter: " Ihr Hausarzt ist ja jetzt auch gestorben!" Patient( triumphierend): Ja, der verbietet keinem Bier mehr!" Der Dank. es geschmeckt habe; denn so etwas Saures hatte er noch nie getrunken. Das ist ja der reine Essig!" sagte er sich im stillen. Weil er aber gesehen hatte, wie zufrieden die braven Leutchen trotzdem waren, so beschloß er, sie zu belohnen, und gab ihnen den goldklaren Trank, den Sorgenbrecher, den Moselwein. Der blühte und grünte auf den sonnigen Hängen. Da stieg der liebe Herrgott wieder zur Erde, um sich zu freuen an dem, was er gegeben. er liebe Gott wandelte auf der Erde. Da kam er in halten, um die guten freundlichen Menschen nicht zu beeine Gegend, die von arbeitsamen, freundlichen| leidigen, mußte sich überwinden, als er gefragt wurde, wie Menschen bewohnt war. Harte Arbeit war ihr Los, und dennoch waren zufrieden, und wenn abends die Glocken läuteten, saßen sie vor den Türen der niederen, kleinen Häuschen, tranken ihr Schöppchen selbstgefelterten Weines, schwatzten und lachten, schnalzten mit der Zunge, und wie in Verzückung sprachen sie:„ Gott, ist das ein Weinerl!" und kling, klang, klirrten die Gläser aneinander. liebe Gott dachte:„ Mußt doch einmal von ihrem Wein fosten." Er verwandelte sich flugs in einen Wanderburschen, kam staubbedeckt die Straße herauf und bat vor einem Hause um einen Tropfen. Gern," lieber Wanderer," ward ihm zur Antwort, und bald hatte er Brot und Schinken vor sich, dazu ein Schöppchen des grünlich schimmernden Trankes. Der Und der liebe Gott trant, aber er mußte an sich Wieder kam er in das kleine Dörfchen, wieder klang aus der rebenumsponnenen Laube Gläserklang, aber diesmal wurde der fremde Wanderbursche gleich von einem Manne gefragt, ob er auch zahlen könne. Und die Leute am Tische, was sagten die jetzt?„ Das ist ein Weinerl!" sagten sie-„ Teufel, Teufel, das ist ein Weinerl!" ' n Jogelbauer sei Revansch'. ,, ist a Kreuz,' s ist a Kreuz mit dem Weib!" murmelte der Fogelbauer vor sich hin, als er nach getaner Arbeit durch den strömenden Regen nach Hause wanderte. Wär' ja a ganz a guates Weibsbild, wann's nur net gar so g'müatli und langsam wär'! A schiach's Wetta," brummite er weiter, als der Wind ihm gerade wieder einen Guß ins Gesicht peitschte, ,, recht a schiach's Wetta dös! No," fuhr er in seinem Selbstgespräche fort, macht nix, wird d' Suppen 3' Haus desto bessa schmecken;" und schon im Geiste sich am Abendbrot gütlich tuend, stampfte er weiter nach Hause za. Aber wia z' Haus fimmt, is toan Suppen am Tisch, net a mal a Feuer war no' g'macht, und' s Wei', die Kathl, sitzt beim Tisch und left im Kalender ihr'n Roman.„ Kreuz Eitelkeit. Den eitlen Mann hält nichts zurück, Er muß durchaus sich zeigen, Und müßt er, daß man ihn erblick', Aufs Grab der Mutter steigen. teufi!" will der Fogelbauer scho 3' wettern anheben, als ihm sei Wei' so liab und schmeichelnd sagt:„ Schau, Bauer, därfst net harb sein; aber weil's so regna tuat, hab' i' nit wolln zum Brunn außigeh'n geh, hol Du a Holz und a Häfen Wasser eini, Du bist eh' schon ganz naß, Dir schadt's nich." Der Fogelbauer b'sinnt sich a Weil, dann nimmt er ohne a Wörtl z' reden n' Hafen und geht. Wia'r aber eini fimmt und sieht, daß d' Kathl so ruhig beim Ofen steht und Feuer macht, da nimmt er's Häfen mit' n Wasser und schütt ihr' s übern Kopf und sagt ohne a bißl Zurn: So, Kathl, jekt bist ja eh' n ganz naß und kannst scho außigehn zum Brunnum a Wasser!" Diplomatisch. Dame( ihre neueste Photographie betrachtend):„ Findest Du nicht auch, Ella, daß ich recht häßlich bin?" Freundin:„ Ich kann nur sagen: Du bist vorzüglich getroffen." Und ich weiß es doch so gut, Was ein edler Tropfen; Höher, als den Doktorhut, Schätz ich Malz und Hopfen! Kühnes Bild. 37 Hopp, hopp, Dicker!" Burschensang. Und ich weiß es doch so wohl, Was ein lustig Liedel; Mehr noch als den Alkohol, Schätz' ich Sang und Fiedel! Hauptmann( zur Mannschaft):„ Und wenn ich zum dritten Mal so den Degen hochhalte, dann geht Ihr so auf den Feind los, daß uns im Vergleich zu Eurem Ansturm die ganze Weltgeschichte wie' n lumpiger Altweiberklatsch vorkommt." Und ich weiß es doch genau, Was ein hübsches Mädchen; Mehr als meine Scheuerfrau, Schätze ich ihr Rätchen! Annonce. E. Schmidt- Mühlhausen. Dichter, Naturalist bis zum Äußersten, sucht einen Verleger, dem es auf ein paar Monate Gefängnis nicht ankommt. 0000 Trost. - Studiosus( zu seinem Gläubiger, der über die steile Treppe hinunterpurzelt) Machen Sie sich nichts d'raus nächsten Monat zieh' ich Parterre." Seufzer. ,, Freund Lampe, Du bist glücklicher als ich; Du hast Schonzeit und ich hab' feine!" seufzte die Katze, als sie eines Hasen ansichtig wurde. Bezeichnet. Gerichtsrätin ( im Kaffeekränz chen): ,, Wie? Heute feine Neuigkeiten? Sind denn Gerüchtsferien?" Splitter. Lügen haben kurze Beine, aber lange Arme. Vexierbild. Wo ist die Italienerin? ten gemacht, wa ten die Führun die bis dahin gefecht dauerte rer auf Necessid hindurch. Mit dort von dem fanteriebrigade Zurüdlassung vi ten Seeleute au ge. Verschieden Guter Rat. Kriegsschiffe die bie Bejagung An Bord des spann sich ein Flagge des Au de. Die in „ Sao Rafael" Lönigliche Flagg feiten vor das men Zielscheiben Alcantara und e zweite Schuß ri bere verfehlten die Gebäude d mehrere Beamt gardisten und