lten. d Erwachsenen fort vom Blatt Prospekt und Musik- Verlag Opernmelodien n" etc. er de Seltereweg rgen . isten Särgen, islage stellen ornblume", ng Wilhelm andlungen zum euejte Brobuft im Handel vor: töstart, nachdem gt und geschält bird im Gegen woller Spreu ist. tränt für Arme 28 Getränk für leidenden, soweit g werden, befter und nbergslagen Jern bon 25 b. 12 Fl. an chter EIM a. Rh. peine. ht und die Sept. 1910 Fletchpreife n Gießer 84-92 fg. 86-88 B 80-96 reise in Gießen gbrot 2 kg 62 Pf. argbrot 2kg 54ẞf. henmarkte tofteten er Pfb. 80-96 ef. p. Pfd. 96 Bfb. 86-88 er Pfd. 60-84 Rilo 7.00-800 6.00-8.00 Std. 0.20-0.30 und 0.00 00.08-00 15 09.10-00.15 0.50-0.00 20 2.50-300 Uhr nachmittags eginn der Markt Der Maritzeit im man bin perallerhältlich Gießener Zeitung Bezugspreis 40 Pfg. monatlich ( Neueste Nachrichten) vorauszahlbar, viertel jährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Donnerstags und Samstags. - - Erscheint Dienstags, Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter“ und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. 1130 Nr. 119. Amtliche Befanntmachungen. Bekanntmachung. der Die Abstimmungsliste über den Antrag hiesigen Maler- und Weißbinder Innung( freie Innung) auf Errichtung einer 3 wangsinnung für das Maler, Lackierer und Weißbinder handwert im Bezirk der Stadt Gießen liegt während 2 Wochen( om 10. bis 24. d. Mts.) auf der Bürgermeisterei Zimmer 2 zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einsprüche der Beteiligten öffentlich aus. Nach Ablauf dieser Frist vorgebrachte Einsprüche bleiben unberücksichtigt. Der von Großh. Kreisamt bestellte Kommissar: Keller, Beigeordneter. Bekanntmachung. Die Heberollen- Auszüge über die für's 2. Bierteljahr 1910 an die Versicherungsanstalt der Sess- Nassauischen Baugewerfsberufsge nossenschaft zu zahlenden Prämien liegen während zweier Wochen( vom 10. bis 24. d. Mts.) auf unserem Amtszimmer Nr. 2 zur Einsicht der Beteiligten aus. Binnen einer weiteren Frist von 2 Wochen steht den Zahlungspflichtigen der Einspruch gegen die Berechnung beim Genossenschaftsvorstand zu. Die Zahlungspflicht wird durch einen solchen Einspruch nicht berührt. Gießen, den 8. September 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Frankfurterstraße, zwischen Klinifstraße und der Straße nach der Veterinäranstalt, von heute an bis auf weiteres für jeg= lichen Fuhrwerks- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 8. September 1910. Großherzogliches Polizeiam t. Gebhardt. Bekanntmachung. Unter Hinweis auf§ 18 Absatz 2 der Polizeiverordmung vom 1. August 1904, die Entwässerung von Grund stücken im Anschluß an die städtische Kanalisation betreffend, welchen wir nachstehend zum Abdruck bringen, machen wir diejenigen Hausbesitzer, welche ihre Grundstücke an die Neufanalisation bereits angeschlossen haben, darauf aufmerksam, daß vom 15. bis einschließlich 30. September 1910 eine Spülung sämtlicher städt. Straßenkanäle vorgenommen wird. Gießen, den 10. September 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Der Eigentümer hat für den ordnungsmäßigen Zustand und die richtige Handhabung des Verschlusses Sorge zu tragen und ist allein für alle, durch etwaigen Rückstau des Sielwassers hervorgerufene Schäden verantwortlich. Die Vorschlüsse sind so anzubringen, daß sie jederzeit, auch bei Rückstau zugänglich sind und bequem gehandhabt werden tönnen. Arbeitsvergebung. Die zur Herstellung des Gebäudes Krofdorferstraße 24 erforderliche Weißbinderarbeit soll Dienstag, den 13. September d. J., vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 8 Tage.id Gießen, den 7. September 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. XI. Deutscher Handwerker- und Gewerbekammertag. * Stuttgart. Der 11. Deutsche Handwerker- und Gewerbekammertag ist hier zusammengetreten. In der ersten Sigung am Montag wurden geschäftliche Angelegenheiten erledigt. Als nächstjähriger Tagungsort wurde Düsseldorf beflimmt. Versammlung am Dienstag wurde über das Meisterprüfungswesen verhandelt. Die vom Ausschuß vorgelegten Leitfäße fanden mehrfachen Wider- spruch und so wurde nur dem ersten Teil der vorgeschlagenen Resolution zugestimmt, der sagt, daß sich die Versamm lung im allgemeinen mit der in dem Referat über die praktische Durchführung des Meisterprüfungswesens zum Ausdruck gebrachten Aufforderung einverstanden erklärt und im Interesse des Wertes und der Bedeutung der Meisterprüfungen die tunlichste Zentralisation des gesamten Meisterprüfungswesens für unbedingt erforderlich hält. Die einzelnen Vorschläge dagegen sollen im Ausschuß weiter behandelt werden. Schließlich sprach Krefft- München über die Fürsorge für die gewerbliche Jugend. Es wurden folgende Leitsäße einstimmig angenommen: 1. Die Schäden, welche die heranwachsende Jugend durch die sozialdemokratische Erziehung erfährt, sind aufzudecken und über inrigod Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Erpedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). sowie vieler anderer 191 Donnerstag, 8. September 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. E die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. 21. Jahrg. und Einigungsämter für Mietsstreitigkeiten" behandelte der Rechtsanwal, Breit- Leipzig. Zum Ort der nächsten Tagung wurde Dresden bestimmt. * Karlsruhe. Die Königin Viftoria von Schweden traf in Karlsruhe ein und ist nach kurzem Aufenthalt nach Konstanz weiter gereist zu mehrtägigem Besuch ihrer Mutter, der Großherzogin Luise von Baden, die feit einiger Zeit auf Schloß Mainau weilt. Mitte des Monats gemeinsamen Feier der silbernen Hochzeit des Großherzog= paares zurück. RES * Dortmund. Auch gegen einige Prokuristen der Niederdeutschen Bank wurde das Strafverfahren eingeleitet. Em den. Die deutschen Verteidigungsanlagen an der Emsmündung werden noch im Laufe dieses Jahres durch eine Reihe Hasen- und Fortsbauten weiter verstärkt. Der tommende Reichsetat wird größere Mittel für die Befestigung bereit stellen.. dieses Thema in allen den Handwerkern zugänglichen Blättern fortwährend in aufklärender Weise zu berichten, damit auch Eltern und Lehrmeister, ebenso aber auch die Regier ungen und geseßgebenden Kärperschaften über diese Vorgänge genauestens unterrichtet werden. 2. Alle Bestrebungen, welche darauf gerichtet sind, die Erziehung der Lehrlinge in moralischer, sittlicher, vaterlands- und heimatfreu diger Weise zu fördern, sind zu unterstüßen. 3. Es ist da= rauf hinzuweisen, daß die sozialdemokratischen Jugendverkehren sämtliche badische Fürstlichkeiten nach Karlsruhe zur eine, oder wie sie sonst heißen mögen, als politische Vereine erklärt und nicht geduldet werden. 4. Es ist den Lehrmeistern zur Pflicht zu machen, die Lehrlinge mit allen gesetzlichen Mitteln von dem Beitritt zu solchen Vereinigungen abzuhalten; dieses Verbot ist zunächst schon in die Lehr= verträge obligatorisch aufzunehmen, wie dies auch teilweise bereits geschehen ist. In den Beratungen am Mittwoch wurde ein Antrag, der eine gänzliche Beseitigung des§ 100q der Gewerbeordnung verlangt und den Ausschuß des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages ersucht, den gesetzgebenden Körperschaften eine Denkschrift auf Grund= lage dieses Beschlusses vorzulegen, mit 60 gegen 100 Stim men angenommen. Darauf wurde das Thema Arbeitsnacheine weis und Stellenvermittlung erörtert. Hierzu wurde längere Resolution angenommen, in der es u. a. heißt: „ Der Arbeitsnachweis für das Handwerk kann bei der heutigen Spezialisierung der Gewerbe in einer seinen Bedürf= nissen wirklich Rechnung tragenden Weise nur von dem Handwerk selbst geführt werden. Insofern keine ausreichenden Innungseinrichtungen vorhanden sind, haben die Handwerts- und Gewerbekammern Arbeitsnachweise, und für das Gesamthandwerf ihres Kammerbezirks Lehrstellenvermittlungen einzurichten. Zurzeit steht das Bedürfnis für die Lehrstellenvermittlung im Vordergrund." Den letzten Punkt der Tagesordnung bildeten Leitsäße, die sich auf die Ge= sellenprüfung von Fabriklehrlingen bezogen. Sie lauteten: " Ausgehend von der Erwägung, daß die geltenden Bestimmter- Meisterschaftsfahren als erster Preisträger hervor u. W. ungen der Reichsgewerbeordnung zur Prüfung solcher Lehrlinge nötigen, die in einem, nicht zur Organisation des Handwerks gehörigen Betriebe für ein Handwerk ausgebil det wurden, richtet der Deutsche Handwerks- und Gewerbefammertag an die einzelnen Kammern das Ersuchen, bei der Zulassung von Fabriklehrlingen zur Gesellenprüfung die gleichen Vorbedingungen zu stellen, welche auch für die Zulassung von Lehrlingen aus Handwerksbetrieben bestimmend sind." Darauf wurde die Tagung mit einem Hoch auf das deutsche Handwerk geschlossen. Aus aller Welt. * Berlin. Der Reichsanzeiger" gibt die Entlassung des Unterstaatssekretärs im Ministerium der öffentlichen Arbeiten Fleck unter Verleihung der Brillanten zum Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub bekannt. Ministerialdirektor Stieger ist zum Unterstaatssekretär, der Präsident der Eisenbahndirektion Berlin Behrendt zum Wirklichen Geheimen Oberregierungsrat und Ministerialdirektor im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, der vortragende Rat in demselben Ministerium Rüdlin zum Präsidenten der Eisenbahndirektion Berlin ernannt. * Berlin. Im Reichsjustizamte wird jetzt an der Sichtung des kritischen Materials für den Vorentwurf eines neuen Strafgesetzbuch es gearbeitet, das befanntlich seine Entstehung namhaften Juristen verdankt und einen Regierungsentwurf nicht darstellt. * Berlin. Das Zentralschiedsgericht für das Baugewerbe wird sich nunmehr konstituieren. Geheimrat Dr. Wiedfeldt wurde von beiden Parteien in das Zentralschieds gericht gewählt. Das Reichsamt des Innern soll ersucht werden, zwei Unparteiische zu ernennen, um Dr. Wiedfeldt die Uebernahme des Amtes als Unparteiischer zu gestatten. Im zweiten Drittel dieses Monats soll dann eine Sigung des Zentralschiedsgerichts einberufen werden. * Köln. In Westdeutschland setzt eine scharfe Bewegung gegen die Fleischteuerung ein, welche in zahlreichen, in verschiedenen Städten stattgehabten Protestversammlun gen Ausdruck findet und in denen übereinstimmend die allgemeine Lebensmittelteuerung als unausbleibliche Folge der Schutzzoll- und Absperrungspolitik bezeichnet wird, welche das Deutsche Reich ausschließlich im Interesse der Agrarier betreibe. In einer Kölner Versammlung wurde die baldige Errichtung fommunaler Schlächtereien und Fleischver kaufsstellen gefordert. Auch andere kommunale Verwaltungen haben entsprechende Vorstellungen zur Oeffnung Grenze erhoben. * der * München. Der geschäftsführende Ausschuß der nationalliberalen Partei in Bayern hat beschlossen, auf dem Parteitag in Kassel mit Bezug auf die Reichstagswahlen folgenden Standpunkt zu vertreten: Es sei wünschenswert, wenn in Kassel eine Großblockpolitik mit der Sozialdemo fratie abgelehnt würde. In erster Linie möchten Wahlbündnisse mit der Fortschrittlichen Volkspartei angestrebt werden, aber daneben, wenn möglich, auch mit den rechtsstehenden Parteien. Nürnberg. Der 11. Verbandstag Deutscher Mietervereine wurde hier abgehalten. Ueber„ Die Streitigkeiten im Baugewerbe und der Wohnungsmarkt" berichtete der Vorsitzende Meißgeier- Leipzig. Er führte aus, daß durch Aussperrungen die Fertigstellung und Beziehbarfeit selbst gemeinnüßiger Wohnungen um lange Zeit hinausgeschoben wird. Die Reichsregierung hätte gerade aus Rücksicht auf den Wohnungsmarkt und die ohnedies herrschende Wohnungsteuerung schon bei den Tarifverhandlungen im Herbst eingreifen müssen. Nach einer Diskussion wurde eine Resolution angenommen, die die Bestrebung auf Errichtung eines Reichseinigungsamtes begrüßt und die Regierung ersucht, eine dahingehende Vorlage dem Reichstag zugehen zu lassen. Das Thema„ Korporative Mietverträge * Sto Ip. Die 600 Jahr- Feier der Stadt Stolp in Pommern, verbunden mit der Enthüllung eines Denkmals für Kaiser Wilhelm 1., nahm in Anwesenheit des Kaiserpaares, einen glänzenden Verlauf. Gute Beschlüsse faßte die Stolper Stadtverordneten- Versammlung anläßlich der Feier. So wurde die Erbauung einer großen Anzahl von Ein- und Zweifamilienhäusern beschlossen, wozu die Stadt ein größeres Gelände hergibt. Den in Stolp wohnenden Veteranen aus den Kriegen 1848, 1864, 1866 und 1870-71, die ein Einkommen bis 2100 Mart haben, werden vom 1. Oftober ab bis an ihr Lebensende anläßlich des Festes von der Stadtverordnetenversammlung die Kommunalsteuern erlassen. )( Goldener Löwe von Düsseldorf hieß ein 60 Kilometer- Rennen, welches T. Hall am Sonntag in beiden Läufen auf Brennabor gewann. In Berlin ging D. Sitora am gleichen Tage aus dem 10 und 50 Kilome Reiche behauptete den dritten Plaz. Auch diese beiden fahren die Marke Brennabor. )( Straßenrennen. Nachstehende Radfernfahrten wurden am Sonntag, den 4. September, auf Brennabor gewonnen: Rund um Iserlohn 210 Kilometer, BerlinPrenzlau Berlin 200 Kilometer, Berlin- Wittstock MeyenburgParchim- Pritwalf- Havelberg und Berlin- Perleberg- Berlin; letter mit 20 Minuten Vorsprung vor dem Zweiten. * Brüssel. Nach den bisherigen Feststellungen der Untersuchung steht fest, daß der Brand der Weltausstellung in der belgischen Abteilung im Stande der Buntseidenabteilung dadurch entstanden ist, daß ein Aussteller eine bren nende Zigarre weggeworfen hat. Gegen denselben wird strafrechtlich vorgegangen werden. Die Einweihung dee neuen Fassade des Hauptausstellungsgebäudes findet am 10. September im Beisein des Königs statt. * Paris. Nach einer Blättermeldung hat der Kriegsminister 30 Aeroplane, unter ihnen 10 Gindecker und 20 Zweidecker, bestellt, die noch vor Ablauf dieses Jahres zu liefern sind. Bis Ende dieses Jahres wird die französi sche Armee die ganzen 60 Flugwerkzeuge besißen. * Paris. Frau Curie, die Witwe des berühmten Chemikers, teilte der Akademie der Wissenschaften mit, daß es ihr im Verein mit dem Chemifer Debierne gelun gen sei, reines Radium in metallischem Zustande herzustellen, indem sie ein Dezigramm Radiumsalz auf elektrolytischem Wege behandelten. Das reine Radium hat das Aussehen eines weißen Metalls, das von Eisen start angezogen wird, sich rasch an der Luft zersetzt und dann schwarz wird. Das reine Radium verbrennt das mit ihm in Berührung kommende Papier und orydiert Wasser sehr start. Das Zarenpaar in Deutschland im Jahre 1717.*) Ich habe im vergangenen Jahre vergessen, der Ankunst des Zaren Peters des Großen in Berlin zu erwähnen. Dieser Fürst, der sehr gern reiste, kam aus Holland; im Klever Lande mußte er sich aufhalten, die zarin hatte dort eine vorzeitige Niederlunft. Da er weder Gesellschaft noch Förmlichkeiten liebte, bat er den König, ihn in einem Gartenhaus, welchen zu laſſen. Dieses war ein sehr nied die Königin in den Vorstädten von Berlin besaß, liches Gebäude, das die Königin mit Vorliebe auf das prächtigste verziert hatte. Es enthielt eine sehr reiche Galerie von Porzellan, alle Zimmer waren mit den schönsten Spiegeln verziert, und da dieses Haus ein wirkliches Kleinod war, trug es auch den Namen Monbijou. Der Garten war prächtig und erhielt von dem an ihm vorbeifließenden Fluß große Annehmlichkeiten. Um die Unordnungen zu vermeiden, welche die Herren Russen überall, wo sie sich aufhielten, angerichtet hatten, ließ die Königin das ganze Haus ausräumen und alles Zerbrechliche beiseite schaffen. Einige Tage darauf trafen der Zar und seine Gemahlin nebst Gefolge auch wirklich zu Wasser in Monbijou ein. Der König und die Königin empfingen sie am Ufer des Flusses; der König bot der Zarin die Hand, um sie ans Land zu führen; sobald der Bar ge= landet war, reichte er dem König die Hand und sagte: Ich freue mich, Bruder Friedrich, Euch zu sehen; darauf näherte er sich der Königin, die er umarmen wollte, allein *) Aus„ Eine preußische Königstochter", Denkwürdigkeiten der Markgräfin von Bayreuth, Schwester Friedrichs des Großen. 486 Seiten, Pappband 1.80 Mt. Verlag Wilhelm Langewiesche- Brandt, Ebenhausen b. München. Dieses unglaublich interessante Buch erschien im März d. J., der Druck des vierzigsten Tausends wurde soeben beendet. In den Buchhandlungen zur Ansicht. 930 * Cetinje. Mit großen Feierlichkeiten, einer Festsigung der Stupschtina und einem Gottesdienst in der historischen Kirche fand am Sonntag in Cetinje die Proklamation des Fürsten Nikolaus zum Könige von Montene gro statt. Der Känig und die Königin von Italien, der Kronprinz von Serbien und andere Fürstlichkeiten nahmen an der Feier teil. * Tokio. Die Annektion Koreas durch Japan ist jetzt in aller Form erfolgt. Korea wird japanische Kronfolonie, Generalresident Vicomte Terautschi erhält den Titel„ Generalgouverneur". Die koreanische Kaiserfamilie wird als der japanischen ebenbürtig behandelt; der Kaiser von Korea siedelt im nächsten Jahr nach Tokio über. sie stieß ihn zurück. Die Zarin begann damit, der Königin die Hand zu küssen, welches sie ostmals wiederholte; sie stellte ihr darauf den Herzog und die Herzogin von Mecklenburg vor, die sie begleitet hatten, und vierhundert soge= nannte Damen, die ihr Gefolge ausmachten. Die meisten waren deutsche Mägde und taten Hofdamen-, Kammerfrauen, Köchinnen- und Wäscherinnendienste. Beinahe alle diese Kreaturen hatten reichgekleidete Kinder auf den Armen, und wenn man sie fragte, ob sie ihnen gehörten, antworteten sie mit einem russischen Kraßfuß: Ich habe dieses Kind durch die Gnade des Zaren bekommen... Die Königin wollte diese Geschöpfe nicht grüßen, dafür behandelte die Zarin sogar die Prinzessinnen vom Geblüt mit vielem Stolz, und der König bewog sie nur mit vieler Mühe, daß sie sie grüßte. Ich sah diesen Hof am folgenden Tage, wo der Zar und seine Gemahlin die Königin besuchten. Diese empfing sie in den großen Zimmern des Schlosses und ging ihnen bis in den Saal der Wache entgegen, sie gab der Zarin die Hand und führte sie zu ihrer Rechten bis in ihr Audienzzimmer. Der König und der Zar folgten ihnen: sobald der Zar mich sah, erkannte er mich, da er mich vor 5 Jahren ge= sehen hatte, er nahm mich auf den Arm und schund mir das ganze Gesicht mit seinen Küssen. Ich gab ihm lints und rechts Ohrfeigen, sträubte mich aus Leibeskräften und sagte, daß er mich beschimpfe. Der Einfall machte ihn sehr lachen, und er sprach lange mit mir. Man hatte mich meine Lektion gelehrt; ich sprach von seiner Flotte, von seinen Siegen, worüber er so entzückt war, daß er mehrmals sagte, er gebe gern eine seiner Provinzen, um ein Kind, wie ich sei, zu haben. Auch die Zarin machte mir viele Liebkosungen, die Königin und sie setzten sich unter den Thronhimmel auf Armsesset, ich stand neben der Königin, die Prinzessinnen vom Geblüt standen ihr gegenüber. Die Zarin war klein und breit, braun, ohne allen Anstand und Ansehen. Man brauchte sie nur zu sehen, um ihre niedrige Herkunft zu erraten. Ihrem Aufputz nach hätte man sie für eine deutsche Schauspielerin gehalten. Ihr Kleid war auf dem Trödel gekauft, altfränkisch, mit Silber und Flitter überladen, ihr Schnürleib war vorn mit Edelsteinen nach einer wunderlichen Zeichnung geschmückt, sie stellten einen doppelten Adler dar, dessen Flügel mit sehr kleinen und schlecht gefaßten Steinen besetzt waren. Sie trug ein Dußend Orden und ebensoviele Heiligenbilder und Reliquien, die am Besatz ihres Kleides angebracht waren, und, wenn sie ging, ein Geflingel machten, als höre man einen gepußten Maulesel. Auch die Orden, die gegeneinanderklapperten, machten ebensolches Geräusch. seine Nerven haben eine krankhafte Reizbarkeit davon behalten, sodaß er oft von einer Art von Konvulsionen befallen wird, die er nicht verhindern kann. Bei Tisch befiel ihn ein Anfall, er machte allerlei gewaltsame Bewegungen und da er ein Messer hielt, focht er damit so heftig ganz nahe neben der Königin, daß sie sich fürchtete und ein paarmal von der Tafel aufstehen wollte. Der 3ar beruhigte sie, versicherte, daß er ihr nicht wehetun würde, und bat sie, ohne Furcht zu sein, zugleich nahm er ihre Hand u. drückte sie so gewaltsam zwischen den seinen, daß sie um Barmherzigkeit schrie, worüber er wacker lachte, und meinte, sie habe zartere Knochen wie seine Katharine. Am folgenden Tage zeigte man dem Zaren alles Merkwürdige von Berlin, unter anderem auch die Medaillen und Antikensammlung. Unter dieser letzteren befand sich, wie man mir gesagt hat, eine heidnische Gottheit in einer sehr unanstän dischen Stellung; in den alten Römerzeiten bediente sich dieser Sinnbilder, um die Hochzeitskammern zu zieren. Man hielt dieses Stück für sehr selten und für das schönste, welches vorhanden sei. Der Zar bewunderte es sehr und befahl der Zarin, es zu füssen, sie widerstrebte; worauf er ungehalten ward und in schlechtem Deutsch zu ihr sagte: Kopab, welches so viel hieß als: ich will dich töpfen, wenn du mir nicht gehorchst. Darauf fürchtete sich die Zarin dergestalt, daß sie alles tat, was er wollte. Ohne das geringste Bedenken verlangte er diese und noch einige andere Statuen vom Könige, der sie ihm nicht abschlagen konnte, ebenso machte er es mit einem Schrank, der ganz mit Bernstein ausgelegt war. Dieser Schrank, der einzige in seiner Art, der König Friedrich dem Ersten ungeheuere Summen gekostet hatte, hatte zum allgemeinen Leidwesen das Schicksal, nach Petersburg geschickt zu werden. Der Zar hingegen war groß und wohlgewachsen, schön von Gesicht, aber seine Physiognomie hatte etwas Rohes, das Furcht einflößte. Er trug ein ganz einfaches Matrosenkleid. Seine Gemahlin, die sehr schlechtes Deutsch sprach, und die Königin nur wenig verstand, rief ihre Hofnärrin zu sich, um sich mit ihr russisch zu unterhalten. Das arme Geschöpf war eine Fürstin Galizin, und hatte sich zu diesem Handwerk entschließen müssen, um ihr Leben zu retten, denn sie war in eine Verschwörung gegen den Zaren verwickelt gewesen und hatte zweimal die Knute erhalten. Was sie der Zarin sagte, weiß ich nicht: aber es ließ sie helles Gelächter aufschlagen. ein Endlich sette man sich zu Tische, der Zar setzte sich neben die Königin. Bekanntermaßen ist an diesem Fürsten in seiner Jugend ein Vergiftungsversuch verübt worden; 18) Gerichtet. Familienroman von Franz Wichmann. Und er ließ seine Blicke in die Runde schweifen, ohne Verdächtiges zu erspähen. Was das Grün der Lauben verbarg, fonnte er ja nicht ahnen. „ Für mich allerdings," beantwortete der Schwarzbärtige die Frage der Rothaarigen, ob sein Leutnant denn gestorben sei ,,, die ganze Bande ist tot für mich, seit ich ihr den Rücken gefehrt habe!" „ Aber du sagtest doch, du habest Urlaub genommen und habest nur aus Ulf und um ungeniert zu sein, die Maske da angelegt!" ließ sein Begleiter sich vernehmen. man ver Dieser barbarische Hof reiste endlich nach zwei Tagen ab. Die Königin eilte sogleich nach Monbijou, wo es wie bei der Verwüstung von Jerusalem aussah. Nie sah ich etwas Aehnliches! Alles war dergestalt zugrunde gerich tet, daß die Königin genötigt war, fast das ganze Haus neu aufbauen zu lassen. ,, Bist du aber begriffsstuzig!" gab der Schwarzbärtige ihm zurück.„ Hast du denn nicht bemerkt, daß ich an unserm vorigen Platz in Pauli's Biergarten nur den Gesichtern und Ohren in unserer Nähe nicht recht traute? Lediglich darum band ich euch das auf! Aber hier kann ich's ja sagen, hier hört uns ja niemand!" Das Mädchen an seiner Seite lächelte wichtig. Der nationale Arbeiter- Wahlausschuh 397 der nannter Beftim famtquantum& enden Zuckers * Vom beiden Regimen fteigt. bisherigen Web öftlich Alsfeld garten und A Infanteriebrig zum Mittwoc nunmehr ihre marschieren off berlegt. Die Arbeiterschaft Deutschlands im Reichstage unter den Abgeordneten nur mit einem evangelischen Arbeiterabgeord neten vertreten seien, eine nationale Tat sein. Um seine Bestrebungen energisch betreiben zu können, richtet der na tionale Arbeiter- Wahlausschuß an alle evangelischen Ar beiter Deutschlands und deren Standesorganisationen, ins besondere an die evangelischen Arbeitervereine die herzliche Bitte um eine Beisteuer zum Wahlfonds." Ebenso ergeht " an die Freunde der christlich- nationalen Arbeiterbewegung in Stadt und Land und in allen Ständen" die Bitte, die Bestrebungen des Nationalen Arbeiter- Wahlausschusses durc gesellschaftlichen Einfluß, sowie durch eine finanzielle Bei steuer" zu fördern. Der Aufruf schließt:" Angesichts drohenden roten Flut für die nächsten Reichstagswahlen liegt eine verstärkte Vertretung der christlich- nationalen Ar beiterbewegung im Reichstage im vaterländischen Interesse Alle Zuschriften und Geldsendungen für den Nationalen Arbeiter Wahlausschuß sind an Heinrich Scheck, Essen- Ruhr Schüßenbahn 62, zu richten. Geldbeträge können auch mit telst Zahlkarte auf das Postscheckkonto des Genannten Nr. 4053 beim Postscheckamt in Köln eingezahlt werden. die christlich- nationale Arbeiterbewegung." Unterzeichnet if der Aufruf von über 100 evangelischen Arbeiterführern, die mit wenig Ausnahmen als Sekretäre in den christlichen Ge werkschaften und den evangelschen Arbeitervereinen tätig sind. eine im Jahre 1906 gegründete Vereinigung von Arbeiterführern, welche die evangelische Arbeiterschaft zur politischen Betätigung in den bürger lichen Parteien anregen und auf diese Parteien einwirken will, daß sie evangelische Arbeiter in die Parlamente wäh len, erläßt einen Aufruf um Geldmittel zur Auffüllung sei nes Wahlfonds. In diesem heißt es u. a.:„ Der Nationale Arbeiter- Wahlausschuß will teine politische Partei sein, sondern in allen nationalen Parteien im politischen Interesse der evangelischen christlich- nationalen Arbeiterschaft wirken. Ferner will der Nationale Arbeiter Wahlausschuß die für seine Zwecke, insbesondere die für die Wahlagitation notwendigen Geldmittel, sofern diese nicht von der aufstellen den Partei getragen werden, sammeln und die Wahl der als Kandidaten aufgestellten Arbeitskollegen durch Wort und Schrift fördern. In diesem Sinne hat der Ausschuß bei den letzten allgemeinen Reichstagswahlen mit erfreulichem Erfolg gewirkt. Die von ihm ausgehende Anregung wurde von mehreren Parteien beachtet. Seitdem ist in der Stille weitergewirkt worden, um die voraussichtlich im nächsten Jahre wieder stattfindenden allgemeinen Reichstagswahlen vorzubereiten." Weiter beschäftigt sich der Aufruf mit der Reichstagßersahwahl in Frankfurt Lebus, wo ein Mitbegründer des Nationalen Arbeiter- Wahl- Ausschusses, der Arbeitersekretär Hermann Dunkel, für die Konservativen mit Unterstützung des Bundes der Landwirte und der in der Wirtschaftlichen Vereinigung zusammengeschlossenen Parteien fandidiert. Der Aufruf läßt die Erwartung durchblicken, in daß Dunkel mit dem sozialdemokratischen Kandidaten Stichwahl kommt. In diesem Falle rechnet der Nationale Arbeiter- Wahlausschuß damit, daß die liberalen Parteien dem christlich- nationalen Arbeiterkandidaten den Vorzug vor dem Sozialdemokraten geben und ersteren wählen werden. Die Wahl Dunkels würde angesichts der Tatsache, daß die nach Millionen zählende christlich und national gesinnte ev. „ Ich weiß es schon, seit der Flüchtling mich aufsuchte. Bei mir wußte er sich sicher, darum ließ er mich seine Geheims nisse teilen!" ,, Du bist doch nicht gar durchgebrannt?" fragte der Freund stockend. „ Ich habe mir selber Urlaub gegeben wider ihren Willen, sonst hätten sie mich für lange daran verhindert!" entgegnete der Schwarzbärtige mit zynischer Offenheit. Die Rothaarige hielt jetzt nicht länger an sich; ste sprach das gefährliche Wort aus: ,, Sie sind desertiert?" Der Gefragte blickte sich scheu um: ,, Still," raunte er, nicht so laut, das darf man nur denken, nicht sagen!" Er beugte sich über den Tisch hinüber. „ Sie haben es aber richtig erraten, Fräulein Elsa," fuhr er fort, ,, desertiert bin ich ihnen! Es war die höchste Beit! Sie sind hinter deine Broschüre International' gekommen," richtete er an den Freund das Wort, da hieß es sich schleunigst drücken und hier untertauchen. Aber lange darf ich selbst hier nicht bleiben. Ich muß weiter fort, zunächst nach Berlin; unsere Gesinnungsgenossen dort werden mich schon zu verbergen wissen!" „ Nimmst du mich mit?" fragte das Mädchen neben ihm und legte ihre kleine, mit blitzenden Ringen geschmückte Hand auf seinen Arm. „ Ich täte es gern," antwortete er, aber allein bin ich sicherer! Später vielleicht darfst du nachkommen." ,, D, ja!" rief seine Begleiterin.„ Ich finde dort sicher Engagement, Choriſtinnen mit guten Stimmen sind überall gesucht und hier am Volkstheater gefällt es mir schon lange nicht mehr. Aber du mußt Wort halten!" „ Gewiß, sobald ich in Sicherheit bin!" ,, Du solltest auch mit mir nach Berlin gehen!" meinte die cothaarige Elsa zu ihrem Gesellschafter. Aber dieser wandte sich an den Freund. „ Wenn die Dinge so stehen," sagte er, ist es furchtbar leichtsinnig von dir, hierherzukommen! Wenn dir nun hier deine Eltern begegneten-" ,, Die- pah - die würden mich nicht einmal kennen!" sagte er wegwerfend.„ Doch da bringt der Kellner den Seft!" Er riß die dunkelgrüne Flasche aus dem Eistübel und entkorkte sie.„ Schenke mir ein, Graziella!" Das Mädchen an seiner Seite füllte die Gläser. Der Freund ergriff das seine und rief: Lokales. Fü Lahrbach diefer Brigade Terie Regiment Heute fammelt Fulda. Die A find beendet, f 23er Dragoner bie 24er zur ballerie Briga goner liegen Hoch Gießen, 8. Septem'er 1910. * Post nach richten. Die Postassistentenprüfung bestand der Postgehilfe Gr e b- Lauterbach. !! Die Frage: Wem gehört das überhäng ende Obst?" ist gegenwärtig wieder zeitgemäß. Sie fei in folgendem beantwortet: Die Früchte eines Baumes oder Strauches gehören, solange sie noch daran festsitzen, dem Eigentümer des betreffenden Baumes oder dem, der den Garten inne hat, wenn einzelne Zweige in das Nachbar. grundstück überhängen. Der Nachbar, in dessen Garten die Früchte hinüberhängen, darf diese also nicht abpflücken, fie sind jedoch sein geseßliches Eigentum, wenn sie von selb vom Baum in seinen Garten fallen. „ Es lebe die Liebe, es lebe der Wein und die Schönheit!" „ Und die Freundschaft!" fügte Otto hinzu, während sie anstießen. Weißt du, ich bin heute sentimental aus Egoismus. Du mußt mir deine Papiere geben!" „ Meine Papiere? Wozu?" Bataillon Nr. tommen. Die wöchigen Star Albach, Garbe Artillerie tomm rod. Die 88e höchften Bogel ter der 42. B Ulfa, Engelro dann das gar tommen. !! Warnung vor der Fremdenlegion Gelegentlich der Kreislehrer- Konferenz in Weisenau fam Pro vinzialdirektor Dr. Breidert auf das traurige Los der jungen Leute zu sprechen, die sich in Unwissenheit der ein schlägigen Verhältnisse und in leichtsinniger Weise zur Frem denlegion anwerben lassen. Während es in früheren Zei ten, wenn auch nach außerordentlich schwierigen Ün terhandlungen möglich war, die Geworbenen ihren Ange hörigen zurückzugeben, hat nunmehr die französische Regier ung es entschieden abgelehnt, sich überhaupt noch in Unter handlungen einzulassen. Es ist deshalb Pflicht weiter Kreise insbesondere der Schule, hier aufklärend und warnend auf zutreten. „ Nun, ich muß doch eine Legitimation haben, damit ich unbelästigt weiterkomme! Wenn ich eine Zeitlang in Berlin gewesen und darin sicher geworden bin, mache ich mich nach Hamburg auf den Weg. Ein wenig Geld habe ich noch, das weitere geben mir die Genossen. Aber andere Papiere sind mir das nötigste. Wenn ich glücklich drüben bin, schicke ich sie dir wieder und wir lachen alle aus!" Hellborn war in der Unterhaltung mit Klara noch einmal auf das zuletzt berührte Thema zurückgekommen. „ Nein, das müssen Sie sich aus dem Kopf schlagen," sagte er ,,, die Frau braucht sich nicht zu emanzipieren, sie kann weit besser als Weib an der Seite des Mannes selbständig sein!" Der kleine Hellmut, um den man sich wenig kümmerte, schien sich zu langweilen; er horchte sehnsüchtig auf die Musik, die soeben wieder zu spielen begann. „ Darf ich nicht den Musikanten zuschauen, Vater?" fragte er. Hellborn lächelte. * Die Auguft 82 St und 60 auf d !! Bau Sicherung der herren besteht jeden einzelne fteht aber gle Kreisen des hängnisvoll Bauforderung fehlungen gem bon 3000 Ma drücklich noch einzelnen Neu dem 21. Jum betreffenden liegt durchaus die nötigen G * Neu dem Muster Nachnahmelar Bostanweisun larten und geführt. Fir Surch Privat der Ober- Pof * Geo Ministeriums * Die Lese halle des Lesehallenvereins gab im verflossenen Monat 1383 Werke aus, von denen 1040 au Schriften erzählenden Inhalts entfielen. Die Bewohner der Umgegend von Gießen entlichen aus der Bibliothek 71 Bände. 1910 * Städtisches. Der Ertrag der diesjährigen Grummetgras- Versteigerung ist hinter dem Vorjahr bedeut end zurückgeblieben. Während 1909 die städtischen Wiesen 10 647 Mf. einbrachten, war der Erlös im Jahre nur 4228 Mt. Die Mindereinnahme ist jedenfalls auf die schlechte Witterung des Sommers zurückzuführen, welche auf die Pflanzenwelt einen ungünstigen Einfluß ausitbte: ,, Den Kindern ist Musik sehen lieber als hören," meinte er gegen Klara.„ Ja, geh nur hin," wandte er sich an das Kind, aber bleibe nicht zu lange!" Als das Kind fröhlich davongesprungen war, erwiderte Klara auf seine letzten Worte: !! 3udere infuhr nach Rußland. Auf An ordnung des russischen Finanzministers wird ab23 Sept. 1910 der Import des weißen Sandzuckers nach Rußland zu herabgesetztem Zoll eingestellt. Die Durchfuhrerlaubnis für Zuckertransporte, welche nach dem 23. September ankommen wird in jedem einzelnen Falle vom Finanzminister entschie den unter Vorweisung unzweifelhafter Beweise, daß das Zuckerlieferungsabkommen vor der Veröffentlichung obenge „ Ich würde Ihre Ansicht teilen, wenn die Männer selbst ständig, frei und vorurteils los wären!" Ich ,, Das freilich vorausgesetzt!" mußte Hellborn zugeben. sprach soeben auch von einer Ehe, wie sie mir als Jdeal vor schwebt. Gewiß gehören dazu auch Frauen, welche" „ Gestatten Sie mir eine Frage?" unterbrach das Mäd chen ihn. „ Mit Freuden, so viele Sie wollen!" „ Aber es könnte Ihnen neugierig, unbescheiden oder am Ende gar häßlich erscheinen!" „ Von Ihnen? Unmöglich!" „ Nun denn:- Wäre Ihre Frau Ihnen auf dem Wege den Sie, seit Sie sie verloren, eingeschlagen haben, gefolgt?" Hellborn schwieg eine Weile. „ Ich fürchte: nein!" sagte er dann.„ Gestatten Sie mir nun auch eine Frage?" fuhr er fort. Würden Sie den Mut haben, ein selbstgewähltes Los wie das meine zu teilen?" Klara zögerte minutenlang mit der Antwort, ehe fie feft erwiderte: ,, Ja, ich würde es, denn ich weiß, daß es das rechte ist!" ,, Klara, das würden Sie, das könnten Sie wirklich?" E flang wie förmlicher Jubel aus seiner Stimme, während er die Hand ausstreckte, als ob er die ihre ergreifen wollte. Aber sich beherrschend, fragte er statt dessen in gespannter Erwartung: Darf ich den Sinn dieser allgemeinen Antwort auf meinen Speziellen Fall beziehen?" Das Mädchen schlug die seelenvollen blauen Augen leuchtend ju ihm auf. ,, Wenn ich Sie recht verstehe, so dürfen Sie es," sprach fie , Kein Glaube ist echt, den die Gläubigen nicht durch ihr Leben betätigen!" - „ Und das würden das könnten Sie wirklich tun? jagte er. der Geomete abgehalten. meter verpfl oder Vormün perfennen nnif nenntnis erb Di Klaras Blick senkte sich wieder, ihr Herz pochte rascher. „ Zweifeln Sie daran?" gab sie ihm zurück.„ Ich bin viel leicht im Unglück glücklicher als manche im Glück! Mein Vater hat mich verstoßen, ich stehe allein im Leben da, aber ich bin mündig und Herrin meiner Hand. Keine Rücksicht hindert nich, das Los dessen zu teilen, den ich liebe!" Jetzt ergriff Hellborn in heißer Freude ihre Hand. „ Klara, Klara," stieß er aus,„ du hast das Wort ge sprochen, das mein Mund so lange wider Willen verschwieg das Wort: Liebe!" Mit glühenden Wangen neigte das Mädchen sich ihm zu „ Das Herz hingegen sprach es schon lange aus!" flüsterte fie „ Ja, in der heimlichen Tiefe der Brust," antwortete er, , aber nie hätte ich geglaubt, daß du-" ( Fortsetzung folgt.) den schlagen terung allei borzubringen immer noch und an den der nötigen mäßer Düng Roggen, auc gewachsert. ler beganger quantum be verwendet fräftiger Di 500-600 jedes Getrei 0,33 Proz. wird doch ei ohne dabei bei der bevo gen". !! 23 a genlaisens b Störungen Sprechleitung bezt. Drac Wer fahrlä wird mit G Aus * 5c fiegte die Schleenbeder Stimmen. 186 Stimme * Bu hält der Be Heffen in B meinnügigen * Fri beffischer Ha züchtigter Bl fen zu zeigen ter zu schmi * A13 bertulof Tod von 800 Nieder- Ohme 22 Vorträge Die Kreise * AT für Kaninche * OI Mar" wurd * Ma Bersammlung Adelung, bei lein in den * Jug det vom 15. Der Waldau limg des Fo Je unter den 39 en Arbeiterabgeord at fein. Um fein nen, richtet der na e evangelischen Ar Organisationen, ins ereine die herzlich 3. Ebenso ergeh Arbeiterbewegun den die Bitte, di ahlausschusses burd ine finanzielle Bei t: Angesichts de Reichstagswahle iftlich- nationalen Ar ändischen Intereffe ür den Nationale Schedt, Effen- Rub ge fönnen auch mi es Genannten N ahlt werden. Ho Unterzeichnet i Arbeiterführern, di den christlichen Ge beitervereinen täti 8. Sep'em'er 1910. Coftaffiftentenprüfun ch. Das überhäng zeitgemäß. Sie fe eines Baumes ob ran feftfißen, den der dem, der da in das Nachbar nt dessen Garten di nicht abpfliden, fi wenn sie von selb emdenlegion Weisenau tam Pro 1s traurige Los de Inwissenheit der ein ger Weise zur Fren in früheren Ze schwierigen Un benen ihren Ange französische Regie aupt noch in Unte Pflicht weiter Kreis ▪und warnend au allenvereins gab i on denen 1040 m Die Bewohner de der Bibliothek 7 g der diesjährige em Vorjahr bedeu ie städtischen Wiese 3 im Jahre 191 st jedenfalls auf d zuführen, welche a fluß ausitote 143 nannter Bestimmung abgeschlossen war und wenn das Ge samtquantum des durch das betreffende Zollamt einzuführenden Zuckers die für letzteres festgesetzte Menge nicht übersteigt. * Vom Manöver. Die Brigadebesichtigung der beiden Regimenter 117 und 118 fand am Dienstag in dem bisherigen Uebungsgelände von Homberg und Buchberg, östlich Alsfeld zwischen den Orten Rainrod, Eifa, Hopfgarten und Altenburg statt. Die drei Regimenter der 49. Infanteriebrigade( 115er, 116er, 168er) rückten in der Nacht zum Mittwoch zu einem Nachtgefecht aus. Sie verlassen nunmehr ihre Quartiere in Fulda und westlich Fulda und marschieren oftwärts. Ihr Kriegsschauplatz wird in die Rhön verlegt. Die Regimenter rüden gegen Tann, Gersfeld und Lahrbach. Für die jetzt beginnenden Brigademanöver find dieser Brigade das Dragoner- Regiment Nr. 24, das Artillerie- Regiment Nr. 25 und die 25er Pioniere zugeteilt. Heute sammelt sich die ganze Brigade in und direkt um Fulda. Die Aufklärungsübungen der Kavallerie- Regimenter Die sind beendet, sie nehmen jetzt an den Manövern teil. 23er Dragoner sind am Dienstag zur 50. Brigade gestoßen, die 24er zur 49. Brigade. Der Stab der preußischen Kavallerie Brigade befindet sich jetzt in Schotten. Die 6er Dra goner liegen in Rainrod, Ulfa, Kölzenhain. Das TrainBataillon Nr. 18 ist nun in Eichelsdorf und Ulfa ange= tommen. Die 41. Infanterie- Brigade verläßt jetzt ihre dreiwöchigen Standquartiere, die 87er fommen nach Steinbach, Albach, Garbenteich, Hausen, Annerod, Leihgestern. Die 27er Artillerie fommt nach Waßenborn, Burkhardsfelden, Oppenrod. Die 88er fommen in die nördliche Wetterau. Im höchsten Vogelsberg treffen in diesen Tagen die Regimen ter der 42. Brigade ein und zwar um Schotten, Ulrichstein, Ulfa, Engelrod, Stumpertenrod, Helpershain. Damit ift dann das ganze 18. Armeekorps im Manövergelände angetommen. * Die Herberge zur Heimat vermittelte im August 82 Stellen: Hiervon tamen 22 auf die Handwerker und 60 auf die Arbeiter. !! Baubücher. Seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Sicherung der Bauforderung für Bauunternehmer oder Bauherren besteht der Zwang zur Führung von Baubüchern für jeden einzelnen Neubau. Ueber diese Geseßesbestimmung besteht aber gleichfalls noch eine große Untlarheit in den Kreisen des Bauhandwerks, die unter Umständen sehr verhängnisvoll wirken kann, da das Gesetz zur Sicherung der Bauforderung in seinem Paragraph 6 anordnet, daß Verfehlungen gemäß der geseßlichen Vorschriften bis zu Strafen von 3000 Mart geahndet werden können. Es sei hier ausdrücklich nochmals bemerkt, daß ein Baubuch über jeden einzelnen Neubau und Umbau geführt werden muß, der seit dem 21. Juni 1909 vom Tage des Inkrafttretens des betreffenden Gesetzes also- angefangen worden ist. Es liegt durchaus im Interesse der beteiligten Kreise, sogleich die nötigen Schritte zu unternehmen. * Neuerung im Posts check verkehr. Nach dem Muster der seit dem 1. Juli im Verkehr befindlichen Nachnahmetarten und-Postpatetadressen mit anhängender Postanweisung werden vom 1. Oftober ab auch Nachnahmefarten und Paketadressen mit anhängender Zahlkarte eingeführt. Firmen, die die Formulare für ihren Gebrauch durch Privatdruckereien herstellen lassen wollen, werden von der Ober- Postdirektion auf Wunsch Probeformulare geliefert. * Geometer 2. Klasse. Laut Verfügung des Ministeriums des Innern der Finanzen wird eine Prüfung der Geometer 2. Klasse nach dem Jahre 1913 nicht mehr abgehalten. Bei Annahme neuer Lehrlinge sind die Geometer verpflichtet, dies denselben sowohl wie den Eltern ßland. Auf An oder Vormündern mitzuteilen, welche durch Unterschrift anwird ab23 Sept perfennen müssen, daß sie von der Schließung der Prüfung ers nach Mußland 1 dn Kenntnis erhalten haben. urchfuhrerlaubnis fü September ankommer nanzminister entschi Beweise, daß da öffentlichung obeng n die Männer selbst Mborn zugeben.d mir als Ideal vor en, welche " interbrach das Mad nbescheiden oder a nen auf dem Weg gen haben, gefolgt „ Bestatten Sie m Bürden Sie den M meine zu teilen?" Antwort, ebe sie fr aß es das rechte ift en Sie wirklich?" imme, während er ifen wollte. Aber fi espannter Erwartung Antwort auf mein lauen Augen leuchter fen Sie es," fprach f nicht durch ihr Lebe Sie wirklich tun? Derz pochte rascher zurück. Ich bin vie n Glück! Mein Bata ceben da, aber ich bi eine Rücksicht hinde liebe!" ude ihre Hand. u baft das Wort g er Willen verfchwieg Mädchen fich ihm ange aus!" flüfterte f Bruft," antwortete olgt.) an Die diesjährige Ernte hat von neuem den schlagenden Beweis dafür erbracht, daß günstige Witterung allein noch nicht ausreicht, um reiche Ernten hervorzubringen. Troß der reichlichen Niederschläge konnte man immer noch hier und da am dünnen Stand des Getreides und an dem furzen leichten Aehren erkennen, daß es der nötigen Düngung gefehlt hatte. Bei träftiger, sachge= mäßer Düngung war dagegen, besonders bei Weizen und Roggen, auch auf leichteren Böden eine selten schöne Ernte gewachsen. Viele Landwirte haben allerdings noch den Fehler begangen, bei stark gedüngten Herbstsaaten dasselbe Saatquantum beizubehalten, wie es schon zu Großvaters Zeiten verwendet wurde, als es noch keine Kunstdünger gab. Bei fräftiger Düngung, besonders mit Thomasmehl( wenigstens 500-600 Kilogramm pro Hektar), bestockt sich bekanntlich jedes Getreide viel stärker. Man kann daher ruhig 0,25 bis 0,33 Proz. des früher üblichen Saatquantums sparen und wird doch einen besseren Körner und Strohertrag erzielen, ohne dabei Lagerfrucht zu bekommen. Man beherzige also bei der bevorstehenden Herbstsaat:„ Dünn säen stark dün gen". !! Warnung. Zur Zeit der Obsternte und des Steigenlassens von Papierdrachen werden erfahrungsgemäß viele Störungen in den oberindischen Telegraphen und Fern= sprechleitungen dadurch verursacht, daß Äeste und Zweige bezw. Drachenschwänze in den Leitungen hängen bleiben. Wer fahrlässigerweise eine Telegraphenanlage gefährdet, wird mit Gefängnis bestraft. Aus Hessen und Nachbargebiet. * Heuchelheim. Bei unserer Gemeinderatswahl siegte die Liste der sozialdemokratischen Kandidaten: J. Schleenbecker 242, Wilhelm Mandler 186 und L. Schmidt 186 Stimmen. Die Bürgerlichen brachten es nur auf 183 Stimmen. * Butzbach. Am Sonntag, den 18. September, hält der Verband der Bauvereine für das Großherzogtum Hessen in Butzbach seinen diesjährigen Verbandstag der gemeinnüßigen Bauvereine im Großherzogtum Hessen ab. * Friedberg. Hier fand die vom Bezirksverein Hessischer Handelsgärtner veranstaltete Ausstellung selbstgezüchtigter Blumen, besonders Rosen, statt, um weiten Kreisen zu zeigen, welche Blumen sich eignen, Balkon und Erfer zu schmücken. * Alsfeld. Im Kreise Alsfeld wurde die Tuberkulose Ausstellung wie folgt besucht: Romrod von 800, Kirtorf von 650, Homberg a. d. O. und Nieder- Ohmen von je 1000 Personen. Insgesamt fanden 22 Vorträge statt. Die Ausstellung wandert demnächst in die Kreise Friedberg und Gießen. * Alsfeld. Eine Provinzialverbands- Ausstellung für Kaninchen findet am 23. Oktober in Alsfeld statt. * Ortenberg. Der bekannte Ortenberger„ falte Mark" wurde auf den 3. November festgesetzt. * Mainz. Eine stark besuchte sozialdemokratische Versammlung beschloß auf Antrag des Stadtverordneten Adelung, bei der bevorstehenden Stadtverordnetenwahl a l- lein in den Wahlkampf zu treten. * Jugenheim a. d. V. Die diesjährige Versammlung des Forstvereins für das Großherzogtum Hessen findet vom 15. bis 17. d. Ms. in Jugenheim a. d. B. statt. Der Waldausfhrg führt in die Oberförstereien Jugenheim und Eberstadt und endigt auf Burg Frankenstein. Das| ständig umgearbeitete und erneuerte Auflage. Groß- FolioHauptthema der Verhandlungen wird die forstliche Bewirtschaftung des Flugsandgebietes in den besuchten Oberförstereien bilden. * Darmstadt. Die letzte Rundfahrt der Preis richter des Komitees Darmstadt im Blumen- und Pflanzenschmuck hat nunmehr stattgefunden. Die andauernde schlechte Witterung hat die Dekorationen teilweise beeinträchtigt, es ist erfreulich, daß trotzdem die Leistungen auch in diesem Jahre hervorragend sind. Wie schon früher mitgeteilt, haben sich die Militärbehörden den Bestrebungen angeschlos= sen; die Infanterietasernen in der Aleranderstraße u. Wilhelminenstraße, die Dragonerfaserne auf dem Marienplatz, die Trainfaserne, teilweise die 25er Artilleriekaserne sowie das Garnisonlazarett waren prächtig geschmückt. Ein Vertreter des französischen Darmstadt. Ministeriums der öffentlichen Arbeiten stattete der Landesversicherungsanstalt Großherzogtum Hessen einen längeren Besuch ab, um die inneren Einrichtungen dieser Behörde und deren Organisation fennen zu lernen. Bekanntlich ist die französische Regierung dermalen mit Einführung des am 10. April 1910 beschlossenen Gesetzes, die„ Allgemeine Albe ters- und Invalidenversicherung in Frankreich" betr., faßt. * * Darmstadt. In der hier stattgehabten Vor= standssitzung des Verbandes Deutscher Gewerbevereine und Handwerkervereinigungen wurde einstimmig folgende Resolution gefaßt: Die Hauptversammlung des Verbandes Deutscher Gewerbevereine und Handwerksvereinigungen ersucht die Vorstandschaft, sofort an geeigneter Stelle dahin zu wirken, daß in der Reichsversicherungsordnung die Kranken- und Invalidenversicherungspflicht der selbständigen Gewerbetreibenden mit einem Jahreseinkommen bis zu 3000 Mark gesetzlich ausgesprochen wird. Für den Fall, daß der Anschluß der Handwerker an digVersicherungsordnung nicht ermöglicht werden sollte, sind gleichzeitig Schritte zu tun, um ihre zwangsweise Einbeziehung in die in Aussicht stehende Pensionsversicherung der Privatbeamten zu erreichen. * Worm 3. Ein vorzugsweise für Schulkinder un serer Stadt bestimmtes Erholungsheim auf dem Hohen= Darsberg bei Neckarsteinach ist jetzt eröffnet worden. Das vorzüglich eingerichtete, mit einem Kostenaufwand von Mr. 150 000 erbaute Heim fann 70 Kinder zugleich aufnehmen. * Essenheim. Ein schönes Beispiel kamerad schaftlichen Sinnes lieferten die Mitglieder des Bezirks Nieder- Olm vom Hassia- Verbande gelegentlich ihres letzten Bezirtstages zu Essenheim. Auf Antrag des Vorsißenden Kabey wurde nach weiterer Befürwortung durch Wolf- Stadecken und Stieb- Nieder- Olm zugunsten der durch den Obermockstädter Kassentrach so schwer geschädigten Kameraden eine Sammlung veranstaltet, die sofort die ansehnliche Summe von 8211 Mart ergab. Weitere Sammlungen sollen den Vereinen des Bezirks stattfinden. in * Darmstadt. Wegen Ergreifung von Maßnahmen, die die Choleragefahr, hervorgerufen durch die Einfuhr von Obst und Gemüse aus Italien, verhüten, will die Hessische Regierung die Anregung aus Interessentensreisen abwarten und dann, wenn nötig, mit den Bundesstaaten gemeinsam vorgehen. So lange die italienischen Behörden in ihrer Energie in der Bekämpfung der Krankheit fortfahren und vielfach deutsche Beamte in Italien die Ein= fuhr überwachen, sei kein Grund zur Beunrugigung gegeben. * Frankfurt a. M. In der letzten Vorstandssitzung der Zentralstelle für Obstverwertung wurde beschlossen, am 22. und 29. d. Mts. je einen Obst martt in der Markthalle 4 an der Börnestraße abzuhalten. * Frankfurt a. M. Im großen Saale des Kaufmännischen Vereinshauses fand am Montag die erste Sitzung der Wanderversammiung des Verbandes deutscher Architekten- und Ingenieurvereine statt. Baurat Ludwig Neher- Frankfurt a. M. hielt einen Vortrag über die bautünst lerische Entwicklung Frankfurts in den letzten hundert Jahren. Den zweiten Vortrag hielt Magistratsbaurat Uhlfelder über den Frankfurter Ostbahnhof. * Marburg. Nach 5tägiger Straffammerverhandlung wurde am Montog gegen die Inhaber des Harten- roder Heilinstituts, Dikomeit und Zimmermann, das Urteil gefällt. Es lautete gegen Ditomeit auf 1 Jahr 2 Monate Gefängnis und 500 Mart Geldstrafe, gegen Zimmermann auf 10 Monate Gefängnis und 300 Mart Geldstrafe. Fünf Monate Untersuchungshaft tommt bei beiden in Anrechnung. Der Staatsanwalt hatte gegen Dikomeit zwei Jahre und ein Monat sowie 1000 Mart Geldstrafe und gegen Zimmermann ein Jahr und ein Monat Gefängnis beantragt. * Dillenburg. Die Stadtverwaltung hatte ein Ortsstatut beschlossen, nach dem die Anstellung sämtlicher Gemeindebeamten auf Kündigung erfolgen soll. Der Bezirtsausschuß aber versagte seine Genehmigung dazu, insofern es sich um die Anstellung des Stadtsekretärs oder des Stadtrechners handelt. Die städtischen Körperschaften beschlossen, die Entscheidung des Provinzialrats einzuholen. an des * Wiesbaden. Die Schlachthofdeputation hat den Antrag gestellt, der Magistrat möge sich den Bestrebungen anderer Städte, eine Milderung in den Bestimmungen der Vieh- und Cleischeinfuhr herbeizuführen, schließen. Der Magistrat will num an den Vorstand Preußischen Städtetages in Berlin das Gesuch richten, bei der Kgl. Regierung Schritte zu tun, um eine Milderung u. Erleichterung der bestehenden Bestimmungen herbeizuführen. Wiesbaden. Die 24. Hauptversammlung des Mittelwestdeutschen Stenographenbundes Stolz e- Schrey fand hier am 3. bis 5. September statt. Zu den Verhand lungen am Samstag abend waren sehr viele auswärtige Vereine vertreten. Am Wettschreiben beteiligten sich unge fähr 500 Personen, denen 295 Preise und viele Wertpreise zugeteilt werden konnten. Die Ergebnisse waren durchweg vorzüglich. Die Höchstleistungen bildeten drei preiswerte Ar beiten bei 360 Silben. Der öffentlichen Festsitzung wohnten Oberregierungsrat von Gizycki als Vertreter des Herrn Regierungspräsidenten und Landgerichtspräsident Geh. Oberjustizrat Mencke als Vertreter der Justizbehörden bei. Den Festvortrag hielt Herr Kammerſtenograph Frey- Karlsruhe. Eine Besichtigung des Kurhauses, ein Festessen, ein Festfommers und eine Rheinfahrt bildeten den Abschluß der in allen Teilen harmonisch verlaufenen Veranstaltung. Literarisches. - Die Syphilisbehandlung mit dem Ehrlich Hataschen Mittel( Diorydiamidoarsenobenzol). Zusammenstellung der bisherigen Erfahrungen. Von Oberarzt Dr. Johannes Bresler, Lüben. Zweite bedeutend vermehrte Auflage. Mit den Bildnissen Ehrlichs und Schaudinns. Preis 1,80 Mt. In dankenswerter Weise hat Oberarzt Dr. Bresler alles zusammengestellt, was bisher über das neue Syphilisheilmittel und die damit gemachten Erfahrungen in medizinischen Kreisen bekannt geworden ist. * - A. Hartleben's Voltsatla 3, enthaltend 86 Karten in 125 Kartenseiten, nebst 75 Spezialfarten u. Plänen. Mit Tert und alphabetischem Namenregister. Fünfte, vollFormat. Das Wert wird komplett in 25 Lieferungen zu 50 Pfg. In Halbfranzband gebunden 15 Mr. A. Hartleben's Verlag in Wien.) Lieferung 2-5 ist soeben schienen. 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( Mit Porträt.) Geographische Nefrologie. Todesfälle. Kleine Mitteilungen aus allen Erdteilen." Geographische und verwandte Vereine. Kartenbeilage: Der Gran- Chaco und die Pampas. Entworfen von Walter Simon. * von Illustrierte Hausbibliothek für nübliche und belehrende Beschäftigung. Die jetzt fertig vorliegende erste Serie umfaßt 12 Hefte folgenden Inhalts: Bd. 1 Modell 3. 3. Die Herstellung etnes betriebsfähigen Luftschiffes. Vd. 2 Dampfschiff. Bd. 3 Elektromotore. Bd. 4 Elektrische Straßenbahn. Bd. 5 Fun Benindultor. Bd. 6-7 Auto. Bd. 8 Telephon. Bd. 9 Interessante chemische Laboratoriumsarbeiten. Bd. 10 Elemente und Affumulatoren. Bd. 11 Projektions- Apparat u. Zauberlaterne. Bd. 12 Dynamomaschine. Freunde einer wirtlich anregenden Selbstbetätigung, ganz gleich ob jung oder alt, werden dem Heftchen viele anregende Stunden verdanken. Preis der einzelnen Nummer 25 Pfg. 12 Bändchen 2 Mt., bei direkter Lieferung 2.40 Mt. * Ein guter Bekannter tritt wieder seine Reise an und er wird wieder wie früher in der Bauernstube wie im Heim des Städters willkommen sein. Mit seinem Namen dem Namen des„ Lahrer Hinten den Boten" verbinden sich von jeher die Begriffe des volkstümlichen, gemütvollen Erzählens und kernfester Denkart. Und wer ihn auch heuer bei sich aufnimmt, wird erkennen, daß er seiner angestammten Art und seiner gutdeutschen Gesinnung nicht untreu geworden ist. Wenn er in den Weltbegebenheiten" der Zeit einen Spiegel vorhält, lacht er selber fröhlich mit. Und was könnte in der Zeit allgemeiner Lebensmittelverteuerung willkommener sein als des Hinkenden Standrede:" Wie man von der Luft leben fann." Abermals gibt der Alte mit dem Stelzfuß seinen Getreuen ernste und spaßhafte Geschichten zum besten; aber er unterhält nicht nur, er regt auch zum Nachdenken an, und man fühlt wohl, daß es ihm selber von Herzen kommt. In den Jahrhundert- Erinnerungen werden einige teure Gestalten vor des Betrachters Seele geführt. Kurz, der Lahrer Hinkende für 1911 bringt wieder, seiner Bestimmung und Vergangenheit getreu, tüchtiges, gesundes Voltshut. Der Lahrer Hintende Bote" erscheint in 3 Ausgaben: Billige Ausgabe 30 Pig., Erweiterte Ausgabe 50 Pfg. und Großer Volkskalender 1 Mart. * die Die Arbeiten an der Eddertalsperre, jüngstvom Kaiser in Augenschein genommen worden sind, schreiten in schnellem Tempo vorwärts. Die Edder wird bald in ihr neues Bett übergeleitet sein. Ganz abgesehen von diesem interessanten Stück Kulturarbeit, das wir zu betrachten Gelegenheit haben, lohnt sich auch infolge der überraschenden Naturschönheiten des Waldecker Landes ein Ausflug dorthin; von allen Seiten her ist durch bequeme Bahnverbindung das Gebiet der Eddertalsperre leicht zu erreichen. Wer den Ausflug unternimmt, tut gut, sich eine Beschreibung der Eddertalsperre zu besorgen. 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