H 17 Н A 11 De n t. cr ttige clit Uhr efters ball = und 0,75. äften. un. rinnen und wir nachnieterinnen toa: ts: ME. " zahlen find) Mt. ils 2Mt. zu Dienstboten nidt, Neuenon denselben Men Mr. 3, 2, 1,50 je die Hälfte 3 an der Waigen Schlof worm. 100hr Ingungen liegen orbruck, der darmin an uns eken. ce 5 Pig. essen raße.) Nr. 6 (.1 Blatt) Grscheint täglich außer Sonntags. Bezugspreis: vierteljährlich durch die Träger frei ins aus 1.35 M., durch die Post bezogen 1.50 ML. Expebitian: Gießen, Seltersweg 83. Samstag, den 8. Januar 1910 Gießener 20. Jahrgang Inserate: die 44 mm brette Petitgette 20 fenig, Reklame: 90 Beilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet " " " 50 " Telephon- Anschluß: Cichen, Nr. 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Sageblatt Anabhängige Tageszettung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen Personalverminderung im hessischen Bauwesen. wird über die Lage im Reich, über Handelsverträge und Die fortschreitende Einschränkung der staatlichen Bautätigkeit macht naturgemäß auch die Verminderung des nicht angestellten staatlichen Aushilfs= personals notwendig. Stehen nämlich Baukredite, aus denen das Aushilfepersonal budgetmäßig zu bezahlen ist, nicht mehr oder nur in beschränkterem Umfange zur Verfügung, so sind Personalentlassungen nach den Budgetbestimmungen unvermeidlich. Im Hauptvoranschlag 1909 unter Kapitel 103 Titel 1 war gegen 1908 eine Ausgabeverminderung von 67 450 Mart, im Hauptvoranschlag 1910 ist gegen 1909 eine weitere Ausgabeverminderung von 71 000 Mart veranschlagt. Während am 1. September 1908 noch 100 Bauaspiranten und geprüfte Techniker verwendet wa ren, sant diese Zahl allmählich und, nachdem zum 1. April 1909 5 davon als Hochbauausseher angestellt worden waren, bis jetzt auf 77. Wenn auch bereits bei den Landtagsverhandlungen über das Budget 1909 die Notwendigfeit einer Einschränkung des staatlichen Bauwe sens noch stärter betont wurde als früher, so war doch nach Abschluß dieser Verhandlungen der Umfang weiterer Entlassungen noch nicht übersehbar. Vielmehr mußte in Vorbereitung des Budgets pro 1910 zunächst festgestellt werden, ob gewisse größere Bauwesen, über die Verhandlun gen im Gange waren, tatsächlich in den Hauptvoranschlag jür 1910 aufgenommen werden konnten oder nicht. Alsbald nachdem im Herbst vorigen Jahres hierüber eine Ueber= sicht gewonnen war, wurden im Oktober vorigen Jahres durch einen Referenten der Ministerialabteilung für Bauwesen sorgfältige Erhebungen bei den einzelnen Bauämtern über den voraussichtlichen Personalbedarf zum 1. April 1910 vorgenommen. Schon hierdurch war das Personal auf die zu erwartenden Maßnahmen vorbereitet. Auf ein Ende Oktober vorigen Jahres eingegangene Eingabe der Hessischen Vereinigung mittlerer Baubeamten fand Mitte November eine eingehende Besprechung über die Verhält nisse der Aspiranten mit einer Deputation dieser Vereinig ung bei dem Vorsitzenden der Ministerialabteilung für Bauwesen statt. Entsprechend den hierbei geäußerten Wünschen murden alsbald die sämtlichen im Land etwa in Betracht tommenden Behörden und Berwaltungen, wie die Kutim Städtebürgermei= inspektionen, Brandversicherungskammer, stereien 2c. auf die Sachlage aufmerksam gemacht und jucht, gegebenenfalls Bauaspiranten zu beschäftigen. Be reits durch Ausschreiben vom 2. Dezember vorigen Jahres teilte die Ministerialabteilung für Bauwesen den sämtlichen ihr unterstellten Behörden mit:" Die derzeitige Verminderung der Bautätigkeit mache es nötig, eine Anzahl der jüngeren Bauaspiranten zu entlassen. Um den Aspiranten das weitere Fortkommen zu erleichtern und mit Rücksicht auf die zur Zeit ungünstigen Anstellungsverhältnisse sei beschlossen worden, den zu Entlassenden sowie auch den älteren von der Entlassung nicht betroffenen Aspiranten durch Beurlaubung unter Wahrung der Dienstaltersverhältnisse Gelegenheit zu geben, sich um Stellen außerhalb des Staatsdien stes zu bewerben." Des weiteren wurden in eingehenden Beratungen der Ministerialabteilung für Bauwesen die not wendigen Beurlaubungen der jüngeren Bediensteten mit den dadurch dedingten Verschiebungen der älteren im Dienst zu behaltenden endgültig festgestellt und zwar sowohl für das akademisch gebildete Aushilfepersonal als auch für die Bauaspiranten. Nach dem Ergebnis dieser Verhandlungen mußte einem seit rund 9 Jahren bei der Ministerialabteilung beschäftigten verdienten Privatarchitekten zum 1. April dieses Jahres gekündigt werden, 6 bereits in der Ver= wendung befindliche Regierungsbaumeister) wurden veranlaßt, zum gleichen Zeitpunkt um Beurlaubung nachzusuchen, endlich ging 28 Aspiranten und 7 Baugehilfen und Technifern, wovon einer 7 Jahre, 12 zwischen 4 und 5 Jahren, die anderen kürzere Zeit beschäftigt waren, und 5 Bauschreibern die Nachricht zu, daß sie zum 1. April 1910 ( einige zum 1. Juli) aus der Verwendung entlassen bezw. beurlaubt werden müßten. Die entsprechenden Verfügungen wurden über Weihnachten zurückbehalten, mußten aber mit Rücksicht auf die notwendig werdenden Wohnungsfündig- ungen vor Neujahr zugestellt werden. Die vorbezeichneten Maßnahmen sind unter der Voraussetzung getroffen, daß die sämtlichen im Hauptvoranschlag für 1910 eingestellten Bauwesen bewilligt werden. Lokales und Provinzielles. ** Ein großer Hofball fand am Donnerstag im alten Palais statt, zu welchem 298 Personen Einlad ungen erhalten hatten. Außer dem Großherzogspaar waren u. a. erschienen der Kronprinz und die Kronprinzessin von Griechenland, Fürst und Fürstin zu Solms- Lich, Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, Prinz Hermann von StolbergWernigerode, die Fürstin- Mutter zu Erbachl Gegen 11 Uhr fand gemeinsames Souper statt. Auch das Großherzogs paar tanzte lebhaft. Die Musik stellte das Regiment 115. (:) Für den Denkmalschutz im Großherzogtum Hessen werden im Budget 1910 12 000 Mt. verlangt. Hierfür sollen, wie in früheren Jahren eine größere Anzahl von Gebäuden, Schloß- und Burgruinen vor Verfall bewahrt werden. In Betracht kommen: Die Burgruine Fran fenstein, Klostertapelle zu Lorsch, Schloßruinen zu Alsbach, Auerbach, Starkenburg und Lindenfels, Schloß zu Hirsch horn, Burgruine Schadeck, die Hinterburg bei Neckarsteinach, die Kaiserpfalzkapelle in Wimpfen, Veste Opberg, vormal. Abtei Seligenstadt, die Wasserburg bei Seligenstadt, Burgruine Staufenberg, Burg zu Friedberg, Kapersburg( Römerkastell), Schloßruine Münzenberg, Burgruine Lißberg und Ullrichstein, Landskron und Schwabsburg, Wartturm bei Nierstein und andere. * Der Bund der Landwirte für Worms- Heppenheim hält am Sonntag, den 16. Jamuar, nachmittags 3 Uhr, im Wormser Kolosseum eine Jahresversammlung er= ab. Landtagsabgeordneter Schrempf von Stuttgart Schutzölle sprechen. Außer dem Vorstand des Wahlkreises werden ferner sprechen: Landtagsabgeordneter Korell von Oberhessen, Siefert- Frohnhof i. O. und der stellvertretende Provinzialvorsitzende Ph. Wolf- Albig. F * Gießen, 6. Jan. Ende Februar begeht der Sa= nitätsverein den Tag seines 25 jährigen Beste hens. Am gleichen Tage sind 25 Jahre verstossen, daß der 1. Vorsitzende Julius Bräutigam die mühevollen Geschäfte des Vereins geleitet. Der Sanitätsverein wird das Doppeljubiläum festlich begehen. *)(* Gießen. Die Wertungskommission des 1. Verkehrstages am 5. Dezember vorig. Jahres hat reiche Arbeit gehabt, da fast die gesamte Gießener Geschäftswelt mit großem Fleiß sich an dem Schaufenster- Wettbewerb beteiligt hatte. Jetzt hat die Kommission, die aus den Herren Fabrikant Franz Brück, Stadtv. Helm, Oberbürgermeister Mecum, Architekt Meyer, Weißbindermeister Petri 3, Privatdozent Dr. Rauch und Architekt Seuling bestand, ihre Arbeit beendet und an 225 Ladeninhaber als Dant für anerkennenswerte Ausstellung Diplome ausgegeben. Die beste Note lautet„ vorzüglich", die nächstbeste sehr gut" und die allgemeine Note„ gut“. Wie uns mitgeteilt wurde, hat die Note„ vorzüglich" an eine nicht zu kleine Zahl vergeben werden können. *)(* Gießen. Der Hessische Landesverband des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geisttger Getränke hat vor kurzem eine Heilstätte für Alkoholkranke in Haus- Burgwald bei Nieder- Ramstadt eröffnet. * Gießen. Der erste Gautag der Deutschen Motorfahrer Vereinigung für den Mitteldeutschen Gau findet Ende Februar oder Anfang März dieses Jahres in Gießen statt. Die Vorbereitung zu der Veranstaltung, zu welcher man zirka 600 Fahrer erwartet, werden von der Ortsgruppe Gießen( Gießener Automobilllub) getroffen. * Alsfeld, 6. Jan. In dem Dorse Ruhlkirche i versuchte der 63 Jahre alte Hainbuch seinen 30jährigen Stiefsohn im Bette mit der Art zu erschla= gén. Nach der Tal eitte der alte Mann in den Wald, wo er festgenommen wurde. Der Stiefsohn mußte in das Kreis rantenhaus nach hier überführt werden, wo er lebensge= jährlich verletzt darniederliegt. Der Sohn wollte sich verHeiraten, infolgedessen der Alte 500 Mt. herauszahlen sollte. Um dies zu verhindern, machte er den Mordversuch. * Buzzbach. Der Alice- Frauen- Verein beschloß einen Sanitäts- Kursus abzuhalten. 24 Anmeldungen sind bereits erfolgt. Die beiden Aerzte, Herr Sanitätsrat Dr. Ohnacker und Herr Dr. Küchel haben sich bereit erklärt, den Kursus für Frauen und Mädchen aller Stände in je wöchentlich einer Stunde abzuhalten. * Bad Nauheim. Dienstag, den 11. Januar tritt der neugegründete Heimatverein zum ersten Mal mit einer Veranstaltung an die Oeffentlichkeit, bei welcher ein Vortrag des Herrn Dr. Strecker über die am 30. August 1762 stattgefundene Schlacht am Johannisberge gehalten werden wird. * Friedberg, 6. Jan. Am Predigerseminar be ginnt am 13. Januar ein sozialer Kursu 3". Professor Dr. Stein- Frankfurt" spricht über„ Psychologie des Arbeiterstandes", Prof. Dr. Klumter- Frankfurt über" Beobachtungsstätten kranker Kinder", Kirchenrat Dr. Schlosser über" Moderne Armenpflege", Dr. Kahn- Frankfurt über „ Wohnungsreform und die soziale Versicherungs- Gesetzgebung". Ausflüge und Besichtigungen schließen sich an. * Friedberg, 5. Jan. Der Großherzog hat den Oberlehrer am neuen Gymnasium zu Darmstadt, Professor Theodor Ritsert, zum Direktor der August i- ner Schule ernannt als Nachfolger von Direktor Balser, der, wie mitgeteilt, in Berlin tödlich verunglückt ist. Prinz und Prinzessin Reinhard * Darmstadt. zu Solms- Lich sind gestern hier eingetroffen und haben im Residenzschloß Wohnung genommen; ferner sind eingetroffen die Fürstin Mutter zu Erbach- Schönberg nebst PrinzessinTochter. Im Laufe des Nachmittags trasen noch ein: Kronprinz und Kronprinzessin von Griechenland, Fürst und Fürstin zu Solms- Lich, Prinzeß Friedrich Karl von Hessen und Prinz Hermann zu Stolberg- Wernigerode. * Darmstadt, 6. Jan. Nach Uebernahme des gesamten Risitos der Ausstellung durch den Großherzog hat die Kabinettsdirektion die Leitung der Ausstellungsgeschäfte übernommen und folgende Herren in das Hauptfomitee gebeten; Kunstmaler Adolf Beyer, Prof. Graf von Kalkreuth, Hofrat Alexander Koch, Bei= geordneter Müller, Prof. Albin Müller, Stadtverordneter Leiter der AusStemmer, Oberregierungsrat Dr. Wagner stellung von 1908, Kabinettssekretär Dr. Wehner, Buch= druckereibesitzer Rudolf Wittich und den Direktor der Ka binettsbibliothek Zobel. Die erste tonstituierende Sibung wird am 10. Januar im alten Palais stattfinden. * Offenbach, 7. Jan. Der Bund hess. Schul-. reformer hielt gestern Abend im Stadtgarten seine erste öffentliche Versammlung ab, in der Oberlehrer Dr. Strecker- Nauheim über die Zwecke und Ziele des Bundes sprach. Er verwarf aus erzieherischen und gesundheitlichen Gründen den fremdsprachlichen Grammatifunterricht in seiner heutigen Form, kritisierte energisch unser gefünfteltes, ausgeflügeltes, unnatürliches Sitarbeitssystem und verlangte ein der angeborenen Schaffensfreudigkeit des Kindes angepaßte Schulreform. Die Versammlung war gut besucht, und eine stattliche Anzahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen traten der Ortsgruppe als Mitglieder bei. * Mainz, 5. Jan. In der am Dienstag stattgefundenen Sitzung der Stadtverordneten erstattete Stadtv. Müller Bericht über die Errichtung von Gartenkolonien. Die Gesamtgröße des Geländes beträgt 36 000 Quadrat meter, doch soll vorerst nur der dritte Teil davon angelegt werden. Die einzelnen Gärten sollen 250-300 Quadratmeter groß werden und sollen zum Selbstkostenpreis einschl. Wassers zu 10 Pfg. per Quadratmeter zur Verpachtung gelangen, da die Stadt diese Anlage als Wohl- jahrtseinrichtung betrachte. Die erforderlichen Arbeiten sollen sofort als Notstandsarbeiten in Angriff genommen werden. * Heidesheim, 5. Jan. Infolge der wiederholten Angriffe auf militärische Wachtposten hat das Gouvernement Mainz die Wachiposten ermächtigt, bei allen tätlichen Angriffen auch ohne Anrufen von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. * Heidesheim, 6. Jan. Am Mittwoch Abend wurde der Spengler Anton Appel aus Heidesheim, der mit einer leeren Fuhre auf dem Heimweg durch den Heides- heimer Wald fuhr, von zwei Strolchen überfallen. Dem einen versetzte er mit seinem künstlichen Arm einen wuchtigen Hieb auf den Kopf, sodaß dieser flüchtete. Der andere sch.ug den Fuhrmann aber mit einem Knüppel nieder, verletzte ihn durch Messerstiche am Kopfe schwer und nahm ihm die Uhr und die Barschaft von 8 Mart ab. Erst nach zwei Stunden erwachte Appel aus seiner Bewußtlosigfeit und schleppte sich nach Heidesheim. = * Nieder- Ingelheim, 5. Jan. Prof. Ele= men Bonn beschäftigt sich soeben mit der Sichtung des in Ingelheim gewonnenen höchst wichtigen Materials. Es ha ben sich durch die Grabungen für die gesamte Kenntnis frühmittelalterlicher Pala stanlagen neue Gesichts= puntte ergeben. Die Regelmäßigkeit der Gesamtanlage wies eine außerordentliche Aehnlichkeit mit dem Grundriß römi scher Bauten größeren Stils auf. Klar wurde, daß die Pfalz in ihrem Grundriß in wesentlichen Punkten den Typ der Römerbauten ausweist. Das Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchungen wird in einer größeren Publikation über die deutschen Kaiserpfalzen des Mittelalters niedergelegt. Herausgeber ist der vorgenannte funst wissenschaftliche Verein, der unter dem Protektorate des Kaisers steht. Gau- Odernheim, 5. Jan. Als hier eine Frau von ihrem Sohne, der Soldat ist und nach dem Urlaub wieder in seine Garnison zurückkehren wolite, Abschied nahm, wurde sie von einem Schlaganfall betroffen und verschied alsbald. Eine Bekannte dieser Frau, die in Framersheim wohnt, erlitt einen Schlag a n- fall, als sie diese Todesnachricht erhielt. Auch diese Frau starb sofort. ** * Wetzlar. Mit dem 1. Januar wurde das bisher in Essen belegene freisinnige Parteibüro nach Betzdorf an die Sieg verlegt. Die Wahlkreise Weblar- Altenfirchen, Siegen, Wittgenstein- Biedenkopf, sollen in Zukunft intensiv bearbeitet werden. Auch sollen im Wahlkreise Dillenburg, wo sich schon eine Anzahl Einzelmitglieder befin den, freisinnige Vereine gegründet werden. * Weil münster. Auf der Grube„ Erzengel" bei Weinbach explodiere am Dienstag ein Dampfrohr. Hierbei wurde der Bergmann Heinrich Zuth durch den ausströmenden Dampf derart verbrüht, daß er in die Klinik nach Gießen überführt werden mußte. * Homburg. Eine neue und zwar warme Quelle in sicherer Aussicht! Die Erschließung einer neuen und zwar mit höchster Wahrscheinlichkeit warmen Quelle ist endlich in greifbare Nähe gerückt. Ein neuer Experte, Herr Dr. Roth aus Frankfurt, glaubt sicher zu sein, daß man bei etwa 300 Meter Tiefe bereits sindig werden würde, und zwar auf eine sehr reiche Quelle. Es darf schon heute als sicher geften, daß die endgültigen Bohrungen auf städt. Terrain werden vorgenommen werden können. Aus dem Gerichtssaal. @traffammer. Gießen, 7. Januar 1910. In Lauterbach war das Gerücht verbreitet wor den, es sei ein Pärchen in einem vielbesuchten Walddistrikt bei unsittlichen Handlungen beobachtet worden und man nannte dabei den Lehrer Ka del von dorten. Dieser erhielt von einem Oberlehrer Kenntnis von dem Gerücht und er forschte nach dem Urheber. Es stellte sich heraus, daß der Fabritarbeiter August Döring aus Blißenrod den Vorfall in einer Fabrik erzählt hat, wobei er den Namen des Lehrers nannte. Die Sache wurde dann in Wirtschaften breitgetreten und auch in besseren Kreisen wurde die Angelegenheit zum Gegenstand der Erörterung. Der Brauereidirektor Ludwig Trapp hatte den Vorfall einem Gerichtsaftuar erzählt und dieser brachte die Sache einem Gerichtsschreiber- Aspiranten. Da Leßterer die Sache weiter erzählte und sich ausdrückte, er glaube so lange an die Richtigkeit der Sache, bis ihm das Gegenteil bewiesen wird und do Trapp seinen Gewährsmann nicht nennen wollte, stellte der Lehrer außer gegen Döring als Urheber des Gerüchts, auch gegen Trapp und den Gerichtsschreiber- Aspiranten Otto Walter, der am Amtsgericht Lauterbach tätig ist, wegen Beleidigung Strafantrag. Döring blieb bei der Verhandlung dabei, er habe den Lehrer an den Kleidern erkannt, da gegen mußte als erwiesen angenommen werden, daß vollständig ausgeschlossen ist, daß der Lehrer in Betracht kommen konnte, was dieser auch eidlich in Abrede stellte. In Anbetracht der hohen Schädigung des Beleidigten, dessen Existenz, Ehre und Familienglück auf dem Spiele stand, erkannte das Gericht gegen den Urheber des Gerüchtes, Döring, gegen den die Staatsanwaltschaft nur eine Woche Gefängnis beantragt hatte, auf einen Monat Gefängnis; die Weiterverbreiter des Gerüchtes, Trapp und Walther, gegen die von der Staatsanwaltschaft je 40 Mart Geld strafe beantragt war, wurden zu je 100 Mark Geldstrafe verurteilt, wobei ausdrücklich hervorgehoben wurde, daß der Lehrer makellos dastehe. es Redaktion, Drud und Verlag von Albin Klein, Gießen. 1 zi et m id di in fe Ie ft fe A a 10 g de Ia fe de A de ge ff де де be troffen Frankreich bezweckt mit dieser Kundgebung, die Zum Kapitel von den Schülerselbstmorden marekanische Regierung zu veranlaffen, die französischen liest man im ,, Korrespondenzblatt für den akademisch gebildeten Lehrerstand" folgenden Beitrag: Im vorigen Winter riet ich dem Vater eines Obersekundaners, seinen Sohn, da er unbegabt und kränklich sei von der Schule fortzunehmen. Der Vater aber, der der oberen Gesellschaftsschicht angehört, hielt es offenbar für unerhört, seinem Sprößling den Zugang zu höherer Lebensstellung zu versperren, und ließ dem armen Jungen, obwohl er auch an den Augen litt, gegen meinen ausdrücklichen Rat im letten Quartal vor der Verseßung Privatstunden geben. Natürlich blieb der Schüler doch in II ſizen. Am Ende des jeßigen Semesters fommt nun der sehr brave und nette Junge am Schlusse einer Unterrichtsstunde hinter mir her und sagt: Glauben Sie nicht, Herr Professor, daß ich unfleißig bin, ich kann oft nicht arbeiten, weil ich zu schwach bin." Nachdem ich ihm gesagt hatte, daß ich das wüßte, brach er in Tränen aus und hagte, daß er auch beim besten Willen nicht immer aufpassen könne, er wäre zu blutarm; wenn er sich in den Ferien etwas erholt hätte, dann ginge es eine Zeitlang besser, bald aber versagten seine Nerven wieder. Vor Schluchzen konnte er zulegt nicht weiter sprechen. Ich frage: Wenn ein solcher Mensch aus Verzweiflung schließlich zur Pistole greift und seinem traurigen Dasein ein Ende macht wer trägt dann die Schuld? be fe K ge 10. 31 Б BRUNETTESESTELUSOR DANCESA#RI 11 Ein paar Tage hierauf kommt eine Mutter zu mir, deren Sohn nach halbjährigem Besuche der U I nicht nach und die Forderungen der übrigen Mächte schnell zu erledigen. Mißstände in der französischen Marine. Der Marineminister richtete an die Artilleriedirektion in Toulon ein Tadelsschreiben, weil sie es unterlassen habe, die Munition für 37 Torpedoboote der zweiten Flotte zu erneuern. Der Befehl zur Erneuerung der Munition war bereits im letzten Juni gegeben worden, aber unausgeführt geblieben.- In Toulon füllte sich gestern ein Torpedo unauffällig mit Wasser und wäre untergegangen, wenn es nicht noch im letzten Augenblick bemerkt worden wäre. Ein französisch- türkischer Zwischenfall. An der Grenze von Tripolis ereignete sich ein bedeutsamer Zwischenfall. Türkische Soldaten betraten das Gebiet von Tunis, drangen in ein Grenzdorf ein und gaben auf die Bevölkerung blindlings mehrere Schüsse ab. Die Soldaten wurden durch einen Offizier befehligt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die französische Regierung hat sofort ihren Botschafter in Konstantinopel die dringende Weisung erteilt, an den maßgebenden Stellen in Konstantinopel ener= gischen Protest gegen dieses völkerrechtswidrige Vorgehen der türkischen Soldaten einzulegen und die türkischen Behörden aufzufordern, unverzüglich nach Tripolis Befehle gelangen zu lassen, durch die ein Weitergreifen dieser unerflärlichen Bewegung verhindert wird. I verseßt worden war, und weint und flagt über die Hartherzigkeit der Lehrer. Meine Vorstellungen, daß ihr Sohn schwerlich jemals das Abiturium bestehen könne, da es ihm an Begabung fehle, daß er aber außerdem, wie ich gehört hätte, sich zu sehr zerstreue, indem er zuviel auf die Jagd und zu Tanzvergnügen gehe, machten keinen Eindruck. An zwei unerschütterlichen Dogmen scheiterten alle meine eindringlichen Worte. Die Frau, die zu den sogenannten gebildeten Kreisen gehörte, hielt mir stets diese beiden selbstverständlichen Postulate entgegen und fam immer wieder auf sie zurück, so oft ich sie auch glaubte als widersinnig erwiesen zu haben. Sie lauten: ,, Er muß doch seine Jugend genießen" under muß doch das Abiturienteneramen machen". Er muß das Abiturienteneramen machen, denn sonst kann er ja nichts werden, da er leider zum Offizier zu schwächlich ist!" Und ich frage noch einmal: Wer hat die Schuld, wenn dieser Junge aus Verzweif lung Hand an sich legt? Natürlich die Schule! Ein Teil unserer Presse und des lieben Publikums würde darüber nicht im Zweifel sein. Nein, unsere verschrobenen gesellschaftlichen Verhältnisse, der Unverstand der Eltern, ihre Eitelkeit und ihr Ehrgeiz tragen den größten Teil der Schuld! Und die Schule? Ist sie ganz unschuldig?- Milde bei der Aufnahme, Milde bei der Versetzung und bei Disziplinarfällen! Und so wird immer hübsch hinauf in die höhere Klasse geschoben und geschoben, bis die Schüler verzweifelt vor den Anforderungen der Klasse stehen, in die ste nicht hineingehören. Ja die Schule ist auch nicht ganz frei von Schuld. Uebertriebene Milde, wie sie, wie mir scheint, ießt immer mehr in Uebung kommt, ist nicht nur ein pädagogischer Fehler, sie drückt auch unsere Schulen mehr und mehr in ihren Leistungen herab, ia sie ist in Wahrheit keine Milde, sondern Grausamkeit, denn sie läßt den jungen Menschen seine Zeit vertrödeln und stellt ihn schließlich vor Aufgaben, denen seine Kraft nicht gewachsen ist. Rundschau vom Cage. Politisches. Vorbereitungen für die Mittelmeerfahrt des Kaiserpaares. Die Kaiserjacht Hohenzollern" erhielt Befehl his ungsarbeiten für die Mittei= he anfang Februar vie meerreise des Kaiserpaares zu beendigen. Neue Fremdenheze in China. Der Londoner Morningpost wird aus Schanghai gekabelt, daß dort hartnäckige Gerüchte von der Vorbereitung einer neuen Fremdenheze im nördlichen Teil der Provinz Kiangsu im Umlauf sind. Auch aus allen Teilen Schantungs hört man von fremdenfeindlichen Umtrieben der Studenten und buddhistischen Priester, die sogenannte patriotische Vereine gründen und die Austreibung der Fremden predigen. Das Kronprinzenpaar wird sich, einer Einladung des Fürsten von Pleß folgend, heute zur Jagd nach Fürstenstein in Schlesien begeben. Von dort erfolgt am 9. d. M. die Weiterreise nach Dels zum Besuche des 8. Dragonerregiments, dessen Chef die Kronprinzessin ist, und zur Fafanenjagd. Kleine Dadrichten. Erkaiserin Charlotte. Der Gesundheitszustand der geisteskranken Erkaiserin Charlotte von Mexiko, der Schwester des verstorbenen Königs Leopold, ist sehr besorgniserregend. Sie hatte in den letzten Tagen wiederholt heftige Wutanfälle. Regelung der hansindustriellen Arbeit. Wie die Fachzeitschrift„ Die Textilwoche" erfährt, ist beabsichtigt. die Teile der dem Reichstage im Dezember 1907 vorgelegten Novelle zur Gewerbeordnung, die zwar in der Kommission des Reichstages durchberaten worden sind, jedoch wegen des Schlusses der Tagung nicht erledigt werden konnten, in einem besonderen Entwurf zu behandeln. Es bezicht sich dies namentlich auf den Teil des Entwurfs von 1907, der eine Regelung der hausindustriellen Arbeit zum Gegenstande hatte. Der Ballon„ Parseval 3" unternahm gestern mittag seinen ersten diesjährigen Aufstieg von Bitterfeld aus zum Zweck der Abnahme durch die Militärverwaltung. In der Gondel befanden sich außer Major v. Parseval mehrere Vertreter der Militärverwaltung, im ganzen 11 Personen. Die Fahrt erstreckte sich bis zum Dessauer Walde. enleiche entdeckt, welche schon in Verwesung übergegangen war. Vor zwet Monaten hatte ein Mann zwei Zimmer ge= mietet und mehrere Koffer gebracht. Die Miete hatte er im voraus bezahlt und erklärt, die übrigen Möbel würden später nachkommen. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Explosion einer Bombe. In Marseille explodierte gestern abend eine Bombe, wodurch zwei Häuser schwer und einige andere minder schwer beschädigt wurden. Man glaubt, daß zwet Gauner, die im Begriffe waren, einen Hühnerstall auszurauben und dabei durch hinzukommende Personen gestört wurden, dte Bombe geworfen haben, um ihren Rückzug zu decken. Arbeitsstunden für die Berliner Volksschüler. Die städtische Schuldeputation in Berlin beschloß, einen Versuch mit der Einrichtung von Arbeitsstunden für die Gemeindeschüler unter der Voraussetzung zu machen, daß die Lehrer die unentgeltliche Aufsicht übernehmen. Die Arbeitsstunden sind für solche Schüler bestimmt, die ihre Schularbeiten zu Hause nur unter ungünstigen Verhältnissen erledigen können. Die diesjährige Generalversammlung des Bundes der Industriellen findet am Montag den 24. Januar in Berlin statt. Den Geschäftsbericht wird Dr. Wendlandt erstatten. Außerdem wird Reichstagsabgeordneter Dr. Stresemann über Industrie- und Hansabund" und Fabrikbe= fizer Leboldt- Gera über die Reichsversicherungsordnung sprechen. Eine ernste Mahnung an Marokko. Eine Division des französischen Mittelmeergeschwaders ist vor Tanger einge5) Der Fall Welshofen. Kriminalroman von M. Kossak. Nachdruck verboten. Wissenschaft, Kunst und Literatur. ften lag Grund Borgef elnem Nacht& ausiahla Feuerw hatte er Löscht. 2 mille fd große S Räume etnem i gefüllter Licht, 1 erfte St im Klei fülltes zelnen fenaufa felfäder des gra Fura, ba fät. Der fein Pla auf ein füllten denen d erst dan Dedeln fall bat Wäre de Mittern ein Ra Gefchäf Me Kriegsl Materia Der Abendstern in seinem größten Glanze. Schon seit einigen Wochen erregte der in einer nur von schwachen Sternen besäten Gegend, in den Sternbildern des Steinbocks und des Wassermanns sich aufhaltende Planet Venus durch seinen prächtigen Glanz allgemeine Aufmerksamkeit. Kaum ist die Sonne im Südwesten unter den Horizont gesunken, so tritt der Abendstern in noch recht bedeutender Höhe hervor, um darauf schnell an Glanz zuzunehmen. Am 8. Januar, zu welcher Zeit der Phasenwinkel der Venus 118 Grad beträgt, ist ihr Licht am stärksten, und man vermag in den Wochen unmittelbar vor und nach diesem Termin im Freien, wo kein künstliches Licht stört, deutlich einen Schattenwurf der Gegenstände zu erkennen. Da am 11. Januar Neumond ist, kommt auch das Mondlicht in der Beriode größten Glanzes der Venus nicht in Betracht. Verschönt wird der Anblick des Himmels noch durch die etwas höher im Tierkreise nahe beieinander stehenden, gegen 6 Uhr abends kulminierenden Planeten Mars und Saturn. Während Venus im ersten Monatsdrittel mehr als drei Stunden nach Sonnenuntergang über dem Horizont verweilt, bleiben Mars und Saturn zunächst noch sieben Stunden lang sichtbar. Am 14. Januar bes wegt sich die zarte zunehmende Mondsichel südlich an dem funkelnden Abendstern vorüber. Eine frohe Knude für Scereisende kommt aus Breslau. Danach hätte Fräulein Dr. M. Ritter daselbst ein Mittel gegen die Seekrankheit gefunden, das auch wirklich hilft. Die Bestandteile des Medikamentes sollen unser bekannter Kalmus, der Wallnußbaum und Satureja montana, eine Verwandte unseres Bohnenkrautes, liefern. Das Mittel foll sich bereits unter ganz besonders schwierigen Verhältnissen bewährt haben. Lanzani verneinte. Ich bin durch die Wilson- Scool so sehr in Anspruch genommen, daß mir nur wenig Zeit zur Lektüre übrig bleibt und außerdem wird es mir auch schwer, mich mit den Wienern zu verständigen." Einen humorvollen Stadtrat besitzt Musbach. Dort wurde der durch seine großen Weinfälschungen bekannte frühere Reichstagsabgeordnete Sartorius, der in Musbach wieder in den Stadtrat gewählt wurde, jetzt auch in die Wasserkommission gewählt. ,, Das Verbrechen, von dem ich spreche" fuhr die junge Dame fort ist erst in der vergangenen Nacht geschehen. Ein vornehmer älterer Herr, ein Graf Welshofen ist in seiner eigenen Wohnung ermordet worden und Ein deutscher Dampfer gestrandet. Nach aus Havre eingelaufener Meldung ist der Dampfer Fürst Bismarc" der Hamburg- Amerika- Linie in dichtem Nebel vor Octevine bei Davre aufgetaufen. Die Zuge i fwwierig, va der Dampfer während der Flut auflief. ,, Welshofen? Graf Welshofen?" Der Italiener schrie es fast heraus. Sein Gesicht war totenblaß geworden und mit einem Ausdruck, von dem man nicht wußte war er Entsetzen oder was sonst, starrte er BauYa an. Frühling im Winter. Seit Wochen herrscht in der Westpfalz Frühlingswetter. 6 und 12 Grad Wärme herrscht regelmäßig. Daß diese Witterung auf die Pflanzenwelt nicht ohne Einfluß sein kann, beweist die Tatsache, daß allenthalben Bäume und Sträucher zu knospen beginnen. I'm Dörfchen Hassel Bez. St. Ingbert steht ein Apfelbaum in Blüte. Ja doch", erwiderte sie überrascht. ,, Kennen Sie den Herrn?" Der Erreger der Masern ist nach einer Mitteilung von Prof. Sittler in der Münch. Med. Wochenschrift wahrscheinlich von ihm gefunden worden. Es handelt sich, wie ja schon vorher vermutet wurde, um ein den gewöhnlichen traubenförmig wachsenden Gitererregern nahestehendes Batterium, das dadurch sich auszeichnet, daß es auf das Blut von Kindern, die die Masern bereits überstanden haben, nicht einwirkt, wohl aber auf das Blut von Kindern, die ficher noch nicht masernkrant waren. Die Erreger der Masern sind bei der Erkrankung in den oberen Luftwegen, Nasenrachenraum, Luftröhre und Bronchien zu finden. Der Masernausschlag würde sich nach Sittler dadurch erklären, daß Giftstoffe, die während der Lebenstätigkeit der Bakterien oder bei ihrem Absterben entstehen, in die Blutbahn gelangen, diese Veränderung hervorrufen. Der Masernausschlag wäre dann jenen Ausschlägen zuzurechnen, die nach Einsprißung von Serum verschiedener Art beobachtet werden können. Der Ausschlag bet Masern ist sehr wertvoll zur Erkennung des Wesens der Krankheit, aber stellt keineswegs die eigentliche Erkrankung dar, sondern der Herd der Erkrankung ist in den Luftwegen gelegen. Deshalb richteten sich die ärztlichen Maßnahmen bei der Bekämpfung der Masernkrankheit auch stets auf diese Organe. Der Gattenmord in Dudweiler. Der Ehemann Loch in Dudmeiler- Jägersfreude hat sich gestern früh freiwillig der Polizei als Mörder seiner Frau gestellt. L. sucht die Tat als einen Unfall hinzustellen. Er habe Kohlen zerschlagen wollen, dabei habe sich seine neben ihm stehende Frau plötzlich gebückt und der mit voller Wucht geführte Hammerschlag habe ihr sofort den Schädel zertrümmert. Diese Angaben verdienen indessen keinen Glauben. Er schüttelte das Haupt. ,, Nein- nein doch, wie - wie käme ein armer Sprachlehrer wie ich zu solch einer vornehmen Bekanntschaft?" Ich ich" er rang mühsam nach Fassung und mit gewaltsamer Willensanstrengung gelang es ihm endlich, seine Selbstbeherrschung zurückzugewinnen. ,, Unwillkürlich erschrickt man eben, wenn man von solch einer Mordtat hört," meinte er, schon wieder mit ganz ruhiger Stimme. ,, Dann müssen Sie aber wirklich sehr schwache Nerven haben, Signor Lanzini", entgegnete Paula kopfschüttelnd. ,, Die Tatsache, daß irgend ein beliebiger fremder Mensch ermordet ist, kann einen doch nicht so angreifen." Hinrichtung eines Lustmörders in Frankreich. In Montauban wurde gestern morgen im Beisein einer großen Menge, die die Nacht vor dem Richtplaße verbracht hatte, der Lustmörder Hebrard guillotiniert. Der Delinquent, der zwei kleine Kinder hinterläßt, beschwor seinen Advokaten, für die Namensänderung der Kinder zu sorgen und alles aufzubieten, damit sie niemals den Namen ihres Va= ters erführen. Eine Frauenleiche im Koffer. Gestern wurde im Zimmer eines Gasthauses in Lüttich in einem Koffer eine FrauIm allgemeinen sind meine Nerven die besten, aber zurzeit bin ich wohl ein wenig überangestrengt. Ich war bom frühen Morgen an nicht ganz wohl. Signora dürfen mich nicht für einen Schwächling halten, denn ein solcher ist immer lächerlich und verächtlich in den Augen der Damen. Ich bin aber doch zu eitel, als mir das" hier eine kleine Verbeugung zu Paula hinder Signora gegenüber gleichgültig sein könnte." Er lächelte ein seltsam verzerrtes Lächeln! Auch stand die gleichsam wie scherzhaft gemeinte, ziemlich provokante Galanterie der letzten Worte, sowie die Art, wie sie gesagt wurden, in viel zu greffem Widerspruch zu seinem bisherigen feinen und bescheidenen Wesen, als daß sie Paula nicht hätte befremden sollen. ,, Wollen Signora mir gütigst die Einzelheiten der Mordtat erzählen?" bat er. Es ist eine gute Uebung im Stalienischen für die Signora, und ich finde Gelegenheit, meine Scharte von vorhin auszuweßen." Vermischtes Eine Köpenickiade in Gelsenkirchen. Zu dem Oberbür germeister in Gelsenkirchen fam vor einiger Zeit ein schneidiger Herr, stellte sich als Dr. jur. Reinhard vor und bat um die Erlaubnis, sich in die Kommunalverwaltung einar= beiten zu dürfen. Nachdem er den höheren Beamten auf Rathause vocaren worden mar, erhielt er sein eincé nes Zimmer angewiesen und bearbeitete nun tatsächlich 4 Wochen lang städtische Angelegenheiten, dann verschwand er spurlos. Inzwischen aber hatte er bei Hoteliers, Restautrateuren und Privatpersonen große Schulden gemacht. Reinhard wurde gestern in Aachen verhaftet, wo er dieselben Schwindeleien versuchte. Er heißt auch wirklich Reinhard, ist aber nicht Dr. jur. und im übrigen ein bekannter Schwindler und Hochstapler. Die ganze Angelgenheit wird geheimgehalten, doch erfährt man nach anderen Berichten, daß sich der Schwindler auch als Regierungsvertreter vor= acstellt habe, der beauftragt worden set, die Geschichte der Stadt Gelsenkirchen zu studieren. Ein weiterer Bericht be. sagt, daß Reinhard als juristischer Beirat angestellt worden sei. Dieser Titel habe auch an seinem Wohnungsschild ge= standen. Als Beirat hatte er Steuerreklamationen usw. zu bearbeiten und verstand es dabei, alle mit ihm in Berüh rung kommenden Personen gehörig zu schröpfen, ohne daß im Publikum oder bei den Behörden Verdacht entstand. Brandstiftung in einem Harzer Hotel. In Bad Harzburg wurde, wie schon mitgeteilt, der Hotelbesitzer H. BuchHeister mit seiner Frau auf dem Bahnhof in dem Augenblick verhaftet, als er von einem Besuch, den er bei Verwandten in Langenweddingen bei Magdeburg gemacht hatte, zurückkehrte. Buchheister steht unter dem Verdacht, sein Hotel National in Brand gesteckt zu haben. Das Hotel war mit 64 000 M versichert und aina, da es den Gichen om näch= Und nun berichtete Paula, was sie über die Sache hatte erzählen hören. Als der Diener des Grafen diesem, wie an allen Tagen das Frühstück ans Bett hatte bringen wollen, war die Tür verschlossen gewesen. Dem Diener war die Sache gleich nicht recht geheuer erschienen, da dergleichen während seines langen Dienstes in dem Hause noch nicht vorgekommen war. Der Graf pflegte sehr früh sein Frühstück einzunehmen und dann noch ein paar Studen im Bett liegen zu bleiben und zu schlafen. Andererseits mochte der Diener sich nicht Vorwürfe seines Herrn zuziehen, sofern er ihn nach einer vielleicht schlecht verbrachten Nacht aus seinem Morgenschlummer erweckte. So zog er sich denn leise zurück, erwartend, daß der Graf schon klingeln würde, sobald er erwachte. Doch eine Stunde um die andere verging, ohne daß das erhoffte Glockenzeichen ertönte. Zufeßt gegen 9 Uhr, faßte den Mann eine namenlose Angst, die er nicht länger ertragen konnte, und er lief zum Hausmeister, um sich mit diesem zu be sprechen. Die beiden nahmen noch einen Schußmann und einen Schlosser und ließen von diesem die Tür gewaltsam öffnen. Da fand man denn den Grafen tot in seinem Bett liegen. Schleunigst wurde ein Polizeikommissar und ein Arzt herbeigerufen, aber der letztere konnte nur konstatieren, daß der Graf tot war. Der Körper hatte bereits Leichenstarre angenommen, so daß der Tod schon viele Stunden zuvor eingetreten sein mußte. Da eine Pistole auf dem Nachttisch lag, vermutete man zuerst einen Selbstmord, doch fand man keine Schußwunde an dem entseelten Körper, auch enthielt das Pistol noch alle Schüsse. Nun meinte man, daß den Grafen vielleicht ein Herzschlag getroffen haben möchte, doch erwies sich auch diese Annahme als irrig, weil der Arzt aus gewissen Anzeichen schließen zu fönnen glaubte, daß der Tote an Gift aestorben sei. Tata sächlich entdeckte man auf dem Nachttisch ein leergetrunkenes Glas, neben dem die Papierhülse eines Bulvers lag. Die paar darin zurückgebliebenen Stäubchen waren Morbhium und auch die wenigen im Glase befindlichen Tropfen enthielten das gleiche Medikament. So schien denn ieder Zweifel daran, daß dasselbe den Tod des alten Aristokraten verursacht hatte, ausgeschlossen. Ja, warum soll sich der Graf denn nicht selbst ge= tötet haben? Wie verfällt man auf die Annahme des Mordes?" fragte Lanzani hastig, als Paula bis zu dieser Stelle ihrer Erzählung gelangt war. Ja, das vermag ich Ihnen allerdings auch nicht zu sagen," gestand sie zögernd. Das Verbrechen ist erst vor zu kurzer Zeit geschehen, als daß die Nachrichten über die gemachten Ermittelungen schon ins Publikum hätten gedrungen sein können. Wenn ich mich recht erinnere, so hat man etwas in dem Schlafzimmer des Grafen gefunden, was auf Mord hindeutete." ,, Einen Brief?" fuhr es dem Italiener heraus. ,, Einen Brief?" wiederholte die junge Frau erstaunt. Ich verstehe Sie nicht. Der Mörder wird doch nicht einen Brief hinterlassen, in dem er von seiner Tat Zeugnis ablegt. Und der Graf wird ebensowenig schriftlich seinen Mörder angeklagt haben. Hätte er dazu noch Zeit gefunden, so dürfte er doch eher nach seinem Diener geschellt und seine Enthüllungen mündlich gemacht haben." Nun, der Diener könnte ja fest geschlafen und das Glockenzeichen überhört haben." ,, Ja, dann würde der Graf doch den Versuch gemacht haben, aufzustehen, aber er hat ganz ruhig wie ein Schla fender in seinem Bett gelegen. Alle, die mir von der Sache erzählen, bestätigen dies." ,, Es hätte ja auch ein Drohbrief sein können. In Anbetracht der nihilistischen und anarchistischen Komplotte, von denen man in unserer Neuzeit hört" ,, Das alles scheint mir furchtbar unwahrscheinlich", meinte Paula befremdet. Ich muß Ihre Phantasie be wundern, Herr Lanzani, die solche Blüten treibt." ( Fortseßung folgt.) follte, Weignad de. 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Ueber die Vorgeschichte der Verhaftung wird folgendes bekannt: Aus elnem offenen Fenster des Hotels National sah man in der Nacht zum Dienstag gegen 11 Uhr plötzlich Flammen herausschlagen. Da das Haus verschlossen war, mußte sich die Feuerwehr mit Gewalt Eingang verschaffen. Das Feuer hatte erst geringen Umfang angenommen und war bald ge= löscht. Der Hotelbefizer H. Buchheister war mit seiner Fa= milie schon seit Weihnachtsheiligabend verreist, so daß das große Haus unbewohnt war. Bei der Durchsuchung der In Räume machte man eine überraschende Entdeckung. einem im Keller stehenden Schrank stand ein mit Benzin gefüllter Eimer und mitten in dem Eimer ein brennendes Licht. Ueber den ganzen Keller, das Erdgeschoß und das erste Stockwerk verteilt fand man in fast jedem Zimmer, im Kleiderschrank usw. ein mit Benzin oder Spiritus gefülltes Eimerchen und darin ein brennendes Licht. In einzelnen Schränken war auch Alkohol ausgegossen. Im Speifenaufzug fanden sich außer brennenden Kerzen auch Schwefelfäden, Pakete Streichhölzer und dergleichen; in der Mitte des großen Saales lag ein großer Backen Zündhölzer furz, das ganze Haus war mit Brandherden förmlich überfät. Der Täter tst mit schlauester Berechnung vorgegangen; fein Plan ging offenbar dahin, zu gleicher Zeit das Haus auf einmal in Brand zu stecken. Die mit Brennstoffen ge= füllten Eimerchen waren mit Pappdeckeln versehen, aus denen die Kerzen hervorragten; die Zündmasse konnte also erst dann in Brand geraten, wenn die Lichte bis zu den Deckeln heruntergebrannt waren. Durch irgendeinen Zufall hat eine der Zündstellen zu früh ihre Wirkung getan. Wäre der Plan geglückt, so wäre das Hotel etwa kurz nach Mitternacht an allen Ecken und Enden aufgeflammt und ein Raub des Feuers geworden. In einem Saale lagen Geschäftsbücher in wüster Unordnung durcheinander. Meuternde italienische Matrosen. Die Mannschaft des Kriegsschiffes„ Volta", die am heiligen Abend in Neapel Materialien für Messina und Tarent an Bord bringen sollte, hatte an den Platzkommandanten ein Gesuch um Weihnachtsurlaub gerichtet, das abschläglich beschieden wurde. Das Schiff erhielt außerdem Befehl, sofort in See zu gehen. Die Mannschaft weigerte sich darauf, auf ihre Posten zu gehen. Der Kommandant erstattete Bericht an die vorgesetzte Behörde, die eine Untersuchung vornahm und die gesamte Mannschaft und die Unteroffiziere nach Ankunft des Schiffes in Tarent schwer bestrafte. Der gefürchtete Nanbmörder Sternidel soll sich in Lippe umbertreiben. Wie der Lipp. Landesztg." von glaubwürdiger Seite mitgeteilt wird, hat er am letzten Donnerstag in der Silbermühle bet Leopoldstal gebettelt. Der Besizer der Silbermühle will Sternickel nach den in den Tagesblättern veröffentlichten Beschreibungen bestimmt erkannt haben. Er habe, da er nur allein zu Hause gewesen sei, sich nicht getraut, Sternickel festzuhalten. Am Neujahrsnachmit tag ist dann diefelbe Person, auf die die Beschreibung des Eternickel paßt, in Meinberg gesehen worden. Sie hat sich dort bettelnd umhergetrieben, und als hier gesagt wurde, daß sich ein Polizeibeamter im Orte aufhalte, habe die Person schleunigst Reißaus durch Gärten und Felder genommen. Polizeihund und Bahnfrevler. In der Nähe der Bahnstatton Lübbenau machten vor kurzem Beamte die WahrFehmung, daß ein Kilometerstein, der neben dem Bahndamm stand, herausgertsen und als Hindernis auf das Gleis gewälzt worden war. Der Tat verdächtig erschien ein als arbeitsschen bekannter Mensch, der sich am Tage zu= ver bettelnd in der Gegend umhergetrieben und dabei auch Bahnbeamte angesprochen hatte. Auf Requisition der Station Lübbenau wurde der Polizeihund„ Harras" von Rottbus nach dort beordert. Dieser nahm sofort die Spur des Bahnfrevlers auf und verfolgte fie weiterhin durch die Waldung bis zum Dorfe Bischdorf, wo er vor einem Hause in dem der er Bo ironen blish den man im Verdacht hatte, wohnte. In der Wohnung apportierte dann der Hund die Schuhe des Verdächtigen, der darauf in Haft genommen wurde. Neues von Cook. Der ehemalige dänische Kolonialverwalter Justizrat Müller berichtet: Im Jahre 1894 war Gook Mitalied einer Grönland- Expedition, die mit dem Schiffe„ Miranda" nach den dänischen Kolonien kam. In der Kolonie Holftenborg war Cook als Gaft des Kolonialverwalters Justizrat Müller in dessen Heim und bezauberte dert alle durch seine Liebenswürdigkeit. Dr. Cook war über ein paar kostbare Eiderdaunendecken des Herrn Justiztats so entzückt, daß er ihn bat, ihm diese zu verkaufen, woLauf der Justizrat einging, obwohl er das Anfinnen recht sonderbar fand. Der Preis wurde auf 500 Dollars festge= setzt; Cook überreichte dem Justizrat einen Scheck; im nächsten Jahr erhielt der Justizrat die Nachricht, daß der Scheck nicht honoriert werden könne; es hatte sich nämlich herausgestellt, daß Cook bei dem betreffenden amerikanischen Bankhause, auf das der Scheck lautete, überhaupt kein Guthaben hatte! Der Kolonialverwalter schrieb an Cook, der ihn jedoch mit Ausreden hinhielt. Schließlich erhielt der Justizrat auf eine Anfrage beim dänischen Konsul in Neuyork, dem jetzigen dänischen Handelsminister Weimann, die wenig erfreuliche Antwort, daß Cook in Amerika als Betrüger bekannt, und daß von ihm nichts zu erlangen set. Erst nach wiederholten Drohungen mit Anzeigeerstattung ließ sich Cook herbei, für die Decken nach sechs Jahren ein Drittel des vereinbarten Betrages zu zahlen. Justizrat Müller unterrichtete, als Cook im September 1909 von seiner Nordpolfahrt" in Kopenhagen erwartet wurde, einen der Regierung nahestehenden Herrn von seinen Erfahrungen mit dem Forscher"; die warnenden Worte des Justizrats Müller ertranken aber damals im Festtaumel. Strychnin statt Opium. In der Londoner Vorstadt Fulham starb eine Frau Amelia Pratt, die Gattin eines Theaner leichten Magenverstimmung gelitten, und ihr Arzt, Dr. ne leichten Magenverstimmung gelitten, und ihr Arzt, Dr. Fletcher, hatte ihr selbst eine Medizin verabreicht, worauf sich der Zustand so verschlimmerte, daß sie ihren Gatten aus dem Theater rufen ließ. Dieser holte sogleich Dr. Fletcher, der die Magenpumpe anwandte. Frau Pratt starb ihm aber unter den Händen. Der Arzt verließ das Haus, ohne sich über die Ursache des plötzlichen Todes zu äußern. Der Gatte fand dann zu seinem größten Erstaunen die Medizinflasche bis oben angefüllt, obwohl seine Frau ihm gesagt hatte, Dr. Fletcher habe ihr mehrere Löffel davon verabreicht. Man hatte inzwischen noch einen anderen Arzt, Dr. Williams, herbeigeholt, der in der verhängnisvollen Medizin Strnchnin zu entdecken glaubte, und die Polizei von dem Fall benachrichtigte. Dr. Fletcher gestand nun, daß er sich geirrt und der Frau statt Opium eine Strychninlösung gegeben habe. Er habe nach dem Todesfall die Flasche mit Wasser gefüllt, um zu verhindern, daß weiteres Unheil damit angerichtet werde. Der japanische Offizier. Der französische Hauptmann Duval schildert in seinen japanischen Grinerungen den japanischen Offizier wie folgt:„ Vor allem ist es eine Eigenschaft, die im japanischen Offizier alle anderen übertönt: das Pflichtgefühl. Der Offizier ist mehr als militärischer Lehrer; er erfüllt seinen Beruf mit leidenschaftlicher Hin= gabe, die für europäische Begriffe an Fanatismus grenzt: er ist ein triegerischer Mönch. Ihn erfüllt der Glaube, eine Aufgabe zu erfüllen zu haben. Wenn der ungeschlachte, unwissende Bauer in die Kaserne kommt, so umgibt er ihn mit einer Fürsorge, wie ein Erzieher sie für ein kleines Kind aufbringt. Ehe er das Handwerk der Waffen lehrt, macht er den Zögling mit der Zivilisation betraut; er zeigt ihm, wie man eine Türklinke öffnet, wie man sich in ein Bett legt, wie man sich an einen Tisch seßt. Später, auf dem Ererziernlab. zeiat der jovanische Offizier für alle Versehen und ungeschicklichkeiten der Refruten eine Ge duld und eine Liebenswürdigkeit, die kaum noch glaublich find. Er bestraft nicht den Mann, der sich irrt, er ist stets nachsichtig für das, was man ein förperliches Versehen nennen könnte. Aber er ist unerbittlich gegen das, was er et= nen Fehler der Gesinnung nennt. Er ist unerbittlich gegen den geringsten Verstoß wider die Lebensregeln des inneren Dienstes. Und was er vom Soldaten verlangt, das erfüllt er selbst in noch höherem Maße. Jeder japanische Offtzier betritt morgens um 8 Uhr die Kaserne, und er verläßt sie erst nachmittags um 4 Uhr wenn der Dienst ihn nicht früher verlangt und später entläßt. Den ganzen Tag über steht er in unmittelbarem Verkehr mit den Soldaten. teilt thr Leben, ihre Zimmer und jede Arbeit. Im Manöver wird man feinen Oberst finden, der auch nur auf Augenblicke das Biwak verläßt; nachts, wenn alle schlafen, sitzt er noch beim Windlichte und schreibt seinen Bericht." Der Lehrling als Lebemann. Veruntreuungen in Höhe von 35 000 Mark wurden dem 20jährigen Banklehrling Anton Aswendt in Berlin zur Last gelegt, der gestern unter der Anklage der Unterschlagung, des Diebstahls und der Urkundenfälschung vor der zweiten Strafkammer des Berliner Landgerichts stand. Mit ihm hatte sich die angebliche Schauspielerin Ida Anna Vollbrecht wegen Hehlerei zu verantworten. Aswendt trat im Jahre 1907 in ein Berliner Bankgeschäft in der Oranienstraße als Lehrling ein und zeigte sich so tüchtig, daß ihm bald großes Vertrauen entgegengebracht wurde. Als der Kassierer, der 10 Jahre im Geschäft tätig gewesen war, plößlich starb und der Sohn des Geschäftsinhabers sein Militärjahr abdiente, bekam Aswendt als ältester unter mehreren Lehrlingen eine ganz besondere Vertrauensstellung, denn er wurde Börsenvertreter und hatte die Verwaltung der Couponkasse unter sich. An sich leichtsinnig beranlagt, geriet er auf eine abschüssige Bahn. Er bummelte und wettete viel, war Stammgast in Ballokalen und hielt sich ein Verhältnis in der Person der mitangeklagten Vollbrecht. Bei diesen Allüren konnte er mit seiner Lehrlingsvergütung von monatlich 25 Mark natürlich nicht auskommen, sondern begann größere Beträge der seiner Obhut anvertrauten Coupons zu unterschlagen, die er durch die Mitangeklagte einlösen ließ. Er soll wöchentlich für etwa 300 Mart Coupons durch die Vollbrecht haben zu Gelde machen lassen, und im Laufe der Zeit hat er auf diese Weise etwa 22 000 Mark Coupons unterschlagen. Sein Chef, der ihm das größte Vertrauen entgegenbrachte, wurde eines Tages durch einen anonymen Brief darauf aufmerksam gemacht, daß Aswendt in gewissen Lokalen recht viel Geld ausgebe. Am 15. Juni forderte daher der Chef den A. auf, das Couponkonto a jour zu bringen, und aus dieser Tatsache und anderen Bemerkungen ersah der Angeklagte, daß er entdeckt sei. Er tat deshalb so, als wollte, er die be treffenden Bücher aus dem Geldschranke nehmen, benußte aber diese Gelegenheit, um noch 15 000 Mark Coupons sich anzueignen, ging aus dem Zimmer und kam nicht wieder. Er stürmte zur Vollbrecht, ließ durch diese in aller Gile 6000 Mart Coupons lombardieren und entfloh. Mit einem Automobil, das er sich seinerzeit angeschafft und worauf er 6000 Mark in Coupons angezahlt hatte, fuhr er davon. Er kam bis Halle, dort brach die Hinterachse des Wagens und er mußte die Reise mit der Eisenbahn fortsetzen. Von Basel aus ließ er etwas von sich hören und bewog die Vollbrecht, zu ihm dorthin zu kommen. In Ostende wurden beide festgenommen und ausgeliefert, nachdem Aswendt in Belgien eine ihm wegen Führung falschen Namens auferlegte zweimonatige Gefängnisstrafe büßt hatte. verDer Angeklagte war geständig und entschuldigte sich damit, daß er in leichtsinnige Gesellschaft geraten und da durch verführt worden sei, daß im Geschäft, in dem eigentnich alles durch vier Leylinge besorgt wurde, jau jeur was durch ältere Personen gefehlt habe. Das Gericht erkannte gegen Aswendt auf 1½ Jahre, gegen die Vollbrecht auf 6 Monate Gefängnis. Merkwürdige Zustände scheinen bei dieser Bankfirma zu herrschen, die ihr Geschäft durch vier Lehrlinge führen läßt und ohne jede Kontrolle einem zwanzigjährigen jungen Menschen, der als Börsenvertreter fungiert, die Coupontasse anvertraut. Da nimmt es natürlich nicht wunder, wenn derartige gänzlich unbeaufsichtigte junge Leute auf die schiefe Ebene geraten und sich an den ihnen anvertrauten Effekten vergreifen. Leider steht dieser Fall nicht vereinzelt da; es sei nur an die Riesendefraudationen des jugendlichen Angestellten Wegener erinnert, der vor einigen Jahren die Firma Friedländer und Pollack um Hunderttausende schädigte. Bei der Nachlässigkeit und Vertrauensseligkeit, mit der manche Bankfirmen ihre Geschäfte führen lassen, braucht man sich nicht zu wundern, wenn immer wieder jugendliche Defraudanten auf der Anklagebant siben. Vorsicht beim Verbrennen von Christbäumen. Die betden als Christbäume benußten Bäume, die Tanne und Fichte, sind in Stamm, 3weigen und Nadeln sehr harzreich. Das Harz enthält Kohlenwasserstoff. Wird der Baum verbrannt, so entströmt der Kohlenwasserstoff in großer Menge. Geschieht das Verbrennen in einem Ofen oder Herd mit starkem Zug, so verbindet sich der Kohlenwasserstoff mit dem Sauerstoff der atmosphärischen Luft und es entstehen Gase sehr explosibler Art, denen der Ofen nicht Stand hält. Wie bedeutend der in den Nadeln des Baumes enthaltene Kohlenwasserstoff ist und wie kräftig er unter der Einwirkung der Hitze ausströmt, läßt sich erkennen, wenn man einen mit Nadeln besetzten Zweig einer Kerzenflamme nähert. Die Ausströmung des Kohlenwasserstoffes aus den Nadeln, die im inneren eine Röhre besitzen und porös sind, ist so stark, daß die Flamme der Kerze oft ausgelöscht oder ausgeblasen wird. Behufs Vermeidung von Ofenexplosionen und Unglücksfällen verbrenne man daher die Zweige der abgeleerten Christbäume niemals in großen Partien in ge= schlossenen Defen, sondern der Sicherheit wegen lieber nur einzelne( Teile) 3weige bei offenem Herdfeuer. Brand des Königsschlosses in Athen. Im königlichen Schlosse in Athen brach gestern nacht, wie uns der Draht meldet, Fener aus. Das Schloß steht in hellen Flammen. Es ist noch nicht festgestellt, ob es sich bei dem Brande um ein zufälliges Unglück oder um eine verbrecherische antidynastische Tat handelt. Das Schloß ist in der Regel unbewohnt, da König Georg gewöhnlich auf seinem ländlichen Schloß Tatoi, einige Meilen von Athen, residiert. Auch augenblicklich befindet sich die königliche Familie daselbst. Das Schloß wurde 1834 nach den Plänen des Münchener Architekten Gärtner erbaut. Der Draht übermittelt uns folgende Einzelheiten: Athen, 7. Januar. Zur Bewältigung des Brandes im föniglichen Schlosse sind Truppen herangezogen worden. Sie versuchen das Feuer auf das oberste Stockwerk zu beschränken. Auch Mannschaften von den in der Bucht von Whaleron ankernden Kriegsschiffen sind zur Hilfeleistung herbeigeeilt. Um 11 Uhr abends schien es, als ob das Feuer auf das obere Stockwerk des Mittelbaues beschränkt sei. Man hofft, die königlichen Gemächer zu retten. Die Entstehung des Brandes wird von den einen auf Kurzschluß zurückgeführt, andere sagen, es sei in der Kapelle ausgekommen. Athen, 7. Januar. Der Brand im königlichen Schloß entstand, wie vermutet wird, aus den Röhren der Heizanlagen. Starker Wind begünstigte den Ausbruch des Feuers. Hilfeleistung wurde durch die Besatzung der englischen Kriegsschiffe gewährt. Athen, 7. Januar. Um Mitternacht rraf gestern der König, von Tatoi fommend, hier ein. Gegen ein Uhr war das Feuer im Schloffe fast gelöscht. Die Seitenflügel sind gerettet worden. Der Mittelbau jedoch, in welchem u. a. der Thronsaal lag, wurde vollständig eingeäschert. Die kostbaren Erinnerungen an den Unabhängigkeitskrieg, darunter viele Trophäen, sind gerettet. Das Schloß ist nicht versichert, das Mobiliar dagegen mit 1 200 000 Franken. Drabtnachrichten und Deaestes. Shakleton in Berlin. Berlin, 7. Januar. In der Gesellschaft für Erdkunde sprach gestern der Südpolarforscher Ernst Shakleton zum ersten Male in Deutschland über seine arktische Expedition. Dem Vortrag wohnten außer Vertretern der Wissenschaft der Kronprinz und die Kronprinzessin bei. Nach dem Vortrag wurde Shakleton von der Gesellschaft die Nachttgal Medaille verliehen. Die belgische Königsfamilie. München, 7. Januar. An maßgebender Stelle wird mitgeteilt, daß bei der Vermählung des Prinzen Albert mit der Prinzessin Elisabeth in Bayern durchaus forreki verfahren worden ist und alle Punkte erwogen wurden, die verfassungsgemäß in Frage zu ziehen waren. Die neuerlichen Erörterungen der belgischen Presse über vermeintliche Unterlassungen bei der Vermählung scheinen auf Quertreibereien von der königlichen Familie feindlich gesinnten Personen zurückzuführen zu sein. Angriff auf einen englischen Minister. London, 7. Januar. Als vorgestern Minister Burns das Stadthaus von Wednesbury verließ, um seinen Kraftwagen zu besteigen, wurde er von einem Manne angegriffen. Burns versuchte vergebens, den viel kräftigeren Gegner abzuschütteln. Die beiden wurden im Kraftwagen handgemein, bis Schußleute den Angreifer fortrissen. Es gelang ihm indes, zu entkommen. Die Wahlreden der englischen Minister. London, 7. Januar. In einer Rede sagte Premierminister Asquith, alle Anstrengungen, die gemacht worden seien, um Schreden wegen Deutschland heraufzubeschwören, seien recht matt ausgefallen. Balfour habe die Zunahme dieser Furcht geschildert, ohne jedoch selbst die Verantwor tung zu übernehmen. Nicht eine einzige Macht rechne in ihrer Politik mit der Annahme, daß ein Serieg zwischen Großbritannien und Deutschland auch nur wahrscheinlich sei. Auch könne er nirgends am politischen Horizont irgend etwas finden, das einen Streit zwischen England und Deutschland veranlassen könnte. Inbezug auf Balfours Behauptung, Leute an der Spize bedeutender Unternehmungen in Deutschland hätten gesagt, sie würden es nicht zulassen, daß England eine Tarifreform annehme, sagte Asquith, daß Balfour sich einen Bären habe aufbinden lassen. Furcht vor Deutschland werde offenbar zu Wahlzwecken erregt. Aur Vorgeschichte des russisch- japanischen Krieges. Paris, 7. Januar. Die Monde illustree und der Matin bringen heute bedeutsame Dokumente zur geheimen Vorgeschichte des russisch- japanischen Krieges, die ihnen von dem russischen Geheimagenten Burzem geliefert wurden. Es geht daraus hervor, daß die Kamarilla, die Alerijem, Besobrusoff und andere Vertrauensmänner des Hofes bildeten, eine Politik auf eigene Faust trieb, ohne Wissen der Minister und Botschafter. Besonders wichtig ist eine Depesche des Zaren an Alerijem vom 26. Januar, die wenige Tage nach der Versicherung des Baren erging, daß er unter feinen Umständen Krieg wolle. Diese Depesche lautete, es wäre wünschenswert, daß Japan die Offensive ergreife. Wenn die japanische Flotte mit oder ohne Truppen an Bord an der Westküste Koreas den 38. Grad nach syne das Bordene üht nahon is die Bolashnia 44334 5124IC japanische Feuer abzuwarten, sofort anzugreifen. Zur Strandung des Dampfers Fürst Bismard". Paris, 7. Januar. Zur Strandung des Fürst Bismard" bei Havre wird noch gemeldet, daß sämtliche Passagiere wohlbehalten in Havre angekommen sind, von wo sie die Weiterreise mit der Eisenbahn antreten. Es besteht Aussicht auf baldige Flottmachung des Schiffes. Von Passagiergut wird nichts vermißt. Eine mexikanische Familie mußte wegen Erkrankung eines ihrer Mitglieder in Havre bleiben. Räuberischer Ueberfall. London, 7. Januar. Aus Neuyork wird gemeldet: Zwei Banditen machten einen vergeblichen Versuch, den Direktor der ausländischen Geldwechselbank in Brooklyn Henry Korn, zu berauben. Dabei verletzten sie seinen Bruder durch Schüsse tödlich. Von ihrem Diener überfallen. Rom, 7. Januar. In ihrem Schloß am Nemisee wurde gestern die Fürstin Ruspoli von ihrem Diener überfallen. Während die Kammerzofe und die Lakaien den Diener fest hielten, gelang es der Fürstin, zu entfliehen. Der Attentäter wurde verhaftet. Was diesen zu der Tat verleitet hat, ist unbekannt. Schweres Eisenbahnunglück in Italien. Foggia, 7. Januar. Bei dem hiesigen Bahnhof stieß ein Schnellzug mit einem Güterzug zusammen. Drei Persenen wurden getötet und zehn verletzt. Straßenbahn und Kraftomnibus. Berlin, 7. Januar. In der vergangenen Nacht stieß in der Müllerstraße ein Kraftomnibus mit einem Streßenbahnwagen zusammen. Von den Insassen des Straßenbahnwagens wurde einer Frau ein Bein fast vollständig abgequetscht, ein anderer Fahrgast erlitt cinent Becker: bruch, während zwei weitere mit leichteren Verletzungen davonkamen. Schneestürme in Nordamerika. Winnipeg, 7. Januar. Gewaltige Schneestürme haben an der Küste von Neuschottland gestern schwere VerIuste an Menschenleben, sowie an Fahrzeugen der Fischerei flotte verursacht. Cooks Papiere. Neuhort, 7. Januar. Die Leiter des von Cook orga nisierten arktischen Klubs haben nunmehr beschlossen, Cook aus dem Klub auszustoßen, da auch seine Berichte über die Besteigung des Mac Kinley Berges gründlich enttäuscht haben. Die öffentliche Bibliothek in Boston hat eine Anregung, die Schriften Cooks aus der Büchersammlung zu entfernen, abgelehnt, aber beschlossen, sie in der Abteilung Literatur- Fälschungen unterzubringen. nuar. Handel und Verkehr. Frankfurt, 6. Januar. Viehmarktvreise vom 6. Ja 1 Zentner: Kälber: feinfte Maft( Vollm.- Maft) und befte Sauafälber( Lebendgewicht) 54-58 Mr.,( Schlachtgewicht) 90-96 Mr., 2, mittlere Maft- und gute Saugkälber( Lebend gewicht) 50-55 Mr.,( Schlachtgewicht) 85-93 Mt., 3. geringe Sauofälber( Lebendgewicht) 46-49 Mr.,( Schlachtgewicht) 77 bis 83 Mr., Schafe: 1. ältere Masthammel und gut genährte Schafe( Lebendaewicht) 00--31 m.,( Schlachtgewicht) 70-72 Marf 2. ältere Maftbämmel und gut genährte Schafe( Lebendgewicht) 25 bis 27 Mart,( Schlachtgewicht) 62 bis 66 Mark, 3. mäßig aenährte Hammel und Schafe( Merafchafe) ( Lebendgewicht) 00-00 mr.,( Schlachtgewicht) 00-00 Mart 1. vollfleischige Schweine über 2 Zentner( Lebendgewicht) 58,5 bis 60.50 Mart,( Schlachtgewicht) 75-76 Mart, 2. vollfleischig Schweine bis 311 2 Zentner( Lebendgewicht) 59-60.50 Mart ( Schlachtgewicht) 74-77 mf., 3. fleischige Schweine( Lebend. aewicht) 58-60 mt.,( Schlachtgewicht) 74-76 Mr. 81 id Σ i in fe Ie ft a 10 g δι Id fe δε de fi де Б fe d 11 EUROFFESEANSUSAN DANAESA 31 11 FASET 11 Kolosseum, Giessen Direktor Albert Rappmann. Wundervolles Großstadt- Programm noch nie dagewesen. Heute Samstag 8. Januar 1910 in den hochelegant dekorierten borderen Restaurationsräumen Konzert des hier in Gießen so beliebten Damen- Orchesters ,, Sturm". Morgen Sonntag finden 2 Große Vorstellungen statt, um 4 und 8 Uhr nachm. ermäßigte Preise. Von 11-1 Uhr Frühschoppen Konzert. Eintritt fret. Dienstag, 11. Januar 1910. Erster großer Kolosseums- Maskenball mit Breißverteilung. Herrenkarte Mt. 1,25. Damenfarte Mt. 0,75. Vorverkaufsbillets in den bekannten Bigarrengeschäften. Gladet ergebenft ein Direktion Albert Rappmann. Die Mühle des menschlichen Körpers ist der Magen. Wenn Sie an einem franken Magen leiden oder an den dadurch hervorgerufenen folgen, wie Verstopfung, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Nervosität oder Magenschmerzen, dann brauchen sie notwendig ein gänzlich unschädliches Getränk. Völlig unschäd lich, von anregendem Wohlgeschmack und dabei außerordentlich billig ist Kathreiners Malzkaffee, der schon manchem gute Dienste getan hat. ORANI Es gibt feinen lose ausgewogenen Kathreiners Malzkaffee, er ist nur echt in geschlossenen Pateten mit Bild des Pfarrer Kneipp.- Edgar Borrmann, Giessen. Neustadt 11 Eisenhandlung Telefon 165 empfiehlt zur jetzigen Saison: sämtl. Sorten Oefen, Herde, Kesselöfen, kupf. Waschkessel, Räucherapparate, Kohleneimer und Füller, Ofenschirme, Ofenvorsetzer, Verdampfschalen, sowie sämtliche Feuerungsgeräte. Wasch-. Wringu. Mangel- Maschinen, Gas-, Spiritusu. Petroleumkocher, sowie sämtl Haushaltungs- Gegenstände. Solinger Stahlwaren etc. etc. Neubau der Irrenanstalt bei Gießen. Auf Grund des Ministerialer lasses vom 16. Junt 1893 werden die nachstehenden skallationsarbeiten nach Losen getrennt zur Vergebung ausgeschrieben. U. Wasserleitung außerhalb der Gebäude. Neues Stadt- Theater Glessen. Los I. Liefern und Verlegen von ca. 300 Ifd. m Rohr- Direktion: Hermann Steingoetter leitungen und ca. 750 kg Formstücke einschl. Erdaushub. V. Entwässerung außerhalb der Gebäude. Los I. Rohrlegerarbeiten: ca. 800 cbm Erdaushub ca 550 lfd. m Rohrleitungen zu verlegen. Los II. Lieferungen: ca. 500 lid. m Tontohre, ca. 50 Ifd. m Eisenrohre pp. Die Arbeiten können zusammen oder auch getrennt Sonntag, 9. Januar 1910 nachmittags 3 Uhr. Kleine Preise! Kleine Preise! Zum 7. Male unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Infanterie- Regiments. Der fidele Bauer Léon. Musik von Leo Fall. angeboten und bergeben werden. Zeichnungen und Verdingungsunterlagen fönnen auf unseren Baubureau Licher- Opper ette in 3 Aften von Viktor ftraße eingesehen, woselbst auch die Angebotsformulare ohne Zeichnungen, solange der Vorrat reicht gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben werden. Die Ange- Anfang 3½ Uhr. Ende 6¼ Uhr. bote müssen verschlossen in besonderen Umschlägen nach Losen getrennt und mit entsprechender Aufschrift versehen porto und bestellgeldfret bis spätestens zum Eröffnungs: termin am 31. Januar 1910, vormittags 11 Uhr an uns gelangen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen. am 7. Januar 1910. Soßherzogliches Hochbauamt Neubaubureau Frrenanstalt, J. V.: Schön. Steinkohlen- Bezugs- Gesellschaft Giessen. Ordentliche Hauptversammlung Höhere u. Erweiterte Mädchenschule zu Gießen. Montag, den 24. Jennar 1910 abends 82 Uhr bei Wirth Arnold( 3um Schipkapak") Tagesordnung: 1. Berichterstattung. 2. Rechnungsablage. 3. Ersahwahl des Vorstandes. 4. Wahl des Rechnungs- Prüfungs. Ausschusses. 5. Verschiedenes. Gießen, den 8. Januar 1910. Der Vorstand. Die Rechnung liegt bei dem Vorsitzend n, Herrn A. Dikore, Schanzenstraße 8, vom 15. d8. Mts. 8 Tage zur gefl. Einsicht der Mitglieder offen Die Anmeldungen der Mädchen, die von Beginn des fommenden Schuljahres ab unsere Schule besuchen sollen, werden Mittwoch, 12. und Donnerstag, 13. Januar von 10-1 Uhr im Schulhause, Nordanlage 13, entgegenge: nommen. Vorzulegen sind: Geburtsurkunde und Impfschein, bezw. Bescheinigung der 2. Impfung, und bei Kindern, die aus einer anderen Schule kommen, ein Abgangszeugnis. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, find bei der Anmeldung vorzustellen. Anmeldungen nach der festgesetzten Zeit können nur berücksichtigt werden, insofern die betr. Klassen nicht schon bollzählig sind. Gießen, den 22. Dezember 1909. Großh. Direktion: Dr. Störiko. Kartoffel in der Schale Ein köstliches Gericht! doch soll es herrlich munden, Vergiß, Palmoner" nicht! WO PUHONNY Palmona Pflanzen- Butter- Margarine frei von tierischen Fetten; von reinem, delikatem Geschmack; vorzüglich als Brotaufftrich; vollkommener Buttererfatz. H.Schlinck& Cie.A.G. 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