Gießener Seitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mf., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. - - Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 79. Bekanntmachung. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 7. Juni 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pig.; die 90 mm breite Petitzeile im Reflameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Ertrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Die städt. Fuhrwerkswage in der Frankfurterstraße ist on Montag, den 6. Juni d. Js., wieder in Betrieb. Von iesem Tage ab ist die Fuhrwertswage an der Margaretenhütte bis auf weiteres wegen Neueichung gesperrt. Gießen, den 4. Juni 1910. Großherzogliche Bürgermeisterei. J. V.: Keller. jeugras- Versteigerung der Stadt Gießen. Samstag, den 11. Juni, Montag, den 13. juni und Dienstag, den 14. Juni d. Js. soll das pengras von den städt. Wiesen meistbietend versteigert weren und zwar: Samstag, den 11. Juni, nachm. 4 Uhr, Ort und Stelle von der früher Pascoe'schen Wiese am Beglarer Weg, der Attienbrauerei und in der Stephans= art etwa 30 Morgen Zusammenkunft auf dem Beglarer Weg an der Eisenbahnbrücke. Montag, den 13. Juni. ) bormittags 9 Uhr: am Elektrizitätswerk von den Wiesen im Neustädterfeld; ) vormittags 10% Uhr: in der Restauration von Melchior Schäfer Witwe, Kaiser- Allee 4, von den Wiesen im Heegstrauch und im Rußland; nachmittags 2 Uhr: im Philosophenwald von den Wiesen am Fürstenbrunnen, im Wiesecktal, von den Hospialwiesen in der Gemarkung Wieseck; nachmittags 5 Uhr: an Ort und Stelle von den Wiesen in der Schwarzlach. Dienstag, den 14. Juni. vormittags 9 Uhr: an Ort und Stelle von den Ochsenwiesen, von den Wiesen im Stolzenmorgen, einer Hospitalwiese, am Utersbrunnen und Altentisch; nachmittags 3 Uhr: an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen; nachmittags 3½ Uhr: an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemartung Großen- Buseck. Die Zusammenkunft ist am 13. Juni beim Schlachthaus, n14. Juni an den Ochsenwiesen. Die städt. Wiesen sind durch die Feldbereinigung zum eil verlegt und neu eingeteilt worden. Steigliebhaber, elche die Wiesen zu besichtigen beabsichtigen, wollen sich m 7. Juni ab an den städt. Wiesenwärter Beiloff, Wolfaße 15, wenden. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde befannt machen zu lassen. Gießen, den 2. Juni 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Rattenvertilgung. In der Zeit vom 6. bis 11. Juni sollen die Ratten in den städtischen Kanälen und Wasserläufen durch Gift vergebiet werden aufgefordert, für gleichzeitige Vertilgung der tilgt werden. Die Besitzer von Hausgrundstücken im StadtRatien auf ihren Grundstücken zu sorgen. Haustiere, Geflügel 2c. sind von den gefährdeten Stellen fern zu halten. Gießen, den 1. Juni 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Droschkenbesitzer Peter Wagner dahier hat die Erlaubnis erhalten, eine weitere Droschte mit der Nr. 9 nach Maßgabe der Polizeiverordnung für das Droschken= suhrwesen in der Provinzialhauptstadt Gießen von jetzt an fahren zu lassen. Gießen, den 1. Juni 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Betr.: Die Besetzung einer Schutzmannstelle vei Großherzoglichem Polizeiamt Gießen. Bei der unterzeichneten Behörde ist demnächst eine Schuhmann telle zu befeßen. Der Anfangsgehalt beträgt 1475 Mt., steigend alle drei Jahre um 115 Mart bis zum Höchstbetrage von 2050 Mr. Außerdem wird ein jähriiches Kleidergeld von 75 Mart gewährt. Bewerber, welche während ihrer attiven Dienstzeit bein deutschen Reichsheere oder der Kaiserlichen Marine mindelen sich bis zum 1. Juli 1910 spätestens bei uns meiden. stens drei Jahre als Unteroffizier aktiv gedient haben, wolDem Gesuche sind beizufügen: 1. Selbstgeschriebener Lebenslauf, 3. Aerztliches Attest darüber, daß Bewerber gesund und in dieser Beziehung in der Lage ist, den Dienst als Schutzmann versehen zu können. 2. Militärpapiere, Führungszeugnis, germeister Meßler. Im allgemeinen ist hier die Stimmung us dem Wahlkreis Friedberg- Büdingen. für Herrn van Galfer. Münzenberg. Hier fand eine sehr stark besuchte lah bersammlung statt. Landwirt Krüger vom Deutschen quernbund, der für die Kandidatur van Galfer auftrat, widelte sein Programm und kennzeichnete seine Stellung m Bund der Landwirte. Er erntete am Schlusse lebhaf Beifall. Ihm entgegneten die Herren Fenchel- Ober-! gern und Fluorer Friedberg. Den Vorsitz führte Bür55) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Lilly lag schwer atmend in den Kissen. Sie fuhr aus a leichten Halbschlummer empor und ein glückliches Lä= In flog über ihr schmal gewordenes Gesichtchen, als sie in erblickte. Tante Maja" sagte sie matt,„ bleibst Du nun bei mir?" Ja, mein Liebling, bis zum Abend. Und morgen ume ich wieder; und dann bringe ich Dir eine schöne ppe mit." Stehst Du, Papa? Tante Maja ist doch gekommen," note sie sich an diesen. Das junge Mädchen sah ihn fragend an. Glaubten Sie, ich würde nicht kommen?" Er nickte. Ich fürchtete, Sie hätten keine Zeit mehr für mich das Kind. Doch nun ist alles gut. Maja, ich danke nen, daß Sie mir die Häßlichen Zweifel nahmen; daß gekommen sind!" Wieder traf fie ein aufleuchtender Blick, wie vorhin dem dämmerigen Flur. Ach, nur Gewißheit,- Geheit!- Maja war ganz in Gedanken versunken. Billys Stimme fie aufsehen. Weißt Du, was mir geträumt hat, Tante Maja?" Nun?" „ Mir träumte, Du warst immer bei mir und gingst micht mehr fort;- ach, und das war so schön! Sag, te, fannst Du nicht bei mir bleiben?" Eine kleine Pause entstand nach diesen Worten. Das je Mädchen schaute angelegentlich zum Fenster hinaus, die Flocken noch immer in unermüdlichem Spiel vorbeiten und Herr v. Brandt ging mit großen Schritten im mer auf und ab. Man hörte sein rasches, aufgeregtes mholen und endlich stieß er mühsam hervor:„ Mein lieKind, Dein Traum muß ein Traum bleiben, denn it: zu schön, als daß er sich jemals verwirklichen könnte! em Himmel auf Erden gibt es nicht!" Das letztere war ganz leise gesprochen, aber Majas 21. Jahrg. Vormittage zwischen 9 bis 12 Uhr bei dem unterzeichneten Persönliche Vorstellung ist erwünscht und kann an jedem Amisvorstande erfolgen. Gießen, den 1. Juni 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Befauntmachung. Die unterm 25. April 1910 angeordnete Sperre der Wetzsteingasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 2. Juni 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. In den Wagen der städt. Straßenbahn wurden in der Zeit vom 9. Mai bis 5. Juni dl Js. nachsteh! nde Sachen gefunden: 1 Riemen, 1 Kneifer, 1 Damenbluse, 2 Damenschirme, 2 flache Schlüssel, 1 Zehnmarkstück, 2 Paar Strümpfe, i Schieber für Uhrkette. Die Gegenstände können in dem Bureau der unterzeich neten Verwaltung, Westanlage 51, abgeholt werden. Elektrizitätswert u. Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. Bekanntmachung. In der Zeit vom 21. Mai bis 4. Juni 1910 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Damenuhr, 1 Brille, 1 Anhängsel und 1 3wider; verloren: 2 Zwanzigmarkstücke, 1 Portemonnaie mit 19,62 Mt. Inhalt, 1 braunes Portemonnaie mit 14 Mart Inhalt, 1 silberne Herrenuhr mit Bier- und Wein- zipfel, 1 silbernes Armband, 1 Nickelremontoiruhr ohne Stette, 1 goldene Busennadel, 1 schwarze Brieftasche mit Inhalt 1 Studentenkarte und Seminarlarte auf den Naman Julius Kornmann" lautend, 1 goldener Hemdenknopf mit Perle, schDarzer lederner Damengürtel und 1 schwarzer Damenregenschirm.. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gesundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11-12 Uhr vormittags und 4-5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde Zimmer Nr. 1 erfolgen. Gießen, den 4. Juni 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. dakteur Kuhlmann hatte das Referat und forderte die Freunde seiner Partei auf für Prof. van Calfer zu stim' men. Unter den Gründen, die auch den Freisinnigen ein Eintreten für die nationalliberalen Kandidaten nötig er= Friedberg. In der von der Sozialdemokratie einberufenen Wählerversammlung sprach Reichstagsabgeordneter Ullrich über die Reichsfinanzreform, Erbschaftsscheinen lasse, spielte die Ueberzeugung eine große Rolle, steuer und Talonsteuer. Die Versammlung war von 700 daß es durchaus erwünscht sei, Männer von solch weit= Wählern besucht. Beienheim. Die Fortschrittliche Wolfspartei hielt hier eine Versammlung ab, die sehr gut besucht war. Re scharfes Chr hatte es doch aufgefangen und in ihrer Seele stürmte es „ Das kommt darauf an," sagte sie mit einer Stimme, der man fast das Herzklopfen anhören konnte.„ Mancher Mensch könnte es wohl erreichen, warum greift er nicht zu, wenn der rechte Augenblick da ist?" „ Warum?" flang es leidenschaftlich zurück.„ Weil so ein armer Mensch den Himmel nicht für sich beanspruchen darf, weil man es ihm als schnöde Gier nach den Schätzen anrechnen würde die der Himmel bringt! Weil man es ihm nicht glauben würde, wenn er tausendmal versicherte, es sei ihm nicht um Gold und Schätze zu tun!- Nur um den Himmel allein! Deshalb muß so ein Mensch sein Innerstes verschließen, nur damit niemand ahnt, wie es um in steht!" Ein tiefer, befreiender Atemzug hob Maias Brust.„ Also deshalb," murmelte sie. Gin Lächeln flog über ihr glühendes Gesicht. So einem Menschen geschieht es ganz recht, wenn er urm und liebeíeer durchs Leben gehen muß." sagte sie dann. Was hat er zu fragen, wie die Menschen sein Sandeln be= urteilen, wenn er doch im Simme! lebt? Ist denn das nicht alles Unsinn? Wenn der Himmel Schäbe birgt, warum sollen die anderen nicht zugute fommen? Das Gold ist doch nun einmal da. Soll man es von sich werfen? Die Hauptsache ist doch die Seligkeit, die man im Himmel zu finden hofft und nicht das Gold - „ Maja,"- seine Stimme bebte, das sagen Sie mir? Sie? So groß denken Sie?- Darf ich Ihre Worte recht verstehen? Darf ich hoffen, daß es für mich noch ein Glück gibt, so groß, so unfaßbar,- wie ich es nie zu träumen gewagt?" Sein Blick fiel jetzt auf das Kind, das mit weit aufgerissenen Augen dalag und den Vorgang beobachtete. Es fonnte zwar nicht verstehen, um was es sich handelte, aber es hörte doch, daß der Vater in seltsam verändertem Tone sprach. Es flang aus seinen Worten wie mühsam zurückgedrängter Jubel. Er trat einen Schritt hinweg und murmelte: Nein, jetzt ist nicht Zeit, glücklich zu sein, wo die Sorge um das Kind jeden anderen Gedanken verdrängen muß. Aber das Licht, das ich heute schauen durfte, soll hineinleuchten in die Nacht!" gehender toleranter Gesinnung im Reichstage zu haben. Handwerker einberufene öffentliche Versammlung statt. Der Bad Nauheim. Hier fand eine vom Bund der Dann saß er neben dem Mädchen und erzählte von sei= ner traurigen Vergangenheit. Bild um Bild entrollte er vor seiner aufmertiam lauschenden Zuhörerin. Von seinem fröhlichen Soldatenleben berichtete er, wie er im Kreise der Kameraden so lustig und sorglos dahingelebt, faum an die Zukunft denfend. Seine Eltern waren, wenn auch nicht Sohne eine angemessene Zulage zu gewähren. Dann nahte reich, so doch in Verhältnissen, die ihnen gestatteten, dem kennen, die ihn auffallend bevorzugte. Sie war damals auf das Unglück. Arnold von Brandt lernte eine junge Dame Besuch bei Verwandten und ihre foitbaren Zeiletten ließen darauf schließen, daß sie ein großes Vermögen besitzen müsse. Sie trug stets das feinste und eleganteste und Arnold wurde um diese Eroberung nicht wenig von den Kameraden beneidet. Da man überall munfelte, die junge Dame sei eine reiche Erbin, fanden sich natürlich viele Bewerber ein. Es dauerte auch gar nicht lange, da war Arnold v. Brandt der Verlobte der schönen, vielgefeierten Berta v. Stetten, Kurz darauf tauchten allerlei Gerüchte auf über den Vater der jungen Braut. Derselbe sollte seine schöne Tochter nur deshalb so herausgenutzt und sie zu den Verwandten in die Garnisonang fände. Er wollte seine Tochter los jein weit in ihrer stadt geschickt haben. Damit sie bald eine anständige Versor= Seimat ihr Ruf nicht der beste war. Arnold erfuhr natürlich davon zuletzt. Doch dachte er nicht daran, das Verlöbnis wieder zu lösen. auch dann nicht, als man ihn warnte, eine Ehe mit der gefährlichen, fofetten Dame einzugehen. Das Wort, das Arnold verpfändet, war ihm heilig. Es stellte sich denn auch bald heraus, daß die Braut weder eine Ausstattung, noch einen Biennia Vermögen besaß. Der ehrliche junge Mann führte seine Verlobte zum Altar, obwohl schon damals der kurze Glücksrausch verflogen war. Berta zeigte sich schon vor ihrer Verheiratung als ein launenhaftes, trobiges Geschöpf, das fein Glüd zu geben vermochte. Arnold v. Brandt erkannte mit Schrecken, daß seine Frau weder zu wirtschaften, noch zu sparen verstand, und daß sie ihn in furze Zeit ruinieren mußte, denn sie liebte es, das Geld mit vollen Händen auszugeben. Sie war eine Verschwenderin und Arnold mußte immer darauf bedacht sein, alles Geld sorgfältig wegzuräumen.( F. f.) ihre Träume weiter fort. Eines Tages jedoch mochte die Liche an Doras Herz und an einem einer alten Kiefer, die vor dem Forsthauſe in gewaltiger Höhe aufragte. wurden- mit Ausnahme des Herrn Kirschbaum- Lauter bach, der von seiner Wahl abzusehen bat, wiedergewähl neu gewählt. b G Die Fenit fich allem erfreut. au * fchen und Vorsitzende des Bundes der Handwerker, Schneidermeister| höhere Anforderungen gestellt würden, um eine Entlastung Voigt- Friedenau bei Berlin, sprach über die Bestrebungen der höheren Beamten in weitestgehendem Maße zu ermögseiner Vereinigung. Rentier Müller wies darauf hin, daß lichen. Die Großh. Regierung habe bereits im Jahre 1898 Anstelle des Herrn Kirschbaum wurde Herr Bechtold Gieße prächtigen von den mittleren Verwaltungsbeamten die Erfüllung höherer Vorbedingungen verlangt, indem sie auf Anregung ver| schiedener Abgeordneten, insbesondere der Herren Geheimräte Schönfeld und Haas, im Einverständnis mit den Zweiten Kammer unterm 2. November 1898 Vorschriften über die Ablegung einer Fachprüfung erlassen habe. Auch habe sie unterm 12. Dezember 1908 Bestimmungen über höhere Vorbildung eingeführt. der Bund der Landwirte, den die Handwerker jetzt unterstützen sollen, durch systematische Gründung von ländlichen Konsumvereinen den Kaufmann und Gewerbetreibenden schädige. Herr Voigt mußte angesichts der Stimmung der Versammlung schließlich bekannt geben, daß der Bund der Handwerker sich noch einmal die Sache mit der Unterstützung von Helmolts überlegen wolle. Derwaltungsbeamten. gendes aus, betonend, daß bei der Fülle des Stoffes er Verband mittlerer Verwaltungsbeamten. Am 28. und 29. Mai d. Js. wurde in Büdingen die achte Hauptversammlung des Verbandes mittlerer Verwaltungsbeamten des Großherzogtums Hessen abgehalten. Zu dem am Samstag Abend im Saale des Hotels" Fürsten hof" stattgehabten Kommers hatten sich die Verbandsmitglieder aus allen Teilen Hessens zahlreich eingefunden. Die Fülle des dargebotenen Unteehaltungsstoffes, bei welchem sich namentlich die Mitglieder aus Büdingen und Offenbach auszeichneten, hielt die Teilnehmer recht lange zusammen. Aber auch die vorzüglichen Darbietungen des unter der Leitung des Herrn Vogel- Budingen stehenden Liebhaberorchestere sei mit besonderer Anerkennung gedacht. Befriedigt von dem Gebotenen suchte man die Ruhestätte auf, frischgestärkt am Sonntag morgen den ernsten Verhandlun gen anwohnen zu können, welche um 10% Uhr im Saale des„ Fürstenhofes" ihren Anfang nahmen. um Der Vorsitzende, Großherzoglicher Kreisamtsbureauvorsteher Schneider zu Heppenheim, begrüßte die Erschie= nenen, besonders den Großh. Regierungsassessor Schäfer, der ais Vertreter des Gr. Kreisrats der Versammlung anwohnte. Es sei, so führte der Vorsitzende u. a. aus, in der heutigen Zeit nicht leicht, einen Beamtenverein zu leiten. Im Vordergrund des Interesses vieler Beamten stehe 3. 3t. die Frage der Erfüllung ihrer sowohl von der Gr. Regierung als auch von den Ständefammern anerkannten Wünsche. Diesen Wünschen gegenüber werde von maßgebender Seite auf die ungünstige Finanzlage des Landes hingewiesen. Gerade in dieser Hinsicht hätten die Beamten Hessens z. 3t. eine schwierige Probe zu bestehen. Bei den Bestrebungen auf Erfüllung seiner Wünsche müsse sich der Beamte stets seines Standes bewußt sein; er müsse jeder zeit bedenken, daß ein Beamter sein Ziel nur zu erreichen streben dürse in einer dem Stande würdigen Weise. Scdann verwies der Redner auf die Worte des Ehrenvorsitzenden des Verbandes deutscher Beamtenvereine, Herrn Staatssekretär Wermuth, Erzellenz, bei der letzten Hauptversammiung in Staßfurt und schloß mit den Worten: Nunmehr führte der Vortragende im wesentlichen foldie Aufgaben der mittleren Verwaltungsbeamten nur kurz slizzieren könne. Nach der erwähnten Prüfungsordnung vom 2. Novbr. 1898 sei dem Aspiranten für den mittleren Verwaltungsdienst ein praktischer Kursus von 3 Jahren bei einem Kreisamt oder einer Provinzialdirektion vorgeschrieben, in welcher Zeit er sich die zum praktischen Dienste erforderlichen Renn nisse aneignen solle und müsse, um sich sodann der Prüfung zu unterziehen; die Anforderungen hierfür zerfielen in: „ Meine Herren! Lassen Sie uns diesen Geist auch in unserem Verbande pflegen zur Ehre unseres Standes und damit zur Ehre des gesamten Beamtenstandes." Herr Regierungsassessor S ch à fer dankte für die Einladung und die Begrüßungsworte; er sprach das Bedauern des Herrn Kreisrat Boeckmann aus, daß er der Versamm lung nicht beiwohnen könne. Herr Kreisrat Boeckmann lasse die Versammlung grüßen und versichern, daß er den Be strebungen des Verbandes das größte Interesse entgegen bringe. Er Redner- betone, daß in der letzten Zeit an die Verwaltungsbeamten bedeutend höhere Anforderun gen gestellt worden seien und daß diese fünstig wohl noch größer werden würden. Der Wert eines Verbandes für die Regierung liege darin, daß der Verband auch für die Bildung seiner Mitglieder in geistiger Hinsicht eintrete. Denn in der heutigen Zeit genüge es nicht mehr, daß auf den Bureour der Verwaltungsbehörden lediglich Schreibarbeiten u. Pro stylo Verfügungen erledigt würden; neben diesen Arbeiten seien viel wertvollere Geschäfte zu erledigen, die große und eingehende Kenntnisse in der Verwaltungsgesetzgebung und in der Rechtsprechung erforderten. Nunmehr erstattete der Vorsitzende Bericht über die Tätigkeit im abgelaufenen Jahre, der zu Erörterungen feinen Anlaß gab. Allgemeine Kenntnisse und Spezielle Fachkenntnisse. er= Als Allgemeine Kenntnisse seien zu wähnen: Entstehungsgeschichte, Größe, Zusammensetzung u. staatsrechtlicher Charakter des Reichs, Verhältnisse desselben zu den Einzelstaaten Quellen des Reichsrechts, die gesetzgebenden Faktoren; das Großherzogtum nach seiner Ge= schichte, Größe und Zusammenseßung, Verhältnis zum Reiche und zum Reichsausland; direttes Steuerwesen, Grundzüge des Beamtenrechts, physische und juristische Personen, Geldund Kreditwesen, Begriff von Währung, Papiergeld, Bant noten, Sparkassen, Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, Zeiteinteilung, Maß- und Gewichtswesen, das Wesent liche über Organisation der Rechtspflege und die Rechtsquellen auf dem Gebiete der Gerichtsverfassung, des bür gerlichen Rechts, Strafrechts, Prozeßrechts und der nichtftreitigen Gerichtsbarkeit, Grundbuch-, Hypotheken, und Personenstandswesen. Regierun der Frag Ueber da zahlreiche Nachbaro Meiste liche Min unterftellte Wunide d Die gefeßli ftertitels werbeordr 1897 und aufmertja wie bei fentlichen daß der bes Hand nicht befu len find ber Führ aber im ftertitels An die Versammlung schloß sich ein gemeinsames Effe im" Fürstenhof", bei dem der Vorsitzende ein Hoch Se. Majestät den Kaiser und Se. Kgl. Hoheit den Gro herzog ausbrachte, das begeisterten Widerhall fand. Delegiertentag der Kriegerkameradschaft ,, Hassia". Offenbach, den 5. Juni. Bei dem heutigen Delegiertentag der Kriegertamerad schaft„ Hassia" waren 37 Bezirke aus dem ganzen Groß herzogtum vertreten. Den Vorsitz führte der 1. Präsiden Exzellenz Hof- Darmstadt. Der von dem Schriftführer M dizinalrat Dr. Vogt- Butzbach verlesene Rechenschaftsberic und der Kassenbericht des Hauptmanns Waldecker wurde genehmigt; ebenso der Providentiabericht. Nach dem Ka senbericht betragen die Einnahmen der Verbandstasse Ma 69 613,34, die Ausgaben 66 371,54 Mt., sodaß der Ve bandskasse ein Kassenvorrat in Höhe von 3241,80 Mart ve blebleibt. Die Einnahmen der Prinz Ludwig- Stiftung b ziffern sich auf 1447,54 Mt., die Ausgaben auf 1060,62 Die Ernst Ludwig- Stiftung erhielt an Einnahme 11 302,5 Mark, an Ausgabe 7574,37 Mt.; die Ernst Ludwig- Ele noren- Stiftung hatte eine Einnahme von 1065,20 Mt. u eine Ausgabe von 685,72 Mt. Die aus dem Vorstand au scheidenden Herren Waldecker, Seyler und Dern wurden p Atklamation wiedergewählt. Als Ort für den nächstjährig Verbandstag wird Friedberg bestimmt. Der Vors ende machte ferner noch die Mitteilung, daß das Kyffba er- Dentmal, das einen Kostenaufwand von zirka 2 Milli nen Mark einschließlich der Wirtschaftsräume verursacht ha nunmehr das schuldenfreie Eigentum der deutschen Kriege verbände geworden ist. Der Voranschlag für 1910 schlie in Einnahme und Ausgabe mit 69 887,79 Wt. ab. F Wohltätigkeitszwecke stehen im Jahre 1910 insgesamt Ma 19 200 zur Verfügung. Gabelsberger Stenographentag. bie Bered wert hand Berufsbez ft Straßenb weife an abends 8 berkehr n ungen der tag wurd gonnen, pflaster e * Monat 988 Wer Laufe di den Gem recht nich dern bo Hanau, 5. Juni 1910 Heute fand hier unter starker Beteiligung der Ver bandstag des Hess.- Nass.-( Main- Rheingauc- Werbandes G belsberger Stenographen statt, verbunden mit der 50jähr gen Jubelfeier des Stenographischen Vereins Gabelsberg Hanau. Der Verbandstag wurde eröffnet mit einem Wet schreiben in der Eberhardschule, zu dem sich 728 Teilne mer gemeldet hatten. Durch eine Deputation wurde a Grabe von Kasimier Schien, der 35 Jahre Vorsitzender de Hanauer Vereins war, ein Kranz mit Widmung niederg legt. Um 12 Uhr fand sodann im Saale der Zentralha eine zahlreich besuchte öffentliche Versammlung statt, an d sich auch die Vertreter der Stadt, der Handelskammer, d Justizbehörde und die Leiter der hiesigen häheren, Voll Fräulei und Mittelschulen beteiligten. Nach einem von Thyriot gesprochenen Prolog begrüßte der Vorsitzende de Hanauer Jubelvereins, Lehrer Peter Gondrum, die Fe versammlung und ging zugleich auch kurz auf die Geschichte des Vereins ein. Der neugewählte Verbandsvorsißende Müller- Offenbach gab darauf in seiner Ansprache einen le berblick über den gegenwärtigen Stand des Verbandes Dieser zählt zur Zeit 7000 Mitglieder in 170 Vereinen davon 91 Vereine in Hessen, 69 in Hessen- Nassau, Bayern, 4 in Waldeck und 2 in der Rheinprovinz.Ver mehrt hat sich der Verband seit der vorigen Verbandstag ung um 14 Vereine. Ferner betonte Redner, daß es no nie vorgekommen sei, daß, wie in Hanau, Ehrenpreise vo über 1000 Mt. zur Verfügung gestanden hätten. Zum Schluß hielt Professor E. Keller, Direktor des städt. Lehrerinnen Seminars in Frankfurt, einen Vortrag über„ Stenographic und Schule". Lebhafter Beifall lohnte den Redner. Ort des nächsten Verbandstages wurde Gießen gewählt Als Fachkenntnisse führe er im wesentlichen an: Eingehende Kenntnis der Gesetze über die Freizügigkeit, den Erwerb und Verlust der Staatsangehörigkeit und den Unterstüßungswohnsitz. Der mittlere Verwaltungsbeamte müsse ferner die gesamten Bestimmungen über vorzunehmende Wahlen( Gemeinde-, Kreisverwaltung, Landtag und Reichstag) beherrschen, das gesamte Voranschlags- und Rechnungswesen der Provinzen, Kreise, Gemeinden, Kirchen und Stiftungen einwandfrei bearbeiten können, ebenso die gesetzliche und freiwillige Armenpflege und das Zwangserziehungswesen. Er müsse genaue Kenntnisse über Organisation der Kreise und Provinzen, Zusammensetzung und Zuständigkeit der Provinzial- und Kreistage, der Provinzial- und Kreisausschüsse sowohl auf dem Gebiete der Verwaltung, als auch der Verwaltungsgerichte besitzen. Die rechtliche Stellung der Kirchen und religiösen Verbände, die Bestimmungen des Volksschulgesetzes, die Leitung des öffentlichen Sicher heits und Polizeidienstes, die Regelung der im Interesse des Polizeidienstes entstehenden Kosten( Polizeissewesen) müsse ihm bekannt sein. Eingehende Kenntnis der Be ſtimmungen über Gehaltsverhältnisse der Lehrer, der Bestreitung der Kosten des Schulwesens überhaupt set unerläßlich. Die in gesundheitlicher Beziehung und zur Verhütung von Epidemien erlassenen Vorschriften, die Bestimmungen über Abwehr und Unterdrückung der Viehseuchen, insbesondere Kosten- und Entschädigungsfrage müßten dem mittleren Verwaltungsbeamten geläufig sein. Von eminentester Bedeutung für denselben sei die genaueste Kenntnis der Gewerbeordnung und der dazu erlassenen Bestimmun gen und Entscheidungen in Verbindung mit dem Urkundenstempelgesetz hinsichtlich der Erteilung von Wirtschaftskonzessionen, Dampffesselanlagen, Legitimationstarten, Wandergewerbescheinen, Erlaubnis an Hausierer, Schausteller und dergleichen. Ueber Versicherungspflicht, Beitrittsrecht, Leistungen und Beiträge zur Kranken, Invaliden- und Unfallversicherung und Fürsorgekasse müsse derselbe Bescheid wissen. Die vielverzweigten Bestimmungen über das Militärersatzwesen und das Militärunterstüßungswesen( Familienunterstützung, Veteranenbeihilfe, Invaliden), Besteuerungsrecht der Gemeinden und Kirchen, das indirekte Staats steuerwesen( Berechnung, Erhebung und Beschwerdeinstanzen), Beitreibungswesen, Verwaltungsstrafbescheid müsse er in jeder Hinsicht beherrschen. Nicht zuletzt müsse er im Registraturwesen, das bei der Größe der Kreisamtsregistra turen eine nicht zu unterschäßende Kenntnis des Geschäftsbetriebes erfordere, bewandert sein.- An den Vortrag fnüpfte sich eine längere Besprechung, die bei der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit zum Bedauern mancher Anwesenden abgebrochen werden mußte. Lebhafte Anerkenn ung wurde dem Vortragenden zu teil. Im Mittelpunkte des Interesses stand der Vortrag des Großh. Kreisamtsgehilfen Bechtold von Gießen: „ Die Ausbildung und Tätigkeit der mittleren Verwaltungsbeamten des Großherzogtums Hessen". Der Vortragende wies in seinen einleitenden Worten darauf hin, daß die von Jahr zu Jahr wachsenden Aufgaben der Verwaltungsbehärden naturgemäß an die bei diesen tätigen Beamten größere Anforderungen stellten. Es sei daher eine unab= weisbare Pflicht, der hierbei in betracht kommenden Beamten in dieser Hinsicht alles einzusetzen, um den außeror= dentlich vielseitigen Ansordesungen entsprechen zu können. Ganz besonders sei zu betonen, daß nicht nur im Reiche, sondern auch in den Bundesstaaten aus Ersparnisgründen erstrebt werde, die Verschiebung der Obliegenheiten von den höheren auf die nachgeordneten Beamten durchzuführen. Die Folge hiervon werde sein, diese in größerem Maße heranzuziehen. Daraus ergebe sich, daß an die theoretischen und praktischen Kenntnisse der mittleren Beamten aus sast allen Gebieten des weitverzweigten Verwaltungsbetriebes 56) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Die junge Frau klagte bitter über ihr hartes Schicksal, sie verwünschte den Gatten und sich selbst. In solcher Gemütsverfassung zerschlug sie dann alles, was ihr gerade in die Hände fiel. Es spielten sich furchtbare Szenen ab, denn der Zorn der schönen Frau artete nicht selten in Raserei aus. Noch eine Hoffnung hielt Arnold aufrecht: das Kind. Vielleicht daß die Mutter sich auf ihre Pflichten besann, daß es ihr endlich klar wurde, welchem Abgrunde sie ent= gegensteuerten. Alle Vorstellungen des unglücklichen Gatten verhallten wirkungslos. Seine Frau, der der Leichtsinn im Blute steckte, besaß nicht die Kraft, sich von ihren verderblichen Gewohnheiten loszumachen. So war denn das Ende vorauszusehen. Arnold verweigerte seiner Gattin jede unnütze Ausgabe. Sie tobte, flehte, bat und weinte, er aber blieb fest. Doch Berta wußte sich zu helfen, - sie machte Schulden. Sie konnte nicht leben, ohne sich zu schmücken; Gesellschaften, Bälle und Konzerte waren ihr Element. Stets wollte sie bewundert, beneidet sein, stets wollte sie als Schönste alle anderen in den Hintergrund drängen. Es gelang ihr dies auch eine Zeit lang. Ueber die Lage des Standes entwickelte sich eine längere Aussprache. Als Ort der nächsten Hauptversammlung wurde Alzey bestimmt. Die seitherigen Vorstandsmitglieder Da Arnolds Eltern im Anfang für die Schulden der jungen Frau auffamen,- aus Mitleid mit dem Sohne, so gewährte man der schönen, eleganten Dame einen unbegrenzten Kredit. Doch auch die Schwiegereltern sahen nach und nach ein, daß sie außer Stande waren, sem drohenden Verhängnis Einhalt zu gebieten. Arnold begleitete seine Frau längst nicht mehr zu den Bergnügungen, die ihre ganze Welt ausmachten. Das Leben ekelte ihn an. Eine Art stumpfsinnigen Gleichmutes war über ihn gekommen. Er hatte es aufgegeben, die Gattta bessern zu mollen und ließ alles gehen, wie es gehen wollte, hatte einen Kreis zweifelhafter Freunde und Freundinnen um sich gesammelt. Es wurde hoch gespielt- und verToren. Fast jeden Abend brachte sie bei diesen Freunden au. Und dann fam, was tommen mußte, das Ende. Berta hatte sich bei dem aufregenden Leben, das sie führte, Ste den Schwindsuchtsfeim geholt. Die einst vielbewunderte, cefeierte Schönheit war kaum wieder zu erkennen. Sonst war sie von einem Vergnügen zum andern geeilt, hatte sich nicht Ruhe gegönnt, hatte in der Champagnerlaune das Geld zum Fenster hinausgeworfen, nun lag sie da, ein Bild des Elends und der Vergänglichkeit. Noch einmal lehnte sie sich auf gegen das unerbittliche Schicksal. Sie wollte nicht sterben, sie wollte leben und genießen, sie war ja noch so jung! Ein Aufenthalt an der Riviera sollte ihre zerrüttete Gesundheit wieder herstellen. Tausende verschlang die Krankheit der jungen Frau. Arnolds Eltern gaben wiederum eine große Summe, um den Wunsch der Kranken, nach dem Süden zu reisen, zu erfüllen. Sie reiste ab und kehrte nach zwei Monaten zurück- zu sterben. Währenddem hatte man dem verzweifelnden Gatten Rechnungen auf Rechnungen präsen tiert, die er unmöglich bezahlen konnte. Zu allem Unglück wurde auch noch Bertas Vater wegen betrügerischen Banferotts gefänglich eingezogen. Noch während Berta in Nizza weilte, nahm Arnold Abschied vom Heere. Er wurde ihm, wenn auch mit Bedauern- gewährt. Lokales. Gemeind lich, daf einen ei ift. Die aber in terſtüßun destens Ortsbürg tübungs * Verein Darmita 4 in merwoh nachbart ben bei berger Gießen, 7. Juni 1910. ** Verliehen wurde vom Großherzog der Schriftsteller Allred Bock- Gießen der Titel Hofrat. aus der Fahrra Ma trug. = h= träger gen. * Fleischt waltun hohen bemerle folgt: melfleisc fleisch u fleija noch 6 dauerli * wird Postan nannte jept is aus 10 in We 7000 S Bericht ** Parlamentarisches. Als Termin ü den Zusammentritt der zweiten Kammer zu einer Sommer tagung wird wahrscheinlich der 22. Juni in Aussicht ge nommen werden. Es besteht die Absicht, in dieser Tagung neben verschiedenen keineren Vorlagen auch die Gemeinde steuerreform zu erledigen, für die der umfangreiche Aus schußbericht in den nächsten Tagen fertiggestellt werden wird. Bei seinen Vorgesetzten galt Arnold von Brandt stets als pflichteifrig und vornehm. Man schätzte seine guten Eigenschaften auch bei den Kameraden. Dennoch konnte ihm keiner helfen. Denn ein Offizier mit solchen Schulden und einem Betrüger als Schwiegervater,- war unmöglich. * Kaiser- Regiment. Am Sonntag unternah men die Unteroffiziere des 1. Bataillons eine Vergnüg ungsfahrt, welche nach Kloster Arnsburg und Lich führt und dank dem schönen Wetter auf das glucklichste verlies Arnold fühlte sich frank an Leib und Seele und untauglich für den Dienst. Er zog sich schen von aller Welt zurück. Wenn auch der Gedanke, seinem Leben ein Ende zu machen, oft an ihn herantrat- so sträubte sich doch sein besseres Ich gegen einen solchen Frevel, namentlich auch um des Kindes willen. Was half es nun, daß seine sterbende Gattin in Ohrenden Ausdrücken um Verzeihung bat, daß sie, die immer noch auf Besserung hoffte, gelobte, ein anderes Leben begiunen zu wollen, es war zu spät. An ihrer Vahre stand Arnold ohne Groll. Sie hatte bereut und gebüßt. Nicht lange darauf starben auch seine Eltern; das Erbe, das sie ihm hinterließen, ermöglichte es ihm, wenigstens die ungeduldigsten Gläubiger zu befriedigen. Ebenso konnte er mit dem Erlös der Schmucksachen verschiedene Schulden abtragen. Er atmete leichter um freier. Hoffte er doch. daß es ihm gelingen würde, späte wenn auch vielleicht erst nach Jahren, alle Schulden tilge zu können. So mietete er sich das kleine Haus am Waldesrar und vertauschte das geräuschvolle Leben der Garnisonsa mit der Einsamkeit des Landlebens. Die trene Kathi zug mit ihm eine Pflegerin für sein Kind. In Neu Itnden störte ihn niemand bei der Arbeit. Er fing zu schreiben, unverdrossen. Tag und Nacht. Es galt Brot zu schaffen für die kleine. Ueber die erste Beit ihm eine Summe Bargeld hinweg, die er für sie nötig Bedürfnisse von dem Erbteil zurückbehalten hatte. sparte und darbte, und arbeitete immer eifriger an sein Werk. Endlich war es vollendet. Er sandte es voll fra Hoffnung ab, um es als unbrauchbar" zurückzuerhal Das traf ihn wie ein Schlag. Er fühlte seine Arbeitst schwinden, seinen Mut sinken. hatte. bereits bar u vidend thau und 1 riel den R die ein Seffion mehrum Stüd Bijchen schwei eine besteht Lojen, tige 3 griffen her u Gerade um diese Zeit war es. als das füße Be einer wahren, echten und großen Liebe in seinem Hen Wurzel zu schlagen begann. Er wehrte sich gegen die denschaft mit aller Machi, die ihm zu Gebote stand. schalt sich selbst töricht und einfältig. Umsonst! Die h Liebe wuchs, je mehr er sich dagegen wehrte. Sie stärker als sein Wille. Was halfen alle Gründe der S nunft? Was half es, daß er sich vorstellte, wie lächel es war, an solches Glück nur zu denken? Niemals fo er es erreichen. Was war er denn? Wie durfte er hoffen, vor d Augen des verwöhnten Mädchens und vor denen des N lionärs zu beſtehen? Er hatte ja nichts, gar nichts zu bieten! Wit man seine Bewerbung nicht als schnöde Geldgier auslege Schon seit Wochen tobte dieser Kampf in ihm. Und doch lachten ihn die Augen des geliebten Mädde beinahe verheißungsvoll an. so daß es ihm fast schien, wäre er ihr nicht gleichgiltig. ( Fortseßung folgt.) Lose Den b Lotter würde Ziehu für di gebrac bedeu ung ungen der F mehr ftreng Schen find trichbaum- Laut t, wiedergempa -h- Einen schönen Anblick gewähren seit einigen Tagen bie Fenster des Garnison- Lazaretts, welche sämtlich einen fich allem Anschein nach bei den Kranken der besten Pflege erfreut. tt Bechtold- prächtigen Blumenschmuck, bestehend in Fuchsien, zeigen, der gemeinsames de ein hoch Thall jamb Hoheit den Gefchen und preußischen Regierung famen am Samstag in dem haftle 9, den 5. Ariegerlam em ganzen G * Lahnkanalisierung. Vertreter der bessiRegierungsgebäude zu einer Besprechung zusammen, welche der Frage der Wirtschaftlichkeit der Lahnkanalisation galt. Ueber das Ergebnis der Verhandlungen, an welchen auch zahlreiche Kaufleute und Industrielle aus Gieß! n und den Nachbarorten teilnahmen, wird Stillschweigen beobachtet. * Die Berechtigung zur Führung des Meistertitels im Handwert. Das Großherzogder 1. Bra fiche Ministerium des Innern hat am 19. Mai an sämtliche Schriftführer Rechenschaftsbe Baldeder wo t. Nach dem Verbandstaffe sodaß der 3241,80 Matt Ludwig- Stiftun pen auf 1060,62 unterstellten Behörden nachstehende Verfügung erlassen: Einem Wunsche der beteiligten Streise entsprechend, machen wir auf die gesetzlichen Bestimmungen über die Führung des Meiftertitels durch Handwerker(§ 133,§ 148 Nr. 9c der Ge werbeordnung, Artikel 8 des Reichsgesetzes vom 26. Juli 1897 und Artifel 2 des Reichsgesetzes vom 30. Mai 1908) aufmerksam und weisen Sie an, im amtlichen Verkehr, sowie bei Aufnahmen von Niederschriften, Führung bon öffentlichen Büchern, Registern 2c. darauf Bedacht zu nehmen, Einnahme 11 302 baß der Meistertitel in Verbindung mit der Bezeichnung Ernst Ludwig- bes Handwerks nicht bei Personen, die zu dessen Führung n 1065,20 nicht befugt sind, angewendet werde. In geeigneten Fäl dem Vorstand Len sind die betreffenden Personen von der Unzulässigkeit Dern wurden der Führung jenes Titels zu unterrichten. Andererseits ist den nächstjäbi aber im amtlichen Verkehr mit den zur Führung des Mei daß das Ky die Berechtigung bestehen und soweit es sich um ein Handaume verursacht Berufsbezeichnung der Meistertitel beizufügen. 79 1910 jdt probedeutschen Krie 1,79. ab. 910 insgesamt entag. u, 5. Jum 1910 st Straßenbahn. Der 7½ Minutenbetrieb der weise an Sonn- und Festtagen von nachmittads 3 Uhr bis abends 8% Uhr ausgedehnt, bisher ging der 7½ Minutenverkehr nur bis 7 Uhr abends. h Straßenpflasterung. Die Neupflaster= ungen der Straßen schreiten rüstig vorwärts. Am Samstag wurde mit den Arbeiten auch auf der Westanlage begonnen, deren chaussierter Fahrweg ebenfalls ein Stein- eiligung der Bepflaster erhält. auc- erbandes en mit der 50ät Sereins Gabelsker tet mit einem fich 728 Teiln tation wurde hre Vorsitzender Widmung nieder * Leseball e. Die öffentliche Lesehalle lieh im Monat Mai 2032 Bände aus, von denen auf Erzählungen 88 Werte entfielen. Die Umgebung borgte 74 Bände. * Kommunalwahlen 1910. Bei den im Laufe dieses Sommers in allen Orten Hessens stattfindenden Gemeinderatsergänzungswahlen ist das aktive Wahl= recht nicht mehr, wie seither, von einem vierjährigen, sondern von einem dreijährigen. Wohnsitze in der betreffenden ale der Zentralhe Gemeinde abhängig. Ein neues Reichsgesetz bestimmt nämmmlung ftatt, and Handelstammer, gen häheren, Vol inem von Fräul der Vorsitzende Sondrum, die F lich, daß die Erwerbung des Unterstüßungswohnsizes an einen einjährigen( seither zweijährigen) Wohnsitz gebunden ist. Die Ausübung des aktiven Kommunalwahlrechts hat aber in Hessen den mindestens zweijährigen Besitz des Unterſtützungswohnsitzrechtes zur Voraussetzung, mithin min destens dreijährigen Wohnsitz in der Gemeinde. Wer das z auf die Geschic Ortsbürgerrecht besitzt, ist an die Bestimmung betr. UnterVerbandsvorsitzungswohnsitz nicht gebunden. Ansprache einer nd des Verbo in 170 Berei beffen Nassau, Rheinproving Se origen Verbanda Redner, daß aw, Ehrenpreisehätten. Zum d städt. Lebrerime über„ Stenograf e den Redner. Gießen gev Ben, 7. Juni 190 oßherzoge Eitel Sofra t Als Termin fi zu einer Sonme in Aussicht g , in dieser S auch die Gen umfangreiche fertiggestellt we Sonning nute ons eine Ber rg und Lid Fi 3 gludlichfte atmete leichter ingen würde, alle Gulden ilg ne am Waldere der Garnisont Die trene Kathr Kind. In e beit, Er fing adt. Es galt r für sie nötig die erfte Zeit Jalten hatte eifriger an fei andte es voll fr r" zurückzuer te feine Arbeits 18 das füße e in feinem be e fich gegen die Gebote fland Umfonit! Die wehrte. Sie le Gründe der tellte, wie lid en? Niemals f er hoffen, vor vor denen des aut bieten! 25 Geldgier altsleg in ihm geliebten Ma ibm faft fchie e * Sommerfrischen. Der hessische gemeinnützige Verein zur Vermittlung von Land- und Kuraufenthalt in Darmstadt hat zum vierten Male das Verzeichnis der Sommerwohnungen im Odenwald, Vogelsberg und benachbarten Gebieten herausgegeben. Zum ersten Male haben bei der Herausgabe der Odenwaldklub und der Vogelsberger Höhenflub mitgewirkt. *-Diebstah l. Von einem Unbekannten wurde aus dem Hofraum eines Hauses auf der Liebigstraße ein Fahrrad entwendet, das die polizeiliche Nummer G. 809 trug. h- Unterschlagung. Von einem hiesigen Briefträger wurde eine größere Zahl von Briefen unterschla= gen. Der Dieb ist flüchtig gegangen. * Fleischpreise. Die bei der Ausschreibung der Fleischlieferung für das 2. Halbjahr von der Garnisonver waltung erzielten Fleischpreise sind wiederum gegenüber den hohen Sätzen für Schlachtvieh infolge ihree Niedrigkeit recht bemerkenswert. Die Preise stellten sich für das Kilo wie folgt: Ochsenfleisch 1,32 Mt., Kubfleisch 1,14 Mf., Hammelfleisch 1,32 Mt., frisches Schweinefleisch 1,34 Mr., Dörrfleisch und Speck 1,50 Mt., Schmalz 1,40 Mt. und Kalbfleisch 1,36 Mit. Diese günstigen Angebote lassen den immer noch hohen Stand der Ladenpreise der Metzger recht bedauerlich erscheinen. * Von der Kaiserlichn Oberpostdirektion Darmstadt wird uns gemeldet: Der Postassistent Walter Löffler vom Postamt 2 in Leipzig hat am 27. Mai neun beim genannten Postamt aufgelieferte Geldbriefe unterschlagen. Bis jetzt ist ermittelt worden, daß er von dem vorgefundenen, aus 10 000 Mt. in barem Gelde und über 10 000 Mart in Wertpapieren bestehenden Inhalt 8600 Mr. bar und 7000 Mt. in Papieren verschiedenen Personen teils zur Berichtigung von Schulden, teils als Geschenk zugewendet hatte. Diese Zuwendungen sind durch freiwillige Rückgabe bereits wiedererlongt worden. Es fehlen noch 1400 Mark bar und 5 Aftien zu je 1000 Mt. nebst Talons und Dividendenscheinen der Sächsischen Kammgarnspinnerei zu Harthau( Erzgebirge) mit den Nummern 925, 1398, 282, 1602 und 1982. !! Vermehrung der preußischen Lotterielose. Die zwischen der preußischen Regierung und den Reichslanden abgeschlossene Lotteriegemeinschaft, über die eine Vorlage dem preußischen Landtag noch in dieser Session zugehen soll, bedingt gleichzeitig auch eine Ver= mehrung der Lotterielose, deren Zahl jetzt auf 304 000 Stück bemessen ist. Obwohl mit dem Beginn der 221. preußischen Lotterieziehung infolge des Anschlusses von Braunschweig und Bremen an die preußische Lotteriegemeinschaft eine Bermehrung der Lose um 16 000 Stück eingetreten ist, besteht doch seit dieser Zeit eine sehr starke Nachfrage nach Losen, die sehr thapp geworden sind. Für die gegenwär= tige Ziehung vom 7. Mai bis 7. Juni sind alle Lose vergriffen. Eine Vergrößerung der Zahl der Lose dürfte daher unter dem Gesichtspunkte zu erfolgen haben, daß neue Lose sowohl für den Absatz in den Reichslanden wie für den verstärkten Bedarf innerhalb der bisherigen preußischen Lotteriegemeinschaft notwendig sind. Diese Losevermehrung würde für die mit dem 8. und 9. Juli einsetzende neue Ziehung noch nicht in Frage kommen, diese müßten aber für die Ziehung im De( ember d. Js. auf die erhöhte Zahl gebracht worden sein. In betracht kommen würde bei einer bedeutenden Vermehrung der Lose eventuell eine Aenderung des Ziehungsverfahrens, da die gegenwärtigen Ziehungen, die etwa 4½ Wochen dauern, eine Verlängerung der Frist, die bei einer Vermehrung eintreten müßte, nicht mehr zulassen würden. Aus Hessen und Nachbargebiet. -w- Krofdorf, 6. Juni. Die verschiedenen An= strengungen den hiesigen Turnverein, Mitglied der Deutschen Turnerschaft, dem Arbeiterturnerbunde anzugliedern, sind bisher gescheitert. Eine heute einberufene öffentliche Versammlung des Arbeiterturnerbundes führte deshalb zur Gründung einer freien Turnerschaft. * Lüzellin den, 5. Juni. Gestern zog ein schwe res Gewitter über unsere Gegend. Der Blizz schlug im benachbarten Allendorf in einen Stall ein, glücklicherweise ohne zu zünden. Eine Kuh wurde durch den Blitzschlag getötet und das Dach stark beschädigt. * Langgons. Bei den Wasserleitungsarbeiten stürzte der Techniker Willy He ß- Gießen in einen tiefen Schacht und erlitt mehrere Rippenbrüche. Er wurde in die Klinif nach Gießen verbracht. * Lauterbach. Mit einem Kostenaufwand von rund 30 000 Mt. hat die kleine Nachbargemeinde Reuters ein neues Schulhaus erbaut. Es wurde im Beisein des Kreisrats von Bechthold und des Schulrats Andres eingeweiht. Das alte Schulhaus wurde 1812 erbaut, hat also fast 100 Jahre als Unterrichtslokal gedient. * Laubach. Einem seit vielen Jahrhunderten bestehenden Brauche gemäß wird am 20., 21. und 22. Juni auf der Hälle das„ Ausschuß fest" gefeiert werden, das diesmal unter der Leitung des Herrn Boehm stattfin den wird. * Alsfeld. Der Kursus der Wanderhaushaltungsschule, zu dem bis jetzt 22 Meldungen vorliegen, wird wahrscheinlich Mitte Juni hier eröffnet werden. * Alsfel d. Im Saale des„ Deutschen Hauses" fand unter dem Vorsitz des Kreisrats Dr. Heinrichs die diesjährige Kreislehrertonferenz statt. Nach den statistischen Mitteilungen des Kreisschulinspektors Schulrat Eck gibt es in unserem Kreise 48 ein, 22 zwei-, 2 drei-, 2 vier und eine 10klassige Volksschule. Am 1. Oktober fommt eine einklassige Schule zu Ilsdorf hinzu. In den 116 Schullassen werden unterrichtet 6220 Schüler gegen 6191 im Vorjahre. Die Zahl der Forbildungsschüler betrug im vorigen Winter 949 gegen 635 in der vorausgegangenen Unterrichtsperiode. Auf der Tagesordnung stan den die Vorträge: Jugendspiele und Jugendfeste( Referent Lehrer Dollinger- Ober- Gleen) und Jugend- und Voltsbibliotheken( Referenten: die Lehrer Rau- Bleidenrod ul SchmollElpenrod). Schulrat Eck empfahl warm die Schaffung von Voltsbibliotheken. * Nidda. Der Gemeinderat hat die Erbauung eines Schlachthauses beschlossen, es soll südlich der Stadt an die Stelle der alten Gerberei kommen. * Hungen. Das Doppelwohnhaus der Gemeinnüßigen Baugenossenschaft ging um den Preis von 12 500 Mart in den Besitz der Herren Bureauvorsteher Schneider und Steuerkommissariatsgehilfe Schmidt über. * Aus dem Vogelsberg. Als Vorboten des Herbstmanövers des 18. Armeekorps sah man dieser Tage wiederholt die Automobile des Generalfommandos den Vogelsberg bereisen. Die Korpsmanöver sollen sich um Ulrichstein und Grünberg abspielen. Im gleichen Gelände fanden auch 1904 die Manöver statt. auf dem Taufstein wurde am 4. Juni eingeweiht. Man be* Aus dem Vogelsberg. Der Bismarckturm gann 1903 mit dem Bau eines massiven Turmes, der zu turm benannt wurde. Die Bauarbeiten nahmen einen guEhren des großen Kanzlers des deutschen Reichs Bismarckschon eine Höhe von 11 Metern erreicht hätte, stürzte er ten Fortgang; jedoch am 6. September 1908, als der Turm nommen und nun ist er vollendet. In seiner Höhe von 22 ein. Im Mai 1909 wurde der Bau wieder in Angriff geMetern überragt er die umstehenden Bäume. Von der Plattform aus genießt der Besucher eine herrliche Aussicht bis zur Rhein und Maingegend, bis zum Thüringer Wald und Harz. Ueber der Plattform erhebt sich, auf einen Pfeiler gebaut, die Feuerschale zur Veranstaltung von Leuchtfeuern. auf seinem Acker einen wohlerhaltenen Taler mit genauer * Ruppertenrod. Ein hiesiger Landwirt fand Prägung aus dem Jahre 1796. del nach Runkel ging das Fuhrwert der Hofener Mühle * Runkel. Auf dem abschüssigen Wege von Schavor dem Dorfe durch; der 27jährige ledige Knecht Wilhelm Gosgar, der sich auf dem Wagen befand, wollte absprin gen, blieb aber in den Zugketten hängen und kam so unglücklich zu Fall, daß ihm der Wagen über den Rücken fuhr. Der Bedauernswerte wurde nach Gießen in die Klinif gebracht, wo er inzwischen verstorben ist. Buzzbach. Der 21. Oberh. Feuerwehrtag findet am 11. und 12. Juni hier statt. * Bad Nauheim. Bis jetzt sind hier 9265 Sur gäste angekommen, wovon am genannten Tage noch 5684 anwesend waren. Bäder wurden 85 974 abgegeben. Bad Nauheim. Der 51. Allgemeine Deutsche Genossenschaftstag wird vom 3. bis 8. September hierselbst abgehalten. Darmstadt. Die Aviatifer Leutnant Schäfer vom 117. Inf.- Rgt. in Worms und Herr Erich Thiele- Leipzig flogen auf einer Euler Flugmaschine sechs bezw. 5 Kilometer weit in einer Höhe von 20 bis 30 Metern. Die Landungen erfolgten glatt. Der Griesheimer Schießplat wurde in seinem ganzen Umkreis umflogen. * Dorndi e l. Der immer noch nicht aufgefundene Mörder des Spezereihändlers Bachmann nötigt die amt= lichen Organe fortgesezt zu neuen Ermittelungen und Erhebungen. In Lüzelbach schritt man dieser Tage zu einer Festnahme, da der Mann, der im Besitze eines Revolvers war und früher in Beziehungen zu der Familie Bachmann stand mit dem Mord in Verbindung gebracht wurde, doch mußte man den Mann wieder entlassen, da sich dessen Schuldlosigkeit bald herausstellte. Trotz diesen bisher er= gebnislosen Arbeiten, muß man die anstrengenden Bemüh ungen der Behörden, endlich Licht in diese dunkle Angelegenheit zu bringen, voll anerkennen. * Aus der Wetterau. Das Bundesfest des Wetterauer Sängerbundes findet am 12. Juni in Gettenau ſtatt. Aus aller Welt. * Berlin. Dem Preußischen Abgeordnetenhaus ist eine Vorlage der Regierung über die Erhöhung der Zivilliste des Kaisers zugegangen. Die Erhöhung ist im wesentlichen dadurch notwendig geworden, daß in der letzen Zeit die Zuschüsse zu den Theatern zum Teil durch die Erhöhung der Gagen, zum Teil auch durch die künstlerische Ausstattung und Inszenierung der Darstellung gewachsen sind. Die Erhöhung wird wahrscheinlich 4½ Millionen Mark betragen, so daß also die Zivilliste sich in Zukunft auf 20 Millionen Mark beziffert. wichtigsten Festungen sämtlich mit Luftschiffhäfen zu be= * Berlin. Die Militärverwaltung beabsichtigt die denken. * Eisenach. Der Deutsche Ev. Kirchenausschuß war in Eisenach nach längerer Pause wieder zu einer Sitzung zusammengetreten. Den Hauptgegenstand der Beratungen bildete die Vorbereitung der Tagung der Eisenacher Kirchenkonferenz namentlich durch Feststellung des Geschäftsberichts, in dem saßungsgemäß der Konferenz über den Stand gemeinsamer Angelegenheiten der deutschen evangelischen Landeskirchen und über die Wirtsamkeit des Kirchenausschusses im Verlauf der zwei Jahre seit der letzten Tagung der Konferenz Auskunft zu geben ist. Daneben ist hervorzuheben, daß an der Hand von Mitteilungen aus der Rechtsfommission die Reform des deutschen Strafrechts nach Maßgabe des auf Veranlassung des Reichsjustizamts veröffentlichten Entwurfs eines Deutschen Strafgesetzbuchs, so weit dabei firchliche Fragen in Betracht kommen, eingehend erörtert wurde. Für die Auslandsdiaspora wurden eine Reihe von Unterstützungen bewilligt, so für deutsche Ge meinden in England, Brasilien und Chile. Besondere Aufmerksamkeit wurde der bei der ständigen Erweiterung des Arbeitsgebiets besonders schwierigen Frage der Gewinnung geeigneter Geistlicher für die Auslandsdiaspora zugewendet. Im Anschluß an die Sitzung des Kirchenausschusses begann die 30. Tagung der Deutschen Evangelischen Kirchenkonferenz, an der als Vertreter der hessischen Landeskirche Oberkonsistorialpräsident D. Nebel und Prälat D. Dr. Flöring teilnahmen. Dabei wurde die Beratung des Geschäftsberichtes des Kirchenausschusses fortgesetzt. Namentlich kam die Arbeit dieses Ausschusses für die firchliche Versorgung der deutschen evangelischen Diaspora im Auslande zur weiteren Behandlung. * Breslau. Im Wahlkreis Jauer- Boltenhain- Lan deshut beschlossen die Konservativen, bei der Stichwahl für den Kandidaten der Fortschrittlichen Volkspartei, Büchtemann zu stimmen. * Kiel. Die seit 16. März wegen zu starken Reagieren auf die Tuberkulinimpfung ruhende Einfuhr dänischen Viehs ist wieder aufgenommen worden. * Hagen. Im Bezirk Hagen sind wiederum 1200 Gießereiarbeiter und Former entlassen worden. Die Gießereien in den Kreisen Hagen und Schwelm liegen beinahe gänzlich still. Außerdem wurde 1100 Metallarbeitern gefündigt. Die Zahl der Ausgesperrten beträgt jetzt schon 3100 bis 3200. * Kapstadt. Die beiden früheren Burenrepubliken Transvaal und Oranje- Freistaat haben sich mit Natal und Britisch Südafrika zu einem einheitlichen Staatengebilde, den Vereinigten Staaten von Südafrika, zusammengeschlos sen. Die Vereinigung wurde in ganz Südafrika als ein großer Feiertag begangen. * Aus Nicaragua. Ein ernstes Gefecht hat in der Nähe von Bluefields stattgefunden. Der Revolutions General Estrada machte 200 Mann der Regierungstruppen zu Gefangenen. )( Germania Preis. In diesem Stundenrennen wurde F. Theile am Sonntag auf der Steglitzer Rennbahn Erster. Den zweiten Platz behauptete P. Dicentmann vor Stol u. a. Beide fahren das schnelle und bewährte Brennaborrad, welches auch W. Hamann benutzt, der in Erfurt das Hauptfahren gewann. welches am Sonntag auf der Hardau mit dem Siege der )( 3üricher Löwe hieß ein 40 Kilometer- Rennen, Marte Brennabor endete. R. Scheuermann ging als Erster und H. Przyrembel als Zweiter über das Zielband. In Bruges in Belgien gewann J. Böschlin den prix d'ouver ture auf Brennabor. Ans dem Gerichtssaal. Schwurgericht. Gießen, den 6: Juni 1910. Der erste Fall der diesmaligen Schwurgerichtsperiode betraf den Gemeinde rechner Peter Gäß von Schlechten die er in amtlicher Eigenschaft empfangen hatte, für sich wegen. Der Angeklagte ist geständig, etwa 300 Mart, rerwendet zu haben. Seit 1905 versieht er sein Amt; r ist vom Kreisamt eidlich verpflichtet worden, weshalb Amtsverbrechen vorliegt. Die unrichtige Führung der Register gibt er ebenfalls zu; er hat die Gelder aus Not für sich verwendet, weshalb die Sache sehr milde aufgefaßt wurde. Nachdem er sein Amt niedergelegt hatte, leistete er Ersatz, sodaß ein Schaden nicht entstanden ist. Nachdem die Ge schworenen die Frage der Schuld, wie auch diejenige nach milden Umständen bejaht hatten, verurteilte ihn das Gericht zu der niedrigst zulässigen Strafe von 6 Monaten Gefäng nis. Der Verteidiger, Justizrat Kaz, veranlaßte die Geschworenen zur Unterschrift eines Gnadengesuchs um bedingten Strafau, schub, so daß, falls diesem stattgegeben wird, der Angeklagte im Falle mehrjährigen Wohlverhaltens die Strafe nicht zu verbüßen braucht. Literarisches. Nordseebäder.( 2 Mt.) Verlag von Albert GoldGriebens Reiseführer. Band 53. Die schmidt, Berlin. Nach einleitenden Betrachtungen gibt sowie Angaben über das Leben des Meeres, Seezeichen, das Buch Ratschläge über den Gebrauch von Seebädern, Flaggensprache, Dampfschiffsverbindungen 2c. Den Hauptteil des Führers bilden die Aufführungen der einzelnen Bäder( mit Angaben über Kurtaren, Bäderpreisen, Hotels, Pensionen ,. Vergnügungen, Ausflüge 2c.) ihrer geographischen Lage nach. Durch Aulnahme einiger neu entstandener Bäder hat das Buch eine schäßenswerte Bereicherung fahren. Dem Führer sind sechs sehr gute Karten begegeben. er Lehr- und Versuchsanstalt für Pho tographie, Chemigraphie, Lichtdruck und Gravüre zu München. Diese Anstalt tritt am 12. September d. Js. in ihr neues( 11.) Unterrichtsjahr ein; sie bildet in einem 2jährigen Lehrgang zum fünstlerisch geschulten Photographen, zum Lichtdrucker oder Heliogravüretechnifer aus; seit 1906 werden auch Damen zugelassen. Ea eignen sich vornehmlich junge Leute mit zeichnerischer und künstlerischer Bejähigung. Die Zahl der Aufzunehmenden ist eine beschränkte. In, eressenten erhalten kostenlosdas Anstaltsstatut, das über alles Wissenswerte unterrichtet, von der Kanzlei der Anstalt München, Martin Greifstraße 11. 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Hausbrand Eingetr. Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Einladung. Zu der Samstag, den 18. Juni lfd. Jahres, abends 8, Uhr, im Saale der Herberge zur Heimat dahier stattfindenden Generalversammlung werden die Mitglieder ergebenst eingeladen. 1. Mitteilungen. Tagesordnung: 2. Vorlage der Bilanz und Jahres- Rechnung pro 1909; G- stattung des Rechenschaftsberichts u. Entlastung des Vorstands. 3. Beschlußfassung über die Verteilung des Reingewinns. 4. Bebauung des Geländes am Erdfauterweg. 5. Mitteilung des Ergebnisses der stattgehabten geset lichen Revision. 6. Wahlen in den Vorstand und Aufsichtsrat. Die Rechaung für 1909 liegt 8 Tage lang zur Einsicht der Genossen, Johannesstraße 5, offen. Gießen, am 6. Juni 1910. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Baugenossenschaft des evangel. Arbeitervereins zu Gießen. E. G. mt. b. H Heyligenstaedt. Technische Asbest- und Gummi- Erzeugnisse. 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