ein in de achmanin Schubert s Pfitzner Trautmann Wolf chumann Juon tz Mk. 2, ben sind i r. 671, für h . 54, Is Berlin, ( ca. 28000 ufes mit bergeben auf dem Ben einge 5 mit der tag, dem Den Unter den. + gegen Ein aches wie bon mei Abmage htwöchent en worden Straße 60 ch, daß de räder Gebrauch len sind! Teisliste ahrer- Bed. Branche tikel, Näh ren etc. von den Verken inbeck tschlands Gießener Zeifung - ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mk., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 66. 1 Erstes Blatt. Betanntmachnug Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein)* Samstag, 7. Mai 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Naum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Die Gemeinde steuerzettel für 1910 werden den Steuerpflichtigen in den nächsten Tagen zugestellt. Diejenigen Steuerpflichtigen, welche bis zum 1. Juni feinen Steuerzettel erhalten haben, werden aufgefordert, hiervon auf unserem Steuerbureau Anzeige zu erstatten. Gießen, den 4. Mai 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Die unter dem 19. April 1910 angeordnete Sperre des Weges entlang des Elektrizitätswertes wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 4. April 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Reinhart. Bekanntmachung. Betr.: Den Schuh der Singvögel. Wir bringen in Erinnerung, daß nach§ 1 des Reichsgefeßes vom 22. März 1888( R. G. B. S. 111) das Zerftörenund Ausheben von Nestern oder Brutstätten der Singvögel, das Zerstören und Ausheben von Eiern, das Ausnehmen und Töten von Jungen verboten ist. In gleicher Weise ist das Feilbieten und der Verkauf der gegen dieses Verbot erlangten Eier und Jungen untersagt. Zuwiderhandelnde werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mart oder mit Haft bestraft. Diese Strafe trifft insbesondere auch denjenigen, der es unterläßt, Kinder oder andere unter seiner Gewalt stehenden Persone, welche seiner Aufsicht untergeben sind und zu seiner Hausgenossenschaft ge= hören, von solchen Zuwiderhandlungen abzuhalten. Das Aufsichtspersonal ist angewiesen, auf die Befolg ung der vorstehenden Bestimmungen ein scharfes Augenmerk zu haben und jede Zuwiderhandlung behufs Herbeiführung der gerichtlichen Bestrafung zur Anzeige zu bringen. Gießen, den 3. Mai 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Reinhart. König Eduard+. * London, 7. Mai.( Drahtnachricht.) König Eduard ist gestern abend 11 Uhr 45 Min. gestor ben. Auf die Herrscherin, der die längste Regierungszeit in der englischen Geschichte überhaupt beschieden war, ſo schreibt die Frtf. 3tg.", ist eine der fürzesten Regierungen gefolgt. Königin Viktoria hatte 63 Jahre hindurch das Szepter Britanniens geführt, Eduard 7. ist nur etwas über neun Jahre König gewesen. Daß das Ende König Eduards so nahe bevorstehe, ahnte wohl niemand, und auch, als in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag die ersten Nachrichten über einen ernsten Anfall von Bronchitis eintrafen, hielt man die Krankheit nicht für unmittelbar ge= fahrdrohend. Albert Eduard, König von Großbritannien und Irland und der britischen Gebiete jenseits der Meere, Kaiser von Indien, war der älteste Sohn und das zweite Kind der Königin Vittoria und des Prinzgemahls Albert. Im Buckingham- Palast dem er jetzt gestorben ist, wurde er am 9. Noven. 1841 geboren. Nach seiner Kindheit studierte er in Edinburgh, Orford und Cambridge. Am 10. März 1863 vermählte er sich mit der Prinzessin Alexandra, der am 1. Dezember 1844 geborenen Tochter des Königs Christian 9. von Dänemark. Dieser Ehe entstammten fünf Kinder. Der älteste Sohn, Albert Viktor, Herzog von Clarence, starb im Januar 1892 nach furzer Krankheit. Die übrigen Kinder sind der bisherige Thronfolger Georg Bekanntmachung. Nach§ 35 Abs. 4 und 6 der Reichsgewerbeordnung ist der Handel mit Drogen und chemischen Präparaten, welche zu Heilzwecken dienen, zu untersagen, wenn die Handhabung des Gewerbebetriebs Leben und Gesundheit von Menschen gefährdet, und es haben Personen, welche dieses Gewerbe beginnen, bei Eröffnung ihres Gewerbebetriebes der zuständigen Behörde hiervon Anzeige zu machen. Zuständig für die Entgegennahme dieser Anzeige ist das Großh. Polizeiamt Gießen. Unterlassung der rechtzeitigen Anzeige zieht gemäß§ 148 Ziff. 4 der Reichsgewerbeordnung Geldstrafe bis zu 150 Mark und im Unvermögensfalle Haftstrafe bis zu vier Wochen nach sich. Die Anzeigepflicht erstreckt sich auch auf Kleinere Betriebe, welche nur einzelne Heilmittel vertreiben( Materialwarenhändler, Spezereihändler 2c.). Wir machen die beteiligten Gewerbetreibenden hierauf mit dem Anfügen aufmerksam, daß zu Durchführung dieser Gesetzesvorschriften eine amtliche Kontrolle der Ge= schäftsbetriebe stattfindet, und daß zu diesem Zwecke von Zeit zu Zeit polizeiliche Revisionen der Verkaufs- und Aufbewahrungsräume stattfinden. Gießen, den 4. April 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Reinhart. Bekanntmachung. In der Zeit vom 16. April bis 4. Mai 1910 wurde in hiesiger Stadt gefunden: 1 Taschenmesser, ein goldenes Armband, 1 Portemonnaie mit Inhalt und einem Ringe, 1 Hand= täschchen, 1 Taschentuch nebst einem Paar Lederhandschuhen seine Regierung länger gedauert hätte, eingesehen, daß es für den Weltfrieden und für England besser sei, die beiden großen germanischen Reiche in friedlicher Verständigung und Freundschaft als in fraftverzehrendem Gegensatz ihre Aufgaben erfüllen zu lassen. * * König Eduard war in den letzten Tagen ernstlich an Bronchitis erkrankt, ein Leiden, das angesichts des Alters und der Konstitution des Königs zu Besorgnissen Anlaß gab. Ueber den Verlauf der Krankheit liegen folgende Meldungen vor: London, 5. Mai. Der König war die Folgen eines ähnlichen Anfalles, an dem er in Biarriz gelitten, noch nicht völlig losgeworden und obwohl er bei der Rückkehr nach London ziemlich wohl aussah, so war doch eine merkliche Veränderung wahrnehmbar, als er in der vorigen Woche die tönigliche Akademie besuchte. Er sah gelb und etwas blaß aus und man hatte Grund, eine Rückkehr der Halsund Brustbeschwerden zu befürchten. Die Nachricht von der Erfrantung des Königs hatte in London natürlich große Beunruhigung hervorgerufen. Seit Veröffentlichung der Krankheitsberichte hatte sich eine große Menge vor den Toren des Buckingham- Palastes angesammelt. Die Blätter gaben Sonderausgaben heraus und die Theater wurden vorzeitig geschlossen. Die Straßen in der Umgebung des Palais waren mit Stroh belegt, um jedes Geräusch von dem Kranken fernzuhalten. Diese Maßnahme hatte beim Publikum einen tiefen Eindruck hervorgerufen. Friedrich Ernſt Albert, Herzog von York, Prinz von Wa Sikung der Stadtverordneten Gießens. les, Prinzessin Luise Viktoria Alexandra Dagmar ist mit dem Herzog von Fife, die jüngste Tochter Maud mit den König Haakon von Norwegen vermählt. Prinzessin Viktoria ist unvermählt geblieben. König Eduard hat eine Regierung von scharf ausgeprägtem, politischen Charakter geführt und das englische Königtum wieder deutlich nach innen wie nach außen zur Geltung gebracht. Als Eduard zur Regierung fam, war der Burentrieg noch nicht beendet; ihm lag an einer baldigen Beendigung des Krieges. Dies gelang denn auch, und ist gewiß eines der größten Ereignisse aus der kurzen, aber bedeutungsvollen Regierung dieses Monarchen, daß es während ihrer Dauer gelungen ist, Südafrika unter das britische Banner zu bringen. Daß die auswärtige Politik Englands ganz gewaltig von ihm beeinflußt worden ist, liegt offen zu Tage. Die Liquidation des Jahrhunderte alten Antagonismus zu Frankreich durch das im Jahre 1904 abgeschlossene Abkommen über Maroffo und Aegypten, das Bündnis mit Japan, das indirekt eine Ursache des japanisch- russischen Krieges wurde, und nachher wie eine historische Fronie flin gend das Abkommen mit Rußland über die Teilung Persiens und damit die Sicherung des Glacis der indischen Festung, das sind wohl die wichtigsten Etappen auf dieser Straße, die abgelehen von dem durch falsche Kalkula tionen veranlaßten Mißerfolg in der bosnischen Frage für England nur zu Vorteilen geführt hat. Sein Tod fällt mitten in eine Entwickelung, in der sich eigentlich das Falsche und gefährliche einer systematischen solierung Deutschlands, sofern sie beabsichtigt war, bereits gezeigt hat. Vielleicht hätte auch Eduard 7., wenn Gießen, 6. Mai 1910. Der Sigung der Stadtverordneten lag infolge des Ausfalls einer Sibung in dem Monat April eine ziemlich reichhaltige Tagesordnung zur Beratung vor, welche im ganzen 22 Punkte umfaßte. Punkt 1 waren Mitteilungen. Bei der Stadtverwaltung ist seitens der Forstwarte, anläßlich der denselben in der letzten Sizung gewährten Teuerungszulage ein Schreiben eingelaufen, das der Stadt den Dank für die bewil ligte Unterstüßung ausspricht. Desgleichen bedankte sich der Verein für Hundesport" für die von der Stadt ge= währte Beihilfe in Höhe von 30 Mt. Ein drittes Dantschreiben ging von dem Bautechniker Läber anläßlich seiner Anstellung ein. 21. Jahrg. und einem Zigarettenetui, eine silberne Herrentaschenuhr mit Kette, eine desgleichen ohne Kette, ein Damenregenschirm, eine Nickelbrille, ein Schulatlas, ein Kanarienvogelweibchen, ein Reißzeug. verloren: Ein gelbes Damenportemonnaie mit 20 Mart Inhalt, ein desgleichen mit 2 Mart Inhalt und einem Taschentuche gez. G. K., eine silberne Taschenuhr, eine silberne Nadel mit Adler, ein goldner Zwicker, eine wasserdichte graue Wagendecke und ein Gurt, ein gelber Gummimantel, ein heller Sommerüberzieher, ein goldenes Kettchen mit Anker, ein Kilometerheft der Biebertalbahn Nummer 1859. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11 bis 12 Uhr vormittags und 4 bis 5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde, Zimmer Nr. 1, erfolgen. Gießen, den 4. Mai 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Reinhart. Vergebung ven Pflaster- u.Chaussierarbeiten Die Pflaster und Chaussierarbeiten für den Ausbau der Wilhelmstraße sollen Mittwoch, den 11. Mai, vorm. 11% Uhr, äffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 3. Mai 1910. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Die Versteigerung der Kleider und einer Anzahl gut erhaltener Möbel, Küchengeräte 2c. wird am Montag, den 9. d. Mts., nachm. 2½ ühr, im Städtischen Hospital, Seltersweg 11, fortgesetzt. plant an der Roonstraße einen Neubau, der aber entgegen der für diese Straße geltenden Ortsbausatzung verschiedene Erter erhalten soll, für welche daher Dispens notwendig war. Die Baudeputation hatte die Befreiung befürwortet und die Versammlung beschloß demgemäß. C. Bude= rus Witwe beabsichtigt an der Ludwigstraße ein Gebäude zu errichten, daß aber infolge verschiedener Mängel nicht die Genehmigung der Versammlung fand. Fr. W. Schmidt hatte bei der Stadtverwaltung um die Erlaubnis zur Anbringung einer Veranda an seinem Hotel in der Liebigstraße nachgesucht. Da jedoch dieser Vorbau den Vorgarten verunstalten würde, war die Baudeputation nicht in der Lage, das Gesuch zu befürworten. D.-B. Mecum: Hat die Stadt einmal eine Ausnahme gestattet, so wird sie ganz sicher darauf rechnen können, bei ähnlich liegenden Fällen weitere Ausnahmen machen zu müssen. Es liegt ja auf der Hand, daß die Veranda die Liebigstraße entstellen würde. Ich möchte Sie daher bitten, den Vorbau nicht zu genehmigen. Die Versammlung lehnte hierauf die Genehmigung des Gesuches gemäß dem Antrag der Baudeputation ab. Die Firma Abermann u. Kling hatte bei der Stadt um die Erlaubnis zur Anbringung von Balkonen an ihrem Neubau Keplerstraße 9 und 11 nachgesucht. Da das geplante Gebäude, ein recht ansprechendes einstöckiges Doppelwohnhaus, durch die Balkone nur ge= winnen würde, lag für die Baudeputation hinreichend Grund vor, das Gesuch und damit die Befreiung von dem auf die Balkone bezüglichen Paragraphen der Ortsbaujazung für die Keplerstraße zu befürworten. Die Versammlung gab infolgedessen dem Gesuch statt. Puntt befaßte sich mit der Ortsbausatzung für die Longstraße. Bekanntlich soll für diesen Straßenzug die offene Bauweise vorgeschrieben werden, gegen welche Bestimmung Peter Croneberg bei der Stadtverwaltung Einspruch erhoben hatte. Da jedoch verschiedene in demselben geltend gemachten Gründe der Versammlung nicht stichhaltig dünften, mußte der Einspruch zurückgewiesen werden. Punkt 9 war Ortsbausaßung zum Bebauungsplan zwischen Landmannstraße und Lärchenwäld= chen. Diese Ortsbausatzung war dem Großh. Ministerium zur Genehmigung unterbreitet worden. Kürzlich lief nun die Antwort desselben ein, welche sich mit verschiedenen Paragraphen nicht einverstanden erklären fonnte. So war das Ministerium bei dem§ 2 der Sabung, welcher nur eine Höhe von 10 Meter erlaubt, der Ansicht, daß für GieBen die Darmstädter Bauweise als verbindlich gelten könne, welche u. a. in der Höhe von 10 Meter noch ein Dachgeschoß oberhalb der kräftig durchgeführten Haustante zuläßt. Ferner wurde die Bestimmung, daß die Grundstücke Hälfte bebaut werden können, von dem Ministerium abgelehnt. Diese beiden Einsprüche konnte jedoch die BauSeputation nicht als berechtigt anerkennen. Die Versammlung beschloß in demselben Sinne und es wird aus diesem Grund die Ortsbaujabung noch einmal dem Ministe rium mit der Antwort der Stadtverwaltung vorgelegt werPunkte 2-7 betrafen Baugesuche. Die Firma Abermann u. Aling beabsichtigt an der Ludwig straße ein Wohnhaus zu errichten und hat für dasselbe die Anbringung von Erkern nachgesucht. Da die letzteren zweifellos dem Gebäude zu einer Zierde gereichen werden, sah sich der Bauausschuß veranlaßt, die Befreiung von dem darauf bezüglichen Paragraphen des Ortsbaustatuts zu be= fürworten. Hermann Hofmann gedenkt an der Straße an der Veterinärklinik einen Neubau zu errichten, der nur 1 Stockwerk und außerdem einen Giebel in Holzfachwerk| den. erhalten soll. Infolgedessen war für beide Abweichungen von den betreffenden Vorschriften des Ortsbaustatuts eine Dispens erforderlich. Auf Befürworten der Bau- Deputation erklärte sich die Versammlung mit dem Giebel Holzfachwert einverstanden, doch genehmigte sie nicht das vorgesehene einzige Stockwert. Wilhelm Seipp 3. in zur Punt 10 befaßte sich mit der Beschaffung von 2 weiteren Straßenbahnwagen. Die Verhandlungen in der letzten Sigung der Stadtverordneten führten bekanntlich bei dem Punti" Sommerfahrplan der Straßenbahn" zu dem Beschluß, die Anschaffung des zweiten neuen Wagens dem Ermessen der Deputation zu überlassen. Dieselbe konnte nach einer eingehenden Untersuchung ein Bedürfnis zur Anschaffung eines zweiten neuen Wagens nicht anerkennen, da der zu der Einstellung eines solchen nötigende 7½ Minutenverfehr sich nicht rentierbar gestaltet hat. Die Stadtverordneten erklärten sich mit dem Gutachten der Deputation einverstanden. Punkt 11 betraf die Rechnung des Elektrizitätswertes für 1908. Diese Rechnung ist von der Deputation geprüft und für richtig befunden worden. Die Versammlung erteilte deshalb dem Ausschuß die nachgesuchte Entlastung. Punkt 12 betraf die Rechnung des G a s- und Was serwerks für 1908. Die Kommission hatte auch in diese Rechnung Einsicht genommen und die Bilanz für richtig befunden. Die hierfür beantragte Entlastung wurde ebenfalls erteilt. Punkt 13 war: Kosten des Kaiserbesuches. Der deutsche Kaiser hat, wie bereits gemeldet, der Stadt seinen Dank für den ihm gewordenen begeisterten Empfang in Gießen aussprechen lassen. Die Beschaffung der für die Ausschmückung der Straßen notwendig gewesenen Guir- landen hat der Stadt eine Ausgabe von 1000 Mt. verur sacht, um deren nachträgliche Genehmigung nun die Stadtverwaltung ersucht hatte. Die Lieferungen waren sämtlich an hiesige Firmen vergeben worden. Die Stadtverordne ten erklärten sich mit Ausnahme des Stadtv. Krumm mit dieser Ausgabe einverstanden. Stadtv. Troß: Daß Herr Krumm gegen die Bewilligung der Ausgaben stimmte, geschah lediglich im Interesse der Sozialdemokratie. Aber zweifellos hat doch der Besuch viel Geld nach Gießen gebracht und es wäre deshalb zu wünschen, daß Herr Krumm auch die Vorteile eines solchen Ereignisses bei der Abstimm ung über die Kosten des nächsten Kaiserbesuches in Betracht ziehen möchte. Stadtv. Krumm: Als mich das Ver trauen meiner Wähler in das Stadtparlament berief, war allgemein in der Stadt meine grundsätzliche Stellungnahme zu derartigen Dingen bekannt. Deshalb erübrigt es sich, auf die Ausführungen des Stadtv. Troß näher einzugehen. Punkt 14 betraf die Miete für den der Häute- und Fetiverwertungsgesellschaft seitens der Stadt überlassenen Raum, die jährlich 100 Mark betragen soll. Die Stadtverordneten erklärten sich damit einverstanden. Punkt 15: Wertzuwachs steuer für die Hen selstraße. Geh. Kommerzienrat Gail hatte seine an der Henselstraße gelegenen Grundstücke nach dem Infrafttreten der Wertzuwachssteuer verkauft. Diesen Verkauf beantragte die Deputation deshalb von der Zuwachssteuer auszunehmen weil die genannte Straße ihren gegenwärtigen einwandfreien Zustand in erster Linie dem Wirten des Kommerzienrat Gail verdanke. In anbetracht dieses Umstandes beschloß die Versammlung, dem Geh. Kommerzienrat Gail die mit 7664 Mt. veranschlagte Wertzuwachssteuer zu erlassen. Punkt 16: Niederschlagung von uneinbringlichen Kanalgebühren. Dieselben beliefen sich in dem abgelaufenen Verwaltungsjahr auf 705,18 Mt., welche die Stadtverwaltung niederzuschlagen beantragte. Die Stadtverordneten genehmigten die Niederschlagung. Punkt 17 betr. Wappen der Stadt Gießen wird erst in der nächsten Sitzung zur Verhandlung kommen. Punkt 18 war ein Gesuch des Männerturnvereins um Ueberlassung des Triebs zur Feier seines 25 jährigen Bestehens. Dazu stellte die Kommission den Antrag, daß die Ueberlassung des Plates mit der Maßgabe erfolgen solle, daß der Weg bis auf die 3 Festtage selbst frei bleiben soll. Die Versammlung beschloß demgemäß. Punit 19 war Gesuch des Stemm und Ring= klubs um Ueberlassung des Triebs für seine Uebungen. Die Stadtverordneten beschlossen in zustimmendem Sinne. Punkt 20 befaßte sich mit der Verpachtung eines Plaßes an der Friedrichstraße an Heinrich Giehl zur Aufstellung eines Wasserhäuschens. Der betreffende Platz war früher Eigentum des Stadtv. Winn und gehört gegenwär tig der Stadt; die jährliche Pacht für den Platz soll sich auf 30 Mart belaufen. Die Stadtverordneten genehmigten die Verpachtung. Bunft 21 war Einführung des 8 Uhr Ladenschlusses für die Leder, Parfümerie- und Toilettewarenhandlungen. Diese genannten Geschäfte wollen den 8 Uhr- Ladenschluß einführen und hatten zu diesem Zweck bei der Stadt um Erlaubnis dieses früheren Ladenschlusses nachgesucht, welche die Versammlung auf Befürworten des D.-B. Mecum auch einstimmig erteilte. Der letzte Punkt der Tagesordnung behandelte ein Gesuch des Georg Ehrhardt um Erlaubnis zum Schantwirtschaftsbetrieb im Hause Bleichstraße 31. Da dieses Gesuch zu irgend welchen Ausständen Anlaß nicht gab, fand es auf Befürworten der Deputation die einstimmige Genehmigung der Versammlung. = h= Lokales. Gießen, 7. Mai 1910. ** Der Großherzog empfing am Dienstag den Konsul von Passavant aus Frankfurt a. M. ** Die Großherzoglichen Herrschaften begaben sich am Mittwoch nach dem Truppenübungsplab, stiegen daselbst zu Pferde und wohnten hierauf der feierlichen Uebergabe der neuen Fahnen an das Infanterie- Regiment Nr. 168 bei. Scdann erfolgte die Rückkehr nach Darmstadt. -h- Vom Tage. Aus der Wohnung einer Frau wurde von einem Bettler, der um eine Gabe vorgesprochen und diese auch erhalten hatte, ein Ueberzieher entwendet. * Kreisrinderzuchtverein. Im Cafe Ebel fand unter Vorsitz des Regierungsrats Dr. Merck die Generalversammlung des Kreisrinderzuchtvereins statt. Nach dem Jahresbericht zählte der Verein in 10 Ortsgruppen 400 Mitglieder. Der Kassenbericht ergab 261,24 Mr. Einnahmen und 39,65 Ausgaben; verblieb ein Ueberschuß von 221,59 Mt. Das Vereinsvermögen erreichte die Höhe von 1702,02 Mr. Der Voranschlag für 1910 schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 371.59 Mt. ab. Der Verein beschloß, sich an der landw. Ausstellung in Kassel 1911 mit ungefähr 10 Bullen und einer doppelt so großen Zahl weiblicher Tiere zu beteiligen. * Rindvieh markt. Der Rindvichmarkt am leß ten Dienstag und Mittwoch brachte einen Auftrieb von 1270 Stück Rindvieh und 568 Schweine. Besonders stark war die Nachfrage nach Milchfühen, welche folgende Preise er zielten: 1. Qualität 500-525 Mt., 2. Qualität 410 bis 470 Mt. und 3. Qualität 350-400 Mt. Auch die Preise auf dem Kälbermarkt zogen an. Der Zentner Schlachtgewicht brachte hier in 1. Qualität 75-84 Mt., in 2. Qualität 70-75 Mt. und in 3. Qualität 65-70 Mr. Bei den fetten Ochsen kostete der Zentner Schlachtgewicht 82-85 Mark. Der nächste Markt findet am 24. und 25. Mai statt. An dem letzteren Tage ist auch Krämermarkt. = p Warnung! Seit einigen Jahren wird im Großherzogtum ein schwunghafter Handel mit sogenannten Viehpulvern und ähnlichen Geheimmittein( Freß-, Mast-, Kraft, Milchpulver und dergl.) betrieben. Dies muß aber als ein die Interessenten des Bauernstandes in hohem Grade schädigender Uebelstand bezeichnet werden. Eine marktschreierische und wahrheitswidrige Reklame, mit der solche Mittel angepriesen werden, ist darauf berechnet und geeignet, die Landwirte irre zu führen und sie zu veranlassen, Mittel zu kaufen, deren Wert und Wirkung in gar keinem Verhältnisse stehen zu den dafür gezahlten Preisen. Da die in Betracht kommenden Mittel vielfach als Heilmittel gegen Tierfrankheiten angepriesen und vertrieben werden, kann dies leicht die bedenkliche Folge haben, daß deren Anwendung die sachgemäße und rechtzeitige Behandlung der erkrankten | Tiere verzögert oder verhindert. Die Landwirte werden deshalb vor dem Ankauf dieser Geheimmittel gewarnt. !! Eine Entscheidung von weittragender Bedeutung fällte das Landgericht zu Darmstadt. Der Fabrikant Klein zu Bensheim flagte gegen die großherzogliche Brandversicherungstasse auf Zahlung von 5500 Mark für bei dem Brand seines Fabrikgebäudes stehen gebliebene und nicht entschädigte Fundamente. Das Landgericht gab der Klage dem Grunde nach statt, wodurch fest gelegt ist, daß die Brandversicherungstämmer auch für Gebäudeteile, die nicht abgebrannt, aber bei einem anderweiten Bau nicht verwandt werden können, Entschädigung zu leisten hat. * Zur Reichstagserfahwahl Friedberg- Büdingen. Friedberg, 6. Mai. In der heute Abend abgehaltenen Sitzung von Vertrauensmännern der National= liberalen und der Fortschrittlichen Volkspartei wurde Prof. van Calker- Straßburg als gemeinsamer Kandidat für die Reichstagsersatzwahl aufgestellt. Der Bund der Landwirte hat nun endgültig seinen Wahlkreisvorsitzenden, Rechtsanwalt von Helm o lt zum Kandidaten nominiert. Die Neuorganisation der hessischen Staatsbauverwaltung. Von Seiten des Verbandes der akademischen Staats baubeamten Hessens ist dem Großh. Ministerium ein Entwurf zur Vereinfachung und Verbilligung des Staatsbauwesens vorgelegt worden, nach dem von den bisherigen 45 alademischen Lokal- Baubeamten mindestens neun gespart werden können und damit ferner die entsprechenden fach lichen Kosten. Da dieser Entwurf von dem genannten Verband freiwillig erfolgt ist, verdient dies Vorgehen um so mehr Anerkennung und Beachtung als die Beteiligten ohne Rücksicht auf die sich durch die eventuelle Ausführung des Entwurfs verschlechternden Anstellungsverhältnisse allein das allgemeine Interesse im Auge haben. Es dürfte dies wohl der erste Fall sein, daß von der Gesamtheit einer Beamtengruppe auf eine für sie zu einer Stellenverminderung führende Neuorganisation geraten wird. Allerdings muß man auch von den mit dem praktischen Erwerbsleben in unmittelbarer Verbindung stehenden Baubeamten erwarten, daß sie zu den praktischen Fragen unserer Zeit Stellung nehmen und sich mit allen Kräften von dem manche Beamtentlassen leicht ergreifenden Bureaukratismus freihalten, was auf die Dauer nur dadurch geschehen kann, daß den neuen Bauämtern bei größtmöglichster Verantwortung auch größtmöglichste Selbständigkeit gegeben wird, woran vor allem die Allgemeinheit und besonders die auf die praftische Einsicht der Baubeamten angewiesenen Handwerkerund Arbeiterkreise das größte Interesse haben. Keiner, der die Organisation unseres derzeitigen Staatsbauwesens tennt, wird sich der Einsicht verschließen, daß gerade dieses Gebiet einer Vereinfachung dringend bedürftig ist. Zur Zeit unterstehen die hessischen Staatsbaubeamten teils dem MiDas Museum für Völkerkunde in Gießen.| Ganzpunkt unstreitig die Abteilung„ Per u" mit ihren Die in einer früheren Nummer der„ Gießener Zeitung" bereits erwähnte ethnographische Sammlung ist nun bis auf weiteres in dem Turmhaus am Brand untergebracht und für jedermann unentgeltlich von 11-1 Uhr und 3-6 Uhr geöffnet. Es läßt sich heute schon feststellen, daß Gie' ßen mit der Sammlung einen Schatz erhalten hat, der mit Recht ein Gegenstand des Neides unserer Nachbarstädte werden dürfte. Eines nur fann hierbei Bedauern erwecken, nämlich daß sich infolge des beschränkten Raumes in dem alten Schloß nicht ein Platz für die Sammlung gefunden hatte. Denn zweifellos würden die steinzeitlichen Funde in dem Museum des Oberh. Geschichtsvereins eine würdige Ergänzung durch die in der Sammlung vertretenen Haushaltungsgegenstände der Australierstämme erhalten haben, die ja auch heute noch teilweise in einer Steinzeit leben. Da nun, wie gesagt, das gegenwärtige Heim der Ausstell ung nur ein vorübergehendes ist, kann es nur der Wunsch eines jeden Kunstliebhabers sein, daß die Sammlung mög lichst bald einen geeigneten, dauernden Unterkunftsort halten möchte. Als solcher dürfte in erster Linie wegen der Nähe des Museums des Oberh. Geschichtsvereins ein Gebäude an dem Brandplay und zwar das neue Schloß in Betracht kommen, dessen renovierter Saal sich vortrefflich zur Aufnahme der Sammlung eignen würde. Ganz sicher würde auch der Staat der Stadtverwaltung den genannten Raum für einen derartigen Zweck sehr gerne zur Verfügung stellen, da solche Sammlungen nicht wenig zur Voltsbildung beitragen. er= Alle größeren unkultivierten oder halbgesitteten Völkerschaften der Erde sind durch ihre verschiedenartigsten Gebrauchsgegenstände auf der Ausstellung vertreten, deren Mumien und Tongefäßen aus der Inkazeit bildet. Was die Mumien anbetrifft, so sind dieselben noch ganz gut erhal ten. Auch die Tongefäße haben durch ihren langen Aufenthalt in der Erde wenig oder gar nicht gelitten; ihr Bau erinnert äußerlich an die Amphoren der Griechen, ohne daß sie jedoch denselben an Größe gleichkommen. Auch die Abteilung„ a pan" darf einen hervorragenden Platz in der Sammlung umso eher beanspruchen, als der russisch- japanische Krieg wie ehedem schon der Krieg Japans gegen China von neuem die Aufmerksamkeit der gesitteten Welt auf die japanische Inselgruppe gelenkt hat. Das ganz besondere Interesse des Besuchers erwecken hier die japanischen Malereien, auf deren Farbenbetonung ja auch der sogenannte Impressionismus sein Entstehen zu= rückführt. Aus der Zeit vor dem Sturz des Shogunats sind verschiedene Waffen bemerkenswert, während die Gegenstände der mit dem Sturz des Shogunais ihren Anfang nehmenden modernen Zeit Japans schon vielfach an Europa erinnern, wie beispielsweise heute das in dieser Abteilung auch vorhandene Papier des Nodzustrauches dem europäischen Papier bereits vollkommen gewichen ist. Das Schwestervoll Japans, China, ist namentlich durch Budhastatuen und Musikinstrumente vertreten, welch letztere mitunter die seltsamsten Formen zeigen. Einen größeren Raum in der Ausstellung nehmen ferner die deutschen Schutzgebiete ein. Hier fesselt den Besucher in erster Linie Uganda durch die verschiedenartigsten Waffen seiner Bevölkerung. Kamerun und Togo zeigen ihre Eigenarten durch die gleichen Gegenstände, während Kaiser Wilhelms- Land in der Abteilung Neu- Guinea zu finden ist, die durch ein Kanoe mit zwei schön verzierten Rudern dem Beschauer im Verein mit nisterium der Finanzen, teils dem Ministerium des Innern, wovon einzelne wieder dienstlich den Kreisämtern ange gliedert sind. Die hierdurch geschaffenen Zustände sind auf die Dauer unhaltbar. Hoffentlich wird mit ihnen nun auf geräumt und zwar am besten durch Schaffung selbständiger, nur einem einzigen Ministerium unterstehender Bauämter in entsprechender geringerer Zahl als seither. Aus aller Welt. * Berlin. Der Reichstag nahm das Ausführungsgesetz zu der revidierten Berner Konvention zum Schuße von Werken der Literatur und Kunst an. * Köln. Nach einer vorläufigen Prüfung des„ 32" erklärte Oberingenieur Dürr, daß der Inhalt der Gondeln, die Apparate und Motore ziemlich unbeschädigt sind. Wenn das Reich den Auftrag gebe, hoffe man" 32" in Friedrichshafen bis zum Herbst wieder herzustellen. Ein Drittel des Luftschiffes fönne wieder verwendet werden. Am Mitt woch wurde das gesamte Material nach Friedrichshafen ge schickt. In militärischen Kreisen wird die Errichtung einer großen Luftschiff Reparaturwerkstätte in Köln ernstlich erwogen. Aprilwetter gen. E if Düngung n gütungen b der Bezug Nachtr * R ter Män den 22. Schuffes für finanziellen nach ift ein Mart in 190 fer der Festi greßen Baul Bergleich zu fein städtisch Mart betru Mehr der sich aus de Schuß fließt gefähr der Betracht gez finanzielle F Die Vo um den Ka Preis gefrö über 100 m haben, habe Gefangberein tag beschloss wenn zwei werb wied * Straßburg i. E., 5. Mai. Der deutsche Aviatifer Wienecziers unternahm unter ungeheurem Jubel der Bevölkerung von dem 4 Kilometer entfernt liegenden Truppenübungsplatz Polygon aus mit seinem Antoinettemonoplan einen Flug um das Straßburger Münster, wobei er sich zeitweise in einer Höhe von 200 Metern bewegte und den Münsterturm zweimal umkreiste. Für den Flug hatten der Statthalter Graf Wedel, Staatssekretär von Bulach u. einige Bürger Preise ausgesetzt. * Wien. Das Bekenntnis Hofrichters hat zur Ge wißheit ergeben, daß er den Entschluß zu dem Verbrechen bereits vor Jahresfrist gefaßt und es in allen Einzelheiten vorbereitet hat. Frau Hofrichter ist völlig gebrochen. Sie will um die Genehmigung einkommen, für sich und ihr Kind ihren Mädchennamen annehmen zu dürfen. * Christiania. Am Dienstag fand in Christiania die seierliche Beise zung Björnsons statt. Außer dem Königspaar waren anwesend: Björnsons Familie, die Vertreter ausländischer Fürsten, darunter Legationssekretär von Malzan, der den deutschen Kaiser vertrat, der Stadtver waltung, der Gesellschaft der Wissenschaften, Mitglieder der Regierung und des Storthings und der norwegischen, dänischen und schwedischen Schriftstellervereine. Professor Frithjof Nansen hielt die außerordentlich warm empfundene Gedächtnisrede. Es wurden ungezählte Kränze niedergelegt, darunter auch solche vom deutschen Kaiser und dem deutschen Reichskanzler." Beitungslektüre im Schulunterricht. Die beklagenswerte Tatsache, daß die Zöglinge unserer Schulen vom öffentlichen Leben im allgemeinen wenig Kenntnisse besitzen, ist schon mehrfach im Parlament, wie in der Presse einer eingehenden und berechtigten Kritik unterzogen worden. Hier und da sind in den Schulen( ver gleiche Art. Zeitungslektüre als Schulunterrichtsfach in Nr. 59) behuss Einführung eines staatsbürgerlichen Unterrichts, einige Ansäße gemacht worden, aber derartige Schulen sind tatsächlich an den Fingern zu zählen. Erfreulicherweise will man jetzt im Königreich Sachsen nach dieser Richtung hin vorgehen. Eine allgemeine Verordnung ist soeben vom säch sischen Kultusministerium an die Leiter der höheren Lehranstalten ergangen, in welcher gewisse Grundsätze für eine staatsbürgerliche Erziehung niedergelegt werden. Zu einem besonderen Unterricht in Staats- und Bürgerfunde kann man sich allerdings nicht entschiießen, es soll der Versuch gemacht werden, die Ausgaben im Rahmen der bestehenden Lehrpläne zu lösen. namentlich beim Geschichtsunterricht, sowie gleichzeitig der Heimat und Erdkunde. Es soll sich nicht darum handeln, den Schülern Abfragewissens über die staatlichen Einrichtungen mitzuteilen, sondern vielmehr ihr Verständnis und ihre Empfänglichkeit für das Staatsund Wirtschaftsleben der Gegenwart zu wecken und sie für die Zukunft fähig zu machen, die Erscheinungen des öffent lichen Lebens zu beobachten und zu würdigen. Hier erwächst währ.ich dem Lehrerstand eine herrliche Aufgabe, der er sich sicherlich mit Freude unterziehen wird, soweit dies bisher noch nicht geschehen konnte. Die Schule soll immer mehr, wie es bis jetzt der Fall ist, für das fünftige Leben vorbereiten, allerdings nicht für besondere Spezialfächer, wohl aber soll eine Grundlage geschaffen werden, damit der Knabe oder das Mädchen, wenn sie aus der Schule ins Leben hinaustreten, doch einigermaßen Ahnung von Ordnung der Dinge haben, in denen sie stehen. Nicht über all kann, wie es vielleicht ergänzend geschehen könnte, das Elternhaus eingreifen, denn selbst in gebildeten Kreisen fann man nur zu oft die Wahrnehmung machen, daß der Familienvorstand von öffentlichen Einrichtungen und dergl. faum eine Ahnung hat. Vermischtes. der Eine alte Bauernregel übers Kartoffellegen lautet: „ Legst du mich im April, komm' ich wenn ich will; Legst du mich im Mai, komme ich glei." Dies soll sagen, daß man gut tut, auch bei mildem zahlreichen Waffen ein getreues Bild von der Gesittung der Bewohner der genannten Insel gibt. Die Kultur der Samoaner schildert gleichfalls eine große Anzahl von Waffen, zu denen sich eine ebenso umfangreiche Auswahl von Haushaltungsgegenständen gesellt, welche für eine hohe Intelligenz dieses Volkes sprechen. Indien hat zu der Sammlung neben Dolchen auch zwei prächtige Gebetsteppiche beigesteuert, welche aber wohl schon den in diesem Lande immer mehr vordringenden mechanischen Spinnereien ihr Entstehen verdanken. In der Abteilung„ Birma" verdient ein aus PalEr menblättern mühsam zusammengestelltes Arzneibuch wähnung, das heute infolge des Vordringens des europä ischen Papiers in diesem Lande ziemlich selten geworden ist. Schließlich dürfte noch die Abteilung„ Australien" sowohl der bereits erwähnten Steinwerkzeuge halber als der sogenannten Bumerangs wegen anzuführen sein, welche befanntlich zum Erlegen der kleineren Tiere dienen, aber ihre größere Kenntnis in Europa hauptsächlich der Eigentüm lichkeit ihres Fluges verdanten. Zweifellos wird die Ausstellung durch ihre Gediegenheit auch den Kenner zufrieden stellen können. Wenn nun manche Abteilungen der Sammlung eine größere Reichhaltigkeit vermissen lassen, so steht ganz gewiß zu erwarten, daß die Opferwilligkeit des Gießener Publifums in bereit willigster Weise die noch vorhandenen Lüden durch frei willige Spenden ausfüllen wird. Denn daß die Sammlung bei der Gießener Bürgerschaft wirklich Antlang gefunden hat, das konnte vor allem der gute Besuch beweisen, dessen sich die Ausstellung seit ihrer am Sonntag erfolgten Eröff nung seitens aller Schichten der Bevölkerung zu erfreuen = h- hatte. Vereine tra Verge Auf Gru werden folg den Neubau medizinisc öffentlich au 806 I. Be Los II. Los III. 2 an 808 IV. Q ft di L08 V. 208 VI. 2 bö L08 VII B08 VIII 208 IX. 208 X. 208 XI. 208 XII. L08 XIII. Die Straße Ausnab zum genauer Mitt bet uns Bu M H Des Inner tern ang nde find a en nun a felbftändige Bauamt Ausführungs zum Sch ng des 32 er Gondeln find. Wen in Fried Ein Dritte . Am Min ichshafen ge ciatung eine ernftlich er peutiche Avi Jubel der genden Trup oinettemonor, twobei er bewegte Flug hatten Bulac gat zur Berbre Einzelhei ebrochen. ch und ibe 1. in Chriftia Außer dem lie, die Berfelretär von Stadtver itglieder der gifchen, da Profeffor empfunden iedergelegt, dem deut richt. nge unserer nen wenig ment, wi Stritil chulen fach in Unterric Schulen find herweise will ichtung bin n vom säch beren Lehr für eine Bu einem e fann man Bersuch ge bestehenden tsunterricht, Es soll fich iffens über ern vielmehr das Staats und sie für n des öffent Hier erwächst be, der er it dies bis foll immer ftige Leben pezialfächer, 1, damit der Schule in bon der Nicht über tönnte, das ten Areifen n, daß der und dergl. 13 Sat will: i mildem tung der der Sa Waffen, on Haus Intelli olchen aud aber wobl Dringenden aus Bal uch Gr 3 europa geworden alien ber als der welche be aber ihre Eigentüm GediegenBenn nun Reichhal erwarten, n bereit frei mmlung gefunden en, deffen n Eröff erfreuen h Aprilwetter nicht zu zeitig mit dem Kartoffellegen anzufangen. Es ist daher noch Zeit, eine noch nicht ausgeführte Düngung nachzuholen. Bei den bekannten April- Ertravergütungen von 10 Mt. pro DW Thomasmehl ist gerade jetzt der Bezug dieses Düngers sehr empfehlenswert. * Nachträgliches vom Kaiser- Gesangwettstreit 1909. die * Rechnungsabschluß des Frankfurter Männergesangwettstreit 3. Am Dienstag, den 22. Februar, fand die Schlußsihung des Hauptaus schusses für den Männergesangwettstreit statt, in der finanziellen Ergebnisse des Festes mitgeteilt wurden. Danach ist ein Ueberschuß von 115 210 Mr.( gegen 18 293 Mart in 1903) erzielt worden. In der Hauptsache ist dieser der Festhalle zu danken, welche die sonst erforderlichen greßen Baufosten ersparte. Bei dem Ueberschuß fommt im Vergleich zum Jahre 1903 noch in Betracht, daß diesmal fein städtischer Zuschuß geleistet wurde, der früher 100 000 Mark betrug. Von den Einnahmen ergab ein erhebliches Mehr der Einzelfartenverkauf( rund 40 000 Mt. mehr) was fich aus den besonderen Darbietungen erklärt. Der Ueberschuß fließt der Festhallengesellschaft zu und entspricht ungefähr der normalen Miete der Festhalle. Es muß dabei in Betracht gezogen werden, daß die Gesellschaft das ganze finanzielle Risito des Festes übernommen hatte. Die Vorgänge beim letzten Gesangwettstreit um den Kaiserpreis, wo bekanntlich ein mit dem zweiten Preis gekrönter Bonner Gesangverein beschuldigt wurde, über 100 meist bezahlte, fremde Sänger mit sich geführt zu haben, haben eine derartige Erregung unter den deutschen Gesangvereinen hervorgerufen, daß auf einem Delegiertentag beschlossen wurde, daß man vereint zurücktreten würde, wenn zwei Bonner Gesangvereine, die sich zu dem Wettbe werb wieder mitgemeldet, zugelassen würden. Die Bonner Vereine traten infolgedessen von ihrer Bewerbung zurück. Vergebung von Banarbeiten. Auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 werden folgende Arbeiten des inneren Ausbaues für den Neubau der medizinischen Veterinärklinik mit Hundestall zu Öffentlich ausgeschrieben. 208 Gießen I. Maurerarbeiten: 150 qm Klinkerpflaster mit Betonunterlage. Bos II. Tüncher- und Anstreicherarbeiten: darunter ca. 1700 qm Decken und Wandput, ca. 2000 qm Öl und Kalkfa ben Anstitch 2c Los III. Desgl.: Darunter ca. 1900 qm Wand- und Deckenputz, ca. 1400 qm- und Kalkfarben: anstrich 2c. Bos IV. Außere Verputarbeiten und Gesimsanstriche: 850 qm Puzz in Terranova oder einem diesen gleichwertigen Material, 150 am Besimse 2c. Los V. Schlosserarbeiten: Beschlag b. ca. 60 äußeren und inneren Türen. Los VI. Beton- und Zementarbeiten: 470 qm Betonböden auf Grund, 650 qm Schlackenbeton teils mit, teils ohne Glattstrich. Los VII Terrazoarbeiten: 140 qm ohne Betonunterlage. Los VIII Asphaltarbeiten: 350 qm, 23 qm HolzpflasterLos Los belag. IX. Liefern und Verlegen von Linoleum: 400 qm. X. Liefern und Gins Ben schmiedeeiserner Fenster: 35 Stücf. Ferner werden unter den hierzu berech tigten Unternehmern am Ort ausgeschrieben: Los XI. Gas- und Wasserzuleitung: 380 m schmiedeeiserne Rohre in verschiedenen Dimensionen 2c. Los XII. Entwässerungsanlage innerhalb der Ge: bäude: 215 m guß.iserne D.- N- A.- Rohre in berichiedenen Dimensioner 2c. Los XIII. Entwässerungsanlage außerhalb der Ge: bäude: darunter 470 cbm Erdaushub, 200 m Tontohrc, 12 cbm Mauerwerk für Schächte 2c. Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns, Wilhelm: straße 21, zur Einsicht auf und können von dort,( mit Ausnahme der Zeichnungen) soweit der Vorrat reicht, zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Angebote mit genauer Aufschrift sind bis zum Eröffnungstermin, Mittwoch, den 18. Mai, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist: 4 Wochen. Gießen, den 28. April 1910. Großh. Baubehörde für die Universitäts- Neubauten. Becker. 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Mitgift itbekomme, überließ ihm der Schneider leihweise einen Anzug; auch kaufte er sich Hosen, Weste und Schlipse im Gesamtwert von 24 Mart. Der Angetlagte bekam wegen Betrugs 3 Monate Gefängnis, unter Anrechnung von 3 Wochen Untersuchungshaft. In Ockstadt hat der Schlosser Julius Gehrke aus Niederscheld verschiedene Wirte um die Zechen ge prellt. Seinem Meister nahm er einen Mikrometer und ein Taschenmesser mit und seinem Logierwirt hat er eine Laterne und einem Landwirt ein Stück Spec gestohlen. Be züglich der Zechprellereien stand nicht fest, daß er falsche Angaben gemacht hat, weshalb Freisprechung erging. Wegen der Speckentwendung wurde wegen Verjährung das Verfahren eingestellt; dagegen wurde wegen Unterschlagung und Diebstahl auf 5 Monate 3 Wochen Gefängnis, abzüglich 3 Wochen Untersuchungshaft, erkannt. Der Taglöhner Georg Giebenhain aus Schönau war in Dortelweil beschäftigt. Er kam in den Laden eines Kaufmanns und gab dessen Tochter an, ihr Vater habe ihn Ctroh- Hüte Stro Neuheiten in Formen u. Farben bei Rudolf Richter, Giessen Marktstrasse 24/26. Photo- Spezialhaus. Kurt Cazin ( früheres Detailgeschäft E. vom Werth& Co.) Frankfurt a. M. Friedensstrasse 2. Telephon 13449. Katalog gratis und franko. Stets Gelegenheitskäufe in Photographischen Apparaten. Export- Aepfelwein empfiehlt in Flaschen v. Gebinden Emil Schmall Biergroßhandlung, Telephon 83. Wiederverkäufer Rabatt. er verkauft sein Anwesen gleich viel welcher Art und an welchem Plate Angebote zu richten an Vermietungs- und Verkaufs- Centrale. Frank= furt a. M., Weberfirane 22. Ueber 190 erste Preise und Auszeichnungen, CLORIA ist der schärfste Entrahmer, hat den leichtesten Gang und ist bequemer zu reinigeu als durch andere Milchseparatoren. Mehr als 160 000Separatoren unseres Fabrikats arbeiten in allen Teilen ::::: der Welt:: Letzte Prämürung in Giessen zum JubiläumsPferdemarkt am 6. 4. 10. 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Was ist Toilette?- Diese schwierige Frage hat nach der„ Bibliothek der Unterhaltuna und des Wissens" der französische Schriftsteller Ho noree de Balzac folgendermaßen beantwortet:„ Die Toi lette ist eine Wissenschaft, eine Kunst, eine Gewohnheit und ein Gefühl. Sie besteht aber nicht allein in der Lleidung selbst, sondern vor allem in der Art, sie zu tragen. Die Toilette darf nie ein Lurus, niemals auffallend sein; denn alles, was auffällt, ist geschmacklos. Jede Ueberschreitung Fehler. Die Hauptbedingung zur Entfaltung von Eleganz nach dieser oder jener Richtung hin ist daher ein großer ist eine sorgfältige Pflege der Kleidung. Ein Riß ist ein Unglück, ein Flecken ein Laster." Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Tadelloser Sitz garantirt M. Kann gegenüber der Stadtkirche. Spezialität: Wäsche und Ausstattungen zu billigsten Preisen. Gegr. 1880. Gegr. 1880. Collisy& Bingel Möbel- und Dekorations- Geschäft Kaplansgasse 18 Telephon 828 Spezialität: komplette Wohnungs- Einrichtungen. 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Der Frage, wie auch der Arbeiterstand seine begabten Söhne der akademischen Laufbahn zuführen kann, ist in der Bresse, besonders auch in der der christlichen Gewerkschaften, gerade in letter Zeit erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt wor den. Viele tüchtige Köpfe arbeiten heute zum Wohle des bierten Standes. Befremdlich ist da die Tatsache, daß noch so wenige Arbeiter ihre Söhne dem Studium an höheren Schulen zuführten. Die höheren Schulen sind keine Standesschulen. Sie werden errichtet vom Staat und der Kommune und unterhalten vom Geld aller Steuerzahler. Ein Arbeiter mit vielen Kindern fann freilich die Mittel nicht aufbringen, um seinen Sohn etwa neun Jahre die höhere Schule und dann die Universität besuchen zu lassen. Der Arbeiter hat jedoch das Recht, für seinen beanlagten Sohn den eine Freistelle zu erlangen. Mit der Freistelle für Ph. Henkel, Gymnasiasten ist es allerdings noch nicht getan. Denn die Be 14, fe endreher, Saararbei auerhaft an . Haar- Gesehit Bw., Gießen je 2. Kleidung, Bücher 2c. für einen Schüler der höheren Schulen verlangen größere Aufwendungen, es wären daher außerdem auch noch Stipendien zu gewähren. Wie wäre es, wenn in den Arbeitervereinen oder auch in den Gewerf schaften ein besonderer Studiemunterstüßungsfonds geschaf fen würde, aus dem dann unbemittelte, aber talentierte Arbeitersöhne zu ihrer Ausbildung die nötigen Mittel erhielten. Es wird zunächst aus geeigneten Herren eine Kommission zusammengesetzt, die alle eingehenden Gesuche auf ihren Wert, bezw. unwert prüft und sichtet. Die Eltern der Prüflinge, die der Unterstützung für wert erachtet worden sind, werden hiervon in Kenntnis gefeßt, gleichzeitig mit dem Ersuchen, ihre schriftliche Einwilligung zu dem Stu dium ihres Sohnes zu geben. Eltern, die imstande sind, selbst einen Teil der Kosten zu tragen, werden vertraglich auf eine bestimmte Summe festgelegt. Außerdem erklären fich Vater wie Sohn damit einverstanden, die zur Ausbildimg verwandten Geldmittel nur als entliehen zu betrachten. falat li in Dofen Sobald der Studierende mündig ist, verpflichtet er sich schriftgegen Nachlich, das von der Studienunterstützungskommission erhaltene Nürnberg Rapital mit Zinsen vom Tage seiner Anstellung an zurückzuerstatten. Das Heraufrücken begabter Söhne des Volkes in akademische Berufe würde zweifellos eine Bereicherung des Staates darstellen, denn es ist eine der größten Staatslugheiten, die Begabtesten an die richtigen Stellen heraufrücken zu lassen. 21. welche sich gut hen, wenden an Frau ta. Main .71 I. d liegende otoren für alle Brennsf Billigste Preise Geringe Tourenzahl Sehr günstige Zahlungsbedingungen. antie. stenlos! urt a. M. . 28. gesucht. kranken rage gern mit einem lang hlag und bo en in furjer bat. iner, nd ing 149. ciden blung nach nd. ankfurt a. M. 2, II.. ildet, -71hr Wat ungsma ken. 9. 8-1 and Zimmern. immern. "! Bimmer Kammern " ohne Rüche Bimmer und Rabinett Penfion. er. t feparatem Eingang wede. Bferbe Senboden Зиберот aftern, Cagerraum ht: 3immern Ferner aber würden sich auch die petuniären Opfer, welche die Arbeiterschaft nach dem obigen Vorschlag zu brin gen hätte, für die Arbeiterschaft selbst lohnen, indem Männer, die in ihren Anschauungen groß geworden sind, in verantwortungsreiche und leitende Stellen kommen. Parlamentarisches aus Hessen. der den Der Petitionsausschuß der 3 weiten ammer ist am Dienstag vormittag unter Vorsitz des Abg. Stöpler zu einer Beratung zusammengetreten und hat sich mit einer Reihe fleinerer Gegenstände beschäftigt. Der Antrag Dr. Frenay über die Fürsorge für Wanderarme wurde noch nicht erledigt. Abg. Ra a b erstattete Bericht über die Vorstellung des Zentralverbandes Sandlungsgehilfen, betreffend die Arbeitslosenversicherung, während Abg. Stöpler über den Antrag Dr. Frenay, betreffend die Versicherung der Dienstboten, und über den Antrag Bähr, das Pflugschleifen betreffend, berichtete. Der leptere Antragsteller war zur Begründung seines Antrages selber zugegen. Abg. Ha uc referierte darauf über Antrag rich, betreffend den Schutz der Bauarbeiter, und über die zu demselben Thema eingereichte Vorstellung des Vereins der mittleren Baubeamten. Die Ansicht der Ausschußmehrheit geht dahin, daß die Regierung, wie seither, mur solche Arbeitgeber berücksichtigen möge, die ihren so zialen Verpflichtungen den Arbeitern gegenüber nachkommen. Ueber den Antrag Ulrich, betreffend die behördlichen Be fanntmachungen, und den weiteren Antrag, betreffend die Anstellung der Bezirksärzte 2c., berichtete Abg. Be st, während über den dritten Antrag desselben Abgeordneten, betreffend die Vergebung der staatlichen Arbeiten, der Abg. No ac das Referat erstattete. Der Ausschuß beschloß, die Anträge für erledigt zu erklären und vertagte sich dann auf imbestimmte Zeit. Der Gesetzgebungsausschuß der 3 weiten Kammer wird, wie bereits von uns kurz erwähnt, am Donnerstag, den 12. Mai, seine Situngen wieder aufnehmen und sich zunächst mit dem Antrag Pagenstecher, betreffend den Artikel 74 des Bürgerlichen Gesetzbuches, und dem Antrag Dr. Schmitt zu demselben Gegenstand,' ferner| 30) Die Freundinnen. erlauben! Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Der andere zuckte vielsagend die Achseln. ,, Künstlerlaunen! Er fann sich so etwas Einer seiner Launen verdanken wir ja überhaupt sein Htersein. Wie ich aus sicherer Quelle weiß, hat sich der berühmte Sänger fast mit Gewalt von dem Kontrakt befreit, der ihn schon für diese Saison an das Hoftheater... verpflichtete." Was Sie sagen! Das ist mir neu! Aber weshalb wurde gerade uns das Glück zuteil, ihn herzubekommen? Ich begreife das nicht. Was mag da bestimmend eingewirft haben? Wir konnten ihm doch nicht die Gage zahlen wie ein Hoftheater, das immer auf bedeutenden Zuschuß rechnen fann." " Das läßt sich natürlich schwer sagen. Aber sehen Sie nur, die Lente drängen sich bereits an der Kasse um die Karten. Das gibt heute ein volles Haus." In der Tat entstand beim Eingang am Billettschalter ein bedenkliches Hin- und Herschieben. Im Publikum war es ebenfalls bekannt geworden, daß der so rasch berühmt acwordene Walter fingen würde, und man eilte, fich einen Platz zu sichern. Am Abend war das Theater vollständig ausverkauft. Man gab Wagners Siegfried ,. Das gewaltige Werk war längst auf das sorgfältigste vorbereitet und schon vor Walters„ Erkrankung" zur Aufführung angekündigt worden. Zum großen Leidwesen aller Theaterfreunde hatte die Vorstellung einen langen Aufschub erleiden müssen. Kein Wunder, daß jetzt der weite Naum dicht gefüllt war. Die Gestalt des Sängers paßte so recht für den Helden, der dem Dichterfomponisten vorgeschwebt haben mochte. Die fraftvolle Hochgewachsene Erscheinung nahm schon, so bald fie sich auf der Bühne zeigte, das Auge des Zuschauers gefangen. Die hohe Begeisterung für seine Kunst prägte fich deutlich in jedem Zuge dieses schönen Männerantlihes aus. Atemlos lauschte die Menge dem Gesange JungSicafrieds. Die Töne kamen so leicht und frei von den Pippen des Künstlers, als fofte es ihm nicht die geringste Expedition: Gießen, Seltersweg 83. mit dem Antrag Noack, betreffend die Einführung zwei- jähriger Budgetperioden, dann mit der Vorstellung des hessischen Landesvereins für Toteneinäscherung und mit der Vorstellung des liberalen Wahlvereins zu Nidda, die neue Wahlkreiseinteilung betreffend, beschäftigen. Dem Ver= nehmen nach gedenkt der Ausschuß alsdann nach Pfingsten in die Beratung des Gesetzentwurfs, betreffend die Wahlfreiseinteilung, einzutreten, doch soll der erst fürzlich wiederholten Mahnung des Vorsißenden des Ausschusses die verschiedenen Fraktionsvorstände um schleunigste Vorlage ihrer Wünsche und Abänderungsvorschläge noch immer teine Folge gegeben worden sein. an Bezüglich der Freifahrtkarten für die Mitglieder der zweiten Kammer sind Zweifel entstanden, was unter„ Sibungsperiode", für deren Dauer, sowie acht Tage vor und acht Tage nach dieser die ausgestellten Freifahrtfarten Gültigkeit haben, zu verstehen ist. Wie die Kammerkanzlei den Abgeordneten nun mitteilt, bildet nach einer Auslegung des Großh. Staatsministeriums die dreijährige Legislaturperiode( Landtag) eine Session( Sibungsperiode), insolange nicht der Landtag durch landesherrliches Editt gemäß Artikel 58 des Gesezes, die landständige Geschäftsordnung betreffend, vom 17. Juni 1874 vertagt wird. Lokales. Gießen, 4. Mai 1910. * Postpersonalien. Bestanden hat die Poſtassistentenprüfung: Postgehilfe Ermarth in Gießen. Angenommen wurden als Posteleve: die Abiturienten Bock in Butzbach und Schweißer in Friedberg( Hessen). st Straßenbahn. In letzter Zeit häufen sich die Fälle, daß Radfahrer ihre Räder direkt neben das Straßenbahngeleis an den Bordstein stellen und sie dort längere Zeit ohne Aufsicht stehen lassen, so daß der Wagen= führer eines herankommenden Motorwagens gezwungen ist, anzuhalten und das Rad beiseite zu sehen. Im Interesse eines sicheren Betriebes ist die Straßenbahnverwaltung gezwungen, die betreffenden Fahrradbesißer zur Anzeige zu bringen. Nach§ 11 der„ Vorschriften zum Schutz des Bahnbetriebes" dürfen Fahrzeuge jeglicher Art nur in einer solchen Entfernung vom Straßenbahngeleis stehen gelassen werden, daß der Bahnbetrieb nicht gefährdet wird. * Aus dem Vereinsleben. Die zweite Be zirksversammlung des Bezirks Hessen des Verbandes deut scher Rechtsanwalts- und Notariatsbeamten, welche in Gießen stattfand, wies einen guten Besuch auf. Die Verhandlungen führten u. a. zu dem Beschluß, eine Krankenzuschußtasse zu gründen, welche ihre Hilfe nicht nur auf die Verbandsmitglieder, sondern auch auf die Ehefrauen der= selben ausdehnen soll. Die Wahl des Ortes für die nächste Tagung fiel auf Mainz.. tt Stodttheater. Die Reflektanten auf Abonnements für die Operettengastspiele werden ersucht, die Bestellungen möglichst frühzeitig aufzugeben, da die Zusam menstellung der Abonnementsblocks Zeit erfordert, so daß holt werden können. bestellte Abonnements jeweils erst am nächsten Tage abgeTerte zu den vorgesehenen Operetten sind sowohl im Theaterbureau und an der Abendkasse, a3 auch in der Musikalienhandlung von Ernst Challier erhältlich. m Stenographisches. Am 4., 5. und 6. Juni dieses Jahres hält der Hess.- Nassauische( Main- Rheingau-) Verband Gabelsberger Stenographen, der zur Zeit 170 Vereine mit rund 7000 Mitgliedern zählt, seinen diesjährigen Stenographentag in Hanau ab. Am Samstag, den 4. Juni, werden in der Vertreterversammlung interne Verbandsangelegenheiten beraten. Am Sonntag, den 5. Juni, findet morgens 9 Uhr ein Wettschreiben in Abteilungen von 100 Silben an, um je 20 Silben steiöffentlichen Versammlung, die um 12 Uhr in der„ Zentral gend, bis 320 Silben in der Eberhardschule statt. In der halle" beginnt, und mit der auch die Feier des 50jährigen Jubelfestes des Stehographenvereins Gabelsberger Hanau verbunden ist, wird Herr Professor Ernst Keller, Direttor Festrede über„ Stenographie und Schule" halten. Montag, des Städt. Lehrerinnen- Seminars zu Frankfurt a. M., die der 6. Juni, dient Besichtigungen und Ausflügen in die Umgegend. -p Mit dem Schuß der Singvögel beschäf tigt sich eine in der heutigen Nummer enthaltene Bekanntmachung des Großh. Polizeiamts, worauf besonders hingewiesen sei. Bisher war es üblich, daß bei dem Todesfall eines Be* Sparsamkeit im hessischen Staat. Anstrengung. Er schien völlig aufzugehen in seiner Rolle und dennoch wollten einige scharfe Beobachter bemerkt ha= ben, wie sein leuchtender Blid mehrmals eine kleine Settenloge im ersten Rang streifte. Dort saßen, eng aneinander geschmiegt zwei junge Mädchen in weißen Kleidern. Auch aus der Menge der Zuschauer richtete sich manches Opernglas auf die reizenden Gesichter. Die eine der beiden Damen saß mit leuchtenden Augen und glühenden Wangen weit vorgebeugt, während die andere mit gleichgültigem Ausdruck ſich wie müde in den Seffel zurücklehnte. Es schien in der Tat, als hätten die beiden Freundinnen seit kurzem die Nollen getauscht. Während Maja sonst kaum eine Minute schweigen konnte, saß sie jetzt still zurückge= zogen auf ihrem Platz. Sylvia dagegen plauderte während der Pausen unaufhörlich und schien das veränderte Wesen der Freundin gar nicht wahrzunehmen. Der wundervollen Stimme des Sängers merkte man feinerlei Ermüdung an, obwohl er erit furz vorher bei der Hauptprobe das gewaltige Wert vollständig mit durchgefungen hatte. Er behielt seine Kraft und Frische bis zum Schluß. Ein wahrer Sturm des Beifalls brauste bei den Aktschlüßen und am Ende der Oper durch das Haus. Immer und immer wieder mußte der Vorhang sich heben und Walter sich dem begeisterten Publikum zeigen. Nur allmählich leerte sich der weite, dichtgefüllte Raum und überall vernahm man die Lobeserhebungen der Menge. Der junge Sänger hatte einen großen Triumph gefeiert. * Einige Wochen waren seit jener Vorstellung vergangen. Maja war während dieser Zeit nur zweimal in Neunlinden gewesen. Das lächelnde Gesicht, das Sylvia jetzt immer zur Schau trug, tat ihr beinahe mehe, obgleich sie natürlich der Freundin ihr Glück von Herzen gönnte. Nur eines ftel Sylvia auf, daß Maja fich niemals nach der kleinen Lilly erkundigte. Sie schien faum hinzuhören, wenn davon die Rede war, daß Lilly täglich in das Herrenhaus fam und nach der geliebten„ Tante" fragte. Maja wußte es unter irgend einem Vorwande stets zu vermeiden, dem fleinen Hause zu nahe zu kommen. Die Besuche bei der Freundin waren überhaupt immer nur von kurzer Dauer Samstag, den 7. Mai 1910. amten von der Behörde, der der Beamte zugehörte, eine Kranzspende gestiftet wurde, deren Kosten gewöhnlich die Staatskasse trug. Nun hat der Finanzminister im Einverständnis mit den zwei übrigen Ministern durch eine Verfügung an alle Behörden und Beamten angeordnet, daß diese Kosten, ebenso die Kosten für Todesanzeigen, Nachrufe und dergleichen, für die Folge nicht mehr auf die Staatskasse angewiesen werden dürfen. !! Gewichtsein heit für Briefe nach Frankreich. Vom 1. Mai ab hat Frankreich die Ge wichtseinheit für Briefe im Verkehr des Weltpostvereins von 15 auf 20 Gramm erhöht. Aus Hessen und Nachbargebiet. * Lang- Gön 3, 5. Mai. In einigen Ortsstraßen ist man immer noch mit der Ausführung der Wasserleit= ungsarbeiten beschäftigt. Es kommen immer noch Erdrutschungen vor, infolgedessen sind die Arbeiten sehr erschwert. Der kürzlich dadurch verunglückte italienische Arbeiter befindet sich auf dem Wege der Besserung. * Frankfurt a. M., 4. Mai. Die Internatio nale Ausstellung für Sport und Spiel wird am 14. Mai, mittags 12 Uhr, mit einem feierlichen Akt eröffnet werden, an den sich ein Rundgang durch die gesamte Ausstellung anschließt. Unmittelbar darauf wird zu Ehren der Gäste ein Imbiß gegeben. Für das Publikum wird die Ausstellung nachmittags 3 Uhr eröffnet. * Frankfurt a. M., 5. Mai. Auf verschiedene Anfragen, wie sich der Magistrat zu der Aussperrung im Baugewerbe verhalte, erwiderte Bürgermeister Grimm in der letzten Stadtverordnetensißung, der Magistrat habe durch den Vorsitzenden des Gewerbegerichts einen Vermittlungs- Versuch gemacht, leider ohne Erfolg. Betreffs Fortführung der städtischen Bauten werde er die städtischen Interessen wahren; zurzeit liege aber kein Anlaß vor, den Weg zu be= schreiten, den die Stadt Mainz eingeschlagen habe und die Bauten auf eigene Verwaltung auszuführen. * Darmstadt, 5. Mai. Zwei durch den Streik der hiesigen Möbeltischler geschädigte Firmen, Julius Glickert und Erhardt, hatten beim Gewerbegericht gegen die bei ihnen ausständig gewordenen 150 Arbeiter Schadenersatzflage auf Verfall der Kaution und auf je einen WochenJohn angestrengt. Der Anspruch beziffert sich insgesamt auf 3013 M. Da die Beklagten im Termin nicht erschienen, erzielten die Kläger ein Versäumnisurteil, gegen das die Beklagten jedoch Einspruch erheben wollen. * Wiesbaden, 4. Mai. Der Kaiser unternahm heute morgen einen Spazierritt. Nach der Rückkehr trafen die Kronprinzessin von Griechenland und die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen im Automobil ein und stiegen im Kgl. Schloß ab. Üm 11 Uhr war Parade vor dem Kurhaus über einige in Wiesbaden und Umgebung garnisonierende Truppenteile, der auch der Kriegsminister und der kommandierende General des 18. Armeekorps beiwohnten. Der Kaiser ritt nach der Parade die Front ab nahm dann einen Vorbeimarsch in Zugkolonnen entgegen. Hierauf führte er die Fahnentompagnie des Fusilier ments v. Gersdorff in das Schloß zurück, wo er eine Reihe von militärischen Meldungen entgegennahm. und * Aus Nassau, 5. Mai. In Selters wurde der Kassierer Maur von der dortigen Raiffeisenschen Spar u. Vorschußkasse verhaftet, nachdem sich bei der letzten Revision große Unregelmäßigkeiten man spricht von mehreren 100 000 Mt.- herausgestellt haben. Er betrieb noch eine Wirtschaft und galt als reicher Mann. Die Aufsichtsräte, meistens ortseingesessene Bauern, nehmen an, daß Maur schlecht fundierten Leuten größere Kredite eingeräumt habe. )( Drei Brennaborfahrer, U. di Majo, C. Ingold und C. Simar, belegten am 1. Mai in Zürich im 60 Kilometer- Dauerrennen um den Großen Frühjahrspreis" die ersten Plätze. )( Straßenrennen. Franz Hauptmann eroberte am 1. Mai in der 230 Kilometer langen Fernfahrt Berlin- Görlitz den ersten Preis auf Brennabor und auch das Straßenrennen Bochum- Dorsten Bochum und die Rundfahrt Duisburg wurden auf derselben Marke glänzend gewonnen. Literarisches. " Die Schaubühne", Wochenschrift für die gesamten Interessen des Theaters, herausgegeben von Siegfried Jacobsohn, enthält u. a. in der 17. Nummer ihres 6. Jahrganges: Das Drama. Von Wilhelm von Scholz. und es schien, als treibe eine heimliche Ungeduld die junge Dame immer wieder fort. Unter diesen Verhältnissen hatten auch Walter und Sylvia einen schweren Stand. Denn der letzteren wurde es nicht leicht, das Haus zu verlassen, wenn ihr nicht die Freundin dabei zu Silfe fam. Früher waren die Mädchen oft stundenlang zusammen durch den Wald gewandert. Jeßt schien Maja auf einmal das Vergnügen an diesen Streifzügen verloren zu haben. Walter fing bereits an, ungeduldig zu werden. Die Heimlichkeit war ihm zuwider. Offen und vor aller Welt wollte er Sylvia seine Braut nennen. Doch das junge Mädchen hielt den Zeitpunkt noch nicht für gekommen. Der Vater zeigte fich unzugänglicher und verschlossener denn je. Er sprach kaum ein Wort mit der Tochter, und so wagte diese auch nicht, von ihren 3ufunftsplänen zu sprechen. Ste wußte im voraus, der Vater würde seine Einwilligung zu dieser Verbindung nicht geben. Was sollte dann werden, wenn er eigensinnig bei seinem„ Nein" beharrte? Wem würde sie folgen müssen?- ihrem Herzen, das sie mit allen Fasern zu dem Geliebten zog. oder die Pflicht, die sie bei dem alten, kranken Vater hielt? Durfte fie ihn verlassen? Könnte sie glücklich werden mit dem Gefühl im Herzen, ihre Kindespflicht so schlecht erfüllt zu haben, mit dem Bewußtsein, neuen Summer auf des Vaters Haupt gehäuft zu haben? Sie founte es nur schwer möglich machen, Walter zu sprechen, obwohl derselbe fast täglich nach Neunlinden fam rnd um das alte Herrenhaus herumstrich in der Hoffnung, Sylvia zu sehen. Der Tante war das auch bereits aufgefallen und fie meldete pflichtschuldigst dem Schwager, daß der Komödiant in auffälliger Weise sich verdächtig mache. Man könne ihn immer beobachten, wie er alle Fenster einer genauen Besichtigung unterzog. Frau v. Schmettwiß hielt immer noch an dem Plane fest, daß Snlvia fich mit Hugo von Trostberg versöhnen und diesen heiraten werde Des halb beobachtete fie genau jeden Vorgang und hatte auch bald herausgebracht, daß Sylvia manchmal ohne stichhaltigen Grund das Haus verließ. Das wurde dem Schwager hetma lich hinterbracht. Sobeide, ( Schluß.) Vöslau. Von Peter Altenberg. Sorma und Shaw. Von S. J.- Solneß in München. Von Lion Feuchtwanger. Das Königsberger Stadttheater. Von Jakob Scheret. Die älteste Turmuhr dürfte nach einer Mitteilung des Buch für Alle" die Uhr der Kathe drale von Petersborough in England sein. Im Jahre 1320 wurde das Werk vollendet, und noch heute versieht die alte Uhr getreulich ihren Dienst. Sie ist die Arbeit eines Mönchs. Das Werk ist übrigens sehr einfach gearbeitet. Der Gang wird durch zwei 300 Pfund schwere Bleigewichte geregelt, die an einem 90 Meter langen Seil herabhängen, das sich um eine Holzrolle aufwickelt. Sie schlägt die Stun den an den großen Kirchenglocken; dann dröhnt ein 72 Psd. schwerer Hammer gegen die gewaltigen Glockenwände. Das Gangwerf und das Schlagwert sind sehr einfach und sinnreich durch die kurze Schnur verbunden. Die alte Uhr besitzt übrigens keinen Stundenzeiger. Trotz des einfachen Werkes und der rohen Arbeit hat die ehrwürdige Turmuhr sechs Jahrhunderte lang getreulich ihre Pflicht erfüllt. So sollst Du schneidern!" Dieser bezeich= nende Titel des soeben im Verlag der Internationalen Schnittmanufaktur, Dresden, erschienenen Werkes( Preis 2 Mart) deutet darauf hin, daß darin nach gründlicher Erfahrung und bester Ueberzeugung ein leichter und zweck= mäßiger Lehrgang der Schneiderei zusammengestellt ist, mit dessen Hilfe jede Dame und jedes junge Mädchen gründlich schneidern lernen kann. Ueber Kinder und Backfisch moden orientiert man sich am schnellsten und besten durch den Bezug des soeben erschienenen" Jugend- Moden- Album und reichhaltigen Wäsche buche 3", das zum Preise von nur 50 Pfg.( franto durch die Post 60 Pig.) erhältlich, einen umfassenden Ueberblick über alle Erscheinungen auf dem Gebiete der Kindermode und der Wäsche bietet. Für die Mütter und Selbstschneiderei eine Hilfs= quelle von unschäßbarem Wert. Das Aprilheft der„ Arena" bringt zur Eröffnung der Brüsseler Weltausstellung eine hübsche Schilderung der Vorarbeiten, des waldigen Geländes der Cambreabtei und alles dessen, was die Ausstellungsbummler an Wundern der Natur, Kunst und Technik dort zu sehen bekommen. Die Illustrationen zeigen uns die vornehme Architektur, die E. v. Seidl für die deutsche Abteilung geschaffen hat. Wie man die Vogelstimmen unterscheiden lernt, erzählt P. Wedemeyer, Alte und neue Tänze bespricht Ostar Bie in einem Essai, der in der gefälligen Art dieses Autors die großen Probleme menschlicher Freude aufrollt. Die hundertste Wiederfehr von Napoleons Hochzeitstag wird in einem reich illustrierten Artikel von Wilhelm Mießner gefeiert. Noch manches andere recht Lehrreiche enthält das Heft, fürwahr eine bunte Reihe des Interessanten aus aller Welt und Zeit unter dem Gesichtswinkel des modernen Menschen betrachtet. - Die im Verlage von E. Grieser in Frankfurt a. M. erscheinende und von G. Volk herausgegebene„ Auf= wärts Bücherei" bringt als neueste Veröffentlichung ein Heftchen über„ Kometen und Meteor e", in dem der auch als Redner über astronomische Fragen durch ganz Deutschland bekannte Prediger Karl Voigt aus Offen bach in ansprechender und gemeinverständlicher Weise alles sagt, was jedermann über die genannte Materie wissen sollte. Insbesondere geht der Verfasser auch auf die jetzt so viel erörterte Frage der Möglichkeit des Zusammen stoßes eines Kometen mit der Erde ein. Neben anderem ist dem Halleyschen Kometen, dessen Erscheinen in Kürze bevorsteht, ein besonderes Kapitel gewidmet. Zahlreiche 9 bildungen erläutern den Tert. Das Büchlein umfaßt 31 Seiten und kostet bei sehr schöner Ausstattung nur 15 Pfg. Es ist durch alle Buchhandlungen und besseren Kolporteure, sowie durch den Verlag direkt zu beziehen. Führer durch den Braut stand. Ein Ratgeber für Eltern und Verlobte von Rechtsanwalt Dr. Rudolph. 6. Band von:" Im Kampf ums Dasein", Praktische Bibliothek. Verlag von Hermann Schneider Nachf., Pößneck. Preis 1 Mt. Das Buch befaßt sich mit den fonventio nellen und geseßlichen Regeln für Verlobte unter besonderer Berücksichtigung der Konfession und verschiedenen kirchlichen Gebräuche, sowie aller in Betracht kommenden gesetzlichen Normen. Dilettantismus und Kunst. Ueber das Wesen dieser Liebhaberkunst sowie über deren Ausführung gibt ein soeben im Verlag der Internationalen Schnittma nufaktur, Dresden, erschienenes Werk betitelt„ Die Sch a= blonen Malerei"( Preis Mt. 1.-) Aufschluß. Das selbe enthält über 100 Muster. Kissen, Decken, Behänge, Fächer, Gürtel, Schals, Kragen, Blusen, Röcke, Kleider für Kinder und Erwachsene sind in wenigen Stunden mit Hülfe der Schablonen unter Anwendung der waschechten Helios farben zu bemalen. Die neuartige Hauskunft, die in dem Werfchen genau beschrieben ist, wird sicher überall viel Freude bereiten. nen. 31) Geld verdie Vermögen erwerben Eine Zusammenstellung von 300 Erwerbsmöglich= Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) So oft nun Sylvia fich anschickte, hinauszugehen, hob der Vater, der jess wieder im Lehnstuhl saß, den Kopf und fragte:„ Wo willst Du din?" Da das Mädchen des Lügens ungewohnt, schon einigemal fichtlich in Verlegenbet: geraten war, schöpfte der Alte Verdacht und wußte ein Entweichen des Mädchens geschickt zu verhindern. Er wollte dann gewöhnlich die Zeitung vorgelesen haben oder brauchte eine Taffe Tee- kurz ein Vorwand war rasch gefunden. So mürrisch und unfreundlich der Befehl auch erteilt wurde, er bannte Sylvia ans Zimmer. Sie wagte dann nicht, dem Vater zu widersprechen. Und gerade jetzt fam Maja so selten. Was mochte nur mit der Freundin vorgegangen sein? Ste war so feltsam verändert. Ihre frühere Munterfeit schien völlig ge= sawunden zu sein. Sie zeigte sich wortfarg und verschlossen, empfindlich und launisch. Ihre Sitmme schlug oft unverjehens um. Vor einigen Tagen, als die Freundinnen zu= sammen einen fleinen Spaziergang machten und ihnen bei der alten Mühle Herr v. Brandt begegnete, war das Benehmen Majas besonders eigentümlich und auffällig. Lilly jauchzte, machte sich von der Hand ihres Vaters los und lief zu der geliebten„ Tante" hin. Das gab sonst immer ein lautes, fröhliches Gelächter. Diesmal aber schien Maja ihren kleinen Liebling taum zu beachten und Herrn von Brandt sah sie gar nicht an. Der lettere machte ebenfalls ein furchtbar grimmiges Gesicht und preßte die Lippen so sest aufeinander, als wollte er gewaltsam jedes freundliche Wort zurückdrängen. Und als Lilly sie so traurig ansah und fragte:„ Tante Maja, hast Du mich nicht mehr lieb? Warum fommst Du denn gar nicht mehr zu mir?" da hob Maja die Kleine ungestüm auf den Arm, preßte fie an sich, füßte sie hastig auf beide Wangen und stellte sie rasch auf den Boden, ohne ein Wort zu sagen. Sylvia sah deutlich, daß ihr funkelnde Tränen in den Augen standen. Als sie sich aber zum Gehen wandte und die Freundin so teilnahmsvoll fragte:„ Weshalb weinst Du denn, Maja?", da lachte sie wieder so laut und gezwungen keiten in Stadt und Land mit und ohne Kapital. Von 2. Frieden- Gould. 8.- 10. Auflage, Preis 2 Mt.( Porto 20 Pfg.). Verlag Emil Abigt, Wiesbaden. Es ist eine Tatsache, daß noch viel Geld auf der Straße liegt", d. h. daß es noch viele Möglichkeiten gibt, sein Einkommen auf reellem Wege zu vergrößern. Ein Rezept zum Reichwerden gibt es nicht. Die Mehrzahl der Millionäre haben sich aus ganz kleinen Anfängen emporgearbeitet und Fleiß, Sparsamkeit und Intelligenz, richtiges Ausnußen aller sich bietenden Gelegenheiten zum Geldverdienen ist das Geheimnis ihres Erfolges. Das vorliegende Buch hat in seiner englischen Originalausgabe in England und Amerika in mehr als 200 000 Eremplaren rasch Verbreitung gefunden. Wenn wir auch nicht alle die Vorschläge und Winke gutheißen tönnen, so bietet das Buch doch eine große Menge wertvoler Anregungen, die jedermann ohne große Mühe in bare Münze umsehen kann. Fälschung von Edelsteinen. Die Kunst, Edelsteine zu fälschen, ist eine äußerst verbreitete und gefährliche, wie Geheimrat Prof. Dr. Adolf Miethe von der Technischen Hochschule in Charlottenburg in einem äußerst fesselnden und lehrreichen Aufsaße über die Gewinnuna und Verarbeitung der Edelmineralien und Schmucksteine" erörtert, den Hans Krämer in den soeben erschienenen Lieferungen 98-100 seines illustrierten, populärwissenschaft= lichen Monumentalwertes„ Der Mensch und die Er de"( Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57, Lieferung 60 Pfg.) veröffentlicht. Geheimrat Miethe legt hier nicht nur die einzelnen Methoden der Edelsteinfälschung dar, sondern er zeigt auch die Mittel, durch die man sie erkennen und sich vor dem Ankauf minderwertiger Fabrikate schüßen kann. Diese Ausführungen verdienen um so größeres Interesse, als sie von einem Manne herrühren der gerade auf diesem Gebiete in theoretischer u. prattischer Hinsicht als eine unserer ersten Autoritäten zu betrachten ist. Seine Darlegungen werden durch eine Fülle wertvoller Illustrationen veranschaulicht. Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik. Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von Prof. Dr. Fr. Umlauft. 32. Jahrgang 1909-1910.( A. Hartlebens Verlag in Wien, jährlich 12 Hefte zu 1.15 Mt. Pränumeration inkl. FrankoZusendung 13.50 Mt.) Das soeben erschienene 8. Heft des 32. Jahrganges hat u. a. folgenden Inhalt: Ein Bild aus dem Memeldelta. Das arabische Algier. Das chinesische Fischereiwesen. Der amerikanische Nordwesten. Die Natunainseln. - Das Neueste der Moden bietet in überaus reicher Auswahl bei überraschender Preiswürdigkeit( nur 70 Pfg. franto) das neu erschienene Favorit- Mo de n- Album der Internationalen Schnittmanufaktur, Dresden N. 8. Welcher Bedarf an Kleidung für Groß und Klein auch vorliegen mag, auf allen Gebieten wird dieses mit höchst gediegenem Geschmack ausgestattete Modenbuch guten Rat erteilen und für die praktische Anfertigung die rechte Hilfe leisten können, denn für alle Modelle sind zur bequemen Selbstanfertigung die beliebten Favoritschnitte erhältlich. Die Schaubühne", Wochenschrift für die gesamten Interessen des Theaters, herausgegeben von Siegfried Jacobsohn, enthält in der 18. Nummer ihres, sechsten Jahrganges u. a: Björnstjerne Björnson. Von Hermann Bang. Letztes Bekenntnis. Von Peter Altenberg. Friedrich Freksas„ Sumurun" in den Kammerspielen. Von S. J. Wiener Hofoper( Julius Bittners Musikant"). Von Paul Stefan. Probenummern gratis durch alle Buchhandlungen, Postanstalten, sowie durch den Verlag E. Reiß, Berlin W. 62, Wichmannstraße 8a. Moſchäftliches - Schnell fertig ist die bisher so mühselige Arbeit der Hauswäsche, wenn zu deren Reinigung das vollfommen selbsttätige Waschmittel" Persil" benutzt wird. Während früher der so sehr gefürchtete Waschtag sich endlos in die Länge zog, ist die Besorgung der Hauswäsche heute unter Benutzung von Persil die reine Spielerei. Man tut das erforderliche Quantum Persil in den mit Wasser gefüllten Waschiessel, legt die Wäsche hinein und fäßt sie etwa eine Viertel- bis halbe Stunde lang kochen. Darauf bleibt die Wäsche einige Stunden, am besten über Nacht, stehen und wird dann mit warmem Wasser qut ausgespült. Die Wäsche ist dann, ohne daß sie durch Reiben, Bürsten oder sonstwie bearbeitet wird, blütenweiß gewor den und besitzt den frischen Geruch der Rasenbleiche. Dabei gestaltet sich der Gebrauch dieses einzig dastehenden, absolut selbsttätigen Waschmittels durch die hierbei erzielte Ersparnis an Zeit und Arbeit, sowie durch Fortfall aller sonstigen Zutaten, geringeren Gebrauch von Feuerung 2c. außerordentlich billig. Für die völlige Unschädlichkeit und Gefahrlosigkeit leisten die Fabriken( Henkel u. Co., Düsseldorf) weitgehendste Garantie! auf, daß Herr v. Brandt sich noch einmal kopfschüttelnd umwandte. So trieb Maja es immer in der letzten Zeit; einmal himmelhoch jauchsend, dann wieder zu Tode be= trübt. Aber glücklich war sie nicht, das merkte man an den Augen, die sonst so strahlend heiter in die Welt sahen, als wäre das ganze Leben nur ein einziger Sonnentag; jetzt konnte man bei ihrem Anblick fast immer an heimlich vergossene Tränen glauben. Auch Majas Vater entging es nicht, daß sein Töchterchen verändert war. Er machte sich Sorgen Majas wegen und grübelte darüber nach, was dem Kinde wohl fehlen konnte. Von ihr selbst war rein nichts herauszubringen. Daß sie die geliebte Freundin jetzt so stark vernachlässigte, war schon ein schlimmes Zeichen. Sollten sich die beiden vielleicht gezankt haben? Doch Herr Ferdinand Reinau erinnerte sich, so weit er zurück denken konnte, an teinen Streit zwischen den Mädchen. Er nahm sein Töchterchen scharf ins Verhör. Aber sie lachte ihn aus und versicherte, ihr fehle nichts. Doch des Vaters Bedenken vermochte sie damit nicht zu zerstreuen. Er schüttelte den Kopf. Das war seine fröhliche, harmlose Maja nicht mehr, er merkte plötzlich, daß sie fein Kind mehr war. Maja liebte es. vor dem Mittagessen kleine einsame Spaziergänge in die nähere Umgebung der Stadt zu machen. Von einem solchen heimkehrend, eilte sie die Straße hinunter, denn es hatte bereits 1 Uhr geschlagen, und sie wußte, daß Papa es nicht liebte, wenn sie länger ausblieb, da er gewohnt war, punkt 1 hr die Hauptmahlzeit einzunehmen. Im Vorbeigehen faufte sie noch rasch bei der alten Südfrüchtenhändlerin, die tagtäglich bei jedem Wetter an der Ecke saß, ein paar Orangen. Die Alte, mit der Maja schon als Kind gut Freund gewesen war, tauschte noch einige gleichgiltige Worte mit der jungen Dame, als gerade ein Herr die Händlerin anredete:„ Sagen Sie mal, in dem Hause dort links, wo die Laterne ist, wohnte doch Hauptmann von Schuettwitz? Ist der nun ausgezogen, weil auf dem Schild neben der Glocke ein anderer Name verzeichnet ist?" Maja war bei Nennung des Namens aufmerksam geworden. Sie betrachtete den Ankömmling genauer. Der Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Sonntag Eraudi, den 8. Mai. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vermittags 9½ Uhr: Pfarrassistent Hanstein. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Am 1. Pfingstfeiertag wird Beichte und heiliges Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde im Haupt. gottesdienst gehalten werden. Anmeldung dazu wird vor her bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Professor D. Schian. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes Ge meinde. Pfarrer Ausfeld. Abends 8 Uhr im Johannessa al: Versammlung u Bibelbesprechung. Am 2. Pfingstfeiertag findet Beichte und heil. Abendmahl für die Lutas und Johannesgemeinde statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Am 1. Pfingstfeiertag wird die Kollekte für die Hess. Lutherstiftung erhoben werden. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Geboren e. April 26. Taglöhner Gotthilf Höß ein Sohn, Hans Ludwig Gotthilf. " " " 26. Oberleutnant Adolf Wehrheim eine Tochter, Erita Elisabethe Ida Hermine. 27. Händler Friedrich Jakob Becker eine Tochter, Ernestine Karoline. 28. Zementarbeiter Heinrich Lenz ein Sohn, Andreas. 30. Hilfsheizer Theodor Lehrmund eine Tochter, Wilhelmine. En Feinrich Chreine Lollar, R Empf führun Ba A 31 F Gefeslice " 1 " 27. Schuhmacher Heinrich Wilhelmi ein Sohn, Heinrich August. Die dies Meistertitels Beit vom 2 fuche um erforderliche rechtzeitig zu ridten. 35 Maif an zuzahlen. zulegen. Bie Die Mai 1. Former Ludwig Ott eine Tochter, Ottilie Margarete. " " 4. Lokomotivheizer Ernst Heinrich Karl ein Sohn. 5. Bergwerksarbeiter Heinrich Weber ein Sohn. Aufgebote. April 30. Johann Wilhelm Möller, Former in Lollar, mit Anna Elisabeth Klobes in Lendorf. Mai 3. Wilhelm Heß, Schneider, beide in Gießen. mit Katharine Euler, 3. Wilhelm Valentin Stohr, Gärtner in Gießen, mit Karoline Bager in Laubach. n " 3. Johann Georg Reiß, Landbriefträger in NiederOhmen, mit Luise Aumann in Londorf. " 3. Philipp Rühl, Kellner in Marburg, mit Lina Möhl in Gießen. " 4. Julius Aulmann, Metzger, mit Katharine Schmidt, beide in Gießen. Eheschließungen. April 30. Wilhelm Sparr, Eisendreher, mit Marie Wehn, " Mai beide in Gießen. 30. Wilhelm Zipp, Masseur, mit Jda Voigt, beide in Gießen. 4. Gustav Holzigel, Schuhmann, beide in Gießen. Gestorbene. mit Marie Ruhl, April 29. Elisabeth Wasserschleben, geb. Gail, 62 Jahr alt. 30. Therese Birnbaum, geb. Groppe, 66 Jahre alt. 30. Minna Alfer, 51 Jahre alt. " Mai 2. Elise Schmehl, geb. Wettlaufer, 56 Jahre alt. 3. Helene Leinweber, 4 Monate alt. Ka T " " 3. August Wieber, Superintendent i. P., 76 Jahre alt. Vo " 6. Paul Scheibe, Schriftseßer, 37 Jahre alt. Darmstädter Möbel die eben bei feineren Ausstattungen fast durchgängig gekauft merden erhalten Sie direkt v. d. Fabrik v. Ludwig Stritzinger, Möbelfabrik, Darmstadt, Heinrichstr. 67. 150 Zimmer- Einrichtungen.110fähr. Garantie. Fernruf 1441 Katalog gratis. Kein Kaufzwang. 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Die röritch blonden Haare, die schmale, spitze Naie, die etwas abitehenden Ohren- alles paßte genau. Es war kein unschönes Gesicht und die Achnlichkeit mit Sylvia war unverkennbar. " Leon von Schmettwit?" fragte Maja leise und schüch tern. Sie sind es?" Der Angeredete fuhr hastig herum, er hatte das junge Mädchen anfangs gar nicht beachtet. " Allerdings." rief er überrascht und faßte Maja so scharf ins Auge, daß diese errötete.„ Aber, mein Fräulein ich fann mir gar nicht denken, woher Sie mich fernen, tch bin doch hier ganz fremd geworden?" Hätten Sie nicht den Namen„ Schmettwit" genannt, ich wäre an Ihnen vorüber gegangen, ohne eine Ahnung wer Sie sind," entgegenete die junge Dame lachend, aber den Namen trägt meine teuerste Freundin übrigens erinnern Sie sich der kleinen Maja Reinau nicht mehr? Sie neckten mich doch immer, als wir beide noch Kinder waren!" Jak :: Eck 32) " D Mädche war? die in einen fetne e Ausiebe Schuldig Langter Beit. Sie m A HT Angehö M Angef milie wiede und I Reben unter imme in G Sohn denkt, ich we Blide, nahe I bare « Бабен Ben. erten a Schwab tusgeme hwabe. iliges Ab im Ha zu wird erten aus hannesLusfeld. jammlung heil. Aberd tatt. er Gemein ir die t Gie Hans Lub Cochter, Cric Lochter, E ohn, Hein hn, Andra Cochter, tilie Ma ein Sohn Sohn. Lollar, mi rine Euler Gießen, mit in Nieder orf. mit Sing rine Schmidt, arie Web t, beide Marie Sh 62 Jahr all Jahre alt. ahre alt. 76 Jahre It. 9 gekauft lichftr. 67. nruf 1441 aufzwang. nd um iner frü war ei zwar ni as zu m -Dienste er Gribei mögli blab und en Blid efannter Augen Knaben gewesen, an alle darüber aare, die - alles die Ach nd schü Das jung Maja fo Fräulein fernen genannt Ahnung nd, aber rigens t mehr? Kinder Empfehlenswerte Firmen auf dem Lande. Heinrich Arnold, chreinermeister, Lollar, Reilftrage 18. Empfehle mich zur Aus: führung fämtlicher Bauu. Möbel- Arbeiten - zu billigen Preisen. 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Jawohi, wir sind noch heute unzertrennlich." „ Aber wo wohnt denn meine Familie jetzt?" " Draußen in Neunlinden, bei Ihrem Onkel." , in dem Nest? Aber weshalb verließen meine Angehörigen die Stadt?" Maja geriet in Verlegenheit. Sollte sie dem eben erst Angekommenen von dem Unglück erzählen, das die Familie betroffen? Jedenfalls war hier nicht der Ort dazu. " Sie werden sehr erstaunt sein, wenn Sie Ihren Papa wiedersehen. Er ist sehr alt geworden in der letzten Zeit und beinahe menschenschen. Er hatte wenig Glück im Leben- " „ Ach, Sie denken wohl an meine damalige Flucht?" unterbrach Leon das Mädchen rasch. Hat mein Vater das immer noch nicht verschmerzt? Glauben Sie, daß er mich in Gnaden aufnehmen wird, oder werde ich als verlorener Sohn behandelt?" Wie Ihr Vater jetzt, nach so vielen Jahren darüber denkt, kenn ich nicht sagen, denn Ihr Name wird, so viel ich weiß, nicht genannt," erwiderte Maja ausweichend. Die Blicke, die ihr der junge Mann zuwarf, begannen ihr beinahe lästig zu werden; denn sie verrieten deutlich die offenbare Bewunderung, die er ihr zollte. Jedenfalls", fuhr sie nach einer kleinen Pause fort, haben Sie Ihrem Vater damals sehr wehe getan. Er litt empfehle mein Feld-, Gemüse- u. Blumensamen in lang anerkannter billiger Qualität Preisverzeichniss auf Wunsch frei. Otto Müller Lollar. Samenhandlung Lollar. Wilhelm Lehmann Georg Sommer Wilhelm Grünberg i. H. Marktplatz 4. Marktplatz 4. Herren und Knabenkonfektion Arbeiterkleider, Wäsche, Hüte und Mützen. Fabrikzeichen - Schneider, Staufenberg, Lollarer str. Lollarerstr. empfiehlt sich zum Anfertigen nach Mah. Lager in Arbeitskleiders, Hütes, Müßen etc., J. Rosenthal Buchbinderei Lollar Hauptstrasse 94. Empfehle Papier und Schreibwaren sowie Ausführung sämtlicher Buchbinderarbeiten. Zahn- Atelier Jakob Becker, Lollar, Anfertigung künstl. Zähne In Cautschuck und Gold. Stiftzähne, Kronen u. Brücken. Zahnersatz. 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Ich hoffte draußen in der Welt das Glück zu finden, das ich so heiß begehrte! Soldat aber mochte ich nicht werden! Ich bitte Sie, was spukt nicht alles in einem sechzehnjährigen Knabenkopfe! Goldene Berge versprach ich mir, wenn ich nur erst frei war. Ich glaubte, man dürfe nur die Hand ausstrecken, um das Glück zu fassen. Und ich, ich wollte glüdlich sein um jeden Preis!" „ Und sind Sie es geworden da draußen in der Fremde?" fragte Maja. Er schüttelte heftig den Kopf. Nein, Fräulein Maja, sonst wäre ich nicht hier! Ich möchte ein neues Leben anfangen. Ich denke es mir nicht gerade leicht, vor den Vater hinzutreten und ihn um Verzeihung zu bitten; noch dazu eingestehen zu müssen, daß man nichts, gar nichts erreicht hat! Aber es geht nun eben nicht anders. Die Verhältnisse zwingen mich dazu. Ich habe alles versucht, alles vergebens!- Ich hatte eben kein Glück. Aber jezt, jetzt hoffe ich wieder. Denn daß gerade Sie mir als erste in der Heimat entgegentraten, ist sicher ein gutes Zeichen. Freilich, erkannt hätte ich Sie nicht. Wie fonnte ich auch ahnen, daß Sie so- so schön geworden sind!" Er heftete wieder seine Augen mit dreister Bewunderung auf das sich unwillig abwendende Mädchen. Bürnen Sie mir nicht, Fräulein Maja," bat er rasch, als er sah, daß sie merklich fühler wurde.„ Wenn es Ihnen unangenehm ist, werde ich so etwas nicht mehr sagen, aber Ihre ungeahnte Schönheit riß mich förmlich hin." Lassen Sie uns gehen," sagte Maja und bemühte sich, das unangenehme Gefühl, das ihr die Nähe dieses Menschen verursachte, zu überwinden. Er war doch der Bruder ihrer geliebten Sylvia, die ihr, den Vater abgerechnet, das Liebste war, was sie besaß. Um der Freundin willen bezwang sie! Frankfurt a. M. Goethestrasse 13 Grösstes Spezialhaus feiner Lederwaren, Koffer und Reise- Effecten etc. Enorme Auswahl Bekannt billigste Preise. Nur beste Fabrikate. 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Na, was Sylvia sagen wird, wenn ihr Bruder so urplötzlich vor ihr steht, darauf bin ich wirklich neugierig." Leon von Schiettwitz schien mit Majas Vorschlag sehr zufrieden zu sein: er nickte ihr lachend und dankbar zu. " Das ist immer noch die kleine Maja von chemals, die alle Leckerbisien mit dem ersten besten Betteljungen teilen wollte und die stets davonlief, wenn in der Küche Tauben gerupft wurden, weil sie das nicht sehen konnte. Und wenn ich als übermütiger Bengel in des Vaters Garten einen Spazzen totgeschossen hatte, dann meinte sie um das niedliche Tierchen heiße Tränen und begrub es eigenhändig unter irgend einem blühenden Strauch." Er lachte laut auf. Als ob diesem frechen Spatzenvolk nicht ganz recht geschehen wäre." Maja sah ihn ernst und vorwurfsvoll an. „ Ich kann noch heute kein Tier leiden sehen. Es tut mir in der Seele weh." ,, Und sicher haben Sie auch Mitleid mit den Menscher., die leiden müssen?" verfekte er rasch. „ Aber gewiß, mit denen erst recht." " Nun sehen Sie, ich wußte es ia,- da können Sie gleich ein gutes Werk tun, Fräulein Maja!" Er wollte ihre Hand fassen, doch sie entzog ihm diefelbe mit einer raschen Bewegung. Halb unwillig wandte sie sich ab. Er beachtete es kaum, sondern fuhr leise und eindringlich fort:„ Ich ich leide nämlich auch!" ( Fortfeßung folgt.), 0 Julius Obernzenner 0 Zeil 5, 7 und 9 Frankfurt a. Main. O Baugraben 4, 6 und 8 Neue Damen- Kleider- Stoffe Waschstoffe Einfarbige Stoffe, reine Wolle Satin, Popeline, Serge, Cheviot etc. in ausserordentlich reichen 1.25, 1.50, 2.00 bis 4.30 M. Farbensortimenten... Meter Voile-, Crêpon- u. Batist- Stoffe Leichte Sommer- Stoffe in den neuesten Modefarben. Meter 1.90, 2.30, 2.70 bis 3.80 M. Mohair- und Alpacca- Stoffe Glanzreiche Qualitäten, glatt und gestreift in allen modernen Farben 2.00, 2.50, 2.80 bis 4.50 M. Schwarz- weisse Stoffe Grosse Saison- Neuheit! Reiche Auswahl kleiner Blocku. Hahnenfuss- Karos u. schmalen 1.00, 1.50 2.00 bis 4.20 M. 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Dieses ist zuerst oft nur erbsengross, vergrössert sich aber oft bis zu Talergrösse u. sondert blutigwässerige Bei langdauernder Bettruhe oder eiterige Flüssigkeit ab. kann dieses Beingeschwür von selbst heilen, aber welche deutsche Hausfrau legt sich wochenlang ins Bett? Gewöhnlich steht die Kranke doch auf und das genügt, um die Heilung zu verhindern. In der Umgebung des Beingeschwürs etabliert sich sehr oft durch das fortwährende Nässen eine Beinflechte, ein Ekzem, welches juckt und schmerzt. Aber auch ohne ein Geschwür entsteht oft durch den Reiz des Kratzens eine trockene oder nässende Beinflechte. Schwere Gesundheitsschäden erwachsen aus diesen Beinflechten, wenn durch deren Brennen und Schmerzen der Schlaf wochenlang verscheucht wird. Jahrelang suchen die armen Frauen den Weg zur Heilung ihres Beinleidens, aber vergeblich. Zweck dieser Zeilen ist, diesen verzweifelten Kranken einen seit Jahren wissenschaftlich erprobten Weg zur Heilung zu zeigen. 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" Zwar annehmbar, aber ich möchte doch vorschlagen: Warten Ste noch ein Jahr, und wir sind quitt." - Kühne Folgerung. Gastwirt:„ Verzeihung. Sie sind jedenfalls Telegraphist, nicht wahr?" Gast: Durchaus nicht. Woraus schließen Sie denn das?" Gastwirt: Ich dachte weil Sie schon so oft bel mir Kabeljau gespeist haben." - Nr. 20. 4. Und während schreibt der gute Mann, Sengt die Zigarr' die Haare an, 3. Er nimmt die Feder in die Hand, Steckt die Zigarre, die in Brand, Mit einem Ruck schnell hinters Ohr Und kommt sich riesig wichtig vor, Als er notiert auf seinem Blatte Die Lösung, die erdacht er hatte. Warid Wortspiel.* Die Dienstmagd mit dem Wasserfaß Löscht schnell den Brand, und klatschenaẞ Und kahl steht der Professor da Vor ihr, die sagt:„ So geht's, ja, ja, Läßt man sich nicht die Haare schneiden, Soll'n die Friseure Hunger leiden?" Bald brennt sein ganzer voller Schopf, Heiß wird's dem Guten um den Kopf, Da merkt er's und schreit ungeheuer: " Zu Hilfe, Feuer, Rettung, Feuer!" Berantwortlicher Redakteur: Dr. Karl Schaumburg, Berlin. Druck und Verlag von Georg E. Nagel in Berlin- Schöneberg. „ Warum wohl jenes Fräulein Amanda alle Männer nicht haben mag?" ,, Wahrscheinlich weil sie nur einen haben möchte!" Hall Nr. 67. In den W der Zeit vom flöde, 2 Damen Rolle Papier Die Gegenf Elettri jeichneten Verwa Gießen, Wegen Bor straße zwischen bis auf weitere gesperrt. Gießen, Gro mut * Wies. Nachricht vom Shmde. Er wa Telegramme ar an den Beers feine Reise na ab. Die Fahr Der Kaiser ve Ber Lond längerem Auf baden in Pot mittags gegen tete dem engl besuch ab, der ift vorläufig * Berl meebefehl, in ard zu ehren baden und trif Valais ein. gonerregiment flatt( Bomme Frand" und acht Tage Tr Loten find un Königs Geor war, wurde litär ersucht öffentliche A und den übri erfolgen. Da geftern Nachm laft einen Bef Aus dem Jahre zweitausend. gnmutig in seinen Sessel zurückgelehnt, saß Egon Schröder im Salon. Ein reizender, heller Anzug umschloß setne elegante Gestalt, ein prächtiges Brillantenarmband bliẞte an seinem Arm, und feine kleine Schuhe mit Schnallen bedeckten seine zierlichen Füße. Egon war ein schöner Jüngling. Dichte lockige Haare zierten sein feines, ovales Gesichtchen, dem ein Paar träumerisch blickender Augen und ein mit echter ungarischer Bartwichse in die Höhe gedrehter Schnurrbart einen eigentümlichen Reiz verliehen. Es war ein schöner Sommertag, und Egon ließ die Blicke durch das halbgeöffnete Fenster auf den in herrlichster Blüte stehenden Garten schweifen. Auf seinem Schoße lag eine Stickerei, doch arbeitete er nicht, sondern blickte traumverloren in das Weite. Seine häuslichen Pflichten hatte er erfüllt, und jetzt durfte er sich seinen Gedanken hingeben, die zwar nicht allzu zahlreich, aber dafür desto angenehmer waren. Woran dachte der holde Jüngling? Natürlich an„ Sie!" Ob sie wohl heute kommen und die Frage an ihn richten würde: ,, Willst Du der Meine werden?" Sein Herz jauchzte, und er errötete sanft. War er denn überhaupt ihrer wert, war er würdig, sich auf ihren Arm zu stützen und sein Köpfchen schutzheischend an ihre Schulter legen? Ach, er war sich seines Unwerts nur zu gewiß! Was war er gegen sic, die ihm in ihrer Kraft und Weiblichkeit als die herrlichste des ganzen Frauengeschlechts erschien. Doch er wollte sie auch so glücklich machen, wie sie es verdiente, er wollte sie trösten ,.Na, warum denn nicht," entgegnete Minna mit lautem Lachen, sie geht ja selbst oft genug aus, warum sollen es denn die Haare nicht auch tun?" ,, D, scherzen Sie nicht, teure Freundin, ich habe Angst!" ,, Aber ich bitte Sie, Herr Egon, Kahlköpfigkeit ist für eine Frau ja gerade das Zeichen der Schneidigkeit. Sehen Sie, ich bekomme auch schon einen kleinen Mond." ,, Ach, das muß schrecklich sein!" Ja natürlich, wenn man als Mann auf die Welt kommt. Ihr Männer seid ja nun einmal das schwächere Geschlecht." Denken Sie nur, Fräulein Minna, Papa erzählte heute, während er Mama die Frühstücksstullen schmierte, es hätte sich ein Verein für Männerbestrebungen gegründet." Ja, irgend solche alberne Erfindung einiger alter Junggesellen, die nichts besseres zu tun haben. Der Mann gehört ins Haus, sein Platz ist die Familie; und sagen Sie selbst, Herr Egon, gib's etwas schöneres für einen echten Mann, als seiner Frau, wenn sie abends aus dem Geschäft müde und abgespannt nach Hause kommt, die Falten von der Stirn zu plätten, pardon, ich wollte sagen zu glätten?" ,, Nein, gewiß nicht," hauchte Egon errötend. ,, Gott sei Dank," fuhr Minna fort ,,, daß wir die Zeiten des grauen Altertums überstanden haben, da der Mann noch alle Lasten des Lebens auf sich nehmen mußte. Das ist einfach ein Unding, denn der Mann ist weder körperlich dafür geschaffen." und aufrichten, wenn sie ermüdet von der Sorge ums täg noch geistig dafit Bawa auch zu mir, als wir vorhin in der liche Brot abends nach Hause kam. Ach, es war nicht so leicht, denn er war ja nur ein armer, schwacher Mann. Doch er wollte sie auch lieben, mit der ganzen Glut eines jungmännlichen Herzens, nie wollte er schmollen und weinen, nie launenhaft werden oder gar in Ohnmacht fallen, wenn ste ihm nicht einen neuen Hut oder einen Anzug kaufen wollte. In tiefes Sinnen versunken saß Egon da, als ihn ein bekannter Schritt veranlaßte, das Köpfchen zu erheben. Sein Herz klopfte zum Zerspringen, als es eine Minute später an die Tür pochte. Egon wagte nicht zu atmer, eine Purpurröte überzog sein in holde Scham getauchtes Gesicht, t. und kaum hörbar hauchte er:„ ,, Herein!" Die Tür öffnete sich und herein that Minna Leistberg. Ein enges schwarzes Gewand umhüllte ihre große starke Gestalt mit dem festen entschlossenen Gesicht und den furzgeschnittenen Haaren. Mit schnellem Schritte trat sie auf Egon zu, warf die Zigarre, an der sie bis dahin geraucht hatte, aus dem Fenster und sagte, sich zu Egon wendend: Servus!" ,, Servus!" hauchte Egon zurück. ,, Verteufelt heißer Tag heute!" fuhr Minna fort, schob sich einen Stuhl heran und schlug die Beine übereinander. ,, Ach ja, es ist recht warm!" erwiderte der junge Mann; ,, aber hier ist es fühl." ,, Sie sind ganz allein?" " Ja, ganz allein," versette Egon ,,, allein mit meinen Gedanken." ,, Haben Sie sich da nicht scheußlich gelangweilt?" fragte Minna indiskret und fuhr dann, ohne eine Antwort abzuwarten, fort: Wo sind denn Ihre Alten?" ..Papchen ist in die Markthalle gegangen, um Einkäufe zu machen, und Mama ist an der Börse; sie wird wohl vorläufig nicht wiederkommen. Sie hat sich in letzter Zeit so furchtbar angestrengt, und ich bin ihretwegen recht unruhig. Ach Gott," rief er ängstlich, und eine Träne glänzte in seinem Auge ,,, was soll denn aus uns werden, wenn sie frank wird?" ,, Nun, weinen Sie nicht," rief Minua gebieterisch ,,, Sie müssen sich nicht so leicht von Ihrem männlichen Temperament hinreißen lassen. Allerdings sah sie ein bißchen übercrbeitet aus. als ich sie neulich bei unserem Statabend in der Kneipe traf." ,, Ach, und wissen Sie denn schon, Fräulein," fuhr Egon mit zögernder Stimme fort ,,, wissen Sie, Mama wird in Küche saßen und eine Gans rupften. Diese Leute sehen garnicht ein, wie sehr sie uns schaden, wenn Sie uns wieder zu Herren der Schöpfung machen wollen; wir verlangen es ja garnicht und stehen uns jetzt weit besser!" ,, Sehr richtig, Herr Egon; etwas anderes habe ich von Ihnen auch nicht erwartet. Ja, ja, ich habe es ja immer gesagt, Sie sind nicht nur ein schöner, sondern auch ein geistreicher Mann!" ,, Sie Schmeichler," versetzte Egon und schlug ihr mit dem Fächer, der neben ihm lag, leicht auf die Hände. ,, Nein, ich schmeichle nicht," rief Fräulein Leistberg. Seit ich Sie zum ersten Male gesehen, fühlte ich, daß Sie der Mann waren, den ich lieben mußte; seitdem trage ich stets den Gedanken mit mir herum, daß ich ohne Sie nicht mehr leben kann; ich bin garnicht mehr dieselbe; wenn ich Sie sehe, vergeht mir der Appetit; ich esse nicht mehr, ich trinke nicht mehr, ich sehe nur noch Sie; Sie sind der Stern meines trüben Dasein; ja, ich fühl' es, Sie müssen der Meine werden. Sprechen, antworten Sie, Egon. Wollen Sie der Vater meiner zukünftigen Kinder werden?" Egon sprach kein Wort. Er hatte die Hand auf das klopfende Herz gedrückt und atmete schwer. ,, D, stoßen Sie mich nicht von sich," fuhr Minna fort, ,, viel kann ich Ihnen nicht bieten, doch ich habe mein ausfömmliches Geschäft, das seine Frau ernährt und sehe nicht auf die Mitgift, die Ihnen Ihr Vater vielleicht mitgibt. A propos, wieviel ist es?" Fünfzigtausend Mark!" hauchte Egon kaum bernehmbar. „ D, jetzt lich' ich Sie noch fünfzigtausendmal mehr," rief Minna, vor dem jungen Manne auf die Kniee sinkend, Egon, Egon, sprechen Sie, lieben Sie mich?" Ja," flötete Egon und sant beseligt in ihre Arme. Schnell drückte Minna den ersten Kuß auf seine schwellenden Lippen und wollte eben den Mund zur Fortsetzung spitzen, da entriß sich Egon ihren Armen. Die Mama!" ,, Aber Kindchen," versetzte Minna ,,, wir sind ja verlobt! Was schadet denn das?" ,, Meinen Du?" fragte Egon zögernd. ,, Gewiß!" jubelte Minna, Du bist mein und keine Macht der Erde soll Dich von meiner Seite reißen!" Glückselig lächelnd lehnte Egon sein Köpfchen an ihre der letzten Zeit ganz fahl, fast alle Haare gehen ihr aus!"| Brust und blickte mit wonnigem Erröten zu ihr empor. Misstrauisch. Herr:„ Das Haar soll meinetwegen falsch sein wie Sie behaupten, und die Zähne auch; jedenfalls hat Ihre Freundin aber einen reizenden kleinen Mund." Fräulein: Ob der echt ist?" Reklame. Unser Lager wurde drei Mal in ganz kurzer Zeit von Spitzbuben ausgeräumt, was gewiß für die Güte unserer Fabrikate spricht. Schmierer& Schokoladefabrik. Stets im Beruf. Untersuchungsrichter( mit seiner Frau die Vorbereitungen zu einem Gesellschaftsabend besprechend):„ Hast Du denn auch den Sanitätsrat rechtzeitig und ordnungsmäßig geladen?!" Kleiner Trrtum. Frau:„ Das Kindermädchen hat sich beklagt, daß Du es gefüßt hast!" Bruder:„ Unsinn; ich liebkoste unser Baby, das sie auf den Arm trug , und da kann ich mich höchstens einmal verfüßt haben!" Am Stammtisch. Ehemann: .. Ja ja, es hat doch etwas für sich, wenn man verheiratet ist! Dann weiß man wenigstens, wo man des Abends sein solte!" Gut gesagt. Aufrichtig. Bräutigam:„ Hier, liebste Elsa, bringe ich Dir ein Gedichtbändchen von mir und eins von meinem Bruder." Elsa:„ Muß ich denn die Gedichte von Deinem Bruder auch lesen?" Eine fidele Gesellschaft. Unter Freudinnen. ,, Wie war's denn auf dem gestrigen Ball?" Dwunderbar schön; nachdem Papa den ersten Tausendmarfschein hatte wechseln lassen, bin ich nicht ein einziges Mal mehr ſizen geblieben!" Shal...; " Froh zich'n wir Turner aus!" ,, Der Meyer hat sich doch von nichts zum AutomobilBesizer empor gearbeitet." ,, Also gewissermaßen Auto- didakt!" Der Hüpfochonder. „ Aber Herr Meyer, Sie sind doch sonst ein so vernünftiger Mensch: was springen Sie denn wie ein Besessener immer in die Höhe?!" Ich will runter von diesem verdammten Planeten, auf dem es mir nicht mehr gefällt, ich komme aber nicht Ios!" Schätzung. Kunsthändler ( zum Maler):„ Was, für Ihr Bild verlangen Sie zehntausend Mart?! Das ist ja ein Preis, als wären Ste schon zweihundert Jahre tot!" hio 76 મ Falsche Auffassung. A.:,,Wie lange besitzen Sie diesen schönen Sorgenstuhl?" B.:,,Morgens, Mittags und Abends, je ein paar Stunden." Verierbild. Wo sind die beiden Mörder des Jbykus? J a Und ein zu wei die das gar es, wenn sie bin ich jetzt mir die Fl wird mein mir zugefü grausamer, Denn der begraben, u Leben schle Maja ha haben!" auffteigen b Blide diefes bereute aufri mit ihm nach nabe als ein erbieten vor wefen. Sie rand. Dort