n De 1. ctige Uhr ters ball und 0,75. iften. un. ete Verweisungen 150,000 Artikel u. kon O Mark dlung nd Wien fter no golagen bon 25 Fl. an er a. Rh. te. S tter d Kunft 3.0 and be 47 chen Redaktion, ante Auser- Blätter t und bie Januar. etchpreife Gießen 76-84 Bfg. 72-76 80-96 Hfe in Steßen cot 2 kg 62 f brot2 kg 54 Bf Nr. 5 Erscheint tgrie außer Sonntags. Bezugspreis: vietteljährlich durch die Träger frei in aus 1.35 r., durch die Post bezogen 150 Mr. Expebition: Gicken, Celtersweg 82. Freitag, den 7. Januar 1910 Gießener Juferate: ble 44 Reklame: 90 " " 20. Jahrgang am breise Petitzette se 50 Beilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet Telephon- Anschluß: Gicken, Rs. 308. Neueste Nachrichten ( Gießener Sageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen Lotales und Provinzielles. ** In der am Dienstag stattgefundenen Sitzung des Finanz ausschusses der zweiten Kammer wurde die Debatte über die Finanzvorschläge der Re= gierung fortgesetzt. Abg. Molthan( 3.) wies die von der Regierung vorgeschlagene starte Schuldentilgung für 1910 ais unzweckmäßig und die Finanzlage erschwerend zurück. In gleichem Sinne sprachen sich die Nationalliberalen Abgg. Dr. Osann und Sie in hart aus. Finanzminister Dr. Gnauth verteidigte die Finanz- Vorschläge insbesondere das von ihr vorgeschlagene stärkere Maß von Schuldentilgung, mit dem man gerade in finanziell ungünstigeren Zeiten beginnen müsse. Staatsminister Dr. Ewald ertiärte es für eine dringende Aufgabe des Staates, den Verwaltungsapparat zu vereinfachen und es sei zweckmäßig, diese Frage gemeinschaftlich mit der Erhöhung der Beamtengehälter zu erledigen. Der bauernbündlerische Abgeord= nete Dr. Weber erklärte namens seiner Freunde, daß auch sie den größten Wert auf eine gründliche Reorganisation der stattlichen Verwaltung legen und in dieser Hinsicht Vorschläge der Regierung erwarten. Der Finanzausschuß beschloß auf Antrag des Abg. Dr. Gutsleisch, Vorschläge auszuarbeiten und sie alsdann der Regierung zu unterbreiten. Wie schon jetzt feststeht, dürfte sich für das von der Regierung beantragte Maß der Schuldentilgung eine Mehrheit in der zweiten Kammer nicht finden. ** Im Finanz ausschuß der zweiten Kammer erklärte Finanzminister G na uth, daß rund 1 Million Mark jährlich mehr erforderlich sei, wenn man für die mittLeren Beamten eine 5prozentige und für die unteren eine 10prozentige Gehaltsaufbesserung durchführen wolle. Das Erfordernis werde sich auf 2 Millionen erhöhen, wenn in Hessen die Beamtengehälter auf die in Preußen und im Reiche eingeführte Höhe gebracht würden. ** Der Großherzog hat dem Telegraphensetretär Karl Nachtigall in Mainz das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Bestätigt wurden vom Großherzog der vom Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Birstein auf eine Pfarrstelle an der unierten evangelischen Gemeinde Offenbach präsentierte Pfarrer Hermann Fuldat zu Eschollbrücken und der vom Freiherrn Friedrich v. Nordeck zur Rabenau als Senior der Familie auf die evangelische Pfarrstelle zu Winnerod präsentierte Pfarrassistent Otto Hofmann zu Darmstadt. ** Provinzialdirektion. Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert hat einen mehrwöchigen Urlaub angetreten. Die Leitung der Geschäfte der Provin zialdirektion und des Kreisamts Gießen hat Regierungsrat Welcker übernommen. ** Der land w. Vortragskursus der Landwirtschaftskammer für Hessen wurde am Dienstag, vorm. 10 Uhr, in Mainz vom stellvertretenden Vorsitzenden Landtagsabgeordneten Bä hr eröffnet. Als Gäste waren anwesend: Seitens Gr. Regierung Landesökonomierat Müller, seitens der Provinzialdirektion Regierungsrat Gennes, ferner der Mainzer Oberbürgermeister Dr. Göttelmann, sowie verschiedene Kreisräte 2c. Der Besuch ist ein außer- ordentlich zahlreicher und zwar wurden ausgegeben 400 Dauer- und Tageskarten. Den ersten Vortrag hielt Prof. Dr. Wagner über:" Welche Handelsdünger sind zurzeit am vorteilhaftesten zu verwenden? In einem zweiten Vortrag behandelte Generalsekretär Busson, Hannover die Frage über „ Die Anwendung der Elektrizität im Landwirtschaftsbetrieb und ihre Beschaffung durch genossenschaftliche Organisation." Am letzten Mittwoch sprachen Prof. Dr. Edler- Jena über " Die Ziele und die Wege der landw. Pflanzenzüchtung" u. Dr. Schmidt- Wandsbeck über„ Meine Erfahrungen auf dem Gebiete der landw. Buchführung und deren Bedeutung für die Steuer- und Betriebsorganisation". Gestern Donnerstag sprachen Domänenrat Brädemann- Knegendorf über die Schweinezucht und Generalsekretär Burckhardt Berlin über„ Die Volkswohlfahrt und Heimatpflege. ( Schluß.) Welche Bedeutung die Turnvereine als Vorschule für das Heerwesen, also die Sicherheit unseres Vaterlandes haben und damit wiederum eine Aufgabe der Volkswohlfahrt erfüllen, das braucht hier nicht näher erläutert zu werden. Die regelmäßige Frage der Vorgeseßten beim Eintritt der Rekruten ins Heer, wer von ihnen schon geturnt habe, beweist zur Genüge die Wertschätzung in militärischen Kreisen. zu Der Heimatpflege dienen besonders die Turnfahrten, die auch schon auf die Begründer des deutschen Tur nens zurückgehen und von ihnen sehr eifrig betrieben wurden. Jahn selbst war ein tüchtiger Wanderer, der ganz Deutschland durchquerte, um Land und Leute kennen lernen. Ueber die große Wanderlust, die auch heute noch in den deutschen Turnerfreisen steckt, legt die Erhebung vom Jahre 1907 wiederum Zeugnis ab. Es wurden in der Deutschen Turnerschaft in jenem Jahre 21 460 Vereinsturnfahrten mit einer Beteiligung von 516 000 Personen unternommen. Hierbei sind nicht mitgerechnet diejenigen der Gaste und Bezirke, von denen eine einzige schon meiſt hunderte von Teilnehmern vereinigt. Richten wir unsere Blicke nunmehr einmal über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus in di Ferne, so er füllen die Turnvereine auch dort hohe Aufgaben der Heimatpflege. Wo deutsche Turner in das Ausland kommen, da suchen sie einen Turnverein zu gründen, der ein Mittelpunft für das Deutschtum im Ausland wird. Sie tragen dazu bei, daß deutsche Sprache, deutsches Volkstum, deutsche Sitten und Gebräuche auch dort erhalten bleiben. Das hat das letzte deutsche Turnfest in Frankfurt a. M. Fleischversorgung Deutschlands und die für die Landwirtschaft daraus erwachsenden Aufgaben". !! Durchgangsbremse bei Gilgüterzügen. Vom 1. Januar ab fahren je zwei Eilgüterzüge auf der Strecke Frankfurt- Wiesbaden- Köln und der Strecke Gießen Köln mit durchgehender Bremse. Jeder der in diese Züge eingestellten Güterwagen hat eine Luftdruck bremse oder eine Bremsleitung. Das bedeutet, daß diese Züge von der Lokomotive aus ebenso gebremst werden fönnen, wie ein Personenzug. Wird von der Lokomotive aus gebremst, so wird die Betriebssicherheit erhöht und auch Be gleitpersonal für die Züge gespart. ** Gießen. Die Feier des Gedächtnisses für den Hessischen Volksschriftsteller Rudolf Deser wurde am letten Dienstag vormittag mit der Anbringung einer Ge denktafel an dem Geburtshause des Schriftstellers in der Sonnenstraße eingeleitet, das vor zwei Jahren eine umfangreiche Erneuerung erfahren hat und bereits unter Dentmalschutz gestellt worden ist. An die Enthüllungsfeier schloß sich abends im Cafe Ebel eine festliche Zusammenkunft des Oberhessischen Geschichtsbereins und der Hessischen Vereinigung für Volkskunde an, welche eine besondere Weihe durch einen Vortrag des Prof. Röschen über Deser hielt. An dem 31. Oktober 1807 in Gießen geborenen, widmete sich Deser dem Studium der Theologie und versah von 1833 bis 1835 die Pfarrassistentenstelle in Rodheim, um dann später bis zu seinem Tode im Jahre 1859 das Pfarramt von Lindheim zu verwalten. Seine poetische Begabung zeigt sich am besten in seinen 3 igeunern" und in dem„ Kalendermann von Weitberg". Ortsgewerbeverein und Handwerker- Zentrale in Gießen. Am Mittwoch Abend fand eine Monatsversammlung im Gewerbehause( Kirchstraße) statt. Baumeister I r a ber eröffnete in Abwesenheit des Kommerzienrats Heyligenstädt die Versammlung, die sehr zahlreich aus allen Kreisen des Handwerks besucht war. Auf der Tagesordnung stand die. Gründung einer Handwerker- 3entrale im Ortsgewerbeverein. Die Beschlüsse der vorberatenden Kommission legte Herr Traber tlar. Hierauf hielt Herr Weißbindermeister Petri 3. einen sehr interessanten Vortrag. Ausgehend vom Zunstwesen erwähnte er die Leistun gen vergangener Zeiten, wies nach wie durch die Gewerbefreiheit das Handwerk zugrunde gerichtet sei, schilderte die Entwickelung des Arbeiterstandes, forderte auf zum zusammenschluß aller Handwerksmeister auf neutralem Boden im Ortsgewerbeverein, um die Standesehre zu heben, Schäden zu besprechen und abzustellen, Kollegialität zu pflegen und aufklärend zu wirken inbezug auf Kalkulation und im Submissionswesen. Herr Winn begrüßte namens der Bauunternehmervereinigung den Entwurf, im Namen der Weißbindervereinigung stimmte Herr Groß zu. Weiter drückten die Herren Installateur Rödiger, Tapezierer Noll, Schreinermeister Beil, Schlossermeister Preschold, Dachdeckermeister Ruckstuhl und Glasermeister Bierau teils im Auftrag ihrer Vereine, teils persönlich ihre Sympathie für die Sache aus; alle waren darin einig, daß hier dem Handwert ein Ansporn und eine Gelegenheit zur Organisation gegeben sei. Dte anschließende lebhafte Diskussion zeitigte noch manches Interessante über Tarifwesen, Vergebung von Arbeiten, Schmutzkonkurrenz, Stellung des Hansabundes zum Handwerk 2c Auf Antrag des Herrn Winn wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die heute im Gewerbehaus versammelten Handwerker beschließen den Handwerferausschuß im O.-G.-W. zu gründen. Einer Kommission von 14 Mitgliedern der verschiedensten Gewerbe wurde die Angelegenheit weiter in die Hand gegeben. Herr Stadtrat Petri 3. dankte für die lebhafte Beteiligung und schloß mit dem Wunsche eifrig zusammenzustehen und alte Schmerzen fallen zu lassen, um für die Gegenwart und Zukunft Ersprießliches zum Wohle des Handwerkerstandes zu schaffen. - Gießen. Im Evang. Arbeiterverein wird Prof. Koob am Sonntag einen Vortrag über den in erhebenster Weise gezeigt, wie die Deutsche Turnerschaft ihre Bande um unsere Volfsgenossen auf der ganzen Erde schlingt, denn von überall her waren ihre Vertreter zu jener gewaltigen Heerschau erschienen. Allem Fremdländischen in Sprache, Sitten und Gebräuchen steht das Turnen feindlich gegenüber, denn vaterländischem Boden ist es entsprossen, und nur in vaterländischem Boden wird es auf die Dauer gedeihen. Doch kehren wir zurück zu unserem Vaterlande, in dem noch eine weitere wichtige Frage der Volkswohlfahrt und Heimatpflege zu lösen ist, die soziale Frage. Auch hierbei arbeitet die Deutsche Turnerschaft nach besten Strästen mit. Der Turnboden und der Spielplatz sind die Stätten, wo der Mensch dem Menschen, unabhängig von Rang und Stand, wieder näher tritt, wo man sich gegenseitig wieder schäßen und achten lernt und die gesellschaftlichen Gegensäße verschwinden. Ehre dem, der von der Bildung und dem Wissen, die er mehr besißt, seinem damit minder bedachten Mitmenschen abgibt. Er erfüllt damit eine vater= ländische Pflicht und trägt zur Förderung der Volkswohlfahrt bei, die nur da gedeiht, wo alle Stände und Berufsarten in Friede und Eintracht nebeneinander wohnen. Ihrer Vergangenheit getreu wird die Deutsche Turnerschaft auch fernerhin in tatkräftigster Weise für Volkswohlfahrt und Heimatpflege arbeiten. Sie wird aber dies um so besser vermögen, je mehr ihr die Unterstützung derjenigen Kreise zu Teil wird, die noch abseits stehen und deren Wertschäßung sie sich wegen der Anspruchslosigkeit ihres Wirkens und der Schlichtheit ihres Wesens noch nicht errungen hat. Der Zukunft unseres Vaterlandes aber gilt unsere Arbeit, einer Aufgabe, die der Mitarbeit aller wert iſt. gestirnten Himmel" halten. Die Ausführungen des Referenten werden durch Lichtbilder erläutert. !! Gießen.( Volksba b.) Im Dezember vor. Jahres wurden 8600 Bäder verabreicht gegen 8772 im No vember und 8342 im Dezember 1908 oder im Durchschnitt täglich 277 Bäder gegen 292 im November und 269 im Dezember 1908. * Michelstadt, 6. Jan. Reichstagsabgeordneter Dr. Burckhardt aus Godesberg und Stadtverordneter Rippel aus Hagen bereisen im Laufe dieser Woche das Odenwaldgebiet und erörtern in öffentlichen Volksversammlungen die gegenwärtige politische Lage" und die Reichsfinanzreform". * Nieder- Ingelheim. Von sämtlichen Landgemeinden des Großherzogtums Hessen dürfte die Gemeinde Nieder- Ingelheim, die nicht ganz 4000 Einwohner hat, in Bezug auf soziale Fürsorge an erster Stelle stehen. Neben einer Reihe von zeitgemäßen kommunalen Anstalten besitzt der Ort jetzt ein muster giltiges Hospital. Ein Waisenhaus ist im Bau, dessen Sosten sich auf etwa 125 000 wit. beziffern. Selbstverständlich hat hierbei auch der fortschrittliche und gesunde Gemeinsinn der Bürgerschaft und die vorzügliche Gemeindeverwaltung einen großen Anteil. Das Krankenhaus, ein Um- und Ausbau des Ludwigsstifts, enthält einen schönen geräumigen Operationssaal und Desinfektionsnebenraum, ferner ein vollständiges chirurgisch- gynäkologisches Instru mentarium. Nach fertigem Ausbau ist Raum für 45 Strante vorhanden. * Wezlar. Der Straßenwärter Johann Jakob Reinhardt und seine Frau Elisabeth geb. Hedrich in Weplar- Niedergirmes feierten ihre goldene Hochzeit. Dem Jubelpaar wurde vom Kaiser die Ehejubiläums- Medaille und von der Gemeinde eine Prachtbibel übergeben. * Marburg. Der hiesige dem Liberalen Wahlverein angehörige Liberale Boltsverein hält bei seinem Beitritt zur vereinigten Partei die zukünftige Reichstagskandidatur v. Gerlach& aufrecht. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, 9. Januar, 1. nach Epiphanias. Landesmissionsfest. Kollekte für die Heidenmission. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 11. Januar, nachmittags 4 Uhr im Matthäussaal: Frauenmissionsverein. Donnerstag, den 13. Januar, abends 8 Uhr im Matthäussaal: Bibelstunde.( Bilder aus dem Leben der Apostel.) Pfarrer D. Schlosser. In der Johannestir che. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Zutasgemeinde. Pfarrer Bechtholsheimer. Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Abends 7% Uhr: Vereinigung der tonfirmierten männlichen Jugend der Lutasgemeinde. Freitag, den 7. Januar, abends 5½- 7½ Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde. Montag, den 10. Januar, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Lutassaal. Pfarrer Bechtolsheimer. Freitag, den 14. Januar, abends 5½ Uhr: Vereinigung der tonfirmierten weiblichen Jugend der Lutasgemeinde. Batholische Gemeinde. Samstag, den 8. Januar. Nachmittags 5 Uhr und Abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 9. Januar. Fest der Erscheinung des Herrn. Vormittags 6% Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vormittags 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vormittags 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vormittags 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachmittags 5% Uhr: Christenlehre; darauf Fest- Andacht mit Segen. Redaktion, Druck und Verlag von Albin klein, Gießen. Hämorrhoidalleiden sind sehr lästig und vielfach mit großen Schmerzen verbun den und können schließlich sehr gefährlich werden. Nach vielen Gutachten ist Sanitätsrat Dr. Wegener's Thee ein hervorragendes Mittel bei diesen Leiden, um Linderung und Heilung zu bringen. Es ist wichtig, daß die Ursache der Hämorrhoiden beseitigt wird und dieses ist speziell die Aufgabe dieses Tees. Preis Mt. 1.50, in allen Apotheken zu haben, wenn nicht, wende man sich an die Ferromanganingesellschaft, Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 55. Eine Schilderung des modernen Krieges. Wertpapiere getragen wird, als eine Minderung der Einstent stay, wenn sie, wie vorliegend, von den Inhabern der nahmen an Zinsen dar. Es wird sich deshalb empfehlen, die Steuer von der Zinseneinnahme zu kürzen und dementsprechend nur die um den Betrag der Talonsteuer verminderten Zinsen auf die Umlagen anzurechnen." Nach zweijähriger Abwesenheit in Japan ist der französische Hauptmann Duval wieder in seinem Heimatland eingetroffen; im Auftrag der französischen Regierung und mit Genehmigung des Mikado hat er zwei Jahre lang im japanischen Heere Offiziersdienst verrichtet, um die innere Organisation und das Wesen jener Armee zu studieren, die auf den Schlachtfeldern in der Mandschurei blutige Lorbeeren und die Bewunderung Europas errungen hat. Hauptmann Duval, der ein Jahr lang in Kioto und ein Jahr in Nagoya in Garnison stand, hat von einem japanischen Offizier eine Schilderung des modernen Krieges erhalten:„ Auf dem modernen Schlachtfeld gibt es ein furchtbares Gefühl, das Gefühl völliger Einsamkeit. Der Tod überfällt einen, ohne daß man ihn sieht. Ein einziges Mal im ganzen Kriege haben wir die Kanonen des Gegners ge= sehen: das war in der ersten Schlacht. Von da ab töteten wir, ohne zu wissen, ob und wen wir trafen, und wir fielen, ohne zu wissen, von wo die Kugel fam. Wehe dem, der fich in der Schlacht auf einer anscheinend leeren Ebene sehen läßt: auf der Stelle rafft ihn ein Feuerregen hinweg. Alles, was man heute im Kriege sehen kann, ist des Todes. Aber man kämpft mit dem Unsichtbaren, man kämpft mit Schatten. So furchtbar ist die Nervenfpannung in diesem Zweikampf, daß man sich nie daran gewöhnt; in der letzten Schlacht ist man weniger kriegsgewohnt als in der ersten." Auf die Frage, welchen militärischen Eigenschaften in erster Linie der kriegerische Erfolg Japans zuzuschreiben set, antworteten die japanischen Offiziere:„ Unserer Geduld, der Ausdauer. Der Mann, der heute im Kriege 16 Stunden aushalten kann, steht über dem, der nur 14 erträgt. Und wir können lange ausdauern. Unsere Soldaten müssen ganze Tage in einem Schüßengraben zubringen, in glühender Hize, bei verzehrendem Durst. Sie können eine Woche lang im feindlichen Feuer liegen und am Tage nur um sechzig Meter sich vorwärts arbeiten. Man hat viel von dem japanischen Zorn gesprochen und von unseren wilden Attacken. Gewiß, wir haben fast alle unsere Schlachten mit dem Bajonett zu Ende gebracht, aber gewonnen haben wir fie durch die Ausdauer in all dem, was diesem kurzen Augenblick voranging, gewonnen haben wir sie durch die Geduld, mit der wir ausharrten bis zur Stunde des letzten Angriffs. Sich beim Angriff töten zu lassen, ist nichts. Im Schüßengraben ausharren zu können, das ist alles." Diese Ausdauer, diese Langsamkeit im Angriffe ist unverlebliche Regel der japanischen Kriegskunst geworden. Die Jetzte Phase der großen japanischen Manöver währt meist fünf bis sechs Tage; aber meist verstreichen drei Tage, bis die Gegner endgültig Fühlung nehmen.„ Es geht nichts über die Vorsicht," so urteilt Hauptmann Duval, mit der ein japanischer Oberst sein Regiment auf dem Marsche führt. Sobald er dem Gegner näher kommt, ist seine größte Fürsorge die Anlage von Deckungen und Befestigungen. Die Schüßengräben, die bei den Manövern ausgehoben werden, die Befestigungen, die man errichtet, entsprechen genau dem, was der Ernstfall fordern könnte." Rundschau vom Cage. Politisches. Der Kaiser bei den Oberpräsidenten. Die schon ange= fündigte Konferenz der preußischen Oberpräsidenten hat gestern unter dem Vorsitz des Ministers des Innern stattgefunden. An dem Festmahl, das der Minister anläßlich der Konferenz abends gab, nahm auch der Kaiser teil. Zu den Arbeitsdispositionen des Reichstags für die nächste Zeit meldet eine Berliner parlamentarische Korrespondenz: Nach Absolvierung der ersten Lesungen der Strafprozeßordnung, der Novelle zum Strafgesetzbuch und dem Reichsbeamtenhaftpflichtgesetz und nach den Bespre= chungen der vorliegenden, noch unerledigten Interpellationen wird beabsichtigt, um die Mitte des Monats Januar in die zweite Etatslesung einzutreten. Es ist die feste Absicht der Parteien, trotz des frühen Osterfestes die Etatsberatungen bis Mitte März zu beenden. Im Januar sollen ferner noch nach Erledigung der Kommissionsvorberatung der deutsch- portugiesische Handelsvertrag und der Kolonialnachtragsetat mit den Forderungen für den Ausbau des Kolonialeisenbahnneßes im Plenum zur Verabschiedung gelangen. Als wünschenswert betrachtet man außerdem die Einschaltung eines Schwerinstages, um sich über die Frage der Veteranenbeihilfen, die bekanntlich wegen des Fehlens von Deckungsmitteln noch immer nicht gelöst ist, schlüssig zu machen. Der Entwurf einer Fernsprechgebührenordnung, der bekanntlich statt der Pauschalgebühren Gesprächsgebühren vorschlägt, wird nach einer Korrespondenameldung bei der 2. Lesung des Postetats zur Debatte gestellt werden. Sollte die Verabschiedung der Vorlage auf Schwierigkeiten stoßen, so ist es nach derselben Quelle nicht ausgeschlossen, daß das Reichspostamt die Pauschalgebühren für die großen Städte provisorisch erhöht. Berechnung der Taloustener. Ueber die rechnungsmäßige Behandlung der Talonsteuer, die eine Berufsgenossenschaft von den Zinsbogen der zum Reservefonds gehörenden Wertpapiere zu zahlen hat, hat das Reichsversicherungsamt folgenden Bescheid erteilt:„ Die Talonsteuer Der Fall Welshofen. Kriminalroman von M. Kossat. Nachdruck verboten. Wie falt sein Kuß war!" dachte das Mädchen, indes ihr die Tränen in die Augen traten. Ach, wie sie ihn liebte, den hübschen Deutsch- Italica ner, dessen Braut sie sich nannte! Wie sie ihn liebte! Und er- ,, Er wird, er muß mich ebenso lieben!" sagte sie sich. ,, Wenn ich nur erst seine Frau bin, wird er iene andere bergessen. Wären der Graf und sie nur erst verheiratet und wir weit fort von ihnen." 2. Kapitel. Ebenfalls am ,, Graben", nicht weit von den KaiserHallen" entfernt, lag ein großes Haus, über dessen Fassade in großen, weithin sichtbaren Buchstaben die Worte ,, Wilson- Scool" zu lesen waren. Dort im zweiten Stock bc= fand sich eine Sprachschule, in der Erwachsenen nach einer besonderen Methode Unterricht in so ziemlich allen lebenden Sprachen erteilt wurde. Ausschließlich eingeborene Lehrer desjenigen Landes, dessen Mundart man erlernen wollte, gaben ihn. Es war um die elfte Vormittagsstunde und in den Räumen des Lokals herrschte ein lebhaftes Getriebe. In dem Büro, in das man durch den großen Vorsaal trat, faßen an einem riesigen Tisch drei Damen, die Gattin des Inspektors, eine noch jugendliche Frau und geborene Französin, welche zwei junge Mädchen, die als Schreiberinnen engagiert waren, Anweisungen erteilte, indes der Inspektor selbst die Honneurs des Instituts machte und neue Schüleranmeldungen entgegennahm. Rechts vont Büro befand sich ein großer, elegant möblierter Saal, in dem die Schüler und Schülerinnen des Glockenschlages harrten, in dem die Lektion beginnen sollte. Unter ihnen saß eine elegante Dame von etwa zweioder dreiunddreißig Jahren, deren Aeußeres die KünstTerin verriet. Sie war mittelgroß, ziemlich voll, aber nicht üppig, vielmehr hatten die Formen etwas Knaben= Gegen den Losennfug. Nach der Franks. 3tg." beabsichtigt die preußische Regierung jeßt, gegen den Loseunfug und die Uebervorteilung des Publikums beim Handel mit Prämien- und Serienlosen vorzugehen. Ein Gesetzentwurf, welcher anscheinend unter Mitwirkung der preuBischen Lotteriedirektion ausgearbeitet wurde, liegt bereits vor. Es wird beabsichtigt, den Entwurf dem Landtage schon bald vorzulegen, damit das Gesetz bereits am 1. April d. Js. in Kraft treten kann. Die Liberalen in Bayern. Der Ausschuß der nationalliberalen Landespartet in Bayern hat beschlossen, auf seiner Forderung, daß ihm für das künftige Verhalten der Jungliberalen Garantien gegeben würden, bestehen zu bleiben. Im entgegengesetzten Falle würde sie aus dem bayerischen liberalen Block ausscheiden. Damit ist der Verfall des bayerischen liberalen Blocks in seiner bishe= rigen Zusammensetzung besiegelt, da die Jungliberalen einem solchen Antrag, wie die bisherigen Verhandlungen mit Bestimmtheit ergeben haben, niemals zustimmen wer= den; der Antrag aber, wenn er nicht einstimmig im 3en= tralausschuß der vereinigten Liberalen Annahme findet, für gefallen zu gelten hat. Der sozialdemokratische Preußentag, der am Mittwoch feine Beratungen schloß, beschäftigte sich u. a. mit der Ver= waltung Preußens. Die hier geforderte Reform umfaßt folgendes: Trennung von Kirche und Staat. Auf GrundTage der kommunalen Selbstverwaltung sollen die Kreise und Provinzen als Selbstverwaltungskörper ausgebaut, in jeder Provinz und in jedem Kreise Deputationen für Sozialpolitik und Bildungswesen sowie Gesundheitsämter errichtet werden. Die Wahlen zu den Kreis- und ProvinzialLandtagen finden auf Grund des demokratischen Wahlrechts und an einem Wochentag statt, der als geseßlicher Feiertag zu gelten hat, so daß an ihm Gehalt und Lohn voll weiter zu zahlen sind.(!) Das Referat hatte der Abgeordnete Liebknecht. Die ungarische Ministerkrisis dürfte bald von neuem aufleben. Der neue Ministerpräsident Lucacs betrachtet seine Amtsführung selber nur als ein Provisorium, da er bei keiner der maßgebenden Parteien rechten Anklang und Anhang findet. Er will sich daher am kommenden Dienstag vom Reichstage nur das Budget auf zwei Monate bewilligen lassen und dann versuchen, die Last der Ministerwürde auf geeignetere Schultern abzuwälzen. Eine Kundgebung des englischen Flottenvereins. Ans Anlaß der Wahlen veröffentlicht der britische Flottenverein eine Kundgebung, in der erklärt wird, die britische Vorherrschaft zur See werde von der größten militärischen Macht des Kontinents bedroht, die im Begriffe sei, eine ungeheure Kriegsflotte zu bauen. England müsse für jedes deutsche Kriegsschiff seinerseits zwei Kriegsschiffe auf Stapel legen. Es sei dem englischen Volke dringend ans Herz zu legen, bei den kommenden Wahlen einzig für die Aufrechterhaltung einer unangreifbaren Vormacht der englischen Flotte seine Stimme abzugeben. Kleine Nachrichten. Ein Opfer der Wissenschaft. Dieser Tage verschied in Stettin im 46. Jahre der Spezialarzt für orthopädische Chirurgie Dr. Opiß. Er ist dem sogenannten„ Röntgenfrebs" erlegen. Dr. Opitz wandte sich als einer der ersten Aerzte dem Studium der Röntgenstrahlen zu, als ihre gewebezerstörende Wirkung noch nicht bekannt war. Originelle Flucht eines Untersuchungsgefangenen. Ein Untersuchungsgefangener namens Kraemer entfloh gestern vormittag aus dem Gerichtsgebäude in Trier auf originelle Art. Der Gerichtsdiener geleitete ihn ins Dienstzimmer, wo er auf den Aufruf warten sollte. Kraemer machte in der Türe Kehrt, schloß die Türe hinter seinem Beschließer zu und verließ unbehelligt das belebte Gerichtsgebäude. Als der Gerichtsdiener sich bemerkbar machen konnte, war Kraemer längst in Sicherheit. Russische Unterschleife. Auf dem Güterbahnhofe der Nikolaibahn sind neue kolossale Unterschleife entdeckt worden, namentlich Fleisch und Korn. Auch lebende Ochsen waren von den Dieben nicht verschont. Zur Entwendung des Kornes benutzte man besonders präparierte Behälter, in die das Korn aus den aufgeschnittenen Säcken abfloß. Auch in Kiew droht ein neuer Skandal. Auf der dortigen Intendantur fehlen 90 000 Rubel. Unterschleife bei einer Krankenkasse. Bei der Krankenkasse des Bochumer Gußstahlvereins wurden Unterschleife entdeckt. Der schuldige Rendant Manger, der die Krankentasse seit 20 Jahren verwaltet, ist seines Dienstes enthoben worden. 15 000 Mark gestohlen. In der vergangenen Nacht drangen Diebe in das technische Bureau von Vogeler in der Raabestraße in Berlin ein und erbrachen den Geldschrank. Sie raubten 15 000 Mark in Wertpapieren und eine kleinere Summe Bargeld. Bier Gefangene entwichen. Aus der Korrektionsanstalt in Neumünster sind vier vom Stolper Landgericht dorthin überwiesene berüchtigte Gefangene, der Töpfer Knop. Schuhhaftes, was noch durch jene Art der Kleidung erhöht werde, die man sezessionistisch zu nennen pflegt. Die losen, leicht schleppenden Gewänder, der riesige Federhut auf dem furz geschnittenen, lockig gebräunten Haar, die fein abgestimmten Farben der Toilette und nicht zum mindesten die unbefangene Sicherheit ihres Wesens waren samt und sonders so überaus charakteristisch für jene Art bildender Künstlerinnen, die man in den Malerkreisen großer Städte in Massen anzutreffen pflegt und die sich bereits Namen und Geld genug erworben haben, um nach außen hin mit Geschmack ihren künstlerischen Liebhabereien Ausdruck geben zu können. Als die Glocke elf schlug, trat der Inspektor in den Saal und bat die Dame, ihm zu folgen. Beide schritten durch das Büro in ein wahres Labyrinth von Gängen und Zimmern oder richtiger Zellen, die mittels bretternen Wänden aus größeren Räumen abgeschlagen waren. In jedem Abteil standen ein Tisch und ein paar Stühle, sonst nichts. An der Wand hing eine große Tafel, vor der ein Stück Kreide lag. In eine dieser Zellen führte der Inspektor die Dame und verließ sie dann ohne ein weiteres Wort. Die Dame aber fand sich einem jungen Herrn vom südlichen Typus gegenüber, ihrem italienischen Lehrer, bei dem sie heute die erste Unterrichtsstunde nehmen sollte. Daß Lehrer und Schülerinnen einander vorgestellt wurden, war in der Wilson- Scool nicht üblich. Dann setzten beide sich an den Tisch einander gegenüber und der Unterricht begann. Der Lehrer fragte die Dame in italienischer Sprache, ob sie bereits etwas italienisch verstehe, worauf sie ihm ziemlich geläufig erwiderte, daß sie vordem schon in Stuttgart einige Lektionen in seinem heimischen Idiom erhalten habe, und zwar ebenfalls in einer Wilson- Scool. Darauf unterhielten sich beide über allerhand gleichgültige Dinge, da es dem Italiener vor allem darauf anfam, zu erfahren, wie weit seine neue Schülerin seine Sprache beherrschte. Er selbst sprach sehr wenig Deutsch, ia, es war ihm kaum möglich, auch nur die einfachste Sache darin zu sagen. Bald wurde das Gespräch lebhafter, Lehrer und Schülerin fanden offenbar Gefallen aneinander und namentlich die Dame fühlte sich von dem hübschen. eleganten macher Popp, Sattler Wendt und Zigarrenmacher Zofffe geflohen. Es ist bisher noch nicht gelungen, threr habhaft zu werden, obwohl die Verfolgung mit großer Energie eingeleitet wurde. Unter Bergiftungserscheinungen erkrankte in Oppeln nach dem Genuß von Mohnklößen die ganze aus sieben Personen bestehende Familie eines städtischen Arbeiters schwer. Sprung aus dem Fenster. Die wegen eines Herzleidens in einem Sanatorium in Graz weilende Gutsbesitze= rin Czermak stürzte sich in einem unbewachten Augenblick aus dem Fenster ihres im zweiten Stock befindlichen Zimmers auf die Straße und verletzte sich derart schwer, daß der Tod sofort eintrat. Vorsichtig mit Fener umgehen! In Mülfort( Rheinland) verbrannte das 8jährige Töchterchen einer Arbeiterfamilie beim Spielen mit Streichhölzern, in der dicht da= neben gelegenen Gemeinde Kleinenbraich verbrannte eine 22jährige Dienstmagd im Stalle, als beim Anzünden einer Laterne das Stroh in Brand geriet. Liebestragödie. In einem Düsseldorfer Hotel wurden der 25jährige Bankbeamte Ferdinand Roettaer aus Mannheim und dessen Geliebte Paula Schweickhardt erschossen aufgefunden. Es liegt Selbstmord vor. Ein hinterlassener Brief gibt als Grund Lebensüberdruß an. Volkswirtschaftliches. Die Firma Krupp und ihre Arbeiter. Im Geschäftsfahr 1908/09 hat die Firma Krupp für ihre Arbeiter, ohne dazu gesetzlich verpflichtet zu sein, und ohne die 3 954 278 Mark für Arbeiterversicherung. 6 884 288 M gegen 6 532 099 Mark im Jahre vorher aufgewendet. Diese gewaltige Summe setzt sich folgendermaßen zusammen: Wohlfahrtsausgaben 5 284 288 M, Zuweisung an den Beamtenpensions= fonds 1 Million M, außerordentliche Zuwendung an die Arbeiterstiftung 600 000 M. Die van den Angehörigen der Kruppwerke bei der Firma eingezahlten Depots haben die Höhe von 33 811 164 M erreicht, ein greifbarer Beweis da= für, daß die Angestellten mit den gezahlten Löhnen nicht nur auskommen, sondern auch sparen können. Da sich im Jahre 1908/09 die Spareinlagen gegen das Vorjahr um 5,77 Millionen M vermehrt haben, so folgt daraus, daß das schlechte Jahr auf die Sparkraft der Arbeiter der Kruppwerke nicht nur nicht ungünstig, sondern sogar günstig ein= gewirkt hat, obwohl der Gewinn der Firma um 1426 789 Mark gegen den des Vorjahres zurückgegangen ist. Wissenschaft, Kunst und Citeratur. Sudermann beim Kaiser. Der Kaiser, der vor einigen Tagen einer Aufführung der Strandkinder" von Sudermann im Königlichen Schauspielhause beiwohnte, hat, so schreibt die ,, Voss. 3tg.", an dem Werke und der Aufführung ein so starkes Interesse genommen, daß er seinen Besuch gestern in Begleitung der Kaiserin wiederholt und den anwesenden Dichter zu sich in die Loge beschieden und sich eingehend mit ihm über das Stück, dessen Stoff und dramatische Behandlung ihm besonders sympatisch sei, unterhalten hat. Der Kaiser nahm Gelegenheit, sich ausführ= lich mit Sudermann über den Charakter der modernen dramatischen Dichtung und über die Ziele, denen sie zuzustreben habe, auszusprechen. Er begrüßte es als besonders anerfennenswert, daß die Dichtung sich der Geschichte unseres Landes zuwende, in unserem Volke den nationalen Sinn durch die Bilder aus der großen Vergangenheit stärke und zum Stile des großen Dramas zurückkehre. Ein dritter Neandertalmensch. Nachdem das Jahi 1908 unsere Kenntnis von den ältesten Diluvialbewohnern Europas durch die Funde der beiden Skelettreste und Schä def von Monstier und Chapelle- aur- Saints auf das glücklichste bereichert hat, kommt, wiederum aus Südfrankreich, die Kunde von der Entdeckung eines neuen Urmenschen, dessen Skelett, fast vollständig und mit größter Sorgfalt geborgen, ein Dokument ersten Ranges zu werden verspricht. Es stammt aus Ferrassie, unweit Bugne in der Dordogne, wo es unter einem ehemals als Höhlenwohnung dienenden Felsdach lagerte. Hier befand es sich, umgeben von zahlreichen Tiergebeinen, ganz in ungestörter Lage, völlig erhalten bis auf die Knochen des rechten Fußes und der rechten Hand, die vermutlich schon von einem Tiere verschleppt sind, bevor die Bedeckung des Leichnams erfolgt war. Es handelt sich auch hier, wie in den beiden oben genannten Fällen, um ein förmliches Begräbnis, wie sich aus der sorgfältigen Lagerung ergibt. Jedoch war kein Grab angelegt, sondern die Leiche wurde im Schuß des Felsdaches niedergelegt und dann wahrscheinlich mit Erde und anderem Material überschüttet. Küchenüberreste und andere Abfälle bildeten in der auch weiterhin bewohnten Grotte eine regelmäßige Schicht von mehr als 3 Meter Dicke, die das Skelett bis auf unsere Zeit geschützt hat. Aus den Gerichtssalen. um 25 Bfg. ins Gefängnis. Wegen Unterschlugung im Amte hatte sich gestern der frühere Postaushelfer, jezige Artist Albert Lehmann vor der zweiten Straffammer des Berliner Landgerichts zu verantworten. Der Angeklagte jungen Mann mit dem südlichen blaßbräunlichen, schmalen Gesicht stark angezogen. Seine anmutigen Bewegungen und sein ganzes Aeußere gefielen ihrem Malerauge. Im Verlaufe nannten sie sich gegenseitig ihre Namen und er= zählten einander, woher sie waren und was sie trieben. Sie war eine Frau Hardegg, welche sich in der Voraussicht eines längeren Aufenthaltes in Italien in der Sprache dieses Landes zu vervollkommnen wünschte, und er hieß Lanzani, stammte aus Neapel und war seit acht Wochen Lehrer an der hiesigen Wilson Scool. Im verflossenen Winter hatte er die nämliche Stellung in Berlin bekleidet. Wo habe ich dies Gesicht nur schon gesehen?" dachte Baula Hardegg, indes sie ihr Gegenüber interessiert betrachtete. Sie grübeste und ging im Geist alle Bekanntschaften durch, die sie in letzter Zeit gemacht, doch war ein Italiener nicht darunter. In Berlin war sie schon seit drei Jahren nicht gewesen und Signor Lanzani ertlärte, daß er, bevor er vergangenes Jahr nach der deutschen Reichshauptstadt gekommen war, deutschen Boden noch nie betreten hatte. Sie sind zuvor immer nur in Italien gewesen?" fragte sie. ,, Das nicht, ich war ein Jahr in Paris, eins in London und ein drittes in Madrid überall als Lehrer an der Wilson- Scool", lautete die Antwort. Auch dorthin war Paula Hardegg zur betreffenden Zeit nicht gekommen. Und ich muß ihn doch irgendwo gesehen haben", dachte sie. Dies ausdrucksvolle, schöne Gesicht vergißt man so leicht nicht." Nur stand vor ihrer Phantasie, wenn sie ihr Erinnerungsbild sich zu vergegenwärtigen versuchte, ein wunderbar strahlendes schwarzes Augenpaar dieser Mann hier hatte zwar auch dunkle Augen, aber ihr Glanz war durch einen Kneifer gedämpft, ohne den er infolge seiner Kurzsichtigkeit nicht zu sehen vermochte. Das Gespräch tam auf Tagesereignisse. ,, Was in diesem Wien auch alles passiert!" äußerte Paula. ,, Haben Sie schon von dem letzten Verbrechen gehört, das die ganze Stadt in Aufregung versezt?" ( Fortseßung folat.) La de la ne 0 be d N ft SENSE OSORED= f A A n T A e T t 20 es le ft, ent e= 359 en ie war vor einiger Zeit auf einem Bostamt als Postaushelfer beschäftigt. Zu seinen Obliegenheiten gehörte u. a. das Ausräumen der Briefkästen. Eines Tages wurde er von einem Postschaffner im Abstempelraum beobachtet, wie er bon den eingesammelten Briefen zwei Behnpfennig- und eine Fünfpfennigmarke ablöste und in seiner Tasche ver schwinden ließ. Der Beamte erstattete sofort Anzeige. Der Angeklagte gab die Unterschlagung offen zu und erflärte, daß er sich von dem Erlöse der Marken habe Eßwaren kaufen wollen. Die Folge dieser Handlungsweise war die jetzige Anklage. Das Gericht erkannte dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf die niedrigste geseßlich zulässige Strafe von drei Monaten Gefängnis. Eine bestialise Körperverletzung. Die Straffammer des Erfurter Landgerichts verurteilte den 16 Jahre alten landwirtschaftlichen Arbeiter Gutjahr aus Gebesee, der einem Bäckergesellen im Verlaufe eines Streites die rechte Ohrmuschel glatt abgebissen hatte, wegen schwerer Körperverlegung zu zwei Monaten Gefängnis. In Anbetracht der Jugend des Verurteilten wurde Strafaufschub angeordnet. Vermischtes Andrees Ballon aufgefunden? In Neuyork ist die Nachricht eingegangen, daß bei Reindeer Lake, 1500 Kilometer nördlich von Prince Albert in der Bathurst- Bai die Reste eines Ballons aufgefunden worden sind, die man für Bestandteile des Aerostaten hält, mit dem Andree and seine Gefährten im Jahre 1897 ihren Polarflug antraten. Eskimos erzählen, es sei ein weißes Haus mit Stricken daran vom Himmel gefallen"; dret Personen hätten sich darin befunden. Man vermutet, daß die Insassen des Ballons von den Eskimos getötet worden sind, weil sie Wild schossen. Ein Schülerselbstmord. Der 13jährige Schüler der 11. Gemeindeschule in Charlottenburg, Franz T., der Sohn eines Lokomotivführers, hat gestern seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Er hatte bei Beginn der Weihnachtsferien ein schlechtes Zeugnis erhalten, das er fich fürchtete, seinem Vater zur Unterschrift vorzulegen. Gestern begann die Schule wieder, und T. gab das Zeugnis ohne Unterschrift des Vaters an den Lehrer zurück. Dieser sagte dem Jungen, daß sofort ein Brief an den Vater gesandt und dieser ersucht werden würde, in der Schule vorzusprechen. Kaum war der Unterricht zu Ende, so eilte der Knabe nach Hause, begab sich auf den Hausboden und erhängte sich dort. Die Leiche wurde später gefunden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos Dr. Gooks Lächeln. Von dem bescheidenen Lächeln Cooks, durch das er sich alle Herzen zu gewinnen wußte, wird aus Kopenhagen eine amüsante Geschichte berichtet. Der erste, der an Cooks Nordpolentdeckung glaubte, war anscheinend dec dänische Gouverneur von Nord- Grönland, Kraul. Eines Morgens stürzten Eskimos in das Haus mit der Nachricht, daß ein weißer Mann aus dem Norden gekommen sei. Der Gouverneur eilte Cook entgegen und lud ihn zum Frühstück. Nach dem Essen erkundigte sich Kraul nach Cooks Reisen. Dr. Cook erwiderte kein Wort; aber er zog eine Polarkarte hervor, nahm einen Bleistift, zeichnete genau den angeblich zurückgelegten Weg auf und überreichte, immer schweigend, seinem Wirt die Karte. Der Gouverneur sah sie an und rief dann voll Ueberraschung: Dann sind Sie ja am Nordpol gewesen!" Dr. Cook blieb schweigsam; er nichte nur zustimmend mit dem Kopfe und auf seinen Lippen erschien jenes berühmte Lächeln, das eine seltsame Mischung von rührender Bescheidenheit und stillem Selbstbewußtsein war. Der Gouverneur gab nun tie sensationelle Nachricht an alle seine Beamten weiter. So fand Cook seine ersten Gläubigen, ohne es auch nur nötig zu haben, ein Wort auszusprechen. Ein ingendlicher Einbrecher. Als das Dienstmädchen Runte in Dortmund abends nach Hause kam, überraschte fie in ihrem Zimmer einen Einbrecher. Beherzt wollte sie den Eindringling festhalten, stemmte sich gegen die Ausgangstür, um ihn nicht fortzulassen und schrie laut umhilfe. Der Bursche feuerte nun aus allernächster Nähe einen Schuß auf das Mädchen ab, der nur dessen Kopf streifte. Mit Hilfe der herbeigeeilten Nachbarn gelang es ihlichlich, den Burschen dingfest zu machen, und nun stellte die inzwischen benachrichtigte Polizet fest, daß man es mit einem sechzehnjährigen Kaufmannslehrling, Sohn einer achtbaren Familie, zu tun hatte. Bei ihm fand man außer dem Revolver noch viele Partonen und ein 45 Zentimeter langes, vierkantiges Stilet. Die anderen Ermittelungen ergaben, daß der junge Bursche bereits über dreißig Einbrüche verübt hatte und in seiner Wohnung ein ganzes Lager von Waffen, Diebeswerkzeugen und gestohlenen Waren aufgestapelt hatte. Der Kaiser der Sahara als Bühnendichter. Herr Jacques Lebandy, Kaiser der Sahara von eigenen Gnaden, läßt nach langer Zeit wieder einmal von sich hören. Es ist erstaunlich, welchen eigenartigen Drang dieser junge Millionär, der doch das angenehmste Leben von der Welt führen könnte, in sich fühlt, seine Kräfte auf Gebieten zu betätigen, denen sie nicht gewachsen sind. Fast scheint es, als fei Herr Jacques Lebaudy seiner ganzen phantastischen Kaiserherrlichkeit endgültig überdrüssig geworden. Denn cus Paris verlautet jetzt, daß er ein Stück geschrieben hat, welches„ Das Herz der Sahara" heißt, und, dem Titel nach zu schließen, die afrikanischen Erlebnisse des Verfassers in Bühnenbildern am Auge der Beschauer vorüberziehen Tassen soll. Und ihre Memoiren pflegen Eroberer und Staatsmänner doch erst zu schreiben, wenn sie sich zur Ruhe Gesetzt haben! Herr Jacques Rebaudy beabsichtigt, ein Theater in Paris für die Aufführungen seines Stückes zu mieten. Das ist sehr weise gedacht, denn so setzt er sich wenigstens nicht der Gefahr einer Ablehnung aus. Eine andere Frage ist es, ob dadurch die Anziehungskraft des„ Herzens der Sahara" gesteigert werden wird. Denn die Pariser haben sich längst gewöhnt, den Kaiser der Sahara als einen Harmlosen, aber nicht hochgradig interessanten Sonderling it betrachten, den man am besten seinen unschädlichen Zaunen ungestört überläßt. Aus philosophischen Gründen zum Brandstifter gewor= den. Daß jemand eine begangene Brandstiftung mit philosophischen Motiven erklärt, dürfte zu den Seltenheiten ge= hören. Ein solcher Fall hat sich in Böhmen ereignet. Vor der Polizei in Prag erschien der Student Pair von der philosophischen Fakultät der Universität Prag und forderte feine sofortige Verhaftung unter der Angabe, er habe mehrere Strohschober in einem Dorfe in der Nachbarschaft angezündet. Die Nachforschungen ergaben, daß P. tatsächlich cinen Heuschober im Werte von etwa 400 Kronen angezündet hatte. Der Student gab noch an, er habe die Tat ous philosophischen Motiven begangen, auch sei nicht er, fendere eine andere Person, die er nicht nennen könne, dafür verantwortlich. Man behielt ihn in Haft, und er wird demnächst auf seinen Geisteszustand untersucht werden. Die„ Freundin des Kaisers". In einer gebrechlichen Hütte des Pariser Vorortes Vincennes lebt seit einigen Jahren eine Greisin, die vor längerer Zeit einmal schön reich und mächtig war. Julia Mouton war in der Glanzzeit Napoleons 3. ein Stern des kaiserlichen Zirkus. In Ihrem prächtigen Hotel verfehrten hohe Offiziere und Staatsmänner. Der Kaiser selbst wurde von ihrer Schönheit geblendet und trat in Beziehungen zu Julia. Dann Famt das Alter und mit dem Alter die Armut. Von allem Glanz blieb im Laufe der Jahre nichts übrig als der Beiname der„ Freundin des Kaisers", der wie ein Hohn klang, wenn ein Nachbar ihn aussprach und dabei auf die Barade mics, in der die einst vielumworbene Frau ihre letzten Rebensiahre verbrachte. Ihr Unterhalt wird durch eine fleine Benson bestritten, die ein ehemaliger Vertrauter Napoleons, ein Adeliger mit bekanntem Namen, in Erinnerung vergangener Tage zahlt. Die einzigen Gefährten der Greifin waren zwei riesige Doggen. Sie begleiteten ihre Herrin auf allen Wegen und hielten treue Wacht an threm Bett. Als Julia vor einigen Tagen erfrankte, ließ der Bezirkskommissar, von den Nachbarn benachrichtigt, Polizisten in das Zimmer dringen, um die Leidende ins Spital zu bringen. Da sprangen die Hunde wütend auf die Beamten ein und rissen einen von ihnen in Stücke. Erst mit vieler Mühe konnten die zornigen Tiere, die letzten Getreuen der Freundin des Kaisers" von dem Krankenbett entfernt werden. Das soziale Elend in England. Es ist hinlänglich bekannt, daß nirgendwo so wie in England neben unermeßlichem Reichtum bitterste Armut, neben unendlichem Lurus die denkbar niedrigste Lebenshaltung zu finden ist. Biffernmäßige Nachweise hierüber werden aber selten kund= bar, deshalb dürften einige einschlägigen Zahlen interessie= ren. In Glasgow leben über 100 000 Personen in Wohnungen von nur einem Zimmer, und ihre Sterblichkeit beträgt über 32 vom Tausend. Der Alkoholismus der Arbetterbevölkerung ist entsetzlich. Frauen haben richtige Trinkklubs. In den östlichen Stadtteilen Londons sind 90 v. H. aller Schulkinder infolge körperlicher Schwäche nicht imstande, das Schulpensum zu bewältigen. 16 v. H. davon in London, 15-30 v. H. in Bezirken von Edinburg und Manchester find chronisch unterernährt. Das ist die Kehrseite des gewaltigen englischen Industrialismus! Der Affe im Gerichtssaal. Vor dem Neuyorker Polizeigericht hatte sich vor einigen Tagen eine Frau wegen der Beschuldigung der Kuppelet zu verantworten. Die Debatte nahm einen sehr erregten Verlauf, wobei es dem Anwalt der Beklagten passierte, daß er seine Klientin auf den Arm tippte. Plöblich erscholl ein markerschütternder Schrei und im selben Augenblick schoß aus dem Schal der Frau ein kleines dunkles Etwas hervor, schwang sich mit einem Satz und fürchterlichem Geschrei auf den Richtertisch und hüpfte von dort auf den Kopf eines Polizisten. Es war ein Affe, und nicht gerade ein liebenswürdiger Vertreter seines Geschlechts. Der Polizist, der sich von einem Gespenst attackiert glaubte, stürzte erschreckt zu Boden, und nun begann der Affe eine wilde Jagd durch den Gerichtssaal, bis er auf einem mit schönen Kirschen garnierten Hut einer Zeugin landete, von dem er mehrere Früchte abriß, um sie in aller Gemütsruhe vor dem Vorsitzenden des Gerichts zu zerpflücken. Der Zuhörer hatte sich eine wahnsinnige Panik bemächtigt, die sich erst zu legen begann, als Joko von seiner Besitzerin wieder eingefangen war. Den Richtern aber hatte der Affe soviel Respekt eingeflößt, daß sie nicht umhin konn= ten, die Angeklagte freizusprechen. Ein Vorschlag zur Güte. Eine Geschichte aus der Zeit, da er noch ein junger Arzt war, erzählt der berühmte französische Mediziner Dr. Chapellier, der vor kurzem mit dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet worden ist. Dr. Chapellier war befangen, wie jeder junge unerfahrene Arzt; in der großen Klinik, in der er arbeitete, hatte er eines Tages einen Patienten zu operieren, der offenbar ein Mann von seltenem Humor war und zudem gegen Schmerzen eine außerordentliche Abhärtung an den Tag legte. Dem Kranken wurde an der Seite ein langer Schnitt beigebracht, den der junge Dr. Chapellier nach vollzogener Operation vernähen sollte. Die berühmte Autorität, die die Operation überwachte, war mit der Arbeit Chapelliers nicht einverstanden und der junge Arzt mußte die Arbeit ' wiederholen. Die Kritik des großen Professors, die Anwesenheit seines Chefs steigerten die Befangenheit des jungen Mediziners und als er nun die Wunde ordnungsmäßig vernäht hatte, fiel ihm zu seinem Entsetzen ein, daß er eine kleine Vor seinem Chef Stefen manfen vergessen hatte. einzugestehen, wagte er nicht, aber sobald die Autorität das Operationszimmer verlassen hatte, öffnete er zum drittenmal die Wunde, hatte in einer Sekunde die Schere entfernt und begann nun zum drittenmale die Vernähung. Der Kranke war während all dieser Vorgänge bei vollem Bewußtsein gewesen und hatte alles beobachtet. Während Dr. Chapellier eifrig damit be= schäftigt war, die Vernähung nun endgültig zu Ende zu führen, wandte sich der leidtragende Dritte zu dem Arzte und meinte mit niederschmeternder Freundlichkeit: Sagen Ste doch, Herr Doktor, warum nähen Sie mir denn nun die Wunde wieder zusammen? Glauben Sie nicht, daß es so= wohl für Sie wie für mich besser wäre, wenn Sie gleich Knöpfe zum Aufknöpfen annähen würden?". Der Pantoffelheld in Frauenkleidern. Eine verdäch= tige Frauensperson wurde gestern in Peth bei Kottbus verhaftet; die Unbekannte gab bei ihrer Vernehmung an, sich in den letzten Wochen in Kottbus ihren Lebensunterhalt durch Austragen von Backware verdient zu haben. Aus allerlei Anzeichen wurde geschlossen, daß man es mit einem Manne zu tun habe; bei näherer Untersuchung bestätigte sich diese Vermutung. Der Verhaftete legitimierte sich als ein Bäckermeister aus Grünberg in Schlesien und erklärte, daß er schon seit November v. J. sich der Frauentracht bedient habe und im Lande umherziehe, um von seiner Frau nicht ermittelt zu werden; diese habe ihn durch schlechte Behandlung zur Flucht getrieben. Die sofort in Grünberg angestellten Ermittlungen ergaben die Richtigkeit der Angaben des Mannes; es liegt gegen ihn absolut nichts Strafbares vor, so daß er wieder aus der Haft entlassen werden fonnte. Der Rattenfänger von London. John Jarvis aus Camberwell, der englische Nachfahr des Rattenfängers von Ha= meln, ist jetzt zu amtlichen Würden aufgestiegen: mit einem Jahresgehalt von 1000 M hat der Londoner Grafschaftsrat ihn soeben offiziell als Rattenfänger angestellt. John Jarvis betreibt sein wunderliches Gewerbe weniger als Beruf, als aus ererbter Leidenschaft, denn seit 100 Jahren haben alle Mitglieder seiner Familie ihr Leben der Rattenjagd gewidmet. Er hat jetzt, im Vollgefühl seiner weidmännischen Tüchtigkeit, eine Herausforderung an alle englischen Rattenfänger gerichte und sich verpflichtet, gemeinsam mit seinem Onkel, ohne Hunde und ohne Fallen, in drei Nächten 1000 Ratten zu fangen. Es gibt viele Rattenfänger bei uns", so erzählte er einem Besucher, aber nur wenige verstehen es, Ratten lebendig zu fangen. Tote Ratten find wertIcs, aber für lebendige bekomme ich gleich von 3 bis zu 8 M für das Dußend. Wie ich es anstelle, die Ratten lebendig zu fangen, das ist mein Geheimnis, das sich seit 1803 in unserer Familie fortgeerbt hat und das treulich bewahrt wird. Ich kann es natürlich nicht verraten, aber andeuten will ich Ihnen doch, daß ich ein Mittel besitze, das auf die Ratten etwa so wirkt, wie Chloroform auf den Menschen. Chloroform selbst ist übrigens für meine Zwecke unbrauchbar. Die Ratten wollen nichts davon wissen. Der Köder, mit dem ich arbeite, hat eine so große Anziehungskraft auf die Ratten, daß selbst schlafende Ratten erwachen Wenige Augenbilde, nachdem ich meinen Köder ausgelegt habe, schwärmen von allen Seiten die Ratten herbei. Ein Biß, ein winziges Stückchen genügt, um sie zu betäuben, und ich habe später weiter nichts zu tun, als ihre Nasen ins Wasser zu stecken, um sie wieder ins Leben zurückzurufen. Wenn ich nachis mit meiner Kellerlaterne die unterirdischen Gänge dahinschreite, so folgen mir die Ratten in Scharen. Meine ganze Arbeit besteht darin, sie aufzuheben und in den Behälter zu tun. Sie selbst bahnen sich dann den Weg zu dem Sack, den ich auf der Wanderung auf dem Rücken trage. Hui! wie sie dann miteinander kämpfen! Oft dachte ich, 100 Ratten zu ha= ben, aber dann fand ich zu Hause, daß die Hälfte von den anderen getötet worden war. Sie fämpfen übrigens nicht nur miteinander; erst kürzlich, als ich in den Kellergewölben eines großen Hotels Jagd machte, überfiel ein Schwarm Ratten meinen Hund. Ich konnte ihn nicht retten: er wurde getötet. Es war einer der beffen Hunde, die ich je besaß. Einmal, als ich in den unterirdischen Gängen des alten Gaiety- Theaters Ratten fagte, fiel mich eine große Ratte an, biß sich in meinem Arme fest und verursachte mir mins destens fünf Minuten lang die größte Pein, ehe ich sie losLösen konnte. Ich wog sie dann, ihr Gewicht war beinahe zwei Pfund." John Jarvis hat durch seinen Beruf" ein ansehnliches Einkommen, denn von einer Reihe großer Hauseigentümer bezieht er ein festes Gehalt für die Verpflichtung, von Zeit zu Zeit bei ihnen Rattenjagden abzuhalten. Noch fast nen. Die„ Nordd. Allg. 3tg." bringt in einer ihrer letzten Nummern folgende nicht alltägliche Annonce: „ Eine gut erhaltene Staatsministeruniform mit vollständigen Zubehörteilen zu verkaufen. Offerten unter O. T. 5079 an Haasenstein u. Vogler, A.-G., Berlin W. 8." Auch Ministerkleider haben ihre Schicksale. Die Residenz eines Dollarfürsten. Nach siebenjähriger Bauzeit ist jetzt der Prachtpalast fertig geworden den sich der frühere amerikanische Senator W. A. Clark mit einem Kostenaufwand von rund 30 Millionen Mart in der Neuvorker Milliardärstraße hat erbauen lassen. Der Mann fann sich solchen Lurus gut und gern leisten. Bezieht er doch als Besizer mehrerer der reichsten Minen des Westens ein Jahreseinkommen von 50 Millionen Mark. Das prunkvolle Clarksche Residenzschloß, das sein glücklicher Eigentümer mit seiner Familie nach Aufgabe seines Pariser Hotels zu beziehen gedenkt, darf als das vornehmste Heim gelten, das ein Privatmann in den Vereinigten Staaten bisher sein eigen nennt. In seinen sieben Stockwerken enthält es 121 Räume einschließ lich 30 Badezimmern, eines türkischen Bades, eines Schwimmbassins, Gemäldegalerie, Skulpturenhalle, Thea ter, Ballsaal, Musiksaal und Gewächshäusern. Die Ge mäldegalerie zählt einen Bestand an Bildern im Werte von acht Millionen Mark, und auf vier Millionen ist der Wert der Gobelins und Teppiche zu schäßen, die in den Räumen Platz gefunden. Ein eigenartiges Gepräge gibt dem Monumentalbau die überreiche Verwendung von Bronzen als Außenarchitektur dekorativer Schmuck der Innen- und Prachtvolle Tapeten und schimmernde Marmorverkleidungen leihen den Vestibulen, Treppenhäusern und Dielen den Ton vornehmer Behaglichkeit. Die Möbelausstattung ist durchgehends im französischen Geschmack gehalten. Der Stil Ludwigs XIV., XV. und XVI. wechselt mit dem des Empire. Seit Jahren schon reist ein Stab von kompetenten Sachkennern in Frankreich herum, um Originalstücke auszuspä ren und im Auftrage des amerikanischen Schloßherrn anzukaufen. So wurde das gesamte Empiremobiliar cines alten französischen Herrschaftssiges von Frankreich über den Ozean transportiert und in mehreren Prunkräumen des Neuhorker Schlosses aufgestellt. Sein besonderes Kennzeichen erhält die Residenz des Dollarfürsten in dem hochragenden Schloßturm aus massivem Granit, der sich 163 Fuß hoch über das Trottoir erhebt, und den eine offene Loggia krönt, von der man einen weitreichenden Ausblick auf das bunte Leben und Treiben im Hafen Neuhorts genießt. Just wie bei den Fürstenschlössern der alten Welt wird auch hier wöchentlich zweimal dem Publikum Zutritt zu dem Schloß des amerikanischen Krösus zu dem löblichen 3wed gewährt, die Kunstsammlungen der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen. Drabtnachrichten und Deaestes. Ehrung Kaiser Wilhelms in Wien. 0 Wien, 6. Januar. Die Bezirksvertretung des Wiedener Stadtbezirks hat einstimmig beschlossen, die Altengaffe, durch welche das deutsche Kaiserpaar am 15. Mai v. J. seinen feierlichen Einzug hielt, Kaiser Wilhelmstraße zu benennen. Huldigungen für Kaiser Franz Josef. Wien, 6. Januar. Anläßlich des 80. Geburtstages Kaiser Franz Josefs plant die Gemeinde Wien große FestlichFeiten. Es soll eine Denkmünze geprägt und eine Huldigungsdeputation des Gemeinderates nach Jicht zum Kaiser entsandt werden. Die chinesische Studienkommission. Berlin, 6. Januar. Die chinesische Marine- Studienkommission, die, wie bereits gemeldet, gestern vom Kaiser empfangen wurde, ist heute morgen nach Stettin abgereift, um die dortigen Werftanlagen zu besichtigen. Der Polarforscher Shakleton in Berlin. Berlin, 6. Januar. Heute früh traf der Südpolarfor= scher Ernst Shakleton mit seiner Gattin hier ein. Abends wird er in der Gesellschaft für Erdkunde sprechen. Mittags wird ihm zu Ehren ein Diner gegeben, an dem auch hervorragende Kolonialpolitiker teilnehmen werden. Tod eines ehemaligen Barlamentariers. Erlangen, 6. Januar. Auf Schloß Neuenburg bei Erlangen ist gestern der ehemalige Reichstagsabgeordnete Freiherr von Gagern im Alter von 69 Jahren gestorben. Zwischenfall bei der Beerdigung des Großfürsten Michael. Petersburg, 6. Januar. Vorgestern bei der Ueberführung der Leiche des Großfürsten Michael fommandierte der Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch einen Teil der Truppen. Ein aus der Provinz zugereifter Offizier stand zufällig in der Nähe des Großfürsten, wobei diesem seine nicht streng vorschriftsmäßige Haltung aufficl. Als der Offizier die Hand an die Mühe legte, um zu grüßen, schlug der Großfürst ihm mit dem Säbel auf die Hand und verletzte ihn schwer. Die Angelegenheit wird vertuscht. Eine neue Flugmaschine. Köln, 6. Januar. Ein bei der Eisenbahn- Aktiengesellschaft Lennep beschäftigter Schloffer hat eine Flugmaschine konstruiert, bei der angeblich die Flugflächen in die verschiedensten Stellungen gebracht werden können, sodaß ein rasches Aufsteigen zu beliebiger Höhe und rasches Lan= den selbst bei ungünstigem Gelände möglich wird. Liebesdrama. Berlin, 6. Januar. Im Hause Langestraße 54 erschoß gestern der 22jährige faufmännische Angestellte Louis Dolte feine zwei Jahre jüngere Geliebte, die Kontoristin Frieda Thurow und richtete dann die Waffe gegen sich selbst. Tödlich verletzt wurde er der Charitee zugeführt, wo er starb. Unglückliche Liebe ist das Motiv der Tat. Sturmverheerungen. Riga, 6. Januar. Infolge des seit gestern ununterbrochen herrschenden Sturmes ist der Straßenbahn- und Dampferverkehr eingestellt. Die Düna ist um fünf Fuß über Normal gestiegen. Die Eisenbahnen kommen mit gro ßen Verspätungen an; in der Stadt sind mehrere Dächer fortgerissen worden, wobei zwei Personen getötet wurden. Große Holzvorräte sind fortgeschwemmt worden. Gattenmord. Dudweiler, 6. Januar. Gestern wurde die Frau des Schloffers Schlucht mit eingeschlagenem Schädel im Bett tot aufgefunden. Der Tat verdächtig ist der flüchtige Ehemann. Mord auf offener Straße. Essen, 6. Januar. In Herves lauterte der Arbeiter Thiel dem Bauunternehmer Lünig auf und tötete ihn durch Mesfcritiche. Ter Mörder marde verhaftet. Beim Schlittenfahren verunglückt. Bern, 6. Januar. Zwischen Davos und Klosters verunglückte beim Schlittenrennen die deutsche Schlittenfenferin Frau Dr. Eppenheim. Beim Anprall gegen eine Teles graphenstange verlor sie das Gleichgewicht und erlitt ei nen Beinbruch und andere ernste Verlegungen C ei ja di be S sch ho ба in Giessener Konzert- Verein Sonntag, den 9. Januar 1910, abends 54 Uhr in der NEUEN AULA Fünftes Konzert Zweiter Solisten- Abend Fräulein STEFI GEYER aus Budapest( Violine) Fräulein ELLY NEY aus Köln( Klavier) PROGRAMM: ſe Ie fid 1. Sonate op. 96 in G- dur für Violine und Klavier fel 2. Sonate op. 35 In B- moll für Klavier 3. Loure und Gavotte a. d. Sonate für Solo- Violine in E- dur Nr. 6 A 4. Stücke für Violine mit Begleitung des Pianoforte: Solostücke für Klavier: a) Intermezzo op. 119 Nr. 2 in E- moll c) a. op. 76 in As- dur op. 118 Nr. 6 in Es- moll d) Rhapsodie op. 119 Nr. 4 In Es- dur a) Aria op. 103 b) Larghetto c) Zapateado Li A au b) 99 " ga de la fe de A1 de fie ge du A1 Ief fü fül ge Fi ge ge de nä sp De chi ne in fid be fe de 10 K ge G de 000 สิน be 10 2. di R pr m 11 ES 11 Suche zum 15. Januar ob.| 1. Februar ein ordentliches Mädchen bom Lande, im Alter von 16-17 Jahren. Frau Julius Stern, Wieseck, Gießenerstr. 143. Eine fast neue Drehbank preiswert zu verkaufen. Karl Weber, Krofdorf. Holzversteigerung im Sickener Stadtwald. Donnerstag, den 18.Jan. 1910 bormittags 9 Uhr werden in den Waldungen der Stadt Gießen im Distrikt Großer Stadtwald III. bersteigert: 280,5 Rmtr. Buchen- Scheitholz Hainbuchen- Rundscheitholz L. van Beethoven. Fr. Chopin. J. S. Bach. 11 " • M. Reger. 102 " A. Dvorák, 90,5 74 " " 1 48,9 54,4 " P. de Sarasate. Johs. Brahms. Oer Konzertflügel ven Steinway& Sons In New- York und Hamburg ist aus dem Klavier- Lager der Firma C. A. André in Frankfurt a. Main. Eintrittskarten: I. Platz Mk. 5, II. Platz Mk. 4,-, III. Platz Mk. 3,-, IV. Platz Mk. 2,50, Studentenkarten Mk. 1,-. Kl. Partitur- Ausgaben sind in der MusikalienEichen- Scheitholz Buchenfrüppelholz Eichenknüppelholz Buchen- Stockholz Eichen- Stockholz 2760 Wellen Buchen- Reisig 1500 " 1 Eichen- Reisig Die Zusammenkunft ist auf der Licherstraße an der 7. Schneise. Gießen, 5. Jan. 1910. Großh. Bürgermeisteret. Keller. handlung des Herrn Ernst Challier( Rudolphs Nachf.), Telephon Nr. 671, für Studierende auch Ankauf- Verkauf bei Herrn Hausverwalter Ritter und abends an der Kasse zu haben. Oeffnung des Saales nachmittags 41, Uhr. Gastots. Wir empfehlen unseren Gastots, welcher sich sowohl für Zimmer: beljungen, wie auch für Zentralheizungsanlagen besonders gut eignet, zu folgenden Preisen: Stüd- Rote 1,20 Mt. pro 3tr. ab Gaswert. 2 1000000 Braubach& Fischer dleser Branche im Nak- Kors, ausschließlich trocken gelagert, in zwei verschiedenen Färberei Grösster Betrieb Korngrößen für Stubenheizung, sowohl für weite als für enge Ofen- 00000000 Grossh. 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Münchner, Jugend' ist die berufene Vorkampferin und Vertreterin der modernen Weltanschauung auf allen Ge bieten des öffentlichen Lebens. □□□ Es sollte niemand, der mit dem Geistesleben unserer Zeit in Fühlung bleiben will versäumen, regelmäßig die o Münchner Jugend" zu lesen. " Bezugsprets vierteljährlich( 13 Nummern)& M Brobebände, auß vorsted. Nummern gusammens gestellt, ca. 120 Seiten start, 50, mit Porto 80. Cine Probenummer versendet aufver langen toftenfrei der Die Brelſe unſerer Gaskors für die Abnehmer auferhalb Verlag der„ Jugend´in München der Gemertung Gieken ermäßigen sich um Betrag Otroirüdvergütung von 4 Bfg. für den Zentner. Gießen, ben 16. Dezember 1909. Städtisches Gas- und Wafferwert Gießen. Steding. Denkmal für Landgraf Ludwig V Zum Fonds für obiges Denkmal gingen beute weitere 2000 Mt. von einem Gießener Bürger bei mir ein. Dem hochherzigen Spender sage ich für seine wiederholten Gaben herzlichsten Dank. Gießen, den 7. Januar 1910. Mecum, Oberbürgermeister. 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