750 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich vorauszahlbar, viertetjährlich 1,20 Mf., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus.- Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Ertrabeilagen: - „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Leschalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 91. Bekanntmachung. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 5. Juli 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Big., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Ertrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Die unterm 24. Mai 1910 angeordnete Sperre der Nordanlage vom Neustädter Tore bis zur Steinstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 2. Juli 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Arbeitsvergebung. Die Maurer, Pflaster- und Asphaltarbeiten für die Neubefestigung der Goethestraße zwischen Seltersweg und Südanlage sollen Montag, den 11. d. M., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststumden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenann Die Beratung des Gemeindeumlagengesetzes. Ab= einer Es ist der Zweiten Kammer der Landstände glücklich gelungen, in sechs Sißungstagen die Beratung über die Regierungsvorlage, die Reform der Gemeindeumlagen betr., zu beendigen und damit fürs erste ein Gesetz zum schluß zu bringen, dessen Zustandekommen schon seit Reihe von Jahren erstrebt wurde, und an dessen gerechter Ausgestaltung alle Kreise der Bevölkerung in weitem Maße interessiert sind. Die dreitägige Generaldebatte war ruhiger und im allgemeinen auch befriedigender verlaufen, als man bei der großen Schwierigkeit der fraglichen Geseßesmaterie und dem lebhaften Widerstreit der Interessen bei Festsetzung der einzelnen Besteuerungsarten zur Aufbringung der Gemeindelasten hätte erhoffen dürfen.d für wie In der Spezialberatung nahm die Frage der Steuerfreiheit der landwirtschaftlichen Oekonomiegebäude, die von agrarischer Seite als das Mindestmaß der For derung für die Zustimmung zu der Vorlage bezeichnet wurde, und die Besteuerung der Konsumvereine mit offenem Ladengeschäft den breitesten Raum ein. Die lettere Frage rief namentlich den sozialdemokratischen Abg. Ra a b aus Pfungstadt aufs Tapet, der den Konsumverein ein hoch= tönendes Loblied sang und sich gegen die Besteuerung diefer segensreichen" Einrichtung ereiferte. Er wurde dabei vom Abg. Dr. Gutfleisch unterstüßt, der an der Lebensfähigkeit der deutschen Genossenschaften nicht gerüttelt wissen wollte, während Geheimrat Be st die Regierung u. a. gegen den Vorwurf in Schuß nahm, daß sie in der Frage einer Besteuerung der Genossenschaften umgefallen fei. Er wies darauf hin, daß die Konsum- Vereine den Gewerbetreibenden eine schwere Konkurrenz bereiteten und schon deshalb eine Heranziehung zur Gemeindesteuer Konsumvereine mit offenen Läden durchaus gerechtfertigt sei. Bezeichnender Weise fand auch die gerade von den kleinen Gewerbetreibenden dringend geforderte Warenhaus- u. Filialsteuer feine Gnade vor den Sozialdemokraten! Am leßten Tage der Beratung nahm dann die Erledigung der Art. 9-60 einen raschen Fortgang, und es schien, als ob das Gesetz ganz in der Ausschußfassung von den Mehrheitsparteien gegen die wenigen sozialdemokratischen Stimmen glatt unter Dach und Fach kommen würde. Da tauchte plöblich zur allgemeinen Ueberraschung nach der Frühstückspause der Abg. Brauer mit einem Antrag seiner Partei auf, die Geltungsdauer des Gefeßes auf nur 5 Jahre zu beschränken. Das mußte jowohl der Regierung, auch der Ausschußmehrheit wie ein Schlag ins Gesicht er scheinen. Seit 11 Jahren hatten sich die Gemeinden in Hessen und ihre Steuerzahler mit einem Gefeßes- Provisorium behelfen müssen, das von den Ständekammern dreimal verlängert wurde, weil die Schwierigkeiten zwischen Regierung und beiden Kammern nicht früher überwunden werden fonnten. Und nun, da die weitgrößte Mehrzahl der Gemeinden erleichtert aufatmen zu können hoffte, daß in der so wichtigen Frage der Ausbringung der Gemeindelasten endlich stabile Verhältnisse geschaffen werden würden, kommt man mit einem solchen Verlangen. Mit Recht wurde vom Regierungstische darauf hingewiesen, daß mit einer derarti= gen zeitlichen Begrenzung des Gesetzes neue Beunruhigung im Lande geschaffen werde und die Regierung ganz außerstande sei, schon nach einigen Jahren wieder ein neues Ge meindeumlagengesetz vorzulegen. Auch wir sind der Meinung, daß sich im Falle des Bedürfnisses, nach einigen Jah ren Aenderungen in einzelnen Bestimmungen des Gesetzes vorzunehmen, dies viel besser durch eine Novelle zu dem Gesetz erreichen ließe wie dies jüngst erst noch beim Fürforgefassengesetz geschah als durch die Beschränkung auf eine furze Frist. Wenn auch schließlich die Fristdauer des Gesetzes auf 7 Jahre erhöht wurde, so müssen wir doch unser aufrichtiges Bedauern darüber aussprechen, daß sich fein energischer Widerspruch gegen diese Forderung erhob und der Antrag mit 20 gegen 16 Stimmen zur Annahme gelangte. Da die Erste Kammer schon früher einen Beschluß auf beschränkte Zeitdauer des Gefeßes abgelehnt hat, ift mit der Annahme dieses Antrages die Gefahr abermals näher gerückt, daß die Gemeindeumlagenreform auch dies= mal nicht zustande kommen wird. Und hat die Zweite Kammer zu ihrem seit einem Jahrzehnt vorbereiteten Schmerzenskind wirklich selber so wenig Zutrauen, daß ste fich das Recht vorbehalten, nach sieben Jahren einen anderweitigen Ersatz dafür zu schaffen? so ten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 2. Juli 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Die unterm 6. Juni 1910 angeordnete Sperre des Leihgesternerwegs von der Ebelstraße bis zur Aktienbrauerei wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 2. Juli 1910. Großherzogl. Polizeiamt. sdm Gebhardt. Arbeitsvergebung. Sod Die Maurer- und Pflasterarbeiten für die Neubefestig= ung der Hammstraße sollen misio di sms Die augenblickl. Parteiverhältnisse im Reichstag wirtAls im Jahre 1907 die Reichstagswahlen abgeschlossen waren, ergab es sich, daß der neugewählten Vertretung des deutschen Volkes 105 3entrumsleute, 62 Konservative, 24 Mitglieder der Reichspartei, 19 Angehörige der schaftlichen Vereinigung, 6 Mitglieder der Reformpartei, 20 Polen, 55 Nationalliberale, insgesamt 48 Angehörige der linksliberalen Gruppen, 43 Sozialdemokraten und 15 Mitglieder kleinerer Gruppen angehörten. Die zahlreichen Erfabwahlen der letzten Zeit haben diese Verhältnisse einigermaßen verschoben. Die Konservativen verloren zugunsten der jetzt mit der Fortschrittlichen Vollspartei verbundenen Freisinnigen Volkspartei einen Siß, die Wirtschaftliche Vereinigung gab je einen an die Nationalliberalen und an die Sozialdemokraten ab; da aber das Zentrum einen Sit gewann, ist die Mandatszahl der Rechten fast ganz unver= ändert geblieben. Die Nationalliberalen verloren drei, die Linksliberalen zwei Size an die Sozialdemokraten, dieſe haben also 6 Siße gewonnen und somit ihre Position seit der Hauptwahl sehr verstärkt. Abänderung des Tabaksteuergesetzes. Das Tabaksteuergesetz vom 15. Juli v. J. hatte Ausführungsbestimmungen erhalten, die schon jest umfangreicher Abänderungen bedürfen. Der Bundesrat hat sie jetzt beschlossen. Die Aenderungen zu den Ausführungsbestimm ungen der§§ 1 bis 11 des Tabatsteuergesetzes vom 15. Juli 1909 betreffen die Grundlage für die Erhebung des Zollzuschlages und den Preis, Feststellung des Zollzuschla ges, die Verkäufer, die Tabatblätter selbst verarbeiten und denen der Verkauf von verzollten Tabatblättern in fleinen Mengen gestattet ist und endlich den Verkauf verzollter ausländischer Tabatblätter durch den Verarbeiter. Zollzuschlagspflichtiger Wert oder Preis, heißt es darin, ist der gesamte Gegenwert, der für den Tabat oder die Zigarren gegeben wird, gleichviel ob dieser Gegenwert in Geld oder ganz oder zum Teil in anderen Werten besteht. Die nicht int Geld bestehenden Gegenwerte sind in der Wertanmeldung mit ihrem Geldwert anzugeben. Der Zollzuschlag wird nach dem Gesamtpreis berechnet, den bei Tabatblättern einschl. der Abfälle der Verarbeiter dem Verkäufer sechs Monate nach dem Kaufabschluß zu zahlen hat. Ist die Rechnung über gelieferte Tabakblätter, früher als sechs Monate und über gelieferte Zigarren früher als zwei Monate nach dem Kaufabschluß zu begleichen, so erhöht sich der zollzuschlagspflichtige Gesamtpreis für jeden Monat der Kürzung der Zahlungsfrist um ½ vom Hundert des Grundpreises. Für Spesen, die nicht vom Verkäuser getragen werden, sind einheitliche Säße aufgestellt. Verkäufer, die auch Tabakblätter berarbeiten, zahlen den Zuschlag nach dem von ihnen zu zahlenden Gesamtprets. Die neuen Bestimmungen traten am 1. Juli in Kraft. Dem Bundesrat liegt ferner zurzeit der im Reichsschabamte ausgearbeitete Entwurf einer Verordnung vor, welche die Vergütung des Zolles und der Steuer bei der Ausfuhr von Tabakerzeugnissen den veränderten Verhältnissen entsprechend zu regeln bestimmt ift. Die Vergütungssäße sollen so viel als möglich den erhöhten Zoll- und Steuersäßen und dem derzeitigen Stande der Fabrikationstechnik angepaßt, auch hinsichtlich der Zolltontrolle gewisse Erleichterungen vorgesehen werden. Zur hessischen Wahlkreiseinteilung. Der Gesetzgebungsausschuß der Zweiten Kammer trat am Freitag nochmals zu einer Besprechung über die ver= schiedenen Vorschläge zur Wahlfreißenteilung zusammen und vollzog alsdann die Abstimmung darüber. Es wurde zuerst über einen Antrag Reh abgestimmt und derselbe mit 4 gegen 2 Stimmen( Wolf und Fulda) abgelehnt. Dann erfolgte die Abstimmung über die Wahlkreiseinteilung nach der Regierungsvorlage, die mit allen gegen die Stimme des Abg. Reh abgelehnt wurde. Die nationalliberalen Vorschläge für die Wahltreiseinteilung in Starkenburg wurden darauf mit 4 gegen 2 Stimmen angenommen, ebenso die neuen Vorschläge, die Abg. Winkler namens der nationalliberalen Frattion für Rheinhessen eingebracht hatte. Bei der Abstimmung der Vorschläge des Bauernbundes inbetr. der Provinz berhessen stimmten 3 Ausschußmitglieder dafür, die Abgg. Dr. Glässing, Reh und Fulda da= gegen, doch gab die Stimme des Vorsitzenden Abg. von Brentano den Ausschlag für diese Vorschläge, deren Haupt21. Jahrg. Montag, den 11. d. M., vorm. 11% Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Ausschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 2. Juli 1910. 19 Städt. Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Die unterm 6. Mai 1910 angeordnete Sperre der Steinstraße zwischen Schiller- und Dammstraße wird hiermit aufgehoben.d Gießen, den 2. Juli 1910. nur Großh. Polizeiamt Gießen. Gebhardt. punft die Zuteilung der Ortschaften Heuchelheim und Wieseck zu dem Stadttreise Gießen bildet. Da jedoch die Durchführung dieses Vorschlages eine Aenderung des Art. 3 des eigentlichen Wahlgesetzes bedingen würde, die mit einer Zweidrittel- Mehrheit erfolgen fönnte, erscheint es sehr fraglich, ob sich das Kammerplenum damit einverstanden erklären wird. Die Bauernbündler sollen dem Vernehmen nach bemerkt haben, daß sie ihre Zustimmung zu dem ganzen Gesetz von der Annahme dieser Forderung abhängig machen würden. Der Sondervorschlag des Abg. Bach für anderweitige Einteilung in Rheinhessen wurde mit 3 gegen 3 Stimmen( Wolf, Reh, Fulda) abgelehnt; der Sndervorschlag des Abg. Jout inbetreff Butzbach- Nauheim fand einstimmige Annahme. Lokales, lentk Lokales. Gießen, 5. Juli 1910. Uebertragen wurde vom Großherzog dem Pfarrberwalter Karl Unverzagt zu Kirdorf, Dekanat Alsfeld, die evangelische Pfarrstelle daselbst. * Parlamentarisches. Der weitere Bericht des zweiten Ausschusses der Ersten Kammer über die Novelle zum Fischereigesetz ist nunmehr erschienen. Der Ausschuß empfiehlt hternach zu dem Artikel 35 die von ber Zweiten Kammer beschlossenen geringeren Sätze für die Fischereifarten. Zu Artikel 36 beantragt der Ausschuß Zufügung eines Zusages zu Absatz 3 folgenden Inhalts: Als solche sind im Sinne dieses Gesetzes die Alt heine nicht anzusehen." Nach der Begründung glaubte der Ausschuß durch diese Beschränkung für die Echaltung des Fischbestandes sorgen zu können. ** Manöver des 18. Armeekorps. Die diesjährigen Manöver finden wie folgt ftatt: Regimentsund Brigadeübungen vom 25. August bis zum 7. Sep tember bet Birklar, Grünberg, Lauterbach, Alsfeld und Fulda; Brigademanöver bom 8. bis zum 12. September bei Lich, Ruppertenrod, Lauterbach und Hersfeld; Divisions Manöver vom 13. bis zum 17. September bei Grünberg und Fulda; Korpsmanöver bom 20. bis zum 22. September nördlich vom Vogelsberg. = st. Stattheater. Nochmals set auf die heutige Aufführung der„ luftigen Witwe" hingewiesen, die außer Abonnement stattfindet, zu der aber Gutscheine gelten und zu der die Operettenabonnenten gegen Vorzeigung ihres Abonnementblocks Eintritt zu den gewöhnlichen Preisen des Winters erhalten. Sämtliche ersten Kräfte find bei der Aufführung beschäftigt. * Lesehalle. Im Monat Juni erfolgte in der öffentlichen Lesehalle die Ausgabe von 1893 Bänden, unter denen die erzählende Literatur mit 983 Werken die erste Stelle einnahm. Die Umgegend von Gießen lieh 62 Bände. Gießener Volts bad. Jm Juni ds. Js. wurden 11667 Bäder gegen 11384 im Mai und 10718 im Juni 1909 der im Durchschnitt täglich 389 Bäder gegen 367 im Mai 1910 und 357 im Juni 1909 verabreicht. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt berteilt: Schwimmbad: 4919 Männer, darunter 828 zu 10 Pfg., 1577 Frauen, darunter 353 zu 10 Pfg. Wannenbäder: 1. Al. 277 Männer und 88 Frauen. 2. I. 875 Männer und 601 Frauen. Brausebäder: 1. Kl. 1104 Männer und 356 Frauen; 2. l. 1342 Männer und 420 Frauen. Tampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 85 Männer und 23 Frauen. Die Personenwage wurde bon 220 Personen benützt, während das Bad von 6 Personen besichtigt wurde. * Ruderregetta. Das am 17. Juli von der Gießener Rudergesellschaft veranstaltete Wettrudern wird Stimmt. Verierbild. Ats unser Regiment mit flingendem Es hat ferr Pillibaldus 33ode Die individuelle Erziehungsmethode. aller Voraussicht nach einen großartigen Verlauf nehmen. Es werden sich nicht weniger als 16 Vereine mit 46 Booten und 227 Ruderern in folgender Weise an den einzelnen Wettkämpfen beteiligen: Jean Kirch: Gedächtnis- Vierer: 1. Weilburger Rv., 2. Limburger Rv., 3. Gießener Rg.- Junior Achter: 1. Offeubacher Rv. Hellas, 2. Gießener Ng. Lahnpokal, Einser: 1. Frankfurter Ng. Germania( Otto Müller), 2. Frankf. Germania( Voat), 3. Mainzer Ng.( Maschmann). Vierer, Wauderpreis: 1. Weilburger Ng., 2. Hanauer Rg ,, 3. Kölner Ro, 4. Mainzer Rg., 5. Gießener Rg. Zweier ohne Steuermann: 1. Bamberger Rfl., 2. Gießener Rg. Zweiter Vierer: 1. Emser Rv.. Offenbacher Rg. Undine, 3. Hanauer Rg., 4. Frankfurter Rfl.- Junior- Vierer: 1. Emser Rv., 2. Offenbacher Rg. Undine, 3. Frankf. Rg. Sachsenhausen, 4. Offenbacher Nv. Hellas, 5. Kölner Sb., 6. Gießener Rg. Junior- Einser: 1. Emser Nv.( Wiesemann), 2. Mainzer Rg.( Maschmann). Akademischer Vierer: 1. Heidelberger Rtg, 2. Gießener Rg.- Junior- Vierer für Lahnbereine: 1. Weilburger Rv., 2. Limburger Rd, 3. Gießener Ng. Stadt Vierer, Wanderpreis: 1. Hanauer Rg., 2. Kölner Rv., 3. Mainzer Rg., 4. GieBener Rg. Grmunterungs- Biecer: 1. Frankf. Rg. Sachsenhausen, 2. Rg, Heidelberg, 3. und 4. Gießener Rg.( 2 Boote). Großer Achter: 1. Offenbacher Rg. Undine, 2. Hanauer Rg., 3. Offenbacher Rv. Hellas, 4. Kölner Rv., 5. Gießener Rg. - - * Einbruch. Gin Unbekannter, welcher seinen Weg über die Mauer des Botanischen Gartens genommen hatte, verschaffte sich in der Nacht zum Samstag in das alte Schloß durch Zertrümmern eines Fensters gewaltsam Eingang. Der Einbrecher fonnte seine Absicht, sich verschiedene Schätze des Museums anzueignen, aber nicht erreichen, da ihn ein noch nicht aufgeklärter Grund unmittelbar nach dem erfolgten Einbruch zum Rückzug nötigte. er= * Die Gerichtsferien beginnen am 15. Juli und endigen am 15. September. Während der Ferien werden nur in den im§ 202 G. V. G. näher bezeichneten Feriensachen Termine abgehalten und Entscheidungen lassen. Aul das Kostenfestseßungsverfahren, das Mahnverfahren, das Zwangsvollstreckungsverfahren und das Konfursverfahren sind die Ferien ohne Einfluß. der * Staatlicher Kohlenbezug. Der Hessische Handelstammertag richtete eine gemeinsame Eingabe Hessischen Handelskammern an das Finanzministerium, die sich gegen den direkten staatlichen Kohlenbezug unter Ausschaltung des Zwischenhandels aussprach. Die Handels= fammern sind der Ansicht, daß aus verschiedenen Gründen ein derartiges Verfahren überhaupt nicht durchführbar ist und daß sich außerdem die von der Regierung hieraus erwartete Ersparnis nicht verwirklichen lassen werde. * Eisenbahnarbeiter Verband. In der am Samstag stattgefundenen Versammlung der Gießener Ortsgruppe des Verbandes der Deutschen Eisenbahnarbeiter hielt Verbandssekretär Apel- Trier einen Vortrag über die allgemeine Lage der Eisenbahnarbeiter. Die für die recht zahlreichen Zuhörer in mancher Hinsicht sehr lehrreichen Ausführungen des Redners ernteten mehrmals laute Anerkennung. Hus Hessen und Nachbargebiet. * Sparsamkeit in Hessen. Der Sparsamkeitsdrang macht in Hessen weitere Fortschritte. Nach einer Verfügung des Großherzoglichen Ministeriums des Innren sind für die Zukunft die Kosten für Unterricht und Verpflegung der Taubstummen nicht mehr wie bisher zu 3/4 bom Staate und zu 4 von Kreis und Gemeinde zu tragen, sondern der Staat übernimmt von jetzt ab nur noch die Hälfte dieser Kosten, während die andere Hälfte von Kreis und Kommune aufgebracht werden muß. Infolgedessen erhöht sich vom Rechnungsjahr 1910 ab der Zuschuß der letzteren Körperschaften auf jährlich 175 Mark für jeden Zögling. Das Ministerium begründet diese Neuerung mit dem Hinweis darauf, daß die Ausbildung der Taubstummen als eine Aufgabe fürsorgender Armenpflege zu betrachten sei, indem durch die Ausbildung die Böglinge zu selbständigem Erwerb befähigt werden sollen, damit sie später nicht der öffentlichen Armenpflege zur Last fallen. Wie aber die Kosten für Zwangserziehung und Landarmenpflege zu gleichen Teilen durch Staat und Kreis, resp. Gemeinde, zu tragen seten, so sei dieser Teilungsmodus auch hier berechtigt. ** In Amerika verstorbene Hessen. Kaspar Deckenbach, 35 Jahre alt, aus Mittel- Seemen in Pittsburg; F. Pinhard 65 Jahre olt, in Cleveland; Frau Elise Frank, geb. Nettberg, 53 Jahre alt, aus Nidda in Ellicot; Joh. Peter Velten, 80 Jahre alt, in Hillsdale, aus der Umgebung von Gießen. * Alsfeld. Der Landwirtschaftskammer- Ausschuß für Oberhessen scheint mit der Veranstaltung seiner 1. Oberhessischen Zuchtvieh- Auktion einen guten Griff getan zu haben, wie aus den zahlreichen Anmeldungen und Anfragen zu mutmaßen ist. Es werden zur Auktion folgende Tiere gelangen: 63 Simmentaler Bullen, von denen 4 Stück im Alter von 24-26 Monaten, 41 Stück im Alter von 16-20 Monaten und 23 Stück im Alter von 7-15 Monaten stehen. Sämtliche Bullen sind aus Herdbuchfühen gezüchtet, die eine mehr oder weniger lange Ahnenreihe nachweisen können. Ferner tommen 22 Edelschweineber, 54 Saaner Ziegenböcke zur Auktion. Der Katalog fann vom 2. Juli ab fostenlos durch den Landwirtschaftskammer- Ausschuß in Gießen bezogen werden. ** Bad Nauhet m. Am Sonntagnachmittag schlug der Blitz in die Viehställe des Hofgutes Hasselheck ein und tötete auf der Stelle 5 Milchlühe im Werte von 3000 Mt. Auch zwei Eichbäume im Friedberger Burgwald wurden durch Blitzschläge schwer beschädigt. * Bad Nauheim. Der erste Kraftwagen der im Frühjahr gebildeten Omnibusgesellschaft ist hier eingetroffen und vermittelt den Personenverkehr zwischen Bahnhof, Stadt und Hochwald. Der Wagen faßt rund 30 Personen. Die Neueinrichtung wird im allgemeinen freudig begrüßt. Nur die Droschkenkutscher begegnen ihr natürlicherweise mit weniger Sympathie. * Friedberg. Die Blindenanstalt soll jetzt end:| lich den seit Jahren geplanten Neubau erhalten. Das Gebäude soll noch bis Herbst im Rohbau vollendet werden. G3 kommt hinter die Augustine schule an die ehemalige Promenade zu stehen. * Friedberg. Ginen Drohbrief von der schwarzen Hand erhielt Polizeikommissar Weiß, er soll 150 000 Mark nach Wien postlagernd senden. An * Friedberg. Der Schußverein für entlassene Gefangene im Großherzogtum Hessen hielt im Hotel Trapp seine Hauptversammlung ab. Den Vorsitz führte Generalstaatsanwalt Dr. Prätorius aus Darmstadt. Von 850 Mitgliedern mit einem Beitrag von 900 Mr. ist der Verein auf 3500 Mitglieder angewachsen. Unterstützungen an entlassene Gefangene wurden 1904 6200 Mark, 1909 8729 Mark bezahlt. Die Jahresrechnung für 1909 zeigt einen verzinslichen Vermögensstand von 56,013 Mark, das Gesamtvermögen ist 60,176 Mark. An Geschenken gingen 1112 30 Marf ein. Der Voranschlag für 1911 steht als Einnahme 12,000 Mt., als Ausgabe 11,000 mt vor, darunter 8000 Mark für Unterstützungen. Bei der Vorstandswahl wurden wieder: gewählt: Geheimrat vr. Bretbert, Superintendent Petersen, Dr. Selbst, Dr. Kaiser, Dr. Theobald, Dr. Köhler; neugewählt wurden Provinzialdirektor Geheimrat Fey Darmstadt, Povinzialdirektor Dr. UsingerGießen und Oberstaatsanwalt von Hessert Darmstadt. * Weilburg. Bis jetzt sind vom Untersuchungsrichter in Limburg inbezug auf den Mord von Oberhausen, etwa zwanzig Zeugen aus Obershausen, Oders berg und der Oberförsterei Johannisbucg vernommen worden. Festgestellt wurde hierbet, daß der tot aufge: fundene Fey vorher mit den des Mordes verdächtigen jungen Leuten von Nenderoth wegen eines Mädchens in Streit geraten war. Die Verhafteten Simon, Peiffer und Becker wurden von dem Amtsgerichtsgefännis iu Weilburg nach dem Untersuchungsgefängnis in Limburg a. d. 2. überführt. * Friedberg. Mit den Aufräumungsarbeiten des zerstörten Rathauses wurde begonnen. Bis zur Wiederherstellung hat man Bürgermeisterei, Standesamt, Stadtkasse, Polizeiamt und Ortsgericht in den Räumen über den städtischen Pferdeställen untergebracht. Auch die Situngen der Stadtverordneten- Versammlung werden dort abgehalten. * Friedberg. Das Preisreiten und Fahren des Wetterauer und Gießener Reitervereins fand am Sonntag hier auf der Seewiese statt. Als Preisrichter fungierten folgende Herren: Hofpächter Güngerich, Hofgut Engelthal, Defonomierat Müller, Schlichte, Streistierarzt, Usingen, Oberſtleutnant Sch mid t- Gießen, Dr. S ch mid t, Universitätsprofessor, Gießen, A. S ch' w a n- Gießen, v. Willich, Oberlandstallmeister zu Darmstadt, Zinser, KreisveterinärarztFriedberg. In dem Konkurrenzreiten errang Georg Bichler- Gießen einen 3. Preis. Das gut verlaufene Fest be= wies, daß man dem Reitsport in der Wetterau großes Interesse entgegenbringt. ** Friedberg. Die Mitteldeutsche Kreditbank hat am hiesigen Plätze eine Filiale eingerichtet. Zur Leitung derselben sind die Herren Julius Aletter und Frizz Wöss= ner bevollmächtigt. * Birtlar. Ein dreifaches Fest: Bezirkskriegerfest für den Bezirk Lich, die Einweihung eines Kriegerdenkmals und das 25jährige Stiftungsfest des hiesigen Kriegervereins, fand am Sonntag hier statt. 20 Vereine aus der Umgegend hatten sich eingefunden. Die Denkmalsweihe vollLich zog Herr Pfarrer Döring, namens des Hassiabezirts sprach Bezirksvorsteher Reger- Lich, namens des Kriegerver= eins Präsident Heinrich Schöck 1r. Der Vertreter des Kreisamts Gießen übergab dem Verein die Kaiserschleife, Frl. 2. Lechins einen Fahnengürtel, gestiftet von den Jungfrauen. Für 25jährige Vorstandstätigkeit erhielten Ehrentafeln: Erster Präsident Hch. Schöck, zweiter Präsident K. Döringer und Schriftführer Ludwig Weisel. * Sinn. Bei der Bürgermeisterwahl wurde von 70 Bewerbern Herr Bürgermeistersetretär Groß Ehringshausen einstimmig zum Bürgermeister von Sinn gewählt. * Marburg. Die Getreidefirma Strauß dahier ist in Konturs geraten. Die beiden Inhaber sind wegen Konfursvergehens verhaftet worden. * Frankfurt a. M. Bei den StadtverordnetenWahlen in den neu eingemeindeten Vororten wurden vier Sozialdemokraten gewählt, je einer in Hausen- Praunheim und Heddernheim, zwei in Rödelheim. In den übrigen Orten finden drei Stichwahlen zwischen Sozialdemokraten und fortschrittlichen Volksparteilern statt. * Die Gründung eines Landesverbandes der städtischen Beamten im Großherzogtum Hessen hat sich in Mainz vollzogen. Bis jetzt gehören dem Verband an die Vereine Worms, Darmstadt, Offenbach, Gießen, Bensheim, Bingen, Alzey, Friedberg und Bad Nauheim. zum Vorsitzenden des Verbandes wurde Bauinspektor Schu= mann- Mainz gewählt. * Mainz. Das Jubelfest des Magdeburgischen Dragonerregiments Nr. 6 nahm am Sonntag seinen Anfang mit der Begrüßung der Gäste des Regiments, die durch die Regimentskapelle feierlich vom Bahnhofe abgeholt wur= den. Es sind über 600 frühere Mitglieder des Regimenta hier eingetroffen, von ihnen seien besonders erwähnt: Erz. Graf Dohna- Schlobitten, Flügeladjutant des Kaisers, Erz. Raabe, Generalleutnant 3. D. und Mitglied des Kaiser= lichen Autoklubs, der bekannte Mar Schinkel- Hamburg, Vorsitzender des Rennklubs, Domprobst Graf Moltke, Mitglied des Herrenhauses, Wirtl. Geh. Reg.- Rat Hemptenmacher, der frühere Direktor der Seehandlung, Berlin, ferner Vertreter der Städte Magdeburg, Schmiedeberg und Diedenhofen. Viee alte Leute sind gekommen, die dem Regiment zurzeit seiner Begründung in den Jahren 1858, 59 und 60 angehörten, auch ein Herr, der 1862 Fahnenjunker gewesen. Zu Ehren der Gäste wurde ein Reiterspiel veranstaltet. Infolge des Sonntags standen Tausende von Menschen vor der Stadthalle, die die kostümierten Reiter einziehen sehen wollten. Darmstadt. In der Klage der Erben der bei dem Automobilunglück auf der Griesheimer Chaussee im vorigen Jahre verunglückten Frau Wolfsturm Witwe gegen die Süddeutsche Eisenbahngesellschaft hat die Zivilkammer des Landgerichts Darmstadt in dem heutigen Urteil die Ansprüche der Erben anerkannt, da dem Chauffeur keine Schuld an dem Unglück treffen fänne, während an der Unglücks stätte jedes Warnungszeichen gefehlt habe. Die Höhe der Forderung wird später festgesetzt. aug * Oppenheim a. Rh. Zum 5. Verbandstag des Landesverbandes hessischer Fleischbeschauer und Trichinenschauer versammelten sich hier zirka 150 Mitglieder Starkenburg, Rheinhessen und der Provinz Oberhessen. Verbandsvorsitzender Hallenmeister Herrmann- Offenbach a. M. begrüßte die Gäste und Vertreter der Behörden. Nach dem Rechnungsbericht betrugen die Einnahmen 599,84 Mt., die Ausgaben 458,83 Mt. Ein auf der Tagesordnung stehender Antrag verlangte die Einführung der. Fleischbeschau bei Hausschlachtungen. Hierüber entspann sich eine sehr lebhafte Debatte. Der Vorsitzende hielt es für die höchste Zeit, daß das Großh. Ministerium dieser brennenden Frage näher trete. Kreisveterinärarzt Dr. Knel l- Gießen sprach über Fleischbeschau und Veterinärpolizei". Dr. Knell forderte auf, noch mehr wie bisher der Anzeigepflicht nachzukommen. Es sei lebhaft zu begrüßen, daß diese nach der neuen Gesetzesnovelle auch auf die Metzger übergegangen sei. Die statutengemäß ausscheidenden Vorstände HerrmannOffenbach, E. Damer Offenbach und A. Blume- Lauterbach wurden per Afflamation wiedergewählt. Als Ort des näch sten Verbandstages wurde Nidda gewählt. * Koblenz. Der neue Oberpräsident der Rheinprovinz v. Rheinbaben ist hier eingetroffen und hat sich die Beamten des Oberpräsidiums vorstellen lassen. * Mainz. Wegen Verweigerung dec Vohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit sind die hiesigen Fuhrleute in den Ausstand getreten. * Weinheim a. d B. Im Walde bei Mückenloch entdeck e man die Leichen der 16 Jahre alten Tochter der Familie Winterbauer aus Lobenfelt und des 28 Jahre alten Tagelöhners Winterbauer, der das Mädchen schon seit längerer Zeit mit seinen Liebesanträgen bergeblich verfolgt hatte. Durch ein geschicktes Manöver wußte er das ahnungslose Mädchen in den Wald zu loden, wo er es erbarmungslos niederschoß und dann die Mordwaffe gegen sich selbst richtete. * Vom Odenwald. In den bekannten Luftkurorten, wo Mitte Juni schon zahlreiche Kurfreunde eingetroffen waren, ist es teilweise sogar ganz leer geworden; denn bei diesem Unwetter ziehen es alle Leute vor, wieder nach Hause zurückzukehren. Auch solche, die bis zum 1. Juli angemeldet waren, haben sich wieder bis auf weiteres abgemeldet. Aus aller Welt. * Karlsruhe. Finanzminister Honsell ist an Entfräftung gestorben, nachdem zuletzt eine Nahrungsaufnahme unmöglich war." * Berlin. Eine Novelle zum Gesetz vom 1. Juni 1870 über den Erwerb und Verlust der deutschen Reichs. und Staatsangehörigkeit dürfte dem Reichstage im im nächsten Winter zugehen. Nach der Novelle soll ein Deutscher seine Staatsangehörigkeit nicht gegen seinen Willen verlieren, auch sollen die Meldungen bei den Konsulaten, die jetzt vorgeschrieben sind, in Fortfall kommen und§ 21 des Gesetzes( Verlust der Nationalttät bet zehnjährigem Auslandsaufenthalt) aufgehoben werden. * Berlin. Der Bundesrat nahm in einer Plenarsitung unter dem Vorsitze des Staatssekretärs Delbrück die Varlage betreffend Ausführungsbestimmungen zum Geset über den Absatz von Kalisalzen und die Vorlage betreffend den Entwurf einer Verordnung zur revidierten Berner Uebereinfunft zum Schube ponerler der Literatur und Kunst an. Ebenso wurde den Entwürfen einer Vorlage betreffend die Aenderung der Verord- nungen über Tagegelder, Fuhrkosten und Umzugskosten der Reichsbeamten, einer Vorlage betreffend die Aenderung von Bestimmungen zur Ausführung des Weingeseßes, dem Antrag Preußens betr. die Prägung von Dreimarkstücken in Form von Denkmünzen zur Feier des 100jährigen Be= stehens der Universität Berlin, sowie dem Entwurf von Bestimmungen über die Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel zugestimmt. Ferner wurde die Vorlage wegen Aenderung und Ergänzung der Weinzollordnung angenommen, ebenso der Entwurf einer Vergütungsordnung für Tabak 2c., und die Vorlage betreffend die Nenderung der Grenzen des hamburgischen Freihafengebietes. * Berlin. Neueren Meldungen zufolge ist die Mitteilung, daß Fürst Eulenburg wieder verhandlungsfähig sei und daß die Staatsanwaltschaft, um einer parlamentarischen Interpellation über den Stand des Meineidsverfahrens aus dem Wege zu gehen, den Prozeß im September wieder aufnehmen wolle, unzutreffend. * Berlin. Die 7. Straffammer des Landgerichte 1 hat nunmehr das Hauptverfahren wegen Erpressung gegen den Reichstagsabgeordneten Bruhn, dessen Bruder und die Redakteure Weber und Sommer eröffnet und den Angeschuldigten diesen Beschluß zugestellt. Die Sache wurde der 1. Straffammer zur Hauptverhandlung überwiesen, die unmittelbar nach den Gerichtsferien stattfinden soll. * Leipzig. Die Maurer beschlossen die Anerkenn ung des Schiedsspruchs und sofortige Wiederaufnahme der Arbeit. * Heilbronn. Das Heilbronner Schwurgericht verurteilte den ehemaligen Schultheißen Bosch von Stodheim wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung im Amte zu 7½ Jahren Zuchthaus, 1200 M. Geldstrafe, inklusive weiterer 60 Tage Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Im ganzen hatte Bosch 65 öffentliche Urkunden und 353 private Ürfunden gefälscht, sowie 349 falsche Beurkundungen vorgenommen. Gschädigt sind insbesondere Banten u. Sparfassen um zirfa 300000 Mart. * Allenstein. Die ärztlichen Sachverständigen stellten fest, daß Frau v. Schönebeck Weber völlig geistesverwirrt und auf Monate hinaus nicht verhandlungsfähig sei. Darauf wurde seitens des Gerichtes die vorLäufige Einstellum g des Verfahrens beschlossen. Frau v. Schönebeck- Weber ist bereits in die Frrenanstalt Kortau in Ostpreußen gebracht worden. * Hagen i. W. Die Aussperrung aller Metallarbeiter im Kreise Hagen- Schwelm ist nunmehr erfolgt. Sämt liche Betriebe, die dem Arbeitgeberverein angeschlossen sind, ruden. Von der Aussperrung werden etwa 20 000 Arbeiter betroffen. * Hannover. Die Geschworenen sprachen den Arbeiter Oskar Schreiber frei, obwohl er eingestand, versucht zu haben, seine Frau zu töten. Diese war in Gesellschaft von Dirnen und Zuhältern betroffen worden, worüber der Ehemann so erregt wurde, daß er fünf Revolverschüsse gegen seine Frau abgab. Kiel. Graf Zeppelin traf in Kiel ein und begab sich an Bord des Lloyddampfers Mainz, der zur Vorerpedition für die deutsche anttische Zeppelin Luftschiff- Expedition nach Spitzbergen abging. * Kiel. Der Kaiser trat am Sonntag auf seiner Jacht„ Hohenzollern" von hier aus die Nordlandreise an. Mailand. Der Astronom Chiaparelli, der bekannte Marsforscher, ist gestorben. * * Enschede. Infolge des teilweisen Streites einer Fabrit beschloß die Vereinigung der Unternehmer der Baumwollindustri brilen 8000 Ar ber erften Woche brei Tagen und briten. )( Leipzi Areifen der Renn reibte feinen bieg ben Sieg an, in im Handicap ala auf feinem leicht )( Die am Iit zum Austr Ben Sommerpreis des Tages teilter Ryjer, indem bei renden Läufe ge Weltmeister Piet Der gleichzeitig preis" jah den S nabor als Siege Di Das traurig Luftschiff betroffe ftemfrage zur De Zeppelin Luftschif ten verunglückt, auch in der Zuri an den Tag leg Tannten, als die fann auch nicht b ein über das an der das Verkehr sen sei und es ei fähigkeit des Luf tare Gewalt übe unsere Aufgabe, stem vor dem u diene, einzumisch Wahrnehmung a bor dem starren Augenblick zur G so daß der Ba bietet. Eine beson Düsseldorfer Ver denkt, welche di nichtung des v schiffes bei Wei wurde der Mil sie den Grafen lehne, jeine S große Abrechnun Aussicht gestellt. mit Recht sager Haaren dem ft Sie fortgesetten beweisen. Man tann haben und sei Militärverwalt firma ein Mon berlegenheit ihr unzweifelhaft d Reichstag will Munition nicht Frage der P borigen Session macht, daß sie Konturrenz zu Gebiete der L nach genügen litärluftschiff de diese Schiffe h Tüchtige, felb und Feilbänke Offerten Da Lebens- B | Berichtungsbe 826.4 labe fallba Dividende n Die Germania Profpette Hauptagent em Die - bei ite Pa per per rte m- Der gen t ach ach inDie ng br en ter 28 gen er ber зи Inn ur ein ge= eute die eder ntaufunt im foll gen gen der auf, mar die efet treff der erten vürord nder I von Ant in Be= bon zum ewe ange mung rung Mit Dig jei ischen aus Tauf chte 1 gegen und An vurde n, die tenn ne der gericht Stod Amte lusive t. Sm rivate vor Spar digen völlig ungs bor= offen. anftalt allar Sämt find, Irbeien Ar erfugt Vigaft der e ge begab Terpe pedifeiner e an. Ili, ciner ber Baumwollindustrie die sofortige Aussperrung für alle Fa briten. 8000 Arbeiter sind beschäftigungslos, und zwar in der ersten Woche an zwei Tagen, in der zweiten Woche an drei Tagen und sofort bis zur völligen Schließung der Fa briten. den )( Leipzig. Der als guter Tempofahrer in Streifen der Rennfahrer gefürchtete Berliner Willi Techmer reihte seinen diesjährigen Erfolgen wieder einen bedeuten den Sieg an, indem es ihm am letzten Sonntag gelang, im Handicap als sicherer Sieger vor Stabe und Conrad auf seinem leichtlaufenden Brennaborrade zu landen. )( Die am leßten Sonntag im SportpartSteglib zum Austrag gebrachten Dauerrennen um den„ GroBen Sommerpreis" boten sehr schönen Sport. In die Ehren des Tages teilten sich die Brennaborfahrer Didentmann u. Ryser, indem beide je einen der über 50 Kilometer fühdem Tenden Läufe gewann. Im Gesamtklassement wurde Weltmeister Piet Dickentmann der erste Preis zuerkannt. Der gleichzeitig zum Austrag gebrachte„ Kleine Sommer- preis" sah den Holländer Piet van Net ebenfalls auf Brennabor als Sieger. Die Zeppelin- Luftschiffe Das traurige Schicksal, welches das neueste ZeppelinLuftschiff betroffen hat, wird unweigerlich wieder die Sh ftemfrage zur Debatte bringen. Es ist ja auffällig, daß ein Zeppelin Luftschiff nach dem anderen auf seinen Fernfahr ten verunglückt, und die Wucht dieser Tatsache prägt sich auch in der Zurückhaltung aus, welche gerade solche Blätter an den Tag legen, welche sonst keine andere Begeisterung fannten, als die für das starre System. Dieser Eindruck fann auch nicht verwischt werden, wenn von beteiligter Seite ein über das andere Mal versichert wird, daß der Sturm, der das Verkehrsluftschiff erfaßt hatte, überaus start gewesen sei und es ein glänzender Beweis für die Widerstandsfähigkeit des Luftschiffes sei, daß es sich gegen die elemen nicht tare Gewalt überhaupt zu halten vermochte. Es ist unsere Aufgabe, uns in die Streitfrage, ob das starre System vor dem unstarren oder halbstarren den Vorzug verdiene, einzumischen. Aber auch dem Laien drängt sich die Wahrnehmung auf, daß unstarre und halbstarre Luftschiffe vor dem starren den Vorzug haben, daß sie im kritischen Augenblick zur Erde gehen und ihr Gas entleeren können, so daß der Ballon den Winden keine Angriffsfläche mehr bietet. Eine besondere Bedeutung hat aber der Unfall des Düsseldorfer Verkehrsluftschiffes, wenn man an die Angriffe denkt, welche die Militärverwaltung aus Anlaß der Ver= nichtung des von Militärs geführten Zeppelinschen Luft= schiffes bei Weilburg erfahren hat. Bei dieser Gelegenheit daß wurde der Militärverwaltung der Vorwurf gemacht, sie den Grafen Zeppelin schlecht behandle, weil sie es ab= lehne, seine Schiffe zu übernehmen, und es wurde eine große Abrechnung darüber für den Herbst im Reichstag in Aussicht gestellt. Aber das eine fann die Militärverwaltung mit Recht sagen: daß sie, wenn sie sich nicht mit Haut und Haaren dem starren System verschreibt, recht daran tut, wie die fortgesetten Katastrophen der Zeppelinschen Luftschiffe beweisen. und die ten Gefühle Man tann für den Grafen Zeppelin die besten haben und seine Verdienste durchaus anerkennen, aber die Militärverwaltung hat keine Veranlassung, einer Luftschiff= firma ein Monopol zu geben, so lange diese nicht die Ueberlegenheit ihres Systems in der praktischen Verwendung unzweifelhaft dargetan hat. Sie bezieht ja auch, und der Reichstag will es ja, die Kanonen, die Gewehre Munition nicht von einer einzigen Firma, und in der Frage der Panzerplatten hat der Reichstag noch in der vorigen Session der Marineverwaltung Vorhaltungen gemacht, daß sie zu lässig sei bei den Versuchen, Krupp eine Konturrenz zu schaffen. Die Konkurrenz wird auch auf dem Gebiete der Luftschiffahrt ganz gut sein und allem Anschein nach genügen auch das Parsevalsche und das Großsche MiAuch litärluftschiff den Ansprüchen der Militärverwaltung. diese Schiffe haben sicher ihre Mängel, und ein Mangel ist, wie die Erfahrung lehrt, allen gemeinsam: bei starkem Winde sind alle nicht zu gebrauchen, und offenbar sind wir auch noch nicht so weit, um regelmäßige Verkehrsfahrten einzurichten, geschweige denn nach dem Nordpol zu fahren. Es liegt keine Veranlassung vor, die Militärverwaltung zu drängen, daß sie das Geld der Steuerzahler bloß für die Zeppelinschen Kolosse anlegt, wenn sie sich nicht der Gefahr aussetzen will, daß ihr später vielleicht Vorwürfe gemacht werden, sie habe das Geld der Steuerzahler in die Winde verstreut. Sie muß sich abwartend verhalten, denn erst die Zukunft wird entscheiden, ob das lenkbare Luftschiff Frage des Systems oder des Motors ist. Deutsche Turnerschaft. eine Im ersten Vierteljahr d. Js. hat die Deutsche Turnerschaft nach Abzug der eingegangenen und ausgetretenen Vereine eine Zunahme von über 60 neuer zu verzeichnen. Besonders bemerkenswert sind dabei der Unteroffizier turnverein in München und der Schülerturnverein der OberRealschule in Jena. Also überall ein erhöhtes Interesse für die Aufgaben und Ziele der Deutschen Turnerschaft. Wenn den Unteroffizieren einerseits und den Schülern höh erer Lehranstalten andererseits der Anschluß an sie gestattet wird, so ist das wieder ein Beweis, daß die Grundlage der Turnerschaft eine außerordentlich gute und ihre Leitung eine vortreffliche ist, was uns Turner nur freuen fann. Der Beitritt des Turnvereins in Sofia in Bulgarien weist ferner auf die großen Verdienste hin, die dem deutschen Turnen und der deutschen Turnerschaft im Auslande zu= tommen. * Die diesjährigen Sitzungen des Hauptausschusses der jetzt etwa 9500 Vereine mit über 900 000 Mitgliedern umfassenden Deutschen Turnerschaft werden am 21.- 23. Juli in Straßburg abgehalten werden. Nach dem jetzt erschie nenen Kassenbericht verfügt die Deutsche Turnerschaft über ein Vermögen von 229 867,15 Mt., abgesehen natürlich von den Kassenbeständen der einzelnen Vereine, die etwa 14 Millionen betragen. Von diesen 229 867,15 Mt. befinden sich in der Haupttasse einschließlich des Werts des Jahnmuseums in Freyburg a. U. 100 837,76 Mt., in der Abgeordneten- und Kampfrichtertasse 23 208 Mt., in der Dr. Ferdinand Goeß- Stiftung für Errichtung deutscher Turn= stätten 95 425,44 Mt. und in der ehemaligen Deutschen Jahnstiftung, deren Erträge für Unterstützung alter Turnlehrerwitwen Verwendung finden, 10 395,95 Mr. Aus der Dr. Ferdinand Goetz- Stiftung sind 9950 Mt. Beihilfen zum Bau von Turnhallen gewährt worden. Seit einiger Zeit macht sich beim deutschen Militär das Bestreben geltend, dem Turnen einen seiner wichtigsten Teile, das Bewegungsspiel, beizugesellen. Die Anregung zu seiner Pflege, die die Turnvereine sich schon seit Jahns Zeiten haben angelegen sein lassen, auch beim Militär wurde von dem deutschen Kaiser gegeben, und zwar im Hinblick auf England, wo die Soldaten ihre freie Zeit zum großen Teil auf das Spiel verwenden. Ueber das gute Auslän dische hat man aber wieder einmal das bessere Einheimische übersehen. Bis jetzt ist nämlich nur die Rede vom Fuß= ballspiel. Viel geeigneter erscheint aber jedem Kenner für das Militär der deutsche Schlagball, das schönste aller Bewegungsspiele. Die folgenden Ausführungen mö= gen dies genauer dartun. Das Fußballspiel beruht hauptsächlich auf der Beintätigkeit, bedingt durch das fortgesetzte Laufen, wodurch sich unter Umständen auch nachteilige Wirkungen einstellen können, die Armtätigkeit ist dabei auf ein Reeses Puddingpulver unübertroffen Igomob„ Gesucht Tommo Kaffee- Rösterei. Tüchtige, selbständige Wagenfattler, Kaftenmacher, Wagner und Feilbänker finden sofort dauernde Stellung. 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Welche haarscharfe Abschätzung der Entfernung, wo er herunterkommen wird, ist nötig, um ihn mit einer Hand sicher absangen zu können. Dieselbe Sehschärfe, dieselbe genaue Abschätzung der En.fernung, dazu eine ungemeine Gewandtheit im Weitergeben des Balles und Einkreisen des Geg ners, verlangt das zielsichere Abwerfen desselben während seines raschen Laufes. Blitzschnelles Niederwerfen, ein rascher Sprung in die Höhe oder gewandtes seitliches Auz- biegen läßt diesen wiederum häufig einem Treffwurf ent gehen. Außerordentlich spannende, stets wechselnde Bilder bietet daher das Spiel. Immer muß das ganze Spielfeld im Auge behalten, in einem Nu überblickt und sicher aufgefaßt werden können, um einen Erfolg zu erringen. Wegen dieser hohen erzieherische Eigenschaften in leiblicher und geistiger Hinsicht ist der Schlagball ohne Zweifel das deutsche Kampfspiel der Zukunft, nicht zum mindesten auch für das Militär. * Passau. Der Turnlehrer des Kaiser 3, Rob. v. Dresky, ist hier im Alter von 75 Jahren gestorben. Oberst v. Dresky war 20 Jahre lang in der Hofhaltung Kaiser Friedrichs beschäftigt und hat Kaiser Wilhelm vom 6. Jahre an in gymnastischen Uebungen unterrichtet. Zuletzt war er Kurkommissar in Bad- Em3. Dresky erhielt oft Einladungen an Bord der„ Hohenzollern". Hier hielt der Kaiser darauf, daß unter Drestys Leitung fleißig geturnt wurde. Der alte Oberst tannte dann keine Nachsicht. Die Herren vom Zivil, denen derartige Leibesübungen besonders schwer fielen, wurden scharf vorgenommen, und selbst der Kaiser wurde nicht geschont sehr zum Gaudium aller Teilnehmer wenn diese oder jene Uebung nicht gelingen wollte. * Der Wert des Turnens für !! Frauen turnt! das weibliche Geschlecht wurde wieder neuerdings ausdrüc lich betont. Ein befannter Frauenarzt befundet, daß mindestens zwei Drittel seiner Patientinnen die Konsultation nicht nötig gehabt hätten, wenn sie in ihrer Jugend regelmäßig geturnt hätten. Auf Grund seiner genauen Beobachtungen glaubt er, daß die überwiegende Mehrzahl aller unheilbarer Frauenkrankheiten in der unvollkommenen Kör perentwicklung und der daraus entspringenden Arbeitsstörung der inneren Organe ihren Ursprung habe. Es gibt kein Mittel, das zur Hebung von chronischen Krankheiten der inneren Organe besser und wirksamer ist, als das regelmäßige Turnen. Die einseitige Körpertätigkeit hat Auszehrung oder Verkümmerung des Nervensystems und des Gehirns zur Folge. Es sollen junge Mädchen in den Jahren ihrer Entwickelung regelmäßig turnen, nicht nur weil dadurch förperliches Wohlbefinden gefördert, sondern weil dadurch auch ihr Geist gehoben, ihre Dentkraft geschärft, ihr moralisches Bewußtsein gestärkt wird und sie in Wahrheit an Leib und brheit an Leib und Seele tatkräftige Menschen werden. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Kufeke -Kindermehl Krankenkost. Hervorragend bewährte Nahrung. 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