Aus der Mappe einer Berliner Lebrerin. bis zum 15. nächſten habe. Erwartungsnol das Sie meine erfüllen, Euer XI Natürlich ist es ja eigent lich Sache der Hausfrau, Anordnungen zu solche 5 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mf., durch die Post 1,50 Mif. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Leschalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 52. - - Frühjahrs- Kontrollversammlungen. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes = Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 5. April 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pig. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 fg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pig., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Ausschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Es haben aus der Stadt Gießen auf dem Hofe der alten Kaserne am Landgraf Philtpp Plaß zu erscheinen: 1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve und der Landwehr 1. Aufgebots( fleiner Dienstanzug), soweit sie verhindert sind an der Offizier- Kontrollver sammlung am 16. April 6.30 abends im Kasino des Inf. Reg. Nr. 116 teilzunehmen; 2. Die Mannschaften der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots aller Waffen einschließlich Halbinvaliden und nur Garnisondienstfähigen; 3. Die zur Disposition der Truppenteile oder Ersaßbehörden entlassenen Mannschaften aller Wassen; 4. Die Ersaßreservisten, geübte und nicht geübte; und zwar: Am 7. April, vorm. 9 Uhr: Jahrgang 1905, 1906, 1907, 1908 und 1909 der Infanterie und die zur Disposi fion der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen. Am 7. April, nachm. 2 Uhr: Jahrgang 1902, 1903 und 1904 der Infanterie. Am 8. April, vorm. 9 Uhr: Jahrgang 1905, 1906, 1907, 1908 und 1909 der Spezialwaffen und Ersaßreserve. Am 8. A ril, nachm. 2 Uhr:" Jahrgang 1903 und 1904 der Spezialwaffen und Ersaßreserve. Am 9. April, vorm. 9 Uhr: Jahrgang 1902 Spezialwaffen und Ersabreserve, 1901 aller Waffen einschließlich Ersabreservisten. Am 9. April, nachm. 2 Uhr: Jahrgang 1898, 1899 und 1900 der Infanterie. Am 11. April, vorm. 9 Uhr: Jahrgang 1898, 1899 und 1900 der Spezialwaffen und Ersabreserve. Am 11. April, nachm. 2 Uhr: Jahrgang 1897 aller Waffen, einschließlich Ersabreservisten, sowie die oben unter Nr. 1 Aufgeführten( Offiziere 2c.) aller Jahrgänge und Waffen der Reserve und Landwehr 1. Aufgebots. Für die auf Bahnhof Gießen beschäftig= ten Beamten und Arbeiter auf Bahnhof Gießen: Am 20. April, vorm. 9 Uhr: Reserve, Landwehr 1. Aufgebots und Ersabreserve, sowie die zur Disposition der Ersatz- Behärden entlassenen Mannschaften aller Waffen, soweit sie nicht von der Teilnahme an der Kontroll- Ver= sammlung befreit sind. Es wird folgendes erinnert: 1. Befreiungsgesuche sind bis spätestens 8 Tage vor dem Appell durch den Bezirksfeldwebel des Hauptmeldeamts einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein. Berücksichtigung kann nur in den dringendsten Fällen stattfinden. 2. Jeder Kontrollpflichtige ersieht die Jahresklasse, zu der er gehört, auf dem Deckel seines Militärpasses. 3. Die Militärpässe mit eingeklebter roter Kriegsbeorder= ung bezw. Paßnotiz und Führungszeugnis sind mitzubringen. 4. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen, Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher wegzulegen. 5. Sämtliche Mannschaften stehen während des ganzen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz. Demgemäß werden auch Unpünktlichkeit und Ver säumnis der Kontrollversammlung bestraft. Gießen, 19. März 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Jubiläums- Stipendien- Stiftung zu Ehren der Außerdem ist der Nachweis zu erbringen, daß der Gesuchsteller in Hessen geboren, bezw. hessischer Staatsangehöriger ist. Gießen, Mainz, Darmstadt, den 1. April 1910. Das Kuratorium: Dr. Göttelmann Dr. Glässing Oberbürgermeister. Oberbürgermeister. Mecum Oberbürgermeister. Jubiläumsfeier des zehnjährigen Bestehens der Pferdemärkte zu Gießen am 6. April auf dem Radrennplatz auf Bichlers Hardt unter Mitwirkung der Kapelle des Inf. Rgts. Kaiser Wilheim. Nachmittags 2 Uhr: Vorführung der prämiierten Pferde.- Preisreiten. Sprungfonkurrenz. Vorfahren von Herrschafts-, Geschäfts- und landwirtschaftlichen Wagen. Jagdreiten. Landwirtschaftliches Rennen. Eintrittstarten zur Tribüne a 1 Mt. bei Richard Buchacker. Abends 7 Uhr: Festessen im Saale des Hotel Großherzog. Bekanntmachung. Wir machen darauf aufmerksam, daß es verboten ist, 1. Blumen stöde, Blumenbretter und andere Gegenstände auf Baltonen und Fenster 2c. derart aufzustellen, daß durch deren Herabfallen oder Umstürzen jemand beschädigt werden kann; 2. Teppiche, Betten, Ab= pußtücher 2c. aus den Fenstern heraus nach der Straße auszuschütteln, so daß Personen belästigt oder verunreinigt werden können. Die Schußmannschaft ist angewiesen, Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen, worauf Bestrafung gemäß § 366, 8 Reichsstrafgesetzbuch erfolgen wird. Gießen, den 31. März 1910. Großh. Polizeiamt Gießen. Reinhart. Bekanntmachung. Betrifft: Feldbereinigung in der Gemart ung Heuchelheim. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 29. März 1910. Bürgermeisterei Gießen. Betrifft: Wie oben. Mecum. Bekanntmachung. Auf Grund von Art. 19 des Feldbereinigungsgesetzes fordere ich die beteiligten Grundeigentümer auf, die Einträge der Eigentums- und sonstigen Rechtsverhältnisse in den öffentlichen Büchern, insoweit dieselben den bestehenden Verhältnissen nicht mehr entsprechen, innerhalb einer Frist von 3 Monaten bei dem zuständigen Großherzoglichen Amtsgericht berichtigen oder ergänzen zu lassen, damit die be= stehenden Rechtsverhältnisse beim Feldbereinigungsverfahren berücksichtigt werden können. Friedberg, den 21. März 1910. Der Großh. Feldbereinigungskommissär. gez. Schnittspahn, Gr. Kreisamtmann. Bekanntmachung Alle noch rückständigen Rechnungen über Arbeiten und Lieferungen, die im Rechnungsjahr 1909 für das Tiefbauamt erfolgten, sind bei Meidung der Nichtberücksichtigung bis spätestens 1. Mai ds. Js. 21. Jahrg. Bekanntmachung Betr.: Das Spielen in außerhessischen Lotterien. Die Bestimmungen des nachstehenden Gesetzes vom 14. Februar 1906 bringen wir mit dem Anfügen erneut zur Kenntnis, daß von großen Klassenlotterien nur die Königl. Preußische Klassenlotterie im Großherzogtum Hessen zugelassen ist. Im übrigen ist, abgesehen von unbedeutenderen Ausspielungen zurzeit nur der Losevertrieb von folgenden außerhessischen Lotterien im Großherzogtum erlaubt.. 1. Lotterie des Vereins für Wiederherstellung der St. Lorenzkirche in Nürnberg;*) 2. Lotterie des Innungsausschusses der vereintgten Inungen in Metz;*) 3. Lotterie des Stuttgarter Liederkranzes.*) Alle übrigen Lotterien, insbesondere die Hamburger Stadtlotterie, die Kgl. Sächs. Landeslotterie, die Ungarische Klassenlotterie und die Dänische Koloniallotterie sind im Großherzogtum Hessen nicht zugelassen, so daß sowohl der Vertrieb der betreffenden Lose als auch das Spielen in den letztgenannten Lotterien verboten und strafbar ist. *) Anm. Zum Vertrieb in Hessen dürfen nur mit dem Hessischen Zulassungsstempel versehene Lose gelangen. Während der Zeit des Vertriebes der Lose zur ersten Klasse einer Königl. Preuß. Klassenlotterie ist Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Lose in Hessen nicht gestattet. Gießen, den 31. März 1910. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Reinhardt. Gesetz, das Spiel in außerhessischen Lotterien betreffen d. Vom 14. Februar 1906. ERNST LUDWIG von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein 2c. Wir haben mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und verordnen hierdurch, wie folgt: Artikel 1. Wer in außerhessischen Lotterien, die nicht mit staatlicher Genehmigung im Großherzogtum zugelassen sind, spielt, wird mit Geldstrafe bis zu 600 Mart bestraft; eine nicht beizutreibende Geldstrafe ist in Haft umzuwandeln. Artikel 2. Wer sich dem Verkauf oder der sonstigen Veräußerung eines Loses, eines Losabschnittes oder eines Anteils an einem Lose oder Losabschnitte der im Artikel 1 bezeichneten Lotterien unterzieht, insbesondere auch, wer ein Los, einen Losabschnitt oder einen Losanteil dieser Art zum Erwerb anbietet oder zur Veräußerung bereit hält, wird mit Geldstraße bis zu 1000 Mart bestraft. Die gleiche Strafe trifft denjenigen, welcher bei einem solchen Geschäft oder einer solchen Handlung als Mittelsperson mitwirkt. Ist die Zuwiderhandlung durch eine Person begangen, werbsmäßige Hilfe leistet, oder ist sie durch öffentliches Ausdie Losehandel gewerbsmäßig betreibt, oder bei ihm ge= legen, Ausstellen oder Aushängen oder durch Versenden eines Loses, eines Losabschnitts, eines Bezugsscheins, eines terieplans in eine in Hessen erscheinende Zeitung erfolgt, Anteilscheins, eines Angebots, einer Anzeige oder eines Lotso tritt Geldstrafe von 100 bis 1500 Mt. ein. Jede einzelne Verkaufs- oder Vertriebshandlung, namentlich jedes einzelne Anbieten, Bereithalten, Auslegen, Ausstellen, Aushängen, Versenden eines Loses, eines Losabschnittes, eines Bezugsscheines, eines Anteilscheines, eines Angebots, einer Anzeige oder eines Lotterieplans wird als besonders selbständiges Vergehen bestraft, auch wenn die einzelnen Handlungen zusammenhängen und auf einen einheitlichen Vorsatz des Täters oder Teilnehmers zurückzu= führen sind. Artikel 3. Wer, nachdem er wegen eines der im Artifel 2 bezeichneten Vergehen rechtskräftig verurteilt worden 25jährigen Regierung des höchstseligen Groß: in doppelter Ausfertigung und Altenformat unter Beifüg- ist, abermals eine dieſer Handlungen begeht, wird in den herzogs Ludwig III. Aus obiger Stiftung, welche bezweckt, daß aus den Kapitalzinsen drei junge Leute, und zwar aus jeder der drei Personen einer, eine gleichmäßige Beihiife zu den Kosten ihrer Ausbildung auf einer höheren Bildungs- Anftalt erhalten sollen, sind für das Jahr 1910 drei Stipen Dien von je 400 Mart zu vergeben. Das Stipendium kann auf drei Jahre ausgedehnt werSen; es können jedoch nur Angehörige solcher Gemeinden berücksichtigt werden, welche Beträge zu dieser Stiftung geleistet haben. Hiernach berechtigte und befähigte junge Männer, welche zum Zwecke ihrer Ausbildung eine höhere Bildungsanstalt besuchen oder besuchen wollen und sich um das Stipendium zu bewerben beabsichtigen, sind eingeladen, ihre Gesuche burch ihre betreffende Bürgermeisterei an die Bürgermeisterei der Hauptstadt ihrer Provinz, also aus Orten der Provinz Starkenburg an die Bürgermeisterei Darmstadt, aus Rheinhessen an die Bürgermeisterei Mainz, aus Oberhessen an die Bürgermeisterei Gießen bis längstens zum 1. Mai d. J. gelangen zu lassen. An Zeugnissen sind den Gesuchen beizulegen: 1. ein behördlich beglaubigtes Vermögenszeugnis, 2. eine behördliche Bescheinigung, daß und wo Gesuchsteller studiert, 3. das Maturitäts- bezw. Schulabgangszeugnis, 4. ein Führungs-( Leumunds-) Zeugnis. ung der Bestellscheine an uns einzureichen. Gießen, den 31. März 1910. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Lieferung von Pflastersteinen. Die Lieferung von 200 cbm. Pflastersteinen 2. Sorte soll Montag, den 11. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind späte stens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 2. April 1910. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Alle noch rückständigen Rechnungen über ausgeführte Arbeiten und Lieferungen für die Unterhaltung städt. Gebäude in der Zeit vom 1. April 1909 bis 31. März 1910 sind bis zum 1. Mai d. J. in doppelter Ausfer= tigung bei uns einzureichen. Gießen, den 2. April 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. Fällen des Artikels 2 Abs. 1 mit Geldstrafe von 100 bis zu 1500 Mart, in den Fällen des Artikels 2 Abs. 2 mit Geldstrafe von 200 bis 2000 Mart bestraft. Artikel 4. Jeder fernere Rückfall nach vorausgegange ner rechtskräftiger Verurteilung im ersten Rückfalle Geldstraße von 300 bis zu 3000 Mart nach sich. zieht Artikel 5. Die Bestimmungen des Artikel 3, 4 finden Anwendung, auch wenn die früheren Geldstrafen noch nicht oder nur teilweise gezahlt oder ganz oder teilweise erlassen sind; sie bleiben jedoch ausgeschlossen, wenn seit der Zahlung oder dem Erlasse der letzteren Geldstrafe oder der Verbüßung der an ihre Stelle getretenen Freiheitsstrafe bis zur Begehung der neuen Zuwiderhandlung drei Jahre verflossen sind. Artikel 6. Wer Gewinnergebnisse der im Artikel 1 bezeichneten Lotterien in einer in Hessen erscheinenden Zeitung veröffentlicht, oder durch öffentliches Auslegen, Aus= stellen oder Aushängen bekannt gibt, wird mit Geldstrafe bis zu 50 Mark bestraft. Gehört der Täter oder Teilnehmer zu den im Artikel 2 Abs. 2 bezeichneten Personen, so tritt Geldstrafe von 100 bis zu 600 Mart ein. Artikel 7. Den außerhessischen Lotterien sind alle außerhalb Hessens öffentlich veranstalteten Ausspielungen beweglicher oder unbeweglicher Gegenstände gleich zu achten. Der Artikel 1 findet jedoch keine Anwendung, wenn der Preis des einzelnen Loses 3 Mart, einschließlich des Reichsstempels, nicht übersteigt. Artikel 8. Die in den einleitenden Bestimmungen und im ersten Teile des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich enthaltenen Vorschriften finden auf die in dem gegenwär tigen Gesetze mit Strafe bedrohten Handlungen Anwend ung, soweit nicht durch dieses Gesetz abweichende Bestimmungen getroffen sind. Artikel 9. Auf Anteilscheine von Anleihen, deren Verzinsung und Tilgung mit einer Verlosung und mit Prämien verbunden ist, finden die Bestimmungen dieses Gesetzes keine Anwendung. Aufklärungsarbeit des Hansa- Bundes. ( Hansabunds- Lehrgänge und Diskussionsabende.) Schon in den„ Richtlinien" hat es der Hansabund für eine seiner ersten und vornehmsten Aufgaben bezeichnet, in allen Schichten der Bevölkerung Aufklärung zu verbreiten über die Bedeutung von Gewerbe, Handel und Industrie und der sonstigen Erwerbsstände im Staate, insbesondere auch des gewerblichen Mittelstandes und Handwerks sowie auch der Landwirtschaft, über ihre Stellung in der Gesamtwirtschaft, über ihre Ziele und ihre bisherigen Leist ungen sowie über Inhalt und Charakter der für sie wichtigen Gesetzgebung. Auf der ersten Tagung des Gesamt ausschusses des Hansabundes hat der Präsident Landrat a. D. Rötger auf die Wichtigkeit dieser Aufgabe wiederum nachdrücklich hingewiesen und dann hinzugefügt:" In offener Aussprache und, wenn es sein muß, in offenem Kampfe wollen wir jedem einzelnen und unserem Volte zeigen, was nach unserer gemeinsamen Ueberzeugung allen frommt, immer mit dem Ziele, die Lebensbedingungen aller ohne Bevorzugung einzelner Erwerbstreise möglichst zufriedenstellend zu gestalten. Wir wollen ausbauen und zusammenführen, nicht zerstören, und wir hoffen, daß dank unserer Arbeit das Verständnis für die Bedeutung jeder einzelnen unserer Erwerbsgruppen für unser nationales Wirtschaftsleben, für unsere nationale Wohlfahrt sich Bahn brechen wird." Zur Erreichung dieses nationalen Zieles sind in der größeren Zahl der Ortsgruppen Hansabunds- Lehrgänge u. Diskussionsabende eingerichtet. Von den bereits behandelten Themen mögen hier nur folgende genannt sein: Reichs, Staats- und städtische Verfassung. Reichs- Einnahmen und Reichs- Ausgaben. Finanz- und Steuergesetzgebung in Preußen u. Deutschland. Die Selbstverwaltung in Preußen. Parlamentarismus und Parteien in Deutschland, ihre Entstehung und historische Entwickelung. Das bisherige Verhalten der Gesetzgebung und Verwaltung des Staates gegenüber den verschiedenen Erwerbsständen. Das Recht des Staatsbürgers. Die wirtschaftlichen Grundlagen der verschiedenen Erwerbsstände. Regelung des Submissionswesens. Die Befämpfung des Borgunwesens. Pensionsversicherung der Privatangestellten. Die neuen Bedürfnisse und Wünsche des gewerblichen Mittelstandes. Reichsversicherungsordnung. Grundtatsachen der Arbeiterfrage. Die Interessen der einzelnen Bundesstaaten Ausfuhr zur See und an den Kolonien. Lokales. an der Gießen, 5. April 1910. -h- Jubiläum. Dieser Tage konnte Obermeister Reinhardt auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste des Fabrikbesitzers Schaffstädt zurückblicken. Vom Chef der Firma und seinen Kollegen erhielt der Jubilar reiche Ehrung. Stadtverordneten Versammlung. Die Tagesordnung der nächsten Sizung, die Donnerstag, den 7. April, nachmittags 4 Uhr, stattfindet, umfaßt fol= gende Punkte: 1. Sommerfahrplan der Straßenbahn. 2. Niederschlagung uneinbringlicher Ausstände aus 1908. 3. Vorlage der Rechnung und des Verwaltungsberichts für 1908. 4. Voranschlag für 1910.- 5. Gesuch des Joh. Steinhauer jr. um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetriebe Weßlarerweg 77. ** Ausstellung. Am 29. Mai findet auf der Liebigshöhe eine Hunde Ausstellung statt, veranstaltet vom Verein für Hundesport. Die geplante Veran staltung wird durch ihre Reichhaltigkeit und Gediegenheit ganz gewiß das Interesse für die Hundezucht neu beleben und auch dem Hundesport viele Freunde zuführen. * Elektrische Straßenbahn. Die elektrische Straßenbahn beförderte in dem Monat März 94 369 Personen; die durchschnittliche tägliche Benußungsziffer belief sich somit auf 3045 Passagiere. Zu einer größeren Inanspruchnahme der Bahn führten die beiden Osterfeiertage, welche insgesamt eine Beförderung von 9659 Personen 8) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Du darfst mir nicht das Haus mit all dem Kram vollstopfen, dafür habe ich nicht Raum genug," wiederholte sie immer. Und du mußt auch froh sein, ein paar Groschen in die Hand zu bekommen, denn wenn ihr euch auch noch so bescheiden einrichtet und wenn man in Neunlinden auch viel billiger leben kann, als in einer großen Stadt, Geld braucht man deswegen doch. Deine Toilette ist auch viel zu reichhaltig," fuhr sie dann fort und ließ ihre falten grauen Augen prüfend über die geschmackvoll gearbeiteten Kleider der Nichte hinschweifen. Du lieber Gott, wozu braucht man denn so unglaublich viel Sachen! Das muß nun in der Zukunft alles anders werden. In Neunlinden hast du gar keine Verwendung für solchen Lurus, man lebt dort sehr einfach. Artikel 10. Das vorstehende Gesetz tritt gleichzeitig mit dem Staatsvertrage zwischen den Hessisch- Thüringischen Staaten und Preußen vom 17. Juni 1905 in Kraft. Gleichzeitig treten außer Kraft: 1. Die Artikel 234, 235 des Polizeistrafgesetzes vom 30. Oktober 1855, soweit sie den Vertrieb von Losen 2c. außerhessischer Lotterien und Ausspielungen betreffen; brachten. Ein Vergleich mit der durchschnittlichen Benutzung in den letzten drei Monaten zeigt, daß die Verkehrsverhältnisse mit einer täglichen Inanspruchnahme der Bahn von 3127 Personen im Januar, von 3106 Fahrgästen im Februar und 3045 Personen im März bereits stetig geworden sind. Landwirtschaftlicher Verein. Der landwirtschaftliche Verein hielt kürzlich in Gießen eine Ausschußsibung ab, welche eine erhöhte Bedeutung durch die Anwesenheit unseres neuen Provinzialdirektors Dr. Usin ger gewann, den der Vorsitzende, Dekonomierat Schlenke, ganz besonders warm begrüßte. Nach dem Jahresbericht zählte der Verein 1800 Mitglieder, obwohl er im abgelau fenen Geschäftsjahr ungefähr 200 Mitglieder verlor. Aus den Verhandlungen dürfte der bemerkenswerte Beschluß hervorzuheben sein, die Bestrebungen der Landwirte durch Geldmittel zu unterstützen und in dieser Angelegenheit gemeinsam mit dem Provinzialausschuß und der Landwirtwirtschaftskammer vorzugehen. So war nun endlich der für den Umzug festgesetzte Tag gekommen. Am meisten schmerzte Sylvia die Trennung von ihrer über alles geliebten Freundin. Denn da Maja in der Stadt nur wenige Häuser entfernt wohnte, war es den beiden Mädchen möglich gewesen, sich zu sehen, so oft sie Lust hatten. Das ging nun freilich nicht mehr. Doch zum Glück konnte man Neunlinden in etwa einer Stunde erreichen, und Maja versprach, oft zu kommen. Ihr standen ja jederzeit Wagen und Pferde zur Verfügung, ein Besuch in Neunlinden bot also keinerlei Schwierig teiten. Frau v. Schmettwiß hielt allerdings keine KutSchierpferde, weil man das nach ihrer Ansicht nicht nötig hatte. Bu Fuß gehen ist viel gesünder," pflegte sie zu sagen, und auch viel billiger. Wozu hätte denn der Mensch zwei Beine, wenn er sich im Wagen spazieren fahren lasfen wollte!" Sie besaßen daher n ein paar schwerfällige Ackergäule, die sie zum Feldbau brauchten. Sylvia war noch nicht sechs Wochen in Neunlinden, als bte Tante schon mit allerlei Heiratsplänen hervortrat. Ste forgte mit großem Eifer, das Mädchen so bald als mög == Streif. Gestern ist ein großer Teil der Arbeiter der Dämpfziegelei Gabriel am Abendstern verschiedener Differenzen mit der Betriebsleitung halber in den Ausstand getreten. = p Spielen in auswärtigen Lotter i en. Eine Bekanntmachung des Gr. Polizeiamts auf der 1. Seite unseres Blattes beschäftigt sich mit dem Spielen in auswärtigen Lotterien, das in Hessen leider noch allgemein an der Tagesordnung ist und doch nur unser Geld nach dem Ausland bringt. Aus diesem Grund möchten wir alle unsere Leser darauf aufmerksam machen, daß hohe Geldstrafen oder bei Zahlungsunfähigkeit eine entsprechende Haft auf dem Spielen in den in Hessen nicht zugelassenen Lotterien steht. Aus Hessen und Nachbargebiet. ** Bauern se st. Am 5. und 6. Juni findet auf Veranlassung der landwirtschaftlichen Parteien in Widdersheim bei Nidda ein Bauernfest statt, das bei den oberhessischen Landwirten reges Interesse erweckt hat. Vertreter der Agrarparteien werden hierbei Ansprachen halten, so daß jedenfalls mit einem starten Besuch der Veranstaltung zu rechnen sein wird. * Mück e. Ein plötzlicher Tod überraschte eine fast 80 Jahre alte Greisin auf der Wiese. Sie war dorthin gegangen um einige Frühjahrsarbeiten zu verrichten, daber erlitt sie einen Herzschlag. 4 Lehrer tätig, die mehr als 40 Dienstjahre zählen. Es * Alsfeld, 3. April. Im Kreise Alsfeld sind noch sind dies die Lehrer: Walther zu Schwarz, Volk zu Schadenbach, Becker zu Flensungen und Döring zu Windhausen. Walther ist sogar noch auf seiner ersten Stelle und versieht dort schon 45 Jahre mit der größten Treue sein Amt. Döring ist auch schon 41 Jahre im hiesigen Kreise tätig. * Alsfeld. Eine unglaubliche Rohheit beging ein Schweizer im nahen Sickendorf. Einer unruhig gewordenen Suh stach er mehrmals mit der schmußigen Mißgabel in die Weichen. Das Tier mußte geschlachtet werden. * Wenings. Die hiesige Jungviehweide wird gegenwärtig von der Landwirtschaftskammer ganz beträchtlich erweitert. Mit einem Kostenauswand von etwa 15 000 M. werden Schutzbauten, Gehege, Ställe 2c. vergrößert. * Vom Vogelsberg. Es werden lebhafte Klagen geführt über Beschädigungen der Saaten durch rabenartige Vögel und über die Abnahme der nüßlichen Vogelarten. Um dem Ueberhandnehmen der Raben, Krähen, Dohlen, Häher und Elstern zu steuern, sollen sie durch geeignete Personen geschossen werden. * Bad Nauheim. Hier fand die landespolizeiliche Abnahme der neuen Wettertalbahn BadNauheim- Rockenberg statt. * Bad Nauheim, 3. April. Etwas über 300 Bäder werden eben täglich im staatlichen Badehaus 8 ge= geben, wozu noch nahezu 80 im Konißfistift kommen. Vom 15. d. Mts. ab wird noch ein weiteres Badehaus eröffnet, nach Bedarf auch ein drittes. Ebenso wird am 15. April das Inhalatorium dem Gebrauche übergeben. * Inheiden. Die Hochbauten für die Pumpstation des Provinzialwasserwerks sind jetzt von der Neubauverwaltung der Provinz Oberhessen ausgeschrieben und werden noch Ende dieses Monats in Angriff genommen. Der Gleisanschluß von Bahnhof Treis bis zum Quellgebiet ist fast vollendet und der Rohrstrang bis Geiß- Nidda ge= legt. lich wieder los zu werden. Und als sie bemerkte, daß ein benachbarter Gutsbesißer sich ernstlich um Sylvias Gunst bewarb, da redete sie der Nichte so lange zu, bis diese endlich in die Verlobung mit Herrn Hugo von Trostberger willigte. Die Tante freute sich innerlich ungeheuer über den gelungenen Plan. Denn wenn Sylvia heiratete, nahin sie selbstverständlich auch ihren Vater mit sich in das neue Heim, und man war auf diese Weise die Verwandtschaft wieder los. Sie hatte kaum gehofft, daß sich die ihr unangenehme Sache so schnell würde erledigen lassen. Daß Herr Hugo von Trostberger viel älter war als Sylvia, erschien ihr durchaus kein Hindernis. Die Nichte machte eine gute Partie, das war die Hauptsache. Frau von Schmettwit war eine höchst prosaische Natur, die für romantische Jugendschwärmereien kein Verständnis hatte! Und außerdem war Herr Hugo von Trostberger bis über die Ohren in Sylvia verliebt, was wollte diese denn noch mehr? Die Sache war nach der Meinung der Tante in bester Ordnung. III. 2. das Gesetz, die Einführung einer staatlichen Klassenlotterie betreffend, vom 12. August 1899. Urkundlich unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Großherzoglichen Siegels. Darmstadt, den 14. Februar 1906. ( 2. S.) ERNST LUDWIG. Ewald. Gnauth. * Schotten, 4. April. Eine neue Schulklasse wird von heute ab an unserer Volksschule errichtet. Die neue fünfte Stelle wurde dem bisherigen Einjährigen bei den 117ern, Schulverwalter W. Lenz aus Klein- Linden, übertragen. figender des Fahrte tehenden Pogimer berunglückte Ballon Führerqualität, do ning, da er schon n Daher anzunehmen felbft war. Die a geringe aeronautif gen Jahrbuch des nicht aufgeführt find mern" gesteuert hat borigen Sommer. Luftschiffahrt noch a ben, das heißt nach wohl 7-8 Fahrten genheit, zu beobacht Allerdings hat er Bereins eine Fahrt mitten auf das Hilfe einiger hin Ende nahm. Der tember 1907 unter Ben Preis des bel das Unglück wiede für die Luftschiffe zu suchen sind. Gaßnib find die Leichen D duhn noch nicht ge * Nidda. Die Schlußfeier der Gewerbeschule fand in den neuerbauten Schulräumen unter recht reger Beteilig ung der Eltern der Schüler und einer ansehnlichen Zahl Gäste statt. Der Leiter der Schule trug den Jahresbericht über das abgelaufene Schuljahr vor und entwarf alsdann ein Programm, welches die fünftige Betätigung der Schule außerhalb des Rahmens der Unterrichtserteilung erkennen ließ.- Bei dem an die Schlußseier sich anschließenden gemeinschaftlichen Rundgang durch die reichhaltige Ausstellung von Zeichnungen und Modellen wurden von dem Hauptlehrer die nötigen Erläuterungen gegebent Die Ausstellung bleibt bis zu dem morgigen Tage geöffnet. * Ulrichstein, 4. April. Die goldene Hochzeit begingen in Köddingen Schneidermeister Oppermann und seine Ehefrau. Der Großherzog schenkte dem Jubelpaare sein Bild. * Ulrichstein. Den ältesten Polizeidiener Hessens dürfte das Dorf Dirlammen haben. J. Merz ist jetzt 83 Jahre alt und versieht sein Amt 43 Jahre lang. * Offenbach a. M. Mit einem Kapitalaufwand von 400 000 Mark wird hier ein neues Theatergebäude errichtet werden. In Anbetracht der schlechten Finanzlage der Stadt soll das Unternehmen aus privaten Mitteln geschaffen werden. Bis jetzt stehen 250 000 Mt. unverzinslich zur Verfügung. Ein furchtbares Ballonunglück. Von der Ostsee kommt die Nachricht von einer Schreckensfahrt im Fernballon, die am Sonntag in Stettin ihren gefordert hat. Anfang genommen und, wie man annehmen muß, 3 Opfer Sonntag vormittag um 10% Uhr sollte der Ballon „ Pommern" mit 4 Insassen eine Fernfahrt mit Leuchtgas füllung unternehmen. Führer war Reichstagsabgeordneter Dr. Delbrück, Mitfahrende die Herren Kaufmann Hein, Stadtbaurat Benduhn und Bankbeamter Semmelhack. Es ging ein scharfer Wind, der flotte Fahrt verhieß. Die Füllung und der Start geschahen bei der Zabelsdorfer Gasanstalt. Unmittelbar nach dem Aufstieg kollidierte der Ballon mehrfach mit dem Fabrikgebäude und dem Telegraphengestränge. Durch diese Kollisionen wurden die Insassen, und besonders der Führer, schwer verletzt und das Ballonne zerriß, sodaß die Gefahr bestand, die Hülle werde herausschlüpfen und der Korb zur Erde stürzen. Aber das noch schlimmste war: die Leinen für Ventil und Reißbahn hat ten sich verwirrt und waren unbrauchbar, sodaß der Ballon völlig hilfslos treiben mußte. Schließlich gelang es, über dem Meere, kurz vor der Insel Rügen, die Reißbahn zu ziehen. Offenbar war dies aber zu früh geschehen, der Ballon stürzte ins Meer und drei Insassen verloren ihr Leben. Semmelhack konnte gerettet werden, ebenso Hein, doch ist letterer an den erlittenen Verlegungen gestorben. Del | brück und Benduhn werden vermißt und sind jedenfalls ertrunken. Der alte Friß war, nachdem die beiden jungen Mädchen ihn verlassen hatten, auf seinem Baumstumpf sanft eingeschlafen. Er nickte mehrmals mit dem dicken Kopfe; ein gutmütiges Lächeln spielte um seinen bartlosen Mund; denn der Traumgott gaufelte ihm bunte Bilder vor: Ihm war, als sähe er seine geliebte junge Herrin immer vor sich herlaufen, sie rief ihm zu, er soll sie haschen, doch da kam Herr von Brandt und schlang den Arm um sie und füßte sie. Das wollte Friß nicht leiden, er versuchte das lachende Mädchen wegzuziehen, und plumps- lag er mit der Nase im Sande. Verwundert, im ersten Augenblick kaum wissend, wo er sich befand, richtete er sich schwerfällig auf und kratte sich mit leisem: Hm, bin, ich glaube, ich habe geträumt," hinter dem Ohr. Dann blinzelte er nach allen Seiten hin und da sich ringsum nichts regte, setzte er sich beruhigt wieder auf seinen Plaz. Bald verkündeten die tiefen Atemzüge, daß er fest eingeschlafen war. Er hörte auch nicht, daß ein Wagen in schnellem Tempo den Berg herauffuhr und gleich darauf dicht bei den Linчто лодша игралфилә лә аnd 1 крош Aus Saßnitz wird gemeldet: Sofort, als man im Hafen das Niedergehen des Ballons bemerkte, ging der Dam pfer Moltke in See und suchte die Unglücksstelle auf. Der Ballon wurde mit dem Korb von Fischern geborgen. Sämt liche Instrumente fehlen. Die Leichen wurden bisher noch nicht gefunden. Fischer suchen noch die Unglücksstätte ab. Der Ballon ist start beschädigt. Am Strande von Saßnitz hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. Der Fahrtenleiter des Berliner Vereins für Luftschiff fahrt, Dr. Bröckelmann, äußert sich über das Unglück fol gendermaßen:„ Es unterliegt nach meinem Dafürhalten keinem Zweifel, daß die Kollision des Ballons mit dem Ge bäude, die gleich beim Start erfolgte, als die mittelbare Ursache der Katastrophe angesehen werden müsse. Sicherlich ist durch den Anprall die Bemannung des Aerostaten der artig erschüttert worden, daß sich der Herren eine starke Benommenheit bemächtigte, die sie einer einsichtigen und geistesgegenwärtigen Handlung unfähig machte. Andernfalls wäre es nicht zu begreifen, daß der Führer nicht zu einer sofortigen Landung schritt. Da Verletzte sich an Bord befanden, hätte er dies sicher sofort oder wenigstens auf der Ueberlandfahrt bis Heringsdorf getan. Stadtbaurat Benduhn, der sich gleichfalls in der Gondel befand, war Vorihn jemand heftig an den beiden Schultern rüttelte und eine ihm bekannt scheinende Stimme in sein Ohr schrie: ,, Du sibest hier und schläfst wie ein Murmeltier!- Wo ist meine Tochter?- He! So wach doch endlich auf; alte Schlafmüße du!"- Friß stand im Nu auf den Füßen, als Herr Ferdinand Reinau lauter und ungeduldiger denn zuvor seine Frage wiederholte: ,, Wo meine Tochter ist, will ich wissen!" Frit legte wie sich besinnend die Hand an die Stirn. Er mochte Sabei allerdings kein besonders geistreiches Gesicht machen, sonst wäre sein Herr doch schwerlich zu der schmeichelhaften Bezeichnung gekommen: Friß, du bist aber doch ein rechtes, altes Schaf, gib doch endlich Antwort, wo ist Maja--?" Das Fräulein ging dort hinauf!" Mehr brachte der Alte im Augenblick nicht heraus, so sehr war er erschrocken. ,, Dort hinauf," ahmte Reinau mit boshafter Uebertreibung nach ,,, du mußt doch wissen, wo ich sie finden kann!" ,, Nein, das weiß ich wirklich nicht!" " Herrgott, ist das ein Kreuz, wenn der Mensch so alt und so dumm wird!" eiferte Reinau. Deinetwegen könnte Maja freilich mit dem ersten besten Landstreicher eine Liebschaft anfangen, du siehst und hörst doch nichts davon!" Friz wußte sich nicht zu erklären, wohin sein Herr zielte und so zornig hatte er den sonst so ruhigen Mann lange nicht gesehen. Friß fonnte natürlich nicht ahnen, daß man seinen Herrn aufgestachelt hatte. Der verschuldete Offizier", von dem Herr Stolze senior gesprochen, war dem biederen Manne in alle Glieder gefahren. Das wollte Reinau nicht, daß er sein gutes Geld dazu hergab, um für einen andern Schulden zu bezahlen, lieber mochte Maja den dummen Albert, wie Reinau den jungen Stolze titulierte,- vom Fleck weg heiraten. Der besorgte Vater beschloß daher, der Sache sogleich auf den Grund zugehen. Bei Frib hoffte er am ehesten Auftlärung zu erhalten; denn diefer begleitete das Mädchen ia stets nach Neunlinden. Reinau sah jedoch, daß der Alte völlig niedergeschmettert war durch den barschen Ton. ( 1) Da Reichstags unglüd ums Leben tagswahl in einem lich. Dr. Delbrück gehörte, vertrat de welcher immer zm tig gewesen war. 8156, Delbrück, hörte, 6353 und Stimmen. In d 11 011 gegen 9415 Aus Der Kutscher im letzten Somm schen zwei Wage eines anderen Ku Strafbefehl über 3 fengericht die Stro Angeklagten einge In Hombe bor aus der Zel gramm aus La und dabei eine haus, 5 Jahre ungshaft. Zehn We zur Musterung ge werden mußte, sie ihrer Militärpflich 300 Mart Geldi findliches Vermö Der Zahnar Arzt in einem C Tällichkeiten führ verlief aber unbl in die Luft gesch Hiermit der Firm Koloni Tee, bestens dienung tem Wo Die Marktp Gießener Fl Ochsen 50 k Kälber 1 Gmeine do. Getreidepr Beijen 100 kg Foggen 100 kg Telefon 84 la. Qualita chen Alafen ift und be Gnauth. chulklasse win Die neu inden, über beschule jamb ger Beteilig lichen Ba gen bei den Jahresberi arf alsdan der Schul ing ertenna hließenden ge e Ausstellun dem Haupt e Ausstellung e Hochzeit be ann und jeine elpaare je Diener Hessen 3 ist jetzt ng. pitalaufwa fergebäude a Finanzlage d litteln gefch verzinslich lück. einer Edred Stettin ihren muß, 3 Opfe e der Ballo it Leuchtga sabgeordnet mann Hein melhad. ieß. Die Fill dorfer Gi erte der Ballon Telegraphenge Infaffen, und Ballonn erde herau der das na Reißbahn daß der ch gelang die Reißbab geschehen, de verloren i jo Hein, do ftorben. 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Er besaß zwar noch nicht die Führerqualität, doch sicher ein gewisses Maß von Erfahrung, da er schon mehrere Fahrten zurückgelegt hatte. Es ist daher anzunehmen, daß auch er nicht mehr Herr seiner selbst war. Die anderen beiden wiesen noch keine oder nur geringe aeronautische Erfahrungen auf, da sie im diesjährigen Jahrbuch des Deutschen Luftschiffahrts- Kalender noch nicht aufgeführt sind. Dr. Delbrück, der den Ballon„ Pommern" gesteuert hat, besaß die Führerqualifikation erst seit vorigen Sommer. Er hat sie beim Berliner Verein für Luftschiffahrt noch auf Grund des alten Reglements erworben, das heißt nach nur vier Fahrten, im ganzen hat er wohl 7-8 Fahrten zurückgelegt. Ich hatte vielfach Gelegenheit, zu beobachten, daß er eine vorsichtige Natur war. Allerdings hat er einmal mit dem„ Ernst des Berliner Vereins eine Fahrt von Heringsdorf unternommen, die ihn mitten auf das Meer führte und nur durch die schnelle Hilfe einiger hinzueilender Schiffe fein verhängnisvolles Ende nahm. Der Ballon„ Pommern" gewann am 15. September 1907 unter Führung von Ostar Erbslö den groJedenfalls bestätigt Ben Preis des belgischen Aeroklubs." das Unglück wieder die alte Erfahrung, daß die Gefahren für die Luftschiffe nicht in der Luft, sondern an der Erde zu suchen sind. * Saßnib, 4. April. Bis heute vormittag 10 Uhr find die Leichen Dr. Delbrücks und des Stadtbaurats Benbuhn noch nicht gefunden. * Da Reichstagsabgeordneter Delbrück bei dem Ballonunglück ums Leben gekommen ist, wird wieder eine Reichstagswahl in einem viel umstrittenen Wahlkreise erforderlich. Dr. Delbrück, der erst seit 1907 dem Reichstage angehörte, vertrat den Wahlkreis Ueckermünde- Usedom- Wollin, welcher immer zwischen Konservativen und Liberalen streitig gewesen war. 1907 erhielt der konservative Kandidat 8156, Delbrück, der der Freisinnigen Vereinigung ange hörte, 6353 und der sozialdemokratische Kandidat 6113 Stimmen. In der Stichwahl siegte dann Delbrück mit 11 011 gegen 9415 Stimmen. Ans dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, 5. April 1910. Der Kutscher Anton Elm aus Frankfurt a. M. ist im letzten Sommer zu Bad Nauheim sehr rasch zwischen zwei Wagen hindurch gefahren, wobei der Wagen eines anderen Kutschers beschädigt wurde. Er bekam einen Strafbefehl über 3 Mart, auf dessen Einspruch das Schöf= fengericht die Strafe auf 1 Mart festsette. Die von dem Angeklagten eingelegte Berufung wurde verworfen. In Homberg hat der vielfach vorbestrafte, furz zuvor aus der Zellenstrafanstalt entlassene Knecht Peter Imgramm aus Lämmerspiel heimlich seinen Dienst verlassen und dabei eine Hose mitgenommen. Urteil: 1 Jahr Zucht haus, 5 Jahre Ehrverlust, abzüglich 3 Wochen Untersuchungshaft. Zehn Wehrpflichtige, die sich nicht rechtzeitig zur Musterung gestellt haben und von denen angenommen werden mußte, sie haben das Deutsche Reich verlassen, um ihrer Militärpflicht nicht genügen zu müssen, wurden zu je 300 Mart Geldstrafe verurteilt und ihr im Inlande be= findliches Vermögen beschlagnahmt. Der Zahnarzt Ernst Metz in Gießen ist mit einem Arzt in einem Cafe in einen Wortwechsel geraten, der zu Tätlichkeiten führte. Die Folge war ein Duell; dieses verlief aber unblutig. Der Angeklagte gibt an, absichtlich in die Luft geschossen zu haben und aus den Aussagen des Gegners, der dem Militärgericht unterſtellt ist, konnte nicht entnommen werden, daß die Absicht der Tötung oder Verletzung bestand. Unter diesen Umständen mußte Freispruch erfolgen. In der Nähe von Ortenberg hat der Knecht W. Wernersbach aus Worms eine Bude in einem Steinbruch aufgebrochen und daraus ein Paar Filzschuhe und 1 Paar Handschuhe gestohlen. Urteil: 5 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 6 Wochen Untersuchungshaft. Aus aller Welt. * In Amerita verstorbene Hessen. In Süd- Pittsburg starb Jakob Ziegler, 73 Jahre alt; in San Francisco starben in den letzten Tagen: Johann Jung, 47 Jahre alt, aus Bußbach, Frau Anna Beckert, 54 Jahre alt, aus Butzbach, Heinrich Schneider, 62 Jahre alt, aus Ost heim, Johann Heller, 34 Jahre alt, aus Lang- Göns, Karl 2. Ruppel, 63 Jahre alt, aus Friedberg, Wilhelm Dörr, 44 Jahre alt, aus hochweisel. )( Rund durch Havelland, eine Straßenfahrt über 250 Kilometer am 27. März gewann in Gruppe A. W. Höppner auf Brennabor. K. Ditte brand be hauptete auf derselben Marke den vierten Plat, und der erste und zweite Preis in Gruppe B wurde gleichfalls auf Brennabor gewonnen. )( Francois Huybrechts gewann am Sonntag in Zürich den„ Großen Preis von Uetliberg" in einem 60 Kilometer- Rennen, nachdem er bereits am letzten Mhrz= sonntag den auf dieser Bahn als unüberwindlich geltenden Humann geschlagen hat. Huybrechts bestreitet seine Rennen auf Brennabor. Das Neueste vom Tag. * Fulda, 2. April. Mit dem Wegfall des Oktrois sind die Metzger und Bäcker mit ihren Preisen etwas herabgegangen. Zur Erinnerung an die Befreiung vom Oktroi stiftete die hiesige Fleischer- Innung einen kostbaren Humpen und veranstaltete zu dessen Einweihung eine Feier. * Offenbach, 4. April. Die Untersuchung im Falle Ripper, dem durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Vorsteher der Erhebestelle der Invalidenversicherung, ist nunmehr abgeschlossen. Die Unterschlagungen betragen 9800 Mart. Der Vater Rippers, der sich zuerst bereit erklärt hatte, die anfänglich auf etwa 5-6000 Mart bezifferten Unterschlagungen seines Sohnes zu decken, weigert sich nun, für die höhere Summe aufzukommen. * Berlin, 5. April. Staatssekretär Dernburg wird am 14. April, wo hier der Deutsche Handelstag zusammentritt, im Mozartsaal einen Vortrag über die Baumwoll= produktion in den Kolonien halten. * Bern, 5. April. Unter dem Vorsitz des Bundesrates Deuch er erfolgte gestern die Konstituierung der nationalen Kommission für die schweizerische Landesaus= stellung 1914 in Bern. Backe mit Reeses Backwunder Geschäfts- Uebernahme. Hiermit gestatte ich mir die ergebene Mitteilung, daß ich das seither unter der Firma Chr. Arnold Nachf. hier geführte Geschäft übernommen habe und halte mich bei Bedarf in Kolonialwaren, Delikatessen, Aufschnitt, Likören, Kaffee, Tee, Kakao, Schokoladen, Tabak, 3igarren, 3igaretten beftens empfohlen. Ich sichere im vocaus aufmerksamste, billigste Bedienung bei Lieferung vorzüglichster Qualitäten zu und halte mich geneig tem Wohlwollen angelegentlichst empfohlen. Hochachtungsvoll Chr. Arnold Nachf., E. Balke. Stephanstraße 42. Die Marktpreise für Bich und Frucht und die Gießener Fleisch u. Brotpreise am 4. April 1910 Ochsen Kälber Schweine Höchfte Schlachtytebpreise in Frankfurt a. 94. 50 kg. Schlachtgewicht 78-83 m. 96-100 Pf. 68-70 13 do. 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In seiner Verzweiflung gab er einige Schüsse ab, die seine Frau töten; der Liebhaber wurde leicht verletzt. Darauf begab sich Hart wieder an seine Arbeitsstätte und verletzte sich durch einen Schuß schwer. Am ersten Schultage. Die fleinen, neuen Schulrekruten Hatt' ich begrüßt und eingereiht. Um ihnen Furcht und Scheu zu nehmen, Verplaudert ich die erste Zeit. Erzählte bald ein fleines Märchen, Bald zeigte ich ein buntes Bild, Und bald gewann ich aller Herzen Durch Freundlichkeit und Worte mild. Allmählich ward die Schar lebendig- Wie's in der Schule stets geschieht, Wenn erst die Herzen warm geworden Und einer sang uns vor ein Lied. Bald wollten viele diesem folgen: Ja, einer pfiff gar wie noch nie. Fast alle wollten mir auch zeigen, Wie sie schon schrieben e und i. Da plötzlich packt ein kleines Kerlchen Schnell Fibel, Tafel, Griffel ein, Schwingt den Tornister auf den Rücken, Setzt auf sein neues Müßchen fein. Dann trippelt er mit froher Miene Am Pult vorbei der Türe zu. Nun trat ich lächelnd ihm entgegen: ,, Mein lieber Freund, wohin willst Du?" „ Nach Hause!" rief da mein Stratege, Erstaunt, als ob er's drollig fänd', Daß ich ihn überhaupt noch fragte, Als ob sich das von selbst verständ'. " Gleich", sagt ich ihm,„ gehn wir ja alle, Bleib noch ein fleines Weilchen hier." Das Büblein ließ sich nicht beirren, Es hatte wahrlich Mut für vier. Rect sagt's mit lauter, fester Stimme, Wobei das Herz ihm höher pocht: " Ich bleibe nicht, ich geh' nach Hause, Muß sehn, was meine Mama focht!" Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Die Deutsche Ammoniat- Verkaufs- Vereinigung in Bochum hat der heutigen Ausgabe einen Prospett beilegen lassen, der für Landwirte besonders von großem Interesse ist. Medizin. und techn. Drogen, Chemikalien, Materialwaren, Chemische Spezialitäten eigener Fabrikation. Otto Schaaf, Gießen, Gegründet 1883. Seltersweg 39. Fernspr. Nr. 45. Klein- und Großhandel. Auskunft über chem. technische Fragen Windbof. Einem verehrl. Publikum zur gefl. 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Preuß gabe und Vertrieb Gießen, den Großherz Das Spiel in betreffe ERNST LUD Großherzog Wir haben m berordnet und ver Artikel 1. M mit staatlicher Ge find, spielt, wird eine nicht beizutret deln. Artikel 2. We Beräußerung eines Anteils an einem 1 bezeichneten Lotte ein Los, einen S Art zum Erwerb hält, wird mit Ge gleiche Strafe trif Geschäft oder einer wirkt. Ift die Zuwid die Losehandel gen werbsmäßige Hilfe legen, Ausstellen eines Loses, eines 9) Die Driginalro ,, Sag' mal, bem Ton ,,, m was mich sehr a Sonst auf ihrem 2 treffen und fich doch bemerkt habe chichte? Sag mal Jebt wurde es barauf ging es hi de etwas verraten hatte er gelegentli ihm zu denten g bergleichen, ma hier etwas verrat Er madie fein bfif gar nicht, was Sie niemals etwas bem Ach was,- diger Herr! Wie ist auch wieder ein bu in Neunfinden fehe es deinem Gefi erjahren werde ich also ist es beiffer, b Ich weiß von Du bist ein a Barte, ich will dir nicht übel Luft zu as ein fich raich Frau v. Schmettivi Unterhaltung zum biffen, um was es as wollen Do meine L anund was fie fchichte werde ich b Welcher Geid