Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amil. Bekanntmachungen - - vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mk., durch die Post 1,50 Mr. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 130. Bekanntmachung. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 4. Oktober 1910 Amtliche Bekanntmachungen. Betr.: Vollzug des Stellenvermittlergesetzes vom 2. Juni 1910. Wir bringen nachstehend zur Kenntnis der Beteiligten: 1. Auszug aus dem Siellen vermittler ge= set vom 2. Juni 1910, 2. den gemäß§ 5 des Reichsgesetzes und 2. der Hess. Vollzugsbekanntmachung festgeseßten Gebührentaris für gewerbsmäßige Stellenvermittler im Kreise Gießen. Reichsgesetz und Gebührentaris sind heute in Kraft ge= treten. Gießen, den 1. Oftober 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Auszug aus dem Stellenvermittlergeset vom 2. Juni 1910. 1. Für die den Stellenvermittlern zukommenden Gebühren werden von der Landeszentralbehärde oder den von ihr bezeichneten Behörden nach Anhören des Trägers des öf= fentlichen Arbeitsnachweises, von Vertretern der Stellenvermittler, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer Taren festgesetzt. Eine Gebühr darf nur erhoben werden, wenn der Vertrag infolge der Tätigkeit des Vermittlers zustande kommt. Haben beide Teile diese Tätigkeit in Anspruch genommen, so ist die Gebühr von dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer je zur Hälfte zu zahlen; eine entgegenstehende Vereinbarung zu Ungunsten des Arbeitnehmers ist nichtig. Neben den Gebühren dürfen Vergütungen anderer Art nicht erhoben werden. Die Erstattung barer Auslagen darf nur insoweit gefordert werden, als sie auf Verlangen und nach Vereinbarung mit dem Auftraggeber verwendet und als notwendig hinreichend nachgewiesen sind. Die Stellenvermittler sind verpflichtet, dem Stellensuchenden vor Abschluß des Vermittlungsgeschäfts die für ihn zur Anwendung tommende Tare mitzuteilen. Die Tare ist in den Geschäftsräumen an einer in die Augen fallenden Stelle anzuschlagen. Die Vorschriften des Abs. 2 gelten nicht für die Herausgabe von Stellen- und Vakanzenlisten. 2. Die Stellenvermittler dürfen Dienstbücher( Gesindebü cher), Arbeitsbücher, Zeugnisse, Ausweispapiere und sonstige Gegenstände, die aus Anlaß der Steilenvermittlung in ihren Besitz gelangt sind, gegen den Willen des Eigentümers nicht zurückbehalten, insbesondere an solchen Gegenständen Zurückbehaltungs- oder Pfandrecht nicht ausüben. 3. ein Mit Geldstrafe bis zu 600 Mart oder mit Haft wird 1. Hausbedienstete( Diener, Kutscher, Wirtschafterinnen, Stüßen, Kindergärtnerinnen, Kochpersonal im Haushalte, bestraft ein Stellenvermittler, der Das neue Stellenvermittler- Gesek ift am 1. Oftober in Kraft getreten. Es ist ein Gesetz, das, wie seine Bezeichnung schon fundgibt die Rechtsverhältnisse der privaten gewerbsmäßigen Stellenvermittler einer Neuordnung unterzieht, den Arbeitsnachweis selbst also nur nach dieser besonderen Seite hin berührt. Zunächst wird die Zulassung neuer Stellenvermittler an verschiedene Bedingungen geknüpft. Besteht irgendwo bereits ein öffent= licher gemeinnüßiger Arbeitsnachweis in ausreichendem Um= fange, so sind von jetzt ab dort zur Vermittlung nur ganz bestimmte und bei der Bewerbung genau anzugebende Berufe zugelassen, um ein Umsichgreifen der gewerbsmäßtgen Vermittlung auf neue Berufsarten zu vermeiden. Von Wichfigkeit ist sodann, daß die Erlaubnis wegen Unzuverlässig= leit in den persönlichen Verhältnissen des Bewerbers verjagt werden kann. Die statistischen Strafziffern weisen ausreichend nach, daß in vielen Fällen die Stellenvermittelung auch allerlei gescheiterten Eristenzen zur bequemen und entsprechend wahrgenommenen Erwerbsquelle diente. Herausgeber von sogenannten Stellenlisten oder Vatanzenposten, die bislang mit leichter Mühe und wenigen Ausgaben retchen Nutzen aus den Taschen der Stellensuchenden gezogen haben, zieht das Gesetz ebenfalls in den Rahmen seiner Bestimmungen. Weiter greift der Behelf, daß die Landeszen= tralbehörden das Recht haben, die wichtigsten Vorschriften des Gesetzes auch auf die nichtgewerbsmäßigen Stellen- und arbeitsnachweise auszudehnen. Konnte ferner bisher der Stellenvermittler seine Gebühren selbst festsetzen, und zwar in beliebiger Höhe- er war nur verpflichtet, seinen Gebührensatz bei der zuständigen Behörde anzumelden so verfügt von nun ab die Behörde den Gebührensa b, und zwar nach Anhören des Trägers des öffentlichen Arbeitsnachweises, von Vertretern der Stellenvermittler, der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. ift verboten, diese Gebühr zu überschreiten; anderweitige Vergütungen dürfen nicht einmal versprochen werden. Diese Gebühr ist nur fällig, wenn der Vertrag infolge der Tätig1. den Gewerbebetrieb ohne die vorgeschriebene Erlaubnis unternimmt oder fortsetzt, 2. seine Tätigkeit zu Anpreisungen für eigene oder fremde Gewerbebetriebe benutzt, oder den Stellensuchenden verpflichtet oder anhält, aus seinem oder einem von ihm bezeichneten Gewerbebetrieb oder Handelsgeschäfte Waren zu entnehmen, 3. die amtlich festgesette Tare überschreitet, oder sich außer den tarmäßigen Gebühren Vergütungen anderer Art von dem Arbeitnehmer oder dem Arbeitgeber ge= währen oder versprechen läßt( 1. Abs. 1 bis 3), 4. es unternimmt, einen Arbeitnehmer zum Bruche eines eingegangenen Arbeitsvertrages zu verleiten. War der Täter wegen der im Abs. 1 bezeichneten Zuwiderhandlungen rechtskräftig verurteilt worden und begeht er innerhalb 5 Jahren wiederum eine solche Zuwiderhand lung, so wird er mit Geldstrafe von 100 bis 600 Mark oder mit Haft bestraft. 4. Mit Geldstrafe bis zu 150 Mt. oder mit Haft wird bestraft ein Stellenvermittler, der den Vorschriften unter 1. Abs. 4 und 2. zuwiderhandelt. Gebührentarif für gewerbsmäßige Stellenvermittler im Kreise Gießen, gültig ab 1. Oftober 1910. Die Gebührentaren betragen, wenn vermittelt werden: Dienst, Stuben und Hausmädchen), sowie sonstiges männliches oder weibliches Dienst oder Hauspersonal a) nach dem Wohnsiz des Stellenvermittlers 3 Mart, b) nach auswärts 4 Marf, 2. Männliches oder weibliches Aushilfspersonal für bestimmte Arbeiten oder Gelegenheiten( z. B. Servier-, Pub, Koch, Waschfrauen, Näherinnen): 40 Pfg. 3. Gast und Schantwirtschaftspersonal( Kellner, Köche, Zäpfer, Bufettdamen, Köchinnen, Hausdiener, Pförtner, Kellnerinnen), sowie alles sonstige männliche oder weibliche Personal: a) nach dem Wohnsiz des Stellenvermittlers 2 Mark, b) nach auswärts 3 Mart. 4. Aushilfsstellen für bestimmte Arbeiten oder Gelegen heiten der unter Nr. 3 genannten Art: 40 Pfg. 5. Gewerbliche Gehilfen: 2 Mart. Haben beide Teile die Tätigkeit des Stellenvermittlers in Anspruch genommen, so ist die Gebühr je zur Hälfte von dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer zu zahlen; eine entgegenstehende Vereinbarung zu Ungunsten des Arbeitnehmers ist nichtig. Eine Gebühr darf nur erhoben werden, wenn der Vertrag infolge der Tätigkeit des Vermittlers zustande kommt. Arbeitsvergebung. Die zur Herstellung eines 3ementbetondaches u. zweier Treppenaufgänge zur Asch- und Müllgrube im Hofe der städt. Kaserne nötigen Er d und Maurer- sowie Schlosserarbeiten sollen keit des Vermittlers zustande kommt. Nehmen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Tätigkeit des Vermittlers in Anspruch, so hat jede Partei die Hälfte zu zahlen; jede entgegenstehende Vereinbarung zu Ungunsten des Arbeitneh= mers ist nichtig. Wie man sieht, setzen solche Bestimmun= gen der unbegrenzten Ausbeutung der Stellensuchenden durch gewissenlose Vermittler endgültig ein Ziel; denn wiederholte Verstöße gegen die Gebührenvorschriften führen zu vollständiger Entziehung der Erlaubnis zum Betriebe der Stellenvermittlung, von Geld- und Haftstrafen abge= sehen. Verboten wird die Verbindung des Stellenvermittlergewerbes mit anderen Gewerbebetrieben, so Gastwirt= schaft, Schankwirtschaft, Kleinhandel mit geistigen Geträn fen, gewerbsmäßiger Vermittelung von Lotterielosen, dem Barbier- oder Friseurgewerbe, dem Geschäft eines Geld wechslers, Pfandleihers oder Pfandvermittlers. Ebenso wenig darf fünftig der Stellenvermittler diese Tätigkeit zu Anpreisungen für andere eigene oder fremde Gewerbebe= triebe benutzen. Auf diese Weise werden verschiedene eigenartige Schliche unterbunden, die sich im Laufe der Zeit ein genistet hatten. Jeder Vermittler für Stellen an weibliche Personen in das Ausland ist überdies verpflichtet, der Po lizeibehörde regelmäßig ein Verzeichnis der Namen dieser Personen und der ihnen vermittelten Stellen nach näherer Anordnung vorzulegen, eine Bestimmung, die ihre wohl= tätige Wirkung sicher nicht verfehlen wird. Zwei Be stimmungen haben vom Tage des Inkrafttretens rückwirtende Kraft: neben den Festlegungen über die Gebühren erflärt der Gesetzgeber rückwirkende Verträge für nichtig, durch die ein Arbeitnehmer oder Arbeitgeber verpflichtet worden ist, sich auch in späteren Fällen der Mitwirkung eines bestimmten gewerbsmäßigen Stellenvermittlers zu bedienen. Solche Generalreverse pflegen im Gastwirtschaftsgewerbe u. im Bühnenbetriebe an der Tagesordnung zu lein. Der nationalliberale Parteitag in Kassel. Der mit besonderer Spannung erwartete Parteitag der Nationalliberalen hat an seinen beiden Verhandlungstagen ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. 21. Jahrg. Mittwoch, den 15. Oktober, vorm. 10 Uhr. öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsrist 14 Tage. Gießen, 30. September 1910. Städt. Hochbauamt. Gerbel. Bekanntmachung. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 29. September 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Betrifft: Landespolizeiliche Prüfung des Entwurfs der Aenderung der Anlage einer Feldbahn mit Lokomotivbetrieb zwischen der Gail'schen Dampfziegelei und der Tonwarenfabrik zu Gießen. Der Plan zur Äenderung der Feldbahn mit Lokomo tivbetrieb zwischen der Gail'schen Dampfziegelei und der Tonwarenfabrit zu Gießen liegt vom 29. September bis zum 6. Oftober 1910 zur Einsicht auf der Bürgermeisterei Gießen offen, woselbst Einwendungen gegen das Projekt, welche sich auf Ansprüche wegen Verlegung und Aenderung öffentlicher Wege, An- und Zufahrten auf Grundstücken, Ein friedigungen, Wasser- und Vorflutverhältnisse 2c. sowie die Herstellung von Schußvorrichtungen zur Sicherung gegen die aus dem Bahnbetrieb entstehenden Gefahren und Nach= teile beziehen, bei Meidung des Ausschlusses binnen dieser Frist vorzubringen sind. Großh. Kreisamt Gießen. Gießen, den 24. September 1910. I. V.: gez. Dr. Merck. Bekanntmachung. Die Stelle des Dieners des Armenamtes, verbunden mit der Hausverwaltung des früheren Hospitals ist alsbald anderweit zu besetzen. Mit der Stelle ist ein Anfangsgehalt von 1125 Mart, steigend alle drei Jahre um 95 Mt. bis zum Höchstgehalt von 1600 Mt. sowie Anspruch auf Ruhegehalt und Hin terbliebenenversorgung verbunden. Die im früheren Hose pital gewährte Wohnung mit Heizung kommt dabei mit 200 Mart in Anrechnung. Stadtlundige Bewerber wollen ihre Meldung unter Beifügung von Lebenslauf und Zeugnissen bis zum 10. Oftober bei uns einreichen. Gießen, 29. September 1910. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. ( Samstag und Sonntag), die entscheidende Aussprache über die innerpolitische Lage und die von den Nationalliberalen zur Regierung und zu den Parteien einzunehmende Haltung im Anschluß an das Referat Bassermanns gebracht. Aber zu der eigentlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden Flügeln, auf die nach den vorausgegangenen Scharmüßeln zu rechnen war, ist es nicht gekommen. Man einigte sich im Voraus, um auf dem Delegiertentage nach außen die Geschlossenheit der Partei zu befunden, und man sah von der Fassung einer Resolution ab, weil bei dieser doch die Gegensätze bestimmter hertkrgetreten wären. Damit sind selbstverständlich diese Gegensäße nicht beseitigt und auch nicht gemildert. Das Fehlen einer reinigenden Auseinan dersetzung wird die Unklarheiten und Widersprüche in der nationalliberalen Partei auch weiter fortbestehen lassen, und wenn auch zum Schluß des ersten Tages der Vorsitzende des Parteitages die allgemeine Uebereinstimmung mit Bassermann hervorhob, so ließ doch die sehr vorsichtig geführte Diskussion schon erkennen, daß recht erhebliche Verschieden heiten innerhalb der Parteigruppen fortbestehen, und am allerſtärksten trat, wie geschrieben wird, das Fehlen einer politischen Klärung in der Rede Bassermanns selbst zutage. Es war vielleicht der sachlich interessanteste Teil der Beratungen, daß die Verhandlungen über die badische Tattif genau die parallelen Auseinandersetzungen über die Grenzstreitigkeiten brachten, wie bei der Sozialdemokratie mit all den Nebenerscheinungen der süddeutschen Gemeinschaft gegen die norddeutsche Grundsatzfestigkeit auf dem sozialdemokra tischen Parteitage in Magdeburg. Die Rede Bassermanns, die auf den breit ausladenden Grundmauern einer geschichtlichen Betrachtung aufgebaut war, mußte als eine überwiegend taktische Darlegung gelten. Der Mittelpunkt der politischen Ausführungen gipfelte ferner in dem Saße, daß das Heidelberger Programm jetzt zur vollen Wahrheit ge= worden sei, denn die nationalliberale Partei sei jetzt für den Schutzzoll. Die Arbeitsziele drängen also nach rechts, die von einer allgemeinen Gemütsstimmung bedingte Tattit aber drängt nach links. Bei den Wahlen wird dieser Mißflang ganz sicher deutlich zum Ausdruck kommen. infärb.m.Bordüre 10 m Reinleinen grobfäbig für Schürzen 72 Blusenstoffe. 113. Kleider- und len 40 m Scheuertücher m. boppelt gewebt. Mitte 49 40 bo. bell m. Letnentette, gute 10.Starfe 11 Bum Barenbesuch in Friedberg. Sonntag vormittag um 10 Uhr fuhr der Zar, die Zarin, sowie die Großfürstinnen nach Bad Nauheim zur Kirche und kamen 4 12 Uhr ins Schloß zurück. Die Großherzogin, sowie Prinzessin Heinrich und Prinz Waldemar von Preußen waren zu Fuß in der Stadtkirche und begaben sich aus demselben Wege durch die südliche Ausgangspforte wieder in das Schloß zurück. Der Kaiser von Rußland, der Großherzog und die Großherzogin und der Kronprinz von Griechenland unternahmen am Sonntag, nachmittags, in 5 Kraftwagen eine Fahrt nach Hohensolms und Gießen. Ersteres war glücklicherweise auf den Besuch vorbereitet und hatte deshalb reichen Flaggenschmuck angelegt. Nach der Ankunft, bei der die Fürstlichkeiten von der Bevölkerung auf das lebhasteste begrüßt wurden, nahmen die Herrschaften das Hohensolmser Schloß in Augenschein. Hierauf wurde die Fahrt nach Gießen angetreten, wo die Kraftwagen um 4 Uhr eintrafen. War der Besuch in Hohensolms vorher bekannt geworden, so war in unserer Stadt wohl nur die Polizei über das Eintreffen der Fürstlichkeiten unterrichtet. Dieser Umstand erklärt es, daß nur wenige von dem Besuch fuhren. Die Herrschaften nahmen in Gießen zunächst dem Großherzogspaar gewöhnlich bei seinem hiesigen Aufenthalt als Wohnung dienenden Räume sin dem alten Schloß der in Augenschein. Hieran schloß sich die Besichtigung Schäße des Museums des Oberh. Geschichtsvereins, welche die Fürstlichkeiten ausnehmend befriedigte. In dem botanischen Garten, den die Besucher gleichfalss in Augenschein nahmen, wurde um 4% Uhr der Tee eingenommen. Um 5½ Uhr bestiegen die Herrschaften wieder ihre Kraftwagen, um durch die Sonnenstraße, den Seltersweg und die Frankfurterstraße nach Friedberg zurückzukehren. er= die zur Mittagstafel waren heute geladen:: Jswolski, ferner der russische Ministerresident in Darmstadt Baron von Knorring und Gemahlin. Am Nachmittag unternahmen die Herrschaften einen längeren Ausflug in den Taunus. Lokales. Gießeu, 4. Oktober 1910. mit len ein dreijähriger Aufenthalt zur Begründung eines Wahlrechts noch nicht. Es müssen also diejenigen Personen, die seit 1. April 1909 zur Gemeindesteuer zugezogen sind, aber noch keine 4 Jahre hier wohnen, das Ortsbürgerrecht erwerben, wenn sie wählen wollen. Für hessische Staats angehörige genügt hierzu eine Antragstellung bei der Bürgermeisterei. Alle Nichthessen müssen erst die Hessische Staatsangehörigkeit erwerben und dann können sie ebenfalls Ortsbürger werden. Wer sich das Wahlrecht noch sichern will, muß die zur Aufnahme als Ortsbürger notwendigen Schritte ungesäumt einleiten. * Bei dem Kaiser- Regiment sind gegen 80 Einjährig= Freiwillige zur Dienstleistung eingezogen worden. -st- Von der Straßenbahn. Auch während der kommenden Theater- Spielsaison werden von der Straßenbahnverwaltung Sonderwagen für die Theaterbesucher eingestellt werden. Es halten 2 Wagen bis nach Schluß des Theaters in der Ausweiche am Neuenweg, von denen der eine über den Seltersweg zum Bahnhof, der andere zum Wieseckerweg nach Bedarf fährt. Da die Fremdenvorstellungen am Mittwoch häufig erst nach 10 Uhr beendet sind, können die Sonderwagen die 10 Uhrzüge nicht mehr erreichen. In diesem Falle wird den Theaterbesuchern empfohlen, den Kurswagen zu benußen, der 10 Minuten vor 10 Uhr vom Theater zum Bahnhof fährt. * Von unserem Großherzog. Eine reizende Episode wird uns von unserem Landesvater erzählt. Der hohe Herr erschien vor einigen Tagen in einem hiesi gen Geschäft, um verschtedene Eintäufe zu machen. In der leutseligen, liebenswürdigen Art, die unserem Großherzoge zu eigen, unterhielt sich der hohe Herr längere Zeit der Geschäftsleiterin. Im Laufe des Gesprächs äußerte diese, daß sie den ganzen Tag ans Geschäft gebunden sei und noch nicht Gelegenheit hatte, die kleinen Prinzen unseres Großherzogs und den kleinen Zarewitsch zu sehen. Sie würde sich sehr freuen, wenn es ihr vergönnt sei, die Kinderchen einmal in der Nähe sehen zu dürfen. Der Großherzog hörte sich lächelnd diesen Wunsch an und als er nach längerer Zeit mit seiner Begleitung den Laden verließ, drehte er sich an der Türe um und sagte:„ Na, ich schicke Ihnen die Kinder". Und siehe da, noch der Nachmittag desselben Tages löste das Versprechen ein. Unser Erb= großherzog Georg, Prinz Ludwig und Zarewitsch Alerei marschierten im Gänsemarsch in Begleitung ihrer Erzieherin zur freudigen Ueberraschung der Geschäftsleiterin in den Laden. Unser Erbgroßherzog ist bekanntlich ein frischer aufgeweckter Knabe, der sich überall munter und fröhlich bewegt. Auch in diesem Laden, der keine Spielwaren führt, zeigte er Interesse für alles. Bei vielen Sachen ließ sich erklären:„ Wozu ist das?" wie er sich selbst ausdrückte und freute sich herzlich, wenn sein Wissensdurst befriedigt wurde. Der Zarewitsch, der für sein Alter ungemein kräftig entwickelt ist, war anfänglich etwas ernst und still, wurde aber im Laufe des Besuches immer lebhafter und beteiligte sich, angeregt durch das Beispiel seines Vetters Georg, eifrig am Bewundern der ausgestellten Gegenstände. Der fleine Prinz Ludwig verhielt sich seinem Alter entsprechend ziemlich passiv. Nur wenn sein Blick auf einen besonders glänzenden Gegenstand fiel, streckte er jauchzend die Aermchen danach aus. Nach einer halben Stunde war der Besuch beendet und die Kinder entfernten sich mit höf= lichem Abschied. Als sie schon in der Kutsche saßen, zogen sie noch einmal ihre Müßchen und winkten der Geschäfts= leiterin, die durch die Güte unseres Großherzogs eine glückliche halbe Stunde verleben durfte, einen lezten Gruß zu. er ** Ernannt wurden zu Lehramtsassessoren die Lehramtsreferendare Dr. Ruppel- Butzbach, Huhn, Peppler und 2. Schmidt, sämtlich in Gießen, Köhler- Hungen, Laun Homberg a. D., Lint- Laubach, Schmittner- Friedberg und Strack- Grünberg. * Gießener Volksbad. Im September wurund 8220 im September 1909 oder im Durchschnitt täglich den 8332 Bäder verabreicht gegen 10 031 im August 1910 278 Bäder gegen 324 im August 1910 und 274 im September 1909. Der Besuch im einzelnen verteilte sich wie folgt: Schwimmbad: 3262 Männer, darunter 889 zu 10 Pfg., und 1056 Frauen, darunter 309 zu 10 Pfg.; Wannenbäder 1. Klasse: 278 Männer, 135 Frauen und 2. Klasse 691 Männer, 446 Frauen; Brausebäder 1. Klasse: 773 Männer, 231 Frauen und 2. Klasse 1053 Männer, 284 Frauen; Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 121 Männer, 2 Frauen. Die Personenwage wurde von 220 Personen benutzt, das Bad von 5 Personen besichtigt. * Der beklagte Großherzog. In einem seinerzeit bei dem Großherzoglichen Oberlandesgericht in Darmstadt als erste Instanz anhängigen Rechtsstreit eines Gutsbesizers in Holstein gegen den Großherzog von Hessen wegen Ersatz eines durch das großherzogliche Automobil überfahrenen Hundes fanden dieser Tage in Kiel Zeugenvernehmungen statt. Die Vernehmungen fielen für den Großherzog ungünstig aus. Demnächst findet vor dem Oberlandesgericht in Darmstadt weiterer Vernehmungstermin in dieser Sache statt. ** Eisenbahn- Jubiläum. Am 1. Oktober waren es 60 Jahre, daß die Teilstrecke Friedberg- Gießen der Main- Weser- Bahn dem Verkehr übergeben wurde. Das Viadukt durch das Rosental in Friedberg beanspruchte eine Bauzeit von beinahe 4 Jahren; am 13. September 1846 wurde mit den schwierigen Arbeiten begonnen und mit furzen Unterbrechungen im„ tollen Jahr" 1848 weitergeführt. Mitte 1848 war der Bau, welcher damals als Weltwunder bezeichnet wurde, vollendet. Die Brücke selbst soll annähernd 3 Millionen Gulden gekostet haben. Ebenfalls große Schwierigkeiten verursachte der gewaltige Durchstich im Griedeler Wald bei Buzbach. Bedenkt man, daß jezt 60 Jahre nach Eröffnung der Bahn, statt der 6 oder 8 Züge täglich über 100 die Strecke passieren, kann man sich einen Begriff machen, wie es damals mit den Einrichtungen der Bahn, mit den Sicherheitseinrichtungen 2c. ausgesehen hat. Wer sich dafür interessiert, mag sich diese gelegentlich einer Reise nach Nürnberg im dortigen Reichseisenbahn- Museum ansehen. Bei der Ersten ** Parlamentarisch e s. Kammer der Stände des Großherzogtums Hessen ist eine „ Weitere Vorstellung des Hess. Anglerbundes zu dem Ent= wurf eines Gesetzes, die Abänderung des Gesetzes über die Ausübung und den Schutz der Fischerei vom 27. April 1881 betreffend" eingelaufen. * Auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Wallenfels jr. fonnte am Samstag der Kutscher Lich zurückblicken. * Verleihung von Ehrenurkunde n. Die Handwerkskammer zu Darmstadt wird, wie im Vorjahre, an unselbständige Personen des Handwerkerstandes, Gesellen, Gehilfen 2c., welche mindestens 25 Jahre in ein und dem= selben Betriebe ununterbrochen tätig gewesen sind, als Anerfennung für die treue Arbeit Ehren- Urfunden verleihen. Die Verleihung erfolgt an Weihnachten. Anträge zu der= selben sind von der gewerblichen Korporation, welcher der Arbeitgeber angehört, bei der Handwerkskammer zu Darmstadt bis spätestens 1. November einzureichen. Den Anträgen ist ein ausführlicher Lebenslauf des zur Auszeichnung Borgeschlagenen, sowie ein von dem Betriebsinhaber ausgestelltes, ortspolizerlich beglaubigtes Arbeitszeugnis, das gleichzeitig den Nachweis der 25jährigen ununterbroch! nen Dienstzeit in ein und demselben Betriebe enthalten muß, sowie ein von der Polizeibehörde ausgestelltes Leumundszeugnis beizuschließen. * Sein 25jähriges Berufsjubiläum beging gestern der bei der Firma Stumpf tätige Schneider Narz. * Abschlägig beschieden wurde vom Ministerium ein Gesuch der Gießener Metzger um Herabseßung der Schlachtgebühr für das Rindvieh. * Stadtverordnetenwahl. Nach einer neuerdings getroffenen Entscheidung des Gr. Ministeriums des Innern zu Darmstadt genügt für die diesjährigen Wahim * Die Straßenbahn benutten im September 90 612 Personen. Der tägliche Besuch betrug also Durchschnitt 3020 Fahrgäste. * 244 Rechtsanwälte sind gegenwärtig in Hessen tätig. Hiervon kommen auf Oberhessen 60. In Gteßen sind bei den Gerichten 27 Advokaten zugelassen. * Abbruch. Mit der Niederlegung der beiden Grundstücke Neustadt 30 und des benachbarten Gebäudes in der Sandgasse ist nunmehr zwecks Regulierung des letzt genannten Straßenzuges begonnen worden. jetzt durch die Hauptsammelstelle bekannt gegeben wird, im ganzen 16 800 Mart, die bei der Bezirkssparkasse zu vier Prozent angelegt worden sind. Der Kapitalstock wird erst bei Ausgang des schwebenden Konkursverfahrens verteilt werden. Dagegen wurde vom 1. Oftober ab denjenigen Rassenmitgliedern, die ihrer Pflicht zur Vorschußleistung genügt haben und als hilfsbedürftig anerkannt werden, ein Zuschuß zu ihren Zins- und Tilgungsleistungen aus den Zinserträgnissen des Hilfsfonds von der bestellten Kommission bewilligt. * Der Halleysche Komet gelangt jetzt wieder an den Morgenhimmel und dürfte etwa von Mitte Oftober an wieder zu beobachten sein, allerdings nur mit großen Fernrohren. Er befindet sich dann im Sternbild Corvus, an der Grenze gegen das Sternbild Crater. * In der Gießener Klinik verstarb vor kurzem der in der Karolinenhütte zu Wetzlar verunglückte Kesselwärter Burzel von Naunheim. * Berli fland in der R Entsprechend ei auch der Friedh Gartenpflege al Unfallversicherun ungen über die den gemäß den * Alsfeld. Herrliches Wetter begünstigte den letzten Herbstausflug und die außerordentliche Generalversammlung des Vogelsberger Höhenflubs. Bei der Versammlung im„ Deutschen Kaiser" waren 21 3weigvereine mit 3208 Stimmen vertreten, darunter auch Alsfeld, Büdingen, Buzzbach, Darmstadt, Frankfurt, Friedberg- Bad- Nauheim, Groß Gerau, Gießen 2c. Es wurde die Errichtung eines weiteren Klubhauses auf dem Hoherodskopf beschlossen. Von der Erbauung einer besonderen Halle für Schneeschuhe soll abgesehen und die vorhandene Halle des Klubwirts im Walde dazu benutzt werden. An das Festessen im„ Deutschen Kaiser" schloß sich um ½ 6 Uhr der Festlommers, den der hiesige Zweigverein zu Ehren seiner Gäste veranstaltete. * Gegen den Bomben- Attentäter Werner ist nunmehr die Voruntersuchung eingeleitet worden, da die Ver= nehmungen des Amtsgerichts Zweibrücken bezüglich des Diebstahls in der Pulverfabrif St. Ingbert zum Abschluß gelangt sind. Hus Hessen und Nachbargebiet. * Holzheim. Bei der Gemeinderatswahl wurden die seitherigen Gemeinderatsmitglieder Johann Georg Ohly, Jakob Jung, Martin Heinrich Klotz wieder gewählt. * Berli fabund mit, de weds Bildung steht. Ein Au bes deutschen fonds, steht un * Berli wird im näch Summe von fa wovon 17 Mill fchleiche Strede die Strecke Deffe gen Jahre eine fügung gestellt * Berli viertel Mo a b gen der Moab fer bis jetzt vo * Stut * Offenbach. Eine Versammlung des„ Vereins zur Wahrung städtischer Interessen" beschloß nahezu einstimmig, für die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen wieder eine gemeinsame bürgerliche. Kandidatenliste der Bürgerschaft in Vorschlag zu bringen. Auf dieser Liste die Zentrumspartei mit 5, die übrigen bürgerlichen Barteien mit 11 Namen vertreten sein. * Albach b. Lich. Philipp Balser 4. wurde einstimmig zum Bürgermeister gewählt, nachdem sein Vater, der 27 Jahre Bürgermeister war, eine Wiederwahl wegen hohen Alters abgelehnt hatte. wird * Darmstadt. Die schriftliche Staatsprüfung für den höheren Finanzdienst findet am 16. November d. J. und an den folgenden Tagen zu Darmstadt statt. Gesuche um Zulassung zu dieser Prüfung sind bei der Prüfungs fommission für den höheren Finanzdienst zu Darmstadt bis zum 1. November d. Js. einzureichen. Leschüber * Ob bornhofen. Bürgermeister Konrad horn 3. wurde zum drittenmal einstimmig wiedergewählt. * Mainz. Die bereits angekündigte Versammlung des Hansabundes, in welcher der Direktor des Bundes, Herr Oberbürgermeister a. D. Knobloch aus Berlin, die seitherige Tätigkeit des Hansabundes und die nächsten Ziele spricht, findet nicht, wie mitgeteilt, im runden Saale der Stadthalle, sondern am 8. Oktober, abends 8½ Uhr, im Wappen- Saale des„ Heilig Geist in Mainz statt. * Langsdorf. In großer Erregung befindet sich unsere Einwohnerschaft wegen der angeblichen Uebergriffe eines Feldgendarmen, welcher am 17. September sehr streng gegen die Manöverbesucher vorging. Vor kurzem sand nun eine sehr start besuchte Bürgerversammlung statt, welche gegen das Benehmen des Feldgendarmen protestierte u. den Land- und Reichstagsabgeordneten Köhler beauftragte, den Vorgang im Reichs- und Landtage zur Sprache zu bringen. Die Bürgermeisterei hat bereits dem Kreisamt in Gießen und dem Ministerium in Darmstadt über den Fall" berichtet. * Bad Nauheim. In der abgelaufenen Woche sind 354 Kurgäste angekommen und beträgt die Gesamt= frequenz 32 392 Personen, wovon noch 2604 anwesend sind. * Friedberg. Zum Diretor der städtischen Gewerbeakademie wählten die Stadtverordneten den Regier= ungsbaumeister, Dipl.- Ingenieur und Privatdozent Dr. ing. Kröner- Stuttgart. ben sich in der norddeutschen G deburg die Zust lehnten, ausgesp misch her. * Arefe bandes der rhe beschlossen, in 1 gen, falls ein chener Streit be gefähr 15 000 2 * Rirfe Kindesmordes w magd verhaftet, umgebracht und ben haben soll. dem Felde gefu * Neust wird in Meckle das 2.( Pomme Holstein und H fächsischen Armee * Iserl fen, hier eine Anlernung von )( Der Gr lebten Sonntag zig. Das über Europameister 20 Meter hinter fand sich wieder )( Das am 100 Kilometer- R Herbstprei reiche Brennabo * Mainz. Allem Anschein nach kommt ein gemeinsames Zusammengehen der liberalen Parteien anläßlich der bevorstehenden Stadtverordnetenwahl nicht zustande. In einer Versammlung des jungliberalen Vereins wurde diese Mitteilung mit Bedauern aufgenommen und beschlossen, sich eine Stellungnahme bis nach Bekanntwerden der Liste vorzubehalten. * Friedberg. Am 1. Dezember wird der neue Bahnhof in Angriff genommen. Es kommt etwa 500 Meter südlicher zu liegen als der seitherige. Der Voranschlag beträgt 7 000 000 Mart. Aus diesem Anlaß wurde sämt lichen Geschäftsinhabern sowie den Landwirten, die mit ihrem Gelände in den Bebauungsplan fallen, zu dem oben genannten Termin gekündigt. * Wetzlar. Dachdeckermeister Wilhelm Berr von hier stürzte vom Dache des Schraderschen Neubaues in der Schleusenstraße ab und erlitt dabei so erhebliche Verlegun gen, daß seine Verbringung in die Gießener Klinik erforderlich wurde. Die * Wezlar. Der glänzende Verlauf der bisherigen Veranstaltungen der 3. Rhein- Mainischen Volksakademie welche bekanntlich am 25. September begannen, berechtigt zu den frohesten Ausblicken für die nächsten Tage. Vorträge des Herrn Prof. Dr. Natorp wurden am Freitag beendet. Am Sonntag fand ein Ausflug nach Braunfels zur Besichtigung der dortigen Volksbildungseinrichtungen statt. Gestern und heute vormittag sprach der Geschäftsführer des Rhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung aus der Praris der Voltsbildungsarbeit, während am Mittwoch Stadtrat Dr. Flesch und Prof. Stein, beide aus Frankfurt a. M., das soziale Problem der Voltsbildungsarbeit be= trachten. Heute behandelt Dr. Liebe- Waldgof- Elgershausen das Problem Alkohol und Voltserziehung". Die Abende werden durch Vorträge des Dr. Epstein über„ Die Voltsbildung in der Großstadt", Oberlehrer Como- Lauterbach u. Lehrer Schmidt- Leun über„ Die Volksbildung in fleinen Städten und auf dem Lande" ausgefüllt. Am Mittwoch nachmittag werden sich dann die Teilnehmer zu einer Abschiedsfeier vereinigen. * Marburg. Der außerordentliche Professor der Chirurgie, Dr. Sauerbruch, wird einem Ruf als ordentlicher Professor an der Universität Zürich Folge leisten. * Frankfurt a. M. Der Hess. Oberlehrer- Verein hielt hier eine außerordentliche Versammlung unter Vorsitz des Prof. Dr. Beck- Mainz ab, in welcher einstimmig folgende Entschließung gefaßt wurde:„ Die außerordentliche Versammlung des„ Hess. Oberlehrervereins" billigt durch- aus das Vorgehen des Vorstandes bei der Neubesehung der Stelle des Vorsitzenden der Schulabteilung und bedauert lebhaft die Erfolglosigkeit seiner im Interesse des hessischen Schulwesens unternommenen Schritte. Der Hessische Oberlehrerverein steht mit der gesamten Oberlehrerschaft Deutschlands auf dem Standpunkt, daß nur eine fachmännische Leitung eine gedeihliche Entwickelung des Schulwesens verbürgen kann." Es folgte darauf noch ein eingehendes Reserat des Herrn Prof. Allendorf- Gießen( Gymnasium) über die Entwürfe zu Dienstanspeisungen für Direttoren und Oberlehrer. Daran schloß sich eine längere Debatte, die in den Hauptpunkten eine völlige Uebereinstimmung ergab. die * Wiesbaden. Im Februar flüchtete aus Frant surt der Rendant Flick von der Landwirtschaftlichen Genossenschaftskasse( Raiffeisen), nach Unterschlagung von Mt. 150 000. Jm Zusammenhang damit wurde dann auch der Direktor Werner von der Eltviller Winzerkasse durch Frankfurter Staatsanwaltschaft verhaftet. Wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilt, hat aber das gegen Werner eingeleitete Verfahren eingestellt werden müssen. Die Verhandlung gegen Werner in Sachen des Eltviller Winzerfrachs findet hier im Dezember statt. * Kassel. Der diesjährige deutsch- soziale Parteitag findet vom 8. bis 11. Oftober in Kassel statt. Ueber die Tätigkeit im Reichstage wird Abg. Lattmann berichten. Lehrer Krebedünkel aus Curhaven wird über die staatsbürgerliche Erziehung unseres Volkes sprechen. Die politische Lage und die kommenden Reichstagswahlen wird der Reichstagsabgeordnete Raab behandeln. In der am 10. Oktober stattfindenden öffentlichen Versammlung werden die Abgg. Liebermann von Sonnenberg, Graef, Lattmann und Raab und in der Nachsitzung die Abgg. Bindewald Herzog sprechen. Aus aller Welt. und Berlin. In der Strafprozeß- Kommission hat die Regierung eine entschlossene ablehnende Haltung gegenüber der zuziehung von Laien in der Bepartei und Sozialdemokraten beschlossen aber, obgleich die Regierung erklärte, daran werde die ganze Vorlage schei tern, daß die Straffammer als erste Instanz sowohl auch die Berufungsinstanz gegen schöffengerichtliche Urteile mit Berufsrichtern und Laien besetzt werden solle, und zwar bei den Strafkammern im Verhältnis 3: 2. Frage wird jetzt sein, ob die Regierung an ihrem schlossenen Widerspruch festhält. als * Friedberg. In der Situng der Stadtverord- rufung 3- Instanz eingenommen. Zentrum, Volts neten verlas der Vorsitzende ein Schreiben des Großherzoglichen und russischen Hofmarschallamtes. Darin wird der Stadtverwaltung sowie der gesamten Bürgerschaft der Danf für den überaus herzlichen Empfang der Großherzoglichen und Kaiserl. Russischen Herrschaften ausgesprochen. * Büdingen. Die Sammlung für die durch den Zusammenbruch der Obermochstädter Vorschuß- und Kredittasse in Not geratenen Mitglieder dieser Kasse ergab, wie Die ent * Sarat tonvent zusamme tei und damit dentschaftsposten Roosevelt trob Sieger hervor. mehr möglich, d der Republikaner besteigen wird. Die Leb Welch große werf gegenwärtig der am Sonnta denen feierlichen briefe an di Provinz Oberhe zum Ausdruck. gliedern der Prüf meistern und Fre eingefunden Her Vertreter der S Darmstadt, als Rähr, als Ve Heyligenst für Gewerbe Ge fitende der P begrüßte die Er zialdirektor, desse Fische Handwerk dürfen in ihren Der Unterstübung chem Maße gen erhabener Lande fördern erfolgrei Kgl. Hoheit den wesenden freudig Ansprache. Prot bie freundliche C wolle damit zeig der Meisterprüfu fter, fich des M wünschte ihnen f Synditus& ng Handwertstammer Gidwünsche der allen Mitglieder eifrige und erfp fiter hätten ihre der durch Reich Handwertstamme Erhöhung der 2 Stad der möglic Aeußerlichteiten Facherer Gelegenh Wert derfelben 3 tätigten Bestreben geben wird, in artaffe zu bie tod wird er * Berlin. Die landwirtschaftliche Unfallversicherung stand in der Reichsversicherungs- Stommission zur Beratung. Entsprechend einem Zentrumsantrage wurde festgesetzt, daß auch der Friedhofsbetrieb, die Gärtnerei und die Part- und Gartenpflege als landwirtschaftlicher Betrieb im Sinne des Unfallversicherungs- Gesetzes zu gelten haben. Die Bestimm ungen über die Ausdehnung der Versicherungspflicht wurden gemäß den Entwurfs- Bestimmungen festgelegt. byrens verteil ab denjenigen Schußleiftung ge mt werden, ein ngen aus den tellten Kommif inftigte den let Seneralversamm Versammlung reine mit 3208 Büdingen, Buzz Nauheim, Groß tung eines wei loffen. Von der eeschuhe foll ab wirts im Walde Deutschen Stai , den der hie anstaltete. des Vereins B nahezu ein netentablen wie mlifte der Bür fer Liste wird rgerlichen Bar aatsprüfung für November d. J. ot statt. Gesuche der Prüfungs Darmstadt bis Konrad Lesch wiedergewählt. e Versammlung Bundes, Herr Berlin, über 6 die nächsten im runden Saale bends 8% Uhr, ift" in Mains mmt ein gemein ien anläßlich der zustande. In eins wurde diese beschlossen, sich n der Liste vor von elm Berr Neubaues in der bliche Verletzun er Klinik erfor Die der bisherigen Voltsakademie, annen, berechtigt en Lage. den am Freitag nach Braunfels ngseinrichtungen der Geschäftsfüh Volksbildung aus nd am Mittwoch be aus Frankfurt bungsarbeit be gof- Elgershausen Die Abende ber Die Volls mo- Lauterbach u. Dung in fleinen Am Mittwoch er zu einer Ab e Professor der Ruf als ordent Folge leisten. Oberlehrer- Verein ung unter Borsiz einstimmig fol außerordentliche " billigt durch Neubeseßung der ig und bedauert se des hessischen Heffische Ober hrerschaft Deutsch ine fachmännische Schulwesens ver * Berlin. Auf zahlreiche Anfragen teilt der Hansabund mit, daß er den bisher erlassenen Wahlaufrufen zwecks Bildung eines industriellen Wahlfonds völlig fern steht. Ein Ausruf des Hansabundes an die Angehörigen des deutschen Gewerbestandes, zur Sammlung eines Wahlfonds, steht unmittelbar bevor. * Berlin. Für die Elektrisierung von Vollbahnen wird im nächsten preußischen Eisenbahnanleihegesetz eine Summe von fast 40 Millionen Mart angefordert werden, wovon 17 Millionen für die neu in Angriff zu nehmende schlesische Strecke Lauban- Dittersbach und 22 Millionen für die Strecke Dessau- Bitterfeld bestimmt sind, für die im vorigen Jahre eine erste Rate von zwei Millionen zur Ver= fügung gestellt war. * Berlin. Die letzten Tage verliefen in dem Stadtviertel Mo a bit vollkommen ruhig. Die Zahl der we gen der Moabiter Ausschreitungen dem Untersuchungsrichter bis jetzt vorgeführten Personen beträgt insgesamt 42. * Stuttgart. Die hiesigen Sozialdemokraten haben sich in der Budgetfrage zugunsten der Auffassung der norddeutschen Genossen, welche auf dem Partei, age in Magab deburg die Zustimmung zum Staatshaushaltsanschlag lehnten, ausgesprochen. In der Debatte ging es sehr stürmisch her. * Krefeld. In der Sitzung des Arbeitgeber- Verbandes der rheinischen Seidenindustrie wurde einstimmig beschlossen, in 14 Tagen die allgemeine Sperre zu verhängen, falls ein bei der Firma Eisländer fürzlich ausgebrochener Streit bis dahin nicht beendet ist. Es tommen un gefähr 15 000 Arbeiter in Frage. * Rirfeld, Kr. Lauterbach. Wegen Verdacht des Kindesmordes wurde eine aus Stockhausen gebürtige Dienstmagd verhaftet, die ihr vor zirka 14 Tagen geborenes Kind umgebracht und im Felde unter einem Steinhausen begra ben haben soll. Die Leiche wurde unter Steingeröll auf dem Felde gefunden. * Neustrelit. Das nächstjährige Kaisermanöver wird in Mecklenburg- Strelitz stattfinden. Daran werden das 2.( Pommersche) und das 9.( Mecklenburg, SchleswigHolstein und Hansastädte- Armeekorps) als Gegner des 2. sächsischen Armeekorps und der Garde teilnehmen. * Iserlohn. Die Stadtverordneten haben beschlos sen, hier eine Schule die erste in Deutschland Anlernung von Polizeihund- Führern zu errichten. zur )( Der Große Preis von Europa bildete am letzten Sonntag die Hauptkonkurrenz der Radrennen in Leipzig. Das über 100 kilometer führende Rennen sah den Europameister Fritz Theile auf Brennabor als zweiten nur 20 Meter hinter dem Sieger. Im geschlagenen Felde be fand sich wiederum der Amerikaner Walthour. )( Das am letzten Sonntag in Barmen abgehaltene 100 Kilometer- Rennen um den Großen Bergischen Herbstpreis gewann der in dieser Saison so erfolg reiche Brennaborfahrer Scheuermann. * Saratoga. Hier trat der republikanische Staatsfonvent zusammen, der den Führer der republikanischen Partei und damit zugleich ihren Kandidaten für den Präsi- dentschaftsposten ernennt. Wie faum anders erwartet, ging Roosevelt trop dem schärfsten Wettbewerb der Gegner als Sieger hervor. Nach dieser Abstimmung ist kein Zweifel mehr möglich, daß Roosevelt wieder„ der tommende Mann" der Republikaner ist und den Präsidentensitz zum 3. Mal besteigen wird. Die Ueberreichung der Meisterbriefe in Gießen. Welch große Wertschätzung und Unterstützung das Handwerf gegenwärtig von allen Seiten erfahren darf, kam in der am Sonntag im Gewerbehause zu Gießen stattgefundenen feierlichen Ueberreichung der Meisterbriefe an die bei der diesjährigen Meisterprüfung der Provinz Oberhessen bestandenen 69 Jungmeister deutlich zum Ausdruck. Außer den neuen Meistern und den Mit= gliedern der Prüfungskommission sowie anderen Handweeksmeistern und Freunden des Handwerkes hatten sich zur Feier eingefunden Herr Provinzialdirektor Dr. Usinger, als Vertreter der Handwerkstammer Syndikus EngelbachDarmstadt, als Vertreter der Handelskammer Kaufmann C. Rähr, als Vertreter des Gewerbevereins Kommerzienrat Gymnasium) über Heyligenstaedt, als Vertreter der Hess. Zentralstelle für Gewerbe Gewerbeschulrat Meyer- Darmstadt. Der Vorsitzende der Prüfungskommission, Baumeister Traber, eingehendes Re Direktoren und e Debatte, die in mmung ergab. ichtete auz Frant begrüßte die Erschienenen, insbesondere den Herrn Provin rtschaftlichen Gezialdirektor, dessen Gegenwart bei dieser Feier das oberhes= lagung von M. fische Handwerk ganz besonders ehre. Die Handwerker beDe dann auch der dürfen in ihren Bestrebungen zur Hebung ihres Standes rtaffe durch die der Unterstützung der Staatsregierung, die sie auch in reiWie die Staats gen Werner ein chem Maße genießen dürfen. Insbesondere ist es unser n. Die Verhand erhabener Landesfürst, der das Handwerk zu heben und zu ller Winzerkrach foziale Parteitag statt. Ueber di fördern erfolgreich bestrebt sei. Mit einem Hoch auf Se. Kgl. Hoheit den Großherzog von Hessen, in das dte Anwesenden freudig einstimmten, schloß der Vorsitzende seine und ttmann berichten Ansprache. Provinzialdirektor Dr. Usinger dankte für über die staats die freundliche Einladung; er habe sie gerne befolgt chen. Die politi wolle damit zeigen, welch hohen Wert er für seine Person ilung werden die fter, sich des Meistertitels allezeit würdig zu erweisen, und f Lattmann und wünschte ihnen für ihren ferneren Lebensweg alles Gute. wahlen wird der In der am 10. Bindewald und Kommission hat e Haltung gegen in der Be Zentrum, Bolts ber, obgleich die ze Vorlage schei anz sowohl als der Meisterprüfung beilege. Er ermahnte die jungen MeiSyndikus Engelb a chDarmstadt begrüßte namens der Handwerkskammer die Versammlung und übermittelte die Glückwünsche der Kammer an die Jungmeister. Er dankte allen Mitgliedern der Meisterprüfungskommission für ihre eifrige und ersprießliche Tätigkeit. Vorsitzender wie Beisitzer hätten ihre volle Schuldigkeit getan. Seit Einführung der durch Reichsgesetz geschaffenen Meisterprüfungen sei die Handwerkskammer fortgesetzt bestrebt gewesen, durch stete Erhöhung der Anforderungen an die Meisterprüflinge den Grad der möglichsten Vollkommenheit zu erhalten. Nicht in gerichtliche Urteile Aeußerlichkeiten wie Form und Feier, nicht im Bieten einrden solle, und facherer Gelegenheit zur Ablegung der Prüfungen sei der mis 3: 2. Die an ihrem ent Wert derselben zu suchen, sondern in dem bisher schon betätigten Bestreben, die Prüflinge vor erprobten, anerkannt tüchtigen Männern ihres Fachs den Nachweis ihres Kön nens erbringen zu lassen. Und in diesem Bestreben sei die Kammer durch die Prüfungsmeister, bisher auf das Beste unterstützt worden. Sie vertraue deshalb nach wie vor den Vorsitzenden und Mitgliedern der Prüfungskommissionen auf gerechte Durchführung ihrer nicht leichten Aufgabe. Kaufmann Röhr überbrachte die Glückwünsche der Handelskammer und Kommerzienrat Heyligenstaedt diejenigen des Gewerbevereins. Auch er dankte den Prüfungsmeistern für Uebernahme der nicht immer dankbaren Aufgabe und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die jungen Meister Fühlung behalten mit dem Gewerbeverein, wo sie mit Rat und Tat unterstützt werden. Stadtverordneter H. Winn begrüßte die jungen Meister und führte nach einem Hinweis auf die Ausstellung in Lauterbach, deren Besuch er empfahl, aus, daß durch die Einführung der Gewerbefreiheit dem Handwerk Elemente zugeführt worden sind, die durch Lieferung von billiger und schlechter Arbeit nicht nur den Stand, sondern auch das Publikum schwer geschädigt haben. Teilweise sind diese Schäden beseitigt worden durch die Einführung des sogenannten kleinen Befähigungsnachweises. Es dürfe aber dabei nicht stille gestanden werden; das Streben der Handwerker müsse dahin gehen, dem Gewerbestand wieder sein altes Ansehen und seine alte Blüte zu schaffen. Die jungen Meister sollen nicht meinen, daß sie jetzt schon alles können und nichts mehr zu lernen hätten; sie müssen weiterlernen und weiterstreben. Möge jeder in seinem Handwerk ein tüchtiger Meister und ein nüßliches Glied der menschlichen Gesellschaft werden. Nachdem noch Gewerbeschulrat Meyer herzliche Glückwünsche für die Jungmeister ausgesprochen hatte, teilte der Vorsitzende der Prüfungskommission noch einiges aus dem geschäftlichen Teil der Prüfung mit. Der diesjährigen Meisterprüfung, deren praktischer Teil vom 15. Juli bis 2. September und deren theoretischer vom 5. bis 23. September dauerte, unterzogen sich 74 Kandidaten aus 25 verschiedenen Hand= wertszweigen und 38 Orten Oberhessens. Von diesen 74 Kandidaten haben 3 die Prüfung nicht bestanden und zwei sind während der Prüfung zurückgetreten. Es wurde feftgestellt, daß die Leistungen im großen und ganzen gegen früher bessere geworden seien, was wohl auch eine Folge der größeren Strenge sei, die von den Prüfungsmeistern angewendet wurde. Er richtete noch Worte der Mahnung an die jungen Meister und schloß mit dem Wunsche:„ Glück auf, Handwerk, im Aufwärtsstreben liegt der Erfolg!" Hierauf nahm Herr Architekt Huhn die Ueberreichung der Meisterbriefe vor, während Herr Schreinermeister Müll er und Herr Schmiedemeister He ß den gebräuchlichen Handschlag entgegennahmen. Nachstehende Kandidaten haben die Berechtigung zur Führung des Meistertitels erlangt: Bäcker: Ludw. Stein- Nidda, Hermann Rullmann- Nidda, Wilhelm Muth Friedberg, Ludwig Freund 2.- Alten- Buseck, Georg Theodor Ohmeis- Ober- Erlenbach; Buchbinder: Wilh. Stephan- Gießen, Theodor. Schwerdtfeger- Friedberg; Buchdrucker: Louis Lipski- Bad Nauheim, Hugo Schneider- Büdingen; Dachdecker: Friedrich Diefenbach- Assenheim; Friseur: Georg Hennig- Vilbel, Gottfried Ruppel- Friedberg; Glaser: Karl MiliusFriedberg; Maurer: Karl Spengler- Lich, Heinrich MohrAnnerod, Jakob Schäfer- Reiskirchen, Heinrich Jung 7.- Holzheim, Heinrich Schmidt 3.- Kirdorf; Mechaniker: Heinr. Balser- Gießen, Ludwig Schmittgall- Gießen; Meßger: W. KahlGießen, Joh. Elmshäuser- Gießen, Friedrich Haupt- Odenhausen, Hermann Rullmann- Gedern, Reinh. Meißner- Nidda, Konrad Stöhr- Lauterbach, Aug. Ringshausen- Nidda, Heinr. Peter Duchardt- Alsfeld, Theodor Schütz- Bad- Nauheim; Pflasterer: Karl Mohr- Annerod, Heinrich Wirth- Ober- Schmit< ten; Sattler: Theodor Stumpf- Lauterbach, Friedrich Wicke Groß- Felda; Sattler und Tapezierer: Wilh. Koch- Alsfeld; Schmied: Wilh. Hilß- Büdingen, Karl Dreßler- Assenheim, Reinh. Frizz 2.- Langd, Adam Müller- Ilbenstadt, Johannes Vaupel- Mittel- Gründau, Wilhelm Friedrich Stelz- NiederFlorstadt; Schneider: Wilh. Lathar- Kirdorf; Schlosser: 2. Winheim- Gedern, Siegmund Naumann- Nidda, Adolph LippLindheim, Georg Schmidt- Lich; Maschinenschlosser: Theod. Hißeler- Ockstadt; Schreiner: Peter Geißler- Friedberg, Karl Bernhardt- Friedberg, Julius Trapp- Friedberg, Fr. Seyf= farth- Alsfeld; Schornsteinfeger: Max Nebl- Butzbach; Schuhmacher: Heinrich Strehl- Friedberg, Georg Lemp- Ostheim b. Buzbach; Spengler: Heinrich Imhof- Ober- Schmitten, Heinrich Wolf- Nidda, Friedrich Krömmelbein- Lauterbach; Spengler und Installateur: Heinrich Blum- Gießen; Installateur: Heinrich Weinandt- Großen- Linden; Wagner: Ad. Stöhr 2.Glashütten; Weißbinder: Leonhard Weißbeck- Schliß, Jakob Müller- Butzbach, Heinrich Daß- Gießen, Wilhelm Bräuninger- Lollar; Tüncher: Otto Wittekind- Büdingen; Zimmerer: Heinrich Hock- Holzheim, Karl Schmandt- Steinberg, K. Rinfer- Nonnenroth, Philipp Schäfer- Beuern, Wilhelm KirchhofOber- Lais. Nachdem noch Jungmeister Stengler aus Lich der Prüfungskommission im Auftrage der neuen Meister gedankt hatte, schloß der Vorsitzende mit nochmaligem Danke den offiziellen Teil der Feier. Vermischtes. Metallfrankheiten.- Daß es auch in der sogenannten anorganischen Welt Krankheiten gibt, iſt wohl nur wenig bekannt. Techniker aber fennen, wie wir im Buch für Alle" lesen, die Tatsache, daß sich z. B. Bronze aus nicht erkennbaren Ursachen plötzlich zersetzt, von innen heraus zerstört wird. Es ist dies nicht etwa Kufeke -Kindermehl Tausendfach bewährte Nahrung bei: Brechdurchfall, Diarrhöe, -Krankenkost Darmkatarrh, etc. = ein einfacher Orydationsprozeß, sondern eine Erscheinung, die tatsächlich am meisten Aehnlichkeit mit einer Krankheit hat. Man nennt die Erscheinung deshalb auch„ Bronzepest". Bei Gegenständen aus reinem Zinn hat man eine ähnliche „ Erkrankung" beobachtet. Neuerdings hat man diese Tatsache nun auch an einem anderen Metall, nämlich am Eisen, festgestellt. Ein österreichischer Chemiker bemerkte in der Küche seines Haushalts, daß ein schon über 2 Jahre im Gebräuche befindliches verzinntes Eisengeschirr rasch völlig brüchig und bräckelig wurde, und zwar von innen heraus. Alle Gegenmittel, wie Erwärmen des Gefäßes, Kochen von Wasser darin 2c., erwiesen sich als wirkungslos. Der Zersetzungsprozeß war durchaus nicht aufzuhalten. Der eigentümliche Verlauf dieser Metallerfrankung brachte den Chemiker auf den naheliegenden Gedanken, eine Uebertragung dieses frankheitsähnlichen Zustandes zu versuchen, und siehe da, dieser seltsame Versuch glückte vollständig. Der Chemiker brachte beispielsweise einige an der Zinnpest erfrankie Gegenstände eine Weile mit gesunden Gegenständen in enge Berührung, und die Ansteckung" erfolgte tatsächlich. Sie schritt so rasch vor, daß binnen eines Tages ein Fleck bis zu 4 Zentimeter Umfang davon ergriffen wurde. Stanniol z. B. und dünngewalztes Zinn wurden in fürzester Zeit vollkommen brüchig, so rasch schritt die Krankheit fort. Geschäftliches. - Wie aus der Noteine Tugend wurde! Wie viele großen Fortschritte und Errungenschaften, wieviel Gutes und Vortreffliches verdankt die Menschheit nur der Not, dem Zwang, sich helfen zu müssen; wie oft ist an die Stelle von etwas Gutem, weil es verschwand und ein Ersatz geschaffen werden mußte, etwas Besseres getreten! Ein Beispiel dafür bietet der Umschwuna, der sich gegenwertig mit unseren Speisefetten vollzieht. Es ist bekannt, daß Kuhbutter und auch Schweinefett in den letzten Jahren unerschwinglich teuer geworden sind. Der Not gehorchend wandte sich die deutsche Hausfrau nach einem Ersatz um, den sie in Pflanzensett fand. Vor allem bevorzugte sie die bekannten Produkte„ Palmin"( Pflanzenfett) und „ Palmona"( Pflanzenbutter- Margarine). Da ereignete sich etwas merkwürdiges: die Hausfrau war mit diesem Ersatz nicht nur zufrieden, sondern sie zog ihn sogar den tierischen Fetten vor. Vor allen Dingen nahm sie anstelle der verschiedenen tierischen Fette wie Margarine 2c. jetzt Pflanzenbutter- Margarine„ Palmona", so daß jetzt immer mehr nicht aus Not, sondern aus Tugend die Pflanzenfette an Stelle der tierischen Fette treten. Literarisches. 25 Jahre sind es her, seit die bekannte Firma John Henry Schwerin in Berlin ihr erstes Moden- u. Fa= milienblatt herausgab. Eine lange Zeit! Wenn die Firma mit ihren vielen populären Blättern: Mode und Haus, Große Modenwelt, Kinder- Garderobe, Illustrierte Wäschezeitung, Frauen- Fleiß 2c. noch heute an leitender Stelle ihrer Branche trot vieler Nachahmungen steht, so verdankt sie es in erster Linie dem Umstande, daß sie die Bahnen des jetzt gerade vor 10 Jahren verstorbenen genialen Begründers der Firma, John Schwerin, nicht verlassen hat: Gut, reichhaltig und billig zu liefern, ein Prinzip, das von der deutschen Frauenwelt dankbar akzeptiert wurde. Quentin Mahlaw's grauer Taschenfahrplan für Winter 1910-11 ist soeben im Verlage von Mahlau u. Waldschmidt Frankfurt a. M., Gr. Gallusstr. 3, in der bekannten reichhaltigen und gediegenen Ausstattung zum Preise von 25 Pfg. erschienen. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Andip? Das billigste Getränk! Kathreiners Matzkaffee. 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Das Hau jeichnis ein, erteil das Kennzeichen fer 3) anzubringe 9. Das Bef Raume vorgenom gehalten wird.