n. theate Steingoett Auguft 191 11hr en- Vorstellur Nauheimer 18. Novita Christ Aften bon arno. läre ne felten leid e. Lauf. An toftenlos. Fra Ten 59 Boitfad nen vein, binden, liefe Preisen fler, Telephon 581 befter und bergslagen rn bon 25 12 Fl. an nter IM a. Rh. eine. äft von Nachf. eubau Winn Einzelne ertikows usw. ne KaufIs Specialită en Giessener reter n Fühlung Nr. 100 an nmartie foftete Bfb. 80-9 p.fb. 9 86-8 Bfd. 60-9 lo 7.00-80 8.00 0.20-9.30 00 00.00-00.0 00.00-00,0 0,50-00 2 nachmittag der Marl Marlizeit is t und die gust 1910 eijdpreife Steken 80-88 fg. 86-88 80-96 fe in Gießen B cot 2 kg 62 f brot 2kg 543f Gießener Zeitung Bezugspreis 40 pfg. monatlich - - ( Neueste Nachrichten) vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mr. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 104. Bekanntmachung - Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei- Amfes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Donnerstag, 4. August 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Naum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pig.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Playzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Die unterm 22. Juni 1910 angeordnete Sperre der Löwengasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 29. Juli 1910. Großh. Polizeiamt Gießen. Gebhardt. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird die Katharinengasse und die Hammstraße, zwischen den Unterführungen an der Westanlage und der Neustadt, von heute an bis auf Weiteres für jeglichen Fuhrwerks- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 29. Juli 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Lokales. Gießen, 4. August 1910. ** Der Großherzog hat den Ministerialrat Geheimerat Karl Süffert zum Ministerialrat und Vorsitzenden der Abteilung für Schulangelegenheiten im Ministerium des Innern mit Wirkung vom 1. September 1910 ab ernannt. Die hierdurch freigewordene Stelle eines Vorsitzenden der Abteilung für Eisenbahnwesen und Finanzwirtschaft soll zunächst nicht wieder besetzt werden. * Universität. Das Korps„ Startenburgia" begeht am 7. und 8. August das Fest seines 70jährigen Beftehens in Heppenheim a. d. B. Auch die früheren Mitglieder der Verbindung werden voraussichtlich in größerer Zahl an dem Fest teilnehmen. * Städtische 3. Oberbürgermeister Mecum, so lesen wir in der„ Kl. Pr.", unterzog fürzlich in Begleitung des Direktors des städtischen Elektrizitätswertes die am Dünsberg gelegene Gegend einer eingehenden Besichtigung zwecks Erbauung eines elektrischen Bahn bis zur Strecke Gladenbach- Herborn. * Das Schwurgericht der Provinz Oberhessen für das III. Vierteljahr 1. I beginnt Montag, den 26. September vormittag 9 1hr unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Neuhagen, hier. * Die Hess. Geflügelausstellung 1911 wird in Oberhessen abgehalten werden. * Landwirtschaftskammer. Die 55. Vorstandung, die an Stelle des verhinderten Präsidenten Haas durch Vizepräsident Bähr geleitet wurde, befaßte sich mit einer ganzen Anzahl Gegenstände, betreffs Verwaltung, Gesetzgebung, Bodenkultur 2c. Ein Antrag Dehlinger, betr. die Unterstützung der Wetter Beschädigten in Oberroden wurde angenommen und der Voranschlag zur Beschichtung der Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Raffel 1911 genehmigt. Die Verlängerung des Annoncenpachtvertrages mit der Firma Rudolf Mosse bis 31. Dezember 1913 wurde gutgeheißen, ebenso eine Preisstiftung für die Braugerstenausstellung 1910. Die Schaffung einer Zentralstelle für Tariswesen soll unterstützt werden. Ge= nehmigt wurde fermer die Druckkegung der Durchführung für mittlere und größere Betriebe, sowie die Prämiierung landwirtschaftlicher Buchführungen. Besprochen wurde weiter die Einrichtung eines Obstmarktes in Frankfurt, sowie ein Schreiben der Intendantur Frankfurt betr. die frühere Abschätzung der Manöver- Flurschäden. * Gießener Volksbad. Im Juli wurden 12 754 Bäder verabreicht gegen 11 667 im Juni 1910 und 12 522 im Juli 1909 oder im Durchschnitt täglich 411 Bäder gegen 389 im Juni 1910 und 410 im Juli 1909. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 5220 Männer, darunter 1274 zu 10 Pfg., 1624 Frauen, darunter 345 zu 10 Pfg.; Wannenbäder 1. Kl. 320 Männer, 165 Frauen, 2. l. 986 Männer 628 Frauen; Brausebäder 1. Kl. 1226 Männer 380 Frauen, 2. Kl. 1602 Män ner 473 Frauen; Dampf- und Heißluftbäder sowie Massage zusammen 116 Männer und 14 Frauen. Die Personen- wage wurde von 240 Personen benutzt und das Bad von 3 Personen besichtigt. * Der Verband hess. Buchbindermeister hielt in Gießen seine diesjährige Tagung ab, welche am Samstag mit einem Kommers auf der Liebigshöhe ihren Anfang nahm. Die am nächsten Tage stattgefundenen Be ratungen galten hauptsächlich der Frage eines gedeihlichen Zusammenschlusses aller Handwerker, in welcher Sache namentlich der den Verhandlungen als Gast beiwohnende Vertreter der Handwerkskammer Darmstadt, Stadtv. Petri, beachtenswerte Vorschläge machte. Am Montag wurde vormittags die Universitätsbibliothek unter Führung des Bibliothetars Dr. Fritsche in Augenschein genommen, während der Nachmittag die Teilnehmer an der Tagung auf dem Gleiberg zu einem geselligen Beisammensein vereinigte. * Reklamationen wegen unregelmä Biger 3ustellung der„ Gießener Zeitung" wolle man unverzüglich bei der Geschäftsstelle vorbringen. Es wird dann sofort für gründliche Abhilfe gesorgt werden, die aber nur möglich ist, wenn jeder einzelne Fall zur Kenntnis der Geschäftsstelle gelangt. * Gestohlen wurde auf der Rodheimerstraße ein Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Pflasterarbeiten wird die Licherstraße vom Schiffenbergerweg bis zum alten Steinbacher Weg von heute an bis auf weiteres für jeglichen Fuhr= werts- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 30. Juli 1910. Großh. Polizeiamt. Gerbel. Betanntmachung. In der Zeit vom 23. bis 30. Juli 1910 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Brille, 1 Damenuhr, 1 Taschenmes mit ser, 1 Rolle Band, 1 Damenschirm, 1 Handtäschchen Inhalt und 1 Brosche; verloren: 1 Damenregenschirm, 1 goldenes MeFahrrad, welches während der Anwesenheit des Besitzers in einer Wirtschaft draußen stehen geblieben war. Den Bemühungen der Polizei gelang es, den Dieb in der Person eines Tagelöhners zu ermitteln und festzunehmen. * Verhaftung. Drei junge Leute versuchten in dem Hause eines hiesigen Wirtes eine Kassette mit Wert papieren zu entwenden. Sie wurden jedoch von dem Restaurateur hierbei ertappt und unter Zuhilfenahme eines Schußmannes verhaftet. Landpostfahrt Gießen- Lüzellinden. werftäglich zweimal zwischen Lüzellinden verkehrende Landpostfahrt hat vom 1. August ab folgende veränderte Kurszeiten erhalten: 630 310 ab 655 335 805 435 845 510 an Gießen Klein Linden Allendorf( Lahn) Lüzellinden an 1110 715 1045 650 ab 950 555 * Einen neuen Mittagsschnellzug auf der Strecke Frankfurt- Gießen- Hagen mit Anschluß nach Köln und Betzdorf streben die Handelstammern in Altena und neuerdings auch Koblenz an und haben die erforderlichen Schritte bei den zuständigen Eisenbahndirektionen getan. Von besonderem Interesse ist für unser Gebiet ein von den beiden Handelskammern zur Einführung vorgeschlagener Eilzug von Gießen nach Betzdorf über Betzdorf nach Hagen, der im Anschluß an den 1.20 Uhr nachmittags von Frankfurt in Gießen eintreffenden Schnellzug 45( Frankfurt ab 12.08) um 1.30 von Gießen abzulassen wäre. In Betzdorf soll der vorgeschlagene Zug um 2.50 Uhr nachmittags eintreffen, um von dort auch als Eilzug nach Köln seine Fortsetzung zu finden. * Besuch der Brüsseler Ausstellung durch Handwerker. Der Hansabund hat dem Zen tralausschuß der vereinigten Innungsverbände Deutschlands die Summe von 15 000 Mt. zur Verfügung gestellt zu dem Zweck, damit der Zentralausschuß intelligenten, strebsamen jungen Handwerksmeistern, Werkmeistern 2c. Gelegenheit geben soll, die Weltausstellung in Brüssel zu besuchen. Der Zentralausschuß hat beschlossen, zu diesem Zweck Beihilfen bis zur Höhe von 150 Mt. zu gewähren, um strebsamen, jungen Meistern den Besuch der Ausstellung zu erleichtern. Bewerber wollen ihre Gesuche mit den erforderlichen Nachwetfen über Lebenslauf, einem pbzeichen Führungsattest, über den Werdegang im Beruf mit Empfehlungen von Innungen oder Fachschulen 2c. bis zum 15. August an den Zentralausschuß der vereinigten Innungsverbände Deutschlands, Berlin( Chausseestraße 110) möglichst bald einsenden, der die Gesuche prüft und nach Maßgabe der verfügbaren Mittel berücksichtigen wird. Die Zeit der Reise wird noch beſtimmt werden, voraussichtlich wird sie im September un ternommen. Aus Hessen und Nachbargebiet. * Klein- Linden. Gemeinderat und Kirchenvorstand haben die Renovierung unserer Kirche beschlossen und die Arbeiten bereits an hiesige Meister vergeben. * Lang- Gön 3. Hier fand ein Missionsfest statt, zu welchem sich mehrere auswärtige Posaunenchöre einge funden hatten, darunter auch der älteste oberhessische Chor aus Klein- Linden. Festredner waren Pfarrer Vömel- Rodheim und Missionar Paulsen von der Hermannsburger Misfion aus Indien. schen aus dem fahrenden Zuge zu werfen, hat am Freitag * Groß- Gerau. Die große Ungehörigkeit, Flanachmittag wieder ein Opfer gefordert. Dort schleuderte aus dem Schnellzug 235 Mannheim- Frankfurt em Reisender eine Flasche und diese flog einem Rangierer direkt auf den Kopf. Die Flasche ging dabei in Trümmer und der Mann wurde schwer verletzt. Der Reisende ist leider nicht ermittelt worden. * Laubach. Die heftige Typhusepidemie, die seit vier Wochen im nahen Gonterskirchen wütete, ist nahezu er loschen. Es waren 60 Personen ertranft, davon sind 4 ge storben. Da die Krankheit schon wiederholt hier auftrat und zahlreiche Todesfälle im Gefolge hatte, so hat die Behörde den verseuchten Dorfbrunnen geschlossen. Der Gemeinderat hat den Bau einer Wasserleitung beschlossen. 21. Jahrg. daillon gez. W. B., 1 silbernes Zigarettenetui gez. W. B., 1 silbernes Halstettchen mit 3 bläulichen Steinchen als Anhängsel, 1 Damengoldgürtel mit goldener Schnalle, 1 weißer Gurtgürtel mit silbernem Schloß, 1 gelbledernes Handtäschchen mit 1 Tube Berolyn und Glizerin und 1 Spiegel Inhalt und 1 schwarzes Portemonnaie mit 90 Pfg. Inhalt. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gesundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11-12 Uhr vormittags und 4-5, Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde Zimmer Nr. 1 erfolgen. Gießen, den 30. Juli 1910. Großh. Polizeiamt. Gerbel. * Birklar. Die Kulturinspektion Gießen läßt in unserer Gemartung größere Feldbereinigungsarbeiten ausführen, die die beträchtliche Summe von rund 12 000 Mr. erfordern. Dieselbe Behörde führt auch in der Nachbarge= meinde Villingen Drainagearbeiten aus, die zu 15 000 Mt. veranschlagt sind. * Nieder- Mörlen. Nachstehender Fall mahnt alle diejenigen, welche das Unglück haben, in irgend einem Betrieb einen Unfall zu erleiden, zur Vorsicht. Im Januar dieses Jahres ereignete sich auf der Bad Nauheimer Fabrik zur Herstellung feuerfester Steine dadurch ein Unfall, daß beim Verladen von Mahlsteinen die Tragtette riß, die Steine herunterfielen, den einen Arbeiter sofort totschlugen und einem anderen die Hand schwer verleßten. Im ersteren Falle wurde die Hinterbliebenenrente sofort richtig reguliert. Im letteren Falle war dies anders. Nach Ablauf der Krantenunterstüßung wurden dem Verunglückten auf Grund eines ärztlichen Gutachtens 20 Prozent seines Arbeitsverdienstes zuerkannt, das waren 14,50 Mt. monatlich! Am 21. Juli gab nun der Verletzte einem Bad- Nauheimer Vollmacht für die Vertretung seiner Interessen. Als der Bevollmächtigte nun auf Grund der Vollmacht der Berufsgenossenschaft mit Klage drohte, wenn nicht in fürzester Zeit die Sache erledigt sei, fam es zur endgültigen Entscheidung. Heute befindet sich der Mann im Besitz einer 66 zwei Drittelprozentigen Rente seines Jahresverdienstes, das sind 71 Mt. monatlich, wird einer Heilanstalt über= wiesen und die Familie bekommt während seiner Abwesenheit 60 Prozent, das sind 63 Mart monatlich. Außerdem erhielt derselbe die Nachzahlung der ihm jetzt zugebilligten Rente. Hätte die Sache noch länger sich hingezogen, wäre der Mann mit seiner Familie der Gemeinde zur Last und er selbst einem rettungslosen Siechtum anheimgefallen. * Münster bet Butzbach. Hier findet am 14. August das Gustav- Adolffest statt. Pfarrer Korell- Königstädten. Festprediger ist * Friedberg. Der von dem hiesigen Stadtrat einstimmig als Direktor für die Gewerbeakademie gewählte Ingenieur Mercks hat die Wahl abgelehnt, weil er sich nicht entschließen konnte, ein Probejahr zu absolvieren. * Friedberg. Daß eine Pfändung trotz der Zustimmung des Schuldners für ungültig erflärt werden kann, beweist das nachstehende landgerichtliche Urteil. Nach§ 811 der C.-P.-O. sind bekanntlich die Betten eines Schuldners unpfändbar. Ein Wirt ließ nun, um eine Pfändung seiner Warenvorräte und eine Schädigung seines Wirtschaftsbe triebes zu vermeiden, seine Möbel, insbesondere auch zwei Betten pfänden. Das Gericht erachtete nun mit Rücksicht darauf, daß der zitierte Paragraph auch im öffentlichen Interesse erlassen sei, das soweit gehe, daß eine Familie nicht der allernotwendigsten Gebrauchsgegenstände beraubt werde, dieses öffentliche Interesse für derart überwiegend, daß es die Pfändung der Betten troß der Zustimmung des Schuldners für unzulässig erklärte. * Ulrichstein. Der Kriegervereinsbezirk Ulrich= stein, welchem 15 Vereine des Vogelsberges angehören, hat beschlossen, an jeden Kriegsveteran, der den Veteranenappell am 14. August in Darmstadt besucht, drei Mark als Beihilfe auszuzahlen. gewählt: Landwirt Heinrich Müller I mit 113, Gaft* Ulrichstein. Bei der Gemeinderatswahl wurden wirt Ferdinand Pfannstiel mit 100, Spenglermeister August Ludwig mit 97 Stimmen. * Weblar. Das Zusammenlegungsverfahren ist jetzt in 17 Kreisgemeinden mit einer Fläche von 6564 Heftar durchgeführt. Im Verfahren befinden sich: Blasbach, Dorlar, Erda, Ehringshausen, Groß- Altenstädten, Hörnsheim, Kraftsolms, Lüzellinden, Oberkleen, Oberweg, Salzbäden, Tiefenbach und Werdorf mit einer Fläche von 7156 Heftar. Weiter dürfte Dutenhofen demnächst damit beginnen. * Dillenburg. Die Bahnstrecke nach der Grube Nikolausftollen" wird jetzt bis Wallau durchgebaut über die Orte Lirfeld, Drechenhausen, Gönnern, Niedereisenhausen, Quotshausen, Wolzhausen, Breidenbach, Breidenhein. Reiche Erzlager werden dadurch dem Verkehr erschlossen. Die Bahnarbeiten sollen bis April bollendet sein. * Langenschwalbach. Der Verband Mittel= rheinischer Volksbildungsvereine gedenkt seine Haupt- Versammlung am 20. und 21. August in dem Badestädtchen Langenschwalbach abzuhalten. Am 2. Versammlungstage wird nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten Professor Nover- Mainz einen Vortrag über Volksbildung halten. * Oppenheim. Die wirtschaftlichen Folgen der Riesenunterschlagungen des Notars Hubert machen sich nun bemerkbar. Eine Reihe von Konkursen steht unmittelbar bevor und als erstes Opfer fiel bereits das Maurergeschäft von Heinrich Windisch in Derheim, dessen Konkurs ange= meldet ist. * Frankfurt a. M. Der Stadt Frankfurt wurde die Genehmigung zur Ausgabe einer 4prozentigen An= leihe von 20 Millionen Mark behuss Beschaffung der Mittel zur Aufführung verschiedener städtischer Bauten erteilt. * Mainz. Der Vorstand des Schutzverbandes der Mainzer Hauseigentümer hat zwei Eingaben an die Bürgermeisterei und den Schulvorstand derichtet, worin der Unjug des Beschmußens und Beschreibens neu angestrichener Häuser besprochen und Vorschläge zur wirksamen Abhilfe gemacht werden. * Mainz. Nach statistischen Erhebungen sind in Mainz und Umgebung mehr als ein Viertel der Bau arbeiter schon seit Wochen ohne Verdienst, in der nächsten Zeit stehen weitere Entlassungen bevor, so daß in diesen Kreisen Not und Elend unausbleiblich sind. Die Verbände der Maurer und Bauhilfsarbeiter haben sich des halb heute an die Bürgermeisterei mit dem Ersuchen gewandt, eine Anzahl projektierte städtischer Bauten möglichst bald in Angriff zu nehmen, um der Arbeitslosigkeit abzu helfen. *& ch z e l l. Eine landwirtschaftliche Ausstellung findet hier am 8. und 9. August statt. Es stehen für die Prämiierung seitens der Landwirtschaftskammer etwa 100 Mark zur Verfügung. Mit der Ackerbauausstellung ist eine Obstausstellung und ein Saatgutmarkt der hessischen Saatbaustellen verbunden. An die Ausstellung schließt sich noch ein Obstverpackungskursus. * Wöllstein. Eine ernste Manung für alle Landwirte sollten die in letzter Zeit hierselbst vorgekommenen zahlreichen Unglücksfälle bilden, wobei die Tiere durch Treten auf weggeworfenen Draht zugrunde gingen. Also Landwirte, Vorsicht mit Draht! * Darmstadt. Die Paradeausstellung zum Kriegsveteranenappell erfolgt auf dem Ererzierplaße nach der Ordre de bataille von 1870. Man wird also nur die ehemaligen Regimentsbezeichnungen lesen, und es wird eine stattliche Zahl der alten Helden dort in Reih und Glied stehen, um von dem Sohne des geliebten Prinzen, der sie vor 40 Jahren hinausgeführt hat, gemustert zu werden. Daran reiht sich der Zug durch die Rheinstraße, die alte Einmarschstraße von 1871, zu den Denkmälern am Paradeplatz, die für die Veteranen eine weihevolle Bedeutung ha ben. Kranzniederlegungen werden vor der Parade finden. statt* Carmstadt. Die Konzentration der freiwilligen Bildungsbestrebungen, die von der Gesellschaft für Verbreitung von Volfsbildung empfohlen wird, ist, soweit es das Vortragswesen angeht, hier bereits seit 3 Jahcen durchgeführt. 15 Darmstädter Vereine haben sich in dem Darmstädter Vortragsverband zu gemeinsamem Vorgehen geeinigt und für den kommenden Winter ein Programm von 7 Vorträgen vereinbart. Finkenbach i. O. Die Unfitte, bei Hochzeiten mit dem Seil zu„ hemmen", rief hier einen schweren Unglücksfall hervor. Ein Knabe hatte sich das Seil um die Hand gewickelt und wurde dadurch von den darüberjagenden Pferden umgerissen. Die Pferde und der Wagen gingen nun über ihn hinweg. Schwerverletzt wurde er hervorgezogen. 7) Gerichtet. Familienroman von Franz Wichmann. Sie öffnete von neuem den schon geschlossenen Schrank und begann noch einmal in seinem Innern zu suchen. Ganz unten, unter Wäschegegenständen versteckt, sand so noch eine Schachtel, in der es klirrte und flang Sie hob den Deckel ab und griff hinein. „ Da hast du noch fünf Mark," sagte ste.„ Es ist alles, was ich im Augenblick noch in Reserve habe!" Otto nahm das Geld, warf aber zugleich einen begehrender ck auf die Schachtel. ,, Das reicht nicht, Mama!" meinte er. ,, Versuch' es einmal, es wird auch damit gehen!" Sie stellte die Schachtel wieder an ihren Platz. Otto nahm einen resignierten Ton an: ,, Freilich, wenn du willst, daß ich mich blamiere, heute, wo ich mit Baron von Rehberg und Graf Hochstein ins EliteKonzert gehe! Du weißt, sie sind reich, lassen gern etwas springen! Da werde ich eine klägliche Rolle spielen!" ,, Blamieren?" wiederholte die Försterin betroffen. ,, Gott behüte, wo denkst du hin? Das darf nicht sein! Aber warte ein wenig, bis der Vater heimkommt!" Otto wandte sich ärgerlich ab. „ Ich kenne schon sein ewiges Klagelied! Er wird auch nichts heimbringen!" * Worms. Zur nächsten Reichstagswahl in Alzey| Bingen teilte Freiherr v. Heyl auf dem Sommerfest seines Arbeitervereins in Worms mit, daß Nationalliberale, Zentrum und Bund der Landwirte gemeinsam einen Bündler als Kanditaten aufstellen werden. ,, Doch, doch!" eiferte die Försterin und ein vielverheißender Blick traf den Sohn, in dessen Augen es im plötzlichen Verständnis aufflackerte. * Aus dem Rheingau. Ein neues Fehljahr droht den Winzern. Das furchtbare Unwetter im Mai hat mit der Zerstörung des Bodens den Anfang gemacht, die lange Regenszeit und der talte Sommer haben die Blüte allzuweit hinausgezogen, die in manchen Gegenden dann noch bis zum 3. Teil dem Heuwurm zum Opfer fiel. Im oberen Rheingau dürfte es taum einen halben Herbst ge= ben. Dazu treten nun noch die Blattkrankheiten Didium und Peronospora. In ihrer gern wichtig tuenden Weise fuhr die Försterin ( Gerichtet 16 Nr. 8.) fort: ,, Heute ist es anders! Der Vater muß eine hübsche Summe lösen und dir einen Teil davon geben. Bestehe nur darauf, ich will dir schon helfen!" Ottos Blicke flogen nach dem Ofen hinüber. Der Platz unter demselben war leer. „ Er hat sich endlich entschlossen?" fragte er. Die Försterin nickte eifrig. Aus aller Welt. * Berlin. Der Vorsitzende des deutschen Krieger bundes, General d. Inf. z. D. Alexander v. Spiez, ist hier gestorben. Er stand im 76. Lebensjahre. Dem Verstorbenen gebührt das Verdienst, den deutschen Kriegerbund zu einem Vorbild derartiger Organisationen für alle Staaten des Auslands erhoben zu haben. * Berlin. Bei der Wahl für das Studienjahr 1910-11 wurde der Physiologe Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Rubner zum Reftor ,, die Professoren Deißmann, Eduard Meyer, von Liszt und Zieben zu Dekanen der theologischen, philosophischen, juristischen und medizinischen Fakultät der Universität Berlin gewählt. * Leipzig. Das erste Seminar für Journalisten und Redakteure wird am 1. Oftober 1910 hier von dem langjährigen Besitzer des Technikums für Buchdrucker, Julius Mäser, errichtet. „ Die Hunde zu verkaufen, ja! Es hat Mühe genug geloftet, aber ich habe nicht nachgelassen. Die Tiere sind unter Rennern mehr als zweihundert Mark wert und in der Stadt braucht er sie nicht." * Karlsruhe. Das silberne Ehejubiläum des Großherzogs von Baden wird hier von Montag, den 19. bis Mittwoch, den 21. September festlich begangen werden. * Karlsruhe. Reichstagsabgeordneter Basser= mann wird bei den nächsten Reichstagswahlen im 12. ba dischen Reichstagswahlkreis( Heidelberg- Eberbach- Mosbach) kandidieren. Der Wahlkreis, der gegenwärtig von dem nationalliberalen Abgeordneten Beck vertreten wird, ist seit 1871 mit Ausnahme der Jahre 1884 bis 1903 in natio= nalliberalem Besiz. „ Das habe ich ihm oft genug gesagt," rief Otto,„ aber er wurde stets wild bei dem bloßen Gedanken daran." „ Es hat mich selbst gewundert," nickte die Försterin ,,, und es fam beute, als du schon fort warst, nach Tisch auch gana * Elberfeld. In der Zeit vom 12. bis 17. Audes deutschen Malergewerbes statt. Der 5. deutsche guſt cr. finden in Elberfeld eine Reihe wichtiger Tagungen Malertag wird am 14. August in der Stadthalle in Elberfeld abgehalten und bringt unter anderem ein Referat des Hauptverbandsvorsitzenden Kruse über„ Die Wirkungen des Reichstarifvertrages und seine Anwendung in der Praxis". Herr Verbandssyndikus, Rechtsanwalt und Notar Aehnelt- Berlin, sowie Malermeister Geißler- Kempten referieren über„ Die Vorteile und Nachteile der Einführung des zweiten Teils des Gesetzes betreffend Sicherung Bauforderungen". Ueber neue Erfindungen im Malergewerbe werden die Vorsizeden der Materialienpräifungs tommissionen berichten. Zum 5. deutschen Malertag jeder Malermeister Zutritt. der hat * München. Das Befinden des Reichstagsabgeord= neten Baron v. Freyberg( 3tr.), der sich in München beim Sturz aus dem Wagen schwere Verletzungen zugezogen hatte, hat sich gebessert, sodaß die Aerzte die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, ihn am Leben zu erhalten. * Münster bei Dieburg. Bei der Gemeinderatswahl siegten zum ersten male die Sozialdemokraten gegen das Zentrum. * Straßburg. In der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakulität der Universität hat die Tochter des bekannten Abgeordneten Bassermann soeben zum plötzlich über ihn. Ich glaube, der Gedanke, daß du nun bald fort mußt zum Militär, hat ihn umgestimmt." Der Student machte bei der Erwähnung seiner nahen Dienstzeit ein verdrießliches Gesicht. „ Der Teufel hole das Vergnügen, es reißt mich aus meiner ganzen Karriere, nachher kann ich wieder von vorn anfangen!" Die Mutter suchte ihn zu trösten. ,, Du mußt ein Jahr länger studieren! Was tut das? Bei deiner Begabung ist alles bald nachgeholt. Aber freilich, sie hätten warten und Rücksicht nehmen sollen, bis du dein Examen bestanden hast!" Otto schritt aufgeregt im Zimmer auf und nieder. „ Es muß überhaupt anders werden, wir wollen keine Sklaven mehr sein, der Militarismus-" „ Laß das den Vater nicht hören!" fiel die Försterin ihm ins Wort.„ Du weißt, er war selbst in seiner Jugend mit Leib und Seele Soldat. Doch was ich sagen wollte: ich bea nügte seine heutige Stimmung, erinnerte ihn an die Kosten, die dein Dienstjahr erfordern würde, und kam wieder auf die Hunde zu sprechen." „ Und er war wirklich bereit?" Doktor der Staatswissenschaften promoviert, und zwar, was gar nicht oft vorkommt, summa cum laude( mit der ersten Note)! und Betrugsverfuchs lannt. Der Bürgermei Gründau hatte welcher der Bräutig großjährig erflärt gehens gegen das itraje verurteilt. Bei der Revisio Midel in Rainrod der Schachtmeister unterschlagen hatte. rin und unterschlug * Dortmund. Wegen schwerer Bilanz- Verschleierungen wurde der Direktor der Lünener Bant, Quanz, verhaftet. Es hat sich ergeben, daß die Lünener Bank total verschuldet und Bankdirektor Ohm an den Verschleierungen beteiligt ist. Ueber das Vermögen der Bank wird Konfurs eröffnet. * Stockholm. Der seit Montag hier tagende internationale Friedenstongreß beschäftigte sich u. a. mit der Vorlage eines von dem französischen Notar E. Arnaud ausgearbeiteten und gedruckten Entwurfes einer aus 145 Artikel bestehenden Kodifikation des Völkerrechtes. Sie soll das Kriegsrecht der Haagener Konferenzen durch eine Fest setzung des Friedensrechtes ergänzen. Zur Beratung soll Die Voreine besondere Kommission eingesetzt werden. schläge des letzten panamerikanischen Friedenstongresses auf Ausgestaltung des internationalen Prisengerichtshofes einem allgemeinen Schiedsgerichtshof wurden angenommen, ebenso die Weltpetition, in welcher der fünftigen Haager Konferenz die Wünsche der Friedensfreunde unterbreitet werden. „ Ich machte ihn darauf aufmerksam, daß heute Sonntag und Hundemarkt sei und nächstens die Steuer bezahlt werden müsse. Er brummte eine Weile, sprang dann mit einem Male auf und meinte: ich habe ganz recht, er hätte das ewige Gea schwätz über die Bestien satt und wolle ein Ende damit machen. Dann nahm er die Büchse von der Wand, als ob er zur Jagd wollte, pfiff den Hunden und ging davon, ohne mir Adieu zu Sagen!" ,, Aber er könnte längst zurück sein!" warf Otto ein. Frau Adelheid lauschte. zu Einbeziehung der ih lesbergebens zuerfan zu einer Gesamtftraf urteilt. Dirett nach seine der Agent Ludwig ger Wirtschaft. Er cine erhebliche Zech zuvor ausbezahlten Morgen verschwand 5 Mart, nachdem e er vorschwindelte, Sohn gehörige We welcher zuletzt 10 hat, wurde zu 1 J und 5 Jahre Ehrve )( Vier erste Preise auf der Magdebur ger Bahn wurden am letzten Sonntag auf dem schnellen und siegreichen Brennaborrade gewonnen. Während der Zehlendorfer A. Schulze sowohl das 10 Kilometer- Rennen um den Sportplay- Preis, wie das 30 Kilometer- Rennen um den Sommerpreis als Erster siegreich beendete, siegte A. Tezlaff im 20 Kilometer- Rennen um den Preis der Industrie und sicherte sich im Tandemfahren mit seinem Partner den ersten Platz. ,, Still, ich höre Schritte auf dem Hof, er wird es sein. Bleibe Du allein mit ihm und benütze die Gelegenheit. Ich will ihm lieber jetzt ausweichen, sonst gibt es nur Ärger und Vorwürfe!" Sobald sie Otto allein gelassen hatte, sah er sich vorsichtig um. Plötzlich lachte er auf. ,, Die Gelegenheit benüßen, ja, das will ich! Schnell, ehe der Vater kommt!" Er schlich sich an den Schrank heran, suchte einen Augens blick darin, dann hatte er die Schachtel gefunden und entleerte rasch das noch darin befindliche Geld in seine Tasche. Behut sam schloß er die Tür hierauf wieder. )( Hamann der Held des Tages. In Treptow wurde am Sonntag ein Rennen über 50 Kilometer ausgefahren und in allen 3 Läufen von 10, 15 und 25 Kilometer von W. Hamann gewonnen. Hamann benutzt die bewährte Marke Brennabor. )( Auf der Leipziger Rennbahn gewann am 31. Juli P. van Net das 50 Kilometer- Rennen hinter Motoren, D. Peter das Hauptfahren und B. Wegenee das Prämienfahren, alle drei fahren Brennabor. „ Das wäre geglückt," ſagte er," Gelegenheit macht Diebe! Ei, ich lasse mich nicht täuschen mit dem ewigen: Ich hab' nicht mehr! Jeder ist sich selbst der Nächste. Ich habe mir das Leben nicht selbst gegeben. Die es getan haben, mögen auch die Kosten dafür tragen." Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, 2. August 1910. Die Studenten Heinrich Lenssen aus München- Gladbach und Heinrich Lippelt aus Stuttgart tamen im Kolosseum zu Gießen in einen Streit, wobei ersterer dem letteren einige Ohujeigen werſetzte. Am anderen Tag ließ Lippelt dem Lenssen eine Pistolenforderung überbringen, die Beide Ange im Schiffenbergerwald ausgefochten wurde. flagte blieben unverletzt. Das Gericht verurteilte sie zu der Mindeststrafe von je 3 Monaten Festungshaft. Das Schöffengericht Friedberg hatte den Taglöhner Anton Grünwald von München wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Werfens zu 2 Monaten und 3 Wochen Gefängnis, sowie drei Tagen Haft verurteilt, weil er in einer Wirtschaft zu Friedberg Specktakel anfing, Scheiben einschlug, auf die Wirtin mit Bierunterfäßen warf Er focht und trotz Aufforderung, das Lokal nicht verließ. das Urteil an, da er nicht aufgefordert worden sei, die Wirtschaft zu verlassen, er mithin zu unrecht verurteilt worden sei. Es stand jedoch fest, daß er aufgefordert worden war und dieses auch gehört hatte. Urteil: Bestätigung des Urteils. Das The Herm Es heißt die K sehen, wenn man rühmter Männer m dian, en- Stolz zu nö Ich halte es f filers durch Nachplä bor 10 oder 20 Jah andere, in diesem Unwert eines Th oder gestohlene Ph die unwahrheit zu druck: Theaterwerk Wert des Dichters, Tonkünstlers, und lers, des Mimen, tes und Gehörtes Es beweist auc einigermaßen treffe einem Hymnus von Tomschwäll R. V Bombajtes, der zw Büchmanns schließe soweit entgleisen f ung zu einer vort ftiges Schicksal be ähneln, auf den ic Ich unterscheid jahr zurückblicke, ein äußerliches M unvergleichbar dur und Sommer- Sai eifrige Theaterbej lichen Operett lerisches Fiasto be Der Taglöhner Georg Muth zu Vilbel hat sich bei einem dortigen Liförfabrikanten, angeblich für eine Wirtin, zwei Flaschen Likör erschwindelt. Dasselbe Manöver machte spiel- Aufführungen er bei einem Apfelweinfabrikanten und bei einem Meßger. Von dem Metzger erhielt er Fleisch, Fett und Wurst. Die 4 Flaschen Apfelwein und den von ihm verlangten Champagner wurden ihm jedoch nicht verabsolgt. In einem Fall erfolgte mangels Beweises Freisprechung. Wegen Betrugs Da die Schritte draußen sich näherten, trat er an den zier lichen Nähtisch, der unweit des Ofens stand, und ergriff das auf demselben liegende dicke, schwarzeingebundene Buch. „ Seine Lieblingslektüre, die Bibel! Ah, hahaha, das ist ein praktisches Mittel, ihm gute Stimmung zu machen!" Er hatte die heilige Schrift kaum aufgeschlagen, als die Tür sich öffnete und Klara eintrat. ,, Du, Otto?" sagte sie betroffen, ich glaubte dich doch Sie stockte und suchte erschrocken das Paket, das sie in der Hand hielt, auf dem Rücken zu verbergen. „ Im Kolleg, Schwesterlein?" ergänzte er ihre Worte. ,, Nein, nein, so töricht bin ich nicht! Jetzt ist's Feierabend mit dem Studieren!" Das Mädchen ſtand noch immer in ſichtlicher Verlegenheit an der Tür. „ Ehe du dein Examen gemacht hast?" fragte sie verwundert, „ Wenn ich mich in einem Vierteljahr ins Sklavenjoch des Soldatentums beugen muß, so will ich bis dahin mein Leben noch genießen!" antwortete er brüsk. nommen sind nur gen des Bad G zen anerfenne nu Sherry". Dieses noch dazu unzu wirfte völlig nied enden Schwestern wegs verwischen, Die nun folg mer Ensemb erite Sangestrafte durchgängig einen jen. Die Schuld der Stüde. 1 außer Abonnem Vogelhändler" un mit der„ Lustigen ich die Theaterle ung selbst lobend eitig in dieser das Fehlen zugtr Berfügung stehen griff zu alten Das jüße Mäde Der erwünsc man 2. un ver bornahm, die na moeil man 3. die mahmen nicht for Er näherte sich dem Sofatisch, auf den Klara foeben, sich 3 berühren sich 3 unbemerkt glaubend, ihr Paket gelegt hatte. Was hast du denn da?" ben 3. Aften wa Fichtnahme auf Darsteller fürzte Die Schwester war an den Nähtisch getreten und tat, als mal eine zu eng habe sie die Frage nicht gehört. ,, Ah, die Bibel! Du hast darin gelesen?" fragte sie. Otto lachte. ,, Es machte mir einmal Spaß!" geschlagene Seite. Grund vorgescho Dauerten, währen Thr beendet war Wenn auch Besuch der Somm #rittspreij Lerischen Wert de Kationsaufgabe 3 „ Was lasest du denn?" Sie warf einen Blick auf die auf fanden sie noch e „ Evangelium Lukä, fünfzehntes Kapitel. Das ist mir be zu hoch, zu hoch Während sie scheinbar weiter las, blickte fie ängstlich über Preise vor allem fannt von der Schule her: Die Geschichte vom verlorenen Sohn." das Buch und beobachtete jede Bewegung des Bruders. Dieser hatte bereits das Paket geöffnet. höher ausfallen nenten dürfte zu Sterblichen gegen Partett z. B. 30 „ Da ist ja dein schwarzes Seidenkleid drin!" sagte er er Sie überall hörer staunt. Du kommst von der Schneiderin? Es wäre auch den Dienstag für besser, wenn ihr eure Toilettenausgaben etwas einschränktet! zahl der geleger Ich muß um jeden Pfennig betteln, und so oft ich es tue, heißt es: Kein Geld ist da, die teuren Zeiten und dergleichen." Klaras weiße Stirn legte sich in leichte Falten. ,, Otto, du weißt, ich-" hebt, daß das Menschen anzulo das Publikum lann es sich doc Ronzerten schmeic theaters tonnen g „ Auch du, ich weiß es," unterbrach er sie, du, der Vater die Mutter, alle, keiner hat Verständnis für mich, für die Forderungen, die das moderne Leben an mich stellt." r zu gut haben wir's," entgegnete das Mädchen heftig „ fonit läge das Kleid nicht dort!" ( Fortsetzung folgt.) 34 Lafien. Lieber Berlangen nach muß, wem gilt d Bielleicht pri che man sich im entschließt. Man Aunft Blindelub nd zwar, aude( mit annt. und Betrugsversuchs wurde auf 5 Monate Gefängnis erDer Bürgermeister Friedrich Kalthof aus hainGründau hatte eine Eheschließung vorgenommen, bei welcher der Bräutigam weder großjährig war, noch für Er wurde wegen Vergroßjährig erflärt worden war. gebens gegen das Personenstandsgesetz zu 3 Mark Geld= ftraje verurteilt. Berfchleier Luanz, berant total leierungen ird Nonagende in 1. mit der rnaud aus145 ArSie foll eine Feft tung foll zu Die Voragreffes auf holes genommen, en haager unterbreitet gdebur dem schnel Bährend der eter- Rennen ter- Rennen ete, fiegte reis der In einem Part In Trep Kilometer 15 und 25 benutzt die n gewann nnen hinter Begenee das Bei der Revision der Kasse bei dem Steinbruchsbesitzer Ridel in Rainrod bei Schotten stellte es sich heraus, daß der Schachtmeister Friedrich Elles aus Oberruhr 300 Mr. unterschlagen hatte. Später zog er noch einige Rechnungen ein und unterschlug das Geld ebenfalls. Er wurde unter Einbeziehung der ihm am 22. Juli wegen Sprengstoffge= setzbergehens zuerkannten Gefängnisstrafe von 3 Monaten zu einer Gesamtstrafe von 3 Monaten und 14 Tagen verurteilt. Direkt nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus ging der Agent Ludwig klar aus Mannheim in eine Friedberger Wirtschaft. Er gab sich als Brauereibesitzer aus, machte eine erhebliche Zeche, die er teilweise mit dem ihm kurz zuvor ausbezahlten Arbeitsverdienst beglich. Am anderen Morgen verschwand er unter Zurücklassung einer Zeche von 5 Mart, nachdem er eine Kellnerin ausstaffiert hatte, der er vorschwindelte, sie solle in Mannheim in das seinem Sohn gehörige Weinrestaurant eintreten. Der Angeklagte, welcher zuletzt 10 Jahre Zuchthaus wegen Betrugs verbüßt hat, wurde zu 1 Jahr Zuchthaus und 150 Mt. Geldstrafe und 5 Jahre Ehrverlust verurteilt. Das Theaterj hr 1909-1910 von Hermann Franz Ottavio. Es heißt die kritit in ihrer wahren Würde herabsetzen, wenn man ein zu einem bloßen Panegyrifus berühmter Männer macht, oder sie gar eignen oder Komödian, en- Stolz zu nähren mißbraucht. Ich halte es für den unverzeihlichsten Fehler eines Kritilers durch Nachplärren seichter Kunsturteile, die vielleicht vor 10 oder 20 Jahren beschränkte Berechtigung haben mochten, andere, in diesem Falle das Publikum, über den Wert oder Unwert eines Theaterwertes zu täuschen, durch erlogene oder gestohlene Phrasen kritisch Stroh zu dreschen, d. i. die unwahrheit zu lagen. Mit Absicht wähle ich den Ausugust 1910. druck: Theaterwert! Ich verstehe darunter einmal das Wert des Dichters, des Komponisten, also des Wort u. hen- Gladbach Tonfünstlers, und dann das Wert des darstellenden Künst Kolosseum zu ebteren einige lers, des Mimen, der die Wort und Tonwerte in GeschauSippelt dem bringen, die Beide Ange Ite sie zu der den Taglöh pausfriedens Monaten und aft verurteilt, tafel anjing, terfäßen warf ieß. Er focht den sei, die verurteilt wor rdert worden Bestätigung des I" hat sich bei eine Wirtin, anöver machte inem Metzger. id Wurst. Die langten Cham In einem Fall Begen Betruga er an den zier and ergriff das e Buch. hahaha, das zu machen!" en, als die Tür te dich doch das sie in der ibre Worte Feierabend mit tes und Gehörtes umsetzt. Es beweist auch jeden Mangel an Kunstverständnis, an einigermaßen treffender Urteilskraft, wenn man sich zu einem Hymnus von Millöckers„ Armem Jonathan" in einem Tomschwall R. Wagnerscher Kunstausdrücke, theoretischen Bombastes, der zwar gleichzeitig auf den eifrigen Gebrauch Büchmanns schließen läßt, bewogen fühlt und noch dazu soweit entgleisen fann, daß man eine mangelhafte Aufführ ung zu einer vortrefflichen Kunstleistung stempelt. Ein günstiges Schicksal bewahre Gießen vor Berichten, die dem ähneln, auf den ich hier anspiele. Ich unterscheide, wenn ich auf das verflossene Spieljahr zurückblicke, streng zwischen zwei Perioden, die durch ein äußerliches Moment gegeben scheinen, die sich aber ganz unvergleichbar durch ihre inneren Werte scheiden: Winterund Sommer- Saison. Den Eindruck wird mit mir jeder eifrige Theaterbesucher empfangen haben, daß die sommerlichen Operetten Gastspiele zweifellos ein künst lerisches Fiasto, bedeuten gegen das Plus, das die Schauspiel- Aufführungen des Winters eingebracht hatten. Ausgenominien sind nur die wenigen rühmenswerten Aufführun gen des Bad Emser Ensembles, die ich im ganzen anerfenne nur mit der einen Ausnahme: der„ Madame Sherry". Dieses seichte, unsinnige, ganz wertlose Machwert, noch dazu unzulänglich und ungenügend herausgebracht, wirfte völlig niederschmetternd; auch die Tänze der gastierenden Schwestern Cortini konnten diesen Eindruck keineswegs verwischen, eher noch verstärken. Die nun folgenden Gastspiele des Bad Nauhei= mer Ensembles, das heißt des hiesigen, durch einige erste Sangesträfte verstärkten Schauspiel- Ensembles, haben durchgängig einen wenig befriedigenden Eindruck hinterlaj= sen. Die Schuld daran lag selbstverständlich in der Wah I der Stücke. Von den 7 aufgeführten Operetten( 6 im, 1 außer Abonnement) sind die drei erſten:" Frühlingsluft", „ Vogelhändler" und" Zigeunerbaron" nicht anzugreifen; doch mit der Lustigen Witwe", der Xten Wiederholung, gab sich die Theaterleitung eine Blöße: Habe ich die Aufführgjelbst lobend hervorgehoben, so fand ich nämlich gleichzeitig in dieser Wiederholung die eingestandene Schwäche: das Fehlen zugträftiger, neuer Operetten, die mit dem zur Verfügung stehenden Personal durchzuführen wären. Man Der Verlegenheit griff zu alten, abgeleierten Stücken wie„ Wiener Blut", fie verwundert Sklavenjodh de „ Das süße Mädel"," Der arme Jonathan". Der erwünschte und erhoffte Beifall blieb aus; weil man 2. un verantwortliche Amputationen vornahm, die natürlich den Gesamteindruck beeinträchtigten; hin mein Leber weil man 3. die Chorizen en bis auf wenige Ausnahmen nicht sorgfältig genug ausarbeitete. Punkte 2 und ara foeben, fid 3 berühren sich z. T.; denn die großen Striche, meist in den 3. Aften waren größtenteils veranlaßt durch die Rücksichtnahme auf den Chor. Auch die Rollen der anderen Darsteller fürzte man oft, sehr oft ohne Grund; nicht ein Cen und tat, al mal eine zu eng begrenzte abendliche Spieldauer könnte als fragte fie. Grund vorgeschoben werden, da die Pausen recht Lange dauerten, während die Vorstellung spätestens furz nach 10% Uhr beendet war. Wenn auch alle diese Gründe zusammenwirkten, den Besuch der Sommer- Gastspiele nicht gerade zu steigern, so lick auf die aut fanden sie noch eine Verstärkung durch die hohen Ein Das ist mir be zu hoch, zu hoch vor allem im Verhältnis zu dem fünft trittspreise. Die Preise sind für hiesige Verhältnisse vom verlorene lerischen Wert des Gebotenen. Eine ganz simple Multiplitationsaufgabe zeigt doch, daß die Einnahme beträchtlich höher ausfallen wird, wenn die Parkett und 1. Rang te angftlich übe Preise vor allem erniedrigt werden; die Anzahl der AbonBruders. nenten dürfte zwar faum wachsen, die dem gewöhnlichen Sterblichen gegenüber nur 2,80 mt. statt 4 Mt.( für 1. Parkett z. B.) zahlen, denn man mag sich das werden im Sommer nur sehr ungern auf jeDagegen wird die An- !" fagte er Sie überall hören Es wäre au den Dienstag fürs Theater binden. as einschränkte zahl der gelegentlichen Besucher nur vermehrt, vorausge t ich es tue, bei leßt, daß das Repertoire gewählt ist, daß es geeignet ist, dergleichen." Falten. „ du, der Vate ir midh, fürd stellt." Mädchen beft Menschen anzulocken! Man berücksichtigte immer nur, daß das Publikum verwöhnt ist und anspruchsvoll sein darf, fann es sich doch mit seinen ausgezeichneten Akademischen Konzerten schmeicheln; die Gastspiele des Darmstädter Hoftheaters tönnen gleichfalls nur dazu beigetragen haben, das Berlangen nach guten Opetten- Aufführungen lauter werden 3 lassen. Lieber feine Kunst, wenn man sich dabei fragen muß, wem gilt diese Kunst?! Vielleicht prüft man diese wiederholten Erinnerungen, che man sich im nächsten Sommer zu einer Wiederholung entschließt. Man diene den Menschen, ohne dabei mit der Kunst Blindekuh zu spielen. Von dem darstellenden Personal will ich auch hier noch einmal neben den Spielern Fr. Seybold, Hans Wernert und Elsa Rosarita, die gewandte und ausgezeichnete Soubrette, Grete Bri II nennen. So unerfreulich, im ganzen betrachtet, diese Gastspiele waren, so ward ich doch einigermaßen versönlich gestimmt durch die lette Operetten Vorstellung,„ Die Förster christ e 1", Gastspiel des Bad Emser Ensembles, das uns wiederum für seine Kräfte, in erster Linie Alma Wallee, Marta Merten, K. Melzer, Josef Ferry und Richard Helsing erwärmte und den günstigen Eindruck von den lobenswerten Aufführungen der " geschiedenen Frau", der" Fledermau 3" und der„ Dollarprinzessin" nur angenehm erweitern konnte. Ich habe absichtlich, meinem Grundsaße treu, zuerst das weniger Angenehme erledigt; denn die vergangene WinterSaison verdient als solche warme Anerkennung. War doch die Direktion eifrig bemüht, großen, ersten Stunstanforder ungen gerecht zu werden. Ich erwähne hier zunächst die Schiller Aufführungen," Don Carlos" und" Wilhelm Tell"; zur Erinnerung an die 150jährige Wiederkehr von Schillers Geburtstag hatte die Direktion eine Reihe von billigen„ Tell"-Aufführungen ermöglicht, wenn ich nicht irre 14, die einer großen Anzahl hiesiger und anderer oberhes= sischer Schulen zugute famen. Diese glückliche Maßnahme, wie gute Volt 3- und Schülervorstellungen, solange sie nur wertvollen Stücken, besonders unseren Klassikern gelten, sind immer unseres lautesten Beifalls sicher und sollten von Schule und Haus nach Möglichkeit unterstützt werden. Auch Shakespeare, um bei den klassikern zu bleiben, war im Spielplan vertreten mit„ Romeo und Julia" und" Sommernachtstraum". Bedauerlich war nur, daß die Regie in„ Romeo und Julia" die glückliche Idee: Szenenwechsel bei offener Szene, während den Wiederholungen aufgab. Von großen Dramatitern, die sich, so ent schieden sie in vielem von einander abweichen, in ihrem und Haß gegen Gesellschafts- Lüge und Moral begegnen auf die Gestaltung des modernen Dramas den größten Einfluß ausübten, traten Ibsen( Stüßen der Gesellschaft") und O. Wilde( Frau Warrens Gewerbe") auf den Plan. Doch lernten wir von dem letzteren ein Werf kennen, das uns auch eine andere Seite dieses fünstlerischen Pfadfuchers zeigt, seine„ Salome". Von den jetzt lebenden Modernen tam natürlich als Vertreter des ernsten Dramas H. Sudermann zu Wort mit seinem neuesten hosfähigen, verlogenen Komö diantenwerk„ Die Strandfinder"; leider ist für unsere Pro vinzbühnen die Abhängigkeit von Berlin so groß, daß man= che Stücke ihren Eingang in den Spielplan finden, die besser unaufgeführt blieben; doch leider ist der Name„ Sudermann" heute so gewaltig, daß sich jeder Theaterdirektor der öffent lichen Meinung und seiner Kasse gegenüber verpflichtet fühlt, des„ großen Dichters" neueste Schöpfung zu bringen, eine Schöpfung, für die es sich wirklich nicht lohnte, neue Dekorationen anzuschaffen. Ueber E. Hardt's preisgekrönten„ Tantris der Narr" kann man verschiedener Meinung sein; lobenswert war jedenfalls das eifrige Bemühen, ung mit diesem Wert bekannt zu machen. Um so erfreulicher war dagegen das Auftauchen H. Bahrs und Björn sons auf dem Plane. Wenn der junge Wein blüht", des nun auch verstorbenen" Norwegers letztes Werk, δας hier eingehende Würdigung fand, und Bahrs, des geist reichen Plauderers„ Konzert" fanden die wärmste und beifälligste Aufnahme; auch Björnsons großer Rivale, Ib sen, tam zu Wort mit den„ Stüßen der Gesellschaft". Bissiger, spöttischer wie Bahr, nicht in dem Maße elegant geistreich wie er, ist L. Thoma, dessen prächtige Sitten! Domödie" Moral", Tendenzstück durch und durch, überaus gefiel. Die Pflege des guten Schauspiels und Lustspiels zumal bei der anerkannten Seltenheit guter Lustspiele fann nicht genug empfohlen werden, und wir werden der Direktion, wie auch bisher, wenn sie auf diesem würdigen Wege weiterschreitet, unsere gerechte Anerkennung nie sagen. Gern stelle ich es fest, daß auch der französischen, klassischen Komödie schuldiger Tribut gezollt wurde; zwei Werke des größten Lustspieldichters sahen wir, Molieres" L'avare" und" Tartüffe". Zusammen mit dem letzt genannten Stück erlebten wir die Uraufführung eines zum Teil rekonstruierten Wertes„ Das Schiedsgericht" von Me nander, dem Vater des Lustspiels, in der Uebersetzung von Professor Körte( man vergl. darüber meine Bemerkung in„ Schaubühne“ 1910, Heft 2). ( Schluß folgt.) .*.* ** Stadttheater Gießen. Dienstag, den 2. August 1910. Die Förster- Christel. Operette in 3 Atten von B. Buchbinder. Musik von G. Jarno. ver= zu Man müßte Wiener sein, um ganz zu verstehen, würdigen, wie ein solches Wert in Wien wirken muß; dann wird man auch taum staunen, wenn daneben schon eine andere Operette ihren siegreichen Einzug gehalten hat: „ Das Musikantenmädel". Hier wie dort verdichtet sich die Handlung, um die Gestalt eines geliebten Kaisers; und wenn dort der 2. Akt mit der geschickt eingewebten Kaiserhymne:„ Gott erhalte Franz den Kaiser" zu einem überaus wirkungsvollen Höhepunkt gestaltet ist, so hier durch die prächtige, ruhig wiegende Walzer- Melodie:„ Herr Kaiser, Herr Kaiser, du liebe Majestät". Es ist klar, daß schon der Abstand der Hauptpersonen von einander, daß die Fabel überhaupt die Försterchristel liebt ihren Kaiser, Jo sef 2.; sie wird von dieser Verirrung bekehrt durch den Kaiser selbst und findet sich wieder in ihrer Liebe zu dem ' begnadigten Ungarn Földessy- nicht frei bleiben konnte, von sentimentalen Stellen; doch kann man ruhig gestehen, daß das Wert des Komponisten wie auch die heutige Aufführung diese leisen länge nicht ungebührlich unterstrich, sondern, distret, erträglich behandelte. Die Operette ist reich an flangschönen Walzern und Melodien; wie z. B. neben dem schon obengenannten Lied der Christel:" Herr Kaiser...", ihr Lied mit dem Walzer- Mefrain:„ Ich tu nur bös, bin sonst fidel", das Zigeunerlies( Der Frauen A- B- C) mit den lockenden Klängen:„ Wenn es ringsumher dann dunkelt" oder die wiegenden Rhythmen:„ Gebt mir die Geigen der ganzen Welt" immer ihrer fortreißenden Wirkung sicher sein dürfen. Schade nur, daß man auf die " Hunde- Ballade" im 3. Afte verzichtete! Die Aufführung wirkte nach der vergangenen des„ Armen Jonathan" wie ein frischer Regen auf ein dürres Land; das Haus war unvergleichlich viel besser besucht, ein neuer Beweis dafür, daß der gute Klang eines Namens auch beim Theater alles macht". Man wähle nur gute Operetten aus, spiele lieber nur alle 14 Tage mit sehr muten Kräften und der Erfolg wird sich auch in der Kasse bemerkbar machen. Daß z. B. das Urteil einer„ hochstehenden Persönlichfeit" feinen größeren Allgemeinwert als das eines anderen Sterblichen besißt, daß es ebenso subjektiv, unmaßgeblich ist, sagen uns zahllose Beispiele; wenn sich der Kaiser für die Aufführung des Hintertreppenstückes Sherlock Holmes begeistern und lobend äußern fonnte, so ist das eine rein persönliche Aeußerung und Anschauung, an der gar keine Kritik zu üben ist. Beutet man aber" hohe" Worte zur Reflame aus und will sie zum allgemeinen Urteil erheben, dann wird es Sache der Kritik sein, dagegen zu Felde zu ziehen. Denn die Aufführung der„ Försterchristel" durch das Bad Emser Ensembles hätte wahrlich nach den Gastspielen zu Anfang dieser Sommer- Spielzeit passieren können, ohne sich einer„ hohen" Empfehlung versichert zu haben. Im Mittelpunkte des Abends stand die" Försterchrist!" Alma Waliee's, eine Prachtleistung von A- 3, die beste, hervorragend beste des Abends, noben ihrer„ Gonda" ( Geschiedene Frau") sicher die bedeutendste, in der wir sie fennen lernten. Ich erkenne das Spiel um so mehr an, als ich weiß, daß die Künstlerin über sehr viel Temperament, Rasse verfügt, die in dieser Rolle übermäßig entfaltet, manches hätten verderben können; besonders zustatten tamen ihr Charme, Reiz, Grazie und Liebenswürdigkeit ihres Wesens. Vielleicht spielt sie im 2. Atte in" Hostoilette" noch ein wenig natürlicher, etwas weniger merklich unbeholfen, so gibt es auch gar nichts, was irgend auszusetzen wäre. Vollkommen bei Stimme, brachte sie durch angenehm unterschiedene Betonung, leichte und sichere Tongebung all das TroBige, Heitere, Lachende, Liebe, Enttäuschte und doch im= mer wieder Frohe gewandt und prächtig zum Ausdrud. Schon der Klang ihrer Stimme hat etwas für sie Gewinnendes, angenehm Frisches und Farbenvolles, das ihr auch hier von Anfang an den reichsten Beifall, wie auch heute wieder, zuströmen ließ. Gesanglich bedeutend ist die Rolle ihres Partners, des ungarischen Gutsverwalters Földessy, die Karl Melzer ziemlich erschöpfte, abgesehen von dem zeitweise etwas mü den Spiel. Ich hatte den Eindruck, als habe er das Lied ( Finale 2. Aft)" Gebt mir die Geigen" nicht ganz rein gesungen; doch gern will ich das flott gesungene Duett:„ Falter, Falter hüte Dich"( 1. Aft) zusammen mit Josefine, Marta Merten hervorheben. Die letztere bestätigte auch heute wieder mein Urteil, das ich gelegentlich ihrer vortrefflichen Wiedergabe der„ geschiedenen Frau" und der " Dollarprinzessin" fällte: Gewandheit im Spiel, sicher und ausgiebig im Gebrauch ihres langschönen und flangvollen Organs; nur bisweilen stört das Verwischen des Konsonanten ɓ zu w. Hertha Schroth( Minta) gibt gewiß die Töne sicher; beeinträchtigt aber wird sie in gröBeren Wirkungen durch ihr wenig ausgiebiges und durchdringendes Organ. Sehr gut zur Geltung tam der Zigeunermarsch(„ Steht ein Mädel auf der Pußta") von Karl Melzer, Marta Merten und H. Schroth, und das„ Bigeunerlied"( Will ich einen Liebsten haben) zwischen den beigen lettgenannten; beidesmal nahm der Chor sehr vorteilhaften Anteil an dem Gelingen der Szenen. Erich Schönfeldee führte mit Geschick die nicht leichte Rolle des Kaisers Josef 2. durch; der Darsteller hatte eine recht gute Maste gewählt und wahrte sehr gut seine kaiserliche Würde im Tanz mit der Försterchristel. Den Peter Walpert, das Hofschneiderlein mit dem großen Mund und dem Hasenherz spielte und sang Josef Ferry sehr gut; laut beflatscht wurde sein Duett ( 2. Aft) mit dem Refrain:" So ergreift man sacht die Zügel" mit Alma Wallee. Die Wiederholungen:„ O Gott, o Gott...." mit den entsprechenden Bewegungen zwangen unbedingt zum Lachen; wie erspielend die Töne beherrscht, meistert er, immer erfinderisch, seine Gesten und Sprünge. mit Richard Helsing, zugleich als Regisseur verantwortlich zeichnend, lieh dem Obersthofmeister der Thea terzettel machte daraus einen Oberst, Hofmeister! seinen ganzen zappeligen Wit; auszeichnen will ich hier die Spielszenen mit Alma Wallee und Elly Schumann ( Baronesse v. Othegraven). Die übrigen Darsteller, die in den Ensemble- Szenen tüchtiges leisteten, mögen sich einem Gesamtlob begnügen! Das Ganze war gut zusammengehalten unter der musikalischen Leitung Hermann Weinac's; das ausgezeichnet gebrachte Vorspiel zum 3. Aft litt leider wieder einmal durch die Unruhe des Publifums. Versöhnt wenden wir dem Theater den Rücken, das nun seine Pforten für die Spielzeit 1909-10 schließt. H. F. O. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. 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