連 黏黏 heater eingoetter. B. 1910. ements. upinel en bon Nr. 2 Erscheint tgtch außer Sonntags. Bezugspreis: vierteljährlich durch die Träger frei tab Gaus 1.35 Mt., durch die Post bezogen 130 Mt. Gpcbition: Gichen, Geltersweg 83. on. de 10 Uhr. . 1910. Uhr. ne Preise! ihnachts abelle des Wilhelm" el. Bildern 1.6 Uhr. rftellung ovität! Bredow" zen nach Towsta. 10 Uhr. 80. Licher. ing. ar d. I, erden in eustadt 55 n Plüsch), derschront, Commoden, ob. Tisch, , 1 Wasch 1 Teppich, en, 1 Tafel: U. Q. indet bes ollzieher, chweine ortbach. Fischer er Betrieb Branche im Hessen:::: nstalt Tel. 627 553 " en. Geschäft. en werden e in ten. rkauf nochen, et, Bint, en, Weiß( bersachen, en. Gießen ephon 35. her chsehen) mer, sse 6. -( Ex.) frei. Perf) 1. april Il. Ester. un b. Grp. F Dienstag, den 4. Januar 1910 Gießener 20. Jahraang Juferate: die 44 mm breite Betttzelle 20 fenata, Reklame:" 90 Beilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet " P " " 50 " Telephon- Anschluß: Giehen, Nr. 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Sageblatt) Unabhängige Tageszettung ( Gießener Beifung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Vorwärts mit Gott! - Vorwärts eilt die 3 eit unaufhaltsam. Die Sekunden reihen sich zu Minuten, die Minuten zu Stun den, die Stunden zu Tagen, zu Monden und Jahren! Ob wir wollen oder nicht, dieses drängende, treibende„ Vorwärts" steht über unserem Leben, und je älter wir werden, umso schneller entschwindet ein Jahr nach dem anderen ,, es fähret schnell dahin, als flögen wir davon". Aber dieses hastige Vorwärtsgehen, wo mit jedem Pendelschlag der Uhr, mit jedem Schlag unseres Herzens und jedem Stoß unseres Pulses ein Stück Leben dahinflieht, kommt uns in der täglichen Arbeit kaum zum Bewußtsein. Doch wenn die Mitternachtsglocken der Shilvesternacht uns mahnen, stehen wir wohl gedansenvoll still. Es ist, als rauschte der Flügelschlag der Zeit an uns vorüber und mancher möchte es mit unserem großen Dichter des Mittelalters ausrufen: „ weh! Wohin entschwanden alle meine Jahr'! Hab' ich geträumt mein Leben, oder ist es wahr?" Aber hier gilt tein 3agen und kein Verweilen. Ob wir in frischer Jugendkraft mit tau send Hoffnungen und Plänen über des Jahres Schwelle treten und freudig dem„ Vorwärts" dem Leben entgegenjauch zen- oder ob wir auf der Höhe des Lebens so gerne dieses„ Vorwärts" aufhalten und die Jahre zu verweilen bitten möchten- oder ob wir in Leid und Kummer, müde vom Erdenlauf, dem Leben noch Flügel geben möchten dem Ende zu: es folgt uns nicht; während wir wünschen, hoffen und sinnen, stürmt unsere Welt weiter in ihrem geordneten Lauf, rinnt unser Leben vorwärts, vorwärts! Es gibt in Gottes Schöpfung teinen Stillstand,„ ein Tag sagt es dem andern, und eine Nacht tut es fund der anderen". In diesem eilenden Leben, in dem neu sich erschließenden, noch dunklen Jahr, von dem wir nur wissen, daß es dahingehen wird wie seine Vorgänger, gibt es nur einen festen Halt, das ist der ewige unveränderliche Gott,„ von dem und in dem und zu dem alle Dinge sind". An seiner Hand und in seiner Gemeinschaft erhält dieses„ Vorwärts" ein Ziel und einen Zweck, löst sich alle Wehmut in Festigkeit, erschließt sich auch über unserem letzten Lebensjahre ein ewiges und seliges„ Vorwärts". „ Vorwärts mit Gott!" sei darum die Losung des neuen Jahres: Hilf du uns durch die Zeiten Und mache fest das Herz! Geh selber uns zur Seiten Und führ uns heimatwärts! Lokales und Provinzielles. !! Fortbildungskurse für Organisten und Chordirigenten. An dem diesjährigen Crgelkursus, der unter der Leitung des Kirchenmusitmeisters Prof. Arnold Mendelssohn in der Zeit vom 21. September bis 10. Oftober in Darmstadt stattfand und wiederum von gutem Gelingen begleitet war, haben 15 Hauptlehrer, Lehrer und Schulverwalter teilgenommen. Im Jahre 1910 wird wieder ein Kursus in Darmstadt veranstaltet; Meldungen dazu sind bis zum 15. Mai dieses Jahres ein zureichen. Meldungen früherer Jahre sind für den bevorstehenden Kursus zu erneuern. Bewerbungen müssen durch Vermittlung der Pfarrämter und Dekanate dem Oberkonsi storium vorgelegt werden. Es ist in ihnen die Zensurnote für Orgelspiel, womit der Bewerber vom Seminar abging, anzugeben, sowie zu bemerken, ob dieser Organistendienst hat, wenn dies auch für die Zulassung nicht ausschlaggebend iſt. *!* Die Zahl der Lehrer an hessischen Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealu. Realschulen, sowie pädagogischen Seminarien beträgt nach dem neuen Hauptvoranschlag für 1910 zusammen 562, darunter akademische Oberlehrer 411, prov. akad. Lehrer 64, Zeichenlehrer 10, seminarische Lehrer 75. Im neuen Jahre ist die Vermehrung um 6 Stellen vorgesehen und zwar für das Ostergymnasium Mainz 3, sowie je ein Oberlehrer in Heppenheim, Gießen und Worms. ** Auch auf dem Gebiete der hess. Schulverwaltung soll in Zukunft gespart werden. Die höheren Bürgerschulen in Groß- Umstadt, Rüsselsheim, Wimpfen und Sprendlingen( Rheinhessen) sollen wie verlautet, eingehen. * Gießen, 2. Jan. Der Musikdirektor Krauße vom hiesigen Infanterieregiment ist mit dem 31. Dezember nach 45jähriger Dienstzeit, von denen er 37 Jahre dem Regiment angehörte, in den Ruhestand getreten. Der Kaiser, der Chef des Regiments, hat ihm den Kronenorden 4. Klasse verliehen, sowie die Genehmigung zum Tragen der Regimentsuniform erteilt, das Offizierskorps schenkte dem Scheidenden ein Bild des Kaisers in der Uniform des Regiments. In einer der leßten Nächte wurde am Li e- bigdenkmal in der Ost- Anlage das Gesicht einer der Marmorfiguren durch Bubenhände mit Lack beschmiert. Außerdem wurden auf der Eisbahn die Musikbühne und sonstigen Einrichtungen demoliert. -tt- Gießen.( Stadttheater.) Es sei darauf hingewiesen, daß die morgige Vorstellung von„ Aschenbrödel" die letzte des hübschen und effektvoll ausgestatteten Märchens ist. Auf zahlreiche Anfragen sei mitgeteilt, daß und am nächsten Sonntag nachmittag der fidele Bauer" Sonntag- Abend das Lustspiel" Die Liebe wacht" gegeben wird und daß diese beiden Vorstellungen bei kleinen Preisen stattfinden. * Gießen, 3. Jan. Der Bahnarbeiter Ludw. Bepler aus Klein- Linden kam beim Rangieren zwischen die Puffer und wurde schwer verletzt. * Friedberg. In Berlin ist am Donnerstag der Direktor der hiesigen Augustinerschule, Dr. phil. Hermann Balser, infolge einer Gehirnerschütterung plößlich ge= storben. * Offenbach. In der Sylvesternacht ereignete sich ein recht tragischer Vorfall, der den Tod eines junt= gen Mannes im Gefolge hatte. Der 22jährige Dro die gist Meier aus der Wilhelmstraße 21 hatte nämlich Sylvesternacht im Kreise seiner Freunde und Kollegen im Wirtshaus verlebt, wobei er tüchtig dem Sylvesterpunsch zu gesprochen haben soll. Erst in der Morgenstunde trennte er sich von seinen Freunden und begab sich nach Hause, wo er den ganzen Tag über geschlafen hat. Noch gegen halb 7 Uhr abends hat seine wirtin ihn schnarchen gehört, aber eine Stunde später wurde er tot ausgefunden. Nach dem ärztlichen Befund liegt wahrscheinlich eine Alkoholvergiftung vor. * Darmstadt, 3. Jan. Hinsichtlich der Geschäftsverteilung in Handelssachen hat das Präsidium des Oberlandesgerichts beschlossen, daß dem 1. Senat zugeteilt werden die Sachen der Kammern für Handelssachen von hier und Gießen, dem 2. Senat die Sachen der Kammern für Handelssachen von Mainz, Worms und Offenbach und die Patente für Schüßsachen. * Darmstadt, 2. Jan. Der Heldentenor Spe= mann ist von der Hoftheater- Direktion gegen eine Ab. findungssumme von 5000 Mt. freigegeben worden und in Begleitung der Freifrau von Schilling im Auto nach Aegypten gefahren. Der„ Hess. Voltsfreund" schreibt über diesen Fall: Die Zeiten haben sich in den letzten zwei Jahrtausenden merklich geändert. Heute ist die Sache bequemer. Man fährt per Auto. So macht auch unser seitheriger Heldentenor, der ohne die Dame seines Herzens nun einmal nicht leben kann, die weite Reise nach Aegypten, die er mit ihr anzutreten beabsichtigt, nicht per Esel, sondern in einem 60 HP- Wagen. Die Nachricht, daß wir Spemann vor Abschluß der Saison verlieren sollten, hat sich bestätigt, denn in einer Abfindungssumme von 5000 m. hat die Hoftheaterdirektion den Heldentenor freigegeben. Und dieser hat seine Freiheit dazu benutzt, um dem Süden zuzueilen, aber nicht etwa, um seine Gesundheit zu kräftigen, sondern um dem lästigen Termin zu entgehen, in dem nochmals sein sogenanntes Konkubinatverbrechen verhandelt werden sollte. Dieser Termin war auf den 7. Januar anberaumt, und nun entzieht sich der Heldentenor samt der Dame seines Herzens den peinlichen Erörterungen seiner intimen Beziehungen zu ihr durch die Flucht nach Aegypten." Bekanntlich waren Hofopernsänger Spemann und die Freifrau von Schilling- Cannstatt laut Beschluß des Amtsgerichtes zu einer Haftstrafe von 8 Tagen wegen Konfubinats verurteilt worden und beide hatten gegen diesen Beschluß Berufung eingelegt. * Kirchhain, 2. Jan. Der Müller Kenner in Anzefahr rettete seinen sechsjährigen Jungen aus dem Hochwasser der Ohm, indem er ihm 50 Meter nachschwamm. * Rodheim a. d. Bieber, 3. Jan. Gestern vor mittag er schoß sich der Verwalter Stadte von der Grube Eleonore bei Bieber. Er stand seit 3 Jahren in Diensten der Gebr. Stumm- Neunkirchen und litt in der letzten Zeit an hochgradiger Nervosität, von der er vergeblich Heilung in einer Anstalt suchte. * Herborn, 2. Jan. Hier suchte man zu Weihnachten einen jungen Handwerksburschen dadurch aus einem Heuboden zu vertreiben, daß man mit einer Heugabel das heu durch st a ch. Bei der Gelegenheit erhielt der Aermste einen Stich ins Auge, an dessen Folgen er gestern im Krankenhaus gestorben ist. * Schlik. Vor kurzem hat sich hier der ledige, in den vierziger Jahren stehende Fuhrmann Friedrich Hick= mann auf dem Grabe seiner Mutter er hängt. Der Beweggrund zur traurigen Tat ist unbekannt. * Aus Rheinhessen. Die rheinhessischen Weinbaudomänen umfassen zur Zeit 49,35 Heftar mit einem Anlagefapital von 1887 533 Mart. Die Durchschnitts- Rentabilität, berechnet auf Grund der bis jetzt auf diesen Do mänen erzielten und bereits verkauften Weine, betrug 2,95 Prozent. Die höchste Rentabilität mit 6,35 Prozent ergaben die Weinberge in der Gemeinde Oppenheim. * Groß- Um st a d t. Eine wackere Mitbürgerin, die Hebamme Elisabeth Wolf, hat am 29. Dez. ihr vierEin i gjähriges Berufsjubiläum gefeiert. großer Teil derer, denen sie beim Eintritt ins Leben behilflich war, hat ihr gratuliert. * Mainz. Die Stadt Mainz hat mit der Kreisterwaltung Groß- Gerau einen Vertrag abgeschlossen, inhaltlich dessen die Wasserentnahme der Stadt Mainz aus den Quellen des Kreises Groß- Gerau völlig gesichert ist. * Usingen. Bei den Aufräumungsarbeiten auf dem Speicher der hiesigen Realschule fand man eine über sechzig Jahre alte Fahne aus schwarzrot- goldenem Tuche. Die eine Seite der Fahne trägt die Aufschrift:„ Turnschule zu Usingen 1848", während die andere Seite folgen den Aufdruck aufweist(„ Stärke deine Kraft in frischer Jugend, Um sie fromm dem Vaterland zu weihn, und bewahr ein fröhlich Herz zur Tugend, um dereinst ein freier Mann zu sein." Die 48er Fahne wurde dem hiesigen Museum überwiesen. * Alzey. Von einem furchtbaren Unglück blieb kurz vor Weihnachten die Familie des Taglöhners N. hier durch die Geistes gegenwart eines fünfjährigen Mädchens verschont. Die Eltern waren ihrer täglichen Beschäftigung nachgegangen und hatten ihre vier kleinsten Kinder zu Hause eingeschlossen. Wäschestücke, zum Trocknen am Ofen aufgehängt, gerieten in Brand, und dicker Qualm füllte bald die kleine Stube. Das Schreien und Hilferufen der armen Kleinen wurde in der Nachbarschaft nicht gehört. Im Augenblick der höchsten Gefahr. riß das 5jährige Schwesterchen ein Fenster auf, schaffte seine drei Geschwister durch dieses in den angrenzenden Hof und warf den Schlüssel zum Hoftor auf die Straße. Als lette sprang sie selbst nach, während das ganze Zimmer bereits lichterloh brannte. Hilse war jest rasch zur Stelle und das Feuer wurde bald gelöscht; das 5jährige Kind aber hatte vier Menschenleben gerettet. * Alzey, 2. Jan. Heute nachmittag fand hier eine vom Freisinnigen Verein einberufene öffentliche Versammlung statt, in welcher Pfarrer Korell- Königstädten über " Die Scheidung der Geister in der Politik" vor mehr als 1200 Personen sprach. Zum Schluß wurde eine Resolution einstimmig angenommen, die die Annahme des Plu= ralwahlrechts in der zweiten Hessischen Kammer entschieden verurteilt und die Ueberzeugung ausdrückt, daß es möglich gewesen wäre, eine Wahlrechtsvorlage ohne das Pluraiwahlrecht zustande zu bringen, wenn die Mehrheit die Bereitwilligkeit der Linken zur Mitarbeit angenommen hätte. * Auz Kurhessen, 2. Jan. Im Laufe des Jah res 1909 ist in Steinbrüchen, Lehm- und Sandgruben des Bezirks Kassel eine große Zahl von Un glücksfällen vorgekommen, allein im Monat Sep. tember fünf tödliche. Da als Ursache ausschließlich die fehlerhafte Art des Abbaues festgestellt worden ist, hat der Regierungspräsident eine intensive Beaufsichtigung solcher Anlagen verfügt und angeordnet, daß bei Nichtbeachtung der gleichzeing erlassenen Vorschriften mit allen zu Gebot steh= enden Mitteln vorgegangen werden soll. Wo der Betrieb derart gering ist, daß die Ueberwachungskosten in keinem Verhältnis zum Nuzen der Anlage stehen, soll auf ihre Schließung hingewirkt werden, damit auch die mißbräuchliche Benutzung unmöglich gemacht wird. * Oberursel, 30. Dez. Im Alter von 90 Jahren starb der Lehrer J. Schneider. Fast 52 Jahre hindurch war er hier als Lehrer tätig und in der nassauischen Lehrerwelt unter dem Namen„ Der alte Schneider" bekannt und beliebt. Er war erst seit 15 Jahren pensioniert. * Schierst ein. Das zwischen hier und Neudorf gelegene Schloß Nußberg wurde für 400 000 Mark von Ge heimrat von Borsig angetauft. Klein Heubach. Die Fürstin zu Löwenstein Wertheim- Rosenberg ist gesternvormittag von einem Prinzen und einer Prinzessin im Schlosse zu Klein- Heubach a. M. glücklich entbunden worden. Das Schloß trug aus dieser freudigen Veranlass ing Flaggenschmuck und 150 Kanonendonner verkündeten das frohe Ereignis gestern nachmittag der Bevölkerung. Der Vater des Fürsten, der greise Großpapa der Neugeborenen, Pater Raymundus, wird die feierliche Taufe des Zwil lingspaares, seiner Enfelchen, vollziehen. * Kassel. Die Kasseler Aligemeine Zeitung- ge gründet von den inzwischen verstorbenen Buchdruckereibe- - feiert sizern Wilhelm Weber und Eduard Weidemeyer am 1. Januar ihr 25 jähriges Bestehen. Zugleich begeht der leitende Redakteur Mar Müller das Jubiläum seiner 25jährigen Redaktionstätigkeit an demselben Blatt. * Ober- Mockstadt. Zu Gunsten der durch den Konkurs der hiesigen Spar- und Darlehenskasse Geschädigten erließ bekanntlich der Vorsißende des Kriegervereins, Lehrer Jung, einen Aufruf an die Hassia- Vereine, der einen schönen Erfolg aufzuweisen hat. Jetzt sind innerha.b vier Wochen 2000 Mart eingegangen. Ein schönes Beispiel treuer Kameradschaft. Natürlich wurde Vorsorge getroffen, daß das Geld den Unterstützungsbedürftigen und nicht etwa der Konfursmasse zugute kommt. Redaktion, Druck und Verlag von Albin Klein. Gießen. Die vorliegende Zeitung, unabhängig in jeder Be ziehun, mit belen amtlichen Bekanntmachungen und guten Lokal Nachrichten, kostet monatlich 35 Pfg. und 10 Pfennig Trägerlohn. Die Berichterstattung ist zuberlässig. Abonnementsbekellungen nehmen zu jeder Zeit entgegen alle unsere Agenten, Träger und Die Expedition Gießen, Seltersweg 83 Die Neujahrsfeier am Katserhofe. Das leichte Frostwetter am Neujahrsmorgen hatte die Straßen Berlins nach den lebten Regentagen säubern helfen und so fand sich auch mit dem anbrechenden Tag, als die Kaiserstandarte, die Königsstandarte und die turbrandenburgische Flagge auf den Binnen des Königlichen Schlos ses emporstiegen, eine gewaltige Menge Schaulustiger im Lustgarten und beim Kaiser Wilhelm- Denkmal ein, die bis zum Beginn des großen Weckens auf etwa 12 bis 13 000 Bersonen anschwoll. Der Kaiser traf bald nach 9 Uhr vom Neuen Palais her im Automobil im Schlosse ein, die Kaiferin um 9,22 Uhr mit Sonderzug auf dem Votsdamer Bahnhof, von wo sie im Galawagen sich nach dem Schlosse begab. Die Majestäten wurden von dem immer mehr anwachsenden Publikum lebhaft begrüßt, ebenso die Prinzen und Prinzessinnen. Während die Majestäten im Schlosse die Neujahrswünsche des Königlichen Hauses und der Hofstaaten entgegennahmen, erfolgte die große Anfahrt der Fürstlichkeiten, der Generalität, der Staatswürdenträger und der Hofchargen. Um 10 Uhr begann in der Schloßtapelle der feierliche Gottesdienst. Die Hoftrauer war für den Neujahrstag abgelegt, und so bot die hohe marmorschimmernde Halle das bekannte glänzende Bild. Es versammelten sich die Mitglieder des hohen Adels, der Reichstanzler( in Dragoner- Uniform) und die Bevollmächtigten zum Bundesrat, die Generalität und Admiralität mit den General- Feldmarschällen Grafen Haefeler und von Hanfe an der Spiße, die Ritter des Schwarzen Adler- Ordens, die Staatsminister, Kommandeure der Leibregimenter, die Staatssekretäre, Wirklichen Geheimen Räte und die Räte erster Klasse sowie die Präsidien des Reichstages und beider Häuser des Landtages. Die Hofgeistlichkeit stand am Altar. Der Domchor, geleitet von Professor Rüdel, stimmte a capella den 98. Psalm an( Singet dem Herrn ein neues Lied), als der Hof unter Vorantritt der Pagen und der Herren des großen Vortritts seinen Einzug hielt. Der Kaiser, in Generalsuniform mit dem Bande des Schwarzen Adler- Ordens und der Kette des Hausordens von Hohenzollern, führte die Kaiserin, die eine lilafarbene Robe mit gleichfarbigem Hut trug. Die Majestäten nahmen dem Altar gegenüber Plaz, die genannten Fürstlichkeiten ihnen zur Seite, hinter ihnen Prinz Joachim, Prinz Friedrich Wilhelm, Prinz Karl von Hohenzollern, Prinz Georg von Griechenland und die drei jungen Söhne des Prinzen Friedrich Leopold. Nach Gemeindegesang und Liturgie, die der Bläserchor begleitete, sang der Domchor in vollen deter Schönheit ,, Herr Gott, Du bist unsere Zuflucht für und für." Oberhofprediger D. Dryander predigte über das vom Kaiser ausgesuchte Textwort Ev. Johannis 1, V. 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen". Dies Licht der Menschen, führte der Oberhofprediger aus, sei die Liebe, die Liebe Gottes, die uns leuchte, und die Liebe, die auch aus uns leuchten soll, iene selbstlose Liebe, die nicht das ihre sucht, die geduldig ist und verzeihen kann. Und weil unser keiner diese Liebe ausgelernt habe, darum träten wir jedes neue Jahre mit neuen Vorfäßen zu dieser Liebe an. Leuchten möge die dunkle Welt, und könne es nicht sein auf einen weiten Kreis ein fleines stilles Leuchten, erwärmend, erquickend, könne von jedem ausgehen. Was das neue Jahr bringe, wissen wir nicht, aber was wir zu tun hätten, daran sei kein Bweifel. Und in das Gelübde unsere Pflicht in Liebe zu tun, schlössen wir dann auch das der Treue für unseren Kaiser und sein Haus und unser Vaterland ein. Der Gottesdienst schloß mit dem niederländischen Dankgebet. Unter den Klängen des Wilhelmus von Nassauen" begab sich sodann der Hof in feierlichem Zuge nach dem Weißen Saale. Sier begann bald nach 11 Uhr die Gratulations- Defilier cour bei Ihren Majestäten, während die Leibbatterie des 1. Garde- Feld Artillerie- Regiments im Lustgarten Salut schoß. Der Kaiser und die Kaiserin traten vor die Stufen des Thrones, neben dessen beiden Thronsesseln zwei Leibpagen Wache hielten; der Kronprinz und die anwesenden Brinzen traten rechts, die Prinzessinnen links neben den Thronhimmel. Geleitet vom Obersttämmerer Fürsten Solms- Baruth und dem Oberhofmarschall Grafen Eulens burg defilierten die zur Cour befohlenen Herren nach den Klängen der Musik. Der Kaiser reichte dabei dem Reichsfanzler Dr. von Bethmann Hollweg die Hand. An die Cour schloß sich der Empfang der Botschafter, die in ihren Staatsfarossen inzwischen ins Schloß eingefahren waren, sowie der Staatsminister, der Kommandierenden Generals und der Admirale. Später begaben sich Seine Majestät der Kaiser und die Prinzen nach dem Zeughaus hinüber, vom Publikum mit Hochrufen begleitet. Nachmittags fuhr der Kaiser bei dey Botschaftern vor. Rundschau vom Cage. Politisches. Angriffe gegen Herrn v. Schoen. Die„ Tägliche RundHau" hatte dem Auswärtigen Amt neuerdings vorgewor= en, daß es die Interessen zweier deutscher Staatsangehörigen ausländischen Behörden gegenüber preisgegeben habe, daß sogar ein deutscher Diplomat sozusagen strafversett wor1) Der Fall Welshofen. Kriminalroman von M. Kossak. 1. Kapitel. Nachdruck verboten. Es war an einem falten, mondlosen Abend des sich seinem Ende zuneigenden Oktober. In den ,, Kaiserhallen", einem großen, eleganten Varietee am Wiener Graben", drängte sich Kopf an Kopf, wie es regelmäßig geschah, seitdem die schöne Anita Brusio dort auftrat. Die Künst ler in den Kaiserhallen" leisteten durchweg Vorzügliches, aber die Besucher des Lokals, welche das Programm bereits zur Genüge kannten, erschienen doch erst, wenn die Nummer der reizenden Italienerin an die Reihe kam. Dann saßen sie schier andächtig, verwandten kein Auge von der wunderbar geschmeidigen Gestalt und wagten kaum zu atmen, um die weihevolle Stimmung, die sich ihrer und ihrer Umgebung bemächtigt hatte, nicht zu stören. Jetzt war der große Augenblick da. Mademoiselle Celina Dupont und Monsieur Anatole Leclair, das Pariser Sängerpaar, hatte soeben seine prickelnden, graziösen Montmartre- Chansons beendigt, der Vorhang war gefallen und in verblüffend kurzer Zeit wieder emporgegangen, um eine seltsame traumhafte Szenerie, eine in verschwommenen Umrissen und Farben gemalte tropische Waldlandschaft, in de ren Hintergrund lautlos fließendes Wasser blinkte, zu zeigen, und das Orchester hatte eine fremdartige, etwas monotone Melodie zu spielen begonnen. Wer einen Blick darauf warf, der war überrascht zu sehen, daß die Geiger, Flötenund Klarinettenbläser sich einer beschaulichen Ruhe hin gaben, und daß plößlich vier Harfenspielerinnen und zwei Männer mit großen wunderlich geformten Blasinstrumenten dort saßen. Die letteren waren vorläufig aber noch nicht in Tätigkeit gesetzt, und nur die Harfen ließen leiſe, süße Töne erklingen. Während diese sich in die Ohren der Hörer schmeichelten, kam, von einem intensiven bläulichen Licht umflossen, eine zarte märchenhafte Gestalt hereingeschwebt. Schleierartige Gewänder, die um den Oberfärs den set, weil er sich in der Vertretung deutscher Interessen au eifrig gezeigt habe. Die„ Nordd. Allg. 3tg." seht diefen Behauptungen ein energisches Dementi entgegen und stellt fest, daß der eine der Interessenten, der angeblich zu Klagen über Mangel an Schutz seitens der deutschen Behörden Anlaß haben wollte, an Querulantenwahn leide, während der andere für die energische Förderung seiner Intereffen der betreffenden Gesandtschaft ausdrücklich seinen Dank ausgesprochen habe. Zur Reform unserer Reichsversicherungsgesetzgebung. Bald nach Neujahr werden im Bundesrate die Arbeiten wieder aufgenommen, und zwar soll zuerst der vorliegende Entwurf einer Reichsversicherungsordnung weiter beraten werden. Wie der B. L.-A." aus zuverlässiger Quelle hört, Itegen dazu eine beträchtliche Anzahl von Abänderungsanträgen schon jetzt vor, besonders auch von süddeutscher Seite, und weitere find noch zu erwarten. Die Bewegung unter den Ruhrberglenten. Am vergangenen Dienstag hat eine Konferenz der Vorstände der vier Bergarbeiterverbände im Ruhrrevier beschlossen, den Kampf gegen den Zwangsarbeitsnachweis der Bechenbesizer fortzuführen. In einem Aufruf an die Bergarbeiter werden kurz die Gründe dargelegt, die die Verbände veranlassen müßten, selbst nicht vor dem äußersten Mittel, dem Streik, zurückzuschrecken, um so die Mitwirkung der Verbände in der Frage der Arbeitsvermittlung im deutschen Bergbau zu erzwingen. Die ungarische Ministerkrisis. Kaiser Franz Josef hat noch immer fein neues ungarisches Ministerium ernennen Fönnen, die schwebenden Verhandlungen haben noch kein Resultat ergeben. Da kein Budget zustande gekommen ist, ift die Erhebung der staatlichen Einkommensteuer einstweiIen ausgesetzt. Dieser Zustand ist also der gleiche wie in England, wo die neuen Steuern, die das Unterhaus annahm und das Oberhaus ablehnte, einstweilen auch nicht bezahlt zu werden braucht. Das belgische Königspaer wird, sobald die Hoftrauer beendet ist, mit seinen Auslandsreisen beginnen. Zunächst soll der holländische, dann der Berliner Hof besucht werden, schließlich Paris und London. Die Königin Wilhelmine wird, wie es heißt, den Besuch zur Zeit der Brüsseler Weltausstellung erwidern. Kaffeezollerhöhung in Schweden. Der schwedische Finanzminister teilte im Staatsrate mit, er werde im Reichstag die Erhöhung des Kaffeezolls um sechs Dere, von 12 auf 18 Dere pro Kilogramm, beantragen. Die Zollerhöhung soll vom 1. Januar 1910 ab in Kraft treten. Der Wahlkampf in England. Schazkanzler Lloyd George verspottete in einer Rede, die er gestern in Reading stelt, die Furcht vor den Deutschen und sagte, England solle Deutschland lieber nachahmen in seiner Sorge für den Schutz der Arbeiter gegen Krankheit und Invalidität. Das Budget ermögliche einen solchen Schutz. Die neue Marokkoanleihe. Die neue Marokkoanleihe, die Mulay Hafid vollständig in die Abhängigkeit Frankreichs bringt wird Ende Januar ausgegeben werden. Die spanischen Finanzen. Der spanische Ministerrat beschäftigte sich in einer seiner letzten Sibungen mit der finanziellen Lage des Landes. Es wurde festgestellt, daß der Staatsschatz nach Abzug aller Ausgaben einschließlich der für Melilla am 31. Dezember einen Ueberschuß von 77 Millionen aufweist. Politische Verurteilung in Rußland. Der ehemalige Redakteur der Zeitung Strana, Professor Maxim Kowalewsky, gegenwärtig Mitglied des Reichsrats, ist vom Bezirksgerichte in Petersburg ohne Teilnahme von Geschworenen zu zwei Monaten Gefängns verurteilt worden, well das Blatt eine Reihe von Artikeln, in denen eine Beleidi= aung des Militärs erblickt wurde, sowie falsche Mittellungen über die Tätigkeit der Regierung gebracht hatte. Die Haltung der Pforte gegenüber Kreta. Nach der Erklärung eines türkischen Diplomaten wird die Pforte die Reistung des Treueides der fretischen Regierung für einen anderen Souverän als den Sultan nicht dulden und auf Entfernung der neuen fretischen Regierung dringen. Kleine Nachrichten. Der neue Militärballon Groß 3 ist Freitag vormittag zum ersten Male auf dem Tegeler Schießplaße mit sechs Mann Besabung aufgestiegen. Nach 1½ stündiger Fahrt landete das Luftschiff glatt. Nachmittags 3 Uhr stieg der Militärballon zu einer neuen Fahrt auf und flog in einer Höhe von 200 Metern über Plößensee nach Charlottenburg. Groß- Leipzig Freitag vormittag erfolgte in Anwesenheit von Vertretern der Regierung und der Stadtverwaltung die feierliche Einverleibung der Vororte Möckern, Stötterit, Probstheida, Stünz, Dölitz und Dösen in die Stadt Leipzig. Die Einwohnerzahl erhöht sich auf rund 600 000. Leipzig wird dadurch die größte Stadt Sachsens. Mit einer neuen Steuer sind die Berliner Gast- und Schankwirte von der Polizei überrascht worden. AlleSchankund Gastwirte haben, wenn sie über die Polizeistunde hinaus am Silvesterabend ihr Geschäft offen halten, 1,50 M Lustbarkeitssteuer zu entrichten. Diese Steuer wurde jetzt jetzt zum ersten Male den Wirten auferlegt. Normalzeit in Chile. Die südamerikanische Republik Chile hat, wie aus Santiago telegraphiert wird, mit Beginn des Jahres 1910 eine Normalzeit eingeführt, die der Zeit in Greenwich genau um fünf Stunden nachgeht. per einen Blumenkelch formten, umflossen die schlanken Glieder, die Arme waren von gleißenden Schlangen umwunden, und das zierliche Haupt schmückte der charakteristische Kopfpub, wie ihn die Frauen aus der Pharaonenzeit trugen. ,, Wie schön, wie wunderschön!" flüsterte es in den Reihen der Zuschauer. Und wahrlich, die Künstlerin dort auf der Bühne verdiente die Bewunderung, die sie erregte. Sie mochte in der ersten Hälfte der zwanziger Jahre stehen, aber ihr schmales, blaßbräunliches Gesicht, welches an regelmäßigem Schnitt mit den herrlichsten Meisterwerken der Antike wetteiferte, besaß noch eine fast niedliche Weichheit der Formen, die einen fesselnden Kontrast zu den blutroten vollen Lippen und den brennenden Kohlenaugen bildete; diese Augen aber waren unnatürlich groß so daß man förmlich erschrecken konnte, wenn sie die von langen seidigen Wimpern befransten Lider hob und das Strahlenfeuer ihrer Blicke auf das Publikum richtete. Wunderbar wechselnd erschien auch der Ausdruck ihrer Züge welche die ganze Stala menschlicher Empfindungen widerzuspiegeln vermochten. In diesem Augenblick freilich lag nur etwas Müdes, Sanftes, Schwermutvolles darin, mit denen sie über das Podium glitt. Der Lotosblume Tanz" war ihre Nummer auf dem Programm genannt und tatsächlich erinnerte die ätherische Gestalt in dem blauen Licht, das sie beständig begleitete, mehr an eine Blume, als an ein lebendes Weib. Und jetzt ein paar schrille posaunenartige Töne aus den Blasinstrumenten das blaue Licht erlischt, ein kurzes Durcheinanderfunkeln der roten, grünen und gelben Flammenbliße, die der Scheinwerfer auf der mittleren Galerie erzeugt und die das Auge derart blenden, daß man nichts von dem erkennt, was auf der Bühne vorgeht, darauf ein Drehen wie von einem roten Feuerrad, das plötzlich still steht und die Märchenlandschaft in grellrotem Licht zeigt. Noch immer glänzt das lautlos fließende Wasser im Hintergrunde, aber die Palmen zu seinen beiden Seiten haben sich in ägyptische Säulenhallen verwandelt, vor denen je rechts und links eine Sphing Wache hält. Auf der Mitte der Bühne steht die Lotosblume von borhin, nunmehr eine ägyptische Prinzessin oder auch wer will es sagen? eine Sklavin im ganzen Reiz Große Ueberschwemmungen werden aus Südbulgarien gemeldet. Bei der Station Katuniza östlich von Philippopel stürzte gestern die Bahnbrücke ein, nachdem kurz vorher der Orientexpreßzug aus Konstantinopel darüber gefahren war Der Verkehr auf der Hauptstrecke Sofia- Konstantinopel ist unterbrochen. Dampferznfammenstoß a.. der Elbmündung. Gestern nachmittag kollidierte bei dichtem Nebel der ausgehende Dampfer Patricia mit dem fünften Feuerschiff. Das Feuer schiff ist gesunken; die Mannschaft wurde gerettet und in Cuxhaven gelandet. Das Schicksal des Ballons„ Luna“. Man nimmt an, daß das deutsche Luftschiff„ Luna“ bei den Alandsinseln verunglückt ist. Die in Petersburg eingelaufenen Berichte verschiedener Leuchtturmsinspektoren melden, daß sie den Ballon mit östlichem Kurs auf die Alandsschären hinfliegen sahen. Nach einer Meldung aus Reval wurde bei der Insel Hochland ein Ballon gesichtet. Man will die deutschen Farben erkannt und in der Gondel zwei Personen bemerkt haben. Ein überraschendes Urteil. Im Staate Judiana fällte ein Richter ein überraschendes Urteil in einem Eheschei dungsprozesse. Er gab dem Verlangen auf Scheidung nach, aber nur probeweise und sprach die Trennung von Tisch, Bett und Haus auf fünf Jahre aus, nach deren Verlauf die Che bei beiderseitigem Einverständnis wieder zu Recht bestehen soll. Begnadigte Verbrecher. Der Schlosser Hermann Kämpf aus Bielefeld, der im Oktober v. J. vom Braunschweiger Schwurgericht wegen eines Raubmordes zum Tode verurteilt wurde, ist jetzt vom Herzogregenten zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden. Die vom Schwurgericht Beuthen zum Tode verurteilte Schloffers- Ehefrau Pietka aus Karf, die ihren Mann mit einem Hammer erschlug, ist zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Der Erlaß wurde ihr Weihnachten zugestellt. Schwere Eisenbahnunfälle in Amerika. Bei Trenton in Missouri ist der Kalifornien- Expreßzug entgleist. Fünf Personen sind in einem Pullmanwagen, der Feuer fing, verbrannt. Neun sind schwer verletzt. Bei einem weiteren Eisenbahnunglück wurden auf der Neuyorker Zentralbahn der Bankier Trask und drei weitere Passagiere getötet. Auspeitschung barmherziger Schwestern. Aus Jekaterinoslaw wird gemeldet, daß die Gräfin Kapnist, Vorsteherin des dortigen Roten Kreuzes, zu vier Wochen Arrest wegen. schwerer Mißhandlung barmherziger Schwestern verurteilt wurde. Auf Befehl der Gräfin mußte ein Tscherkesse die Schwestern auspeitschen. Familientragödie. Der beschäftigungslose Arbeiter Wil helm Heß in Düsseldorf ermordete am Freitag mittag seine Ehefrau und versuchte, Selbstmord zu begehen, sowie sein zweijähriges Söhnchen zu töten. Beide sind schwer verletzt. Der Grund zu der Tat ist in Nahrungssorgen zu suchen. Die Kindesleiche im Dorfbrunnen. In dem Orte Comlitz bei Döbeln fand man in einem Brunnen, der fast den ganzen Ort mit Trinkwasser versorgt ,, die vollständig verweste Leiche eines Kindes. Man vermutet, daß eine im Orte tättg gewesene Arbeiterin das Kind heimlich geboren und in den Brunen geworfen hat. Wissenschaft, Kunst und Citeratur. Professor Hergesell aus Straßburg ist von seiner Expedition vom Karaibischen Meer in Neuhork eingetroffen. Seine Luftforschungen, namentlich die der Bassatwinde, waren erfolgreich. Die Registrierungsballons haben, eine Höhe von 18000 Meter erreicht, wobei Temperaturen von 81 Grade effius gemessen wurden. Franz v. Defregger, der bekannte Münchener Maler, erhielt aus Anlaß seines Scheidens aus seinem Amt als Akademieprofessor die große goldene Luitpoldmedaille. Der Brinzregent von Bayern überreichte ihm persönlich die Auszeichnung. Die Temperatur der Sterne. Die Möglichkeit, die Temperatur der Firsterne troß ihrer ungeheuren Entfern ung von der Erde zu messen oder wenigstens mit einiger Zuverlässigkeit zu bestimmen, ist eine der außerordent lichen Errungenschaften der neuzeitlichen Wissenschaft. Allzu genaue Ergebnisse wird man freilich nicht erwarten dürfen, weil ja sogar die Temperatur der Sonne noch nicht mit Sicherheit bekannt ist. Immerhin hat man die Fira sterne bereits nach ihrer Temperatur in eine Reihe von Gruppen gebracht, und es ist begreiflich, daß diese Einteil ung für die Beurteilung des Zustandes, in dem sich die verschiedenen Sterne befinden, von größter Wichtigkeit ist. Die deutschen Astronomen Dr. Wilsing und Scheiner haben jekt in den Astronom. Nachrichten" Untersuchungen von 109 hellen Firsternen veröffentlicht, deren Temperaturen zwischen 2800 und 12 800 Grad liegen. Gleichzeitig hat Dr. Nordmann der Akademie der Wissenschaften die Gr gebnisse ähnlicher Forschungen vorgelegt, die ihn zu der Annahme von 15 Gruppen von Firsternen geführt haben. Die Gruppe mit der geringsten Wärme stimmt mit den Messungen der deutschen Forscher gut überein, da sie zu 2870 Grad angenommen wird. Dagegen ist Dr. Nordmann zu dem Schluß gekommen, daß es Sterne gibt, deren Size mehr als 60 000 Grad erreicht. Andere Bestimm ungen haben die höchste Temperatur nur auf etwas mehr als 40 000 Grad festgesetzt. berauschender erotischer Schönheit. Sie trägt noch dieselben Gewänder, aber durch die Art, wie sie sie um sich drapiert, gewinnen sie das Ansehen morgenländischer Bracht. Wie sie schreitet, tanzt, sich beugt jeder Zoll eine Salome oder sonst eines jener Weiber, denen ein Menschenleben nichts gilt, wenn es sich um die Befriedigung ihrer grausamen Launen handelt! Wie die kleinen spißen Zähne raubtierartig zwischen den halbgeöffneten Lippen bliben, wie die Augen funkeln! Mitten in ihren tigerhaften Beweg ungen greift sie sich an den Kopfpub, reißt ihn herunter und während die schwarzen Haare fessellos herabfallen, bleibt sie mit erhobenen Armen wie erstarrt stehen. Das rote Licht weicht dem anfänglich blauen, Palmen breiten, zu beiden Seiten sich verschiebend, ihre Wedel über die Säulenhallen, die Posaunentöne schweigen und wieder spielen die Harfen ihre süßen leisen Weisen. Die Tänzerin aber schwebt, sich langsam aus ihrer Grstarrung lösend, immer mit erhobenen Armen, auf das blinkende Wasser zu, gleitet hinein und versinkt darin. Nur der Kopf, um den die Schleiergewänder sich wie ein Blütenkelch blähen, schwimmt über den Fluten. Die Lotosblume auf dem mondbeschienenen Wasserspiegel! Ein Beifall, der das ganze Haus durchtost, folgt dem Fallen des Vorhanges. Ein halbes Dußendmal muß Antia Brusio den Vorrufen Folge leisten. Sie erscheint mit tiefernstem Gesicht, verbeugt sich mit der Würde einer jungen Fürstin und entfernt sich gemessen. Nicht einmal als ihr aus der Proszeniumsloge ein prachtvolles Bukett von Tuberosen und Orchideen zugeworfen wird, huschte der Schatten eines Lächelns um ihren Mund. ,, Die versteht's!" sagte eine junge Artistin hinter der Szene zu ihrer Kollegin. Was meinst Du, Frieda, ob's uns wohl auch einmal so glücken wird? Ich glaube nicht. Wir verstehen uns eben nicht so'n Air zu geben, denn mit ihrer Schönheit und ihrer Kunst hat sie sich doch nicht ihren Grafen eingefangen, sondern bloß mit ihrem vor nehmen Getue. Die Frida" Genannte zuckte gleichmütig die Achseln ,, Ach Du, hübsch ist sie wirklich, zehnmal hübscher als ich und Du mußt mirs nicht übel nehmen, Louison hübs scher als Du." Fortseßung folgt.) # da ta C 17 len tu le бл id 10 Ai de 70 b 21 m ne AC 11 m 01 ulgarien Hippopel rher det en war opel ist Gestern gehende Feuer und in mt an dsinseln Berichte fie den nfliegen er Insel en Far bemerft na fällte Eheschei ng nach, n Tisch, Tauf die Recht be 1 Kämpf chweiger e verur inglicher chwurge-Ehefrau mmer erworden. centon in Fünf Per Fing, ver weiteren itralbahn tötet. Jekateri orsteherin eft wegen. verurteilt rkeffe die ter Wil tag seine wie sein verletzt. uchen. rte Com = fast den ndig ver eine im geboren ur. On seiner getroffen. Satwinde, haben, peraturen er Maler, Amt als ille. Der die Ausfeit, die Entfern einiger cordent ft. All ten bür och nicht die Fixa leihe bon e Einteil t sich die tigteit ift ier haben ngen von peraturen die Er rt haben. mit den r. Nordibt, deren zeitig hat n zu der Da sie zu Bestimm etwas noch die ie um fich her Bracht. ie Salome fchenleben rer graus hne raub liben, wie n Beweg herunter rabfallen, jen. 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Das Elend, das infolge der Kälte in den gesamten Oststaaten und selbst in einigen Etaaten des Mittelwestens herrscht, ist unbeschreiblich. Die armen Leute waren auf einen derartigen Temperaturfall nicht vorbereitet. Der Hudson ist von der Mündung bis aur Quelle zugefroren. Aus Buffalo, Cleveland und Chicago wird gleichfalls gemeldet, daß die Kälte einen ungebeuren Notstand unter der unbemittelten Bevölkerung zur Folge hatte, namentlich in Chicago. In den ärmeren Stadttetlen ist es den Leuten unmöglich, den Preis für die Kohlen zu erschwingen. Eine Reihe von Wohltätigkeitsinftituten verteilt Kohlen an die notleidende Bevölkerung. Ein unerschütterlicher Bräutigam ist vorgestern in HanTen unter merkwürdigen Umständen en te Bochzeit war für mittags angesetzt, und als fleißiger Mann ging der Bräutigam wie gewöhnlich des Morgens früh um brei Uhr zur Arbeit in die Kohlengrube, wo er beschäftigt war. Dort stieß ihm ein Unfall zu, wobei eines seiner Beine in furchtbarer Weise gequetscht wurde. Der Berlebte ollte in das Hospital gebracht werden, aber er weigerte ich, dorthin zu gehen, weil er seine Braut nicht enttäuschen wollte. Er ließ sich nach Hause tragen und von da in die Kirche, wo die Trauung pünktlich abgehalten wurde. Nachdem das erledigt war, wurde er in das Hospital gebracht, wo die Aerzte eine sofortige Amputation des Beines für notwendig erachteten. Allgemeines Ehrenzeichen und Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens. Vor einigen Tagen ging durch einen Teil ber Presse die Nachricht, daß einem Zugführer der Staatsetsenbahnverwaltung bei seiner Pensionierung nach fast 41Jähriger Dienstzeit das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden set, der Beamte indes mit Rücksicht auf die ihm verliehenen Kriegsorden die Annahme dieses Ehrenzeichens abgelehnt und in einer Eingabe an den Kaiser unter Angabe des Grundes der Ablehnung um eine höhere Auszeichnung gebeten habe. Auf diese Eingabe sei ihm im Auftrage des Ministers der öffentlichen Arbeiten durch die Königl. Eisenbahndirektion Berlin eröffnet worden, daß seinem Antrage nicht entsprochen werden könne. Dazu sagt fetzt die Nordd. Allg. 3tg.":" Diese Nachricht ist insofern unzutreffend, als dem gedachten Beamten nicht das Allgemeine Ehrenzeichen, das bestimmungsgemäß für diese Beamtenklasse in Betracht kommt, sondern im Hinblick auf eine Kriegsauszeichnungen ausnahmsweise das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens verliehen worden ist." Reichtum und Macht als Entartungsursache. Die rielenhafte Umwälzung der Vermögensverhältnisse, die Zusammenziehung ungeheurer Kapitalien in den Händen weniger, der Uebergang der wirklichen Macht aus der Sphäre der Fürsten und Diplomaten in die der Bankiers und Trustmagnaten hat für die letteren ersichtlich schwere phyfische Schädigungen im Gefolge gehabt, die namentlich bei threr Nachkommenschaft zutage treten. Den Anstrengungen der ruhelosen Jagd nach dem Gelde, der permanenten Nervenüberspannung mag das einzelne Individuum bei robuster Veranlagung relativ lange gewachsen sein; daß aber die Erschöpfung des Organismus auf generativem Gebiet chon weit früher einsetzt, dafür liefern speziell die Familten der amerikanischen Millionäre in den bei den Kindern auftretenden Entartungssymptomen eine Fülle von Belegen. So verfiel die Tochter Rockefellers in Wahnsinn; zwei Söhne des Zuckertrustmagnaten Havemeyer begingen Selbstmord, eine Tochter wurde geisteskrank. Die aus einer Finanzfamilie stammende Frau Sears stürzte sich in einem Anfall von Geistesumnachtung aus dem Fenster, und einer der Söhne des bekannten Milliardärs C. H. Cormick mußte fürzlich, weil er Hand an sich zu legen versucht hatte, in einer Irrenanstalt interntert werden. Das altägyptische Kurstagebuch im Reichspostmusena. Ueber das uralte Kurstogebuch eines ägyptischen Postamtes, das Stück einer Papyrusrolle, welches seit kurzem im Reichspostmuseum hinter Glas und Rahmen zu sehen ist, gibt Direktor Dr. Preisigke im„ Postarchiv" interessante Aufschlüsse. Nach seinen Untersuchungen ist die merkiärdige Urkunde zirka 2165 Jahre alt. Bevor das Papyrusblatt postalischen Aufzeichnungen diente, war es auf der eine Seite mit landwirtschaftlichen Notizen beschrieben worden. Die zweite Benutzung der Rolle zur Aufzeichnung der ein- und ausgehenden Briefschaften begann um das Jahr 255 v. Chr. Ein halbes Jahrhundert später wurde diese mit anderen Rollen als„ Altmaterial" nerfaust. Sauptabnehmer desselben waren damals die Sargfabrikanten, die aus den mehrfach zusammengeklebten Papyrusrollen. bie Särge für einbalsamierte Leichen anfertigen ließen. Diese Pappsärge erhielten durch Preffung die Körperform des Toten, ähnlich wie die in der Faschingszeit bei uns gebräuchlichen Masken. Dadurch erklärt es sich, daß wir nur ein Bruchstück von acht übereinandergeklebten Rollen erhalten konnten. Der Tote, den es umkleidete, ruhte bis jum Jahre 1902 beim Dorfe Hibeh in Mittelägypten, dann jogen englische Gelehrte. den bunten und vergoldeten Sarg" ans Tageslicht und lösten ihn wieder in seine einzelnen Blätter auf, von denen unsere Postverwaltung das Interessanteste für ihr Museum angekauft hat. Sonderbarer Ersatz eines Denkmals. Um das Andenken des vor zwei Jahren durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Bürgermeisters Diterici in Roda in Anhalt bauernd wach zu halten, hatte sich dort ein Komitee gebildet, das dem Verstorbenen ein Denkmal setzen wollte. Dieser Plan scheiterte aber, da ein öffentliches Denkmal als Demonstration für die an der Affäre beteiligten Personen hätte aufgefaßt werden können. Nunmehr hat das Komitee beschlossen, den größten Teil der gesammelten Gelder zur Anschaffung einer fahrbaren Krankentrage mit entsprechender Aufschrift zu verwenden und die Trage der Stadt zur Offentlichen Benuzung zu übergeben. Ferner soll ein von der Witwe des Verstorbenen zur Verfügung gestelltes Bild Ditericis unter Glas und Rahmen gebracht und dem Stadtat zur Anbringung im Bürgermeisterzimmer übergeben werden. Das meistgelesene Buch. Die Bibel ist immer noch das meistgelesene Buch. Es werden alljährlich mehr als siebzehn Millionen Exemplare der protestantischen Bibel oder Teile von ihr gedruckt. Davon entfallen zehn Millionen auf die verschiedenen Bibel- Gesellschaften, welche die Bücher entweder vollständig gratis abgeben oder doch nur den Kostenpreis berechnen. Die Amerikanische Bibel- Gesellschaft verbreitet allein etwa zwei Millionen Exemplare fährlich. Sieben Millionen Bibeln werden aber in den gewöhnlichen Buchhandlungen abgesetzt und zwar mit größerem Profit als andere Bücher. Eine internationale Ausstellung für Reises and Frem= denverkehr findet vom März bis Mat 1311 in Berlin in den Ausstellungshallen am Zoologischen Garten statt. Sie Joll el Gruppen umfassen: staatliche und private Berkehrseinrichtungen zu Lande und zu Wasser; Verkehrsinstitute, Kur- und Erholungsorte; Unterkunft und Verplleauua; Reisebureaus und Versicherungsinstitute; Fremdenverfehrs-, Verschönerungs- und Touristenvereine; Bäder-, Kur- und Erholungsorte; Unterkunft und Verpflegung; Reise- und Verkehrsliteratur; Industrien des Verkehrswesens; allgemeine Reise- Industrie; Ausstellung der Ergebnisse von Welt- und Forschungsreisen; Lichtbilder- und finematographische Vorführungen; hie Abteilung. Die Automobile in Europa. Nach einer englischen Uebersicht verteilen sich die zurzeit in den europäischen Ländern vorhandenen Automobile folgendermaßen: England 108 773, Frankreich 44 769, Deutschland 41 727, Holland 10 800, Belgien 5500, Italien 5079, Schweiz 2702. Spanien ist in der Uebersicht nicht aufgeführt, es ist nur erwähnt, daß in Madrid allein über 800 Automobile vorhanden sind. England steht nicht nur nach der Zahl der Motorwagen an der Spize, sein Königlicher Automobilklub weist auch mit mehr als 5000 Mitgliedern den höchsten Bestand unter den europäischen Automobilklubs auf. Freiheitsinterpreten. In Graulhet bei Toulouse stehen die Weißgerber seit ungefähr vier Wochen im Ausstand. In den letzten Tagen hat der Streif einen bedenklichen Charakter angenommen. Die Ausständigen Iteßen sich in den letzten Tagen zu allerlei Gewaltakten hinreißen. Sie durchschnitten die Telegraphenleitungen und die Verbindungsstangen. durchsägten die Träger der Leitungen, warfen Warenballen auf die Straße und versuchten die Arbeitswilligen an der Ausübung der Arbeit zu verhindern. Gestern überfielen fie einen deutschen Geschäftsreifenden namens Henz und prügelten ihn durch. Der Mann mußte durch Polizei aus den Händen der Stretkenden befreit werden. Der Präfekt hat eine größere Abteilung von Truppen nach Groushot fommen Ioffen. Schäße Indiens auf der Bühne. Das Empire- Theater in Kalkutta hat in seiner Vorstellung vom 4. ds. Mts. einen Rekord aufgestellt, der so leicht von leinem anderen Theater geschlagen werden dürfte. An diesem Tage feierte man das 25jährine Jubiläum dieses Theaters und ließ eine neue Operette ,, Der König von Cadonia" in Szene gehen. Die Künstlerinnen, welche in dem Stück beschäftigt waren, trugen für 10 Millionen Schmucksachen auf sich. Die Juwelen waren von einer großen Juwelierfirma, deren Inhaber eingeborene Inder sind, wohl bemerkt leihweise, zur eine Verfügung gestellt worden. Eine Sängerin trug Diamantentiara, mit riesigen Rubinen und Smaragden geschmückt, eine Halskette aus 130 Brillanten und ein Armband aus 52 größen Saphiren. Der Künstler, welcher die Rolle des Königs gab, trua einen Kopfschmuck aus Edelsteinen, der 150 Jahre alt ist und seinerzeit von einem regierenden indischen Fürsten getragen wurde. Gine anbere Künstlerin schmückte ihren Hals mit einem Kollier, dessen Wert allein auf eine Million Mark beziffert wird, während eine ihrer Kolleginnen ein mit Brillanten besticktes Kleid im Werte von einer halben Million trug. Ein Bolizeiaufgebot von 50 Mann bewachte diese Juwelenschätze, die sofort nach der Vorstellung wieder an die Juweliere abgeliefert wurden. Eine neue morganatische Ehe am Rarenhofe? Von gutunterrichteter Seite wird dem B. L. A. aus Petersburg geschrieben: Der bisher selten an die Deffentlichkeit getretene frühere Thronfolger Großfürst Michael Alexandrowitsch, der Bruder des Zaren, macht wieder von sich reden. Im verflossenen Frühjahre hatte sich der Großfürst in die Frau verliebt eines Kameraden vom Gardekürassier- Regiment und bekundete die Absicht, sich mit ihr zu vermählen. Da eine ähnliche Sache bereits vorhergegangen war, so wandte man diesmal energische Mittel an, versette den Großfürsten, wie seinerzeit gemeldet wurde, als Kommandeur eines Hufaren- Regiments nach Orel und glaubte die Affäre damit erledigt. Man täuschte sich jedoch, denn ießt verlautet in der Petersburger Gesellschaft mit Bestimmtheit, der Großfürst habe die betreffende Dame, nach erfolgter Scheidung von ihrem Gemahl, morganatisch geheiratet und in Moskau in einem von ihm gekauften und äußerst luxuriös eingerichteten Hause eingemietet. Zugleich kursieren in Petersburg Gerüchte, daß der Großfürst, dessen schlechtes Aussehen allgemein auffällt, an einem schweren inneren Leiden erkrankt sei. Der Appetit. Arzt:„ Der Puls schlägt ziemlich normal, die Zunge ist allerdings ein wenig belegt. Wie steht es denn mit dem Appetit? Haben Sie Appetit?"- Patient: „ Zuweilen, zuweilen auch nicht." Arzt:„ Wann denn zum Beispiel nicht?" Patient:„ Wenn ich kurz zuvor gegessen habe!" Die Abenteuer eines Flüchtlings. Um der Schande der Verurteilung und einer kurzen Gefängnisstrafe zu entgehen, hat Josef Creswick, ein in Rhodesia lebender Engländer, eine waghalsige Flucht unternommen, die ihn hilflos auf Wochen und Monate den Gefahren und Entbehrungen des afrikanischen Urwaldes auslieferte. Creswick war unter dem Verdacht begangener Unterschlagungen in Bulawaye in Rhodesia verhaftet worden und sollte mit der Bahn nach Salisbury übergeführt werden, um dort seinem Richter gegenüber zu treten. Der Zug fuhr mit voller Geschwindigkeit. Creswick sah, daß seine wärter entschlummert waren; mit den schweren stäh= lernen Fußschellen belastet, schleppte er sich leise bis zur Tür des Wagens und stürzte sich dann plößlich aus dem Zuge. Die Erschütterung des Falles ließ ihn einige Zeit halb beroußlos liegen bleiben; dann raffte er sich auf und fonnte feststellen, daß ein glückliches Schicksal ihn mit nur leichten Verlegungen hate davon kommen lassen. Die Nacht war im Anzug, die Abenddämmerung erlosch; mühsam schleppte sich der Flüchtling durch das Dunkel dahin. Alle Versuche, sich der Fußschellen zu entledigen, scheiterten; nur fleine winzige Schritte fonnte er machen, von Stunde zu Stunde steigerten sich die Qualen, bis Creswick endlich erschöpft niedersant. Als der Morgen anbrach, war nirgends die Spur einer menschlichen Siedlung zu erkennen. In der Ferne sah der Flüchtling die Bahnlinie; ohne Kompaß, ohne Karten beschloß er, sich in gerader Linie von der Bahn zu entfernen, in der Hoffnung, auf diese Weise ungesehen britisches Gebiet zu verlassen. In seinen Taschen fand er noch einige Nahrungsreste, die ihm zur Stärkung dienten. Mühsam schleppte sich der Gefesselte nun weiter. Mit jedem Meter, das ihn weiter von der Stätte seiner Flucht ent= fernte, wuchs seine Hoffnung und sein Vertrauen. Aber Tag um Tag verstrich, die Nahrungsmittel waren längst verzehrt, Wurzeln und wilde Früchte wurden die einzige Kost, und alle Bemühungen, die Stahlfeffeln zu sprengen, spotteten der erschlaffenden Menschenkraft. Endlich, nach mehrtägigen Anstrengungen gelang.es Creswick, nach qualvollen Versuchen, mit Hilfe harter Steine die Stahlspangen zu durchfeilen. Erst jetzt, so erzählte er später, überkam ihn das Gefühl der wiedergewonnenen Freiheit, und zum ersten Male atmete er hoffnungsvoll auf. Aber die Entbehrungen waren nicht zu Ende. Tag um Tag, Woche um Woche verstrich. Dann endlich stieß Creswick auf eine einsame Hütte, in der er ein Gewehr und Munition fand, die er kurzweg an sich nahm. Er schoß ein Zebra und genoß zum ersten Male wieder Fleisch. Mit gehobenem Mute sette er feine abenteuerliche Wanderung fort, doch das Gewehr geriet in Unordnung und wieder war Pflanzenkost die einzige Nahrung. Wo er weilte, war dem Flüchtling längst ungewiß geworden. Von Woche zu Woche verminderten sich seine Kräfte. Fieberphantasien trübten seine Gedanken. Als ihn eines Tages in der Nähe von Leopoldville am Kongo einige Belgier fiebernd und völlig erschöpft dem Tode nahe im Walde fanden, waren seit dem Tage der verwegenen Flucht genau acht Monate verstrichen. In sorgsamer Pflege erholte fich Creswick nach und nach und schließlich fand er auch auf einem Schiffe als Arbeiter Gelegengeit zur Ueberfahrt nach Antwerpen. Von dort ging er nach London. Aber die Heimfehr in sein Vaterland brachte Creswick um die Frucht seiner Entbehrungen und Leiden; in Whitechapel, auf der Straße erkannte ihn ein Kriminalbeamter, und er wurde wegen Flucht aus gesetzmäßiger Haft festgenommen und nach Rhodesia zurückgeschafft. Man verurteilte ihn zu sechs Moz naten Gefängnis, aber der Körper des Schwergeprüften war dem nicht mehr gewachsen, die Folgen des Fiebers von der langen Irrfahrt im dunklen Erdteil waren noch nicht überwunden, und jetzt ist der Sträfling in Südafrika im Gefängnis gestorben.. Drabtnachrichten und Deaestes. Berlobung eines preußischen Prinzen. Berlin, 3. Januar. Der dritte Sohn des verstorbenen Prinzen Albrecht von Preußen, Prinz Friedrich Wilhelm hat sich mit der Tochter des Herzogs Victor von Ratibor, Prinzessin Agathe von Ratibor und Corvey verlobt. Das Berliner Sechstagerennen. Berlin, 3. Januar. Im Sechstagerennen wurden ers ster Rütt- Clerk mit 3752,15 Kilometern. Die Beisetzung des Großfürsten Michael. Petersburg, 3. Januar. Für die Bestattung des Großfürsten Michael Nicolajewitsch sind ganz außerordentliche Maßnahmen getroffen worden. Die Straßen, durch die der Leichenzug vom Nicolaibahnhof nach der Peter Paulsfestung geht, werden von 7 Uhr früh an gänzlich geSperrt. Allen Ladenbesitzern wurde verboten, Fremde in ihr Geschäft einzulassen. Dem Publikum wird nur gestattet, an den Bürgersteigen des Newski Prospektes zu stehen, es ist ihm aber auf das strengste untersagt, dem Leichenzug zu folgen. Die französische Flagge im Hafen von Antivari. Paris, 3. Januar. Fürst Nikita von Montenegro dankte dem Präsidenten Fallieres telegraphisch für die Entsendung einer französischen Seedivision nach dem Hafen von Antivari. Der Temps" bemerkt dazu, daß nach der Abschaffung des Artikels 29 des Berliner Vertrages, d. fi. dem Verzicht Defterreichs auf die Kontrolle des Hafens von Antivari die französische Flagge als erste dort erschien, Es geschah dies infolge einer Vereinbarung zwischen Frankreich, Rußland und Italien. Die griechische Krists. Athen, 3. Januar. Die Militärliga stellte gestern der Regierung in der Kammer ein Ultimatum zur Votierung der Gesetzesvorschläge, die die Liga wünscht. Im Falle der Weigerung hat die Obstruktionspartei. d. h. dte Theotokis- und Rallis- Partet, die Verantwortung für die Konsequenzen zu tragen. Das Militär wird in der Kammer bereit gehalten. Die Lage ist sehr ernst. Bluttaten in Berlin am Neujahrstage. Berlin, 3. Januar. Einen blutigen Ausgang hatte eine Geburtstagsfeier am Neujahrsabend in der Koppenstraße. Dort versuchte der 54 Jahre alte Arbeiter August Zöllner seine Frau nach kurzem Wortwechsel zu erschießen. Er verletzte sie aber nur leicht durch zwei Schliffe und tötete sich selbst durch einen dritten. Im Hause Elisabethufer 53 schoß der Sohn des Zimmermanns Simanowskt auf seinen Vater und verlebte ihn im Gesicht schwer, worauf der Sohn sich selbst eine Kugel in den Kopf jagte. An seinem Auffommen wird gezweifelt. Der alte Simanowski war dem Trunke ergeben, weshalb es zwischen den Eheleuten öfter zu Zwistigkeiten fam, so auch am Neujahrstage wieder. Als der Vater wiederum tätlich werden wollte, griff der Sohn ein. Die Zahl der Selbstmorde ist sehr groß. Auch eine Anzahl Unfälle, meistens durch unvorsichtiges Spielen mit Revolvern sind zu verzeichnen. Viele Personen wurden auf der Straße durch Stiche verletzt. In der Silvesternacht wurden im ganzen 139 Siftierungen vorgenom men. In mehr als 30 Fällen mußte die Feuerwehr in Tätigkeit treten. In den meisten Fällen handelte es sich um kleinere Brände. Mord und Selbstmord einer Mutter. Potsdam, 3. Januar. Die Frau des Steinsetzers Kloke, die am Neujahrstage ihre beiden jüngsten Rinder, in Alt- Beltow erhängt hat, ist gestern abend auf dem Bahnförper der Strecke Potsdam- Werder tot aufgefunden wore den. Sie hat sich vom Zuge überfahren lassen. Ertrunkene deutsche Seelente. Leith, 3. Januar. Zwei Matrosen des Schoners Heinrich uas Geestemünde ertranken infolge Kenterns des Bootes in dem sie mit dem Kapitän zum Schiff zurückkehren wollten. Schiffsfatastrophe auf hoher See. London, 3. Januar. Auf hoher See zwischen England und Irland stießen heute früh die beiden englischen Dampfer Ayrshire und Arcadian zusammen. Der Arcadian sank. Dreizehn Personen sind dabei ertrunken. Verheerendes Großfener. Alexandrien, 3. Januar. Eine große Feuersbrunst entstand hier im Warendepot, welches für 25 Millionen Francs Tabak enthielt. Nach langen Bemühungen, unterstügt von Matrosen des deutschen Kanonenbootes Freya, gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Der Schaden beläuft sich auf 72 Millionen Francs. Ueber Kunstdünger. Seit etwa 30 Jahren haben sich die Erträge in der deutschen Landwirtschaft verdoppelt. Erträge von 15-18 3tr. Korn und mehr pro Morgen, die vor 20 und 30 Jahren noch unmöglich waren, sind heute durchaus nicht mehr selten. Dasjenige Mittel, welches uns neben der Pflanzenzüchtung am meisten zur Erzielung hoher und höchster Erträge verhilft, ist der Kunstdünger, wenn er richtig und zweckmäßig angewandt wird. Als Beispiel sei hier ein Haferdüngungsversuch auf schwerem Boden des Herrn Prasun zu Heßlingen in der Grafschaft Schaumburg angeführt. Von der ungedüngten Fläche wurden 12,2 3tr., von der mit Superphosphat und Chilisalpeter gedüngten 15,0 3tr. und auf einer dritten Parzelle, die neben Superphosphat und Chilisalpeter noch 1 3tr. 40% iges Kalifalz erhielt, wurden 21,9 3tr. Hafer erzielt. Auf der lezten Parzelle, die alle Nährstoffe erhielt, war die Wirkung weitaus am größten. Und das ist in der Regel der Fall. Häufig wird einseitig mit Phosphorsäure oder mit Phosphorsäure und Stickstoff gedüngt und die Kalidüngung vernachlässigt, obschon sie gerade äußerst wichtig und unerläßlich ist. Die Frage einer rationellen Pflege der Haut beginnt jett Gemeingut des ganzen Volkes zu werden; es wird von den Aerzten vielfach empfohlen für die Hautpflege im Haushalt eine Fettsalbe vorrätig zu halten. Alle früher zu diesem Zweck verwandten Mittel sind jeßt weit überholt durch das Lanolin, das infolge der Eigenschaft nicht ranzig zu werden, und weil es völlig antiseptisch ist, in der Hautpflege eine ausgezeichnete Rolle spielt. Die Lanolinfabrif Martinikenfelde hat aus dem Lanolin einen leicht parfümierten Cream, das Lanolin- Toilette Cream Lanolin Marke Pfeilring" hergestellt, das nicht allein als Schönheitsmittel fich völlig eingebürgert hat, sondern namentlich in der Kinderstube unentbehrlich geworden ist. Beim Einkauf achte man darauf, daß jede Tube oder Dose die Marke ,, Pfeilring" trägt, da nur diese die Echtheit des Präparates aewährleistet. Höhere Giessener Konzert- Verein obere u. Erweiterte MädchenSonntag, den 9. Januar 1910, abends 5 Uhr in der NEUEN AULA Fünftes Konzert Zweiter Solisten- Abend Fräulein STEFI GEYER aus Budapest( Violine) Fräulein ELLY NEY aus Köln( Klavier) PROGRAMM: 1. Senate op. 96 In G- dur für Violine und Klavier 2. Senate op. 35 in B- moll für Klavier 3. Loure und Gavette a. d. Sonate für Solo- Violine in E- dur Nr. 6 4. Stiloke für Violine mit Begleitung des Pianoforte: a) Arla op. 103 b) Larghetto c) Zapateado 5. Selestücke für Klavier: a) latermezzo op. 119 Nr. 2 In E- moll b) 99 a. op. 76 In As- dur 29 op. 118 Nr. 6 In Es- moll e). d) tapsodie op. 119 Nr. 4 In Es- dur L. van Beethoven. Fr. Chopin. J. S. Bach. M. Reger. A. Dvorák. P. de Sarasate. Johs. Brahms. Oer Konzertflgel von Steinway& Sons In New- York und Hamburg ist aus dem Klavler- Lager der Firma C. A. André In Frankfurt a. Main. Eintrittskarten: 1. Platz Mk. 5,-, II. Platz Mk. 4,-, III. Platz Mk. 3,-, IV. Platz Mk. 2,50, Kl. Partitur- Ausgaben sind in der MusikalienStudentenkarten Mk. 1,-. handlung des Herrn Ernst Challier( Rudolphs Nachf.), Telephon Nr. 671, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Ritter und abends an der Kasse zu haben. schule zu Gießen. Nenes Stadt- Theater Giessen. Die Anmeldungen der Mädchen, die von Beginn des tommenden Schuljahres ab unsere Schule besuchen sollen, werden Mittwoch, 12. und Donnerstag, 13. Januar von 10-1 Uhr im Schulhause, Nordanlage 13, entgegengenommen. Vorzulegen sind: Geburtsurkunde und Impf: Direktion: Hermann Steingoetter. schein, bezw. Bescheinigung der 2. Impfung, und bei Kindern, die aus einer anderen Schule kommen, ein Ab- Dienstag, den 4. Jan. 1910. gangszeugnis. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, find bei der Anmeldung vorzustellen. Anmeldungen nach der festgesetzten Zeit können nur berücksichtigt werden, insofern die betr. Klassen nicht schon vollzählig sind. Gießen, den 22. Dezember 1909. Großh. Direktion: Dr. Störito. Anfang 8 Uhr. 11. Dienstag- AbonnementsVorstellung Der felige Coupinel Schwank in 3 Akten von Alexander Bisson. Anfang 8 Uhr. Ende 10 Uhr. Sicherung der Bauforderungen. Mittwoch, den 5 Jan. 1910. Nachstehend bringen wir die bereits in Kraft getretenen Vorschriften des Gesetzes über die Sicherung der Bauforberungen vom 1. Juni 1909 zur Kenntnis der Beteiligten. Gießen, 28. Dezember 1909. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. § 1. Der Empfänger von Baugeld ist verpflichtet, das Baugeld zur Befriedigung solcher Personen, die an der HerLieferungsvertrags beteiligt sind, zu verwenden. Eine anſtellung des Baues auf Grund eines Wert, Dienst- oder derweitige Verwendung des Baugeldes ist bis zu dem Betrage statthaft, in welchem der Empfänger aus anderen Mitten Gläubiger der bezeichneten Art bereits befriedigt hat. Ist der Empfänger selbst an der Herstellung beteiligt, 3-20 Mk. tag tönn. Person fed. Stand. verdien. so darf er das Baugeld in Höhe der Hälfte des angemesseNebenverd. d. Schreibarb. Häusl nen Wertes der von ihm in den Bau verwendet worden ist, Oeffnung des Saales nachmittags 4 Kolosseum, Giessen Direktor Albert Rappmann. Hente Dienstag, 4. Januar 1910 abends 8 Uhr das durchschlagenden Erfolg erzielende Riesen- WeltstadtSpezialitäten- Programm. 11. a. das großartige Fantoche Theater Kaufmann. Fl. Groß genannt Saharet II die großartige Bortragskünstlerin. Gastab Fuhrmann, der beliebte Humorist sowie das übrige Programm. In den hochelegant dekorierten borderen Restaurationsräumen täglich ab 7%. 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Baugeld sind Geldbeträge, die zum Zwecke der Bestreit4-500 ohne ung der Kosten eines Baues in der Weise gewährt werden, Geld- Darlehen evtl. auf daß zur Sicherung der Ansprüche des Geldgebers eine HypoWechsel, Schuldschein, Wertpa- thet oder Grundschuld an dem zu bebauenden Grundstücke oder die Uebertragung des Eigentums an piere, auch Ratenabzahlung gibt dient Grundstück erst nach gänzlicher oder teilweiser Central- Büro, Berlin N. 24. Rückp. dem Herstellung des Baues erfolgen soll. Als Geldbeträge, die zum Zwecke der Bestreitung der Kosten eines Baues gewährt werden, gelten insbesondere: Jahres- Knechte und Viehwärter, ausgewählte, vermittelt reell u. febr billig überallhin Theodor Riebenstahl, Gesindevermieter, Gr. Hamburger ftraße 16. Mist zu verkaufen. Licher. Araße Nr. 80. Birla 80 Ferkel u. Läuferschweine abzugeben. Hof Fortbach. 1. solche, deren Auszahlung ohne nähere Bestimmung des Zweckes der Verwendung nach Maßgabe des Fortschrei tens des Baues erfolgen soil; 2. solche, die gegen eine als Baugeldhypothek bezeichnete Hypothet(§ 33) gewährt werden. § 2. Zur Führung eines Baubuches ist verpflichtet, wer die Herstellung eines Neubaues unternimmt und entweder Baugewerbetreibender ist oder sich für den Neubau Baugeld gewähren läßt. Ueber jeden Neubau ist gesondert Buch zu führen. Neubau im Sinne dieses Gesetzes ist die Errichtung eines Gebäudes auf einer Baustelle, die zur Zeit der Erieilung der Bauerlaubnis unbebaut oder nur mit Bauwerken untergeordneter Art oder mit solchen Bauwerken besetzt ist, welche zum Zwecke der Errichtung des Gebäudes abgebrochen werden sollen. Aus dem Baubuche müssen sich ergeben: 1. die Personen, mit denen ein Wert, Dienst- oder Bei Bedarf an gu Lieferungsvertrag abgeschlossen ist, die Art der diesen Pertem Bucht und sonen übertragenen Arbeiten und die vereinbarte VergütLegegeflügel ung; wenden Sie sich 2. die auf jede Forderung geleisteten Zahlungen und an Beckers Geflügelhof 604. die Zeit dieser Zahlungen; Weidenan Sieg. Preißl. gratis. Sohweine10 Pfund Pakeelch Köpfe, Rippen, dieke Beine ete. ( amtlich untersuchte 3.70 Holsteinische Ware) Eimer, 25 fund netto M. 8.75. Hochfeiner Holftet: nisch.Solländer Lase, Kiel. Fettwar.- Versandhaus, Kiel. Schöner Teint aller Damen. 3. die Höhe der zur Bestreitung der Baukosten zuge= sicherten Mittel und die Person des Geldgebers sowie Zweckbestimmung und Höhe derjenigen Beträge, die gegen Sicherstellung durch das zu bebauende Grundstück(§ 1 Abs. 3), jedoch nicht zur Bestreitung der Baukosten gewährt werden; 4. die einzelnen in Anrechnung auf die unter Ziffer 3 genannten Mittel an den Buchführungspflichtigen oder für seine Rechnung geleisteten Zahlungen und die Zeit dieser Zahlungen; 5. Abtretungen, Pfändungen oder sonstige Verfügungen über diese Mittel; 6. die Beträge, die der Buchführungspflichtige für eigene Leistungen in den Bau aus diesen Mitteln entnommen hat. Das Buch ist bis zum Ablaufe von fünf Jahren, von der Beendigung des leßteingetragenen Baues an gerechnet, aufzubewahren. § 3. Die Vorschriften des§ 2 finden auch auf Umbauten Anwendung, wenn für den Umbau Baugeld gewährt N ย Wi die e Regie geschri I teien solle idled Die Novität! regu mert berhe Schauspiel in 5 Aufzügen nach Willibald Alexis von Kory Towsla. Anfang 7 Uhr. mittl Ende 10 Uhr. den Aund Fin Gef solch fomn seben das auße ein lidje die befo δας dien ban neh th etn ajp Get D. H. V. Mittwoch, den 5. d Mts. pünktlich 9½ Uhr abends im Vereinsheim geschäftliche Sihung Tagesordnung: 1. Lichtbildervortrag 2. Verschiedene 8. Pünktliches und zahlreiches Ere scheinen ist erwünscht. Der Vorstand. Kekulé- Rimbach Atelier für feine Damen- Confection GIESSEN, Ludwigstrasse 36 empfiehlt sich zur Anfertigung von Costümen, franz. und engl. Genres. Strassen-, Ball- u. Gesellschafts- Toilette. Bettfedern werden gereinigt u. desinfiziert in und außer dem Hause. Bestellung durch Postkarte genügt. Franz Nees, Friedberg( Hessen), Haagstraße 39. Braubach& Fischer ein sartes, retnes Gesic rosiges, wird. jugendfrisches Aussehen, weiße,§ 4. Bei Neubauten ist der Bauleiter verpflichtet, an sammetweiche Haut ist der Wunsch leicht sichtbarer Stelle einen Anschlag anzubringen, welcher den Stand, den Familiennamen und wenigstens einen ausgeschriebenen Vornamen, sowie den Wohnort des Eigen- les dies erzeugt die allein echte tümers, und, falls dieser die Herstellung des Gebäudes oder eines einzelnen Teiles des Gebäudes einem Unter= Steckenpferd- Teerschwefel- Seife nehmer übertragen hat, des Unternehmers in deutlich lesbarer und unverwischbarer Schrift enthalten muß. Wird der Färberei Grösster Betrieb b. Bergmann& Co., Radebeul Bau von der Firma als Eigentümer oder Unternehmer ausà St. 50 Pf. bei:. J. Möbs, geführt, so ist diese und deren Niederlassungsort anzugeben. Gießen; in Krofdorf: Apotheker Ruhl. Holzversteigerung Montag, den 10. Jan. 1910, vorm. 9½ Uhr im Diftrift Fernewald. 57 Rm Eichenscheitholz. 0,5 Afpenrundscheitholz. " 8 и Kiefernscheitholz. 55 Buchenknüppel. 86 ม Cichenfnüppel. 28 " Eichenstockholz. 11 " Kiefernstockholz. 39 " Fichtenstockholz. 2890 Wellen Eichenreisig. 70 Kiefernreisig. Zusammenkunft auf dem Oppenröder Weg an der Hauptschneife. Großh. Bürgermeister et Gießen. § 5. Baugeldempfänger, welche ihre Zahlungen eingestellt haben oder über deren Vermögen das Konkursver= fahren eröffnet worden ist und deren im§ 1 Abs. 1 bezeichnete Gläubiger oder der Konkurseröffnung benachteiligt sind, werden mit Gefängnis nicht unter einem Monate bestraft, wenn sie vorsäßlich zum Nachteile der bezeichneten Gläubiger den Vorschriften des§ 1 zuwidergehandelt haben. Sind mildernde Umstände vorhanden, so kann die Strafe bis auf einen Tag Gefängnis ermäßigt oder auf Geldstrafe bis zu dreitausend Mark erkannt werden. § 6. Zur Führung eines Baubuches verpflichtete Personen, welche ihre Zahlungen eingestellt haben oder über deren Vermögen das Konkursverfahren eröffnet worden ist und deren im§ 2 Abs. 3 3iffer 1 bezeichnete Gläubiger zur Zeit der Zahlungseinstellung oder der Konkurseröffnung benachteiligt sind, werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark bestraft, wenn sie das vorgeschriebene Baubuch zu führen unterlassen, oder es verheimlicht, vernichtet oder so unordentlich geführt haben, daß es keine genügende Uebersicht, insbesondere über die Verwendung der zur Bestreitung der Baufosten zugesicherten Mittel, gewährt. § 7. Mit Geldstrafe bis zu einhundertfünfzig Mark und Institut Bolt im unvermögensfalle mit Haft bis zu vier Wochen wird bestraft, wer den Vorschriften des§ 4 zuwiderhandelt. Ilmenan in Thür. Einj.- Fähnr.- Abitur.-( Ex.) Schnell, sicher. Br. frei. § 8. Die Vorschriften dieses Abschnitts finden auf Bauten, die bereits vor dem Infrafttreten des Gesetzes begonnen sind, teine Anwendung. dieser Branche im 00000000 Grossh. Hessen:::: Chem. Waschanstalt Gegründet 1848 Seltersweg 79 a Tel. 627 Neuenweg 4 15 elgene Läden. Färberei- Versandt- Geschäft. ber Anf ihre afpi Aus zu wä gel au bo mä und bef δαν St gte jere nic mer Hei Art 100 St im jun und alt den Eri 553 leb 99 den Ser h D so Yet un ma ma 3e fei ge Ar ter Post- und Bahnsendungen werden nach der Zentrale in Butzbach erbeten. Der Alleinvertrieb eines Haushaltung: Massenartikels, pat. Blumenträger, von ganz außerordentl. Bedeutung für feden Haushalt, ist städte oder bezirksweise an solvente, äußerst tatkräftige Herren oder Firmen zu bergeben. Referenz. erforderlich. Der Artikel hat große Zukunft und bringt großen Gewinn. Gefl. Off. unt. V. 830 befördert Haasenftein& Vogler, A. G. Dresden. au