und gehöhnt hat auf dem Hofe. Er ist nur so hart von seinem Leide geworden, denn die andern hatten kein 米米 du lachst! Er war der einzige, der mich nicht gehänselt Lippen seinen nen Gesicht. herum seine Arme, als wollte er Dann rif plo Dem eres jungen, entschlosse 米米 lich das Mädchen in nor einer groben Gießener Zeitung Bezugspreis 40 Pig. monatlich - ( Neueste Nachrichten) vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Exirabeilagen: Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", tegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersmen 83. Für Aufbewahrung oder Müdiendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 64. Bekanntmachung. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 85. Truck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 3. Mai 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pig. die 44 mm breite Betitzeile oder deven Raum, auswärts 20 Big.; die 90 min breite Petitzeile im Reklameteil 50 Big, auswärts 60 Pig.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Begiail Blasvorschriften ohne Berbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Aus der Stiftung des Gemeinderats Christoph Friedtich Andreas Löber zu Gießen ist eine lebenslängliche Pirinde im Betrage von 260 Mt. jährlich an eine in Giefen geborene Witwe eines Handwerkers, die fortwährend einen gesitteten Lebenswandel führt und wahrhaft bedürftig ist, zu vergeben. Bewerbungen werden auf dem Armenamt, Asterweg 9 bis 15. Mai d. Js. entgegengenomGießen, den 29. April 1910. men. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Für die Vertilgung der Feldmäuse sind wieder vergiftete Haferkörner beschafft worden. Besitzer von Grundstücken können ihren Bedarf in der Halie hinter dem Schlachthof vom nächsten Samstag ab, vormittags zwischen 7 und 8 Uhr abholen. Gießen, den 29. April 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen J. V.: Keller. Wünlaje ze Reichswertzuwachssteuer. Gegen den Gedanken einer Besteuerung des unverdienn Wertzuwachses an sich können heute wohl von seiner beite mehr begründete Einwendungen gemacht werden oie Proteste wenden sich auch nicht gegen die Ein führung der Steuer im allgemeinen, sondern gegen die Zumutung der Regierung, daß ein Gesetz, das so weit gebende Folgen hat, förmlich durchgehezt wird. Das Gesetz eilt nicht, denn da es rückwirkende Kraft erhalten soll, entgeht dem Reiche auch fein roter Pfennig, ob es jetzt beschlossen wird oder erst im Herbste. Man muß aber verlangen, daß die Bedenken und es sind deren nicht we nige gegen Einzelbestimmungen und deren mögliche Folgen genau geprüft und erwogen werden. Schon die Ein mütigkeit, mit der diese Bedenken zum Ausdruck gebracht werden, und die Stellen, die sie äußern, müssen den Anlaß geben, daß man sich vor übereilten Schritten hütet. So haben neuerdings die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft eine umfangreiche Eingabe an die Reichstagskommission gesandt, in der insbesondere gegen die hohe Belastung der gewerblichen Unternehmungem Stellung genommen wird:„ Diese Belastung würde eine große Gefahr nicht nur für das Baugewerbe und alle zujammenhängenden Industriezweige sein, sie sei auch für die allgemeinen Wohnungsverhältnisse von der schwerwie gendsten Bedeutung. Eine so hohe Belastung, wie sie die Heute Steuerordnung dem Gewerbe auferlegt, muß zur Erhöhung der Wohnungsmieten führen. Diese Erhöhung wird wiederum dem Reiche neue Opfer auferlegen in einer durch ie notwendig werdenden Erhöhung der Löhne und der| Beamtengehälter und wird so die Einfünfte aus der Reichswertzuwachssteuer illusorisch machen." Die Vorschläge der Heltesten gipfeln darin, statt der vorgesehenen Besitzdauer von 30 Jahren eine solche von 15 vorzusehen und den unverdienten Wertzutwachs durch Erhöhung der Prozentfäße bei Gewinnen von über 150 Prozent wirisamer zur Steuer 26) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) ,, Alles, alles, will ich, niein teures Fräulein! Sie find ein Engel! Ich war vorhin unartig verzeihen Sie mir!" Er streckte ihr die Hand hin, sie legte lächelnd die ihre hinein und er führte die zarten Finger an seine Lippen Die arme Sylvia! Dem traurigen Zustand muß ein Ende gemacht werden! Noch heute will ich mit ihrem Bater sprechen!" ,, halt nicht so rasch!" gebot Maja dem Ungestümen. Glauben Sie ja nicht, daß Sie Sylvias Vater ein willLommener Freier sind. Ich sagte Ihnen bereits, er ist ein eingefleischter Aristokrat. Ihre Werbung bedarf der langsamen Vorbereitung. Und dann hat ihm der Arzt jede, auch die kleinste Aufregung verboten. Der Doktor machte Sylvia gegenüber durchaus keinen Hehl daraus, daß eine Wiederholung der Anfälle sehr gefährlich, ja sogar tödlich sein kann. Sie sehen also, Vorsicht tut not. Und Sylvia würde es auch unter feinen Umständen gestatten, tas Sie jeßt vor ihren Vater hintreten. Sie müssen sich schon gedulden!" ..Aber ich darf die Geliebte doch sehen und sprechen?" cagte er fleinlauf. Das dürfen Sie, ich selbst werde sie Ihnen zuführen!" ,,, Dant Dank, mein Fräulein!" So, und nun müssen Sie aussteigen, wir sind gleich am 3iel," gebot Maja, die sich in ihrer Beschüßerrolle ungemein wichtig vorkam. Sylvia darf Sie vorläufig nicht sehen, sie darf nicht wissen, daß wir zwei Verbünidete sind, sonst ist sie im Stande und vereitelt meinen Plan. Denn so turz nach der Auflösung der Verlobung wieder ein neues Band zu knüpfen wird sie für bedenklich und nicht taktvoll halten. Also, Sie gehen jetzt den schmalen Stein ba hinaus. Port, wo der Weg sich teilt, wenden Sie sich fints und gelangen dann zu dem Hause des Herrn Bekanntmachung. Anläßlich des Himmelfahrtsmarktes und der gleichzeitigen Anwesenheit des Zirkus Schumann wird die Kirch. straße zwischen Wetzsteingasse und Neustadt am Mitt= woch, den 4. Mai 1910 für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen,, den 28. April 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Reinhart. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Hammstraße zwischen Unterführung an der Westanlage und der Wieseck von heute an bis auf weiteres für jeglichen Fuhr- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 2. Mai 1910. Großherzogliches Polizeiam t. Reinhart. heranzuziehen und dafür die gewerblichen Betriebe zu entlasten. 21. Jahrg. Bekanntmachung. Behuss Vornahme von Kabelarbeiten ist das Kabel zu nachstehenden Zeitpunkten in folgenden Straßen ausgeschaltet und die Stromlieferung unterbrochen, was wir hiermit den betreffenden Anliegern zur Kenntnis bringen. Am 4. Mai d. Is., von vormittags 6 bis nachmittags 2 Uhr: Stephanstraße, Henselstraße, Bismarckstraße, von Ludwigstraße an, Goethestraße, von Henselstraße an. Am 6. Mai d. Is., von vormittags 6 bis nachmittags 2 Uhr: Gartenstraße bis Ludwigstraße, Ludwigplay, Kaiser- Allee bis Moltkestraße. Am 7. Mai d. Js., von vormittags 6 Uhr bis nachmittags 2 Uhr: Roonstraße und Großer Steinweg. Gießen, den 3. Mai 1910. Elektrizitätswerf u. Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. genommen, während dieser in Wirklichkeit nach Maßgabe der umgesetzten Werte nur 16,66 Prozent beträgtt 5. Der Entwurf läßt die Anrechenbarkeit von nachweisbaren Aufwendungen, wie z. B. eigene Arbeit und die Berücksichtig= ung wertvermindernder Momente, wie z. B. Miets- und vor allem Zinsverluste, nicht zu, so daß möglicherweise ein Wertzuwachs in Fällen berechnet werden kann, wo in Wirtlichkeit ein Wertrückgang angenommen werden muß." Es sind das sicher Bedenken, die nicht außer acht ge= lassen werden können, wenn nicht der an sich sympatische Gedanke einer Besteuerung des unverdienten Wertzuwachses eine gegenteilige Beurteilung finden soll. Mit tindischen Redensarten, wie die, daß die Börsenjobber"(!) sich gegen die Besteuerung ihrer Riesengewinne" wehren, läßt sich eine Frage von solch hoher voikswirtschaftlicher Bedeutung doch sicher nicht abtun. Die Wertzuwachssteuer soll und wird kommen, sie soll auch den unverdienten Gewinn treffen dem Entwurf müssen aber gewisse Giftzähne Kreis der eigentlich daran interessierten hinaus empfinden würde. Eine Wertzuwachssteuer in der Form des Ent= wurfs, der jeßt im Galopp zum Geseß gemacht werden soll, müßte unbedingt zu einer erheblichen Verteuerung des Grundbesizes führen, die wiederum eine Steigerung der Mieten zur Folge haben müßte- von anderen volkswirtschaftlichen Nachteilen ganz abgesehen. Und dagegen muß vor Auch der Hansabund hat sich mit der Frage befaßt und eine Kommission von Sachverständigen einberu fen, die in mehreren Sizungen den Geseßentwurf durchberiet und ihre Beschlüsse nunmehr einstimmig in folgender Resolution dem Reichstag übermittelte: 1. Der Geseßentwurf will nicht nur den unverdienten Wertzuwachs, sondern auch den durch produktive Tätigkeit erworbenen treffen. Demgegenüber muß der eigenen Tüchtigkeit und der Tätigkeit des Besizers für die Werterhöhung Rechnung getragen werden, zumal der unverdiente Zuwachs vom ver= dienten im Einzelfall steuertechnisch sehr wohl zu unter= scheiden ist. 2. Das Gesetz nimmt auf die baugewerbliche Tätigkeit besonders der Mittel- und Kleinbetriebe, welche an einem raschen Umsatz lebhaft interessiert sind, zu wenig Rücksicht, und zwar, weil in dem Geseßentwurf der innerhalb furzer Besitzzeit erzielte Zuwachs bei weitem höher besteuert wird, als der in einer längeren Reihe von Jah-| ausgebrochen werden, deren Wirkung man weit über den ren erzielte. 3. Ferner treffen die hohen Steuersäße des Entwurfs gerade diese gewerblichen Kreise besonders schwer, ganz abgesehen davon, daß mit Rücksicht auf eine Steiger ung des Umfaßes geringe Steuersäße mehr im finanziellen Interesse des Staates liegen würden. 4. Die Art der Berechnung des Wertzuwachses ist nicht nach flaren faufmännischen Gepflogenheiten vorgenommen, sondern nach fiskalischen Gesichtspunkten, um höhere Steuersäße zu erzielen. Bei der Feststellung des Wertzuwachses wird den tatsächlich gemachten Aufwendungen nicht unter dem Gesichtspunkt der steuerlichen Gerechtigkeit Rechnung getragen. Wenn z. B. ein Grundstück mit 100 000 Mt. Baustellenwert und einem Gebäudewert von 200 000 Mt. zum Preise von 350 000 M. veräußert wird, so berechnet der Entwurf nach Abzug der Aufwendungen von 300 000 Mt. einen Wertzuwachs von 50 000 Mt., und zwar nur auf den Wert der Liegenschaft von 100 000 mt., statt auf den Gesamtwert von 300 000 Mark. Damit wird ein Wertzuwachs von 50 Prozent anvon Brandt. Hinter demselben steht eine kleine Bank, dahin werde ich Sylvia schicken. Also auf Wiedersehen!" Walter fügte sich gehorsam dem Befehle der jungen Dame. Aber nehmen Sie sich in acht, daß Sie nicht in Wirklichkeit heiser werden, es weht ein scharfer Nordost! Machen Sie sich ein wenig Bewegung, damit Sie nicht frieren, es kann immerhin eine halbe Stunde vergehen, bis wir kommen!" rief sie ihm eifrig nach. Wie eine Mutter, die ihre Kinder behüten und beschüßen muß, um sie vor dummen Streichen zu bewahren, tam fich Maja vor. Ein leichtes Schnalzen mit der Zunge trieb die munteren Pferdchen zur Eile an, der Wagen flog die letzte, Ileine Anhöhe hinan und hielt mit einem Ruck vor dem alten Herrenhause. Ringsum regte sich nichts. Wie ausgestorben lag der weite Hof mit dem dürftigen Rasenrondell in seiner Mitte. Nur ein paar Hühner, durch den heranrollenden Wagen aus ihrer trägen Ruhe aufgescheucht, liefen gackernd hierhin und dorthin. Auch der Hofhund hob den Kopf und blinzelte mit schläfrigen Augen nach dem jungen Mädchen. Doch als er jah, daß es kein Fremder war, der in den Hof eintrat, legte er den zottigen Kopf wieder auf die Pfoten und schlief weiter. Langsamer und nachdenklicher als sonst ihre Art war, stieg Maja die Treppen empor. Man tonnte glauben, das Haus sei ausgestorben, so still war es überall. Sylvia stand beim Eintriti der Freundin auf und ging ihr entgegen. Sie hatte stark gerötete Augen und sah sehr blaß aus. ,, Was ist dir?" fragte Maja besorgt ,,, wie geht es deinem Vater?" Gott sei Dank, es geht ihm wieder besser, er hat die Nacht gut geschlafen!" ,, Und doch weinst du?" Ach, was weißt du, Maja! Das Leben hier tann ich kaum noch ertragen, man behandelt mich wie eine Verbrecherin, wie eine Ausgestoßene! Der Vater zürnt mir noch immer, er spricht kaum ein Wort mit mir; der Onfel sagt, ich müßte es um des Vaters willen tun und Hugo zurückrufen. Hugo warte bloß darauf; er set gern allem im Interesse des Mittelstandes Front gemacht werden. Lokales. Gießen, 3. Mai 1910. ** Der Großherzog hat den Hauptsteueramtsassistenten Friedrich Schlegel- Gießen in gleicher Diensteigenschaft an das Hauptsteueramt Mainz verseht und den Fibereit, mir zu verzeihen. Die Tante aber hält mir vor, daß unser Einkommen nicht einmal hinreiche, Arzt und Apotheker zu bezahlen und fragt mich ironisch, ob ich mir etwa einbilde, daß sie es tun würde. Das einzige Mittel zur Errettung aus unseren traurigen Verhältnissen sei die Verbindung mit Hugo. Der könnte bezahlen. Seit ich vorgestern Hugo wieder bei der Tante sah, habe ich solche Angst! Man will mir das Joch noch einmal aufzwingen!" ,, Ach was, das ist ja Unsinn!" rief Maja eifrig. ,, Warum läßt du dich so quälen? Es wird ja ohnehin bald anders werden!" Was wird anders werden?" fragte Sylvia ungläubig. Maja biß sich auf die Lippen. ,, Das war dumm," murmelte sie. ,, Wenn sie es zu arg treiben, dann läßt du alles laufen wie es will, und kommst zu mir! Ach, das sollte ein Leben werden, ich würde mich königlich freuen! Alle Tage ein anderes Vergnügen! Theater, Konzerte, Bälle-- was du willst!" Sylvia sah die Freundin vorwurfsvoll an, während thre großen Augen sich wieder mit Tränen füllten. Und mein Vater? Du kannst im Ernst glauben, daß daß ich ihn dieser herzlosen Frau überlassen könnte, daß ich vergnügt wäre, wenn ich den alten Mann diesen endlofen Quälereien preisgegeben wüßte? Nein, Maja, für so oberflächlich hältst du mich gewiß nicht." ,, Könnten wir deinen Vater nicht auch mitnehmen? Bei uns würde er sich gewiß wohler fühlen." Sylvia lächelte. ,, Mit zu dir, in deines Vaters Haus? Nein, Maja diesen Vorschlag möchte ich Papa nicht machen. Er nähme ihn gar nicht an. Du meinſt es ja gut, ich weiß, aber daran ist gar nicht zu denken." ,, Ja, dann weiß ich wirklich keinen Rat. Aber jetzt fomm, wir wollen ein wenig ins Freie." Ich möchte lieber hierbleiben; der Vater ist sonst gans allein," meinte Sylvia zögernd. ( Fortsetzung folgt.) nanzaspiranten Heinrich Ludwig- Alsfeld zum Hauptsteueramtsassistenten in Gießen ernannt. * Geheimrat Haas, dessen Befinden sich erfreulicherweise weiter gebessert hat, teilte den Vorstands mitgliedern der Landwirtschaftskammer mit, daß er die Geschäftsführung von heute ab wieder übernehme. An den Verhandlungen und Sizungen dürfte Geheimrat Haas vorerst aber noch nicht teilnehmen können. ** Verliehen wurde dem Förster Johannes Frank zu Alsfeld aus Anlaß seiner Versehung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen. * Goldenes Jubiläumt Das goldene Jubiläum der Zugehörigkeit zum Soldatenstande konnte am Sonntag Oberst Kullmann hierselbst feiern. Am 1. Mai 1860 trat der Jubilar als Freiwilliger beim damaligen 2. Hessischen Infanterie- Regiment, jetzt Kaiser WilhelmRegiment, ein, wurde 1866 zum Leutnant ernannt und beteiligte sich als solcher an dem Krieg gegen Preußen und an dem Feldzug gegen Frankreich. Im Jahre 1871 wurde er Ober- Leutnant und zehn Jahre später Hauptmann. Vom Jahre 1888 ab bekleidete er bei der Gendarmerie die Stelle eines Kommandeurs, in welcher er bis zu seinem Abschied im Jahre 1903 verblieb. Der Jubilar erfreut sich in unserer Stadt der größten Beliebtheit. * Studentisches. In einer originellen Weise brachte eine hiesige studentische Verbindung ein scheidendes Mitglied zur Eisenbahn. Die Musensöhne hatten ihren Couleurbruder in einen Kinderwagen gesteckt, so zum Bahnhof gebracht und in stattlicher Anzahl den sonderbaren Zug begleitet. Auf dem Bahnsteig sangen die Burschen dem Scheidenden ein Abschiedslied. = h- Studentisches. In althergebrachter Weise feierte die hiesige Studentenschaft in der Nacht zum Sonn tag den 1. Mai. Von den Studentenwirtschaften an der Wilhelmstraße aus verkündeten um 12 Uhr nachts weithin dringende Trompetensignale den Beginn des ewig jungen Mai, während Raketenschwärme der ganzen Umgegend den Eintritt des Wonnemonats anzeigten. * Stadtverordneten- Sizung. Die Ta gesordnung für die Situng der Stadtverordneten- Versammlung am kommenden Freitag, nachmittags 4 Uhr, ist folgende: 1. Mitteilungen.- 2. Baugesuch Abermann u. 3. Desgl. Hermann Hof Kling für die Ludwigstraße. mann für die Straße an der Veterinärklinik. 4. Desgl. -5. Desgl. des Wilhelm Seipp 3. für die Roonstraße. C. Buderus für die Ludwigstraße.- 6. Desgl. Fr. W. Schmidt für die Bahnhofstraße 77. 7. Gesuch Abermann u. Kling um Anbringung von Balkonen am Neubau Keplerstraße 9 und 11.- 8. Ortsbausatzung zum Bebauungsplan für die Lonystraße.- 9. Ortsbausatzung zum Be bauungsplan zwischen Landmannstraße und Lärchenwäldchen. 10. Beschaffung von zwei weiteren Straßenbahnwagen. 11. Vorlage der Rechnung des Elektrizitätswerfs für 1908. 12. Vorlage der Rechnung des Gas- u. Wasserwerks für 1908. 13. Genehmigung von Rechnun 15. Miete für gen. 14. Kosten des Kaiserbesuches. einen der Häute und Fettverwertungsgesellschaft überlassenen Raum. 16. Wertzuwachssteuer für die Henselstraße. 17. Niederschlagung von Kanalgebühren.- 18. Das Wappen der Stadt Gießen.- 19. Gesuch des Männerturnvereins um Ueberlassung des Triebs zur Feier seines 25jähr. Bestehens. 20. Gesuch des Stemm- und Ringklubs um Ueberlassung des Triebs für seine Uebungen. 21. Verpachtung eines Plates an der Friedrichstraße an Heinrich Giehl zur Aufstellung eines Wasserhäuschens. 22. Ginführung des 8 Uhr- Ladenschlusses für die Lederhandlungen, Barfümerie- und Toilettewarenhandlungen. 23. Gesuch des Georg Ehrhardt um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Bleichstraße 31. - tt Stadttheater. Es sei auch an dieser Stelle auf das Abonnement für die sommerlichen Operetten- Gastspiele hingewiesen. Namentlich das Vollabonnement auf 10 Vorstellungen bedeutet gegenüber dem Einzelpreis eine ganz bedeutende Ermäßigung. Für Herrschaften, die im Laufe des Sommers verreisen wollen, werben Teilabonnements für die erste bis fünfte oder sechste bis zehnte Abonnementsvorstellung ausgegeben. Da außerdem Gutscheine für sämtliche Abonnements, also auch die Teilabonnements gelten, ist weitesten Kreisen Gelegenheit geboten, von diesen Ermäßigungen Gebrauch zu machen. Als Spieltag wird nach Möglichkeit der Dienstag beibehalten. Vorstellungen, die letztes Jahr gegeben wurden, sind für die diesjährigen Abonnementsvorstellungen grundsätzlich ausgeschlossen.Die erste Vorstellung im Abonnement bringt Dienstag, den 17. Mai, Die geschiedene Frau". Das The aterbureau ist von Freitag ab, täglich von 10-1 Uhr geöffnet. * Freiwilliger Tod. Aus noch unbekannten Beweggründen suchte eine Frau am Samstag ihrem Leben dadurch ein Ende zu machen, daß sie sich in der Nähe der Bleichen in die Lahn stürzte. Als der Körper der Lebensmüden einige Augenblicke später von zur Hilfeleistung herbeigeeilten Personen aus dem Wasser gezogen wurde, war der Tod bereits eingetreten. Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. 127) Indo 193 ( Nachdruck verboten.) „ Daraus wird für heute nichts," rief Maja ungeduldig. " Deswegen fahre ich nicht nach Neunlinden, um mich ins Zimmer zu setzen. Und Dir tut ein wenig frische Ruft dringend not." Aber es ist heute recht fühl und unfreundlich," warf Sylvia ein.pdf( 16 " Jawohl das weiß ich. Deshalb keeile Dich, daß wir fortkommen, das Warten ist nicht angenehm. Sylvia verstand zwar nicht, was die Freundin meinte, aber sie fügte sich schweigend. Di Bei der Wahl des einzuschlagenden Weges gab es wieder eine kleine Meinungsverschiedenheit. Maja folgte ohne zu fragen, dem schmalen Fußpfad, der zu dem Häuschen des Herrn von Brandt führte. Sylvia dagegen wollte zur Ruisenhöhe. „ Dahin können wir ein anderes Mal auch," entschied immer die Hälfte der kostbaren Zeit, die uns bleibt, dem Kinde widmen? Du verwöhnst die Kleine ganz unvernünftiger Weise. Ich glaube, Du hast Lilly lieber als mich. Du gehst jetzt so oft zu ihr." Bist Du eifersüchtig? Du wirst noch manchmal froh sein, wenn ich zu Lilly gehe." Das verstand Sylvia nun wieder nicht. Sie warf einen fragenden Blick auf die Freundin, die ihr heute so sonderbar vorkam. Sie wurde nicht recht klug aus ihr. son„ Warum eilst Du denn so?" fragte Sylvia wieder. „ Kannst Du es gar nicht erwarten, bis Du Deinen Liebling in der Nähe hast? Sag einmal aufrichtig, ist es wirklich nur das Kind, das Dich so anzieht, oder hat Herr von Brandt auch teil daran?" Maja errötete. „ D, Du Du bist boshaft, Du verdienst meine Liebe wirklich nicht!" Damit trat sie in das kleine Haus ein. Die Freundin, = h- Maifeier. Die sozialdemokratisch organisierte Arbeiterschaft von Gießen und Umgegend feierte den 1. Mai durch einen kleinen Umzug, der sich den polizeilichen Anordnungen gemäß von dem Gewerkschaftshause aus um die Altstadt bewegte, aber infolge seiner nicht gerade bedeutenden Teilnehmerzahl keinen besonders imposanten Eindruck ausübte. * Juxplaß an der Lahn. Morgen eröffnet Herr Walldorf- Gießen auf dem Jurplatz a. d. Lahn sein in unserer Stadt auf das beste bekanntes Vergnügungs- Etablissement, welches durch seine mannigfachen Darbietungen wie Preis- Geflügel- Schießen, Karussell und Schiffſchaufel wie schon früher so auch diesmal wieder jedem Besucher einen überaus schönen Genuß versprechen wird. * Landes waisentasse. Die Einnahmen der Landeswaisentasse von 1908-1909 betrugen 303 963 Mt., davon 135 830 Mt. Zuschüsse aus der Hauptstaatskasse; die Ausgaben beliefen sich auf 301 575 Mt. Ende März 1909 waren in Verpflegung 1492 Waisen. Während des Rech nungsjahres 1908 wurden aufgenommen aus Starkenburg 138, aus berhessen 52 und aus Rheinhessen 119, zusammen 370 Waisen; ausgetreten sind 405 Waisen. Adre a", in allen Gangarten der hohen Schule geriti ungeteilten Beifall. Den Schluß des Programms bilde die Voltigeuse Frl. Genie, die sich in ihren Leiſtunge den anderen Reitfünstlern würdig anschloß. Nicht zu ver gessen sind die Clowns Manolo und August Fipe die ebenfalls ihr bestes gaben, um die Zuschauer zu un halten. Besonderer Erwähnung verdient auch noch de Zwerg- Clown Sicard. Alles in allem hat sich der 3r fus hier gut eingeführt und der überaus starte Besuch sprec nicht minder für seine außerordentliche Beliebtheit bei d hiesigen Publikum. Aus Hessen und Nachbargebiet. * Gleiberg. Am Sonntag beging Lehrer Will Lochau sein 25jähriges Berufsjubiläum. Lehrer Lochau eine bekannte Persönlichkeit bei den Touristen, welche altehrwürdige Burg Gleiberg öfter aussuchen. Er ist jeder Zeit, wenn der Dienst es erlaubt, bereit, als Füh und Erklärer der Ruinen zu dienen. Wochenmarkt. Auf dem Markt am Camstag dem Griesheimer Truppenübungsplay, Der Weg bis wurden folgende Preise erzielt: Hühner das Stück 1 Mark bis 1.50 Mt., Hähne das Stück 1 Mt. bis 1.70 Mt., Ochsenfleisch das Pfund 0,75-0,83 Mt., Schweinefleisch das Pfund 0,80-0,95 Mt., Butter das Pfund 1.20 Mt. und Tauben das Paar 0,80-1.00 Mr. Circus Schumann! Der Circus erfreut sich täglich eines sehr guten Besuches, und mußten Sonntag hunderte von Personen, ohne Billet zu erhalten, umkehren. Es sollte niemand versäumen, die kurze Zeit noch wahrzunehmen, und finden Mittwoch, den 4. Mai und Donnerstag, den 5. Mai( Himmelfahrt) täglich 2 große Vorstellungen statt. Die Nachmittags- Vorstellungen, zu den Kinder auf allen Plätzen halbe Preise zahlen, sind am Programm ebenso reichhaltig wie die Abend- Vorstellungen. Zur Freude der ganzen Stadtbevölkerung ist der bekannte 3 irtus Schumann hier eingezogen, um für kurze Zeit seine Vorstellungen zu geben. Der Zirkus er= freut sich überall ganz besonderer Beliebtheit, denn die Künst lerschar, welche die Direktion um sich versammelt hat, ist eine vortreffliche und gestattet eine sehr reiche Abwechselung. Gestern Abend eröffneten 4 Damen und 4 Herren durch eine sehr schön gerittene Quadrille das Programm. Ihnen folg= ten The 3 Stars", eine großartige Kraftarbeit, verbunden mit plastischen Stellungen. Die wunderbaren Lichteffekte verhalfen zu dem Erfolg. Höchst interessant war die Freiheitsdressur von„ Klein und Grok" des Herrn Ernst Schumann. Eraft, wie man es nur selten sieht, führ ten beide Pferde ihr Können vor. Nicht minder war es das schottische Pony Bubi", welches sich durch Schnelligfeit besonders auszeichnete. Das Miniatur- Jockey Rennen, welches ebenfalls von Herrn Ernst Schumann vorgeführt wurde, rief wahre Beifallsstürme hervor. Feener gefiel die französische Blizreiterin Mlle. Dubov; sie gab eine sichere, flotte Arbeit und errang sich dadurch die ungeteilte Gunst des Publikums. Eine ganz ausgezeich nete Schulreiterin ist Fr l. de Persky, welche mit ihrem Pferde im Herrensattel die hohe Schule in allen Gangarten ritt. Sie ist eine imposante Figur, der obendrein Grazie und Eleganz eigen sind. Mit kaum bemerkbarer Hülfe führte sie ihr Pferd mit sicherer Hand. Den Schluß des ersten Teiles bildeten„ The Miranos" auf einer 12 Meter hohen Perchestange. Eine geradezu waghalsige Nummer, toie sie besser nicht nachgemacht werden kann. Auf der Spitze der Stange vollführte einer der Herren seine Künste in einer Weise, weichen manchen der Zuschauer zwar in Angst versetzte, aber nach dem glücklichen Gelingen desto größeren Beifall erntete. Der zweite Teil des Programmis brachte zur Einleitung ein Ballett, getanzt vom Corps de Ballett, dem sich der Doppel- Jockeyakt der Herren Ernst und Oskar anschloß. Die Nummer war vortrefflich einstudiert, die Arbeit eine überaus sichere. Nachdem sie dieselbe mit Jockeysprüngen, jeder auf seinem Pferde, beendet hatten, bedienen sich beide nur eines Pferdes. Man muß wirklich staunen, mit welcher Sicherheit sie hier ihre Sprünge ausführten. M st r. Flori o mit seinem dressierten Dromedar legte nicht minder ein gutes Zeugnis für die außerordentliche Leistungsfähigkeit des Zirkus durch die erstaunlichen Erfolge seiner Dressur ab. Die Afrobatentruppe Carl Eugen arbeitet mit der gewohnten Sicherheit. Es ist wohl eine der besten Truppen dieser Art, wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt. Den Clou des Abends bildete unstreitig die Freiheitsdressur des Herrn Direktor Mar Schumann. U. a. führte er zwei Araberhengste vor, deren vielseitige Dressur besonders ansprach; ihnen folgten 6 braune Wallache, die ebenfalls wie die 12 Trakehner Rapphengste das Publikum, bezüglich ihrer ausgezeichneten Dressur, in Staunen versetten. Das Pferdematerial ist geradezu prachtvoll und die größte Zierde des Zirkus. Herr Ernst Schumann errang mit der Vollblutstute die im Begriff stand, ihr zu folgen, schob sie ungeduldig wieder hinaus. Du bist dort nötiger," sagte sie lachend und wies nach der kleinen Bank hinter dem Hause. Diese war leer und Sylvia begriff noch immer nicht, um was es sich handelte; als aber unter den Bäumen die hohe. fraftvolle Gestalt Walters auftauchte, flog ein helles Not über Sylvias blasses Geficht. Der junge Mann fam beim Erblicken der beiden Mädchen rasch näher. Er streckte Sylvia beide Hände ent= gegen. Diese stand da, ohne sich zu rühren. Maja schlüpfte nun rasch ins Haus und zog die Türe hinter sich zu. In dem halbdunklen Flur blieb sie aufatmend einige Sekunden stehen. Sinnend strich sie sich die Löckchen zurecht, die ihr in die Stirn hingen. „ Was die zwei sich jetzt wohl alles sagen werden?" fragte sich Maia lächelnd.„ Ich möchte gar zu gern wissen wie es bei einer echten, rechten Liebeserklärung zugeht. Doch möchte ich nicht stören. Was mache ich da? Halt. ich hab's." Nach diesem kurzen Selbstgespräch eilte Maja ein paar Stufen hinauf, wo sich ein fleines rundes Fensterchen be= fand. Von do aus konnte sie alles überblicken, ohne doch selbst gesehen zu werden, da die Aeste der Bäume den Ausquc ziemlich versteckten. Vorsichtia spähte die Neugierige hinaus Richt, dort standen die wei Verliebten. Walter hielt Salvies Hand in der seinen und sprach dabei eifrig auf das junge Wiädchen ein. Was er sagte, konnte die Lauscherin nicht verstehen, aber der Blick und die Haltung des jungen Mannes verrieten deutlicher als Worte, was zwischen ihm und dem Mädchen besprochen wurde. Also richtig schon gefunden!" ficherte Maja leise. „ Wenn das Theaterpublikum unserer guten Stadt wüßte, warum der Herr Walter nicht singen konnte! Ha, ha, er hatte Liebeskummer! Na, nun werden wir fa das Vergnügen bald wieder haben, und das verdanken die Leute bloß mir allein!" Sie lachte leise auf. Eine halbe Stunde war wohl schon vergangen und Maja stand noch immer regungslos auf demselben Fleck. Ein eigenartiges Gefühl, fast wie Neid, beschlich die kleine Neugierige, als sie fah, wie Walter die Geliebte auf den Mund füßte, so leidenschaftlich und innig, daß selbst Majas Herz ungestüm zu pochen anfing. Welche Wonne mußte es sein, sich so geliebt zu wissen' * Buzbach. Das hiesige Bataillon begab sich n derwöllstadt wurde zu Fuß zurückgelegt. * Friedberg. Am Dienstag, den 10. Mai, Uhr abends, findet im Lehrsaal 2 der Großh. Obstba schule zu Friedberg die Eröffnung eines Lehrganges Freunde des Obst und Gartenbaues aus der Umgeb von Friedberg statt. Jeweils Dienstags in den Monat Mai, Juni und August werden von 5-7 Uhr abends zw Vorträge über Obst und Gartenbau gehalten. Mittwoc ebenfalls von 5-7 Uhr abends, sind in den Anstaltsg ten für die Teilnehmer praktische Unterweisungen vorg sehen. Anmeldungen können mündlich oder schriftlich der Direktion gemacht werden. Das Honorar beträgt für den ganzen Kursus 10 Mt. Bille, eine F veranstalten 3 übungen im ftehen, fonnte * Wie Provinz Heffe nicht in Raffe fache die Bo anderung der Provinzialbea ihre Hinterbli wen und Wa * Dor meindejagd, die bei der Neuver Raufmann Wal * Marb Shrieben word ziemlich start um etwa 200 mer- Semester für junge Le * Mar hier ein große * Mari Marburger St Tüftchen wehte, Als die Mitte bunten Lampic zogen und bal torper und bre empor. Mit d plate die grü ung: Der M Philifter" mit Von bare Unfitte mende Herdfeu Breitenbach be tragen. Die G Mal zur Petr Zubereiten de Flamme schu Kleidung der in Flammen, brennen mußt * Bad Nauheim. Es hat sich hier eine Aktien gesellschaft gebildet, die vom 1. Mai an regelmäßig Aute mobilfahrten vom Bahnhof nach dem Hochwald veranstal ten will. Vorerst werden drei 15fißige Wagen eingestell die anschließend an die Hauptzüge vom Bahnhof durch di Ludwig, Johannisstraße nach der Waldrestauration un wieder zurück nach der Stadt führen. Verschiedene Neben linien, besonders eine nach dem Johannisberg, find i Aussicht genommen. * Büdingen. Die Tuberkulose- Ausstellung befan sich in der letzten Zeit in dem überwiegend Landwirtschaf treibenden Kreise Büdingen, in dem erfreulicherweise die Tuberkulose nicht so sehr verbreitet ist. Die Ausstellung fand auch dort den ungeteilten Beifall der Besucher, die recht zahlreich waren. In Altenſtadt wurden 1200, in tod heim und Nidda je 1100 und in Echzell 1200 Besucher ge zählt; auch wurden zahlreiche Vorträge gehalten, die aller dings notwendig sind, um den Zweck und den Wert der Ausstellung ermessen zu können. * Frankfurt a. M. In einem hiesigen großen Warenhaus an der Zeil ist man bedeutenden Unter schlagungen auf die Spur gekommen. Am Samstag verschwanden zwei Kassiererinnen, die mittags die Kolle ginnen aller Kassen während der Mittagsstunde ablösten Seit vielen Monaten sollen die beiden Hilfstaffiererinner Beträge, die sich tageweise bis auf 60 Mt. beliefen, un terschlagen und durch raffinierte Buchfälschungen verded haben. * Aus Rheinhessen. In verschiedenen besseren Weinorten tritt gegenwärtig vereinzelt ein für viele Win zer neuer, schädlicher Rebenfeind auf. Es ist dies eine et wa 4 Zentimeter lange, graubraune Raupe, die dadur viel Schaden anrichtet, daß sie die Gescheine und Knospa der Reben ausfrißt. * Heldenbergen. Zu dem Gesangwettstreit de Gesangvereins, Thalia" am 12. Juni haben sich 24 Ver eine mit rund 1000 Sängern gemeldet. An Geldpreise werden 1100 Mt. verteilt. * Köddingen. Am 6. Mai sind es 100 Jahre daß die evangelische Kirche eingeweiht wurde. Aus diesen Anlaß soll das diesjährige Kirchweihfest zu Pfingsten be sonders festlich gefeiert werden. * Homburg v. d. H. Die Abschäßung des be der Landung der Militärluftschiff- Flotte in Homburg ent standenen Flurschadens, die im Wege gütlicher Vereinbar ung vorgenommen war und zu einer Verständigung mi ailen Beteiligten geführt hatte, ist infolge der angeblich z reichlich bemessenen Schadensbergütung im Gesamtbetrag von zirka 6000 Mart von der Militärverwaltung nich anerkannt worden. Die Abschätzung findet nunmehr amt lich durch die für Manöverschäden gebildete Flurabschäßungs Kommission nochmals statt. * Mainz. Das hier garnisonierende Magdeburgi sche Dragoner- Regiment feiert am 3., 4. und 5. Juli die ses Jahres sein 50jähriges Jubiläum. * Mainz, 2. Mai. Die Gesellschaft tarus" in Berlin wandte sich an das Gouvernement Mainz mit der „ Wer mich wohl einst lieben wird?" fragte sie sich la chelnd. Und dabei tauchte aus dem Nebel, der draußen wogte wie wchende graue Schleier, ein ernstes, fast strenges Ge sicht auf mit dunkelglühenden Augen und einem schwer mütigen Zug um den Mund. In tiefes Sinnen versunken stand das junge Mädchen da und starrte unbeweglich hinaus in den Herbstlichen Wald; kein Laut, fein Ton war ver nehmbar. Erst die jetzt ganz nahe klingende Stimme Walters r die einsame Träumerin aus ihren Gedanken. ,, Wie viel Mühe es mich gekostet hat, auszufundschaften wo Du wohnst und wer Du bist, davon hast Du keine Ab nung," sagte er eben, mit Sylvia auf dem kleinen Bänkchen Platz nehmend. das dicht am Hause stand. Da die hintere Mauer außer der kleinen, verdeckten Rundung kein Fenster aufwies, glaubten die beiden sich völlig unbeobachtet. „ Es war also kein Zufall, der Dich in unsere Gegend führte?" lächelte Sylvia, sich dicht an den Geliebten schmie gend. Dnein, glaubtest Du an einen solchen?" ,, Gewiß, ich fonnte doch nicht ahnen " Daß ich Deine Spur verfolate?" unterbrach er fie „ Ja, mußtest Du denn nicht, daß Du von der ersten Stunde an einen unauslöschlichen Eindruck auf mich gemacht hast? Als wir uns damals, gelegentlich Eures Sommerausflugs trafen, war das auch kein Zufall. Ich hatte Euer Vorhaben ausgefundschaftet und folgte Euch vorsichtig, denn ich war schon damals in Dich verliebt, obgleich wir nie ein Wort zusammen gewechselt hatten. Mir fehlte jede Gelegen heit, Dich sprechen zu können. Und mit welcher Ungeduld wünschte ich sie herbei! Ihr war't ia völlig abgeschloffe von der Welt. Endlich war mir das Glück günstig. Und als ich bemerkte, daß Ihr Euch von den anderen zurückzoget, da näherte ich mich schleunigst. Die wenigen Stunden, die ich damals in Deiner Nähe zubringen durfte. hatten genüg mich vollends in Deinen Bann zu ziehen. In jener Nact schloß ich kein Auge. Dein Bild verfolgte mich überall Ich war wütend auf mich selbst, da ich versäumt hatte, Dih zu fragen nach Deiner Heimat." ( Fortseßung folgt.) * Berl wurfs zu eine bliebenen- Ver beiden Refer heimen Ober Zeit nach Wi geftellten Verfi hauptsächlich First Sp Unentgelt Ausgabe und ihre Bader Pfleger, Frankfurt Schule ger gramms 6 ihren Leijn witte, eine Flugwoche auf dem Ererzierplaz Großer Sand Nicht zu ugufti veranstalten zu dürfen. Da die Daten für die Truppen= übungen im Laufe des Sommers noch nicht genau festchauer zu sehen, fonnte eine bestimmte Zusage noch nicht erfolgen. auch noch hat sich der tte Bejuch ebtheit bei gebiet * Wiesbaden. Der 11. Provinziallandtag der Brovinz Hessen- Nassau, der zum ersten Male seine Tagung nicht in Staffel, sondern hier abhielt, beriet in der Haupt sache die Vorlage des Provinzialausschusses betreffend Abanderung der Bestimmungen über die Pensionierung der Brovinzialbeamten, über die Gewährung von Bezügen an ihre Hinterbliebenen und über die Fürsorge für ihre Witwen und Waisen. * Dornholzhausen( Kreis Wetlar). Die Ge* Berlin, 1. Mai. Gegen den Entwurf auf Erhebung Elsaß- Lothringens zu einem selbständigen Bundes staat haben verschiedene Bundesstaaten Einspruch erhoben, der sich gegen eine Verstärkung der preußischen Stimmen im Bundesrat richtet, die durch den Entwurf bedingt sei. Die endgültige Verabschiedung des Entwurses soll auf unbe= stimmte Zeit verschoben werden. * Karlsbad i. Böhmen. Ueber die amerikanische Firma Ahrenfeld in Karlsbad wurde auf Anzeige eines früheren Prokuristen eine Zollstrafe von mehreren Millionen Kronen verhängt. * Paris, 30. April. Die Baronin Vaughan, die merganatische Gattin des verstorbenen Königs Leopold, wurde, als sie mit ihren Kindern im Wagen das Schloß Balincourt im Departement Seine- et- Oise verließ, von einer Frau, die plötzlich in einem Automobil auftauchte, mit einem Revolver bedroht. Die Frau feuerte jedoch nicht ab und fuhr rasch davon. Es heißt, diese Frau sei eine Schwe ster der Baronin Vaughan und habe sich an ihr wegen verweigerter Geld entschädigung rächen wollen. * Berlin. Die Wahlrechtsvorlage wurde im preuBischen Herrenhause in der Gesamtabstimmung mit einer Mehrheit von 46 Stimmen angenommen. Die Privilegierung der sogenannten Kulturträger wurde mit unwesentlicher Abänderung nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen. * Berlin, 2. Mai. Die sozialdemokratische Maifeier in Berlin hat sich gestern im Rahmen der früheren * Paris, 30. April. Eine hohe Persönlichkeit im gezeitigt. Ein fleiner Demonstrationszug, der sich im Anschiffbau- Programmes der Regierung Frankreich 14 LentKriegsministerium erklärte, daß nach Durchführung des Luftballons und 30 Flug- Apparate besitzen werde. ig Lehrer meindejagd, die bisher zu 435 Mt. verpachtet war, erzielte ehrer Loch bei der Neuverpachtung 850 Mt. Der jetzige Pächter ist Jahre abgespielt und keine bemerkenswerten Zwischenfälle ten, welche Saufmann Wallenfets aus Gießen. hen. Er is * Marburg. Der 2000ste Student ist hier eingeschluß an die Versammlung in der Luckauerstraße entwickelte reit, als schrieben worden. Da der Zuzug der Studierenden noch ziemlich start ist, so steht zu hoffen, daß diese Zahl noch begab sich um etwa 200 überschritten wird. Auch in diesem Som Weg bis en 10. Mai Lehrganges Uhr abends mer- Semester sollen hier wieder studentische Unterrichtskurse für junge Leute stattfinden. * Marburg. Gestern abend gegen 8 Uhr wurde hier ein großer, fugelförmiger Meteor beobachtet. roßh. Obi der Umge Marburger Studentenschaft, trotzdem sdem ein recht fühles Maiden Moliftchen wehte, in hergebrachter Weise ihre Maifeier ab. Als die Mitternachtsstunde nahte, wurde wie immer mit barnten Lampions auf die Höhen rings um die Stadt gezogen und bald flammten rings um die Stadt Feuerwerksförper und brennende Holzstöße zum dunklen Nachthimmel ampor. Mit dem Glockenschlage 12 sangen auf dem Marktplaze die grünbemüßten Hasso- Nassoven mit Musikbegleitung:„ Der Mai ist gekommen" und freudig stimmten die Philifter" mit etn. * Marburg, 1. Mai. Auch diesmal hielt die en. Mitt en Anstalt ifungen v Schriftlich tar beträg hier eine egelmäßig wald verania * Von der Werra. Durch die schier unausrottbare Unfitte des Aufgießens von Petroleum, um das glim Herdfeuer wieder anzufachen, hat sich in dem Dorfe agen eingefall Breitenbach bei Bacha ein entseßlicher Unglücksfall zugeahnhof dud si tragen. Die Ehefrau Emilie Fabig war es, welche dieſes turion wa Flat zur Petroleumtanne griff, als das Herdfeuer beim fchiedene New Zubereiten des Mittagessens nicht recht brennen wollte. Die berg, find ftellung be Landwirti icherweise ie Aus Besucher 1200, in t 200 Besucher halten, die al den Wert Siefigen gro Den Unte Am Sams gs die fo tunde ablöfter Ifalafiererinn beliefen, T jungen verd hiedenen besse für viele ift dies ein die dadu und Knois ngwettstreit 1 fich 24 An Geldpre es 100 Jal De. Aus dies Pfingsten Bung des Homburg Der Vereinb ndigung angeblich Sesamtbetrag altung nid nunmehr an urabschätzungs Magdeburg 5. Juli dire Starus in ainz mit der Le fie fich l Conßen wogt. ftrenges G einem schwer nen veriunfen veglid hinaus On war vet Walters rif undschaften, a feine Ab en Bänkcher die hinter fein Fenster Jachtet. nsere Gegen iebten schmi rbrach cr erften Stur gemacht ba ommerausfl tte Guer vorsichtig, de ich wir nie d te jede Gelege elcher Unged lig abgefchlof günftig. eren zurüd en Stunden c. batten gen In jener te mid fibe Sumt hatte, Flamme schlug im Moment zurück und setzte die leichte Sleidung der Frau in wenigen Sefunden über und über in Flammen, und die Unglückliche lebendigen Leibes verbrennen mußte. Aus aller Welt. * Berlin, 1. Mai. Zur Vorbereifung des Enthourfs zu einem Gesetz betreffend die Pensions- und Hinterbliebenen- Versicherung der Privatangestellten werden sich die beiden Referenten vom Reichsamt des Innern, die Geheimen Oberregierungsräte Beckmann und Koch in nächster Beit nach Wien begeben, um die österreichische Privat- Angestellten Versicherung zu studieren. Es handelt sich dabei hauptsächlich um die Frage der Stellung von Ersaßkassen. und sich zum Alexanderplatz bewegte, wurde auseinandergetrieben. Verhaftungen wurden nicht vorgenommen. * Berlin, 2. Mai. Graf Zeppelin ist heute früh in Berlin eingetroffen. Es heißt, daß Graf Zeppelin sich nach Berlin begeben hat, um sich an den zuständigen Stellen über die Katastrophe des" 3. 2" bei Weilburg zu äußern. * Berlin, 30. April. Der italienische Minister des Auswärtigen, Graf Giuliano, wird, wie uns von unterrichteter Seite bestätigt wird, im Laufe des Monats Mai in Berlin seine Aufwartung machen, jedoch ist der nähere Termin noch nicht bestimmt. * Schwerin. Ein Zeppelin- Denkmal wollen die Erbpächter des Dorfes Zeppelin bei Bütow dem Grafen Zeppelin errichten. Die Genehmigung des Ministeriums ist erteilt, auch mit den Vorarbeiten ist schon begonnen. Das Dorf Zeppelin bei Bütow ist der Ursprungsort der Familie des Grafen. - Straßburg. Ein Tagebuch der Belagerung. Ven Carl Bleibtreu. Illustriert von Chr. Speyer. In farbigem Umschlag geh. 1 Mt., eleg. geb. 2 Mt. Carl Krabbe Verlag Erich Gußmann in Stuttgart. In Form eines Tagebuches, wie ein Miterlebender es niederschreibt, sind Leiden und Taten der Straßburger Belagerung an= einandergereiht. Ein erschütterndes Bild des Opfermuts jener unglücklichen Bevölkerung entrollt sich, deren Deutschtum mit bedauernswerter Anhänglichkeit für Frankreich litt. Die Befehrung vernünftiger Straßburger zu Wiederan= schluß an das deutsche Vaterland wird hier durch die Ereignisse selbst herbeigeführt. Darmstädter Möbel die eben bei feineren Ausstattungen fast durchgängig gekauft werden erhalten Sie direkt v. d. Fabrik v. Ludwig Strikinger, Möbelfabrik, Darmstadt, Heinrichstr. 67. 150 3immer Einrichtungen. 10fähr. Garantie. Fernruf 1441 Katalog gratis. 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Sendlinge des nach China geflüchteten anamitischen Prinzen Kuong- de wollten einen allgemeinen Aufstand anstiften, um nach Niedermeßelung oder Austreibung der Franzosen diesen Prätendenten auf den Thron zu setzen. Durch einen wohl organisierten Schmuggel war es gelungen, zahlreiche Anhänger von Kuong- de mtt Waffen auszurüsten. )( Das Große Goldene Rad von StegIit gewann F. Theile am Sonntag in einem 100 Kilometer- Rennen glänzend auf Brennabor vor Nat Butler, Schipfe, Guignard und Robl. Auch im vorigen Jahre wurde dasselbe von Verbist auf Brennabor gewonnen. Theile erhielt außer dem Barpreise die Große Goldene Medaille mit Brillanten. )( Das Kleine Goldene Rad von Steg I i ß, welches Fr. Huybrechts im vorigen Jahre auf Brennabor gewann, eroberte am Sonntag R. Schauermann auf derselben Marke und erhielt die„ Goldene Medaille". Zweiter wurde H. Przyrembel, der gleichfalls Brennabor fährt, wie auch D. Peter und Br. Wegener, die im„ Preis von Steglitz" die ersten Pläte bestritten. 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