Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mr., durch die Post 1,50 Mr. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Nene Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Nr. 103. Telephon: Nr. 362. Bekanntmachung der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amftes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 2. August 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Die unterm 22. Juni 1910 angeordnete Sperre der Löwengasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 29. Juli 1910. Großh. Polizeiamt Gießen. Gebhardt. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Pflasterarbeiten wird die Licherstraße vom Schiffenbergerweg bis zum alten Steinbacher Weg von heute an bis auf weiteres für jeglichen Fuhr= werts und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 30. Juli 1910. Großh. Polizeiamt. Gerbel. Bekanntmachung Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird die Katharinengasse und die Hammstraße, zwischen den UnterZur nächsten Beichstagswahl im Kreise Gießen. die Die Vorbereitungen der Parteien für die nächste Reichstagswahl in dem Wahlkreis Gießen Nidda haben bereits ihren Anfang genommen. Zwischen den Nationali beralen und der Fortschrittlichen Volks= partei wurde zu diesem Zweck vor kurzem über eine gemeinsame Kandidatur verhandelt. Für eine solche hatte die lettere politische Gruppe den Prof. Dr. Ra de-Marburg vorgeschlagen, womit sich die Nationalliberalen jedoch nicht einverstanden erklärten. Infolgedessen beschloß am Sonntag in Gießen stattgefundene VertrauensmännerVersammlung von dem Prof. Rade abzusehen, aber auch den von den Nationalliberalen in Aussicht genommenen Prof. Dr. Gise vius- Gießen als gemeinsamen Bewerber um den Reichstagssiz abzulehnen. Aus diesem Grunde der wird die Fortschrittliche Volkspartei noch einmal mit anderen liberalen Gruppe, behuss Auswahl einer geeigneten Persönlichkeit, Fühlung nehmen. Hoffen wir, daß es ihren Bemühungen noch rechtzeitig gelingt, mit den Natio= nalliberalen zu einer Einigung zu kommen, da eine Zer= splitterung doch bloß der Sozialdemokratie zugute kommen würde. Die Deutsch- Sozialen, Chriftlich- Sozialen und der Bund der Landwirte haben sich noch nicht mit der Wahl beschäftigt, während die Sozialdemokratie voraussichtlich wieder den Stadtv. Krumm als Kandidaten aufstellen wird. Es wird uns ferner dazu von wohlinformierter Seite noch folgendes geschrieben: In Gießen verreißen sie sich jetzt schon um die Kandidatenfrage für die Reichstagswahl anno 1912. Die Nationalliberalen möchten fast alle gar zu gern mit der ländführungen an der Westanlage und der Neustadt, von heute an bis auf Weiteres für jeglichen Fuhrwerks- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 29. Juli 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. der 21. Jahrg. ser, 1 Rolle Band, 1 Damenschirm, 1 Handtäschchen mit Inhalt und 1 Brosche; verloren: 1 Damenregenschirm, 1 goldenes Medaillon gez. W. B., 1 silbernes Zigarettenetui gez. W. B., 1 silbernes Halskettchen mit 3 bläulichen Steinchen als Anhängsel, 1 Damengoldgürtel mit goldener Schnalle, 1 weißer Gurtgürtel mit silbernem Schloß, gelbledernes Handtäschchen mit 1 Tube Berolyn und Glizerin und 1 Spiegel Die unterm 17. Juni 1910 angeordnete Sperre der Inhalt und 1 schwarzes Portemonnaie mit 90 Pfg. Inhalt. Hamm stra ß zwischen ben Unterführungen an Westanlage und Neustadt wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 27. Juli 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. In der Zeit vom 23. bis 30. Juli 1910 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Brille, 1 Damenuhr, 1 Taschenmeswie einmal die Worte gesprochen:„ Ich glaube wir haben mit dem Hereinholen des Bauernbundes und dem Zwietrachtsäen einen Fehler gemacht" und er hat von vielen Seiten die Antwort erhalten aber einen großen Fehler"! Und so wird es in Gießen nicht anders werden, wenn nicht beizeiten die Vernunft siegt. Der Wahlkreis ist in Händen eines Vertreters der Landbevölkerung und dies mit wenig Unterbrechung seit 1890. Den Abg. Köhler zwingen Gesundheitsrüchichten nicht mehr zu kandidieren. Er ge= hörte eigentlich überhaupt keiner Partei an. Seine Natur litt das nicht, er ging meistens seine eigenen Wege, auch Abwege. Wenn nun die Landbevölkerung, was ihr zu= kommt, zur neuen Wahl einen nationalen, deutschgesinnten Mann präsentiert, dem man nicht allzu einseitige und engbegrenzte Ziele seßt, dessen Charakter die Gewähr bietet, daß er staatserhattend und nicht staat zerstörend wirkt, wenn man weiter verlangt, der Mann darf nicht auf ein bestimmtes Parteiprogramm schwören, nicht einseitig bündlerischer oder nationalliberaler Parteimann unter Preisgabe der eigenen Meinung werden, dann sollte man doch nehmen, das Vaterlandsgefühl der nationalliberalen Führer würde über den Parteieigensinn ſiegen allein die Hoffnung ist zurzeit noch schwach und die Not im Reich ist groß die inneren politischen Verhältnisse sind so traurig, daß die Deutsche Zeitung nur noch den einen Ausweg sieht „ daß nämlich ein Parteigebilde entsteht, das nicht belastet ist mit den Sünden und dem Aerger der Reichsfinanzre= form und der preußischen Wahlreform. Eine nationale Partei wachsend vielleicht auf der Wurzel der Reichspartei, heranziehend Konservative und Nationalliberale, die Tore öffnend auch den nationalen Demokraten Süddeutschlands, die während der Blockära fühlbar dem Herzen der Reichspolitik näher gerückt sind, und endlich auch einen Anstoß gebend einer selbständigen nationalen Arbeiterbewegung." - - Der Kulturkampf in Spanien und seine Aussichten. ( Nachdruck verboten.) an Die bisher in sehr mäßigen Grenzen sich bewegende Abkehr der spanischen Regierung von Klerikalen Tendenzen hat den höchsten Zorn des Vatikans erregt. In Madrid traf eine in heftiger Sprache gehaltene Note des Vatikans ein, welche die Abberufung des spanischen Gesandten beim Vatikan zur Folge hatte. Zweifellos wird nun die spanische Regierung noch nachdrücklicher als bisher dem Klerikalismus entgegentreten und durch Verweltlichung des Schulunterrichts, durch Einführung der Zivilehe, durch Erklärung der Gleichberechtigung aller Konfessionen 2c. sich von der Herrschaft des Priestertums mehr und mehr befreien. lichen Bevölkerung Hand in hand gehen. Allein dreierlei schreckt sie ab. Einmal der alte Ingrimm, daß ihnen die Landbebölkerung seit Jahren die Gefolgschaft versagt hat, daß die Bauern selbst einen Kandidaten aufstellen u. selbst ein Wort mitsprechen wollen. Ihre Stimmenzahl beläuft fich auf etwa 8000. Diejenige der Nationalliberalen, wenn es hoch kommt, auf etwa 4-5000. 3weitens will man's wegen der Landtagswahlen in der Stadt Gießen mit den Freisinnigen oder deutsch gesag ,, den Demokraten, nicht verderben. Man hält diese Demokraten doch für so treu, daß sie einen Nationalliberalen als einen Sozialdemokra= ten vorziehen. Daß dieser Glaube irrig ist, beweist Friedberg. Drittens gehen den Nationalliberalen ihre Partei= interessen den nationalen, vaterländischen Interessen voran. Sie geben wie in Friedberg lieber ihre rechtsnationalliberale Stellung ohne weiteres auf, werden im Handumdrehen linksliberal, wenn die Landbevölkerung es wagt, einen national gesinnten Kandidaten vorzuschlagen, der sich nicht verpflichtet, der nationalliberalen Partei im Reichstag bei- Wenn die französische Regierung mit ihrer antiklerikazutreten. Die Partei über alles. Und was plant man? len Politik Erfolg gehabt hat, so hatte sie das der sorgMan will genau wie in Friedberg in die Landbevölkerung fältigen Vorbereitung des Kampfes zu verdanken. Sie hat Zwietracht säen und hofft so zu siegen und siegen wird dann erst durch alle Mittel der Tattit und durch mehr oder mingenau wie in Friedberg der sozialdemokratische kleine Gerne- der sanfte Anwendung der ihr gegebenen Machtmittel die groß. Nationalliberaler Kandidat soll der Landwirtschafts- Bauernschaften bis in das Kleinste Dorf hinein der Geistprofessor Dr. Gisevius in Gießen werden, ein präch lichkeit entfremdet und sie hat erst dann, als sie des Rüdtiger Mann, ganz wie Professor Calfer. Gegen ihn, so haltes am platten Lande sicher war, den Kampf begonnen. rechnet man, fönne die Landbevölkerung gar nichts ein- Davon ist in Spanien nicht die Rede gewesen. Der Liberwenden, ein Teil der letzteren wird mit Hilfe der Heße alismus ist noch gar nicht so lange am Ruder, daß über die Finanzreform wankelmütig gemacht und so gerät's. eine solche bis ins Kleinste Detail gehende Politik hätte Man sollte es nicht für möglich halten, daß es derartig durchführen können, ja, er hat damit noch garnicht einmal furzsichtige Politiker geben könnte. Ein Führer der Natio- begonnen. Er dekretiert den Antiklerikalismus vom grünen nalliberalen in Friedberg hat nach der letzten Wahl mehr Tische einer zufälligen Parlamentsmehrheit. Man kann ge er an Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Abholung der gefundenen Gegenstände fann jedem Wochentag von 11-12 Uhr vormittags und 4-5 Uhr nachmittags bei unterzeichneter Behörde Zimmer Nr. 1 erfolgen. Gießen, den 30. Juli 1910. Großh. Polizeiamt. Gerbel. wiß sein, daß die spanische Geistlichkeit die Massen gründ lich bearbeiten wird und da diese Massen an Bildung und zu= Wohlstand weit hinter dem französischen Bauerntume rückstehen, so wird die Geistlichkeit leichtes Spiel haben, sie zu fanatisieren und zum entweder friedlichen oder gewaltsamen Sturze des gegenwärtigen Parlaments zu benußen. Wie wankelmütig und unzuverlässig gerade das spanische Volf in politisch- religiösen Dingen ist, das sei an einem geschichtlichen Beispiele dargelegt. Vor fast genau 100 Jahren, 1812, wurde in Spanien eine freiheitliche Verfassung eingeführt, die Mönchsflöfter wurden aufgehoben und die schreckliche Inquisition beseitigt. Als zwei Jahre später nach dem Zusammenbruche der napoleonischen Herrlichkeit der König Ferdinand 7. zurückkehrte, schrie dieselbe Volksmenge, die kurz vorher der Konstitution zugejubelt hatte„ Tod den Liberalen". Der König beeilte sich denn auch diesem Wunsche zu entsprechen, die Mönchstlöster wurden wieder hergestellt, die Inquisition mit päpstlicher zu stimmung wieder eingeführt und ein neuer Großinquisitor ernannt, der auch munter seines Amtes waltete, denn binnen kurzem befanden sich etwa 50 000 Personen in den Kerfern der Inquisition. Sechs Jahre darauf sah sich derselbe König genötigt, die verfassungsmäßigen Zustände wieder einzuführen und derselbe Pöbel von Madrid, der 1814 „ Tod den Liberalen" gerufen hatte, ermordete einen DomHerrn, der sich einer Verschwörung gegen die Verfassung schuldig gemacht haben sollte. Nun wurde die Inquisition wieder abgeschafft, die Jesuiten wurden verbannt, die Kirchengüter eingezogen. Drei Jahre darauf wurde mit französischer Hilfe die reaktionäre Herrschaft wieder aufgerichtet und wieder schrie der Pöbel„ Tod den Liberalen". Binnen 11 Jahren siegte mithin in Spanien zweimal der Liberalismus und zweimal der Kleritalismus in seiner schlimmsten Form. Dieser kleine Rückblick auf die Geschichte Spaniens macht es uns unmöglich, eine lange Herrschaft der gegenwärtigen antiflerikalen Richtung zu prophezeien. Wir wünschten nur, daß Canalejas und seine Freunde Maß hielten, damit ſpäter der Rückschlag sich nicht um so schärfer bemerbar macht. Lokales. Gießen, 2. August 1910. ** Der Großherzog hat dem Wirklichen Geheimerat Dr. Dernburg Erzellenz in Grunewald- Berlin die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Prinzen Luitpold von Bayern verliehenen Großfreuzes des Königlich Bayerischen Verdienstordens des Heiligen Michael, des ihm von dem König von Sachsen verliehenen Großkreuzes des Albrechtsordens mit goldenem Ordensstern und des ihm von dem Großherzog von Baden verliehenen Großkreuzes mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer Löwen erteilt. ** Der Großherzog und die Großherzo gin trafen am Sonntag von ihrer Englandreise in Mainz ein, von wo sie sich zum vorläufigen Aufenthalt nach Schloß Wolfsgarten begaben. * Verliehen wurde vom Großherzog dem Rechnungsrat Johannes Müller- Grünberg, aus Anlaß seiner mit dem 1. November 1910 erfolgenden Versehung in den Ruhestand, die Krone zum Ritterfreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. * Parlamentarisches. Der zweiten Kammer der Stände ging eine Anfrage der Abgg. Dr. Osann und Senßfelder zu: Welche Maßregeln gedenkt Großh. Staatsregierung zu ergreifen, um die Wasserschäden, die jezt in den Gemartungen Astheim, Geinsheim, Ginsheim und den benachbarten Gemartungen den größten Schaden verursacht haben, für die Zukunft zu verhüten?" Weiter fordert eine dringliche Anfrage des Abg. Korell die findigkeit. 100 Kriegs- Humoreste von H. Marotzke. O weh! Mann das Leben genommen!" ,, Glaubst Du's? Meinetwegen hat sich schon ein junger mohl nicht ben ihm Iaffen?" Fräulein: Genau beobachtet. , Haben Sie nicht bemertt, wie mir der Dienstmädchen: Beutnant eben zulächelte?" Sirrtum; der hat rechts an Ihnen vorbeigelächelt!" „ Nein, Fräulein, da sind Sie im eine Verschiebung der militärischen Uebungen in den Kreisen Alsfeld und Lauterbach um mindestens 8-14 Tage, da sich durch die regnerische Witterung die Ernte immer mehr * Stadtverordneten Versammlung. Am nächsten Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, findet Sibung der Stadtverordneten mit folgender Tagesordnung sta, t: 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch Flick für die Bis marchstraße. 3. Baugesuch Hofmann bei der VeterinärKlinik.- 4. Hoftor Kaplaneigasse 7. 5. Ortsbausa bung für die Lonystraße. 6. Eigentum am Stadtkirchturm u. der Friedhofstapelle auf dem Nahrungsberg.- 7. Haltestelle der Straßenbahn an der Braugasse. 8. Uebersicht über die wirklichen Einnahmen und Ausgaben des Real= 9. Angymnasiums und der Oberrealschule für 1909. lage eines israelitischen Friedhofes. 10. Volfsbad für 11. Gesuch des Ernst Heinrich Beutner um ErFrauen. laubnis zum Schankwirtschaftsbetriebe Plockstraße 13. * Zu den Stadtverordnetenwahlen. Im Herbst finden bekanntlich Stadtverordnetenwahlen statt. Wahlberechtigt sind nur hiesige Ortsbürger oder solche Bewohner, die schon drei Jahre in Gießen wohnen. Jeder, der noch keine 3 Jahre hier wohnt, kann sich sein Wahl- recht sichern, wenn er sofort das Ortsbürgerrecht erwibt. Nichthessen müssen das hessische Staatsbürgerrecht erwerben, um bei den Landtagswahlen ihr Wahlrecht ausüben zu können. Man kann die hessische Staatsangehörigkeit erwerben, ohne daß man seine bisherige Staatsangehörigkeit aufgibt. * Amtsgerichtsneubau. In dem kommen den Frühjahr wird ein neues Gebäude für das Amtsge richt hinter dem Landgericht errichtet werden. Der Bauplatz stellt sich im ganzen auf 60 000 Mt. * Stadtheater, Gießen. Die Aufführung der Försterchrist!", mit der die Operettengastspiele dieses Jahr schließen, gilt als Mustervorstellung des Emser Kurtheaters. Der Herzog von Anhalt, der bekanntlich als fompetent gelten kann, da er sich an seinem Hoftheater in Dessau mit regem Interesse und aktiv an der Regie beteiligt. wohnte jüngst in Ems einer Vorstellung des Werkes bei und sprach Direktor Steingoetter seine lebhafteste Anerkennung über Aufführung, Zusammenspiel und Ausstattung aus. Ueber die zweite Aufführung von Försterchristl am Emser Kurtheater schreibt die Emser Zeitung":" Die bei ihrer Erstaufführung mit so großem Beifall aufgenommene Jar no'sche Operette„ Die Försterchrift!" fonnte vor gutbeseztem Hause einen neuen Triumph feiern, der bor allem wieder der Vertreterin der Titelrolle Frl. Alma Walle zu danken war. Mit ihrem naturfrischen Tem: perament und der ihr eigenen reizenden Komik riß sie das Publikum wiederholt zu stürmischen Beifall hin. Viel Heiterkeit erregte es, als im ersten Afte ein junges Reh auf der Bühne erschten und sich erstaunt, aber ohne Scheu in dem neuen„ Revter" umschaute. Es schien seiner Rolle, wie auch besonders dem guten Futter der Försterchristel Geschmack abzugewinnen, wurde bald heimisch und machte munter Inspektionspromena den nach den Kulissen, dem Souffleurkasten und äugte zutraulich nach dem Zuschauerraum. Noch ein Neuling auf den Brettern, zeigte es jedoch für die Huldigung, die ihm das Publikum für sein schauspielerisches Talent darbrachte, wenig Verständnis und schlug sich seit wärts in die Büsche". Zweifellos wird das reizende Werk am heutigen Abend auch hier in Gießen einen durchschlagenden Erfolg erringen. * Verkauft wurde von dem Restaurateur Bez das Gebäude Wilsonstraße 15 zum Preise von 23 000 mt. an den Werkmeister Männche. 6) Gerichtet. Familienroman von Franz Wichmann. In der Tür erschien die dralle, rotwangige flachshaarige Magd. Die geröteten Augen Klaras und der Anblick des erregten Försters schienen ihr zum Bewußtsein zu bringen, daß sie störe. Unbeholfen blieb sie auf der Schwelle stehen und wagte nicht zu sprechen. ,, Was willst du, Lina?" fragte der Förster. Die Magd streckte die plumpe, schmutzige Hand aus, in der sie einen zusammengefalteten Bettel hielt. ,, Den Zettel hat der Matthias heimgebracht aus dem Walde!" brachte sie stockend hervor. Der Förster nahm zögernd und verwundert das Papier. Der Forstaufseher pflegte doch sonst kein Freund vom Schreiben zu sein. ,, Vom Matthias?" wiederholte er. Was soll das? Warum tommt er nicht selbst?" ,, Mein Gott," rief Klara, die auf den Zettel geblickt hatte, plöglich, das ist ja Ottos Schrift! Es wird dem Bruder doch nichts zugestoßen sein?" Im gleichen Augenblick kam auch Frau Adelheid, die nach der Magd suchte, ins Zimmer. ,, Wo steckst du denn, Lina? Wie lange brauchst du wieder! Mach', daß du in die Waschküche kommst!" * Verhaftung. Am Freitag abend wurde ein junger von auswärts zugereister Tagelöhner festgenommen, welcher mehrmals Frauen auf der Straße in grober Weise belästigte. ** Hessische Landbank. In der am 20. Juli stattgefundenen Vertreterversammlung des 28. ordent= lichen Verbandstages des Hessischen Raiffeisenverbandes sprach Herr Landgerichtsdirektor Klingebiel- Marburg über die Errichtung einer hessischen Landbank. Redner führte nach einer uns zugegangenen Notiz aus, daß das bisher hin ausgeschobene Projekt jetzt seiner Verwirklichung entgegengehe, da es gelungen sei, eine größere Genossenschaft, die Magdeburger Güterbant, dafür zu interessieren. Bereits am 15. März, gelegentlich der Versammlung der Unterve bandsdirektoren in Kassel habe eine Besprechung mit der Generaldirektor der Genossenschaft, Herrn Dr. Czarnowsky= Magdeburg, stattgefunden, gelegentlich welcher festgestellt worden sei, daß die Prinzipien und Ziele der Magdebur ger Güterbant und des Raiffeisenverbandes dieselben seien und speziell auf die Bekämpfung des Güterwuchers hinausgingen. Herr Dr. Czarnowsky- Magdeburg legte darauf der Versammlung in Fulda die Grundsäße der Magdeburger Güterbank nochmals flar, und die Versammlung von zirka 500 Vertretern beschloß hierauf einstimmig, die Gründung der Hessischen Landbank im Anschluß an die Magdeburger Güterbank unverzüglich in die Wege zu leiten. Die Einstimmigkeit des Beschlusses läßt erkennen, daß in allen Teilen des Hessenlandes das dringende Bedürfnis vorliegt, daß der Güterspekulation und dem Güterwucher auf dem Wege der Selbsthilfe Einhalt geboten werden müsse. Ebenso zeigt es sich wiederum, daß die bewährten Führer des Raiffeisenverbandes für Hessen: Herren Dekonomierat RererodtKassel, Landgerichtsdirektor Klingebiel- Marburg und Pfar= rer Meyenschein- Altenhaßlau, durch zielbewußtes und schnelles Handeln auch auf diesem für die Landwirtschaft höchst wichtigen Gebiete Mittel und Wege im Auge haben, die zu einem befriedigenden Ziele führen können. Während die Magd sich entfernte, trat sie zu ihrem Mann. ,, Was sagte Klara? Kommt der Zettel wirklich von Otto? Was ist's mit ihm? Er wird vielleicht erst später heimfommen?" Lorenz Reiner hatte das Papier vollends entfaltet und einen Blick darauf geworfen. Alle Farbe wich aus seinem wettergebräunten Gesicht. „ Er er" Seine Stimme flang wie gebrochen; das Blatt zitterte in der Hand des starken Mannes. Gleich der mächtigen Eiche der Waldes, deren Stamm bis zum Grunde erbebt, wenn der Sturm heulend in ihre Krone greift, taumelte er und griff in die leere Luft. „ Um Gottes willen, Vater!" rief Klara, ihm beispringend. „ Was ist denn? Mein Gott!" schrie auch die Försterin voll Schrecken auf. ,, Erer" fam es mühsam über Reiners Lippen, ..er geht!" ,, Geht? Was sagst du, er geht?" mischten die Stimmen von Mutter und Tochter sich in verwunderter Frage. Der Förster hatte schwankend den Tisch erreicht und stützte sich schwer mit der Faust auf dessen Kante. ** Für die preußische Klassenlotterie sind folgende Ziehungstage festgesetzt worden: Die zweite Ziehung findet am 12. und 13. August, die dritte am 9. und 10. September, die vierte am 7. und 8. Oktober und die fünfte in der Zeit vom 8. November bis 8. Dezember Olympische Spiele in Gießen. Seit Freitag prangten an den Gießener Anschlagtafeln Plakate, die zum Besuch der„ Olympischen Spiele" auf dem neu eröffneten Sportplatz des Gießener Sportdie vereins von 1900 aufforderten. Dieser Verein hatte Veranstaltung des Bezirksfestes des 8. Bezirks des Westdeutschen Spielverbandes übernommen. Die Wettkämpfe fanden unter Aufsicht und nach den Regeln der Sportbehörde für Athletit statt. Leider machte der Himmes ein ungün stiges Gesicht; während der Vorfämpfe des Morgens und am Nachmittag regnete es fast ununterbrochen, was einen bedauerlichen Einfluß auf die Zahl der Besucher und auf die Resultate der Konkurrenzen hatte; trotzdem stehen die Resultate des 8. Bezirks im allgemeinen absolut nicht hinter den anderen Bezirken zurück. Des morgens fanden die Ausscheidungsfämpfe statt. Die Resultate sind folgende: Schleuder ballwerfen: Noll( Gießen Sportverein 1900) 47.60 Meter, Wenzel( G. 1900) 42 Meter, Glaser( Fußballklub Bad- Nauheim) 36.5 Mtr. Dreisprung: Wenzel( G. 1900) 11,25 Mtr., Clarius( G. 1900) 11.13 Mtr., Flick( F. C. Jahn- Siegen) 10.90 Mtr. 100 Meter Lauf: 1. Vorlauf: 1. Wenzel( G. 1900), 2. Beuter( Jahn); 2. Vorlauf: 1. Riedel( G. 1900), 2. Cernikow( V. f. B. Marburg); 3. Vorlauf: 1. Clarius ( G. 1900), 2. Kölsch( Jahn); 4. Vorlauf: 1. Noll( G.1900), 2. Sprengel( Bad Nauheim); 1. Zwischenlauf: 1. Riedel, 2. Beuter; 2. Zwischenlauf: 1. Noll, 2. Sprengel; End= Diskus lauf: 1. Noll, 2. Riedel, 3. Sprengel. werfen: 1. Noll( G. 1900) 32.30( Außer Konkurrenz 36.75), 2. Wenzel, 3. Mews( Jahn). 800 Meter= ,, Er geht wieder zurück in die Hauptstadt!" vollendete er mit Anstrengung endlich.„ Hölle und Teufel, er geht ohne meine Erlaubnis! Was soll das heißen? Bin ich denn ein Narr geworden? Mein Sohn geht ohne ein Wort des Abschieds, weil er da lest doch, da steht's! weil er es hier nicht aushalten kann in dieser kleinlichen Atmosphäre, so schreibt er! D, Gott, der Sohn fann es nicht mehr aushalten im Hause seiner Eltern!" ,, Fasse dich, Vater," bat Klara, zu Tode erschrocken ,,, gewiß ist nicht er schuld, sondern sein Freund!" Die Försterin fiel ihr in die Rede: ,, Aber begreifst du denn nicht, daß es für Otto-" Der Alte hörte sie nicht. ,, Er geht, er geht und ich stehe hier!" schrie er auf.„ Die Hetzpeitsche her, die Hunde hinaus! Sie sollen ihn suchen, ihn stellen, er soll nicht gehen, nicht in die Stadt, in die verfluchte Stadt, ich verbiete es ihm, ich-—" Die Wut erstickte ihm die Stimme, mit dröhnender Wucht Jank er auf den nächsten Stuhl. ,, So besinn' dich doch, Lorenz!" begann die Försterin nach minutenlanger Pause von neuem. Folgen wir ihm denn nicht in furzer Zeit selbst in die Stadt? Er mochte nicht müßig hier warten, es trieb ihn zu seinen Studien zurück„ Willst du ihn noch verteidigen?" fuhr der Förster auf. ,, Gegen das Unrecht, das man ihm tut, gewiß!" ereiferte lie sich.„ Er ist gegangen, weil- weil du" ,, Weil ich ein ehrliches Wort mit ihm gesprochen habe, meinst du?" vollendete er. ,, Aber nein! Begreifst du denn nicht? Weil- weil wir -" Sie würgte förmlich an den Worten. ,, Ach, ich kann es nicht sagen, weil ihr es nicht fühlt nicht versteht! Weil wir ihm nicht gebildet genug sind!" ,, Mutter, wie kannst du nur so etwas sagen? Der Vater- Doch Frau Adelheid ließ die Tochter nicht aussprechen. ,, Ja, es ist so, wenn ihr's denn wissen wollt," fuhr sie fort. Ich habe es gleich gefühlt, wie er heute ins Haus fam, es ist so und er konnte gar nicht anders!" Der Förster erwiderte nichts, er war aufgesprungen und hatte mit heftiger Bewegung die Tür geöffnet. „ Wo ist der Matthias?- Matthias, he!" Schwere Schritte stampften gleich darauf durch den Hausgang und auf der Schwelle stand der Gerufene. ,, Herr Förster!" - Lauf: 1. Addi( G. 1900) 2 Min. 22 Set., 2. Kühn 2.23 ein Fünftel, 3. Kölsch( Jahn) 2.26.Hochsprung 1. Noll( G. 1900) 1.62, 2. Wenzel 1.60, 3. Gries( Bad400 Meter- Lauf: 1. Kölsch 56 Set., Nauheim). 2. Riedel. Stab hochsprung: 1. Noll 2 Mtr. 98 Zentimeter, 2. Gries( Bad- Nauheim) 2,92, 3. Salzmann ( Bad Nauheim) 2,84 Mtr. 400 Meter Stafette. 1. Gießener Sportverein 1900 erste Mannschaft( Clarius, Riedel, Wenzel, Noll) 48 Sefunden, 2. Gießener Sport= Weitsprung: verein 1900 zweite Mannschaft. 1. her stattgehabte St on Kreisarzt Dr. * Alsfelf fere Kreisschulfomm Kreises Alsfeld mi fter und Türen ne Jahr 2 bis 3 m werden. * Grünbe endlich einmal bef borlichen Regentag telmäßige Auffahr so daß ein sehr hielten sich gans für das Paar Fe Wenzel, 2. Hütteneß( Marburg), 3. Riedel.- 3000 Me ter Stafette( 3 Mann a 1000 Meter) 1. Gießener Sportverein 1900 10 Min. 28 drei Fünftel Set., 2. Gieße ner Ballspielklub 10 Min. 32 vier Fünftel Sekunden. E3 war dies wohl das Schönste des Tages. Dreitampf( 100 Meter Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung): 1. Wenzel 15 Punkte, 2. Lang( Gießener B.-C.) 12 Punkte, 3. Wilhelm( G. B.-C.) 9 Punkte.- 110 Meter Hür denlauf: 1. Ernst Schmidt( Sportverein 1900), 2. Riedel. Olympische Stafette( 1. Mann 800 M., 2. 400 Mtr., 3. 200 Mtr., 4. 200 Mtr.): 1. Sportverein Gießen 1900 4 Min. 34 ein Fünftel Set., 2. Ballspielklub Gießen 1904 34 Min. 43 vier Fünftel Set. 200 Me ter Lauf: 1. Riedel, 2. Kölsch. 1500 Meter= ,, Wo hast du den Otto getroffen?" herrschte dieser ihn an. ,, Den Otto? Im Walde beim Mühlentobel. Er- er war-" Das weitere wollte dem Forstaufseher nicht heraus, er Stockte und wollte wieder gehen. ferer 60-65 Mt., Paar 90-100 M liche schwache Befa obwohl etwas ged * Grünbe findet für den Be in der Turnhalle find zirta 800 M berpackungsfurjus verbunden. Lauf: 1. Steuber( Jahn Siegen), 2. Beuter( Jahn), 3. Hermann( Germania Siegen). Die Preisverteilung fand abends auf Hardt's Terrasse statt. Hus Hessen und Nachbargebiet * Vom Lande. Bekanntlich werden in verschiedenen Orten, die unter der Hamsterplage zu leiden haben, Prämien für eingefangene Hamster bezahlt. In einem Orte hiesiger Gegend hatten auch mehrere Knaben ein Nest mit 9 Hamstern ausgehoben. Der Bauer, dem der Acker ge hörte, nahm aber zum großen Verdruß den jungen Ham sterjägern 4 dieser Schädlinge ab und ließ sich hierfür die Prämien zahlen. Ob das die Jungen in ihrer Jagd nach den der Landwirtschaft großen Schaden verursachenden Tiere ermuntert, glauben wir nicht. * Buzba Bautätigkeit eine über der Bahn er fleiner Villen. J Wald und bildet fhones Bild. * Bad N auf der Frankfurt Mörlen überfuhr, durch die Gießene Kaution von 5000 * Marbu wohner der Vorf Sonntag nachmitt ftorischen Gruppen vom Grün durch Oberbürgermeister etwa 30 Kinderp * Frant der Eichwaldstraß Schwämme, weld mahl genoß. Da vergiftung. Ein geftorben, die drei fahr. Also Vorsi * Mainz zahl opferwilliger Ueberlandflug de * Klein- Linden. Unser Radfahrerverein beging sein Sommerfest, verbunden mit einem Wettfahren nach Weylar und zurück. Es erhielten Preise: in der 1. Gruppe: 1. Preis Fr. Linter- Gießen, 2. Fr. Jung 1., 3. Herm. Hinterlang; 2. Gruppe: 1. Preis Julius Jung, 2. Fr. Jung 2., 3. Phil. Lenz. An das Rennen schloß sich eine Feier in der„ Deutschen Eiche". * Großen Linden. Der hiesige Kaninchen- u. Geflügelzuchtverein hält am 7. August seine 3. Ausstellung in den schön gelegenen Räumen des Gastwirts H. Fischer ab. verbunden mit Prämiierung, Preisschießen, Konzert u. Tanz. * Lüßellinden. Unser langjähriger Gemeindevorsteher Joh. Hölz wurde am Sonntag unter Beteiligung der ganzen Gemeinde beerdigt. * Lich. Ein merkwürdiges altes Bauwerk wurde gelegentlich der Kanalisierung einer Stadtgasse aufgefunden. Es handelt sich um einen gemauerten unterirdischen Gang, der nach dem Södelhof, einer ehemaligen Freistätte für Verfolgte, führte. Das Mauerwert befindet sich etwa 2 Mtr. unter der Oberfläche und ist gut erhalten. * Lich. Eine Versammlung, die sich mit dem Elettrizitätswerk Lißberg befaßte, fand im„ Holländischen Hof" statt. Ihr wohnten bei der Provinzialdirektor Dr. Usin ger, Oberingenieur Müller, Ingenieur Schiffmann, zahl reiche Bürgermeister und Interessenten, insbesondere inbe tracht kommende Großabnehmer. Die erstgenannten Herren gaben Aufklärungen über die Absichten der Provinz; Versammlung war darin einig, daß das Elektrizitätswerk bald zustande kommen müsse. Sehrt- Grünberg und die Bürgermeister Fendt- Hunge., Dörmer- Lich und Niklaus Steinheim schlugen vor, die Provinz solle die noch fehlenden 600 000 mt., wenn irgend möglich, auch noch aufbringen. die * Alsfeld. Die neu errichtete Wanderhaushaltungsschule für den Kreis Alsfeld findet viel Anklang. Der Aber einer hielt ihn zurua. ,, Halt, ich habe dich noch mehr zu fragen! Also er war was war er? Warum stockst du? Hat er dir noch etwas gesagt?" - ,, Sprich, Matthias!" redete ihm auch die Försterin zu. Doch die Verlegenheit des Gefragten schien nur noch zu zunehmen. _" Ich weiß nicht, ob Lorenz Reiner verlor die Geduld. ,, Wird's bald?" rief er heftig. Was war er?" ,, Er war nicht allein," platte Matthias heraus. ,, Freilich, sein Freund war bei ihm, der Herr von Hohlen," bemerkte Klara. ,, Und die Damen!" fügte Matthias rasch und unüberlegt hinzu. ,, Die Damen?" riefen Förster und Försterin zugleic.) in jähem Erstaunen. Der Forstaufseher faßte jetzt Mut, da das Schlimmste einmal heraus war. ,, Nun ja, die schönen Fräuleins aus der Hauptstadt, die mit im Wagen saßen" ..Himmel und Hölle!" tohte der Förster. Doch er bezmone nich, um weiter zu fragen: Sie haben mit dir geredet? Was sagten sie denn? Na, wird's. bald?" Matthias wurde von neuem verlegen; nur mit Unterbrechungen berichtete er: - ,, Ausgelacht haben sie mich, die Damen, daß ich auf dem Lande bei den Bauern leben möchte, ich sei ein so hübscher, schmucker Kerl, ja, Kerl' haben ste gesagt,- und könnte in der Stadt mein Glück machen. Ich sollte nur mit kommen, es solle mir schon gut gehen. Und dabei haben die Rackers mich so verflixt angeschaut-" Er stockte, da er Klara ganz blaß werden sah. ,, Mutter, Mutter!" rief das Mädchen erschrocken. ,, Mein Gott, was ist denn dabei?" erwiderte diese.„ Irgend ein paar Bekannte wahrscheinlich, die sie unterwegs getroffen haben! Junges Blut will lustig sein! Einen Studentenstreich fann man doch nicht so ernst nehmen!" fort: Matthias faßte sich bei ihren Worten ein Herz und fuhr ( Gerichtet 15 Nr. 8.) Ja, so haben die jungen Herren auch gesagt. Das Leben sei schön und lustig, man müsse es nur zu genießen wissen. Und darum wollten sie mit ihren Fräuleins wieder in die Hauptstadt fahren und und" ,, Was?" stieß der Förster mit klangloser Stimme hervor. ,, Das andere habe ich vergessen, es war so schön ge - sprochen, daß ich nichts davon behalten der schlichte Bursche wurde ganz rot, Frauenzimmer-" habe, besonders," ,, besonders was die zer Preis erforde fügung zu stellen fiftet, daß die tatsächlich überflog * Mainz mannschaft des schaffen, sie hat nach Hause gebr tete wurden in errungen; der G stiftet, und ein 2 von Berlin mita * Darm Oberrechnungsre Stadt, der sich a befand. Tourist mende Gegend fönnten, die gee heit zu wirken, an die Behörde Jahre alt, übe ficht, graumelie trug einen Ane Hosen, weichen „ Es ist gu nichts mehr zur Als der Au Adelheid die He Sei doch v Er hörte fi sich hin, und grollende Donn Um feiler Water! Vom L es die Jungen den Höllenpfubl du's Mutter? Blötzlich ip riß die doppell Grichrocken as hast Der Erzür „ Geh mir Hunde sollen m Die Hunde Vater, jo ipät Der Förste „ Was ich im Forst fist e manchen Finter find felten gem Wie die F das Mädchen, Sie wollte wehrte es ihr Laß das bu bist zu aufg Lorenz Rei wandte er fich Ich hab's ihm Ich verfeh und muß ich i Geit einen Aber Otto war geworden und Geit der raube, fdmade Bater, die ewigen Klag batte, bittete er t., 2. Stüb chiprung Gries( Bab Lich 56 Get. oll 2 Mtr. 98 3. Salzmann wurde unbier. stattgehabte Sturjus, welcher start besucht war, bon Streisarzt Dr. Heinrichs mit einer Prüfung geschlossen. * Alsfeld. Eine zeitgemäße Verfügung hat sere Kreisschulfommission getroffen. In den Schulfälen des Kreises Alsfeld müssen alle 2 Jahre Decken, Wände, Fenster und Türen neu gestrichen, die Fußböden dagegen jedes Jahr 2 bis 3 mal mit staubbindendem Del eingerieben werden. Stafette aft( Clarius ener Sport rung: 1 3000Me 1. Gießener 2. Gieße funden. E Drei tiprung): 1 12 Buntte eterhür * Grünberg. Unseren Jakobimarkt" begleitete endlich einmal besseres Wetter nach den seitherigen unaufhörlichen Regentagen. Der Schweinemarkt zeigte eine mittelmäßige Auffahrt. Deshalb herrschte auch flotter Handel, so daß ein sehr rascher Absatz erzielt wurde. Die Preise hielten sich ganz auf der seitherigen Höhe. Man bezahlte für das Paar Fertel geringster Sorte 50-55 Mt., mittlerer 60-65 Mt., bester 70-85 Mt.; Läufer kosteten das Baar 90-100 Mt. Der Rindviehmarkt hatte die gewöhn liche schwache Befahrung. Die Preise waren auch hier hoch, 900), 2. Rie obwohl etwas gedrückt. ann 800 M., Sportverein Ballspielllub - 200 Me 0 Meter. er( Jahn), 3. erteilung fand biet in verschiede Leiden haben, n einem Orte ein Neft mit Der Ader ge jungen Ham ich hierfür die cer Jagd nach achenden Tiere rerverein be Wettfahren e: in der 1 Jung 1., 3. lius Jung, 2. nen schloß sich Kaninchen- u. 3. Ausstellung ts H. Fischer en, Stonzert u er Gemeinde er Beteiligung uwert wurde e aufgefunden. bischen Gang, eistätte für Ver etwa 2 Mtr. mit dem Elel ländischen Hof or Dr. Usin ffmann, zahl besondere inbe annten Herren Provinz; die lektrizitätswerk und die Bür Niklaus Stein noch fehlenden och aufbringen. Banderhaushalt l Antlang. Der Also er m Dir noch etwas Försterin zu. nur noch au er?" aus. von Hohlen, und unüberlegt in zugleic) in as Schlimmst Hauptstadt, die nch or bezmon geredet? Wal ur mit Unter - daß ich au ich sei ein fo gefagt- und follte nur mit bei haben die h. den. iefe. Irgend vegs getroffen studentenstreid Herz und fuhr chtet 15 Nr. 8. gt. Das Leben nießen wiffen wieder in di timme hervor so schön ge befonders." onders was di * Grünberg. Eine Ackerbau und Obstausstellung findet für den Bezirk Grünberg am 22. und 23. Oftober in der Turnhalle statt. Seitens der Landwirtschaftskammer find zirka 800 Mt. zur Prämiierung bewilligt. Ein Obstverpackungsfursus und eine Saatgutausstellung sind damit berbunden. * Butzbach. Auch in diesem Jahre ist hier die Bautätigkeit eine sehr rege. Besonders in dem Stadtteil über der Bahn entstehen eine ganze Reihe neuer Häuser u. fleiner Villen. Immer näher rückt die Gartenstadt an den Wald und bildet für den Spaziergänger ein wohltuendes, schönes Bild. * Bad Nauheim. Der verhaftete Chauffeur, der auf der Frankfurterstraße den Müller Krämer von NiederMörlen überfuhr, wurde nach Aufnahme des Tatbestandes durch die Gießener Staatsanwaltschaft gegen Stellung einer Staution von 5000 Mt. aus der Haft entlassen. wo * Marburg. Das althistorische Grabenfest der Bewohner der Vorstadt Weidenhausen fand hier statt. Am Sonntag nachmittag durchzog ein Festzug mit allerhand historischen Gruppen und etwa 600 festlich gepußten Kindern vom Grün durch Weidenhausen nach dem Festplatz, Oberbürgermeister Troje die Festrede hielt. Später führten etwa 30 Kinderpaare den Weidenhäuser Grabentanz vor. * Frankfurt. Die Kinder eines Schreiners der Eichwaldstraße sammelten am Sonntag im Wald einige Schwämme, welche die Familie am Montag als Mittagsmahl genoß. Darauf erfrankten die vier Personen an Pilzvergiftung. Ein neunjähriges Mädchen ist an den Folgen gestorben, die drei anderen Personen sind außer Lebensgefahr. Also Vorsicht bei dem Genuß von Pilzen! in * Mainz. Offiziell wird mitgeteilt, daß eine Anzahl opferwilliger Männer sich bereit erklärt hat, den zum Ueberlandflug des Deutschen Fliegervereins für einen Mainzer Preis erforderlichen Betrag von 7000 Mart zur Verfügung zu stellen. Der Preis ist unter der Bedingung gestiftet, daß die Stadt Mainz von mindestens einem Flieger tatsächlich überflogen wird. * Mainz. Einen Rekord hat die Meisterschafts= mannschaft des Mainzer Ruder- Vereins in diesem Jahre geschaffen, sie hat bei ihren zahlreichen Siegen 5 Kaiserpreise nach Hause gebracht. Drei von Kaiser Wilhelm 2. gestif= tete wurden in Frankfurt a. M., Hamburg und Straßburg errungen; der Emser Preis ist von Kaiser Wilhelm 1. ge= stiftet, und ein Preis stammt von Kaiser Friedrich u. wurde von Berlin mitgebracht. * Darmstadt. Vermißt wird seit 17. Juli der Oberrechnungsrevisor Adolf Helfmann aus Darm stadt, der sich auf einer Urlaubsreise im Montblanc- Gebiete befand. Touristen, die um jeme Zeit die in Frage kommende Gegend bereisten, und vielleicht Mitteilungen machen könnten, die geeignet sind, aufklärend in dieser Angelegen heit zu wirken, werden dringend gebeten, diese umgehend an die Behörden gelangen zu lassen. Der Vermißte ist 45 Jahre alt, über mittelgroß, schlant, hat ein schmales Gesicht, graumeliertes Haar und dunklen Schnurrbart. Er trug einen Kneifer, graugrünen Lodenanzug mit langen Hosen, weichen schwarzen Filzhut und Rucksack. Außer den ,, Es ist gut," unterbrach der Förster ihn ,,, ich brauche nichts mehr zu wissen! Geh!" Als der Aufseher sich wieder entfernt hatte, legte Frau Adelheid die Hand auf die Schulter, ihres Mannes. ,, Sei doch vernünftig, Lorenz!" suchte sie ihm zuzureden. Er hörte sie nicht. In dumpfem Brüten starrte er vor sich hin, und was seine Lippen murmelten, klang wie der grollende Donner eines fern heranziehenden Gewitters: ,, Um feiler Weibsbilder willen verläßt der Sohn den Vater! Vom Lande, aus dem Walde, der sie geboren, zieht es die Jungen von heute in die Stadt, in die Großstadt, in den Höllenpfuhl, in den Abgrund, darin sie versinken! Hörst du's Mutter? Das ist ihr Jdeal, das ist die neue Zeit!" Plötzlich sprang er auf, setzte den Hut auf den Kopf und riß die doppelläufige, blitzende Büchse von der Wand. Erschrocken verstellte die Försterin ihm den Weg zur Tür. ,, Was hast du vor, Lorenz? Wohin willst du?" Der Erzürnte stieß sie zur Seite. ,, Geh mir aus dem Wege! Ich will niemand sehen, die Hunde sollen mich begleiten!" ,, Die Hunde?" fragte Klara verwundert. Du willst jagen, Vater, so spät noch? Es dunkelt ja schon!" Der Förster hielt schon den Türgriff in der Hand. ,, Was ich such', finde ich noch," entgegnete er.„ Draußen im Forst sitzt ein häßlicher, tückischer Uhu. Er hat mir schon manchen Finken und Zeisig zerrissen. Die fröhlichen Sänger sind selten geworden in unserm Walde!" ..Wie die Freude und das Gute in der Welt," vollendete das Mädchen ,,, armer Vater!" Sie wollte das Haupt an seine Brust lehnen, aber er wehrte es ihr und faßte die Büchse fester. ,, Laß das heute," bat die Försterin, es ist zu spät und du bist zu aufgeregt- Lorenz Reiner hatte die Tür geöffnet, auf der Schwelle wandte er sich noch eimal um. Ich verfehle ihn nicht! Das Böse muß aus der Welt! Ich hab's ihm geschworen schon lange! Und heute will und muß ich ihn treffen!" 4. Kapitel. Seit einem Jahre wohnte die Försterfamilie in der Stadt. Aber Otto war auch unter den Augen der Eltern fein anderer geworden und hatte seine Studien noch immer nicht beendet. Seit der rauhe, doch im Grunde des Herzens gutmütige und schwache Vater, um den Frieden des Hauses zu wahren und die ewigen Klagen der Mutter zu stillen, sich mit ihm versöhnt batte, hütete er sich, den Alten zu reizen, und hielt sich ausnötigen Ausweispapieren 2c. befindet sich in seinem Besitze| ten. Marken der vorerwähnten Art dürfen nicht mit einem eine vollständige homöopathische Taschen- Apotheke.( Nachdruck erwünscht.) Darmstadt. Eine zweite Polizeifahrt des hess. Automobilklubs fand hier statt, nachdem die erste die Zwed dienlichkeit solcher Probefahrten erwiesen hatte. 5 Wagen fuhren verschiedene Gebiete der Provinz ab. Auf jedem befand sich wieder ein Polizeibeamter in Zivil. Auf ihren Fahrten begegneten die Autos 231 Fuhrwerken. Davon fuhren 169 richtig, 53 auf der falschen Seite, und 9 wichen falsch aus. Da die Fuhrleute von den Beamten auf ihre Achtlosigkeit hingewiesen wurden, haben die Fahrten zugleich einen erzieherischen Wert. Uebrigens sind soeben die zehn Gebote für Fuhrleute aufgestellt worden, die in 10 000 Exemplaren von der Polizei, von Gendarmen 2c. an die Fuhrleute verteilt werden sollen und sich ohne Mühe einprägen. * Darmstadt. Bei der am 25. und 26. Sept. in Darmstadt stattfindenden 46. Jahresversammlung des Landesvereins für Innere Mission wird über das Thema verhandelt werden:„ Innere Mission und Gemeindearbeit". Als Referent ist der als Spezialist auf diesem Gebiet bekannte Pfarrer D. Grünberg in Straßburg gewonnen worden, der bei seinem Referat nament lich auch die Innere Mission auf dem Lande, die Dorffirchenbewegung und den Braunschweiger Kongreß für Gemeindearbeit berücksichtigen wird. Für den Fest go: tesdienst hat Pfarrer Saul in Frankfurt die Predigt übernommen. * Ockstadt. J. H. Gröninger 3., Hilfsweichensteller von hier, fand in seinem Weizenacker am Kirschenberg einen weißen Pilz. Er hat einen Umfang von 1 Meter und eine Schwere von 7½ Pfund. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Bovista gigantea( Riesenbovist), welche eßbar ist. Gr. überwies den Pilz zur Untersuchung der Friedberger landwirtschaftlichen Winterschule. * Hanau. Der Kreistag hat die Summe von 2000 Mart zu den ersten Vorarbeiten für das Projekt der Errichtung einer elektrischen Ueberlandzentrale bewilligt. * Rodheim v. d. H. Als eine Frau von hier dieser Tage mit ihrem 5% jährigen Söhnchen vom Walde, wo sie Himbeeren gesucht hatte, zurückfehrte, klagte dieses über heftige Schmerzen. Es zeigten sich Vergiftungserscheinungen und schon nach einer Stunde war das Kind tot. Das Kind hatte im Walde Tollkirschen gegessen. * Von der Nahe. Die Obsternte ist im unteren Nahegebiet zufriedenstellend ausgefallen. Es wurde ziemlich viel Obst geerntet und nach außerhalb zum Versand ge= bracht. Dabei wurden für den Zentner Birnen erster Sorte 11 Mt., zweiter Sorte 12-13 Mt., und dritter Sorte 14 Mart bezahlt. Der Zentner Frühäpfel wurde zu 10 Mart, der Zentner Pflaumen zu 8-9 Mt., der Zentner Aprikosen zu 20 bis 30 Mt. abgegeben. Aus aller Welt. * Berlin. Der Reichskanzler hat im Auftrage des Kaisers eine Beschleunigung der noch immer währenden finanziellen Vorarbeiten für die den Veteranen zugedachte Staatshilfe veranlaßt. Es besteht an leitender Stelle der feste Wille, die Ausbringung der Mittel für die Veteranenhilfe bis spätestens zu der bevorstehenden 40jährigen Wiederkehr der Errichtung des deutschen Kaiserreiches durchzuführen. * Berlin. Der Bundesrat hat neue mün z polizeiliche Vorschriften erlassen, nach deren Medaillen, Marken, wie Reklame-, Rabatt, Spiel, Speise- u. sonstigen Wertmarken nicht das Bildnis des Kaisers oder eines Bundesfürsten in der auf den Reichsmünzen befindlichen Gestaltung tragen oder mit einer auf dem Rande befindlichen Schrift versehen sein dürfen. Auch dürfen sie nicht die Bezeichnung einer im Deutschen Reiche geltenden Münzgattung oder die Angabe eines Geldwertes enthal schließlich an die Wutter, die, wie er wußte, stets seine Partei nahm. Auch heute, da Klara ausgegangen und er mit der Mutter allein war, bedurfte er wieder ihrer Hilfe. Doch so leicht wie sonst gelang es ihm diesmal nicht. ,, Es ist mir nicht möglich!" beteuerte die Försterin, die vor dem hohen braunen Schrank stand und die geschnitzte Tür in der Hand hielt. Aber Otto ließ sich nicht abweisen. ,, So gib mir wenigstens zehn Mark!" drängte er. Die Stimme der Frau nahm einen fast s'ehenden Ton an: „ Aber bedenke doch unsere Verhältnisse, jetzt in der Stadt, das teure Leben, sei doch vernünftig!" - Der Student vergrub die Hände in den Taschen seiner Beinkleider und trat, ärgerlich vor sich hinpfeifend, ans Fenster. Der Blick aus demselben hatte nichts Erfreuliches. Düster und lichtlos, wie der Gefangene im Kerfer, lag das kleine Sintergebäude zwischen hohen, schattenden Häusern eingeklemmt. Das enge, niedrige Zimmer hatte aus seinen zwei Fenstern nur über die Bjorte eines Stafets hin einen schmalen Purchblid auf Straße und Stadt. Die duftigen, lachenden Blumen, die im Grünwalder Forsthause die vensterbänke ge ziert, hatten die Stadtluft nicht ertragen und waren von der Försterin durch künstliche ersetzt worden. Die altertümlichen Möbel waren in den engen Räumen, so gut es ging, zusammens gedrängt und alles erschien mit ärmlichen Mitteln möglichst aufgeputzt. Otto ließ seine Blicke von dem Fenster weg durch das ganze Zimmer gleiten; ihm schien noch immer genug vors handen, was man im Falle der Not zu Gelde machen konnte. Dieser breite, plumpe Arbeitstisch des Vaters, der zwischen den Fenstern stand, war ja wohl nicht zu entbehren und hatte auch wenig Wert, aber die Doppelbüchse und andere Gewehre, die Geweihe und Hirschfänger, welche die Wände schmückten, das war doch immerhin hier in der Stadt ein überflüssiger Lurus. ,, Eben, weil ich vernünftig bin, Mama," begann er nach einer Bause wieder ,,, eben deshalb brauche ich das Geld. Wer wird denn immer von heute auf morgen rechnen! Morgen fann man tot sein und nichts mehr brauchen!" Die Försterin erschrat. ,, Aber, mein Herzens- Otto, wer wird denn so reden? Sterben, du, ein so fräftiger junger Mensch, der eine so große Zukunft vor sich hat?" ( Fortsetzung folgt.) Durchmesser von mehr als 20 bis einschließlich 22 Millimeter hergestellt werden. Unberührt von dieser Vorschrift sind Medaillen und Marken von ovaler oder von drei- bis achteckiger Form. Die Beschränkungen finden auch keine Anwendung auf solche Medaillen und Marken, die für das Ausland hergestellt und unmittelbar ausgeführt werden. Es ist verboten, Münzen, die auf Grund der Reichsmünzengesetze vom Bundesrat außer Kurs gesetzt sind, nachzumachen, solche nachgemachten Münzen in Verkehr zu brin gen oder sonst zu vertreiben, sofern diese nicht vermittels einer festen metallischen Verbindung Bestandteile anderer Gegenstände bilden. Als Strafen sind, sofern nicht nach anderen Bestimmungen eine höhere Strafe erwirkt wird, Geldstrafe bis 150 Mt. oder Haft bis sechs Wochen angedroht. Die Bestimmungen trefen am 1. April 1912 in Kraft. * Berlin. Am 1. Oktober d. J. wird eine Reihe brasilianischer Offiziere auf die Zeit von zwei Jahren im deutschen Heere eingestellt und auf die verschiedenen Waffengattungen verteilt werden. Etwa um dieselbe Zeit wird auch eine Anzahl deutscher Offiziere, etwa 20, in die brasilianische Armee eintreten, um dort als Instrukteure tätig zu fein. * Berlin. Die Kosten der letzten BauarbeiterGeneralaussperrung im Reiche betragen nach den jetzt vorliegenden Einzelabrechnungen für beide Parteien über zwei Millionen Mark. Der Verlust an Arbeitslohn wird auf achtzehn Millionen Mark beziffert. * Dresden. Die sächsische Regierung hat Ermittelungen anstellen lassen, ob sich die Lage des Tabakgewerbes in Sachsen den letzten Monaten verschechtert habe. Nach dem jetzt vorliegenden Ergebnis ist in der Tat in der letzten Zeit eine weitere wesentliche Verschlechterung eingetreten. Marienbad. Der deutsche Staatssekretär des Auswärtigen, bon Kiderlen Wächter, traf hier ein und begab sich zum Grafen Achrental, dem östereichischen Minister des Aeußeren. Aehrenthal erwiderte den Besuch in der Villa Luginsland. Im Laufe des Gesprächs wurde die orientalische Frage behandelt, bezüg lich derer die beiden Staatsmänner die gleiche Auffaffung haben. Herr von Kinderlen- Wächter äußerte sich dahin, daß er seine Auffassung im auswärtigen Amt in Berlin zweifellos zur Geltung bringen werde. Er wird sich im Herbst dem Kaiser Franz Josef vorstellen. * Mannheim. Bei der Zwangsversteigerung des Hotels„ Viktoria" das im Besitze des Defraudanten Willhardt Frankfurt und seines Schwagers, des Bauunternehmers Schäfer, war, erhielt den Zuschlag die Viktoria Haus- Gesellschaft m. 6. H." mit dem Gebote bon M. 310,000. Die amtliche Schäßung einschließlich Zubehör ging auf Mr. 366,614. 11 * München. Der Reichstags- und Landtagsabgeordnete Freiherr von Freyberg ist infolge Scheuwverdens der Pferde seines Wagens verunglückt. Er hat eine schwere Gehirnerschütterung erlitten und hat bis jetzt das Bewußtsein noch nicht wieder erlangt. * Dortmund. Ueber die hiesige Niederdeutsche Bank wurde der Konkurs verhängt. Der Direktor der Bank, Bantier Ohm, wurde auf Grund des Befundes der von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Bücher verhaftet. Das Aktienkapital des Institutes beträgt 12 Millionen Mart, die Verbindlichkeiten weit über 50 Millionen Mart. Der verhaftete Bankier Ohm ist bei seiner eigenen Bank mit ge= waltigen Summen verschuldet. Man nimmt an, daß er sich in gewagte Spekulationen eingelassen hat. Das Amtsgericht bestellte einen vorläufigen Konkursausschuß, der sofort zusammentrat. Weitere Verhaftungen wurden nicht vorge= nommen. Der Staatsanwalt wartet das Ergebnis der Untersuchung und den Bericht des Kontursverwalters ab. * Hamm i. W. Auf der Zeche Radbod sind jetzt insgesamt 182 Leichen geborgen. Bei der am Abend des 12. November 1908 erfolgten Schließung des Schachtes be fanden sich 300 Leichen in der Grube; es sind also noch 112 zu bergen. * Hamburg. Ein allgemeiner Ausstand auf den deutschen Seeschiffswerften steht zu erwarten. Es tommen rund 120 000 Werftarbeiter in Betracht. * Swinemünde. Der Kaiser ist an Bord der " Hohenzollern" am Samstag nachmittag in Swinemünde eingetroffen. Beim Einlaufen der„ Hohenzollern" stand der Kaiser auf der Kommandobrücke und erwiderte andauernd auf das freundlichste die Ovationen des Publikums, das beide Ufer der Swine dicht besetzt hatte. Die Forts schos= sen Salut. Literarisches. - A. Hartleben's Volts Atlas, enthaltend 86 Karten in 125 Startenseiten, nebst 75 Spezialfarten und Plänen. 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Auf dem heutigen Wochenmarkte tofteten Вези vorauszahlba 1,50 M. fre Donnerstags „ Sumoristisc liegen wöche Seltersweg nicht verla Nr. 10 Die unterm wengasse wird f Gießen, Butter ver Pfd. Hühnereier per Stüd Käse per Stud Kasematte 2 Stüd Tauben per Baar Hühner per Stüd Hahnen ber Stüd Enten per Stüc Gänse per Pfd Ochsenfleisch per Pid. Rindfleisch per Pfd. 1.20-1.25 8-9 6-8 5-6 0.80-1.00 1.00-1.60 0.80-1.80 1.80-2.20 03 80-88 Schweinefleisch per Pfd. Schweinefletsch gef. p. fb. Kalbfleisch per Bfb. Hammelfleisch ber Pfd. Kartoffein p. 100 to Zwiebeln per Ctr. Weißtraut per Std. Kirschen, per Pfund 80-96 96 86-88 60-84 7.00-8 00 8.00 Aepfel per 3tr. Birnen per 3tr. 80-84 Nüsse 100 Stüd 0.20-0.30 00.00-00.00 00.00-00.00 0.50-000 0.00 Milch per Liter 20 Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen bis Beginn der Marit zeit überhaupt nicht und während breier Stunden der Marlizeit im Umberzteben feilgeboten werden. Die Marktpreise für Bieb und Frucht und die Gießener Fleisch- u. Brotpreise am 1. August 1910 Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. 50 kg Schlachtgewicht 87-92 M. 95-100 f. 68-71, Ochsen Kälber Schweine 1/3 m bo. " P Getreidepreise in Mannheim 21.50-21.75 M. Weizen 100 kg Albin Klein, Buchdruckerei, Gießen, Seltersweg 83. Roggen 100 kg Fleischpreise in Steken ½ kg 80-88 Bfg. do. 86-88 do. 80-96 Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 kg 62 Pf. 15, 50 M. Schwarzbrot 2kg 54Pf Gro Wegen Vor Katharinengaffe führungen an de an bis auf We fahrverkehr gejp Gießen, Groß ** Der heimerat Karl der Abteilung Innern mit Wi Die hierdurch f Abteilung für zunächst nicht m * Univ geht am 7. un fehens in Hepp glieder der Ve Zahl an dem * Städ lesen wir in d des Direktors Dünsberg geleg zwecks Erbauur Strede Gladent * Das für das III. 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