ten ni Azeri 88.) Nr. 116 L. Kümmel eaterkapelle. per. Eintritt I lerbiel 1 0000 lbsttätigen höchster Wäscht Arbeit und Gießener Zeitung Bezugspreis 40 pfg. monatlich - - ( Neueste Nachrichten) vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mr. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", liegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Nr. 77. - Telephon: Nr. 362. Bekanntmachung. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Donnerstag, 2. Juni 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Bei der am 26. Mai 1910 vorgenommenen planmäßigen Verlosung wurden auf 1. Oftober 1910 folgende Schuldverschreibungen der Stadt Gießen zur Rückzahlung bestimmt: bom 1890er Anlehen: it. A. 9, 68, 131, 149 Lit. B. 4, 25, 69, 140, 266, 275 it. C. 44, 50, 75, 93, 216, 245, 299, 398 421 Lit. D. 9, 22, 48 a 2000 Mt. a 1000 Mt. a 500 Mt. a 300 Mt. Lit. E. 18, 30, 135 a 200 Mt. dorf. b. vom 1892 er Anlehen: Bit. F. 8, 51, 113 git. G. 19, 51 a 2000 Mt. a 1000 Mt. a 500 Mt. a 300 Mt. a 200 Mt. 00000 it.. 28, 43, 52 Lit. J. 6 Bit. S. 28 Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kennt henmarkte toftete is gebracht, daß die Einlösung dieser Schuldverschreibungen und zwar per fb. 80-96 fb. vom 1890 er Anlehen: gel. p. Pfd. 96 bei der Stadtkasse Gießen und bei der Dresdner Bank in 80-8 Frankfurt a. M.; er fb 60-8 vom 1892 er Anlehen: Kello 6.00-000 bei der Stadtkasse Gießen, bei der Mitteldeutschen Kreditfr. 9.00-100 bant, Filiale Gießen, und bei den Bankhäusern Ephraim Std. 0.20-0 Meyer u. Sohn Hannover, Mauer u. Plaut- Kassel erfolgen 00.00-00 fann und daß die Verzinsung mit Ende September 1910 00.00-000 aufhört. d 0,50-010 Von den in vorhergehenden Jahren ausgelosten Schuldverschreibungen sind noch nicht zur Rückzahlung vorgelegt Uhr nachmittags. Beginn der Mari ber Marktjeit in cht und die 50. Mai 1910 Fleischpreife in Stehen kg 80-88 Big. 80-84 80-96 " reffe in Gießen Srot 2 kg 62 21 rabrot 2kg 54 worden. vom 1890er Anlehen: Lit. B. 6 über 1000 Mt. Lit. E. 127 über 200 Mr. Gießen, den 28. Mai 1910. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Das belgische Königspaar in Berlin. Am Montag trafen König Albert von Belgien und Gemahlin auf der Fürstenstation Wildpark bei Potsdam zum Besuch des Kaiserpaares ein. Zum Empfang waren die Kaiserin, der Kronprinz als Vertreter des Kaisers, die Kronprinzessin und die meisten Prinzen und Prinzessinnen bes kaiserlichen Hauses erschienen. Der Kaiser war fern geblieben, obwohl sein Besinden andauernd befriedigend ist. Er ist jedoch durch den Verband verhindert Uniform anzulegen. Ihn vertrat der Kronprinz, der die Kaiserin führte. Der König begrüßte die Kaiserin mit tiefer Verbeugung und Handfuß, der Kronprinz füßte den König. Die Begrüßung der Königin Elisabeth durch die Kaiserin war herzlich. Die Truppen empfingen den König mit Hurra. Der Kaiser trat feinem Gaste aus dem Muschelsaal auf der Freitreppe entgegen. Im Muschelsaale war Empfang mit großem Vortritt. Nach dem Empfang geleitete die Kaiserin die belgiAGGI n- Würfel chen Herrschaften in ihre Gemächer. An dem Lee, der soMAGGI Bouillen Wirlel Tasse illon 5% auf der Umhllung AGGI und die Kreuzstern tragen Kreuzstern Sch. Mansard immer m. alla uni oder späte ert Neubürger mmerwohnung dann in der Wohnung der Königin der Belgier genommen wurde, nahmen mit der Kaiserin auch der Kaiser teil, der den rechten Arm in einer Binde trug. Am Abend war Familientafel. Am Dienstag fand vormittags die große Frühjahrsparade der Potsdamer Garnison in Gegenwart des Königs der Belgier im Lustgarten statt. Der Kronprinz hielt in Vertretung des Kaisers die Parade ab. Am Abend war im Neuen Palais zu Ehren der belgischen Majestäten Festtafel in der Jaspisgallerie. Der König der Belgier führte die Kaiserin, der Kronprinz die Königin zur Tafel. Gestern fand die Parade der Gardetruppen der Groß- BerLiner und Spandauer Garnisonen statt. Der Kaiser hatte feine Teilnahme an der Parade absagen lassen. An seiner Stelle nahm der Kronprinz mit dem König der Belgier die Parade ab, zu der auch die Kaiserin mit der Königin Elifabeth von Belgien erschienen war. Bekanntmachung Im städtischen Elektrizitätswerk ist alsbald die Stelle eines Elektrotechnikers zu beseßen. Bewerber mit Erfahrungen im Installationswesen, Zählerwesen und Kabelnetzunterhaltung für Hoch- und Niederspannung wollen ihre Meldung unter Angabe der Gehaltsansprüche und Beifügung von Lebenslauf und Zeugnisabschriften alsbald bei der unterzeichneten Behörde einreichen. Kenntnisse im Schwachstromwesen erwünscht. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Das 1. Ziel Gemeindesteuer und Kanalgebühren für 1910 ist binnen acht Tagen bei Meidung der Beitreibung zu entrichten. Gießen, den 31. Mai 1910. Stadttasse Gießen. In Erl.: Peter. Bekanntmachung, Die unterm 9. Mai 1910 angeordnete Sperre der Großen Mühlgasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 30. Mai 1910. Großherzog l. Polizeiamt Gebhardt. Bekanntmachung. Am 2. Juni d. Js. ist das Kabel in der Ostanlage und Landgrafenstraße in der Zeit von 6 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags ausgeschaltet und die Stromlieferung unterbrochen, was wir den anliegenden Konsumenten hiermit zur Kenntnis bringen. Gießen, den 30. Mai 1910. Elektrizitätswerk und Straßenbahn der Stadt Gießen. Stolte. einer Vereinfachung des Verfahrens bei Erlaß von Steuern, Gefällen 2c., der Aenderungen im Vermessungswesen, die Frage einer Vereinigung von Hauptstaatskasse, Staatsschuldentasse, und Staatsschuldbuch, einer Kommission zur Beratung über die Vereinfachungen. Die Mitglieder der Kommission wurden sodann ersucht, die ihnen weiterhin geeignet scheinenden Anregungen zur Vereinfachung der Ver= waltung der Kommission zu unterbreiten. Sobald genügendes Material vorliegt, wird die Kommission zur weiteren Beratung zusammentreten und alsdann auch Beschluß darüber fassen, ob zur Bearbeitung des Materials die Bestellung von Referenten genügt, oder auch besondere Unterausschüsse zu bilden sind. Reichstagserfahwahl in Friedberg- Büdingen. Im Kampfe um Friedberg- Büdingen entwickelt jetzt die nationalliberale Partei zweifellos die stärkste Tätigkeit. In der letzten Zeit fanden täglich 4 bis 6 Versammlungen statt, die durchweg einen großen Erfolg für die Kandidatur van Galfer bedeuteten. Die großen Sympathien, auf die der nationalliberale Kandidat an allen Orten stößt, müssen selbst von bündlerischer Seite anerkannt werden, und das hat zur Folge, daß die Vertreter des Bundes der Landwirte jeßt ihre Tattik geändert haben: sie rühmen die vornehme Art und die aufrichtige Gesinnung des Professors van Caller und lassen nunmehr ihre ganze Wut am Deutschen Bauernbund aus, der seit einigen Tagen in den Wahlkampf eingegriffen hat. Mit den stärksten Mitteln wird gegen die Führer dieses Bundes vorgegangen, allerorts wird das ganze Heer der Landwirtebündler zusammengetrommelt, um die Redner des Bauernbundes niederzubrüllen. In Holzhausen wurde diese Taktik in solchem Maße geübt, daß sich der Bürgermeister des Ortes zum Eingreifen genötigt sah, um zu protestieren, daß Leute aus anderen Dörfern in solcher Weise seine Gemeinde in schlechten Rus bringen. Nichtsdestoweniger hören die ländlichen Wähler in ihrer Deutschen Bauernbundes aufmerksam zu, und der Wahltag wird zeigen, wie viele von ihnen dem überhebendem Geschrei der Landwirtebündler folgen oder den überzeugenden Worten jener Männer, die sich die Interessenvertretung der fleinen und mittleren Bauern zum Prinzip gemacht haben. Ganz besonders wirkt die wahre Darstellung der Wirkung der vom Bunde der Landwirte abgelehnten Erbanfallsteuer, bei der von letzterer Seite Verschleierungen und Verdrehungen schlimmster Art geleistet werden. Als besonderes Kuriosum des Wahlkampfes verdient aber hervorgehoben zu werden, daß der bündlerische Kandidat Dr. von Helmolt mur in geheim gehaltenen Versammlungen spricht, sodaß ihm überhaupt niemand entgegentreten tann. Fluchtartig durcheilt er die Dörfer, und wo er sein Programm ent wickelt, da werden nur Frrunde seiner Kandidatur geladen, die ihm Beifall flatschen. Vereinfachung der heff. Staatsverwaltung. großen Mehrzahl den Ausführungen der Vertreter des Auf Einladung der Regierung trat im Sibungssaal der Ersten Kammer der Stände die aus Mitgliedern der Ersten meines Hauses and der Zweiten Kammer gebildete Kommission zur Be später an ruble ratung über die Vereinfachung der Staatsverwaltung Löwendrogerie, erörtert. Die Minister entwickelten in großen Zügen das 79a. lage II fammen. Zunächst wurde der Arbeitsplan der Kommission vorläufige Arbeitsprogramm. Danach ist die Regierung in eine Prüfung darüber eingetreten, ob sich die Uebertragung der Revision nichtstaatlicher Rechnungen von der Oberrech mer- Wohnun mungskammer auf die Lokalverwaltungsbehörden empfiehlt Jas u. Elektris, umd welche Vereinfachungen im Geschäftsbetriebe der Oberrmieten. Wallenfels. neider enehme Stellung nad Auswärts in der Grp. 68. 3. Geld jeben Poften ofortige Raff zugef. Rare K. Pärber, Nür Späthft. 67. mit rechnungsfammer möglich seien. Weiter sind bei den einzelnen Ministerien zur Zeit folgende Fragen Gegenstände Der Prüfung: Vereinfachung im Strafvollzug, Aufhebung Der Weiberstrafanstalt, Vereinigung der Stellen der GeFangenwärter an Haftlokalen, die wenig belegt sind, mit denjenigen der Gerichtsdiener, Verminderung der staatLichen Aufwendungen für das Gerichtsvollzieherinstitut, AenBerung von Gerichtsbezirken; weiter die Fragen der Neuorganisation des Meliorationsbauwesens, Aufhebung der Oberen Bergbehörde oder Angliederung an eine bestehende Behörde, Aenderung im Gewerbeförderungsdienst, Entlass= ung der oberen Behörden durch Dezentralisation, Aenderungen auf dem Gebiete des Schulwesens, die Fragen einer aanderweiten Lokalorganisation im Forst und Steuerwesen, Nun hat auch der Deutsche Handwerkerbund zu der Wahl Stellung genommen. An sich ist ja angesichts der geringen Anhängerschaft dieser Gruppe diese Stellungnahme bedeutungslos, doch hat sie eine Erscheinung gezeitigt, die nicht ohne pikanten Beigeschmack ist. Der Handwerkerbund beschloß nämlich, den Kandidaten des Bundes der Landwirte zu unterstüßen, der das Bundes= programm( u. a. Einführung der Erbschaftssteuer) unterschreibt. Das hat Herr v. Helmolt getan!!! 21. Jahrg. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen links der Lahn; hier: das topogr. Güterverzeichnis über die Baupläne in der Stephansmark. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis. Gießen, den 31. Mai 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Betr.: Wie oben. J. V.: Keller. Bekanntmachung. In der Zeit vom 1. bis einschließlich 16. Juni 1910 liegen Werktags auf dem Bureau des Gr. Feldbereinig- ungsgeometers Ludwig zu Gießen, Löberstraße 18: Sas topographische Güterverzeichnis über die Baupläne in der Stephansmark nebst alphabetischem Namensverzeichnis zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der obenangegebenen Offenlegungsfrist bei Gr. Feldbereinigungsgeopieter Ludwig zu Gießen schriftlich einzureichen und zu begründen. Friedberg, den 281 Mai 1910. Der Gr. Feldbereinigungs- Kommissär: gez.: Schnittspahn, Großherzoglicher Kreisamtmann. Bekanntmachung. Am Mittwoch, den 1. Juni d. Is., nachmittags 4 Uhr, wird im Schulhof des Schulhauses an der Westanlage eine Anzahl abgängiger Schulbänke meistbietend versteigert. Gießen, den 30. Mai 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Parlamentarisches aus Hessen. Der Sonderausschuß für die Revision der Verwaltungsgeseße sette am Montag die Beratung über die Städteordnung fort und erledigte die Artifel 121-153. Es wird darin zunächst die Tätigkeit des Bürgermeisters und der Beigeordneten geregelt. Der Bürgermeister führt als verantwortlicher Leiter der gesamten Stadtverwaltung den Vorsitz in den Sibungen der Stadtverordneten und erteilt nach Anhörung der Stadtvertretung die Bearbeitung der einzelnen Zweige der städtischen Verwaltung unter sich und die Beigeordneten. Diese sind die Vertreter des Bürgermeisters und besorgen die ihnen zugewiesenen Amtsgeschäfte oder Geschäftszweige der städtischen Verwaltung; doch kann der Bürgermeister unter seiner Verantwortung auch andere städtische Beamte mit der laufenden Bearbeitung dienstlicher Angelegenheiten beauftragen. Sowohl der Bürgermeister wie die besoldeten Beigeordne ten und besoldeten Magistratsmitglieder dürfen keinen an deren Erwerbszweig haben, kein anderes besoldetes Amt bekleiden und nicht Mitglied des Vorstandes und Aufsichtsrats einer Aktiengesellschaft oder Kommanditgesellschaft auf Aktien sein. Ausnahmen hiervon können nur unter belon deren örtlichen Verhältnissen mit Zustimmung der Stadtverordneten und Genehmigung des Ministeriums zugelassen werden. Gegen Entschließungen und Verfügungen des Bürgermeisters ist innerhalb zwei Wochen Beschwerde an den Kreisrat und gegen dessen Entscheidung innerhalb der gleichen Frist Beschwerde an das Ministerium zulässig. Artikel 131-138 behandeln die Tätigkeit der Ausschüsse, Deputationen und Kommissionen, die Artikel 139 ff. die Rechtsverhältnisse der städtischen Beamten. Ueber die wichtigste dieser Bestimmungen wurde die Entscheidung im Ausschuß noch vorbehalten. Die Der Wahlrechtsausschuß der Ersten Kammer trat an demselben Tage vormittags zu einer Beratung zusammen, bei welcher es sich besonders um die geschäftliche Behandlung der Wahlrechtsvorlage bezw. der beiden Geseßentwürfe über die Abänderung der Verfassung u. die Landstände drehte. Am Nachmittag hielt auch der Gesetzgebungsausschuß der Ersten Kammer eine bis abends 7 Uhr ausgedehnte Sibung ab; es wurde darin eine Anzahl Kleinerer Gefeßentwürfe, u. a. die Novelle zum Fischereigesetz, erledigt. Friede im Baugewerbe? Die Einigungsverhandlungen im Baugewerbe haben am Samstag im Reichstagsgebäude begonnen und dauerten bis Dienstag. Die Verhandlungen wurden von drei Unparteiischen( Geh. Regierungsrat Dr. Wiedfeldt im Reichsamt des Innern, Oberbürgermeister Dr. Butler- Dresden und Ge richtsdirektor Dr. Prenner- München) geleitet. Ein positives Ergebnis wurde nicht erzielt. Es wurde jedoch ein Hauptvertrag aufgesetzt, zu dem beide Parteien sich bis zum 6. Juni beim Reichsamt des Innern zu äußern haben. Im Falle der Annahme haben sofort die örtlichen Verhandlungen zu beginnen, die bis zum 13. Juni abzuschließen sind. Soweit örtlich keine Einigung zustande kommt, sollen die Verträge durch ein Schiedsgericht, welches ebenfalls am 13. Juni in Dresden zusammentreten würde, endgültig erledigt werden unter Ausschluß der Berufung. Die Aussperrung ist spätestens am 15. Juni auszuheben. Die getroffenen| wir die zuziehung von Sachverständigen aus den Kreisen Schiedssprüche bewegen sich in mittlerer Linie und es ist zu erwarten, daß beide Parteien den Vertragsentwurf annehmen. Beiräte bei den Gewerbeinspektionen. ſchlagserteilung, die Ausschließung solcher Bewerber, Ein hervorragender Industrieller hat sich jüngst folgen dermaßen zu der Frage der Schaffung von Beiräten bei den Gewerbeinspektionen geäußert: „ Wer, wie es bei mir der Fall ist, mit Gewerbein spektionen viel zu tun hat, wird die Bemerkung gemacht haben, daß im Wechsel des Vorstandes derselben auch ein Wechsel der Behandlung der schwebenden Angelegenheiten sehr häufig eingetreten ist. Dieser Wechsel ist bedingt durch das größere oder mindere der Industrie dargebrachte Wohlwohlen, durch Kenntnis und Auffassung der einschlägigen Gesetze und Verordnungen und endlich durch charaktereigenschaften. Letztere machen sich besonders in schwierigen Fällen dann bemerkbar, wenn der Leiter der Gewerbeinspektionen etwas ängstlich ist, sich seiner vorgesetzten Behörde gegenüber keine Bldße geben möchte und so schwantend wird und endlich dazu kommt, ablehnend und voll dommen unzugänglich zu werden. Durch eine Aenderung der Gesetze und Verordnungen wird wenig zu helfen sein, denn deren Fassung wird niemals eine so bestimmt zweifelfreie sein können, daß verschiedene Auslegungen ausgeschlossen sind, auch ist in allen diesen Verordnungen die Bestimmung aufgenommen, daß in geeignet erscheinenden Fällen der Gewerbeinspektion die Ermächtigung erteilt wird, erschwerende Vorschriften zu erlassen oder auch Erleichter ungen zu gewähren. Da der Gesuchsteller fast immer eine Privatperson ist, befindet er sich der behördlichen Autorität gegenüber im Nachteile und ist auch schon deshalb daran gehindert, mit der gewünschten Tatkraft vorzugehen, weil er befürchtet, daß ihm alsdann in der Ausübung seines Betriebes neue Schwierigkeiten bereitet werden könnten. Bei dieser Lage der Verhältnisse sehe ich die Möglichkeit zu einer Abhilfe nur darin, daß der Gewerbeinspektion Industrielle als Laienrichter beigeordnet werden, die zur Entscheidung der vorliegenden Sachen praktische Erfahrung besitzen und ihre Stimme für oder gegen die Erteilung der nachgesuchten Genehmigung vollwichtig mit in die Wagschale werfen können." die der Gewerbetreibenden bei der Aufstellung der Verdingungsanschläge, die Frage der Vergütung von Nebenleistungen, die Honorierung einverlangter Pläne und Zeichnungen, die fünftige Vergebung bei allen Hochbauten nach Anschlags= titeln, die Fristen für die Ausführungen, die Frage der Zuihren Pflichten der sozialpolitischen Gesetzgebung gegenüber nicht nachkommen, die Vergebung von Leistungen an gewerbliche Korporationen 2c. Nachdem die Beratungen engeren Vorstande in Gegenwart von Sachverständigen erfolgt sind, wird die Handwerkskammer demnächst weiteren Kreise von Interessenten Gelegenheit geben, von der Vorlage und der Stellung der Handwerkskammer hierzu Kenntnis zu nehmen. In der Sitzim einem * Landwirtschaftskammer. ung des Vorstandes der Landwirtschaftskammer wurde beschlossen, die landwirtschaftliche Studienreise nach Dänemark auszugeben, da infolge der in Oberhessen stattfindenden Reichstagswahl eine ganze Reihe von Anmeldungen zu rückgezogen wurde. * Ferienordung in Hessen. Der hessische Landeslehrerverein und der katholische Lehrerverein für das Großherzogtum Hessen haben sich neuerdings wieder mit einer Petition an die oberste Schulbehörde gewandt, in welcher bezüglich der Ferienordnung eine Gleichstellung der Volksschulen mit den Höheren Schulen ersucht wird. Wie verlautet, beabsichtigt die Regierung diesem auch von Abgeordneten der 2. Hessischen Kammer geäußerten Wunsche bei der im nächsten Jahre zu erwartenden neuen Ferienordnung zu entsprechen. sh. Straßenpflasterung. Die Oftanlage cr hält augenblicklich anstelle des chaussierten Weges ein haltbares Kleinpflaster, dessen Unterlage eine Ausschüttung von Steinen bildet. Die Straßenwalze hatte gestern schon die Steinschüttung eingewalzt. Da bereits beschlossen ist, den Gewerbeinspektionen Sachsens Beiräte aus der Mitte der Arbeiter zu geben, so ist es allerdings nicht mehr als billig, wenn den Arbeitgemeinschaft mit Familienangehörigen und Fekannten; bern dasselbe Recht zugestanden wird. e ne. Förderungs- Ausschuß für vaterländische Arbeitervere ne. Der von General von Loebell geleitete Förderungs. Ausschuß für vaterländische Arbeiterverrine hatte eine Versammlung in das Herrenhaus zu Berlin einberufen, die aus allen Teilen des Reiches von etwa 100 Männern, die mit der Arbeiterschaft in enger Fühlung stehen, besucht war. Anwesend waren u. a. Parlamentarier verschiedener Frattionen, Industrielle," Handwerksmeister, Arbeitervertreter und viele bekannte Sozialpolitiker. Nach mehrstündiger, eingehender Debatte wurde einstimmig folgender Beschluß gefaßt:„ Die Versammlung erachtet es für dringend notwen dig, daß zur Bekämpfung des wachsenden Einflusses der Sozialdemokratie die Entwickelung der bestehenden bereits mehrere Hundert zählenden vaterländischen Arbeitervereine, Werkvereine und aller sonstigen, den sozialdemokratischen Bestrebungen feindlich gegenüberstehenden Arbeitervereinigun gen, sowie die Neubildung möglichst vieler derartiger Vereine im Sinne der heutigen Vorschläge kraftvoll gefördert werden. Die Versammlung wünscht daher, daß die von dem Förderungsausschuß bereits 1907 begonnene Arbeit durch moralische und materielle Mittel nachhaltigst unter stützt werde. Nachdem das Tätigkeitsprogramm des FörderungsAusschusses eingehend besprochen war, verstärkte sich der Förderungsausschuß durch Zuwahl mehrerer Herren, um nunmehr in eine umfassende Werbetätigkeit zur Beschaffung der für die Erfüllung dieser dringenden, nationalen Auf gaben erforderlichen Mittel einzutreten. Lokales. * Das große Los der preußischen Klassenlotterie, das auf die Nummer 137,015 ftel, ist zu acht Zehntel nach Gumbinnen, zu zwei Zehnteln nach Berlin gefallen und zum größten Teil kleinen Leuten zugute gekommen. Sechs Zehntel des Loses spielten Handwerker in Geeines war in den Händen eines höheren Verwaltungsbeamten, ein weiteres Zehntel spielte ein Kaufmann, der als wohlhabend gilt. Zwei Reisende, die zufällig furz vor Beginn der Ziehung nach Gumbinnen famen, hatten dort gute Geschäfte gemacht. sie beschlossen nun, einen Teil ihres Verdienstes in Klaffenlotterte anzulegen". Und fiche da! Der Zufall, oder wie es in der Lotteriesprache heißt, Fortuna war thnen hold, jetzt bekommt jeder von ihnen etwa 50,000 Mark. !! Die Preußische Klassenlotterie konnte gestern auf sein 100jähriges Bestehen zurückblicken. Am 28. Mai 1810 wurde das bis dahin bestehende Zahlenlotto in Berlin aufgehoben und dafür die Klassenlotterie eingeführt. Sie blieb in dem alten friderizianischen Immediatbau, an der Ecke der Markgrafen- und Jägerstraße, der im Jahre 1792 der Lotteriedirektion überwiesen wurde und hat hier ihren Sitz bis zum Jahre 1882 gehabt, in dem das Haus für die Zwecke des Oberverwaltungsgerichts eingerichtet wurde. * Der Verband der hess. Finanzbeamten hielt in Gießen seine Hauptversammlung ab. In derselben wurde über die bisherige Tätigkeit des Verbandes im Jahre 1909 von dem Vorsitzenden, Rechnungsrat Lang- Darmstadt, Bericht erstattet. Die Einnahmen betrugen nach demselben 7533 Mt., die Ausgaben 6721 Mt., während das Vermögen die Höhe von 925 Mt. erreichte. Einen längeren Vortrag hielt Rechnungsrat Göß- Darmstadt, der sich in seinen Ausführungen gegen die Zulassung der Militäranwärter zum Finanzfach aussprach. Seiß- Offenbach beschäftigte sich mit der Besoldungsfrage und riet, zu ihrer Lösung sofort Schritte zu unternehmen. lange Jahre Waldarbeiter. In Bingenheim lebt der in weiten Kreisen bekannte Flurschüß Schwab. Er steht im 94. Lebensjahre und ist noch sehr frisch und rüstig. Seinen Haushalt besorgt er selbst. In früheren Jahren hat er man| ches erduldet. So erlitt er u. a. dreimal Beinbrüche. Giibung ab, in hure Sätigteit Forden, fodaß b Ganzen wind der Kor au reichhalti geftellt ist, ei Sonntag find fatt, an die Die alten Eintalerstücke. Der Bundesrat hat folgende Bestimmung getroffen: Die bei den Reichs- und Landeskassen noch eingehenden Eintalerstücke deutschen Gepräges sind durch Zeischlagen oder Einschneiden für den Umlauf unbrauchbar zu machen und alsdann dem Einzahler zurückzugeben. Ferner hat der Bundesrat sich damit einverstanden erklärt, daß die Kassen der Reichs. bank mit diesen Talern in gleicher Weise verfahren. * Insektenstiche. Jedes Jahr zu Beginn der warmen Jahreszeit hört man von Unglücksfällen infolge Blutvergiftung durch Insektenstiche. Es handelt sich dabei um das sogenannte Leichengift, das die Insekten ber wesenden Tierleichen entnehmen. Besonders gefährlich ist das Leichengift des Maulwurfs. Es wirkt sehr schnell und führt meistens zum Tode. Das einfachste Mittel, dem genannten Uebel vorzubeugen, ist, daß man Tierleichen nirgends offen liegen läßt; wo man sie findet, lasse man sich die Wühe nicht verdrießen, sie mit etwas Erde zu bedecken. Manches Unglück würde dadurch ver hindert. Aus Hessen und Nachbargebiet. falließt. Ein item Art- I Abffchluß des * Han Najfauische gerider eine mit rund 31. Stenograp sigjährige Jub Sonntag, den die um 12 U fefor Ernst feminars zu nographie un * Wetter, 27. Mai. Der Polizeihund des hiesigen Polizeibeamten Hilberg ermittelte einen Dieb, der in Unterasphe einer Familie ein 20- Markstück entwendete. Der Hund hatte die Spur direkt aufgenommen und den Dieb hier in Wetter gestellt. * Ulrichstein. In dem Bauerndörfchen Dirlammen, etwa zwei Stunden von Ulrichstein, trug sich eine schwere Bluttat zu. Der wohlhabende Landwirt Hch. Finck war bom Feld heimgekommen, da er glaubte berechtigten Grund zur Annahme der Treulofigkeit seiner Frau zu haben. Ec eilte in den Stall und holte die schwere Art. Seine Frau fand es in der Stube auf dem Stuhl sigend, von hinten schlug er mehrmals auf sie ein. Auf das Geschiet der Frau eilten Schwiegervater und Großbater herbet und rißen den Wütenden weg. Doch die Frau lag bereits blutüberströmt und bewußtlos am Boden. Die Artschläge hatten ihr den Schädel zer trümmert und klaffende Kopfwunden verursacht; man zweifelt an ihren Aufkommen. Der Täter wurde von der Gendarmerie ins Gefängnis gebracht. * Friedberg. Am 26. Juni soll ein Reiter fest des Wetterauer und Gießener Reitervereins auf der Rennbahn der Seewiese stattfinden. * Bad Nauheim, 30. Mai. In der letzten Sitz: ung der Stadtverordneten wurde der Plan für den Umbau des Empfangsgebäudes am Bahnhof genehmigt. * Ober- Lais. Gine Frau wurde aus Furcht vor dem Kometen geistesgestört. Wetzlar, 27. Mai. Die Generalversammlung des londw. Vereins war gut besucht. Es gehören dem Verein zurzeit 649 Mitglieder an. Die durch Nendant Krämer vorgetragene Jahresrechnung ergab 3579,99 Mr Einnahme und 3441,19 Mf. in Ausgabe. Das Vermögen des Vereins tst 5891,67 Mait. Es folgten sodann zwei Vorträge: Ueber Bitzschutz on Gebäuden und Vieh weiden uniec besonderer Berücksichtigung der Vergünftigung der Provinzial- Feuerbersicherung"( Fahle- Bremen) und„ Üleber neuere Pflanzenkrankheiten"( Accisobstbau* Hess. Lehrerinnen- Verein. Zur Wahrung ihrer Interessen haben die hess. Lehrerinnen von Volkslehrer Kilb). und höheren Schulen aus Stadt und Land in einer in Frankfurt a. M. abgehaltenen Versammlung einen„ Hessi** Ernannt wurde von dem Großhercog der Lehramtsassessor Dr. Adolf Beck mit Wirkung vom 1. April 1910 an zum Oberlehrer an der höheren Mäd= schen Lehrerinnenverein" gegründet. Anwesend waren etwa chenschule zu Gießen. * Provinzialtag. Dem am 15. Juni stattfindenden Provinzialtag der Provinz Oberhessen wird u. a. auch die Erbauung des Elektrizitätswertes zu Lißberg zur Beratung bezw. endgiltigen Beschlußfassung vorliegen. * Schwurgericht. Auf der Tagesordnung des Schwurgerichts stehen 2 Meineidsfälle, ein Amtsverbrechen und ein Mordversuch. * Theologische Konse enz. In der theologische Konferenz in Steins Garten hielt Dr. Emil Knodt, Direktor des Predigerseminaces in Herborn, einen Vortrag über Die Bedeutung des Calvinismus für die protestantische Welt im Lichte der neuen Forschung". Prof. Dr. Schöll Friedberg behandelte das Thema„ Die Unterscheidung zwischen Glauben und Theologie in ihrer praktischen Anwendung und Bedeutung". Beide Redner ernteten bei den aus Oberhessen, Nassau und Frankfurt a. M. zahlreich erschienenen Zutörern lek haften Beifall. Verhaftung. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der frühere Rechtsanwalt klarenar dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Es wird Anklage wegen Unterschlagung und Meineid erhoben werden. Das Schwurgericht wird sich in seinen bekanntlich am 6. Juni beginnenden Sizungen mit der Angelegenheit beschäftigen. * Plöblicher Tod. Beim Baden in der Lahn ereilte einen von auswärts stammenden Studenten plötzlich der Tod. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. * Eigentum swechsel. Das Haus des Weißbindermeisters Fint in der Stephanstraße ging gegen einen Preis von 33 500 Mt. in den Besitz des Stadtrechners Röhrig über. ** Die Handwerkskammer Darmstadt hielt eine Vorstandssitung ab, die sich in der Hauptsache mit der Beratung über die Regierungsvorlage beschäftigte, welche Ergänzungen und Abänderungen der Vorschriften über das Verdingungswesen bringt. Außer dem Staatskommissar der Kammer, Herrn Geheimen Ober- Regierungsrat Dr. Wagner, waren der Chef der Bauabteilung Herr Geheimrat von Biegeleben und Herr Baurat Wagner erschienen. Die Vorlage bringt eine größere Anzahl von Wünschen, welche seit Jahren aus den Kreisen der Baugewerbetreibenden geltend gemacht wurden zur Erledigung und darf der Befriedigung Ausdruck verliehen werden, daß bei den eingehenden Verhandlungen über den Entwurf ein beiderseitiges Einvernehmen festgestellt werden konnte. Aus dem Inhalt der Vorlage erwähnen! * Weglar, 27. Mai. Die Konservativen haben für die nächste Reichstage wahl im Wahlkreise WeglarAltenkirchen den Landrat von Görschen als Kandidaten aufgestellt, der auch die Unterstützung des Zen60-70 Vertreterinnen aus allen Teilen des Landes, besonders aus Darmstadt, Mainz und Gießen. Die Angehörigkeit zum Lehrerinnenverein schließt die Mitglied- trums finden wird. schaft zum„ Hess. Landeslehrerverein" nicht aus, für die Schulverwalterinnen ist diese sogar eine Notwendigkeit, wenn sie dem Unterstützungsberein in Erkrankungsfällen angehören wollen. = h= Zigeuner Konzert. Das gestern abend von dem österr.- ungarischen Damen- und Herren- Orchestee Racozi" gegebene Zigeuner- Konzrrt verschaffte den zahlreich erschienenen Besuchern durch die nette Auswahl seiner Stücke und die trefflichen Darbietungen der Kapelle einen recht schönen Genuß. Am besten gefielen wohl die recht stimmungsvoll vorgetragenen Ungarischen Weisen" und die Wiedergabe der Troubadour- Fantasie, welche ein äußerst künstlerisches Empfinden verriet und dem Können der Kapelle das schönste Zeugnis ausstellte. Alle Darbietungen ernteten lebhaften Beifall, den wohl alle Mitglieder der Kapelle, 3 Dam! n und 4 Herren, redlich verdient haben. Der den Konzertabend beschließende Fantasietanz war geradezu einzigartig zu nennen. Wir können sicher sein, daß die Ka pelle auch in Zukunft in Gießen einen ebenso schönen Erfolg erringen wird. -h Männerturnverein. Die Vorbereitunge zur Feier des 25jährigen Jubiläums des Männer Turn bereins am 11. bis 13. Juni sind bereits in vollem Gange. An dem gestrigen Tag wurde der Aufbau des mächtigen Gerüstes des Festzeltes vollendet. In den nächsten Togen erhält der Trieb außerdem zu Abfperrungszw. den einen Zaun. Neue Gießener Ansichtskarten find speben im Kunstverlag Raphaël Tuck& Sons zu Berlin S.-W. 48 erschienen. Dieselben sind von dem rühmlichst befannten französischen Städtemaler N. Beraud gemalt und von genannter Firma in der allen Postkarten- Liebhabern wohlbekannten„ Dilette Manier" hergestellt. Die sehenswürhigften Punkte Gießens sind vervielfältigt und dürften die Freude eines jeden Kunstliebhabers, Sammlers und Interessenten bilden. Den Verkauf dieser Karten für Gießen haben die Firmen Ferberiche Univerbersitätsbuchhandlung( Inb. C. Koch) und die Papie handlungen Kühn und Noll zn Gießen. Die Karten fosten po Stück 10 Pfennig. * Neunzigjährige in Oberhessen. In Dauernheim starb der 93jährige Johannes Heeg. Er war biber als be Birstadt in G jedoch sein Al Titer nicht in * Fran Obit waren f 2. Sorte 1-1 Cachelbeeren bis 50, Alepfe bis 70, Kochbi ber 150, Nüf Orangen 14Dar 30gs soll den werden, dr z aller Mufitfrei faal ist nach d Professor Albin * Marburg. Auf dem Parteitag der Deutsch- Sozialen wurde der Schneider R upp aus Niederwalgern bei Marburg als Reichstagskandidat für Marburg aufgestellt. Diese Kandidatur richtet sich gegen den Geschäftsführer des deutschen Bauernbundes Dr. Böhme, der bei den letzten Reichstagswahlen in Marburg als deutsch- sozialer Kandi dat Herrn v. Gerlach verdrängt hat und in der Stichwahl gegen diesen mit 10 445 gegen 8274 Stimmen gewählt wurde, nachdem im ersten Wahlgang 9077 deutsch- soziale, 4396 freisinnige( für Gerlach), 2371 3entrumsstimmen, 1554 sozialdemokratische, 1074 nationalliberale und 53 Stimmen der hessischen Rechtspartei abgegeben waren. * Marburg, 30. Mat. Nach kurzer Krankheit starb im Alter von 45 Jahren der Privatdozent der mittleren und neueren Geschichte an der hiesigen Universität, Profeffor Dr. phil. Hermann Diemar. Der Verblichene war Mitglied der historischen Kommission für Hessen und Waldeck. * Marburg, 27. Mai. Mit dem hier zu errichtenden Diafonissenhaus soll auch ein großes Krüppelheim verbunden werden. Botschafter Exzellenz Frhr. v. Stumm bewilligt hierzu allein 10000 Mt. * Marburg. Der im vorigen Jahre nach 48jähriger Dienstzeit in den Ruhestand getretene fut hessische Bürgermeister Mengel in Noßberg begeht am Mittwoch mit seiner Gattin das Fest der Diamantenen Hochzeit. Der Jubilar ist 86, feine Frau 80 Jahre alt. * Alsfeld. Gestern beging der Geschäftsführer der Firma Theodor Köster, Tabakfabrit, Herr Heinrich Freundlieb in Alsfeld, sein 50jähriges Geschäftsjubiläum. * Offenbach, 30. Mai. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß, in der Kaiserhofaftien Angelegenheit gezen Bürgermeister Dr. Dullo Klage auf Schadenersatz zu erheben. Die Summe, durch die die Stadt durch das Kaiserhof- Aktiengeschäft mit dem Bankier Wolf in Frankfurt a. M. geschädigt ist, beziffert sich bekanntlich auf rund 67000 ME. p Offenbach, 1. Juni. Der Gesamtausschuß zur Vorbereitung des am 4. und 5. d. Mts. hier stattfindenden Delegiertentages der„ Hassia" hielt gestern abend seine letzte ber tolorierter arch in einer macht werden Canal des Po men gebildet, 8 Metern in imere Hoff * Darr freit Proze B das Schieds daß der Gr Dora Fische Grbach- Grba tharen set. alle zu Unred angefoditen, fie von den Landesgericht Hiergegen ei unmehr ber Darm madhte plötzl κατάθεση εκ fuß in die dieser dopp jein. Main griffenen beiter, bor wurden. * W Der Groß lingspflege * Nü Mationalde Kreuzes anf ein 50 Moch bor waares u Weteraner Prinzessin * N Lonunglüc ballons ita mando zu dvaten in Ballon hö etiva 10 Der zwei und war jein. * F chloffen, landzentr Berbindu * A Majerne c Scicheinu worden. * 2 Bejuchte einer B Durch d bad, no ichaften mifter d Bahn Degen Tujung Das traie be Ein lungsge Stahl, lebt der fteht ig. Seine bat et ma brüche. ndesrat fa teids: un te deutign Sisung ab, in der die einzelnen Ausschüsse den Bericht über thre Tätigkeit erstatteten. Es ist überall fleißig gearbeitet woorden, sodaß man die Gewähr für ein gutes Gelingen den des Ganzen wohl als gegeben ansehen darf. Insbesondere wird der Kommers am Samstag abend, für den ein überaus reichhaltiges und abwechselungsreiches Programm aufgestellt ist, eine sehr gelungene Veranstaltung werden. Am Sonntag finden vormittags die geschäftlichen Beratungen Statt, an die sich dann ein Festbankett im„ Stadtgarten" fen Art Jurpiat, Fadelpolonäse, Tanz 2c.- bildet den Abschluß des Hassia"-Festes. hneiden hließt. Ein Voltsfest mit Unterhaltungen der verschiedenDann ndesra Der Rei erfabren Beginn Men info It fich da njeften b * Hanau. Am 4. Juni d. J. hält hier der Hess.Nassauische( Main Rheingau) Verband Gabelsber gerscher Stenographen, der zur Zeit 170 Vereine mit rund 7000 Mitgliedern zählt, seinen diesjährigen 31. Stenographentag ab. Gleichzeitig ist hiermit die fünfzigjährige Jubelfeier des hiesigen Vereins verbunden. Am Sonntag, den 5. Juni hält in der öffentlichen Versammlung, die um 12 Uhr in der„ Centralhalle" beginnt, Herr Progefähr feffor Ernst Keller, Direktor des städtischen Lehrerinnen= seminars zu Frankfurt a. M., den Festvortrag über„ Stenographie und Schule". febr in fte Mitt man fie finde e mit et badura ba piet. des hie fign Dieb, der i entwendet ten und de * Dorndie 1, 25. Mai. In der Mordsache ist der bisher als verdächtig verfolgte Küfer Lorenz Brenner von Bürstadt in Groß- Rohrheim aufgegriffen worden. Er konnte jedoch sein Alibi einwandsfrei nachweisen, sodaß er als Täter nicht in Betracht kommt. * Frankfurt a. M. Die letzten Marktpreise für Obst waren folgende: Erdbeeren 1. Sorte 2-2.50 Mart, 2. Sorte 1-1.50 Mt., französische 50-70 Pfg. das Pfund. Stachelbeeren 15, Kirschen italienische und französische 40 bis 50, Aepfel 20-25, 1. Sorte 30-40, Spalieräpfel 50 bis 70, Kochbirnen 18-20, Trauben 80, Gewächshaustrauben 150, Nüsse 21-25, Haselnüsse 38-40, Kastanien 12, Orangen 14-18 Mart der Zentner. * Darmstadt. Im Neuen Palais des Großherzogs soll demnächst ein neuer größerer Musitsaal angelegt werden, dr zweifellos die ganz besondere Aufmerksamkeit aller Musikfreunde auf sich lenken wird. Der neue MusikDiclamma saal ist nach den eigenen Angaben des Großherzogs von Professor Albin Müller entworfen und in einer Anzahl sauschweber tolorierter Skizzen verbildlicht worden, die in Kürze eine . Find we berechtigte er Frau die schwe dem St ie ein. und Groß . Doch die bußtlos am Schädel z sacht; ma wurde bo Reiter ins auf ta legten G für den Um genehmigt. Furcht vo mlung de dem Verein ant Scama 9 M Gin Vermöge odann z und Vieh Bergün e- Bremen) sobfibauen habe je Wegm als Stank g des Ze Deutsch- St walgern be aufgeftell tsführer de i den lette ler Kandi Stichwa en gewähl mmen, 1554 utsch- joziale, 3 Stimmen Theit ftarb auch in einer Ausstellung dem Publikum zugänglich gemacht werden sollen. Der Saal wird neben dem weißen Caal des Balais aus drei bisher getrennten Barterreräumen gebildet, eine Länge von 12½ und eine Breite von 8% Metern haben und soll besonders als Konzertsaal für intimere Hoffonzerte dienen. * Darmstadt, 30. Mat. In dem Successions streit Prozeß im gräfllichen Hause zu Eibach Erbach hat das Schiedsgericht am 2. Dezember 1907 entschieden, daß der Erbgraf Erasmus wegen seiner Mißheirat mit Dora Fischer der Succession in die Standesherrschaft Erbach Erbach und zu Wartenberg Roth verlustig zu ertlären set. Dieser Schiedsspruch wurde von Grasmus als zu Unrecht ergangen durch lage beim Landgericht angefochten, worauf er als ungiltig erklärt wurde. Auch die von den Agnaten eingelegte Berufung beim Oberlandesgericht bestätigte das landgerichtliche Urteil. Die hiergegen eingelegte Revision am Reichsgericht wurde nunmehr verworfen. Darmstadt. Der Kaufmann Georg Hellmuth machte plötzlich seinem Leben durch Erschießen ein Ende, nachdem er vorher seine Ehefrau durch einen Revolverschuß in die Schläfe getötet hatte. Die Veranlassung zu dieser doppelten Bluttat sollen Zahlungsschwierigkeiten ſein. Mainz. Hier stürzte ein Teil des im Bau be griffenen Zirkus Cesar Sidoli ein und begrub vier Arbeiter, von denen zwei schwer und zwei leicht verletzt wurden. * Worms. Auf Veranlassung und in Gegenwart der Großherzogin ist hier eine Fürsorgestelle für Säuge lingspflege und Mutterschutz errichtet worden. * Nüdesheim. 27. Mai. Der weithin bekannte Nationaldenkmalswächter Ebert, Inhaber des Eisernen Kreuzes erfter und zweiter Klasse, fann am 28 Mai anf ein 50jähriges Militär Dienstjubiläum zurückblicken. Noch vor kurzem, anläßlich des Besuches des Kaiserpaares und der Prinzessin Viktoria Luife, ist dem alten Veteranen de besondere Ghre zu teil geworden, von der Prinzessin photographiert zu werden. * Nieder- Olm. Hier hat sich ein schweres Ballonunglück ereignet. Es fand der Aufstieg eines Militärballons statt, der von 6 Mann besetzt war. Als das Kommando zum Loslassen erfolgte, wurden zwei haltende Soldaten in die Seile verwickelt und von dem aufsteigenden Ballon hängend mitgenommen. Der eine Mann stürzte aus etiva 10 Meter Höhe herab und blieb bewußtlos liegen. Der zweite stürzte aus einer Höhe von etwa 60 Metern ab und war sofort tot. Auch der andere Mann soll gestorben sein. * Fulda, 27. What. Der Fuldaer Kreistag hat be mittleren schlossen, wegen der Einrichtung einer elektriſchen Uebertät, Prolandzentrale mit dem Magistrat der Stadt Fulda in Verbindung zu treten. hene war ffen und * Kassel, 27. Mai. Hier sind 40 Husaren in der Kaserne am Gardeduforps Platz unter typhusverdächtigen errichten Erscheinungen erkrankt und ins Lazarett eingeliefert üppelheim b. Stumm 48jähriger ifche Bür twoch mit Hochzeit führer der Freund Coroneten Ingelegen Shadenworden. Gefängnis, abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft, verurteilt. In Bernshausen erschien der Reisende Karl Steuer aus Jägersdorf bei einem Ziegeleibesitzer und erbot sich, ihm die Fabrik zu verkaufen. Zu diesem Zwede sollte er in dem„ Mitteldeutschen Bautennachweis" inserieren. Ein da= hingehender Bestellzettel wurde von dem Steuer abgeändert, weshalb Anklage wegen Urkundenfälschung erfolgte. Das Urteil lautete auf 1 Jahr 2 Monate Gefängnis unter Einbeziehung einer Gefängnisstrafe von 5 Monaten auz Wiesbaden. Gleichzeitig wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. Der Hausierer Samuel Schiff aus Ortenberg hat in Bleichenbach gebettelt. Das Schöffengericht nahm an, er sei geistesgestört, weshalb es ihn freisprach. Nach dem Gutachten des Sachverständigen ist er zwar geistig minderwer tig, doch muß er verantwortlich gemacht werden. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft wurde er zu zwei Wochen Haft und Ueberweisung in das Arbeitshaus verurteilt. Aus aller Welt. * Berlin. Das Kammergericht hat das Urteil des Landgerichts 1 in Berlin, das bekanntlich die Klage des Ersultans Abdul Hamid gegen die Reichsbant auf Her ausgabe seines 12 800 000 mt. betragenden Depots abwies, in der Berufungsinstanz umgestoßen und die Bank zur Herausgabe des Depots verurteilt. * Berlin. Der Staatssekretär des Reichsschahamtes hat an die Leiter sämticher Fraktionen des Reichstages ein Schreiben gerichtet, in dem er sich bereit erklärt, die Frage der Veteranenfürsorge und der Deckung des dadurch entstehenden Mehrbedarfs einer Besprechung Juni soll eine Konferenz im Reichsschabamt stattfinden. mit Mitgliedern des Reichstages zu unterziehen. Am 10. * Berlin, 27. Mai. Gegen den neuen franzö: fischen 30lltarif wird die deutsche Reichsregierung feine Gegenmaßnahmen ergreifen, welche die Selbständigkeit der französischen Gesetzgebung irgendwie als fraglich erlich im Zusammenhang mit einer zu rigorosen Durchscheinen lassen fönnten. Soweit mit der Zeit, namentführung der neuen Zoltarifbestimmungen erhebliche Schädigungen deutscher Erwerbszweige sich herausstellten, wird ihnen mit anderen Maßnahmen begegnet werden, die nicht auf dem Gebiete der 300lpolitik liegen. die infolge der vorjährigen Tabafsteuer beschäftigungs* Berlin. An Unterstützungen für Tabakarbeiter, los wurden, sind bisher in sieben Raten im ganzen 4,112,356 Mt. gezahlt worden. Da die April- Rate d. J. 761,000 Wif. betrug und die Unterstüßungssumme für den Mai nicht niedriger sein wird, so wird die vom Reichstage über den Betrag von 4 Millionen Mark bereits Mitte Juni völlig aufgezehrt sein und weitere Fonds werden zur Verfügung gestellt werden müssen. mai erhielt D. Sykora den ersten Preis und F. Lindner )( Berlin. Beim 50 Kilometer- Straßenrennen am 29. wurde Dritter. Beide fahren Brennabor. )( Der siegreiche Jean Böschlin gewann am 29. Mai in Gosselies in Belgien in einem 30 Kilome prix d'ete. ter Rennen auf seinem bewährten Brennaborrade den grand * Erfurt. Der Glasbläser August Lutz aus Friedrichsdorf, der im September 1908 den Forstaufseher Walter im Forst bei Gehren erschossen hatte und vom Schwurgedem das Reichsgericht das Urteil zweimal aufgehoben hatte, richt dreimal zum Tode verurteilt worden war, ist, nachim hiesigen Landgerichtsgefängnis hingerichtet worden. Gotha Der Ausverkauf der 54. Gothaer Rennberetnlose war infolge der vielen gleichzeitig angeschten Ziehungen nicht möglich, so daß die Ziehung auf den 26. und 27. Jult 1910 verlegt werden mußte. Fleischhandels zwischen Groß- und Ladenschlächtern beschlos * Halle a. S., 25. Mai. Zur Vermittelung des sen die städtischen Behörden, mit 300 000 mt. Kosten direkt auf dem Schlachthof eine Fleischverkaufshalle zu errichten, die erste in ihrer Art in Deutschland. * Straßburg. Im ganzen Oberellaß und an den Abhängen der Vogesen und des Schwarzwaldes ist ein Erdbeben beobachtet worden. Die stärkste Entwicklung des Bebens war im Sundgau. als Kandidaten für die Reichstag ser sawahl im * Stuttgart. Die Deutsche Partei beabsichtigt 2. württembergischen Reichstagswahltreise den Rechtsan- walt List- Reutlingen aufzustellen. * Hambury. 27. Mai. Unter zahlreicher Bet.ili gung von Delegierten aus ganz Deutschland trat hier der Verband Deutscher kaufmännischer Genossenschaften im Atlantic- Hotel zu seinem 3. Verbandstage zusammen. Der Verband umfaßt gegenwärtig 55 Storporationen mit rund 5000 Mitglieder. Literarisches. Die Zusammensetzung des Gemeinde rates und der Stadtverordnetenversamm Jahrhunderts bis zur Gegenwart von Dr. jur. Wennes= lung im Großherzogtum Hessen vom Beginne des 19. heimer, Verlag J. Diemer in Mainz, Preis Mt. 3.00. das erf erklärt in der Einleitung furz und gemeinver* Vom Westerwald. 27. Mai. Eine zahlreich besuchte Versammlung hat sich mit den Plan des Baues einer Bahn von Marienberg nach Selters und weiter durch das Sayetal über Jenburg, Scyn, Weis, Heimbach, nach Neuwied beschäftigt. Hierbet fämen 40 Ortschaften in Betracht. Es wurde beschlossen, bet dem Mung und geht hierbei insbesondere auf die Gemeindeordnister der öffentlichen Arbeiten um die Ausführung der Bahn zu ersuchen. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, den 31. Mai 1910. Das Schöffengericht hatte einen hiesigen Schlossermeister wegen Vergehens gegen das Patentgesetz zu 8 Mars Geldter Wolf trafe verurteilt. Die von dem Angeklagten eingelegte Betufung wurde zurückgewiesen. ie Stadt befannt Sichuß zur tfindenden feine letzte Ein aus der Umgegend von Gießen stammender Handlungsgehilfe wurde wegen Unterschlagung, Untreue, Diebsta hl, Betrugsversuchs und Betrugs zu 1 Jahr 3 Monaten ständlich den Begriff der Gemeindevertretung im Gegensatz Sodann gibt es im ersten Abschnitt ein übersichtliches Bild zu dem Gemeindevorstand als Erefutivorgan der Gemeinde. der Gesetzgebung in Rheinhessen in der Zeit von 1800 bis 1821. Gleichzeitig schildert es die Zusammensetzung der Ge meindevertretung in den beiden rechtsrheinischen Provinzen in den beiden ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Der zweite Abschnitt bringt die erste einheitliche Gesetzgebnung vom 30. Juni 1821 ein. Im dritten Abschnitt werden die Aenderungen der Gemeindegesetzgebung in der Zeit des Liberalismus und in der Reaktionsperiode eingehend dargestellt. Der vierte Abschnitt stellt die im Jahre 1874 geschaffene neue Gemeindegesetzgebung, die im großen ganzen noch heute gilt, dar. Er zeigt die jetzt zum erstenmal gemachte Unterscheidung von Stadt- und Landgemeinden, die Stellung des Gemeindevorstandes zur Gemeindevertret tersucht der Verfasser die Frage, ob das Gesetz vom 3. Mai ung und deren Zusammensetzung und Wahl. Sodann un 1858 über das Recht des Höchstbesteuerten neben der 1874er Gemeindegeſetzgebung noch gilt. Im letten Abſchnitt werden die Novellen zur 1874er Gesetzgebung und die vier Reformentwürfe aus den Jahren 1891, 1905, 1906 und 1909 besprochen. Die Broschüre kann allen Interessenten bestens empfohlen werden. - 3 wei Wanderbücher. A. Roeschen, Neuer Führer durch Vogelsberg, Wetterau und die Rhön. Mit über 100 Abbildungen, vielen Wegcrofis und zwei Karten. Preis in Rucksackleinen gebunden Mt. 2.-E. Schneider, Durch das Wohra-, Ohm- und Schwalmtal und den Knüll. Mit 24 Abbildungen und einer Karte. Preis: steif fartoniert Mt. 2.-. Diese beiden in neuer Auflage erschienenen Führer durch die schönsten Gegenden von Oberhessen und dem Bezirk Kassel sollten in der Tasche eines jeden Touristen vorhanden sein. Beide Verfasser haben mit seltener Unsicht alles Interessante in flarer übersichtlicher Form zusammengetragen. Jeder Heimatfreund wird sehr gern darinnen lesen. -„ Die Deutsche Bühne", das amtliche Blatt des Deutschen Bühnenvereins,( Oesterheld u. Co., Verlag, Berlin W. 15), bringt in ihrem reichhaltigen Maiheft folgende erwähnenswerte Aufsäße: Mar Streese, Ein Säkulum Kunst.( 3um Jubilsum des Darmstädter Hoftheaters am 23. Mai 1910.) Hans Benzmann, Björnstjerne Björnson. Dr. Ella Mensch, Das„ Bild" an der Bühnenwand. Hans Land, Die Zukunft der Neuen Freien Voitsbühne.„ Wohltätigkeit und Wohlerzogenheit". Das Abonnement tostet jährlich Mt. 12.-, halbjährlich Mt. 6.-, Probenummern versendet der Verlag gratis und franko. -„ Ullstein- Bücher". Ein neuer Begriff eine neue Erscheinung auf dem Leſemarkt, die dazu beitra gen wird, den Deutschen, der leider zumeist seinen literarischen Hunger in Leihbibliotheken stillt, zum Bücherkauf zu erziehen. Die Ullstein- Bücher wollen hierzu behülflich sein. Hier wird wirklich gediegene Unterhaltungsliteratur aus der Feder schriftstellerisch bedeutsamer Persönlichkeiten geboten, die bereits die literarische Feuerprobe des Erfolges bestanden haben. So liegen in dieser Sammlung als bereits erschienen vor: Clara Viebig, Dilettanten des Lebens. Georg von Ompteda, Maria da Caza. R. Straß, Arme Thea. Heinz Tovote, Frau Agna. Der Käufer weiß also von Anfang an, daß er ein Buch erwirbt, dessen Lektüre feine verlorene Zeit bedeutet, ein Buch, dem er getrost in seinem sentlichste jeder Band von mehr als 300 Seiten und Bücherschrank einen Platz einräumen darf. Und das Weund ein abgeschlossenes Wert umfassend, kostet nicht mehr als eine Mart. - Dr. Moritz Willkomms Bilder- Atlas des Pflanzenreich nach dem Englerschen Pflanzenbilder auf 124 Farbendrucktafeln, I SchwarzdruckSystem neu herausgegeben von Professor E. Köhne. 526 tafel und 205 Seiten Tert mit 100 Abbildungen. LerikonFormat. Vollständig in 25 Lieferungen a 50 Pfg., tomlich vermehrte und verbesserte Auflage dieses bekannten boplett gebunden Mt. 14.-. Verlag von J. F. Schreiber in Eßlingen und München. Soeben beginnt die fünfte, wesenttanischen Bilderwerkes in Lieferungen zu erscheinen. den gesteigerten Anforderungen der Neuzeit gerecht zu wer den, wurde das Wert einer gründlichen Umarbeitung unschaffung jedem Naturfreund und Lehrer aufs dringendste terzogen. Das Werk hat so große Vorzüge, daß dessen Anzu empfehlen ist, zumal die Ausgabe in Lieferungen den Bezug sehr erleichtert. Sämtliche Buchhandlungen des Inund Auslandes nehmen Bestellungen an. Die Damen der Halle.*) Um Früher Morgen. Durch die Rue des Halles und die Rue du Pont Neuf schiebt sich in endloser Reihe Wagen an Wagen dem riesigen Eiſenbau zu, dessen hundert und aber hundert Glasfenster in der Frühsonne brennen. Wie ein Ungeheuer liegt Paris, das sich im Erwachen dehnt und refelt und gierig blinzelnd nach den Massen rohen Fleisches, den Bergen von Gemüsen, den unzähligen Eiern schaut, die ihm zum Fraße herangeschleppt werden und in den Toren der Zentralmarkthallen verschwinden. Die Männer tragen, schieben, stoßen, quetschen die Massen von NahrungsDie Frauen, robust und immer schwabend, die Mädchen, mitteln durch die engen Gänge zu den einzelnen Ständen. ungen, säubern die Tiſche, breiten die Waren verlockend aus flink und derb- graziös auch bei den unschönsten Beschäftigriser hat Respekt vor den Damen der Halle, die das galund setzen die geleerten Kisten und Körbe beiseite. Der Palische Bonmot mit bäurischer Derbheit zum kompakten, aber doch immer wißigen Schimpfwort umgeformt haben. Weh dem, der beim Kaufen ihre Gunst verliert! Er wird zuge deckt, betäubt, erschlagen von einem Wortschwall, dessen Deutlichkeit nur noch durch seine Geschwindigkeit übertroffen wird. Und doch ist auch diese derbe Rasse schwächlicher geworden. Die Ahnen der Weiber, die heute hinter blutigen Beit der furchtbaren welthistorischen Umwälzung in Paris Roastbeesstücken und Hammelskeulen thronen, saßen einst zur fanatisch globend am Fuße der Guillotine, die die Köpfe der sie rasten gleich wütenden Megären in dem Sturme mit, Pro fribierten auseinander häufte, und strickten, strickten... der die Bastille eroberte, und sie zwangen troßig die tränenreiche Königin Marie Antoinette, ihre gepflegte Rofotohand in ihre knochigen Praßen zu legen, die sie sich faum der Marithallenfrauen ist wohl überall gleich. Eine Marktan der feuchten Schürze getrocknet hätten.- Wesen u. Art halle ist kein Laden, in dem tipp- toppe Kommis einer verehrlichen Kundschaft verbindlich die sauber verschnürten Waschen der Händler, vom Stimmengewirr der lebenden Tiere, ren über den Ladentisch reichen. Hier hallt es vom Feil die zu Verkauf stehen. Die Engroseinfäufer fommen, faum daß der Tag begann, und die massigen Gestalten der Gast wirte, die dann mittags träge hinter dem Büfett lehnen, so daß die Gäste meinen, sie täten am ganzen Tag nichts Rechtes. So ist die zupackende, geräuschvolle Art der Damen der Halle ihrem Milieu entsprechend und aus ihm geworden. Doch auch sie haben den Mann gefunden, der die groben, strammen Reize der Jungen unter ihnen ins Zierliche, ins Schäfernde verklärte, Monsieur Lecocq, den auch heute noch nicht vergessenen Operettenfomponisten. Seine „ Madame Angot" eroberte sich die Welt, und es gab eine Zeit, in der auch in Berlin jeder Schusterjunge immer nur die eine Melodie pfiff( wie es Heine mit komischem Jammer vom„ Jungfernfranz" berichtet): Mit Fischen in der Hall! Saß sie, dort war ihr Platz, So liebten wir sie alle, Sie war ein herz'ger Schatz... der Deutschen Verlags- Anstalt in Stuttgart dem 11. Heft *) Wir entnehmen diesen Aufsatz mit Genehmigung der illustrierten Unterhaltungszeitschrift" Arena". Ottavausgabe von„ Ueber Land und Meer". Die interessante Zeitschrift sei unseren verehrlichen Lesern hiermit" angelegentlich empfohlen. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Reeses Puddingpulver unübertroffen Stein's Garten Donnerstag, den 2. Juni I. Abonnements- Konzert ausgeführt von der Kapelle des Inf.- Regts. Kaiser Wilhelm( 2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter Mitwirkung des Cornet à piston- Virtuosen Herrn L. Kümmel aus Darmstadt, Mitglied der Grossh. Hof- und Theaterkapelle. Direktion: Obermusikmeister W. Löber. 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