Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mf. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 51. - Erstes Glatt. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amfes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Samstag, 2. April 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pig.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Nachtrag zum Reglement über die Erhebung und Kontrollierung des städtischen Oktrois zu Gießen vom 21. Juli 1843. Auf Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung vom| 17. Februar und 24. März 1910, nach Anhören des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Großh. Ministeriums des Innern vom 18. März 1910 zu M. d. J. 4440 wird folgender Nachtrag zum Reglement über die Erhebung und Kontrollierung des städtischen Oftrois zu Gießen vom 21. Juli 1843 erlassen. § 1. Mit dem 1. April 1910 wird der mit Bekanntmachung vom 20. Juli 1908 veröffentlichte Oftroi- Tarif der Stadt Gießen hinsichtlich der Ord.-Nr. 1 bis 23 und 32 bis 38 aufgeboben. An Stelle der übrigen Ord.-Nr. tritt folgen der Oftroi- Tarif der Stadt Gießen. 21. Jahrg. werden, zu vergüten. Der Bürgermeister bestimmt auch die an die einzelnen Tiere zu verabreichenden Futtermengen. 4. Wiegegebühren. § 5. 1. Für das Wiegen des leben den Viches ist zu entrichten: a) für ein Stück Großvich . 20 Pfg. für ein Stück Kleinvieh oder ein Schwein 10 Pfg. 2. Für das Wiegen des ausgeschlachteten Fleisches, für welches die Verordnung, das amtliche Verwiegen der Schlachttiere betreffend, vom 5. Dezember 1908 maßgebend ist für Fett, Häute und dergleichen wird erhoben: a) für ein Stück Großvieh 40 Pfg. Für die Düngung der Sommerfrüchte kommen hauptsächlich nur schwefelsaures Ammoniak und Chilesalpeter in Betracht E Dar ichmater Ord. Nr. Gegenstand A. Getränke: 1. Traubenwein und Most in Fässern. Abgabe für je M. bei einer Bemerkungen Rückvergütung täglichen für Mindest= ausfuhr b. je 1 hl Traubenwein und Most in Flaschen oder Krügen nicht über 2. 1 Liter haltend 1 Flasche od 1 Krug } 0,06 1 hl 1,00 6,00 3 Obstwein und Most in Fässern. 3,00 4. Obstwein in Flaschen oder Krügen nicht über ein 1 L. haltend 1 Flasche(, 02 5. Branntwein innerhalb der Gemarkung hergestellt 1 hl a Als Grundlage für die Erhebung der Abgabe dient die steueramtlich festgesette Altoholmienge. Die BrennereiBesitzer sind verpflichtet, die von Gr. Bürgermeisterei vorgeschriebenen Bücher zu führen und deren Einsicht und Prüfung dem Oftroi- Inspektor jederzeit zu gestatten. Befreit von der Abgabe ist derjenige Branntwein, der unter steueramtlicher Aufsicht unbrauchbar gemacht worden ist. Die Denaturierung ist vom Brennerei- Besizer schriftlich nachzuweisen. 6. Branntwein in die Gemarkung eingeführt a. versüßter Branntwein, Likör b. Spiritus, Arrat, Rum und sonstige weingeisthaltige Getränke werden nach dem von dem Einbringer schriftlich nachzuweisenden Alkoholgehalt versteuert u. zwar 1 hl a 3u 1, 2, 3 u. 4. Alkoholfreie Trauben: u. Obftwein wird zu denselben Oftrafäßen wie der alkoholhaltige zur Abgabe herangezogen. Zu 5 nnd 6. Befreit von der Abgabe ist außer dem Senaturierten auch folcher Branntwein, der gemäß den für die Reichsbrannt= weinsteuer bestehen: den Befreiungebestimmungen ohne Denaturierung an Verwendungs be= rechtigte steuerfrei 1 hl 3,00 6,00 7. Bier, eingeführt oder in der Gemarkung hergestellt, mit einem Altoholgehalt von mehr als 1% vom Hundert der Menge 1 hl a 0,65 8. Bier, eingeführt mit einem Alkoholgehalt von höchstens 1% vom Hundert der Menge 1 hl 0,30 B. Brennstoffe: 100 kg 0,08 : 100 kg 0,04 9. Steinkohlen und Koks 10. Braunkohlen und Brauntohlenbriketts § 2. Die Abgabe für die am 1. April 1910 vorhandenen Vorräte von Schlachtvieh, Wildbret, Fleisch, Fleischwaren, Früchten und deren Erzeugnissen und von Brennholz wird nicht zurückvergütet. § 3. Die am 1. April 1910 vorhandenen Biervorräte werden nachversteuert. Die Nachsteuer beträgt für eingeführtes Bier 47 Pfennig für ein Hektoliter und für in der Gemartung Gießen hergestelltes Bier 55 Pfennig für ein Hektoliter. Bier, das im Besitz von Privaten sich befindet und im eigenen Haushalt verbraucht wird, ist von der Nachsteuer befreit. Bekanntmachung. Die nachfolgende Orts sabung bringen wir hierdurch unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis, daß die Schlachthoffasse sich vorläufig im Oftroihaus am Neustädtertor befindet. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Ortssa hung für den städtischen Schlachthof in Gießen. Auf Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung vom 17. Februar und 24. März 1910, nach Anhören des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Großh. Ministeriums des Innern vom 23. März 1910 zu Nr. M. d. I. 2. 1407 wird auf Grund der Bestimmungen in Artikel 9 der Städteordnung für den städtischen Schlachthof in Gießen fol gende Ortssatzung erlassen. 1. Schlacht gebühren. § 1. Wer ein Stück Vieh der nachbenannten Arten im städtischen Schlachthof schlachtet oder schlachten läßt, hat für die Benußung der hierfür bestimmten Räume und Einrichtungen zu zahlen: für ein Stüd Großvieh 8,50 Mr. für ein Kalb( Rindvich im Alter bis zu 6 Wochen) 1,10 Mt. für ein Stück Einhufer für ein Ferkel( Schweine im Alter bis zu 13 für ein Schwein Wochen) 6,- Mr. 3,25 Mt. abgelassen wird. حلال 40 1 1 hl 3,00 40 1 1 hl 0,70 201 1 hl unter 38%-1,30 bon 38-41°/-1,60 " 40 1 42-49%-1,85 50% an- 2,15 Biför 1 hl 1,50 1 hl 0,65 40 1 1 hl 0,30 250 kg 500 kg 100 kg 100 kg 0,08 0,04 § 4. Wer am 1. April 1910 Bier besißt, welches nicht von der Nachsteuer befreit ist, insbesondere also Brauer, Wirte und Händler, hat an diesem Tage bis spätestens 12 Uhr mittags dem Oftroi- Inspektor eine Aufstellung dieser Biervorräte einzureichen. Der Ottroi- Inspektor prüft die Richtigkeit dieser Aufstellung und stellt danach die Nachsteuer fest. Gießen, den 24. März 1910. Bürgermeisterei. Mecum. für ein Schaf für eine Ziege für ein Lamm( Schaf oder Ziege noch von der Mutter genährt) § 2. 1,10 Mr. 0,50 Mr. . 0,25 Mr. Für Notschlachtungen an Sonntagen oder gesetzlichen Feiertagen wird ein Zuschlag von 2 Mt. für jede angefangene Stunde, für Schlachtungen außerhalb der Schlachtzeit ein Zuschlag von 1 Mart für jede angefangene Stunde erhoben. In beiden Fällen ist das Schlachten nur mit beson derer Erlaubnis des Schlachthofdirektors oder seines Vertreters erlaubt. 2. Stallgebühren. § 3. Für das Einstellen der Tiere in die Ställe des Schlachthofes ist zu zahlen, wenn das Tier über Nacht im Stalle bleibt, für jeden angefangenen Kalendertag: a) für ein Stück Großvieh oder ein Pferd. 20 Pfg. b) für ein Schwein oder ein Stück Kleinvieh. 10 Pfg. c) wenn bas Vieh zwischen 8 Uhr abends und der Deffnung des Stailes am Morgen oder an einem Sonntag oder gefeßlichen Feiertag eingestellt wird, für jeden Transport eine weitere Gebühr von 3. Futter geld. § 4. . 50 Pig. Das Futter, welches den Tieren im Schlachthof verabreicht wird, ist nach den vom Bürgermeister festzusehen0,25 Mt. den Einheitspreisen, welche durch Aushang bekannt gemacht d) für ein Kalb, Schaf oder Ziege b) für ein Viertel von einem Stück Großvieh 10 Pfg. c) für ein Schwein 10 Pfg. 5 Pfg. e) für Fett, Häute und andere Zeile eines geschlachteten Tieres 5 Pfg. 3. Das Wiegen darf nur auf den öffentlichen Wagen im Schlachthof geschehen(§ 1 Abs. 2 der Verordnung, das amtliche Verwiegen der Schlachttiere betreffend, vom 5. Dezember 1908). 4. Für eine Ohrmarke zur Kennzeichnung der Schweine werden erhoben 15 Pfg. 5. Freibank gebühren. § 6. Für Zerteilen des Fleisches, den Verkauf desselben und die Einnahme der Geldbeträge werden erhoben: für ein Stück Großvieh für ein Stück Kleinvieh 6. Allgemeine Bestimmungen. § 7. 8,- Mt. 4, Mt. Gebühren, die in dieser Ortssazung nicht vorgesehen sind, dürfen nicht erhoben werden, mit Ausnahme der Gebühren für Fleischbeschau und Trichinenschau. § 8. Die Gebühren sind im voraus fällig; sie sind zu bezahlen, bevor die Handlung verrichtet oder die Sache gegeben wird, für welche die Gebühren erhoben werden. § 9. Die Zahlung erfolgt an der Kasse des Schlachthofes gegen Empfangsbescheinigung derselben. § 10. In den Schlachthof eingebrachte Tiere und Teile von solchen können für die dafür nach dieser Ortssagung zu entrichtenden Gebühren in Anspruch genommen werden. Die Tiere und ihre Teile dürfen nicht eher aus dem Schlachthof entfernt werden, als bis die Gebühren entrichtet sind. § 11. Wenn die Zahlung der Gebühr verweigert wird, ist die Schlachthofverwaltung berechtigt, soviel Fleisch oder andere Teile der Tiere zurückzubehalten und zu verkaufen, wie nötig ist, um die Gebühr aus dem Erlöse zu decken. Der etwaige Mehrerlös wird dem Gebührenpflichtigen herausgegeben und ist von ihm gegen seine Empfangsbescheinigung an der Schlachthoffasse in Empfang zu nehmen. .§ 12. Diese Ortssaßung tritt am 1. April 1910 in Kraft. Mit demselben Tage werden aufgehoben: die Bekanntmachung, die Wiegegebühren betreffend, vom 19. Oftober 1890 und vom 26. August 1898; die Bekanntmachung, betreffend die Gebühren für den Verkauf des nicht ladenreinen, aber noch genießbaren Fleisches auf der Freibant im städtischen Schlachthaus, vom 31. März 1894; die Bekanntmachung, betreffend die Schlachtgebühren, Fleischbeschau und Trichinenschaugebühren im städtischen Schlachthof, vom 31. März 1909, soweit sie die Schlachtgebühren betrifft. Gießen, den 29. März 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Jubiläums: tipendieu- Stiftung zu Ehren der 25jährigen Regierung des höchstseligen Groß: herzogs Ludwig III. Aus obiger Stiftung, welche bezweckt, daß aus den Kapitalzinsen drei junge Leute, und zwar aus jeder der | drei Personen einer, eine gleichmäßige Beihilfe zu den i Kosten ihrer Ausbildung auf einer höheren Bildungs- Anstalt erhalten sollen, sind für das Jahr 1910 drei Stipendien von je 400 Mart zu vergeben. Das Stipendium fann auf drei Jahre ausgedehnt werden; es können jedoch nur Angehörige solcher Gemeinden berücksichtigt werden, welche Beträge zu dieser Stiftung geleistet haben. Hiernach berechtigte und befähigte junge Männer, welche zum Zwecke ihrer Ausbildung eine höhere Bildungsanstalt besuchen oder besuchen wollen und sich um das Stipendium zu bewerben beabsichtigen, sind eingeladen, ihre Gesuche durch ihre betreffende Bürgermeisterei an die Bürgermeisterei der Hauptstadt ihrer Provinz, also aus Orten der Provinz Startenburg an die Bürgermeisterei Darmstadt, aus Rheinhessen an die Bürgermeisterei Mainz, aus Oberhessen an die Bürgermeisterei Gießen bis längstens zum 1. Mai d. J. gelangen zu lassen. Düngungsversuche zu Kartoffeln. gini dan An Zeugnissen find den Gesuchen beizulegen: 1. ein behördlich beglaubigtes Vermögenszeugnis, 2. eine behördliche Bescheinigung, daß und wo Gesuchsteller studiert, 3. das Maturitäts bezw. Schulabgangszeugnis, 4. ein Führungs-( Leumunds-) Zeugnis." Außerdem ist der Nachweis zu erbringen, daß der Gesuchsteller in Hessen geboren, bezw. hessischer Staatsangehöriger ist. Gießen, Mainz, Darmstadt, den 1. April 1910. Das Kuratorium: Dr. Göttelmann Mecum Dr. Glässing Oberbürgermeister. Oberbürgermeister. Oberbürgermeister. Jubiläumsfeier des zehnjährigen Bestehens der Pferdemärkte zu Gießen am 6. April auf dem Radrennplaß auf Bichlers Hardt unter Mitwirkung der Kapelle des Inf. Rgts. Kaiser Wilheim. Nachmittags 2 Uhr: Vorführung der prämiierten Pferde.. Preisreiten. Sprungtonfurrenz. Vorfahren von Herrschafts, Geschäfts- und landwirtschaftlichen Wagen. Jagdreiten. Landwirtschaftliches Rennen. Eintrittstarten zur Tribüne a 1 Mt. bei Richard Buchacker.zon Abends 7 Uhr: Festessen im Saale des Hotel Großherzog. Zur Konfirmation. Wieder ist die Zeit gekommen, da viele Knaben und Mädchen an den Altar treten und sich mit feierlichem Gelübde zum Glauben der evangelischen Christenheit bekennen. Eltern, Paten, Angehörige nehmen besonderen Anteil. Wie tönnte das auch anders sein! Ist es doch ein wichtiger Markstein im Leben dieser jungen Menschenfinder. Sie gelten von jetzt ab in einem gewissen Sinne als Erwachsene, das heißt, allmählich müssen sie es nun merken, welche Pflichten und Aufgaben an einen Menschen herantreten, der ein nüßliches Glied der Gesellschaft sein und bleiben will. Ja, noch mehr: der Konfirmationstag mit seinem freudigen Glaubensbekenntnis soll eine lebendige Mahnung sein, die Erfüllung aller Lebensaufgaben im christlich evangelischen Sinne anzustreben. Kein bloßes Wort und Mundchristentum, auch keine bloße Sonntags- und Taufscheinreligion kann da genügen; die ganze Persönlichkeit muß es sein mit einem ganzen Christentum im ganzen Leben. Darauf tommt es an. Wenn man sie aber so sieht, diese freudestrahlenden Kindergesichter wird ihnen der Konfirmationstag auch immer wie ein leuchtender Wegweiser vor der Seele schweben? Ach leider vergessen unzählige nur zu rasch, was sie in solcher Stunde freudigen Herzens bekannt und gelobt haben; denn es ist traurig, aber wahr: die Klagen über Verrohung und Widerseßlichkeit der Jugend wollen nicht aufhören. Umso selbstverständlicher ist es, daß gerade die Neutonfirmierten vor allem Unreinen und Unchristlichen sorgsam zu bewahren sind. Meister und Lehrherren werden erst dann ihrer Pflicht voll genügen, wenn sie sich auch um das sittliche Wohl und Wehe der ihnen Anvertrauten gründlich fümmern. Bekanntmachung. Betrifft: Feldbereinigung in der Gemartung Heuchelheim. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 29. März 1910. Bürgermeisterei Gießen. Betrifft: Wie oben. Mecum. Bekanntmachung. Auf Grund von Art. 19 des Feldbereinigungsgesetzes fordere ich die beteiligten Grundeigentümer auf, die Einträge der Eigentums- und sonstigen Rechtsverhältnisse in den öffentlichen Büchern, insoweit dieselben den bestehenden Verhältnissen nicht mehr entsprechen, innerhalb einer Frist von 3 Monaten bei dem zuständigen Großherzoglichen Amtsgericht berichtigen oder ergänzen zu lassen, damit die bestehenden Rechtsverhältnisse beim Feldbereinigungsverfahren berücksichtigt werden können. Friedberg, den 21. März 1910. Der Großh. Feldbereinigungskommissär. gez. Schnittspahn, Gr. Kreisamtmann. Der heutigen Ausgabe der„ Gießener Zeitung", die 6 Seiten umfaßt, ist die 5. Nummer der Humoristischen Blätter und das a cht seitige illustrierte Familienblatt ,, Neue Resehalle" bergegeben. Lokales. Gießen, 2. April 1910. ** Vom Hofe. Prinzessin Heinrich von Preußen ist zum Besuche des Großherzogpaares eingetroffen. ** Der Großherzog hat am 1. April den Oberlehrern Eduard Beck er an der Oberrealschule zu Alsfeld, Dr. August Freiherr von Gall an dem Landgraf Ludwigs- Gymnasium zu Gießen, Dr. Georg Kraus müller an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen und Rektor Otto Weiß gerber an der Schillerschule zu Friedberg den Charakter als Professor erteilt. Am Konfirmationstage, wie gehen da die Gedanken von Vater und Mutter in längst entschwundene Zeiten zu rück! Und so rasch scheint alles vergangen zu sein! Die ersten Kindheitsspiele, die vielen Schuljahre, die kranten und die frohen gesunden Tage, so manches und so vieles an Erinnerungen steigt wie von selber auf. Vorbei, vor-| bei! Was wird nun die Zukunft bringen? Die innigsten Segenswünsche eilen ihr voraus" Die Hoffnungen guter Menschen sind Prophezeiungen", sagt Börne. Wer aber kann es besser meinen als die Eltern. Und wo die nicht mehr sind, oder wo ein Kind trop Vater oder Mutter noch nie den Segen eines christlichen Hauses gespürt hätte, nun da soll es erst recht trösten und vorwärts geleiten das schlichte und schöne Bekenntnis: An Gottes Segen ist alles gelegen. Nun denn, so möge der Konfirmationstag für alle, die es angeht, nicht bloß eine rührende Stimmung, sondern vor allem eine religiös sittliche Verpflichtung bedeuten! Den Konfirmanden aber möge jetzt und in ihrem ganzen ferneren Leben die schöne Mahnung des Dichters Gerok vor Augen stehen: 6 Seid eingedent, wenn die Versuchung naht Und Welt und Sünde lockt, Wenn ungewiß auf blumenreichem Pfad Der Fuß des Pilgers stockt! Dann denkt, was ihr so sest gelobet, Dann sorgt, daß ihr die Treu' erprobet, Seid eingedent! Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Herr v. Brandt haite indessen Lilly aus dem Wagen gehoben und wollte sich mit ihr verabschieden. Doch das Kind sträubte fich heftig. Ich will bei Tante Maja bleiben, bitte, bitte, laß mich hier, Bava Doch das half nun nichts, obwohl die jungen Damen versprachen, die Sieine nach Hause zu bringen. Er zog das widerstrebende sind mit sich fort. Noch oft wandte Lilly sich zurück, bis die ,, liebe Tante" ihren Blicken entschwand. Ein sonderbarer Mensch", sagte Maja, den Beiden gedankenvoll nachsehend. Weißt du Näheres über seine Verhältnisse. Sylvia?" wandie sie sich lebhaft an die Freundin. Die Gefragte zuckte die Achseln. ,, Er verkehrt ja zuweilen in unserem Hause, aber über die Vergangenheit spricht er sich nie aus. Ich glaube, er hat viel Schweres durchzumachen gehabt. Soviel ich aus nebenbei hingeworfenen Weußerungen entnehmen konnte, war er sehrunglücklich verheiratet." ,, Und seine Fraitnist tot?" " Ja, ich denke jeit etwa zwei Jahren." die ** Ernannt wurden zu Lehramtsassessoren Lehramtsreferendare: Dr. Walther Diemer zu Gießen, K. Doepfer zu Gießen, Dr. Hermann Knöllinger zu Gießen, Dr. Eduard Stohr zu Gießen, Georg Struth zu Gießen, Dr. Hermann Wehrheim zu Gießen, Dr. Heinrichs zu Laubach, Rudolf Keller zu Friedberg, Bernhard Magsaam zu Alsfeld, Georg Ploch zu Grünberg und Heinrich Schmidt zu Butzbach. " Er hat aber doch das Kind, und das reizende, liebliche Geschöpfchent matß ihm doch viel Freude machen. Troßdem blickt er immer so finster drein. Hat er da ein Recht, bets Cutit feinem Geschick zu hadern? Weshalb sollten denn nicht auch für ihn wieder freundlichere Tage Tommen?"& predn Sylvia drohte der lebhaft sprechenden Freundin lächelnd mit dem Finger. ph Schulanfang. In den ersten Tagen kommender Woche beginnt in den verschiedenen Schulen wieder der Unterricht und damit das neue, für viele unserer kleinen zugleich das erste Schuljahr. Hoffen und wünschen wir, daß den jungen ABC- Schüßen die Schulzeit durch die vereinten Bemühungen von Elternhaus und Schule die rechte Grundlage für ihr späteres Leben schafft und bietet. ,, Mir scheint, du interessierst dich für diesen Herrn v. Brandt mehr als das gut ist. Er ist auch ein stattlicher schöner Mann nur nicht mehr so ganz iung." Maja war ein wenig rot geworden, doch schlug sie bie auf ihre Sylvia auf. Ein schalkhafter Ausbruc Na, höre mal, viel älter als dein Verlobter iſt er doch sicher nicht.o -ph Vom Regiment. Gestern traten einige 20 junge Leute verschiedenen Berufes bei unserem Regiment ein, um als Einjährig- Freiwillige ihrer Dienstpflicht zu genügen. *)(* Obstbaukursus. Am 30. März nahm hier der diesjährige Obstbaukursus für Landwirte seinen Anfang, der bis zum 6. April währt. Wie schon früher, so hatten auch diesmal wieder die Belehrungen in dem Obstbau bei den Landwirten allgemeinen Anklang gefunden, was nicht zum mindesten auf das Können des Kursleiters, des Obstbautechnikers Heberer- Heuchelheim, zurückzuführen war. Bekanntmachung. Wir machen darauf aufmerksam, daß es verboten ist, 1. Blumenstöcke, Blumenbretter und andere Gegenstände auf Baltonen und Fenster 2c. derart aufzustellen, daß durch deren Herabfallen oder Umstürzen jemand beschädigt werden kann; 2. Teppiche, Betten, Abpußtücher 2c. aus den Fenstern heraus nach der Straße auszuschütteln, so daß Personen belästigt oder verunreinigt werden können. Die Schußmannschaft ist angewiesen, Zuwiderhandlun gen zur Anzeige zu bringen, worauf Bestrafung gemäß § 366, 8 Reichsstrafgesetzbuch erfolgen wird. Gießen, den 31. März 1910. -p Belästigung der Passanten durch die Fenster. Auf zwei oft gerügte Uebelstände weist eine Bekanntmachung des Polizeiamts hin, zwei Uebelstände, die im Interesse der Bevölkerung selbst nicht vorkommen sollten. Das Verbot des Polizeiamits betrifft das leicht sinnige Aufstellen von Blumentöpfen 2c. an Orten, an welchen Menschen verkehren und durch deren Herabfallen leicht Beschädigungen der Passanten, spielender Kinder usw. vorkommen können, und zweitens das überaus lästige Ausschütteln von Teppichen 2c. nach der Straße. Wir hoffen, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um diese Uebelstände zu beseitigen, erinnern aber gleichzeitig die HerrUeber Sylvias eben so heiteres Gesicht flog ein finsterer Schatten. Großh. Polizeiamt Gießen. Reinhart. Bekanntmachung Alle noch rückständigen Rechnungen über Arbeiten und Lieferungen, die im Rechnungsjahr 1909 für das Tiefbauamt erfolgten, sind bei Meidung der Nichtberücksichtigung bis spätestens ,, Und meinst du, daß ich mich ihm angelobt hätte fürs Leben, wenn man mich nicht gedrängt, ia geradezu gezwungen hätte? Die Verbindung mit ihm ist doch eine glänzende Versorgung! Es ist eine der besten Partien der ganzen Umgegend!- Was will ich denn mehr? Ich, das vermögenslose Mädchen, das nur von der Gnade an derer lebt! Da mußte ich doch zugreifen! Die Welt müßte mich ja für verrückt halten, wenn ich diese Heirat ausgeschlagen hätte! Ich hielt es anfangs ja selbst für ein großes Glück, einen reichen Mann zu bekommen! Nur heraus wollte ich, heraus so bald als möglich aus dieser Sphäre, die mich drückte wie eine schwere Kette! Jett" Sylvia seufzte tief auf,- ,, bin ich freilich anderer Ansicht!" 1. Mai ds. Js. in doppelter Ausfertigung und Altenformat unter Beifügung der Bestellscheine an uns einzureichen. Gießen, den 31. März 1910. Städt. Tiefbauamt. Braubach. * Friedbe Befer Bahn ist in fe wurden erweit Soch beträchtlich ver ben, Kirch- Göns, lebten Jahre in uun auch ernst mit wen. bauten der Bahnhof end der Bahnhof wird, handelt es Neuanlage, die etwa wärts gelegt wird. * Bettenh Lehrer Diet mit Bejangvereins einen in Gefängen, Detlan Difches Festspiel da Die Darbietungen fo Wunsch nach weiter * Büding weihung des umge geschah auf Anregu Darmstadt. Die A alterliche Ausstattun meifters Frey ausge * Darmsta fim November, in d Artikels 15 betreffer amten eine scharfe tern geübt hatte, bi Beleidigungsflage, Durch die Staatsant Abendblattes" Igna Straffammer berh nach mehr als ach Slug zu einer Gel den Zeugen und gebührstrafe von 10 * Dillenb fich entschloffen hab Weberlandzen Kilowattstunden zu dius des Wertes f B. von Höhn bi wied, Betzdorf- Sie dürfte daher bei die ganze elektrische ten bald vergriffen Medizin. und tech Chemische schaften an ihre Pflicht, auch den Dienstboten diese üblen Angewohnheiten zu untersagen, denn sonst schreitet eben mit Recht die Polizei ein. *)(* Oberh. Bienenzüchterverein. Am 29. März fand in Gießen die Ausschußsizung des Oberh. Bienenzüchtervereins statt, welche von Vertretern sämtlicher Vereine beschickt war. Nach herzlicher Begrüßung der Erschienenen durch den seitherigen Vorsitzenden Bu ß- Leihgestern erfolgte Vorstandswahl, welche die Wiederwahl der Herren Buß zum 1. Vorsißenden, Ad a m- Allendorf zum 2. Vorsitzenden, Döll Buseck zum Schriftführer, H0- Nidda zum Rechner und Pfarrer Böchner= Lumda zum Beisitzer ergab. Der Verein zählt 1060 Mitglieder und besitzt ein Vermögen von 2100 Mt. Auch in diesem Jahre wird wieder ein Imkerkursus in Hirzenhain stattfinden. == Kinematograph. Das Programm des„ Kinematograph" für die nächsten Tage tann einer sehr guten Aufnahme in unserer Stadt auch diesmal wieder sicher sein. Der Humor kommt in der bekannten glänzenden Weise durch die unverwüstlichen Schlager„ Söffel und die Stra ßenlaterne",„ Meine Kinder“ und„ Eine unerwartete Douche" zur Geltung, während der farbige Film„ Judith überlistet Holofernes" auch dem Ernst gerecht wird." Man muß unumwunden zugeben, daß sich der„ Kinematograph" bei dem Gießener Publikum einer wachsenden Beliebtheit erfreut und daß er durch seine bewährten Darbietungen auch auswärts immer größere Beachtung findet. Maja war aufs höchste erschrocken bei den leidenschaftlich hervorgestoßenen Worten der Freundin. Hatte sie auch längst geahnt, daß nicht die Liebe es war, die Sylvia veranlaßte, sich mit dem viel älteren Manne zu verloben, so erfuhr sie doch eben erst, daß Sylvia ihren Verlobten beinahe haßte. ,, Du tust sehr unrecht, mit solchen Gefühlen eine Che einzugehen," begann Maja, nachdem sie sich von ihrem ersten Schrecken etwas erholt hatte ,,, du mußt das Band wieder lösen zu deinem eigenen Heil. Solche Verbindung ist ein Unglück." Sylvia lachte bitter auf. An das Unglück bin ich schon gewöhnt. Meinst du, daß es so leicht wäre, das Band zu lösen? Nein, nein, Maja, das will ich nicht, und selbst wenn ich es wollte, man würde es zu verhindern wissen! Davon befreit mich niemand mehr, niemand!"- == Biograph. Der„ Biograph" bietet mit seinem diesmaligen Programm seinen Besuchern wiederum auserlesene Genüsse. So schildern zwei Films in üaeraus fesseinder Weise die beiden Dramen„ Getreu bis in den Tod" und" Faust", von denen besonders das letztere eine größere Anziehungskraft ausüben dürfte. Dem Humor gelten ferner die Schlager„ Lehmann als Reporter"," Herr Faulkopf nimmt Urlaub"" und„ Müller heiratet die Tochter des Chefs", während entzückende Tonbilder für eine weitere Abwechselung sorgen. Der„ Biograph" wird auch in Zukunft Erfolge verzeichnen können, welche im Hinblick auf die einzigartigen Darbietungen auch vollkommen verdient sind. Die beiden Mädchen waren während dieses Gespräches Arm in Arm langsam auf- und abgewandert. Friß hatte indessen die Ponys ausgeschirrt und nach dem Stalle gea führt. Jeßt setzte er sich behaglich in die Sonne auf einen alten Baumstumpf nieder, legte die Hände um die Knie und verharrte unbeweglich in dieser Stellung. Maja trat auf ihn zu und sagte freundlich: Bleibe hier, in etwa einer Stunde komme ich zurück, dann fahren wir nach Hause." -ph Plötzlicher Tod! Gestern nachmittag starb ganz plöblich ein bekannter und geehrter Bürger unserer Stadt: Herr Apotheker Dr. Cäsar, Besitzer der Hirsch= apotheke. Während er am Kaffeetische saß, erlitt er einen Schlaganfall, dessen Folgen er bald darauf erlag. Aus Hessen und Nachbargebiet. -ch= Kinzenba ch, 1. April. Die Lehrerwitwe Frau Weckmüller, eine geborene Col not, feierte heute in aller Gesundheit ihren 90. Geburtstag. Seit dem Jahre 1886, bis zu welchem Lehrer Weckmüller im benachbarten Aßbach wirkte, lebt die noch rüstige Greisin im Witwenstand. Zu dem heutigen Ehrentag brachten ihre 8 Kinder, 32 Entel und 35 Urenkel teils schriftlich, teils mündlich ihre Glückwünsche dar. * Laubach, 1. April. Hier starb der sehr beliebte langjährige Bürgermeister Io che m. Von einem hartnäcigen Darmleiden suchte er wiederholt in der chirurgischen Klinik zu Gießen Heilung. Er war bereits nahe 27 Jahre Vorsteher unserer Stadt. Seinem Wirken ist besonders zu verdanken die Errichtung einer Wasserleitung, des Gymna siums und einer größeren städtischen Turnhalle. Der Alte nichte, mit den Augen blinzelnd, denn die Sonne blendete ihn. ,, Wollen wir den Waldweg zur alten Mühle einschla gen?" fragte Sylvia, ihren Arm wieder in den der Freundin schiebend. Ja, mir ist es recht," nickte Maja ,,, doch zuvor will ich rasch deinen Bapa begrüßen." Laß das für diesmal," wandte Sylvia mit finstecem Gesicht ein. Bapa hat heute wieder seinen schlimmen Tag, da bleibt man ihm am besten ganz fern. Du kennst das ja und zu dir kann ich offen darüber sprechen. O, du weißt nicht, was ich leide! Papa ist seit unserem groBen Unglück ein völlig anderer geworden! Tagelang sitt er in seinem Zimmer und starrt vor sich hin und murmelt unverständliche Worte. Ich fürchte mich manchmal vor ihm, wenn ich allein bei ihm bin. Beständig macht er sich die schrecklichsten Vorwürfe, als ob er für die Schlechtigkeit anderer verantwortlich wäre. Was kann er denn dafür, daß bei dem Zusammenbruch der Kreditbank unser ganzes Vermögen verloren ging, daß der große Krach alles verschlang? Tausende von Menschen wurden dadurch um ihre ganze Habe betrogen, sie weinen, klagen mit uns, aber was hilft es nun? Das Geld bekommen wir dadurch nicht wieder. Wir wurden an einem einzigen Tage zu Bettlern und mußten schließlich froh sein, als mein Onkel uns hier eine Heimstätte bot. Plaß genug hat er ia in seinem großen Hause; so ersparen wir wenigstens die hohe Miete. Freilich, den Winter hier auf dem Lande stelle ich mir schrecklich vor. Da wird es sehr einsam hier sein. Ich fürchte mich beinahe davor. Und was hatte ich von diesem Winter für Freude erwartet! Was hatten wir für Pläne gemacht, nicht, Maja? Und nun mit einem Schlage ist alles, alles aus! Nun size ich hier und habe mich mit einem Menschen verlobt, den ich nicht lieben fann, niemals lieben werde! Ach Liebste, wenn ich dich nicht hätte, es wäre geradezu trostlos! Du bist mein einziger Sonnenstrahl, Maja! Wenn du bei mir bist, bergesse ich auf Stunden allen Kummer! Versprich mir; daß du recht oft kommen willst, auch im Winter, hörst du? Und daß nichts imstande sein soll, uns zu trennen; nichts, daß du fest zu mir halten willst, wie es auch ( Fortseßung folgt.) tommt!" Ott Gegründet 1883. Klein- und Großha Kin Bahnhofstr. Nach dem Schne P Sofiel und die Die Wohltäter Meine Kinder, Nur wahre Lie Ele unnerwarte Judith überlist Tonbild: Komm Deutsche Frankfurt a. erl. Beobacht Recherchen Lage der Sache, führung nnd it Der Leiter war 1 Refererger Neubau Auf Grund wird die Lief meter öffentlich ausgef ( 6 Lose) oder den. Die Plän Bureau, Licher gegen Erstattun reicht, abgegebe entsprechender 2 Frei bis zum Samstag, einzureichen. Gießer N + teile ich aus Dar Tendung des Bo billige und dabe nem langwierigen rung usw.) befrei lichen Hur aus e war. Anna boten if 16 andere aufzuftel jemand en, Ab Der Straße erunreinigt phandlu gema eiten und Liefbau fichtigung x Beifüg ſe üblen itet eben ein. Am es Oberh sämtlicher der E B= Leib erwahl de ndorf zum 1, 50% Bumda jum er und be em Jahre tfinden. n des„ kifehr guten icher sein n Weise Die Stro te Douche überlifte muß un " bei dem Ft erfreut auch aus it seinem m qu eraus fi den Zod ine größere Iten ferner Faultop Des Chefs Abwechsel ft Erfolge einzigarti ittag fr r unsere er Hirja itt er eine 3. iet. vitwe Fra te in alle bre 18% en Abba tand. 31 32 Ente hre Glü ehr be n' hart chirurgif me 27 Ja sonders Gymn denn die e einschla den der zuvor will Finferm ichlimmen Du tennit hen. O, rem grolang fitt murmelt Ivor ihm er sich die hlechtigkeit enn dai fer gang alles ver amit un adunch vir dadur n Tage mein On at er ja i ns die ho Vande ftell m hier jei atte ich bo hatten wi mit einen er und habe nicht lieben enn ich dic mein ein bist, ber er, hörf brich mit zu trennen vie es au folgt.) * Friedberg. An dem hessischen Teil der MainWeser- Bahn ist in dem letzten Jahre viel geschehen; Bahnhöfe wurden erweitert, neue Stationsgebäude errichtet oder boch beträchtlich vergrößert, so in Gießen, Großen Linben, Kirch- Göns, Butzbach, Groß- Karben, Lollar und im letzten Jahre in Vilbel und Dortelweil. Jetzt wird es nun auch ernst mit den schon seit Jahren geplanten Um bauten der Bahnhöfe Friedberg und Bad Nauheim. Während der Bahnhof Bad- Nauheim nur beträchtlich vergrößert wird, handelt es sich in Friedberg um eine vollständige Neuanlage, die etwa 700 Meter vom alten Bahnhof südwärts gelegt wird. * Bettenhausen. Kürzlich veranstaltete Herr Lehrer Diet mit seinen Schülern unter Mitwirkung des Gejangvereins einen Unterhaltungsabend. Das Ganze stellte in Gesängen, Deflamationen und Ansprachen ein vaterlän disches Festspiel dar, dessen Wiedergabe trefflich gelang. Die Darbietungen fanden allseitigen Beifall und ließen den Wunsch nach weiteren derartigen Veranstaltungen laut werden. * Büdingen, 31. März. Gestern fand die Einweihung des umgebauten Rathauses statt. Die Renovation geschah auf Anregung des Denkmalpflegers Professor WalbeDarmstadt. Die Arbeiten wurden ebenso wie die mittel= alterliche Ausstattung unter Leitung des Regierungsbau meisters Frey ausgeführt. * Darmstadt, 1. April. Die Wahlrechtsdebatten im November, in denen der Abg. Ulrich bei Beratung des Artikels 15 betreffend das passive Wahlrecht der Lokalbeamten eine scharfe Kritik an verschiedenen Offenbacher Richtern geübt hatte, bildete den Hintergrund einer öffentlichen Beleidigungsflage, die auf Antrag des Amtsrichters Meyer durch die Staatsanwaltschaft gegen den Redakteur des„ Offb. Abendblattes" Ignaz Klug erhoben war und heute vor der Straffammer verhandelt wurde. Das Gericht verurteilte nach mehr als achtstündiger Verhandlung den Angeklagten Slug zu einer Geldstrafe von 500 Mt. und verhängte über den Zeugen und Nebenfläger Amtsrichter Meyer eine Ungebührstrafe von 10 Mart. * Dillenburg. Die Gewerkschaft Alexandria soll sich entschlossen haben, auf ihrem Werke eine elektrische Ueberlandzentrale von 7500 Pferdekraft für 5000 Kilowattstunden zu errichten. Schon in 40 Kilometer Radius des Werkes kommen alle Ortschaften und Fabriken, z. B. von Höhn bis Wetzlar- Gießen, Koblenz- Neu= wied, Betzdorf- Siegen, Limburg- Ems in Frage und dürfte daher bei Bekanntwerden dieser Ueberlandzentrale die ganze elektrische Erzeugung schon bis zu diesen Städ ten bald vergriffen sein. es Medizin. und techn. Drogen, Chemikalien, Materialwaren, Chemische Spezialitäten eigener Fabrikation. Otto Schaaf, Gießen, Seltersweg 39. Gegründet 1883. Fernspr. Nr. 45. Slein- und Großhandel. Auskunft über chem. technische Fragen. Kinematograph Bahnhofstr. 54. Giessen. Bahnhofstr. 54. Programm vom 2.- 5. April. Nach dem Schneesturm, herrliche Naturaufnahme Söffel und die Strassenlaterne, humoristischer Schlager Die Wohltäterin, nach einem berühmten Roman von Meine Kinder, humoristisch. Kaston Leroy. Nur wahre Liebe hält stand, ergreifendes Drama. Eie unnerwartete Douche, humoristisch. Judith überlistet Holofernes, koloriertes Drama. Tonbild: Komm herab o Madonna Theresa aus der Operette Don Cäsar. Deutsches Detectiv Institut Frankfurt a. M. Neue Zeil 53, I. erl. Beobachtungen bro Std. 1 Mr. Ermittlungen, Recherchen und Auskünfte von 5 Mk. an, je noch Lage der Sache, auf au- n Pläßen der Welt. Gewissenbafte Aus: führung nnd strengste Diefeetion in Prinzip des Jnsitats. * Limburg. Dieser Tage befuhr der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten, Beeitenbach, die Lahn strecke bis Niederlahnstein, von wo er sich zum Kuraufenthalt nach Wiesbaden begab. Der Minister hat sich auf der erwähnten Fahrt auch Vortrag über das Projekt einer ev. Kanalisierung des Lahnstromes halten lassen. Das Eisenbahnunglück bei Mühlheim a. Mh. ist eines der schwersten, die je in Deutschland vorgekommen sind. Ein Augenzeuge meldet darüber:„ Ich fuhr mit der elektrischen Bahn, die eine Strecke parrallel mit dem Eisenbahndamm läuft. Wir sahen den Lloydzug in ziemlich ra scher Fahrt ankommen in einer Biegung, die kurz vorher ein Militärzug passiert hatte, so daß die Führer des Lloydzuges den Militärzug nicht mehr sehen konnten. Ein Zu sammenstoß war unvermeidlich. Die Leute in der Elektrischen fingen an zu schreien. Als die Führer des LloydExpreßzuges das unvermeidliche Unglück sahen, gaben sie Gegendampf, daß die D- Zugwagen im Geleise hochsprangen. Lokomotivführer und Heizer des Lloyd- Expreßzuges sprangen von der Maschine ab. In demselben Moment erfolgte unter furchtbarem Krachen der Zusammenstoß. Die Lokomotive bohrte sich in die letzten Wagen des Militär zuges, die aufgerollt und zertrümmert wurden. Ein furcht barer Schrei, die Züge hielten. In diesem Moment sahen wir einen großen Trümmerhausen, aus dem blutige Körperteile hervorragten. Die Gliedmaßen und Köpfe waren zum Teil vom Rumpfe getrennt. Wir sahen, wie Soldaten aus dem Fenster des Zuges die Köpfe streckten und im nächsten Moment wurde ihnen der Kopf vom Rumpfe ge= trennt. Es war ein furchtbarer Anblick, und die meisten Passagiere der elektrischen Bahn stürzten entsetzt davon." Einen besonders tief erschütternden Eindruck machte die Katastrophe auf die Augenzeugen, da sie sehen mußten, daß die jungen, frischen Soldaten mitten in ihrer überschäumenden Lebensfreude von ihrem grauenvollen Schicksal ereilt wurden. Die Militärurlauber schauten während des Aufenthalts ihres Zuges auf der Station mit fröhlich la= und chenden Mienen zu den Fenstern des Zuges heraus, lustige Soldatenlieder erflangen noch in dem Augenblick, als der Zusammenprall der beiden Züge erfolgte. Viele Insassen des Militärzuges mochten allerdings die ihnen drohende Gefahr erkannt haben, aber sie konnten sich nicht retten, da der Expreß trotz verminderter Fahrgeschwindigkeit in rasendem Lauf auf den Militärzug aufstieß. Die Einwohnerschaft von Mühlheim war in größter Aufregung. Man sah einzelne Soldaten mit verbundenem Kopf einhergehen, von teilnehmenden Leuten umringt. Ueberall fam das tiefste Bedauern mit den„ armen Jungens" und ihren Angehörigen zum Ausdruck, die am Morgen noch frohgemut sich die Hand zum Abschied gedrückt, und jetzt hier die hoffnungsvolle Jugend schwer verletzt oder tot, dort Vater, Mutter Geschwister oder Bräute in tiefster Trauer. Auf dem äußersten Geleise, ganz nahe der Straße und von ihr nur durch einen Zaun und die Böschung getrennt, standen die Wagentrümmer, mit deren Beiseiteschaffung man gerade beschäftigt war. Eine Lokomotive war mit einer Kette und einem Drahtseil vor die letzten beiden zusam= mengeschobenen Wagen gespannt, sie zog an, ein Krachen, Windhof. Einem verehrl. Publikum zur gefl. Kenntnis, dass meine Lokalitäten neu hergerichtet und solche für Vereinszwecke, Geslleschaften etc. etc. unter Zusicherung guter Speisen u. Getränke bestens empfehle. Ausschank Mainzer- Aktienbier( Glas 10 Pfg.) A. Allendorf. Bergebung von Bauarbeiten. Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung der Hochbauten für die Pump station zum Wasser= wert Inheiden wie: 1. Erd- und Maurerarbeiten, 2. Steinmeßarbeiten, 3. Zimmerarbeiten, 4. Dachdeckerarbeiten( Schieferdach), 5. Spenglerarbeiten, 6. Glaserarbeiten, 7. Schreinerarbeiten, 8. Weißbinderarbeiten, 9. Schlosserarbeiten, 10. Eisenlieferung, Der Leiter war längere Jahre Polizei und Kriminalbeamter. Pa. sollen im Wege schriftlichen Angebots in unserem Bureau, Refererzen aus allereiten reisen. Tel. 11391./699. Neubau der Irrenanstalt bei Gießen. Auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 wird die Lieferung von zusammen rund 8200 Quadratmeter Linoleum öffentlich ausgeschrieben. Es kann auf die ganze Lieferung ( 6 Lose) oder auf ein oder mehrere Lose angeboten werden. Die Pläne und Angebotsunterlagen sind auf unserem Bureau, Licherstraße 106, einzusehen und letztere werden gegen Erstattung des Selbstkostenpreises, soweit der Vorrat reicht, abgegeben. Die Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, porto- und bestellgeldfrei bis zum Samstag, den 30. April 1910, vorm. 10 Uhr einzureichen. Gießen, den 30. März 1910. Großh. Hochbauamt Neubaubureau Jrrenanstalt. J. V.: Schön. + Lungenleidenden-- Bleichstraße 11, am Mittwoch, den 13. April l. I., vormittags 10 Uhr, vergeben werden. Die Angebotsunterlagen können während der Dienst- stunden eingesehen werden. Die Eröffnung der Angebote, die bis spätestens zum genannten Termine bei uns einzu reichen sind, findet in Gegenwart der erschienenen Bieter statt. Die Zuschlagsfrist beträgt 3 Wochen. Unter sämtlichen Anbietern bleibt freie Wahl vorbehalten. Gießen, den 23. März 1910. Neubauverwaltung der Provinz Oberhessen. Müller. 1 Arbeitsnachweis der Stadt Gießer. Es tönnen eingestellt werden: 1 Tapezierer, 1 Wagenladierer, 1 jung. Schloffer, 10 träftige Grdarbeiter, 3 Dienstmädchen, 1 Küchenmädchen, 1 Lauff au, 1 Waschfrau. Lehrlinge: 1 täder, 1 Schlosser, 1 Kaufmann, ein Stuffateur, 1 Tapezierec und Polsterer, 1 Gärtner, ein Wagner, 2 Schneider. Es suchen Arbeit: 1 Metzger, 1 Hilfsmonieu, 1 Blankglaser, 2 Bauschlosser, 1 Jagd: vter Waldaufseher, 1 Kaufmann, 1 Schreiber, 1 Elettromonteur, 2 Spengler, 1 Installateur, 1 tüfer, teile ich aus Dankbarkeit durchaus unentgeltlich( lediglich gegen Ein- 1 Schmied, 1 Eisendreher, 1 Schreiner, 1 Lackierer und sendung des Po: tos) mit, wie ch durch ein ebenso einfaches wie Anstreicher, 2 Schuhmacher, 1 Lagerarbeiter, 1 Stranken billiges und dabei doch so überaus erfolgreiches Verfahren von mei pfleger, 1 Auslaufer, 1 Gartenarbeiter, 4 Hausburschen, rung usw.) befreit wurde, nachdem ich vorher nach einer achtwöchent nem langwierigen Leiben( Duften, Auewurf, Nachtſchweiß, Abmage 5 Laglöhner, 2 Juhrfnechte, 4 Lauffrauen, 2 Baufmädchen, lichen Hur aus einer Lungenheilstätte als ungeheilt entlassen worden 1 Waschfrau. war. Anna Walter, Roda( Sachfen Altenburg), Geraer- Straße 50. Behrlinge: 1 Kaufmann, 1 Schlosser. ein Wanken, als ob die Wagen umfallen wollten, aber sie blieben im Geleise und aufrecht, und langsam wie wantende Ruinen folgten sie der Lokomotive; fie ließen nicht mehr voneinander. zu gewaltig war die Kraft gewesen, die sie zusammengeschweißt hatte. Auch außerhalb war das Unglück schnell bekannt geworden. Teilnehmende, ernste Gesichter drängten sich an den Fenstern der vorüberfahrenden Züge, und wenn ab und zu aus einem Abteil fröhliche Stimmen erschollen, so erstarrten die Lippen angesichts der Trümmer, die von dem Drama Kunde gaben, das sich hier vor wenigen Stunden abgespielt hatte. Besonders stark wurde der Zudrang zu der Stätte des Unglücks gegen Abend, als die Fabriken ihre Tore öffneten und die Arbeitermassen hinausströmten. Auch der Eingang des städtischen Krankenhauses war von einem dichten Knäuel teilnehmender Menschen umlagert. Ganz still aber war es draußen auf dem neuen Mühlheimer Friedhof, wohin 13 der Opfer der Katastrophe, die sofort tot waren, gebracht worden waren. Das Neueste vom Tag. * Homberg v. d. H. Das Kaiserpa ar und Prinzessin Viktoria Luise treffen nächsten Montag zum KurAlsdann erfolgt die Abreise nach Urville. gebrauch hier ein. Der Aufenthalt wird drei Wochen dauern. * Bochum, 1. April. Von der Katastrophe in Mülheim a. Rh. sind nicht weniger als 6 Söhne unserer Stadt mitbetroffen worden. Drei von ihnen sind getötet und die drei anderen liegen schwer verletzt in den Krankenhäusern. Es scheint, als ob Bochum die am schwersten betroffene Gemeinde darstelle. Die bedauerhswerten Angehörigen erfuhren das Schicksal der jungen Soldaten erst gestern durch die Polizei. Besonders tragisch gestaltete sich die Szene im evangelischen Vereinshaus, wo die Witwe Kulezky beim Reklamationsgeschäft erschienen war, um die Freilassung ihrer drei Söhne vom Militärdienst zu beantragen. Hier erfuhr die unglückliche Frau, daß ihre beiden Söhne, die Musketiere Rulezky und Preuß, Stiefbrüder, bei der Eisenbahnkatastrophe den Tod gefunden haben. Die unglückliche Mutter mußte aus dem Saale getragen werden. Die Zeitungen verbreiteten in den letzten Tagen die Meldung, daß Negus Menelit, welcher schon seit Wochen frank darniederliegt, gestorben sei. Diese von der Agence Havas verbreitete Nachricht ist, wie der„ Agenzia Stefani" aus Addis- Abbeba telegraphiert wird, unbegründet. Der Zustand des Negus ist unverändert. Das Land ist ruhig. Die Kaiserin Taitu hat sich vergeblich bemüht, mit den Anführern von Schoa ein Einvernehmen zu erzielen. HOT Darmstädter Möbel die eben bei feineren Aussiai.ungen fast durchgängig gekauft werden erhalten Sie direkt v. d. Fabrik v. Ludwig igluger, Möbelfabrik, Darmstadt, Heinrichfir. 67. 150 3immer- Cluichtungen. 10jähr Garantie. Fernruf 1441 Katalog grati8. Kein Kaufzwang. 15899 Biograph Theater lebender, singender und sprechender Bilder. 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Mekgerei Kaiser- Allee 17 mit dem heutigen Tage übernommen habe. Es wird mein ftetes Bestreben sein, die mich beehrende Kundschaft gewissenhaft und reell zu bedienen. Hochachtungsvoll K. Krämer, Mekgermeister. Tierarzt L. Sachs wohnt jetzt Seltersweg 71 Telephon wie bisher 745 QQ Nur mit 10% Aufschlag unterscheiden sich unsere Zielpreise von unseren Cassapreisen. V V V V V V V V V Deffe Eine Zigarrenfa Aus gefommen iftum brauchen- die 3ig Nachdem dieselb ihre ganze Kraft zu Gespenst der Band matte, tonnte sie am Sch habe gewonnen Denn der indu Boltsvertretung wa regierung gelungen hunderttausender vo wenn auch unter so doch mit einer a beglücken, welche fid Hoffnungslos müßig sieht er sein Doch halt!„ Ein sü ffinden uns zwar n ind doch wenigstens Ja, endlich! Und chon früher, als e molochs auf uns Hinweg geholfen nunseres eigenen allerdings mehr, Wunde ift tief und Alle Einzelheit Werbefferungsfähigtei Bilfsmittel, müffen ig, wenn es gil Hier wird ein anit! G3 fommt z Sprichwort, welche gen nicht immer Indeffen der stene Fall ist als e reue Darbietung de Sießen. Neues Stadt- Theater Giessen. Direttion: Hermann Steingoetter. Sonntag, den 3. April 1910. Nachmittags 3/2 Uhr. Kleine Preise! Kleine Preise! Zum letzten Male: Unter Mitwirkung der Kapelle des hiesig. Inf.- Reg. ,, Kaiser Wilhelm" Nr. 116. Der fidele Bauer Opperette in 3 Akten von Viktor Léon. Musit von Leo Fall. Ende gegen 6 Uhr. Abends 72 Uhr. Gewöhnl. Preise! Gewöhnl. Preise! Gutscheine haben Gültigkeit. Dampf- Färberei Vasantasena.“ Chemische Wäscherei avaava aaa Dekatur- u. BettfedernReinigungsanstalt anna - Gegr. 1857 von J.C. Wallenfels, Giessen Kirchenplatz 21. Laden: Neue Bäne 17. Zöpfe Haarunterlagen, Lockendreher, sowie alle sonstigen Haararbeiten Ein indisches Drama des Königs Sudrater in 5 Aften von Emil Bohl. Uhr. 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S füßte sie leiden Maja war bia noch nie ge Bujinnen, was önnte; aber es Ga war fr Familie betroe Frau hatte dem Sie machten ein wurden überall glückliche und al geborenen auf d feinem Fürsten Ein Sohn, mer wieder. D er foll, oleich fe tragen!" Als ihm da boren wurde, b falls ein Sohn Der König fagen, was fo Feft behielt ben schon bei militärischer St alter er wurde, weigerte in verf aber bem Bater Fall Soldat we Frog aller Abma anderen Anbertva Bu Bingen. Gr traf eines Tages Der Stabett Beon gegangen jet. Gr Spezial- Damen- Frisier- n. Haar- Geschäft kämme Staubkämme:: Hermann Plank Ww., Gießen, Kaplansgaffe 2. Freibant. Heute Rindfleisch 50 Pfg. Gesalzenes Stier fleisch 45 Pfg. Toilette- Selfen:: Parti merlen in grosser Auswahl, billigst bei H. Tichy, Seltersw. 43, Ecke der Goethestr Institut Bolg Ilmenan in Thür. ( Einj.- Fähnr.- Abitur.-( Ex.) Schnell, sicher. Pr. frei. e ! er sem. chlag sich ise von reisen. Stelngoetter. April 1910. 2 Uhr. eine Preife! 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Denn der industriefeindlichen, reaktionären Mehrheit der Bollsvertretung war es im Verein mit einer weisen Staats regierung getungen, die sich heftig sträubende Nährmutter hunderttausender von Existenzen im weiten deutschen Lande wenn auch unter Verzicht auf die verhaßte Banderole so doch mit einer anderen noch peinlicheren Zwangsjacke zu beglücken, welche sich Wertsteuer schreibt. " Hoffnungslos weicht der Mensch der Götterstärke, müßig steht er seine Werke und bedauernd untergehen" Doch halt!„ Ein süßer Trost ist ihm geblieben". Wir befinden uns zwar noch auf dem Schmerzenslager, aber wir sind doch wenigstens endlich vom Operationstisch herunter. Ja, endlich! Und mit jener urwüchsigen Kraft, die uns schon früher, als ebenfalls die gierigen Augen des Reichsmolochs auf uns gerichtet waren, über ähnliche Aderlässe hinweg geholfen hat, suchen wir auch jeßt wieder Herr unseres eigenen Organismus zu werden. Jeßt heißt es allerdings mehr, wie je, alle Sinne anspannen, denn die Wunde ist tief und kann leicht tödlich werden. Alle Einzelheiten des Betriebs müssen jetzt auf ihre Berbesserungsfähigkeit geprüft werden; auch alle technischen Hilfsmittel, müssen Revue passieren. Nichts ist zu unwich tig, wenn es gilt die Tücke des Objekts zu überwinden. Hier wird ein neuer Preßtasten angeboten; heran da= mit! Es kommt zwar selten was besseres nach, sagt das Sprichwort, welches damit ausdrücken will, daß Neuerun gen nicht immer Verbesserungen sind. Indessen der in diesem Erfahrungssaße zugelassene seltene Fall ist als eingetreten zu betrachten in Bezug auf die neue Darbietung der Firma Hch. Kümmel 3. in Wieseck bei Gießen. Seit langem schon ist diese Firma durch Konstruktion äußerst handlicher Preßfästen bekannt und es ist wohl anzuerkennen, daß sie nicht auf den bereits errungenen Lorbeeren ausruhte, sondern unausgesetzt über weitere Verbesserungen ihrer Erzeugnisse nachdachte. Und daß auch hier dem Streben der Erfolg nicht versagt war, belehrt uns der neueste, als hervorragend prattisch zu bezeichnende Preßrasten D. R. G. M. Nr. 390 263, dessen besondere Vorzüge in einer tadellos egalen Pressung bei leichter Handhabung und gänzlichem Fortfall ramponierter Zigarren besteht. Die Gefachbreite der bisherigen Preßfästen pflegte meistens durch Einsatzbretter zwischen einer festen Kastenwand und der zugehörigen Druckleiste- und die Gefachhöhe durch Bodenbretter geregelt zu werden. Das vorliegende Modell kennzeichnet sich demgegenüber durch Einführung von zwischen die Druckleisten zweier benachbarter Gefache einsetzbarer Paßstücke, welche mit Maßangabe der jeweilig durch sie einzustellenden Gefachbreite versehen sind, zur Regelung der Gefachbreiten. Die Kastenhöhe dagegen wird durch auf die Kanten der Kastenwände aufsetzbare Leisten reguliert. Es ist einleuchtend, daß dies im Verein mit Billigfeit und leichter Anpaßbarkeit an die verschiedenen, gebräuch lichen Zigarrenbundformen einen wesentlichen Fortschritt gegen seither bedeutet. Wünschen wir also der praktischen Neuerung die verdiente Verbreitung. -B Expedition: Gießen, Seltersweg 83. März 30. Taglöhner Philipp Appel eine Tochter, Margarete Eleonore. " 24. Wagner Otto Faber ein Sohn, Ludwig Ernst Friedrich. Aufgebote. März 29. Karl Heinrich Schalch, Lokomotivheizer in Gießen, mit Maria Jakobine Marianne Albertine Schild in Braunfels. " п " " " 29. Ludwig Vogt, Mezgermeister, mit Karoline Meister, beide in Gießen. 30. Erich in Wipper, Telegraphenleitungsaufseher Worms, mit Wilhelmine Eidmann in Gießen. 30. Engel Eisbach, Schirrmann in Betzdorf- Bruche, mit Katharine Helene Schardt in Gießen. 30. Johann Franz Verhey, Werkmeister in Gießen, mit Franzista Wilhelmine Paegert in Emmerich. 30. Heinrich Rüster, Diensttnecht in Gießen, mit Maria Rahn in Elbenrod. Eheschließungen. März 26. Ludwig Stecker, Arbeiter, mit Elise Seldner, beide in Gießen. " " " 26. Heinrich Heß, Kaufmann, mit Lina Schmidt, beide in Gießen. 26. Friedrich Becker, Stellmacher in Fraßkfurt a. M., mit Luise Schneucker in Gießen. 26. Karl Schäfer, Anstreicher, mit Elisabethe Gerbig, beide in Gießen. " 26. Johann Adam, Kaufmann in Frankfurt a. M., mit Karoline Schufft in Gießen. " 30. Robert Stuhl, Kaufmann, mit Luise Berger, beide in Gießen. Gestorbene. März 25. Jettchen Rosenbaum, geb. Vogel, 63 Jahre alt. 25. Elise Müller, geb. Schimmel, 44 Jahre alt. " " H " 25. Karoline Nietau, geb. Jahn, 52 Jahre alt. 28. Sebastian Kuhnimhof, Schriftseßer, 26 Jahre alt. 29. Susanne Häuser, geb. Häuser, 59 Jahre alt. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Samstag, den 2. April. In der Stadtkirche. Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Bechtolsheimer. Quasimodogeniti, den 3. April. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Konfirmation der Kinder aus der Markus- und Militärgemeinde. Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Schwabe. Abends 6 Uhr: Pfarrer D. Schlosser." In der Johanneskirch e. Vormittags 9½ Uhr: Konfirmation der Kinder aus der Lukasgemeinde. Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Batholische Gemeinde Samstag, den 2. April. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beicht. Sonntag, den 3. April. Weißer Sonntag. Vormittags um 6½ Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vormittags 7 Uhr: Die erste Heil. Messe. Vormittags 8 Uhr: Austeilung der heiligen Kommunion. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Vormittags 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Geborene. März 22. Bäcker Julius Graeser eine Tochter. " " " " " 22. Erdarbeiter Konrad Rockel ein Sohn, Johann Konrad. 25. Arbeiter Wilhelm Wieth ein Sohn, Martin. 25. Bahnschaffner, Johann Hahn eine Tochter, Pauline Theodora. 26. Schlosser Heinrich Göbel eine Tochter, Elisabeth. 27. Bahnarbeiter Ludwig Binz eine Tochter, Marie Elisabethe. 27. Schneider Meier Harth ein Sohn, Ludwig. " " 29. Mechaniker Franz Reinschmidt eine Tochter. " 7) 30. Eisendreher Ludwig Babel eine Tochter, Elisabeth. Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Sylvia hatte das alles in heftiger Erregung hervor vorgestoßen. Jetzt zog sie die Freundin fest an sich und füßte sie leidenschaftlich. Maja war ganz bestürzt. So aufgeregt hatte sie Sylvia noch nie gesehen; sie gab sich alle Mühe, etwas auszusinnen, was das Mädchen zerstreuen oder beruhigen tönnte; aber es wollte ihr gar nichts einfallen.-- Es war fr lich ein großes Unglück gewesen, das die Familie betroen. Sylvias Mutter, eine schöne, sanfte Frau hatte dem Gatten ein großes Vermögen zugebracht. Sie machten ein großes Haus, gaben Gesellschaften und wurden überall gern gesehen. Die Ehe war eine sehr glückliche und als Hauptmann v. Schmettwiß seinen Erstgeborenen auf den Armen halten durfte, da hätte er mit feinem Fürsten getauscht. ,, Ein Sohn, ein strammer Junge!" jubelte er immer wieder. Das gibt einmal einen tüchtigen Soldaten, er soll, gleich seinem Vater, des Königs Rock in Ehren tragen!" Als ihm dann zehn Jahre später ein Töchterchen geboren wurde, bedauerte er von Herzen, daß es nicht ebenfalls ein Sohn war. Der König braucht tapfere Soldaten," pflegte er zu fagen, was soll ich mit dem Mädel anfangen?" Fest behielt er das Biel im Auge, das er seinem Knaben schon bei der Geburt gesteckt. Er erzog thn mit militärischer Strenge. Doch der Junge zeigte sich, ie alter er wurde, desto halsstarriger und troßiger und ver weigerte in verschiedenen Fällen den Gehorsam. Als er aber dem Vater rundweg erklärte, er würde auf keinen Fall Soldat werden, geriet dieser außer sich vor Wut. Troß aller Abmahnungen seiner sanften Frau und deren anderen Anverwandten beschloß er, den troßigen Jungen Bu zwingen. Er übergab ihn einer Anstalt und von dort traf eines Tages die niederschmetternde Kunde ein, daß Der Kadett Beon v. Schmettwiß heimlich auf und davon gegangen sei. Er hatte nach einem wohlerwogenen, längst Feier der ersten heiligen Lommunion der Kinder. Vormittags 11 Uhr: Hl. Messe. Nachmittags 3 Uhr: Fest- Andacht mit Segen. Methodisten- Gemeinde. Wilhelmstraße 45. Sonntag, den 3. April. Vormittag ½ 10 Uhr: Predigt. Nachmittags 2-3 Uhr: Sonntagsschule. Abends 8 Uhr: Predigt. Donnerstag, den 7. April. Abends ½ 9 Whr: Bibel- und Gebetstunde. vorbereiteten Plan gehandelt, sonst wäre ihm der Streich bei der strengen Aufsicht nicht gelungen. Er war als ein schlauer, geriebener Bursche in der ganzen Anstalt bekannt, hatte sich von einem vermögenden Kameraden Geld geborgt, sich heimlich Zivilkleider angeschafft und die Uniformen zurückgelassen. Spurlos war er verſchwunden, als hätte der Erdboden ihn verschlungen. Ob der Vater auch tobte und sich in den lebhaftesten Verwünschungen gegen den ungearteten Sohn erging, ob er ihn auch verfluchte wegen der Schmach, die er ihm angetan, der Sohn kam deshalb doch nicht zurück. Der tönigstreue Soldat vermochte wohl niemals den Schlag ganz zu verwinden. Wenn sich mit der Zeit auch der wilde Grimm legte, der ihn anfangs beherrschte, so ließ der Streich doch seinen Stachel zurück. Und damals fing das Unglück an. Frau v. Schmettwih fränkelte, ein heftiges Nervenfiber kam zum Ausbruch, von dem sie nie mehr ganz genas. 8war erholte sie sich körperlich wieder, aber ihr Geist blieb umnachtet. Jahrelang lebte sie still und in sich gekehrt dahin, aber schließlich stellten sich heftige Tobsuchtsfälle ein, so daß der tiefgebeugte Gatte sich entschließen mußte, die geliebte Frau einer Nervenheilanstalt zu übergeben. Dort wurde sie nach einigen Jahren durch den Tod erlöst. Hauptmann von Schmettwiß war ein gebrochener Mann. Er nahm den Abschied und zog sich von aller Welt zurück. Vielleicht hätte er sich, da seine heranwachsende Tochter ihn mit liebender Fürsorge umgab, nach und nach wieder aufgerichtet, wäre der lebte entscheidende Schlag ihm erspart geblieben. Er hatte sein bedeutendes Vermögen einer der angesehensten Gesellschaften, der Kreditbank anvertraut. Der Direktor derselben genoß im weiten Umkreise das höchste Ansehen. Niemand ahnte, daß er sich in gewagte Spekulationen eingelassen hatte. Lange Beit hindurch verstand er es, die riesigen Verluste geschickt zu verdecken, und als das nicht mehr möglich war, entfloh er unter Mitnahme aller flüssigen Geldmittel. Es stellte sich bald heraus, daß alles verloren war. Was half es, daß man den ungetreuen Direktor und seine Helfershelfer nach eifrigem Suchen dingfest machen fonnte? Bu hoffen blieb den Betrogenen deshalb absolut nichts mehr. Samstag, den 2. April 1910. Literarisches. Die Schaubühne", Wochenschrift für die gesamten Interessen des Theaters, herausgegeben von Sieg fried Jacobsohn, enthält in der elsten Nummer ihres sechsten Jahrganges u. a.: Goethe. Von Peter Altenberg. Lindaus Shakespeare( Der Widerspenstigen Zähmung). Von S. J. Brahms Jbsen. Von Berthold Viertel.- Theater auf dem Meere. Von Rudolf Johannes Schmied. Die Begegnung. Von Benno Geiger. Der gute Ton hinter Die„ Schaubühne" erscheint den Kulissen. Von Adolar. wöchentlich im Umfang von 32 Seiten und kostet: 40 Pig. die Nummer, 3.50 Mt. vierteljährlich, 12 Mart jährlich). Probenummern gratis durch alle Buchhandlungen, Postan stalten sowie durch den Verlag Erich Reiß, Berlin- Westend, Kaiserdamm 26. Das elfte Heft der„ Entscheidungen höh erer Gerichtshöfe in hess. Steuersa che.n", gesammelt von Geheimrat Dr. Becker in Darmstadt( Verlag J. Diemer in Mainz, Preis 3. Mr.), ist soeben er schienen. Dasselbe enthält u. a.: Nicht drei nach Belieben der Veranlagungsbehörde zu bestimmende oder auszuwäh lende Geschäftsjahre, sondern die drei letzten zur Zeit der Veranlagung abgeschlossen vorliegenden Geschäftsjahre sol len gesetzlich die Grundlage für die Veranschlagung des schwankenden Einkommens bilden. - August Graf von Platens Leben und Schaffen. Mit zwei Bildnissen und einem Briefe als Handschriftprobe. Von Prof. Dr. Mar Koch. Leipzig, Max Hesses Verlag. Mt. 2.50. Diese weitaus umfang reichste aller bisherigen Platen- Biographien bildet einen Sonderabdruck aus der demnächst bei Hesse erscheinenden großen historisch- kritischen Platen- Ausgabe, die gemeinschaft lich von Prof. Dr. May Koch und Bibliothekar Dr. Erich Pezet herausgegeben wird, und die zum ersten Male auch den gesamten handschriftlichen Nachlaß des Dichters berücksichtigt! " Die Herren der Erde, Roman aus dem Bergmannsleben", ist der Titel des neuesten Werkes des wohlbekannten Schriftstellers Paul Grabein, der soeben vom Deutschen Verlagshaus Vong u. Co., Berlin W. 57, veröffentlicht wird. Monatelang hat Grabein das Leben der Bergleute mit all seiner Mühseligkeit geteilt, ihre Gefahren und Mühsal tief drunten in der Grube und ihr färgliches Leben über Tag wie einer der ihrigen. So hat er ihre Freuden und Leiden, ihr Lieben und Hassen, ihr Fürchten und Sehnen kennen gelernt. Aber auch die schweren Sorgen, die drückende Last großer Verantwortlichkeit, die oft den Außenstehenden gar nicht erkennbaren großen Ziele der Bergherren, die von komplizierten internationalen Verhält nissen abhängen, hat er eingehend studiert, und vorurteilsfrei ein Chronist und doch ein Poet- läßt er die widerstrebenden Geister auf der bunten Bühne des Lebens spielen. Dadurch wird sein Werk zu dem großen Sozialroman unserer Zeit, in welchem die gewaltigen wirtschaftlichen und sozialen Kämpfe, die sich rings um uns abspielen, in überaus packender Weise zur Darstellung gebracht werden. Ein Jubilar in buntem Talar macht unserer Redaktion heute seine Aufwartung. Es ist die tausendste Nummer der allbeliebten Münchener Zeitschrift für Humor und Kunst Meggendorfer- Blätter", die als Jubiläumsnummer in prachtvoller Ausstattung soeben zur Außgabe gelangt ist. Wir sagen es gleich, die Redaktion hat im Verein mit dem rühmlichst bekannten Verlag( J. F. Schreiber in Eßlingen und München) mit dieser Nummer ein Merkmal deutscher Buchkunst geschaffen. Den Reigen eröffnet ein buntes Vollbild von Leo Kainradl, einen Schalt darstellend, der in ovalem Rahmen all die Typen vom Leutnant, dem Backfisch, dem Liebespaar bis zum tranten Alkoholiker 2c. vor Augen führt, die in dem trefflichen Witzblatt neben den bekannten aktuellen Wißen und Gedichten in so gelungener, nie verleßender Weise ironisiert werden. Der übrige Inhalt ist geradezu meisterhaft. Um diese in allen Erdteilen, wo immer Deutsche wohnen, verbreitete Zeitschrift noch immer weiteren Kreisen zugängig zu ma chen, hat sich der Verlag entschlossen, allen ab 1. April dieses Jahres neu hinzutretenden Jahresobonennten diese prachtvoll ausgestattete Jubiläums- und alle bis April noch erscheinenden Nummern tostenlos zu liefern.( Interessenten belieben sich in dieser Sache direkt an den Verlag oder an ihre Buchhandlung zu wenden). Die Deutsche Ammoniat- Verkaufs- Vereinigung in Bochum hat der heutigen Ausgabe einen Prospert beilégen lassen, der für Landwirte besonders von großem Interesse ist. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Hauptmann v. Schmettwiß wollte die unfaßbare Nachricht zuerst nicht glauben. Als er aber die Bestätigung des namenlosen Unglücks erhielt da fluchte er nicht und tobte nicht, er saß nur ganz starr und stumm, ohne sich zu rühren, in einer Ecke. Er kümmerte sich um nichts und wenn Sylvia, die damals gerade aus der Pension kam, angstvoll fragte, was nun werden solle, so brummte er mürrisch: Mache, was du willst, mir ist alles gleich nur laß mich in Ruhe!" In ihrer Not wandte sich das geängstigte Mädchen an den Bruder ihres Vaters, den Gutsbesizer von Schmettwiß auf Neunlinden. Dieser kam und wollte dem unglücklichen Bruder Vorwürfe machen, daß er leichtsinnig und unverantwortlich gehandelt hätte. Doch Sylvia, die in wenigen Tagen aus einem spielenden, tändelnden Kinde eine zielbewußte, sorgende Tochter geworden war, wehrte dem Onkel ernst und bestimmt: Mit Vorwürfen ist uns nicht gedient," rief sie ihm zu. Wenn du keinen Rat weißt, dann tut es mir leid, dich bemüht zu haben. Siehst du denn nicht, wie schwer mein armer Vater ohnehin an dem Unglück trägt? Ich dulde es nicht, daß du ihn quälst!" Dem Onkel imponierte das sichere Auftreten der Nichte ungemein. Nach kurzem Zögern bot der im Grunde gutmütige Mann den Verwandten ein Asyl in seinem Hause an; denn daß sie von der Pension allein nicht leben fonnten, das jah er ein. Er wuße es wohl, es würdte einen harten Kampf mit seiner Frau geben, denn Frau von Schmettwiß auf Neunlinden war als sehr geizig überall bekannt, aber schließlich mußte man ihr eben zeigen, wer der Herr im Hause war. Sie fügte sich, wenn auch nur widerwillig, in die Anordnungen ihres Gebieters. Für Sylvia kam nun eine schwere Zeit. Sie mußte alles Ueberflüssige verkaufen, es blieb ihr die ganze Last der Sorge für den Haushalt allein, denn der Vater kümmerte sich um nichts. Ob er in der Stadt blieb oder nach Neunlinden hinausging, war ihm gleichgiltig. it schwerem Herzen trennte sich Sylvia von manchem wertvollem Stück der Einrichtung, das ihr lieb und vertraut war wie ein alter Freund. Doch die Tante bestand darauf, daß alles Entbehrliche verkauft wurde und das junge Mädchen fügte sich feufzend in das Unvermeidliche.( Fortseßung folgt.) Hiermit gefälligen Kenntnis, daß wir jetzt auch elektrische Lichtbäder verabreichen. Zur Anwendung kommen Blaulicht-, Voll: n. Tellbäder, sowie Bestrahlungen einzelner Körperstellen. Teilbäder können auch auser dem Hause verabreicht werden. L. Kratz u. Frau. Telephon 354. Landgraf- Philipp- Platz 8 1. Kalk- u. Marmor- Werke u. Dampfziegelei Telefon 84. Aug. Gabriel jr. Giessen, Telefon 84. la. Qualitäten Massenfabrikationen Bahnanschluss 4 Johns Schornsteinu. 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Herr( zu einem noch jungen Bettler):„ Na, so arg müßte das mit Ihnen nicht sein, warum gehn Sie denn nicht Schnee schaufeln?!"- Ja, wenn ich das machte, dann könnt' ich ja nicht betteln gehn?!" Berechtigter Zweifel. Heiteres aus der Schule. ,, Wie nennt man Pronom possessif auf deutsch?" fragte die Lehrerin in der französischen Stunde und erhält von einer höheren Tochter umgehend die Antwort:„ Besessenes Fürwort." Spiritist und materialist. A.: Ich habe die bestimmte Zuversicht, daß ich meine Frau im Jenseits wiedersehen werde!" B.:,,Seien Sie doch nicht so pessimistisch!" abrik Hus einem Hochzeitslied. Drum stoßet an, dem Bräutigam zu Ehren, Mög' solch ein Tag ihm oft noch wiederkehren. Erklärt, H. Firehr Ich bemerke, Amelie, daß die Damen Dich mit so neidischen Blicken anschauen. Bezieht sich das nun auf mich oder auf Deine neue Toilette?" Vorbeugung. Bräutigam: ,, Du hast also fochen gelernt, mein Engel?" Braut: Jawohl, Geliebter!... Aber sei unbesorgt- ich nehme mir eine Köchin!" D etc. nommen Telefon 16 Giesser Saison: Humoristische Blätter ( Alle Rechte für sämtliche Bilder und Tegte vorbehalten Nachdrud verbotenit.) Sentenzen. Der beste Dolmetsch. Eigennützig find die Leute Böllig gleich in allen Landen, Wem das Geld als Dolmetsch dienet, Wird von jedermann verstanden. Anerkennung. Die Welt kann nur das Gute loben, Das du ihr sichtbar schon beschert, Das Gold auch hat erst einen Wert, Wenn aus der Erde es gehoben. ,, Was treibt denn der Bummel dort?" ,, Er mimt Tierbändiger." ,, Wa- a- a- 8?" des ,, Na ja, das ist er doch schon: morgens führt er seinen Rater spazieren über Tags bindet er Bären an Abends dressiert er Füchse, und des Nachts tanzt er mit' nen Affen übern Marktplay." 47 na also! Ist es wahr, daß Deine Frau und Du Euch stets in den Haaren liegt."- Übertrieben, ich hab' ja keine mehr!" *** Wink. Seufzer am Wafdhfak. ,, Wenn rinsum alles grünt, Muß ich allein hier blauen!" Glosse. Die Folge. Er trank von jeher feur'gen Wein Drum stellte sich beizeiten ein Aus einem großen Glase, 86 ' ne große feur'ge Nase. Die geschiedene Frau. ,, Was weint nur die Frau?" ,, Scheidewasser!" Verantwortlicher Redakteur: Dr. Karl Schaumburg, Berlin. Druck und Verlag von Georg E. Nagel in Berlin- Schöneberg. กล 14 ,, Wie ich mich freue, daß Sie mein Geburtstagsgeschenk so freundlich angenommen haben!"- Aber Herr Berger, Sie wissen doch, ich kann mich über die kleinste Kleinigkeit freuen!" Rossmann. Sun Sa 8 In Vertretung. Herr: Sie junger gesunder Mensch sollten sich schämen betteln zu gehen." Bettler:„ Ich vertrete ja man bloß meinen Freund, der mußte nämlich ins Bad reisen." Die verhängnisvolle Dachbafenjagd. 1. & Zeitverlust. Willst du besteh'n in dieser Welt, Schaff in dem Sinne: 3eit ist Geld." Denn nur der Reiche kann es wagen, Kostbare Stunden totzuschlagen. Beim Hochzeitsmahl. Brautführer( Reserveleutnant am Ende seines .. Also, verehrte Festgenossen, bringen wir Toastes): dem hochverehrten jungen Paar ein dreifaches Hurra!" Bräutigam( beim Anstoßen mit dem Redner): ,, Das flingt gerade so, als zögen wir in den Krieg?" Brautführer: ,, Tut ihr ja auch!" 77 Schlechte Zeiten. ., Was, auch der Flohzirkus ist insolvent?" ,, Ja, weil das Publikum dem Zirkus floh!" 2. │ Modernes Inserat. Köchin mit prima Referenzen sucht anderweitig Stellung. Näheres Fräulein Amanda Sauber, Speckstraße 1, Sprechzeit 10-12 Uhr vormittags. Einige Anerkennungen und Urteile: 1. Wunschgemäß bestätige ich hiermit, daß Frl. Amanda Sauber während 3 Jahre als Köchin bei mir beschäftigt war. Sie verstand es, durch ihre Kochkunst meine ganze Achtung zu erwerben und war ich stets mit Ihren Leistungen zufrieden. Sie verläßt mich auf ihren Wunsch und begleiten ihr meine Wünsche für ihr ferneres Fortfommen. Dick, Privatier. 2. Ich bescheinige gern, daß Fräulein Sauber großartig kocht. Es war mir stets ein Vergnügen. eine von ihr zubereitete Rinderbruſt verzehren zu dürfen. 3. Jef erkläre hiermit, daß Frl. Amanda Sauber janz famos kochen tut und, wenn sie ein Junge wär', sie sehr jut als Küchenunteroffizier zu jebrauchen jewäsen wäre. Kuhlmann, Sergeant. ( Die Originale obiger Zeugnisse liegen zur Ansicht bei mir aus.) Schwer zu machen. Dame( zu einem Neger, der sie um ein Rendezvous bittet): ,, Sie können warten, bis sie- schwarz werden!" Pieffe, Gefreiter. 3. Genau. Kahlköpfiger Professor:„ Schneiden Sie mir das Haar!" Lehrling: ,, Aber Sie sind doch ganz kahl!" 1 with on Professor:„ Hören Sie gefälligst, junger Mann, das Haar habe ich gesagt, eines muß noch da sein!" Durchschaut. Meine Gnädigste, mögen Ihnen die Blumen sagen, daß ich Sie anbete." ,, Weiß schon, Not lehrt beten." 0000 Musterschutz. ,, Sie lassen Ihren Kassierer polizeilich überwachen, und dabei haben Sie ihn noch fürzlich als ein Muster hingestellt." ,, Hm, das Muster muß doch gesetzlich geschützt werden." Schlaukopf. Sie( im Musikzimmer des Hotels): Weshalb sizzen Sie denn immer am Klavier? Sie kennen doch keine Note." Alter Herr:„ Aber es nukt jedem andern auch nichts, daß er spielen kann, solange ich hier sizze." Wortspiel. Eulalia: ,, Als ich noch jung war, waren die Herren ganz außer sich, wenn sie mich sahen, jezt sind sie alle außer Sicht!" Die verhängnisvolle Dachhasenjagd.( Schluß.) Beim Dorfschneider. 4. Bauer: ,, Wie sitzt denn der Anzug; da sind ja die Ärmel zu weit und zu lang, und die Hose ist zu eng und zu kurz!" Schneider( seinem Lehrling eine Ohrfeige gebend): ,, Schafkopf, da hast Du ja die Beine an den Rock und die Ärmel an die Hose genäht!" Der Bauer in der Oper. ,, Nu, hat's Euch im ‚ Tannhäuser gefallen, Hansjörg?" Jo,' s war alles recht schine, wenn se nur nich so entsetzlich viel Musike dazu gemacht hätten." 00000000 Vor frisch geackertem Felde. ,, Sieh' mal, Mama, wie schön gefämmt und gescheitelt der Acker ist." Die gewissenhafte Hausfrau. Dame: ,, Womit soll ich denn meine Goldfische füttern?" Händler: Mit Ameiseneiern." Dame: Weich oder hart gefocht?" Zuviel verlangt. ,, Mein Bruder wird niemals Heiraten, er ist der geborene Junggeselle!" ,, Na, soll er etwa als, Chemann zur Welt kommen?" Co Väterliche Liebe. ,, Welcher ist Ihnen der Liebste von Ihren Jungen?" ,, D, ich prügle sie alle gleich gern!" - 5. 11 L'I www ch Der kluge Dackel. Am Stammtisch ,, zum Löwen" erzählt der Herr Förster: ,, Mein Dackel ist doch wirklich ein schlaues Hunderl. Hören Sie nur. Neulich mußte ich in die Stadt aufs Bezirkskommando, ich nahm meinen ,, Männe" mit. Da erzählt mir gelegentlich der Feldwebel, man wolle jetzt bei den einzelnen Kommandos Versuche mit den verschiedenen Hunderassen anstellen, welche sich am besten für Felddienstzivecfe eignen. Ich hatte bald meine Geschäfte in der Stadt erledigt und trabe heim. Mein Männe, der auf dem Hinweg guter Dinge war, ließ jezt Behänge und Rute hängen und ging recht unlustig hinterher. Und diese Unlust wich nicht mehr von ihm, selbst am Fressen hatte er nicht Frende mehr. Ich konnte nicht begreifen, was dem Vieh fehlte, mir machte es schon Sorge. Da lese ich gestern im Wochenblatt über diese Hunde Dressurversuche für Felddienstzwecke, daß nur Tiere bis zum Alter von drei Jahren dazu herangezogen werden sollten. Da ich meiner Frau von der ersten Mitteilung erzählt hatte, las ich ihr auch die Notiz vor. Und faum hatte ,, Männe" das gehört, als im Moment seine gute Laune wieder da war. Da er ja fünf Jahre alt ist, brauchte er nicht zu befürchten, an den Versuchen teilnehmen zu müssen. Die ,, Angst vor dem Militäroienst" hatte ihn so topfhängerisch gemacht." Abgeblitzt. Baron: ,, Wollen wir uns nicht ein bißchen im Garten ergehen, liebes Fräulein?" Junges Fräulein: ,, Danke ich bin kein Freund von Mondscheinpromenaden." Ein Schwerenöter. Junge Dame( als sie von dem Herrn, der sie nach einem Tanzvergnügen heimgeleitet, geküßt wird):„ Sie gehen zu weit, mein Herr!" Herr:„ Und ich dachte, wir wären noch gar nicht in Ihrer Straße!" 6. Bescheiden. E allo 11 be HABAN Baron( der einen Bauer zur Tafel geladen, beim Rebhuhnspeisen): Wollen Sie noch etwas von dem guten Kraut?!" Bauer: auch nicht schlecht!" dank schön! So is ja' s Rebhuhn S บาง Les to the 11 อม“: 13q| agS 11 aaq plaz - q v v lua v g PvE DJ]@qsuBuy 129 31 8 - og ' uǝbval o * ve an app p MR ,, แวว 119 11243q Das Brezel- und Semmelexamen. Dies und Das Ein alter, schöner Brauch besteht in dem thüringischen Städtchen Kölleda in dem sog. Brezelexamen, das bei Entlassung der Schulkinder alljährlich vor Ostern stattfindet und von den Kindern um so mehr geschätzt wird, als es keine weiteren Schwierigkeiten macht, als aus der Hand des Klassenlehrers eine Anzahl Brezeln in Empfang zu nehmen. Je nach dem Range der Klassen empfängt jedes Schulkind, wenn es in die Osterferien geht, 4, 6, 8 oder 10 Brezeln, die an eigens hierzu mitgebrachten bunten Bändern angereiht und so nach Hause getragen werden; auch die Lehrer erhalten eine Anzahl Brezeln. Da hier etwa 800 Schulkinder in dieser Weise mit Brezeln bedacht werden, so sind verschiedene Tausend Stück dieses Fastengebäcks erforderlich. Dieser Brauch steht mit der Sage von der Mutter Aeptin" in Zusammenhang. Im benachbarten Battgendorf findet ein ähnlicher Brauch statt; die Schulkinder erhalten dort je nach ihrem Alter große und kleine Semmelreihen, auch einige Bogen Schreibpapier. Man nennt dies dort ,, Semmelegamen". " Bilderrätsel. Scharade. Deitere Ecke. Der Pfiffikus. Ein wegen schlechten Schreibens schon häuIch wollt meine Lieb Duette Far Sopran ARIA Duett. Ton G. Süs. Allegro Unsere Rätselecke t ,, Gib erstes Paar mir", sprach der mächtge Mann, " Dem zweiten Paare wirksam zu begegnen, Das mich mit seinen Plagen hält im Bann. Kannst du's, will ich mit reichster Huld dich segnen!" Der Weise sprach: Es gibt kein erstes Paar, Und bötest du der ganzen Erde Schätze. Ein zweites Paar hat alles immerdar, Es kommt nach ehernem Naturgesetze. Du bist ein zweites Paar. So füg dich drein. Ja, lebten wir noch in dem ganzen Worte, So salbt ich dich mit Zauberspezerein, Doch heute hält man nichts mehr von der Silbenrätsel. Sorte. a a ae bor cre en ga la la na o ro tor tu :: :: zu suchen sind 7 dreisilbige Wörter, deren Anfangs- und Endsilben oben gegeben sind. Wer die richtigen Wörter gefunden hat, kann sie so ordnen, daß ihre Mittelstlben einen Sonntag nennen. figer angedrohtes Strafgericht sollte endlich vollzogen werden. Schon befand sich die ,, ungebrannte Asche" in bedrohlicher Nähe des Körperteiles, der zwecks Gedächtnisstärkung bearbeitet werden sollte, als mein Delinquent sich urplötzlich durch einen energischen Ruck aus der erwähnten„ Lage" befreit und, sich umwendend und mir seine biedere Rechte entgegenstreckend, ausruft:„ Herr Lehrer, wollen wir wetten, daß ich das nächste Mal besser schreibe?" Wahres schichtchen. Eine Lehrerin behandelte in der Volksschule die„ Kleidung". Es wurden Kleidungsstücke aufgezählt für Kopf, Hals, Rumpf. ,, Nun ein Kleidungsstück für die Hände!" Der kleine Frizz in der hintersten Bank hebt die Hand und ruft laut, freudig erregt über sein Wissen: „ Die Hosentaschen!" Splitter. Ge= „ Sage nicht alles, was du denkst, aber bedenke alles, was du sagst." Nachdruck der Rätsel und Aufgaben verboten. Die Auflösungen erfolgen in der nächst. Nummer. Auflösungen der Rätsel und Aufgaben in voriger Nummer: Abstrichrätsel: Christ ist erstanden. Chrom, Geist, Listen, Vorstand, Wein. Magisches Zahlenquadrat: 338 459 250 371 492 404 470 316 437 283 415 261 382 503 349 481 327 448 294 360 272 393 514 305 426 Rätsel: Ostern. Zahlenpyramide: E Ei Eli Ilse Elias I s Spi r a el r a 1 e Rätsel: Haufen. Verantwortlicher Redakteur: Paul Dschmann, Verlag und Druck des Christlichen Zeitschriftenvereins, Berlin SW. 68, Alte Jakobstr. 129. № 14. Neur Lelehalle Beilage zur Gießener Zeitung. Für Abonnenten der Gießener Zeitung kostenfreie Lieferung. Expedition: Seltersweg 83. Verlag Albin Klein. Gebeime Dokumente. Novelle von Walter Kabel- Zoppot. Is Percy Gifford am Vormittag des 30. April sein Arbeitszimmer im Kriegsministerium betrat, leuchtete ihm so recht aufdringlich in die Augen fallend von dem grünen Bezuge der Schreibtischplatte der dunkellila farbene Umschlag eines Briefes entgegen. Er kannte diese Briefe größten Formats nur zu gut. Und so überlegte er denn, während er seinen kurzen Paletot dem Bureaudiener reichte und den Spiegelglatten Zylinder und die tadellosen Wildlederhandschuhe sorgfältig auf dem breiten Fensterbrett unterbrachte... ,, Also hat Tante Warrington doch noch an mich gedacht..! Jamos! So wird der brave Edward Cowper sich vergebens freuen, Kusine Felicia ungestört heute wieder den Hof machen zu können, der aufdringliche Mensch!" Percy Gifford hatte richtig gemutmaßt. Das Schreiben Lady Warringtons lautete ,, Lieber Neffe! Bei den vielfachen Vorbereitungen, die unser für heute Nachmittag geplantes erstes Gartenfest zur Feier des Einzuges des ersten Mai erforderte, haben wir ganz vergessen, Dich einzuladen. Soeben erst erinnerte mich Felicia, die mit Lord Cowper vom Tennisplatz zurückkehrte, an diese Unterlassungssünde. Selbstverständlich erwarten wir Dich. Du gehörst ja zur Familie. Ich schicke diesen Brief ins Ministerium, damit Du ihn ganz bestimmt noch zurzeit erhältst. Nebenbei hättest Du Dich in den letzten Tagen bei uns blicken lassen, so wäre es in mehrfacher Beziehung für Dich besser gewesen, ganz abgesehen davon, daß Deine Person dann nicht bei der Aufstellung der Liste der Einzuladenden übersehen worden wäre. In alter Liebe Deine Tante Helene Warrington." Dieser Brief erregte in Percys Brust recht gemischte Gefühle. Gewiß BLECKE. 1910. zuerst herrschte die Freude vor, nachmittags wieder einmal nach einer durch angestrengteste, sehr dringende Arbeit ausgefüllten Zeit mit Felicia zusammenzukommen. Aber diese frohe Erwartung wurde durch jene Stelle in Lady Warringtons Schreiben stark gedämpft, die von Lord Cowper handelte. War dieser doch Hauptmann Giffords hartnäckigster Nebenbuhler um die Gunst der schönen und millionenschweren Felicia! Und Edward Cowper hatte allein mit ihr gestern Tennis gespielt, während er, der arme, mit Aufträgen aller Art überhäufte Percy, hier im muffigen Bureau sitzen und für Englands Wohl geheime Pläne ausarbeiten mußte. Hauptmann Giffords Gesichtsausdruck wurde immer verstimmter. Und dann überflog er nochmals die letzten Sätze des dunkellila farbenen Briefes, die ihm eine versteckte Bedeutung zu haben schienen. In mehrfacher Beziehung für Dich besser gewesen...!" stand da wie ein peinigendes Rätsel! Percy grübelte und grübelte Endlich glaubte er, begriffen zu haben. Das war doch sicherlich nichts anderes als eine Warnung von Tante Warrington, die Lord Cowper auch nicht sonderlich schätzte und dem von ihr bevorzugten Neffen leise andeuten wollte, daß es für seine Werbung um Felicia eben besser gewesen wäre, wenn er dem andern nicht so oft Gelegenheit gelassen hätte, mit seiner Rusine allein zu sein. Ja, fraglos war dies die richtige Lösung, sagte er sich ingrimmig und verwünschte mit wenig schmeichelhaften Ausdrücken seine jezige Stellung, die ihn oft bis in die halbe Nacht an den Schreibtisch fesselte. Was half ihm diese Vergünstigung, daß man ihn vom Generalstab in das Kriegsministerium auf einen Vertrauensposten abkommandiert hatte, was nützte ihm die Aussicht auf schnelle Beförderung, wenn Felicia für ihn verloren ging...! Er liebte sie, wie er nie wieder lieben würde, und er war bei seinem Reichtum und seinen künstlerischen Neigungen nicht ehrgeizig genug, seine Herzenswünsche 87 manu quan qu पपु gun นอน S s อ избло элдий ' anu 41vqsvg suun and 53 ' udul पुग гаф этупи ng auuving gun' quv әләбир лолид диоб 9 27 DO DO DODO DO einer vielleicht ruhmreichen militärischen Laufbahn zu opfern. So erwog er denn auch ganz ernstlich den Gedanken, demnächst einen längeren Urlaub als vorbereitenden Schritt für ein baldiges Abschiedsgesuch zu erbitten, als er sich langsam durch den Korridor nach dem Archiv- Raum begab, um aus einem der großen Panzerschränke das Material zur Fortsetzung seiner Arbeit zu holen. Nur Minuten dauerte seine Abwesenheit. Aber diese hatte der Bureaudiener, der in Giffords Arbeitszimmer zurückgeblieben war, dazu benutzt, um Lady Warringtons Brief, den Percy achtlos unter einige Bücher geschoben hatte, schnell zu überfliegen. Nach einer Stunde wurde Hauptmann Gifford dann zu dem Vorstand der fünften Abteilung des Kriegsministeriums, zu Lord William Gifford, seinem Onkel, gerufen. Die Unterredung zwischen den beiden Herren setzte Percys Stimmung auf den Gefrierpunkt herab. Wirklich das hatte ihm noch gefehlt, um seinen Aerger in stille, aber nutzlose Wut zu verwandeln...!- Lord Gifford, ein Mann Anfang der Fünfziger mit energischem, strengem Gesicht, empfing seinen Neffen in seinem elegant eingerichteten Bureaus und wies ihm nach kurzer Begrüßung einen Stuhl neben seinem Schreibtischsessel an. Ich bin mit deinen bisherigen Leistungen sehr zufrieden, Percy," begann er mit einem fragenden Blick auf die Aktentasche, die der Hauptmann ängstlich unter dem Arm festklemmte. Ich sehe auch, du hältst dich genau an die Instruktion. In der Tasche befindet sich doch deine jetzige Arbeit, nicht wahr...? Gut so! Nie etwas von geheimen Papieren in deinem Zimmer zurücklassen, nie..., auch wenn du es nur auf wenige Augenblicke verläßt! Wir sind selbst hier nicht vor Spionen sicher, vergiß das nicht! Entweder zurück mit den Sachen in den Archiv- Raum oder bei Gängen hier im Ministerium alles mitnehmen! Doch nun zu dem eigentlichen Zweck dieser Unterredung. Ich habe hier eine Zusammenstellung der deutschen Kriegshäfen nebst genauen Zeich nungen der sie schützenden Festungsanlagen. Du siehst hier in den Zeichnungen mit feinen roten Strichen die Punkte markiert, die wir bei einem Renkontre mit Deutschland auf Grund unserer bisherigen Informationen als die günstigsten bei einem Angriff von der Landseite festgelegt haben. Der erste Lord der Admiralität fordert nun von uns bis morgen mittag eine Ergänzung dieser Pläne an der Hand von Aufzeichnungen und Skizzen, die in diesem Umschlage eingeschlossen sind und uns von unserem Militärattaché als äußerst wichtig letztens zugestellt wurden. Pause also die Zeichnungen nach und vergleiche, ob die Anlage neuer Forts und Batterien eine Aenderung der besagten Angriffspunkte notwendig macht! Du findest in diesem Aktenstücke alles nötige und wirst dich schnell orientieren können. Aber gehe mit der größten Genauigkeit vor! Du wirst vielleicht die Nacht zu Hilfe nehmen müssen... Und deine jetzige Aufgabe es ist die Berechnung der artilleristischen Stärke der holländischen Festungen an der deutschen Grenze, nicht wahr?- lege nur bis auf weiteres, bis morgen mittag eben, zurück. Hier, packe die Papiere mit in deine Ledertasche ein, damit nichts verloren geht! Ich freue mich wirklich, Percy, dir diese Arbeit anvertrauen zu können. Erledigst du sie zur Zufriedenheit des ersten Lords, so dürfte dir eine Vorpatentierung sicher sein." Und Oberst Gifford half ohne eine weitere Frage seinem Neffen höchst eigenhändig, die geheimen Aufzeichnungen und Pläne in die Aktentasche unterbringen, bemerkte gar nicht, daß 040= 04 dieser die ihm widerfahrene Ehre mit recht wenig vergnügter Miene hinnahm. " So, Percy, das wäre erledigt," fuhr Lord William dann in weniger dienstlichem Tone fort. „ Ich möchte nun noch mit dir eine Privatangelegenheit besprechen, die mir sehr am Herzen liegt. Ich vertrete ja seit Jahren, seit dem Tode deiner lieben Eltern, Vaterstelle an dir und habe wohl ein Recht, zumal wo du später einmal meinen Titel und meine Güter erbst, mich auch mit deinen Zukunftsplänen zu beschäftigen, selbst wenn sichs dabei um eine... Heirat handelt.- Du weißt, ich bin kein Mann von vielen Worten. Also, Felicia Warrington, die Nichte deiner verstorbenen Mutter, gefällt mir soweit ganz gut. Bitte unterbrich mich nicht! Du wirst doch nicht etwa ableugnen wollen, daß du ihr den Hof mit den ernstesten Absichten machst...?! Schön - ich sage- soweit" ganz gut. Tadellose Familie, reich, vornehme Erscheinung, gebildet, nur, hm... nur daß sie sich von diesem faden Lord Cowper derart bekuren läßt, behagt mir nicht... Bleib sizen, Percy, sie sind ja noch lange nicht verlobt..! Ich war nämlich gestern draußen auf dem Landsize der Warringtons und hatte so Gelegenheit, Felicia und Edward Cowper zu beobachten. Und... gefreut hat mich nicht, was ich sah. Deine Kusine, die den verarmten und als Spieler berüchtigten Edelmann früher mit deutlicher Geringschätzung abfallen ließ, benahm sich für meinen Geschmack ihm gegenüber allzu... entgegenkommend. Beim Tennis lachten die beiden derart ausgelassen, daß es bis zur Terrasse zu hören war Aber ich will dir das Herz nicht schwer machen, lieber Junge. Kann dir ja auch zu deiner Beruhigung sagen, daß deine vortreffliche Tante Helene von dem glatten, geschmeidigen Mitgiftjäger denn das ist dieser Cowper fraglos! nicht das Geringste wissen will. Wenn ich dieses Thema überhaupt anschnitt, so geschah es nur, um dich, geſtützt auf langjährige Erfahrungen, zu warnen... Prüfe Felicia erst auf Herz und Mieren, ehe du dich erklärst! Ich fürchte sehr, sie hat den Flattersinn von ihrem verstorbenen Vater geerbt und besitzt nicht die Gemütstiefe und den Herzensreichtum ihrer mir wirklich werten Mutter. So, Percy, nun ist mir leichter! Und- Kopf hoch...! Wer wird denn gleich derart die Nase hängen lassen! Vielleicht habe ich mich auch getäuscht, und Felicia Warrington ist doch innerlich ein Juwel, was ich in deinem Interesse wahrhaftig wünsche.- Adiö, mein Junge! Morgen mittag lieferst du die Arbeit an Oberst Palmer ab! Ich muß nach Dover zur Besichtigung der neuen Unterseeboote reisen, kann daher auch nicht nachmittags zum Gartenfest zu Warringtons. Richtig daran denke ich erst jetzt: Du wirst unter diesen Umständen gleichfalls auf das Maifest verzichten müssen! Schadet nichts! Die Pflicht geht vor, nicht wahr, Percy! So haben es noch alle Giffords stets gehalten...!"— Es war beinahe 12 Uhr, als der Hauptmann in sein Zimmer zurückkehrte und sich mit verzweifeltem Eifer zunächst an die Sichtung des Materials für seine neue Aufgabe machte, fest entschlossen, heute das Feld dem jetzt ehrlich verhaßten Nebenbuhler allein zu überlassen. Lord Williams strenges Pflichtbewußtsein hatte sich unwillkürlich auch seinem Neffen mitgeteilt und alle anderen Wünsche bei diesem zum Schweigen gebracht. Aber je weiter der Zeiger der Uhr vorrückte, je mehr Percy überschauen konnte, wieviel Zeit er für seine Ausarbeitung brauchen würde, desto häufiger irrten seine Gedanken ab und formten sich endlich zu einem bestimmten Entschluß. ( Fortsetzung folgt.) DODO DORDO DO DO DORDORDO= DORODO ODORDDORDDODDORDO Schulpflichtig. Gedanken einer Mutter. Von A. Andersen. Es bedeutet einen wichtigen Abschnitt in jedem Kindes- und Familienleben, es bedeutet einen unwiederbringlichen Abschied von jener ganz sorg und verantwortungslosen Spielzeit, einen ersten Schritt hinein in Arbeit und Pflicht und hinein in den rauhen Ernst des Lebens, wenn so ein Kleines Schulpflichtig wird und, mit vielen Ermahnungen, einem reinen Taschentuch, großem Butterbrot und neuer Schulmappe vorschriftsmäßig ausgerüstet, zum erstenmal seinen Schulweg geht. Die Eltern pflegen allerdings die Sache meist wichtiger und tragischer aufzufassen als die kleinen Hauptpersonen, die sich den Schulbesuch als eine angenehme gelegentliche Abwechslung vorstellen und nur eine Erweiterung ihrer Rechte, nicht ihrer Pflichten davon erwar ten; aber für die Eltern, zumal für uns Mütter, ist es doch ein eigen Ding, so ein wohlbehütetes Pflänzchen auf einmal in fremde Hände geben und fremden Einflüssen ein Recht auf sein kleines Leben einräumen zu müssen. Ein Glück ist es, daß dem mütterlichen Jammer über diesen ersten großen Abschied meist ein gewisses Gefühl der Erleichterung das Gegengewicht hält und die Ueberzeugung, daß das Kind an fängt, sich zu Hause zu langweilen, und so unartig wird, daß es die Schule eben durch aus nötig hat. Die Sache fängt denn auch ganz vergnügt und vielversprechend an. Zwar einen Pretzelbaum, der in den ersten Tagen mit seinen Früchten den Schulbesuch versüßt, kennen unsere modernen Schulhäuser nicht. In meiner alten Schule wuchs er irgendwo in der ersten Etage stolz empor, und von seiner Existenz zeugte eine Wurzel, die von der Decke in unsere Klasse herein hing und aus einem alten, verbogenen Lampenhaken bestand. Aber Lesen und Schreiben lernt sich heute nach der modernsten Methode doch rascher und leichter als früher, und man muß schon recht unbegabt und faul sein, um schon in den Vorklassen des Lernens Müh und Plage zu empfinden. Das Sextapensum mit dem Fremdstoff des Latein stellt dann freilich auch an das normal begabte Kind ganz tüchtige Anforderungen, und von da an geht's dann mit Riesenschritten weiter in all die Gelehrsamkeit hinein. Daß viel zu viel gelernt wird, d. h. zu viele tote Worte, tote Zahlen, tote Begriffe, zu viele unverdaute und unverbundene Einzelheiten dem Kinde eingepaukt werden, viel mehr, als es tatsächlich fürs Leben brauchen und behalten kann, darüber sind sich die Eltern und die modernen Pädagogen längst einig. Recht verschiedener Ansicht ist man aber über die Frage, wie und wo hier zu helfen ist, was über Bord geworfen werden kann, was behalten und vertieft werden muß, um dem großen Ziel aller Erziehung, der Ausbildung des ganzen Menschen, das heißt: nicht mur seiner intellektuellen, sondern all seiner seelischen und körperlichen Anlagen näher zu kommen. Lernen unsere Kinder auf der einen Seite viel zu viel, so wird ihnen von diesem Allzuvielen das meiste auch noch viel zu früh entgegengebracht, zu einer Zeit, wo sie viel leicht imstande sind, die Sache ganz mechanisch ihrem Gedächtnis einzuprägen, aber noch keinen klaren Begriff, keine warme Vorstellung mit dem Gelernten verbinden können. Die Gefahr liegt nun darin, daß sich das Kind bei einer solch dumpfen und stumpfen Art des Auswendiglernens daran gewöhnt, auch die Dinge, die in seinem Horizonte liegen und ihm klar und lieb werden könnten, ebenso mechanisch und gedankenlos aufzufassen. Das klassische Beispiel für diese Art zu lernen ist Götz von Berlichingens Sohn, der so wunderschön herplappern kann:" Jaythausen ist ein Dorf und Schloß an der Jaxt, gehört seit 200 Jahren denen Herren von Berlichingen erbeigentümlich zu" der aber keine Ahnung hat, daß dies Schloß seine Heimat und der Schloßherr sein Vater ist. Des alten Berlichingen Klage:" So erziehen Weiber ihre Kinder! und wollte Gott, ste allein! Ich kannte alle Pfade, Wege und Furten, ehe ich wußte, wie Fluß, Dorf und Burg hieß" ist auch heut noch zeitgemäß. Eine Mutter, die mit ihren schulpflichtigen Kindern aus Mexiko zurück nach Deutsch land gekommen war, klagte mir neulich, daß ihre Knaben zunächst bei dem deutschen Schul- und Lernzwang ein gutes Teil ihres schnellen Auffassungsvermögens und natür lichen gesunden Menschenverstandes ein gebüßt hätten und richtig schuldumm" geworden wären. Es fehlt auch hier nicht an allerlei Versuchen und Bemühungen der heutigen Pädagogik, mehr Leben nnd Anschaulichkeit, mehr Freude und Interesse in diese Schulöde hineinzubringen; aber es ist noch ein weiter, mühevoller Weg bis zum Sieg auf der ganzen Linie und endgültigen Bruch mit dem ganzen System. Solange unsere modernen Schulen mit ihrem Examenszwang und Berechtigungswesen die Herrschaft haben, bleibt uns doch nichts anderes übrig, als unsere Kinder diesen Bildungsweg gehen zu lassen. Was wir aber tun können, ist: ihnen in treuer Für sorge zur Seite zu bleiben und ihnen den Weg so leicht und froh wie möglich zu machen. Hier liegt wieder ein reiches und schönes Stück Arbeit und Pflicht für uns Mütter. Vor allen Dingen heißt es jetzt, treue Wacht über unserer Kinder Gesundheit halten, ihnen an Nahrung und Kleidung, Luft und Sonne, Ruhe und Bewegung alles zukommen lassen, was ste kräftig und widerstandsfähig macht. Auch die deutsche Schule fängt an, den hygienischen und erziehlichen Wert der Turn- und Bewegungsspiele, des Wanderns, Schwimmens, Ruderns zu ahnen, und wir Eltern können alle das Unsere tun, ein gesundes Gegengewicht gegen allzuviel Stubenhockerei durch die Begünstigung eines vernünftigen Sports zu schaffen. Mit dieser Körperpflege Hand in Hand gehe dann durch all die langen Schuljahre die Pflicht, unserer Kinder geistiges Leben treu zu pflegen und zu behüten! Auch hier wird uns Müttern bei der heutzutage üblichen Belastung der Väter durch ihr Berufsleben meist der Löwenanteil der erziehlichen Arbeit zufallen. Die Hauptarbeit, die vielleicht ausschlag gebend für das ganze Schulleben unseres Kindes ist, müssen wir allerdings schon vorher an ihm und uns getan haben. Zunächst jene Arbeit an uns selbst, uns möglichst auf die kommenden Pflichten an den Kindern hin zu bilden und zu schulen. Nicht, als ob jede Mutter nun Latein und Mathematik lernen müßte, obgleich auch das weder ihr noch ihren Kindern schaden würde; aber jede Mutter sollte so viel Allgemeinbildung, so viel Verstandes- und vor allen Dingen so viel Herzensbildung haben, daß sie ihrem Schulkinde Halt und Stütze und bester Kamerad werden kann. Sie braucht nicht jede Jahreszahl und geographische Länge und Breite zu wissen, wenn das Kind nur in den Hauptsachen, die auch beim Schulleben und Lernen ganz anderswo liegen, Verständnis und Hülfe bei ihr findet. +7 Zu einer solchen echten, mütterlichen Bildung gehört freilich auch eine vernünftige Mädchencrziehung auf diese großen Ziele unseres Frauenlebens hin. Bei einer solchen Erziehung würde auch bald der geistige Hochmut unserer Herren Söhne und Brüder verschwinden, die im stolzen Gefühle der eigenen Vielwisserei heute noch gar zu gern auf alle Frauenbildung heruntersehen. Aber auch ein gut Stück erziehliche Arbeit an dem Kinde muß die Mutter schon in seinen allerersten Lebensjahren geleistet haben, wenn sie ihm die Schuljahre In leicht und erquicklich machen will. jenen ersten Jahren wird unwiderruflich der Grundstein zu der ganzen körperlichen und geistigen Entwickelung des Kindes gelegt. Auf das Maß und die Art der Pflege, die gerade nicht nur der kleine Körper, sondern auch der erwachende Geist empfängt, kommt ungeheuer viel an. Wie gut ein Kind sprechen lernt, ob es gut zuhören und mit offenen Augen um sich blicken kann, ob es Phantaste und Gemüt ausbilden und betätigen lernt- das alles liegt zum großen Teil in seiner Mutter Hand und hängt von dem Maß der Anregung ab, die sie ihm geben kann. Wir wollen uns aber auch keine Wunderkinder erziehen, die schon vor der Schule Zeitungen lesen und mit Dezimalbrüchen rechnen. Gemüt und Verstand des Kindes hängen mit den feinsten Fäden zusammen und sind aus denselben Quellen richtig zu nähren. Wir sollen mit unseren Kindern in dem großen Buche der Natur buchstableren lernen, sollen ihnen die Augen und Herzen öffnen für alles Gute, Schöne und Große in der weiten Welt um uns. Wir sollen ihre tausend Fragen zu beantworten suchen, sollen ihre Phantaste und ihren Schaffenstrieb bei ihren Spielen nach Kräften bilden und fördern. Auch aus dem anderen großen Jungborn, der in unerschöpflicher Fülle in der Kunst für uns und unsere Kinder sprudelt, wollen wir für sie schöpfen. Vor allen Dingen stecken in unseren Kinder- und Volksliedern, in unseren deutschen Sagen und Märchen, in einer Reihe alttestamentlicher Geschichten starke, erziehliche Werte, die gleich befruchtend auf Gemüt und Verstand des Kindes einwirken können. Hauptsache bleibt aber doch, daß das Kind zu Hause das hört und lernt, was ihm die heutige Schule nicht bietet und auch keine Schule der Welt wohl ganz bieten kann. Es bleibt ein böses Armutszeugnis für unsere Schulen, daß ste meist mit sechs Stunden Unterricht noch nicht genügend ausrichten können und vom Hause noch Unterstützung und Nachhülfe verlangen. Ein Glück ist es, daß ein gesundes Kind viel, sogar unser heutiges Schulsystem vertragen kann. In dem Zusammenleben mit all den Altersgenossen, in den regelmäßigen Schulwegen mit allerlei Freunden und Kameraden steckt viel echte Freude und ein günstiges Gegengewicht gegen die Dede mancher Unterrichtsstunden. Jener Vater, der da meinte, man solle seine Kinder zu Hause unterrichten lassen, aber zu allen Pausen und Spielstunden in die Schule schicken, hatte im Prinzip ganz recht. Ueberhaupt fehlt es nicht an Lichtpunkten und Sonnenschein auf dem langen Schulwege! Es gibt Lehrer, die man lieben, und Lehrer, die man ärgern kann, es gibt freie Nachmittage und Klassenausflüge, es gibt nicht immer schlechte Zensuren, und alle Jahre viermal Ferien! So wollen wir sie getrost zur Schule schicken, die kleinen Leute, die dieses Jahr schulpflichtig sind! 回 回 DO 3D0= D0ORDO⇒ODO DO DODORODO DO DO und the g ‘ 131 Pa 4 6 วอน อ ng 113) 111 319 G pro u Бида 2. Трэл и อ. D шури з ләбибла DO uado n +3 1 ganz besonderer Rücksicht zu behandeln. Es dauerte längere Zeit, bis sich Ersatz für die Hanne fand, und Susanne mußte sich viel um den Haushalt bekümmern, was ihr bei ihrem Zustand oft recht schwer wurde. Aber sie hütete sich wohl, das einzugestehen, und als, nachdem zwei Mädchen sehr bald wieder entlassen werden mußten, ein drittes leidlich einschlug, sah sie getrost der Ankunft des Kindes entgegen, das ihr Glück vollkommen machen sollte. Es war ein kräftiger Junge, und Arnolds Freude kannte keine Grenzen. Der Kleine wuchs gesund auf, und bis zum dritten Jahr hatte man auch nicht einen Tag Sorge um ihn gehabt. Da brach eine schwere Scharlachepidemie in der Stadt aus, und Susanne wollte eben mit Kurt zu ihrer Mutter reisen, um der Gefahr zu entgehen, als die Krankheit den Kleinen mit furchtbarer Heftigkeit packte. Suse wich nicht vom Lager ihres Kindes, sie pflegte es bei Tag und Nacht mit unermüdlicher Ausdauer, bis schließlich die Krankheit, die sie in der Kindheit verschont hatte, auch bei ihr zum Ausbruch kam. Zum Unglück herrschte neben dem Scharlachfieber auch eine Influenzaepidemie in der Stadt, so daß eine Pflegeschwester gar nicht zu haben war. Susannes Mutter litt an Rheumatismus und konnte die Reise nicht wagen; so war guter Rat teuer. Trat auch die Krankheit bei Susanne nur sehr mild auf, so mußte sie doch natürlich das Bett hüten. Die jungen Dienstmädchen zeigten sich sehr ungeschickt zur Pflege. Arnold wandte sich vergebens an verschiedene Mutterhäuser, und auch den Bemühungen des Hausarztes gelang es nicht, jemand aufzutreiben. Der Mangel an Pflegekräften, der schon in normalen Zeiten bemerklich war, machte sich eben jetzt doppelt und dreifach fühlbar. Wieder war ein Tag vergangen, ohne Hülfe zu bringen. Der Kleine lag in heftigem Fieber, und Arnold bemühte sich eben, ungeschickt genug, die Eisblase zu entleeren. Da schellte es draußen, das Stubenmädchen steckte den Kopf ins Krankenzimmer und meldete: " Da is' ne alte Frau, die den Herrn sprechen möcht." Arnold nickte Susanne freundlich zu und sagte:„ Ich komme gleich wieder, Liebe!" dann ging er hinaus. Es dauerte aber eine ganze Weile, ehe er zurückkam und zögernd berichtete:" Die Hanne iſt draußen, Suse; sie hat von der Milchfrau gehört, wie traurig es bei uns aussieht, und nun fragt sie an, ob sie uns vielleicht helfen könnte. Wie denkst du darüber, Suse? Wenn's dir unangenehm ist, so,, Unangenehm, Arnold?" Ein heller Freudenstrahl ging über Susannes Antlitz ich würde zu froh sein aber ich kann das ja gar nicht annehmen ich die Hanne, die ich wenn Arnold ließ sie nicht zu Ende reden, sondern öffnete die Tür und rief:" Kommen Sie nur, Hanne, und lösen Sie mich ab! Ich muß heute abend noch einen notwendigen Geschäftsgang machen." Damit ging er, im sicheren Gefühl, die beiden würden sich allein miteinander am besten zurechtfinden. Und so war's auch. Die treue Hanne legte ein kleines Bündel auf einen Stuhl nieder und schüttelte dann kräftig Susannes entgegengestreckte Hand: Au weiser. Sie mich nur an, gnädige Frau! Ich will alles gern tunach, lieber Gott, da liegt ja der liebe kleine Kerl, und so rot im Gesicht, und so heiß!" " Ja, er muß die Eisblase wieder auf dem Kopf haben. Wenn Sie- " Ich weiß schon Bescheid, gnädige Frau- hab's Eis schon draußen stehen sehen." " Der Hammer liegt, glaub' ich, dabei, Hanne- zum Zerkleinern ,, Ach, das geht am besten, wenn man einen starken Nagel dazu nimmt so haben wir's immer bei der seligen gnädigen Frau... ach, lieber Gott, was bin ich doch für ein altes dummes Schaf das wollt' ich ja ganz gewiß nicht wieder sagen! Bitte, gnädige Frau, nehmen Sie's nicht für ungut!" Susanne lächelte halb verlegen, halb gerührt und sagte leise:" Ach, Hanne, reden Sie nur, wie's Ihnen ums Herz ist! Ich hab' jetzt andere Sorgen. Und ich danke Ihnen, daß Sie gekommen sind und mein Kind pflegen wollen. Das werd' ich Ihnen nie vergessen!" Susanne genas rasch und konnte der treuen Hanne noch beistehen, denn die Krankheit des Kleinen zog sich monatelang hin. Endlich aber war er über den Berg, und es ging rasch vorwärts mit der Erholung. Und die Hanne nahm einen großen Platz in seinem Herzen ein; mit niemand spielte er so gern, wie mit ihr, und niemand konnte ihm so schöne Geschichten erzählen. Ohne daß es ausdrücklich ausgesprochen wurde, be= trachteten es alle als selbstverständlich, daß die Hanne ihren alten Platz im Haus wieder einnehmen würde. Arnold lächelte zufrieden, als sie eines Abends sagte:„ Na, nun könnt' ich morgen wohl' mal ein paar Stunden abkommen und mein Zeug bei meiner Schwester holen?" ,, Gewiß," erwiderte Susanne, morgen nachmittag geht es ganz gut. Und Sie können die Marie mitnehmen, daß Sie Ihnen den Korb tragen hilft." Ach nee, gnädige Frau, dazu ist der Weg doch zu weit! Ich nehm' mir lieber' ne Droschke. Die selige gnädige Frau sagte immer:' ne Droschke ist am einfachsten bei so' was." Ein Lied von den Kindern. Rannst du erfüllen eine Kindesbitte, Schlag sie nicht ab! Du stehst, ein König, in des Lebens Mitte Mit Kron und Stab, Des Volkes billge Wünsche zu gewähren Ist Fürstenziel; Das Volk, das Kind, muß vielerlei entbehren Und wünscht so viel! Und kannst du lösen eine Kindesfrage, Ob groß, ob klein, So sei die Antwort gleich dem Glockenschlage Wahr, klar und rein. Wenn du dem Mann statt Wahrheit Trug verkündigst, Er kanns durchschaun. Das Kind ist arglos. Wehe, wenn du sündigst Auf sein Vertraun! Kannst du mit Kindern Kinderfreuden teilen, Oselger Traum! Heiße deiner Sorgen düstre Rotte weilen Am Waldessaum, Und tanze mit den Kleinen Ringelreihen In froher Rund; Der Himmel mög ein Kinderherz dir leihen Für diese Stund! Und kannst du küssen eine Kindeszähre Von Lid und Wang, So tus! Vergiß dein eigen Leid, das schwere, Bis dirs gelang! Owenn das Kind, getröstet durch dein Kosen, Ins Aug dir lacht, So kühlt dir Balsam süß wie Duft der Rosen Die Wunden sacht. Ist Kindesunschuld dir in Hut gegeben, Oliebe sie! Mit keinem Hauch, mit keiner Wimper Beben Betrübe sie! Berühr den Schleier nicht, der Sünd und Mängel Dem Kind entrückt. Berühr die Einfalt nicht, die Gottes Engel Und Gott entzückt! Kannst du im Sturm ein Kindesherz gewinnen, Mit Lust daran! Laß plänkeln Elfen, Prinzen, Königinnen; Die Zwerge voran! Nun alle Weihnachtsengel vor zum Sturme Mit dem Jesulein! Schon weht, schon weht das Banner weiß vom Turme Die Burg ist dein. *) Aus„ Deutsches Recht und andere Gedichte" von E. v. Handel- Mazzett!. ( Kempten, Jos. Köselsche Buchhandlung.) April Die Hanne. Skizze von B. Rittweger. For drei Monaten war die junge Frau in ihr neues Heim eingezogen, an der Seite des Mannes, dem verlorenes Glück zu ersetzen ihr eine herrliche Aufgabe schien. Sie war stolz auf diese Aufgabe und nahm es ernst damit. Sie wußte, daß Arnold seine erste Frau innig geliebt, daß er ihr jahrelang nachgetrauert hatte. Manche hatten sich Mühe gegeben um den angesehenen Gelehrten, aber er schien das gar nicht zu bemerken. Kaum war jedoch Susanne während des Aufenthalts in einer Sommerfrische in seinen Gesichtskreis getreten, als sie auch schon sein Herz gewonnen hatte. Freudig hatte sie " ja" gesagt, als er sie gefragt hatte, ob sie die Seine werden wolle. Ihre Mutter und die Freundinnen sprachen viel davon, wie schwer es sei, eine zweite Frau zu werden, wenn auch zum Glück wenigstens keine Kinder da waren. Aber sie ließ sich ihre frohe Zuversicht nicht trüben. Das lockte sie ja gerade, den ernsten Mann die Tote vergessen zu machen. Nein, nicht vergessen, das wäre pietätlos! Aber er sollte nicht mehr trauern um sie, er sollte nun alles, was Nelly ihm einst gewesen, in ihr finden! Ein leises Schmerzgefühl beim ersten Anblick des großen Bildes der Verstorbenen, das Arnold, taktvoll genug, von seinem Platz über dem Schreibtisch entfernt und ins Wohnzimmer gebracht hatte, konnte Susanne nicht ganz unterdrücken, aber als Arnold sie liebevoll in die Arme nahm und, zu dem sanften Frauenbildnis aussehend, sagte:„ Wir wollen immer ihr Andenken hoch halten mir hat sie einst viel gegeben, und dir nimmt sie nichts, denn der Lebende hat recht, Suse", da schwand auch der letzte Rest von Eifersucht aus ihrem Herzen. Doch schon nach kurzer Zeit war es ihr, als ginge der Geist der Toten friedenstörend im Haus umher. Arnold hatte während des Brautſtandes, wenn von der Einrichtung des Haushaltes die Rede war, jedesmal rühmend hervorgehoben, daß die treue Hanne, die schon seine Jugend gehütet hatte, und die während seiner ersten The Vertrauensperson der Hausfrau gewesen war, nun auch der neuen Herrin freudig dienen würde. Arnold suchte in der Frau in erster Linie eine Gefährtin, keine Wirtschafterin. Also war's gut, daß die Hanne da war, die mit einem jungen Dienstmädchen alles versorgen konnte. So hatte es Susanne auch angesehen, die stolz darauf war, ihres Gatten geistige Interessen teilen zu dürfen. Sie war wohl fähig, einen Hausstand zu führen, aber es war ihr ganz angenehm, daß Arnold es nicht von ihr verlangte. Es hätte auch alles ganz gut gehen können, wenn nicht die Hanne so oft das Wort im Mund geführt hätte:" Bei der seligen gnädigen Frau haben wir das so gemacht." Dies Wort reizte Susanne immer wieder und gab ihr Anlaß zu scharfen Antworten und zu gerade entgegengesetzten Anordnungen, einerlei, ob sie verständig waren oder nicht. Arnold lächelte, als ihm seine junge Frau ihren E.HB Kummer klagte, und meinte: Ach, laß' sie nur! Sieh', gerade so hat sie früher Nelly gegenüber stets meine Mutter ins Treffen geführt. Da hieß es auch fortwährend: Bei der seligen gnädigen Frau haben wir das so gemacht.' Nelly nahm's nicht schwer. Such' du dich auch damit abzufinden, Herz! Die Hanne hat Melly so treu gepflegt während der langen Leidenszeit, das dürfen wir nicht vergessen. Und du mußt den engen Gesichtskreis solcher Leute bedenken! Die Hanne kann sich nicht drüber stellen; so tu' du's eben, Suſe!" Aber Susanne brachte es nicht fertig. Die Redensart der Hanne erinnerte sie immer wieder daran, daß eine andere vor ihr in diesen Räumen und in Arnolds Herzen geherrscht hatte. Und daß Arnold ihr Nelly gewissermaßen als Vorbild für ihren Verkehr mit der alten Dienerin hinstellte, das gefiel ihr auch nicht und machte sie von neuem auf die Tote eifersüchtig. Aber sie hütete sich, dies Arnold zu gestehen, der ihr ja auch gar keinen Anlaß zur Eifersucht gab, dessen ganzes Herz seiner jungen, lebhaften, geistig regen Frau gehörte, die ihm alles gab, was er brauchte. Da er keine Klagen mehr hörte, nahm er an, Susanne habe sich in die Eigenheiten der Wirtschafterin gefunden. Das war aber durchaus nicht der Fall. Als er-- drei Monate waren seit der Hochzeit vergangen eines Abends nach Hause kam, lief Susanne ihm aufgeregt entgegen und berichtete ihm, daß Hanne eben dabei sei, ihre Sachen zu packen. ,, Wenn du mich wirklich liebst, Arnold, so mach' keinen Versuch, sie zu halten!" schloß sie ihren Bericht. ,, Aber, Kind, ich begreife nicht," fragte Arnold gespannt, weshalb die Hanne- und so plötzlich- was ist denn nur passiert?" ,, Ach, gar nichts Besonderes! Nur eben, daß ich ihre Anmaßung nicht länger dulden konnte! Ich verlangte, daß die Löffel beim Tischdecken so gelegt werden sollten, wie ich's von Hause gewöhnt bin. Da erwiderte sie wieder, wie so oft:" Bei der seligen gnädigen Frau haben wir sie aber immer anders rum gelegt." Und da- du siehst hoffentlich ein, daß ich das nicht stillschweigend dulden konnte da sagt ich, ich verbäte mir diesen ewigen Widerspruch, sie hätte sich nach mir zu richten. Sie legte dann auch tief beleidigt die Löffel um und ging aus dem Zimmer mit der Miene einer entthronten Königin. Dabei murmelte sie irgend etwas, was ich nicht verstand. Ich rief sie zurück und hielt ihr das Unpassende ihres Benehmens vor, und und nun, ein Wort gab das andere, und ich sagte ihr zuletzt, daß sie gehen könne, wenn es ihr hier nicht mehr passe. Wie leid mir das tut, Suse! Die treue Seele! Mußte denn das sein? Wär's so gar schlimm gewesen, wenn die Löffel auf die frühere Art gelegt worden wären? Versteh' mich nicht falsch!" ( Fortsetzung auf Seite 5.) 4% Hofe der al Philipp Plo 1. Offiziere, San der Landwehr weit fie verhin ſammlung am Inj.- Reg. Nr. 2. Die Mannschaf gebots aller Garnisondienst Die zur Dish den entlaffener 4. Die Erfabrefer und zwar: Am 7. Apri 1907, 1908 und 19 tion der Waffen. Ersatzbe 1 2 und 1904 der In Am 8. A pr 1907, 1908 und Am 8. Ar 1904 der Spezialm Am 9. Apri zialwaffen und Erf Erjabreservisten. Am 9. Apr und 1900 der In Am 11. Ap und 1900 der S Am 11. A pi Waffen, einschließli ter Nr. 1 Aufgefül Waffen der Referb Für die auf ten Beamte Gießen: Am 20. A 1. Aufgebots un der Erjat- Behär soweit sie nicht E3 wird sammlung befreit 1. Befreiungsgef Appell durch einzureichen un bei Beamten fein. Hus der Mappe einer Berliner Lebrerin. räulein! Pauline Berger felt bis zum 15. nächsten Monats. Meine älteste Henriette ist bei ihrer Tante gereißt die sterben möchte und dabei nicht allein sol sein in Eberswalde. Und da muß Pauline unsere Wirtschaft füren weil ich meine Stehlung nicht auffgeben kann. Aber ich verspreche ste das ich in die Zeit wen ich Abend zu Hause kome meinne Pauline in lehsen schreibben und deitsch unterrichten werde damitt sie nich allens vergießt. Anna Lehmann. ,, Wenn meine Tochder Emilie noch einmal von ihre Freindin Bertha Müller auf den Nachhausewej so je hauen wird wie vorichten Montag denn lasse ich ihr nicht mehr die Schuhle besuchchen. Da= drüber müssen der Lehrer und die Lehrerienen aufpasen das so= was nicht vorkomt denn dazu sein sie da. Kahlbaum." ,, Meine Ida mußte gestern aus die Schule bleiben, weil ich mir in den Finhatte. ger geschnitten Und wenn mein Mann nach Hause kommt und kein Essen nicht findet, denn macht er mächtigen Krach. Da mußte meine Ida vor mir kochen wegen meinen Finger. Frau Hennebeil." Lieb Freilein Leererin, meine Male sacht mier, das sie ihr, weihl sie von sie nicht hat wolen nemen einen Klabs auf der Hand, Ihr an Ser Want gestossen haben, das sie au geschriehen hat. Ich verbiete mich daß. Wen ste thr klabsen wohabe. Erwartungsvol das Sie meine Bitte erfüllen, Euer Hochwohlgeborene ganz ergebenste Frau Balduin." ,, Geehrtes Freilein! Da meine Tochter Hermine wider einmal nicht versetzt worden ist theile ich Ihnen ergebenſt mit das das an den Unterricht liegen muß. Meine Tochter Hermine ist ein kluges Kind und hat allemal bei uns zu Hausse fleissig und gut gelernt. Aber wenn man ein Kind nichts nicht beizubringen versteht dann kann es auch nichts nicht lernen und bleibt sitzen. Und dann möchte der Vater zu Hause ste noch dafor keilen. Aber In die Schule. Von H. Kaulbach. len, denn tun sie es, weil das sie es verdint haben wirt, aber stossen verbiete ich mich un wen sie wider mal nicht parirt dann tun sie so wie ich und verhauen ihr aber stossen verbiete ich mich. Mit viller Hochachdunk Frau Letwul." Meine Emma kommt heute nicht weill ich fort muß und meine Frau nicht alleine bleiben darf und Emma die Frau Neumann rufen muß wenn es mit meiner Frau so weit ißt. Herr Albert Schmidt." ,, Geertes Fräulein. Am 25. Januar ist mein Geburtstag. Da möchte ich gerne meinen Mann eine kleine Freude machen indem meine Trude mir ein hübsches Gedicht aufsagt. Weil nämlich mein Mann immer behauptet das die Trude beschränkt ist und wir uns immer das Zanken kriegen. Darum bitte ich Sie ganz ergebens lernen Sie meine Trude ein hübsches Gedicht ein, etwas recht schweres und langes, damit sie es mir richtig aufsagt und mein Mann sit was es für ein kluges Mädchen ist das ich ihn mit in der Ehe gebracht fraih! Frailain Fl... Seer geöhrteß Frailain! das thut unsereiner nich, wir wissen wodran wir mit Hermines Durchfall sind. Ich werde mir bei den Rektohr über Sie beschweren. Mit ausgezeichnendster Hochachtungsvoll Albin Heinrich." ,, Kindige hiermit die Nachhilfestunten für Lina Buzzke, weihjetzt frei bin und ihr sehlber nachhelven kan. 11 Butzke." Bitte Iberbringerin dieses meine Dochter Marie ganz mächtig zu ferbimmsen Sie hat mir wider die jante Millich heite morgen außgetutscht was nun in die drei Dage daß dritte Mahl is Ich habe ihr schohn gehauen aberst ich habe Reismatistmuhs in die Armee. Indem ich hofe das ste keinen Reismatistmuhs nicht habben bitte ich ihr möglichstens zu tun. Frau Migge." Vieh Mich Main Junke saogt dass sie Sich Untergestannden hoben Jen su schlaogen. Ich meschte mich dog dieße seer vorbiten. Hogaschtunksvohl där ierige P. M. Ovensättser und Tepfor zur Zeit Eusenbohnsträkkenorbeider. Wertes Freulein! Da meine Tochter hatt 3 Saure Heringe beim Schlafengehen heimlich genascht, hatt dieselbe heute früh schlechte Folgen gehabt, indem sie hat ihre Strafe entgegen hatt nehmen müßen, ist die Schulzeit verspätet. Achtungsvoll N. N. es Natürlich ist es ja eigentlich Sache der Hausfrau, solche Anordnungen zu treffen. Nur eben sind die besonderen Verhältnisse, die hier berücksichtigt sein wollen. Die Hanne hat so viel an der armen Nelly “ " Ja, ja, ich weiß schon! Und deshalb soll ich mich ihr unterordnen, nicht wahr? Soll ich zeitlebens die Sklavin meiner Wirtschafterin sein; soll ich alle meine Wünsche unterdrücken? Aber das kann ich nicht, das..." Nein, nein, Suse, das sollst du auch nicht! Beruhige dich nur! Ich seh' ein, es ist besser, die Hanne geht." Arnold beherrschte ge= waltsam seine Erregung, den Zustand seiner Frau, der Schonung verlangte, berücksichtigend. Susanne atmete auf: so leicht hatte sie sich den Sieg nicht gedacht. Nun war ja alles gut, konnte alles gut werden. Nun erst würde sie sich ganz als Herrin des Hauses fühlen, nun würde nicht mehr das fatale:„ Bei der seligen gnädigen Frau haben wir das so gemacht" an ihr Dhr klingen. Sie würde nicht mehr eine Person um sich sehen müssen, die zu Arnolds früherem Leben gehörte, die sie stets an seine erste Frau erinnerte. Hanne verließ schon am nächsten Morgen das Haus und siedelte zu einer verwitweten Schwester, die in der Vorstadt wohnte, über. " Die Ruhe wird Ihnen schon gut tun, Hanne," sagte Arnold beim Abschied und, im Bestreben nach einem versöhnenden Abschluß, setzte er hinzu: „ Lassen Sie sich nur bisweilen' mal bei uns sehen, damit man sich nicht ganz fremd wird!" Dabei hatte er seiner Frau einen bittenden Blick zugeworfen, aber Susanne schien ihn nicht zu verstehen und entließ die alte Dienerin recht frostig. Arnold machte, so leid ihm Susannes Benehmen auch tat, ihr doch keinen Vorwurf. Er war viel zu glücklich in der Aussicht auf ein Kind, das der ersten Che gefehlt hatte, um nicht seine junge Frau jetzt mit Paul Hoecker Mehre. Photographieverlag der Photographischen Union in Munchen. Aus der Schule. Gemälde von Paul Höcker. Jubiläums- S 25jährigen R Aus obiger Kapitalzinjen dre brei Personen 131 Roften ihrer Aus falt erhalten soll bient bon je 400 Das Stipendi berüdjichtigt werd ben; es fönnen leistet haben. 15 Hiernach berd besuchen oder bei zum Zwede ihre zu bewerben be burch ihre betref fterei der Hauptf Provinz Startenb bis län heffen an die Bü aus Rheinhessen gelangen zu lassen An Zeugnissen fuchsteller 3. Das Matu 1. ein behör 2. eine behö 4. ein Führu