ff Feuer! en die schon ensten Namen doch viel zu cht verglichen ! e pottbillig. lig. phischer rie on 555. schinen topfen alles. wingschiffchen, schiffchen und jeden Haushalt adellose Konrbeit, moderne Elegante Fahrucht. Katalog -Halensee 226. enseitigkeit. 030 Mill. Mr. 364 " 573 " 11 270 " 11 genehmern gewähren u. a. eltpolice. den Vertreter e 7. bach. t. nd mehr. DI annt vorzüglicher er Beschäftigung fen die Arbeit ie, Coblenz a. Rh. Neu! ch geschützt. and Backschine lich zu sehen eter für Hessen -Nassau: Heyl, nfabrik urterstr.128/ 130 Gießener Zeitung T TO mis dad Bezugspreis 40 pfg. monatlich ( Neueste Nachrichten) vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, 100 Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: Bürgermeisterei - - „ Humoristische Blätter" und die„ Nene Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich eininal gratis bei. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 116. Bekanntmachung. des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Donnerstag, 1. Sept mber 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. ID 190 190 1515 die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. Betrifft: Feldbereinigung in der Gemarkung Oppenrod; hier: den Zuteilungsplan. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 30. August 1910. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. In der Zeit vom 3. bis einschließlich 16. September ds. Js. liegen in dem alten Schulhaussaal zu Oppenrod die Arbeiten des 3. Abschnitts( Bildung der Ersaßgrundstücke) nämlich: A. Gemarfung Oppenrodl 1. 11 Blatt Zuteilungsfarten. 2. 2 Bände Gütergeschosse. 3. 1 Heft zusammenstellung der Gütergeschosse. 4. 1 Band Gütergeschosse mit Zuteilungsplan. 5. 1 Band Zuteilungsverzeichnis. 6. 1 Heft zuteilungsverzeichnis der Waldzuschnitte. 7. 1 Heft Geldausgleichungsverzeichnis. 8. 1 Band Abschäßungsverzeichnis der Obstbäume. 9. 1 Heft Obstbaumgeschosse. 10. Das Protokoll über die infolge Zuteilung geänderte Weg- und Grabenanlage. B. Grenzregulierung Großen- Buseck- Oppenrod. Gemarfung Großen- Buseck. 1. 2 Bonitierungstarten. 2. 1 Heft Besißstandsverzeichnis. 3. 1 Heft Gütergeschosse. 4. 1 eft zusammenstellung der Gütergeschosse. 5. 2 Zuteilungsfarten. 6. 1 Heft 3uteilungsverzeichnis. 7. 1 Heft Gütergeschosse mit zuteilungsplan. 8. 1 Heft Geldausgleichungsverzeichnis. C. Grenzregulierung Reistirchen- Oppenrod. Gemartung Reiskirchen. 1. 1 Bonitierungskarte. 2. 1 Heft Besißstandsverzeichnis. 3. 1 Heft Gütergeschosse. 4. 1 Zusammenstellung der Gütergeschosse. 5. 1 Zuteilungskarte. 6. 1 Heft zuteilungsverzeichnis. 7. 1 Heft Gütergeschosse mit Zuteilungsplan. 8. 1 Heft Geldausgleichungsverzeichnis. い D. Grenzregulierung Burkhardsfelden- Oppenrod. Gemarkung Burkhardsfelden. 1. 2 Bonitierungskarten. 2. 1 Heft Besißstandsverzeichnis. 3. 1 Heft Gütergeschosse. 4. 1 Zusammenstellung der Gütergeschosse. 5. 2 Zuteilungsfarten. 6. 1 Heft 3uteilungsverzeichnis. 7. 1 Heft Gütergeschosse mit Zuteilungsplan. 8. 1 Heft Geldausgleichungsverzeichnis. E. Grenzregulierung Albach= Oppenrod. Gemarkung Albach. 1. 1 Bonitierungstarte. 2. 1 Heft Besitzstandsverzeichnis. 3. 1 Heft Gütergeschosse. 4. 1 Zusammenstellung der Gütergeschosse. 5. 1 Zuteilungskarte. 6. 1 Heft zuteilungsverzeichnis. 7. 1 Heft Gütergeschosse mit Zuteilungsplan. Erinnerungen aus der Schlacht bei Sedan. Von Dr. Hans Hasselta m p. ( Nachdruck verboten.) 8. 1 Heft Geldausgleichungsverzeichnis. F. Grenzregulierung Steinbach= Oppenrod. Gemarkung Steinbach. 1. 1 Bonitierungskarte. 2. 1 Blatt Besißstandsverzeichnis. 3. 1 Blatt Gütergeschosse. 4. 1 Zuteilungsfarte. 5. 1 Blatt Zuteilungsverzeichnis. 6. 1 Blatt Gütergeschoß mit Zuteilungsplan. 7. 1 Blatt Geldausgleichungsverzeichnis. G. Grenzregulierung Gießen- Oppenrod. Gemarkung Gießen. 1. 1 Bonitierungskarte. 2. 1 Blatt Besißstandsverzeichnis. 3. 1 Blatt Gütergeschosse. 4. 1 Zuteilungskarte. 5. 1 Blatt Zuteilungsverzeichnis. 6. 1 Blatt Geldausgleichungsverzeichnis. zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen findet daselbst Samstag, den 17. September 1910, vormittags von 9-10 Uhr statt, wozu ich die Beteiligten unter der Androhung einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich einzureichen. Die Vorzeigung der neuen Grundstücke findet Don= nerstag, den 8. September 1910 an Ort und Stelle statt. Zusammenkunft hierzu vormittags 9 Uhr vor Großherzoglicher Bürgermeisterei Oppenrod. Friedberg, den 29. August 1910. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: gez.: Nirnberger. Großherzoglicher Kreisamtmann. Bekanntmachung. Bei der Stadt Gießen ist die Stelle des Polizei- Setretär s alsbald anderweit zu beseßen. Bewerber müssen die Prüfung für Polizei- Kommissäre bestanden haben und bei einer Polizeibehörde mit Erfolg praktisch tätig gewesen sein. Mit der Stelle ist ein Anfangsgehalt von 2340 Mart, steigend alle drei Jahre um 260 Mr. bis zum Höchstgehalt von 3900 Mt., sowie Ruhegehaltsberechtigung und Hinterbliebenenversorgung verbunden. Bewerber wollen ihre Meldungen unter Anschluß von Lebenslauf und Zeugnissen bis zum hed in our 1. Oftober 1910 an uns gelangen lassen. Die Stelle ist zur Hälfte den Militäranwärtern vorbehalten und jetzt mit einem solchen zu besetzen. Umzugskosten werden nicht gewährt. Frühere DienstLönnen nur dann angerechnet werden, wenn das schon int meldung gewünscht wird. Gießen, den 25. August 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Lindenholz- Liefernng. Die Lieferung des Holzbedarfes für den Handfertig= feitsunterricht der hiesigen Knabenschule für das Winter= halbjahr 1910-11 soll öffentlich vergeben werden. Es ist zu liefern reines aftfreies Lindenholz in der Stärke von 5, 6, 7, 8, 10, 12, 14, 15 und 18 Millimeter, nach Größen angabe rechtwintelig bestoßen und beiderseitig sauber ge= | spiele angewiesen war. Dieser Nebel war es auch, der es den Bayern erlaubte, schon des Morgens um 4 das noch schlafende Dorf Bazailles zu überfallen. Ein Glüd, bag bald zu einer Gefahr wurde. Denn die bayerischen Löwen waren in den Seebären der Division Vassoignes auf einen ebenbürtigen Gegner gestoßen, der sich im Handumdrehen organisierte und verrammelte, und es begann nun jener stundenlange, fürchterliche, an Schrecken kaum über- troffene Dorstampf von Straße zu Straße, von Haus zu Haus, schließlich selbst von Zimmer zu Zimmer, bei dem fanatisierte Tapferkeit und berserkerhafte Erbitterung sich noch im Tode ineinander verbissen. In den brennenden Häusern trallten sich die Männer aneinander, die Offiziere jagten sich die Degen in den Leib. Verwundete flogen aus den Fenstern, der Sturmmarsch dröhnte, die wilden Rufe der Kämpfer durchhalten die Luft, die Kugeln pfiffen, die Verwundeten heulten, die Bajonnette flirrten, rasende Weilosgelassen. ber Bastionen umgürtet, Vorstädte nach beiden Seiten ausschic los arsen Verwundete in die Flammen. Die Hölle war Nun werden alle großen Erinnerungen an das ge waltigste Ereignis wieder wach, das die Kriegsgeschichte seit Waterloo kennt, und wieder freisen die Gedanken von Tausenden um die betriebsame alte Stadt im Maaßgrunde, die Heimat Turennes und einst die Residenz derer von Bouil lon. Wer an einem schönen Spätsommertage auf jener Höhe von Frenois steht, die historischer Grund ist, seitdem König Wilhelm mit seinem ganzen Stabe und Gefolge vor 40 Jahren von hier aus das um Sedan sich abspielende Riefendrama beobachtete, der blickt auf ein Landschaftspanorama von nicht gewöhnlicher Schönheit. Drunten im Tale vor die Stadt selbst, hochtürmig, mit Wällen und end. Als Achse des Bildes, vielgewunden, immer wieder auftauchend und hell aufglänzend, der Maaßfluß. Jenseits der Talsohle aber steigt ein welliges grünes Hügelland auf, ein von Schluchten und Bachläufen vieldurchschnittenes, zum Teil waldbedecktes Plateau, darauf dort und hier Dörfer, Häuser, Türme, Cazal, Floing und Illy im Sonnenlichte aufglänzen. Und dies ganze mannigfache und reiche Bild umschließen endlich rings hm Kreise die ernsten grünen Berge des Ardennerwaldes. Ein schöner Spätsommertag war auch der 1. September 1870, nur daß am frühen Vor gen die Ardennerberge einen dicen falten Nebel aushauchken, der erst gegen 8 Uhr von der Sonne aufgesogen wurde. Dieser Nebel war den Deutschen insofern günstig, als sie unter seiner bergenden Hut jene langen und fühnen Märsche ausführen konnten, die einen jeden Truppenteil, als leite ihn eine unsichtbare Hand, sicher und pünktlich an den Platz führten, der ihm in diesem grandiosen Kriegs Es gab einen Moment, wo es schien, als ob die Bayern in diesem verruchten Dorfe verbluten sollten. Da sprengte in rasendem Ritte ein Chevaurlegeroffizier heran: „ Aushalten! Der Kronprinz von Sachsen schickt Hülfe!" Und fie hielten aus, und die Hülfe kam: 71er von der Division Schöler, bald auch die 86er und 96er, und wenn auch noch lange verzweifelt gekämpft wurde und der Widerstand der unzähmbaren Marins immer wieder, bald hier, bald dort auflammte gegen Mittag war Bazeilles, jetzt nur noch 0 21. Jahrg. hobelt. Angebote mit Angabe der Forderung für den Quadratmeter jeder angegebenen Holzarten sind mit der Aufschrift Holzlieferung" verschlossen bis spätestens Samstag, den 3. September bei uns einzureichen. Gießen, den 25. August 1910. Bürgermeisterei. Bekanntmachung Wegen vorzunehmender Kanalisationsarbeiten wird der vom Hohleichweg längs der Lahn bis zum Abflußgraben der Unionbrauerei führende Feldweg( Leinpfad) bis auf Weiteres gesperrt. Gießen, den 25. August 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Wegen Vornahme Mecum. von Fahrbahnbefestigungsarbeiten wird die Goethestraße zwischen Seltersweg und Südanlage von heute an bis auf weiteres für jeglichen Fuhrwerks- u. Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 30. August 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Betr.: Schweineseuche unter den Schweinen des Gastwirts Georg Kraft dahier, Frankfurterstraße 83. Unter dem Schweinebestand des Wirts und Meßgers Georg Kraft, Frankfurterstraße 83, ist die Schweineseuche festgestellt worden. Gehöftsperre ist angeordnet. Gießen, den 29. August 1910. Großherzogliches Polizeiamt. Gebhardt. Bekanntmachung. Betr.: Die Besetzung einer Schußmannsstelle bei Großh. Polizeiamt Gießen. Bei der unterzeichneten Behörde ist alsbald eine Schutzmannsstelle zu besetzen. Der Anfangsgehalt beträgt 1475 Mart steigend alle 3 Jahre um 115 bis zum Höchstbetrage von 2050 Mart. Außerdem wird ein jährliches Kleidergeld von 75 Mt. gewährt. Bewerber, welche während ihrer attiven Dienstzeit beim deutschen Reichsheere oder bei der Kaiserlichen Marine mindestens drei Jahre als Unteroffizier gedient haben, wollen sich bis zum 15. September 1910 spätestens bei uns melden. Dem Gesuche sind beizufügen: 1. Selbstgeschriebener Lebenslauf, 2. Militärpapiere, Führungszeugnis, 3. ärztliches Attest darüber, daß Bewerber gesund und in dieser Beziehung in der Lage ist, den Dienst als Schutzmann versehen zu können. Persönliche Vorstellung ist erwünscht und kann an jedem Vormittage zwischen 9 und 12 Uhr bei dem unterzeich neten Amtsvorstande erfolgen. Gießen, den 26. August 1910. Großherzog l. Polizeiamt. Gebhardt. und die Bayern schwer ringend sah, konnte er glauben, sein Plan sei durchführbar; das Gefecht steht ja vortrefflich", meinte er furz darauf warf ihn ein Bombensplitter nieder. Die Bayern in die Maas zu werfen, war und blieb Gedanke Nachfolgers Kommando, Generals von Wimpffen, und als die Schlacht im Grunde schon ganz entschieden war, da schickte er des Nachmittags noch einmal an den Kaiser Botschaft, sich in die Mitte seiner Truppen zu begeben und mit ihnen auf Carignan durchzustoßen. Der Kaiser, schon halb niedergebrochen, tam nicht, aber der unermüdliche Wimpffen raffte wirklich schnell noch ein paar tausend Mann zusammen und stürmte mit ihnen nochmals auf Bazeilles los. Das war das letzte Aufflackern der französischen Initiative auf dieser Seite, die freilich nach einigem Terraingewinn bald an der ehernen deutschen Mauer zerschellte. Bazeilles, diese Stätte französischen Heldenmu tes, ist dem französischen Heere wie Wimpffen zum Unglück geworden. Als die Sachen dort noch nicht für die Franzosen gut standen, murmelte Wimpffen, er habe Lust, Ducrot es zu überlassen, sich herauszubeißen. Aber die Bayern gerieten in Gefahr, der optimistische Wimpffen sah den Sieg schon vor sich, wollte ihn an seinen Namen fetten, übernahm das Kommando- und schrieb seinem militärischen Ruhme das Todesurteil. Der einzige, Ducrot, begriff: Die Deutschen amüsieren uns nur bei Bazeilles", u. wolte gegen Norden, auf Illy zu, durchschlüpfen. Hätte es noch gefonnt, wenn er das Kommando behalten hätte? Vielleicht. Das freilich wußte ja auch er nicht, daß auch schon die dritte Armee auf dem Wege war, um das Tor zu schließen. Er wollte nach Nord o sten durch Nord we ste n war es, wo die leßte Masche fehlte. Erst er eine Rieſenruine und ein Maſſenfriedhof, in deutschen Hän Es war in deutschen Händen, und dieser Erfolg mußte erreicht werden, um den Riegel gegen Often abzusperren; gegen Wittag schloß sich auch hier der Ring. und doch war es ein Fehler, daß die französischen Führer wähnten, hier bei Bazeilles liege die Entscheidung. Dieser Wahn zieht sich dem roten Faden gleich durch ihre ganzen Operationen am Tage von Sedan. Bei Bazeilles, auf Carignan hin durchzubrechen war Mac Mahons Plan, und als er gegen 6 Uhr auf der Höhe vor Lamoncelle erschien Dieser Vorgang war es viel mehr, als die schweren Einzeltämpfe, worauf sich dort oben auf der Höhe von Frenois die Aufmerksamkeit tonzentrierte. Man sah von dieser Hochwarte, wie die Armee des Kronprinzen von Sachsen sich allmählich weiter nach rechts ausdehnte. Von der anderen Seite her kündete die Wirksamkeit der Geschüße das Nahen des Kronprinzen von Preußen. Reichten sich diese beiden Heersäulen die Hand, so war die Umkreisung vollendet. Die Unruhe wuchs. Der König selbst ging in lebhafter Ungeduld auf und ab. Moltke allein hatte ohne Zeichen von Unruhe, sogar ohne Glas, nur mit der Karte in der Hand, beobachtet. Plöblich richtete er sich stramm auf, schob die Schärpe zurecht und trat in streng dienstlicher Haltung an den König heran.„ Das Gardekorps( der äußerste rechte Flügel der Maasarmee) greift jetzt ein", meldete er; „ ich gratuliere Eurer Majestät zu eine m der größten Siege des Jahrhunderts!" Nicht viel später wird es gewesen sein, als in der Nähe von Olly 87er auf eine Schwadron Gardehusaren stießen und begeistert ausriefen:„ Hurrah! Die Maasarmee ist da!" Die Verbindung war hergestellt. Das war die Entscheidung. Aber es dauerte noch lange, bis die Franzosen begriffen, daß sie schon ganz verloren waren. Im Osten hielt sich die Division Lartigue den Sachsen gegenüber auf ihren Höhen mit großer Standhaftigkeit, und im Norden täten die Generale Felix Donay u. Ducrot das Aeußerste, um die Situation zu retten. Nur war der Geist der Truppen auf beiden Seiten ein ganz verschiedener. Die Deutschen: begeistert, siegesgewiß, laubbefränzt, entschlossen, das Unmögliche zu vollbringen. Unter den Augen und den Kugeln des Feindes klommen die preubei ßischen Grenadiere und Füsiliere die steilen Höhen Floing hinan. Es war eine Bravourtat, ähnlich denen von Spicherern, von Wörth, von St. Privat. Der General Sheridan sah dies Vorgehen von der Höhe von Frenois und rief mitleidig:„ Ach, die armen Teufel, sie sind zu schwach, die können niemals diese Position halten!" Und wirklich: sie mußten zurück; aber sie kamen wieder. Französische Kürassiere stürmen auf sie herab, die Preußen, ohne sich erst zu formieren, empfangen sie auf 150 Schritt mit Schnell feuer, und kaum wenden sich die Reiter, als der Angreifer ihnen schon nachstürzt. Solche Entschlossenheit war freilich unwiderstehlich. Einer von diesen Angreifern, ein 46er, wurde später gefragt, warum sie denn nicht auf Verstärfung gewartet hätten.„ Lieber Herr", antwortete er,„ das verstehen Sie nicht. Wenn wir unten sind und der Feind steht oben, so muß er runter. Und wenn der König selber sagt: wartet doch noch!- es hilft nichts, er muß runter." So die Deutschen. Was die Franzoset angeht, so lann kein Lob ihre Tapferkeit übertreiben. Aber allmäh= lich, je deutlicher ihnen die Hoffnungslosigkeit ihres Ringens zum Bewußtsein kam, bemächtigte sich ihrer eine dumpfe Verzweiflung. Dies Gefühl wurde ganz überwältigend, als in der Mittagsstunde die Eisenkette der deutschen Artillerie sich geschlossen hatte und, planmäßig und von allen Seiten zusammenwirkend, den Feind mit einem Bleihagel zudeckte. Was sichtbar ward. wurde von den mit unheimlicher Präzision treffenden Geschossen der Deutschen gefaßt. Ganze Kompagnien wurden dahingemäht. Dieser ferne unsichtbare Feind war viel entsetzlicher als ein naher, sichtbarer. Als die Garde in den Garenner Wald, den letzten Schlupfwinkel des Feindes, eindrang, fand sie keine kampffähigen Truppen mehr vor, sondern nur unendlich müde, hülflose Männer, die keinen Versuch der Gegenwehr machten und zu Tausenden die Waffen streckten. In diesen Stun den machten kleine deutsche Trupps ganze Kompagnien zu Gefangenen, und zuweilen liefen die Gefangenen den Deutschen wieder weg, die viel zu wenig zahlreich waren, um sie sicher bewachen zu können. Aber noch in den letzten Stunden der Schlacht vollzog sich hier das grandiose Schlußschauspiel der Schlacht: der berühmte Reiterkampf vor Illy. Es war Ducrot, der die Kavallerieangriffe befahl, um dem Ansturme auf die Linie Floing Illy noch einmal einen Damm entgegenzuwerfen. In einer Terrainfalte hinter dem Garennerwalde hatte bisher die Reiterei des Generals Mangueritte gehalten. Welch eine Truppe der Stolz des Kaiserreiches! Husaren, Lanciers, Chasseurs d'Afrique, Kürassiere und Chassiers; prachtvolle Uniformen, treffliche Pferde, ausgesuchte Männer. Hier standen jene Offiziere, die die Helden der Boulevards, die Löwen der Salons gewesen waren und nun zum Todestanze wie zum Kotillon gingen. Hier sollten auch sie ihren„ To17) Gerichtet. Familienroman von Franz Wichmann. Blut und Hagel, auch das noch!" knirschte der Förster, leine Frau mit Gewalt fortziehend. Soweit ist es gekommen, daß sie öffentlich miteinander im Wirtsgarten sitzen, und die Tante macht die Kupplerin!" „ Wenn es so ist, trägst du die Schuld daran!" sagte Frau telheid vorwurfsvoll.„ Du hast sie von dir gestoßen, daß der Armen nichts anderes übrig bleibt, als Schutz zu suchen da, tvo er sich ihr bietet!" „ Meinetwegen denn!" erwiderte kurz der Förster.„ Was fümmert's mich noch? Sie ist mein Kind gewesen; nur sehen will ich es nicht!" Die Försterin wies auf eine zur Rechten des Fußweges gelegenen Laube, deren Eingang ihnen zunächst lag und von dem runden Tisch aus nicht gesehen werden konnte. „ Setzen wir uns dort hinein," meinte sie, das dichte Grün des Gaisblatts verbirgt uns und sie!" Lorenz Reiner folgte ihr. „ Mir ist's recht," erwiderte er, am liebsten bin ich ganz ich mag die Gesichter der Menschen nicht mehr allein, sehen!" - Klara, die angstvoll hinübergeblickt hatte, war ihr rasches Verschwinden in der Laube nicht entgangen. Auch Hellborn war verwundert, den Förster nicht, wie er es erwartet hatte, zornig auf sich zukommen zu sehen. „ Ihr Vater meidet Sie?" meinte er betroffen.„ Wie sonst soll ich Ihre Worte deuten? Sie sind entzweit mit Ihren Eltern, Fräulein Reiner? Das Mädchen sah traurig vor sich nieder. desritt von Mars- la- Tour" finden.„ Meine Herren", sagte der eben erst General gewordene Galliffet zu seinen Offizieren,„ man erweist uns die Ehre, uns als Rückzugsdeckung zu verwenden. Wahrscheinlich sehen wir uns nicht wieder, ich verabschiede mich daher von ihnen." Und sie reiten an, sie treten hinaus in den furchtbaren Feuerbereich der deutschen Artillerie, sie brausen die Höhe hinab. Viermal stürmen sie in mächtigen, tobenden, wirbelnden Gewalthausen, Lawinen gleich, auf die deutsche Infanterie nieder. Aber unbeugsam sehen die Hessen, die Thüringer, die Schlesier dieser wilden Jagd entgegen, faltblütig mahnen die Offiziere zur Ruhe, kein Schuß fällt vor der Zeit, und als die Salve erfolgt, sind die glänzenden französischen Reiterscharen dezimiert, aufgelöst, in einen wüsten Knäuel verwandelt. Der„ Vater Margueritte" ist tot, die Generale Tillard, Girard, Salignac- Fenelon gefallen. " Noch einen Versuch!" ruft Ducrot Galliffet zu.„ So viel sie wünschen. Bis feiner mehr übrig bleibt." Und stürmt wieder an und erlahmt wieder und schlägt sich endlich, verwundet, mit einem jämmerlich fleinen Häuflein zur belgischen Grenze durch, indes die blauen Lanciers und die Panzerröcke der Kürassiere und die grünen Chasseurs hau fenweise die Abhänge bedecken. „ Der Vater hat mir die Tür gewiesen," antwortete ste ,, und wenn nicht meine Tante so menschenfreundlich gewesen wäre, mich bei sich aufzunehmen, so hätte ich nicht gewußt, wohin." ,, D, nicht der Rede wert," wehrte Frau Baumert bescheiden ab ,,, ich tat nichts als meine Christenpflicht!" „ Und das kam meinetwegen?" fragte Hellborn. ,, An jenem Abend, ja," erwiderte Klara. „ Meinetwegen!" rief er schmerzvoll aus.„ Und ich hatte feine Ahnung davon! Seit jenem Tage war ich nicht mehr in der Stadt!" Klara erhob plötzlich den Blick und sah ihm fragend in die Augen. ,, So war es Zufall, der Sie jetzt gerade hierher führte?" forschte sie. Während ringsum an den Fronten die Franzosen sich noch heldenmütig schlagen, ist in Sedan selbst schon seit Stunden die völlige Demoralisation eingetreten. Die Disziplin ist zerrissen,„ Verrat!" tönt es durch die Straßen, die Führer, der Kaiser selbst werden verhöhnt, ein Chaos, ein Pandämonium entfaltet all seine Schrecken. Und nun fahren die deutschen Geschüße näher, die Granaten fallen in die Stadt, am Tore toben schon die Bayern. Da er scheint General Lauriston mit der Parlamentärflagge, und nicht lange dauerts, so reitet General Reille mit einem weltgeschichtlichen Briefe gesenkten Hauptes der Höhe von Frenois zu. Das Drama ist zu Ende Eine neue Kaiserrede. Welchen Wert der Kaiser selbst darauf legt, daß seine Worte nicht falsch verstanden oder ausgelegt werden, hat er dadurch bekundet, daß er bei dem Paradediner, daß er am Montag zu Ehren der Provinz Westpreußen im Marienburger Hochmeisterschloß gab, nochmals auf seine vielangegriffene Wendung vom Gottesgnadentum zurückkam und sie so umschrieb, wie er ihren Inhalt auffaßt. Der Kaiser führte hier u. a. aus: em= „ Die Provinz Westpreußen bietet in ganz besonderem Maße das Bild des Zusammenwirkens der verschiedenen Elemente, die dazu beitragen, die Stärke und die Größe des Vaterlandes auszumachen. Das Zusammenwirten dieser Elemente in dieser schönen Provinz hat dieselbe in den letzten 10 Jahren gefördert und porgebracht. Wodurch ist solches aber möglich gewesen? Dadurch, daß der Friede dem Lande erhalten wurde, der Friede, der die Folge der großen Ruhmestage war, die nunmehr vor 40 Jahren unter unserem großen Kaiser erkämpft wurden. Also die gemeinsame Arbeit aller Stände und Berufsklassen fördert das Land und die Provinz, und diese gemeinsame Arbeit möchte ich auch auf das große Vaterland übertragen sehen. Sie sind hier versammelt in der alten Marienburg. Was lehrt uns die Marienburg und der deutsche Orden? Durch feierliches Gelöbnis waren sich die Ordensbrüder zugetan und stellten ihr Wert unter die Ob macht eines Höheren. Das soll für uns ein Vorbild sein. Das Kreuz auf seinem Gewande bedeutet die Unterordnung unter des Himmels Willen. Es bedeutet, daß Deutsch= tum und Christentum untrennbar von ein ander sind. Was sollen wir daraus lernen? Daß dies eine Illustration für das Wort ist, was ich neulich in Königsberg gesprochen habe: So wie mein seliger Großvater und wie ich uns unter der höchsten Obhut und dem höchsten Auftrage unseres Herrn und Gottes arbeitend dargestellt haben, so nehme ich das von einem jeden ehrlichen Christen an, wer es auch sei. Wer in dieser Gesinnung arbeitet, dem wird es aber klar, daß das Kreuz auch verpflich „ Der Zufall, der mich Sie hier eintreten sehen ließ!" antwortete er einfach und offen. Das Mädchen schwieg eine Weile und wagte nicht, ihn an zusehen. Dann sagte sie mit leiser Stimme: „ Der Wunsch nach Versöhnung mit dem Vater, der, wie wir wußten, heute hierherkommen würde, hatte mich her getrieben!" ( Gerichtet 35 Nr. 8.) ,, Und nun bin ich es wieder, der diese versöhnung der hindert, der ,, Nein, flagen Sie sich nicht an," unterbrach sie ihn,„ ich habe ja auch so eine Versöhnung gefunden, die Versöhnung mit Ihnen!" Frau Baumert legte die Hand auf der Nichte Arm: ,, Sprich nicht so laut; ich glaube, man hört uns drüben in der Laube. Wollen wir uns nicht weiter fort in den Schatten setzen? Die Plätze in der andern Laube sind eben leer geworden--" " Ja," sagte Klara rasch, wir wollen dem Vater das un angenehme Bewußtsein unserer Nähe ersparen." Sie wandte sich zu Hellborn:„ Wenn es Ihnen recht ist" „ Ja, gewiß!" Er rief den Kellner, bestellte Kaffee und Milch für den Knaben und ließ, was auf dem Tische stand in die bezeichnete Laube hinübertragen. Der Förster und seine Frau fonnten von ihrem versteckten Platz nichts von dem kleinen Umzug wahrnehmen. Der Förster sah und hörte ah kaum etwas von der Welt, finster und in sich gekehrt saß er da. an," boll, - die te! Wir sollen in brüderlicher Liebe zusammenhalten, die Konfessionen und die Stämme. Wir sollen einem jeden Stamm seine Eigenheit und Eigenart lassen. Es sollen die Stämme und Berufsgenossenschaften die Hände in einander schlagen zu gemeinsamer Arbeit, zur Erfüllung der staatlichen Notwen digkeiten. Der Landwirt schlage in die Hand des Kaufmanns ein, dieser in die Hand des Industriellen. Der Zugehörige einer Partei ergreife die Hand des anders Ge finnten, wenn es darauf ankommt, Großes für unser Vaterland zu leisten; und eine Konfession trage die andere mit Liebe, dann werden wir dem Vorbild der großen deutschen Männer, die einst hier gestanden und gearbeitet haben, nachkommen. Dann werden wir die Schwierigkeiten, die sich uns entgegentürmen und wo werden sich die nicht finden- überwinden. Leben heißt arbeiten, ar= beiten heißt fämpfen, kämpfen heißt Schwierigfeiten überwinden, und die werden mit gegenseitiger Achtung und mit gegenseitiger Hilfe überwunden, wenn man sie als von oben uns in den Weg gelegte Prüfsteine ansieht." „ Aber was hast du denn nur?" meinte Frau Adelheid. „ Sind wir denn nicht hierhergekommen, um einmal die häus lichen Sorgen zu vergessen und heiter zu sein? Komm, stoß' sie schenkte aus der Flasche schnell sein Bierglas wieder Otto soll leben, unser einziger!" Lorenz Reiner beobachtete die Aufforderung nicht. ,, Heiter sein, v, ia," sprach er bitter vor sich hin ,,, es ift heiter, alles zum Lachen! Ich habe auch Grund, lustig zu Jein!" ( Gerichtet 36 Nr. 8.) Frau Adelheid setzte gekränkt ihr schon erhobenes Glas wieder auf den Tisch zurück. ,, Seit du bei dem Oberforstmeister gewesen bist, haft du noch kein freundliches Wort zu mir gesprochen!" sagte ste. ,, Bei dem habe ich es auch nicht lernen können!" versetzte er. „ Er hat dich unfreundlich behandelt?" forschte ste. „ Schlimmer als das," der Fuß des Försters stampfte oen Boden, er hatte Mitleid mit mir!" „ Mitleid? gebener Wieso? Du freilich, du bist sein Unter ,, Nein. das bin ich nicht!" рл ten die hohen fteig anwesend Um 3% 1 Dort hatte fich gefunden, die ten Reiben um ches Aufgebot männern vorge die Herren de amte und eine runter Herren Von jeder grö liche Schloß di men des russis 2.21 Uhr einla ung. 2.20 schloß Paar im off dunkeln Prome 3ogin im einf Begrüßung de eine ungemein Mit einem Hoch auf die Provinz Westpreußen die Kaiserrede, die sicher ein weit freudigeres Echo wecken wird als die vielumstrittenen Worte von Königsberg. Zum Barenbesuch in Friedberg. die Der Kaiser und die Kaiserin vom Rußland passierten in Eydtkuhnen am Montag um 2 Uhr nachmittags deutsche Grenze. In der russischen Grenzstation Wirballen fand offizieller Empfang statt. Am Dienstag erfolgte um 7 Uhr früh die Ankunft in Halle und um 12 Uhr in Kassel. Der Hofzug passierte furz vor 3 Uhr den Bahnhof Gießen. Er wurde von Marburg ab von zwei in Gießen stationierten Lokomotiven gezogen, welche bis Friedberg von den Gießener Lokomotivführern Krauße und Birken buch geführt wurden. Er bestand aus einem Pack- und 10 Salonwagen. Auf dem Bahnhof Gießen waren die umfassendsten Sicherheitsmaßregeln getroffen und alle Zugänge zu der MainWeserbahn gesperrt. Außerdem hatten an den Unterführungen innerhalb der Stadt Gießen Schußleute in Zivil Aufstellung genommen. Auf den Maschinen befanden sich noch Baurat Stehler und Betriebsingenieur H a m me I. Die einzelnen Wagen trugen einen dunkelgrünen Anstrich und zeigten den russischen Doppeladler in Gold. Die Straßenübergänge der Main- Weserbahn waren mit zahlreichen Zuschauern besetzt. der an In Buzz ba ch hatten sich an den Wegen längs Bahnlinie zahlreiche Erwartungsvolle aufgestellt, die den Hofzug lebhaft begrüßten. Das Zarenpaar zeigte sich den Fenstern des Salonwagens und winkte fortgesetzt. Die Bahnstrecke war scharf bewacht. Alle Flurschüßen, Polizeidiener und Bahnwärter des Bezirks patroullierten auf der Strecke, von Ostheim ab waren noch viele Schuhleute und Gendarmen am Bahnkärper postiert. Als der Hofzug Bad Nauheim erreichte, war die ganze kaiserliche Familie an den Fenstern des Salonwagens versammelt und betrachtete interessiert den Ort, der gewissermaßen mit zu ihrem Aufenthalt gehörte. Fürst Orloff, der dem Hofzug entgegengefahren war, machte den Erklä rer. Schon von Butzbach aus waren namentlich die kaiserlichen Kinder unermüdlich im Betrachten der Gegend und Fragestellen. In höflicher, liebenswürdigerweise erwiderWie, was sagst du, wus soll das heißen?" ,, Daß ich es nicht mehr bin, seit heute! Gin alter, unnützer Jagdhund bin ich geworden, der hinter dem Dien liegen kann und dem man nur noch aus Gnade einen Bissen zum Leben hinwirft, bis er trepiert!" Die Försterin war schreckensbleich geworden, ihre Lippen zitterten, als sie die Frage herausstieß: ,, Du willst doch nicht sagen, daß man dich entlassen „ Sprich es nur aus! Ja, pensioniert hat man mich, in meinen Jahren, bei meiner Kraft! D, sie haben es gut ge meint, mir die Pille verzuckert, aber sie war dennoch bitter, entsetzlich bitter!" „ Mein Gott," jammerte Frau Adelheid, und das bei unserer jetzigen Lage! Was soll nun aus Otto werden? Schreibt er nicht immer, daß man es beir: Militär nur auss halten könne, wenn man Geld habe? Aber so erzähl' doch, hat der Oberforstmeister dich darum rufen lassen?" „ Ja, darum, weil ihm unsere Lage genügend befannt ist, die Schulder und alles! Ich entehre den Stand, hat er gesagt, das gehe nicht so fort, und ich müsse aus administrativen Erwägungen hat er gesagt- in Pension gehen!" „ Unerhört! Was wird Otto dazu sagen! Das tann seine ganze Karriere zerstören!" „ Um die ist's am wenigsten schade!" erwiderte der Förster gallig.„ Er könnte auch sonst ein ehrlicher Mensch werden und sei's als der geringste Arbeiter! Wenn sie ihm nur den frivolen Leichtsinn austreiben wollten bei den Soldaten! Sonst sind wir umsonst an den Bettelstab gekommen!" freundlichem R Kaum, da hatte, wurde& los fuhr er in ließ, war Ra seanzug mit m ferin und d ende Familiens herzog feine G lichft. Ebenso i herzogin und die fünf kaiserl belamen jedes „ Lächerlich!" rief Frau Adelheid, in ihrem vergötterten Sohn beleidigt.„ Hat das vielleicht auch der Herr Oberforst meister gesagt? Was weiß der von unserm Otto?" „ Mehr als du denkst. Ich habe ihm erzählt, mozu ich das Geld brauche und daß mein Sohn so viel koste. Da bat er mitleidig die Achseln gezuckt und gemeint, es sei besser, der Bursche hungere, als ich. Es sei ihm bekannt, daß er sich in schlechter Gesellschaft herumgetrieben, und schon auf der Universität habe man ein scharfes Auge auf ihn gehabt." ,, Unser Otto in schlechter Gesellschaft? Das ist doch zum Lachen!" rief die Försterin außer sich.„ Du selber weißt, welche noble Bekannten I wie den Robert von Hohlen und andere er hatte!" - Lorenz Reiner lachte bitter auf. ,, Auch darüber hat der Oberforstmeister mir die Augen ge öffnet! Der Herr von Hohlen sei ein verbummelter Student, ein heruntergekommener Adeliger, den man wegen staatsgefährlicher Umtriebe im Verdacht habe und der kürzlich wegen Verwickelung in eine schmutzige Affäre von der Hochschule verwiefen worden sei. Davon hat der Otto uns kein Wort gesagt." ( Fortsetzung folgt.) Kaiserpaare tra Marburg entge Kaisers Graf der Hausminist mandant Detju fin, die Ober- G Fräulein Tjutg Empfang war im Familientre Straßen brauch Herrschaften zu schienen schon Großherzog gen nahmen d witsch Alerei, Play. Die 3a Sie sah etwas lichen Eindruck im Heimatlan Matrosenanzug folgten Es war herzlic den. Der Kai hielt ihn schli freudestrahlend grüßte er fre Veteranen. N ner der Burg dem die lange folge und Die fiel der weiße Schloß wurde hißt, der Her milie hatten d Burg Friedber Um Schlo vier Menschen, soll die Kaiser ftattete Zimme sie während Reizend war noch ein weni den großen Jahre zählen, schließen und ben nicht fehle Im Schlof marschall Frhr herrn Frhrn. genommen, fü folge im Schl ften Kreise. L Kaiserstraße v menierten auf Spiel, das Fri heit bot. Die ein prächtiges endlosen Schn die Fenster de Deutschlan freundschaft be Sie auf Schlo Die Ueberzeug Bad- Nauheim ift. * Der hat einen mel * Der 2 ben lebten La 2 Meter über Granit gehalt fertiggestellte totem Sandit zusammenme. Wir follen die genheit uns Stämme und nder schlagen zu atlichen Notwen Hand des Kauf triellen. Der Zu des anders Ge 3 für unser Ba ge die andere mil großen deutschen beitet haben, nach igleiten, die fich ich die nicht fin rbeiten, ar heißt Schwierig t gegensei genseitiger von oben uns in eftpreußen schlof eres Echo weden Königsberg. iedberg. ußland passierten nachmittags die itation Birballen Stag erfolgte um 12 Uhr in Staf den Bahnhof Gie Dei in Gießen fta is Friedberg von e und Birlen einem Bad und umfassendsten Si änge zu der Main n den Unterführ hubleute in Zibil en befanden sich enieur Hammel. telgrünen Anstrich Gold. Die Stra 1 mit zahlreichen Begen längs der gestellt, die den ar zeigte sich an tte fortgesetzt. Die irschüßen, Polizei Toullierten auf der le Schuhleute und erreichte, war die des Salonwagens Ort, der gewis te. Fürst Orloff, machte den Erklä mentlich die kaiser der Gegend und gerweise erwider n?" 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Die Absperrung war durch ein rei* Die gefürchtete Schweinefeuche beginnt sich wieder auszubreiten. Sie ist festgestellt in Altenschlirf, Grünberg, Mauswinkel, Rirfeld, Freiensteinau, Schlitz, Münschen- Moos, Willofs und Gießen. ** Straßenpflanerung. Jetzt wird auch der zwischen Seltersweg und Südanlage befindliche Teil der Goethestraße, welcher bisher nur eine chauffierte ches Auſgebot von Soldaten, Schuhleuten und Feuerwehr- Jahrbahn aufwics, mit e nem Belag von Granitsteinen männern vorgenommen. Auf dem Bahnsteig blieben nur die Herren des Sicherheitsdienstes, einige höhere Bahnbeamte und eine fleine Schar auserlesener Pressevertreter, darunter Herren aus Petersburg, Paris und Berlin zurüd. Von jeder größeren Station aus wurde ins Großherzogliche Schloß die telegraphische Mitteilung vom Näherkommen des russischen Hofzuges gesandt. Der Zug sollte um 2.21 Uhr einlausen, hatte aber eine geringfügige Verspätung. 2.20 Uhr verließ das Großherzogliche Paar im offenen Wagen die Burg. Der Großherzog im dunkeln Promenadenanzug mit rundem Hut, die Großherzogin im einfachen hellen Kleid mit schwarzem Hut. Die Begrüßung des hohen Paares seitens des Publikums war eine ungemein herzliche. Unaufhörlich dankten beide mit freundlichem Nicken und Grüßen. Kaum, daß das hohe Paar den Bahnsteig betreten hatte, wurde der Hofzug sichtbar. Langsam und geräusch los fuhr er in die Halle. Der erste, der den Wagen verließ, war Raiser Nikolaus im einfachen hellen Reiseanzug mit weichem Hut, hinter ihm folgten die Kai= serin und die Kinder. Und nun gab es eine rührende Familienszene. Mit beiden Händen begrüßte der Großherzog seine Schwester und den Kaiser und füßte sie herzlichst. Ebenso innig war die Begrüßung zwischen der Großherzogin und den hohen Verwandten. Freudig umringten die fünf kaiserlichen reizenden Kinder Onkel und Tante und bekamen jedes ihr Küßchen und Patschhändchen. Mit dem Kaiserpaare trafen ein: Fürst Orloff, der dem Hofzug bis Marburg entgegengefahren war, die Generaladjutanten des Kaisers Graf Benkendorf und Generalleutnant Mossolow, der Hausminister des Kaisers Graf Frederiks, Palasttommandant Detjulin, Flügeladjutant Drenteln, Leibarzt Botfin, die Ober- Ehrendame Fräulein Büßow, die Ehrendame Fräulein Tjutgeff und sonstiges großes Gefolge. Offizieller Empfang war ertra verbeten und so spielte sich alles ganz im Familientreise ab. Das Publikum draußen auf den Straßen brauchte nicht lange auf das Erscheinen der hohen Herrschaften zu warten. Nach zwei oder drei Minuten erschienen schon zwei einfach gefleidete Herren- Zar und Großherzog und bestiegen den Wagen. Im ersten Wagen nahmen die Zarin, die Großherzogin, der kleine Zarewitsch Alerei, sowie die älteste russische Prinzessin Olga Plaß. Die Zarin trug ein helles Kleid und schwarzen Hut. Sie sah etwas bleich aus, machte aber sonst einen vorzüglichen Eindruck. Man sah ihr die herzliche Freude an, sich im Heimatlande zu befinden. Der Zarewitsch hatte einen Matrosenanzug an und ebensolche Müße auf. Im 3. Wagen folgten die Prinzessinnen Tatjana, Maria und Anastasia. Es war herzlicher Jubel, mit dem die Wagen begrüßt wurden. Der Kaiser, der ununterbrochen seinen Hut zog, be= hielt ihn schließlich einfach in der Hand und grüßte mit freudestrahlendem Gesicht nach allen Seiten, besonders begrüßte er freundlich die in der Kaiserstraße aufgestellten Veteranen. Mit stürmischem Jubel begrüßten die Bewoh ner der Burg die Ankunft der hohen Herrschaften. Nachdem die lange Reihe der Wagen und Automobile mit Gefolge und Dienerschaft im Burghof verschwunden waren, fiel der weiße Schlagbaum, die Kaiserstandarte auf dem Schloß wurde neben der Standarte des Großherzogs gehißt, der Herrscher des mächtigen Rußland und seine Familie hatten auf lange Zeit hinaus Wohnung in der alten Burg Friedberg genommen. Um Schloß Friedberg wurde es still. Drinnen saßen vier Menschen, die sich viel zu erzählen hatten. Tiefgerührt soll die Kaiserin gewesen sein, als sie das einfach ausgestattete Zimmer ihrer Mädchenzeit wieder gesehen, in dem sie während ihres hessischen Aufenthaltes wohnen wird. Reizend war die Begrüßung der Kinder. Unsere Prinzen, noch ein wenig scheu gegenüber dem russischen Vetter und den großen Basen, die älteste Prinzessin dürfte bald 15 Jahre zählen, werden bald innige Freundschaft mit ihnen schließen und dann dürfte es in Schloß Friedberg an Leben nicht fehlen. Im Schlosse empfing das Kaiserpaar den hessischen Hofmarschall Frhrn. v. Ungern- Sternberg und den Kammer= herrn Frhrn. v. Leonardi. Um 5 Uhr wurde der Tee eingenommen, für die Fürstlichkeiten im Garten, für das Gefolge im Schloß, und abends war Familientafel im eng= sten Streise. Unterdessen wurde es gegen Abend auf der Kaiserstraße von neuem sehr lebhaft. Viele Hunderte promenierten auf und ab und ergößten sich an dem Schawspiel, das Friedberg seinen Gästen bei eintretender Dunkelheit bot. Die Kaiserstraße bot dann in ihrer Illumination ein prächtiges Bild. An den Bäumen liefen die langen endlosen Schnüre der Lampions und teilwetse waren auch die Fenster der Häuser illuminiert. Gast= Deutschland und das Land Hessen weiß, was freundschaft bedeutet und wir hoffen, daß die hohen Gäste, die auf Schloß Friedberg wohnen, uns gesund verlassen u. die Ueberzeugung mit sich nehmen, daß in Friedberg und Bad Nauheim noch deutsche Treue und Ehrlichkeit zu Hause ift. Lokales. Gießen, 1. September 1910. * Der Minister des Innern v. Hombergt zu Vach hat einen mehrwöchigen Urlaub angetreten. * Der Bahnhofs erweiterungsbau ist in den letzten Tagen rüstig fortgeschritten. Er ragt nunmehr 2 Meter über die Straßenfläche empor. Der Sockel ist in Granit gehalten. Das auf dem Unterbau ruhende, nahezu fertiggestellte Erdgeschoß besteht in den Außenseiten aus Totem Sandstein. bersehen. Im übrigen verdient die rasche Bewältigung der diesjährigen Straßenarbeiten seitens des Tiefbauomtes Anerkennung. * Streit. Ein Teil der Arbeiter der Holzbearbeit ungsfabrik von Emil H. Müller zu Gießen ist verschiedener Differenzen halber in den Ausstand getreten. * Das silberne Berufsjubiläum beging am Dienstag der bei den Rechtsanwälten Katz und Kaufmann tätige Bureauvorsteher Boeck. * Verhaftet wurde in der Nacht zum Dienstag in der Dammstraße durch den Wach- und Schließmann Schäfer ein Tagelöhner bei der Ausführung eines Kellerdiebstahles. Auch sein Gehilfe, welcher ebenfalls dem Arbeiterstand angehört, wurde durch den genannten Beamten festgenommen, entschlüpfte aber auf dem Wege nach dem Polizeiamt. * In ein tatholisches Vereinshaus wird demnächst die alte fath. Sirche in der Frankfurterstraße umgebaut werden. Die darauf bezüglichen Pläne befinden sich gegen= wärtig im städt. Hochbauamt. * Cafe Leib. Das überall befannte und alt renomierte Cafe Leib hat am 1. August seinen Pächter ge wechselt und ist in die Hände des Restaurateurs Rosch übergegangen. Dem neuen Pächter geht ein guter Ruf als tüchtiger Fachmann voraus, der es sich sicher angelegen sein läßt, dem Cafe Leib das alte Renommee wieder zu erlangen und zu wahren. Herr Rosch hat bereits große Restaurants und Varietes wieder glänzend in Gang ge bracht, was sich ja leicht denken läßt, da er früher erste Stellungen im Albert Schumann- Theater und Kaiserkeller in Frankfurt begleitet hat. Die großen geräumigen Lofalitä ten sind vollständig renoviert, ebenso der schöne Festsaal, welcher neben anderen auch einen neuen Parkettfußboden erhalten hat, was ja längst schon der Wunsch aller Vereine resp. der tanzlustigen Jugend war. Im Restaurant finden täglich erstklassige Künstler- Konzerte statt bei freiem Eintritt. Der Saal wird in erster Linie für Vereine und Gesell= schaften reserviert gehalten und außerdem zu Varieteee- Vorstellungen verwendet. Wir wünschen dem Herrn Rosch zu seinem Unternehmen viel Glück und recht lebhaften Besuch. Lieberdie des * Um Herrn Köhler Reichstagsmandat scheint es endgiltig geschehen zu sein. Der Abg. mann von Sonnenberg polemisiert im„ Reich" gegen Mitteilung, die im Anschluß an die Kandidatenfrage Abg. Köhler gemacht wurde, daß nämlich voraussichtlich eine Verschmelzung der antisemitischen Parteien stattfinden werde. Von Interesse ist, daß Herr Liebermann v. Sonnenberg erklärt, die deutsch- soziale Parteileitung werde aus dem Wortlaut der Kundgebungen des Abg. Köhler lediglich den Schluß ziehen, daß der genannte Herr endgiltig. auf ein Mandat verzichtet, da eine gemeinsame Kandidatur außer jedem Bereich der Möglichkeit liege. an= * Weinbau in Hessen. Die ungünstigen Weinernten der letzten Jahre und die dadurch veranlaßte Unrentabilität des Weinbaues veranlassen viele Besizer, ihre bisher mit Reben bestellten Kulturböden lieber mit deren Erzeugnissen der Landwirtschaft, von denen sie bessere Erträge erhoffen, zu bestellen. Dies dürfte der Hauptgrund sein, daß der Weinbau in Hessen nach der neuesten Statistit nicht unwesentlich zurückgegangen ist. Die gesamte mtt Reben bebaute Fläche belief sich in Hessen im vorigen Jahr noch auf 14 567 Heftar; jetzt beträgt im Jahr 1910 die Gesamtweinbergsfläche nur noch 14 300 Hektar. Aus Hessen und Nachbarg ebiet. * Aus dem Vogelsberg. Groke Heuvorräte sind infolge des reichen Graswuchses im Ueberfluß vorhanden, und die bevorstehende Grummeternte verspricht ebenfalls sehr reichlich auszufallen. Auf den Bahnhöfen werden jetzt bedeutende Heumengen versandt. Der Preis ist 2 Mt. bis 2,25 mt für den Zentner also sehr niedrig. * Friedberg. Der hiesigen freiwilligen Sanitätfolonne vom Roten Kreuz wurde von der Reichsbank in Anerkennung der bei dem Raubanfall im Juni d. Js. dem Bankdirektor Meyer geleisteten ersten Hilfe der Betrag von 40 Mt. überwiesen. * Friedberg. Unter dem Protektorat des Herrn Kreisrat Schliephake- Friedberg findet am 3. und 4. September im Saale des Hotel Trapp eine Rosen und Herbst blumen Ausstellung, veranstaltet vom Bezirtsberein Friedberg der Verbindung selbständiger Handelsgärtner Hessens, ſtatt. der * Allendorf a. d. L. Der Verband Oberhessischer Kaninchen- und Geflügelzüchter wird seine erste Verbandsausstellung am 30. Oktober in Wieseck abhalten. Mit der Ausstellung soll eine Küchenabteilung verbunden werden. Kaninchenfleisch wird hier zu Kostproben ausgelegt. Der Verein Gießen wird diese Abteilung einrichten. Ein Kaninchen und Geflügelmarkt in Gießen ist beabsichtigt. * Wezlar. Durch Unvorsichtigkeit wurde in Maschinenfabrik Rose dem Lehrling Karl Hofmann von Werdorf an der Eisensäge das linke Handgelenk durchschnitten. Der Verletzte wurde in die Gießener Klinik gebracht. * Eschwege. Die Tabaternte fällt in un serer Gegend in diesem Jahre sehr gut aus. Die Pflanzen fonnten sich bei dem feuchtwarmen Wetter vorzüglich ent= wickeln. Da die Preise des Roh, abats in den letzten Jahren gestiegen sind, hat man in diesem Jahre wieder größere Flächen angepflanzt. * Frankfurt a. M. Zur Fleischteuerung. Bei der hiesigen Stadtverordnetenversammlung ist folgender Antrag eingebracht worden: Der Magistrat wird ersucht, gemeinsam mit der Stadtverordnetenversammlung bei der Staatsregierung dahin vorstellig zu werden: 1. daß die Grenzsperre für die Einfuhr von Jungvieh, Schlachtvieh und Fleisch auf das für den Seuchenschutz unumgänglich nötige Maß her abgesetzt werde, 2. daß die Zölle auf Futtermittel vorerst zeitweise aufgehoben und die Vieh- und Futterzölle herabgesetzt werden, 3. daß die Frachtsäße für Schlachtv eh und Fleisch zeitweise ermäßigt werden. * Frankfurt a. M. Wegen großer Betrügereien wurde gestern der hier wohnende 32jährige galizische Reichsgraf Josef Duni- Bockowsky von Szachcince verhaftet. * Darmstadt. Der Präsident der„ Hassia", Generalleutnant 3. D. Georg Hof, ist nach langem schweren Leiden gestorben. Der Verewigte stand im 65. Lebens= jahre und gehörte viele Jahre hindurch dem Offizierkorps des 116. Infanterie- Regiments in Gießen an. Er war zuletzt Brigade Kommandeur im Osten des Reiches und erhielt bei seinem Scheiden aus dem aktiven Dienst den Charafter als Generalleutnant mit dem Titel Exzellenz. Seit dem lebte er in Darmstadt im wohlverdienten Ruhestand, wo er sich besonders die Pflege alter Kameradschaft ange legen sein ließ, weshalb ihm auch vor etwa sechs Jahren beim Rücktritt des Oberstleutnants 3. D. Gramolini das Präsidium der„ Hassia" übertragen wurde. * Wiesbaden. Der Großgerzog von Mecklen burg- Strelitz ist heute vormittag mit Gefolge hier ein. getroffen und hat im Hotel„ Nassauer Hof" Wohnung genommen. * Wiesbaden. Dem Ehrenausschuß für die vom 3.- 5. September in Wiesbaden stattfindende 24. Haupt= versammlung des Mittelwestdeutschen Stenographenbundes Stolze- Schrey find hervorragende Vertreter der Behörden, von Wissenschaft, Handel und Industrie beigetreten, u. a. der Herr Regierungs- Präsident Dr. von Meister, Herr Landrat Kgl. Kammerherr v. Heimburg, Herr Landeshauptmann Krekel. Den Festvortrag hat der als hervorragender Prattifer bekannte Kammerstenograph Frey- Karlsruhe i. B. übernommen, dessen Thema„ Hat die Stenographie ein Zukunft?" bei der großen Bedeutung der Kurzschrift von Interesse sein wird. Interessenten, auch solche welche feinem Stenographen verein angehören, erhalten gern Auskunft durch den Vorsitzenden des Wiesbadener Vereins, Herrn A. Todt, Wiesbaden, Morißstraße 21. * Utphe. Bei der Beigeordnetenwahl wurde der seitherige Beigeordnete Konrad Wilhelm Belzer mit 66 Stimmen einstimmig wiedergewählt. * Bingen a. Rh. Am Rheinischen Technikum in Bingen, einer Lehranstalt, die sich ausschließlich mit der Ausbildung im Maschinenbau und in der Elektrotechnik beschäftigt, beträgt die Zahl der Studierenden 3. 3. über 500 und wird voraussichtlich im Winter d. Js. abermals eine Vergrößerung erfahren. Ueber Automobilbau als Spezialfach wird bereits seit 3 Jahren, über Luftfahrzeugbau seit einem Jahre vorgetragen. Mit der Anstalt sind große La boratorien und Versuchsräume für Maschinenbau und Elektrotechnik verbunden. Aus aller Welt. )(„ Rund um Berlin" ist bereits sieben Mal auf Brennabor gewonnen. Am Sonntag fonnte ein Brenna= borjahrer den achten Platz belegen und die Zeit des vorjährigen Siegers um 2 Minuten und 43 Sefunden verbessern. Das 30 Kilometer lange Straßenrennen BerlinTasdorf- Berlin gewann H. Hamann; die 178 Kilometer lange Strecke Berlin- Königsberg N.- M.- Berlin legte E. Mantle als Erster zurück. Hamann und Mantle fahren Brennabor, wie auch 2. Klingelschmitt und A. Tschumperly, welche sich im 30 Kilometer- Rennen um die Straßenmeisterschaft von Mülhausen i. E. als Erster bezw. Zweiter plazierten. )( Stundenrennen. In Zehlendorf gewann A. Tezlaff, nachdem er bereits im Hauptfahren gesiegt hatte, am 28. August auch das Stundenrennen. Im Stundenrennen auf der Barmener Rennbahn gingen T. Hall aus dem ersten und A. Schulze aus dem zweiten Laufe als Sieger hervor, und in Hannover endete das Stundenrennen mit dem Siege von Echterhoff- Moritz, die, wie Tetzlaff, Hall und Schulze, Brennabor fahren. Abg. Köhler- Langsdorf hat in der Automobil- Angelegenheit eine Ladung auf das Amtsgericht zu Lich erhalten. Die hessische Regierung erhielt von dem Abg. Köhler jetzt noch eine zweite Kraftwagen Interpellation, deren Wortlaut folgender ist: In der Allgem. Automobilzeitung" zu Berlin Nr. 34, vom 26. August 1910, findet sich u. a. auf Seite 33 folgende Zuschrift des hess. Regierungsassessors Dr. L. Opel zu Berlin:" Als hess. Regierungsbeamter und Kenner der hess. Verhältnisse halte ich es unter der Würde, etwas auf die Angriffe des Herrn Köhler zu entgegnen. In Hessen ist man ja gewöhnt, daß der antisemitische bauernbündlerische Abgeordnete sich sehr oft journalistisch betätigt, dabei aber das breite Forum des deutschen Blätterwaldes mit der Rednertribüne seines kleinen oberhessischen Bauernnestes verwechselt." Da ich als gewiß annehme, daß es, wie hier geschehen, durchaus ungehörig und unzulässig ist, wenn ein hessischer Beamter in solch verächtlicher und beleidi gender Art und Weise ein gutes, ehrbares und erweislich in jeglicher Beziehung hochangesehenes Dorf seines heimischen Staates und ohne, daß dieses ihm dazu Anlaß gegeben hätte, in der Oeffentlichkeit zitiert, frage ich: Ist die Großh. Regierung geneigt, den Gr. Regierungsassessor Dr. L. Opel zu Berlin in seiner Eigenschaft als hess. Regierungsbeamter wegen dieser, die Gemeinde Langsdorf verächtlich machenden, in der Oeffentlkthteit ohne deren Schuld herabseßenden und sie beleidigenden Aeußerung zur disziplinären Verantwortung zu ziehen. Langsdorf, 29. Aug. 1910. gez. Köhler. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 30. Aug. 1910. Kaum aus dem Zuchthaus entlassen, wo er 5 Jahre verbüßt hatte, stahl der Taglöhner Emerich Schäfer aus Groß Erda in Gießen vor einer Wirtschaft ein Fahrrad, das er sofort in einer anderen Wirtschaft verkaufte und sich eine Anzahlung von 6 Mart geben ließ. Als der Käufer das Rad nach Hause suhr, wurde er angehalten, da man ihn für den Dieb hielt; doch stellte sich bald heraus, daß der Angellagie, der sich in einer Wirtschaft gütlich tat, der Dieb ist und es erfolgte seine Verhaftung. Urteil: 2 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust. 3 Wochen Untersuchungs hast werden aufgerechnet. in Die Schüler Daniel Nold und Heinrich Schmierle Friedberg haben einem Glaser eine Uhr mittelst Einsteigens gestohlen und sie im Güterschuppen der Eisenbahn versteckt. Sie wollen nicht übergestiegen, sondern durch die Türe in die Wertstätte gekommen sein, so daß kein schwerer Diebstahl vorliege. Es stand jedoch fest, daß die Türe und das Tor verschlossen waren, so daß sie eingestiegen sein mußten. Sie wurden zu je 10 Tagen Gefängnis verurteilt. Gegen den Kreisstraßenwart Kaspar Schäfer wurde wegen Sittlichkeitsverbrechens unter Ausschluß der Deffentlichkeit verhandelt. Schäfer ist geständig, seiner Nichte, deren Vormund er war, und bei dem sie wohnte, unsittliche Anträge gemacht zu haben, als sie noch nicht gehn Jahre alt war. Später hat er sich bis zu ihrem 13. Lebensjahr in unsittlicher Weise vergangen. Das Urteil lautete auf 4 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust, abzüglich ein Monat Untersuchungshaft. Der Dienstknecht Dito Hardt von Ober- Mockstadt hat sich in Bad Nauheim, Blofeld, Echzell, Gettenau, Dorn- Assenheim und Heldenbergen, sowie in Büdesheim vermietet. Nach Empfang des Mietgeldes verschwand er ohne sich wieder blicken zu lassen. Er ist wiederholt vorbestraft und beruft sich auf Trunkenheit, auch sei er geistig nicht normal, da er einen Schuß in den Kopf bekommen habe. Er ist zwar geistig minderwertig, doch muß er für seine Handfungsweise verantwortlich gemacht werden. Urteil: 1½ Jahr | Gefängnis und 5 Jahre Ghrverlust. Umsonst 1 Fahrrad -Katalog erhält jeder Interessent, der uns seine Adresse mitteilt. Wir liefern die feine und bekannte Marke Sturmvogel. Auch Nähmaschinen, Reifen, Glocken, Laternen, Freilaufnaben. Pedale, Ketten, Sättel, Pumpen, Schlüssel, Schlesser, Flickzeug und alle Teile, die zu einem Fabrrade oder Nähmaschine gebraucht werden, können Sie gut und billig beziehen Vertreter überall gesucht. BerlinDeutsche Fahrradwerke Sturmvogel Gebr. Grütner Halensee 226. ermöglicht Kindern und Erwachsenen ohne Notenkenntnis sofort vom Blatt Klavier zu spielen. Prospekt und Probestück gratis. Musik- Verlag Tastenschrift die den spen ,, Euphonie", Pankow 683 bei Berlin. Auss. mehr. Opernmelodien enth. uns. 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