rt 0 e rei en, Pfund. ranko! esser trasse. aris 150 kgelder etc. reau: .Mainz wan Elektr. Betrie feine owie inen sen. t blütenhe äft von Nachf bau Winn Einzelne ertikows usw. ne Kaufter Kunn nd 41 then daktion, te Aus-Blätter Gießener Zeitung - ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mt., durch die Post 1,50 Mt. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Ertrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 71. Bekanntmachung, - Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Donnerstag, 1. Mai 1910 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall Playzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. Amtliche Bekanntmachungen. die Umlagen der Stadt Gießen betreffend. Die Stadt Gießen erhebt für das Rechnungsjahr 1910 an Umlagen 120 Prozent von der staatlichen Einkommen= Steuer und von den doppelten Grundzahlen der GrundGewerbe- und Kapitalrentensteuer. Ferner tommen zur Erhebung: 1. von den Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde 10 Prozent von der staatlichen Einkommensteuer und den doppelten Grundzahlen der Grund-, Gewerbe- und Kapitalrentensteuer; 2. von den Mitgliedern der katholischen Kirchengemeinde dieselben Zuschläge. Die Erhebung erfolgt in sechs Zielen, und zwar in den Monaten Mai, Juli, September, November 1910, Januar und März 1911. Das Hebregister liegt vom 18. bis 26. Mai einschließlich auf der Bürgermeisterei- Zimmer 15- zur Einsicht eines jeden Beteiligten offen. Es wird dies mit dem Bemerken zur äffentlichen Kenntgebracht, daß Beschwerden gegen die Erhebung der Umlagen nach Vorschrift des Artitel 96 der Städteordnung binmen 4 Wochen bei Großherzoglichem Kreisamt Gießen vorjubringen sind, und daß später vorgebrachte Reflamationen leine Berücksichtigung finden können. Gleichzeitig wird bemerkt, daß die Bekanntmachung der Umlagen durch Großherzogliches Kreisamt Gießen im Regierungsblatt unterm 12 d. Mts. erfolgt ist, daß daher die Frist zur Vorbringung von Reklamationen, welche gegen Die Erhebung der Umlagen überhaupt gerichtet sind, Mittelstands- Politik. - von Zahlreich sind die Mittel und Mittelchen, die dem in einzelnen Gewerben tatsächlich schwer um seine Eristenz rin genden gewerblichen Mittelstand aufhelfen oder ihn wenigtens vor weiterem Rückgang bewahren wollen, und Tausende von geschäftigen Federn und eifrigen Rednern sind an der Arbeit, um all die Forderungen einer gesunden Mittelstandspolitik zum Bestandteil der öffentlichen Meinung und zu Teilen der Gesetzgebung werden zu lassen. Ueber alledem darf aber so nötig und heilsam es im einzelnen auch sein mag nicht vergessen werden, daß auch dem gewerblichen Mittelstand ein gut Teil Hilfe von der Schule kommen muß, und zwar vor allem von der Volksschule. Denn die Volksschule, das ist seine Schule. Nicht aus den höheren Schulen erhält er seine Lehrlinge die dort sitzen, wollen weiter sondern aus der Volksschule. Die Volksschule gibt seinem Nachwuchs, dem Handwerker der Zukunft, den Fond von allgemeinen im Kenntnissen und Fertigkeiten mit, der ihn befähigt, Dienste des Handwerkes auch unter veränderten wirtschaftlichen Bedingungen seinen Mann zu stehen. Je größer dieser Fonds ist, um so besser für das Handwer f. Jeder Handwerksmeister, der auch Stadttheater Gießen. Dienstag, den 17. Mai 1910. Die geschiedene Fran. Operette in drei Aften von Victor Leon; Musik von Leo Fall. nur Ein glücklicher Griff, der den Komponisten der„ Dollarprinzessin" verrät; nach dem fidelen Bauer" mit seiner etwas starten Sentimentalität der feurige, raftige, herrliche Walzer Kind du kannst tanzen!" Ich möchte fast behaupten, seinetwegen allein sei, das an Wißen und komischen Einfällen reiche, mit übermäßig verwickelter und ausge= spennener Handlung nicht gerade gespickte Textbuch von V. Leon verfaßt worden; denn der Tanz spielt in dieser temperamentvollen Operette die Hauptrolle. Wohl dem, der auf der Bühne durch Rasse, Chic und Grazie zu tanzen versteht! Wie schmeicheln sich die entzückenden Tanzmelodien:„ Gonda, liebe kleine Gonda"" O Schlafcoupee"- Kind du kannst tanzen" dem Ohre ein! Der Inhalt des Stückes ist rasch erzählt; Erster Aft: Gerichtsverhandlung; Jana, die Frau des Hofsekretärs van Lysseweghe, wird von ihrem Gatten geschieden, der des ehelichen Betrugs schuldig erkannt wird. Er legte die Fahrt von Nizza biz Amsterdam im Schlafwagencoupee zurück mit einer reizen den, entzückenden Dame, Frl. Gonda van der Loo, der Redactrice der Zeitschrift: Freie Liebe"- ohne daß et= was vorfiel; doch weder der hohe Gerichtshof, noch das Publikum, noch seine Frau wollen es glauben-" Da fann man halt nichts machen!" Zweiter Aft, drei Monate später in der Villa des Hofsekretärs: Fest zu Ehren Frl. Gondas, auf dem der verliebte Gerichtspräsident die führende Rolle übernimmt. Er kann Gonda nur dann gewinnen, wenn er von einer anderen begehrt, einer anderen gehört. Der Schwiegervater van Lysseweghes durchschaut die ganze vor ihm aufgeführte Komödie, erfährt durch den Schlaf= wagendukteur, daß das Musterehepaar geschieden. Er verläßt mit seiner Tochter das Haus, der Gerichtspräsident will( zum Scheine) die geschiedene Frau heiraten der Hossekretär die kleine Gonda. Der dritte Aft bringt alles wieder ins alte Gleis, es heiraten: Gonda und der Gerichtspräsident; es heiraten wieder: die geschiedene Frau u. der Hofsekretär. In diese z. T. spärliche, lockere Handlung, diesmal auf holländischen Boden verlegt, schieben sich äußerst wirksam die episodenhaften Figuren des Fischerpaares ein, die allein des Tanzes wegen da sind, und last not least- die Tänze: das Quintett und Duett im 2., das Duett im letzten Aft. diesem Tage und für Reklamationen, welche gegen die Bei-| tragspflicht oder das angenommene Beitragsverhältnis gerichtet sind, vom Ende der Offenlegungsfrist ab läuft. Gießen, den 17. Mai 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Betanntmachung. Das Hebregister über die Kanalbenutzungsgebühr für das Rechnungsjahr 1910 liegt vom 18. bis 26 Mai d. Js. zur Einsicht eines jeden Beteilig= ten bei uns- Zimmer Nr. 15- offen. Beschwerden sind nach Artikel 96 der Städteordnung binnen 4 Wochen bei dem Kreisamt Gießen bei Meidung der Nichtberücksichtigung vorzubringen. Gießen, den 17. Mai 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Bekanntmachung. Die Steigerer von Brennholz und ungesch ä l- tem Nadelnubholz aus den Waldungen der Stadt Gießen, welche mit der Abfuhr von Holz noch rückständig sind, werden hiermit aufgefordert, für die Abfuhr des Hol zes bis spätestens 18. Juni d. Is. zu sorgen, andernfalls forstgerichtliche Anzeige erfolgt. Gießen, den 10. Mai 1910. Bürgermeisterei. J. V.: Keller. einige Lehrlinge ausgebildet hat, wird bestätigen, daß die Gräße des von einer unserer Volksschulen mitgebrachten Gutes für Verlauf und Erfolg der Lehrzeit von außerordentlicher Bedeutung ist; auf" gute Schulbildung" legt jedes Lehrlingsgesuch darum besonderen Wert. Es liegt so im ureigensten Interesse des Handwerks, wenn seine Vertreter für größtmögliche Förderung und Hebung der Volksschule eintreten, und die Opfer an Geld, ohne die eine Verbesserung unserer Volksschule durch Abminderung der Klassenbestände und Vermehrung der wöchentlichen Unterrichtsstun den allerdings unmöglich ist, sind gerade für das Hand= werf ein Kapital, das reiche Zinsen trägt. Erfreulicherweise setzt jest ziemlich allgemein eine rege Fürsorge für die Fortbildungsschule ein, für Ergänzung der Meisterlehre durch den Unterricht in gut ausgestatteten, nach den Berufen ihrer Schüler gegliederten Fortbildungsschulen, und wir sind die letzten, die diesen Eifer durch allerhand Bedenten dämpfen wollen. Aber mit der Sorge für die Fortbildungsschule ist es nicht getan, gerade auch um des Handwerks willen nicht. Die Boltzschule hat die Jugend eine größere Reihe von Jahren und in der Woche eine weit größere Zahl von Stunden. Die Volksschule legt den Grund; nur da fann die spätere Arbeit der Fortbildungsschule von Erfolg und in ihrer WirtZur Aufführung! Das Orchester Kapelle des hiesi gen Infanterie- Regiments„ Kaiser Wilhelm" Nr. 116 unter Leitung von Hermann Weinack erledigte sich seiner Ausgabe in lobenswerter Weise; leider ging der größte Teil der Ouverture verloren, in seiner Wirkung behindert durch das Publikum. Es ist in hohem Grad bedauerlich, wenn das Publikum einmal durch Zuspätkommen Unruhe verursacht, dann aber noch immer in dem guten Glauben lebt, als sei die Ouverture der geeignetste Zeitpunkt über den Preis von Kaffee und Zichorie oder Kochrezepte zu dispu tieren. In der Ouverture erschienen mir gegen Ende des Walzers:„ Kind du kannst tanzen“, die Blaßinstrumente zu laut. Dagegen könnte ich mir das Vorspiel zum 3. Atte feuriger, rajsiger vorstellen. In dem ebengenannten Walzer läßt sich eine herrliche, fortreißende Wirkung erzielen, wenn drei Viertel des ersten Tattes( Kind, du kannſt) durch sehr starkes staccato, das„ tanzen" des 2. Attes durch sehr startes Tremolieren und scharf pointiertes Absetzen mit lang gehaltener Pause hervorgehoben wird. Mit der Regie, in Händen Curt Schönfelders, die im ersten und zweiten An der Stimmung entsprechende Interieurs gab, bin ich, was die Szenerie des 3. Attes an geht, nicht ganz einverstanden. Der Hintergrund ist voll kommen passend und vortrefflich; dagegen fallen die Kulis= sen aus dem Rahmen. In einem hohen Laubwald sind sie schon möglich; ausgeschlossen in einem holländischen Marktflecken. Wenn ich mich recht erinnere, paßten hier doch bes= ser die in Wie die Alten sungen" verwandten Kulissen; wenn sie auch kein holländisches Dorf abgeben, so zwingen sie doch Gonda nicht statt vor einem Schaufenster stehen zu bleiben, einen Baumstamm zu bewundern. Im übrigen muß ich gestehen, daß auch die heutige Darstellung von gu tem Zusammenspiel zeugte; ich denke hier besonders an das Spiel des Publikums im Gerichtssaal. Sehr gut waren auch der eine Gerichtsbeisiger, der alte Professor als Sachverständiger( Friß Döckel). Ein treffliches Schifferpaar spielten Earl Tralow und Herta Schroth, um die sich der von Balletmeisterin Anny van der Veer arrangierte, sehr tattsest ausgeführte Holzschuhtanz grup= pierte. Von den Hauptdarstellern leisteten gesanglich Marta Merten( Jana), Alma Waile( Gonda) und Carl Melzer( Hossekretär) unstreitig das beste; mein gestriges Urteil über Marta Merten kann ich dahin ergänzen, daß wir die ausgezeichnete Sängerin heute als flotte Tänzerin fennen lernten, ohne die prächtigen Tolletten zu vergessen. | Das Tanzduett:„ Kind du kannst tanzen", der Höhepunkt 8. Jahrg. Bekanntmachung. Betr.: Vermeidung von Staubentwickelung bei Bauten. Mehrere Vorkommnisse in letzter Zeit geben uns Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen( Art. 28 der Bauordnung,§ 47 der Ausführungsvorschriften hierzu,§ 364, 14 des Reichs strafgesetzbuches) diejenigen Strafe zu gewärtigen haben, welche es unterlassen, bei Bauten, namentlich beim Abbruch von Gebäuden und bei der Erneuerung des Verputzes, alle Vorkehrungen zu treffen, welche geeignet sind, Gefahren für Vorübergehende und eine belästigende Staubentwickelung zu verhindern. Insbesondere ist dafür Sorge zu tragen, daß 1. der Verputz und das Mauerwerk vor dem Abschlagen und während dieser Arbeiten ausreichend benäßt wird, 2, Bauschutt nicht auf die Erde abgeworfen, sondern abgetragen oder in Gefäßen abgelassen und hierbei ebenso wie beim Aufladen auf Wagen und Abfahren ausreichend benäßt wird, 3. derartige Bauarbeiten, bei welchen eine Staubentwickelung nicht ganz zu vermeiden ist, nur in den frühen Morgenstunden( vor 8 Uhr vormittags) vorgenommen werden. Die Schußmannschaft ist mit Ueberwachung beauftragt. Gießen, den 18. Mai 1910. Großherzogl. Polizeiamt. Gebhardt. ung von Dauer sein, wo dieser Grund gut gelegt ist. Eine Fortbildungsschule, auf einer minderwertigen Voltsschule aufgebaut, wird bei allen Bemühungen derer, die sie unterhalten oder in ihr unterrichten, doch immer eine halbe Sache sein. Nur da wird die Fortbildungsschule den Hoffnungen und Erwartungen der gewerblichen Kreise ent= sprechen können, wo auch die Voltsschule Guteg leistet. Es bleibt dabei: Für die Volksschule wirken, für eine immer bessere und immer vollkommenere Ausgestaltung dieser allgemeinsten Voltsbildungsstätte eintreten, ist wahre Mittelstandspolitik, und die Geneigtheit, die hierzu erforderlichen Mittel nicht bloß zu bewilligen, sondern auch mit zu tragen, ist ein untrüglicher Prüfstein der so ost und zuweilen sehr mit Unrecht in Anspruch genommenen Mitteistandsfreundlichkeit. Zum Tode König Eduards. Die Leiche des Königs Eduard ist am Dienstag vormittag vom Buckingham- Palast nach der Westminster Hall überführt worden. Trotz des trüben Wetters war die Teilnahme des Publikums aus London und der ganzen Umgegend allgemein. Zwischen 6 und 8 Uhr morgens war die Umgebung des Palastes und die Mall dicht von Men| der Operette zusammen mit Carl Melzer, der über einen flangschönen Tenor verfügt, war in gesanglicher Hinsicht eine Glanzleistung; was das Tanzen anbetrifft, so hätte ich statt des einfachen Salon- Walzers das Neue" gern gesehen, das ich z. T. auch in dem schwierigen, aber sonst vortrefflich getanzten Quintett des 2. Aftes vermißte. Hier harrte eine Aufgabe der graziösen und erfinderischen Balletmeisterin Anny van der Veer; die prickelnden, wiegenden Walzerflänge verlangen aparte Linienführung, Grazie und Chic! Wechsle man doch je zwei Tafte( Drehung linksherum, dann rechtsherum) mit je zwei Taften Gehschritt; ich hoffe auf die Kunst der Balletmeisterin, sicherlich nicht zum Schaden des Ganzen! Alma Wa Ile bewunderte ich ebenso als vortreffliche, stimmlich gut veranlagte und ausgezeichnet geschulte Sängerin, wie meisterhafte, temperamentvolle und graziöse Tänzerin. Bewies sie ihr Können schon in dem Quintett des 2. Aktes zusammen mit Carl Melzer, Richard Helsing( Generaldirektor), Curt Schönfelder ( Gerichtspräsident) und Josef Fery( Schlafwagentondukteur) von Rechts wegen tanzt der Rechtsanwalt( Fr. Wilde) statt des letteren das natürlich wiederholt werden mußte, so bildete doch unstreitig das Duett des dritten Attes:" Man steigt nach" ihren Höhepunkt. Welche Grazie, welcher" Chic in diesen Bewegungen; die Darstellung während des ganzen Abends zeigte von Temperament, Rasse, Feuer, wie es die Rolle verlangt, ohne jedoch in über= mäßige Derbheit, die mich z. B. in Dresden nicht einnehmen fonnte, auszuarten. Ihr Partner, Josef Fery( Schlafwagenkondukteur) gefiel mir in diesem Duett am besten; im zweiten Afte spielte er recht matt, schien es aber darauf abgesehen zu haben, durch sehr drastische und handgreifliche Pointen die Lachnerven des Publikums zu reizen. Man fan geistreich, fein wißig sein, ohne jedoch die bestimmte Grenze nach dem tollen, ausgelassenen französischen Schwanktönchen zu überschreiten. Richard Helsing gab den Generaldirektor doch zu sprunghaft, zappelig; ich muß gestehen, aus der Rolle läßt sich sehr viel machen". Doch abgesehen von diesen Einzelheiten kann ich die Aufführung in ihrer Gesamtheit als wohlgelungen bezeich nen; das gut besuchte Haus geizre nicht mit lauten Beifall und verlangte die hervorragenden Tanzstücke:„ Kind du tannst tanzen"," Ich und Du und Müllers Kuh“ und„ Man steigt nach" Dacapo. Die Theaterdirektion wird vielseitig geäußerten Wünschen entsprechen, wenn sie bald eine Wiederholung der erfolgreichen Novität folgen läßt. H. J. O. schenmengen gefüllt. Inzwischen besetzten die Garden mit umflorten Fahnen und gedämpften Trommeln die Straße, welche für die Prozession bestimmt war. Ihre Scharlachuniformen standen in lebhaftem Gegensatz zu dem Schwarz der in Trauerkleidung gehüllten Menge. Die Scharlach= reihe der Truppen erstreckte sich bis zum Ende von Whitehall, wo das Dunkelblau von tausend Seeleuten den Uebergang zu dem Schwarz der Menge bildete. Selbst die Aermſten trugen tiefe Trauer. Um 11 Uhr 3 Min. begann das Trauergeläute der großen Glocke„ Big Ben" auf dem Turm von Westminster und verkündete den Abmarsch des Trauerzuges vom Palast. Der Lafette mit dem Sarge und der königlichen Standarte folgte König Georg allein, dann seine Söhne und in weiteren Reihen die Fürstlichkeiten. In Wagen folgten die fürstlichen Damen, darunter die Königin Alexandra, die Königin Mary, die Kaiserin- Mutter von Rußland und die Königin von Norwegen. Der Erzbischof von Canterbury empfing den Sarg an der Westminster Hall und geleitete ihn zum Katafalt, wonach der Gedächtnis= gottesdienst begann. In seiner Trauerrede wies der Erzbischof von Canterbury auf die Verdienste König Eduards für das britische Reich hin. Nach Schluß des Gottesdienstes fniete die Königin Alexandra in stillem Gebet am Sarge nieder. Dann hob der König sie auf und führte sie und die Kaiſerin- Mutter hinaus. Die Leidtragenden fuhren dann nach dem Palast. Lokales. Gießen, 19. Mai 1910. ** Der Großherzog hat am 14. Mai dem Pfarrverwalter Gustav Len z- Rohrbach, Dekanat Büdingen, die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen. -P- Erweiterung des Fernsprechnetes. Zum unbeschränkten Sprechverkehr mit Gießen sind neuerdings folgende Orte zugelassen worden: Celle, Bad Oeynhausen, Gerstungen, Ringleben( Kr. Erfurt), Roßla( Harz), Rudolstadt, Ruhla, Saargemünd, Schlotheim, Steinhude, Botternheim, Wilhelmshaven und Zella St. Blasii. * Evangelischer Bund. Der hessische Hauptverein des Ev. Bundes wird seine diesjährige Landes= versammlung, die ursprünglich für Mitte September in Aussicht genommen war, bereits am 10. und 11. Juli in Mainz abhalten. * Konferenz. In der in unserer Stadt am 26. Mai tagenden theologischen Konferenz werden sprechen Di rektor D. Kno d t= Herborn über„ Die Bedeutung des Calrinismus für die protestantische Welt im Lichte der neuen Forschung" und Prof. Dr. Schoel l- Friedberg über„ Die Unterscheidung zwischen Glauben und Theologie in ihrer praktischen Anwendung und Bedeutung." Die übrigen Punkte der Tagesordnung betreffen geschäftliche Angelegen heiten. * Verlosung. Der Oberhessische Bienenzüchterverein beabsichtigt, mit der am 17. und 18. Juli lf. Is. in Schotten stattfindenden 49. Wanderversammlung eine Verlosung von Bienen und vienenwirtschaftlichen Geräten und Erzeugnissen zu verbinden. Das Großh. Ministerium hat die Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung un Nachmittags herrschte in der Westminster Hall feier= liches Schweigen. Der Sarg ruht auf dem Katafalt unter einer reich verbrämten Atlasdecke. An seinen vier Ecken stehen königliche Leibgardisten, die Hellebarde in der Hand. Zu Häupten der Bahre haben vier Gentlemen at Arms" Aufstellung genommen. Zu beiden Seiten des Sarges hal ten zwei Offiziere der Grenadiergarde mit gezogenem Säter der Bedingung erteilt, daß bis zu 2500 Lose, zu 50 bel die Wache. Zu Füßen steht ein Offizier des indischen Ghurfa- Regiments, das des verewigten Königs eingebore nes Leibregiment war. Am Kopfende des Sarges brennen in vier Kandelabern 16 große Kerzen. Nur ein einziger| Tagelöhner freiwillig in den Tod gegangen sei, hat sich Lorbeertranz schmückt den Sarg. Sonst ist von Blumen nur der prächtige Kranz des Deutschen Kaisers zurückgeblieben, der an einem der vielen Denkmäler in der Halle niedergelegt ist. Von 4 Uhr an begann der Vorübergang des Publitums, das in Reihen bis zu je vier und vier zugelassen wurde. Genderung des Tabaksteuergesetzes.. Kurz vor der Vertagung des Reichstages wurde noch eine Aenderung im Tabatsteuergesetze angenommen, die für die deutsche Tabalindustrie von einschneidender Bedeutung ist. Bisher wurde nämlich für die Beglaubigung ausländischer Fatturen vom Konsulat in Holland, wo die Sumatratabafverfäufe stattfinden, eine nicht unbedeutenae Beglaubigungsgebühr erhoben. Nun trat wiederholt die„ Südd. Tabatztg." dafür ein, daß diese Be= glaubigungen gebührenfrei erfolgen sollen, da die Tabatindustriellen, besonders die kleineren, hierdurch erheb= lich geschädigt würden. Der Reichstag beriet darüber, nachdem ein Antrag in diesem Sinne eingebracht worden war und nahm denselben mit großer Majorität an, so daß also fürderhin die Beglaubigungen stets gebührenfrei erfolgen werden. Reichstagserfahwahl in Friedberg- Büdingen. Im Wahlkampf um Friedberg- Büdingen sprachen Professor van Calker und Generalsekretär Breithaupt auch in Bad- Nauheim. Wenn hier die Versammlung, entsprechend dem Charakter des Badeortes, nicht so start wie in Friedberg besucht war, so ließ doch die Stimmung keinen Zweifel darüber aufkommen, daß die nationalliberale Kandida= tur auch hier vollen Beifall gefunden hat. Führende Herren der Fortschrittlichen Volkspartei im Wahlkreise empfahlen sehr warm die Kandidatur von Calfer und forder= ten ihre Anhänger zu entschlossener Unterstüßung auf. Nach den bislang eingelaufenen Stimmungsberichten sieht auch die ländliche Bevölkerung zu einem nicht unerheblichen Bruchteil dem Auftreten des Professor van Calfer mit ungeduld entgegen. Die Stärke des Bundes der Landwirte ist keineswegs eine so große, wie die bündlerischen Agita= toren und Zeitungen es glauben machen wollen. Das Bezirkskomitee des Zentrums wird heute abend in Friedberg zusammentreten und sich über seine Stellung zu der Wahl schlüssig machen. Am nächsten Sonntag hält das Zentrum, ebenfalls in Friedberg, einen Parteitag in Oberhessen ab, auf dem der Reichstagsabgeordnete Erzberger- Berlin und der Landtagsabgeordnete Justizrat Dr. Schmitt- Mainz sprechen werden. Zum Wahlkommissar für die am 14. Juni stattfindende Ersatzwahl ist vom Gr. Staatsministerium Kreisrat Schliephake in Friedberg bestellt worden. 41) Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Ich hätte bloß zu gehorchen?" rief Sylvia schneidend. „ Weil Du es so wünschest, soll ich mein ganzes Lebensglück zum Opfer bringen? Kannst Du das verlangen? Ich sche schon, Leon hat Dich zu meinen Ungunsten beeinflußt und Du bist zu erregt, um alles ruhig zu erwägen und zu besprechen. Morgen hoffe ich, läßt sich die Sache leichter erledigen. Am Nachmittag kommt mein Verlobter, Dich um meine Hand zu bitten.-- Lieber Vater", hier schlug die Stimme des Mädchens in völlige Weichheit um,- folgen muß ich dem Manne meiner Wahl! Aber ich tue es nicht gerne ohne Deinen Segen! Und Du betrügst Dich selbst um einen freundlichen, zufriedenen Lebensabend, wenn Du uns Hindernisse in den Weg wirfst. Hermann hatte es so gut mit Dir gemeint! Du sollst Deines Lebens wieder froh werden, deshalb segne unseren Bund und laß uns glücklich sein!" Sie hob bittend die gefaltenen Hände zu dem Vater empor. Es klang so innig, dies Flehen. Aber der starre Sinn des tief verbitterten Mannes ließ sich nicht erweichen. Ein kurzes energisches:„ Niemals!" war seine ganze Antwort. Sylvia verließ das Zimmer. Ihre Fassung wollte nicht standhalten. Aufschluchend sank sie in ihrem Stübchen auf den nächster Stuhl und weinte bitterlich. Sie sehnte sich nach einem teilnehmenden Herzen, dem sie ihr Leid klagen fönnte. Mutter, Mutter," flüsterte sie,„ weshalb mußtest Du so früh von mir gehen? Wenn ich mich doch an Deiner Brust ausweinen dürfte, wie sehne ich mich nach Dir!" Sie holte das Bild der früh Verstorbenen von der Wand und betrachtete lange das feine Gesicht. IX. Am anderen Morgen fühlte sich Sylvias Vater so matt und angegriffen, daß er sein Lager nicht verlassen konnte. Er wollte weder essen noch trinken. Pfg. das Stück ausgegeben werden dürfen. Zugleich wurde der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen gestattet. * Vom Tage. Die Vermutung, daß der vermißte nun bestätigt. Die Leiche des Verschwundenen wurde vorgestern aus der Lahn geländet. * Kurzschluß. Im städtischen Elektrizitätswert ereignete sich ein Kurzschluß, der zu der Verlegung eines Arbeiters führte und den Betrieb etwa ½ Stunde lang unterbrach. * Der Zug des Todes. Im Monat April for= derte der Tod in Gießen im ganzen 68 Opfer, von denen 25 auf die von auswärts stammenden Kranten entfielen. 14 der Gestorbenen hatten das 15. Jahr noch nicht überschritten. * Prügelei. Zwei dem Arbeiterstand angehörige Bewohner eines Gebäudes am Kanzleiberg gerieten am Dienstag nachmittag in einen Wortwechsel, der schließlich zu Tätlichkeiten ausartete. Der eine der beiden Streitsüchtigen trug hierbei eine Verlegung am Auge davon und mußte die Klinit aussuchen. Aus Hessen und Nachbargebiet. * Großen Linden. Mit dem Bau eines Volksbades hat unser Städtchen begonnen. Großen- Linden ist wohl die erste Stadt seiner Größen, die ein Volksbad erhält. * Bad Nauheim, 18. Mai. Eine im Nauheimer Kurleben bekannte Persönlichkeit, der Portier des Kurhauses Karl van Eiff, ist mit Beginn der diesjährigen Saison nach 46jähriger Dienstzeit in den Ruhestand ge= treten. Von der furfürstlich hessischen Regierung 1864 in den Dienst genommen, ging er 1866 bei dem Uebergang diese Dienste über. des Amtes Nauheim in großherzoglich hessischen Besit in * Friedberg, 18. Mai. Beim Fensterputzen war das Dienstmädchen eines Drogisten aus dem zweiten Stock auf die Straße gestürzt. Das Mädchen ist im Krankenhaus gestorben. * Stammheim. Der wegen Wilderns im Arresthause zu Altenſtadt internierte 69 Jahre alte Landwirt K. Roth aus Ober- Florstadt hat sich im Gefängnis mit einer Schnur erhängt. * Lauterbach, 18. Mai. Schwer verunglückt ist ein Radfahrer aus Rirfeld am Fuchsküppel. Er verlor auf steiler Straße die Herrschaft übers Rad, rannte gegen einen Baum und blieb wie leblos liegen. Er wurde ins hiesige Krankenhaus gefahren. * Ulrich stein. Samstag Nachmittag zog ein sehr schweres Gewitter über unsere Gegend. Ein falker Blizz= schlag traf hier den Schornstein des Gesellschaftsbackhauses und ein anderer eine im Orte stehende Linde. * Helpersheim. Hier schlug der Blizz in das Wohnhaus des Drechslermeisters Karl Hohmann 2. Im Augenblick stand das ganze Gebäude in Flammen. Es „ Das kommt von den vielen Aufregungen, die ich mit meiren Kindern habe," stöhnte er. Sylvia blickte besorgt in das blasse Gesicht des Kranken. Sie hoffte, er würde gegen Mittag aufstehen. Doch er rührte sich nicht. Was sollte werden, wenn Hermann kam? „ Lieber Vater," bat sie,„ möchtest Du nicht den Besuch empfangen. von dem ich Dir gestern sprach?" Er machte eine abwehrende Handbewegung. „ Wozu? Das gibt nur neuen Aerger und den vertrage ich nicht. Mein Entschluß wird nicht geändert werden. Leon kann der Besuch ebensogut empfangen wie ich. Ich habe meinem Sohn die Ermächtigung gegeben, dem Herrn in meinem Namen ein unwiderrufliches„ Nein" auszusprechen. Ich denke, das genügt. Du kannst nun tun, was Du willst!" Sylvia stand mit gefalteten Händen am Fenster. Aber sie sagte kein Wort mehr. Ste wußte, es würde doch vergebens sein. Ihr war so bang. Sie wollte auf Hermann warten, ihm sagen, daß Zeit und Stunde gerade jetzt schlecht gewählt sei für sein Vorhaben. Wenn sie ihn bat, wartete er gewiß noch einige Zeit. Sie bemerkte wohl, daß auch Leon nicht von seinem Posten wich. Unbeweglich stand er auf der Passe, die Hände in den Hosentaschen. Etwas nach zwölf Uhr fuhr ein Wager vor. Sylvia fühlte ein mächtiges Herzklopfen. Sie wollte hinabeilen, den Geliebten zur Umkehr zu bewegen. Da rief sie die Stimme des Vaters in das Nebenzimmer. Als sie wieder hereinkam, trat eben Walter über die Schwelle. Einige Sekunden nur stand er unbeweglich und wortlos Leon gegen= über, der mit hämischem, spöttischem Lächeln den Eingetretenen musterte. Doch der Blick, den Hermann auf den Bruder warf, sagte Sylvia genug. Sie wußte nun, daß thre Ahnung sie nicht betrogen hatte und fühlte einen schmerzen den Stich im Herzen. Rasch und entschlossen tret fie auf Hermann zu und die Hand auf seinen Arm legend, sagte sie möglichst ruhig und unbefangen:„ Papa ist leider etwas unwohl, es ist ihm deshalb nicht möglich, Dich heute zu em= pfangen. Du wirst Geduld haben müssen." Die Hand zitterte ihr heftig, sie fonnte es nicht hindern. Hermann blickte forschend und besorgt in ihr bleiches Gesicht. Was ist Dir, Sylvia?" fragte er. Du bist so erregt. Es ist Hoffentlich nicht schlimm mit Deinem Papa? Wenn brannte das Haus nebst Stallung und Scheunen vollfa dig nieder. Nur einige Kleidungsstücke tonnten die wohner retten, sonst ist alles ein Raub der Flammen Eine auffliegende Feuergarbe zündete im Dachstuhl des it worden. Außer den Gebäuden soll nichts versichert s der Straße liegenden alten Schulhauses. Der Brand for jedoch sofort erstickt werden. Der Bismard * Aus dem Vogelsberg. turm auf dem Taufstein geht seiner Vollendung gegen. Nachdem am verflossenen Donnerstag die Abnah des massiven Baues mit Plattform und Feuerschale di den Zentralausschuß des Vogelsberger Höhenklubs statge funden hat, wird die Einweihung am Samstag, den Juni, bestimmt erfolgen. Die am folgenden Tage in Gr benhain stattfindende Hauptversammlung des Vogelsberg Höhenflubs wird aus allen Teilen des Landes voraussic lich sehr zahlreich besucht werden. * Krofdorf. Beim letzten Unwetter wurde da Wartehaus an unserer Station vollständig zerstört. Nich als eine eichene Bank war stehen geblieben. Hofes wird in der Weise betrieben, daß auf dem linter * Wezlar. Die Erweiterung unseres Bahn Lahnuzer nach Gießen zu ein besonderer Rangierbahnho angelegt, und das jezige Bahnhofsgelände südlich vom Empfangsgebäude ausschließlich für die Einrichtung des Ort güterbahnhofs in Anspruch genommen werden soll. Nieder- Saulheim. Der Landwirt Heinri Brückner wurde in seinem Weinberg vom Blitz erschlagen beendet. Es wurde mit den Firmen, mit denen bisher * Darmstadt. Der hiesige Möbelschreinerstreit noch kein Vertrag zustande gekommen war, ein solcher as geschlossen und die Arbeit in vollem Umfange wieder auf genommen. Cin diel erläßt die Staatsanwaltschaft ein Ausschreiben, na * Darmstadt, 18. Mai. Zum Mord in Dom welchem als Täter nach den neuesten Ermittelungen Landstreicher im Alter von 30-40 Jahren in Betracht aus dem Kreise Bensheim, stammen. Es fann aber aus kommt. Dieser Unbekannte soll aus der Nähe von Worm sein, daß er identisch ist mit einem gewissen Wihl. Rühl, Bäcker aus Oberhessen, oder einem gewissen Joh. Winkler Schlosser aus Büchesberg bei Bamberg, geboren am 20. Juli 1873. Obernburg a. M., 18. Mai. Eine große Hee resschau hessischer und bayerischer Kriegervereine findet hier am 19. Juni statt. An diesem Tage wird das neue Krie gerdenkmal in feierlicher Weise enthüllt. * Marburg, 18. Mai. Im Vordergrunde der Be trachtungen steht jetzt hier wieder der seit Jahren besteh ende Plan, anstelle der Pferdebahn eine elettrische Straßenbahn, die Nord und Süd der Stadt mit einander verbinden soll, treten zu lassen. Die Kommission, welche die Vorarbeiten führt, hat eine Berechnung aufge stellt, nach welcher die durch eine Anleihe aufzubringenden Kosten der Anlage rund 300 000 mr. betragen. Es wird mit einer Einnahme von 59 400 Mt. und einer Ausgabe von 55 230 Mt. gerechnet. In aller Kürze soll die dies bezügliche Vorlage den städtischen Körperschaften zugehen. * Kassel. Durch einen Blitzschlag geriet der Kirchturm des Stadtteils Kirchditmold in Brand und wurde zerstört. In dem Nebenhaus wurde ein Mann erschlagen. * Erbach im Rheingau, 18. Mai. Prinz Fr. Wilhelm von Preußen, der auf seinem hiesigen Schloffe mit großem Gefolge Aufenthalt nahm, mußte wegen Ertranfung seines zufünftigen Schwiegervaters, des Prinzen von Ratibor, plötzlich wieder abreisen. Aus aller Welt. * Berlin, 18. Mai. Die deutschen Landesversich erungsanstalten traten hier zusammen, um zu der Reichs versicherungsordnung Stellung zu nehmen. Die Versamm ung genehmigte die Beschlüsse des Elferausschusses beschloß, unverzüglich dem Reichstage Abänderungsvorschläge zu unterbreiten. und Berlin. In der Prozeßangelegenheit des Reichs tagsabgeordneten Bruhn ist den Beteiligten die Anklage schrift zugestellt worden. Sie umfaßt 46 Seiten. Ange sen Bruder, der Epedient Baul Bruhn, der Redakteur der flagt sind der Reichstagsabgeordnete Wilhelm Bruhn, des " Wahrheit", Weber, und ein Redakteur in Steglit. " Berlin, 18. Mai. Der Präsident der Duma, Gutschkow, erhielt einen Protest von 60 Mitgliedern des ebenso einen Protest der Stettiner Handelskammer. Deutschen Reichstages gegen die Entrechting Finlands, Die | Duma beabsichtigt, derartige Proteste unberücksichtigt lassen. zu * Dresden. In Sachsen werden gegenwärtig Ver handlungen vorbereitet, um den bürgerlichen Liberalismus für die Reichstagswahlen fester zusammen zu fassen. Die Entscheidung über die Stellungnahme zu den Kandidaten Du es wünschest, werde ich warten und in einigen Tagen wiederkommen." Leon würdigte er keines Blickes mehr. Doch dieser trat jezt ganz nahe an ihn heran. In seinen Augen flammt ein Strahl tödlichen Hasses auf. " Das Wiederkommen können Sie sich sparen, mein Herr," rief er zornig.„ Es ist doch vergebens! Und wenn Sie noch so oft anfragen werden, Sie werden immer die selbe Antwort erhalten. Sie lautet nein", und wird immer so lauten. Merken Sie sich das gefälligst. Sie sparen sich nur Unannehmlichkeiten!" Hermann trat einen Schritt zurüd. „ Mein Herr," begann er dann ruhig, mit welchen Rechte mischen Sie sich in eine Angelegenheit, die Sie doch wenig fümmern kann. Ich habe Sie nicht gefragt! Von Ihnen will ich keine Antwort haben." ,, Mit welchem Rechte?" zischte Leon.„ Mein Vater hat mich beauftragt, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Sie werden meine Schwester nicht heiraten!" Wollen Sie mich vielleicht daran hindern?" G3 flang ein unverkennbarer Hohn aus Siefe: Worter. Das brachte Leon noch mehr auf. „ Vielleicht!" " Ah, da wäre ich aber neugierig. Ich begreife nur nicht, wie ich zu der Ehre komme, von Ihnen in folcher Weise gehaßt zu werden. Sie fürchten vielleicht, ich könnte etwas ausplaudern? Seien Sie ruhig! Ich werde es nicht tun, um Ihrer Schwester willen nicht!" Bah", machte Leon verächtlich, ich verstehe Sie ntcht mein Herr!" ,, Sie verstehen mich sehr wohl." Nein," schrie Leon außer sich. Ich sah Sie heute gum erstenmal." Hermann lachte spöttisch. „ Ach, das ist aber höchst merkwürdig. Wie kommt es denn, daß Sie mich schon so hassen?" Ich hasse Sie!- Ja!" gestand Leon.„ Aber dund ist ein anderer, als Sie anzunehmen scheinen. Ich Sie weil sie sich in eine altablige Familie drängen wollen. well Sie Ihre Augen zu meiner Schwester erheben. Ich suche nur zu verhindern, daß Sylvia Ihre Frau wird. Denn da wäre ein Schandfleck auf unserer Ehre!"( Fortsetzung folgt) liegt bei einzelnen auf dieser freundliche Entgegent legung de die Fortie gegentomm * B Grajen 3 Stadt Br erfucht, V finden fo Schiffe zu * 6 Induftrielle das Waffer brilhnten i Sperren. aus dieser * 90 sen Tager Liberale, 7 Katalo Sti S nisch Mäd Rom fam b18 Beg die mit Büg groß yen Syl Det Ben дебе te pet Beb nich fam 28, ande Man Feigl otter en en bol en die Flammen exfichert pitub bes Brand lo ex Bism Lendung Die b uerfchale luba Stag, d Sage in Bogela e bora T TO rstört. eres uf den Tangier e fiblia tung des foll. liegt bei der Fortschrittlichen Volkspartei allerdings in den einzelnen Wah.treisen, aber man hat doch fast allgemein auf dieser Seite die Absicht, mit den Nationalliberaien ein freundliches Verhältnis herzustellen, wenn diese das gleiche Entgegenkommen zeigen und ein Zusammengehen ohne Verlegung der Parteigrundsätze möglich ist. In Dresden hat die Fortschrittliche Volkspartei bereits in dieser Frage Ent gegenkommen gezeigt. brint hein lib ericlage breineritreil benen bi ein jolder wieder rd in? hreiben, elungen n in den | dorf im 100 Kilometer- Rennen um den Westdeutschen Steherpreis den 1. Lauf vor Salzmann, Goor und Butler; im ersten Lauf um den Kleinen Pfingstpreis in Plauen i. V. siegte P. Damm und H. Eilenberger wurde Dritter. Theile, Damm und Eilenberger fahren Brennabor, wie auch Przy rembel und A. Schulze, die in Frankfurt am Main im 50 Kilometer Rennen um den Großen Taunuspreis als Erster bezw. Zweiter durchs Ziel gingen, sowie die Tandempaare Sterba- Schmittchen, von Naßmer Münzener, welche im Tandem Prämien ahren die beiden ersten Plätze belegten. 240 Konservative, 100 Liberale, 30 Republikaner, 13 Kar= listen, einige Katalonier und Wilde. New York, 17. Mai. Der Ausbruch des Krieges zwischen Peru und Ecuador wird jeden Augenblick erwartet. Die Truppen der beiden Staaten nähern sich Aya= Breslau. Der Magistrat hat beschlossen, Grafen Zeppelin und den Major Groß als Ehrengäste der Stadt Breslau einzuladen, und das Ostdeutsche Flugamt ersucht, Vorbereitungen für eine Landung der beiden Luftschiffe zu treffen, die auf dem Flugplatz Wilhelmsruh stattfinden soil., baca. )( Neuer Weltrekord über 100 kilo= meter. In Frankfurt a. M. stellte Frit Theile am 3. Pfingsttage mit 1 Stunde, 14 Minuten, 51,2 Sefunden einen neuen Weltrekord hinter 40 Zentimeter Rolle auf und gewann den Großen Ausstellungspreis glänzend vor Guignard u. a. Theile fährt Brennabor; auf dieser Marke wurden auch bei der 105 Kilometer langen Fahrt Gelsenkirchen- Wesel- Gelsenkirchen der erste und dritte Preis er= * Grasse( Seealpen). Der Gemeinderat sperrte Industriellen, die mit der Stadt in einem Prozeß stehen, das Wasser ab. Infolgedessen beschlossen alle Parfüm- Fabritanten ihre Arbeiter zu entlassen und ihre Fabriken zu sperren. Für die Blumenzüchter der ganzen Gegend würde aus diesem Konflikt ein sehr großer Schaden entstehen. * Madrid. Das endgültige Ergebnis der in diesen Tagen stattgefundenen Corteswahlen ist folgendes: 226 Liberale, 108 Stonservative, 40 Republikaner, 8 Karlisten, 7 Katalonier und einige Wilde. Die alte Kammer zählte obert.. )( Pfingststraßenfahrten. In der 250 Kilometer langen Radfernfahrt Berlin- Kottbus- Hoyerswerda -Dresden sicherten sich die Brennaborfahrer F. Hauptmann und R. Heinrich die beiden ersten Plätze. Auch Ernst Ber= liner, der das 50 Kilometer- Straßenrennen Göln- NeußDüsseldorf als Erster gewann und J. Stübbecke, der in Rund um Kassel den zweiten Platz belegte, fahren Brennabor. )( Frizz Theile gewann zu Pfingsten in Düssel- Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Reeses Puddingpulver unübertroffen Der heutigen Auflage liegt ein Prospekt der 54. Gothaer Geldlotterie bei, worauf wir unsere Leser besonders aufmerksam machen. 53 ge bon ann aber Wihl. Joh. oren am ine groß ine finde Das nene runde de Fahren Let trib r Stabi Kommif nung a ufzubringen en. G einer Aus foll die bi en zugehen Der Stirdiur rbe zerstör Pring Fr en Schlof wegen G Des Prin Landesverfi der Reid Die Verjam schusses ungsvorja eit des Re die Anl Seiten. Bruh Redakter eglib. der D gliedern a Finl mmer. üdfichtigt enwärlig Be Biberalismug faffen. Die Kandidate gen Tag dieser t Jen flamm paren, me Und wen immer die wird immer e iparen fidg welchen Le Sie So ragt! Be Vater h antwort Co Te nirr ni Idher B Snnte ein de es ni Sie ni heute gu Tommt d oflea m I'm fu Denn a ung fol 42) Hüte für Damenu. Kinder Unübertroffen an Auswahl Geschmack. Preiswürdigkeit Gebr Robinsohn 33 Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmut H. ( Nachdruck verboten.) „ Nehmen Sie sich in acht," schrie Walter jetzt. Seine Stirn rötete sich. Ich wäre in der Lage, ganz andere „ Schandflecke" aufzudecken." Leon schien den Einwurf gar nicht zu beachten. " Es war Ihnen natürlich ein leichtes," fuhr er in höhnischem Tone fort,„ meine Schwester, ein unerfahrenes Mädchen, zu umgarnen. Wozu wären Sie denn sonst Komödiant!" Dies Wort wirkte wie ein Schlag. Walter zuckte zusammen wie unter der Wucht eines Hiebes. Sylvia, die bis jetzt nicht Zeit gefunden, sich einzumischen, da Rede und Gegenrede fich bligartig gefolgt waren, umfaßte frampshaft die wie zum Schlage erhobene Hand Hermanns. Sie sah mit rührender Bitte zu ihm auf und sofort glätteten sich seine Büge. Man fah es, die Augen des Mädchens übten eine große Macht auf den erzürnten Mann aus. Um seine Lippen spielte sogar ein leises Lächeln, als er sagte:„ Laß nur, Sylvia. Er hätte zwar eine Züchtigung verdient, aber um Deinetwillen fet sie ihm geschenkt. Er hat eben ein schlechtes Gewiffen und das reißt ihn zu Torheiten hin. Wir zwei geboren ja doch zusammen, nicht Liebling? Weshalb also reiten wir? Uns können Menschen nicht mehr trennen, nur der Tod! Set ruhig, mein Lieb!- Nein, nicht weinen!" wehrte er fanft, als er sah, wie sich die schönen Augen des Mädchens mit Tränen füllten. Nur kurze Zeit Geduld und Du bist mein, ganz mein. Ich will Dich nicht traurig fehen, das weißt Du doch." Frankfurt a. M. die Zukunft, von der sie so viel Glück erhofften. Leon kochte vor Wut. Er hatte seiner Gewohnheit gemäß die Hände in den Hosentaschen vergraben und schaute unverwandt auf das Paar, das nicht die geringste Notiz von ihm nahm. ,, Wie lange foll denn eigentlich diese Komödie noch dauern?" stieß er endlich mit vor Born entſtellter Stimme hervor. Glauben Sie, daß ich Ihre Bärtlichkeiten noch ferner mit ansehen werde?" O, bitte," lächelte der junge Sänger ironisch, genieren Sie sich nicht, wir wollen Sie nicht aufhalten. Gehen Ste nur, wenn Sie etwas Befferes zu tun haben. Sie sehen doch, daß Ihre Gegenwart hier völlig überflüssig ist. Was wir auszumachen haben, brauchen Sie nicht zu hören, das geht uns allein an." Leon wußte kaum, was er tat. Er schritt zur Türe. Draußen schüttelte er die Faust. Wir treffen uns schon wieder," murmelte er grimmig. Sylvia schmiegte sich, wie Schuh suchend, an den Geliebten. ,, Leon verstand es, sich einzuschmeicheln, auch bei der Tante. Er spricht von großen Zukunftsplänen, und der Vater glaubt ihm nur zu gern." Nun ja, wir beide haben mit der Sache wetter nichts zu tun. Er soll uns in Ruhe lassen. Und wenn Dein Vater uns seine Einwilligung nicht gibt, dann können wir nicht helfen. Er mag es seinem Eigensinn zuschreiben, wenn er am Abend seines Lebens einsam und freudenleer bleibt. Unser Glück aber soll daran nicht scheitern." Sylvia weinte nun doch. „ Er tut mir so leid. Ich häffe ihn gern die wenigen Jahre, die er vielleicht noch zu leben hat, gehegt und gepflegt, um ihn all das Unglückt seines Lebens vergessen zu machen. Mein Vater ist nur sehr verbittert, er hätte am Ende meinem innigen Flehen nachgegeben, wäre Leon nicht dazwischen gekommen. Aber von ihm hoffe ich nichts Gutes. Er hetzt den Vater nur noch mehr auf. Und nun, Liebster, bitte ich Dich, gehe jetzt. Der Vater liegt im Nebenzimmer, Dir ich „ Mir ist so bang Hermann. Könnte ich doch mit Dir gehen, fort von hier,- weit fort." „ Geduld, mein Mädchen, Du sollst mir folgen, so bald als möglich!" Nach einer kleinen Pause hub Sylvia wieder an:„ Ich bitte Dich, wenn Du Leon etwa zufällig begegnetst, welche ihm aus. Reize ihn nicht noch mehr; versprichst Du mir das?" „ Glaubst Du etwa, ich fürchte mich vor ihm?" " Nein, Hermann. Aber er ist eine heimtückische Natur und er haßt Dich, ich sah es an seinem Blick. Weshalb er Dir so feindlich gegenübersteht, ich weiß es nicht. Doch ich itsabne etwas furchtbares. Willit Du mir näheres mitteilen?" Leon stand diesem Ausbruch heißer Zärtlichkeit mit zusammengebiffenen Zähnen gegenüber. Ein paar mal schien es, als wolle er sich auf das Paar stürzen, um es auseinanderzureißen. Doch ein Blick auf den großen, stattlichen Mann, der ihn wohl um Kopfeslänge überragte, ließ den Feigling von seinem Vorhaben abstehen. Er begnügte sich, wütende Blicke auf die beiden zu werfen. Hermann hatte ben Arm um Sylvia geschlungen und sie an sich gezogen. 30 ftanden fie, eng aneinander geschmiegt und sahen sich an. Die Gegenwart versant vor ihren Augen; fie dachten nur an " O, nicht doch, Sylvia. Du regst Dich überhaupt viel mehr auf, als die Sache eigentlich wert ist. Was ich mit Deinem Bruder noch auszumachen habe, geschieht am besten unter vier Augen." Ich ängstige mich unbeschreiblich. Weshalb mußte er gerabe jezt zurückommen, um meine Qual und Sorge noch Au vermehren?" Wie tommt es überhaupt, daß Dein Bruder hier so rasch festen Fuß zu fassen vermochte? Hat Dein Vater ihm verziehen?" ich muß nach ihm terijer wird so leicht ungeduldig." Hermann seufzte leise. „ Es wird mir vielleicht in der nächsten Zeit wieder nicht möglich sein, Dich zu sehen. Ich habe jetzt sehr viel zu studieren. Die Proben nehmen fast kein Ende mehr. Ich bin sehr in Anspruch genommen. Und dann die viele Nebenbeschäftigung, die oft die halbe Nacht hindurch dauert." ,, Wie, so schrecklich viel hast Du zu tun?" - Sylvia machte ein besorgtes Gesicht. Welcher Art sind denn diese Nekenbeschäftigungen?" „ D, sie sind sehr wichtig," beteuerte er ernsthaft.„ In meiner freien Zeit muß ich immer an Dich denken und die halbe Nacht muß ich von Dir träumen." Sylvia lachte. In diese Arbeit teilen wir uns." Wirklich? Denkst Du oft an mich?" Sie nidte eifrig. „ Immer!" Dann trennten sie sich. Es war ein zärtliches Abschied= nehmen. Am Nachmittag schien die Sonne hell auf den glitzernben Schnee. Der flimmerte, daß einem die Augen weh taten und überkleidete alle Zäune, Bäume und Sträucher mit setnem blendenden Weiß. ( Fortsetzung folgt.) Auch Thren Kindern sollten Sie es einprägen, vom Kaufmann sich nicht mit dem ersten besten Kaffeezusaz abfinden zu lassen, sondern ausdrücklich Kaiser- Otto mit Schutzmarke ,, Haus". Zu verlangen Anerkannt filufer und gefündefter Kaffeezusak. der Bestattungsgenossenschaft der freien Schreinervereinigung Gießen Sarglager Fritz Rosenbaum Löwengasse 20. Telephou 692. - Lungenleidenden-- + teile ich aus Dankbarkeit durchaus unentgeltlich( lediglich gegen Einfendung des Portos) mit, wie ich durch ein ebenso einfaches wie billiges und dabet doch so überaus erfolgreiches Verfahren von meinem langwierigen Leiden( Husten, Auswurf, Nachtschweiß, Abmage= rung usw.) befreit wurde, nachdem ich vorher nach einer achtwöchent lichen Aur aus einer Lungenheilstätte als ungeheilt entlassen worden war. Anna Walter, Roda( Sachsen- Altenburg), Geraer- Straße 50. Café- Restaurant ,, Heuchelheimer Mühlchen“. Underberg Beanekomp Maag Bit Beliebter Ausflugsort Gr. schattiger Garten ff. Speisen u. 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