uf If Gießener Zeitung war: Mk. 670. se 12 ht. lef, 13 nter nft. utter Preis: 1fb.88 f 3, 260, Nähe Kreuzplat Giessen. Telefon 165 gen Saison: Herde, Kesselssel, Räucherer und Füller, orsetzer, Verwie sämtliche Wasch Wring Gas, Spiritussowie sämtl. stände. Soc. etc. Die biefer Zeitun ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Pfg. monatlich vorauszahlbar, vierteljährlich 1,20 Mk., durch die Bost 1,50 Mf. frei ins Haus. Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Zwei Extrabeilagen: „ Humoristische Blätter" und die„ Neue Lesehalle", Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Telephon: Nr. 362. Nr. 37. Bekanntmachung. - Die Marktlauben und Keller unter dem Turmhaus sollen für 1910 neu verpachtet werden. Angebote sind bis 12. März d. Is., vormittags Uhr bei der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen und Angebotsformulare erhältlich sind. Gießen, den 28. Februar 1910., Bürgermeisterei. J. V.: Keller. Bekanntmachung. 12 Die Landgest its beschäfor für die Landgestütsstationen Berstadt, Buzbach und Grünberg sind abge= gangen. Gießen, den 26. Februar 1910. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Keller. Vergebung von Pflaster- u. Egaussierungsarbeiten. Die Pflaster- und Chaussierarbeiten für den Ausbau der Wiesenstraße sollen Dienstag, den 8. März d. I., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 25. Februar 1910. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Arbeitsvergebung. Die Ausführung von Erd arbeiten und die Stellung von Hilfsarbeitern für die im Betriebe des Gas- und Wasserwertes vorkommenden Arbeiten im Be= triebsjahre 1910 sollen auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Zum hessischen Ministerwechsel. Die„ Darmstädter Zig." veröffentlichte gestern an der Spitze unter„ Amtlicher Teil" folgende Bekanntmachung: Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 27. Februar d. Js. den Minister der Finanzen Dr. Dr.- Ing. Feodor Gnauth auf sein Nachsuchen unter dankbarer Anerkennung seiner langjährigen, treuen und ausgezeichneten Dienste in den Ruhestand zu versetzen und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Großkreuz des Verdienstordens Philipps des des Großmütigen zu verleihen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 27. Februar d. J. den Minister des Innern Dr. Dr.- Ing. Ernst Braun mit Wirkung vom 28. Februar 1910 zum Minister der Finanzen und den Provinzialdirektor der Provinz Rheinhessen und Kreisrat des Kreises Mainz Friedrich v. Hombergt zu Vach mit Wirkung vom gleichen Tage zum Minister des Innern zu ernennen. Nach allem, was in den letzten Wochen gearbeitet, was um die Finanztrisis unseres engeren Heimatlandes zu heben von der Regierung heraus- und umgerechnet, was von den Landständen durchgesprochen und vom Volk mit Willen und Widerwillen angehört worden ist, hat dieser Wechsel eine Ueberraschung nicht gebracht. Schon vor mehreren Wochen ist von maßgebenden Persönlichkeiten, nicht allein in Darmstadt, nein auch in anderen Orten des Landes, Gnauth' Enthälf alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amfes = Behörden Oberhessens Erpedition: Seltersweg 83. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei( Albin Klein). Dienstag, 1. März 1910 Der diesem Ausschreiben zugrunde gelegte Vertragsentwurf liegt während der Dienststunden auf unserem techni< schen Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Angebote sind unter Benutzung der bei uns erhältlichen Vordrucke bis zum Montag, den 7. März d. I., vormittags 11 Uhr verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bei uns einzureichen. Gießen, den 24. Februar 1910. Städt. Gas- und Wasserwerk Gießen. Steding. Frühjahrs- Pferdemartt verbunden mit der Feier des 10jährigen Bestehens der Gießener Pferdemärkte Mittwoch, den 6. April 1910. Um 8½ Uhr beginnt die Pferde- Prämiierung, für welche mit den Jubiläumspreisen über 3000 Mr. zur Verfügung stehen, darunter 300 Mt. aus Mitteln des Landwirtschaftskammer- Ausschusses für die Provinz Oberhessen. Mit dem Pferdemarkt verbunden ist eine Ausste II= ung von Wagen, Geschirren, Stallutensilien und landw. Geräten 2c. Für hervorragende Leistungen bei der Ausstellung wird Diplom erteilt. Von 10 Uhr ab: Konzert.- Restauration. Nachmittags 2 Uhr finden auf dem Radrennplaß auf Bichlers Hardt zur Feier des 10jährigen Bestehens der Gießener Pferdemärkte sportliche Veranstaltungen mit folgendem Programm statt: 1. Vorführung der auf dem Pferdemarkt prämiierten Pferde. 2. Preisreiten. Offen für Offiziere, Mitglieder des Gießener und Wetterauer Reitervereins und deren Damen. 3. Spring- Konkurrenz. Offen wie bei Ord.-Nr. 2. 4. Vorfahren von Herrschaftswagen im Privatbejizz. 5. Vorfahren von Geschäfts- und landwirtschaftlichen Wagen. tors Rothe mit ins Ministerium übertrat. Er fam als Obersinanzassessor und Hilfsarbeiter ins Finanzministerium und hatte hier reiche Gelegenheit, sich gründliche Kenntnisse über das Finanzwesen zu erwerben. Als Minister des Innern war ihm zudem seither schon das ganze Finanzgebahren der Städte und Gemeinden unterstellt. Was schließlich den neuen Minister des Innern, Herrn v. Homberg t, anlangt, so wird er durch seine persön lichen Eigenschaften in Verbindung mit dem reichen Schaße praktischer Lebenserfahrungen sich zu einem hervorragenden Leiter des umfangreichen und vielseitigen Ressorts Innern anlassen. Zur hessischen Finanzkrisis. des ** In der am Samstag stattgehabten Sibung des Finanzausschusses der zweiten Kammer wurde zum Ausgleich des Fehlbetrages im Staatshaushaltsetat für 1910 endgiltig eine Steuererhöhung von 15 Prozent der Einkommensteuer und eine Erhöhung der Vermögenssteuer von 75 auf 95 Pfg. pro 1000 Mark beschlossen. Eine Te u- erungszulage für die Beamten konnte infolge mangelnder Mittel für dieses Jahr nicht gewährt werden. Heute nachmittag hält der Ausschuß noch eine kurze Schlußsihung ab. DAVE Rüdiritt vorausgefagt worden, wenn er bei Durchführung Eine große Hansabund- Versammlung der Finanzreform von der einen wie der anderen Kammer nicht die volle Unterstützung findet. Damit wäre also die durch die Ereignisse der vergangenen Woche entstandene Lücke wieder ausgefüllt, und zwar, wie schon bemerkt, in sehr glücklicher Weise. Es darf als ein besonders günstiger Umstand betrachtet werden, daß die Minister Ewald und Braun nicht, wie man zuerst befürchten mußte, die verlorene Sache des Finanzministers zu der ihrigen machen und gemeinsam mit ihm den Großherzog um ihre Entlassung bitten würden. Dazu lag auch nicht der geringste Grund vor. Man begreift nur trotz der langen Darlegung des Ministers gegen die Stellungnahme der Ersten Kammer in der Bevölkerung noch nicht, weshalb sich der Minister eigentlich so unerschütterlich fest auf die erhöhte Schuldentilgung gerade im gegenwärtigen Moment versteifte und jeden Verständigungsversuch, an denen es der Finanzausschuß der zweiten Kammer wahrhaftig nicht seh len ließ, einfach von der Hand wies, nachdem er das betannte schroff ablehnende Erposee gegen die Erste Kammer vom Stapel gelassen hatte. Das Verbleiben des Staatsministers auf seinem Posten bietet zunächst eine Gewähr dafür, daß an den allgemeinen Richtlinien der Regierung nicht gerüttelt werden wird, und es ist erfreulich, daß gerade er gelegentlich der Ausschußberatungen am deutlichsten seine Bereitwilligkeit erflärt hat, an einer durchgreifenden Vereinfachung der Staatsverwaltung und Verbilligung des ganzen Verwaltungsapparates nach Kräften mitzuarbeiten. Finanznanzgebiete. Es sei hier daran erinnert, daß er nach Ablegung seiner juristischen Eramina viele Jahre bei den verschiedensten Kreisämtern tätig war, zuletzt in Mainz, von wo er auch nach Berufung des damaligen Provinzialdireksand gestern Abend zu Gießen in Steins Garten statt, wozu die hiesige Ortsgruppe eingeladen hatte und der Handelsfammer- Synditus Dr. Mollat- Siegen einen äußerst großzügig angelegten Vortrag über die Bedeutung des Hanja- Bundes' hielt. Die letzten Jahrzehnte haben, so führte der Redner aus, einen gänzlichen Umschwung der wirtschaftlichen Verhältnisse mit sich gebracht; denn während im Jahre 1882 noch 42% Proz. der Bewohner Deutsch lands in der Landwirtschaft tätig waren, ernährte dieselbe im Jahre 1907 nur 16% Proz. aller Erwerbstätigen. Der alte Agrarstaat Deutschland hat somit mehr und mehr das Gepräge eines Industriestaates angenommen, denn auch der augenblickliche Wert der gewerblichen Erzeugnisse beträgt 38 Milliarden Mart, während sich der Wert der landwirtschaftlichen Produkte gegenwärtig nur auf 15 Milliarden Mart beläuft. Einen weiteren Beweis für diesen wirt- schaftlichen Umschwung erbringen die Ausfuhrverhältnisse, welche ebenfalls ein Ueberwiegen der Industrie zeigen. Die Landwirtschaft ist demnach vollständig unfähig, die Bevöl ferung zu ernähren. Da jedoch für die Bevölkerungsüberschüsse Arbeit und Brot geschafft werden mußte, jo fonnte eine Gesundung der Verhältnisse nur durch Gewerbe, Handel und Industrie herbeigeführt werden. Aber der wachsen den Bedeutung dieser Voltsteile entsprach nicht die Berück sichtigung, die man ihnen bei der Gesetzgebung und in der Steuerfrage angedeihen ließ. So braucht der Beamte Preußen nur die Hälfte des Kommunalsteuer- Betrages und überhaupt keine Gewerbesteuer zu entrichten, während die Gewerbetreibenden nicht nur zu vollen Höhe der Gemeinde einkommensteuer herangezogen werden, sondern auch noch eine besondere Gewerbesteuer entrichten müssen. Ebenso ungerecht ist der von den verbündeten Regierungen einge= Der die brachte Gesellschaftssteuer- Gesetzentwurf gewesen, in ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis: 15 pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklame teil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Telephon: Nr. 362. 21. Jahrg. 6. Jagdreiten mit Auslauf über ausgeflaggtes Gelände. Offen wie bei Ord.-Nr. 2. 7. Landwirtschaftliches Rennen, Trabreiten und GaToppreiten( ie 3 Geldpreise). In allen Abteilungen werden Ehren Preise gegeben. Konzert der gesamten Kapelle des Inf.- Regiments Kaiser Wilhelm. Am 7. April, nachmittags 2 Uhr, findet in der Stadtknabenschule eine Verlosung statt von Pferden, Wagen, landw. Maschinen und Gerätschaften, Fahrrädern, Nähmaschinen, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenständen. Der Vertrieb der Lose a 1 Mt. ist dem Herrn Richard Buchacker Gießen übertragen. Die städt. Pferdemarktkommissiou Gießen. Gg. Bichler. Bekanntmachung. Das 4. Quartal Schulgeld für die Realschule, Höhere Mädchenschule und Gymnasialvorschule, ist innerhalb 8 Tagen bei Meidung der Beitreibung zu bezahlen. Gießen, den 23. Februar 1910. Stadtkasse Gießen. Peter. Bekanntmachung. Montag, 7. März, vorm. 9 Uhr beginnend, wird eine größere Anzahl von Grundstücken der Stadt und des städtischen Hospitals insbesondere auf dem Nahrungsberg, am Schiffenbergerweg, in der Stephansmart, in der Nähe der Heyligenstadtschen Fabrit, auf dem Seltersberg und in der Nähe der Margaretenhütte, sodann nach mittags 3 Uhr beginnend auf dem Hamm, im Neustädterfeld und an der Marburgerstraße verpachtet. Zusammenkunft vormittags auf der Licherstraße beim Lärchenwäldchen und nachmittags bei dem Elektrizitätswerf. Gießen, den 25. Februar 1010. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. = durchaus nicht besonders hohen Gewinne der Aktiengesellschaften besteuern wollte, aber glücklicherweise jetzt schon wieder aufgegeben ist. Die von dem Reichstag festgesetzten indirelten Steuern aber haben ferner infolge ihrer Beweglichfeit sich immer mehr Feinde zugezogen, wozu sich als zweiter Nachteil der Umstand gesellte, daß sie das Anwachsen der Schulden nicht verhindern fonnten. So kam es, daß gegenwärtig die Reichsschulden 4 Milliarden Mart und die Zinsen dieses Betrages 160 Millionen Mart betragen. Immer mehr mußte nun die Erkenntnis in weiteren Kreisen heranreisen, daß es auf diesem abschüssigen Wege nicht mehr weiter gehen tonne. Was sich als unausgesprochene Ueberzeugung gebildet hatte und ein dumpfer Groll genannt werden konnie, das gewann mit einem Male Form und Ton und rief dringend nach Abhilfe. Als dann die die Land wirtschaft in einseitiger Weise bevorzugende Reichsfinanzreform eine tiefgehende Erbitterung in die breiten Schichten des Volkes getragen hatte, da schlossen sich über 6000 Vertreter von Gewerbe, Handel und Industrie in Berlin zu dem Hansa- Bund zusammen, dessen Gründung als eine wahre Großtat anzusehen ist. Daß aber auch Gewerbe, Han del und Industrie dieser Gründung zujubelten, das das Anwachsen der Mitgliederzahl des Bundes beweisen, der seit seiner Gründung auf 220 000 Mitglieder angewachsen ist. Der Hansabund hat auf seine Fahne eine Wirtschaftspolitik geschrieben, welche ihrer Natur nach nicht verund legend, sondern ausgleichend und versöhnend wirkt, welche die Kraft von Gewerbe, Handel und Industrie nicht nur nach innen, sondern auch durch Einflußgewinnung auf die Handelsverträge nach außen stärken will. Soll jene Politik, welche der Hansabund zu betr! iben und durchzuseßen entschlossen ist, die maßgebende Politik des deutschen Meiches werden, so dürfen dem Hansabund nicht Gewerbe, Händel und Industrie fernbleiben, sondern müssen einmütig ihr ganzes können dazu beisteuern, der Sache des Hansabundes zum Siege zu verheisen.( Brausender Beifall.) tann In der sich daran anschließenden Diskussion sprach als einziger Redner Pros. Ur st ad t. Die Allgemeinheit, so führte der Vortragende aus, erwartet, daß sich der HansaBund nicht den Steueropfern entzieht, da das Reich nur die Leute besteuern will, die aus Handel, Gewerbe und Industrie ein größeres Einkommen beziehen. Ferner hegen viele Kreise in der Bevölkerung die Befürchtung, daß der Hansabund dem Vorgehen des Bundes der Landwirte folgen werde, der die Interessen der Konsumenten so gut wie gar nicht berücksichtigt. Dr. Molla t: Ich gebe zu, daß die Ausführungen des Vorredners von außerordentlicher Bedeutung sind. Der Hansabund wünscht auch den Konsumenten gerecht zu werden und in erster Linie die Interessen der Gesamtheit zu vertreten. Es erscheint auch die Befürchtung, daß durch die eine Erwerbsgruppe eine Majorisierung der anderen stattfinde, deshalb unbegründet, weil der Ausschuß des Hansa| Bundes bei einer Gesamtmitgliederzahl von 410 41 Handelsgehilfen und 131 Vertreter des Handwerts zählt. Einen ferneren Beweis für diese Vertretung aller Berufsklassen fann der Umstand liefern, daß das Reichsamt gerade auf Veranlassung des Hansabundes den bereits infolge techni scher Bedenken zurückgestellten Privatversicherungs- Gesezentwurf wieder aufgenommen hat. Alles in allem gestaltete sich die Versammlung zu einer machtvollen Rundgebung und wir möchten hoffen, daß der Sache des Hansabundes immer mehr Freunde erstehen werden. 525252 Heute mit dem 1. März beginnt ein einmonatiges Probe- Abonnement auf die ,, Giessener Zeitung". Abonnementspreis 40 Pfg. Parlamentarisches aus Hessen. ** Die Antonomie der Gemeinden im Gebiete indirekter Steuern fordert ein der Zweiten Kammer zugegangener Antrag Glässing:„ die Regierung zu ersuchen, eine besondere Gesetzesvorlage vorzulegen, wonach die Gemeinden zur Erhebung indirekter Steuern innerhalb der durch die Reichs- und Landesgesetze zurzeit gezogenen Grenzen befugt sind." Der Antrag soll zunächst den Gemeinden die Möglichkeit geben, Vergnügungssteuern im Wege des Ortsstatutes einzuführen. Lokales. Gießen, den 1. März 1910. ** Vorlesungen an der Universität. Nach dem Vorlesungsverzeichnis der Universität, von dessen Erscheinen wir bereits kurz Meldung gemacht hatten, findet die Immatrikulation für das Sommersemester 1910 am 18. April statt, während der Beginn der Vorlesungen auf den 25. April festgesetzt ist. *)(* Stadterweiterungsfond. Der Kassenvorrat und der Wert des erworbenen Grundstückes erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr die Höhe von 3 237 370 Mart. Die Schulden an der Stadtkasse betrugen 1 997 030 Mart, so daß sich das Vermögen des Fonds auf 1 240 340 Mart beläuft. *)(* Vom städt. Wasserwerk. In dem städt. Wasserwerk, das die Stadtverwaltung befanntlich gegen= wärtig vergrößern läßt, wird eine 4. Maschine aufgestellt werden, welche über 100 Pferdefräfte verfügt, während die drei vorhandenen Maschinen nur zusammen eine derartige Kraft entwickeln können. ** Der Kriegervereinsbezirk Gießen hält sein Bezirksfest in Londorf am 3. und 4. Juli ab, dessen Kriegerverein gleichzeitig sein Jubiläumsfest begeht. Der große Andrang zu dem Fest wird jedenfalls die Einlage eines Ertrazuges notwendig machen. ** Meisterkurse. Wie alljährlich, so wird auch diesmal wieder der Meisterprüfung ein Vorbereitungskursus in der Gewerbeschule vorangehen, der unter seine Unter= richtsfächer die gewerbliche Gesetzgebung, Buch- und Rechnungsführung, Wechsellehre, Arbeiterversicherung, Raum- lehre, Baustofflehre, Materialfunde und Uebungen im Kaltulieren, Kontoforrentrechnung und Scheckverfehr aufnehmen wird. Jedenfalls verspricht auch in diesem Jahr der Andrang zu den Kursen ein großer zu werden, da die jungen Handwerker den Wert derartiger Uebungsstunden sehr wohl zu würdigen wissen und da außerdem wohl auch eine große Beteiligung aus der Provinz zu erwarten steht. Anmeld= ungen und Ausfünfte übernimmt Architeft Garnon, Ge= werbeschule Gießen. : tt: Stadttheater. Es sei darauf hingewiesen, daß für Mittwoch noch eine und zwar unbedingt letzte Aufführung von Ostar Wildes„ Salome" ermöglicht wurde. Diese Vorstellung bedeutet zugleich das letzte Auftreten von Frl. Sybill Vane. führen, daß die überraschende Wirkung so mancher der geheimnisvollen Demonstrationen der spiritistischen Medien, Gedankenleser und Hellseher vor allem auf der„ Macht der Suggestion" beruht. Der hiesige Experimentalvortrag F. Cumberlands wird Donnerstag, den 3. März, in Steins Garten stattfinden. Der„ Mainzer Neueste Anz." schreibt 3. B.: Herr F. Cumberland verstand es in meisterhafter Weise, seine zahlreichen Besucher, darunter eine Anzahl namhafter Aerzte, nicht nur in fesselnder Weise zu unterhalten, sondern ihnen auch mancherlei geistige Anregung und Belehrung zu bieten. Die meisten Experimente des Künstlers sind absolut neu und eigenartig; andere wie z. B. die Gedankenübertragung, haben wir in so vollendeter Weise hier noch nicht gesehen. Vorverkauftarten zu ermäßigten Preisen sind in der Musikalienhandlung Ernst Challier erhältlich. -e= E v. Arbeiterverein. Gelegentlich des am Sonntag abgehaltenen Vortragsabends hielt Prof. Velte einen Vortrag aus dem wirtschaftlichen und sozialen Leben der römischen Kaiserzeit. Redner schilderte in fesselnder Weise die Zustände der damaligen Zeit in der Sklaventum und Wohnungselend ganz besonders ausgeprägt waren. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Referenten, dem vom Vorsitzenden der Dank der Zuhörer abgestattet wurde. Eine = p- Warnung vor Auswanderung. Firma Edendale u. Comp. in London macht in Zeitungsinseraten Propaganda für die Auswanderung nach der Delta Kolonie in Argentinien, einem Unternehmen zur Kolonisation des Parana- Deltas. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß nach zuverlässigen Ausfünften dieses Unter nehmen den deutschen Auswanderern keineswegs empfohlen werden kann, sodaß den Auswanderern gegenüber diesen Anerbieten Vorsicht zu empfehlen ist. !!! F. Cumberland, der bekannte Antispiritist, unternimmt nach mehrjähriger Pause zurzeit wieder eine Tournee durch Deutschland und wird auch in unserer Stadt einen Experimentalvortrag über das Thema:„ Die Macht der Suggestion" halten. Cumberland, der sich in früheren Jahren durch seine energische Bekämpfung des Medium= Schwindels einen Namen gemacht hat, wird durch eine Reihe von höchst eigenartigen Experimenten den Nachweis 36) Der Fall Welshofen. Kriminalroman von M. Koffat. ( Nachdruck verboten.) -h Franz. Vortrag. Am Samstag hielt Prof. Berryer einen interessanten Vortrag über das französi sche Theater, das französische Sportswesen und Belgien. Ganz besonders angenehm berührte die langsame und deutliche Sprechweise des Redners, welche auch den in der französischen Sprache minder Bewanderten ein gutes Verstehen ermöglichte. Nicht minder großen Beifall fanden die Lichtbilder, welche in gelungenen Aufnahmen Szenen aus Moliere, Racine und Victor Hugo sowie Ansichten aus den in architektonischer Hinsicht äußerst interessanten Städten Belgiens brachten. Im Hinblick auf die Vorzüge des Vortrages möchten wir wünschen, daß Prof. Berryer bei seinem nächsten Vortrage zahlreichere Zuhörer um sich versammeln möge. Dann erzählte Olfers weiter: Wie ich geweint und gefobt habe, als ich fort mußte, aber es half alles nichts. Anfangs meinte ich, vor Sehnsucht nach meiner Anita sterben zu müssen, aber allmählich beruhigte ich mich und bergaß sie. So sind wir Menschen! Mein Vater gab mir eine gute Erziehung, und da ich viel Interesse für die Wissenschaften hatte und leicht lernte, so war ich im Grunde glücklich mir scheint, als wäre jene Zeit in Deutschland die glücklichste meines Lebens gewesen. Daß mein Vater starb, als er ruiniert war, und daß ich nach Italien ging, weil nicht die Mittel vorhanden waren, um meine Studien fortseßen zu können, wissen Sie ja wohl, denn es wissen es alle. Ich kann daher rasch über diese Dinge hinweggehen. In Neapel sah ich die Anita wieder als Tarantellatänzerin. Sie war noch schöner denn als Kind und wurde gefeiert und bewundert und natürlich ich liebte sie. Aber meben ihr stand wieder der widrige Gesell, ber James. Er hatte sich bei der Truppe, bei der sie engagiert war, eingenistet und füllte die Pausen zwischen den Tanzszenen durch humoristische Vorträge aus. Er schien ganz unzertrennlich von meiner Schönsten und baß meine Eifersucht wieder hell auflohte, versteht sich von felbst,, Liebte das Mädchen Sie denn?" warf Brümmel ein, dem es auffiel, daß Offers dieses Punktes noch kein einzigesmal während seiner Erzählung Erwähnung getan Hatte. Aus Hessen und Nachbargebiet. * Auz Oberhessen. Ein hohes Alter erreichte in Rodenbach Frau A. Hammel, sie wurde 92 Jahre alt. Fast 90 Jahre alt wurde Valentin Scholl in Höingen. und Schwabenrod. Rechner Pein- Nieder- Bessingen blickt aul Alte Gemeinderechner besitzen die Orte Nieder- Bessingen eine fast 40jährige Amtszeit zurück, Scheuer- Schwabenrod hat 25 Dienstjahre und ist 83 Jahre alt. Ob sie mich liebte?" wiederholte fener sinnend.;, Chi To fa! Sie fofettierte mit mir, aber sie fofettierte mit allen, auch mit dem James. Wenn ich ich sie fragte, ob sie mich liebte, gab sie zur Antwort: ,, Gib mir schöne Kleider und goldene Armbänder und Ketten, dann will ich Dich Bussen. Mache mich reich, dann werde ich Deine Frau." nb ich verliebter Narr, ich wahr wie wahnsinnig, weil ich nicht von dem geben konnte, was sie begehrte, denn bürstete nach threm Kuß Troß aller meiner Bemüh w Krofdorf, 27. Febr. Die heute stattgefundene öffentliche Versammlung, in der Elektrizitätswertsdirektor Stolte- Gießen sprach, war außerordentlich stark besucht, auch die Nachbarorte Launsbach, Wißmar und Rodheim waren vertreten. Die Ausführungen des Referenten erstreckten sich besonders auf die Vorteile und Kosten der Elettrizität für Beleuchtungs- und Kraftzwecke. Herr Stolte führte aus, daß bei einer Berechnung von 50 Pfennig pro Kilowatt das elektrische Licht bei den Metallfäden sich billiger stellte und auch wesentliche Vorteile der Delbeleuchtung biete. Auch die Straßenbahn wurde berührt und ausgeführt, daß diese Frage jetzt noch nicht zu lösen sei, da Gießen erst die Ergebnisse des 1. Betriebsjahres abwarten wolle. | * Nieder- Mörlen. Während seit Jahren für die hiesige Gemeindejagd immer 1500 Mt. jährlich bezahlt wurden, konnten diesmal bei drei Versteigerungen nur 1000 Mark erzielt werden. Die Jagd liegt ganz nahe an den Stationen Bad Nauheim, Ostheim und Bußbach. * Friedberg, 28. Febr. Zwei Häuser, die bereits mehrere Jahrhunderte stehen, auf dem Marktplate an der Kaiserstraße, werden eben niedergerissen. Das eine, das zu den sogen. drei schiefen Häusern gehört und auf allen Ansichtskarten Friedbergs zu finden ist, erregte stets die Aufmerksamkeit der Fremden. Beide Häuser werden, da sie, wie die ganze Kaiserstraße, unter dem Dentmalschuße stehen, im alten Stile neu aufgeführt, einen Schmuck der Kaiser= straße bilden. * Hoch- Weisel, 28. Febr. Die Bürgermeister wahl findet am 4. März statt. Anscheinend wird der Wahlkampf ein recht lebhafter. die 1817 in Mainz mit 566, der Turnverein Mombach mit 478, Turnverein Aizen mit 432, Turnverein Kastel mit 391, Turngesellschaft Mainz mit 304 Mitgliedern und andere mit weniger als 300 Mitgliedern. * Offenbach. Ein Unbekannter gab hier einem Dienstmann ein verschlossenes Kuvert mit dem Auftrag, dieses in einem hiesigen Bankhaus abzugeben. In diesem Kuvert befand sich ein von einer hiesigen namhaften Firma ausgestellter Scheck auf 8500 Mt. Letzterer wurde auch anstandslos ausbezahlt. Bald darauf stellte sich deraus, daß der Scheck gefälscht war und ein Schwindler sich auf diesem nicht gerade ungewöhnlichen Weg das Geld zu verschaffen gewußt hatte. * Bad Nauheim, 28. Febr. Nette Früchtchen sind zwei Schuljungen aus dem nahen Steinfurth, einem Wirte daselbst 150 Mt. stahlen, im Felde vergruben und nach und nach sich von ihrem Raube holten. Der Nauheimer Gendarmerie gelang es durch Nachforschungen, die jugendlichen Diebe zu entdecken. * Wiesbaden, 28. Febr. Ueber die Ausstellung für Handwerk, Gewerbe, Kunst- und Gartenbau 1909 liegt jetzt die Abrechnung vor. Danach beläuft sich der Fehlbetrag auf 40 000 Mt., sodaß eine Inanspruchnahme der Garantiezeichner bis zur Höhe von 10 Prozent erfolgen Gau Rheinhessen mit fast 16 000 Mitgliedern. Dem Gau * Der größte Turngau im Mittelrheinkreis ist der gehören insgesamt 151 Turnvereine an, von denen die Turngemeinde Worms die größte mit 679 Mitgliedern ist. An großen Turnvereinen folgen dann der Turnverein von wird. * Mannheim, 26. Febr. Die Familien Heinrich der Reserve von Seubert haben aus Anlaß des demnächstiLanz, Geheimer Kommerzienrat Röchling und Rittmeister gen 50jährigen Jubiläums der Fabrik Lanz der Stadtgemeinde Mannheim den Betrag von 1 Million Mark zur Verfügung gestellt, dessen Zinsen für die wissenschaftlichen Zwecke der hiesigen Handelshochschule Verwendung finden sollen. Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 26. Februar 1910. Wegen verbotenen Glücksspiels standen der angebliche Techniker Emil 3alga aus Hultschin bei Ratibor, der Kaufmann Karl Prinz aus Guben und der Kaufmann Paul Wohlmann aus Breslau unter Anklage. Die Angeklagten sind beschuldigt, das Glücksspiel als Gewerbe ausgeübt zu haben. Im letzten Sommer fanden sie sich in Bad- Nauheim ein, wo sie von einem Mechanifer, der einen größeren Geldbetrag verspielt hat, angezeigt wurden. Zalga und Prinz wurden verhaftet, während es Wohlmann gelong, sich nach Friedberg fahren zu lassen, von wo aus er in der Richtung nach Berlin fuhr. Es wurde insbeson= ten„ Schwarz und rot". Manchmal hatten sie guten Erfolg dere das Pockern getrieben; auch mauschelten sie und spielund hängten Kurgästen größere Geldbeträge ab. Die Verhaftung erfolgte um destillen, weil angenommen wurde, sie hätten die Glücksspiele auf eine betrügerische Art ge= spielt. Eine diesbezügliche Anklage wurde aber nicht erhoben, wenn auch Zalga, der ein geriebener Spieler und eine sehr bewegte Vergangenheit hinter sich hat, sehr verdächtig war. Er hat behauptet, die anderen Angeklagten hätten beim Mischen der Karten betrügerische Manipu lationen vorgenommen und hätten ihn um Geld gebracht, dabei stand fest, daß er der einzige war, der die Handlun gen beim Mischen, in denen der Betrug erblickt wurde, ausführen konnte. Er hat sich früher auch gerühmt, dieses zu können. Bezüglich des Zalga nahm das Gericht an, daß zum mindesten teilweise seinen Unterhalt durch das Glücksspiel verschaffte; er wurde zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, worauf 5 Monate und 3 Wochen Untersuchungshaft anzurechnen sind. Die anderen Angeklagten mußten wegen Beweismangel freigesprochen werden, wenn sie auch verdächtig waren, gewerbsmäßig gespielt zu haben. er ist, ändert, hauptsäc Gahneidergefellen fabritation jahlreiche offene fonnten. Im N gegen Dezember Witterung wird Berer Bedarf Der Arbeitsmarkt im Januar 1910. Arbeitsmarktes Platz zu greifen, wenn auch diese Besserung Endlich scheint eine langsame Besserung des keine überall beobachtete Erscheinung bildet. Der gute Beschäftigungsgrad in der Lederwaren- und Reiseartikel- Industrie( Portefeuille), über den wir schon seit einigen Monaten berichten konnten, hielt weiter an, die Beschäftigung war durchschnittlich besser als im Vorjahre der in den letzten Monaten beobachtete flotte Geschäftsgang in derselben Zeit. In der Schuhfabritation hält Schuhwarenindustrie als für die Portefeuillebranche genügimmer noch an. Arbeitskräfte sind aber sowohl für die end vorhanden. In der Metallindustrie tritt endlich allem Anschein nach die lang erwartete Besserung der Lage des Arbeitsmarktes ein. Die Maschinen- Industrie ist gegen das Vorjahr etwas besser beschdftigt, wie z. B. aus Offenbach gemeldet wird. Das Baugewerbe | erwartet fast überall mit Bestimmtheit einen recht baldigen größeren Ausschwung, sobald bessere Witterung eintritt, da in allen größeren und mittleren Städten zahlreiche Neustrie hält der schlechte Geschäftsgang noch immer an, man und Umbauten angemeldet sind. In der Holz- Induerwartet aber auch hier bald gute Aufträge für die ange meldeten Bauten. Im Bekleidungsgewerbe war die Lage des Arbeitsmarktes gegen den Vormonat unverungen, etwas zu verdienen, gefang es mir doch nur in bescheidenstem Maße. Der einzige Erwerb, den ich fand, war der durch Aushilfsstunden in der deutschen Sprache bei der Wilson- Scool in Neapel. Er brachte mir aber nicht mehr ein, als was ich meiner Mutter, die ia selbst so blutarm war, geben mußte, um meinen notdürftigsten Unterhalt zu bestreiten. Da geschah's, daß der Todd, meine wahnsinnige Verliebtheit nüßend, als Versucher an mich herantrat. Werd Schmuggler" riet er mir- ,, dann verdienst Du viel und kannst der Anita schöne Kleider und goldene Ketten kaufen." Ich bedachte mich nicht lange und folgte seinem Rat. Wie es sich herausstellte, hatte er schon wiederholt das gleiche gefährliche Gewerbe betrieben und fand es daher leicht, meine Verbindung mit den Sch.nugglern einzuleiten. Ich mußte Neapel verlassen um nach einem Dorf in den Abruzzen zu ziehen, aber da ich mir goldene Berge vom Schmuggeln versprach ,, so hoffte ich bald mit Schäßen beladen nach Neapel zurückkehren zu können. Meine Mutter, der ich meinen Plan anvertraute, begleitete mich, sie erwies sich denn in der Folge auch sehr nüßlich beim Verbergen ber Waren. Das seltsamste bei der Sache aber war, daß der Todd uns nach kurzer Zeit ebenfalls folgte und sich zum Haupte unserer Bande aufwarf. Er hatte eine teuflische Schlauheit darin, uns heimliche Durchzüge durch die Berge zu ermöglichen ohne den Gendarmen in die Hände zu fallen und die Patrouillen irre zu führen. Wie es zuging, daß gerade ich stets auf dem gefährlichsten Bosten stand, mag der Himrnel wissen! Ich hegte damals in meiner törichten Verblendung kein Mißtrauen gegen ihn und gehorchte ihm blind heute weiß ich, daß er mich durch das Versprechen von reichem Gewinn hinterlistig in alle Gefahren lockte, die sonst niemand bestehen moche. Ein paarmal ließ er mich auch eine Menge Geld verdienen, in der Regel aber ste cfte er es in seine eigene Tasche. Er muß damals reiche Beute gemacht haben der Schuft! Und alles tat ich, was er wollte- alles! Ich brauchte ia Gerd, um der Anita schöne Kleider und goldene Ketten zu kaufen! Wie behert war ich Narr! Und dann kam eine Nacht, die ich bis zu meinem Todestage nicht vergessen werde! Was soll ich alle Cinzelheiten erzählen! Genug, wis wurden, in einem Engpaß von den Gendarmen überfallen, es fam zu einem Gefecht und ich Unglücklicher hatte das Unglück, den Patrouillenführer niederzustechen. Er kannte mich, da er ein Nachbarssohn meiner Mutter aus Neapel war. Ich hatte auch eine Wunde erhalten und sank bald, nachdem mein Opfer gefallen war, bewußta los nieder. Als ich erwachte, fand ich mich allein in dem Engpaß mit James. werbe beffert Arbeitsmartt im richtsmonat im Arbeitsmartte to entsprechend, nod martte hält Arbeitsuchenden d Die Gendarmen- so erzählte er mir wären nach dem Tode ihres Führers in ein wildes Entseßen geraten, das um so begreiflicher erschien, als sie sich uns Schmugg lern gegenüber in der Minderzahl befanden, sodaß sie did Flucht ergriffen, Den toten Führer hatten sie mitge nommen. Die Unserigen waren inzwischen ebenfalls enfa kommen, nur James war zu meinem Schuß bei mir, dem Bewußtlosen, zurückgeblieben- so behauptete er wenig stens und ich Tor glaubte ihm abermals. James führte mich dann in eine verlassene Berghütte, die mir sicheren Versteck bot und ging nach dem nächsten Dorf, um für mich, der ich infolge meiner Verwundung sehr schwach war Speise und Trank zu holen. Am nächsten Morgen fehrte er zurück und berichtete mir, daß der Patrouillenführer noch nicht tot sei, sondern frank im Dorfe liege, aber jedenfalls noch im Laufe des Tages sterben werde. Er hatte ihn seiner Aussage nach gesehen und den Mann, der im Begriff gewesen, nach dem Geistlichen zu schicken, um diesem ein Schriftstück zu diktieren, in dem er mich als seinen Mörder anklagte, zum Schweigen vera anlaßt, indem er ihm für diesen Fall eine Unterstüßung für die Seinigen versprach. Diese sollte ich natürlich zah fen. Wovon?" fragte ich. Nun, Du wirst das Schmuge lerhandwerk doch weiterbetreiben." Ich war zu frant und verzweifelt, um ihn zu widersprechen, aber im sti gelobte ich mir, von jenem gräßlichen Gewerbe zu falle bas mich mit einem Mord belastet hatte, CortfeBuna folaLI !! Ueber de licht die belgisch Mitteilung, daß durch einen Tei met mehrere M Abende danach rend 78 Tage, Romet innerhalb langften Teils bi fein. !! Er fo dieser Tage den Bod in Havann Fahren als arm 23 der größten wäre ein taum Deutschen" gewe tenlose Ueberna daß Bed 23 d herrschte, d. h. Wi Franz Abt, „ Wenn die Schn Du mein herzig Kapellmeister b war, wie es gangen ift, im artig aus einer der Nordd. A Meister saß ein ftid. Da wurd dete sich bei i werden, ihm Zimmer und 300 Mart ang gesichts seiner neigt. Dann v Vertröftungen a feine große Lie ab an dem P und nach sehr der Meister, g Besuch Ruhe furze Zeit eini fiedelte dann a Hand, Feder u Viertelftunde i den Schneider damit zu m Ihr kleines Ben anderen zurüd." Der aber doch nac das Manuſtri geldbedürftigen Kapellmeister Das tat beiden war Wenn S Am Son Gießen nach 97 Reum James, fob Bliebenen de Lage in de Italien. Un her und ver und Rezitato wenig was i leben fönnen, te, reichlich für die Hinte und dannwar er, nad Schwebt hatte lich als ein i Um in mich zu ersta zu Boden S einigermaßen Verführung der Lasche miffen zu b Denn vor dort, wo id mir gefälscht mir den Sch Az ich gen Schmugg Gefecht gehab Untersuchung ler sämtlich g den Gendarme ich allein von früher täglich meine Geftalt g S besteifelt minbeiten bach mit 478, itel mit 391, nd andere mit Obier einem Auftrag, die In diesem Stu haften Firma wurde auch deraus, dah ch auf diesem u verschaffen e Ausstellung au 1909 liegt der Fehl ruchnahme der ent erfolgen ilien Heinrich Rittmeister 23 demnächsti der Stadtge n Mart zur senschaftlichen dung finden Tuar 1910. er angebliche or, der Kaufjmann Paul Angeklagten ausgeübt zu Bad Nau r einen grörden. Balga ohlmann ge on wo aus rde insbeson ie und spielguten Erfolg ab. Die Ver imen wurde, sche Art ge= er nicht er Spieler ift ch hat, sehr en Angellag sche Manipu Seld gebracht, die Handlun blidt wurde, hmt, dieses cht an, daß durch das Gefängnis tersuchungsmußten wen sie auch ben. 1910. rung des e Besserung Der gute Be d. Reise: wir schon weiter an, im Vorjahre ation hält Geschäftsgang ohl für die anche genüg e tritt endfferung der nen- Inbeschdftigt, Baugewerbe ht baldigen eintritt, da reiche Neu1z- Indu ner an, man ir die ange verbe war tonat underten über nglücklicher erzustechen. ner Mutter de erhalten Jar, bewußta h allein in Wären nad en geraten Schmugg baß fie bla fie mitge nfalls ent i mir, dem er wenig mes führte nir sicheren rf, um fülz chwach wars rgen fehrte illenführer Dorfe liege ges sterben en und den Beistlichen zu ren, in ben hweigen ber Untertüßung atürlich zal Schmug u frant un im f ändert, hauptsächlich wurden jüngere Schuhmacher- und Schneidergesellen gesucht. Bei der Bürsten- u. Kammfabritation war der Arbeitsmartt sehr gut; es waren zahlreiche offene Stellen gemeldet, die auch besetzt werden tonnten. Im Nahrungsmittelgewerbe ließ der Arbeitsmarkt gegen Dezember natürlich etwas nach; bei Eintritt kälterer Witterung wird in der Wurstfabrikation voraussichtlich größerer Bedarf an Gesellen sein. Im Buchdruckergewerbe bessert sich der Geschäftsgang nur langsam. Der Arbeitsmartt im Buchbindergewerbe war im Berichtsmonat im allgemeinen befriedigend. Auf dem landw. Arbeitsmarkte war es im Berichtsmonat, der Jahreszeit entsprechend, noch sehr ruhig. Auf dem Dienstbotenmarfte hält die seit Monaten beobachtete Steigung der Arbeitsuchenden an. Vermischtes. !! Ueber den Halleyschen Kometen veröffentlicht die belgische astronomische Gesellschaft die interessante Mitteilung, daß, da die Erde in der Nacht des 18. Mai durch einen Teil des Kometenschweiss hindurchgeht, der Komet mehrere Morgen vor dem genannten Tage und mehrere Abende danach einen großartigen Anblick bieten wird. Während 78 Tage, vom 11. März bis 29. Mai, wird sich der Romet innerhalb der Erdbahn bewegen und während des längsten Teils dieses Zeitraumes von der Erde aus sichtbar sein. 51 !! Er fontrollierte. Die Zeitungen meldeten dieser Tage den Tod des bekannten Zigarrenfabrikanten G. Bock in Havanna und fügten hinzu: Bock, der vor Jahren als armer Deutscher nach Stuba tam, kontrollierte 23 der größten Zigarrenfabriken". Dieses Kontrollieren wäre ein taum erwähnenswerter Gegensatz zu dem„ armen Deutschen" gewesen. Es handelte sich aber um die Gedantenlose Uebernahme eines englischen Ausdrucks, der besagt, daß Bock 23 der größten Zigarrenfabriken finanziell beherrschte, d. h. daß sie ihm in Wirklichkeit gehörten. 199 Wie das„ Schwabenlied" entstand. er Verdingung. giere feststellen, daß die Dampfheizungsrohre bis zur Hälfte der Strecke talt waren. Wer gezwungen ist, zu so früher Stunde die Bahn zu benutzen, der wird das Nichtheizen der Wagen außerordentlich unangenehm empfinden. Falls der vorhandene Dampf zur Fortbewegung des Zuges er zu Gießen soll die Lieferung von forderlich ist, muß die Heizung der Wagen auf andere Art erfolgen, und zwar so, daß die Wagen bei Abfahrt des Zuges genügend erwärmt sind. Für die Brovinzial Siechenauftalt Oberhessen Landwirtschaftliches. = 11= Die Kopfdüngung der Wintersaaten soll frühzeitig ausgeführt werden, weil dann bei Beginn des Wachstums den jungen Saaten sofort genügende Nahrung, besonders Stichstoff zur Verfügung steht, sodaß sie sogleich fräftig emporwachsen tönnen. Solche Pflanzen widerstehen dann besser dem Befall und neigen auch weniger zum Lagern als Saaten, die erst spät im Frühjahr eine Kopfdüngung erhalten. Für die frühe Kopfdüngung, die etwa Februar- März ausgeführt wird, wendet man schwefels. Ammoniat an gibt 50-100 Pfund auf den Morgen in einer Gabe. Irgendwelche Verluste an Stickstoff sind auch bei dem frühesten Ausstreuen des Ammoniats, das vom Boden festgehalten wird, nicht zu befürchten. Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Hämorrhoidalleiden und sind sehr lästig und vielfach mit großen Schmerzen verbunden und können schließlich sehr gefährlich werden. Nach vieca. 450 3tr. guten Speisekartoffela bergeben werden. Die näheren Bedingungen liegen auf dem Verwaltungsbureau an den Wochentagen von 3 bis 5 Uhr nachm. offen, woselbst Angebote mit der Aufschrift " Lieferung von Kartoffeln für die Provinzial- Siechenanstalt Oberheffen" versehen, bis zum Eröffnungstermin Mittwoch, den 16. März 1910, nachm 3 Uhr einzureichen sind. Gießen, den 1. März 1910. Berwaltung der Prov. Siechenanstalt Oberhessen. Bürgerverein Gießen. Mittwoch, den 9 März cr., abends 8½ Uhr im Saale des Hotel Einhorn Allgemeine Bürger versammlung len Gutachten ist Sanitätsrat Dr. Wegener's Thee ein Die hervorragendes Mittel bei diesen Leiden, um Linderung und Heilung zu bringen. Es ist wichtig, daß die Ursache der Hämorrhoiden beseitigt wird und dieses ist speziell die Auf gabe dieses Tees. Preis Mt. 1.50, in allen Apotheken zu haben, wenn nicht, wende man sich an die Ferromanganin gesellschaft, Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 55. Medizin. und techn. Drogen, Chemikalien, Materialwaren, Chemische Spezialitäten eigener Fabrikation. Otto Schaaf, Gießen, Seltersweg 39. Gegründet 1883. Fernspr. Nr. 45 Klein- und Großhandel. Auskunft über chem. technische Fragen Franz Abt, der unvergeßliche Tonsetzer der Weisen: Wenn die Schwalben heimwärts ziehen“ und„ Gute Nacht, Du mein herziges Kind!", war längere Zeit wohlbestallter Kapellmeister beim Hoftheater in Braunschweig. Aber war, wie es anderen und noch größeren Genies auch ge= gangen ist, immer in Geldnöten. Wie er sich einmal großartig aus einer soichen Klemme herauszog, darüber schreibt der„ Nordd. Allg. 3tg." ein alter Braunschweiger:„ Der Meister saß eines Tages in seinem Zimmer beim Frühstück. Da wurde er unliebsam gestört. Sein Schneider meldete sich bei ihm und konnte durch kein Mittel abgehalten werden, ihm direkt lästig zu fallen. Er kam zu ihm ins Zimmer und bat um die Begleichung der schon auf etwa 300 Mark angeschwollenen Schuldigkeit. Abt zeigte sich angesichts seiner augenblicklichen Insolvenz vollständig abgeneigt. Dann versuchte er den unangenehmen Menschen durch Vertröstungen auf die nahe Zukunft los zu werden. Aber seine große Liebenswürdigkeit, seine schönen Worte prallten ab an dem Panzer des unerbittlichen Schneiders, der nach und nach sehr erregt geworden war. Da erhob sich plötzlich der Meister, gebot mit einer Herrschergeberde dem häßlichen Besuch Ruhe und setzte sich ans Klavier. Dann ließ er turze Zeit einige Töne steigen, summte leise dazu und übersiedelte dann an den Schreibtisch. Ein Notenblatt war zur des Hand, Feder und Tinte standen bereit und nach kaum einer Viertelstunde überreichte der Herr Kapellmeister dem harrenden Schneider sein Manuskript.„ So", sagte er,„ gehen Sie damit zu meinem Musikverlag Littolf in der Schuhstraße. Ihr kleines Guthaben bitte ziehen Sie sich ab den gro ßen anderen Betrag bringen Sie, seien Sie so gütig, mir zurück." Der Schneider war baff, schüttelte den Kopf, ging aber doch nach Geheiß in die Schwhstraße. Littolf prüfte das Manuskript als gewiegter Kenner und zahlte an den geldbedürftigen Handwerksmann für diesen und den armen Kapellmeister eine Summe von über tausend Mark aus. Das tat beiden gut; und die Tondichtung, die das bewirkte, war„ Wenn die Schwalben heimwärts ziehn". Oeffentlicher Sprechsaal. Am Sonntag benutzte ich den Zug 5.47 vormittags ab Gießen nach Fulda und mußte zum Leidwesen aller Passa37) Der Fall Welshofen. Kriminalroman von M. Kossak. ( Nachdruck verboten.) ,, Neumültig aber, pie ich mich fühlte, versprach ich dem James, soviel in meinen Kräften stand für die Hinterbliebenen des Gefallenen zu tun. Ich blieb noch mehrere Tage in der Hütte, dann verließ ich sie und floh aus Italien. Unter falschen Namen zog ich in der Welt umher und verschaffte mir bei Varieteebühnen als Sänger und-Rezitator meinen Unterhalt. Es war gar nicht so wenig was ich verdiente, und ich hätte ganz gut davon leben können, wenn ich mich nicht verpflichtet gefühlt hätte, reichlich die Hälfte von allem an James Todd erst für die Hinterbliebenen des Vatrouillenführers zu schicken und dann für ihn selbst. Denn wie James mir_schrieb, war er, nachdem er lange zwischen Leben und Tod geschwebt hatte, von seinem Krankentager aufgestanden, freilich als ein fiecher Mann. Um ihn zu hindern, noch nachträglich Anzeige gegen mich zu erstatten, mußte er in den Stand gesetzt werden, einigermaßen sorgenfrei zu leben. Ach, es hätte dieser Verführung gar nicht bedurft, um mir mein Geld aus der Tasche zu locken, da meine Sünde mich ohnehin fast zu Boden drückte. Ich gab, um mein mahnendes Gewissen zu beschwichtigen, nicht aus Angst und Strafe. Denn vor der fürchte ich mich nicht. Wer fannte denn dort, wo ich weilte, meinen wahren Namen? Ich hatte mir gefälschte Papiere besorgt und niemand vermutete in mir den Schmuggler aus den Abruzzen. Als ich bei Todd einmal brieflich anfragte, ob die übrigen Schmuggler, die dazumal mit den Gendarmen das Gefecht gehabt, bestraft seien, schrieb er mir, daß bei der Untersuchung nichts herausgekommen sei, da die Schmuggfer sämtlich geschwärzte Gesichter gehabt hätten und von den Gendarmen nicht erkannt worden seien. Erkannt wäre ich allein von dem Patrouillenführer, weil wir uns eben früher täglich gesehen und meine Züge, Bewegungen und meine Gestalt gerade diesem Manne vertraut gewesen seien. Ich bezweifelte diese sämtlichen Angaben nicht im mindesten wenn das eigene Gewissen einen Menschen Darmstädter Möbel die eben bei feineren Ausstattungen fast durchgängig gekauft werden erhalten Sie direkt v. d. Fabrik v. Ludwig Strikinger, Möbelfabrik, Darmstadt, Heinrichstr. 67. 150 Zimmer- Einrichtungen. 10jähr. Garantie. Fernruf 1441 Kein Kaufzwang. Katalog gratis. Die Deutsche Ammoniak- Verkaufs- Vereinigung in Bochum hat der heutigen Ausgabe einen Prospett beilegen lassen, der für Landwirte besonders von großem Interesse ist. Kolosseum Gießen. Heute Dienstag, den 1. März 1910: Grosse Gala- Premiere Tagesordnung: Die Arbeitsschule, die Schule der Zukunft. Referent: Herr Schulrat Scheerer, Büdingen. Freie Aussprache. Wir laden die gesammte Bürgerschaft, insbesondere unsere Mitglieder hierzu freundlichst ein. Damen willfommen. Der Borstand. Versteigerung. Städt. WohnungsnachMittwoch, den 2. März d. J., nachmittags 2 Uhr, werden im Saale Neustadt 55( 3um Pfau) versteigert: weis Gießen. Afterweg 9. ( Geschäftsstunden von 8-1 und von 3-6 Uhr.) 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Ich schrieb ihr öfter und hie und da antwortete sie mir auch, aber immer nur mit ein paar flüchtigen Zeilen, die mich zwar mächtig aufregten, im übrigen aber mehr verlebten als erfreuten, weil ich aus ihrer oberflächlich tändelnden: Art sah, wie gleichgültig ich ihr im Grunde war. Am Ende hielt michs nicht länger fern von ihr. Ich mußte sie sehen, wenn die Sehnsucht mich nicht verzehren sollte. ,, Sowie meine Verpflichtungen meinem Varietee- Di rektor gegenüber es zuließen, reiste ich nach Neapel und verschaffte mir bei der Tänzertruppe, bei der Todd und Anita waren, ein Engagement. Es war erbärmlich genug, denn die Leute gebrauchten gar keinen zweiten Rezitator, Todd, der Clown, genügte völlig zur Ausführung der Pausen, aber da ich mit der denkbar niedrigsten Gage mich einverstanden erklärte, so behielen sie mich am Ende doch. Hatte ich früher schon Eifersuchtsqualen erlitten, so war das jetzt doppelt der Fall. Ich konnte mich nicht länger der Erkenntnis verschließen, daß Anita, meine schöne Anita, die holder war; als die Houris des morgenländischen Paradieses, dieses elle Gewurm, den Todd, mir vorzog. Er nahm sich Vertraulichkeiten gegen sie heraus, die nur dem Geliebten oder Gatten eines Weibes erlaubt sind und die sie doch duldete. Es waren ja Augenblicke, in denen sie auch gegen mich zärtlich war, aber im allgemeinen behandelte fie mich mit Spott und Geringschäßung. Wie kannst Du Ansprüche auf mich erheben?" fragte sie mich, wenn ich mich über ihre Stälte beklagte. Du bist ja arm wie ein Bettler. Was soll ich mit Dir?" Aber Du hast mir versprochen mein Weib zu werden," erwiderte ich mit leidenschaftlichem Vorwurf. Ja, wenn Du reich bist," lautete ihre Antwort, unter der ich mich wie ein Wurm wand. Sie hatte ia recht, ich konnte ihr nichts und Heuboden. 3u wieten gesucht: II 1 Grammophon mit Platten, 13 stöd. Lagerhaus mit Pferdestal 1 Partie Schuh- u. 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Richard- Wagnerftr. 26. + aufbewahren+ geben, nicht einmal ein armseliges Paar Chre an ihrem Namenstage. ,, Dann ereignete sich jener Vorfall, von dem Sie ja Kenntnis haben. Ich geriet während einer Vorstellung in einen cifersüchtigen Streit mit Todd, der damit endete, daß ich ihn niederstach. Ich wurde verhaftet, erhielt aber nur geringe Strafe, weil die Richter in dem eifersüchtigen Zustand, in dem ich mich befand, einen Milderungsgrund fahen. ,, Todd wurde freigesprochen, weil er sich in der Notwehr befunden. Meines oder vielmehr unseres Bleibens in Neapel aber war nicht länger, denn wir hatten durch jenen Vorfall zu sehr die öffentliche Aufmerksamkeit erregt, als daß der Maestro der Truppe uns behalten mochte. Vielleicht fürchtete er auch die Wiederkehr ähnlicher Szenen. Ich ging fort, nachdem ich meine Strafe abgebüßt, aus Italien fort und nahm in Paris unter dem Namen meiner Mutter, Lanzani, ein Engagement. ,, Meine Bemühungen, Anita zu überreden, mit mir zu gehen, scheiterten, sie behauptete, es vor Heimweh fern von Neapel nicht aushalten zu können. Die Wahrheit aber war, daß sie ohne Todd nicht gehen wollte, denn, als er von seinem Krantenlager aufgestanden war, folgten mir beide. Zwischen mir und Todd kam eine Versöhnung zustande, zu der die ersten Schritte von ihm ausgingen. Der Hund wollte mich eben nicht aus seinen Händen lassen, denn es zeigte sich, daß ich in Paris viel Erfolg hatte und er sah in mir ein Objekt, das seine Geldgier gut ausnüßen konnte. Hätte das Publikum mich ausgepfiffen, so würde er sicher fein weiteres Verlangen nach meiner Freundschaft getragen haben. Ich sah das selbst auch so ziemlich ein, aber was sollte ich machen? Anita war unzertrennlich von Todd, und wollte ich an ihrer Seite bleiben, so mußte ich ihn als Zugabe nehmen. Ich weiß nicht, wie es zuging, daß Anita anfänglich nicht recht gefiel. Sie trat auch in Paris als Tarantellatänzerin auf, und Tarantellatänzerinnen gabs dazumal genug in der Seinestadt. Dieser Umstand hatte dann zur Folge, daß sie sich wieder enger an mich anschloß. demith( fl) ortfehung folgt.) 1 A Fürsorgestelle f. Lungenkranke ( Medizinische Klinik, Kliniktstraße) Sprechstunde: Jeden Mittwoch Abend 5-7 Uhr. Unentgeltliche Untersuchung von Lungenkranken und Angehörigen von Lungenkranken. Ausgabe von Attesten für Aufnahme in Heilstätten. Ratschläge für Kranfe und ihre Angehörigen zur Vermeidung von Ansteckung. Voit. 1858-1908 Grossh. Hess. Hoflieferant TH. BRÜCK AEITESTES UND GROESSTES MOEBEL Geschäft Oberhessens Besteingerichtete Fabrik und Lager Ecke Schlossgasse, Brandplatz, Kanzleiberg Kunstgewbl. Etablissement I. Ranges für einfache u. feinste Wohnungseinrichtg. 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