Nr. 256. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanfchluk Nr. 362. Mittwoch, den 31. Oktober 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Das neueste. Die Einstellung der Rheinschiffahrt ist unmittelbar bevorstehend. Die Köln- Düsseldorfer Gesellschaft nimmt keine Güter nach dem Ober- und Mittelrhein mehr an. Der Rheinwasserstand geht immer noch zurück. Am Oberrhein find flometerlange Kiesbänke sichtbar. Prinz August Wilhelm wurde gestern an der Bonner Universität immatrifuliert. Buffalo Bill soll im Schneesturm umgekommen sein. Das Staatsministerium in Berlin trat gestern unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Fürsten Bülow zu einer Sigung zusammen. Die Beratungen werden vornehmlich die Fleischnot und den polnischen Schülerftreit zum Gegenstand gehabt haben. Ein Bremer Dampfer ist gesunken, 23 Mann der Besatzung ertranken. In Süditalien beunruhigen neue Erderschütterungen die Bevölkerung. Die Handelsvertrags- Verhandlungen Spaniens mit dem Deutschen Reiche sind im Gange. Ueber die besprochenen Punkte und das Ergebnis der Besprechungen wird Stillschweigen beobachtet. Ein Märchen von gestern. CB. Berlin, 30. Oktober. Der russische Minister des Auswärtigen wolsfy weilt in Berlin, nachdem er sich einige Zeit in Paris aufgehalten hat. Der Kaiser hat ihn empfangen, der Reichskanzler hat mit ihm eine längere Unterredung gepflogen, eine seinem Rang entsprechende Ordensauszeichnung ist ihm zuteil geworden. Daß Jswolsky fich herzlicher Begrüßung zu erfreuen haben würde, stand von vornherein fest. War er doch pers sönlich an unserm Kaiserhof längst angesehen und beliebt. Kaiser Wilhelm hatte sich ihn als russischen Botschafter ausgebeten, als Graf Often- Sacken den hiesigen Posten verlassen wollte. Jswolskys Ernennung nach Berlin stand auch fest, als Graf Lamsdorfs Rücktritt ihn zum Minister des Auswärtigen aufrüden ließ. Die Verhältnisse in Rußland getatteten wolsky nicht früher als eben jetzt, die üblichen Besuche bei den Regierungen der Großmächte zu machen. Die Verzögerung, die nicht von ihm herbeigeführt war, hat ihm die Arbeit erleichtert. Daß er zuerst nach Paris ging, entspricht dem russisch- französischen Bundesverhältnis. Während er noch in Paris war, wurde in Wien Graf Goluchowsky durch den Baron von Aehrenthal ersetzt. An diesen richtete Jswolsky ein herzliches Begrüßungstelegramm, das von der alten Freundschaft der beiden Staatsmänner sprach und der zuversichtlichen Hoffnung Ausdrud gab, fie beiden würden zusammen arbeiten, um den Frieden und das freundnachbarliche Rerhältnis zwischen Rußland und Desterreich- Ungarn erhalten. Hier hat man das mit aufrichtiger Befriedigung wahr=- genommen. Man war auch sehr erfreut, den Grafen Goluchowski durch Freiherrn v. Aehrenthal ersetzt zu sehen. Nicht als ob man gegen den erstgenannten irgend welche Einwendungen zu machen gehabt hätte. Man war nur sehr damit einverstanden, daß, nachdem ein Personenwechsel einmal notwendig geworden war, die Wahl des Kaisers Franz Josef fich gerade auf Baron Aehrenthal gelenkt hatte. Damit war eine neue Gewähr dafür gegeben, daß das Bündnis zwischen Deutschland und Desterreich- Ungarn so innig und fest blieb, wie es je gewesen. Man darf sagen, daß das zwischen Berlin und Wien herrschende Vertrauen vollkommen und einer Steigerung gar nicht mehr fähig ist. Die beiden mitteleuropäischen Reiche stehen fest und treu zu einander. Der Dreibund ist dabei nicht aufgelöst, Italien hat seinen Platz darin. Aber es darf wohl als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, daß Italien zeitweilig zu ,, Extratouren" neigt, wie Fürst Bülow sich ausgedrückt hat, und daß diese wiederholten Extratouren zwar noch kein ausgesprochenes Mißtrauen hervorgerufen, doch immerhin zu einer gewissen Vorsicht in der Behandlung und Beurteilung des italienischen Dritten geführt haben. Italien ist gegen Bewerbungen anderer nicht unbedingt ablehnend und fordert dadurch manch= mal direkt zu Intrigen heraus. Das ist nicht weiter schlimm, weil Italien allzu große Seitensprünge nicht machen fann, auch wenn es wirklich dazu geneigt wäre. Insofern also besteht der Dreibund fort. Sein Fortbestand hat ebensowenig wie sein Ursprung eine aggressive Spize. Er war zur Abwehr einer Kriegsgefahr geschaffen worden, und das ist heute noch sein Ziel. Eben deswegen hindert der Dreibund feines seiner Mitglieder, mit anderen Staaten in das freundschaftlichste Verhältnis zu treten. Er ermutigt sie im Gegenteil dazu. So hat Deutschland nie aufgehört, in Gemeinschaft mit Desterreich- Ungarn die besten Beziehungen zu Rußland herzustellen, zu erhalten, zu pflegen. Das geschah sogar unter dem Grafen Goluchowsky, obwohl er als Pole für seine Russenfreundschaft gewisse innere Widerstände erst zu überwinden hatte. Solche Widerstände bestehen bei dem Baron Aehrenthal nicht. Das Jswolskysche Telegramm an ihn beweist, daß er nur seinen Anschauungen und Bestrebungen treu zu bleiben braucht, um in seiner neuen Stellung eine Politik aufrichtiger Annäherung an Rußland zu verfolgen. Baron Aehrenthals Ernennung an die Stelle, die bisher Graf Goluchowsky innegehabt, ist deshalb in Berlin se aufgefaßt worden, wie oben angegeben, und der Besuch swolskys in Berlin bedeutet ein Fortschreiten in der gleichen Richtung. - Wir haben jetzt oder find toenigstens dicht daran ein Dreikaiserverhältnis, mic es schon einmal dagewesen. Unbeschadet der Sonderbündnisse der einzelnen Kaiserstaaten. So wenig das enssische Bündnis für Frankreich ein Hindernis gewesen ist, die Entenie mit England zu suchen, so wenig liegt in dem französischen Bündnis für Kußland ein Hindernis, die deutsche und österreichisch- ungarische Freundschaft ans zunehmen, die ihm feine anderer erpflichtungen als Bes fundung und Betätigung von Frie? nsliebe auferlegt. Das Märchen von Deutschlands Folierung wird dadurch Lügen gestraft. Die Schwarzsehe selbst werden fich veranlaßt fühlen, etwas weniger besorgt und verdrießlich um fich zu blicken. Politifche Rundschau. Deutfches Reich. Der Kaiser hat die Einführung des Kronprinzen in die Verwaltungspraxis mit folgender Order an den Oberpräsidenten von Trott zu Solz in Potsdam angeordnet: „ Es ist mein Wille, daß mein Sohn, der Kronprinz, Kaiser liche und Königliche Hoheit, entsprechend seinem Wunsche und der hergebrachten Sitte meines Hauses gemäß während des bevorstehenden Wintersemesters in die Kenntnis der Bivil berwaltung meiner Monarchie durch Sie eingeführt werde Das von Ihnen entworfene Programm, mit welchem der Kron prinz einverstanden ist, ist mir vorgelegt worden und hat meine bolle Billigung gefunden. Ich beauftrage Sie, demgemäß das Weitere zu veranlassen." Kaiser Wilhelm machte als Prinz Wilhelm einen ähn lichen Einführungskursus durch. * Der Entwurf über das Viehseuchengesetz wird in furzer Zeit dem Bundesrai unterbreitet werden. Schon während der letzten Tagung des Reichstages waren die vorbereitenden Arbeiten ziemlich erledigt. Die Sache wurde aber zurückgestellt, da der Reichstag mit anderen Arbeiten stark be lastet war. * In aufsehenerregender Weise beschäftigt fich die„ Köln. Zeitung" mit der Fleischteuerung. Das Blatt fordert den Rücktritt des preußischen Landwirtschaftsministers, da er in der Fleischfrage selbst Interessent sei. Es sei die höchste Zeit, daß der Reichstag zusammentrete, um gründlich abzurechnen. Wer es ernst mit dem deutschen Vaterland meine, dürfe nicht weiter zusehen, wie immer größere Bruchteile des Bürgertums in die Reihen der Sozialdemokratie getrieben würden. Der Reichsbote" sagt in einem Artikel zu der gleichen Frage, der Staat muß die Solidarität der Stände durch Ausgleichsmaßregeln herzustellen suchen. Das ist seine Aufgabe, deshalb muß er die Landwirtschaft schüßen, aber wenn dieser Schutz zum Verderben der anderen Stände auszuschlagen droht, muß er denselben soweit mindern, daß die Notlage der Lebensmittelpreise beseitigt wird. Diese stoatserhaltenden Gesichts. punkte müssen festgehalten und muß danach gehandelt werden, Rufsland. ** Die Befürchtungen, die man in Petersburg für die nächsten Tage hegt, haben zu verstärkten Schuhmaßnahmen geführt. Im Lande dauern, wie aus den folgenden Meldungen hervorgeht, die Räubereien fort. Petersburg, 30. Oktober. Zur Verhütung von Unruhen sind heute sämtliche Bahnhöfe und öffentlichen Gebäude militärisch besetzt. Die Universität ist bis auf weitere Anordnung geschlossen worden. Kasan, 29. Oktober. Die Stadt ist mit allen umliegenden Dörfern unter dem verstärkten Schuß stehend erklärt worden. Kasan, 29. Oktober. Neun Werst von der Stadt überfielen 20 bewaffnete Personen zwei Postwagen. Einem gelang es, zu entkommen, aus dem andern raubte die Bande 23 000 Rubel und eine große Anzahl Wertsendungen. Petersburg, 30. Oftober. Im Schlüsselburger Arbeiterviertel wurden gestern durch Großfeuer vier Häuser eingeäschert. Gesindel behinderte die Löscharbeiten, zerschnitt den Sprizenschlauch und raubte das auf die Straße gebrachte Eigentum der Hausbewohner. Herbeigerufene Soldaten wurden mit Steinwürfen empfangen, zerstreuten aber schließlich die Räuber. ** In Petersburg ist ein faiserlicher Ufas betreffend die Glaubensfreiheit der Sektierer veröffentlicht worden. Er ge= stattet den Altgläubigen und anderen Seften der orthodoxen Kirche, sofern ihre Lehren nicht gegen das Strafgeset verstoßen, die Bildung von Kirchengemeinden, den Bau von Kirchen und die Wahl von Geistlichen. Frankreich. ** Der Finanzminister Caillaug hat sein EinkommenSteuerprojekt dem Ministerium vorgelegt. Auch die französische Rente soll in diese Einkommensteuer einbezogen werden, da der Minister es für unmöglich hält, ein Einkommensteuergesetz zu vertreten, welches das aus der Arbeit erzielte Eintommen belaste, dagegen das Einkommen aus der Rente nicht träfe. Kriegsminister Picquart bereitet eine Reform der Kriegsgeri hte vor. England, ** Jm Oberhause gab es heftige Debatten über die Schul- Vorlage, die im vorigen Sommer vom Unterhause angenommen wurde. Im Laufe der Beratung über das Unterrichtsgesetz wird ein Amendement, nach dem in allen öffentlichen Elementarschulen obligatorischer, täglicher Religionsunterricht stattfinden soll, gegen den Widerspruch der Regierung auf Befürwortung seitens des Erzbischofs von Canterbury und Lord Lansdownes mit 256 gegen 56 Stimmen angenommen.- Damit hat der Kampf zwischen Regierung und Unterhaus auf der einen, dem Oberhaus auf der anderen Seite begonnen. Afrika. ** Die Nachrichten aus Maroffo lauten beunruhigend. Jm ganzen Reiche soll Anarchie herrschen. Die Stämme Anjera und Fahoya fämpften einen ganzen Tag über in Tanger. In Marrakesch ist die Lage sehr unruhig. Ein algerischer Araber ist ermordet worden. Raisuli hat beschlossen, Arzila in einen offenen Hafen umzuwandeln und Zollabgaben zu erheben. Der französische Minister des Aeußeren wird als= bald nach dem Zusammentritt des Parlaments eine Vorlage zur Ratifizierung der Algeciras- Afte einbringen. Der„ Times" wird aus Tanger geschrieben, an der Nachricht, dem Sultan sei von deutscher Seite ein Darlehen bewilligt worden, sei tein wahres Wort. Die deutsche Gesandtschaft teilt den Be hörden mit, daß sie bereit ist, in unverzügliche Beratung der aus dem Algeciras- Protokoll fich ergebenden Einzelheiten einzutreten. Kleine politifche Nachrichten. Berlin, 30. Oftober. In Madrid haben die Handelsvertrags- Verhandlungen zwischen Deutschland und Spanien begonnen. Ueber die erzielten Resultate wird Stillschweigen beobachtet. Rom, 30. Oktober. Der Kabinettsrat beschloß, von der Kammer 270 Millionen Lire für militärische Zwecke zu fordern. Rom, 30. Oktober. Der Staatsanwalt hat das Verfahren wegen des angeblichen Attentatsplanes auf den König in Ancona eingestellt, da die Auflage nicht zu halten war. Konstantinopel, 30. Oktober. Bei einem Zusammenstoß mit griechischen Banden in der Nähe von Zitovo verloren die türkischen Truppen einen Toten und sieben Verwundete. Dof und Gefellschaft. B In Bonn fand gestern die feierliche Immatritus lation des Prinzen August Wilhelm von Preußen statt. ** In Cannes fand gestern die Vermählung des Prinzen Johann Georg von Sachsen, Bruders des Königs von Sachsen, mit der Prinzessin Maria Immaculata von Bourbon Sizilien statt. Die Ziviltrauung fand bereits Montag in der Villa Caserta durch den Maire von Cannes, die firchliche Trauung gestern in der fatholischen Hofkirche statt. Zur Hochzeit sind u. a. der König von Sachsen mit seinen beiden ältesten Söhnen, die Königinwitwe Carola, Prinz Karl von Hohenzollern, Großfürst und Großfürstin Georg von Rußland und Großherzogin Anastasia von Mecklenburg- Schwerin eingetroffen. Der König von Sachsen wurde auf dem Bahnhofe vom Präfekten des Departements Alpes Maritimes Joly im Auftrage des Präsidenten Fallières begrüßt. Der Maire von Cannes überreichte als Hochzeitsgeschenk der Stadt zwei große, fünstlerisch ausgeführte filberne Vasen. Auch sonst sind zahlreiche Geschenke und anderweitige Befundungen freudiger Teilnahme und Glückwünsche in der Villa Caserta eingelaufen. An die Trauung schloß sich die Galatafel, bei der der Vater der Braut, Graf von Caserta den Trinkspruch auf das junge Paar ausbrachte. ** Nach den gestern ausgegebenen Krankheitsberichten ist in dem Befinden des Fürsten von SchwarzburgSondershausen eine wesentliche Besserung eingetreten. *** Der Generaladjutant des Deutschen Kaisers, Generalleutnant von Löwenfeld, überreichte in Clarence House dem Herzog von Connaught, der vom Kaiser während der großen preußischen Manöver zum preußischen Generalfeldmarschall ernannt worden ist, den Feldmarschallstab. Professor Damsch- Göttingen ist zum Schah von Persien berufen worden, der an einem schweren Nierenleiden erkrankt ist. Deer und flotte. Unfall einer Maschinengewehr- Abteilung. Durch Einsturz einer zu einem Speicher führenden Treppe find in Dels in Schlesien acht Mann der dortigen Maschinengewehr- Abteilung verschüttet worden. Sieben Soldaten erlitten nur leichte Verlegungen, der achte, ein Bauernsohn Grammatte aus Schickwitz, betam schwere Kopfwunden und eine Darmzerreißung, sodaß eine Operation erforderlich wurde. Sein Bustand ist lebensgefährlich. Die Stiftsoberin vor Gericht. § München, 30. Oktober. Das Interesse des Publikums an dem Prozeß der Frau von Heusler hat noch nicht nachgelassen, im Gegenteil, es 6. 38. ir t. st ex en 18. ng a 1. beide zu gleicher Beit fertig. algich mieher fette fich mieder auf ihren Blak und die Zäubchen zusammen in ihre Schürze, trug fie hinein eifrig bei ihrer Arbeit und schwiegen. Auf einmal waren fie Beide hatten nicht acht auf den schönen Abend, waren zu dem Gemlife getocht werden sollten. Das Mädchen nahm das Kraut Holztauben, die er aus ihrem Neste geholt hatte, und die Mittag zurecht machte, und der Waidmann rupfte zwei junge bor fich eine Schürze boll wilden Hopfen, den fie zum anderen thren einen Ställen schienen schon zu schlafen. Ursel hatte Sonst lein Baut ringsum, felbst bie Biege und die Ferkel in Am das Paar erwartet hatte. anderen Tage wickelte sich die Sache glatter ab, als wenn auch nicht ohne einen schweren Seufzer, Die Aebtissin willigte ohne Der beschied Schren und schichte sie zum Pfarrer. in ihr wollte. mahl und zur Messe, nach deren Vollendung er fie auf den Johannistag zur Beichte, zum heiligen Abend. trauen Besuch. irfel i meinft bu find mir i fte ein Stück nebeneinander gingen, frug der Förster: Nun, Als sie im Walde war und es der Weg erlaubte, daß Dann machte Ursel den Nonnen im Kreuzgang einen ht guten Winschen wo sie in Hinilbergeschickt, des lich bewirtet werden sollten. wurden sie ins Leutehaus Selosters mit einem Mittagsmahl und einer Kanne Wein fest= einem geschmitten Bimmer aus der stitche in worden war. thren Wald, der nun erst völlig zum Paradiese für sie ge= Und als sie das verzehrt hatten, fehrten sie zurild ( Fortsetzung folgt.) antwortungsvoller bazu, des Wärters fonnte gerade benn durch ein geringes fehen grundtiefe Kluft. freuzten, und dann wäre hier preisgegeben, denn gleich neben dem Geleise gähnte eine ab. sammenstoß erfolgen, da sich hier gerade fast alle Büge schehen, bei einer falschen Weichenstellung mußte de alles rettungslos heitloses Unglite ge dem Berberben sich sehr bald eingelebt; Hier oben hauste mun Jen Dienste der neue Bahnwärter. gerade die Beschwerden des ber Er hatte hat zugenommen. Smmer mehr gewinnt es den Anschein, als ob die Frau, die heut zum zweitenmal vor den Geschworenen steht, tatsächlich unschuldig das schwere Ungemach erdulden mußte. Wenn man sich das Ergebnis der bisherigen Beugenaussagen ins Gedächtnis zurüdruft, so muß man sagen: die Angeklagte von Heusler ist wohl nicht eine Stiftsoberin, wie sie sein soll, sie ist nicht das Muster von Sanftmut und Güte, als das sie erscheinen will, aber einer so schweren Schuld darf man sie wohl kaum zeihen. Die Wagner, die es in dem ersten Prozeß verstand, fich die Krone der Märtyrerin aufzusehen, ist dieses Schmuckes ganz und gar unwürdig. Wer so verlogen und rach- und räntefüchtig ist, wer so im Banne der niedersten Leidenschaften steht, demgegenüber ist dieses Uebermaß von Sympathien, das man der Wagner, der armen Dulderin", entgegenbrachte, wohl taum am Plage. Die Volksmeinung hat ihr Urteil diesmal schon gesprochen, der Spruch der Geschworenen dürfte wohl auch, wenn die Vernehmung der legten Zeugen feine Sensationen bringt, auf Freisprechung lauten. Bon Interesse ist die Aussage der Zeugin Rosa Maier, welche erklärt, sie habe im ersten Prozeß deshalb so mit ihrer Aussage zurückgehalten, weil der Untersuchungsrichter ihr gesagt habe:" Sie fönnen als Zeugin der Heusler doch nicht helfen, die ist so gut wie überführt." Die Behauptung der Wagner, die Heusler habe versucht, als sie in das Krankenhaus ging, ihr das Fläschchen mit dem Kaffee, dem Salzsäure beigemengt war, zu entreißen, wird in heutiger Verhandlung als eine grobe unwahrheit hingestellt. Die Angeklagte Heusler hat zu jener Zeit das Zimmer der Wagner überhaupt nicht betreten, sondern nur einen Boten zur W. geschickt, der ihr das Fläschchen mit dem Kaffee bringen sollte. Heiterkeit erregte es, als die Angellagte erklärte, sie wisse genau, daß ihr Stift im Voltsmunde den Namen„ Drachenoder Eulenburg" führt. Die Aussagen weiterer Zeugen stellen der Wagner das denkbar schlechteste Zeugnis aus. Sie hat in einem Hotel die unglaublichsten Klatschereien aufgebracht, sie horchte an allen Türen und log dann das Blaue vom Himmel herunter, deshalb nannte man sie auch„ Hotelreporter". Unter großer Spannung wird der praktische Arzt Dr. Decker- München als Zeuge aufgerufen, der den ersten Wieder-. aufnahmeantrag gestellt hat. Dr. Decker hat während der ganzen Zeit, in welcher er die Wagner behandelte, die Gewißheit gehabt, daß sie eine Simulantin sei und sich kränker stelle als sie ist. An manchen Beispielen konnte er die Wahrnehmung machen, daß die Wagner sehr lügenhaft sei, und als er dies festgestellt hatte, tauchte ihm der Gedanke auf, ob sie nicht auch bor Gericht einen Meineid geleistet hätte und ob Minna Wagner nicht das Opfer der Heusler, sondern die Heusler ein Opfer der Wagner set. Der Zeuge fährt fort: Als ich aber die Vorfälle bei Lippmann erfuhr, das Oeffnen der Gashähne und die Petroleumaffäre, da war mir das letzte Glied der Beweiskette geschlossen, daß Minna Wagner eine ganz andere sei, als sie in der vorigen Verhandlung erschienen war. Eine weitere Reihe Beweisgründe dafür lieferte mir der Journalist Fischer. Deshalb habe ich am 19. Dezember 1904 unter Darstellung aller dieser Umstände dem Staatsanwalt persönlich den Antrag auf Einleitung des Wiederaufnahmeverfahrens unterbreitet. Dr. Decker schließt seine Aussage mit der Erklärung: Minna Wagner war eine alkoholische, zäntische, flatschsüchtige und rachsüchtige Person, welche vor nichts zurückschreckte. Das Schlußglied in der Kette der Beweise gegen die Wagner war der Sektionsbefund: der Magen der Wagner wies auch nicht die geringsten Spuren von irgend einer Einwirkung von Salzsäure auf. Der letztvernommene Zeuge Amtsschreiber Philipp Dümler hat auf Veranlassung des Verteidigers die Wagner zu einem Geständnis zu veranlassen gesucht. Doch blieben alle ſeine Bemühungen vergeblich. Unmittelbar ehe fie das Bewußtsein verlor, sei sie unruhig geworden und habe noch etwas sagen wollen, aber nicht mehr fönnen. Es sei ja möglich, daß sie da etwas besonderes habe sagen wollen. Nab und Fern. † Turch Gas vergiftet. In dem Hause Kurfürsten. traße 112 in Berlin erstickte nachts infolge Ausströmens von Bas das Hausmädchen Anna Fathge, während das Hausmädchen Anna Lipke an einer Gasvergiftung bedenklich darniederliegt. Auch die übrigen Bewohner befanden sich in Gefahr, das gleiche Schicksal zu teilen. In einem kleinen Kellerzimmer, in dem die Fathge geschlafen hatte, befindet sich ein Gaskochherd, von dem zu einer Lampe ein Gummischlauch führt. Dieser Schlauch hatte sich losgelöst. Das Gas fonnte in großen Mengen herausströmen. † Jm Heu verbrannt. Ein Kutscher, der einen Heuwagen auf der Tegeler Chaussee fuhr, rauchte seine Pfeife. Plöglich flog ein Funke aus der glühenden Pfeife ins Heu, so daß der Wagen in Brand geriet. Der Kutscher konnte fich vor den Flammen, die über ihm zusammenschlugen, nicht mehr retten und mußte verbrennen. + Ende eines Defraudanten. In Magdeburg erschoß sich der Kommis Walter Becker, der in Quedlinburg in einer Fabrit angestellt war und dort 600 Mark bar und einen Sched von 2328 Mart unterschlagen hatte. Es wurde bei ihm nichts mehr vorgefunden. † 20 000 Mark gestohlen. Die Leipziger Polizei berhaftete einen älteren Mann, als er bei Leipziger Banker Staatspapiere veräußern wollte. Man fand bei ihm über 20 000 Mart in Wertpapieren, über deren Besitz er sich nicht auszuweisen vermochte. Ein Teil der Wertpapiere rührt aus dem Nachlaß eines dortigen Arztes her. + In selbstmörderischer Absicht warf sich die 48 jährige Helene Silberstein, die Ehefrau eines Kaufmannes aus Berlin, im Mannheimer Hauptbahnhofe vor einem nach Ludwigs= hafen abgehenden Personenzug auf das Gleise. Hierbei wurden ihr beide Beine unterhalb der Knie abgefahren; die Unglückliche wurde sofort in das Allgemeine Krankenhaus geschafft, ihr Zustand ist trog der schweren Verlegungen nicht ganz hoffnungslos. Frau Silberstein hielt sich seit einiger Zeit in einer Nervenheilanstalt in Mannheim auf und dürfte die unselige Tat in einem Apfalle von geistiger Verwirrung verübt haben. † Die Eisenbahnkatastrophe bei Pleasantville hat noch mehr Opfer gefordert, als man anfangs annahm. Von 91 Reisenden, die sich im Zuge befanden, sind nur 25 Personen gerettet worden; es sollen ganze Familien dabei umgekommen sein. Unter den Verunglückten werden auch folgende Deutsche genannt: Dr. Paul Felsberg und Frau, John Zimmermann, Marta Heisch, Albert Kessel, Ella Ritterhofer und Tochter. 1. Eine falsche Prinzessin. Die geistestrante Witwe Ahner, die ich auf der Hauptschloßwache in Königsberg als Prinzessin von Oldenburg vorstellte, hat schon im vergangenen Jahre viel von sich reden gemacht. Während des Aufenthaltes der faiserlichen Familie in Cadinen versuchte die Jrre, zu der Kaiserin gelangen. Sie gab dabei an, sie wäre zur Auszahlung erner Summe von 20 000 Mark nach der laiserlichen Befizany befohlen worden. Auch gelegentlich der Turz darauf erfolgten Denkmalsenthüllung in Elbing folgte Frau Ahner der Kaiserin in dortige Stadt nach.. Man war jedoch von ihrer Anwesenheit verständigt worden und hielt fie während des Enthüllungsaktes in der Wohnung des Aufsehers des Polizeigefängnisses fest, wobei fie zweimal durch das Fenster die Flucht ergreifen wollte. Auf dem Rüdtransport nach Königsberg zu ihren Verwandten glaubte die Unglüdliche fortwährend das Anklingeln des Telephons zu hören, durch das sie, wie sie sagte, zur Kaiserin nach Cadinen berufen werde. Frau Ahner ist inzwischen einer Heilanstalt überwiefer worden. † Köpenider Nachflänge. Die Schuhmacher find stolz auf thren Kollegen" Voigt. In einer Versammlung in Berlin äußerte ein Redner:" Die Schuhmacher seien schon seit den Zeiten von Hans Sachs als die intelligentesten aller Handwerfer bekannt. Ein schlagender Beweis für diese Intelligenz sei auch der Streich des Hauptmanns von Köpenid. Als alter flappriger Greis, ohne Soldat gewesen zu sein, mit nicht vorschriftsmäßiger Uniform, eine ganze Stadt zu überrumpeln, das fonnte nur einem Schuster gelingen. Diesen Ruhm würden sich die Schuhmacher nicht nehmen lassen, wenn fie auch leineswegs das begangene Verbrechen billigten." Uebrigens beträgt der Verlust, den die Stadt Köpenick durch den Hauptmann" erleidet, nur 286 Mt. 62 Pf. Bei seinem Ueberfall hatte der Räuber 3557 Mr. 62 Pf. erbeutet. Bei seiner Verhaftung waren der Kriminal Polizei zunächst 2400 Mt. von der geraubten Summe in die Hände gefallen. Später famen noch 388 ML. und sodann 483 Mt. zutage, die der Kasse wieder zugestellt wurden. † Ein ingendlicher Weltreisender ist in Hamburg an gehalten worden. Es ist der 17jährige Sohn feines Konsuls in München, der Mitte dieses Monats heimlich das elterliche Haus verlassen hatte. Er wurde in einem Hamburger Hotel in dem Augenblide ergriffen, als er sich zu einer Reise nach Konstantinopel anschickte. In seinem Besitz wurde noch ein Barbetrag von 100 Mart vorgefunden. Nach seiner Angabe hat er sich seinerzeit von München über Triest, Neapel und Rom nach der Riviera begeben. Von dort reiste er über Hamburg nach Berlin. Nachdem er sich einige Tage in der Reichshauptstadt aufgehalten hatte, fehrte er nach Hamburg zurüd, wo er trotz der Beilegung eines falschen Namens erkannt wurde. Bunte Cages- Chronik. Berlin, 30. Oktober. Die Sperre auf dem städtischen Bentralviehhof ist mit dem heutigen Tage offiziell aufgehoben worden, und das Vieh darf nunmehr nicht nur eingeführt, sondern auch lebend vom Viehhof ausgeführt werden. Posen, 30. Oktober. In Dreidorf bet Lohvens entstand ein Streit über politische Fragen zwischen dem Deutschen Klawitter und dem Polen Czymny, der dahin ausartete, daß Klawitter den Polen erschlug. Er wurde verhaftet. Breslau, 30. Oktober. In der Enderschen Dampfbrennerei in Bobten erfolgte eine Reffelerplosion. Dabei wurde der Heizer Rohrbach getötet. Er hinterläßt eine Frau und sieben Kinder. Die Unglücksstelle ist in einen Trümmerhaufen verwandelt. Krumbach i. Od., 30. Dftober. In der Gemeindekasse wurden umfangreiche Unterschlagungen entdeckt. Der Rendant Martin, der verdächtig ist, die Defraudation begangen zu haben, wurde verhaftet. München- Gladbach, 30. Oftober. Der Kaufmannslehrling Cönen, der in einer hiesigen Spinnerei 28 000 Mart unter schlug, wurde in London verhaftet. Augsburg, 30. Oktober. In der Villa des Fürsten Fugger in Banatet sind durch Einbruch 5000 Mart in bar und 20 000 Mart in Schmucksachen entwendet worden. Lauffen, 30. Oktober. Bei Deridenwald fiel infolge Zusammenbruches der baufälligen Birsbrücke ein beladenes Fuhrwerk in den Fluß. Drei Fabrikarbeiter, welche die Brücke passierten, ertranfen, ebenso der Fuhrmann mit seinen Pferden. Annweiler, 30. Oftober. Hier brach ein Gerüst beim Schulhausneubau zusammen. Zwei verheiratete Dachdecker wurden unter den Trümmern begraben und getötet. Lissabon, 30. Oftober. Der englische Dampfer Baron Huntley" ging auf hoher See in der Nähe der portugiesischen Küste unter. Vierzehn Matrosen der Mannschaft ertranfen. Buenos Aires, 30. Oktober. Während eines Zyklons ist das Mercedes- Spital vollständig eingestürzt. Viele Kranke wurden unter den Trümmern begraben. Lokales. ** Erledigt: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer stelle an der Gemeindeschule zu Oppenrod. Mit der Stelle ist Organisten- und Leftordienst verbunden. § Die Schwurgerichtssigunaen für 4. Quartal 1. J. nehmen Montag, den 3. Dezbr. 1906 unter dem Vorfiz des Landgerichtsrats Schmidt- Gießen ihren Anfang. *** In Gießen sind 12000 Mt. gesammelt worden, die der Verein für Armen- und Krankenpflege zur Errichtung einer Milchküche, in der eine gute Kindernahrung der abfolgt werden soll, verwenden will r Der neue Wartesa al 3. und 4. Klasse im Bahnhof Gießen, in dem sich bisher der Wartesaal 1. und 2. Klasse befand, ist am heutigen Tage in Betrieb genommen worden. Mit dem Abbruch des alten Wartesaals 3. und 4 Klasse wird in den nächsten Tagen begonnen werden. P. Gin von der Staatsanwaltschaft Landau gesuchter Arbeiter wurde hier verhaftet. P. Verhaft t wurde gestern ein Hausbursche eines Gießener Bäckermeisters, der die vereinnahmten Gelder der Kunden in Damentneipen berpraßte. P Ein ehrlicher Dienstbote. Ein Dienstmädchen, das vor 8 Tagen von einer Gießener Herrschaft auf eine Zeitungs- Annorce gemietet wurde und auch einen guten Eindruck machte, zeigte sich bald in ihrer wirklichen Eigen schaft. Sie beobachtete ihre Herrin, wo sie ihr Geld auf bewahrte und verstand es, sie in der kurzen Zeit um 60 M zu bestehlen. Sie hat überdies schon mehr Betrügereien berübt und wurde von den Behörden gesucht. R Am 12. Nov. wird in Rigdorf eine vom Reichs bant- Direktorium abhängige Reichsbanfnebenstelle mit Rasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Lang Gone, 30. eft vor fechs Jahr infte Lehrerwob effen, die Wohnun $ torte zu bergrößer Beglar. Herrlid at Riebergirmes bie er am 6. Auguft 19 bisherige Kirche war is der fortwährend urzeit rund 1800 e fonds war ein Ra 000 RE. floffen aus her am 1. April 1 bergirmes erhalten h * Feuerversicherung und Landwirtschaft Der erste Antrag, den die neue Landwirtschaftskammer zu beraten haben wird, ist ein Antrag des Mitgliedes Köhler Langsdorf, den dieser einreichen wird, um entgegen der Ringbildung der Feuerversicherungsgesellschaften und der unbilligen Höhe der Versicherungsprämien der Feldscheunen die Bildung eines Feuerversicherungsverbandes der Land wirte im Großherzogtum Hessen unter staatlicher Oberleitung ftorium aus provin anzuftreben. e Eine Landesversammlung der national liberalen Partei des Großherzotums Hessen findet am Sonntag, dem 4. Novbr., nachmittags 21 Uhr, bang. Gemeinde bu Einweihung ift Sor Weitershain. age von hier nach T. in dem Saal der Turngemeinde in Darmstadt statt. Auf tein: direkte Berb der Tagesordnung steht u. a. die Bestätigung des sozialmberg hergestellt demokratischen Beigeordneten in Offenbach a. M. Bei der Bichtigteit dieser Frage sollen Einladungen an alle Bartei angehörigen und Parteifreunde ergangen sein und dürfte eine Hessens am 3. und 4. Nov. in Darmstadt schreibt man über Stangenrob Sungen, 30. Off. out. 6,27 Uhr von F große Beteiligung an dieser Versammlung zu erwarten sein. des Lotomotioperfor -u- 8um Parteitag der Freisinnigen Partei tation ein Unglüd uns: Die Freifinnige Partei Hessens ist zu neuem, fräftig den noch einige Ba pulfierenden Leben erwacht. Ueberall werden neue Vereine henfteller wurde das gegründet und mit Macht setzt in allen Orten die Agitation diger Erkennung der ein, um dem entschieden liberalen Gebanken zum Siege zu motivführer die Luftb Go gelang es i Wagen zum Stehen L. Schadenbach. D verhelfen. Da ist es die höchste Pflicht eines jeden, der ob wohl im Herzen echt liberal, noch säumig zur Seite steht, sich anzuschließen an die Organisation, die eine Ver einigung aller wirklich liberalen Männer darstellt. Nur iter Flies in Düffeld Einigkeit fann hier zum Ziele führen, von rechts und links inberg mit Buftimmun telen Gainbach, 29. D ein der Orte Elpenro Bale bes Gaftwirts Dec leife von Kreisamtma isthen Ansprache üb en durch den Präfider Schadenbache Badlands tieffle Ernied prießliche Wirken d triege Blücher, Scha al wurde dem Redner de ben beiden Vorftande für ihr 25jähriges levorsteher im Auftr die Wähler heranzuziehen, die vorher aus mancherlei Gründen nicht mehr zur Freifinnigen Partei sich rechneten. Der 3. und 4. November müssen ein Denkstein in der Geschichte des echten und unverfälschten Liberalismus Hessens sein. Jeder tue seine Pflicht aufs äußerste und helfe att an der Arbeit. Keiner darf fehlen, der es ernst mit unserer Sache meint! Zeigen wir der Deffentlichkeit die machtvolle Ent schlossenheit einer mit vollem Vertrauen in die Zukunft blickenden Partei. Niemals war der Augenblick günstiger als jeßt, wo sich in allen Gauen Deutschlands die Eckenntnis durchringt, daß nur ein Zusammenschluß aller wirklich liberalen Parteien zu einem gemeinsamen Ganzen unseren elenden politischen Zuständen Besserung bringen fann. Darum nochmals, auf zum Parteitage am 3. und 4. November nach Darmstadt. Dort wird sich zeigen, daß wir einer blühenden Bukunft entgegengehen und daß wir auch die Jugend auf unserer Seite haben. Bei den Verhandlungen sind die Gallerien für andere Personen, auch Gegner, reserviert. Zum Schluß der Tagung wird eine große Boltsversammlung veranstaltet, in der Landtagsabgeordneter Funck- Frankfurt und Pfarrer Korell- Königstädten, der Kandidat des Reichsbereichung der Kaise tagswahlkreises Darmstadt- Groß- Gerau, sprechen werden. Die ganze Tagung verspricht hochinteressant zu werden. Eine start besuchte Bersammlung in Bad Nauheim beschloß, an den Reichstagsabgeordneten Grafen Oriola eine Resolution betr. Grenzöffnung zur Linderung der Fleisch, not zu richten. 1. Im Kreise Alsfeld sind troß des Lehrermangels nur zwei Lehrerftellen unbefest. * Bum Lehrermangel wird geschrieben: Gerade jeßt, wo wieder ein größerer Prozentsaz junger Lehrer zum Dienst beim Militär als Einjährige eingerückt ist, macht fich ein empfindlicher Lehrermangel in allen Teilen des Landes bemerkbar. In einzelnen Kreisen, wie z. B. Mainz, Offer bach u. a. ist eine ganze Reihe Schulstellen unbes zt, und es bleibt den Lehrern der betreffenden Gemeinden nichts anderes übrig, als neben ihrer im Winter doppelt an strengenden Arbeit in den eigenen oft recht überfüllten Klassen auch noch den Unterricht in einer becwaisten Klasse zu versehen. *** In leger Zeit wurden in unserer weiteren Umgebung verschiedentlich Luftballons bemerkt. * Fürsorgekasse für Gemeindebeamte. Ja Ausschuß der Zweiten hessischen Kammer für die Ver waltungsreform wurde mitgeteilt, daß die Vorstellung der Orts- und Polizeidiener, die am 11. Februar zu Darmstadt beschlossen wurde, von der Regierung in der allernächster Beit beantwortet und wahrscheinlich durch eine in Aussicht stehende Regierungsvorlage betr. die Bildung einer Fürsorge tasse für Gemeindebeamte im Sinne der Drts- und Polizei diener erledigt werden soll. * Die Viehseuchen sind in der Provinz Oberhesjet fortges gt im Abnehmen begriffen. In den letzten Wocher trat die Schweinefeuche oder Schweinepest, die den Sommet über in den Kreisen Alsfeld und Lauterbach herrschte, nut noch in Burg- Gemünden auf, mehr verbreitet ist noch det Schweinerotlauf. Die gute alte Zeit. Beim Durchblätte: unserer alten Hausbelege ist uns auch ein Abzug eine Polizei- Tore in die Hand gefallen, die pro 1848 für Buzbac die Fleischpreise feftfeßt. Da es gerade in unserer Beit der Fleischteuerung interessant ist, die früheren Breise den jezigen gegenüberzuhalten, so geben wir die Feffeßung im folgenden wieder. Es foftete im genannten Jahre das Pfund Ochses flis 12 Kreuzer, Kübfleisch, gemästetes, 10 Streuzer, Stübfleisch, ungewäftetes 10 Kreuzer, Rindfleisch, gemästetes 8 Kreuzer 2 Pfg., Rindfles, ungemästetes, 8 r., Kalb fleisch 6, Schweinefleisch 13, Sammelfleisch 9, echaaffleisch 7, Wurst blos von Schweinen 15, Bratwuch 18, Schwarten magen 28, geräucherter Sp& 28, Schinfen 20, Dörfleisch 21, Schweineschmalz, ausgelassen, 27, Schweineschmalz, un ausgelassen, 24, Nierenfett 24 und Hammelfeit 18 Kreuzer. iht. Somberg. Unser ginge auf dem Bezirk dem Bezirk Homberg Gambad, 30. Dft. rein beranſtaltete Sama Emeftafrila und eines Betrag von 14 Mart Friedberg, 30. Dtt zu dem Ranalisa Leben P Brustbild nach Echte Kreidezeich Aehnlich nur Hefere ich reklam jedermann gegen ing des Betrages gratis heche Nur nachw 50.00 ermöglicht dieses diese Gelegenheit graphie mi Grand Insti Hu Frankfurt a. * Lang Göns, 30. Oft. Mit Rücksicht darauf, daß fer erst vor sechs Jahren erbautes Schulhaus nur sehr geschränkte Lehrerwohnungen enthält, hat sich die Gemeinde otschlossen, die Wohnungen durch den Ausbau des zweiten Stockwerte zu vergrößern. rin, wo sie ihr Geld auf Der furzen Zeit um 60 S schon mehr Betrügereien rden gesucht. Rigdorf eine vom Rei Reichsbantnebenfel inftem Giroverfehr eröff und Landwirtschaft Landwirtschaftskammer * Wetzlar. Herrlich vollendet steht nunmehr in dem Borort Niedergirmes die neuerbaute Christuskirche da, der am 6. August 1905 der Grundstein gelegt wurde. Sie bisherige Kirche war baufällig und genügte dem Berfnis der fortwährend wachsenden Gemeinde nicht mehr, gdes Mitgliedes Köhle zurzeit rund 1800 evangelische Einwohner zählt. Als eichen wird, um entgege Baufonds war ein Kapital bon 70 000 Mt. vorhanden. | - Friedberg und Bad Nauheim einen nahmhaften Zuschuß bei zutragen. Die Kosten sind berechnet auf 610 000 Mt. Die Abwässer der beiden Städte sollen nach vorausgegangener Klärung in die Wetter geleitet werden. Für den Bahnhofumbau soll ein neuer Entwurf hergestellt werden, dessen Feststellung frühestens im Frühjahr 1907 zu erwarten ist. Dieser Entwurf wird auch die Einführung der projet. tierten Bahnlinie Ranstadt- Florstadt- Friedberg borsehen. Bei dem Umbau handelt es sich zunächst um die Verlegung und Erweiterung des Güterbahnhofs. Lauterbach, 30. Oft. In der Nacht auf Montag verübte die in den 50er Jahren stehende, unverheiratete P erungsgesellschaften und de 0000 Mt. flossen aus dem Gelde, das die Stadt Weßlar Ratbarine Otterbein Selbstmord, indem sie in den Pfeifferteich sprang. 17 Nachm. um 5% Uhr: Rosenkranz- Andacht mit Segen. " 53 Uhr: Predigt, darauf furze Andacht für die Abgestorbenen. Mittwoch, nachmittags um 5 und abends 8 Uhr und Donnerstag, vorm. 62 bis 9 Uhr, ist Gelegenheit, polnisch zu Beichten. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Ge legenheit zur heiligen Beichte. Freitag, den 2. November. Allerseelentag. Vorm. von 6½ 11 um 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligen Kommunion. prämien der Feldscheune i ber am 1. April 1903 erfolgten Eingemeindung von rungsverbandes der Landebergirmes erhalten hatte. 7000 Mt. gibt das Königl. unter staatlicher Oberleitun onfiftorium aus provinziellen Mitteln und 3000 Rt. bringt werbezweig für die ärmere Bevölkerung bietet sich in dem Vorm. um 7 Uhr: Die zweite hl. Messe. mlung der national her Einweihung ist Sonntag, 4. Novor. bestimmt. be evang. Gemeinde durch firchliche Umlage auf. Als Tag coßherzotums Seise bbc., nachmittags 2 Uraße von hier nach Homburg a. d. Ohm gebaut und in Darmstadt statt. A mit ein: direkte Verbindung der Städtchen Grünberg v. Weitershain. Wie man hört, soll eine Kreis* Vom höheren Vogelsberg, 30. Oft. Ein neuer ErEinsammeln von Schlehen. Diese werden von Händlern mit 3-4 Pfg. pro Pfund aufgekauft und nach England zum Versand gebracht, wo sie bei der Sherrybereitung Verwendung finden. Mainz, 30. Oft. Die in den Kriegsjahren 1870/71 * Die Bestätigung des sozia omberg hergestellt werden. Von Grünberg bis Weiters. hier gestorbenen Franzosen sind jetzt in zwei gemeinsamen Offenbach a. M. Bei de bin über Stangenrod ist diese Straße schon einige Jahre gruftartigen Begräbnisstätten beerdigt worden, die heute mit inladungen an alle Barte gangen sein und dürfte ein gebaut. ammlung zu erwarten sei beit des Lokomotivpersonals wurde gestern Abend auf hiesiger Fretsinnigen Bart Station ein Unglück verhütet. Bei der Einfahrt des in Darmstadt schreibt me m 6,27 Uhr von Friedberg hier anfommenden Zuges ffens ist zu neuem, träffanden noch einige agen auf dem Geleis. Von dem berall werden neue Berei Beichensteller wurde das Haltfignal gegeben und in alsallen * Hungen, 30. Oft. Durch den Mut und die Entschlossenentsprechenden Feierlichkeiten eingeweiht wurden. Aus dem Gerichtssaal. Straftammer. Gießen, 30. Oftober. Der Weißbinder Konrad Albach von Hattenrod hat auf dem Heimweg aus einer Wirtschaft einem Kameraden auf dem Heimweg aus einer Wirtschaft einem Kameraben " P 8 Uhr: Seelenamt für alle Verstorbenen der Pfarrei. Nachm. um 6½ Uhr: Rosenkranz- Andacht mit Segen. Schluß des Rosenkranzgebetes. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 2. Es können eingestellt werden: 1 landw. Magd, 1 Gartenarbeiter, Ziegelet: und Steinbrucharbeiter, 2 Schlosser, 2 Schmiede, 2 Spengler, 1 Wagner, 1 kartonagearbeiterin, 1 Küfer, 3 Schreiner, 1 Barbier zur Aushilfe, 1 Schneider, 1 Installateure, 30 Stredenarbeiter, 40 Erdarbeiter, 1 Maurer, i Packerin, 1 Stallbursche, 1 Hausmädchen für Hotel, 1 Arbeiter für Holzkleinmachen, 5 Dienstmädchen, 1 LaufPflicht eines jeden, der o dampf. So gelang es ihm, den Zug ein paar Meter vor 1 Gebanken zum Siege; obmotivführer die Lufibremse und gab auch sofort Gegen mit einem Zaschenmesser mehrere Stiche beigebracht. Den frau. fäumig zur Seite ftet den agen zum Stehen zu bringen. ganisation, die eine Be L. Schadenbach. Die hiesige Jagd wurde von Jagdmänner darstelt. Säter Flies in Düsseldorf an Kreisgeometer Hinkel zu bren, bon rechts und in Grünberg mit Buſtimmung des hiesigen Gemeinderats abaus mancherlei Gründe tei sich rechneten. Der hinzukommenden Polizeidiener stieß er zur Erde und widersetzte sich ihm. Der Angeklagte behauptete, sinnlos betrunken gewesen zu sein, sodaß er sich auf die Angelegenheit nicht mehr befinnen fönne. Demgegenüber hielt das Gericht für festgestellt, daß dies keineswegs der Fall war, weshalb es thn wegen Körperverlegung und Widerstandes mit Beleidigung k Hainbach, 29. Oft. Gestern wurde dem Krieger zu 9 Monaten und 2 Wochen Gefängnis verurteilte. Das A18 im zur Tat benutte Messer wurde eingezogen. getreten. Dentfiein in der Geſich verein der Drte Elpenrod, Hainbach und Otterbach dahier im Ziberalismus Heſſens fin Gaale bes Gastwirts Dechert bie taiserliche Fahnen erfte und helfe wait an de bleife von Streisamtmann Michel ben Alsfeld mit einer es ernst mit unserer Sad patriotischen Ansprache übereicht. Nach herzlichen Danteslichkeit die machtvolle En worten durch den Präsidenten Lutz hielt unser Freund Lehrer Bertrauen in die Zutum Bolk zu Schadenbach einen einstündigen Vortrag über r der Augenblick günstige Deutschlands tiefste Erniedrigung und ganz besonders über Deutschlands die Erkenntrs das ersprießliche Wirken des großen Dreigestirns der Freiammenschluß aller witli beitskriege Blücher, Scharnhorst und Gneisenau. Reicher meinsamen Ganzen unsere Beifall wurde dem Redner zu teil. Bei dieser Gelegenheit erung bringen fann. Daru wurde den beiden Vorstandsmitgliedern Wolf und Steg Ehrenm 3. und 4. November nad tafeln für ihr 25jähriges Wirken im Vorstande von dem en, daß wir einer blühende Bezirksvorsteher im Auftrage des Präsidiums der Hassia wir auch die Jugend an überreicht. Berhandlungen find di k Homberg. Unser Kriegerverein hat wegen der ■, auch Gegner, reservint Borgänge auf dem Bezirkstage zu Büßfeld seinen Austritt eine große Boltsversammlung aus dem Bezirk Homberg dem Bezirkevorstand angezeigt. bgeordneter Fund- Frankfur Gambach, 30. Oft. Eine gelegentlich der Feier der , der Kandidat des Reid Ueberreichung der Kaiserschleife vom hiesigen Kriegeroß- Gerau, sprechen werden verein veranstaltete Sammlung zugunsten der Kämpfer in hintereffant zu werden. Südwestafrika und eines hiesigen fraufen Kameraden ergab jammlung in Bad- Nauhan den Betrag von 14 Mark. Ordneten Grafen Oriola ene * Friedberg, 30. Dft. Der Staat hat sich bereit er= ur Linderung der Fleislärt, zu dem Kanalisationsprojett für die Städte trog des Lehrermangels fest. I wird geschrieben: Ger cozentjak junger Lehrer ährige eingerüdt ift, mid el in allen Teilen des Land n, wie z. B. Mainz, Off Schulstellen uabes Bt, treffenden Gemeinden mid er im Winter doppelt genen oft recht überfül St in einer becwaiften fl in unserer weiteren Umgebu bemerkt. Gemeindebeamte en Rammer für die S , daß die Borstellung 11. Februar zu Darmf erung in der allernäd lich durch eine in Aus die Bildung einer Fürfor inne der Orts- und Pol in der Proving Oberbe n. In den legten Bod weinepeft, die den Som b Lauterbach herrschte, ehr verbreitet ist noch Beit. Beim Durchblätte uns auch ein Abzug ei 0, die pro 1848 für Bug Da es gerade in unferer t, die früheren Breife ben wir die Feffegung genannten Jahre bas fun f, gemäftetes, 10 Se zer, Rindfleis, gemäßte ungemäftetes, 8 R., Ral melfleisch 9, Schaaffli Bratwuch 18, Shworte Schinfen 20, Dörfla 17, 27, Sweinefmal und Hammelfelt 18 Area Lebensgrosses Porträt Brustbild nach jeder Photographie vergrössert. Echte Kreidezeichnung. Grösse 45 x 55 cm. Aehnlichkeit garantiert. 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Es suchen Arbeit: 1 Schlosser, 2 Heizer- oder Maschinisten, 1 Schreiner, 4 Wasch- und Putzfrauen, 1 Büglerin, 1 Kleidermacherin, 1 Lagerarbeiter, 1 Pacer, 2 Hausburschen, 1 FahrVerantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Bieken. vorigen Monat ein Arbeiter zu Busbah eine Wirtschaft bursche, 3 Lauffrauen. verließ, wurde er von dem Taglöhner Heinrich Schultheiß aus Münzenberg angefallen und mit einem Messer bearbeitet, sodaß er mehrere Wochen im Krankenhause zubringen mußte. Schultheiß erhielt wegen Körperverlegung 9 Mte. Gefängnis, wobei seine Trunkenheit strafmilderno berück. fichtigt wurde.- Wegen Sittlichkeitsverbrechens an einem 13jährigen Mädchen wurde der 16jährige Bergmann Heinr. Denchert von Altenschlirf zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Vorm. von 6 Batholische Gemeinde. Donnerstag, den 1. November. Allerheiligenfest. um 7 Uhr: 9 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligex Kommunion. Die zweite heil. Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. Vorm. um 9/2 Uhr: Hochamt mit Bredigt. Nachm. 3 Uhr: Polnische Bredigt. Vorm. um 8 Uhr: Neu aufgenommen: Herren- Hüte In Zeiten der Entkräftung, Nur echt mit dieser Marke- dem Fischer dem Garantie zeichen des Scott schen Verfahrens. während des Wochenbettes, beim Stillen, bet Appetitlosigkeit, bei überarbeitung, Mattigkeit und Schwächegefühl nach Krankheiten ist Scotts Emulsion aus Lebertran mit Ralf. und Natron hypophosphiten ein vorzügliches Kräftigungs- und Nährmittel, das selbst vom schwächsten Magen leicht verbaut werden kann. Scotts Emulfion wirb von uns ausschließlich im großen berkauft und zwar nie lose nach Gewicht oder Maß, sondern nur in bersiegelten Originalflaschen in Rarton mit unserer Schußmarte( Fischer mit dem Dorsch). Scott& Bowne, G. m. 6.., Frankfurt a. M. 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Bekanntmachung. Betr.: Straßenverkehr. Bekanntmachung. Herbstkontroll- Versammlung. Auf Grund des Gesetzes vom 6. August 1902, die Nachstehende Bestimmungen der Polizeiverordnung Es haben aus der Stadt Gießen auf dem fe Handelskammern betreffend, haben an Stelle der Ende vom 2. März 1901 bringen wir zur öffentlichen Kennt der Heughanskaserne am Landgraf Philippa dieses Jahres ausscheidenden Mitglieder der unterzeichneten nis unter dem Hinweis darauf, daß die Schuhmann zu erscheinen: Handelskammer Neuwahlen stattzufinden. schaft angewiesen ist, Zuwiderhandlungen unnachsichtlich 1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Rejemoe zur Anzeige zu bringen. Es scheiden aus: Für den Wahlbezirk Gießen Stadt die Herren: R. W. Nowad, Karl Röhr, Adolf Klingspor, Emil Schmall, sämtlich in Gießen. Für den Wahlbezirk Gießen Land: Herr H. Steinecke in Lollar( im April 1906 wegen Fortzugs aus dem Handelskammerbezirk ausgeschieden.) Für den Wahlbezirk Lich: Herr H. Ihring in Lich. Wiederwahl ist zulässig. Gießen, den 26. Oftober 1906. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. § 1. Die Bürgersteige sollen für den Fußgänger berkehr frei gehalten werden. § 2. Es ist deshalb verboten, auf den Bürgersteigen Wagen jeder Art, Starren, Schlitten und Fahrräder zu Die Listen der Wahlberechtigten liegen 10 Tage fahren. Ausgenommen von diesem Verbot ist das lang, bom 5. bis einschließlich 14. November d. I., Fahren mit durch Menschen fortbewegten Kranten oder zur Einsicht offen und zwar für Gießen- Stadt und Kinderwagen, sofern darin Kranke oder Kinder gefahren Gießen Land auf dem Bureau der Großherzogl. Handels- werden; solche Wagen dürfen jedoch nicht nebeneinander fammer, Nordanlage Nr. 15, während der Bureaustunden gefahren oder aufgestellt werden. ( 9-12 Uhr vorm., 3-6 Uhr nachm.), und die Lifte für Lich auf der Großh. Bürgermeisterei Lich während der üblichen Geschäftsstunden. und Ausfahrt zu und von Hofraiten und Grundstücken §3. Das Ueberfahren der Bürgersteige zwecks Einist gestattet, sofern dies im Schritt, auf dem fürzesten Wege und ohne Aufenthalt geschieht. ( Kleiner- Dienstanzug). 2. Die Mannschaften der Reserve, sowie die zur De pofition der Truppenteile und Ersatzbehörden Gat lassenen aller Waffen. 3. Diejenigen der Landwehr I. Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellun befehl zum Erscheinen bei der Herbstkontrollversan lung zugeht und zwar: Jahrgänge und Waffengattung: sowie die oben unter Nr. 1 aufgeführten 1899, 1900, 1901, der Infanterie, aller Jahrgänge und Waffen( der Reserve) ( Offiziere pp.) 1902 und 1903, der Infanterie 1904, 1905 und 1906 der Infanterie Ginwendungen gegen den Inhalt der Listen sind innerhalb der erwähnten zehntägigen Frist bei der unter§ 4. Es ist verboten, den Verkehr durch ungerecht Sämtliche Jahrgänge der Reserve der zeichneten Handelskammer schriftlich vorzubringen. Nach Ablauf der zehntägigen Frift wird die Handelskammer fertigtes Stehenbleiben, durch gewerbliche Verrichtungen, Garbe, Brovinzial Jäger, Kavallerie, über die vorgebrachten Einwendungen entscheiden und die durch Feilbieten von Gegenständen, durch das Tragen Feldartillerie, Fußartillerie, Pioniere und Verkehrstruppen. Listen der Wahlberechtigten nach Maßgabe dieser Ent- bon Stöcken oder Schirmen in einer andere Personen scheidung, soweit nötig, berichtigen lassen. Gegen diese gefährdenden Weise zu hindern. Sämtliche Jahrgänge der Reserve des Entscheidung ist innerhalb zweier Wochen Beschwerde an§ 5. Es ist verboten, außerhalb der Frühstunden Trains, Sanitätspersonals, Veterinärbon 6 bis 7 Uhr Gegenstände, die durch Form, Größe Marine, sowie die zur Disposition der personals, sonstige Mannschaften und das Ministerium des Innern zulässig. Nur diejenigen dürfen ihr Wahlrecht ausüben, oder Beschaffenheit geeignet sind, die Vorübergehenden Truppenteile und Ersaßbehörden entwelche in die festgestellten Listen aufgenommen find. zu beschädigen, zu belästigen oder zu beschmutzen( wie laffenen Mannschaften aller Waffen und Nach Feststellung der Wählerlisten wird die unter- Meggerbollen, Bäcker- und Marktförbe, Kaminfeger- bie oben unter Nr. 3 Aufgeführten.( Landzeichnete Handelskammer den Tag und die für den Be- utenfilten, landwirtschaftliche Geräte und dergleichen) auf mehr I. Aufgebots, denen ein besonderer ginn und den Schluß der Wahl festgesetzte Stunde, sowie den Bürgersteigen der von der Ost-, Süd-, Weft- und Kontrollversammlung zugeht.) das Wahllokal öffentlich bekannt geben. Nordanlage eingeschlossenen inneren Stadt zu befördern. Gießen, den 3. November 1906. Die Großherzogliche Handelskammer. Der Vorsitzende: Koch. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird Der Syndikus: die Bismarckstraße von heute an bis auf weiteres für den D. Zeidler. Fuhrwerksverkehr gesperrt. Vergebung von Schreinerarbeit. Die Lieferung der Bänke für die israelitische Leichenhalle soll Samstag, den 10 November d. Js., vorm. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 30. Oftober 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Wasche mit LUHNS Luhns Giebt schönsteWäsche Nurecht MIT ROTBAND Kartoffeln für den Winterbedarf prima Ware liefert zu den billigsten Tagespreisen frei Keller. H. Trechsler, Giessen, Steinstraße 48. Telephon 581. Heirate nicht! ohne Buch über die Ehe von Dr. Retau mit 39 Abb. anst. 2.50 nur 1 Mf. Liebe und Ehe ohne Kinder bon Dr. Ernst 1.50 Mr. Beide Werke zusammen 2,70 Mt. frei A. Günther, Buchhandlung, Frankfurt a. M. 22 Börnestraße 22. Bettnässen ( auch Hosennässen) beseitigt unt. Garantie sofort! Alter, Geschlechtsangabe. Retourmarke erbeten! Auskunft erteilt umsonst: Institut Sanitas<, Stadtamhof 112 in Bayern. Makulatur hat abzugeben. Expedition d. Blattes. Gießen, den 30. Oftober 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. Herberg. Soeben erschien: Katalog 116 Bücher für BiblioPortofrei! philen. Versand umsonst und Ankauf von Bibliotheken sowie einzelner Bucker gemahlen und krystall 10 Pfd.: Mk. 2.10 Werke von Wert. Adolf Lenhard Nachf. Friedrich Cohen, Bonn. Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Tag Stune 7. November 7. November 9 Vorming 21 Nachmit 9 8. November Vormig 2 11 8. November Nachming 9. November 81 Vormit Die Ersatz- Reservisten haben bei le Herbstkontroll- Versammlung nicht zu scheinen. Es wird folgendes erinnert: 1. Befreiungsgesuche sind bis spätestens 8 Tage vor Apell durch den Bezirksfeldwebel des Hauptmeldeam einzureichen und müssen durch die Bürgermeista bezw. bei Beamten durch die vorgefezte Behörde glaubigt sein. Berücksichtigung kann nur in den dringendin Fällen stattfinden. 2. Jeder Kontrollpflichtige erfieht die Jahresklaffe, a der er gehört, auf dem Deckel seines Militärpas. 3. Die Militärpässe mit eingeklebter roter Striegsbeord 4. Inh. Jacob Maternus. Gießen. Frankfurterstraße. 5. STOLLWERCK • SCH ODXDX oxof OKOLADE VEHER E.D. ASSERT ung, bezw. Paßnotiz und Führungszeugnis find m zubringen. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erschein Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind bo wegzulegen. Sämtliche Mannschaften stehen während des gan Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter d Militärgesetz. Demgemäß werden auch Unpünktlichkeit und säumnis der Kontrollversammlung bestraft. Gießen, den 29. Oftober 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. 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