Mr. 204 Bleiben. Von morgen an wirst du ben Rang und den Titel nämlich, daß irgendwo ein Geheimnis steckt, Adjutanten des Obersten Feodor von Amberg. Herren, wünsche ich Ihnen eine gute Nacht. eines Hauptmannes führen, und deine Stellung ist die eines Herr von AmNun, meine den König betrifft, und das weiß unser Herzog. Vorschlag zu machen, glaube ich, daß er zur Aufklärung mir jedoch gestatten wollen, mich zu erkühnen, Ihnen einen welches Wenn Sie Sie und Freitag, den 31. August 1906 15. Jahrgang Babattion u.Bauptegbebition: Gießen, Selter weg 88. Fernsprechenschluß Nr. 862. Gießener £ Contibellagen: Oberbeffiche Familienzeitung( dig und bie Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von hien Der gewerbliche Akkordvertrag. Der Deutsche Juristentag hält in nächster Zeit in Kiel Teine 28. Vollversammlung ab. Aller Wahrscheinlichkeit wird die Versammlung sehr gut besucht sein. Denn der haupts fächlichste Gegenstand der Beratung ist diesmal von ganz be fonderem Interesse. Zunächst für den Juristen selbst, dem fich eine bisher fast völlig unbearbeitete Materie bietet; ferner aber auch für die weitesten Kreise der Bevölkerung: für alle gewerblichen Unternehmer und für alle gewerblichen Arbeiter. Der gewerbliche Affordvertrag ist es, über den in Kiel tundige Männer sprechen werden. Kundige Männer zunächst im Sinne der juristischen Wissenschaft. Denn wohl weiß jedermann, was ein Affordvertrag ist; doch seine juristische Bedeutung ist so sehr ins Dunkel gehüllt, daß gelehrte und gewerbliche Richter bei der praktischen Rechtsprechung zu Urteilen gekommen sind, die sich mit einander nicht gut vertragen und manchmal dem Leinenverständnis völlig uneingängig find. Wenn uun in Dingen, die das tägliche praktische Leben angeben, widersprechende Urteile erlassen werden, so führt das Zur Verwirrung und zu einem Mißtrauen, daß dem Richter gegenüber im allgemeinen Interesse nie Plaz greifen sollte. Kein Wunder übrigens, daß bei einer recht lückenhaften Gesetzgebung die Juristen zu dem gewerblichen Akkordpertrag nicht so schnell zu einer festen Stellungnahme gelangen konnten. War es doch den Arbeitgebern und namentlich den Arbeitern selbst nicht besser ergangen. Es ist gar so lange nicht her, daß das Schlagwort ,, Affordarbeit Mordarbeit" für eine unwidersprechliche Wahrheit bei vielen Arbeitern galt. Man bertrat die Ansicht, daß die Affordarbeit den Arbeiter zu ungebührlichen Anstrengungen und damit zu vorzeitigen Verbrauch seiner Kräfte verleite und daß überdies der durch Affordarbeit etwa erlangte Mehrverdienst immer schon nach burzer Zeit zu einem Lohndruck führe. Die eigene Erfahrung des Arbeiters sprach freilich dagegen. Diese Erfahrung sagte, baß die Akkordarbeit die Geschicklichkeit und den Fleiß des Arbeiters zur rechten Enthaltung bringe und erziehlich auf ben ganzen Stand wirke, die Leistungen aller Standesangehörigen und damit deren ganze Lebenshaltung erhöhe. Es dauerte aber eine ganze Weile, ehe die Erfahrung die Oberhand gemann gegenüber dem Schlagmort. Jetzt wird nicht mehr Affordarbeit Mordarbeit genannt, jezt bevorzugt gerade der selbstbewußte, tüchtige, fleißige Arbeiter den gewerblichen Akkordvertrag. Nicht anders geht es dem Arbeitgeber, der bei dem Akkordbertrag weiß, was er für sein Geld erwarten darf und betommen wird. Er hat für die Berechnung feiner Produktionsfosten eine viel sichere Unterlage, denn bei den Produktionsfosten spielen die Arbeitslöhne eine sehr große Rolle. Ueberdies ist es würdiger, daß der Arbeiter nach dem Wert seiner Leistung, nicht nach dem bloßen Zeitaufwand bezahlt wird. Wo dies geschieht, wird auf Ungeschicklichkeit und Trägheit eine förmliche Prämie gesetzt. Das fain beiden Teilen, den Arbeitgebern, wie den Arbeitern, zu Schaden und darum haben beide Teile fich einmütig dem Affordrertrag zugewandt der die Interessen der einen wie der anderen Partei wahrt. In der Großindustrie gibt kaum noch eine andere Art der Entlohnung als den Akkordlohn. Darum denkt auch tein Arbeiter meyr daran, den Affordvertrag etiva aufzugeben. Ganz im Gegenteil: man will ihn sichern, geseglich sichern, und damit dies in der rechten Weise geschehe, wendet man fich an die Juristen. Die Arbeitgeber ebenso wie die Arbeiter. Jetzt ist es an den Juristen, gute Arbeit zu liefern; auf dem Felde sich zurechtzufinden, das bisher fachmännisch nur recht oberflächlich und unzulänglich, gleichsam nur zufallsweise beadert worden ist. Die Aufgabe ist nicht leicht. Von den Juristen allein wäre fie faum zu bewältigen, wenn nicht die Juristen mit der lebendigen Pragis in engster Fühlung ständen. Die Theorie, die wir gewiß nicht gering achten, reicht hier nicht aus. So wenig wie die Praxis allein ausreichen würde. Beide müssen zusammengehen und einander ergänzen. Man darf es nicht als Zufall betrachten, daß für den kommender deutschen Juristentag ein Theoretiker und ein Praktiker, beide in ihrem besonderen Fach bedeutend, das Referat über den gewerblichen Akkordvertrag übernommen haben. Um so ficherer ist zu erwarten, daß ein gutes und für die Praxis brauchbares Ergebnis erzielt werden wird. Unter allen Umständen ist der gute Wille vorhanden, jeder billigen Anforderung gerecht zu werden. Abgeschlossen wird die Frage auf dem deutschen Juristentage und durch den deutschen Juristentag allerdings nicht. Dazu find die gesetzgebenden Körperschaften da. Aber für diese wird gute und aufklärende Vorarbeit geleistet. Sache der unmittelbaren Interessenten, der Arbeitgeber und der Arbeiter ist es, ihre Wünsche und Vorschläge vernehmbar zu machen. Und daran wird es wohl nicht fehlen. - Unter der Herrschaft des Terrors. Der Terrorismus steht gegenwärtig in Rußland in höchster Blüte. Kein Tag vergeht, an dem nicht ein halbes Dugend Attentate verübt werden, an dem nicht die Rache der Revolutionäre ein paar Beamte oder Offiziere erreicht und fie mit Dolch, Revolver oder Bombe in arausamer Weise hinschlachtet. Kaum ein Drittel der Mordtaten wird im Auss lande bekannt; erst die Statistiken, die ab und zu veröffent licht werden, lassen erkennen, eine wie furchtbare Waffe die Bombe in der Hand der Aufrührer ist. Noch steht die Welt unter dem Banne des Attentates gegen Stolypin und schon war ein neuer, noch furchtbarerer Anschlag geplant, den nur ein Zufall im letzten Augenblicke verhütet hat. Kurz bevor der Moskau- Petersburger Schnellzug den Kilometerstein 2 hinter Moskau passieren sollte, fand ein Bahnarbeiter dort unter den Schienen eine vier Pfund Pyrorilin enthaltende Bombe. Wäre der Anschlag geglückt, so wäre ein unabsehbares Unglück entstanden, denn der Zug war von mehr als 200 Personen besetzt, unter denen sich mehrere höhere Beamte nnd Würdenträger befanden, gegen die sich das Attentat richtete. Die Polizei ist in fieberhafter Tätigkeit. Wenn man den Nachrichten trauen darf, so hätte sie in Moskau an einem Tage 135 Bombenfabriken entdeckt! Man weiß allerdings nicht, ob man dann die Tüchtigkeit ber Polizei mehr bewundern soll, oder die Organisation der Revolutionäre. Die Werkstätten waren mit allen erforder= lichen Einrichtungen versehen; große Vorräte an Sprengstoffen und fertigen Bomben sollen dabei der Polizei in die Hände gefallen sein. Eine Anzahl Revolutionäre ist verhaftet worden, darunter die Führer der Moskauer sozialistischen revolutionären Partei. Die Gruppe verfügte über be= deutende Geldmittel und unterhielt eine eigene Bäckerei, Schlosserei, Maschinenwerkstätte und Tischlerei. Einen ähnlichen Fang machte die Polizei in Riga. Sie entdeckte in einem Bombenlager in der Stadt 38 Bomben ciesigen Kalibers und in allen Formen. Von ihren Besitzern fehlt aber jede Spur. Sehr drohend sind immer noch die Zustände in Warschau. Die ganze Stadt ist unter dem Eindruck der letzten Ereignisse von tiefer Panif ergriffen. Die Straßen liegen wie ausgestorben; Mord, Totschlag und Räubereien sind an der Tagesordnung. Sechszehn Bataillone Infanterie und zwei Rosalenregimenter sind zur Verstärkung der Warschauer Garnison herangezogen worden. Trotzdem herrscht keine Ordnung in der Stadt. Als dieser Tage zwei Arbeiter, die unter dem Verdachte stehen, sich an dem Attentat gegen Gouverneur Stallon beteiligt zu haben, festgenommen werden sollten, Flüchteten sie in einen vorüberfahrenden Omnibus. Die Polizisten schossen in den Wagen hinein und verwundeten mehrere Passagiere. Dann gelang es den Polizisten mit Hilfe von Soldaten, den Omnibus anzuhalten und die flüchtigen Arbeiter gefesselt in Gewahrsam zu bringen. Man fann also als harmloser Fahrgast ein paar Kugeln in den Leib bekommen und es ist erklärlich, daß sich niemand ohne Not auf die Straße begibt. Land für die Bauern. Inzwischen macht die Regierung wenigstens einen Anfang, bie Agrarwünsche des Volkes zu befriedigen. Von 8 Millionen Deßjätinen Land, das dem Apanagenressort gehört, darunter 5 Millionen Deßjätinen Wald, werden einem Utas vom 25. d. Mts. zufolge zum Verkaufe an Bauern durch Vermittelung der Bauernagrarbank über 1 800 000, größtenteils in den Gouvernements Ssamara, Ssaratom und Simbirsk gelegen, angewiesen. Das ist aber nur ein Tropfen und nicht geeignet, die Stimmung versöhnlicher zu gestalten. Der Kampf ber Parteien wird ohne Zweifel, wenn eine neue Duma zu= stande kommt, noch heftiger werden, als zuvor. Im Augens blick hat sich eine neue Partei gebildet, die nach ihrem Programm eine Mittelstellung zwischen dem Zentrum und der Rechten einnimmt und die gesetzgeberischen Rechte der Volksvertretung anerkennt. Sie berwirft die Gleichberechtigung der Nationalitäten und fordert die Einschränkung der politischen Rechte der Juden und die Ersetzung der Wehrpflicht der Juden durch eine besondere Steuer. Das ist eben mit das Unglück des Landes, daß soviel Sonderinteressen geltend gemacht werden und daß eigentlich keine der Parteien über diesen Sonderinteressen das Wohl des Landes im Auge behält. Für die Zukunft Rußland täte eine nationale Einigung mindestens so not, wie eine durchgeführte Verfassung, leider scheint das Land aber für beides noch nicht ceif zu sein. Ferner liegen noch folgende Meldungen vor: Petersburg, 29. Auguft. Das Dorf Mordowo ist abgebrannt. Durch den Brand find 2000 Menschen obdachlos geworden. Petersburg, 30. August. Von den beim Attentat auf Stolypin ums Leben Gekommenen wurden nunmehr auch die Fürstin Kantacuzene sowie die Edelfrau Istomin und ihr achtjähriger Sohn agnosziert. Petersburg, 30. August. Ein kaiserlicher Utas verlängert die Wirkung der bestehenden Geseze betreffend den Schutz der öffentlichen Sicherheit auf die Dauer eines Jahres. Ein zweiter Utas bevollmächtigt den Finanzminister, zur Deckung der Ausgaben für Unterftübung der von Mikernte betroffenen Bezirke vierpro zentige Rente im nominalen Betrage von fünfzig Willi onen Rubel auszugeben. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Die Nachricht, daß der Oberpräsident der Rheinproving Herr v. Schorlemer nach Berlin berufen worden sei, wird von diesem förmlich dementiert. Der Oberpräsident sandte dem rheinischen Blatte, welches die Meldung zuerst gebracht hatte, folgende Berichtigung: ,, Unter Bezugnahme auf die in der Nr. 199 ihrer geschäßten Beitung unter Lokales" gebrachte Mitteilung, erlaube ich mix ganz ergebenst zu bemerken, daß die Nachricht von meiner Berufung nach Berlin nicht zutreffend ist und daß damit auch die Vermutungen entfallen, welche diese Berufung mit der in Aussicht genommenen Nachfolge des Herrn Landwirtschafts* ministers in Verbindung bringen." * Die Verschmelzung der verschiedenen Bergarbeiter. Organisationen zu einem einheitlichen, ganz Deutschland umfassenden Verband soll jetzt ernstlich in Angriff genommen werden, obwohl die Beranstalter der Bewegung sich der großen Schwierigkeiten dieses Unternehmens wohl bewußt sind. Oefterreich- Ungarn. ** Bon weittragender politischer Bedeutung scheint die Reise des Kaisers Fran; Joseph nach Bosnien zu sein. Die Slavische Presse ist gefüllt mit Artikeln über die Notwendig keit der Annexion der offupierten Länder und im Gemeinde. rat von Agram ist eine Resolution beschlossen worden, die Regierung aufzufordern, die geeigneten Schritte zu unternehmen, damit Bosnien und die Herzegowina Kroatien oder Dalmatien angegliedert werden. ** Tschechische Politiker wollen zwecks Gründung eines tschechisch- magyarischen Schutzbündnisses in Budapest zusammentommen. Das Bündnis soll zum Schutz und Truz wider die deutsche und österreichische Industrie ins Leben gerufen werden. Auch Kroatien soll in dieses Bündnis einbezogen werden. Amerika. ** Die Nachrichten aus Kuba lauten so widersprechend, daß es unmöglich ist, die Wahrheit über den Aufstand und seine Ausdehnung zu ermitteln. Die Regierung behauptet jetzt, daß die Unruhen noch zwei Monate anhalten könnten, doch sei kein Zweifel, daß die Regierung den Aufstand schließlich niederdrücken werde. Vorläufig stehen aber die Rebellen schon 28 Kilometer entfernt von Havanna; einige Abteilungen der Insurgenten sollen sich sogar bereits in den Vorstädten bon Havanna befinden. Man beginnt eine Intervention der Vereinigten Staaten als einzig mögliche Lösung der jetzigen Lage zu betrachten. In der Provinz Pinar del Rio hat die Rebellion zugenommen. Man fürchtet sogar, daß bei längerer Fortdauer der Unruhen die Mächte Einspruch erheben tönnten und die Regierung ist daher emsig bemüht, die fremden Vertreter zu beruhigen. Alien. ** Zur Abwechselung wird aus Teheran wieder ein persisch- türkischer Konflikt gemeldet. Türkische Truppen haben den persischen Distrikt von Mongovav, der ungefähr 25 Dörfer umfaßt, besetzt. Der persische Gesandte in Konstantinopel forderte die Rückberufung der Truppen. Der Sultan muß anscheinend immer ein Konflittchen haben, um fic im Nachgeben zu üben, denn auch hier wird er wohl nichts besseres tun können. Kleine politifche Nachrichten. Wien, 30. August. England hat den Mächten vorge schlagen, Mazedonien und Altserbien eine autonome Vers waltung mit dem Prinzen Mirko von Montenegro als Gouberneur zu geben. Frankreich und Italien sollen diesen Vorschlag aufs lebhafteste unterstützen, während Deutschland, Desterreich- Ungarn und Rußland abgeneigt sein türften. Madrid, 30. August. Der Finanzminister erklärte gestern nach einer Konferenz mit dem französischen Botschafter, daß die Handelsvertragsfrage tatsächlich gelöst sei; Cambon verde heute mit dem Entwurfe zum Handelsvertrage nach Paris abreisen. Der jüngste Prinz Wilhelm. Nr. Potsdam, 30. Auguft. An dem Familienfeste, das gestern während der Abendstunden im Neuen Palais drei Generationen des Hohenzollernhauses vereinte, hat ganz Deutschland regsten Anteil genommen. Wilhelm, Friedrich, Franz, Christian, Olaf- das sind die Namen, welche dem Täufling gegeben wurden. Inmitten eines glänzenden Kreises von Fürsten und hohen Würdenträgern hat der junge Weltbürger die Taufe empfangen; als Leitspruch für sein fünftiges Leben wurden dem Täufling die Worte aus 1. Moses, Kap. 12, Vers 2 mitgegeben: Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein." In der zur Tauftapelle umgewandelten Jaspisgallerie war ein purpurner Thronbaldachin aufgebaut, unter diesem ein Altar, vor diesem der sogen. Ehepaktentisch, auf diesem die historischen, aus schlesischem Golde getriebenen Taufgeräte, 11 Eine Bädergeschichte von Stegbert Salter. Der Verlobungsring. ( Schluß.) ( Nachdruck verboten.) gebrannt. Doch wes das Herz voll ist. So platte ex Jetzt war es tigam schon wieder abgereist sei. Senn plöblich mit der Frage heraus, ob benn der Herr Bräu an den Damen, nicht ganz geistreich aus. - Während Prinzessin Viktoria Luise mit dem Täufling auf dem Arm zum Altar trat, brausten die feierlichen Klänge des Chorals: Du Hirte Israels" über die Taufgesellschaft bahin. Oberhofprediger Dr. Dryander führte zum Schluß seiner Taufrede, der auf Wunsch des Kronprinzen der Vers: Ich will dich ſegnen und du sollst ein Segen sein!" untergelegt waren, ungefähr aus: ,, Wer vom Licht durchleuchtet ist, strömt Licht aus. Ein Gesegneter wird zum Segen. Du sollst ein Segen sein, spricht der Herr. Ein Segen für das hohe Elternpaar, ein Segen für das gesamte Königshaus, dessen fürbittende Liebe sein jüngstes Glied mit seinen Gebeten umgeben und leiten wird, damit es die Verantwortung tragen kann, die eine glorreiche Geschichte und die Erinnerung großer Ahnen ihm auflegt. Ein Segen für das Vaterland, das auf diese Stunde schaut und das seine Fürsten dadurch ehrt, daß es Großes von ihnen erwartet. Bei Beginn der Taufhandlung überreichte Prinzessin Viktoria Luise den Täufling der Großherzogin- Mutter von Mecklenburg- Schwerin. Im Moment der Taufe übernahm ihn die Kaiserin. Beim Vaterunser legten die Paten und ihre Vertreter die Hände auf ihn. Nach Schluß des Taufattes mit Gebet und Segen übergab die Kaiserin ihren Enkel der Prinzessin Vittoria Luise, welche ihn wiederum der Kronprinzessin überreichte. Das Kaiserpaar und die Fürstlichkeiten brachten der Kronprinzessin ihre Glückwünsche dar. Im Anschluß hierun begab sich die Kronprinzessin in den angrenzenden Salon jenseits der Taufkapelle. Das Kaiserpaar folgte. Die Kronprinzessin nahm auf einem Sessel Plaz, neben dem ein Himmelbettchen in Weiß mit blaßblauen Schleifen für den Täufling aufgestellt war. Die Kronprinzessin nahm nun eine Defiliercour der Trauzeugen ab. Hinter den Herren des Vortritts defilierten die Botschafter, das diplomatische Korps, dann die sämtlichen inländischen Damen, der Reichskanzler, die Ritter des Schwarzen Adlerordens und alle anderen Anwesenden, auch das Gefolge. Nach Beendigung der Defiltercour begann im Marmorfaal die Galatafel; während des Mahles erhob sich der Kaiser zu folgendem Trinkspruch: Ich trinke au die Gesundheit des Täuflings. Seine Königliche Hoheit Prinz Wilhelm von Preußen hurra!" Nach der Galatafel hielt das kaiserliche Paar im Tanzsaal Cercle. Die Kronprinzessin hatte mit dem Prinzensohn nach der Cour das Neue Palais verlassen. König Eduard von England hat als Patengeschenk einen funstvoll gravierten, mit den Wappen der britischen und preu Bischen königlichen Familien geschmückten silbernen Becher ges stiftet. Als Widmung sind in den Becher eingraviert, in englischer Sprache: Dem Prinzen Friedrich Wilhelm Franz Joseph Christian von Preußen von seinem Paten und Ur großontel Eduard R. I. Deer und flotte. Nene Fahnen für das schlesische Armeekorps. Der Kaiser bollzog gestern im Zeughause zu Berlin die seierliche Nage= lung und Weihe von 28 neuen Fahnen und Standarien des Pionier- Bataillons 2, der Regimenter 10, 11, 22, 23, 38, 51, 62, 63, des Leib- Kürassier- Regiments Nr. 1, des Ulanen- Regiments von Kayler 2 und des schlesischen Pionier- Bataillons 6. Bu der Feier erschienen außerdem die Kaiserin, der Kronprinz, bie Kronprinzessin von Griechenland, Großfürst Wladimir, Erzherzog Joseph, der Herzog von Genua und sämtliche in Berlin anwesenden Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses und die Generalität. Die Weihe vollzog der evangelische Militär- Oberpfarrer des Gardekorps Goens in Gegenwart bes katholischen Militär- Oberpfarrers Romunde. Der Kaiser schlug den ersten Nagel ein, es folgte die Kaiserin, der Kronprinz, der auch für den jüngst geboren Prinzen Wilhelm einen Nagel einschlug, dann die weiteren Prinzen und Prinzessinnen, bie fremden Fürstlichkeiten usw. bis zu den Leutnants und Unteroffizieren der betreffenden Truppenteile. Die hohen Herrschaften wurden bei der An- und Abfahrt vom Publikum lebhaft begrüßt. Soziales Leben. × Achtuhr- Ladenschlnß in Kiel. Die Regierung ordnete bie Einführung des Achtuhr- Ladenschlusses am 1. September an. × Ausschreitung beim Berliner Kohlenarbeiterstreik. Ein Arbeitswilliger stach einen Streitposten infolge eines ent: tandenen Streites mit dem Dolch nieder. Der Zustand des Verlegten ist sehr bedenklich. X Zusammenstoß zwischen Streikenden und Arbeitswilligen. In Wien tam es zwischen aus Ungarn ankommenden neu aufgenommenen Arbeitern und Streifenden der Fabrik End linger zu einem blutigen Zusammenstoß. Die Ankommenden wurden mit Steinwürfen empfangen, so daß die Wache ein. schreiten mußte. 27 Personen wurden verlegt, darunter eine schwer. X Streitbewegung im böhmischen Kohlenrevier. Der Bergarbeiterstreit im Durer Revier nimmt bedrohlicher Charakter an. Bei dem Nelsonschacht schossen Streikende au Arbeitswillige mit Revolvern. Die Gendarmerie nahm zahl reiche Verhaftungen vor. Gestern sind fünf neue Schächte der Amalia und Emeranzeche in den Streik getreten., Nab und fern. † Wagenschmiere als Butter. Appetitliche Zustände scheinen in der Zentralmolkerei Suenna bei Eisenach zu herrschen. Die Gendarmerie fand bei einer Untersuchung Ges fäße mit ranzigem Fett und einer Wagenschmiere ähnlichen Masse. Außerdem wurden zum allgemeinen Erstaunen Frachtbriefe über große Mengen von Margarine gefunden, die in der Molkerei verarbeitet wurden. Der Besizer der Molkerei ist verschwunden. † Mit dem Gerüst in die Tiefe. Zwölf Arbeiter, die im Innenraum des neuen Schillertheaters in Charlottenburg mit Puzzarbeiten beschäftigt waren, stürzten infolge Zusammenbruches des Gerüstes aus einer Höhe von 20 Metern ab. Sechs konnten sich noch im letzten Augenblick retten, von den übrigen wurde der Spanner Dittmann lebensgefährlich, fünf Mann leicht verletzt. † 3n stark geschnürt. Auf der Fahrt von Berlin nach Rheinsberg wurde im Eisenbahnfupee die Frau Laura Schmelzer bon einem heftigen Unwohlsein befallen, sodaß sie in Löwenberg in den Wagen getragen werden mußte. Auf der Weiterfahrt verstarb sie. Die Ursache des Todes war zu starkes Schnüren. † Gefühnt. Im Hofe des Beuthener Gerichtsgefängnisses wurde gestern früh der Arbeiter Johann Rziksa hingerichtet, der am 29. April 1905 den Hüttenwächter Richter erschoß, als dieser ihm und drei, bisher unbekannten Komplizen, bei einem Einbruch in den Weg trat. Der Delinquent leugnete die Tat bis zum letzten Augenblic. † Diebstahl im Museum. Aus dem großherzoglichen Sammelgebäude in Karlsruhe wurde mittels Nachschlüssels ein Goldschmuck, aus einem Grabhügel stammend, im Werte bon 1500 bis 2000 Mark entwendet. Es handelt sich um einen Halsring aus hellfarbigem Goldblech im Gewicht von 160 Gramm und einem Armring aus dünnem verbogenen Goldblech im Gewicht von 14 Gramm. Von den Tätern fehlt noch jede Spur. † Jm Siel erstickt. Bei einer Sielgrabung im Hamburger Stadtteil Eilbek stürzte eine Seitenwand ein und begrub den in dem 2/2 Meter tiefen Schacht allein befindlichen Mechanikergehilfen Redegeld, dessen Kollege sich auf furze Zeit entfernt hatte, um einen Lötofen herbeizuholen. Der Verunglückte konnte nur als Leiche ausgegraben werden. † Ein Güterzag aufgefahren. Im Bahnhof Curve ist der Güterzug 6390 auf mehrere im Gleis 5 stehende Wagen aufgefahren. Etwa 14 bis 16 Wagen sind vollständig zertrümmert. Menschen sind nicht verlegt. Der Sachschaden ist erheblich. † Zum Krüppel geworden. Auf dem Lahmeyerwerk in Frankfurt a. M. wollte der Dachdeckermeister Luz seinen Arbeitern, die mit Reparaturen auf dem Dache beschäftigt waren, Anordnungen geben und streckte dabei den Arm zum Fenster hinaus. Im selben Augenblick wurde der dicht am Fenster vorbeiführende Laufkran in Bewegung gesetzt. Der Kran erfaßte den Arm und schnitt ihn oberhalb des Ellenbogens ab. † General von Kriegshammer auf der Jagd erschossen. Ein Budapester Blatt will aus Hoffreisen erfahren haben, daß der Tod des jüngst verstorbenen früheren Kriegsministers Generals Kriegshammer durch einen Jagdunfall veranlaßt wurde. Gelegentlich der Hofjagd am 27. Juli, welcher der Kaiser, Herzog Leopold von Bayern und dessen zwei Söhne, Georg und Konrad, sowie mehrere Erzherzöge und Aristotraten beiwohnten, soll ein Schuß des Prinzen Georg den neben ihm stehenden General getroffen haben. An den Folgen der Wunde soll der General verstorben sein. † Neue Erdbeben in Chile. In Tacna( Chile) und Arica find heftige Erdstöße, die sich bis zur Grenze von Peru erstreckten, verspürt worden. Die Panif ist unbeschreiblich, die Bevölkerung nächtigt auf den öffentlichen Plägen. Der erste Stoß währte 30 Sekunden. Bunte Tages- Chronik. Essen, 30. August. Auf Zeche Mont Cenis" geriet ein mit 36 Bergleuten besetzter Förderkorb in Sumpf. Sämtliche Arbeiter erlitten Verlegungen, davon drei schwere. Kassel, 30. August. Der Landwirt Limper in Willingen erschlug auf der Heimkehr vom Kriegerfest den Zimmermeister Wilke mit einem Holzscheit. Mülheim a. Rhein, 30. August. Theaterdirektor Karl, der hier mit seiner Truppe gastierte, stürzte anf der Bühne von einer Leiter und zerschmetterte sich den Schädel, so daß er alsbald verstarb. "/ Caub, 30. August. Der Hauptfurm und auch das kleine Türmchen der Pfalz", die vor einiger Zeit durch Blitzschlag und nachfolgenden Brand beschädigt wurden, sind nunmehr wiederhergestellt. Breslan, 29. August. Durch falsche Weichenstellung stießen auf dem Wachtplatz zwei Straßenbahnzüge zusammen. Mehrere Personen wurden schwer verlegt, einige anscheinend innerlich. Regensburg, 30. August. Der Oberarzt des hiesigen Garnisonlazaretts, Dr. v. Scheven operierte einem Soldaten ein Furunfel. Der Patient bewegte sich währenddessen plötzlich, und der Arzt stieß sich dadurch das Messer tief in die linke Hand, die ihm infolge Blutvergiftung abgenommen werden mußte. Lucca, 29. August. In den Wäldern der Gemeinde Borga a Mozzana brach Feuer aus, das bereits 20 Quadratfilometer erfaßte. Die Behörden begaben sich an Ort und Stelle. Kunst und Wiffenfchaft. Su. Esperanto- Kongreß in Genf. Die Anhänger der Welt. Sprache ,, Esperanto" die z. B. schon von über 1 Million Menschen der ganzen Welt in Wort und Schrift gebraucht wird, haben sich, vertreten durch 500 Delegierte, in Genf zusammengefunden. In einer längeren Rede sprach Zamenhof- Warschau bon der Neutralität vet neuen Sprache und konstatierte deren große Fortschritte in der ganzen Welt. Nachher sprachen Lemaire- Belgien, Beaufort- Frankfurt, Kuhne- Böhmen, BendigsDänemark, Miß Shefer- London, Guinard- Spanien, NaumannRußland, Renard- Genf, Atanazow- Bulgarien, Care- Paris ( über Esperanto bei den Blinden), Bicknele und Frau Rosa Junk- Italien, Michaux und Bayol- Paris.- Bei dieser Gelegenheit wollen wir in Kürze einige Aufschlüsse über die neue Weltsprache Esperanto geben. Esperanto tennt nur 17 furze Regeln, ist daher sehr schnell zu erlernen. Die Aussprache ist streng phonetisch, d. H. jeder Buchstabe wird so gesprochen, mie er geschrieben wird, ausgenommen z, das wie ein weiches sgesprochen wird. Der beſtimmte Artikel für alle Geschlechter, Ein- und Mehrzahl ist la'; einen unbestimmten Artikel gibt es nicht( wie im Griechischen). Jedes Wort erkennt man an der Endung: Jedes Hauptwort endet auf o', jedes Eigenschaftswort auf a', jedes Umstandswort auf e', z. B. la patro der Vater, patra väterlich,( adj.) patre( adv.) väterlich, auch säterliche Weise. Die Mehrzahl bildet man durch Anhängung eines j', das mit dem vorhergehenden Bokal in eine Silbe verschmilzt: z. B. la patroj die Väter( sprich of wie in Tolstoj') ic. - - - Aus dem Gerichtsfaal. § Der Streit um den Obersten- Titel, den Oberst Gädke mun schon durch zwei Instanzen durchgefochten hat, wird am 5. Oktober das Kammergericht beschäftigen. Das Schöffen gericht hat Oberst Gädtke bekanntlich von der auf Grund einer Selbſtanzeige erhobenen Anklage wegen unberechtigter Führung des Obersten- Titels freigesprochen. Zu dem gleichen Resultat führte die Verhandlung vor der Berufungsstra lammer. Gegen letzteres Urteil hat der Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel Revision bei der in diesem Falle höchsten Instanz, bem Kammergericht, eingelegt. Der Oberstaatsanwalt führt in seiner Revisionsbegründung aus, daß das Urteil der Straf lammer rechtsirrtümlich und deshalb aus juristischen Erwägungen aufzuheben sei. - Von Belfaft nach Dublin. - Die fleifsiglte und die luftigfte Stadt Irlands. Geldverdienen ist Barole. Ein Zentrum der Handelswelt. Behntausend Schiffsbauer.- Leinwand und Tabak.- 150 Millionen Steuern." Bastards des Nordens." Leere Taschen. Tugend der Trägheit. Ri. Belfast, im August. Die Das Gr. Minifter langelegenheiten, hat unterftellten Organe gemeinen Deutfcher Fund hervorgehob Bert darauf lege, Der Direktor der b ar Regierungsrat ter bon 66 Jahren Auf der gefterr Die Sommerreifenden, welche alljährlich vom Kontinent sich auch diesmal in der Mehrzahl den Küsten Englands und den schottischen Inseln zu. Nur wenige ließen es sich bei. fallen, das grüne Irland zu besuchen und doch findet sich auch im vernachlässigten Erin viel Merkwürdiges und Inter. essantes. Namentlich im Norden. Es bildet einen bemerkens. werten und glänzenden Gegensatz zum Westen des Landes. über den Kanal nach den britischen Inseln kommen, wandten Shulen des Lan in Gailfhen Fe Hier im Norden sind die Leute überaus fleißig und Beiter aus der arbeitssam. Ein emsiges Hasten und Treiben in der Haupt. ben. Als Vert stadt Belfast, to make much money"( viel Geld zu ver. Borner der Ueber darnach zu leben. Arbeit, Geld, kalte Berechnung steht faft Vielleicht werd dienen, ist das Motto, und ein jeder ist ernstlich bestrebt, cum and Branddi auf dem Gesicht eines jesen geschrieben. Es ist phänomenal зи beobachten, mit welcher rapiden Geschwindigkeit ich das durch und 1660 besaß Belfast und ge nabere Mitteilung Das uns heute durch moderne Belfast entwidelt. ptember in Bie lung läßt darauf Hugenotten zugesellten, trugen dazu bei, die Stadt aus ihren bar einen glänzende nur fünf Straßen. Schottische englische Emigranten, denen fich später die Uranfängen zu vergrößern, sodaß nun durch unablässiges Ar beiten zwischen zwei Jahrhunderten, die Stadt den Rang als das Zentrum der kommerziellen Welt der britischen Inseln hat. Von einem Ende zum andern zeigt Belfast seinen wahren Charakter: neu und fleißig. Der größte Schiffsbauhof der Welt zieht sich hier am Wasser entlang. Die berühmten Werke von Harland und Wolff, Herr Wolff ist ein Deutscher, n, follen die Herren, ften Kynologifer Die zur Verteil einnimmt, und etne Bevölkerung von über 360000 aufzuweisen gehegten Erwartung aber allen unferen Le ingend empfehlen und i enden Unternehmens beschäftigen über 10000 Arbeiter, während eine andere Schiffe Fundliche Hunde auszufte baugesellschaft auch mehr als 4000 Männern Arbeit gibt. Das eut werden. staunenswerteste aber ist die weltbekannte ungeheure Leinwand Fabrikation, deren Ursprung darin zu suchen ist, daß das Klima Biehmartt zu Auguft flattgefun und der Erdboden Nord- Irlands dem Wachstum des Flachses 91 Stud Rindvieh überaus günstig ist. Eine große Fabrik in Belfast besitzt über at findet am 10. 57 000 Spindeln, 1000 Webstühle, woraus man sich ein Bild * Der auch in Bie machen kann von der emsigen Tätigkeit, die hier herrschen tren Tage auch fer die Tabaksfabrikation, wobei bemerkenswert ist, daß eine affurter Stadttheaters muß. Ein anderer Erwerbszweig von großer Wichtigkeit ist ( 150 000 000 Mark) Steuern an die Behörde zahlt. Die Bevölkerung im Norden Irlands ist feine rein irische, sondern eine Mischung von Fren, Engländern und Schotten. Der Accent der englischen Sprache hat darunter sehr gelitten, da die rielen verschiedenen Dialekte der Eng länder, Schotten und Fren ein Mischmasch ergeben, das oft selbst für einen Eingeborenen äußerst schwierig zu verstehen ist. Mit Verachtung und Stolz spricht der Irländer des Oftens, deſſen Hauptstadt Dublin, die Residenzstadt Irlands ist, von den" Bastards des Nordens", die keine Irländer sind. Hier im Osten, in Dublin, leb: die vornehmste Welt der Insel, deren Hauptaufgabe im Gegensatz zu der arbeits samen, gelderwerbenden Bevölkerung des Nordens darin besteht, sich das Leben so angenehin wie möglich zu machen und viel Geld auszugeben. Vergnügen ist ihre Devise. Sie lachen über die in Belfast auf jede Art und Weise Geld zu verdienen suchenden Arbeitssamen, während die Belfaster zu den Dublinern sagen: Ja, Ihr habt die Hände in der Tasche und nichts darin, wir aber haben die Hände aus der Tasche, die Tasche wohl ge füllt mit Geld und die Hände voll Arbeit." Von diesem Jubelieren abgesehen ist der Irländer liebenswert als Mensch. Er ist noch einer von den wenigen in der Welt, der sich seine Jdeale bewahrt hat, dem sein Jdeal mehr ist als Geld und Besitztum, der sich zurückträumt in bessere Zeiten, und ein friedlich- schönes Leben herbeyehnt und oft auch führt. Das ist der Charakterzug des Irländers, der aber bei vielen zur Faulheit ausgeartet ist, wofür folgendes fleine Gespräch charakteristisch ist, das ich neulich mit einer Dame hatte. Ge fragt, warum man im Westen Irlands so faul und im Nor den so fleißig sei, gab sie mir zur Antwort: ,, D, dort im Norden, das sind keine Fren, die meisten dort sind schottisch und die arbeiten. Die Fren find träge.". Und drastisch sezte sie hinzu:„ Ich liebe die Schotten nicht." - Vermischtes. - = Eine feltene Briefmarke. Briefmarkensammler, die in ihrer Sammlung eine Marke von Neapolis vom Jahre 1846 mit dem dazu gehörigen Briefumschlag die Marke ist auf gedruckt befizzen, können jezt ein gutes Geschäft machen. Ein reicher Amerikaner ist nämlich bereit, für diese Marke 200 000 Mart zu geben. Die Marke ist rund und hat in der Mitte einen Adler mit ausgebreitetem Flügel, der im Schnabel einen Delbaumzweig hält. Die seltenste Marke, die man bis jetzt kannte, war eine 2 Pence- Marke von der Insel Mauritius, die sich im Berliner Postmuseum befindet und mit 36 000 Mark bezahlt worden ist. Eine andere Marke von Mauritius( 1 Penny) hat der Prinz von Wales mil 28 000 Mark bezahlt. = Hochsaison für Taschendiebe. In Bern und in der gesamten Schweiz wimmelt es z. B. von Taschendieben, kein Tag vergeht, ohne daß die Zahl der Bestohlenen sich vers mehrt. Die Fledderer haben in den letzten Tagen einem jungen indischen Radscha, der inkognito von Genf nach Zürich reiste, im Abteil erster Klasse einige Tausend Franks in Schweizer Noten und einen Sched von 3000 str. ab genommen, dessen Verwertung ihnen allerdings Schwierig keiten bereiten dürfte. Nicht besser erging es einem Mitgliede der italienischen Königsfamilie, dem auf dem Dampfschiff zwischen Montreux und Duchy 1500 Frants in Banknoten und eine Kassette mit Geschmeide gestohlen wurde. Ebenfalls auf dem Genfersee ist ein Desterreicher um 400 Franks er leichtert worden, und ein englisches Pärchen, das sich auf der Hochzeitsreise befand, wurde in Montreux derart_ausges plündert, daß es seine Fahrt unterbrechen und die Ankunft neuer Gelder abwarten mußte. = Bum Scharfrichter von Dänemark gewählt wurde ein B7jähriger Polizist aus Slagelse namens Christensen. Au bem Lande geboren, erlernte er das Schlächtergewerbe und brachte es beim Militär bis zum Unteroffizier. Seine Vor gesezten hatten ihm die besten Empfehlungen zu dem Scharf richterposten ausgestellt. In Slagelse erfreut sich der ruhige Friedliche und besonnene Mann großer Beliebtheit, doch ist es trotzdem zweifelhaft, ob er seine Stelle als Polizist wird be halten können, da der Anblick eines Scharfrichters natur gemäß unheimliche Empfindungen in den Kreisen von Slagelses friedlicher Bürgerschaft hervorrufen muß. Stabithea Thalia Theater fein F Die am 21. 1. E sammlung des Deutsche gden dort gemachten en besondere Vorlesun enge einzurichten abgele ** Die Stadtverordne aiger Zeit beſchloſſen, di er der Mainzer Bolt ibnethoden zur Behand fases wurden die güler dem genannte unterricht zugeführt. dawajen Einrichtung er aufnunternd ausgefall argen Faftitution als am ist die erfte deutsch robt. Die Einrichtung handlung der mit Schieft " Sozialdemokr gewichtiger Gegner i em Boden erwachsen, aus dem fie ihre beste Hier ist mit de dratischer Vereine und behauptung der Sozia bearbeiterpartei sei, zu Bahl der in den afierten Arbeiter auf things in den fog. ft en rund 1 Million die Mehrzahl der Fahne, fo find die, immerhin eine sehr ** Die Klagen üb mischen Briefwechsel, nsdeutsch ges nicht verftummen. joandelslammern fich Barden annehmen und Berlage des Allgeme senen Breisschrift ichen Stil von den Chungen und unnötigen Anregung dazu hat , die mit dem reinbarung getroffe Luftarungsdrift bei Breife von 7 Big. E Erhohlungsh te. Auf dem in arbandstag mate ftadt die inter fan Landwirtschaftlicher ben bei Großh. Biebe Bäume zu mieten, Benojenjhaftsbeamte A Wildfrieg iz haft treibenden Beb fte Bewegung im Ga wiederum zu Heiger wirte 16 Big. und t em. Die Ugitation Log& abgeordneten en Landwirten. boyfottiert werden. Soner Her wird prophezeit. en diefes u. a. dara Tad noch immer verein blin. Irlands,- Handelswelt -150 milli Laichen. mmen, want Englands Cokales. Das Gr. Ministerium des Innern, Abteilung für dangelegenheiten, hat soeben ein Ausschreiben an die terstellten Organe erlassen, worin auf die Bestrebungen gemeinen deutschen Sprachvereins aufmerksam en es fich be doch findet Schulen des Landes Unterstützung fänden. obwohl die Blütezeit desselben doch eigentlich längst soon vorüber ist. Es wäre wohl recht, wenn sich diese Voraussage erfüllen würde, denn der Winter dauert doch jebem lange genug. * Ein wohlhabender Dieb. Der 34 Jahre alte Kaufmann Jakob Mayer, der ein Vermögen von etwa 80 000 Mt. befißt, war in seiner Heimat Neu- Isenburg mit den Eheleuten Stein bekannt, die dort ein Rolonialwaren it, im Auguft und hervorgehoben wird, daß das Ministerium bom Kontorf: Wert darauf lege, daß die Bestrebungen des Vereins Der Direktor der hessischen Brandversicherungskammer, elmer Regierungsrat Dr. Wolf- Darmstadt, ist gestern iges und ter von 66 Jahren plöglich vershieden. Auf der gestern Abend abgehaltenen Uebung der des Landes ein. Gailschen Feuerwehr wurde der Wehr die erhöhte die Strafe auf vier Monate Gefängnis. aus fleißige Better aus der bekannten Fabrik von Magiruz- Ulm in der Hauer geben. Als Vertreter ernstlich beftrete cum und Branddirektor Traber sich entschuldigt geschäft betreiben. Te verkehrte oft dort und häufiz fehlte den Leuten Geld in der Kasse. Eines Tages wurde Mayer beim Diebstahl eines 20 Markstücks ertappt und zur Anzeige gebracht. Das Schöffengericht Offenbach hatte Mayer zu drei Wochen Gefängnis verurteilt, die Straftammer Darmstadt einen bemerle Geld Bu bo ift phänomen * des Kreisamtes wohnte Börner der Uebergabe bei, während Oberbürgermeister hnung steht ten. Vielleicht werden von fachmännischer Seite noch age nähere Mitteilungen an dieser Stelle gemacht. Geschwindig elfaft entwide Das uns heute zugesandte Programm für die am Gdom& ptember in Gießen stattfindende Hunde- Aus päter elung läßt darauf schließen, daß das Unternehmen * Kurse an der Großh. Obstbauschule zu Friedberg. Burzeit findet der erste Obstverwertungskursus an der Großh. Obstbauschule mit 57 Teilnehmerinnen statt; auch der zweite in der nächsten Woche stattfindende ist bereits überfüllt. Vom 29. August bis 1. September wird ein Milch verwertungskursus für Frauen und Mädchen aus Stadt und Land abgehalten. Fast alle Kurse waren in Stadt aus ihbar einen glänzenden Verlauf nehmen wird. Wie wir unabläffigesen, sollen die Herren, die als Preisrichter fungieren, zu und 77 im Jahre 1904 erschienen. t den Rang ersten Kynologischen Größen unseres Vaterlandes ge ritischen Jen. Die zur Verteilung gelangenden Ehrenpreise haben 000 aufzumee gehegten Erwartungen weit übertroffen. Wir tönnen it feinen mab Schiffsbaubof t et allen unseren Lesern den Besuch der Ausstellung Die berührgend empfehlen und ihnen im Interesse des sportlich be= ft ein Deutschender Unternehmens nur nahelegen, ev. in ihrem Besiz andere Schindliche Hunde auszustellen, die kleine Ausgabe darf nicht Arbeit gibt. eut werden. Viehmarkt zu Gießen. Bei dem am 28. und , daß das Alingust stattgefundenen Markte waren aufgetrieben Flach Stuck Rindvieh, 281 Schweine. Der nächste lfast befigt bottfindet am 10. und 11. September statt; am heure Leinwan an fich ein B hier berrideren Tage auch Pferde und Krämermarkt. Wichtigkeit Der auch in Gießen bekannte Charakterspieler des ist, daß entfurter Stadttheaters May Bayrhammer ist an lionen Sterlin Hamburger Stadttheater engagiert worden.( Sollte es aht Thalia Theater sein? D. Red.) zahlt. ift feine r ehat darunt Die am 21. 1. Mts. in Elbing eröffnete 7. Haupt. Engländern mommlung des Deutschen Forstvereins hat laut„ Darmst. h. den dort gemachten Vorschlag, an den deutschen Hochalette der Galen sesondere Borlesungen über Waldschönheitsgnügen ist i rgeben, das zu verstehen ge einzurichten abgelehnt. Irländer de Die Stadtverordneten- Versammlung Mainz hatte vor enzstadt Irlandi ger Beit beschlossen, die mit Schiefwuchs behafteten feine Irländei in der der Mainzer Volksschule dem Institut für physikalische Dornehmste Basmethoden zur Behandlung zu überweisen. Infolge dieses zu der arbeits lusses wurden die zur Behandlung ausgesuchten 103 Nordens dan süler dem genannten Institute für einen orthopädischen ie möglich anunterricht zugeführt. Die Erfolge, die seither mit dieser auf jede weißen Einrichtung erreicht worden sind, sind so günstig Arbeitsjama aufmunternd ausgefallen, daß schon jeßt der Bestand sagen: ganzen Institution als gesichert erscheint. Die Stadt ht darin, mida inz ist die erste deutsche Stadt, die eine solche methodische Tasche wohl geehandlung der mit Schiefwuchs behafteten Kinder systematisch " Von diesbt. Die Einrichtung verdient allgemeine Nachahmung. vert als Menja Sozialdemokratie und Gewerkschaften. Welt, der in gewichtiger Gegner ist der Sozialdemokratie allmählig ehr ist als Gell a' dem Boden erwachsen, in dem sie am festesten wurzelte ere Zeiten, un oft auch für aus dem sie ihre beste Kraft fog, nämlich dem Arbeiter aber bei vielaade. Hier ist mit der Zeit ein Wachsen nichtsozialfleine Gesprit fratischer Vereine und Gewerkschaften eingetreten, welches me hatte. Gele Behauptung der Sozialdemokratie, daß sie die eingentl und im Nore Arbeiterpartei sei, zu Schanden macht. Man schäßt t: ,,, dort e Zahl der in den nichtsozialdemokratischen Vereinen rt find schottiscansierten Arbeiter auf 900 000 bis 1 Million, denen d drastisch srdings in den fog. freien, sozialdemokratischen Gewerkften rund 1/2 Million Arbeiter gegenüberstehen. Steht sih die Mehrzahl der Arbeiter noch nach wie vor zur otien Fahne, so sind die, die sich von ihr getrennt haben, " Tammler, beich immerhin eine sehr beachtenswerte Minderheit. Die Klagen über den schlechten Stil im tauf om Jahre 18 Marte ift at nischen Briefwechsel, die das häßliche Wort„ KaufBeſchäft machens deutsch" geschaffen haben, wollen leider noch für dieſe Mammer nicht verstummen. Es ist daher anerkennenswert, daß und und hat es handelskammern sich kräftig der Abstellung dieser BeFlügel, der eben annehmen und durch Massenverbreitung einer in enfte Marte, en Berlage des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins ecinen Preisschrift„ Kaufmannsdeutsch" den faufTe ambere Maischen Stil von dem Wuſt der unnatürlichen Wort. con Balesungen und unnötigen Fremdwörter zu reinigen suchen. Die Anregung dazu hat die Liegnißer Handelskammer und in fin, die mit dem Augemeinen Deutschen Sprachverein in Sereinbarung getroffen hat, die sie in den Stand seßt, blenen fich to diez Suffärungsschrift bei entsprechendem Massenverbrauch zu En Tagen ein Der Preise von 7 Pfg. das Stück abzugeben. e von der J m befindet chendieben, bon Genf n 3000 Erhohlungsheim für Genossenschafts: Lauſend beta at e. Auf dem in Hannover tagenden Deutschen Moltererbandstag machte das Vorstandsmitglied Dr. Krüger: Dakruftadt die interessante Mitteilung, daß der Reichsverbast landwirtschaftlicher Genossenschaften die Absicht habe, ings Gawier einem Mitglie Dem Dampfi | diesem Jahre besonders start besucht. Auch die Beteiligung aus anderen Provinzen hat sich gehoben. In Summa waren bis jetzt 114 Teilnehmer gegen 69 im Jahre 1905 Außerdem findet im Herbfte erstmalig ein Obstverpackungs- und Handelskursus in der 1. Woche des Oktober statt, für dessen Besuch seitens des Deutschen Pomologen- Vereins Stipendien zur Verfügung gestellt werden. In den Tagen vom 10. bis 14. September wird vom Deutschen Pomologen- Verein auf Veranlassung und aus Mitteln des Reichsamts des Innern ein Vortragskursus für deutsche Obstbaubeamte abgehalten. Der zweite Tag dient den Referaten über den deutschen Obsthandel, sowie Zoll- und Tariff agen, die ihn berühren, der dritte Tag Berichten aus der Oostkammer Böhmens, wohin die folgenden zwei Tage ein Studienausflug stattfindet. * Seit dem 20. 5. Mts. ist„ Heu und Stroh, Weizenund Roggenstroh auch gepreßt" in den Ausnahmetarif 2( Rohstofftarif) aller inländischen Eisenbahntarife aufges nommen worden. Die gleiche Frachterleichterung wurde für Kalzium- Karbid, soweit dasselbe zur Herstellung von Düngemitteln bestimmt ist, zugestanden. * Münster, 30. August. Die hiesige Gemeinde erwarb die fiskalishen Wils- und Seewiesen, die zwischen dem Orte und dem Iss tal liegen und etwa einen Flächeninhalt von 26 hessischen Morgen haben, zum Pceise von 15 000 Mt. Der Besitz wurde sofort angetreten. Vorläufig wird die Gemeinde die Wiesen losweise verpachten. Butzbach. Unser Turnverein begeht Sonntag sein 60jähriges Jubiläum. Samstag- Abend ist Festtommers, Sonntag Stab- und Wetturaen. * * Nieder- Mörlen. Eine langwierige Diebsjagd nahm vor einigen Abenden von hier ihren Ausgang und erstreckte sich über Nederweisel, Oppershofen bis Rockenberg. Aus der Langsdorfschen Wirtschaft hatten 2 Handwerksburschen eine Kiste Bigarren mitgenommen; als der Diebstahl später entdeckt wurde, wurden die beiden von einem Schreibgebülfen zu Rad verfolgt. Er traf sie auch unterwegs, aber die Diebe wußten in den Aeckern Unterschlupf zu finden und blieben somit ihrer Verfolgung verborgen. Als der Radfahrer in später Abendstunde auf der Rückfahrt nach Nieder- Mörlen in einer Rockenberger Wirtschaft Halt machte, traf er abermals mit den lustigen Brüdern zusammen. Unterwegs hatten sie mittlerweile den Raub losgeschlagen und gedachten dafür einen vergnügten Abend zu verbringen. Ihre Freude erfuhr freilich eine unangenehme Störung durch Rockenberger Gendarmen, die die Festnahme der beiden Gesellen bewirkten. * Bad Nauheim, 30. Auguft. Der 25 000. Rurgaft in dieser Saison, M. E. A. Dorsey aus Baltimore, wurde gestern angemeldet. § Schotten, 30. Auguft. Dem Israelitischen Religionslehrer Abraham Kaufmann wurden die Rechte eines definitiv angestellten Volksschullehrers mit Wirkung vom Tage seines Defrets an erteilt. * Schlitz, 30. August. Wilder Fischteich. Der von der Gräflich Görzschen Forstverwaltung im vorigen Jahr neu angelegte Fishteich hat den Damm durchbrochen. Der Teich war mit ca. 1½ Morgen Quadratfläche und nicht unerheblichen Kosten angelegt und mit Karpfen besetzt, welche schon das nahmhafte Gewicht von 3 Pfd. erreicht hatten. In wenigen Stunden ist nun die schöne Anlage nebst Fischen verschwunden und die Verwaltung muz obendrein Schadenersaß für die verschlämmten Wiesen leisten. * Frankfurt. Das für nächstes Jahr hier projektierte Sängerfest, welchem der Kaiser wieder beiwohnen wollte, ist wegen des nächstjährigen deutschen Sängerbundesfestes um ein Jahr verschoben. * Seligenstadt. Bei Seligenstadt fand man Landstraße ein blutiges Hemd und einen blutigen Herrenrock. Man brachte- mit Recht oder Unrecht- den Fund mit dem Mädchenmord in Verbindung. Der Fund wurde der Polizei übergeben. * Mainz, 30. Auguft. Die hier bestehende Konsumin Banthota nem bei Großh. Bieberau gelegenen Schloß Lichtenberg und Produktionsgenossenschaft wird im nächsten Frühjahr urde. Ebenfall einige Räume zu mieten, um hier ein Erholungsheim für eine eigene Genossenschaftsbäckerei eröffnen. Mit 400 Frank salt das fich auf da und die Anfu d Genossenschaftsbeamte zu schaffen. A Milchfrieg in Aussicht. Unter der Land: derart auswithaft treibenden Bevölkerung Oberhessens ist ist eine Lebih efte Bewegung im Gange, deren Ziel es ist, die Milch: prafe wiederum zu steigern. Vom 1. Sept. ab wollen die Landwirte 16 Pfg. und die Händler 22 Pfg. für das Liter food ern. Die Agitation wird hauptsächlich geführt vom Saabtagsabgeordneten Hirschel, Geschäftsführer Wolff und mehrerer Landwirten. Wer die Steigerung nicht mimagt, wählt wurde hriftenfen tergewerbe und Ter. Seine Bon zu dem Scharf fich der ruhige to boyfottiert werden. theit, doch if Bolizift wird be frichters natus en von Glagelle Schöner Herbst. Ein schöner und lang dauernder bst wird prophezeit. Weitere und erfahrene Landleute wen dieses u. a. daraus schließen, daß der Hollunder fichuh noch immer vereinzelt seine weißen Blüten treibt, der Errichtung der Bauten wurde vor einigen Tagen Segonnen. Biernheim. Ein heiteres Stückchen aus dem Bauernleben wird gegenwärtig in unserer Gegend lebhaft belacht. Ein bieberes Bäuerlein aus Räfertal transportierte nämlich mittelst eines Leiterwagens sein Mastschwein zur Abschlachtung nach Mannheim. Am Reiseziele angelangt, merkte es zu seinem Shrecken das Fehlen seines wertvollen Grungtieres. In aller Eile fuhr er mit dem leeren Wagen heimwärte, sich bei jedem ihm Begegnenden eindringlich über den Verbleib seines verschwundenen Borstenträgers erfundigend. Wehmutsvoll erreichte er seine Hofraite, mit Bangifeit die Strafepistel der besseren Hälfte erwartend. Zu seiner unaussprechlichen Freuoe aber endeckte er im Stalle sein munter grunzendes Mastschwein, das er bei der Abfahrt nach Mannheim aufzuladen in der Eile vergessen hatte. Tableau! Rechtsauskünfte. ( Für die erteilten Ausfünfte kann eine zivilrechtliche Haftung nicht übernommen werden.) Tuchmacher. Der Gerichtsvollzieher hat bei der Vornahme der Zwangsvollstreckung zu prüfen, inwieweit die vorgefundenen Sachen für den Schuldner und dessen Familie entbehrlich sind. Das Pfändungsprotokoll enthält eine befondere Rubrit, in der die vorgefundenen Mobilien verzeichnet werden müssen. Von den in Ihrem Schreiben erwähnten Gegenständen halten wir einige umsomehr pfändbar, da im allgemeinen für den Schuldner ein verschließbarer Gegenstand als ausreichend erachtet wird. Sollte der Gerichtsvollzieher die Vornahme der Pfändung zu Unrecht verweigern, so fönnen Sie sich über ihn bei dem zuständigen Amtsgericht beschweren. Warenzeichen. Das Warenzeichen ist eine frei ge= wählte, sofort dem ganzen Umfange nach wahrnehmbare, aus Figuren allein oder aus solchen und andersartigen Bestandteilen zusammengesezte Darstellung, welche auf der Ware selbst oder auf der Verpackung angebracht wird und ausschließlich die Bestimmung hat, dem Konsumenten einen Hinweis über den Ursprung der Ware zu geben. Amtssekretär in W. Die Befugnisse des Amtssekretärs sind in vielen Gesetzen zerstreut, die in dem Preußischen Verwaltungsrecht wiedergegeben find. Literarisches. Von Weltall und Menschheit, Geschichte der Erforschung der Natur und Verwertung der Naturkräfte", der groß angelegten Publikation Hans Kraemers( Deutsches Berlagshaus Bong& Co.), ist der glänzend ausgestattete III. Band( Preis 16 Mt) sehr interessant. Derselbe bringt zunächst eine breit angelegte, von hohem Geist getragene Darstellung der Erforschung des Weltalls von Geheimrat Brofessor Dr. Wilhelm Foerster," bem verdienten Direktor der Berliner Sternwarte. Mit jugendfrischer Begeisterung hat der ausgezeichnete Astronom feine in 50jähriger Tätigkeit gesammelten Kenntnisse und Ecfahrungen zu einer Geschichte der Himmelstunde vereinigt, wie sie weder bisher in irgend einer Sprache existiert, noch voraussichtlich so bald wieder nachgeahmt werden kann. Den zweiten Teil des neuen Bandes füllt der Anfang der nicht minder groß angelegten Geschichte der Erforschung der Erdoberfläche, deren Bearbeitung dem Direktor des Museums für Völkerkunde in Leipzig, Universitäts- Professor Dr. Karl Weule anvertraut war. Professor Weules glänzende Darstellung und seine umfassende Beherrschung des gewaltigen Materiales, daß er zur Lösung seiner schwierigen Aufgabe zu bewältigen hatte, sind so hinreichend durch frühere Publikationen bekannt, daß man von vornherein gewiß sein durfte, auch seine neue Arbeit werde nach Form und Inhalt vollendet sein. Die illustrative Ausstattung ist sehr beachtenswert. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Mm 12. Sonntag nach Trinitatis, den 2. September. Zugleich firchliche Feier des Sedantages. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 92 Uhr: Lic. theol. Glaue. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadtkirche. Vormittags 9/2 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Nach allen Gottesdiensten Rollette zum Besten der Kaiser Wilhelm- Stiftung für die deutsche Invaliden. Abends 8 Uhr Versammlung und B.belbesprechung im Konfirmandensaale der Johannesfirche. Batholische Gemeinde. Samstag, den 1. September. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Belegenheit zur hetligen Beichte. Sonntag, den 2. September. 13. Sonntag nach Pfingsten. Schußengelfest. Borm. von 612 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligen Rommunion. Vorm. um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Vorm. um 91 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht mit Segen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 1. September. Heiter und trocken, Temperatur wenig verändert, still bis schwachwindig. Für Sonntag feine Aenderung. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Nervenschwäche, Schreckhaftigkeit, Erregtheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit werden erfolgreich be= seitigt durch Dr. Rays Nervol, eine neue wissenschaftliche Erfindung zur Bekämpfung aller Nervenleiden. Es enthält: Kaliforn. Haferertraft 50, Fenchel 20, Anis 20, Pomeranzen 20, Baldrianertraft 20, Glyzerin 30, Zuder 30, Bromkalium, Bromnatrium, Bcomammonium je 10) zu haben in den Apotheken. 11 Todes- Nachricht. Heute verschied nach schwerem Leiden unser langjähriger, treuer Mitarbeiter Herr Carl Heil zu Giessen. Der Verstorbene hat 40 Jahre lang als Prokurist der Aktien- Gesellschaft ,, Aktien- Brauerei Giessen" mit Hingebung und Pflichttreue diesem Unternehmen seine Tatkraft gewidmet und sodann an der Verbindung der Aktien- Brauerei mit der UnionBrauerei tätigen Anteil genommen. Wir werden dem Heimgegangenen, dessen edlen Charakter alle die ihn kannten, hochschätzten, stets ein ehrendes Andenken bewahren. Giessen, den 30. August 1906. Vorstand und Aufsichtsrat der Aktien- Gesellschaft ,, Aktien- Brauerei". Union- Brauerei Jnh.: Georg Bichler, Giessen. Bekanntmachung. Bekanntmachung. Nachdem die unter dem Schweinebestand des Heinrich Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird Hahn dahier aufgetretene Rotlauffeuche erloschen ist, die Balltorstraße zwischen Brandgasse und Nordanlage wird die unterm 6. Angust angeordnete Gehöftsperre bon heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr aufgehoben. gesperrt. Gießen, den 30. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Nachdem die unter dem Schweinebestand des Moses Keßler dahier aufgetretene Schweineseuche erloschen ist, wird die unterm 23. Juli If. Js. angeordnete Gehöftsperre aufgehoben. Gießen, den 30. August 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. Herberg. Gießen, den 29. August 1906. Großherzogliches Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bei den leistet hohen Fleischpreisen → MAGGI's Würze mit dem Krenzstern. der Hausfrau unschäßbare Dienste, um auf billige Art gute, schmackhafte Gerichte zu bereiten. Man laffe ,, MAGGI's Würze" nur in Maggi's Originalfläschchen nachfüllen. Drucksachen aller Art liefert in jeder Ausführung zu billigsten Preisen die Buchdruckerei Albin Klein Giessen, Seltersweg 83. Halle a. S. Allgemeine Zeitung Handelsblatt grossen Stils. Wirksames Insertionsorgan. - 5gesp. Petitzeile 30 Pfg., Reklame 75 Pfg. Bei Wiederholung Rabatt. Abonnements für ein Vierteljahr 2.40 Mk., monatl. nur 80 Pfg. Locomobilen ( fahrbar m. Wanderconzession.) 1 Std. v. Lanz 89 erbet. fein hergerichtet 7-9 P. S. 1 " " " 90" Feuerbüchse neu 12-17 "" 97 " " " " Ausziehkessel 20-30 "" billig abzugeben." Herborner Pumpenfabrik, Herborn. 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Als Leutnant Harry Buford kämpfte Nordstaaten ein phantastisches Liebesabenteuer, in fie mit Mut und Kühnheit in der ersten Run mit und zeichnete sich aus. zwischen dem weiblichen friegen ist ein fubanisches Mädchen Loreta Belasquez cien, HIER und DORT Ein Regimentsbund. 66 16 Freitag, den 31. Auguft sische Familienz 1906