Nr. 177 battion u.Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 362. Dienstag, den 31. Juli 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( g und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Stekener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheisen Städteanleihen. Die Städte stellen längst nicht mehr blos politische Zwangsgemeinschaften dar, Wohnsize von einigen tausenden oder zehntausenden Bürgern, sondern die Städte werden mehr und mehr eine Art von Wirtschaftsgenossenschaften zur Versorgung ber verschiedensten Bedürfnisse der Bewohner. Sie haben meift Gasanstalten, Elektrizitäts- und Wasserwerke errichtet, beteiligen fich an der Einrichtung von Verkehrsmitteln und Ranalisationswerten, fie legen Parke und Plätze an, beteiligen fich an gemeinnüßigem Wohnungsbau usw. Diese Bewegung macht fich überall in verstärktem Maße geltend und sie nimmt noch immer an Bedeutung zu, da stets wieder neue Aufgaben in den Stadtverwaltungen hervordrängen. Selbst in ganz Meinen Städten werden schon städtische Betriebe in der angedeuteten Richtung eingeführt. Solche Betriebe bilden für die Stadtverwaltungen häufig recht gute Einnahmequellen, zu ihrer Einrichtung gehören aber Pota cräfore italiy 2726 3113 han afondar Bir vorliegt. Es handelt sich lediglich darum, daß Major Fischer, der in überaus schlechten pefuniären Verhältnissen lebt und dessen Familienverhältnisse gleichfalls die denkbar ungünstigsten find, von einem Teilhaber der Firma von Tippelskirch bedeu tende Darlehen genommen hat, die zurückzuzahlen er faum je in der Lage sein dürfte. Mit seiner Stellung als Offizier und besonders als Vorstand der Bekleidungsabteilung der Schußtruppe war die Handlungsweise nicht zu vereinbaren. Die Veranlassung zur Einleitung der Untersuchung hat eine Anzeige gegeben. Eine Verhaftung des Beschuldigten mußte erfolgen, um jede Verschleierung zu vermeiden. - * In Sachen des letzten deutsch- russischen Grenzzwischenfalles hat eine russische Untersuchungskommission die unglücksstelle besichtigt. Es liegt tatsächlich eine Grenzverlegung vor. Der russische Soldat hat das preußische Gebiet betreten und nachdem er von diesem auf den neutralen Weg zurückgegangen war, von letterem aus den Schuß auf den auf prenßischem Boden stehenden Broder abgegeben. Der russische Soldat ist von M. 300 000 500 000 Biete dem Glücke die Hand! Beitritt zu jeder Zeit! Keine Nachzahlung! Fast jede zweite Nummer gewinnt. Ziehung der zweiten Klasse bereits am 10. und 11. August 1906. Sofortige Anmeldung ist erforderlich, um rechtzeitig bedient werden zu können. 215. Königl. Preuss. Klassen- Lotterie. Höchster Gewinn ev. M. 800 000 Bedienung streng reell prompt und verschwiegen. Auszahlung der Gewinne an jedem be1 Prämie 1 Gewinn 1 1 " " 6 Gewinne à M. 100 000 75.000 in Bar. 3566 دو دو 12 " دو دو وو دو " " 9 150 000 ==600 000 دو دو " 60 000 = " " 2 22 50 000 = 40 000 22 دو دو وو دو دو دو 3 دو دو دو دو دو دو دو دو 30 000 د" 22 12 22 12 دو 12 16 ," 3 20 000= " liebigen Orte 34 83 " 167 2286 3 567 15 000= 10 000 5.000 3.000 1000 " = " = = 5625 470 450 84.537 500 = 39 " 400 " 300 " 240 = " 200 = " " " 192 resp. 144 = " 3 M. 300 100 = " 9 " 15.018 96 resp. 50 M. 22222 12 " 12 دو 200 000 225 000 180 000 Monatlicher Beitrag nur M. 3,- 250 000 M. 5½ 240 000 480 000 60 000 510 000 oder M.10, 830 000 M. 835 000 6 758 000 3 567 000 2 812 500 188 000 20 288 880 60 000 2 523 024 1 096 314 Ein glücklicher Augenblick genügt, um zum Reichtum zu gelangen. 135 000 Ohne Versuch Kein Gewinn. 300 15018 128 000 Gewinne und 1 Prämie 15 bis 60 mal grössere Gewinnchancen. Hier abtrennen. 59 ララ ( e se 222 دو 30 000 " M. 42 938 718 90 Ort: Diese aber rücksichtslos, unterdrückt werden sollten. Tatsächlich ist den zu allen Gewalttätigkeiten geneigten Verbänden und Vereinen sehr energisch bedeutet worden, daß die Regierung ihrer Dienste nicht bedürfe, ja daß sie Ausschreitungen, die von dieser Seite fommen, nicht minder scharf verfolgen werde. Mit dieser einschränkenden Tätigkeit der neuen Regierung geht eine Aera positiver Reformen parallel. An die Behörden, sowie an die Vertreter der großen industriellen Etablissements find zur Begutachtung Entwürfe zu einer richtigen Arbeiter. Gesetzgebung versandt. Es handelt sich dabei um die Kranken. und Unfallversicherung, die Festsetzung einer Maximal- Arbeits. zeit, die Regelung des Arbeitsvertrages, die Fabrifinspektion, die Wohnungsfrage und ähnliche Dinge. Ja, sogar die Frage der Amnestie, deren Verleihung bislang ein so schweres Streitobjekt zwischen Krone und Volksvertretung bildete, will Stolypin zur Lösung bringen. Es ist allen Ernstes der Erlas einer Amnestie in Aussicht gestellt, von der nur die BombenAttentäter und die mit den Waffen in der Hand abgefaßten Kämpfer ausgenommen werden sollen. Agenten oder Vermittler werden überall angestellt. rungen der Partei für friedliche Reformen. jts der von Stolypin bewiesenen Reform- Abfichten denn auch unter den gemäßigten Elementen der artei eine Wendung zum Entgegenkommen be Senn der Ministerpräsident willens und imstande nige Schritte weiter entgegenzukommen, besteht auf, daß eine Anzahl Führer der Gemäßigten in t eintreten. Vor allen Dingen fordern sie eine ifung der Resduma, daß sie schon im Herbst 3 wieder zusammentrete und Rußland nicht big hr ohne Volksvertretung regiert werde. Dieser dann eine weitere Ausdehnung der bürger. eiten zur Beratung vorgelegt, dagegen solle der uma- Auflösung verhängte Kriegszustand aufge= n. Die weiteren Forderungen zielen auf die Redes Gerichtswesens, die Gleichstellung der e die sofort durch faiserlichen Ukas zu bewirkende der Todesstrafe ab. Natürlich fehlt die Amnestie r Reihe der Forderungen. Daß Stolypin fich fühlt, in dieser Beziehung den allgemeinen achzukommen, gibt zu der Erwartung Anlaß, daß sonstigen Forderungen erfüllen werde. Erneute Ementen. ößte Gefahr erwächst Stolypins Aufgabe und führung aus der Gärung, die sich nicht so schnell It schaffen läßt und die immer wieder in neuen n Zuckungen sich Luft schafft. So ist es in Sa indgebungen gekommen, über die ein Telegramm urg wie folgt berichtet: in Samara abgehaltene öffentliche Versammlung ech Kosaken und Infanterie gesprengt und eine eilnehmer ins Gefängnis abgeführt. Bald darauf e Menge den Versuch, eine Protest- Versammlung 1, aber auch ihr wurde von der Polizei ein Ende gemacht. chem Grade von Nervosität die Erregung der gestiegen ist, beweist eine Szene in Wilanow bei Dort fielen in der Nähe der Kirche mehrere Schüsse. ächtigte sich der Kirchenbesucher eine starke Panit. emeinen Flucht sind mehrere Personen in der ertrunken. rs nimmt auch die Widersetzlichkeit im Heere ing, namentlich die neu zu den Waffen berufenen n tragen einen stark revolutionären Geist zur in Nicolajem ein Korporal einen widerseßlichen derschoß, wurde er von den übrigen Rekruten Stelle getötet. Zu einer blutigen Revolte ner in Poltawa. Zwischen Mannschaften vom n Infanterie- Regiment, die Arrestanten befreien Kosaten fam es zu einem Feuergefecht, bei dem Verwundete gab. Das Echo im Lande. ie vor fommt es vor allem auf die bäuerliche an. Als die Kunde von der Auflösung der das platte Land drang, begegnete die Botschaft t starkem Unglauben. Nachdem man aber an der nicht mehr zweifeln konnte, find die Bauern in raten. Sie suchen ihre Duma- Abgeordneten, um ie Lage zu beraten, inzwischen fangen aber auch grar- Unruhen wieder an. Ebenso zeigt sich unter eitern Erregung; so hat eine von Tausenden von m abgehaltene Versammlung beschlossen, wegen luflösung die Arbeit in allen Hüttenwerken einE3 m offenen Vorstoß gegen die herrschenden Gewalten e äußerste Linke der aufgelösten Duma an. r telegraphisch aus Petersburg gemeldet: Irbeitergruppe und die sozialdemokratische Fraftion lösten Duma bereiten einen Aufruf an die Armee flotte vor, in dem sie diese auffordern, der Reen Gehorsam zu fündigen und mit den gesetzmäßig Volksvertretern den Kampf gegen die Regierung nen. Der Aufruf bezichtigt die Regierung des rats, den der Aufruf in der trotz aller Dementis Strafe Die Sie mir auferlegen, will ich freuoig ertragen," nur " Nicht in Ihrer Gertrud? greulichen Kert nicht." fein?" Nein, bloß ein wenig gut sein Könnten Sie mir greulichem Kerl ein wenig gut fann ich " Wirklich, Fräulein diesem Er ergriff freudig Nähe weilen zu dürfen."" Das möchte ich auch nicht." eine nicht 1" lnb welche wäre bas?" thre Hände. umarmte Gertrud und befickte ihr einen rafchen Stup auf den Mund. Geficht strahlte, Schimmer unfagbaren Glücks. und streichelte die Wange der Tochter. und über ihrer Gertrud fagte nichts. Aber ihre Augen leuchteten, das Mein liebes Kind 1" sagte sie mit zitternder Stimme. Frau von Brannenberg befam einen Anfall von Rührung ganzen Geſtalt lag ein tragen, Berechtigun man auch ben Ich Sei bu nur machen trgenom gut!" - Gua aber vermochte nichts lichen Zuneigung, die fie schon fast verscherzt glaubte, dann war ihrerseits alles rasch überwunden, Herzeleid und Trauer und sah Mißt sich dann neuerdings im Besitze der schwester schmerzte sie die Kränkung, daß ihr Liebling Ursache zu Tadel " Ich will es nie, nie wieder tun. zu vergessen, tagelang noch wohl verschärft bon Jahre, bas an ihn zehrte. gehörte, schwand bon wieder jenes Heimweh, wie sie es bereinst Eag Tinder. Wber auch bleine, ber eigentlich thr ganzes Leben zu Tag mehr es war den Erfahrungen, der designon, nur späterer zu der einsamen Schwester thres Lebens war schnen Augen blickten Die Liebe zu ben Rudern, schien sie allein noch zu halten; die einst so strahlenden milde, die Sple Rt. 177 baltion f für Entha Fräulein Bertrub," xlef ex Telbenschaftlich, Strafe, die Sie mir auferlegen, will ich freudig ertragen, nur eine nicht!" und welche wäre das?"" Nicht in Ihrer Nähe weilen zu dürfen."" Das möchte ich auch nicht." Er ergriff freudig ihre Hände." Wirklich, Fräulein Gertrud? Könnten Sie mir greulichem Kerl ein wenig gut sein?" Nein, bloß ein wenig gut sein fann ich diesem greulichen Kert nicht." Mehr fonnte sie ihm nicht sagen. Aber ihre ausdrucksvollen dunklen Augen sprachen tausendmal mehr und ver tündeten ihm ein goldenes Glüd. ,, Also lieb haben, Hleb haben, nicht wahr?" rief er außer sich vor Freude. Gertrud, meine Gertrud!" Er hatte ihre Hände losgelassen und umarmte fie stürmisch, und in seligem Rausch, in dem ihnen für einen Augenblick die Sinne schwanden, fanden sich ihre Lippen. Der lachende Lenz stand draußen am Fenster und schaute vergnügt hinein und nickte befriedigt, als er die für irdische Augen unsichtbaren Blüten der Liebe sah, die ihre Herzen trieben. Sie sprachen kein Wort. Nur unverständliche Laute stießen sie ab und zu hervor und wurden nicht müde, sich zu füssen. So überhörten sie ganz, daß schon mehreremale an die Tür geflopft worden war. auf den Mund. " Frau von Brannenberg bekam e und streichelte die Wange der Tocht. Mein liebes Kind!" sagte sie Gertrud sagte nichts. Aber ih Gesicht strahlte, und über ihrer Schimmer unfagbaren Glücks. Eine Schwe Familienbild von Phili Keine Nachzahlung! Prospekt ,, U ,,. SCHMIEDE DEIN GLÜCK Spielgesellschaft Gruppe A Beteiligung an 15 halbe Nummern. 3 Mark monatlich. 2000 En de. Klassen- Lotterie. Kgl. Preussische Mark: 500,000, 300,000, 200,000 etc. ev. wiede Er umarmte Gertrud und brite M. 800000 Nächste Ziehung 10. u. 11. August. Sofortige Anmeldung zu empfehlen. Beteiligung mit 15, 30 oder 60 halben Nummern während eines Jahres, sodass die Gewinnchancen 15, 30 bis 60 mal grösser sind als beim Spielen einzelner Nummern, Beteiligung Spielgesellschaft Gruppe B an 30 halbe Nummern. 5% Mark monatlich. Spielgesellschaft Gruppe C Beteiligung an 60 halbe Nummern. 10 Mark monatlich. Nach Entrichtung des ganzen oder des ersten Monats- Beitrages erhält jeder Teilnehmer rechtzeitig den Gewinnauszahlung sofort in bar nach Beendigung der Lotterien, zum hundertsten Anteile, unter Anrechnung der ev. noch schuldigen Beiträge und 90 Pfg. per Mitglied und per Treffer für Porto, Spesen und Listen. Mitgliedsschein und das Verzeichnis mit den 15, 30 oder 60 verschiedenen Nummern. Fast jede 2te Nummer wird gezogen. Nach Berechnungen Sachverständiger soll auf ca. jede 15te Nummer ein grösserer Treffer fallen, sodass durch Beteiligung an unseren Spielgesellschaften ein Risiko beinahe ausgeschlossen ist da dieselbe 15 bis 60 mal grössere Gewinnchancen bietet. Kein Lotterie- Spiel bietet gleich grosse Gewinnchancen. Während bei Beteiligung mit einzelner Nummer meistens der ganze Einsatz verloren geht, erzielt fast jeder Teilnehmer unserer Spielgesellschaften mehrere Treffer, wodurch die Aussicht auf einen Hauptpreis bedeutend erhöht wird. Mk. 100,000 60,000 etc. und die Prämie von Mk. 300,000 auf unsere Nummern gefallen und haben wir die betr. Gewinnanteile den Spielern prompt in barem Gelde ausbezahlt, worüber Beweise auf Wunsch In vorigen Lotterien sind Haupttreffer von Mk. 150,000 zur Verfügung stehen. Rheinischer Spiel- Verein der Firma F. Hayen& Co., Arnheim a. Rhein. ләр Nachzahlung für gewesene Ziehungen Für nur 3 Mark schon Anteil mit 15 halben Nummern ohne Jeder Teilnehmer kann sich ev. auch mehrere Anteile sichern. Beitritt zu jeder Zeit ohne Nachzahlung! Die Stad gemeinfchaften Bentaufenden mehr eine Art ber verfchiede meift Gasanita beteiligen Fich Canalifationem macht fid über noch immer an in den Stadt fidh an gemein night Meinen Städter gedeuteten Rich Solche Be recht gute Ginn fets größere A nahmen nicht Anleihen aufge leiben ist aber Seit außerorden den städtisc bisherigen Rine wohlhabende S auf ibre Aussch Daß mit den getreten wurde reichten Städte Anleihe 1 bon Barifer Bant a benen verhandel haben auch verf fuß bestanden. zu der Frage der einer Seite anai. waltungen name ujammenschließ fammenschluß au reichen. Go wenig fönnte mirtichaftlichen tricht werden. ber wirfte bei der dag infolge d Raatlichen Bapi Gebieten ge Pinen erweitert. Dai wurden Indu Industrie abwi in Betracht, de fo ficher fundie wieder ein leid aus Staatspap anus Sta Bertrauen ente Lann die ungi Anleihen zu ei Deutschen Indu Bum neu Finanzminister Brovinzialsteuer gebeten wird, deren Verwend oder für die v berboten iit, n dürfen, nicht en gejeglichen Ern Zur Ve mitgeteilt, daß fraibaren Han reits jejtsteht, S Da öffnete sich die Tür, und Frau Ulbach trat ein. Mit einem Blick hatte sie die Lage überschaut; aber ihr blieb keine Zeit, etwas zu sagen. Denn Harry sprang auf sie zu, umarmte sie lebhaft und begann fie ebenfalls zu füssen. Sie machte sich frei und drohte ihm lachend. " Junge! Was ist in dich gefahren?" " O," rief er, Rudermama, Goldmama, ich bin ja so glücklich! Die ganze Welt möcht' ich umarmen. Kommt nur, kommt! Wir müssen schnell zur Familie. Alle sollen mein Glück erfahren." Er reichte jeder der beiden Damen eine Hand, zog sie Jubelnd vorwärts und eilte mit ihnen nach dem Familienzimmer, wo er wie zum Sturmangriff hineinplatte. " Pscht!" gebot Brannenberg. Bitte um etwas Ruhe! Bin gerade dabet, mir eine feine Opferfombination zurechtzulegen, um meinen Herrn Gegner aufs Haupt zu schlagen und seinen König matt zu setzen. Muß man denn nach amerikanischer Manier immer solchen Lärm machen, wenn man vergnügt ist?" Harry bekam einen einen Schreck, aber die beiden Frauen sahen ihn ermutigend an, und Frau Martha sagte: " ,, Nun hören Sie, meine Herrschaften, was ich soeben erlebt habe! Ich ging doch zu Fräulein Gertrud, um ihr vorzuhalten, daß sie nicht zu fleißig arbeiten solle. Wir praktischen Amerikaner pflegen nämlich zu sagen: Alzu lange Arbeitszeit ist unrentabel, weil sie der Gilte des Hervorgebrachten schadet. Als ich aber eintrete und ihr diese Weisheit mitteilen will, was meinen Sie, was sie tut? Garnichts!" " Falsch!" rief Harry.„ Ich protestiere. Sie hat ganz gewiß etwas sehr Wichtiges getan. Damit Sie das verstehen, muß ich aber vorher auch etwas sehr Wichtiges tun." Er ergriff Frau von Brannenbergs Hand, die sie ihm gern reichte, und eitte mit ihr zu Brannenberg. Dabei stieß er an den Spieltisch, daß die Figuren um. fielen und auf den Fußboden rollten. Wetter noch einmal!" schimpfte der alte Herr. Jetzt war ich gerade dabei, einen Meisterzug zu machen, und nun muß uns das passieren!" " Schadet nicht, schadet nicht!" rief Harry. Hier ist jetzt Besseres zu tun. Mein lieber Herr Kommerzienrat, Sie müssen mir auch im Namen Ihrer werten Frau Gemahlin antworten, ich frage, ich bitte Sie: Wollen Sie mich ale Ihren Sohn annehmen?" Der Gefragte schaute ihn überrascht an. Er vergaß, die Pfeife in Brand zu halten. Gertrud war zu Harry getreten und schmiegte sich an ihn. " Ja, was denn? Wie denn? Ich freue mich ja wirklich Herr Ülbach-" " Hurra!" unterbrach ihn Harry in seiner alten burschi fosen Art. Jetzt geht eine Mama von mir und ich gewinne einen Vater und eine Mutter. Es soll ein Leben wie i Himmel werden, gelt, Gertrud? Und Hochzeit und Ver lobung wird zusammen gefeiert.“ Sie war faum drei Jahre frühe. als das so sehnlich erwartete Schwe das größte und schönste Wunder ihres Vom ersten Tage schon nahm sie nahezu mütterlicher Sorgfalt an, ni Wiege in langsam schaufelnde Beweg Hand die Zußel" oder„ Schnuller fleine Schreimäülchen beruhigt und in ja, es war unverkennbar, daß sie he schuldvollster Eifersucht empfand, als ins Haus fam, welche das Kind" derben Arme nahm und wenig nach des älteren Fraßen" fragte. Es hatte wohl überhaupt bisher und folgsameres Töchterchen als Ella Klein- Mizi ihren Einzug in die halten, verdoppelte sich noch die Artig sie doch dem Schwesterchen ein gutes Ein reizenderer Anblick ließ sich beiden Kinder in all' den Phasen der wickelnden Zärtlichkeit. Ella, ihr dicke Kampf gegen den Truthahn drunten i Jäckchen der Kleinen durchaus nich hinter dem Rücken der Mama ein wollte. Ella als Fürsprecherin für filbernen Schale geschnipft. Ella, wie mit der Miene ihrer erzürnten Gouv verantwortliche Nachlässigkeit vorwarf, des Stundenplanes an den Tag zu le lich, die findliche Pflichttreue und Gew nehmens halber ausgeschlossen worder eines Mittags beim Nachtisch, von de bei Unterschlagung und Hehlerei zu natürlich ver Zeugen, ertappt, indem fleidchens unleugbare Spuren von he borgenen eingefottenen Kirschen in na dunkelroten Punkten aufwies und zur Klein- Mietzchen hingegen ließ sich um den Finger wickeln; fie folgte n aufs Wort wie der mit rührendem Re haben", das war maßgebend für den k geliebten Schwester. Elli hat's gesa nicht gerade geneigt war, alles von nehmen. Nichts konnte die Kleine me lockigen Blondkopf höher in stolzem erreichender Verdienste tragen machen uns ein„ awrungsvolles Lob" von Ellas Lippen. Sie fragte weniger nach der Zus friedenheit ihrer Gouvernante. Diese ließ sich leicht durch eine Schmeichelei und Liebkosung versöhnen und zu guten Noten im Zeugnis bestimmen, Ella aber war unbestechlich und verschmähte sogar den süßen Kuß vom Schwestermund, wenn sie Ursache zu haben glaubte, der Jüngeren zu zürnen. * z qiz so[ spuese ѕр рим өрмеле Das waren dann Stunden unsäglichen Jammers für diese, die sich nur im Sonnenschein und im Frieden mit Ella und der ganzen, großen, weiten Welt glücklich zu fühlen vermochte. Erst versuchte Mizi es mit halblaut gemurmelten Worten leichtverständlichen Entgegenkommens, wenn Ella da. tegen scheinbar falt blieb, mit direkter Abbitte, dann mit Tränen und demütiger Unterwerfung. " Du brauchst nicht zu weinen" sagte Ella zuleßt, immer och fühl und gemessen. Du sollst dich garnicht erst so weit ergessen, Anlaß zu geben, daß Papa und Mama oder das raulein unzufrieden mit dir find ich kann es nicht er - Die heitere, lebensfrohe Mizi von einst wurde Mutter von einer ganzen Schaar höchst verschieden gearteter Kinder, die sie im wahren Sinne des Wortes an ihrem Herzen groß zog. Schwere Sorgen aber bleichten vor der Zeit ihr Haar, der Gatte, Jahre hindurch fränfelnd, starb, sie wäre ganz allein gestanden im Kreise ihrer Kleinen und mannigfacher Pflichten, hätte nicht Tante Ella sie gestützt und mit fester Hand in die Zügel der Erziehung gegriffen. Darüber war den Schwestern die Jugend vergangen, fie fragten sich oft selber staunend: wo diese eigentlich geblieben sei? Ella dachte nicht daran, sich zu vermählen; wo hätte sie denn Zeit gefunden, außer Neffen und Nichten, eigene Häuslichkeit, persönliches Glück zu pflegen! Sie wollte nichts von der Welt wissen- die Familie der Schwester war ihre Welt, jede andere mied sie gein. Die Eltern lebten längst nicht mehr; von allem we teuer, war nur Misi geblieben und die von dieser gebo .) r en ··· des Glockenmetalls dienenden Ofen hineingeworfen, aber unter besonderen Vorsichtsmaßregeln, damit die Münzen durch die Stäbe des Rost's in den Aschenraum hinunterfielen, von wo sie nachher wieder unbeschädigt aufgelesen werden konnten. Eine Glocke wird möglichst genau in die Form gegossen, die mehr erfordert außer der Politur. Diese geschicht auf einer fie erhalten soll, so daß sie nachher feine weitere Bearbeitung gewöhnlichen Drehbant. Zuweilen, wenn es sich da um handelt einen Sazz Gloden von genau bestimmter Tonhöhe zu schaffen, ist es außerdem notwendig, den Rand der Mündung in gewissem Grade zuzuschärfen, was meist in Zusammen hang mit der Politur geschicht. Fast überall wird die Glocenspeise in Luft- oder Flammenöfen geschmolzen, also Defen, die eine Feuerung an einem und einen Schornstein, die am andern Ende besigen und dazwischen eine Kammer, zur Aufnahme der Tiegel mit Glockenmeta bestimmt ist. Ueber der Schmelzkammer befindet sich noch ein Bogen, der die Hiße auf den Durchgang von der Feuerung zum Schornstein zurückwirft. Wenn man sich einen solchen அ