Nr. 254. Rebattion u. Haunterbebition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechenschluß Nr. 362. Montag, pen 29. Oftober 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). 6. Neuelle Nachrichten ( Gießener TageBaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhoffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachamgen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Das neueste. * Das Groß. Ministerium äußert sich endlich in der „ Darmst. 8tg." über seine Gründe fü die Bestätigung Eißnerts. Es widerlegt darin auch die Ansicht, daß eine Minifterstimme majorisiert worden sei. Das Befinden des Landwirtschaftsministers Podbielski hat sich erheblich verschlimmert. Die Deutsche Kolonialgesellschaft hält ihre nächstjährige General Bersammlung in Worms ab. Bern, 28. Ott. Die zweite Haager Friedenskonferenz soll in der ersten Hälfte nächsten Jahres tagen. Anläßlich der Antritte vorlesung des Prof. Vorgeß an der Berliner Universität in Gegenwart des Kaisers tam es zu lebhaften deutsch- amerikanischen Freundschafts- Rundgebungen. Im Brozeß Biewald gegen die Stadtgemeinde Breslau erkannte das Landgericht die Ansprüche Biewalds als im Prinzip berechtigt an. Der Köpenider Stassenräuber gab eine ausführliche Schilderung seines Raubzuges. In Petersburg wurde Samstag Mittag bei der Wosnesensti- Brücke gegen einen staatlichen Geldtransport ein Ueberfall ausgeführt. Die ganze Summe betrug rund 600 000 Rubel. Viele Personen wurden durch Bomben und Schüsse getötet oder verwundet. 8wischen Amerika und Japan ist eine ernstliche Berstimmung eingetreten. Der Held von Köpenick. Jm Moabiter Untersuchungsgefängnis ruht Köpenids Heldengestalt, der Schuster Wilhelm Voigt, nunmehr von seinem letzten Streiche aus. Er wird auch nicht so schnell in die Lage kommen, etwas ähnliches auszuhecken. Das ist eigentlich schade, denn bei der Ansicht Boigts, daß man mit Soldaten alles machen könne, durfte man auf seine weiteren Heldentaten gespannt sein. Onkel Wilhelm. Wenn man das Vorleben des Verbrechers betrachtet, soweit er nicht hinter Gefängnismanern saß, kommt man immer mehr zu der Ueberzeugung, daß Voigt als Schuster eine ehrliche Zukunft gehabt hätte, wenn ihn nicht seine Vergangenheit immer wieder in den Sumpf gezogen hätte. Bei allen Mietern des Hauses Langestraße, in dem er berhaftet wurde, hatte er sich schnell beliebt gemacht und seine stete Hilfsbereitschaft, sowie seine Barttracht trugen ihm den Namen" Onkel Wilhelm" ein. Voigt als zeigte fich durchaus wie gemütvoller Mensch, folgende Episode beweist. Bei seinem Wirt wohnte u. a. ein junges Mädchen, das schwer trant an Schwindfucht daniederlag und keinen Menschen auf der Welt hatte, der sich seiner angenommen hätte. In die Pflege dieser armen Kranten teilte fich Voigt mit seinen Wirtsleuten. Als schließlich der Tod sie von den Qualen erlöste, war es Voigt, der ihr die Augen zudrückte und nach den Worten: Nun hat sie es glücklich überstanden und ist wohl dahin" mit gefalteten Händen der Verstorbenen ein stilles Gebet weihte. Dann ließ er es sich nicht nehmen und hielt mit einem jungen Nachbar die Totenwache. Am Sonntag darauf ging er noch zur Beerdigung mit. Und dieser Mensch mit dem kindlichen Gemüt war ein alter Zuchthäusler! Der Phantasiesoldat. Voigt hat bekanntlich nie gedient, aber er liebte es, von seiner Militärzeit" zu erzählen und bewies dadurch, daß er eine ungeheuer leichte Auffassungsgabe hat. Er spielte sich als alter Soldat" auf, behauptete, es bis zum Sergeanten gebracht und sogar den Feldzug 1870/71 mitgemacht zu haben. Er habe die Absicht gehabt, Zahlmeister zu werden, sei aber davon abgekommen. Soldat war er nur in der Phantasie. Und doch hat dieser Kunde es fertig gebracht, nicht nur den Offizieren die nötigen Kommandos abzulauschen, die er zu seinem Feldzuge brauchte, sondern auch ihr Benehmen, ihre Haltung usw. zu studieren. Er ist, wie er selbst sagt, vers schiedenen Offizieren begegnet, hat sich mit ihnen begrüßt und ist feinem aufgefallen, ein Beweis, wie gut er seine Rolle gelernt hat. Schade um dieses irregeleitete Menschenleben! Rechenexempel. Das Geld, das Voigt aus Köpenid mitgenommen hatte, ist wiedergefunden worden, sogar mehr, als er geraubt hat, und dieses Rechenexempel erhöht noch die komische Wirkung der Affäre. Außer den zuerst gefundenen 3700 Mark hat man nämlich noch 388 Mart beschlagnahmt, wovon 88 Mark Voigts Ersparnisse find. Es ist also nicht recht klar, wovon der Verbrecher die Spesen des Feldzuges gedeckt und den Sibilanzug bezahlt hat, da der mitgenommene Kassenbestand nur 4002 Mark betrug. Erkläre mir, Graf Derindur!" Ein anderes Rechenerempel, das augenblicklich die Juristen be= schäftigt, ist, wieviel Jahre der Hauptmann" für seine letzte Zat befommen wird. Dem Verbrecher fallen diesmal zur Last: Führung eines falschen Namens und Titelanmaßung, unberechtigte Tragung einer Uniform, Betrug, Raub und Ervreffuna. Freiheitsberaubuna und Urkundenfälschung. Doch dürfte der Staatsanwalt die stattliche Gruppe dieser Ver brechen und Vergehen wohl noch durch Anführung einiger neuer Straftaten erweitern. Voigt hat zuletzt 15 Jahre Zuchthaus das höchste zeitliche Strafmaß verbüßt. Die neue Strafe dürfte daher nicht viel geringer ausfallen, da er nach§ 250 und 255 des deutschen Strafgesetzbuches für den Raub und die Erpressung schon mindestens 5 Jahre Zuchthaus verwirkt hat. Und wenn die Zuchthausmauern sich hinter dem Verurteilten geschlossen haben werden, wird auch das Interesse des Publikums an dem Verbrecher, über dessen Taten und Verhaftung sich sogar der Kaiser besonderen Bericht erstatten ließ, erfalten. Den Verbrecher trifft die gesetzliche Strafe; ob sie ihn bessern wird, ist ein Rechenexempel, das fein Mensch lösen fann. Voigts Verteidiger. Eine Verwandte des Hauptmanns" hat den Rechtsanwalt Dr. Schwindt mit der Verteidigung des Berhafteten beauftragt. Dieser wird dem Beschuldigten im Laufe der nächsten Woche den ersten Besuch abstatten. Seine Ausfichten" hält Voigt für nicht sehr günstig. Er fürchtet, daß das Gericht ihn strenger herannehmen werde als jeden anderen. Dagegen meint er, fomme es ihm wieder zugute, daß von dem schwersten Verbrechen keine Rede sein fönne. Voigt meint, es liege weder Raub noch Urkundenfälschung vor; er glaubt mit vier Jahren davonzukommen. Politifche Rundschau Deutfches Reich. Der Ertrag der neuen Verbrauchssteuern ist bis zum 1. Oktober hinter den Erwartungen der Regierung zurückgeblieben. Es sind erzielt worden an Zigarettensteuer 4835 108 Mart, Frachturkundensteuer 4217 190 Mart, Personenfahrkarten 1771 346 Mart, Steuerfarten für Krafts fahrzeuge 960 700 Mart, Steuer für Vergütungen an Aufsichtsratsmitglieder 114 115 Mart, Erbschaftssteuer 26 943 Mark. * In der Schlußsizung des Vorstandes der deutschen Kolonialgesellschaft zu Leipzig wurde als Ort der nächsten Borstandssigung und der Generalversammlung Worms ge wählt, als Zeit der Zusammenkunft wurde der Mittwoch nach Pfingsten bestimmt. * Der aufsehenerregende Prozeß gegen die Michelsdorfer Fürsorge- Zöglinge, der mit der Verurteilung eines 3öglings zum Tode endete, hat anscheinend Maßregeln der oberen BeHörden hervorgerufen. In den ländlichen Bezirken war es bisher allgemein üblich, daß die Rettungshäuser Böglinge, Sie sich gebessert hatten, an Landwirte zur Pflege abgaben. Das scheint nun fortan nicht mehr gestattet zu sein. Das Rettungshaus zu Michelsdorf in Schlesien hatte zahlreiche feiner Böglinge bet Bauerngutsbesizern in Pflege gegeben. Jezt sind den Befizern die Zöglinge, welche Land- und Hofarbeit verrichteten, wieder entzogen worden und zwar auf Grund einer höheren Verfügung, da angeblich diese Arbeit zu schwer für die Zöglinge sei. Ob diese Verfügung allgemein für die Rettungshäuser erlassen wurde, ist nicht bekannt. Rufeland. ** Allmählich scheint eine Beruhigung des Landes einzutreten. Die Revolution ist durch die strengen Maßnahmen der Behörden geschwächt und wagt nur noch einzelne Schläge. Es liegen folgende Meldungen vor: Wilna, 26. Oktober. Die Sicherheitspolizei verhaftete in der letzten Nacht 26 der Kampfliga angehörige Sozialisten, Revolutionäre und Anarchisten und beschlagnahmte deren Waffen und Briefschaften. Petersburg, 27. Oftober. Heute vormittag wurde im Zentrum der Stadt in der Nähe der Wosnesensti- Brücke auf einen geschlossenen Wagen mit Geldsummen der Goubernementsrentei ein Bombenattentat ausgeführt. Zwei Gendarmen, eine Passantin und die Pferde wurden verwundet. Der Wagen enthielt 600 000 Rubel, den Räubern fielen jedoch nur 3 Pakete mit einem Betrage von 386 000 Rubeln in die Hände. Der Uebeltäter entfam. Einer der Helfershelfer des Attentatsurhebers wurde ge= tötet, ein anderer verwundet und festgenommen, die genaue Zahl der Verlegten konnte noch nicht festgestellt werden. Tula, 27. Oktober. Die Adelsversammlung der Provinz beschloß ihr Mitglied, den ehemaligen Präsidenten der Duma Muromzew, von der Teilnahme an den Wahlen und anderen Aften der Adelsversammlung auszuschließen, weil er durch unterzeichnung des Wiborger Manifestes eine unehrenhafte Handlung begangen habe. Oefterreich- Ungarn. ** Am 27. Oktober fand die feierliche Ueberführung der Gebeine Rakoczys von Konstanza nach Budapest statt. Der Sonderzug mit den Särgen, enthaltend die Gebeine Franz Rakoczys und seiner Erilgenossen, seiner Mutter Ilona Zrimi, seines Sohnes Josef und Emerich Thökölys wurde in Orsova von der für die Feierlichkeiten gebildeten großen Landesfommission übernommen. Ministerpräsident Weferle gab in einer Ansprache der tiefen Rührung darüber Ausdruck, daß die Nationalhelden wieder der Erde des Vaterlandes übergeben werden können. Nach Einsegnung der Särge und Niederlegung von Kränzen durch zahlreiche aus ganz Ungarn eingetroffene Abordnungen fuhr der Zug nach Budapest weiter. Amerika. ** Zwischen den Vereinigten Staaten und Japan ist ein Konflikt ausgebrochen. In San Francisko find die Kinder der dort ansässigen Japaner aus den öffentlichen Schulen ausgeschlossen, also gleich denen der Chinesen als Sprößlinge einer inferioren Rasse bingestellt worden. Die japanische Regierung hat dagegen entschiedenen Protest erhoben. Das imerikanische Staatsdepartement versprach, die Behörden von San Francisto auf die Sachlage aufmerksam zu machen, fügte aber die Aufforderung an Japan bei, die Robbenfänger zu bestrafen, die widerrechtlich auf amerikanischem Gebiet in Alaska jagten. Man erwartet friedliche Beilegung der Mißhelligkeiten. Afrika. ** Die neuerdings durch mancherlei Unruhen wieder in Fluß gekommene marokkanische Frage ruft lebhafte Beingstigung in Frankreich hervor. Der Generalgouverneur Jonnart in Algier hielt eine Rede, in welcher er auf die in rinzelnen Gegenden Algeriens ausgebrochene Gährung hinwies. Er sagte unter anderem: Es steht außer Zweifel, daß besonders die Ereignisse, welche sich in Marokko seit 18 Monaten abspielten, in der islamitischen Welt eine gewisse Erregung hervorgerufen haben, welche uns zwingt, Vorlehrungen zu treffen. In Aegypten verstärken die Engländer thre Besatzung. Algerin liegt in nächster Nähe des anarchischen perdes von Marokko, wo eine sehr eifrige franzosenfeindliche Propaganda entfaltet wird. Wir werden uns von den Ereignissen nicht überraschen lassen. Die marokkanische Frage bar niemals afuter als jetzt. In Paris geht das Gerücht, baß die Regierung Kriegsschiffe nach Marokko senden will. - Dof und Gefellschaft. Der Reichstanzler Fürst v. Bülow wird in nächster Zeit zu einem mehrtägigen Jagdbesuche bei seinem Verwandten, dem Freiherrn v. Rücker- Jenisch, auf dessen Gut Blumendorf bei Oldesloe, eintreffen. Mit ihrer Tochter Monika Pia ist die Gräfin Montignoso nach Italien abgereist. Der König von Sachsen gab der Gräfin das Versprechen, daß fie ihre Kinder jährlich im April und Oktober sehen dürfe. Beim Abschiede sagte die Gräfin zu ihren Kindern, fie möchten dem Papa bielen Dank von ihr sagen für die unendlich große Freude die er ihr durch das Wiedersehen mit ihnen bereitet habe. Der russische Minister des Aeußern Js to 13 TY ift von Paris in Berlin eingetroffen und wird vom Kaisei empfangen. Bor seiner Abreise in Paris erhielt er das Groß kreuz der Ehrenlegion. Soziales Leben. Eine Anzahl X Lohnbewegung im Ruhrkohlengebiet. Bechen haben mit den Arbeiter- Ausschüssen wegen der Lohnfrage Fühlung genommen. Die Versammlung der Siebenera tommission und der Verbände beschloß eine Resolution, in welcher das Bedauern darüber ausgedrückt wird, daß durch die Haltung des preußischen Handelsministers in der Angelegenheit des bekannten Artikels der Norddeutschen Allgemeinen Beitung die Spannung, die zurzeit zwischen der Bergarbeiterschaft und den Bergherren vorhanden ist, mur noch verschärft werde. In einer Eingabe an die Oberbergämter und das Handelsministerium soll auch die Aufhebung der Sperre verlangt werden. X Streifunruhen in Budapest. Der Ausstand der Angestellten der Straßenbahn hat auch Arbeiter anderer Berufe zur Arbeitsniederlegung veranlaßt. Es werden ca. 30 000 Feiernde gezählt. Mehrfach tam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, bei denen es Verletzte auf beiden Seiten gab. Aberglaube oder? Der Fall Frida Wagner in ärztlicher Beleuchtung. Bon Dr. med. Th. Zlocifti- Berlin. Seit einigen Tagen ist das Interesse weitester Volksfreise, soweit es nicht durch den höheren Bierult des Köpenicker Hauptmanns erschöpft ist, auf die mysteriöse Entführung der 12jährigen Berliner Schülerin Frida Wagner gerichtet. Tatbestand: Das Mädchen, das wegen einer Rückgratverkrümmung einen orthopädischen Turnturs mitnimmt, wird beim VerLassen des Turnsaals auf der Straße von einer Dame, die fich Eleonore von Sassen nennt und Opernsängerin zu sein behauptet, angesprochen. Am nächsten Tage erscheint die Dame bei der Mutter dieses Kindes, schwärmt ihr von der Schönheit der Stimme Fridas vor und bittet um die Erlaubnis, das Mädchen zu einer Opernsängerin ausbilden zu dürfen. Die Mutter, die sich diesen Vorschlag überlegen will, nennt der Dame die Schule, in der sich das Kind gerade aufhält. Sofort geht die Dame in die Schule, spricht mit dem Reftor und dem Gesanglehrer über die Begabung Kindes und nimmt δας Kind noch während der Schulzeit mit fich, unter der Begründung, sie sei ihre Tante und halte sich nur einen Tag in Berlin auf. Sie fahren dann eine Strecke und gehen dann ein Stück bis zu des 33. ie ir st er en ng BESTE n. in der Nacht. fie anderweit, ste ฮั น bumm Hier tat durchaus Frauen= hand not. für folgen fubtilen Dienft. also über die Jahre der Torheit hinaus, unb bie würde es im Klofter noch am erften zu entbehren, war über die vierzig, auf die man fich so gut verlassen tann, die Ursel. Die war Ja die! Das alte Mädchen mit den hellen, grauen Augen, Kloftermagd, die zu jedem Dienste willig und anstellig war. Armbruster ja schon einmal gedacht hatte, die alte, ehrliche Da fiel ihr wieber bie Ursula ein, fan die ste bet Schliefen auch in der Nacht ein, und der Jobst Die Männer brauchte geschichtet, nicht Gewässer. Da der Jäger fich von dem te der rennen zu dienen gegen ben Geröl gesäubert, bamit sie Hinftig fönne. Die gesammelten mochte, so wurde der Bau ziemlich in der selbst zur Linken und die Grotte im Rücken hatte. Armbrusters Wunsch wurde die dichtung Wiese und Garten nach Osten, sobaß der Bewohner den Bach hinabsah, ihn bicht am Bache unterhalb der Grotte aufgeführt, die Front um dem Hause als widerstandsfähige Grundlage etron wieder ausbrechenden Born der möglichst von allem Auf bienen Steine wurden als Mafforgefahr auf her Vera Augebauen. Raum Bretterwand war raum fie voneinander trennte. in zwei Schlafkammern abgeteilt dret Hausräume tragen im Verein mit zivet anderen. Durch eine und so dicht nebeneinander, daß nur ein guter 8oll Zwischen Verschwinden gebracht werden. In der Mitte der Küchenrückwand standen zwei schwere, lattenartige Balten sentrecht der Wand, in der ste standen, Halt und halfen die Decke aller wand aber fonnte je nach Wunsch zur Existenz oder zum von der hinteren Hälfte des Hauses getrennt, bie burch Diese beiden Ständer gaben sollte. Diese Scheidebleser allgemeine eine von vorn nach hinten durch erden Scheibewand wieder erhob fich jah, ba te thre Fassung filrchtete und auch nicht wußte, ole fie fesea berlieren unterbrechen sollte. stand aua wenn er so innig und doch ritterlich bescheiden der Baron seltsame, gelehnt. es ihr, Ruhe ber äußeren Fort. Ich habe Sie zu ertötende Schweigen Sie wußte, was er ihr war und fie sein Werben fat pöttises ab zu ihrem Herzen spräche wie einstmals, da fie noch nicht Etwas wie Suversicht überkam te baarit und legt, da sich ihre Blide begegneten, schien Die mir gebeten, err Rittinetfter, a einem Zahnarzt, wo dem Kinde zwei Zähne gezogen werden. Sich weitere drei Zähne ziehen zu lassen, weigert sich das Mädchen. Dann führt die Dame es auf einen Friedhof, wo fie ihr ein Grab mit der Aufschrift Hermann von Sassen" als das ihres Großvaters zeigt. Von dort gehen sie durch die Straßen bis vor ein Wäschegeschäft, wo dem Mädchen feine Leibwäsche gezeigt wird, wie sie sie einstmals tragen würde. Die ermüdete Kleine will nun nach Hause und vers abschiedet sich von der Dame. Ganz verwirrt und erschöpft tommt sie zu Hause an und erst am nächsten Tage berichtet fie mit großer Zungenfertigkeit von ihrem Erlebnis. Für die ärztliche Wertung des Vorfalles muß noch in Betracht gezogen werden, duß die Umfrage der Polizei bei allen Bahnärzten und Dentisten ohne Erfolg bleibt und daß ein Schuhmachermeister Boas, dessen Firmenschild das Kind vom Hause des Zahnarztes aus gesehen haben will, nicht zu er mitteln ist. Mystische Vorstellungen: Daß Was wollte die Dame mit dem Kind? Sicher ist nur eines: daß ihre Hartnäckigkeit in der Verfolgung des Blanes nichts zu tun hat mit den Absichten, die die übrigens nur 18 Jahre alte Dame vorgegeben hat. Auf eine rein ver. brecherische Entführung und die Ausnügung des Kindes für berbrecherische Zwede scheint es nach allem nicht abgesehen zu sein. Näher liegt, daß hier mystischer Aberglaube sein Wesen treibt. Die Erforschung des Aberglaubens steht ja heute noch in den Anfängen, und die verschlungenen und dunklen Wege, auf denen sich diese seltsam schiuernde Phantastil ergeht, sind noch nicht alle aufgespürt. es sich hier um dunkle Vorstellungen handelt, dafür tönnte sprechen, daß die Entführerin das Kind vor ein Grab gestellt hat. Wer weiß, ob nicht die Seele eines Abgeschiedenen beschworen werden und ihr wichtige Geheimnisse entlockt werden sollten? Vielleicht sollte seine Fürsprache im Himmel für ein großes Wert, für ein neues Beginnen erfleht merden. Vielleicht aber sollte die Seele Heilung von schwerem Leid bringen. Die zwangsweise dem Mädchen entfernten Zähne find vielleicht als ein Totenopfer zu betrachten. Und es ist nicht ausgeschlossen, daß Vorstellungen, wie sie der Sage vom armen Heinrich zugrunde liegen, auch hier mitwirken, daß etwa die Zähne eines unschuldigen Mädchens, wie dort das Blut, Heilung spenden. Möglicherweise werden sie zerrieben und gegessen. Perverse Antriebe: Nicht von der Hand zu weisen ist auch die Erklärung, daß bei diesem Vorgange sexuelle Verkehrtheiten ihr Opfer fuchten, wobei festzuhalten ist, daß diese seelischen Abarten oft mit abergläubischen Antrieben durchwirkt sind. Einen ge= wissen Anhaltspunkt für diese Deutung bietet die besonders eingehende Betrachtung der feinen Leibwäsche in der Auslage eines Geschäftes. Man muß hier an den Fetischismus denken und es ist nicht ausgeschlossen, daß das Ziehen der Zähne gewisse Empfindungen auslöst. Man denke an den Fall des Lehrers Dippold. Obwohl der Schmerz, der bei solch Entarteten gewisse Gefühle auslöst, in diesem Falle durch das Unempfindlichmachen des Zahnfleisches unwirksam blieb. Dieses Moment gibt der ersten Diagnose mystischen Aberglaubens noch mehr Wahrscheinlichkeit. Hysterie im Kindesalter: Allein diese Betrachtung wäre immer nur halb, wenn man dabei das Seelenleben des Kindes ganz außer acht ließe. Gerade bei Mädchen in den Entwicklungsjahren werden oftmals seelische Erkrankungen beobachtet, die man als eine phantastische Verlogenheit bezeichnen fann: Verlogenheit, nicht im Sinne bewußten, flaren Lügens, sondern in dem pathologischen Sinne, daß sie gewisse dunkle Vorstellungen, halb verwischte Erinnerungsbilder aus Gelesenem und Gehörtem zu bunten Berichten zusammenfügen, in denen Wahres und Unwahres, Erlebtes und Erdachtes oft unlösbar durcheinander flutet. Noch streiten sich die Psychiater, ob es seelische Erkrankungen gibt, die sich ausschließlich in dieser phantastischen Verlogenheit zeigen. Anerkannte Forscher neigen zu der Ansicht, daß jene Verlogenheit nur ein Symptom jener unergründeten Krankheit voller unbegrenzter Möglichfeiten ist, die man als Hysterie bezeichnet. Und die Hysterie findet sich sehr häufig gerade bei Frauen und bei Mädchen in den Uebergangsjahren. Die tiefe Erschöpfung des Mädchens, ihre Verwirrtheit machen einen seelischen Affekt in hohem Grade wahrscheinlich und die große Zungenfertigkeit nach der Erholung beweist nur, daß sich die krankhaften Vorstellungsinhalte, wie so häufig, bereits fixiert haben. Schlußfolgerung: und zur Zeit desselben an schwerer Hysterie und moralischem Schwachsinn gelitten hat, die Persönlichkeit der Wilhelmine Wagner sich in einem anderen Lichte darstellen würde, als dies in der schwurgerichtlichen Hauptverhandlung der Fall gewesen ist. Dieser Umstand erscheint auch gegenüber den früher erhobenen Beweisen geeignet, eine eventuelle Freisprechung zu begründen. Darum ist, wie bei allen Kinderaussagen, auch hier Vore ficht und kritische Prüfung durchaus geboten. Natürlich reicht diese Ansicht nicht zur vollkommenen Deutung des Falles aus, weil hier gewisse reale, von mehreren Seiten zu kontrollierende Tatsachen vorliegen: die Besuche der Dame, das Fehlen der Zähne. Man fommt vielleicht der Wahrheit am nächsten, wenn man den Fall in dieser Weise analysiert: Eine Dame nähert sich einem Kinde, aus abergläubischen, sexuell- perversen, bielleicht verbrecherischen Motiven. Das Kind aber stellt die Borgänge vielleicht bewußt, wahrscheinlich aber in frankhafter, hysterischer Umdichtung dar. Der Giftmordprozeß Feusler. ( Dritter Tag.) § München, 27. Oftober. Die zu Beginn der heutigen Verhandlung vernommenen Beugen stellen der Wagner ein sehr schlechtes Zeugnis aus. Die Wagner foll dem Trunke stark ergeben gewesen sein, und stets und gern Unfrieden gestiftet haben; mit ihrer Wahrheitsliebe war es auch nicht weit her, auch wird sie von einer Beugin als eine rachsüchtige Person geschildert, der man alles zutrauen fönne. Von Interesse ist die Aussage des früheren Anstaltsdirektors des Weiberzuchthauses Würzburg, Schlegel, welcher befundet:" Es besteht die Gepflogenheit, bei der Einlieferung der Strafgefangenen, fie vorführen zu lassen, an fie einige Worte zu richten und ihnen ins Gewissen zu reden, daß sie einen Fehler begangen haben und sich nun bessern sollten. Diesen Versuch machte ich auch bei der Heusler. Schon bei der ersten Vorführung erklärte fie, daß fie wohl nicht lange im Zucht! use bleiben werde, da e3 ihr in Kürze gelingen würde, den Beweis für ihre Unschuld zu erbringen. Ich machte fie darauf aufmerksam, daß es nicht so rasch gehe, aber fie blieb bei ihren Unschuldsbeteuerungen. Die Unschuldsbeteuerungen nahmen aber nicht ab, sondern verstärkten sich, je länger fie in der Anstalt blieb. Sie ieb dabei, daß fie un schuldig sei. So erinnere ich mich noch ganz genau des Vorganges, als ich ihr vom Tode der Minna Wagner Mitteilung machte. Um Gotteswillen, rief fie aus, fie wird doch noch ein Geständnis abgelegt haben! Als ich das verneinte, brach fie in fich zusammen. Die Unschuldsbeteuerungen machte fie in gleicher Weise auch vor den Aufsehern und dem Anstalts. geistlichen. Im übrigen hat fie fich willig geführt, arbeitete fleißig und war bescheiden. Als ich ihr einmal nahe legte, Schritte zu ihrer Begnadigung zu tun, erklärte fie: Da müßte ich mich ja eines Verbrechens bezichtigen, das ich nicht getan habe. Lieber zehnmal tot, als das tun." Der im Anschluß hieran vernommene Anstaltsgeistliche Dr. Heine mann schildert die Angeklagte, die er während ihres ganzen Aufenthaltes in dem Zuchthause beobachtete, als eine durch aus wahrheitsliebende Person, an deren Unschuld zu zweifeln er nicht den geringsten Grund habe. Zu Beginn der heutigen dritten Sigung waren sämtliche zu der Verhandlung geladene Sachverständige erschienen, 15 an der Zahl, so daß der Sachverständigenraum einem fleinen psychiatrischen Kongresse gleicht. Unter den Sachs verständigen befindet sich auch der Münchener Gerichtsarzt Hans von Gudden, der Sohn des bei dem bayerischen Königsdrama ums Leben gefommenen Leibarztes Königs Ludwig II., Geheimrat Dr. v. Gudden. Da die Beweisaufnahme vorauss sichtlich erst am Montag zu Ende gehen wird, werden die Sachverständigen fast sämtlich wieder entlassen. Die ganze gestrige Verhandlung brachte nur eine interessante Aussage; es fand hierdurch die Frage der Angeklagten Heusler am Morgen nach der Vergiftungsaffäre:„ die Minna hat sich doch nicht etwa Salzsäure in den Kaffee getan" eine befriedigende Aufklärung. Die Angeklagte Heusler war von der Erkrankung der Minna Wagner schon an demselben Abend unterrichtet worden, an der Abendtafel. Die oben erwähnte Aeußerung, die in dem 1. Prozeß so ungeheure Sensation erregte, fällt nach dieser Aufklärung als völlig belanglos in fich zusammen. Ueber den Charakter der Minna Wagner ist nach der ersten Verhandlung so viel ungünstiges zutage getreten, daß man die Glaubwürdigkeit der ehemaligen Hauptbelastingszeugin starf anzweifeln muß. Wenn in der zweiten Verhandlung nachgewiesen werden kann, daß Wilhelmine Wagner schon vor dem fraalichen Vorfalle vom 20. Juli 1902 Nah und Fern. " † Der blinse Passagier". Mit dem Berliner Frühzuge traf in Ludwigsluft i. Mecklenburg ein 10jähriger Schultnabe aus Charlottenburg ein. Er hatte fich in Charlottenburg heimlich in ein Abteil geschlichen und dann die Fahrt, im Abort versteckt, nach Ludwigslust mitgemacht. Da er ohne Geldmittel und Fahrkarte war, wurde er in Schuzhaft ge nommen und seine Eltern telegraphisch benachrichtigt. Nach feiner Angabe wollte er sich nach einem Hafenplag begeben, um von dort aus die Fahrt über das große Wasser anzutreten. † Gescheiterter Bostdampfer. Auf der Fahrt von Marseille nach Algier ist bei der Insel Menorca der Postdampfer Isaac Pereire" gescheitert. Sämtliche Passagiere und die Mannschaft konnten gerettet werden. f † Ein Raubmord ist in Herford begangen worden. Aus der Werre wurde der 50 jährige Zimmermann Drokfeld mit neren Rüden- und Kopfverlegungen als Leiche gelandet. Ale Wertsachen fehlten. Der Tote ist der Untersuchung zufolge ermordet, beraubt und nach Unkenntlichmachung in den Fluß geworfen worden. Von dem Täter fehlt jede Spur. † Der gelbe Jack" auf Kuba. Die amerikanischen Beamten auf Kuba find eifrig mit der Beaufsichtigung des gelben Fiebers beschäftigt. Die Fälle sind auf einen meiten Raum verbreitet, die beiden ersten Fälle wurden im Sommer in der Stadt Havana wahrgenommen. Die Seuche nimmt gegenwärtig anscheinend rasch zu, obschon im allgemeinen eine Abnahme im Herbst einzutreten pflegt. + Ehetragödie. Der Doppelfelbstmord eines jungen Ehepaares in Rostock erregt dort großes Aufsehen. Der 30 jährige Kaufmann Thomsen und seine Ehefrau wurden in ihrer Wohnung erschossen aufgefunden. Thomsen war seit längerer Zeit in einem Rostocker Kaufhause tätig. Bede Eheleute stammten aus Schleswig- Holstein; der Vorfall ist um so rätselhafter, als die Lebensmüden in guten Verhält nissen lebten. Sagen pflegt; recht viele von denen, die mit dem Strafgesez in scharfen Konflikt gekommen find, haben den aufrichtigen Wunsch, mit der schlimmen Vergangenheit zu brechen und wieder achtungswerte und nüßliche Mitglieder der mensch= lichen Gesellschaft zu werden. Wir sagen absichtlich achtungswert. Denn der reuige Sünder, der die eigene Vergangenheit zu überwinden vermag, ist es wirklich, ist es schon nac dem Bibelwort mehr als der, der niemals gestrauchelt und gefallen. Unsere Pflicht aber ist es, dem gefallenen Bruder zu helfen, damit er sich wieder aufrichten könne. Die Vor schriften der Religion weisen uns dazu an, und unser eigenes Interesse empfiehlt es uns auf das dringlichste. Schon die Rücksicht auf unsere Sicherheit und auf unseren Vorteil ge= bietet uns, mit allen Kräften dazu beizutragen, daß der Be Strafte nicht zum Gewohnheitsverbrecher werde, der den größten Teil seines Lebens in der Gefangenschaft auf Kosten der Gesellschaft verbringt und die furzen Freiheitspausen nur zu mehr oder minder erfolgreichen Angriffen auf die Gesellschaft mißbraucht. Indem wir ihn bessern, indem wir ihm die Wege zu einem ordentlichen Leben ebnen, retten wir seine Seele und wahren das nationale Vermögen vor Schädigungen. +14 000 Mark Belohnung steht auf die Ergreifung des Mörders des Gutsbesizers Reid aus Günnigfeld dei Wattens scheid. Davon hat der Sohn des Ermordeten 5000 Mark gestellt; den Rest von 9000 Mark brachte das landwirtschaft liche Kafino in Wattenscheid, dem der Ermordete angehörte, durch Sammlungen auf. † Schauerlicher Leichenfund. In einem Hause der Schaafenstraße in Köln wurde, in einem Sad verpackt, die Leiche des Schlossers Repol in zerstückeltem Zustande aufgefunden. Der Sad mit der Leiche war ordnungsmäßig verpackt nach Frankfurt a. M. adressiert. Die Geliebte Repols, eine Stundenarbeiterin, ist verschwunden. Bunte Tages- Chronik. Leipzig, 27. Oktober. In der Brockhausschen Buchdruckerei hat heute nacht eine heftige Explosion von aus Kohlen ausströmenden Gasen stattgefunden. Dadurch, daß auch ein Gasrohr sprang, entstand Großfeuer, das die Feuerwehr erst nach zwei Stunden bewältigen konnte. Der Schaden ist bes deutend. Pforzheim, 27. Oktober. Jm Hochbergwald wurde ein Liebespaar erschossen aufgefunden. Es sind der 19 Jahre alte Bäcker Rieger und die 16 jährige Tochter des Bäders Zoller. Beide wurden seit vorgestern vermißt. " 6 Der Großhe inigungsfommiffär fi fie zu Friedberg ir bei dem Minifte Rovember ernannt. Der Großherzog eltor Filder von Als old, ben Präfidenten Großb. Regi 27. Dit, hat folge ren der Gerichtsvoll Wie wir berichtet Bürgervereins Gie gierung und an de Heifhteuerung Chefe Eingabe, die da b, ift jegt an folger gelegt worden: in Bießener Anzeigers" mer in den Papierge rg, Boos, Bahnh Harfiftr., Ddel, Neu R. Joh. Bolt, Grün on Daniel Heil handlung von Häufer Reuenbaue, in dem Gef ille. Wir empfehlen Bitition recht zahlreich Slot tatfächlich zu godfen und bei ihrem Der falsche Hauptmann von Köpenid hat nach seiner Ergreifung den ihn vernehmenden Polizeibeamten seine Tat in allen Einzelheiten bekannt und ganz nebenbei erwähnt, er habe nach Verbüßung seiner jüngsten langjährigen Zuchthaus: strafe die Absicht gehabt, sich in Wismar durch Arbeit seinen Lebensunterhalt zu gewinnen und es wirklich dahin zu bringen, daß er in Bernau ein kleines Geschäft leiten fönne. Die landespolizeiliche Ausweisung habe ihn daran gehindert, und auch in Berlin habe er die Ruhe der Verborgenheit nicht finden können. Erst dadurch sei ihm der Gedanke gefomunen, wieder den Weg des Verbrechens zu gehen, burch einen großen Coup" mit einem Male reiche Mittel zu gewinnen. Zabrze, 27. Oktober. In der Konfordiagrube der Donners. mardhütte wurden zwei Bergleute durch zu Bruche gehende Gesteinmassen verschüttet und getötet. München, 27. Oktober. Der Verein für Gründung alkoholfreier Gasthäuser in München ist in Konkurs geraten. Trient, 27. Oftober. Ein furchtbarer Brand hat das an der Südwesttiroler Grenze gelegene Bergdorf Zoanna zerstört. Wilhelm Voigt als Erzieher. Das braucht nicht buchstäbliche Wahrheit zu sein. Zweifel find gestattet. Es ist möglich, daß in dem falschen Hauptmann auch sonst die Verbrecherneigung erwacht wäre und seine schwachen guten Vorsäge überwunden hätte. Was aber für diesen einzelnen Mann vielleicht nicht zutrifft, das trifft ganz gewiß bei sehr vielen anderen zu. Schon oft und eindringlich ist darüber geflagt worden, daß die polizeiliche Ueberwachung der entlassenen Strafgefangenen durch die Art ihrer Handhabung die unglücklichen aus der Arbeitsgelegenheit herausreißt, die fie schwer genug gefunden haben, fie unität und flüchtig macht, fie förmlich zwingt, auch gegen ihren Willen Feinde der menschlichen Gesellschaft zu bleiben. Der falsche Hauptmann, der die Köpenicker Stadtkasse gebrandschazzt hat, ist ein alter Sträfling. Er hat siebenundzwanzig Jahre, fast die Hälfte seines Lebens, hinter Zuchthausmauern zugebracht. Nicht jeder, der im Zuchthaus ge feffen hat, ist eine aeborene Verbrechernatur, wie man дu Wir sind weit davon entfernt, den ausführenden Polizei organen daraus einen Vorwurf zu machen. Wir verkennen durchaus nicht die Schwere und Zwiespaltigkeit ihrer Aufgabe. Denn schließlich hat der Arbeitgeber ein Recht, zu wissen, wen er auf seine Arbeitsstätte nimmt, die Gefahren zu kennen, denen er sich dadurch aussetzt, daß er einem schwer Bestraften Unterkunft gewährt. Nicht jeder Arbeitgeber ift großherzig genug, über eingewurzelte Vorurteile und Bedenken hinwegzugehen, nicht jeder darf sich solche Großherzigkeit gestatten. Auch die Arbeiterschaft hat einen gewissen Anspruch darauf, befragt zu werden, ob sie die Gesellschaft gewisser Elemente fich gefallen lassen will. Doch alle diese Erwägungen, die an sich berechtigt find, heben die religiöse und soziale Pflicht nicht auf, von der wir oben gesprochen haben. Diese Pflicht bleibt bestehen, und wir müssen auf ihre Erfüllung bedacht sein. 9 - befürchten ist. Unfere Sande mefter und damit in ih breitungen zu der große geleitet. Die Feier Emmerfemefters abgehal banntlich die Einweihun barbunden werden. Der fit, teilweise ist das Bildhauerarbeiten find burden. Am Samsta Wagner- Dresden auf Sereins und des Ortsge Gesundheitspfleg Anidauung." Bet das Referat natürlich n d es solte auch wei felbft bemerkte, als ei Pantheit? fragte er. das Wir bilden uns nicht ein, daß wir den Stein der Weisen besä und anzugeben vermöchten, wie das zweigeteilte Interesse der Gesellschaft dem Bestraften gegenüber Interesse an seiner Besserung und Zurückführung zu ordent lichem Lebenswandel und das Interesse an der Beschüßung bor einer etwaigen Erneuerung seiner Angriffe wahr zunehmen wäre. Es gibt dafür teine einfache Formel. Die Sache ist überaus kompliziert. Aber unlösbar fann und darf die Schwierigkeit nicht sein. Man ist im Laufe der Zeit über größere Hindernisse fortgekommen. Und hier lohnt die Größe der Aufgabe jede Mühe. Indem wir dem entlassenen Straj gefangenen die Rückkehr zur Gesellschaft wehren, füllen wir die Gefängnisse und Zuchthäuser auf unsere Stoften, berauben wir das Land zahlreicher Kräfte, die nutzbar für sich und andere sein könnten. Es liegt auf der Hand, daß das un bernünftig und herzlos zugleich ist. Wir wollen aber nicht unvernünftig, wir wollen nicht herzlos sein. Kunst und Wiffenfchaft. Störung des Orga funden, so wird diese der Befunde aber hat Etörung garnicht erit muffen wir das bas jer manigfaltiger geht ein fortwährendes ue Bellen werden g bieden. In dem g Matar felbft für die Bellen: durch die Ory angiame Verbrennung drüdte, Schladen a berden müssen. Dies gane. Werden diese tant. Aber nicht n ondern dem Körper bieder zugeführt werde indigt, indem die Bor allem berwarf der form, zu der er au empfabi dafür erhöhte Gemüse, schon aus de u Blutbildung une Luger der verkehrten dere Faftoren zur Die falsche Kleidung, st not least die Be Verbofität hervorgeru zu bemerken, daß der richtigen N. Eröffnung der Berliner Handelshochschule. Jm Bei sein des Kronprinzen sowie von Vertretern der Reichs, Staats- und städtischen Behörden, von Vertretern der Hoch schulen, Handelshochschulen, sowie angesehener Mitglieder kaufmännischer Korporationen wurde das Institut eröffnet. U. a. waren auch erschienen Handelsminister Delbrüd, Staatssekretär des Reichspostamts Kraette, Minister von Bethmann- Hollweg, Minister für öffentliche Arbeiten v. Breiten bach, Kriegsminister von Einem. Der Präsident der Aeltesten Berliner Kaufmannschaft Kaempf sprach die Eröffnungsrede, die mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Weitere An sprachen hielten u. a. der Rektor der neuen Hochschule, Professor Dr. Jastrow und Handelsminister Delbrück, der im Auftrage des Kaisers eine Anzahl Ordensverleihungen befanntgab. Die Immatrikulation an der Handelshochschule Berlin umfaßte 81 Studierende. Mit den bei der ersten Immatrifulation aufgenommenen 58 Studierenden ergibt dies die Zahl von 139. Für Studierende, die aus besonderen Gründen bis zum 1. November nicht eintreffen konnten, wird ein nachträglicher Immatrikulationstag befannt gemacht werden. O. Antrittsvorlesung des amerikanischen Profeffors Burge in Berlin. In Gegenwart des Kaisers fand in der Aula der Königlichen Friedrich Wilhelms- Universität die Antrittsvorlesung des ersten Roosevelt- Professors John William Burgez von der Columbia University in Newyort ftatt. Um 124 Uhr fuhren der Kaiser und die Kaiserin, sowie Prinz August Wilhelm mit ihrem Gefolge an der Universität vor. Professor Burgeß verlas ein begrüßendes Schreiben des Präsidenten Roosevelt und sprach dann über die wissenschaft liche Verbrüderung zwischen Deutschland und der amerikanischen Union. Professor Burgeß dankte zum Schluß dem Kaiser, worauf der Rektor Professor Dr. Kaftan das Wort zu einer furzen Erwiderung nahm und ein begeistert aufgenommenes Hoch auf den Kaiser ausbrachte. Dann erhob sich der Kaiser und forderte mit lauter Stimme die Kommilitonen" auf, in ein dreifaches Hurra auf Präsident Roosevelt einzustimmen. Mit Begeisterung wurde der faiserlichen Aufforderung Folge geleistet. e haut nicht in it egen, als man ge ihre gute Funft netes Mittel bi Bonnenbäder, die er tabme tommen. G I der befannte Na Sonntagen bis zu lejem Buntte berwei ging er noch auf d auf die Blutzirkulatio mit dem Hinweise, Gefundheit zu erhal das Glück des Ginze darum flingt der Ru Statur und zur bern Museum in Sie findet es fich in D Demnächst w gloffen werden wir ** Am Sonntag, Belegenheit geboten, Sieben eine Rembr n, die mit dem Strafge ind, haben den aufrichtigen gangenheit zu brechen un Cokales. he Mitglieder der menich bereinigungsfommissär für die Broving Overhessen mit dem fagen abfichtlich achtungs der die eigene Bergangen wirklich, ist es schon na er niemals gestrauchelt und es, dem gefallenen Bruder ** Der Großherzog hat am 27. Oft. den FeldAmtssige zu Friedberg Gustav Spamer zum Ministerialfretär bei dem Ministerium des Innern mit Wirkung vom 1. November ernannt. ** Der Großherzog empfing am 27. Oft. den KreisbauUm 2½ Uhr hält Prof. Dr. Sauer einen Vortrag über den großen Holländer, an den sich musikalische Darbietungen, von Rentamimann Schäfer und Musiklehrer Gernhardt ausgeführt, anschließen. Der Butritt ist tostenfrei. H. Der fatholische Gesellenverein beging am Sonntag Abend in den Räumen des Neuen Saalbaues" die Feier seines 9. Stiftungsfestes. Ansprache, Theater und humoristische Vorträge, wobei auch der Hauptmann" von ufrichten könne. Die Bo inspektor Fischer von Alsfeld; zum Vortrag den Staatsminister Köpenick nicht zu furz fam, sorgten für die nötige UnterDazu an, und unser eigenes Ewald, den Präsidenten des Ministeriumsdes Innern Braun. haltung und erateten lebhaften Beifall von den zahlreichen Das bringlichste. Schon die nd auf unseren Vorteil a beizutragen, daß der echer werde, der den größte bühren der Gerichtsvollzieher und Gerichtsdiener betreffend. * Großh. Regierungsblatt Nr. 23, ausgegeben cm 27. Dit., hat folgenden Inhalt: Verordnung, die BeFangenschaft auf Kosten der zen Freiheitspausen ngriffen auf die Gefellit nut * Wie wir berichteten, wurde in der letzten Versammlung Bürgervereins Gießen beschlossen, an die Großherzogliche Greuzöffnung zu richten. Gästen und Mitgliedern. Ein darauffolgender Ball hielt die Teilnehmer noch lange beisammen. essern, indem wir ihm de Regierung und an den Burdesrat eine Eingabe betreff welchen Betrag der Eisenbahnfiskus geschädigt worden en ebnen, retten wir seine Fleischteuerung und Bermögen vor Schädigungen * Der Fall Wendlandt. Die Ermittlungen über die Unterschlagungen des Eisenbahnsekretärs Wendlandt find nunmehr zu Ende geführt. Die Höhe der Unterschlagungen beläuft sich auf 42 000 Mart, um ift. Die in Betracht kommenden Firmen haben nun unlauteren Manipulationen Wendlandts zugeflossen ist. ist der Eisenbahnverwaltung nicht möglich, diesen | Sans Karl Greeff als die beiden Kandidaten der Theologie, Reinhold Gronert als vielverliebter Frizz Tiddelsiz, Mx Herrscher als der alte sympathische Moses, sowie Wal Ries als Jochen Nüßler, während Luise Boné, die u übrigen ihre Rolle ebenfalls trefflich durchführte, als Frau Nüßler wiederholt über den Daleft stolperte. Das Publikum unterhielt sich vortrefflich, mitunter sogar zu vortrefflich, sodaß die Szenen, namentlich im letzten Aft, oft an Wirkung einbüßten. G. H. Gesundheitliches. - b Das echte köftrißer Schwarzbier ist seit dem 17. Jahrhundert als ein vorzügliches Stärkungsmittel für Blutarme und Geschwächte bekannt. Es wird gebraut nach einer alten englischen Portervorschrift. Es verdankt feine weite Verbreitung hauptsächlich seiner besonders zweckmäßigen Zusammenseßung bei mäßigem Alfoholgehalt enthält es sehr viel Malz und sog. Extraktstoffe, die dem es auch vielfach in Lungenheilanstalten angewandt, wo man die Schädlichkeit der früher beliebten Verabreichung großer Mengen von schweren Beinen und Spirituosen erkannt hat mäßigen Erfaß derselben verwertet. Unter Verabreichung von echtem Köstriger Schwarzbier sind hohe Gewichtszunahmen bei Shwindsüchtigen, wie bei anderen schwächenden Der Verwendung von echtem Köpenid hat nach feiner Diese Eingabe, die damals schon zahlreiche Unterschriften sämtlich das Geld zurückgezahlt, das ihnen durch die Stoffumsag in hohem Grade fördern. In neuerer Zeit wird n Polizeibeamten feine at fand, ist jetzt an folgenden Stellen zur weiteren Einzeichnung Damit dürfte die Angelegenheit erledigt sein. Denn es ganz nebenbei erwähnt, ten langjährigen Buchbaue aufgelegt worden: in der Expedition unserer Zeitung, des Bismar durd) Arbeit seinen Gießener Anzeigers" und der„ Oberhessischen Volkszeitung", Firmen nachzuweisen, daß sie von den Betrügereien und das echte Köstritzer Schwarzbier als einen sehr zwecknd es wirklich dahin zu fermer in den Papiergeschäften von Ernst Balser, Mäus- und Fälschungen Wendlandts Kenntnis hatten. eines Geschäft leiten fönne burg, H00%, Bahnhofstraße, Kühn, Seltersweg, lee, habe ihn daran gehindert ? Freisinuiger Parteitag in Darmstadt. Das Programm des am 3. und 4. November in Darmstadt ie Rube der Verborgenbeit Marktstr., Odel, Neustadt, K. Steinhäuser, Reuenbäue, stattfindenden Parteitages des freistanigen Landesvereins für Krankheiten erzielt worden. zu gehen, einem Male reiche Mittel von Daniel Heil Nachf. Lindenplay; in der Spezerei handlung von Häuser, Ludwigstr., bei Friseur Stier, liche Barbeit zu Jen, Reuenbäue, in dem Gesellschaftshau 3 und der Leserecherneigung erwacht mare - 4. Nov., vormittags 9 Uhr, Sigung des Landesausschusses. Raisersaal mit der Tagesordnung: 1. Bericht des Ausschusses. 2. Einigung des Liberalismus. 3. Die Reform des 4. Wahl des Ausschusses. Hessischen Landtagswahlrechts. Die Verhandlungen sied öffentlich. Um 24 Uhr: Deffentliche Boltsversammlung im Raisersaal", in der die - - Sglich, daß in dem faliden balle. Wir empfehlen der Gießener Einwohnerschaft, diese e überwunden hätte. Bas Petition recht zahlreich mit Unterschriften zu versehen, da die bielleicht nicht zutrifft, das Fleischnot tatsächlich zu einer Kalamität für die Städte an orden, daß die polizeilide gewachsen und bei ihrem Fortschreiten eine Unterernährung Herres Fund Frankfurt und Pfarrer Korell- Königstädten über anderen zu. Schon oft unb afgefangenen durch die Art zu befürchten ist. worden. - aus der Arbeitsgelegenheit gefunden haben, fie unitat Unsere Landes universität ist in ihr Winterzwingt, auch gegen ihren semester und damit in ihr 300. Jahr eingetreten. Die Voresellschaft zu bleiben. bereitungen zu der großen Jubiläumsfeier werden allmählich den ausführenden Polizei eingeleitet. Die Feier werden voraussichtlich am Ende des Mit der Feier soll zu machen. Wir verkennen Sommersemesters abgehalten werden. Swiespaltigkeit ihrer befanntlich die Einweihung des neuen Gießener Stadttheaters Arbeitgeber ein Recht, verbunden werden. Der Neubau ist jetzt bis zum Dach hochsjätte nimmt, die Gefahren geführt, teilweise ist das Dach auch schon aufgesezt; auch usseßt, daß er einem schre Bildhauerarbeiten sind schon an der Fassade angebracht Nicht jeder Arbeitgeber it elte Vorurteile und Bedenten ich solche Großherzigkeit ge *** Am Samstag- Abend sprach Herr Georg hat einen gewiffen Uniprus Wagner- Dresden auf Veranlassung des Kaufmännischen fie die Gesellschaft gewißer Vereins und des Ortsgewerbevereins Gießen über„ Die Doch alle diese Erwägunga, Gesundheitspflege nach naturgemäßer en die religiöse und soziale Anschauung. Bei der Breite des Stoffes fonate en gesprochen haben. Die das Referat natürlich nur in großen Linien sich bewegen = müssen auf ihre Erfüllung und es solte auch weiter nichts, wie der Vortragende wir den Stein der Meila felbst bemerkte, als eine Anregung geben. Was ist Krankheit? fragte er. Krankheit ist nichts anderes hten, wie das zweigeteil Bestraften gegenüber- als Störung des Organismus. Soll der Kranke ged Zurüdführung zu orden sunden, so wird diese Störung beseitigt werden müssen, nteresse an der Beschützung der Gesunde aber hat darauf zu achten, daß diese seiner Angriffe- wah Störung garnicht erst eintritt. Zu diesem Zwecke teine einfache Formel, müssen wir das Wesen der Störungen kennen, ber unlösbar fann und das sehr manigfaltiger Art ist. In unserem Organismus n ist im Laufe der Zeit fibe I wir dem entlassenen St ellschaft wehren, füllen Und hier lohnt die Güz auf unsere Kosten, beraube die nutzbar für fich uf der Hand, daß das ift. Wir wollen aber erzlos fein. Delbrid Tiffenfchaft. Handelshochschule. Im B on Vertretern der Reid 7, von Vertretern der Ho wie angesehener Mitgliede wurde das Institut eröffn Handelsminister nts Araette, Minifter o öffentliche Arbeiten v. Breiten Der Präsident der Melte Sprach die Eröffnungsre Raiser schloß. Weitere tor der neuen Hochschule Delsminister Delbrüd, der in Anzahl Ordensverleihung on an der Handelshodhi . Mit den bei der er - " die Lage und die Zukunft des Liberalismus sprechen werden. Der Raub mörder Steinmez aus Pfungstadt wird beim Reichsgericht Revision einlegen lassen. ** * Die nächstjährige Mitgliederversammlung der Hassia= Vereine im Großherzogtum Hessen findet am 16. Juni 1907 in Groß- Gerau statt. * Die Ernte für eine Zigarre. Ein Engelstädter Weinbergbefizer verlaufte seine gesamt: Weinernte von 1000 Riesling für eine Bigarre zu 7 Big., ein anderer Winzer überließ fan Eente aus 500 Stück Riesling einem Bekannten für eine 5.Pfennig- 8 garre. ist auch deshalb ein hoher Wert beizulegen, weil dasselbe wegen seines angenehmen Geschmacks selbst von empfindlichen Kranken gern genommen wird. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 30. Oftober. Veränderliche Bewöltung, Reeenschauer, nachts wärmer, am Tage fühler, starke westliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 2. Lehrlinge: 1 Schmied, 1 Spengler, 1 Elektrotechnifer, 1 Buchbinder, 1 Schreiner, 1 Bäcker, 1 Buchdrucker, 1 Installateur, 1 Kaufmann. Es können eingestellt werden: 1 landw. Knecht, 1 landw. Magd, Ziegelets und Steinbrucharbeiter, 2 Schlosser, 2 Schmiede, 3 Spengler, 1 Wagner, 1 kartonagearbeiterin, 1 Küfer, 3 Schreiner, 1 Waschfrau, 2 Installateure, 30 Streckenarbeiter, 40 Erdarbeiter, 1 Maurer, 1 Packerin, 1 Hausbursche, * Aus der Bürgermeisterei Azbach. Alte Haus: 1 Hausmädchen für Hotel, Dienstmädchen gegen hohen inschriften. Mit Recht wendet man den alten erhaitens- Lohn, Lauffrauen und Laufmädchen. werten Fachwerkhäusern, vor allem solchen mit Inshriften oder sonst durch malerische Eigenart der Bauform sich auszetchnenden älteren Bauten unserer Landgemeinden erneute Aufmerksamkeit zu. An dem zu Azbach an der Hauptstraße gelegenen, im Jahre 1680 erbauten Schul- und Gemeindehaus" ist folgende interessante latanische und deutsche Inschrift zu lesen:( erstere mit Chronogramm) 1. Zvas Mars qvasl gnlsfer Vensqerfrgerafa Des qausfer fiufas lo fibl restuvit Ao 1680. 2. Was der verderblich: Scieg und Feuer hat verherrt. Solches hat des Friedens Frucht uns wiederum beschert. Joh. Casimir Rouding D. Reich an alten Bauten ist ganz besonders die durch ihr vormaliges geht ein fortwährendes Werden und Vergehen vor sich, newe Zellen werden gebildet, alte zerstört und ausge. geschieden. In dem gesunden Organismus sorgt die Natur selbst für die Beseitigung der ausgefreisten Bellen: durch die Orydation. Die Oxydation ist eine langsame Verbrennung, bei der wie der Redner sich ausdrückte, Schlacken als Nest verbleiben, die abgeführt werden müssen. Dies geschieht durch die Ausscheidungsorgane. Werden diese angegriffen, so ist der Mensch trant. Aber nicht nur ausgeschieden muß werden, sondern dem Körper muß auch neues Baumaterial wieder zugeführt werden. Hierbei wird nun viel gefündigt, indem die Menschen so falsch sich ernähren. Vor allem verwarf der Redner die Aufnahme in Extraftform, zu der er auch noch das Fleisch rechnet, und empfahl dafür erhöhte pflanzliche Nahrung: Obst- und Gemüse, schon aus dem Grunde, um dem Körper das zur Blutbildung unentbehrliche Etsen zuzuführen. Außer der verkehrten Gcnährung tragen aber noch andere Faktoren zur Störung des Organismus bei: Die falsche Kleidung, die unzulängliche Hautpflege und last not least die Berufstätigkeit, die namentlich die Nervosität hervorgerufen hat. Bezüglich der Kleidung it zu bemerken, daß sie leicht und porös sein soll, um die Haut nicht in ihrer Reaktion zu beeinträchtigen. An der richtigen Hauttätigkeit ist überhaupt mehr gelegen, als man gemeinhin annimmt. Deshalb muß für ihre gute Funktion gesorgt werden. Ein ausgezeichnetes Mittel bieten dazu die Luft-, Licht- und Sonnenbäder, die erfreulicherweise jezt überall in Aufnahme kommen. Ein solches Stortbad bet Dresden, das der bekannte Naturheilarzt Bilz gründete, hat an Sonntagen bis zu 3000 Personen aufzuweisen. Bei diesem Punkte verweilte der Redner längere Zeit, dann ging er noch auf die Bewegung in frischer Luft und auf die Blutzirkulation ein und schloß seinen Vortrag mit dem Hinweise, daß es unsere Pflicht sei, unsere Gesundheit zu erhalten. Auf den Gesundheit basiert das Glück des Einzelnen und die Macht der Völker, danum flingt der Ruf so gewaltig hinaus: Zurück zur Batur und zur bernunftgemäßen Lebensweise! 58 Studierenden ergibt di erende, die aus besonder nicht eintreffen fonnten, b stag befannt gemacht werden erikanischen Profeffors Bur Raisers fand in der Aula de 5. Univerfität die Antritt t- Profeffors John William erfity in Newport flatt. d die Kaiferin, sowie Br Ige an der Univerfitat ba begrüßendes Schreiben d dann über die wissenschaf chland und der ameritanijde de zum Schluß dem Rai Raftan das Wort zu eine Dann erhob sich der Rail die Rommilitonen" auf, ent Roosevelt einzustimmen begeistert aufgenommen erlichen Aufforderung Folge *** Demnächst wird das Wander. TuberkuloseMuseum in Gießen aufgestellt werden. Gegenwärtig befindet es sich in Offenbach, wo es tommenden Sonntag geschlossen werden wird. *** Am Sonntag, dem 4. November, wird dem Publikum Gelegenheit geboten, im Konfirmandensaal( Liebigstraße) zu Gießen eine Rembrandt- Ausstellung zu besichtigen. " Prämonstrantenser- Kloster berühmt gewesene benachbarte Ge= meinde Dorlar. Am dortigen Plaze bei der Linde befi adet fich eine im 15 Jahrhundert errichtete merkwürdige Durchfahrt, sowie vis- à- vis der alten Schule ein aus dem 14. Jahr. hundert stammender Torbogen. * Wezlar. Der Generalmajor Six von Armin, Direktor des allgemeinen Kriegsdepartemens, ist zum Generalleutnant befördert. Herr von Acmin ist ein geborener W: Blarer. * Bad- Nauheim, 30. September. In der abgelaufenen Woche sind 63 Kargäste angekommen, die Gesamtfrequenz beträgt bis zum 25. Ottober 27 601 rsonen, wovon an genaantem Tage voch 350 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 25. Dtober 383 157 abgegeben. * Marburg, 27. Dt. Shoa längere Zeit trägt man sich hier mit dem Gebanten, eine Wertzuwachssteuer nah Frankfurter System einzuführen. Tcozdem die Stadtberordneten sehr darauf bringen, daß die Steuer beschleunigt wird, geht es doh langsam vorwärts. Aus dies m Grunde wurde in der Stadtverordnetensigung auch ein Fluchtlinien plan, der wertvolles Baugelände aufschließen soul, abgelehnt mit der Maßgabe, erst die genannte Steuer einzuführen. Darüber entrüstete sich der Oberbürgermeister dermaßen, daß er die Sigung verließ. * Mainz, 28. Ottbr. 3 der Mainzer TheaterPrügelasfäre teilt Stadto coroneter G: bursch dem " Mainzer Tgbl." mit, daß er seit 2 Jahren von seinem Segner derartig verhöhnt worden sei, daß ihm kein anderes Mittel als Selbsthilfe zur Verfügung gestanden habe. Herr Keller sei feineswegs an dem Vorfall tm Theater unschuldig gewesen. Stadttheater Giessen. Inspektor Bräfig. Nach dem Frizz Reuterschen Roman bearbeitet von Th. Gaßmann und J. Krüger. Gestern Abend spazierte nach jahrelanger Abwesenheit der prächtige Inspektor Bräsiz wieder einmal über unsere Bühne und zwar mit durchschlagendem Erfolge, da das Zusammenspiel unter der Regie Hermann Bafofa präzise ineinandergriff und die Einzeldarsteller ebenfalls the best s taten. Der Inspektor Bräfig wurde von Herm. Batof is ausgezeichneter Weise gegeben, man mußte sich gestehen, daß er leibte und lebte. Von den übrigen Darstellern brachten noch sehr hübsche Leistungen Hans Schlottau als Inspektor Hawermann, Conrad Kost uno Martha Shuster als das Rambomsche Ehepaar, Erich Kober als Franz von Rambow, Adolf Appert als Pomuchelstopp, Bruno Schlegel und Es suchen Arbeit: 1 Schlosser, 2 Heizer- oder Maschinisten, 1 Schreiner, 4 Wasch- und Putzfrauen, 1 Büglerin, 1 Kleidermacherin, 2 Maler, 1 Lagerarbeiter, 1 Packer, 1 Hausbursche, 1 Fahrbursche, 1 Lauffrau. Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beibe in Gießen. Laboda- Dragées. Die Unentbehrlich für Sänger, Schauspieler, Pfarrer, Lehrer, Rechtsanwälte, überhaupt Stedner. Stimme wird dadurch klar, die Müdigkeit der Stimme und Trockenheit des Gaumens verschwinden. Beim Gebrauch von Laboba- Dragées sind Katarrhe und Heiserkeit ausgeschlossen. Herr Dr. Oskar Kaiser Schauspieler und Rezitator, in Köln a. Rhein, Brusselstraße 14, äußert sich wie folgt:„ Laboda- Dragées fann ich allen Schauspielern, Sängern 2c. aufs nachdrücklichste empfehlen. Sie gehören zum besten, was ich seit Jahren auf diesem Gebiete fennen gelernt habe." Fel. Ida Schwarz, Stönigl. Opernsängerin, Wiesbaden, schreibt: Laboda- Dragées haben mir bei einer Erkältung borzügliche Dienste geleistet und empfehle ich fie aufs beste.( Laboda- Dragées enthalten: Terpinol 0,1, Menthol 0,5, Zucker 0,6.) Preis Mt. 1.50. In Apotheken erhältlich, wo nicht vorrätig, von: Universitätsapotheke„ Zum goldn. Engel" in Gießen Engel- Apothefe Frankfurt a. M. Apotheke in Ulrichstein( Oberhessen) und Stern- Apotheke in Kassel. - Marburg, den 28. Oktober 06. Lieber Franz! Wie ich sehe, hast Du mich nicht verstanden. Ich will nämlich jetzt heiraten und besitze selbst wenig Barmittel, wenn ich nun die Adresse von ihr erfahre resp. habe, kann ich mich mit ihr in Verbindung setzen und bin im Voraus überzeugt, dass sie soviel Einsicht hat und mir das Nötige mit ins Haus bringt. Hoffentlich hast Du mich verstanden. Deiner umgehenden Mitteilung entgegensehend, verbleibe ich mit besten Dein Freund Grüssen Julius Schmitt. 6. 38. m ie ir st er en ng 哈 m. Ohne Preisaufschlag geben wir bei unseren anerkannt vorzüglichen Qualitäten 5% Rabatt 5% Kaiser's Kaffee- Geschäft G. m. b. H. Europas grösster Kaffee- Rösterei- Betrieb. Fabriken in Viersen, Berlin, Breslau, Heilbronn, Basel. Schokoladefabrik in Viersen. Filialen in Giessen: Kirchenplatz 12 und Lindenplatz 5. Buchdruckerei von Albin Klein GIESSEN Seltersweg 83. ช Bekanntmachung. In der Zeit vom 20. bis 27. Oftober 1906 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Uhrendeckel; berloren: 1 braunledernes Portemonnaie mit 3 Mark und einigen Pfennigen und 2 Fahrfarten nach Weglar als Inhalt. WWWWWW W W Z Stadt- Cheater Giessen. Direktion: Herm. Steingoette Entlaufen: 1 langhaariger schwarzer Spitzhund, Dienstag, den 30. Oktobe ca. 45 Zentimeter hoch, Nr. 1611. Der Empfangsberechtigte des gefundenen Gegenstandes beliebe seinen Anspruch alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 27. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Arbeitsvergebung. Die nachstehenden Arbeiten zur Erbauung einer Höheren und Erweiterten Mädchenschule sollen Montag, den 5. November D. J., vorm. 10 Uhr öffentlich bergeben werden. 1 Anstreicherarbeiten( 4 2ose), 2 Liefern und Aufkleben von Lincrusta. Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. 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