Kr. 304. bation n. ap terbebition: Gießen, Seltersweg 83. Berafprechanschluß Nr. 369. Freitag, den 28. Dezember 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Reichstagswahlen. Der Evangelische Bund hat eine Kundgebung, die auf die Reichstagsauflösung und die beborstehenden Neuwahlen Bezug nimmt, veröffentlicht. Die Kundgebung fordert dazu auf, die Säumigen „ Viel zu zu veranlassen, ihr Wahlrecht auszuüben.„ Viel zu biele haben bisher aus Unmut und Kleinmut ihre Stimme nicht in die Wagschale geworfen, jetzt ist es eines jeden unabweisbare Pflicht, sein Wahlrecht auszuiben. Zehn entschlossene Männer können Hunderte zur Pflichterfüllung führen, darum soll niemand am Entscheidundstage fehlen." Ferner wird auf die Notwendigkeit der Einigung und der lleberwindung des zersetzenden Fraktionsegoismus hingewiesen. Im bevorstehenden Wahlkampfe handle es sich nicht um fomfessionelle, sondern um nationale Fragen. Die Stichwahlparole des Zentrums wird von der Köln. Volksztg." dahin ausgegeben: Keinem Sozialdemokraten und feinem Nationalliberalen eine Stimme." Das ultramontane Blatt meint, wenn sich die nationalliberale Partet in Stichwahlkämpfen zwischen Sentrum und Sozialdemokratie enthalte wie die Bentrumspartei es bei Stichwahlen zwischen National liberalen und Sozialdemokraten tun müsse und tun werde, so könne die Zentrumspartei ihre sämtlichen Mandade siegreich gegen den sozialdemokratischen An: farm verteidigen. Außerdem wird im Vertrauen auf bas schwache Gedächtnis der Zentrumsschäfchen etliches bon der„ diametral entgegengesetzten Weltanschauung" von Sozialdemokratie und Zentrum gefabelt. Dieser angeblich so folossale Gegensatz hinderte seinerzeit aber nicht das schwarz- rote Bündnis in Bayern, die berühmte Berbrüderungsszene zwischen dem würdigen Geistlichen Rat Schädler und Herrn von Vollmar, also werden sich die feindlichen Brüder wohl auch diesmal finden; denn sie gehören zusammen und sind einander wert. Den nationalen Parteien kann das nur recht sein, denn es flärt die Situation und weckt die Indolenten auf zu zähem geschlossenen Kampfe gegen den gemeinsamen chwarz- roten Feind! - Beamtenfang sucht das Zentrum zu treiben. In einem Artifel„ Beamtenschaft und Reichstagswahl" gibt die„ Köln. Volksztg." Ausführungen der„ Deutschen Postzeitung" wieder, die namentlich im Hinblick auf die Fleischteuerung eine Besserstellung der Beamten fordern und von einsten Erwägungen der Beamten bei den Wahlen sprechen. Sie rühmt im Anschluß daran die Sparsamkeitspolitik des Zentrums und empfiehlt dies den Beamten als die für sie geeignete Partet. Auf den Köder werden die Beamten aber jedenfalls nicht beißen. Der Studentenverband der Universität Kiel hat an die deutsche Studentenschaft einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Der Reichstag ist aufgelöst. Wie wird er beschaffen sein, wenn er wieder zusammentritt? Noch gilt es einen schweren Kampf zu bestehen, ehe deutscher Geist wieder einziehen wird in unser Vaterland. Der Stampf wird gerichtet sein gegen Zentrum und Sozialdemokratie. Nicht gegen innsere deutschen Mitbrüder fatholischen Bekenntnisses wird er sich wenden. Das Zum fann nicht genugsam hervorgehoben werden. Schluß heißt es: Schon zu lange find unsere deutschen Hochschulen vom Leben unseres Volkes ferngeblieben. Als Fichte an der Berliner Universität seine Reden an die deutsche Nation hielt, war es anders. Damals galt es Deutschlands Befreiung vom Joch der Franzosen, einen nicht geringeren Feind gilt es heute zu befriegen Sozialdemokratie und Zentrum. Das Wachstum der sozialdemokratischen Stimmen: feit 1878. 11878 11881 11884 11887 Bevölkerung in Tausenden Für die Sozialdemokratie abge= gebene Stimmen ( in Tausenden) Zahl der Mandate 42727 45 234 437 9 512 12 550 24 763 11 46 856 1890 1427 35 1893 49 429 1787 44 1898 52 280 2107 56 56 367 3010 77 1903 Hessen und Hessen- Nassau. - Darmstadt. Nachdem eine Einigung über einen gemeinsamen liberalen Kandidaten im Wahlkreise DarmstadtGroß- Gerau unmöglich geworden ist, haben die Nationalliberalen als eigenen Kandidaten den Landtags- Abg. Dr. Osann II. aufgestellt. Die Freifinnigen bringen beBei den fanntlich wieder die Kandidatur Korell. Einigungsverhandlungen handelte es sich, so schreibt das offizielle Regierungsorgan, die" Darmst. 3tg.", übrigens nicht allein um den Wahlkreis Darmstadt. Groß- Gerau, sondern um alle hessischen Wahlkreise. Sechs davon( Worms, Offenbach, Bensheim, Friedberg, Gießen, Lauterbach) sind in nationalliberalem, einer ( Bingen) in freisinnigem Besiz. Bei den Verhandlungen betonte der Vertreter der Nationalliberalen die prinzipielle Geneigtheit eines einheitlichen Vorgehens und erklärte insbesondere bezüglich Darmstadt- Groß- Gerau, daß die Nationalliberalen von einer Parteikandidatur absehen wollten und einen unparteiischen Dritten als Kandidat annehmen würden; es wurden insbesondere Landtagsabgeordneter Noack und Professor Kissinger von nationalliberaler Seite genannt. Der Vertreter der Freifinntgen, Justizrat Gallus, sagte, daß man sich auf eine Verhandlung bezüglich der Wahlkreise Worms und Friedberg nicht einlasse; die Freisinnigen würden unter feinen Umständen für die Vertreter dieser Kreise, Heyl und Oriola, eintreten. Bezüglich des Wahlkreises Gießen behalte man sich Stellungnahme vor; bet dem Verhalten Seyligenstaedts in der Frage der Verkehrssteuern werde ihm voraussichtlich ein freisiuniger Kandidat entgegengestellt werden müssen. Bezüglich Darmstadts wurde von den Freifinnigen auf einen Beschluß ihres Landesausschusses berwiesen, nach welchem unter allen Umständen Pfarrer Korell aufzustelleu sei. Weiter sollten die Nationalliberalen den Freifinnigen Schmidt bereits im ersten Wohlgange unterstüßen, dann fönne man sich über die Wahlkreise Alsfeld und Bensheim vereinigen. allem dieſem scheint es, so fügt die„ Darmst. 3tg." noch hinzu, den Freisinnigen mit der Einigung nie ernst gewesen zu sein. Die Deutsche Reformpartei ( Deutsch- soziale) in Darmstadt beschloß, für den nationalliberalen Kandidaten Dr. Osann II. einzutreten. - Nach Weilburg. Hier kandidiert Buchsieb( nationalliberal). Norddeutschland. Der Ausschuß der nationalliberalen Partei Westfalens erklärte sich mit der Unterstützung der Freisinnigen in den Wahlkreisen Hagen und Altena einverstanden unter der Bedingung des Eintretens der Freisinnigen für die nationalliberalen Kandidaten in den Wahlkreisen Halle t. W.- Herford, Hamm- West, Bielefeld- Hörde, Bochum und Siegen. Die Nationalliberalen stellten im Wahlkreis Kreis und Stadt Krefeld den Verleger Bacmeister- Elberfeld auf. Die vereinigten Liberalen proklamierten im Wahl. freise Weener- Emden Garrels( Frs. Vgg.) gegen Sie Kandidaten der Konservativen und der Sozialdemokraten. In einer in Otterndorf abgehaltenen Versammlung des Bundes der Landwirte wurde der Direktor des Bundes Dr. Diederich Hahn, gegen den bisherigen nationalliberalen Abgeordneten Böttger als bündlerischer Kandidat aufgestellt. Für Gotha ist heute der Erbprinz Ernst zu Hohenlohe- Langenburg als gemeinschaftlicher Kandidat der bürgerlichen Parteien aufgestellt worden. Friedrich Naumann wird in Liegnig anstelle von Bohl( freis. Volksp.) kandidieren. Staatsminister v. Podbielski wird von den Konservativen als Reichstagskandidat für die Ostpriegnitz aufgestellt. Süddeutschland. Der Bund der Landwirte hat auf einer Konferenz des Landesvorstandes der Pfalz für den Wahlkreis Kaiserslautern den zweiten Bundesvorsitzenden Dr. RöficeGörsdorf und für den Wahlkreis Homburg- Kusel den bisherigen Vertreter, Gutsbesiger Stauffer 2., aufgestellt. ** Zu dem gestrigen Artikel: Aufflärung" sei noch richtig gestellt, daß Reg.- Nat Noack Hospitant der freisinnigen Landtagsfraktion ist und Oberlehrer Kissinger( früher national- sozial) wohl der nationalliberalen Partei jezt angehört, aber mehr nach links hin neigt. Die Unterwerfung der Bondelzwarts. Die Eine gute Weihnachts- Botschaft tam noch rechtzeitig zum fröhlichen Beschluß des Festes aus Süd- Westafrika. Nachricht von der Unterwerfung der Boudelzwarts war ebenso erfreulich wie überraschend. Jahrelang haben die kriegerischen Eingeborenen dieser Stammesgenossenschaft unseren Truppen heftigen Widerstand entgegengesetzt. Jetzt sahen sie das Nutzlose ihres Beginnens ein und haben die Waffen niedergelegt. Ihr Anführer Johannes Christian, der sich mit 155 Mann und 124 Gewehren in Heirachabis dem Oberfileutnant v. Estorff ergab, dürfte mit seinem Entschluß den Anstoß zu weiteren Unterwerfungen geben, zumal die aus britischem in die Gebiet zurückkehrenden einzelnen Bondelzwarts Kapitulation einbezogen sind. Gute Aussichten. Die günstige Nachricht aus dem kampfdurchtobten Aufstandsgebiet im fernen Südwest- Afrika wird sicherlich überall im deutschen Vaterlande befriedigt aufgenommen werden. Seit dem Jahre 1903 haben gerade die Bondelzwarts den deutschen Truppen schwere Verluste beizubringen gewußt. Sie bildeten unbestritten die Kerntruppe der Aufständischen. Einzelne Injomehr ist ihre Unterwerfung zu begrüßen. Banden von anderen Stämmen unter Führern wie Simon Copper und Fielding stehen zwar noch im Felde, doch wird ihre Widerstandskraft aller Wahrscheinlichkeit nach nun nicht lange mehr vorhalten. Die Unterworfenen sollen bei Keetmanshoop und Kalkfontein Lokationen erhalten und dort unter militärischer Aufsicht in Lagern gehalten werden. Die Durchführung der Unterwerfungsbestimmungen wird noch einige Zeit erfordern. Die Auffassung der Regierung. In einer offiziösen Verlautbarung äußert sich die Reichsregierung zu dem unerwarteten Ereignis. Danach hegt man an den leitenden Stellen in Uebereinstimmung mit dem Oberkommando in Südwestafcita die Zuversicht, daß nunmehr der Krieg rasch zu Ende gehen wird und die kolonisatorische Arbeit in den weiten von ihm berührten Gebieten wieder beginnen kann. Die Regierung zieb: den Schluß, daß die Ablehnung der Forderungen für Südwestafrifa im Reichstage angesichts der neuesten Entwicklung ein offensichtlicher Fehler der Mehrheitsparteien gewesen sei er Festigkeit der Verbündeten Regierungen sei es nächst der geschickten Kriegsführung und dem tapferen Ausharren der Truppen zu danken, daß der Süden des Schutzgebietes gegen fleinmütige Bedenken erhalten worden ist. Die oppositionelle Presse, soweit sie ichon Stellung nimmt, macht demgegenüber natürlich geltend, daß nun erst recht kein Anlaß mehr vorliege, größere Aufwendungen für Südwestafrika, das schon 400 Millionen ge= fostet habe, zu machen. Jedenfalls ist die vorteilhafte Wendung der Dinge von jedem Gesichtspunkte aus mit Genugtuung aufzunehmen und nian darf jetzt mit Fug und Recht der Hoffnung Raum geben, daß unsere südwestafrikanischen Kolonien recht bald einer gedeihlichen Entwicklung entgegengeführt werden können." Das Edjo in der Parteipresse. Die in den Kolonialfragen entschieden auf der Seite der Regierung stehende Kölnische Zeitung" äußert fich wie folgt: Die hocherfreulichen Nachrichten aus Südwestafrika bedeuten einen ganz wesentlichen Fortschritt zur Herstellung des Friedens. Nach Ansicht der militärischen Autoritäten glaubt man die Niederwerfung des Aufstandes als in der Hauptsache beendet ansehen zu können. Es sollte nicht Wunder nehmen, wenn das Zentrum versuchen sollte, den Erfolg der deutschen Waffen für die Wahlen auszuschlachten und die Behauptung aufzustellen, daß angesichts dieser Entwickelung die feste Haltung der Regierung unnötig gewesen und die Reichstagsauflösung sich nachträglich als vollständig unberechtigte Sandlung erwies. Dieser Darstellung gegenüber fann nicht entschieden genug entgegengetreten werden. Allerdings werden jetzt die leitenden politischen und militärischen Kreise derüber einig sein, daß sehr rasch eine starke Verminderung der in Südwestafrika stehenden Truppenzahl vorgenommen toerden kann. Doch dies war schon von der Reichsregierung in Aussicht gestellt für den Fall die militärische Lage die Verminderung erlauben sollte." die Kölnische Volts Demgegenüber bemerft zeitung", das führende Zentrumsorgan des Westens:„ Die amtlichen südwestafrikanischen Meldungen dürften in Stegierungsfreisen mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen worden sein. Die Nachrichten sind ein schender Beweis für die Richtigkeit der Haltung des Zentr zum Nachtrags- Etat für Südwestafrifa." Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Dem deutschen Kaiserhause brachte der Schluß der Weihnachtstage ein neues fröhliches Familienfest, die Verlobung des Prinzen August Wilhelm von Preußen mit der Prinzessin Alexandra Viktoria von Schleswig- Holstein- Sonderburg- Glücksburg. Die Verlobung fand gestern auf dem Schloffe Glücksbura statt. 33. 11 ht It ie t. st ex en B₁ g BEFALE n. Пр eigenem Munde, tändig abgefunden worden war. Plus fcheiben für ben Bergicht auf feinen Geschäftsanteil boll wenn ich mich auch nicht mehr Ich weiß bas aus meines ift. Auch die schriftlichen Belege für diefe pfindung maren Fern fann, bei welcher Gelegenheit, davon die Rede gewesen nicht allzusehr, denn Bollmachten, bie er von mir verlangt hatte, und beunruhigt Schweigen fommen. Ich gab ihm nichtsbestoweniger di oferolite boo ble Stimme in meinem geben wer Daß er unaufrichtig gegen mich fet, nicht meh noch schien mir die Möglichkei eines mich ungünstigen Aufent Brunben D, laffen Sie mich in ben ob getzleben baben r fchweigen 1 Man fann einen nb aus welchem Zoten nicht fer erwecken. Mögen sich bie, welche an ihm gefündigt, Werner gab sich mit diefer Beigerung nicht ihrem eigenen Gewissen abfinden." aufrieden. es har Belbchen, bas ber err major Beingeführt eln babsches - aber Mama zur Seite stand, die noch mandieren ist, als ein Bataillon, balb erfahren müffent, baß eine Frau viel schwerer fo jung und befonders wenn temperament. ihr eine 8 fot Batte Prinz August Wilhelm, der vierte Sohn des Kaiserpaares, ist am 29. Januar 1887, Prinzessin Alexandra Viktoria am 21. April 1887 geboren. Die Braut ist die zweite Tochter des Herzogs Friedrich Ferdinand zu SchleswigHolstein. Der dritte Sohn des Kaiserpaares, Prinz Adalbert, geboren 14. Juli 1884, ist noch nicht verlobt. * Der kürzlich bekannt gegebenen Frachtermäßigung für frisches Fleisch soll am 1. Januar eine weitere Erleichterung für den Fleischversand folgen. Auf Entfernungen von 100 Kilometern an wird für Wagenladungen von fünf und zehn Tonnen ein besonderer Ausnahmetarif eingeführt. Der Tarif gilt im Binnenverkehr der preußischen, hessischen, bayrischen, sächsischen, oldenburgischen Staatseifenbahnen, der Reichseisenbahnen in Elsaß- Lothringen, der Militäreisenbahnen und anderer Bahnen, sowie im Wechselverkehr dieser Bahnen untereinander. neue * Am heutigen Tage feiert Fürstbischof Kopp in Breslau die fünfundzwanzigste Wiederkehr des Tages, an dem er im Dome zu Fulda die Weihe als Bischof empfing. Aus Anlaß dieses Jubiläums schreibt die offiziöse ,, Nordd. Allg. Zeitung": An hingebungsvoller Diener seiner Kirche und als treuer Patriot hat Fürstbischof Kopp segensreich und vorbildlich ge= wirkt. Den zahlreichen Glückwünschen, die dem Jubilar am heutigen Tage dargebracht werden, schließen wir uns mit dem Wunsche und der Hoffnung an, daß der Fürstbischof noch lange Jahre seines hohen Amtes in voller Kraft und Frische des Geistes und des Körpers walten möge. Rufsland. ** Das Kriegsgericht hat den Admiral Nebogatow zum Tode verurteilt, weil er in der Seeschlacht bei Tsushima nur auf den Durchbruch nach Wladiwostok bedacht gewesen sei, nicht auf Rettung der Flotte durch Eingreifen in den Kampf. Wahrscheinlich wird der Zar den Verurteilten begnadigen. Aus dem Innern des Reiches liegen folgende Meldungen vor: Chartow, 27. Dezember. Auf dem Bahnhofe ließ ein mit einem Zuge angekommener Reisender eine Bombe fallen, die explodierte. Dadurch wurden zwei Reisende getötet und viele verwundet. Petersburg, 27. Dezember. Gerüchtweise verlautet, die Armee werde binnen furzem neue Uniformen nach dem Muster der österreichischen erhalten. toer, 27. Dezember. Der Mörder des Grafen Ignatiew ist ein Schüler einer von einem gemissen Fidler geleiteten Schule in Moskau. Fidler war einer der Leiter des Moskauer Aufstandes im vorigen Jahr. Kiew, 27. Dezember. In Boczkouz in Bessarabien hat sich ein heftiger Kampf zwischen Bauern und drei Revolutionären abgespielt, wobei sieben Bauern erschossen und mehrere schwer verwundet und verstümmelt wurden. Die Revolutionäre wurden ebenfalls verwundet, dann von dem dritten getötet, der sich dann selbst erschoß. Anscheinend handelte es sich um einen Anschlag auf die Gutsbefizer. Balkanitaaten. ** In Mazedonien nehmen die Kämpfe zwischen Serben und Bulgaren wieder überhand. Die unruhigen Elemente begehen große Ausschreitungen und haben ein Gefängnis in Brand gesteckt. Uestüb ist überfüllt von bewaffneten Landbewohnern, die bereit sind, loszuschlagen. Man befürchtet den Ausbruch eines bewaffneten Aufstandes. Amerika. ** Die Niederwerfung der aufständischen Bewegung auf Kuba scheint doch keine vollständige gewesen zu sein. Nach Washington sind Nachrichten gelangt, nach denen in verschiedenen Teilen der Insel die Lage unruhig ist und von zügellosen Banden Plünderungen begangen werden. Auf Ersuchen des Gouverneurs hat Generalstabschef Bell eine beträchtliche Verstärkung der amerikanischen Garnison auf Kuba angeordnet. Afrika. ** Man hatte infolge des Anmarsches der Sultanstruppen eine Klärung der Lage in Marokko erivartet. Diese ist aber nicht eingetreten. Neuerdings heißt es, daß der viel vermögende Raisuli abgesezt werden soll. Kriegsminister Gebbas soll mit dem Gros seines Heeres, an Zahl etwa 3000 Mann, nach einem Punkte drei Meilen östlich von Tanger an der Grenze des Gebietes der Andscheras marschieren. Er soll dort den Häuptlingen aus den Dörfern der Umgegend ein Schreiben des Sultans vorlesen, nach welchem Raisuli abgesett ist, und die Stammeshäuptlinge auffordern, ich dem Machen zu unterwerfen. Andererseits wird von einem geheimen Einverständnis zwischen Raisuli und der Sultansregierung gesprochen, durch die das Eingreifen der Franzosen überflüssig gemacht werde. Kleine politische Nachrichten. Berlin, 27. Dezember. Kolonialdirektor Dernburg wird am 11. Januar in Berlin in einer vom Deutschen Handelstage veranstalteten Versammlung einen öffentlichen Vortrag halten über den jezigen Stand der kolonialen Entwickelung Deutschlands. Berlin, 27. Dezember. Der ehemalige Staatsminister von Podbielski soll von den Konservativen als Reichstagskandidat für die Ostpriegnitz aufgestellt sein. Der bisherige Vertreter dieses Wahlkreises v. Dallwig ist vor kurzem gestorben. Berlin, 27. Dezember. Die Fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung hat am Tage der Reichstagsauflösung ihr Mitglied Expastor Krösell aus der Fraktion ausgeschlossen. Krösell, gegen den mehrere Strafprozesse schweben, soll sich in London aufhalten. Roburg, 27. Dezember. Der nationalliberale Führer Bassermann hat nunmehr die Kandidatur für den Wahlkreis Koburg( bisher Abg. Pazig. natl.) angenommen. Erfurt, 27. Dezember. Dent Vernehmen nach steht eine Aenderung des jetzt geführten Infanterie- Gewehrmodells be= vor. Die hiesige Königliche Gewehrfabrik hat bereits Ueberstundenarbeit angeordnet. Dresden, 27. Dezember. König Friedrich August von Sachsen hat verfügt, daß anläßlich des Weihnachtsfestes 28 Strafgefangenen die Freiheit geschenkt wird. Darmstadt, 27. Dezember. Der Großherzog von Hessen hat anläßlich des Weihnachtsfestes eine große Anzahl Strafgefangene aus den Hessischen Gefängnissen begnadigt oder bedingungsweise aus den Strafanstalten entlassen. Karlsruhe, 27. Dezember. Pfarrer Schüler in Istein, der seit 1890 den Wahlkreis Waldshut im Reichstage vertrat, ist heute infolge Schlaganfall gestorben. London, 27. Dezember. Die englischen Handelskreise sprechen sich für den Bau eines Tunnels von Calais nach Dover aus, während diese Idee von politischer Seite bes lämpft wird. 1906. Chronik der Weltereignisse im scheidenden Jahre. Juli. Der 1. brachte uns die Portoversteuerung durch Aufhebung der Ortstarife für Drucksachen und Postkarten, sowie die neuen Steuern. In London starb der berühmte Gesanglehrer Manuel Garciä, der Erfinder des Kehlkopfspiegels. Am 4. vernichtete ein Riesenbrand Hamburgs altes Wahrzeichen, die Michaelskirche; ihr Wiederaufbau ist im Gange. Dem deutschen Kronprinzen wurde ein Prinz geboren. In Petersburg sprach das Kriegsgericht den wegen der Seeschlacht von Tsushima angeklagten Admiral Roschdjestwenski frei. Am 12. vollzog sich in Paris die letzte Szeue des Dreyfusprozesses. Dreyfus und Picquart wurden freigesprochen, ersterer zum Major befördert und mit der Ehrenlegion dekoriert, Picquart zum General befördert und kurz darauf zum Kriegsminister ernannt. Die Ereignisse in Rußland nahmen bedrohliches Aussehen an. Am 11. war Admiral Tschuchnin in Odessa ermordet worden; am 22. löste der Zar die Duma auf und ersetzte den Ministerpräsidenten Goremykin durch Stolypin. Huguft. Wiederum brachte der erste Tag eine neue Steuer: die Fahrkartensteuer. In Rußland führte die Unzufriedenheit am 2. zu gewaltigen Matrosenrevolten in Sveaborg und Kronstadt. Ein Schadenfeuer zerstörte auf der Mailänder Ausstellung wertvolle Gebäude und Objekte am 3. Am gleichen Tage ging der Dampfer ,, Sirio" mit Auswanderern an der spanischen Küste unter, wobei über 300 Personen den Tod fanden. Greifswald feierte das 450 jährige Bestehen der Universität. Am 15. fand in Friedrichshof eine hochwichtige Begegnung zwischen dem deutschen Kaiser und König Eduard von England statt. Ein heftiges Erdbeben zerstörte am 16. einen großen Teil von Valparaiso und Santiago und ver= nichtete viele Menschenleben. Wiederum lenkte ein Attentat in Rußland am 25. die Aufmerksamkeit der Welt dorthin; es galt Stolypin und forderte 30 Opfer, Stolypin selbst blieb unverletzt. September. Reibungen in der Kolonialaffäre veranlaßten am 3. den stellvertretenden Kolonialdirektor, Erbprinzen von HohenloheLangenburg, sein Amt niederzulegen; an seiner Stelle wurde der Direktor der Darmstädter Bank, Bernhard Dernburg zum Leiter der Abteilung ernannt. Baden feierte am 9. den 80. Geburtstag des Großherzogs, am 20. die goldene Hochzeit seines Herrscherpaares. Ein furchtbarer Pogrom in Siedlce zeigte aufs neue die Lage Rußlands im Innern. Prinz Albrecht von Preußen, der Regent von Braunschweig, starb 70 Jahre alt, am 13. Durch seinen Tod wurde die Thronfolgefrage in Braunschweig wieder aufgerollt, die infolge der Haltung des Herzogs von Cumberland bisher noch nicht entschieden worden ist. Prinz Heinrich von Preußen wurde zum Chef der aktiven Schlachtflotte an Stelle des scheidenden Großadmirals v. Köster ernannt. Am 15. starb in Petersburg der bekannte General Trepow. In Kreta legte Prinz Georg von Griechenland seine Regierung mieder und wurde durch Zainis ersetzt. In Hongtong forderte ein furchtbarer Taifun über 10 000 Opfer. Auf Suba endete die seit kurzer Zeit andauernde Rebellion am 26. mit der Abdankung des Präsidenten. Die Vereinigten Staaten übernahmen durch Taft die Insel bis zur Einsetzung des neuen Gouverneurs Magoon. Oktober. Am 1. fand in Paris ein Gordon- Bennett- Rennen in Luftballons statt, in dem der Amerikaner Lahm siegte. Aufsehen erregte am 4. die Verurteilung des Antiquars Bach in Weimar zu 2 Jahren Zuchthaus wegen Hehlerei; es handelte sich um die Kunstdiebstähle im Schlosse zu Weimar. Oberst Gaedke wurde in dem bekannten Prozeß wegen unberechtigter Führung des Titels am 5. endgültig freigesprochen. Mit der Eröffnung eines Parlaments in Teheran trat Persien in die Reihe der Verfassungsstaaten. In Berlin erschienen am 10. die Denkwürdigkeiten des Fürsten Hohenlohe, die unliebsames Aufsehen hervorriesen. Der Bezirkspräsident von Kolmar, Prinz Hohenlohe mußte infolgedessen am 15. seinen Abschied nehmen. Dem Herzog von Cumberland ließ der deutsche Raiser am 11. eine deutliche Absage betreffs Braunschweigs zukommen. Am 16. setzte der Streich des Hauptmanns von Köpenick" die dortige Stadt in Aufruhr. Eine Sturmkatastrophe berheerte einen großen Teil Zentralameritas am 21. In der Provinz Posen führten am 25. die Konflikte mit den Polen zum Schulstreit der Kinder wegen des Religionsunterrichtes. Am 25. starb der bekannte Defonömierat Ring. Der fühne Nordpolfahrer Peary fehrte von seiner Reise zurück, nachdem er die höchste bisher erreichte Breite befahren hatte. November. Der Prozeß gegen die Stiftsoberin Heusler in München endete am 1. im Wiederaufnahmeverfahren mit der Freisprechung der Angeklagten. Am 2. starben Erzherzog Otto von Desterreich und der bekannte Parlamentarier Ernst von Eynern. Die Gouverneurswahl in Newyork brachte am 7. den Sieg von Hughes gegen Hearst. In Lichterfelde starb der bekannte Verfasser des ,, Lebrecht Hühnchen", Heinrich Seidel. In Hessen erfolgte anläßlich der Geburt eines Thronfolgers eine Amnestie. 4 Bergleute auf Zeche Crone, die am 6. durch einen Einsturz unter Tage verschüttet waren, wurden am 9. lebend gerettet. Am 12. erhielt der preußische Landwirtschaftsminister v. Podbielski seinen Abschied; sein Nachfolger wurde am 19. Herr v. Arnim- Kriewen. Ein bemerkenswerter Erlaß des Kaisers feierte am 17. das fünfundzwanzigjährige Jubiläum deutscher Arbeiterfürsorge. Der Reichstag, der am 13. wiedereröffnet worden war, nahm am 22. den sogen. Kleinen Befähigungsnachweis an. Am 26. starb der Erzbischof von Gnesen, Florian von Stablewski. China erließ ein Opiumverbot. Am 29. begannen im Reichstage die Kolonialdebatten, die zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen dem Abgeordneten Roeren und dem Kolonialdirektor Dernburg führten. Eine entsetzliche Explosion vernichtete am 29. die Roburitfabrik Annen und forderte an 30 Opfer. Der Bürgermeister von San Franzisko, Schmitz, wurde am 30. wegen schwerer Amtsverbrechen verhaftet. Dezember. Am 3. starb der Bruder des Großherzogs von Baden, Prinz Karl, ferner der aus der Pommernbankaffäre bekannte Kommerzienrat Sanden. Am 5. endete der Raubmörder Hennig auf dem Schaffott. Die deutsche Regierung traf Maßnahmen gegen die sichteuerung durch Ermäßigung der Frachttarife auf lei com 15. ab. Infolge bedrohlicher Vorgänge in Marotto entsandten Frankreich und Spanien Kriegsschiffe nach Tanger. Am 7. starb der pärsil che Leibarz Lapponi, am 10. der wazoneniönig von Dahomeh, Behanzin Prändent Nosseb erhielt den Nobel- Friedenspreis. Der Rolonialfonflitt im Reichstage veranlaßte am 13. die Ablehnung des Nachtragsetats für Südwestafrika; der Reichstag wurde aufgelöst. Ein Ukas des Zaren ordnete die Dumaneumaglen für den 19. Februar 1907 an. Am 26. unter warfen sich die Bondelzwarts, unsere Hauptgegner in Südwestafrita. Ein Kriegsgericht in Petersburg verurteilte den Admiral Nebogatow wegen seiner Haltung in der Seeschlacht von Tiuſhima zum Tode. Am 27. verlobte sich Prinz August Wilhelm, der vierte Sohn des deutschen Kaisers mit Prinzessin Plexandra Biftoria von Schleswig- Holstein SonderburgGlücksburg. Am 28. begann in Deutschland die Auslegung her Wäylerlisten für die am 25. Januar 1907 stattfindende Reichstagswahl. Nab und fern. J. L + Winters Herrschaft. Der während der Weihnachtstage eingetretene starke Schneefall hat vielfache Verkehrsstörungen im Gefolge gehabt. Gleichzeitig hat Frost die Wasserverbindungen unterbrochen. Folgende Meldungen liegen vor: Berlin, 27. Dezember. Eine Anzahl Kabelbrände wurden heute morgen durch Ueberanstrengung der Speise fabei des Netzes der Straßenbahn infolge des Schneefalles berbeigeführt, wodurch Betriebsstörungen von einer halben Stunde und mehr entstanden. Leopold Die romantifche ator bon Defterre einen Heinen bon einer G vier Jahren auf feiner Verheira fo schlimm ijti gatten find Berw Sprichwort die Wilhelmine W Fanatismus der fer Bölfling aber Gjelchten" un Gemüse und F halt der Wölfli Magenfrage in auf fo romantifd Bilhelmine Ada berzogs Franz G erbaufe. Man Standesunterschi angen wird fid Bufettiere muß ber ngen erhalten, großgeworde Liebe augenbl Bölfling wird Bebeigblütige Er bneigung alles Bergigen gegeber liche Leopold fonnte durch den iben von der in g ei trennen mu Stettin, 27. Dezember. Die starke Kälte hat die Schiffahrt auf der Ostsee teilweise überhaupt brach gelegt oder wenigstens sehr erschwert. Das Frische und das Farische Haff find gänzlich zugefroren, im Stettiner Haff muß die Segelschiffahrt eingestellt werden, während auf offener See selbst sich starkes Eistreiben eine besondere Gefahr für fleinere Fahrzeuge bemerkbar macht. Zabrze, 27. Dezember. Infolge der Kälte und der Schneefalle wird der Frachtverkehr auf fämtlichen Linien der Kaiser Ferdinand Kordbahn bis auf weiteres eingestellt, ausgenommen für frisches Fleisch, Kohlen und Briketts sowie für eigenen Bedarf der Nordbahn und der Staats. bahnen. Rollende Güter, soweit nicht eine Ablenkung auf andere Verbandslinien möglich ist, sind anzuhalten und den Versendern zur Verfügung zu stellen. Der Personenund Eilgutverkehr wird in vollem Umfange aufrecht er. halten. Landau( Pfalz), 27. Dezember. Gewaltiger Schneesturm suchte die Pfalz heim; auf allen Bahnstrecken finden Verkehrsstörungen statt. Der Riviera- Expreßzug blieb bei Ruelzheim liegen und mußte ausgeschaufelt werden. Essen, 27. Dezember. In Rheinland und Westfalen herrscht seit gestern mittag großes Schneetreiben. Die Züge verkehren mit den größten Vorsichtsmaßregeln und treffen mit stundenlangen Verspätungen ein. Bamberg, 27. Dezember. Infolge des außerordent lich starken Schneefalles und großer Schneeverwehungen ist der Verkehr zwischen Stadt und Land sehr stark gehemmt. Im Frankenwald liegt der Schnee bis zwei Meter hoch. Es gibt dort Schneewehen von acht Meter Tiefe. Krefeld, 27. Dezember. Infolge des heftigen Schneetreibens wurde der Straßenbahnverkehr fast völlig eingestellt. Seeg, 27. Dezember. Der Käser Eibrand aus See weiler brach auf dem Wege von hier nach Hause im Seeger See durch das Eis, wurde aber nach sechs Stunden mit vieler Mühe gerettet. St. Johann, 27. Dezember. Im ganzen Saartal herrscht seit zwei Tagen heftiges Schneegestöber. Die Saar ist teilweise zugefroren, und die Schiffahrt ist völlig unterbrochen. Paris, 27. Dezember. Aus verschiedenen Teilen Frankreichs wird sehr starker Schneefall gemeldet. Nament lich find die Departements Jura, Ardennes und das Gebiet von Châlons betroffen, in denen der Zugverkehr be hindert ist. Madrid, 27. Dezember. Das durch Schneeschmelze verursachte Hochwasser des Flusses Campos hat bedeuten den Schaden verursacht. Ein Dorf ist vollständig abge schnitten, der Bahnverlehr zur franzöfifchen Grenze gestört, sodaß die Güter umgeladen werden müssen. † Eine Million Mark wird noch zur Deckung des durch die Annener Explosion entstandenen Schadens gebraucht. Das Hilfsfomitee bittet daher erneut um weitere Gaben für die Notleidenden. Jede größere und kleinere Gabe kann un mittelbar an die Stadthauptkasse in Witten, die die Haupt Sammelstelle tildet, einaefandt werden. † Ein Betrug an der Sparkasse in Budapest ist zufällig entdeckt worden. Der Kasse sind mittels gefälschter Briefe mi dem Namen eines Gutsbefizers, der ein Depot in Höhe von 500 000 kronen bei der Sparkasse hatte, 300 000 kronen entlockt worden. Der Betrug geht von Wien aus. Die Bolizei recherchiert nach den Mitgliedern der Betrügerbande, die nach Annahme der Polizei in der Sparkasse Mithelfer haben muß. † Der Raffenkampf in Amerika. In der Grafschaft Rempfer im Staate Mississippi hat ein Kampf zwischen Weißen und Negern stattgefunden, bei dem fünfzehn Personen, zumeist Reger, getötet worden sind. † Neues Erdbeben in Chile. In Arica ist eine sehr starke Erderschütterung verspürt worden. Einige Häuser wurden zerstört, auch erlitten mehrere Menschen Verlegungen. Zur gleichen Zeit wurden starke Erdstöße in Iquique und Bisagua wahrgenommen. Bunte Tages- Chronik. Berlin, 27. Dezember. Die Abfuhr der Schneemassen, bie in der letzten Nacht niedergegangen find, festet der Reichshauptstadt rund 200 000 Mart, vorausgesetzt, daß in den nächsten Tagen nicht noch mehr Schnee fällt. Täglich müssen 8000 Fuhren Schnee abgefahren werden. Recklinghausen, 27. Dezember. Auf der Zeche König Ludwig" wurden drei Berglente verschüttet. Einer war sofort tot, die beiden andern wurden schwer verletzt. Hamburg, 27. Dezember. Der an der Südkante von Helgoland gestrandete englische Dampfer ,, Glenpark" ist mit Hilfe von Helgoländer Bootsleuten flott geworden. Barcelona, 27. Sezember. Auf der Rambla de Flores explodierte gestern eine Bombe, wodurch eine Person verwundet wurde. Es wurden drei Berhaftungen vorgenommen. Tunis, 27. Dezember. Zehn Matrosen mid der zweite Offizier von einem deutschen Handelsdampfer wurden zu zwei Tagen Gefänanis und je fünf Frants Geldstrafe verurteilt. Aberbrüdt ter Bermutlich ift parer Zeit verfag Gefühl der Reu ren Gegenwart Liebe gegen fat des Lebens ha Ben nicht schließli Bings erfolgreich Scheidung fomm Frage Begetarie berflogene Ra Raiferlegend Freibt: Es ist er bes Deutschen Kaiser Beron des Monard edoch bedauerlich, abrer Berichte au midung halbwa Beispiele: Ein Lon Botsdam hielt fich wagen des Hofzug oflibree stand, Unterhaltung war interne Dinge. P brief seinen Ad Was tut de de gefragt un after eines Be pargt auf und ab. perhelte bieljage Bugs an. Nach e glidliche Report Ention entfernt, plimentiert. gender ist die G direttor Dernburg bem Abgeordneten Grafen Lanza, u geugt ist eine fert. Danach E Ronferenz zu De balb ich Sie Beil ich hörte, da Bernburg hat dem We ridichtslos bor Das ist alles. Das Grab in Reustrelit Emmen, da er jonit sehr rüst grantwortet, er fö este Woche zum mehr zurüd. juden, fanden i regelrechtes& Hermenden Schnee me Gruit zum e wab den Rebensmi Aus Liebe Gefchichte einer Been wegen des Stober hatte it 18 Bitwe. D au Gröber wohn geben. Das Herz me begann stär ber ftattliche einen Reste geblie beiger Liebe für inzwischen Brä im vorigen Jat evolver. Jezt bloroform getötet Belt mit, daß brochen jei. Ihr Tentte ihm Frau bat die Grover dem 1. Vin Drndal bräuchliche Blind de, hat ihre bunten, auf denen dungen bilder Fe berigieden zuja berbaben und f Ardistan gerigenn Ob es untemente in och bege feinen glühenderen Munich als den die nichläge biefes erbärmlichen Schleichers etwas unbequemer Schwiegersohn weroen Ermäßigung Ige bebro omeb, Be denspreis am 13. Sie ; der Rei nete die Am 26. gegner in berurteilt Der Gerid ich Bring S 3 mit Pring Fin- Sonderb Die Ausle 07 Pattfinde J.L Weignad ertebrator it die igen liegen ing der S Leopold Wölflings Eheleiden. Is. Bern, im Dezember. Die romantische Liebe des ehemaligen Erzherzogs Franz Etor von Desterreich zu seiner Gattin, geborene Adamowitsch, Man sprach sogar inen fleinen Anads" bekommen. von einer Ehescheidung des Herzogs, der bekanntlich vier Jahren auf Rang und Würden verzichtet hatte und eit einer Verheiratung schlicht Leopold Wölfling" heißt. Bajo schlimm ist die Sache zwar nicht, aber zwischen den Batten find Zerwürfnisse eingetreten, die, ebenso wie nach Sprichwort die Liebe, durch den Magen gegangen sind. Wilhelmine Wölfling, geborene Adamowitsch, hat sich fanatismus der vegetarischen Lebensweise zugewandt, en Wölfling aber will von seinen heimischen Fleischspeisen, pfelchten" und dem kleinen Kälbernen" nicht lassen ara Gemüse und Fleisch wollen sich in diesem bürgerlichen aushalt der Wölflings nicht mehr vertragen. Vielleicht if be Magenfrage indessen nicht der alleinige Zantapfel" in rauf fo romantische Weise zustande gekommenen Ehe. Wilhelmine Adamowitsch war, als sie die Neigung de herzogs Franz Salvator erweckte, Buffetière in einem Alafeehouse. Man mag noch so freie Ansichten von Rang: und Standesunterschieden haben die Differenz der Anbungen wird sich nie ganz ausgleichen lassen, denn eine hl Kabelbettière muß vermöge ihres Berufes andere Lebensan des Schneeiifen großgewordener Erzherzog. Ueber diese Unterschiede Fun gen erhalten, als ein in militärischen und hösischen on einer hell Rälte but rische und Liebe augenblicklich forttäuschen, dauernd kaum. Im Bile ölfling wird sich die Sache nicht viel anders verhalten. De beißblütige Erzherzog, der schnell bereit war, seiner pt brach ge besneigung alles zu opfern, was ihm Geburt und Stand Stettiner fingerliche Leopold Wölfling, aber seine angeborene Sinnes: während Vorzügen gegeben hat, ist heute zwar äußerlich der schlichte, - eine besondere ihn von der in ganz anderer Atmosphäre großgewordenen smt fomnte durch den Namenswechsel nicht erstickt, die Kluft, madt. mtlichen Lin der Kälte und be berbrückt werden. tin trennen mußte, nicht dauernd von dem Rausch der Bermutlich ist der Rausch jetzt oder vielleicht schon seit teres einge gerer Zeit verflogen und Leopold Wölfling leidet unter nd Brilen leen Gefühl der Reue, eine glänzende Zukunft mit einer unSteren Gegenwart vertauscht zu haben. Die Rechnung, in der er Liebe gegen Glanz setzte, hat ihn getäuscht und der des Lebens hat die Liebe langsam, aber sicher getötet. en nicht schließlich von außen auf die Entschließungen Blings erfolgreich eingewirkt wird, mag es noch zum Eklat, Scheidung fommen. Dann wird aber ihre Ursache nicht Frage Vegetarier oder Fleischesser" sein, sondern der zu nftreden fell toerflogene Rausch. Ablentung anzuhalten Der Berfor ge aufret waltiger& eßzug blieb b werden. und Weih etreiben, " Vermischtes. Kaiserlegenden. Unser Berliner CB.- Mitarbeiter maßregeln reibt: Es ist erklärlich, daß bei der großen Popularität el Deutschen Kaisers die Presse des In- und Auslandes der es außerores Serion des Monarchen große Aufmerksamkeit midmet; es ist Derwehunger i doch Ibedauerlich, daß einzelne Blätter fich in Ermangelung ftart geben wahrer Berichte auf blanke Erfindung oder tendenziöse Aus: ei Meter het imidung halbwahrer Begebenheiten verlegen. Hier zwel Tiefe. Beispiele: Ein Londoner Blatt erzählt: Auf dem Wege nach des heftiga Sotsdam hielt sich der Kaiser mit einigen Intimen im Salon: ehr fast til agen des Hofzuges auf, an dessen Tür ein Diener in der libree stand, der Befehle des Kaisers gewärtig. Die rand aus Luter baltung war sehr lebhaft und drehte sich teilweise um aufe im Sterne Dinge. Plößlich unterbrach der Kaiser das Gespräch Stunden brief seinen Adjutanten. Auf den Diener weisend, fragte Was tut der Mann eigentlich hier?" Der Diener wurde gefragt und mußte gestehen, daß er der Bericht: statter eines Berliner Blattes sei! Der Kaiser schritt cungt auf und ab. Plöglich veränderte sich seine Stimmung, elächelte vielfagend und ordnete das sofortige Halten des Bages an. Nach einigen Sekunden stand der Zug, und der glidliche Reporter wurde, 10 Kilometer von der nächsten Elation entfernt, in dem Aufzuge, wie er war, hinaus. omplimentiert. Diese ganze Geschichte ist erfunden. Ebense erunder ist die Erzählung, wonach der Kaiser den Kolonial. Janzen Gar Der. Die Gar it völlig un edenen Sein Idet. Name und das Geb Bugvertebr Schneeschme hat bedeute Uftändig ab Grenze ge ung des b Jebraucht Gaben für bi abe fann Die die Ha eft ift zu - irettor Dernburg furze Zeit nach seinem Rededuell" mit Em Abgeordneten Roeren bei dem italienischen Botschafter, Simfem Lanza, unermt und gefüßt habe. Und tendenziös geftist ist eine Erzählung, die in Berliner Bankkreisen hafiert. Danach hätte der Kaiser am Schlusse einer längeren mferenz zu Dernburg lächelnd geäußert:„ Wissen Sie, shalb ich Sie gern auf Ihren jezigen Posten berief? Eil ich hörte, daß Sie ein saugrober Kerl wären." Herr Danburg hat dem Kaiser auf die Frage, ob er denn wirklich brücksichtslos vorgehen könne, wie man von ihm behaupte, entwortet, er fönne, wo es not tue, energisch auftreten. ist alles. - Das Grab im Schnee. In eigenartiger Weise hat fin Reustrelitz der 84 jährige Arbeiter Röver das Leben men, da er den Verlust seines Augenlichtes befürchtete. senst sehr rüftige und muntere Mann begab sich in der Woche zum Holzsammeln in den Wald, kehrte aber mehr zurüd. Soldaten, aufgeboten, den Verschollenen 3: achen, fanden ihn. Er hatte sich in einer Walddichtung en regelrechtes Grabgewölbe aus dem frischen leicht zu menden Schnee gebaut. Dann hatte er sich in diese seit: fruft zum ewigen Schlafe niedergelegt. Der Nachtfrost den Lebensmüden aus seiner Pein. Hter Briefe in Höhe ba 00 000 Rona en aus, Betrügerbank affe Mithle Der Grafi pijchen Weig fonen, um eine febr far äufer wurde bungen. und Bijag - Haye Des Zapnns leicht erkannt werden. Auch das Schreiben der Blinden fann mit Hülfe von Punktierapparaten in der nach ihrem Erfinder benannten„ BrailleSchrift" erfolgen. Aber das hat den Nachteil, daß das Geschriebene nur von einem der Brailleschrift Kundigen gelesen werden kann. Nun hat aber Ernest Vaughan einen Apparat erfunden, der diesem Mißstand abzuhelfen geeignet fft. Vaughan konstruierte Druckstempel, die auf der einen Seite einen Buchstaben in lateinischer Schrift, auf der anderen den entsprechenden Buchstaben in Brailleschrift tragen. Diese Stempel kann der Blinde an den Braillezeichen leicht erkennen und die Worte, die er zu schreiben wünscht, ohne Schwierigkeit zusammensetzen. Wenn dies geschehen ist, hat der Blinde mit Hülfe einer Vorrichtung einen Druck auf die Buchstaben auszuüben, um die am unteren Ende befindlichen Lettern auf einer Papierunterlage gedruckt erscheinen zu lassen. Wenn jemand, der die Brailleschrift nicht beherrscht, dem Blinden schriftliche Mitteilungen machen will, setzt er die Wörter in lateinischer Schrift, jedoch von rechts nach links, zusammen und preßt die Brailleschrift auf die Unterlage. Der Blinde braucht dann nur das Blatt zu wenden, um die Mitteilung in der Brailleschrift lesen zu können. Cokales. ** Der Großherzog hat den Major Fehr. von Ungern- Sternberg mit der Versehung der Stelle des Vorstandes des Hofmarschallamtes beauft agt. * Der Finanz ausschuß der Zweiten Kammer beschloß die Bewilligung von 10 000 Mark aus Staatsmitteln zur Ausbildung der Volksschullehrern durch Reisen nach dem In- und Auslande. Weitere Mittel für eine ausgedehntere Förderung desselben Zweckes sollen in den nächsten Etat eingestellt werden. ** zu weiteren Mitgliedern der Zentralstelle für die Landesstatistik wurden ernannt: die Ministerial. räte von Biegeleben, Dr. Ilfinger, Oberfinanzassessor Balser, Ministerialsekretär Pistor alle zu Darmstadt. Professor Dr. Biermer zu Gießen, Professor Dr. Berghof- Ifing zu Darmstadt, Bürgermeister wr. Glässing zu Darmstadt( als Vertreter der größeren Städte), der Syndikus der Handelskammer Offenbach Schloßmacher( als Vertreter der Handelskammern) und der Syncifus der Handelskammer Friedrich Engelbach zu Darmstadt. Aus Liebe zu Roosevelt. Etwas romantisch flingt ie Geschichte einer Frau Grover, die sich vor etwa drei en wegen des Präsidenten Roosevelt das Leben nahm. Grover hatte mit 17 Jahren geheiratet und war schon 18 Witwe. Damals fam Roosevelt nach Medora, we Gröber wohnte, um sich hier dem Jagdvergnügen hinzugeben. Das Herz der sehr schwärmerisch veranlagten jungen 2Bwe begann stärker zu flopfen, da sie der Meinung war, daj der stattliche Newyorker nur ihretwegen so lange in dem leinen Neste geblieben sei. Nach und nach" entbrannte sie is beißer Liebe für Roosevelt. Als der stattliche Newyorker, erinzwischen Präsident der Vereinigten Staaten gesorden im vorigen Jahre wieder als Jäger in Medora wette, Tentte ihm Frau Grover einen mit Diamanten besetzten Aetolber. Jetzt hat sich die romantische Dame mittels Cloroform getötet; in einem hinterlassenen Briefe teilt e ber Welt mit, daß sie sich das Leben nehme, weil ihr Sezz gebrochen sei. Ihr ganzes nicht unbeträchtliches Vermögen t die Grover dem geliebten Gegenstande" vermacht. 1.. Gin Drndapparat für inde. Vie jezt fast algemein grainchliche Blindenschrift, die vor beld 80 Jahren erfunden arde, hat ihre Verbreitung den einfachen Prinzipien zu danuten, auf denen sie beruht. Die Grundlage der Buchstabenepichmangen bilden sechs in zwei Reihen angeordnete Punkte, e verrschieden zusammengestellt werden können. Die Punkte had erhaben und können daher in ihrer jeweiligen Lage mit Edyneemafi Cet der Reid daß in den äglich mijen Bedje Rong Ter war fofort Südfante boa art" it mil en. la de Flore Perion ber Grgenommen der geile wurden j loftrafe b ** An die Volksschule Gießen versetzt wurden die Lehrer Otto Lindenstruth Groß- Gerau, Heinrich Michel Trohe, Karl Berrt- Büdingen, die Schulamtsaspiranten Heinrich Schwöbel- Hüttenthal, August Werheim- Nieder- Wöllstadt, Hans Krug- Friesenheim, Heinrich Becker- Merlau. Wir machen auch an dieser Stelle auf die heute im amtlichen Teil unseres Blattes abgedruckte Bekanntmachung des Großh. Polizeiamts Gießen betr. Quälerei der Pferde im Winter aufmerksam. -0- Omnibus- Verkehr. Wegen des eingetretenen Schnees fallen die Fahrten, die nicht zu den Zügen gehen, aus. tt. Stadttheater Gießen. In der ein maligen heute Abend vor sich gehenden Aufführung bon Mar Dreyers„ Die Siebzehnjährigen" wird der erste Held des Stadttheaters von St. Gallen Herr Bruno Eichgrün in der Rolle des Werner als Gast sich vorstellen. Herr Eichgrün ist für das nächste Jahr als erster Held in Aussicht genommen und wird seine Qualifikation außerdem noch in einer klassischen Rolle, der des Karl Moor in den Räubern am nächsten Sonntag zu erweisen haben. * Vom Vogelsberg. Winter. Infolge der furchtbaren Kälte wurde bei Stockheim ein alter Mann im Felde erfroren aufgefunden. Der Schnee liegt überall recht hoch und die Postfuhrwerke sind jetzt sämtlich in Schlittenfuhrwerte umgewandelt. Auch dem Schneeschuhsport wird im Oberwald und am Hoherodskopf eifrig gehuldigt. Summe unter Abrechnung der Verkaufserlöse für die mit angekauften, zum Abtrieb kommenden Holzbestände und abzubrechenden Baulichkeiten vorgesehen ist. Im ganzen sind für den Erwerb und die Einrichtung dieses Truppenübungs plages 11 Millionen vorgeseh'n. * Rabertshausen b. Nidda. Vorige Woche starb ganz plöblich der hiesige Bürgermeister Widdersheim. Beim Ankleiden machte ein Schlaganfall dem Leben des noch sehr rüftigen Mannes ein jähes Ende. Wie sehr W. das Vertrauen seiner Gemeinde genoß, beweist der Umstand, daß er viermal als Bürger meister unseres Dories gewählt wurde, dem er über 32 Jahre als Oberhaupt vorstand. Er dürfte wohl einer der dienstältesten Bürgermeister des Kreises Gießen gewesen sein. Schlitz. Die Tiefboh gesellschaft Pfordt hat bereits guten Erfolg, sie erbohrte vor einigen Tagen ein mächtiges Salzlager. Sprechsaal. Von einer in Gießen sehr geschätzten Persönlichkeit gehen uns folgende Zeilen zu: " In Nr. 300 Ihres geschätzten Blattes schreibt Herr Metzgermeister Friedrich Schreiner- Gießen, daß er gesonnen sei, fette Schweine aus dem Kreise Lauterbach zu 68 Pfg. pro Pfund Lebendgewicht zu kaufen. Die Schweine aus genanntem Kreise müssen für Herrn Schreiner ein besonders günstiges Objekt darstellen, denn ich habe im Kreise Gießen für das Pfund Lebendgewicht sage und schreibe- 49 Pfg. bor 14 Tagen bezahlt und dabei die erfreuliche Tatsache festgestellt, daß das Pfund Schlachtgewicht auch nicht höher stand als 60,9 Pfg. Warum Herr Schreiner unter diesen Umständen bei seinen Einfäufen nicht in der Nähe bleibt, ist um so unerklärlicher, als ich einige Tage nach meiner Hausschlachtung sogar das Pfund Lebendgewicht für 48 Pfg. hätte haben fönnen. Die Behauptung, es sei eine grobe Unrichtigkeit", daß fette Schweine nur 60-61 Pfg. pro Pfund Lebendgewicht fofteten, fann sich also nur auf eine entferntere Gegend, wie das ja auch klar ausgedrückt ist, auf Lauterbach beziehen. Daß mein geschlachtetes Schwein zu den fetten zu rechnen ist, dürfte sein Gewicht, rein 238 Pfd., erweisen. Also, das wirksamste Mittel gegen die hohen Schweinefleisch- und Wurstpreise ist die Haus. schlachtung. - Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, nach Weihnachten den 30. Dezember. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrassistent Steiner. Sylvester, den 31. Dezember. In der Stadtkirche. Abends 6 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirche. Abends 8 Uhr: Pfarrer Kraus. Neujahr, den 1. Januar. Kollekte für die Armen. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ 1hr: Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. In der Johanneskirche. Vormittags 92 thr: Pfarrer Euler. Nachmittags 5 Uhr: Pfacrassistent Steiner. Nächsten Sonntag, den 6. Januar, Epiphanias, wird das Landes- Missionsfest begangen werden. Dabei wird die alljährliche Kollekte für die Heidenmission gesammelt werden. Batholische Gemeinde. Samstag, den 29. Dezember. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 30. Dezember. Sonntag nach Weihnachten. Vormittags von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. Н um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. " 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. 912 Uhr: Hochamt. " Nachmittags um 5½½ Uhr: Andacht. Montag, den 31. Dezember. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Nachmittans um 5% Uhr: Predigt, darauf SylvesterAndacht. Dienstag, den 1. Januar. Neujahrs Fest der Beschneidung des Herrn. * Aus der Wetterau. Den Franff. Neuesten Nachr." wird folgendes hübsches Stückchen erzählt: In einem Dorfe der Wetterau war ein Pfarreie neu zu besetzen. Vormittags von 61/2 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. " um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. gottesdienst mit Predigt. 9/2" Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5½ Uhr: Andacht mit Segen. и Von den vielen Bewerbern waren einige aufgefordert, eine Probepredigt zu halten, welchem Ansinnen die Herren auch nachfamen. Aber feiner der vier ersten hatte den Kirchenbesucheru gefallen. Da kam der fünfte Vormittags um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militäran die Re he. Er hörte von dem Mißgeschick der Kollegen und dachte, hier mußt Du etwas Außergewöhnliches leisten. Also begann er folgendermaßen: Eine Gemeinde gleicht einer Welle Holz. Die Reiser sind die Gemeindeglieder, die dickeren Hölzer sind die Gemeinderäte und der dickste Bengel ist der Bürgermeister. Die Mitte aber, das bin ich, der Pfarrer, der das Ganze zusammenhält 2c.... Diese Wocte hatten den Einwohnern so gut gefallen, daß die Gemeinde oyne Besinnen dem tüchtigen Herrn die Stelle übertrug. * Somberg. Zur Erwerbung eines Truppenübungsplages für das 11. Armeekorps, für den nunmehr das Gelände bei Ohrdruf ausgewählt ist, ist im Reichshaushaltsetat für 1907 die Summe von 2 000 000. cingestellt. Diese 4. Rate dient lediglich zum Erwerb der Grundstücke, die für diese staatliche Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, en 29. Dezember. Meift trüb, Schneefälle, Temperatur nicht verändert, veränderliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich für die Bolitif und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beibe zn Gießen. Das Verzeichnis der in der Stadt Gießen zur Reichstagswahl st mmberechtigten Einwohner liegt der heutigen Nummer bei. 33. 11 ht It ie t. it ex em BEREA ig n. 口 An die Auftraggeber des Buchdruckgewerbes! Bersteigerung. Bett: Zieranälerei. Freitag, d. 4. Januar 07, nachmittags 2 Uhr weg 11) gegen Barzahlung ver: Bekanntmachung. Im deutschen Buchdruckgewerbe tritt mit dem 1. Januar 1907 ein veränderter werden im Bandlokal( Selters. Tierschutz- Zeitschrift" veröffentlichten, sehr beberi Den nachstehenden, seinerzeit in der Augen Lohntarif in Kraft, der eine allgemeine Erhöhung der Löhne um etwa 10-15 P03. teigert: 3 Bferbe, 1 Wagen, 2 werten Mahnruf empfehlen wir den Pferdebefizer vorfieht. Da in den geführten Verhandlungen des Tarifausschusses der Deutschen Kassenschränke, 1 Bett, 1 Regiftra- Lenfern zur angelegentlichsten Beachtung mit den Buchdrucker auf Grund von unanfechtbarem amtlichen Material eine in den letzten tur, 1 Billard, Sophas, Schränke, fügen, daß die Schuhmannschaft angewiesen ist, Jahren eingetretene allgemeine Verteuerung der Lebenshaltung in dieser Höhe statistisch Kommode, Uhren u. a. m. nachgewiesen wurde, war diese Lohnerhöhung im Interesse der Erhaltung des geJohann, Gr. Pfandmeister, werblichen Friedens und auch einer zur Erfüllung ihrer Pflicht gegen Staat, Gemeinde Gießen. und Familie befähigten Arbeiterschaft unvermeidlich. Die durch lange Jahre schärffter Konkurrenz überaus gedrückte Lage des Buchdruckgewerbes macht es ihm ganz unmöglich, eine Lohnerhöhung auf die eigenen Schultern zu nehmen, zumal gleichzeitig auch alle übrigen Produktionsfosten sich erheblich gesteigert haben. Es sind daher die deutschen Buchdruckereibefizer genötigt, mit dem 1. Januar 1907 eine entsprechende Erhöhung der Druckpreise eintreten zu lassen. Wir richten an die geehrten Auftraggeber des Buchdruckgewerbes, insbesondere an die Behörden und Korporationen, die höfliche Bitte, die von jedem einzelnen Buchdruckereibefizer nur in dem notwendigsten Maße zu haltende Preiserhöhung bewilligen zu wollen und dadurch nach ihrem Teil beitragen zu helfen, daß das Gewerbe seine im heutigen Konkurrenzfampfe ohnehin stark gefährdete solide Grundlage zu erhalten und die mit den Arbeitern getroffenen Vereinbarungen zu erfüllen vermag. Leipzig, im Dezember 1906. Der Vorstand des Deutschen Buchdrucker- Vereins. Mar Hesse- Leipzig, Vorsitzender. Eine Neujahrs- GratulationsAnnonce für die am 31. Dezember erscheirende Nr. 12 des ,, Illustrierten StadtAnzeiger" Größe wie dieses Feld foftet unr 2,40 Mt. Der Stadt Anzeiger ( Expedition: Seltersweg 83) wird gratis in jedem Hause Gießens abgegeben. 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Polizeiamt Gießen. Herberg. Winterliche Onälereien der Pferde. ( Aus der„ Allgemeinen Tierschuß- Zeitschrift".) Wenn im Winter die Pferde bei schwerem fich heiß gelaufen haben und dabei in Schweiß find, so muß man vielfach beobachten, daß gewi Knechte oder Kutscher in das Wirtshaus fich be in moderner Ausführung zu um ihre erstarrten Glieder zu erwärmen und billigsten Preisen empfiehlt inneren Menschen durch heiße Getränke Erwärmun die Buchdruckerei von berschaffen, aber nicht daran denken, die armen die bor Frost und Kälte zittern, mit wollenen Deda Solche Menschen bereiten den Tieren allein Qual, sondern sie schaden auch durch diese werfliche Unterlassung die Gesundheit der Pferde Kaiserblume feini Albin Klein versehen. Schwarze Marke Sett feinst. von Gebr. Söhl in Geisenheim. Portwein Samos Madaira Malaga - bei Emil Fischbach Gießen, Seltersweg. Wir suchen für jeden Be: zirf einen tüchtigen Vertreter für einen fonkurrenzlosen Haushaltungsartikel. Ev. 20 Mt. Monatsgehalt u. 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Wenn Hufeisen stumpf und nicht geschärft ist, so fann Pferd auf dem eisigen Boden nicht Fuß fassen. Es in große Angst vor dem vermeintlichen Sturze. zittert und bebt. Man merkt die Angst an dem fo fibischen Zuckungen der Muskeln. Von dieser Angst Qual find die Pferde leicht zu befreien. Man forgt einfach dafür, daß die Hufeisen im Winter mäßig geschärft und bei Glatteis ist jeden Tag Schärfung zu erneuern. Betr.: Reinigung der Fußßeige von Schnee i Eiz. Bekanntmachung. Die Eigentümer von an die Straße grenzen Grundstücken machen wir wiederholt auf die ihnen liegende Pflicht der Reinigung der Fußsteige find zum 1. April od. früher geschnee und Eis und des Betreuens derselbe räumige, herrschaftl. elegant aus: bei Eisglätte aufmerksam. geftattete 6-8 Bimmerwohnung., Badezimmer, großer Garten nebst Der frischgefallene Schnee ist alsbald nach Been fämtl. reicht. Zubehör zu vermiet. ung des Schneefalls und, wenn derfelbe während Näh. bei Guft. Belit, Maler- Nacht stattgefunden hat, längstens bis 7 Uhr meifter, Gießen, Liebigftr. 83. mit Schaufeln und Kehrbesen von dem Fußsteig zu seiner ganzen Breite bis zur Fahrbahn schneefrei feinen und zwar ist auf diese Weise der Fußsteig Städt. Wohnungsnach wets Gießen. Es find zu vermieten: 1 Wohnung von 7 Zimmern 3 6 " " 6 Wohnungen von 5 Zimmern 2 4 " " " 3 " " 1 " 2 2 " 2 unmöblierte gimmer 4 möblierte Zimmer Werftatt. Zu mieten gesucht: 32 Wohnungen von 1-7 3immern. In dem städtischen Hause Bahnhofstr. 20 Metzgergesellen ist ale balb eine fleine Wohnung zu vermieten. Näheres auf der Bürgermeisterei Gießen- Zimmer finden sofort dauernde Arbeit Fr. Schreiner, Wurstfabrik. Nr. 15. Lederputy- Crême ,, KAVALIER" Überall erhältlich! Das Befte vom Belten! Die Weiber laffen doch Jahr um Jahr An Menschen und Dingen kein gutes Haar, Nur eines rühmen fie täglich dir, Die Lederputzcrême Laderputz- Grisas Kavalier Das Beste von Baule ,, Kavalier"! Fabrik: Union Augsburg. 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Dezember 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Vergebung von Pflasterarbeit. Die zur Herstellung des Hofes beim Neubau Höheren und Erweiterten Mädchenschule erforde Pflasterarbeit soll Samstag, den 5. Januar 1907, vorm. 10 öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordrud, daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitp an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 24. Dezember 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Rr. 305 ction. 8 Enthalt Die Die nach der din no lebba Sabllampf da die Chwierigt nötigen Ver Sarteien entge über nationalli treife gefellen flaaten, die jed ten Mehrheit Fitslos ecflare Etwas ga Wahlkampf im dortige antifem Wabifreis bish einer Erklärung jhaftlichen Ver xiann von So idaftlichen Vere jeiner Wiederm genommen we 5 Friedberg Friedberg Büd herigen Reichs heim einzutret aufgestellt ist. Weglar. Bablgange für Dillenburg tehen bis jetzt Godesberg( ch Mandats, un ( nationallibera Für den haben die So burg Nob. Dig Diefer Wahlfre Soun- Rhei urde Grzelle burde bisher bertreten. Siegen Wi ( griftlich foz.), Für die Freifin Aus Baden Babltreises F d für die Sta Bentrum erfläc Dieren: im 1. S 2. Wahl 3.Wahlkreis Karlsruhe. cbentliche Bat ine Resolution mit gleicher Sd uführen set. Aus Unter Saßfurt Ebern Berner- Schw finger Brüder Vergebung von Erdarbeiter Die Erdarbeiten für die Herstellung von Be gruben auf dem Landgraf- Philipp- Play sollen Samstag, den 5. Jannar 1907, vorm. 11 1 öffentlich vergeben werden. Landrat Baron militäri Wie verh Gin gefch. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen wäh der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Anger auf borgeschriebenem Formular, das daselbst erhältlig, darüber: spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt an einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 22. Dezember 1906. Städtisches Tiefbanamt. Braubach. Als bor fu frage des Abged Boltt. Lage, u. wurde, ließ die tonen, dag die als eine gegen Demgegenüber 1 Staatsmänner Gallulah ubistave " Ob es eine scoping in a ch bege feinen glühenderen Munich als den die Michläge dieses erbärmlichen Schleichers Anal etwas unbequemer Schwiegersohn weroen FUIIII3