Rr. 279. tabaktion u. Sarp terbebithm: Gießen, Seltersweg 88. Ferusprechenschluß Nr. 362. Dienstag, den 27. November 1906 Gießener 15. Jahrgang 6. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Das neueste. Der Seniorenkonvent des Reichstages beschloß den Arbeitsplan über die Behandlung der schwebenden Vorlagen. Der Kultusminister hatte im Auftrage des Ka sers dem Erzbischof Stablewski auf eine Immediatvorstellung die Antwort zugehen lassen die ihn nicht mehr erreichte daß eine enderung im Religionsunterricht nicht erfolgen tann. - Der Kampf um die Berufsvereine. Der Reichstag hat den Gesetzentwurf über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine nach erster Beratung an eine besondere Kommission zur Vorbereitung für die zweite Lesung berwiesen. Die allgemeine Debatte, in der die einzelnen Fraktionen ihre Stellung zu der Vorlage erklärten und begründeten, ihre Abänderungswünsche wenigstens in Umrissen ffizzierten, läßt feinen sicheren Schluß auf das Schicksal des Entwurfs zu. Die Redner einzelner Fraktionen sprachen sich bedingungsweise für die Annahme der Vorlage aus, aber eben die Bedingungen, die sie zur Voraussetzung ihrer Zustimmung machten, widersprachen einander. Wo der eine Einschränkungen verlangte, da forderte der andere Erweiterungen, sodaß die Disharmonie der Absichten tatsächlich größer war, als es den Anschein hatte. Vielleicht aber mag gerade hieraus erkannt werden, daß die Verbündeten Res gierungen mit dem, was fie empfehlen, die richtige Mitte ge= funden haben. Einstweilen aber wird das von den Parteien noch nicht zugegeben. Auf konservativer Seite erblickt man in den Bestimmungen des Entwurfs die äußerste Grenze dessen, was überhaupt zugestanden werden darf. Auf sozialdemokratischer Seite wiederum versichert man, daß der Entwurf ein neues Aus. nahmegesetz gegen die Arbeiter sei, daß es die Menschenrechte verlege. Das ist nun unter allen Umständen eine maßlofe Uebertreibung, die durch nichts gerechtfertigt erscheint. Die Berufsvereine können in ihren Rechten durch die Vorlage in keiner Weise verschlechtert werden, da für sie gar kein Zwang besteht, Rechtsfähigkeit nach den Bestimmungen des geplanten Gesetzes zu verlangen. Indem sie aber auf die Rechtsfähigkeit, die sie ohnehin nicht haben, verzichten, haben die Bestimmungen des Gesetzes auf fie feine Anwendung, bleibt für sie alles beim alten. Die Sprecher der freisinnigen Fraktionen waren auch der Meinung, daß die Berufsvereine von dem Gesetz und der damit ihnen sich bietenden Rechtsfähigkeit feinen Gebrauch machen würden, weil in den Einzelbestimmungen der Vorlage so mancherlei Fallen und Fußangeln steckten. Wäre das selbst der Fall, so könnte immer Die Erlangung der Re berein ein großer Vorteil. 60 legitimation, darf Grund. wird von der persönlichen noch nicht von einer Schlechterstellung der Berufsvereine die Rede sein; man könnte höchstens sager, daß ihnen ein Vorteil entgeht, den man ihnen gönnt und auf den sie gewissermaßen Anspruch haben. Das war der Standpunkt des nationalliberalen Sprechers. Aehnlich Stellung nahmen die Vertreter des Zentrums ein, die Abän träge in größerer Zahl ankündigten. eit ist für einen Berufsnt dadurch aktive Prozeßerben, und sein Vorstand ung befreit. Die Vorlage läßt ferner die Frauen zu den Berufsvereinen und zur Beteiligung an sozialpolitischen Bestrebungen zu. Endlich hören damit für die zur Rechtsfähigkeit gelangten Berufsvereine die vereinsrechtlichen Beschränkungen auf, die in manchen Einzelstaaten noch bestehen. Welche Bedeutung das hat, mag daraus abgemessen werden, daß Staatssekretär Graf Posadowsky in den betreffenden Bestimmungen des Entwurfs schon die Grundlage für ein Reichsvereinsgesetz erblickte. Begreiflicherweise sind gegenüber den erheblichen Vorteilen, die das Zugeständnis der Rechtsfähigkeit bietet, von denen manche überdies ein ganz neues Gebiet erschließen, regierungsseitig auch gewisse Einschränkungen in Vorschlag gebracht worden, die einen Schutz wider etwaigen Mißbrauch geben sollen. So dürfen nach der Vorlage nur Angehörige desselben und eines verwandten Berufs zu einem Berufsbereich fammenschließen. Unbillig ist diese Bedingung n die Berufsvereine haben davon ihren Namen. Ein Streit aber, welche Berufe als verwandt, anzusehen sind, ist in der Praxis kaum zu erwarten; und wenn er gleichwohl entsteht, so wird er sich von Fall zu Fall leicht schlichten lassen. Daß der Berufsverein, der Rechtsfähigkeit hat, nur auf die Wahrung und Förderung der mit dem Beruf seiner Mitglieder unmittelbar in Beziehung stehenden gemeinsamen getverblichen Interessen soll bedacht sein dürfen, ist eigentlich selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich ist, daß Verwaltung sowohl wie Mitglieder das Recht haben müssen, einen Beschluß als statutenwidrig anzufechten. Freilich gibt es hier gewisse flüssige Grenzen, bei denen man es in der Praxis richt so genau 1 8 fich eben eine Gepflogenheit hera ergänzt. - Etwas oberflächlich ist man vielleicht bei der Bestimmung der Streitklausel gewesen. Doch darf nicht vergessen werden, daß es sich hier um Dinge handelt, deren Bedeutung von Ort zu Ort, von Tag zu Tag verschieden ist, und daß man deshalb im Gesetz auch etwas dehnbarer Bezeichnungen nicht entraten kann. Ob die Staatssicherheit gefährdet wird, ob Menschenleben in Gefahr geraten, ob die Versorgung mit Wasser und Licht unter allen Umständen gleichsam für sacrosanct gelten muß darüber kann man von Fall zu Fall verschiedener Meinung sein. Ganz sicher aber ist, daß man auf diesem Gebiet zu großer Vorsicht alle Ursache hat. Wenn längere Erfahrung zeigt, daß man die Grenzen ohne Be forgus von Mißbrauch weiter stecken fann umso besser. - - Politifche Rundschau. Deutfches Reich. Der Seniorenkonvent des Reichstages hat beschlossen, Immer am Sonnabend und Montag die Sizungen ausfallen zu lassen. Mittwoch soll die Kolonialdebatte beginnen. Eine Vorlage wegen Algeciras wird dem Reichstage auch noch zugehen und soll noch vor Weihnachten erledigt werden. * Von Mitgliedern der Zentrumspartei ist im Reichstage eine Interpellation über die Erzeinfuhr aus Schweden eingebracht worden. In der Anfrage an den Reichskanzler wird betont, daß auf der Eisenbahn von den schwedischen Erzgruben nach dem Seehafen Narvik infolge Anordnung der schwedischen Regierung nur eine so geringe Menge Erz jährlich befördert werden darf, daß die Ausfuhr seit 1. November d. J. be= trächtlich eingeschränkt werden mußte. Dieses Vorgehen vertrage fich nicht mit den Bestimmungen des deutsch- schwedischen Handelsvertrages. * Am 6. Dezember tritt der Landeseisenbahnrat zu einer Sigung in Berlin zusammen. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Maßnahmen gegen die Fleischteuerung, die Aufnahme von frischem Fleisch in den Spezialtarif für bestimmte Eilgüter und die Frachtermäßigung für frische Seefische. Rufsland. ** In einigen Bezirken hat die Hungersnot einen schreu= lichen Umfang angenommen. Die Bauern im Gouvernement Kasan verkaufen aus Verzweiflung ihre eigenen Frauen und Töchter an Sklavenhändler. In einem Dorf wurden acht Mädchen im Alter von zwölf bis achtzehn Jahren für einbis zweihundert Mark an solche Händler verkauft. ** Es heißt, daß der Streit mit Japan wegen der Fischereien an der Küste von Sibirien einen ernsten Charakter angenommen hat. Ein zweiter Krieg zwischen Rußland und Japan fönne fich leicht aus der jezigen Lage ergeben. Die Forderungen Japans werden in maßgebenden russischen Kreisen als übertrieben betrachtet und man erklärt, daß Rußland durch Nachgibigkeit seine ganze Position an der Küste des Stillen Ozeans opfern würde. Amerika. ** Die Hilfsaktion bei der Erdbebenkatastrophe von San Franzisko findet jezt ihr Nachspiel in einer sensationellen Erpressungsaffäre, in die der Bürgermeister Schmitz und ein " Boß" von San Franzisko, Mr. Ruef, verwickelt sind. Die besondere Anschuldigung gegen Schmitz ist die, daß er Geldsummen von 4000 bis 6000 Mark von Wirtshausinhabern durch die Drohung erpreßt habe, er würde ihnen sonst die Schanktonzession entziehen. Dies ist jedoch die geringste der Beschuldigungen, die offen gegen die gegenwärtige Verwaltung von San Franzisko erhoben werden. Wenn nur ein Viertel von dem wahr ist, was durchweg in den gesamten Zeitungen der Vereinigten Staaten gedruckt wird, so ist der Zustand in San Franzisto schlimmer, als er je vorher in einer Stadtberwaltung Amerikas gewesen ist. Schmitz wird bei seinem Eintreffen in San Franzisko- er ist auf der Rückreise von Europa verhaftet werden und man darf auf die Enthüllungen, die dieser Prozeß bringen wird, gespannt sein. Jedenfalls ist die Unsicherheit in der Stadt so groß, daß der Aufbau unter solchen Verhältnissen wohl unterbleiben wird. Afrika. * Zu den umlaufenden Gerüchten über die zunehmenden Wirren in Marokko hat sich nun auch der vielgenannte Kaisuli geäußert. Sein Vertreter erklärte einem spanischen Journalisten, daß die in Europa umlaufenden pessimistischen Ansichten unbegründet seien. Raisuli rücke nicht gegen Tanger vor; er habe nur 2000 Mann, die er zu Feldarbeiten verwende, und die sich mit den Europäern vollkommen vertrügen. Raijuli werde in Uebereinstimmung mit Mohammed el Torres und dem Sultan die Bildung der Polizeitruppe geschehen lassen, jedoch nicht ohne Protest zu erheben. Kleine politifche Nachrichten. Berlin, 26. November. in Teil der deutschen Bevonmächtigten hat, da die Felsvertragsverhandlungen mit Spanien abgebrochen worden sind, Madrid bereits verlassen. Der andere Teil dürfte binnen furzem ebenfalls hierher zurückkehren. Karlsbad, 26. November. sine Manifestation der Bürger schaft gegen den übermäßigen Steuerdruck sand hier statt. Zehntausend Menschen aller Stände zogen, zur BezirksHauptmannschaft und legten Protest beim Bezirkshaupt mann ein. Toulon, 26. November. Die Panzerschiffe„ Suffren", St. Louis" und„ Charlemagne" halten sich unausgesetzt zuż Abfahrt nach Maroffo bereit. Rom, 26. November. Eine neue Bombenexplosion setzte die Bevölkerung in Schrecken. Unter großem Lärm platzte eine Petarde bei der St. Andreaskirche. Es wurde niemand berletzt. Triest, 26. November. Der Stadtrat beschloß mit 22 gegen 21 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen die voll. ständige Trennung der Gemeinde und der Kirche. Sämtliche Kosten des Kultusbudgets sind gestrichen oder herabgesezi worden. Tanger, 26. November. Die hier zusammengetreten Konferenz der diplomatischen Vertreter der Signatarmächte beschloß, troß der noch ausstehenden Ratifizierung der Alge ciras- Akte über die in Marokko vorzunehmenden Reformer in Besprechungen einzutreten. ** Dof und Gefellschaft. " An Bord des Flottenflaggschiffs Deutschland" in Riel leitete der Kaiser am Sonntag die gottesdienstliche Handlung und sprach selbst die Predigt. Der Kaiser nahm Bezug auf den Totensonntag und betonte besonders, daß Arbeit für den Lebenden das Notwendigste. Das seien die guten Werke, die uns im Tode nachfolgen. Gestern wohnte ber Kaiser Schießübungen auf dem Kreuzer ,, Prinz Adalbert" bei. * ** Für die nächstjährige Nordlandreise beauftragte der Raiser den bekannten norwegischen Lotsen Nordhus, ihm eine Route auszuarbeiten. Die Reise soll sich bis zum Hafen bon Narvik im Norden Normogens erstrecken. k ** Der dritte Sohn des Kaiserpaares, Prinz Adalbert von Preußen, ist seit einigen Tagen ertranft; er hat sich eine leichte Erkältung zugezogen und muß bas Zimmer hüten. Aus diesem Grunde konnte der Prinz an den anläßlich des Kaiserbesuches in Kiel veranstalteten Festlichkeiten nicht teilnehmen. ** Unter großer Teilnahme der Bevölkerung hielt das neuvermählte Paar Prinz und Prinzessin Johann Georg von Sachsen seinen Einzug in die Residenzstadt Dresden. Vor dem Rathause begrüßten die Vertreter der Stadt das prinzliche Paar, im Schlosse fand die Bewillkommnung durch den König und die übrigen Mitglieder des föniglichen Hauses statt. Aus Anlaß des Einzuges hat der König etwa 120 Personen, die wegen eines in Not begangenen Vergehens gegen die Vermögensordnung zu Freiheits- oder Geldstrafen berurteilt waren, die Strafen im ganzen oder zum Teil erlassen. ** * In Posen verschied plöglich am Herzschlag der Erz bischof Florian v. Stablewski im Alter von 65 Jahren. Seine Ernennung zum Erzbischof von Poser und Gnesen und Primas von Polen erfolgte im Jahre 1891, Florian v. Stablewski war früher Propst in Wreschen Als solcher wurde er 1876 zum Mitglied des preußischer Abgeordnetenhauses gewählt, in dessen polnischer Fraktion e von da an eine führende Rolle spielte. Die Beiseßung finde am Donnerstag in der neurenovierten Gruft der Herz- Jesu tapelle des Domes statt. *** Der Reichstagsabgeordnete Dreesbach- Mann heim ist gestorben. Er gehörte der sozialdemokratische Partei an und war 62 Jahre alt. Deer und flotte. " 1 Ein französisches Torpedoschulschiff durch Feuer zerstört. An Bord des Torpedoschulschiffes Algésiras", das im Hafen bon Toulon lag, brach Sonntag abend ein Großfeuer aus, durch welches das Schiff vollständig zerstört wurde, Von der 500 Mann zählenden Besatzung waren, als das Feuer aus: brach, 321 Mann an Bord. Ueber den Umfang der Katastrophe, die durch eine Pulverexplosion verursacht worden sein soll, fehlen bis jetzt genauere Angaben. Beim Appell fehlten drei Mann, man glaubt jedoch, befürchten zu müssen, daß die Bahl der beim Brande Umgekommenen bedeutend größer ist. Der neue französische leukbare Luftballon Patrie" unter nahm in Nantes einen Aufstieg von fünfviertelstündiger Dauer; er erhob fich über die Wolken und senfte sich von Beit zu Zeit, um photographische Aufnahmen des Geländes ju machen und Geschosse abzusenden. Deutfcher Reichstag. ( 126. Sizung.) CB. Berlin, 26. November. Der Reichstag fette heute, nachdem er das Andenken des blößlich gestorbenen sozialdemokratischen Mitgliedes Drees bach in gewohnter Weise geehrt hatte, die erste Lesung des die 33. 1, EES st ex ent 18 ng em. Die barmherzige Schwefter Laffen; der Freiherr aber Keinbes nieder und nahm fich neben berfeinen geleden mißgönnen 6. Kapitel. fieß t gewaltiger Anstrengung seine Bewegung nieder " Ich follte bir zürnen, mein geliebtes Rind?" thre schmale weiße Hand in feine batte Telle bem Bager feines beiden Bände. ränipfenb. er, fagte mit Welch eine törichte Sorge ist es, mit der du dich beinem gefunden, auf den Wunsch des Dottors im Beisein des Freiherrn stattDie Unterredung zwischen den beiden Berlobten hatte var nur von sehr kurzer Dauer und ste gewefen. fein, ba hinter in ihren Höhlen und um welche ihm Falten lag; benn feine Mugen Mundwinfel feine tagen tief hatten sich tiefe müht gewe graben. Er war augenscheinlich vergeblich be. als jener bereits mit gerufen hatte, ihm sein Pferd vorzuführen, sprach er eifrig feinen Neffen zu beruhigen, und noch jetzt, rauher Stimme bem Meitknecht zus jenseits reube, baB ber bie eine Borberivohiuung im Nebenbaufe. Die Mauer erblicken fast gespenstisch vorgekommen. nie ein freundliches Geficht zu sehen fonnte, nun auch wieder bezogen war; benn es waren beide Grundstilte trennenden Gardinen angebracht. Die tablen her binter ben fetic Aber ilber etwas anderes freute , waren ihr immer 0,90 1,20 Rechtsfähigkeit der Berufsvereine behandelnden Gesezentwurf fort. Buerst sprach Dr. Pachnide, der im Namen ber Freisinnigen Vereinigung eine sehr abfällige Kriti an der Vorlage übte. Sie sei eine preußische oder sächsische zu nennen, bemerkte er. Sie sei das Werk vor Bolizeinaturen. Sie sei nicht eine Schöpfung des zwanzigster Jahrhunderts, sondern fie erinnere an die fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Der Redner ging die Einzelheiten der Vorlage durch, betonte u. a., daß durch sie das Koalitions: recht geschmälert werde und bemerkte, die blutigste Kritik, die an der Regierungsvorlage geübt werden könne, liege darin, daß nur die Konservativen ihr zustimmten. Der nächste Redner war der Zentrumsabgeordnete Giesberts. Er polemisierte gegen den Sozialdemokraten Legien und verteidigte ihm gegenüber die Haltung der christlichen Gewerkschaften. Diese feien eine Vereinigung christlich gesinnter Arbeiter zu wirtschaftlichen Zweden, eine Vereinigung solcher Arbeiter, die sich von der sozialdemokratischen Gedankenwelt emanzipiert bätten. Das Koalitionsrecht der Landarbeiter. Von Bedeutung war, was der Abg. Giesberts über die Gewährung des Koalitionsrechts an die Landarbeiter [ agte. Er bedauerte, daß ein Teil seiner politischen Freunde fich gegen diese Gewährung erklärt habe und er betonte, die Furcht, daß, wenn die Landarbeiter das Koalitions: recht erhielten, die Sozialdemokraten alsdann auf das Land kommen würden, sei unbegründet. Denn, so sagte der Redner, die Sozialdemokraten find schon da und sie wirken gegenwärtig in geheimen Zusammenfünften schädlicher, als es ber Fall sein würde, wenn die Landarbeiter das Koalitionsrecht besäßen. Unfreie Menschen, rief der Redner aus, sind nie ein brauchbares Arbeitermaterial. Nachdem Abg. Giesberts noch verschiedene Bestimmungen bemängelt hatte, fam in vorgerückter Stunde noch der sozialdemokratische Abg. Heine zum Wort. Er wandte sich in ben schärfsten Ausdrücken gegen den Entwurf. Er nannte Ihn ein Monstrum, das nicht lebensfähig sei und bezeichnete bas Juristendeutsch der Vorlage als scheußlich. Cokales. * Zu Ehren doktoren ernannte die Juristische Fakultät der Gießener Landesuniversität Ministerialrat Weber Darmstadt und Oberlandesgerichtspräsident Lippold Darmstadt. X Stadttheater Gießen. Der Neubau unseres Theaters schreitet zur Freude aller rüftig vorwärts. Nachdem er unter Dach gebracht ist, hat man mit der Anlage der Heizung bereits begonnen, sodaß den ganzen Winter über an der inneren Einrichtung gearbeitet werden kann. In einer gestrigen Sitzung des Theaterbau- Komitees soll bereits die Bühneneinrichtung bergeben worden sein. Die Fertigstellung dürfte voraussichtlich bestimmt im Laufe des nächsten Jahres, eventuell zur Säcularfeier der hiesigen Universität zu erwarten sein. tt. Stabttheater Gießen. Philippis„ Helfer" geht heute als 6. Dienstags Abonnements- Vorstellung in Szene. Interessenten seien darauf aufmerksam gemacht, daß diese die letzte Abend Aufführung der Novität ist, deren gute Darstellung hier so vielen Beifall gefunden hat. -r- Eisberein. Die Mitglieder des Gießener Eisvereins oder solche, die es werden wollen, verweisen wir nochmals besonders auf die Bekanntmachung in unserem Annoncenteil von heute. * Wettertalbahn. In Bad- Nauheim wurde Eine weitere eine Sitzung des Komitees abgehalten. Eine weitere Sigung findet anfangs Dezember in Rockenberg statt. * Eine interessante 3igeunergeschichte spielte sich im südlichen Teile des Kreises Ziegenhain nb. In den Waldungen an der Hessen- darmstädtischen Grenze lagerte eine Bande dieser braunen Nomaden und weigerte sich, den Platz zu verlassen. Gendarmen und Landleute wandten nun Gewalt an und bei dieser Gelegenheit wurde ein Pärchen, das Widerstand leistete. gefangen genommen und ins Acrestlokal nach Ottrau gebracht. Vor der Türe nahmen zwei Wächter Aufstellung und gingen so lange mutig auf und ab, bis es ihnen im Freien ungemütlich wurde. Sie nahmen ihren Stärketrunk, eine tüchtige Flasche Schnaps und setzten sich zu ihren Gefangenan, die ihnen abenteuerliche Geschichten aus fremden Banden zum besten gaben und Betr.: Wandergewerbescheine. Bekanntmachung. Da nach§ 60 der Gewerbeordnung der Wandergewerbeschein für die Dauer des Kalenderjahres erteilt wird, fordern wir alle diejenigen Personen, welche den Gewerbebetrieb im Umherziehen im Jahre 1907 fortzusetzen oder zu beginnen beabsichtigen, auf, ihre Anträge auf Erteilung des Wandergewerbescheines bei uns jetzt schon und so zeitig zu stellen, daß sie zu Anfang des nächsten Jahres im Besitz des erforderlichen Gewerbescheines sein können. Gießen, den 21. November 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. m. Anbau u. Garten Geschäftshaus passend für jedes hypothekenfrei offene Geschäft, in beber Lage eines gut frequentierten Badeortes Mitteldeutschlands sehr preiswert zu verkaufen. Offerten von nur Selbstreflektanten u. Nr. 11 438 an d. Expedition dieses Blattes erbeteu. auch der Flasche fleißig zusprachen. Zu der Müdigkeit der Wächter gesellte sich nun auch noch ein Rausch und schließlich schnarchten sie mit der Zigeunerin, die auch tüchtig geleckt hatte, um die Wette, während ihr männlicher Genosse, der allein nüchtern geblieben, sich den Zauber ansah und dann die Türe von außen zuschloß, die beiden Wächter mit seiner Stammesgenossin allein zurücklassend. Jedenfalls hat es am andern Morgen | herzustellen, ohne erft teures Suppeufleisch der Brühe wegen auszufochen. Die Preise dieser Erzeugnisse sind immer die gleich wohlfeilen, wie von jeher + Staufenberg, 25. Nov. In vorlegte: Nacht gegen 2 Uhr brach in der Hofraite des Schreiners Grölz dahier boufen, Rieberund haben aleid Swifhen Ober etwa 260 org Som Westerwald abn ift eine rege S Feuer aus, das sehr rasch um sich griff und bald die ge. Hier entstanden. füllte Scheuer zerstörte. Dem umfsichtigen Eingreifen der folge von Brau Feuerwehr gelang es, einer Weiterverbreitung des Feuers gebiet, das fich übe * Niedrigere Fleischpreise. Aus allen vorzugreifen. Leider erlitt der Hausbesizer noch einen er burg erftredt, ift g Teilen Hessens wird die Herabsetzung der Fleischpreise heblichen Schaden durch den Verlust eines Schweines, das, frei. Die gemutete gemeldet. In Mainz wurde der Preis für Kalbfleisch erste Qualität von 90 Pfg. auf 80 Pfg. herabgesetzt, Halsstücke kosten 76 bis 80 Pfg. In Kastel schlugen einzelne Metzger bei Schweinefleisch um 10 Pfg., bei per Pfund ab. In Offenbach beschlossen die Sweineobwohl in einem benachbarten Hofe geborgen, dort in die Pfuhlgrube geriet und ertrant. Wetzlar. Das hiesige Schöffengericht urteilte dem Wegi. Anz." zufolge u. a. über folgende Fälle ab: " mit erfchloffen find, werden jept zu ho Hmbria" bei Höhn, ift, erzielte einen allen Wurstsorten um 15 Pf., bei Rindfleisch um 8 Pfg. Die Ehefrau des F. M. zu Wißmar ist beschuldigt, im Jahrzenten ift fie Sommer d. J. bei der Ehefrau des Landwirts D. daselbst merob, welche durc metzger den Preis für Fleisch um 10 Pfg., für Wurst gebettelt zu haben. Das Gericht erkennt die Angeflagte gen die Grube f um 6 Pfg. herabzusetzen. In Bingen gingen die Metz schuldig und verurteilt sie zu einer Haftstrafe von 1 Tage derfelbe Itegen die ger mit dem Preise für Schweinefleisch zurück. und zu den Kosten des Verfahrens. Der Heizer F. M., was man fonft * Der Schweinefleischpreis. Von der Megger zu Wismar erhielt von der Polizeiverwaltung Krofdorf Gesellschaft aus einen Strafbefehl in Höhe von 8 Mt., weil er sich am gefchloffenes Grube 3. Oftober in der Gastwirtschaft von B. über die Polizei bau auf lange Beit stunde hinaus aufgehalten haben sollte. Da nach Aussage verbindung mit der " innung erhält der Fronts. General- Anz." folgende Buschrift: Die Hessische landwirtschaftliche Zeitschrift" tommt in ihrer vorgeftrigen in ihrem Blatte veröffentlichten Betrachtung zu dem Schlusse, daß die Frankfurter Megger die Erhöhung der Schweinefleischpreise um 16 Prozent seit August 1905 borgenommen haben, ohne daß die Einkaufspreise von Schweinen in dieser Zeit mehr als 3 Prozent geftiegen seien. des Zeugen der Angeklagte nicht als Gaft, sondern als Arbeiter auwesend war, erfolgte fostenlose Freisprechung. gt. Seither wurden fie aus dem Bergwe * Aus dem Ohmtal. Melioration. Alljährlich, over, verlauft und die wenn der Winter naht, beginnen im weiten Tal der Ohm fe felbft zerkleinern, Nun wollen wir einmal untersuchen, sie die Verhältnisse von der Nähe Marburgs jenseits der Lahnberge an bis nach der Braunkohle hart vor der angeführten Daten gelegen haben: Amtliche Rotierung der Viehmarktpreise( Durchschnitt) Ladenpreis des Schweinefleisches. Pfg. 58 März November 03 Mt.-.85 Plus Pfg. 27 " 54 Dezbr.- Januar 04 -.80 26 " " " " 58 Febr. 04- Febr.05 -80 22 " " " " 66 März 05- Mai 05 -.85 19 " " " " 72 Juni 05- Aug. 05 .90 18 " M "- " 76 Sept. 05- Ott. 05 -.95 19 " " п 77 Nov. 05- Dez. 05 78 Jan. 05-18. Mai 05 1.1.23 " " 22 " " " " 69 18. Mai- 15. Juni 05 - -.90 21 " 1 " " " Н 77 15. Juni 19. Sept. 05 1.23 " " " M 77 19. Sept.- 20. Nov. 05 ab 20. Nov. 05 1.10 H M " 1." Homberg sich die Felder und Wiesen mit Wasser zu füllen. auf ihre Brechfähigkei Ganze Strecken gleichen oft einem großen See, der mit raden werden auf de allerhand Wassergeflügel bevölkert wird und tritt dann ben Briketts. plößlich Frost ein, so fann man auf meilenweiten Bahnen Frankfurt. Ein dem Schlittschuhsport huldigen. Für manchen mag das schön mig am biefigen Ober flingen, für die Grundbesizer im Tal der Ohm sind die hotel Bristol" am Ueberschwemmungen aber oft der Grund zu Sorgen, um Herrn Fahrig in D bei starkem Gewitterregen eintreten. Die Meliorationsfrage der Ohmniederung ist deshalb von größter Wichtigkeit, da die Regierung der Ohmregulierung aber noch nicht näher getreten ist, ist im letzten Jahre schon eine Anzahl Befizer der Dhmwiesen bei Schweinsberg zu einer Entwässerungs. Der Plan zur Ent 33 Genossenschaft zusammengetreten. Daraus ergibt sich, daß der Einkaufspreis vom De ber 1903 bis August 1905 um 33% Prozent gestiegen ist, während der Fleischpreis im Verkauf nur um 122 Prozent stieg. Während Anfang 1904 der Ladenpreis den Marktpreis um 26 Pfennig per Pfund überſtieg, war diese Spansung im August 1905 bis auf 18 Pfennige gesunken. Ge rade daraus, daß die Meßger solange mit dem Aufschlag zögerten, soll ihnen jezt von agrarischer Seite ein Strid gedreht werden, durch die Gegenüberstellung zweier Zeitperioden, deren Preisnotierung allerdings ohne Kenntnis der ganzen Sachlage einen Trugschluß ergibt. In Betracht zu ziehen ist, daß die Schweine mit Kopf, Beinen, Schwarten und Schmalz gewogen werden, welche Artikel alle für nur die bis 2/ s des Einkaufspreises verkauft werden können. Die Knochen und der Verlust durch Eindrocknen machen zirfa 15 Prozent des Schlachtgewichtes aus; dafür werden aber, ob die Schweine 50 oder 80 Pfg. fosten, für die Knochen 2 Bfg. per Pfund und für den Gewichtsverlust nichts erlöst. Also müssen die Verkaufspreise in prozentualer Weise steigen und ist ein Mehrerlös von 27 Pfg. wie im Herbst 1903 gleich einem Plus von 33 Pfg. in den letzten zwei Monaten. Wir müssen es jedem Einfichtigen überlassen, beim Vergleich obiger Stala si flar zu machen, ob es möglich ist, in acht Wochen einen Verlust von drei Jahren zu decken. Durch unsere zahlenmäßige Darstellung haben wir den Beweis erbracht, daß nicht die Meßger, sondern die Landwirte seit bracht, daß nicht die Mezger, sondern die Landwirte seit 1903 den Nuzen bis zu 44 Prozent aus der Teuerung gezogen haben und die Eingabe des Magistrats wegen Deff. nung der Grenzen durchaus noch nicht gegenstandslos geworden ist. -i- Bei den immer höher steigenden Lebensmittelpreisen greift die praktische Hausfrau doppelt gern zu bewährten Küchen- Artikeln, die ihr Geld, Zeit und Arbeit sparen helfen. In der Tat ist sie imftande, 3. B. mit Maggis Würze stets eine gute, gesunde Kost auf den Tisch zu bringen, oder mit Maggis SuppenWürfeln in fürzester Zeit vorzügliche, nahrhafte Suppen Der Bar Geld verleiht fofort anerschnell. kannt reell, diskret u. wässerung eines größeren Wiesengeländes zwischen Schweins berg und Rüdigheim ist so angelegt, daß er auf eine all gemeine Ohmregulierung Rücksicht nimmt. Um die Arbeit möglichst durchgreifend zu machen, sind in den letzten Tagen auch die Wiesenbesitzer aus den Ortschaften Ober- Ofleiden, „ Frisch und rotbackig." Mit einem Mittel, das nur während der Krankheit vorübergehende Linderung bringt, ist es uicht allein getan. Dringend notwendig ist, daß man nach einer Strankheit ein Stärfungsmittel braucht, das den Gesundheitszustand rasch wieder auf die frühere Höhe bringt. Ein solches Mittel bietet sich in Scotts Emulsion. 215 Käufer in bem bewährteste Nahrung für Hufek Christ er Kleinkin Weihnachten na Freude, das Fest i Sonntag, de I diesmal die Chrift alt stattfinden. nachtstisch mit Fahun zu fönnen, wen Lengsdorf, Kreuzbergerweg, 16. Mai 1905. " Bu unserer großen Freude kann ich Ihnen mitteilen, daß Ihre Scotis Emulsion auch beim Keuchhusten, der vor ca. 2 Monaten mein dreijähriges Söhnchen Peter befiel, Vorzügliches geleistet bat. Tie Hustenanfälle wurden bald nach dem Gebrauch der Emulfion fürzer und weniger heftig, der Auswurf loser, sodaß das Kind nicht mehr, wie früher, dem Erftiden nahe fam, und jetzt ist der Husten absolut verschwunden. Troß der Krankheit ist der Kleine, im Gegenstigste Bescherung fab zu andern Kindern, die durch den Keuchhusten ganz blaß und eingefallen aussahen, nicht heruntergekommen, im Gegenteil, er bat wahrend des Gebrauchs der Emulsion bei seinem Appetit ständi zugenommen und ist i pt frisch und rotbackig."( gez.) Peter Bell Der Umstand, daß wir ausschließlich den besten und reinsten Norwegischen Medizinaltran verwenden, daß wir beim Einkauf unserer Rohmaterialien alles zurückweisen, was nicht ganz tadellos ist, die wit ferner diese Bestandteile in einem größte Sorgfalt und Reinlichkeit einschließenden besonderen Verfahren ber arbeiten, mächt Scotts Emulsion zu einem vorzüglichen erfolgreichen Sträftigungsmittel, das in seiner Wirkung gewöhnlichem Lebertran weit überlegen ist. 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Fast das ganze Braunoblingebiet, das sich über die Kreise Oberwesterwald und Baburg erstreckt, ift gemutet und nur fleine Striche sind ofrei. Die gemuteten Kohlenfelder, die teilweise noch jamist erschlossen sind, oder deren Abbau seit larger Zeit uht werden jetzt zu hohen Preisen bezahlt. Die Grube andria" bei Höhn, die allerdings eben in flottem Bes Schweines, b n, dort in gerigt untitle - befauidigt, be fille created ith, erzielte expen' Berkaufspreis von 370 000 Mart. virts D. dale bie Angeli afe bon 1 Seizer F welt er fidh Seit Jahrzenten ist sie im Besiße der Gewerke Baldus aus Walmerod, welche durch Wasserhaltungen und moderne EinAuf diesem richtungen die Grube sehr rentabel machen. Bubenfelde Itegen die Kohlen in 3-4 Meter mächtigen ung Atrofd Fen, was man sonst wenig antrifft. Die neuen Besitzer, ie Gesellschaft aus Gießen, haben noch ein benachbartes, Simaufgeschlossenes Grubenfeld dazu erworben, wodurch der ft, sondern everbindung mit der Eisenbahn, welche nahe vorbeiführt, Freisprechung gelegt. Seither wurden die Braunkohlen nur in Stücken, vite sie aus dem Bergwerk fommen, oft bis zu einem Zentner Aläcker, verkauft und die Stäufer mußten sich dieselben zu Lal der Die selbst zerkleinern, was umständlich war, da die Wefter viber Brauntohle hart wie Holz ist. Neuerdings hat man Baffer zu fikiei auf ihre Brechfähigkeit prüfen lassen und es sollen Stücke * Seligenstadt, 25. Nov. Heute sind 275 Jahre Schwedenfönig Gustav berstrichen, seitdem der Adolph hier seinen Einzug hielt. Am 25. November 1631 stand er an der Spitze seines Heeres vormittags 10 Uhr vor dem Obertore, um einzuziehen. - auf der der Raufvertrag bafierte, enthalte den Reingewinn,| Referenbaren Wilhelm Fritsch von Weilerhof bei Wolfstehlen während sie in Wirklichkeit den Bruttogewinn enthielt. Die und Rudolf Reitz von Echzell ein Säbelduell statt, nachdem sie im Sommer zuvor in Mainz in einer Wirtschaft Prozeßfoften dürften rund 100000 Mt. betragen. in Streitigkeiten geraten waren, bei denen Fritsch von seinem Gegner eine Ohrfeige erhielt. Reiz, der Reserveoffizier ift, wurde vom Kriegsgericht dieserhalb zu 3 Monaten Festungshaft verurteilt. Fritsch erhielt von der Strastammer eine Der Geometer Karl Henkel Feftungshaft von 4 Monaten. zu Grünberg hat gegen den Kaufmann Georg Moll zu Wächtersbach Privatllage erhoben, weil er ihn des Wortbruchs bezichtigte. Das Schöffengericht Grünberg tam zum Freispruch, worauf der Kläger Berufung einlegte. Vor dem Berufungsgericht wurde die Sache verglichen. Moll nahm die Beleidigung zurück, worauf Henkel die Klage fallen ließ. Notierungen der Frankfurter Bichmarktpreise * Darmstadt, 26. Novbr. Das hessische Landes kriegerdenkmal ist nun doch trotz der vielen Proteste von seinem Standort von der Mitte des neuen Landesmuseums, das dieser Tage eröffnet wird, zum Leidwesen aller alten Krieger und Vaterlandsfreunde auf die Seite vor den mächtigen Turmbau des Museums imposanten Neubau gänzlich verliert und gleichsam als Anhängsel dazu betrachtet werden muß. Diese Tatsache kommt jetzt erst recht, nachdem die Gerüste beseitigt sind, zur Geltung. Unglaublich erscheint es, das man, um einer vorher ja befannten, fleinlichen Verminderung des Gesamtbildes des Museums willen, jede Pietät und Rücksichtnahme auf die alten Krieger bet Seite geschoben worden, job, is ine Wirkung jeung ber die Bosbau auf lange Beit gesichert ist. Ferner wird eine Gesetzte. Da nach Aus erge an bis See, der gebrochen werden auf den Zechen in der Größe der jegigen und tritt einiſchen Briketts. enweiten B Frankfurt. Ein Millionenprozeß schwebt gegenen mag das wittig am hiesigen Oberlandesgericht. Es handelt sich um Ohm find back hotel„ Bristol" am Bahnhofe, das im September 1904 zu Sorgen, om Herrn Fahrig in Dresden an die jeßigen Besizer, Ge mitten im Sobber Berner, für 2 150 000 t. verkauft wurde. Fahrig Meliorationthou die Käufer in dem Irrtum belassen haben, die Bilanz, r Wichtigkeit, mod nicht enzahl er Entwäffer Plan zur G wischen Sp ez auf eine Um die den letzten T en Ober Of nd der Krant es uicht al man nach ab ucht, das bewährteste Nahrung für Kufeke Kinder mehl gesunde u. magendarmkranke Kinder. Christ bescherung Der Kleinkinder- Bewahranstalt. Weihnachten naht heran, das Fest der Liebe und Freude, das Fest der Kinder. Am 4. Advent, Sonntag, den 23. Dezember ds. Js. die frühere seil diesmal die Chriftbescherung für die Kinder unserer fich in aftalt stattfinden. Wir haben für 256 Kinder den Weihnachtstisch mit Gaben zu decken. Um dies aus. weg, 16. Mai B mitteilen, bai firen zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe vor ca. 2 Round den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anügliches geleift ftfalt und ihrer Kinder. Wir bitten uns Gaben an brauch der Gedungsstücken, Stoffen und dergl. zuwenden zu wollen, odaß das Kind jest ift der fonders aber auch Gelbgaben, die uns die gleichDer Kleine, im mäßigfte Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen. uften ganz blame Lifte zur Erhebung von Beiträgen wird nicht im Gegenteil, umgegeben. inem Appetit ( gez.) Betes Bielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben eklich den beren bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen Itran verwag langen z laffen. materialien di * Darmstadt An der Technischen Hochschule in Darmnadt ist mit der Immatrikulation des Studierenden des Maschinenfaches Rud. Blohm aus Hamburg, Sohn des Inhabers der Schiffswerft in Hamburg, Hermann Blohm, der 2000. Hörer im laufenden Semester eingeschrieben erreicht wurde. worden. Es ist dies die höchste Frequenz, die jemals Aus dem Aerichtssaal. Straffammer. Gießen, 23. November. Wegen Vergehens gegen das Gesetz betreffend den Gebrauch von Sprengstoff n wurde der Werkmeister Jonas Weistropp aus Bettenhausen bei Kaffel zu der Mindeststrafe von 3 Monaten Gefängnis verurtetit. Bei der Ausführung der Wasserleitung zu Köddingen waren Sprengstoffe erforderlich, zu deren Berwendung er freisamtliche Genehmigung einholte. Da er entgegen der ihm erteilten Instruktion den Schlüssel zum Lagerplatz einem anderen gab, sodaß Jungen in den Besitz des Sprengstoffes gelangten, so erfolgte Anzeige gegen ihn. I verflossenen Sommer fand zwischen den - MAGGI 10Pfg Fläschchen bieten auch der bescheidensten Börse Gelegenheit einen Versuch mit MAGGI's altbewährter Würze zu machen. MAGGIS 10Pfg Frau Professor Drews, Seltersweg 87; Frau los ift, bi ehtsanwalt Grünewald, Liebigstraße 21; Frau Site Sorgfal Flanma Haas, Oftanlage 31; Frau Rechnungsrat Fläschchen Verfahren nem borzügl feiner Wi en ift. Ben verlauft, und p Originalflaidhen 18 Stalbfleisch, Ludwigstraße 7; Frau Professor Leist, Moltkestraße 32; Frau Kirchenrat Naumann, Diezfthaße 15; Frau Louise Ottens, Roonstraße; Frau Lima Small, Oftanlage 36; Frau Marie Schwan, Celtersweg 64. Auch die Schwestern unserer Anstalt find bereit, & Bowne, aben anzunehmen; man wolle freundlichst beachten, dies die kleinkinderschul- Schwestern sind, bohnend Diezstraße 15. prima Glyerin 500 n 2,0, pulv. Tra I 11,0. Hierzu pfen. Großer verka in prima d Gießen, den 19. November 1906. ter Vorstand der Kleinkinder- Bewahranstalt. Dr. Naumann, Stirchenrat. Bekanntmachung. Die unterm 13. November 1906 angeordnete Sperre er Stahlwan dammstraße von der Unterführung bei Geilfuß bis Sorten Wieseckbrücke wird hiermit aufgehoben. meffer. Lafan und Küchen effer fund Sipofiguren beinmaffe fo ifel zu billigt. Masé, Gießen, den 24. November 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 12. November 1906 angeordnete Sperre eb Kirche Löberstraße zwischen Bismard- und Goethestraße Gießen. gitrage 64 rwohnung mit manteil per fofort Dermieten. F grafe 64 L erwohnung mit nanteil per fofort Jermieten. F bigftraße 68 Laben mit Log Rimmer, per fofe Näheres Aliceftraße 28, Ro toit hiermit aufgehoben. Gießen, den 26. November 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird Walltorstraße zwischen Brandgasse und Braugasse tun jeute an bis auf weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. @ teßen, den 26. November 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Nervenschwäche und deren Folgezustände, Angstgefühl, Appetitlosigkeit, Gedächtnisschwäche, Gemütsverstimm., Herzflopfen, Magenschwäche, Obrensausen, Mattigkeit, Schlaflosigkeit, Schwindes, Uebelkeit, Zittern der Glieder usw., beseitige ich ohne Störung von Beruf und Lebensweise auf Grund 30jähr. Erfahrung. Chemifer Heyder, Altona Elbe. Geehrter Herr Apotheker! Nächst Gott danke ich Ihnen für die gute Salbe, die sich an meinen Händen, seit 4 Jahren nasse, fressende lechte, gut bewährt hat." Indem ich Ihnen nochmals meinen herzlichsten Dant entgegenbringe, be grüße ich Ste Hochachtungsvoll Wwe. Höh. Bismart t. Westf., 1./11. 1905. Diese Nino- Salbe ist in den meisten Apotheken in Dosen à Mt. 1.- und Mt. 2. zu haben, aber nur echt in weiß grin roter Driginal padung u. mit Firma Schubert& Co, Weinböhla. Fälschungen weise man zurüd. Frankfurt a. M., 26. November 1906. Zum Verkauf standen: 419 Ochsen, 44 Bullen, 854 Rühe und Färsen( Stiere und Rinder), 292 Kälber, 383 Schafe und Hämmel, 1436 Schweine, 1 8iege 0 Biegen- und Schaflämmer. Bezahl wurden für 100 Pfund: Schlacht Lebend Dchien: a. vollfleischige, ausgemästete ausgemästete Schlachtwertes bis zu 6 Jahren I höchsten gewicht gewicht Mo 85-90 M - b. junge fleischige, nicht ausgemästete un ältere ausgemäftete 76-80 c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 67-70 Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwertes b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 75-77 71-73 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder): a. vollfleischige ausgemästete Färsen( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes b. vollfleischige ausgemästeten Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) d. mäßig genährte Kühe und Färsen ( Stiere und Rinder) e. gering genährte Kühe und Färsen ( Stiere und Rinder) Nicht nur Bett: Verlobte sondern alle jungen Leute müssen den ,, Geist im Hausgestühl“ von D. Fr. Naumann gelesen haben. Die Alten sollten es den jungen bei irgend einer Gelegenheit schenken. Senden Sie 50 Pfennig in Briefmarken an " I 74-76 68-70 - 57-60 Bekanntmachung. - SENES st - Beſuch des Dr. Heinrich Zinßer von Gießen um Genehmigung zur Ecrichtung einer Privatkcankenanstalt. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 23. November 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betr.: Wie oben. Dr. Heinrich 8inßer beabsichtigt, in seinem Hause, Goethestraße 10 Flur I Nr. 86 2/10 der Gemarkung Gießen, eine Privatfrantenanstalt zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, bom Erscheinen dieses im Kreisblatt für den Kreis Fortschritt"- Buchhandlung Gießen an gerechnet, auf dem Bureau der Großherzogl. Berlin- Schöneberg. Erste. älteste, grösste, verbreitetste Firma dieser Art Deutschlands. Die weltbek Nähmaschinen- u. FahrradGrossfirma M Jacobsohn, Berlin N. 24, Linienstrasse 126, Lieferant v. Post-, Preussisch. Staats- u. ReichseisenbahnBeamtenvereinen45MK. 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Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Weglarerweg zwischen Klinik- und Friedrichstraße bon heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Steßen, den 26. November 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. er en 18ng at en. 6. 83. Gieken, 27. Novbr Auf dem heutigen Bochenmarkt lofteten Butter ver Pfb. 1.20-1.25 Mt., Hühnereler ber Stüd 9-10 Bfa., Enteneter St. 0-0 Pfg., Käse ver St. 6-8 Pfg, Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Bfb. 18-24 Pfg., Linsen per Pfd. 25-40 Bfg., Tauben per Baar 0.80-1.00 mt, Hühner per Stüd 1.00-1.60 mt., Hahnen per Stüd 0.80-1.80 Mt., Enten per Stüd 0.00-0.00 mit., Gänse ber Pfd 65-70 Bfg., Ochsenfleisch per Pfd. 82-88 Pfg., Rinds fleisch per Pfd. 80-82 Pfg., Schweinefleisch per Pfd. 86-90 Bfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfd. 94 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 84-90 Bfg., Hammelfletsch per Pfd 60-80 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 6.00-7.00., 3wiebeln per 3tr. 4.00-5.00 mt., Weisfraut 3tr. 2.20-2.50 Mt., per St. 08-12 Pfg., Mepfel ver Str. 15-24 M., Zwetschen per 3tr.0.00-0.00 Mt., Birnen per Ctr. 8-10 Mt., Nüsse 100 St. 30 Pfg. Milch per Liter 20 Pfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen bis Beginn der Marfizeit überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktjeit im Umherziehen feilgeboten werden. NAUMANNIA- SEIFE. e mit dem Bead Selenah undarn 215. Königlich Preußische Klassenlotterie. 6. Iaffe. 17. 8tebungstag. 26. November 1906. 28ormittag. Nur die Gewinne über 240 M. find in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr. A. St.-A. f. 8.) 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Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 28. November. Meist trüb, wieder stärkere Niederschläge, etwas fühler, auffrischende westliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) : Verantwortlich für die Politik und den Inseratentei! Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belde in Gießen. 215. Königlich Breußische Klaffenlotterie. 5. Alaffe 17. 8iehungstag. 26. November 1906. Nachmittag. Nur die Gewinne über 240 Mt. find in Klammern Beigefügt. ( Ohne Gewähr. A. St.-A. f. 8.) 125 47 402( 500) 652 904$ 137 96 319 508 721 8003 129 332 580 747 4088( 500) 227 801 669 83 735 71 215( 1000) 319 75( 500) 76 995 7265 396( 1000) 403 745 47 73 9602 74 76 729 39 ( Nachdruck verboten.] 2033 34 637 604( 3000) 48 5020 384 298 432 903 6148 541 631( 600) 919 90 8105 10085 176 675 611 32 50 81 997 11015 23 812( 600) 450 56 524 709 948 12169 269 421 75 621 69 775 900 13363( 500) 510 806 78 14113 53 240 386 503 47 777 16158 90 675 17132 15023( 3000) 62 232 77 305 440 609 77 765 827 32 76 989 93 288 418 48 77 571 675 830 18279( 1000) 330 431( 500) 74 766 896 19060( 500) 194 252 428 780 828( 3000) 986 20073 336 405 803 6( 1000) 21006 245 837 425( 1000) 38( 500) 98 665 808 22270 89 841 631 870 933( 500) 74 23273 93 419( 500) 75 570 93 723 907 24278 652 74 94 25123 66 489( 3000) 835 968 26036 235( 1000) 310( 1000) 865 980 27245 68 427 28017 80 117 62 243 68 361 97 423 609 696 29027 49 ( 1000) 194 344 658 90 30041 60 242 45 48 66 64 493 699 928 81482 724 885 32012 82 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Ende gegen 10% U zu Mk. 5, 4, 3( für Mitglieder im Vorverka Mk. 4.50, 3.50, 2.50) und zu Mk. 2 für Studier bei Herrn Challier, Neuenweg und abends an der Kasse. Die dritte Vorstellung( Frau vom Meer mit Irene Triesch a. Gast) ist Donnerstag, d. 6. Dezbr. Gießener Eisverein E Diejenigen unserer Mitglieder, mel die Quittungen beim Umgange des Dien nicht in Empfang genommen hab fönnen dieselben bis zum 1. Dezembe einschl. bei Herrn Ernst Balser, Mi bura abholen lassen. Wer seine Quittung bis dahin ni einlöst, gilt als ausgetreten. Die Eröffnung der Eisbahn wird an den Pla tafeln, Säulen und Omnibussen durch Plakate bel gegeben. Die Eisbahn wird geöffnet sein von früh bis abends 71% Uhr( an Konzert- und Eisfefttagen bl dieselbe von 1-2 Uhr geschlossen) und täglich aben elektrisch beleuchtet sein. Ein Zuschlag für die Bele ung wird wicht erhoben. Nichtmitglieder zahlen einmaligen Eintritt 20 Pfg. Jahresbeitrag 2 Mt., Eintrittsgeld 1 Mr. Gießen, den 24. November 1906. Der Vorfißend. Anmeldungen als Mitglied können auch an d bezeichneter Stelle erfolgen. Nie wiederkehrende Gelegenheit Ich verkaufe meine tadellos gearbeitete KlappTaschen- Kamera ,, A tout" für Rollfilms 8: 101/2 und Platten 9:12 cm, mit Extra- Rapid Aplanat f: 8 und Unikum- Verschluss, jetzt, soweit für Mk. 45.anstatt Mk. 75.Lag. reicht Alfred Brückner, Fabrik photograph. Apparate, Raben -- Gummiwaren + sämtlich. hygien. Bedarfsarti ( Goldene Medaille, Ehrendiplom, Deutsches Reichspatent, 1 landspatente, mehr als 4000 Danfichreiben.) Preisliste la neueste hygienische Buch„ Für die Frau", 35. Auflage, gra franko in verschlossenem Brief von Mosenthin's Versandhaus, Berlin S Sebastianstraße 43. Sommersprossen und alle anderen Gefichtsunreinig feiten verschwinden sofort. Aus funft ganz unentgeltlich. Verlag Helios, Berlin S Fürstenstrasse 18. Wasche mit LUHNS wäschtam besten Achtung! Zigarren- Ausverkauf!! 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