Contentio. 253. CH. 3. November: en und Ball Garten. ur durch Einladungefarten B Anfang abends enden, Grebnerstraße 40 4. November: Der Vorstand Windhof( Grosser aschinen Mangelmaschinen öll, Seltersweg 1 enstrasse 31 Ausverkau Geschäftshaus überzuziehen 8.50, 9., 10.- bis 15 m 8,50, 9., 10.- von 5.-, 6." " 15 780 3-, bis 7.80 Rt. " " 2.50 7.80 " , 11.-, 12.- bis 16 m , 11.-, 12- 16 " , 11-, 12- 16 -, 11., 12.16 " 5., 6., 7., 8. 5., 6., 7., 8 4 Mt. an. on 6 Mt. an. 4 " sowie alle farbigen Schuhe Giessen. Prima Speisekartoffe Sowie Felaste Salatkari liefert billigt J. Hankel Gießen, Schloßgaffe Hausburia bom Lande gesucht. Näher die d. Bl. Exp. Geld Kredit aren, dergen, n str. 14-16 Abzahlung. Gegen Bar Zweites Blatt. Robaktion u. Hauptexpedition: Gießen, Seltersweg 83. Hernsprechanschhoek Nr. 362. 1 Samstag, pen 27. Ottober 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). 6. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Am Scheidewege. [ Politische Wochenschan.] Bechenbefizer und Bergarbeiter im Ruhrrevier stehen einander gleichsam gewappnet gegenüber. Sie wollen mit ein ander verhandeln, sie wollen zum Frieden kommen, zu güts Licher Verständigung; doch einstweilen steht zwischen ihnen noch ein Prinzip". Die Arbeiter verlangen, daß der so genannte Siebenerausschuß ihre Gesamtvertretung darstelle, und daß die Bergwerksbesitzer mit ihm die Vereinbarung über die allgemeinen Arbeitsbedingungen treffe. Die Bechenbefizer wieder halten daran fest, daß die nach der jüngsten Berggesegnovelle eingeführten Arbeiterausschüsse die wahren Arbeitervertretungen seien, und daß jeder Bergwerksbefizer nur mit den eigenen Arbeiterausschüssen zu tun habe. Für beide Ansichten lassen fich gute Gründe anführen. Formal ist in diesem Falle das bessere Recht unzweifelhaft auf Seiten der Bechenbefizer. Die Bergarbeiter stehen gewissermaßen am Scheidewege. Sie müssen wählen, ob fie lieber rein praktischen Erwägungen Gehör geben oder einer Theorie zu Liebe fich den Fährnissen und dem Elend eines Streits aussehen wollen. Daß die Theorie gerade im Bergwerksberuf leicht versagt, hat sich eben jetzt in recht drastischer Weise gezeigt: Das Verbot der Schichtverlängerung und der Ueberschichten war ersonnen worden, um die Bergarbeiter gegen Ueberarbeitung, namentlich unter Tage, zu schüßen. Das war jedenfalls vortrefflich gemeint und theoretisch flug ausgedacht. In der Praxis aber haben die Bergarbeiter vorgezogen, die Bergwerke zu verlassen, die solche soziale Fürforge eingerichtet hatten, und sich den Gruben zuzuwenden, die ihnen gestatteten, durch Ueberarbeit einen überhöhen Lohn zu gewinnen. Möglich, daß hierbei die augenblickliche Teuerung des Fleisches und anderer Lebensmittel mitgewirkt hat. Diese Teuerung ist vorhanden. Es fragt sich nur, ob fie vermeidlich ist, und ob die Vorschläge zu dieser Vermeidung ausführbar find, ohne Deutschland einem Schaden auszuseßen, der größer ist als der Schaden, den man eben jezt vermeiden will. Die Regierung ist in einer üblen Lage. Wie immer fie beschließt, einen Teil der Nation wird fie gegen fich haben. Sie steht am Scheidewege; fie muß wählen, ob sie auf dem einmal eingeschlagenen Wege verharren, oder ob sie umkehren will. Am Scheidemege steht auch der Herzog von Cumberland; richtiger: der Braunschweiger Landtag hat ihn durch ein Ultimatum an den Scheideweg gestellt. Binnen drei Monaten muß er sich entschließen, durch die erforderlichen Verzichterklärungen fich in Braunschweig regierungsfähig zu machen. Im anderen Falle wird über Braunschweig von zuständiger Seite anderweitig und endgiltig verfügt werden. Den Scheideweg hat, nicht ganz freiwillig, Brinz Alexander von Hohenlohe gefunden. Wegen der unvorsichtigen Veröffentlichung der Memoiren seines Vaters hat er sich in den einstweiligen Ruhestand begeben müssen. Die Publikation der Memoiren hatte keine Tendenz, keine böse Abficht, fie war mur die etwas unbedachte Ausführung eines vermeintlichen, in Wahrheit mißverstandenen väterlichen Willens. Prinz Alexander ist durch den Lärm, den er erregt hat, inzwischen ausreichend belehrt. Sicher bedauert er selbst am meisten δας Aufsehen, zu dem er Anlaß gegeben hat. Neu aufgenommen: Herren- Hüte Stets das Modernste. - Billigste Preise. Trische- Dauerbrand- AmerikanerRegulierbeiz-, Koch-, Hopewell- und Darmstädter Oefen in diversen Fabrikaten Das Aufsehen wird übrigens schnell borübergenen, von der Erregung wird bald feine Spur mehr vorhanden sein. Schon das Auftreten des jetzt gefangenen Hauptmanns bon Köpenick hat ausgereicht, die öffentliche Aufmerksamkeit abzulenken. Das rasche Urteil übertreibt, das ruhige Urteil neigt zur Mi.de. Hätte man vor Jahresfrist geglaubt, daß die Begegnung der Gräfin Montignoso mit ihren Kindern, den Prinzen von Sachsen, fich so still vollziehen würde, mie jetzt in München geschehen? Ofenschirme, Ofenvorsetzer, Verdampfschalen. FeuergeräteIn Frankreich und in Desterreich hat sich während der vergangenen Woche ein Kabinettwechsel abgespielt, ebenso in den Vereinigten Staaten von Amerifa. Herr Clémenceau hat durch die Ernennung des Generals Picquart zum Kriegsminister die nationalistisch und antirepublikanisch gesinnte Generalität in des Wortes eigentlichster Bedeutung auf den Scheideweg, auf den Weg des Abschieds gestellt. Das zeugt unter allen Umständen von mutiger Entschlossenheit. Ob der Mut Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. In Desterreich bedeutet der Ministerwechsel kaum mehr als einen Namenswechsel. Ob Graf Goluchowski, ob Baron Aehrenthal es ist der nämliche Faden und dieselbe Nummer. Bedeutungsvoller ist, daß die cisleithanische Wahlreform fich der Verwirklichung zu nähern scheint. Sie wird mit so vielen Rautelen gegen spätere hinterliftige Aenderungen umgeben, daß eine Verfleinerung eintreten müßte, wenn die Kautelen wirklich vorHielten. - Daß Rußland gleichfalls eine Ministerkrise haben sollte, wäre nicht weiter verwunderlich gewesen. Es ist aber nicht dazu gekommen. Und die Finanznöte find noch gar nicht so groß. Man braucht etwa 100 bis 150 Millionen für den Tagesbedarf. Für solche Meinigkeit braucht man Europa nicht zu bemühen, die findet man schon in Rußland selbst. Wenn der Zar an den Klofterpforten mit freundlicher Entschiedenheit anklopft, so tut sich ihm manches wohlversehene Schazztämmerchen auf. Dabei handelt es sich keineswegs um Sequestration und gewaltsame Wegnahme; nein, nur um ein ordnungsmäßiges Geschäft. Die Würdenträger der orthodoxen Kirche, die Klöster und Stiftungsvorstände würden das Geschäft längst gemacht haben, wenn sie nicht an viel höhere Zinsen gewöhnt wären, als der russische Staat seinen europäischen Gläubigern bietet. Von solchen einbringlichen Gewohnheiten läßt man nicht gern. Marokko steht am Scheidewege. Ihm hat die Konferenz von Algeziras Selbständigkeit verbürgt, aber zugleich be: ftimmte Verpflichtungen auferlegt. Jene Selbständigkeit und diese Verpflichtungen hängen unzerreißbar zusammen. Wenn der Sultan von Marokko die Verpflichtungen unerfüllt läßt so hat er die Selbständigkeil verwirkt. Er hat die Wahl bei ihm selbst liegt die Entscheidung. = Vermischtes. Glückliche Klingenberger! Die verhältnismäßig reichste beutsche Stadt ist unstreitig Klingenberg a. M. Dort zahlen die Einwohner nicht nur feine Steuern, sondern jede Bürger. familie erhielt jezt für das Jahr 1906 aus dem Erträgnis der reichen Gemeindenuzungen, welche namentlich in Ton lagern und Forsten bestehen, einen Extrazuschuß von 400 Marl in bar ausgezahlt. Wilh. Wirsig Seltersweg für Seltersweg 8. 8 Spezialhaus Handschuhe, Krawatten, Herrenwäsche = Humorvolles Gerichtsurteil. Das Polizeigericht in Brentford hat vor kurzem ausdrücklich die Entscheidung gefällt, daß es jedermann gestattet sei, den Himmel anzusehen. Der Maler Hughes war angeklagt worden, auf der Straße stehen geblieben zu sein, die Sterne angeschaut und dadurch eine Verkehrsstörung verursacht zu haben. Der Polizeimann setzte auseinander, daß sich ein Menschenhaufen um den Mann gesammelt habe, der den Himmel so interessiert anschaute, und er die Verkehrsstauung nicht anders beseitigen konnte als durch Verhaftung des Sternguders. Das Polizeigericht erklärte jedoch, daß Hughes nicht schuldig befunden werden fönne. Er hatte ein gutes Recht, den Himmel anzusehen, und wenn eine Anzahl von Menschen ihn bei seiner Beschäftigung näher betrachten wollten, so sei das nicht seine Schuld. Kaffee!! eigener Röstung gebrannt per Pfund Mt. 1.- bis Mt. 1.80 roh 0.85 1.60 bei 5 Pfund: 5 Pfennig per Pfund billiger. ständer, Koblenfüller, Koblenkasten, Koblenlöffel, Stocheisen, Adolf Lehnhard Nachf., Gießen Ascheeimer, Mülleimer Wasch, Wring- und Mangelmaschinen, Dezimal-, Tafel- n. Wirtschaftswagen, Fleischhack, Reib- u. 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Die Jünger Aestulaps und ihre Helfer wollen nun in den Ausstand treten, wenn die Regierung nicht die Neugründung von Polikliniken verhindert und den Aerzten gestattet, in Zukunft für einen Krantenbesuch statt 2 Drachmen 3 Drachmen zu liquidieren. Obwohl mehrere Aerzte die Drohung mit dem Ausstande betämpften und für eine unwürdige Waffe erklärten, wurden die dahingehenden Anträge doch zum Beschluß erhoben, und so dürfte der klassische Boden von Athen demnächst den mertwürdigsten Ausstand sehen, der je dagewesen ist. = Die Eingeborenen Australiens teilen anscheinend das Schicksal der Indianer Amerikas, der Neuseeländer und der Eskimos, fie sterben langsam aus. In den letzten Jahren bat man zwar im nördlichen Weſtaustralien und im Nordterettorium eine Zunahme der eingeborenen Bevölkerung festgestellt, und ein Ueberschuß der Geburten über die Todesfalle wird auch aus den Eingeborenenreservaten Südaustraliens berichtet. Trogdem glaubt man, daß die Möglichkeit einer Rettung der Rasse bezweifelt werden müsse. Eine große Schuld an der Verminderung der Zahl der Eingeborenen In früheren Zeiten wird gewöhnlich den älteren weißen AnFiedlern zugeschrieben, die die Schwarzen sozusagen gejagt, niedergeschossen und vergiftet hätten. Was das Aussterben der Tasmanier anlangt, so sei dies schon Tatsache gewesen, lange bevor die Insel Selbstverwaltung erhielt. = = Des Erkanzlers Urteil über Gerhart Hauptmann. In des Fürsten Hohenlohe soeben veröffentlichten Memoiren findet sich auch folgendes eigenartige" Urteil über Gerhart Hauptmanns ergreifendes Traumstück„ Hannele". Der Fürst schreibt: Heute abend im Hannele". Ein gräßliches Machwerk, sozialdemokratisch- realistisch, dabei von frankhafter, sentimentaler Mystik, unheimlich, nervenangreifend, überhaupt scheußlich. Wir gingen nachher zu Borchardt, um uns durch Champagner und Kaviar wieder in eine menschliche Stimmung zu versezen". Bekanntmachung. Die unterm 26. September 1906 angeordnete Sperre des Schiffenbergerwegs von Licher- bis Bergstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 24. Oktober 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird Liebigstraße zwischen Ludwig- und Frankfurterstraße von heute an bis auf Weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 24. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Frankfurterstraße zwischen Veterinäranstalt und f. beren Damen. Hochinteress. Lektüre für Hillebrandstraße von heute an bis auf weiteres für Reelle Bedienung. Den Fuhrverkehr gesperrt. Brut beseit. ohne Gefahr f. Gesundh. Erwachsene. Neueste Preisliste umsonst, als Gießen, den 24. Oftober 1906. Parasiten- Seife b. Sahu& Gaffelbach, Dresden Neustadt 11 à St. 50 Pfg., Georg Wallenfels. I - Brief 20 Pfg. Paul Bär, Versandtgeschäft, Glanchan( Sachsen). Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. 33. ie ir st er 137 en ng n. Berfehlte Spekulation. Die Aktiengesellschaft Aschinger in Berlin trat vor ca. Jahresfrist mit dem Befizer des Grundftüdes Leipzigerplaz 3 wegen Ankaufes in Verbindung. Der Befizer forderte erst 450 000 Mark für das 20 Quadratruten große Grundstüd; Aschinger zögerte erst, diese hohe Summe zu zahlen. Als er sich dazu bereit erklärte, fand er, daß in der Zeit des Martens das Grundstüd um 200 000 Mark im Werte gestiegen war. Aschinger zögerte wieder und δας Grundstück schnellte auf 850 000 Mart hinauf. Als Aschinger jezt aber das Grundstück kaufen wollte, verlangte sein Besizer ein rundes Milliönchen. Und jetzt sagte Aschinger ein für alle Mal: Ich danke!- Das ist der Fluch der bösen Zat! = - - Der Chor der Rache. Im Orchester-, Chor- und technischen Bersonal der königlichen Oper in Budapest ist eine Lohnbewegung ausgebrochen. Das Personal fordert die bereits bewilligte Gehaltserhöhung und den Mietsbeitrag bis zum 30. September, während die Opernleitung diese erst für nächstes Jahr zubilligte. Das Personal iro it, im Falle der Nichtbewilligung am Sonntag in den rei zu treten. Da wird wohl die Direktion nachgeben mussen, denn wenn die„ Chorherrschaften" streiten, dann ist es mit der Oper Essig. = " Professoren der Grazie. Der neueste Frauenberuf, den man in London erfunden hat, ist der eines Professors der Grazie". Die Damen der Gesellschaft wissen, daß nur Sport und Turnen jene Elastizität, Frische und Leichtigkeit verschafft, die der Engländer vor allem an der Frau liebt. Darum besteht eine große Nachfrage nach solchen Lehrerinnen, und es hat fich ein eigenes Institut gebildet, das Damen in dieser Wissenschaft der Körperkultur ausbildet. Zwei Jahre find mindestens nötig, um in Theorie und Praris recht ordentlich ausgebildet zu werden. Die jungen Damen, die alle Prüfungen bestanden und durch alle Lehrstunden mit Erfolg hindurch gegangen find, erscheinen nun als so reizende und anmutige Wesen, daß sie selbst zum Preise ihres Unterrichts den besten Anlaß bieten und die schönste Empfehlung der neuen Grazienlehre darstellen. H - - man Unglaublich aber wahr. Auf der italienischSchweizerischen Grenzstation am Lago Maggiore find höre und ftaune nicht weniger als 70 Eisenbahnwaggons in Verlust geraten und spurlos verschwunden. Die italienische Eisenbahndirektion verspricht 20 Lire Belohnung einem jeden, der einen Waggon wieder auftreibt. Das sind ja beinahe russische Zustände. = - Der Sprung von der Brooklyn- Brüde. Zum großen Entsezen der Passanten stirzte sich dieser Tage in Newyork ein Mann von der Höhe der Brooklyn- Brücke in den East River. Ein Schrei des Schreckens erscholl aus Hunderten von Kehlen, als man den Körper mit dem Kopfe zu unters auf das Wasser aufschlagen und dann in den Fluten vers schwinden fah. Doch nach wenigen Sefunden lam der Mann wieder zum Vorschein, schwamm auf eins der am Ufer liegen. den Fährboote zu und schwang fich an Bord. Ein Polizist brachte ihn sofort nach der nächsten Polizeiwache, wo er sich vor dem Bolizeirichter wegen groben Unfugs zu verantworten hatte. Jm Berhör erklärte er, Kunsttaucher zu sein und in einem Variététheater aufzutreten. Der Direktor habe ihm feine Gage Hirzen wollen, da er seinen Ansprüchen nicht ge nüge. Um nun zu zeigen, daß er ein wirklich erstklassiger Kunsttaucher sei, habe er sich anheischig gemacht, von der Brooklyn- Brüde herab einen Tauchsprung zu machen. = Fran Musika bei den Sträflingen. Ein philharmonisches Orchester, aus 120 Musikern bestehend, besißt der Hauptort der französischen Straffolonie Neukaledonien, Numea. Der Leiter jener Kammer- Musiker" ist ein hervorragender Kapellmeister, der einst in Paris viel genannt wurde, bis er wegen Mordes zur Deportation verurteilt wurde. Das eigens artige Orchester hat hohe künstlerische Biele; es widmet sich ausschließlich der ernsten Musik und seine Aufführungen in Numea erringen sich auch regelmäßig den Beifall der Kenner. Lebensgrosses Porträt Brustbild nach jeder Photographie vergrössert. Echte Kreidezeichnung. Grösse 45 x 55 cm. Aehnlichkeit garantiert. Für nur 95 Mark liefere ich reklamehalber für diesen Monat an jedermann gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Betrages. Jeder 50te Besteller erhält gratis hocheleganten Goldrahmen Nur nachweislicher Abschluss von 50.000 Porträts ermöglicht dieses Angebot. Niemand versäume diese Gelegenheit und sende umgehend Photographie mit deutlicher Adresse an Grand Institut pour reproduktion Hugo Weis Frankfurt a. M., Kronprinzenstrasse 54 = in Langgiarer. Gin Tap 45 jagriger лagiftrats beamter A. in Wilmersdorf fiel am 10. Juni 1904 beim Aussteigen aus der Straßenbahn auf den Hinterkopf. Seit dem 20. Juni 1904 schläft der Mann ununterbrochen. Er wird in regelmäßigen Abständen gefüttert; er laut die ver abreichten Speisen langsam, und schluckt fie, ohne sich zu ver schlucken. Nicht einmal hat A. während dieser Zeit die Augen aufgeschlagen. Anscheinend handelt es sich um eine frank haft veränderte Tätigkeit gewisser Hirnteile, um eine zen trale Willenshemmung", die unter dem Einflusse der seelischen Verstimmung und des Unfalls zugleich entstanden ist. - = Ein ungemütlicher Kriminal student befand sich in einer der letzten Sizungen des Wiener Schwurgerichts im Zuschauer. raum. Es wurde gegen einen notorischen Banknotenjälscher namens Schapira verhandelt, und sollte ein sogen.„ Kronzeuge", der früher mit Schapira zusammen ,, gearbeitet" hatte, bernommen werden. Als der Zeuge vernommen werden sollte, langte ein Rohrpostbrief an, in dem angekündigt wurde, ein Rechtsfreund" würde auf diese sogenannten Zeugen ein Attentat ausführen, und zwar aus dem Zuschauer raume mittels Revolver oder Sprengmittel. Unterzeichnet war der Drohbrief wie folgt: Einer, der sein Leben und seine Freiheit für die gute Sache einsetzt. == Schlauer Gaunertrid. Ein 8. in Paris fich aufhaltender Berliner Kaufmann erhielt auf einem Hotelzimmer den Besuch eines unbekannten Agenten. Während der Fremde von Geschäften sprach, ergriff er ein auf dem Nachttische liegendes, mehrere Banknoten enthaltendes Portefeuille. Rauch hatte die Bewegung bemerkt und schlug Lärm. Eine Leibes. visitation durch Hotelangestellte ergab zunächst nur ein negatives Resultat. Rauch folgte alsdann unbemerkt dem Manne und sah, wie er auf der Straße einen Gegenstand aufhob. Es war das Portemonnaie, das er aus dem Fenster des Hotelzimmers geworfen hatte. Der Spizbube wurde verhaftet. = Der kunstverständige Zollwächter. Die Zollbehörden bon Newyork lehnten dieser Tage die Annahme eines Gemäldes ab, das von einem alten italienischen Meister herrühren sollte und mit 75 000 Dollars eingeschäßt war. Der funsts fritische Zollbeamte war der Anficht, daß das Bild kaum 200 Dollar wert wäre, und wollte es demgemäß verzollen. Seine Ansicht ist durch Kenner bestätigt worden; es handelte fich um eine Fälschung. Es ist ein beliebter Trid der Bilder. schwindler, bei dem Import gefälschter Kunstwerke eine möglichst hohe Steuerdeklaration zu machen. Die amerikanischen Zollbehörden werden nun eine schärfere Kritik derartigen Kunstwerken gegenüber üben und solchen betrügerischen Ver. suchen mit aller Macht entgegentreten. = Wer andern eine Grube gräbt.... Zu einem Polizeiinspektor, der eine abgelegene Station an der großen Landstraße bei Cawnpore in Indien verwaltet, kam ein Reisender und bat ihn, ihm für die Nacht eine sichere Unter funft zu verschaffen, da er einen großen Betrag in Gold bei fich führe. Der Polizeiinspektor verabredete sich, nachdem er den Reisenden untergebracht hatte, mit zwei Männern, ihn zu ermorden und zu berauben. Als der Reisende nach einiger Zeit aus dem Fenster sah, bemerkte er zwei Männer, die eine Grube auswarfen, und aus ihrer Unterhaltung schöpfte er den Verdacht, daß fie zu seinem Grabe bestimmt sei. Da er feinen anderen Ausweg sah, machte er sich unter Zurüd laffung seines Goldes heimlich davon und versteckte fich im Gebüsch. Der Polizeiinspektor tam abends angetrunken nach Haus, legte fich auf das Bett, das für den Reisenden be reitet worden war, und schlief ein. Spät in der Nacht schlichen fich die beiden Mitverschworenen in das Zimmer des Beamten und fielen über den im Nebenzimmer schlafen den Mann her, den fie in der Dunkelheit förmlich in Stücke hackten. Als sie ihren Irrtum entdeckten, begruben sie den Ermordeten in der von ihnen ausgeworfenen Grube und be seitigten die Spuren des Verbrechens. Am nächsten Morgen erschien zur Inspektion ein europäischer Offizier auf der Station, ihm teilte der Reisende mit, was er erlebt und beob achtet batte Die beiden Männer wurden aleich verhaftet. Aus dem Gerichtsfaal. § Graf Welsburg abgewiesen. Das Reichsgericht hat it der Klage des Grafen Alexander von Welsburg gegen der Großherzog von Oldenburg, das großherzogliche Haus und die Verwaltung des großherzoglich oldenburgischen Familien vermögens auf Anerkennung als gleichberechtigtes Mitglied des oldenburgischen Hauses und dementsprechende Apanagierung die gegen das Urteil des Oberlandesgerichts eingelegte Revision verworfen. Die Ansprüche des Grafen v. Welsburg Find damit in allen Instanzen abaewiesen. § Ein erpresserischer Liebhaber. Der Kaufman Augut Ludwig aus Köln wurde zu drei Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverluft verurteilt. Er wußte eine Anzahl Liebes berhältnisse mit Töchtern gutfituierter Eltern einzugehen und drohte den Mädchen mit der Veröffentlichung des Verhält nisses, wenn ihm nicht bedeutende Summen gezahlt wurden § Verurteilte Ruffen. Die Straflammer in Chemnik verurteilte wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt Hausfriedensbruchs, groben Unfugs und Rubestörung den russischen Fürsten Bebetow sowie acht andere russische Studenten des Mitweidaer Technikums zu je einem Monat Gefängnis. § Junsbruder Gattenmordprozeß. Gegen die über die Landratswitwe Rutthofer wegen Todschlags an ihrem Gatten verhängte Strafe von sieben Jahren schweren Kerkers hat nun auch der Staatsanwalt die Berufung angemeldet, weil ihm das Strafmaß zu gering erscheint. 8 Handwerk oder Fabrik? Diese Streitfrage ist bisher bald im Verwaltungsstreitverfahren, bald durch die höhern Berwaltungsbehörden entschieden worden, und zwar häufig nach sehr verschiedenen Gesichtspunkten. Nun beabsichtigt die Regierung, in Zukunft die Entscheidung nur immer von einer einheitlichen Instanz treffen zu lassen. Als diese Instanz soll das Reichsamt des Innern in Betracht kommen, das in einem besonderen Dezernat diese Frage bereits bearbeitet und Vor schläge zu ihrer Regelung entgegennimmt. § Arbeiter als Hilfsrichter. Unter den Geschworenen des in Augsburg zusammengetretenen Schwurgerichts befinden fich auch zwei Arbeiter, nämlich der Modelltischler Bleicher und der Former Fäßler, beibe in der Augsburger Maschinen fabrit beschäftigt. Auch bei den Schöffengerichten find zum ersten Male in diesem Jahre magiftratsfeitig mehrere Arbeiter in Augsburg in Boricblaa gebracht worden. 8 Der Graf als Erpresser. Wegen Erpressung unter Todesandrohung hatte sich der Graf Ladislaus v. Zielinski, ein angeblich flüchtiger Offizier der russischen Armee, vor dem Landgericht Lemberg zu verantworten. Der Angeklagte hatte im Juli d. J. an den in Lemberg ansässigen Grafen Arthur b. Rußkowski ein Schreiben gerichtet, in welchem ihm und seiner greisen Mutter der Tod angedroht wurde, falls er nicht eine näher bezeichnete, größere Summe Geldes für die Zwede eines anarchistisch- kommunistischen Komitees" in Lemberg zur Verfügung stellen werde. Der so Bedrohte übergab den Brief der Staatsanwaltschaft, welche gegen den Grafen 8. das Straf. berfahren einleitete. Das Urteil lautete auf eine sechsmonatige, mit einem Fasttage in jeder Woche verstärkte Kerkerstrafe, Adelsverlust und Ausweisung aus Desterreich. § Der Münchener Münzdiebstahl dürfte schon Anfang November die Straflammer in München beschäftigen. Unter Anklage gestellt find der Soldat König, der den Einbruch ausgeführt hat und der Münzarbeiter Ruf, der als Anstifter hierzu in Frage kommt. Der Verbleib der noch fehlenden 8000 Mart hat sich nicht ermitteln lassen; die Beschuldigten behaupten, nichts von dem aus der gestohlenen Gesamtsumme noch fehlenden Betrag zu wissen. Für die Angestellten der Münze, die f. 8t. durch Unvorsichtigkeit dem Einbrecher die Arbeit" erleichterten, wird übrigens die Affäre insofern ein unangenehmes Nachspiel haben, als sie für den entstandenen Schaden haftbar gemacht werden. " § Schlechter Erzieher. Das Erfurter Kriegsgericht ver urteilte den Unteroffizier Krüger vom 95. Infanterieregiment wegen fortgesetter Soldatenmißhandlungen schlimmster au vier Monaten Gefängnis und zur Degradation. Art Restauration ,, Zum Pfau" Gr. Gewerbeschule Gießen. Glessen, Neustadt 55( früher Bramm) Das Wintersemester der unter Oberaufsicht Großh. Schöne Lokalitäten, Saal, heizbare Kegelbahn, Vereins- Bentralftelle für die Gewerbe stehenden techn.schen Lehr Zimmer, Fremden- Zimmer anstalt beginnt Grosser Hof zur Aufstellung von Fuhrwerken sow. Stallungen Christian Belz. 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