Hrgest, bere an bas De plöslich mischte fich in die rollenden Donnerschläge zu bem vollen Schleier ringeum zusammenwebten. borbangs bider und bider wurden, ja wie schnell fie fich wieder reuten e fic, wie die dünnen Fäden des zerrissenen Grottens pieber berlöschen ober einen zerschmetterten stürzen zu sehen, my hier red ba einen Baum auflodern und im Blazregen horen e gewohnt, und als fie an der Tür derselben standen, gabala Blachern des Wassers vor der Grotte toaren bie ben Wolfen en:= Gewalt. und es riß ihnen schon fast rich 111 Licht. Rettung! Siet niedere Felskan des nächsten BI Angstvoll Ein ne Füße und Kein eine Kunstbutte utter 90 Pfg e, Ihnen untent übersenden mit der and im Bedarfsfall bei wir Sie der hö Threrfeits zu dau Dien en stets gern zu gsvoll Spitze via Breslau jeder Post- Sta rechnen: m- Tafel- Butter la M zen. " 1 II " 1 Käse vollfett Mk.8.25 einkommen. Bedienung lelsten Rr. 253. Erstes Blatt. Rebolon x. Soustegobition: Gießen, Seltersweg 83. Freeprecenlik Nr. 302. Samstag, ven 27. Ottober 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). 6. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gichener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Politifche Rundschau. Deutfches Relch. * In Leipzig hat am 25. Oftober die Versammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft mit einem Begrüßungsabend be gonnen. Die geschäftlichen Beratungen eröffnete gestern der Präsident, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg mit einer Ansprache, in der er zu den Klagen der letzten Zeit über die Rolonialverwaltung Stellung nahm. Er betonte, daß die Gesellschaft feinen wirflich Schuldigen in Schuh nehmen wolle, aber Front machen müsse gegen die Art und Weise, wie Anklagen erhoben werden. Deshalb," fuhr der Herzog fort, trete er für den tüchtigen Beamten und Offizier, für ben fleißig arbeitenden Kaufmann und Farmer ein und gegen gemeinen Klatsch hier und draußen und die untätigen Perfonen und Gesellschaften." Kolonialdirektor Dernburg sagte telegraphisch seine Teilnahme an der Tagung wegen dienstlicher Verhinderung ab. * Der Bundesrat hat einem Abkommen über Einführung einer Zigarettensteuergemeinschaft zwischen dem Deutschen Reiche und dem Großherzogtum Luxemburg zugestimmt. Einige andere Vorlagen wurden den Ausschüssen überwiesen. * Der seit einiger Zeit anhaltende polnische Schulstreik in der Provinz Posen hat zu einem bedauerlichen Erzeß geführt. In das Schulhaus zu Bendzikowo wurde eine mit Betroleum gefüllte Bombe geworfen, die Schule ist niedergebrannt. Man glaubt, daß es sich um eine Tat polnischer Fanatiker handelt. Die Regierung hat eine Belohnung von 500 Mart auf die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Auch in Berlin machen fich Anzeichen bemerkbar von einem Hinüberfladern des Schulstreits. Von polnischer Seite wird behauptet, daß die deutschen katholischen Geistlichen den polnischen Schulkindern, ohne Wissen und wider den Willen der Eltern, Vorbereitungsunterricht für Beichte und Kommunion in deutscher Sprache erteilen. Die Polen wollen zunächst Massenproteste vers anstalten. * Die Berliner Stadtverordnetenversammlung hat gegen die Fleischnot in folgendem Antrage Stellung genommen: Die Stadtverordneten- Versammlung ersucht den Magistrat, bei den Reichs- und Staatsbehörden mit allem Nachdruck erneut dahin vorstellig zu werden, daß mit Rücksicht auf die fich immer mehr steigernde Teuerung des Fleisches und die hieraus sich era gebende Schädigung und Verschlechterung der Volksernährung sowie die hierdurch herbeigeführte bedrohliche Notlage weiter Boltstreise die erforderlichen Maßnahmen zur Abhilfe schleunigst getroffen, daß insbesondere die Grenzen für die Einfuhr von Bieh und Fleisch sofort geöffnet und die hemmenden Zollschranken beseitigt werden. Auch die Stadtverordneten von Stettin und M. Gladbach wenden sich gegen die Fleischteuerung und fordern von einem einzuberufenden Städtetag die Stellungnahme zu dieser Frage. Rufeland. ** Ueber die neuesten Vorgänge im inneren Aufruhrgebiet liegen heute nur wenige Meldungen vor: Petersburg, 26. Oftober. Hiesige Blätter melden, daß im Süden ein politischer Streit in den Eisenbahnwerkstätten und-fabriken begonnen hat. 24. Oftober mittags streikten die Werkstätten in Jekaterinoslaw, Nischednjeprowsk und die Branster Werke. Die Zahl der Streifenden Arbeiter soll mehrere zehntausend betragen. Bis zum Riga, 25. Oktober. In Wenden wurde eine aus sechs Personen bestehende organisierte Bande verhaftet, bei der Waffen und eine geladene Bombe vorgefunden wurden. Die Bombe soll für ein Attentat auf den Kreischef von Wenden bestimmt gewesen sein. Odessa, 25. Oktober. In dem Dorfe Kalaglei überfielen fünf Bewaffnete die Gemeindeverwaltung, Inebelten den Wächter und schafften zwei eiserne Geldschränke fort, in denen fich 6000 Rubel in bar und 20 000 Rubel in Wertpapieren befanden. Kleine politifche Tachrichten. Osnabrüd, 26. Oktober. Die Bezirkssynode nahm mil allen gegen eine Stimme einen Antrag des Superintendenten Weidner zugunsten der amtlichen Mitwirkung der Geistlichen bei der Feuerbestattung an. Bombay, 26. Oftober. Der englische Kommissar Napier ift im Chatisgarh- Klub von einem Eingeborenen durch Stiche in den Rücken und Nacken schwer verwundet worden. Shanghai, 26. Oktober. Gestern ist es zwischen protestantischen und katholischen Eingeborenen in Fenghfien zu einem ernsten Zusammenstoß gekommen, in dessen Verlaufe die französische katholische Kirche zertrümmert wurde. Nach dem Schauplag der Unruhen sind Truppen entsendet worden. Deer und flotte. Vom Unterseeboot Lutin". Eine Abteilung des Pariser Feuerwehrtorps ist nach Biserta abgeordnet, um dort die Bergung der Leichen der mit dem Unterseeboot ,, Lutin" Vers unglückten vorzunehmen. Die Feuerwehrleute sind mit bes funderen Apparaten ausgerüstet worden zum Eindringen in die mit Stickluft erfüllten Räume des Unterseebootes. China bant Panzer. Die chinesische Regierung hat den Bau von acht Panzerkreuzern und zwei Schlachtschiffen zu je 8000 Tonnen beschlossen. Die Verhaftung des ,, Hauptmanns" von Köpenick. So hat denn den Verbreche, den man tagelang wegen seines Geniestreiches bewundert und belacht hat, auch sein Schicksal erreicht und die Berliner Kriminalpolizei darf sich den Ruhm, diesen Gauner ermittelt und festgenommen zu haben, allein zuschreiben. Originell, wie der Köpenicer Streich, war auch der ganze Kerl, der ihn verübt hat und die Art und Weise, wie er eraikit und beim Morgenkaffee berhaftet wurde. Wer ist der Verbrecher? - - Diese Frage ist nun gelöst und die Vermutungen, daß man in dem Hauptmann von Köpenick" einen ehemaligen Soldaten, etwa gar einen Offizier zu suchen habe, haben sich alle als falsch erwiesen. Wilhelm Voigt so heißt der geriebene Junge, der preußische Grenadiere und eine ganze Stadt genasführt hat- ist nie Soldat gewesen. Er ist ein ,, ehrsamer" Schuhmacher, der in seinem Fache tüchtiges leisten könnte, hätte ihn nicht frühzeitig seine ,, Genialität“ auf die Bahn des Verbrechene und hinter die schwedischen Gardinen gebracht. Boigt ist as 13. Februar 1849 in Tilsit geboren und hat bereits mit 14 Jahren die Bekanntschaft des Strafrichters gemacht. Er wurse megen Diebstahls in den Jahren 1863 und 1864 einmal mit fechs und einmal mit neun Monaten Gefängnis bestraft. Dann beging er unter dem Namen August b. Zander in Angermünde, Magdeburg und Prenzlau schwere Fälschungen mit Posturkunden und verschaffte fich dadurch größere Geldsummen. Am 10. Februar 1867 wurde er da für in Prenzlau mit 10 Jahren Zuchthaus und 1500 Talern Geldstrafe belegt. Diese Zuchthausstrafe verbüßte er in Sonnenburg. Zuletzt wurde er wegen schwerer Urkundenfälschung mit 7 Jahren Zuchthaus und wegen Einbruchs in bie Gerichtskaffe zu Wongrowitz vom schwurgericht in Gnesen mit 15 Jahren Zuchthaus bestraft. Die letzte Strafe trat er am 1. Februar 1891 an. Am 1. Februar d. J. wurde er aus der Strafanstalt entlassen und unter Polizeiaufsicht ge tellt. Er hielt sich zuletzt in Wismar auf, wo er bei einem Hofschuhmacher Stellung fand und, da er ein tüchtiger Arbeiter war, sich schnell das Vertrauen seines Meisters erwarb. Auf der Spur. Die Berliner Kriminalpolizei hatte von Anfang an die Bermutung, daß der Köpenicker Raub von einem ,, schweren" Jungen verübt sein könne. Durch Nachforschung der bes treffenden Atten über Verbrecher, die in ähnlichem Fache schon gearbeitet hatten, fam man auch auf Voigt, der bis Juli d. J. in Wismar gewesen war und sich dann nach Berlin gewandt hatte, weil ihn Mecklenburg ausgewiesen hatte. Voigt hatte bei seiner verheirateten Schwester, einer Frau Menz in RigDorf Unterkunft gefunden und ernährte sich durch redliche Urbeit, sodaß kein Mensch im Hause in dera stillen, bescheidenen Manne den alten Zuchthäusler geahnt hätte. Durch Nachrage bei der Frau Menz kam die Polizei in den Besitz eines Bildes von Voigt und alle Beteiligten erkannten in ihm den Hauptmann von Köpenick" wieder. Er trug noch den Vollbart wie beim Einkauf der Uniform in Potsdam. Beinahe erwischt. Unauffällig wurde nun das Haus, in dem Frau Menz wohnt, beobachtet und auch ein Nachbarhaus, in dem eine Frau Niemer wohnt, mit der Voigt verkehrte und die er zu heiraten dachte. Die ganze Nacht lagen die Beamten auf der Lauer und bereits morgens um 4 Uhr besetzten die Kriminaltommissare Wehn und Nasse aus Berlin sowie die zum Studium in Berlin anwesenden Kommissare Schoen aus Magdeburg und Müller aus Hannover mit zahlreichen Beamten die verdächtigen Häuser. Aber Voigt war nicht mehr da. Die eindringenden Beamten fanden das Nest leer. Voigt war nach der Langestraße in Berlin verzogen und wohnte dort im Hause Nr. 22 in Schlafstelle, war aber nicht Angemeldet. Gestörtes Frühstücksidyll. Sofort wurden die Nachforschungen in Berlin fortgesetzt. Es gelang alsbald, festzustellen, daß Voigt bei einem Ehebaare Karpeles wohnte und gegenwärtig zu Hause war. Kriminalbeamte besetzten jeden Ausgang und das Dach des Hauses, sodaß es ein Entrinnen nicht gab. Dann verlangten und erhielten die vier Kommissare bei Karpeles Einlaß. Hier Jaß Boigt beim Morgenkaffee. Ueberrascht sah er die Kriminalbeamten an. Er wußte gleich, um was es sich handelte und bat, nur noch seinen Kaffee zu Ende trinken zu dürfen. Das erlaubte man ihm gern. Voigt frühstückte nun in aller Ruhe. Gesättigt legte er bald ein Geständnis ab, und die Durch suchung seines Raumes förderten dann Dinge zutage, die ohnehin genügt hätten, ihn zu überführen. Der Verbrecher wurde nach dem Polizeipräsidium gebracht und hier dem schleunigst herbeigerufenen Bürgermeister von Köpenick und bem Rendanten v. Wittberg gegenübergestellt. Beide erkannten sofort in Voigt den falschen Hauptmann wieder und bei seiner Durchsuchung fand man bei ihm noch 2000 Mart bares Geld - und den zerrissenen Fünfzigmarkschein, den der Gauner nicht mehr hatte loswerden können. Er hat also von seinem Raube auch nicht viel gehabt. Voigt im Verhör. Der Verbrecher zeigte bei seiner Vernehmung voll ommene Ruhe und eine außerordentliche Frechheit. Als ein Hinzukommender älterer Beamter ihm seine Verwunderung Darüber aussprach, daß er bei seinem Alter und bei seinem altertümlichen Aussehen nur die Hauptmannsabzeichen an gelegt und sich nicht mindestens als Major aufgespielt habe, antwortete der Verbrecher mit der Frage: Haben Sie gedient?" Nachdem diese Frage bejaht war, fuhr er fort: " Das hatte ich auch überlegt! Aber wenn ich als Major nach Köpenick gekommen wäre, so würde man dort doch vielleicht erstaunt gewesen sein, daß ich selbst in dieser Charge die paar Männerchen kommandierte und nicht wenigstens einen Lentnant bei mir hatte!" Einer der Kommissare äußerte dann, das er es nicht verstehe, daß man diesem Greise gegenüber nicht sofort nach seiner Legitimation gefragt habe. Voigt fiel als bald mit der Erwiderung ein: Mein Herr, ich fenne Sie nicht! Aber wenn Sie auch mit Ihrem Oberregierungsrat und Ihrem Präsidenten gekommen wären meinen Sie, daß ich mich erst auf eine lange Auseinandersetzung eingelassen hätte? Ich hätte einfach den Soldaten gesagt: " Packen Sie die Kerls am Genick und führen Sie sie ab!" und Sie hätten mal sehen sollen, wie schnell Sie hinausgeflogen wären! Bei seiner weiteren Vernehmung erzählte Voigt über die Vorgänge in Köpenick, daß er beinahe aus der Fassung geraten" wäre, als der Polizei- Inspektor Jäckel ihn um die Erlaubnis gebeten hätte, abtreten zu dürfen, weil er ein Bad nehmen wolle. Da sei er ganz verblüfft gewesen und habe dem Beamten: Was? Baden wollen Sie gehen?" Dann habe er seine Fassung wiedergewonnen und gesagt:„ Na, ja! Sie fönnen abtreten!" Uebrigens ist Voigt seit dem Köpenicker Streich nicht mehr ausgegangen. Er hatte von den Hauptleannsstiefeln schlimme Füße bekommen und blieb sogar die mzten Tage im Bette liegen. Ein prachtvoller Kerl! - Wer bekommt die Belohnung? Von den ausgesetzten 3000 Mark wird ein großer Teil ben Berliner Kriminalkommissaren Wehn und Nasse zufallen, die im wesentlichen die Recherchen geleitet und die Verhaftung bewirkt haben. Antei hat ferner ein Schuhmacher, der mit Voigt im Rawitschen Zuchthause gesessen hatte und durch Mitteilung einer Aeußerung des Verbrechers die Polizei auf bie Spur brachte, ferner die Beamten des Zuchthauses in Rawitsch, die den Namen Voigt ermittelten und die Polizei In Wismar, die das Bild beschaffte. In der Nachbarschaft. Die Nachricht von der Verhaftung des Räubers wurde in Berlin sehr schnell bekannt. Vor dem Hause in Rigdorf, in dem Voigt bis vor wenigen Tagen gewohnt hatte, sammelten sich große Menschenmengen und Frau Menz, Voigts Schwester, wie auch seine Braut wurden mit Fragen bestürmt. Sie wußten aber nichts über die Köpenicker Tat. Voigt hatte niemandem etwas erzählt und das Abnehmen des Vollbartes damit begründet, daß er ja heiraten wolle und deshalb jung aussehen möchte. Voigts Braut ist von ihrem Manne geschieden und etwa 45 Jahre alt. Sie ist Arbeiterin in einer Schraubenfabrik und eine wenig sympathische Erscheinung mit schon ergrautem Haar. Die Mieter des Hauses, in dem Frau Menz einen Seifenladen betreibt, wollten zunächst nicht daran glauben, daß Voigt mit dem viel besprochenen Räuberhauptmann identisch sei. Der bescheidene ruhige Mensch sah ihnen nicht danach aus, als ob er solche Streiche verüben könnte und außerdem hätte er doch, wie jemand aus dem Hause bemerkte ,,, leene O- Beene und keene frumme Neese!" Erst als die Polizeibeamten die Leute auflärten, daß Voigt mehr als 25 Jahre im Zuchthause ges sessen habe, wurde ihnen deutlich, daß man nicht immer einem Menschen ansehen könnte, was alles in ihm steckt. Der Komödie letzter Akt. CB. Berlin, 26. Oktober. Die letzten Dinge werden schlimmer sein denn die ersten diese Sentenz aus dem Gleichnis vom Sünder, der nach ber kurzen Zeit der Einkehr zurückfällt in seine alten Laster, tommt bei dem Finale der Komödie von Köpenick vollauf zu ihrem Rechte. Auf der Bank, da die Spötter fizen, erhebt fich neues Kichern und eifrig schleift man an den Pfeilen, mit denen von jeher Fronie und Satire fich zum Aerger der Getroffenen und zur Freude der Unbeteiligten bemerkbar zu machen pflegten. Der fagenhafte Hauptmann", der mit dem Aufgebot preußischer Gardisten das Rathaus zu Köpenick erstürmte, ist in Gefangenschaft geraten. Spureifrige Kriminalisten haben ihn, den Helden der überwältigendsten Sena sation seit langen Zeiten, in einem bescheidenen Häuschen zu Rigdorf gefunden und triumphierend der Gerechtigkeit zuge führt. Es war nichts mit den Verhaftungen zu Hainburg Frankfurt a. M., zu Pirmansens, Kassel und ungezählten anderen Orten. Kein internationaler Hochstapler, tein Man von der Qualität eines Fürsten der Diebe wie Manolesci st er en 180 ng a m. 33. Zayobary yat den Streich, über den die Welt lacht, ausge Sonnen und verblüffend durchgeführt. Ein armseliger Zuchthäusler ist es, der in den wenigen freien Tagen, die ihm der Aufenthalt hinter Kerfermauern von seinem Leben übrig ließ, das ehrsame Schusterhandwerk erlernt hatte. Von den 57 Jahren seines irdischen Daseins mußte er wegen verschiedener Straftaten 27 Jahre in den Gefängnissen zubringen. Er hat gestohlen, eine Urkundenfälschung begangen, eine Gerichtstaffe beraubt. Keine Taten von genialem Schwung, feine merkwürdige Bes gebenheit in diesem fläglichen Vegetieren eines Geschöpfes, das sich nun einmal nicht durch die Maschen des Strafgesetbuches hindurch winden kann. Und nun der glorreiche" Tag von Köpenid, die imponierende Konzeption großzügigen Gaunertums. Darin liegt der tragikomische Effekt, der in voller Stärke die dupierten und genasführten Opfer der SpizbubenIntelligenz trifft. Während der Telegraph nach allen Windrichtungen spielt, während man auf einen gescheiterten Offizier, einen weltbekannten Yankeeschwindler, ein Wahnsinnstalent nach Lombroso rät, fißt das unbedeutende und unbeachtete Schusterlein ruhig in seinem Zimmer und trinkt den Morgenkaffee. Macht gar feine Einwendungen, gesteht alles zu und überrascht durch seine bei einem Gewohnheitsberbrecher auffällige, gutbürgerliche Sparsamkeit. Denn über 3500 Mark von dem geraubten Gelde sind vorhanden nicht viel, wenn man bedenkt, welche Spesen das voll. brachte Geschäft" forderte. Kleidete er sich Loch beispielsweise in einem der vornehmsten Konfektionshäuser Berlins ein, als er seine furze militärische Laufbahn wieder mit dem Zivilleben vertauschte. Denn wirklich Soldat ist Wilhelm Voigt niemals gewesen bis zu dem Augenblid, wo er als tommandierender Häuptling" nach Köpenick marschierte. Was nun? In der Vergangenheit Voigts ist nichts zu entdecken von jenem genialischen Zug, der hervorragende Beutelschneider auszeichnet von einem höchst nichtssagenden Schustergesellen ließ man sich hinters Licht führen. Die kleinen Leute auf der Kopfstraße zu Rirdorf wollten denn auch zuerst garnicht an die Täterschaft dieses netten und bescheidenen Nachbarn glauben. Als Jammermensch erschien er auf dem Polizeipräsidium. Die ganze Gestalt frumm und gebückt, der Körper mager, die Hände verarbeitet und deutlich die Spuren seines Handwerks tragend. Als die Kommissare ihm eine Flasche Portwein spendierten, wurde er gesprächig und erzählte alles in einfacher Weise. Er sei stets überzeugt gewesen, daß eine große Sache mit Soldaten zu machen set. Mit einer Uniform und auf eine militärische Macht gestützt, mache er alles, auch noch mit ganz anderen Leuten als dem Bürgermeister und dem Kaupttassen- Rendanten von Köpenid. Ein billiger Troft für die Herren und Bürger von Köpenid, das der gefaßte, Hauptmann" übrigens nie in seinem Leben vorher nach seiner Aussage gesehen hat. Also gut, daß er in ficherer Hut ist, denn zum Auskneifen wie Hennig scheint er fein Geschick und auch keine Energie zu befizen. Sonst fönnte man sich bei diesem sicheren Vertrauen des Herrn Voigt auf seinen„ Trick" noch wunderbarer Dinge bersehen. Als eine Katastrophe begann das Drama von Köpenick; fie entwickelte fich alsbald zu einer Tragikomödie. Dieser Abschluß gibt ihr die unverfälschte Possenfignatur. Im Gerichtssaale wird dem sinn- und ränkereichen Schuhmacher feine Flasche Portwein, dafür aber eine längliche Ge fängnis- oder Buchthausstrafe zuteil werden. Er wird darüber wohl vergessen werden, denn das Elendsbild eines fümmerlichen Menschen, das in Berliner Abendblättern veröffentlicht wird, hat schwerlich längere Eindrudskraft. Aber seine Tat, gerade von ihm, dem unglaublichsten aller in Betracht kommenden Verdächtigen, ausgeführt, wird lebendig bleiben, Stoff für hundert Schwankdichter und Heiterkeit einigen Benerationen geben. Nah und fern. † Eine feltene goldene Hochzeitsfeier fand in Konig stau Die beiden Brüder Johann und Andreas Warnke heirateten vor fünfzig Jahren zwei Schwestern und konnten jetzt au eine 50 jährige Ehe zurückblicken. Der Kaiser verlieh den beiden Jubelpaaren ein Geldgeschenk von je 50 Mark. + Erdbebenkatastrophe im Kongogebiet. Im unteren Rongogebiet find fieben starke Erdbeben erfolgt. 300 Wohnorte find vollständig verschwunden. Mysteriöse Bergiftungsaffäre. In München wurden die Töchter Berta und Marie des berühmten Glockengießers Straßer tot und der Sohn des Privatiers Josef Straßer bewußtlos im Bette aufgefunden. Wie die bisherigen Fests stellungen ergeben haben, sollen die beiden Schwestern ihren Tod durch Erstiden infolge Einatmung von Kohlengas_ge= funden haben. Ob die Hähne aus Unachtsamkeit offengelassen, ob die Gasleitung schadhaft, oder ob man aber das Gas abfichtlich ausströmen ließ, ist noch nicht festgestellt. † In den Flammen umgekommen. In Pulsnig brannte die Oskar Liebschersche Bäckerei vollständig nieder. Durch den Einsturz des Giebels verunglückten der Töpfer Wilhelm, der Kupferschmiedemeister Hofmann und der Riemermeister Urban sen. Die beiden letzteren haben schwere Verlegungen erlitten, während Wilhelm tot aus den Trümmern hervorgezogen wurde. † Großfener in Paris. In einer Klavierfabrik in der Oberkampfstraße in Paris brach ein Feuer aus, das auch auf eine daneben gelegene Fabrik mechanischer Konstruktionen übersprang; beide Fabriken find fast völlig niedergebrannt. Eine Frau ist vor Schreck gestorben. Die der Brandstätte benachbarten Häuſer mußten geräumt werden. Der Schaden ist fehr beträchtlich † Mit einer Sade erschlagen hat in Erfurt der Gärtnez Friedrich Meyer nach furzem Wortstreit seinen Kollegen, den Gärtner Scholz. Der Tod trat sofort ein. Hierauf öffnete fich der Mörder die Pulsadern und schnitt sich die Kehle durch. Sein Zustand ist hoffnungslos. † Schweres Fahrstuhlunglück. In einem Hamburger Geschäftshaus wurde ein junger Mann von dem Fahrstuhl erfaßt, mit in die Höhe gezogen und zwischen der Schachtvand und dem Fahrstuhl festgeklemmt. Auf den mart erschütternden Schrei des Unglücklichen wurde vom Hauss wart sofort der Fahrstuhl abgestellt und nersucht, den Bedauernswerten aus seiner Lage zu befreien. Die Feuers roehr mußte den Körper des Verunglückten direkt heraussägen, um ihn frei zu bekommen. Der Aermste hatte schwere innere Verlegungen erlitten. Der eine Fuß war ihm geradezu platt gedrückt. † Die Opfer des Zyklons auf Kuba fcheinen noch immer nicht alle befannt zu sein. Auf eine große Schiffskatastrophe läßt schließen, daß seit dem 19. Oftober wijchen Cap Hatteras und Kinnakett 400 Rettungsgürtel an Land geschwemmt worden sind. † Orfanverwüstungen in Japan. Ein Orfan wütete vorgestern im Südwesten Japans. Mehrere hundert Boote von Korallenfischern werden vermißt, von denen jedes mindestens zwei Mann Besagung hatte. Hus dem Gerichtsfaal § Warnung für Telephonisten. Wegen Körperverlegung Infolge heftigen Umdrehens der Telephonfurbel wurde der Angestellte einer Geschäftsfirma in Düsseldorf vom dortigen Schöffengericht zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte hatte beim Anruf des Fernſprechamts eine Telegraphistin durch mehrmaliges, schnelles und heftiges Umdrehen der Kurbel derart verlegt, daß das junge Mädchen ohnmächtig zusammenbrach und seitdem infolge heftiger Nervenzuckungen dienstunfähig ist. Wegen Begünstigung eines Mörders wurde der Speise: wirt Johann Rosczewsky in Eydtkuhnen von der Strafkaminer in Stallupönen zu einem Jahre Gefängnis verurteilt, auch feine sofortige Verhaftung im Gerichtssaale angeordnet. Der Angeklagte hatte vor mehreren Jahren einen russischen Unter: offizier, der nach Ermordung seines Vorgesezten über die deutsche Grenze geflüchtet war, bei sich verborgen gehalten und später durch seinen Angestellten, den jetzt selbst im Ge fängnis fizenden Arbeiter Rudolf Schulz, seiner Zeit nach London befördern lassen. Durch einen Brief des Unteroffiziers, den er nach seiner Heimat richtete, kam die Sache ans Tages: licht. Der Mörder wurde später in London verhaftet. Lokales. Badmann gefchriebe dürfte es deshalb in den Gemeinderatssitzungen in Zukunft tionsbefugnis zu nicht fehlen. * ie fann man Kohlen sparen. Ein prodjen. Wegen bereits anfangen, im Preise zu steigen. Man kann jebog Heinrich Rübler billiges Heizmittel ist heute sehr begehrt, zumal die Kohler en mit unzüchtige die Heizkraft der Kohle in den Defen durch ein recht einen Gefängnis, wovo en. Er war Hellenlo Bab Bauheim gebräng faches Mittel bedeutend erhöhen. Unter der Heiztüre be findet sich meistens eine fleine Schieblade, in welche die Asche fällt. Diese füllt man halb mit Wasser. Natürlig fertigen. muß die Schieblade wasserdicht sein, sonst stelle man ein Dem bftein wurden vom Gefäß mit Basser hinein. Sobald das Wasser anfängt ze wegen Tierquälere verdunster, ziehen de Dämpfe von unten durch die glühenden: Da er weder an Kohlen; es bildet sich Wasserstoffgas, und die Heizkraft er erfchien, wurde d des Ofen wird dadurch um das doppelte erhöht. Das Bochen bezw. 22 Ta Wasser muß tagsüber ein oder ein paar mal erneuert werden. ] Leihgesteru, 27. Oft. Heute ist hier ein Rod tursus eröffnet worden, an dem 20 Teilnehmerinnen fig beteiligen. § Lollar, 26. Dft. Die Duellen des Gruppen. wasserwerts der Orte Staufenberg, Mainzlar, Bollar und Daubringen sind bereits gefaßt worden. Demnächst werden die Rohre gelegt werden. § Lollar. Bei einem Sturze von dem Gerüfte in die Scheune zog der Schuhmacher Rain sich so schwere Ber legungen zu, daß er in die Klinik nach Gießen übergeführt werden mußte. Adolf Hofmann u von Freienfe digung verflagt. dt Laubach zu 15 mann Freisprechung eilten erfannte die 15 Mart Belbftraf Cheater C Trauerfpiel in 52 Wir begehen in die Aber nicht mit wohltönent n. Fronhausen, 27. Oft. Heute Vormittag 27 Uhr undern in ftiller Einkehr fand der Hülfsweichensteller Fleck im öftlichen Geleise des ritet, die aus den * Erledigt: Die mit einem evangelischen Lehrer zu Kopf abgefahren war. In dem Toten wurde der hier wohn. verblaßte, wurde der hiesigen Bahnhofes eine männliche Person, welcher der ren. Kurz bevor der Biuchenbrücken. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. e Muth festgellt. Der Verunglückte ist sicherlich in der der borbringende ne In dem Konfirmandensaal zu Gießen wurde eine feierft the Abschieb seinfirmandenfaat zu Gießen urbe in ug überfahren worden. Er ist Gb bei Rumen Roflegen beliebt. u firmam Ende begin Dunkelheit beim Einsteigen oder durch einen herantommenden inri Laube niemals w * Ruhestand tretenden Pfarrer Naumann gehalten, an oer Vertreter der evangelischen Gesamtgemeinde teilnahmen. Die Feftrede hielt Pfarcer D. Schlosser. h Die Vorarbeiten für die elettrische Straßenbeleuchtung in Gießen sind, wie wir erfahren, bereits energisch in Angriff genommen worden; es ist nicht ausgeschlossen, daß uns vor dem Weihnachtsfest der Seltersweg in eleftrischem Licht erstrahlt. h. Den Zuschlag auf die Verpachtung der Bahnhofrestauration Gießen hat, wie wir aus zuberlässiger Quelle erfahren, Herr Niemann junior( der Sohn des Bahnhofsrestaurateurs Ernst Nimann in Darmstadt), gegen eine Pachtsumme von jährlich 20 000 Mt., erhalten. tt. Stadttheater Gießen. Auf die morgige Sonntagsvorstellung von Inspettor Bräsig" set besonders hingewiesen, da das Stück seit einer Reihe von Jahren hier nicht gegeben wurde. Dazu kommt, daß unsere Bühne in Herrn Batcf, der aus der Heimat Frizz Reuters stammt und daher den Dialekt vorzüglich beherrscht, einen geborenen Repräsentanten für den Bräfig besitzt. * P. Gaunerstreich. Am verflossenen Sonntag Morgen erschien am Hauptpoftamt ein junger Mensch und verlangte die Boftsachen einer Gießener Firma, die ihm auch anstandslos verabreicht wurden. Da die Firma an Sonntagen nicht regelmäßig ihre Briefschaften holen läßt, fiel die Sache auch nicht auf, aber Montag fürh lagen alle Briefe geöffnet in dem Hofe der Firma und es stellte sich heraus, daß ein Unberechtigter die Briefe geöffnet und den Inhalt durchstöbert hatte. Der Täter wurde heute in der Person eines hiesigen stellenLosen Kommis ermittelt und verhaftet. Er geftand ein, die Briefe geholt und geöffnet zu haben, um sich der darin befindlichen Wertsachen zu bemächtigen. Der junge Mann wird auch von der Gr. Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen Urkundenfälschung und Betrugs verfolgt. P. Verhaft wurde heute Vormittag in Gießen der von der Kgl. Staatsanwaltschaft Kassel wegen EinbruchsDiebstahls gesuchte Arbeiter Friedrich Müller aus Zwergen. P. Liebenswürdiger Geselle. Der Arbeiter A. von Gießen, der wiederholt seine Familie bedrohte und fortges Bt in dem Hause standalierte, wurde in Polizeigewahr sam genommen. P. Gestohlen wurden aus einem Neubau eine Anzahl Werkzeuge, als Schneidkluppe, Rohrschneider, Bangen 2c. *** Eugen Richter Dentmal Wie uns mitge teilt wird, sind für das dem verstorbenen Abgeordneten Eugen Richter zu errichtende Denkmal von Mitgliedern der freisinnigen Partei und Verehrern dieses großen, unvergeß lichen Volksmannes gegen 700 Mt. beigesteuert worden. Es ist nicht zu bezweifeln, daß es noch genug Verehrer dieses schwer zu ersetzenden Kämpfers für Recht und Freiheit gibt, die gern auch einen Beitrag stiften und so mit dazu beitragen wollen, das Denkmal in recht würdiger Weise zur Ausführung zu bringen. Die Vorstandsmitglieder des freisinnigen Vereins Gießen sind gerne bereit, derartige Be. träge entgegenzunehmen, erwünscht wäre allerdings, wenn solche alsbalo eingeliefert würden; auch die kleinsten Gaben werden mit Dant angenommen. - * Sorgt für Kohien. Wer noch nicht mit Kohlen bis in den nächsten Sommer hinein versehen ist, möge das Versäumte schleunigst nachholen. Es ist mit ziemlicher Sicher heit darauf zu rechnen, daß das Endergebnis der gegen wärtigen Verhandlungen zwischen Grubenbesißern Händlern eine nicht unerhebliche Erhöhung der Preise für Kohlen und Kofs sein wird. und * Hohes Alter. Ihren 105. Geburtstag begeht in verhältnismäßig förperlicher Frische die in weiteren Kreisen unter dem Namen„ Sachsen bärbel" befavnte Botin Barbara Kuhnert in Rigingen am Main. * Eine originelle Gemeinderatswahl fand in Leutershausen an der Bergstraße statt. Dort soll ein neues Rathaus erbaut werden, weshalb die freien und chriftlichen Gewerkschaften 10 Maurer als Kandidaten aufstellten, die auch gewählt wurden. Un Sachverständgen fine Berleberget hundert mit allen feinen feine Merkmale aufge ber Theaterverein gera Befon gewählt. Der * Aus der Wetterau, 26. Dft. Das massenhafte Auf treten der Feldmäuse war im bald verflossenen Herbst zu einer Plage geworden, besonders großen Schaden haben fie an den Hackfrüchten angerichtet. Infolge des gelinden Wetters sieht man die Mäuse jezt noch scharenweise auf dem Felde und befürchtet für die Winteraussaat. Es ist deshalb in einigen Gemeinden behördlicherseits gestattet worden, auf den Aeckern zur Vertilgung der Schädlinge Gift zu legen. * Friedberg. Der abgelaufene Pferdemarkt barfelte als ein sehr guter bezeichnet werden. Bei hohen Preisen war der Handel ein durchaus flotter. Wert. Es ist fügten Szenen, p gender Araft, wenn portifchen Schwung mit den übrigen Tr Borzüge liegen in dem großen K fbart er seine ganze eine Formung. Die Aufführung gin * Gonterskirchen, 26. Dft. Hier wurde die zweite Schulstelle errichtet, nachdem die Schülerzahl auf 116 geftiege Die neue Stelle erhielt Lehrer Lenz aus keinung des Direttors S Linden. war. * Burkhards, 26. Dft. telephonischen Anschluß dem Verkehr nähergerückt. Unser Dorf hat nunmehr nach Gebern erhalten und ist fattung vor sich. Di it& vom Frankfurter S del vereinigten fein S draftvoller Durchführun * Lauterbach, 26. Oft. Der hiesige Kriegerverein began- gang im Leb schloß, vom 10.- 12. Novbr. die Kriegsfestspiele auf zuführen. * Frankfurt a. M.( Heu und Strohmarkt) Heu 3,00-3,40 mt. Strob 2,80-3,00 Mt. Alles per Bentner. * Darmstadt, 25. Ott. Hochzeit in der Familie Schlitz. Die Vermählungsfeierlichkeiten des Grafen Wilhelm von Schlitz, gen. von Götz, mit der Freiin Cateau von Riedesel zu Eisenbach, nahmen einen sehr feierlichen Verlauf. Nach der um 22 Uhr in der Johannisfirche durch Pfarrer Dingeldey vorgenommen Trauung begann um 1/23 Uhr bas Hochzeitsmal im Alten Palais, u welchem auch der Großherzog erschienen war. Bei der Festtafel hielt der Landesherr eine längere zu Herzen gehende Ansprache, in der das hübsche Familienglück schilderte, wenn auch nicht alle Tage die Sonne scheine und schließlich ein Hoch auf das junge Baar ausbrachte. * Darmstadt, 26. Dft. In der gestern Nachmittag stattgehabten Sigung der Stadtverordneten wurde mit aller gegen dret Stimmen beschlossen, die Errichtung eines städtischer ber Großh. Bürgermeisterei zu genehmigen und die dafür ange Hallenschwimmbades nach Vorlage der forderte Summe von 900 000 t. zu bewilligen. Mat foften des Projettes auf rund 1 Million Mt. fteller mar aber jest schon der Meinung, daß sich die Gesamt dürften. In der Versammlung wurde ohne Widersprud darauf hingewies n, daß demnächst eine weitere Steuererhöhun, unausbleiblich sei. * Kassel, 24. Oft. Die teuere Zeit tommt aug in den Einnahmen unserer Stadt zum beredten Ausdrud Im Jahre 1905 sind an Fleischsteuern 4000 Mt. weniger ale im Vorjahre eingenommen worden. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 26. Oftober. Die Taglöhner Konrad Lachmann 3 und Heinric Roth von Frischborn, hatten gemeinschaftlich eine Eingabe an die Staatsanwaltschaft gemacht, in der sie den Landwir Heinrich Funk des Meineids beschuldigten. Die Parteier stehen sich schon seit längerer Zeit feindlich gegenüber, und diese Feindschaft steigerte sich, als die Ersten auf Beran lassung des Lezten zu Strafen verurteilt wurden. Die Staatsanwaltschaft nahm an, daß die Anzeige von den Angeklagten gegen besseres Wissen erhoben worden ist weshalb Anklage wegen falscher Anschuldigung erfolgte Lachmann wurde des ihm zur Laft gelegten Bergehens für schuldig befunden, und zu einer Gefängnisstrafe bon 6 Monaten, sowie zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrecht auf 2 Jahre verurteilt; auch sprach das Gericht dem Kläger die Sieben. Nicht wenig Doneder bei, die ihm Bite fland. Jeber Bug dres, oft nur hingehauch figt. Ueber ihre Rutla belles für fich einnehmer be on Josephine taftend, im weiter gegeben. Gute Lei Bir Robert Cecil), San& Betan Dammitrage wire Die unterm 21. Se Gießen, den 25 Großh. Doppelte bi Wiese b Thomas Stern Marke Rechtzeitiges Au gewährleistet Vor minderw Thomasphosph B Wegen an die bekan Laknkalk August G Kalkwerke: Felante Bau- u Prima Hartb Rohlen sparen. Lachmann geschrieben hatte, wurde mangels Beweises Wegen Anfertigung und Verkaufens von igesprochen. - derate figungen in Bulublikationsbefugnis zu. Roth, der die Eingabe auf Weisung begehrt, zumal die Roblefarten mit unzüchtigen Abbildungen, erhielt der Kutscher Defen durch ein recht hochen Gefängnis, wovon drei Wochen Untersuchungshaft Schieblade, in welche Bad- Bauheim gedrängt worden sein, ihnen solche Karten Rud. Soll( Sir Walter Raleigh) und Erich Kober ( Graf Southampton). Sehr treffend wurden ferner der Hausholmeister Jonathan ven Bruno Schlegel und der Sekretär Cuff von Max Herrscher gezeichnet, während Vertreterin fand. Das Haus spendete rückhaltlosen Beifall. G. H. Karoline Seppert, geb. Braun, 55 Jabre alt. Dito Schreiber, 82 Jahre alt. Rechnungsrat i. P. dahier. 23. Christian Henkel, geb. Finf, 69 Jahre alt. Peter Minfe, 41 Jahre alt, Wirt iahier. 25. Margarete Funt, geb. teigen. Man tann johann Heinrich Kübler von Langenselbold seche Laby Nottingham in Elfr. Bayrhammer eine ganz gute Bechtold, 30 Jahre alt. Unter der Heiztüre 6 mit Waffer. Natür fein, font ftelle man e ald das Waffer anfängt on unten durch die glühende geben. Er war ftellenlos und will von mehreren Kutschern ufertigen. Dem Landwirt Balduin Traudt von herbstein wurden vom dortigen Amtsgericht zwet Straf feble wegen Tierquäleret zugestellt, gegen die er Einspruch abob: Da er weder am Amtsgericht noch vor der Straf Rechtsauskünfte. Für die erteilten Auskünfte kann eine zivilrechtliche Haftung nicht übernommen werden. Nachdruck verboten. W. L. 42. Sie müssen bei Gericht auf Herausgabe toffgas, und die Seistammer erschien, wurde der Inhalt der Strafbefehle, der auf der Sachen Klage erheben, wenn sie Ihnen von Ihren Ver- Der Das doppelte erhöht. De Bochen bezw. 22 Tage Haft lautete, bestätigt. er ein paar mal erne Birt Adolf Hofmann und die Ehefrau des Wilhelm Bach. Heute ist hier ein Rodgericht Laubach zu 15 Mt. Geidstrafe verurteilt, während em 20 Teilnehmerinnenhofmann Freisprechung erzielte. Auf Berufung der Ver: Duellen des Grupper aufenberg, Mainzlar, 2 gefaßt worden. Demnid urze von dem Gerüste er Rain fich so schwere Be it nach Gießen überge mann von Freien seen hatten sich gegenseitig wegen Beleidigung verklagt. Frau Bachmann wurde vom Schöffenurteilten erfannte die Straftammer auch gegen Hofmann auf 15 Mart Geldstrafe. Cheater- Verein Giessen. Graf Essex. Trauerspiel in 5 Aften von Heinrich Laube. Wir begehen in diesem Jahre auch" Erinnerungstage, aber nicht mit wohltönenden Reden und hellem Gläserklingen, Heute Bormittag 17 borbern in stiller Einkehr, die Bl de auf die ernsten Straßen im öfflichen Geleiß: gerichtet, die aus den Thüringischen Talfeffeln nach Tilfit nliche Person, welcher führen. Kurz bevor der Glorienschein der fredericianischen Toten wurde der hier woh Zeit verblaßte, wurde der Mann geboren, dem gestern Abend glückte iſt ſicherlich in die der vordringende neue Geist damals erzeugte, haben durch einen herantommende Heinrich Laube niemals wieder ganz aus ihrem Bereiche gende der Zwanziger und hinte geben, seine Vorliebe für das französische Drama hat ihn ar bei seinen Kollegen belit bis zu seinem Ende begleitet. Durch ihn ist das tolle JahrDtt. Das massenhafte& bundert mit allen seinen Strömungen geflossen und hat von im bald verfloffenen Seb ihm seine Merkmale aufgedrückt erhalten. Mit feinem Blick ders großen Schaben habe bat ber Theaterverein gerade ihn zur Eröffnung der heurigen Saison gewählt. Der Graf von Ess r" ist Laubes bestes dramatisches Wert. Es ist reich an lebens vollen Gruppierungen, feftgefügten Szenen, epigrammatischen Wendungen von schlagender Kraft, wenn auch wirkliche seelische Tiefe zu edtem poetischen Schwunge dem Esse fehlt, ein Mangel, htet. Infolge des gelinbe Bt noch scharenweise auf der nterausfaat. Es ist deshal erfeits gestattet worden, " Schädlinge Gift zu leben er mit den übrigen Tragödien des Dichters teilt. Laubes fene Pferdemarkt hangeteilte Vorzüge liegen vi Im hr auf pschem Gebiete, beerden. Bei hohen Brie sonders in dem großen Romane„ Der deutsche Krieg" offenbart er seine ganze Kraft. Der Esse ist aber gewaltig durch seine Formung. otter. Hier wurde die zwet Schülerzahl auf 116 gefti Behrer Lenz aus Kei Unser Dorf hat nun nach Gebern erhalten und - Die Aufführung ging unter der bewährten szenischen Leitung des Direktors Steingoetter in ansprechender Ausstattung vor sich. Die Titelrolle wurde von Richard Air ch vom Frankfurter Schauspielhause in trefflicher Anlage und kraftvoller Durchführung gegeben. Maske und Ausdrucks mittel vereinigten sein Spiel zu einem Guß. Sein Essex Der hiesige Ariegerverein war ganz ganz im Leben, im Lieben, im Kämpfen und Kriegsfestspieler in Sterben. Nicht wenig trug dazu ſeine Partnerin Lily Donecker bei, die ihm als Gräfin Rutland würdig zur eu und Strohmark Seite stand. Jeder Zug war von ihr verarbeitet und in 2,80-3,00 m. sanen, oft nur hingehauchten Uebergängen dem Ganzen eingefügt. Ueber ihre Rutland lag ein zarter, füßer Schmelz, der alles für sich einnehmen mußte. Die Königin Elisabeth Die Königin Elisabeth wurde von Josephine von Jagemann anfangs em wenig tastend, im weiteren Verlaufe aber durchweg recht ficher gegeben. Gute Leistungen brachten Herm. Batof ( Sir Robert Cecil), Hans Schlottau( Lord Nottingham), ochzeit in der Famil lichkeiten des Grafen Wilh mit der Freiin Cateau einen sehr feierlichen Berla Johanniskirche durch Pa ng begann um 23 Uhr au welchem auch der Gro Der Fefttafel hielt der Lands der Bekanntmachung. Die unterm 21. September 1906 angeordnete Sperre Dammitrage wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 25. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Doppelte bis dreifache Erträge hende Ansprache, in de derte, wenn auch nicht d ließlich ein hoch auf In der gestern Nachmit verordneten wurde mit al Die Errichtung eines ftädti nach der Vorlage hmigen und die dafür a R. zu bewilligen. ung, daß sich die Gif nb 1 Million M. f wurde ohne Widerp teine weitere Steuererhöh euere Beit tommt bt zum berebten Ausb fteuern 4000 Mt. wenig worden. Gerichtsfaal Stern ergeben Wiesen und Weiden bei Anwendung von Thomasschlackenmehl Marke ,, Sternmarke" dem billigsten und bewährtesten Phosphorsäuredünger. 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Denn weder der schlechte Geschäftsgang noch der freihändige Verkauf des Grundstücks berechtigen ihn, den Kontrakt vor Ablauf der vereinbarten Dauer lösen. " Miterbe 15. Wenn die Sparkasse nicht zahlt, müssen Sie die Erben auf Einwilligung in die Auszahlung verflagen. Beleidigter. In der Fortlassung des Herr" in der Adresse wird schwerlich ein Gericht eine Beleidigung erblicken. Heirat. Eine Ehe zwischen Kousin und Acufine ist nach dem seit dem 1. Januar 1906 gültigen Bürgerlichen Gesetzbuch zulässig. Vormund L. in A. Wenn das hinterbliebene Kind unter 14 Jahren alt ist, die Mutter vor dem Tode noch teine Rente bezogen hat und die Marken gültig find, fönnen Sie als Vormund für Ihr Mündel bei ber Ortsbehörde den Antrag auf Erstattung stellen. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Beborene. Am 15. Dttbr. Dem Kaufmann Jakob Maternus ein Sohn, Karl Hermann; 16. Taglöhner Otto Rauf eine Tochter, Elise; 17. Fuhrmann Konrad Balser eine Tochter, Anna; 19. Kaufmann Wilheim Eidmann ein Sohn, Otto Karl Heinrich; Chemiker Dr. Wilhelm Orth eine Tochter, Emilie; 21. Lokomotivführer Johann Ludwig Wilhelm Bohl eine Tochter, Paula Jda; 22. Rotationsmaschinenmeister Eduard Josef Müller ein Sohn, Friedrich Wilhem Josef. Aufgebote. Wasfiberste fe 27. Oftober. ni dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter ver fb 1.00-1.10., vereler ber Stüd 8-10 Big., Enteneter St. 0-0 Pfg., Käie ver St. 6-8 Pfg, Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Vid. 18-24 Pfg., Linsen per Bfd. 25-40 Bfg., Tauben ber Baar 0.80-1.00 mt, Hühner per Stück 1.00-1.60 Mt., Hahnen per Stüd 0.80-1.80 mt., Enten per Stud 0.00-0.00 mt., Gänse ber Pfd 70--75 Pfg.. Ochsenfleisch per Pfd. 82-88 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 80-82 Pfg., Schweinefleisch per Pfd. 90-100 Bfg. Schweinefleisch gefaljen per Pfd. 10+ Pfa., Kalbfleisch per Pfb. 84-90 Big., Hammelfleisch per Pfd 60-80 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 6.00-7.00 Mt., 3wiebeln per 3tr. 4.00-5.00 mt., Weiskraut 3tr. 2.20-2.40 Mt., per St. 10-15 Pfg., Aepfel ber Ctr. 15-24 Mr., Zwetschen per 3tr. 5 00-000 mt., Firnen per Cır. 10-15 Mt., Nüsse 100 St. 30 Pfg. Milch per Liter 20 Pfg. Dauerder Markizeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegen stände des Bochenmarktverkehrs dürfen bis Beginn der Marktjeit überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Maritzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, brn 28. Oktober. Meist trüb, geringer Regen, etwas wärmer, veränderliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. „ Jeder stannt, wie es möglich ist." Ein Kräftigungsmittel, das rasch und zuverlässig wirkt, ist Scotts Emulsion, und manches schwache, fleine Leben, für das die Eltern schon zitterten, ist durch den Gebrauch dieses Präparates erhalten worden. Mühldorf am Inn, Nr. 343, den 19. Juni 1905. Meine kleine Tochter Marie fing im 6. Monat an zurückzugeben und wurde bald, da der Appetit gänzlich verschwunden war, so schwach und elend, das man an ihr nichts als Haut und Knochen sab. Sie bekam erst mit 15 Monaten die ersten zwei Zähne unter großen Beschwerden, so daß niemand daran dachte, daß die kleine am Leben erhalten bliebe. An Stehen oder Laufen war bei ihr nicht zu denken und so war es denn ein Glück, daß mir zu dieser Beit Jbre Scotts Emulsion empfohlen wurde. Mit Ueberraschung sah ich schon bet Verbrauch der ersten Flasche, wie gut der Kleinen der Gebrauch tat, und jede Flasche war auch ein Schritt zur Befferung. 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Arzt in Göttingen mit Elisabethe Schmidt dahier. 23. Karl Quaft, Telegraphist in Bruche mit Margarete Gramlich dahier. 24. Chriftian Pfaff, Oberpoftschaffner dahier mit Marie Elisabeth Wagner, geb. Diezel, in Frankfurt a. M. Gestorbene. Am 19. Oftbr. Friedrich Simon, 7 Tage alt. 20. Karoline Weber, 59 Jahre alt, Wäscherin dahier. 22. Marie De Thompson's Seifenpulver Marke Schwan ist das beste, sparsamste, im Gebrauch billigste Waschmittel. Zu haben in allen besseren Geschäften. 4 Mark Verdienst pro Tag und mehr erzielen Sie mit meiner Strickmaschine ,, Triumph" Alle Arbeit nehme ich ab. F. Siebert, Berlin 14 N. 39, Pankstr. 46 3 Viele Dankschreiben! Bettnässen ( auch Hosennässen) beseitigt unt. Garantie sofort! Alter, Geschlechtsangabe. Retourmarke erbeten! Auskunft erteilt umsonst: Institut Sanitas, Stadtamhof 112 in Bavern. Bar Geld verleiht fofort anerkannt reel, diskret u. schnell. Koulante Bedingungen, ( gez.) Lent Salzinger. das Gedeihen der Kinder? 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Man verlange ausdrücklich nur das echte ,, Köstritzer Schwarzbier". Betanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird; 2 W Y Y Y die Straße Hinter der Weftaulage" von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt.. Gießen, den 26. Oftober 1906. Srokh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 15. Oftober 1906 angeordnete Sperre der Schlokgasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 26. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Römerbrunnen Stadt- Cheater Giessen. Direktion: Herm. Steingoetter. Sonntag, den 28. Oftober: 4. Sonntags: Abonnements Vorstellung. = Ich beabsichtige im Dezember in mein neuerbautes Geschäftshaus überzuziehen und unterwerfe mein großes Schuhwarenlager einem Ausverkauf. Offertere: Damen- Boxkals- Knopf: und Schürftiefel von 5.80, 6.50, 7.50, 8.50, 9., 10.- bis 15 Mr. Damen- Chevreaux- Knopf- u. 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