1 Nr. 252 Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Selters weg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Freitag, pen 26. Oktober 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). 6. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Köpenicker Hauptmann wegs durch Bescheidenheit auszeichnen, wollten wir uns und Köpenicker ,, Hauptmann ist verhaftet! Es ging um 2 Uhr folgendes Telegramm auf unserer Redaktion von unserem Bureau in Berlin ein: Berlin, 26. Ott., 11 Uhr 27 in. Als der Köpenicker Kassenräuber wurde soeben der Zuchthäneler Wilhelm Bogt durch die Kriminalkommiffare Wehn und Nasse in Berlin, Langestraße verhaftet. Vogt wohnte in Rigdorf, Kopfftraße 27. Im Februar wurde er aus dem Zuchthause entlassen. Der Verhaftete ist geständig. Ueber das Nähere seiner Verhaftung werden wir morgen berichten. Sinkende Sterne. Ein Sprichwort sagt, daß weder der Geldsack noch der Bettelsad hundert Jahre in einem Hause bleibe. Buchstäbliche Wahrheit ist das nicht, denn es gibt Häuser, in denen seit mehr als hundert Jahren der Geldsack steht, ohne von seiner Rundung etwas einzubüßen. Sogar Kaufmannsfirmen gibt es, die höheren Alters find, ohne daß fie von ihrem Ansehen und dessen goldenem Untergrund etwas eingebüßt hätten. Allzuhäufig freilich sind solche Firmen nicht. Man darf aber daraus nicht schließen, daß das Schicksal des Kaufmanns gar so schwankend sei, und daß nur in seltenen Ausnahmefällen die faufmännischen Tugenden Redlichkeit, Vorsicht, die den Wagemut nicht ausschließt, Klugheit- imstande wären, durch eine Reihe von Geschlechtern erdrückende Fehlschläge abzuwehren. Das scheint nur so, weil häufig die Kinder oder Entel erfolg= reicher Kaufleute aus dem Beruf der Vorfahren ausscheiden und einem neuen Beruf sich zuwenden, der nicht so ganz, zus weilen selbst gar nicht aufs Erwerben gestellt ist. Die Nachtommen töniglicher Kaufleute verlassen beinahe in der Regel - 1 den Stand, der ihnen königliches Vermögen gebracht hat, treten in die Reihen des grundbesitzenden Adels ein und kommen dort durch den Reichtum, den der Kaufmann gewonnen, 31: hohem Nang. In England ist das noch heute selbstverständlich. Der Großbrauer, der Großhändler, der Großbankier wird Veer von England, erblicher Gesetzgeber von Großbritannien, und seine Söhne werden Botschafter. In Deutschland war es früher nicht anders, und auch heute noch ist der Uebergang vom Großkaufmann zum Adel- allerdings nicht zum Hochadel eine fast alltägliche Erscheinung. Die Fugger sind seit Jahrhunderten nicht mehr in der Kaufmannsgilde zu finden, deren stolzeste Vertreter sie einst gewesen. Sie sind mittlerweile Grafen und Fürsten geworden; aber nicht einer unter den Fürsten und Grafen Fugger hat die Macht wieder erlangt, die der schlichtbürgerliche Großfaufmann Fugger besessen, als er in aller Stille und Verschwiegenheit bestimmte, wer in Deutschland Kaiser sein solle. Eine Neberlieferung sagt, daß ein Fugger in Augsburg Kaiser Karl den Fünften empfing und ihm die Aufmerksamkeit erwies, den Kamin mit faiserlichen Schuldverschreibungen zu heizen. Den Kamin zeigt man heute noch in dem Augsburger Hotel zu den drei Mohren". Die kaiserlichen Schuldberschreibungen aber haben niemals darin gelodert. Dazu war der alte Fugger ein zu guter Kaufmann, der sich lieber mit münzbaren Privilegien bezahlt machte, wenn er Zahlung in gemünztem Gelde nicht erlangen fonnte. Noch höher als die Fugger stiegen die Turn und Taxis, die vor Zeiten des Reiches Groß- Fuhrherren gewesen. Heute fißen sie in den Reihen der Fürsten, mit voller Ebenbürtigkeit ausgestattet. Wären nicht die Ereignisse des Jahres 1866 gewesen, fie hätten vielleicht heute noch das einbringliche Groß- Fuhrgeschäft, das in der Regel Post" genannt wird. Nicht jede Kaufmannsfirma also, die gelöscht wird, ist tatsächlich erloschen. Ihr Glanz strahlt zuteilen nur an einer anderen Stelle, die nicht vom Handelsminister, sondern bom Gothaer Almanach angezeigt wird. Aber es kommt auch bor, und häufiger als man für möglich halten sollte, daß eine laufmännische Firma, die ersten Ranges war und den Markt maßgebend beherrschte, gleichsam über Nacht ihre Bedeutung berliert. Es ist nichts geschehen, was ihre Solidität in Frage stellen könnte, sie hat feine nennenswerten Verluste erlitten, das Vertrauen in ihre Bonität ist unvermindert, man führt sie noch unter den vornehmsten und ersten Firmen auf aber mit einem Male ist sie aus der Reihe der berrschenden Firmen gestrichen, deren Chefs von der Verschwiegenheit ihres Romtors aus die Großbanten leiten und der Finanzpolitik die Richtung geben. Sie gleicht einem abgedankten Fürsten, dem man noch alle äußeren Ehren erweist, von dem man jedoch weiß, daß er die tatsächliche Macht nicht mehr besitzt. Wie lange ist es her, daß die Firma Bleichröder in Deutschland für den Geldmarkt tonangebend war? Die jüngst veröffentlichten Aufzeichnungen des Fürsten Chlodwig Hohenlohe haben daran erinnert, wie der alte Bleichröder mit dem Fürsten Bismard Politik gesprochen, und nicht bloß Geld- und Finanzpolitik. Und heute? Die Firma besteht noch und sie ist sicher, wenn auch nicht mehr ganz so reich wie früher, so doch reich genug. Wir würden uns feinesunseren Lesern jedem einzelnen das geschmälerte Bleichrödersche Firmenvermögen wünschen. Aber der Geist des Hauses ist nicht mehr derselbe. Von den Söhnen der alten Sozietäre ist teiner in die Fußstapfen der Väter getreten, und die frisch eingetretenen Sozietäre haben trotz aller Tüchtigkeit den Weg zum Weltgeschäft nicht zu finden vermocht. Anderen Firmen ist es ähnlich ergangen: fie erblichen förmlich, weil fie zu reich geworden waren, weil die Chefs sich darauf beschränkten, ihr eigenes Vermögen zu verwalten oder verwalten zu lassen und den Zinsertrag mit gefälligem Anstand zu verzehren. So ist es der weiland berühmten Firma Gebrüder Schickler gegangen. - Man braucht diese finkenden Finanzsterne nicht gerade zu bedauern. Es geht ihnen allen recht gut und fie leiden keine Not. Aber die Vergänglichkeit ihres Glanzes stiment doch Bachdenklich. y Es bleibt beim alten Kurs! = -er. Wien, 25. Oftober. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Bei seinem Aufenthalt im Rheinland hat der Kaiser ( die Stadt Bensberg besucht und auf dem dortigen Schloßplage eine Parade über das Kadettenforps abgenommen. Nach dem Parademarsch soll der Kaiser folgende Ansprache an die Kadetten gehalten haben: ,, Meine lieben Kadetten! Der Parademarsch hat mir sehr gut gefallen. Ich wünsche und hoffe, daß ihr bald brauchbare Offiziere und dereinst tüchtige Führer meiner Armee werdet. Denkt daran, was vor hundert Jahren passiert ist! Ihr steht mir dafür, daß solches nicht wieder vorkommt. Im übrigen tönnt ihr jetzt auf meine Roften so viel Schokolade und Kuchen essen, als ihr herunterstopfen könnt. Adieu." * Der Kaiser hat den Bezirkspräsidenten Prinzen Alexander von Hohenlohe einstweilen in den Ruhestand versezt. Prinz Alexander ist vorläufig nach seiner französischen Besitzung abgereist. Wahrscheinlich wird die vorläufige Entlassung zu einer dauernden werden, da der Prinz die Verantwortung für die Veröffentlichung der Denkwürdigkeiten seines Vaters schwerlich von sich abschütteln fann. Rufeland, ** Jm Bezirk Mariopol entstand während einer Inspektionsreise des Gouverneurs ein Bauernaufstand. Die Bauern stellten das Verlangen, sie von der Verpflichtung zu befreien, die staatlichen Alkoholläden gegen die Angriffe von Anarchisten zu schüßen. Da der Gouverneur dies verweigerte, zertrümmerte die Menge die Fensterscheiben im Gebäude der Gemeindeverwaltung und versuchte, die Abreise des GouverSotnie Kosaten stellte die Ordnung wieder her, der Gouverneur sezte seine Inspektionsreise fort. ** Der Ministerpräsident Stolypin hat durch eine Verfügung an die Generalgouverneure, Gouverneure und Stadts hauptmänner betont, daß die Kriegsfeldgerichte ausschließlich über schwere Verbrechen und auf frischer Tat ergriffene Verbrecher abzuurteilen hätten. frankreich. Wir haben einen neuen gemeinsamen Minister des Auswärtigen, und wir wissen, daß unter dem neuen Minister Freiherrn von Aehrenthal der Kurs der alte bleiben wird. Und kein Mensch ist davon überrascht. Seit Monaten war 23 das Geheimnis aller Welt, daß Graf Goluchowski dem Groll der Magyaren als Sühn- und Versöhnungsopfer dargebracht werden würde, und daß sein Nachfolger, er mochte heißen wie er wollte, an der auswärtigen Politif nichts ändern dürfe und nichts ändern könne. Der Kurs bleibt, der er erneurs zu verhindern. Eine von Mariopol herangezogene gewesen, und das ist gut. Es war nichts anderes zu erwarten, und doch frente man sich, aus dem Munde des cisleithanischen Ministerpräsidenten Freiherrn v. Beck die ausdrückliche Betätigung zu hören. Desterreich- Ungarn, sagte Herr v. Beck, ist eine Friedensmonarchie, der Dreibund ist die vornehmste Bürgschaft des europäischen Friedens, und daraus ergibt sich, daß der Dreibund auch ferner die tragende Säule der auswärtigen Politik Oesterreich Ungarns sein wird. Da die gegenwärtig regierenden ungarischen Staatsmänner das so gut wie alle Welt vorausgesehen haben, so ist klar, daß die Ungarn gar feinen System- und Richtungswechsel wollten, sondern nur einen Personenwechsel im Auge hatten, als sie den Grafeu Goluchowski stürzten. Im übrigen ist der neue Herr, der eigentlich nur ein neuer Diener ist, in Oesterreich- Ungarn herzlich wenig beliebt. Das hat er aber auch gar nicht nötig. Da hm sein Verhalten in seinem Ressort unverrückbar vorgeschrieben ist, so tann er mit einem Minimum an Beliebtheit ganz gut auskommen und in seinem Amt zu hohen Jahren gelangen vorausgesetzt, daß die Herren Magyaren nicht jeinen Platz als Versorgungsstelle brauchen. Der Personenwechsel, die Ersetzung des Grafen Goluchowski durch Frhrn. oon Aehrenthal ist natürlich im Abgeordnetenhaus zum Gegentand einer Interpellation gemacht worden. Das rhetorische Schaustück wurde mit verteilten Rollen zur Aufführung gebracht. Es ging dabei recht still zu, ohne jede Aufregung. Die anständigsten Formen wurden gewahrt, und das will immer schon etwas heißen. In der Regel werden die österreichischen Parlamentarier, die sich sonst ganz gesittet zu benehmen wissen, erst dann wild, wenn die Nationalitätenfrage aufs Tapet kommt. Dann verläßt sie die natürliche Gutmütigkeit. - Mehr Eindruck als der Wechsel im Ministerium des Auswärtigen machte der Wechsel im cisleithanischen Kriegsministerium. Schon weil dieser Wechsel eine Ueberraschung war. Niemand hatte eine Ahnung, daß Kriegsminister von Bitreich sein Entlassungsgesuch eingereicht habe. Von diesem Gesuch erfuhr man erst gleichzeitig mit seiner Annahme und mit der Ernennung des seitherigen Landesverteidigungsministers Schönaich zum Kriegsminister. Pitreich war als Kriegsminister nicht sehr glücklich gewesen. Er hatte weder bei der ungarischen Delegation die Erhöhung des Rekrutenkontingents noch bei dem ungarischen Finanzminister die Mehrbewilligungen für Maschinengewehrabteilungen und Armee- Automobile durchsetzen können. Offiziös wird das freilich in Abrede gestellt, da Herr v. Pitreich die betreffenden Eingaben zu spät gemacht habe, als daß sie jetzt schon hätten durchgesetzt sein können. An der Sache wird mit dieser formalen Korrettur nicht viel geändert. Herr v. Pitreich hätte eben seine Anträge früher stellen und ihre Bewilligung früher vorbereiten sollen. Der neue Minister von Schönaich kommt unter günstigeren Anzeichen in sein Amt. Er hat den Nuzen davon, daß man seinem Vorgänger mißtraute, seitdem öffentlich zur Sprache gekommen war, daß er eine geheime Sprachverfügung erlassen hatte, die dem deutschen Interesse, d. h. dem Interesse des Deutschtums in Desterreich nicht günstig und förderlich war. Das ganze cisleithanische Ministerium steht vielleicht un mittelbar vor einer neuen Erschütterung seines Bestandes. Die Wahlreform, deren baldige Erledigung der Kaiser dringend wünscht, kann zu einem Stein des Anstoßes werden. Aeger nis hat sie schon genug bereitet. Man arbeitet an einem Kompromiß, was nicht immer eine aussichtsreiche Arbeit ist ** Der in Paris tagende Kongreß zur Bekämpfung des Mädchenhandels nahm einen Antrag an, die nationalen Komitees aufzufordern, die Mittel zu prüfen, wie der Mädchenhandel vom Auslande her verhindert werden könne, und wie die Befreiung seiner Opfer zu erleichtern sei. Darauf wurde der Kongreß geschlossen. Der nächste Kongreß wird in Madrid abgehalten werden. Amerika. ** Präsident Roosevelt hat einen Kommissar ernannt, der die Beschuldigungen untersuchen soll, daß eingewanderte Arbeiter durch glänzende Anerbietungen gewissenloser Agenten nach den Südstaaten gelockt würden, wo sie ein Sklavenleben führten. Seit August sind bei dem österreichisch- ungarischen Konsulat Klagen aus den Holzfällerlagern in Alabama eiugelaufen, daß die dorthin gelockten Arbeiter Frondienste tun müßten, während Negeraufseher die Arbeiter, selbst fieberfranke, mit der Peitsche zur Arbeit antrieben. ** Jm Staate Pennsylvania droht ein großer politischer Skandal. Der Schatzmeister des Staates hat bekannt gegeben, daß bei einer Rechnungsprüfung seines Departements ein Fehlbetrag von sechs Millionen Dollars festgestellt worden sei. Dieser Betrag müsse in die Taschen einiger republitanischer Politiker Pennsylvaniens geflossen sein. Der Schatzmeister hat erklärt, er kenne die in Betracht kommenden Persönlichkeiten und werde die gesetzlichen Schritte tun, um sie zur Wiederherausgabe des Geldes zu veranlassen. Kleine politische Nachrichten. Berlin, 25. Oktober. Die 3. Generalversammlung der Gesellschaft für Soziale Reform findet vom 2. bis 5. Dezember in Berlin statt. Berlin, 25. Oktober. Landesökonomierat Ernst Ring, der Leiter der Milch- und der Viehzentrale in Berlin, ist heute früh in seiner Villa in Wannsee nach mehrmonatlichem Leiden an einem Herzschlage gestorben. Stade, 25. Oftober. Gegen die Gültigkeit der Reichs, tagserfazwahl im 18. hannoverschen Wahlkreise StadeBlumenthal wird von den Freifinnigen Protest eingelegt werden. Bochum, 25. Oftober. Für den nächsten Sonntag werden wieder zahlreiche Bergarbeiterversammlungen angekündigt. Der alte Bergarbeiterverband hält 35 Versammlungen ab mit der Tagesordnung„ Die Lohnfrage im Bergbau". Paris, 25. Oftober. Major Dreyfus wurde durch Ministerialbeschluß zum Artilleriekommandanten des Bezirks St. Denis ernannt. ** Dof und Gefellfchaft. Das Befinden des Fürsten von SchwarzBurg Sondershausen gibt zu Bedenken Anlaß. Während des gestrigen Tages fühlte sich der Fürst matt und abgespannt, obwohl Fieber und Schmerz nicht vorhanden waren. Appetit und Verdauung ließen zu wünschen übrig. Die Nacht brachte nur wenig Schlaf. 38. FREE er en 180 ng CORPORA m. Deliver Beste und queen fann er hier auch nicht." Gebanken ging fie weiter, Freulic eut bie Dauer fann er in bem Boche nicht haufen, gene Blee Taffen Re Teev. n Schmerta Storch?" fragte hie Plentiffin und lachte. dazu zu trinken. Jobst gereicht hatte, und aus einem dicbauchigen Kruge Wein Stüd Brot mit einer Scheibe Schinken zu verzehren, die ihm mit frischen, hellen Augen war er schon wieder dabei, ein Als fle zu bem Kranten zurücklamen, war er wach, und ging. Sie hatte ganz vergessen, daß er dicht hinter ihr eigentlich nur mit sich selbst gesprochen. Jägers su Hengst fagte gar nichts. Das wurde auch nicht bem Lager des herborge ginnenden den Gesuchten steckten eingerahmt, auf denen ein Topf neben das Feuer, dann folgte er der Aebtissin, wiederholten Rufe des Försters nachgegangen war. Die beiab und ließ es grasen, seinen gefüllten Quersad legte er fich wieder zu verbergen. Hengst nahm bem Pferde den Baum Bach die Lichtung verließ, um in dem Didicht des Waldes Hengstens Hallo kam Antwort aus der dunklen Ede, wo der Urwaldes, von Gebüsch und Zweigen so völlig eines Baumes ein fleines, lustiges Feuerchen, von Steinen braußen genauer umfahen, entdeckten fie abseits im Schatter born in dem tiefen Schatten des bewar ein großer Schreden. Aber als fie fid voll Wasserstand. die dem Auf er wußte, daß fie auch bann, wenn fie ganz Saffer hinabglitt, beint besten willen nicht barin er. trinken fonnte. befand; in lautlosem Lugenblick ſtiff nicht sehen fonnte. Frau aufhelfen. Also rufen. fegt, wo er das Lachen nicht bändigen fonnte. Hustete und pruſtete und dankte Gott, daß Er frilmmte fich Hingst!" jauchzte und jodelte er, daß sogar die Dame einen der Botale aus seinem Halse. Hoho, hua, Hengst! Hi ht steďte nur der Knecht? Der mußte doch kommen und der Ha ha, hi, Hengst!" fam es in buntem Durcheinander Aber geschehen mußte doch etwas. Aber das war feine Kleinigkeit die Herrin ihn Gelächter, 230 a und Iouich Renne ich I Kenne Mun, vleefchl Lönnte." Gnädige Man so um fiinf Uhr meistens." filgt es der Bufal, baß ich war bor Lächelnd niďte sie nur. gnädige Frau, wenn ich Sie dort zufällig einmal wiedersehen Und sie, mit demselben fein tronischen Lächeln:„ Nun, Um welche Beit sind Sie benn am liebsten dort, melne Sehr schön! Würde mich also glücklich schäßen, meine dem Hause angekommen. ich alles genaul Sle bort einmal wiedertreffe. Gr bergab Der Gesundheitszustand des Papstes hat sich be deutend gebessert. Leibarzt Dr. Lapponi fand den Papst gestern völlig fieberfrei, sodaß der Empfang englischer Bilges stattfinden fonnte. Soziales Leben. X Streit der Straßenbahner in Budapest. Gestern find die Führer und Kondufteure der elektrischen Straßen und Vizinalbahnen in den Ausstand getreten. Die Ausständigen, deren Zahl etwa 6000 beträgt, verließen ihre Wagen auf der Strecke und zogen in das Stadtwäldchen, wo fie ein Streit lager aufschlagen. Die Forderungen der Ausständigen be stehen in dem Verlangen nach Buschlägen für Nachtdienste sowie Dienstfreiheit an jedem 6. Tag. Ferner fordern fie die Einführung eines neuen Systems für die Pensionierung und Krankenkassen und ein unabhängiges Disziplinargericht, × Streik in der Pfeifenindustrie von St. Clande. Ju etwa 50 Pfeifenfabriken find etwa 3000 Arbeiter in den Aus Stand getreten. Der Grund ist darin zu suchen, daß die Arbeitgeber am 2. November die Arbeiter auszusperren beabsichtigten. Unfchuldig verurteilt? § München, 25. Oktober. Bum zweitenmal steht die frühere Stiftsoberin Elise, bon Heusler vor den Geschworenen. Als am 8. März 1903 das Berdikt der Geschworenen sie des versuchten Giftmordes, begangen an der Dienstmagd Minna Wagner, schuldig sprach, damals erhoben sich schon warnende Stimmen, die an der Grenze des Greiſenalters stehende Frau nicht auf den ziemlich unsicheren Beweis durch Indizien hin ins Zuchthaus zu schicken. Die schweren Tore der Strafanstalt waren längst hinter der Verurteilten zugefallen, die Freunde der ehemaligen Stiftsoberin ruhten aber nicht, heute dürfen sie über den ersten Erfolg quittieren: der Prozeß wider Frau von Heusler nahm zum zweitenmal seinen Anfang. Mehr als 100 Zeugen sind zu dieser Verhandlung, die 3. 8. die Sensation von München darstellt, erschienen, unter ihnen auch der Staatsminister Freiherr von Feiligsch. Von Der Ladung der Prinzessin Maria de la Pas, die zu den Gönnerinnen der Angeklagten gehörte, ist Abstand genommen worden. Kurz vor Beginn der Verhandlung erschien die Angeklagte in Begleitung ihres Verteidigers Dr. v. Pannwiz im Verhandlungssaale. Die Hauptzeugin des ersten Prozesses, die Minna Wagner, ist inzwischen verstorben, und die Sektion ihrer Leiche gib: der Verteidigung eine neue Basis. Das Sektionsergebnis erweckt nämlich den Anschein, daß bei der Wagner nicht, wie es früher hieß, sogar eine zweite Salzsäurevergiftung stattgefunden hätte, sondern daß überhaupt feine Salzsäurevergiftung vorgelegen habe. Die Speiseröhre wies nicht die geringsten Aegungsspuren auf. Es würden demnach die Brechanfälle, unter denen die Wagner gerade während der borigen Verhandlung so stark litt, und welche das größte Mitleid mit dem anscheinend dem Hungertode preisgegebenen armen Opfer hervorriefen, simuliert gewesen sein. Die Verteidigung beabsichtigt auch, einen umfangreichen Beweis dafür anzutreten, daß die Wagner im Krankenhause ihrer Heimatsstadt Feuchtwangen, während sie am Tage Brechanfälle hatte, nachts heimlich die schwersten Nahrungsmittel wie Würste, Selchwaren usw., die sie sich einschmuggeln ließ, verzehrt hat. Diese Erörterung des Geisteszustandes der ver: storbenen Minna Wagner, der auch nachgesagt wird, daß sie in ihren letzten Lebensjahren start tobsüchtig war, wird zu einem kleinen psychiatrischen Kongreß führen. Es sind 13 medizinische Sachverständige geladen, darunter einige unserer namhaftesten Psychiater. von einer Rangiermaschine bei einer Kreuzung angefahren. Der Anprall war so heftig, daß die Maschine zur Seite flog. Etwa zehn Wagen sind beschädigt. Der Schaffner Hizemann wurde schwer, ein Bremser des Güterzuges leichter verletzt. † Im Gefängnis irrfiuuig geworden. Die wegen Er. mordung des Eigentümers Sykora in Wien zum Tode ver urteilte, später aber zu lebenslänglichem schweren Kerfer be gnadigte Frau Franziska Klein, wird demnächst auf Gerichtsbeschluß behuf Beobachtung ihres Geisteszustandes nach dem Inquifitenhospital des Landesgerichts in Wien gebracht werden, da fich während der Haft Spuren von Geistesstörung bei ihr bemerkbar gemacht haben. Sollten die gerichtlichen Psychiater Frau Klein für tatsächlich geistesfrank erklären, so würde ihre zeitige Internierung in eine Frrenanstalt zu er folgen haben. Die Angeklagte, die heute im 58. Lebensjahr steht, ist seit der vorigen Verhandlung starf gealtert, die Spuren des 2/2 jährigen Aufenthaltes im Zuchthause sind auf ihrem Ge: fichte unverkennbar. Sie ist sehr schlicht gekleidet und bricht wiederholt in Tränen aus, während sie in der vorigen Ver= handlung eine bewundernswerte Ruhe und Energie zeigte. Nach Erledigung der Personalfragen und nachdem die ganze Vergiftungsaffäre nochmals in aller Ausführlichkeit durchbesprochen worden war, entgegnet die Angeklagte auf die Frage des Vorsitzenden, ob sie der Wagner Salzsäure in die Tasse getan, fest und bestimmt: Nein, ich bin un= schuldig". Sie spricht die Vermutung aus, die Wagner habe sich selbst Salzsäure in den Kaffee gegossen, um ihr einen Possen zu spielen. Die Angeklagte meint, sie sei das Opfer eines Dienstbotenfomplotts geworden und nennt als eines der Mädchen eine gewisse Loß, die einmal geäußert habe, fie die Loz sei so rachsüchtig, daß sie es fertig brächte, jemand ins Zuchthaus zu bringen. Frau von Heusler stellt auch ganz entschieden in Abrede, jemals - † Ueberfall im Coupé. In der Nähe der russischen Station 8werinła wurden zwei Damen, welche allein im Damencoupé reisten, von zwei Männern, die auf einer fleinen Station eingestiegen waren, unter Todesdrohungen ihres Schmuck im Werte von 10 000 Rubeln und ihres Bargeldes im Betrage von 1000 Rubeln beraubt. Die Räuber sprangen sodann aus dem Zuge. unziemliche Aeußerungen über die Protektorin des Stifts, die Prinzessin Leopold Ferdinand getan zu haben. Nachdem noch einige Fragen über die Verpflegung der Stiftsiniassen ihre Erledigung gefunden hatten, wurde die Vernehmung der Angeflagten geschlossen. Nah und fern. † Ein Zug ins Wasser gestürzt. Ein Personenzug, welcher auf einer Brüde bei Wayn im Staate Indiana hielt, wurde von einem Güterzuge angefahren. Ein Pulmann. wagen wurde zerstört, verschiedene Güterwagen stürzten in das Wasser. Zehn Reisende wurden schwer verletzt, mehrere Personen werden vermißt. Man befürchtet, daß fie ers trunken find. † Das Schicksal der Prinzessin Monica Pia, der Tochter der Gräfin Montignoso, dürfte entschieden sein. Die Prinzessin wird nicht an den Hof nach Dresden gebracht, sondern dem Drden der englischen Frauen übergeben werden, aus deren Kloster sie wohl niemals wieder ins Leben zurücktreten wird. † Ein schweres Brandunglück hat sich in Kansas City ereignet. Gestern früh brach im Gebäude der Handelskammer Feuer aus, durch das der Bau zerstört wurde. Von den die oberen Stodwerte bewohnenden 200 Mietern, die, als der Brand anfing, noch schliefen, find nach den Schäßungen der Feuerwehr über 20 ums Leben getommen und etwa 50 durch das Feuer verlegt. † In den Armen des Geliebten beging das Dienstmädchen Klara Friese in Berlin Selbstmord durch Erschießen. Die Friese war eine sehr exzentrische Person, die an der Treue ihres Bräutigams, eines Schuhmachers zweifelte und ihn fortgesetzt mit Eifersuchtsszenen quälte. Aus einem hinter. lassenen Briefe geht hervor, daß fie beabsichtigt hatte, erst ihn und dann fich zu töten. Sie hatte aber wohl diesen Plan aufgegeben und sich bei ihrem Bräutigam erschossen, nach. dem sie darauf bestanden hatte, über Nacht bei ihm zn bleiben. † Zum Fall Köpenid. Die von der Stadt Köpenid für die Ergreifung des Kassenräubers ausgesezte Belohnung wurde von 500 auf 1000 M. erhöht. Die im ganzen aus, geschriebene Belohnung beträgt jegt also 3000 m. † Gemeinsam in der Tod. In Potsdam hat der 82 jährige Rentier Steinde seine 80 Jahre alte Gattin und sodann sich selbst getötet. Ein hinterlassenes Schreiben der Lebensmüden gibt zunehmende förperliche und geistige Schwäche beider als Beweggrund zu der traurigen Tat an und enthäll die ausdrückliche Versicherung der Ehefrau, daß fie mit ihrer Tötung einverstanden sei. † Schwerer Bahnunfall. Als ein Güterzug nach Braun schweig den Bahnbof Hannover verlassete. wurde a + Warnung für Austernesser. In Holland und im Auslande sind Erkrankungen nach dem Genuß holländischer Austern vorgekommen. Die Regierung hat sofort eine strenge Untersuchung angeordnet. Die holländischen Behörden warnen vor dem Genuß holländischer Austern, welche nicht den amt lichen Stempel tragen. † Einbruch in ein Gerichtsgebände. In die Gerichtsvollzieherei des Gerichts in Zweibrüden wurde nachts ein Einbruch verübt. Da der Kassenschrank den Künsten der Diebe widerstand, öffneten diese die Pulte der Angestellten und durchsuchten fie, jedoch ohne besonderen Erfolg. Schließ lich scheinen sich die Diebe an den vorhandenen Akten zu rächen versucht zu haben, indem sie etwa 45 Zivilaftenstücke die ganze nächste Sizung sowie mehrere Lollstreckungsaften an sich nahmen und auch sonstige Bureaugegenstände umberschleuderten. Auf dem Rückwege haben die Täter anscheinend verschiedene Aktenstücke verloren, die am Morgen vor dem Justizgebäude aufgefunden wurden. Die frechen Eindringlinge, die zweifellos mit den Dertlichkeiten der Bureaus sehr vertraut waren, formten noch nicht ermittelt - werden. bunte Tages- Chronik. Berlin, 25. Oktober. Gestern mittag öffnete der Fahr. stuhlführer Prochnow im dritten Stockwerk des Grundstücs Französischestraße 39 die Tür zum Fahrstuhlschacht, um den Fahrstuhl zu besteigen. Er übersah dabei, daß sich der Fahrstuhl noch in der vierten Etage befand und stürzte in den Schacht hinab, wo er mit gebrochenem Genid tot liegen blieb. Cokales. - ** Der Großherzog hat dem Forstwart der Kom munalforstwartei Nidda, Louis Liehr zu Nidda, aus Anlaß seiner Versehung in den Ruhestand, den Charakter als Förster" verliehen.- In den Ruhestand wurde ver. fetzt am 13. Oftober der Lehrer an der Gemeindeschule zu Maar, Georg Heinrich Riz auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. November 1906 an, und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Kornatowo, 25. Oktober. Gestern abend wurde auf dem Chausseeübergange in der Nähe des Bahnhofes Stolno ein mit Kartoffeln beladenes einspänniges Fuhrwert vom Zuge 636 überfahren. Der Eigentümer des Wagens, der 70jährige Altbesitzer Jakob Knop aus Kulm, wurde getötet, der Wagen zertrümmert, das Pferd blieb unverletzt. Erfurt, 25. Oktober. Der Mörder Erich Salbey, der seine Braut erschoß, ist, entsprechend dem psychiatrischen Gutachten, als gemeingefährlich irrsinnig für dauernd in eine Frrenanstalt überführt worden. trogen. fo foll die Differ alt werden, da das jade betrachte, ben laufus fprad fid Heinrich Binn& Biehmarkt zu Oftober ftattgefundener Rindoieh, 527 am 13. und 14. N Rramermartt. Das große De 7 in Breslau findet fatt. Die Gänge 12 000 Buhörer auf biefelbe beläuft sich Mufit find bis zu dungsausschuß forber geber ift der Turnerisches Turnhalle der Frant aft der Beiter von Fra Turnerife Borfi Bufammentuanft habe * Auszeichnung. Die Kaiserin und Königin hat der Fürstin Karl zu Solms- Hohensolms- Lich in Lich das goldene Frauen Verdienstkreuz zu verleihen geruht. § Abg. Dr. Glässing hat bei der Zweiten Kammer beantragt, daß Großh. Regierung vor Erledigung der Revision der allgemeinen Bauordnung der Kammer eine Vorlage zugehen lassen wolle, durch welche als Ergänzung der allgemeinen Bauordnung eine öffentlich rechtliche Sicherung baugeseßlicher Borschriften, baupolizeilicher Auflagen und baupolizeilicher Erklärungen herbeigeführt wird. Mannheim, 25. Dktober. In Neckarau verursachten gestern nacht etwa 80 Burschen einen Tumult, indem sie auf Sem Markt mit Revolvern schossen. Die Polizei mußte ebenfalls von der Waffe Gebrauch machen, ehe sie 13 der Erzedenten verhaften fonnte. Ein Schuhmann ist leicht verlegt. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Wien, 25. Oktober. Bei Station Marchegg stieß heute 4 Uhr morgens ein Güterzug mit einem Güterzug infolge vorzeitiger Freigabe des Semaphors zusammen; ein Bremser wurde getötet, ein Postkondukteur leicht verletzt, das Geleise wurde gesperrt. $ lef * Ergänzungswahlen für den Gesellenausschuß der Gießen wurde als Mitglied gewählt: Schreiner Heinrich Männche und als dessen Ersaßmann Schneider Wilhelm Huthmann beide zu Gießen. Handwerkskammer haben fürzlich stattgefunden. Im Bezirt rilungen find vorgefeh Rostow a. Don, 25. Oftober. Zwischen den Stationen Tschelbaß und Beisong stieß ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen. Eine Reisende und ein Bahnbeamter wurden getötet, zwei Reisende und mehrere Bahnbeamte verlegt. Kunst und Wiffenfchaft. * Spende. Der die norddeutschen Bundesstaaten nden. Grünberg. Der b umfassende Deutsche Kriegerbund hat, wie die Kyffhäuser dit Rindeleh Hart, mit Rorrespondenz mitteilt, am 22. Dft., dem Geburtstage der hren. Der Rindvichmar Kaiserin, 46000 Mt. für Unterstüßungen an hilfsbedürftige reinraffige Stüde, fü Witwen verstorbener Kameraden bewilligt. marden. Sechs- bis acht i frag. Der Schweine unglühr ein Drittel d fedte denn auch der § Der Rhein- Main- Gastwirte Verband hat affe, erzielten 200 S an die Zweite Kammer eine Eingabe betreffend den Klein jelben Biebschlages bis gründung heißt es: Der Flaschenbierhandel und auch der beh, Deffen ungeachtet g Kleinverkauf von Wein, welch' letterer häufig in Gemüses, Spezerei- und anderen Läden recht schwunghaft betrieben werde, sei weder mit einer dennenswerten Steuer belaftet noch brauche dafür ein Stempel entrichtet zu werden. Der Bezahlt wurden für Flaschenbierhandel sei den Wirtschaften dadurch überlegen, 40-45, befte 50daß er seinen Absaz direkt in den Wohnungen, auf Baus ir lofteten per Baar 8 stellen, in Fabritbetrieben 2c. fiade, während die Birte dine 100-130. warten müssen, his Gäfte fämen. Der Flaschenbierhandel Linzenbach, 25. Ott sei auch insofern günftiger gestellt, als er im Gegensatz zum gate Fortschritte. A Birte gewerbe nicht durch hohe Mieten bezw. Berzinsung mulhouses bis in di fostspieliger Häuser und vielfach ganz bedeutender Ausgaben or befanntlich, wie für Personal 2c. belastet sei. Mit Rücksicht darauf, daß die haliger verschieben Regierung in aller Kürze einen Entwurf zur Abänderungen von Rinzenbach, bo des Urkundenstempel- Gefeßes vom 12. August 1899 der Rammer vorlegen will, soll die Vorstellung des Rhein- Main Gastwirte- Verbandes vorläufig für erledigt erklärt werden. * Gewerbevereine und Gewerbeschieds. gerichte. Schon verschiedentlich ist auf Versammlungen von Ortsgewerbevereinen die Frage behandelt worden, ob nicht zur Schlichtung gewerblicher Streitigkeiten ständige Schiedsgerichte durch die Gewerbevereine eingerichtet werden fönnten in der Weise, wie es bei Innungen möglich ist. Czteren steht nämlich eine derartige Befugnis auf Grund des§ 81 b, 8iffer 4 der Gewerbeordnung zu. Die Frage bezüglich der Verleihung eines ähnlichen Rechts an die Orts gewerbevereine wird verneint werden müssen, da die Gewerbe ordnung keine Grundlage für den Erlaß einer solchen An- hrte Kinderzahl, habe ordnung bietet. Die Biele, die von den Ortsgewerbevereinen führt, der unserem Orte bei ihren Wünschen verfolgt werden, lassen sich jedoch auf Groß- Eidhen, 25. D Grund des Gewerbegerichtsgef. zes erreichen, schreibt die des Grundbuchs " Darmst. 8tg." Die interessierten Vereine werben am bir de Gemartung Groß G zweckmäßignen bei den zuständigen Kreisämtern die Errichtungen 1. Robbr. 1906 1 von Gewerbegerichten für die betreffenden Reise oder Teile Derselben anregen. Die Kreisämter sind bereits durch frühere ministerielle Berfügung angeser, der Errichtung solcheren. Ein junger Man Gerichte ihre besondere Aufmertsamkeit zu schenken und sie werden den Wünschen der Gewerbetreibenden sicher ent sprechen, sobald man ihnen die Notwendigkeit solcher Berichte nachweist. L. Die Berliner Universität für Russen gesperrt! Nachdem bereits seit einiger Zeit den ausländischen und namentlich den russischen Studenten Schwierigkeiten bei der Aufnahme in die Universitätsmatritel gemacht wurden, ist jetzt plöglich eine ministerielle Verfügung ergangen, wonach russische Staatsangehörige bis auf weiteres in Berlin nicht immatrikuliert werden dürfen. Man erwartet in eingeweihten Kreisen die Aufhebung der Sperre schon in etwa 14 Tagen; bis dahin sollen neue Aufnahmebestimmungen für Ausländer ausgearbeitet werden, die eine schärfere Kontrolle ermöglichen sollen. R. Schutz der Züge. Der Ingenieur Segri, welcher bei der Simplonbahn angestellt ist, hat eine wichtige Erfindung gemacht, welche es gestattet, die Eisenbahnzüge mit dem Telegraphennez ohne besondere Vermittelung in Verbindung zu bringen. O. Carnegie als Wohltäter Leipzigs. Mit dem 1. Oftober nächsten Jahres wird an der Leipziger Universität ein Seminar. für Kultur- und Universalgeschichte ins Leben treten. Nach früheren deutschen Zuwendungen hat jetzt Herr Andrew Carnegie, der bekannte amerikanische Mäcen und Millionär, Herrn Professor Lamprecht für die Bibliothek dieses Seminars 5000 Marf zur Verfügung gestellt. * Die Bevölkerung des Großherzogtum sich der inmitten des Gemeinde faufte deffen blazerlich wohl noch gut e men im Laufe der Jahre an qulzwecken beibeha im Juli 1867 der Ho dal ruhte, einstürzte, und des Unterrichts ei und in beiden Fällen auf edgesezt werden mußte. ein Shulhause bis mindezimmer die zur dallase eingerichtet. A Ringbolabanien. Rampoteng ift eine m began dieser Sache ins Be Busbach, 25. Dlto Llage eines Rlärbeder Bad Nauheim, 25. Groberzog hat, wie Hessen. Nach den endgültigen Ergebnissen der Volkszählung reiherrn Wilhelm von E vom 1. Dezember 1905 beläuft sich die Bevölkerung des heim mit Birtung Großherzogtums auf 1209 175 Personen, und zwar 604 078 männlichen und 605 097 weiblichen Geschlechts. Die Bu herr von Stard ist e bate minifters Julius b nahme seit dem 1 D.3mber 1900 beträgt 46 308 männliche Suni 1859, steht alfo und 43 888 weibliche Personen, zusammen 90196= 8,06 Stard war Rittmeiste Prozent der Bevölkerung vom Jahr 1900. Die Einwohner zahlen der einzelnen Kreise sind folgende, wobei die in den Klammern beigefügten Zahlen die Zunahme seit 1900 be deuten: Darmstadt 128 661( 15720), Bensbeim 61208 ment Nr. 24 und rungs- Berwefers vor er Rittmeifter ima 15 in Sagenau, am ( 5292), Dieburg 59 640( 4262), Erbach 47 707( 1124), Regiment zum M Stard dem Stabe de 9 in Straßburg u und feit 1893 mit Se Marburg, 24. D Rabenau ging fi en aus Marburg üb Laasphe, 25. Of heiterhaft der Eisenw find zum größte derer Teil ausgefperit nb ferenzen und Be Groß Gerau 56 072( 5274), Heppenheim 48 708( 2539). Offenbach 141 000( 20 187), Steßen 88476( 6560), Alsfelb 36 908( 628), Büdingen 40 587( 1555), Friedberg 74 425 ( 4752), Lauterbach 29 316( 508), Schotten 27 044( 795), Manz 151 377( 13017), Aly 40 565( 820), Bingen 42 282( 1825), Oppenheim 46 979( 600), Borm 88221 ( 4828). Der kleinste Kreis ist also Schotten, der größte Offenbach. Er ist mehr als fünfmal so groß wie der Streis Schotten. Die Städte mit mehr als 10000 Einwohnern sind: Mainz mit 91 179 Einwohnern( die Zunahme feit 1900 ft 6928= 8,22 Prozent der Bevölkerung von 1900), Darmstadt 83 123( 10 742 14,84 Prozent). Offenbach 59 765( 9297) 18,42 Prozent), Worms 43 841( 3136) 7,70 Prozent) und ießen 28769( 3278= 12,86 Prozent). = = = § Dachdecker Carlé soll, so wird uns mitgeteilt, heute von Butzbach nach hier in die psychatrische Kitni trar& portiert worden sein. * Bismarckturm auf dem Taufstein. Unter verschiedenen Angeboten auf die Bauausführung des Bismardturme befand sich auch ein solches des Baugeschäftes Heinrid Winn& Cie. in Gießen. Dasselbe will den Turm zum Vorschlagepreis ausführen, sollte sich aber herausstellen, daß die Arbeiten unter dem Voranschlag ausgeführt werden niger Arbeiter, $ Aroljen. Ritterg 13 Millionen ein R Thüringen an den Mil bunge plag bes 11. Offenbad, 25. D meldet ein gut gen den Mitteilung für heute festgefe 6 Herren in Frage über die meiften no wird die Erledigun Frankfurt. Am g Evere zum Berkauf, 6. 38. ie ir st er 132 en ng a n. BEE dem Forfwart der Rom Liehr zu Nidda, as Ruhestand, den Charate nen, so soll die Differenz dem Bogelsberger Höhen- Club henkt werden, da das genannte Geschäft es als eine Der renfache betrachte, den Bismarckturm zu bauen. ntralausschuß sprach sich deshalb einstimmig dahin aus, Herrn Heinrich Winn& Cie. die Ausführung des Baues zu Bertragen. Viehmarkt zu Gießen. Bei dem am 23. und 4. Oftober stattgefundenen Markte waren aufgetrieben 1327 Sid Rindvich, 527 Schweine. Der nächste Markt bet am 13. und 14. November statt; am letteren Tage Krämermarkt. en Ruhestand wurde be An der Gemeindeschule auf fein Nachsuchen unte reuen Dienste, mit Birtu ibm aus diesem Anlag b Verdienstordens Philipp Taiferin und Königin t enfolms. Lich in Lich d berleihen geruht. bei der Zweiten Ramme: ng vor Erledigung dnung der Kammer e rch welche als Ergänzung eine öffentlich recht Cungen herbeigeführt w den Befellenausschuße iften, baupolizeilicher n Das große Deutsche Sängerbundesfest 1907 in Breslau findet nach neuerem Beschluß am 27.- 31. Sali ftatt. Die Sängerhalle wird rund 8000 Sänger 12 000 8uhörer aufnehmen fönnen; der Voranschlag fit biefelbe beläuft sich allein auf 290 000 Mt. Für Der Verdie Musik sind bis zu 7000 f. bewilligt. pügungsausschuß fordert einen Stredit von 380 000 Mt. Seftgeber ist der Schlesische Sängerbund." * Turnerisches. Am nächsten Sonntag findet in ter Turnhalle der Frankfurter Turngemeinde eine Zusammenunft der Leiter von Frauenabteilungen des Mittelrheinkreises flattgefunden. Im B flatt. Turnerische Vorführungen von Frankfurter Frauenwählt: Schreiner Hein mann Schneider Bih rddeutschen Bundes fa abteilungen sind vorgesehen. Vereine, die ein Interesse an Der Zusammenkunft haben, sind eingeladen, Vertreter zu nden. hat, wie die Kyffhän mit Rindoteh start, mit Schweinen außerordentlich stark beOtt., dem Geburtstage de fahren. Der Rindviehmarkt zeigte außer gewöhnlichem Vieh ügungen an hilfsbedürfte dreinraffige Stücke, für die horrend hohe Preise gezahlt Grünberg. Der diesjährige Gallusmarkt mar bewilligt. aft wirte Verband Reinrasse, erzielten 200 mt. und mehr, trächtige Kinder gabe betreffend den Klebefelben Biehschlages bis zu 916 t. Allerdings waren in gerichtet. In der& auch die sonstigen Preise für das Rindvich ungewöhnlich mbierhandel und auch boch. Deffen ungeachtet ging der Handel flott bei lebhafter terer häufig in Gemük Rachfrage. Der Schweinemarkt war so stark überfahren, echt schwunghaft betrien doß ungefähr ein Drittel der Jungschweine unverkauft blieb. nenswerten Steuer belok hier Stockte denn auch der Handel und die Breise flauten entrichtet zu werden. b. Bezahlt wurden für geringere Fertel 30-35 Mr., chaften dadurch überlega beffere 40-45, beste 50-55, ganz schwere 60-70 Mr. en Bohnungen, auf Bufer kofteten per Baar 80-84 und 84-90, schwere Ein ade, während die legeschweine 100-130. 1. Der Flaschenbierhand wurden. Sechs- bis achtwöchige Saugfälber, Simmentaler Kinzenbach, 25. Oft. Unser Schulhaus neubau , als er im Gegensaß macht gute Fortschritte. Auch hier reicht die Geschichte des Mieten bezw. Verzinhalten Schulhauses bis in die ältesten 8- iten zurück. Kinzenganz bedeutender Ausgah boh war bekanntlich, wie so mancher Ort hiesiger Gegend, it Rücksicht darauf, daß ehemaliger i verschiedener adeliger Familien, wie der Entwurf zur& bänder Herren von Kinzenbach, von Göns u. a. Im Jahre 1790 om 12. August 1899 löste sich der inmitten des Dorfes gelegene Gutshof auf und Corfstellung des Rhein- Madie Gemeinde faufte dessen Wohngebäude zum Schulhause. ür erledigt erklärt werde deußerlich wohl noch gut erhalten, waren aber in seinem nd Gewerbeschiedt Janern im Laufe der Jahre umfassende Reparaturen nötig, hift auf Versammlung aum zu Schulzwecken beibehalten zu werden. So geschah es, age behandelt worden, daß im Juli 1867 der Hauptbalfen( Träger), auf dem der her Streitigkeiten Ständ Schulsaal ruhte, einstürzte, und im April 1872 brach sogar bereine eingerichtet werde während des Unterrichts ein Teil des Fußbodens ein, woSei Jnnungen möglich durch in beiden Fällen auf längere Zeit der Schulunterricht tige Befugnis auf Grausgesetzt werden mußte. Seit dem Frühjahre 1889 ist in beordnung zu. Die Fem in Schulhause bis dahin gleichfalls untergebrachten nlichen Rechts an die Gemeindezimmer die zur Notwendigkeit gewordene zweite den müssen, da die Geweh Shulklasse eingerichtet. Alle diese Umstände, vor allem die Erlaß einer solchen mehrte Kinderzahl, haben den Schulhausneubau herbeiDon den Ortsgewerbeverein geführt, der unserem Orte zur Zierde gereichen wird. § Groß- Eichen, 25. Oft. In dem Verfahren zur Unden, lassen sich jedoch es erreichen, ſchreibt fegung des Grundbuch 3 und des Berggrund bus erten Vereine werben a für die Gemarkung Groß Eichen beginnt die Anmeldunas. Kreisämtern die Erricht fit am 1. Novbr. 1906 und endigt am 31. Januar 1907. Münchholzhausen. In der Totschlags affäre treffenden Reife oder er find bereits durch frühe kampo teng ift eme weitere Verhaftung vorgenommen r, der Errichtung foerden. Ein junger Mann namens eller von her wurde mfeit zu fchenfen und igen dieser Sache ins Weßlarer Gefängnis eingeliefert. Buzzbach, 25. Ottober. Unsere Stadt hat sich zur Derbetreibenden sicher Totwendigkeit fölcher Geri lage Des Großherzogtu eines Klärbeckens für die Abwässer entschlossen. * Bad Nauheim, 25. Oft. Der neue Kurdirektor. Der Großherzog hat, wie bereits gemeldet, den Major a. D. Ergebniffen der Volkszählteiherrn Wilhelm von Stard zum Kurdirektor von Badfish be, and partial die Bevölkerung Sen Geschlechts. Die 00 beträgt 46 308 männ Ruheim mit Wirkung vom 1. Novbr. 1906 ernannt. Staatsministers Julius von Starck. Er ist geboren am 17. Juni 1859, steht also jezt im 47. Lebensjahre. Fehr. zufammen 901968 Stard war Rittmeister beim 2. Großh. Hess. Dragonerahr 1900. Die Einwoh 74.4 Megiment Nr. 24 und wurde dann Flügeladjutant des gierungs- Verwesers von Sachsen- Koburg und Gotha. Zahlreiche neue Abonnenten hat unsere Zeitung in den letzten Wochen bekommen, einesteils weil der Bezugspreis bei freier Lieferung ins Haus nur 45 Pfg. pro Monat beträgt und dann auch sind es die nun tommenden langen Winterabende, da ein jeder gern die Lokal- Presse verfolgt. Unsere Träger, alle Postanstalten und Briefträger nehmen schon jetzt Bestellungen für November und Dezember an. Wer das Abonnement aber direkt bestellen will, wende sich an unsere HauptExpedition nach Gießen, Seltersweg 83. Mecklenburg, Pommern, Hamburg, hiesiger Umgegend und Waldeck. Der Geschäftsgang war ein mittelmäßiger, die Preise blieben unverändert. Zum Schluß kleiner Reſtbestand. Heute standen zum Verkauf 31 Ochsen, 10 Bullen, 65 Kühe und Jungrinder, 847 Kälber, dabei 284 Norddeutsche, 401 Schafe und Hämmel, 16 Biegen. Der Großviehbestand war größtenteiis der unverkaufte Rest vom Montag, bei lahmem Geschäftegang dürfte auch heute der kleine Stand Vormittags 9 Nachmittags 2 In der Johanneskirche. Uhr: Professor D. Ed. Uhr: Kindergottesdienst für die Lutes. gemeinde. Pfarrer Euler. Abends 5 Uhr: Siehe Stadtkirche. Abends 8 Uhr Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaale der Johanneskirche. Abends 7 Uhr Vereinigung der konfirmierten männl. Jugend der Lukasgemeinde im Konfirmandensaal, LiebigStraße 56. Montag, den 29. Oftober, abends 8 Uhr im Konfir mandensaal der Lukasgemeinde, Bibelstunde. Text: 1. Betr. 3, 17 ff. Pfarrer Euler. Freitag, den 2. November, nachm. 5 Uhr Vereinigung der konfirmierten weibl. Jugend der Lukasgemeinde im Konfirmandensaal, Liebigstraße 56. Nächstfünftigen Sonntag, den 4. Nov., findet in beiden Kirchen die Feier des Reformationsfestes statt. An demselben wird die alljährliche Kollekte zum besten des Gustav Adolfsvereins erhoben werden. Im Abendgottesdienst wird Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde gemeinsam gehalten werden. Anmeldungen dazu vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde( für die Johannesgemeinde bei Pfarrassistent Steiner, Südanlage 7) erbeten. Batholische Gemeinde. Samstag, den 27. Oftober. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte. Sonntag, den 28. Oftober. 21. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von 6 Uhr an: Belegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligen Kommunion. " Vorm. um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Vorm. um 9½½ Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. um 5½ Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranz Andacht mit Segen. Montag, Dienstag, Mittwoch- und Freitag- Abend um Uhr ist Rosenkranzandacht mit Segen. Batholischer Gottesdienst in Grünberg ift Sonntag, 28. Dft., vorm. 91/2 Uhr: hetlige Messe mit predigt. nicht ausverkauft werden, trotzdem die Händler einige Mart 6 am Preise nachgeben. Um Kälbermarkt gedrücktes Geschäft ungeachtet kleiner Zufuhr. Es wird wohl ausverkauft, dagegen mußte bei Mittelware im Preise nachgelassen werden, sie stellte sich auf 52 bis 56 Pia. Lebendgewicht, erste Qualität( Norddeutsche) hielt ihre Preise, ebenso die dritte Qualität. Am Schafmarkt, der aus der Umgegend, OberWebger fonnten erste Qualität zu 72 bis 75 Pig., zweite hessen und Berlin befahren war, flaues Geschäft. Die zu 62 bis 65 Pfg., dritte zu( 0 Bfg. per Pfund Lebendgewicht einkaufen und wird ausverkauft. Aus Herbstein war ein Poften von 60 Stück räubiger Schafe und Hämmel zugefahren, die auf separatem Plage verkauft wurden; 60 Pfg. soll für das Pfund gezahlt worden sein. Abschluß vom Großviehmarkt am Montag: 652 Stück an hi sige eßger verkauft, 719 Stück noch auswärts verladen und abgetrieben, 86 Stück Restbestand. * Mainz, 24. Oft. Das„ Mainzer Tagbl." meldet: Eine peinliche Ausschreitung eines Stadtver. ordneten im Theater hat sich am Montag- Abend ereignet. Der Stadtverordnete und frühere Brauereibesizer Herr Gebürsch überfiel den früher mit ihm befreundet gewesenen ehemaligen Karnevalspräsidenten Max Weller und mißhandelte ihn in gröblichster Weise. Bevor sich Herr Weller, der aus dem Mund blutete, noch von seiner Bestürzung erholt hatte, war Herr Gebüsch, Schimpfworte ausstoßend, davongelaufen. Der Vorfall rief unendlich peinliches und unangenehmes Aussehen hervoor und hatte rasch eine Menschenansammlung zur Folge. Herr Gebürsch gab als Grund zu seiner mehr als befremblichen Aufführung an, daß Herr Weller sich über ibn wiederholt luftig gemacht und versucht hätte, durch Eczählen von allerhand Wizen ihn lächerlich zu machen. * Mainz, 25. Oft. In der gestrigen Stadtver ordnetensizung wurden lebhafte Debatten ausgelöst bei dem Punkte: Ausschreibung der Stelle eines besoldeten Beigeordneten. Während die Bürgermeisterei behauptete, ohne etnen weiteren besoldeten Beigeordneten nicht mehr austommen zu fönnen, wurde von Gegnern die Meinung vertreten, daß die fortwährende Stärkung der Stimmen der Bürgermeisterei nur dazu führe, auf Schleichwegen eine Siter Rittmeister im 3. Schlesischen Dragoner- Regiment Magistratsverfassung herbeizuführen, füe die wohl eine Mehrheit nie zu erlangen wäre. Schließlich wurde die Ausschreibung des Postens mit einem Anfangsgehalt von ie 500 Mt. bis zum Höchstgehalt von 9400 Mt. Die Wahl 7400 Mt. genehmigt, steigend von dri zu drei Jahren um soll auf 12 Jahre erfolgen, es sind nur Juristen oder Ver waltungsbeamte zur Konkurrenz bis 15. Dez. zugelassen. 15 in Hagenau, am 27. Januar 1904 wu de er im glichen Regiment zum Major befördert. Zulegt war Frhr. Stard dem Stabe des 2. Rheinischen Husaren- Regiments 9 in Straßburg zugeteilt. Vermählt ist Frhr. von Stard seit 1893 mit Selene von Mohr aus St. Petersburg. Marburg, 24. Oft. Das Rittergut Norded Rabenau ging für 444 000 f. in den Besitz einiger ren aus Marburg über. * folgende, wobei die in Bunahme feit 1900 15720), Bensheim 612 O, Erbach 47 707( 112 eppenheim 48 708( 25 Ben 88476( 6560), ( 1555), Friedberg 74 ), Schotten 27 044( 7 40 565( 820), 79( 600), 8orm 882 alfo Schotten, der g fmal so groß wie ber r als 10000 Einwoh ohnern( bie Bunahm 14,84 Prozent). Offenb t), Worms 43841( 313 28769( 3278 ber Bevölkerung von 190 = 12.8 fo wird uns mitgete n bie piyatrische bem Tauffein s auausführung des Bismar es Baugefäfts Heinri Laasphe, 25. Oft. Arbeiterbewegung. Die beiterschaft der Eisenwerke ,, Amalienhütte" und" Ludwigsute sind zum größten Teil ausständig, während ein Deiterer Teil ausgesperrt worden ist. Es handelt sich um and fferenzen und Verweigerung der Wiedereinstellung 4mige Arbeiter. Arolsen. Rittergutebesizer Fthr. von Trütschler hat 13 Millionen sein Rittergut Heer da bei Ohrbruf Thüringen an den Militär fiskus verkauft, der es zum Trupbungeplag bes 11. Armeeforps verwenden wird. * Offenbach, 25. Ottbr. Zu der Bürgermeister wah meldet ein gut unterrichtetes Korrespondenzbureau, gegen den Mitteilungen anderer Blätter, welche die Wahl on für heute festgesezt haben, aus bestinformierter Quelle, 6 Herren in Frage und zur engeren Wahl tommen. über die meisten noch nähere Informationen einzuholen felbe will ben Turm wird die Erledigung noch einige Beit dauern. fich aber herausft in, 00 nflag ausgeführt werd ** Frankfurt. Am geftrigen Schweine marit standen 145 Tiere zum Verkauf, zugefahren aus Hannover, Holstein, Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am 20. Sonntag nach Trinitatis, den 28. Oftober. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 91% Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Bilitärgottesdienst. Pfarrer Euler. Nachmittags 14 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer chwabe. Nachmittags 5 úhr: Pfarrer D. Schlosser. Montag, den 29. Oft., abends 8 Uhr Vereinigung der fonfirmierten weibl. Jugend der Matthäusgemeinde. Donnerstag, den 1. November, abends 8 Uhr im Markussaal, Kirchstraße 9. Bibelstunde. 1. Timoth. Rop 2. Nächstfünftigen Sonntag, den 4. Nov., as am Refor mationsfest, wird Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus. und Markusgemeinde gemeinsam im Abendgottesdienst ge= halten werden. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. 27. Oftober. Zunächst trocken und falt, später wärmer und Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den Niederschläge, starte sübliche Winde. ( Näheres durch die Bener Wetterkarte.) Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Ein Wort im Vertrauen. Der größte Fehler, den die meisten Menschen begehen, besteht darin, daß sie das Auftreten von Unpäßlichkeiten und Störungen im Körper mit Gleichgültigkeit betrachten, wodurch allmählich das, was sie augenscheinlich als geringe Störungen ansehen, sich zu ernſtem Krankheitszustande bildet, in ein chronisches Stadium gerät. Wenn man hingegen gleich bei Beginn von Störungen und Unwohlsein ein richtiges und einfaches Mittel anwendete, würden in einigen Tagen die Störungen beseitigt und dadurch auch ernstere Krankheiten vermieden werden. Es ist deshalb von größter Wichtigkeit, daß beim Auftreten von Appetitlosigkeit, Verdauungsstörung, Kopfschmerzen, Verstopfung, Herzflopfen, Rückenschmerzen. Blähungen Uebelsein, Brechreiz, Gereiztheit, Mattigkeit, bleichem und krankem Aussehen ein paar Tage Ferromanganin eingenommen wird, um diese Störungen zu beseitigen, den Körper zu kräftigen und das Eintreten ernster Krankheiten zu berhüten. Ferromanganin( enthält: Eisen 0,5, Mangan 0,1 ( an Zucker gebunden), Kognaf 15, aromat. Bestandteile und Wasser) ist eine glückliche wissenschaftliche Zusammensetzung, dabei von angenehmem Geschmack und verfehlt nie seine günstige Wirkung, wie dieses hinlänglich von Tausenden beurkundet ist. Preis Mt. 2.50 in Apotheken. Wenn in einzelnen Orten nicht vorrätig, beziehe man von: Universitätsapotheke Zum goldn. Engel" in Gießen- Engel- Apotheke Frankfurt a. M.- Apotheke in Ulrichstein( Oberhessen) und Stern- Apotheke in Kassel. Giessen, den 25. Oktober 06. Lieber Julius! Dein Schreiben ist mir noch etwas unklar; ich weiss nicht, worum es sich handelt und bitte Dich, Deine Wünsche doch genauer an dieser Stelle anzugeben. Alsdann bin ich mit weiteren und genaueren Auskünften gern bereit. Dein Freund Franz. Ohne Preisaufschlag geben wir bei unseren anerkannt vorzüglichen Qualitäten 5% Rabatt 5% Kaiser's Kaffee- Geschäft G. m. b. H. Europas grösster Kaffee- Rösterei- Betrieb. Fabriken in Viersen, Berlin, Breslau, Heilbronn, Basel. Schokoladefabrik in Viersen. Filialen in Giessen: Kirchenplatz 12 und Lindenplatz 5. Bekanntmachung. Die unterm 31. Juli 1906 angeordnete Sperre der Wilhelmstraße von Frankfurter- bis Ludwigstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 23. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Querstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. @ teßen, den 24. Oftober 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Frankfurterstraße zwischen Veterinäranstalt und Für nur 1 Mk. sind zu gewinnen: 100000 M. 40000 M. Bar Geld zus. 13597 Gewinne über Hillebrandstraße von heute an bis auf weiteres für 300000M den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 24. Oktober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bahnhofftrake zwischen Liebigstraße und dem Bahnhofe von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 24. Oktober 1906. Großherzogliches Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 26. September 1906 angeordnete Sperre des Schiffenbergerwegs von Licher- bis Bergstraßej wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 24. Oktober 1906. Großh. Bolizeiant Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Liebigstraße zwischen Ludwig- und Frankfurterstraße von heute an bis auf Weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 24. Oftober 1906. Großzh. Polizeiamt Gießen. Herberg. WARNING! Ziehung unbedingt am 12. November u. f. Tag. Nürnberger Lose à 1 Mk. 11 St. 10 M. Porto u. Liste 30 Pf., Nachnahme 20 Pf. mehr empfiehlt Ferd. Schäfer, Nürnberg. Generalvertrieb: Kiefer& Co., Mainz. Lose sind zu haben bei: Richard Weiler. Warnung. Stadt- Cheater Die Firma A. Winther& Co. in Lörrach macht durch Versendung verschiedener Druckschriften ( ,, Der Rettungsanfer, ein Lebensweder für Gesunde und Kranfe"," Genesung, eine lustige und doch ernste Novelle" u. s. w.) für die von ihr in Verkehr gebrachten echten hygienischen Nährsalze" eine unlautere und prahlerische Direktion: Herm. Steingoetter Reflame. Dieselben werden als großartige Heilmittel Giessen. 4. Sonntags: Abonnements= Vorstellung. für alle möglichen Krankheiten, auch unheilbare, ange- Sonntag, den 28. Oftober: priesen. Es ist festgestellt worden, daß diese Mittel, welche übrigens nur in Apotheken berfauft werden dürfen, die ihnen beigelegte Heilwirkung nicht besitzen. Vor dem Bezuge derselben ist bereits öffentlich gewarnt worden. Wir schließen uns dieser Warnung an. Gießen, den 20. Oftober 1906. Großh. Polizetamt Gießen. Herberg. ür die Straßenreinigung der Stadt werden 2-3 tüchtige Aufsichtsbeamte( Kehrwarte) vom städt. Jnspektor Bräsig. Lebensbild in 5 Aften nach Frizz Reuters Roman von Ch. Gaßmann u. J. Krüger. SR.SAS 茶茶 茶茶 茶茶 茶茶 Tiefbauamt gesucht. Die Anstellung erfolgt vorerst Freibank. probeweise mit Aussicht auf spätere Anstellung. Gesuche mit Lohnansprüchen sind an das Städtische Tiefbauamt, Neuen- Bäue 22 zu richten. Gießen, den 23. Oftober 1906. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Stadt u. Land, Erwachsene u. Kinder gehen am liebsten wohin?. zu Gustav Trinkaus Gießen, Seltersweg und warum? Weil dort Alles tanzt großartige musikalische Unterhaltung und das größte Amusement am hiesigen Plage ift. Schweinefleisch 60 Pf. Wasche mil LUMNS Luhns Giebt schönsteWasche Nurechi MIT ROTBAND Beerdigungs- Institut ,, Friede" Kartoffein Telephon 540 - Gießen- für den Winterbedarf Telephon 540 prima Ware liefert zu den billigften Uebernahme sämtlicher Arbeiten bei Sterbefällen. Särge aller Art. Sterbekleider, Kissen und Steppdecken. Blumendekorationen bei der Einsegnungu.Beerdigung Transporte nach auswärts per Bahn und Leichenwagen. Hochachtungsvoll Georg Schmitt. NB. Bestellungen werden Frankfurterstraße 41 und Kaplansgaffe 27( Ecke Bahnhofstraße) entgegengenommen. Sehnsucht aller Damen ist ein zartes reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiße, sammetweiche Haut und blendend schöner Teint. Alles erzeugt die echte Steckenpferd. Lilienmilch- Seife Buchacker, W. Semmler, Philipp v. Bergmann& Co., Radebeul mit Schußmarke: Stedenpferd. a Std. 50 Tfg. bei: B. J. Möbs. MAGGI Würze ist Jedermanns Nutzen Zum Zweck der Täuschung werden vielfach minderwertige Nachahmungen unseres allgemein beliebten Pflanzenfettes Palmin vnter ähnlich Klingenden Namen angeboten und dem Kaufen. den Publikum unterschoben. Wir bitten deshalb beim Einkauf genau auf die Marke„ Palmin und unsere Firma zu achten.„ Palmin" darf nach dem Gesetz nvr von uns hergestellt werden. M.SCHUNCKCIE MANNHEIM, Emil Koch. Züchtige Straßenkehrer für dauernde Arbeit beim Städtischen Tiefbauamt gesucht. Junger Hausbursche vom Lande gesucht. die d. Bl. Exp. Lesen Sie Die Hilfe! Politische Wochenschrifl vierfeljährlich 1,50 M. durch Buchhandel durch Post Herausgeber FR.MAUMANN Berlin- Schoneberg Verlangen Sie unter Berufung auf diese Anzeige ein kostenloses ProbeAbonnement vom Buchverlag der = hilfe". Berlin- Schöneberg.= Tagespreisen frei Keller. H. Trechsler, Giessen, Steinstraße 48. Telephon 581. Bettnässen ( auch Hosennässen) beseitigt unt. Garantie sofort! Alter, Geschlechtsangabe. Retourmarke erbeten! Auskunft erteilt umsonst: Institut Sanitas<, Stadtamhof 112 in Bayern. 2 Mansarden- Wohnung zu bermieten. Gießen, Schüheuftraße 14. Im städtischen Hause Tiefenweg 13 ist eine kleine Wohnung zu ber mieten. Näheres auf der Bürgers meifterei Zimmer Nr. 15. - leine Mansardenwohnung fir für 1-2 Perf. fof. zu verm. . Rimmer. Kreuzplatz 1. Wohnung an ruhige Leute zu vermieten. Gießen, Tiefenweg 10. mei schöne 2-3immerwohnung Gas, Gartenanteil. 3 Schmall, Gießen, Marburgir. 60 Liebigstraße 35, II. Haus eventl. Bauplatz Schiffenbergweg 60, p. in Gießen oder Umgegend gesucht. Riegelpfad 34, III. Näheres d. Offerten an J. Müller, Frank 3.3.. 2: 3. 3.3. zu vermieten. furt a. M., Kaiserstraße 61 I. Näh. Gießen, Stephanstr. 25, part Schön möbliert. Zimmer zu vermieten. Locomobilen ( fahrbar m. Wanderconzession.) 1 Std. v. Lanz 89 erbet. fein hergerichtet. 7-9 P. S. 1 " " " 1 90 97 " " " " " Feuerbüchse neu 12-17 Ausziehkessel 20-30 " " " billig abzugeben." Herborner Pumpenfabrik, Herborn. Römerbrunnen Mineralquellen bei Echzelf, Oberheffen, von altersher rühmlichst befannte Mineralquelle der Wetterau, feit 1823 gefaßt und zu ausgedehntem Versandt benutzt, ist infolge hohen, natürlichen Kohlenfäuregehalts ein unübertroffenes Tafelgetränk. Eine glüdliche Konzentration von alzen. unter denen Chlornatrium an erster Stelle, verleihen ihm den Charakter einer borzüglichen Heilquelle bei allen Katarchen der Luftwege und des Berdauungs- Traktus, bei Nieren- und Blasenleiden, Rheumatismus, Gicht und Harzbeschwerden. Ein furgemäßes Trinken des Wassers ist hierbei nach Angabe ärztl. Autoritäten von durchgreifender Wirkung. Niederlage: Joh. Georg Bender in Ettingshausen; Jeau Böhm, Hotel Solmser Hof in Laubach; Ferdinand Heinz in Sellnrod; H. Weinel in Hungen. Gießen, Licherstraße 7, II Auf bequeme Teilzablung Möbel Herren-, Damenund Kinder- Garderobe Manufakturwaren etc. J. Jttmann Kredit- Haus Giessen Plockstrasse 14-16. FÜR UNSERE JUGEND Sinnfpruch. daraus ergab sich selbstverständlich auch eine folche bes Gr trags. War nur die nicht überhaupt abstarben oder An den völlig entblätterten Pflanzen betrug die Ernte beim Sommerweizen nur 582 v. D., hei der Gerste älfte der Blattspreiten beseitigt worden, so ftellte sich die Gente auf rund 78 bezw. 80 v.. der normalen. Daß bei völliger über 57 v. H. der normalen Menge Entblätterung die Pflanze r. 247 44 itag, den 26. Oftober sische Familie 906T