MARJOA Nr. 173 battion u.Haupterbebition: Gießen, Seltersweg 83, Fernsprechenschluß Nr. 362. Donnerstag, den 26. Juli 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täg und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Volizeiamtes Gießen und anderer Behörden von herkelsen Die Kleinftadt. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Als der Großbetrieb auffam, war man der Meinung, daß die Tage des Kleinbetriebs gezählt seien, der den Wettbewerb mit dem überstarken Bruder nicht aushalten könne. Denn immer größer würden die Großbetriebe, immer ge= waltiger und umfassender, sodaß schließlich neben ihnen kein Plaz bliebe. Der Wachstum der Großbetriebe hat auch wirklich noch nicht aufgehört, sondern macht weitere Fortschritte. Die Großen selbst haben nach vergeblichen Versuchen, einander zu verschlingen, sich zu Trusts von manchmal riesenhaften Dimensionen vereinigt. Aber noch jeder Trust hat vor Erreichung seines Zieles seinen letzten Glückstag gesehen. Der Markt duldet eben keinen Alleinherrscher. Sobald die Herrschaft fühlbar wird, lehnt sich der Markt auf, und seine Auflehnung ist unwiderstehlich. Er findet Mittel zur Abschüttelung des Joches oder er erfindet sie. Der mächtigſte Trust, der je existiert hat, war und ist noch heute die Standard Oil Compagnie, der es gelungen ist, ungefähr die gesamte Weltproduktion an Petroleum zu ,, fontrollieren" und den Preis vorzuschreiben. Sobald die Compagnie von ihrer Gewalt Gebrauch machte, erstand die Gegenwehr, die zur Zeit in der Organisation begriffen ist und sicher siegreich sein wird. Präsident Roosevelt hat den Kampf aufgenommen und wird ihn durchführen. Das amerikanische Volf steht in dieser Frage seinem Präsidenten zur Seite und wird ihm die erforderlichen gesetzgeberischen Hilfsmittel zur Verfügung stellen. Auch den Warenhäusern ist man bei uns durch besondere Gesetzgebung entgegengetreten. Und doch haben sie den guten Spezialgeschäften feinen Abbruch getan. Die Zahl der Spezialgeschäfte hat unausgesetzt zugenommen, und so mancher von ihnen hat zu seinem Vorteil von den Warenhäusern gelernt, z. B. den Barverkauf, der den billigen Bareinkauf ermöglicht und dadurch gestattet, bei unvermindertem Nußen dem Konsumenten durch Preisermäßigung entgegenzutommen. Das Wachstum der Städte hat man nicht minder für unbegrenzt gehalten. In Frankreich hat man Paris, in Preußen hat man Berlin den Wasserkopf des Landes" ge= nannt, womit zugleich angedeutet werden sollte, daß die Größe und das Wachstum dieser Städte tranfhaft seien. Ganz unbemerkt ist ein Umschlag eingetreten. Das Wachstum von Paris hat längst aufgehört und Berlin wehrt sich schon wie andere Großstädte auch, gegen eine weitere Ausdehnung. Die Großstädte spüren selbst, daß sie ungefüge werden, daß ihre unaufhörlich zunehmende Größe ihnen Lasten aufbürdet, unter denen sie bereits zu seufzen angefangen haben, und die unerträglich zu werden drohen. Sie wehren den weiteren Zuwachs ab, der ihnen Beschwerden verursacht. Jezt wäre es für die Kleinstädte an der Zeit, den großen Schwestern zu Hilfe zu kommen und dadurch sich selbst zu dienen. Natürlich wäre es Sache des Staates, die Mittel dazu zu bieten, die darin bestehen, daß man der Kleinstadt Vorzüge und Vorteile einräumt. Hat man die Warenhäuser einer besonderen Steuer unterworfen, um dem Mittelstand Nußen zu bringen warum sollte man nicht der Kleinstadt stärkere Anziehungskraft geben indem man ihr gewisse Verkehrsvorteile einräumt. Die Großstadt könnte billigerweise dagegen nichts einzuwenden haben, da sie doch selbst zu der Einsicht gekommen ist, daß ihr Wachstum bedenkliche Seiten hat, unerfreuliche Begleiterscheinungen. Land und Kleinstadt, deren Interesse bielfach zusammengeht, sollten darauf bedacht sein, an gehöriger Stelle mit Eindringlichkeit vorstellig zu werden, daß eine gute Mittelstandspolitik am besten mit der ausgleichenden Fürsorge für die Kleinstadt anfängt. Die Lage im Zarenreich.. Um Petersburg nichts neues: Das Volk ist ruhig und bie Regierenden sind bereit, etwaigen Unruhen zu begegnen. Im Fermorschen Palais in der unweit Peterhof liegenden Barenresidenz Alexandrija finden unausgesetzt Beratungen hoher Würdenträger statt. An ein Zurückweichen oder zages Bugreifen der Regierung ist nicht zu denken. Dies mit wenigen Worten der Situationsbericht. An Einzelherichten liegen heute folgende vor: Der neue Kurs. Ueber den neuen Kurs werden die widersprechendsten Stimmen laut. Auf der einen Seite wird behauptet, in polis Hischen Kreisen Petersburgs halte man es nicht für ausge= schlossen, daß die Regierung das allgemeine Wahlrecht einführt and politische Gleichberechtigung gewährt, falls es die Sachlage verlangt, eine russische Korrespondenz dagegen will eine Aeußerung Trepoms erfahren haben, die auf das Gegenteil schließen läßt. Trepom sagte: „ Wir haben bisher politische Kurpfuscherei nach westeuropäischer Urt getrieben. Jezt wird mostomitisch regiert werden. Das paßt zu unserer Konstitution." Und auf die Frage: à la Jwan ber Schreckliche?" sagte er:„ Wir sind nicht verrückt, verrückt sind bie Revolutionäre. Sie werden in furzem alle in der Zwangsjacke tecken, trotz des Geheuls von Westeuropa." Die Erklärung Stolypins. Der Erlaß des neuen Ministerpräsidenten Stolypin an bie Generalgouverneure, Gouverneure und Präfekten sowie an ben faiserlichen Statthalter des Kaukasus, in dem diese Behörden zur Ergreifung energischer Maßregeln aufgefordert werden, damit die Ordnung schnell und sicher und ohne Mißgriffe wiederhergestellt wird, und der von den Beamten ,, eigene Initiative" verlangt, um den entschiedenen Willen des Kaisers, die Ordnung aufrechtzuerhalten, durchzusehen und einer Verjüngung des Regimes durch Abschaffung veralteter Geseze den Weg zu ebnen, macht in Petersburg feinen sehr günstigen Eindruck. Man glaubt nicht recht daran, daß die angerufenen Beamten die nötige Sachfenntnis haben, um jedesmal die richtigen Maßnahmen zu treffen. Der Begriff der eigenen Initiative" ist sehr dehnbar und vielleicht wäre es besser gewesen, die unteren Beamten mit flaren, nicht mißzuverstehenden Instruktionen zu versehen, als ihnen die Wahl der Mittel selbst zu überlassen. Die jüngsten Vorkommnisse waren nur allzu geeignet, an der Tüchtigkeit der Ordnungsbehörden Zweifel entstehen zu lassen und selbst konservative Kreise Rußlands finden die Sprache der Erklärung Stolypins matt und unklar. Generalstreik in Sicht? Die Delegierten der professionellen Vereinigungen und des Verbandes der Verbände hielten in Petersburg eine Beratung ab, in welcher eine Resolution angenommen wurde des Inhalts, daß die Verbände sich hinsichtlich der Auflösung der Duma nicht untätig verhalten könnten, und daß die Antwort darauf der Generalstreik sein müsse. Ueber den Zeitpunkt des Generalsstreifs wurde jedoch nichts beschlossen. Andererseits wird aus Moskau gemeldet, daß eine dort abgehaltene Beratung von Delegierten verschiedener Verbände mit Rücksicht auf die Abneigung der Arbeiter und Eisenbahner gegen einen Streik zu dem Beschlusse gelangt sei, gegenwärtig sei ein Streif nicht wünschenswert, auch sei die Agitation im Heere einzustellen und auf die Bauern zu konzentrieren. Der Weise beugt vor. " In Petersburg find die Druckereien der Blätter ,, Strana" und„ Nascha Shisn", die gestern einen Aufruf ehemaliger Dumamitglieder veröffentlichen wollten, polizeilich versiegelt worden. Und vier sozialistische Blätter, die kürzlich konfisziert worden waren, wurden jetzt ganz verboten, zugleich wurde gegen sie ein Prozeß eingeleitet. Aus der Provinz laufen Nachrichten ein über stattgehabte Haussuchungen bei Mitgliedern der Kadettenpartei. In Moskau wurden 65 Mitglieder des Bezirks- und Ortskomitees der sozialrevolutionären Partei, unter ihnen die Hauptorganisatoren des Ausstandes, verhaftet. In Odessa sind bis gestern 560 Mitglieder verschiedener Arbeiter- und sonstigen Organisationen verhaftet worden. Die Gärung in Odessa hält an. Nachdem vor einigen Tagen ein betrunkener Kosat. der zur Ermordung der Juden aufforderte, in einem Handgemenge erschlagen wurde, wollen seine Kameraden ihn rächen und einen Pogrom" veranstalten. Die Behörden tun ihre Schuldigkeit, so daß ein großes Blutvergießen bisher vermieden wurde, jedoch sind bei wiederholten Zusammenstößen zwischen den feindlichen Parteien auf beiden Seiten Tote und Verwundete auf dem Plaz geblieben. Zustatten kommt den Progrom- Freunden ein scharfer Artikel der Nowoje Wremja", des Organs Stolypins, der Austreibung aller Juden aus Rußland fordert. Der Artikel wird als ein äußerst ernstes Zeichen der Zeit angesehen. Admiral Skrydlows Hoffnungen: Der neuernannte Oberkommandierende der Schwarzmeerflotte, Admiral Strydlow, ist gestern nach Sebastopol abgereist. Vor seiner Abreise äußerte er sich gegenüber einem Vertreter ber russisch- offiziösen Telegraphenagentur wie folgt: " Ich übernehme einen schweren, vor dem ganzen Lande verantwortungsvollen Posten, besonders angesichts der allgemeinen, kritischen Lage. Rußland ist krank, und das Schwarze Meer, welches von Stürmen bewegt, einen Teil des Gesamtorganismns bildet, erheischt sorgfältigste und vorsichtige Behandlung. Ich habe die Schwarzmeerflotte nur ein Jahr befehligt, sie aber doch liebgewonnen. Mir schien, daß die Matrosen und Offiziere mir bertrauten. Ich wäre glücklich, dieses Vertrauen und diese Liebe jezt wiederzugewinnen. Gott helfe mir, alle Geistes- und Seelenfräfte zu verwenden, damit ich meine heilige Aufgabe, Ruhe zu schaffen, löse." Des weiteren wird gemeldet: Petersburg, 25. Juli. Auf Anordnung des Stadthauptmanns werden keinerlei Versammlungen zugelassen. Auch der entraltlub der Kadetten ist geschlossen. Petersburg, 25. Juli. Die Nowofe Wremfa" veröffentlicht einen von den Mitgliedern des Verbandes vom 30. Oktober" Graf Henden, Stachowitsch und Lwow unterzeichneten Wahlaufruf der neuen Partei der friedlichen Verjüngung," welcher zur Ruhe und Ordnung auffordert.( Sie hatten den Wiborger Aufruf der Duma mitglieder nicht unterschrieben.) Mitau, 25. Juli. Fünfzehn Bewaffnete überfielen das Jahrhunderte alte Schloß Remten in Kurland, dem Grafen Konrad Medem gehörig, zerstörten es und brannten es vollständig nieder. Warschau, 25. Juli. Soeben wurde der Gendarmerieoberst Salamatow auf der Straße erdolcht. Der Täter entfam. Teplitz, 25. Juli. Sieben hier zur Kur weilende russische Offiziere, darunter General Fürst Bagration, wurden von der Petersburger Militärkanzlei telegraphisch abberufen und sind gestern abgereift. London, 25. Juli. Der frühere russische Eisenbahnminister Fürst Chillow weilt augenblicklich hier. Einem Interviewer gegenüber erklärt er, daß die Duma für viele eine große Enttäuschung gewesen sei, weil sich zu viele Abgeordnete lediglich von egoistischen Zielen leiten ließen. Sie hätten ihren Wählern zu viel versprochen und Hoffnungen erweckt, die sich nicht erfüllen ließen. Politifche Rundschau. Deutfches Reich. * Die Deutschen in Südwestafrika haben dem Kaiser durch Vermittelung des Gouverneurs Lindequist in Windhoek eine Kundgebung übermittelt, in der sie anläßlich der Ablehnung der Eisenbahn nach Keetmanshoop um ferneren Schutz für ben Süden des Schutzgebietes bitten. Darauf hat der Kaiser von Molde aus dem Gouverneur folgendes Antworttelegramm zugehen lassen: Ich beauftrage Sie, der deutschen Bevölkerung des Südens ür die Bekundung patriotischer Gesinnung meinen kaiserlichen Dank auszusprechen und hinzuzufügen, daß ich der Wohlfahrt und den Interessen seiner Bewohner auch fernerhin meine Fürorge widmen werde. Wilhelm I. R." * Die liberalen Vereine Münchens veröffentlichen einen äußerst scharfen Protest gegen die Portoerhöhung. Sie be schuldigen die Regierung den groben Fehler des Reiches mitgemacht und das Postreservatrecht nicht angewendet zu haben. Die Regierung habe sich von der verkehrs- und städtefeindlichen Mehrheit des Landtages zu der ungeheuerlichen, Treu und Glauben verlegenden Portoerhöhung drängen lassen, deren Verkehrsfeindlichkeit die andern Verkehrssteuern würdig ergänze. * Der Schanghaier deutschen Vereinigung, die an den Reichskanzler das Ersuchen gerichtet hatte, dafür Sorge zu tragen, daß in dringlichen Fällen den deutschen Interessen in Ostasien genügender Schutz durch die deutsche Marine nicht versagt werde, hat der Reichskanzler Fürst Bülow mit einem Schreiben geantwortet. Er betont ausdrücklich, daß die Regierung sich den nachdrücklichen Schutz von Leben und Eigentum der dortigen Deutschen stets angelegen sein lassen werde. Schanghai und die anderen deutschen Gemeinden in China könnten mit Rücksicht auf die hohe Bedeutung der dort vertretenen deutschen Interessen stets darauf rechnen, daß ihnen jeder mögliche Schuß durch die amtlichen deutschen Vertreter und nötigenfalls durch die deutsche Flotte zu teil werden würde. Italien. ** Wie aus Rom berichtet wird, hatte der Vatikan bei der Regierung angefragt, ob man anläßlich der beabsichtigten Ueberführung der Gebeine des Papstes Leo XIII. von St. Peter nach St. Johann vom Lateran darauf rechnen könne, daß auf den Straßen, die der Zug passiere, Ruhe und Ordnung aufrecht erhalten werden würden. Der Vatikan erhi It hierauf von der Regierung die Antwort, daß den sterblichen Ueberresten des Papstes militärische Ehren erwiesen und daß Militärabteilungen bei dem Zuge Spalier bilden würden. Dänemark. ** Auf Vorschlag des Ministers des Aeußern hat der König die Einsetzung einer Kommission zur Ausarbeitung eines Entwurfs zeitentsprechender Reformen für die Organisation des Ministeriums des Aeußeren, sowie der diplomatischen und konsularischen Vertretung angeordnet. Der Kommission sollen Vertreter des Handels, der Industrie und der Schiffahrt, Reichstagsabgeordnete und Vertreter des Ministeriums des Aeußeren, der Diplomatie und des Konsulartorps angehören. Kleine politifche Nachrichten. Stuttgart, 25. Juli. Das Verfassungs- und das Landtags wahlgefeg haben die königliche Santtion erhalten. Damit ist dei legte Aft des Reformwerkes beendet. Konstantinopel, 25. Juli. Die türkische Regierung hat gegen die Kundgebung der tretischen Nationalversammlung zugunsten einer Vereinigung mit Griechenland bei den Schuhmächten Protes hingelegt. Wien, 25. Jult. Das österreichische Abgeordnetenhaus wird auf den 18., der Wahlreformausschuß auf den 12. September wieder einberufen. Stockholm, 25. Juli. Ein schwedisches Küstengeschwader vo 7 Panzern, Torpedofreuzern und 2 Torpedofägern wird vom 31. August bis 3. September Kiel anlaufen. Zürich, 25. Juli. Wegen Beteiligung an antimilitärischen Um trieben durch Verteilung von aufreizenden Schriften an Soldaten isl eier der Kantonrat Sigg, Sekretär des Stadtrates, verhaftet worden. Der Fall erregt allgemeines Aufsehen. Dof und Gefellschaft. Der Kaiser traf nach guter Fahrt auf den Dampfer Hamburg" in Aalesund ein. Er besichtigte di nach dem Brande wieder neu aufgebaute Stadt und wurd jort von der Einwohnerschaft begeistert empfangen. Sodann egte der Kaiser die Fahrt nach Merot fort. * ** In Berlin starb gestern im 72. Lebensjahre der Brobst von St. Petri, Exzellenz D. Hermann Frhr on der Golz, Vizepräsident des Ev. Oberkirchenrats und ordentlicher Professor der Theologie. darin ift, meil er fopiel fraufe Bemerfungen dazwischenstreut. fchreibt er?" 8iemlich viel, obwohl fein großer Inhalt Geele zuwider. Bitte, erzähl' mir doch das Wichtigste! Was Ich fann dies Beug nicht lesen. Sein Ton ist mir in tieffter jelber, der Brief ist aus Wien." Fritz lehnte dankend ab. fte fich Hohlen Kristallfüßen die Geister der Champagne unaufhörlich mit den kleinen, breitgeschliffenen Schalen zu, in deren emporwirbelten. der Ueberraschung aus. Da stießen sie plötzlich beide fast gleichzeitig einen Ruf ,, Lieber unterbrach ihn ber Assessor, ich bin Adieu!" Befehle gewohnt, feine Wohnung. Ganz blaẞ Haben Sie verstanden? daß man meine Lehmann," Besorgt eilen ihm Frau und Tochter entvor Aufregung betritt August Lehmann ohne Widerrede befolgt. ist es ja nicht, im Hause eines Verbrechers zu wohnen. Gr Imag noch so sehr bereuen Naso, so 1" " Es ist doch aber noch gar nicht so alt." Ist denn das Haus auch solide gebaut?" fragten andere. - er tann doch Rüchsälle baben." " Freilich, aber als im März vorigen Jahres nebenan ein Soziales Leben. × Gärung unter den Bergarbeitern Schlesiens. In dem Neuroder Kohlenrevier fanden mehrere Bergarbeiterversammlungen statt, in welchen die Arbeiter beschlossen, an den von der Bergverwaltung abgelehnten Forderungen festzuhalten. Ein neuerlicher Streit ist somit wahrscheinlich. Die Entscheidung soll am nächsten Sonntag erfolgen. × Streitbewegung in Belgien. Auf der Zeche Gouffre in Châtelineau sind etwa 700 Bergleute, die eine Lohnerhöhung fordern, in den Ausstand getreten. Deer und flotte. Ausbildung der deutschen Schiffsjungen. Der Kaiser hat die Neuorganisation der Ausbildung der Schiffsjungen genehmigt. Die Ausbildungszeit wird zweijährig. Es werden jährlich 850 statt bisher 600 Jungen eingestellt. Der frühere Panzerfreuzer König Wilhelm und der große Kreuzer Freya werden Schiffsiungenschulschiffe. Nab und Fern. † Die Bierfrage. In Berlin haben sechstaufend Gaits wirte in einer Versammlung sich gegen die von den Brauereien beabsichtigte Erhöhung der Bierpreise erklärt und die Gründung einer eigenen Brauerei beschlossen. Sämtliche Brauerei: besizer Thüringens beschlossen in einer in Erfurt abgehaltenen Zusammenfunft, vom 1. August ab einen Aufschlag von 2 M. für den Hektoliter einzuführen. † Deutscher Barbier, Friscur- und Berrückenmachertag. In Leipzig tagte der 35. Verbandstag der Barbier-, Friseurund Perrückenmacher- Innungen. 139 Innungen waren durch 339 Stimmen vertreten. Dem Verbande gehören 363 Jnnungen mit 19 220 Mitgliedern an, die 10 864 Gehilfen und 9687 Lehrlinge beschäftigen. Das Vermögen des Verbandes be ziffert sich auf 34 668,80 m. † Der Bund gegen die Fahrpreis- Erhöhungen. Angesichts der durch die Fahrkartensteuer bedingten Einführung der Fahrkarten- Preise hat sich mit dem Size in Hannover- Waldhausen ein Bund gebildet, dessen Mitglieder sich verpflichten, vom 1. August ab stets eine Klasse niedriger zu fahren, als fie bislang gewohnt waren. Dem Bunde gehören schon 100 000 Mitglieder an, die sich aus allen Ständen rekrutieren. † Ein Millionenkrad). Der in Stonturs geratene Bauunternehmer Philipp Welter in Frankfurt a. M. ist wegen Verdachts betrügerischer Manipulationen verhaftet worden. Die Passiven betragen etwa 1 300 000 m., denen kaum Akiva gegenüberstehen. Viele kleine Leute sind schwer geschädigt. + Ein Eisenbahner als„ Attentäter". Vor einiger Zeit machte eine Meldung großes Aufsehen, nach der auf den Schnellzug Trier- Aachen ein Attentat verübt sein sollte; man nahm an, daß die Frevler den Großfürsten Wladimir von Rußland in dem Zuge vermutet hätten und daß diesem der Anschlag gegolten habe. Der Streckenwärter hatte noch rechtzeitig entdeckt, daß der Zug durch mehrere an die Schienen geschraubte Laschen zum Entgleisen hatte gebracht werden sollen. Jezt hat sich herausgestellt, daß der Wärter selber dieses Werk vollbracht hatte, um die für die Verhütung des Unglücks übliche Belohnung zu erhalten. Der Mann hat bereits ein Geständnis abgelegt und ist in Untersuchungshaft genommen. † Selbst gerichtet. Der Eigentümer Sell in Nadelsiz in Pommern, der die eigene Frau in schrecklicher Weise ermordet hatte, ist im Walde bei Greifenberg erhängt aufgefunden. Wie jetzt befannt wird, hatte die Frau ihrem Manne am Tage vor dem Morde ihre Mitgift testamentarisch vermachen wollen, hatte dann aber ihre Absicht wieder aufgegeben. Aus Wut hierüber hat Sell sie mit einer Kartoffelhace erschlagen. † In blinder Wut. In Geiselwind in Bayern wurde ein junger Bauer, der auf dem Tanzboden eine Kauferei angefangen hatte von den Gensdarmen aus dem Lokal ge= wiesen. In der Erregung holte er seine doppelläufige Büchse und gab auf die beiden ersten Personen, die das Haus verließen die Schüsse ab. Cr traf nur zu gut. Ein Bauerssohn aus Hombeer sank todt zu Boden, ein anderer aus Geiselwind war so schwer verlegt, daß er bald darauf verschied. Der Täter ist flüchtig. † Spielen mit der Schlange. Ein junger Schlosser in Saargemünd fand im Walde eine Schlange, die er für eine ungefährliche Ringelnatter hielt. Er fing sie und spielte mit ihr. Das Reptil biß ihn in die Hand, aber er beachtete die Wunde nicht. Bald schwoll der Arm an, und der Bedauernswerte mußte an dem Biß sterben. Er hatte mit einer Kreuzotter sein Spiel getrieben. Kampf mit Gensdarmen. In St. Etienne kam es zu Heftigen Zusammenstößen zwischen ausständigen Arbeitern und Gensdarmen. Die Ausständigen machten den Versuch, eine Brücke mit Dynamit in die Luft zu sprengen. Dreißig Gensdarmen wurden verletzt. Diese gaben Feuer, ein Arbeiter wurde getötet. Tages- Chronik. Hamburg, 25. Juli. Hier und in Mtona haben sich mehrere Fälle von Hißschlag zugetragen, von denen einer tödlich verLaufen ist. Stettin, 25. Juli. Nach dem Genuß neuer, noch unreifer Kartoffeln ist der Chemiker Bothke infolge Solanin- Vergiftung gestorben. Mannheim, 25. Juli. Ein Wolkenbruch hat die Tabak- und Hopfenernte in Freudenheim vernichtet. Die Ortschaft ist überschwemmt. Die Haustiere sind zum Teil in den Ställen ertrunken. Langendreer, 25. Juli. Hier richtete ein wolkenbruchartiger Gewitterregen große Verwüstungen an. In der Gasanstalt ver. löschten die Kessel; die Stadt wird 14 Tage ohne Gasbeleuchtung sein. München, 25. Juli. Die Preisverteilung bei der Herkomer. Automobilfahrt ist endgiltig umgestoßen worden, da der Kaiserliche Automobilklub die Berechnung der Geschwindigkeit für das Forsten rieder Rennen für unrichtig ertlärt hat. Die„, Boruffia"-Katastrophe. § Dortmund, 25. Juli ( Sonder- Bericht.) Die weitere Verhandlung zeigt immer deutlicher, daß auf der Zeche ,, Borussia" vieles im Argen war, daß die Belegschaft für den Fall des Eintretens von Grubenbränden gar nicht instruiert war und deshalb, als der Brand bemerkt wurde, sofort den Kopf verlor und nur an ihre eigene Rettung dachte. Einer der Zeugen, Betriebsführer Horstmann, der früber Reviersteiger auf ,, Boruffia" war, befundet, geseben zu haben, daß die Leute am Füllort das Feuer anfangs rubig brenneu ließen, ohne sich um dessen Löschung zu bemilben. Der Zeuge bat, aus Berseben" den Absperrbahn der Wasserleitung& gedreht, weil er ihn für einen Hydranten gehalten bat. Wenn ein Betriebsführer so wenig bt den Grubenanlagen Bescheid weiß, daß ihm ein soidics Verfeyen pajferen iann, dann darf man fich nich: wundern, Irenn gegen 13 Die Arbeiter selbst so ratios bem Unglüd überstanden. Vom Sachverständigen, Bergovecisdirettor Meyer- Herne nach der Beschaffenheit der Bezieiclung befragt, erflärt der Zeuge Horstmann diese sir unnötig, weil an den Arbeitsorten genügende Feuchtigkeit vorhanden war. Zeugen vernommene Arbeiter befunden demgegenüber, daß der Kohlenstaub so hoch gelegen habe, daß die Arbeiter aus Langeweile Figuren darin gemalt haben. Auch bei den Schüssen sei jedesmal eine furchtbare Staubwolfe ausgewirbelt worden, sodaß sie die Augen ganz voll beiommen hätten. Die Fahrten im Despeler Luftschacht, der damals den einzigen Rettungsweg bildete, befanden sich nach Ansicht der Arbeiter in einem miserablen Zustande", die Leitern waren völlig morsch. Es ist als ein Wunder zu bezeichnen, daß an dem Unglückstage, als gegen 300 Mann die Leitern hinauf flüchteten, fein Unfall vorfam und die Leitern standhielten. Dem Zeugen Horstmann, dessen Aussagen große Bewegung im Zuschauerraum hervorrufen, wird Don dem Sachverständigen der Vorwurf gemacht, er habe sich nie so, wie es seine Pflicht gewesen wäre, um die Feuerschutzmaßnahmen auf der Grube gefümmert, er wußte, daß sie höchst mangelhaft maren und hat trotzdem, außer in einer beiläufigen Bemerkung zu dem Angeklagten Rüther, dieses Uebelstandes an maßgebender Stelle Erwähnung getan. Der fönigl. Bergrat Sarter Gladbeck wurde ver die Abschlußvorrichtungen auf der Borussia" vernommen, und erklärt, die ,, Borussia" sei überhaupt das Schmerzenskind der Bergbehörde gewesen, und mußte häufiger als andere Zechen amtlich befahren werden, weniger der Feuersgefahr wegen, als wegen der allgemeinen Lage in der Grube, die mancherlei Gefahren bot. Die Feuersgefahr wurde dabei viel weniger in Betracht gezogen. Es tamen oft Karambolagen vor, der Förderkorb blieb mehrfach hängen und der Wasserdurchbruch war ziemlich start. So mußten wir der Grube größere Auf merksamkeit zuwenden, speziell auch der Kohlenstaubgefabr wegen. Ich ließ deshalb durch besonderen Anschlag die Leirgs schaft auffordern, besser zu berieseln. Zu einer solchen Waz nahme haben wir sonst auf feiner anderen westfälischen Zeche Anlaß gehabt. - Man geht wohl nicht fehl anzunehmen, daß alle diese Uebelstände schon beseitigt wurden, ehe der Prozeß begann, sodaß wenigstens jeßt, nachdem das Kind in den Brunnen gestürzt ist, gleichartigen Statastrophen vorgebeugt ist. Aus dem Gerichtsfaal. A. S. § Zu Tode mißhandelt. Wegen unglaublich roher Mißhandlungen ihrer Dienstmagd Friederike Schotte hatten sich bor der Straffammer Hildesheim der Landwirt Friedrich Hoppe aus Groß- Himstedt und seine Ehefrau zu verantworten. Die Aermste ist jetzt tot, in völlig verwahrlostem Zustande ist sie bereits im letzten Herbst gestorben. Noch zwei Tage vor ihrem Tode, als sie halb besinnungslos in Krämpfen an Boden lag, hat Hoppe sie roh aus der Tür geworfen und in eine Ecke geschleudert. Als das Mädchen am 20. Oktober in ihrem Bette tot aufgefunden wurde, sagte Frau Hoppe: Wenn die tot ist, kommen wir alle ins Hundeloch; dann meinen sie, wir hätten sie totgeschlagen." Das Urteil lautete, einschließlich einer bereits vor einiger Zeit in dieser Sache erkannten Strafe, gegen den rohen Dienstherrn auf 13 Jahr, gegen seine Frau auf 4 Jahr Gefängnis. - Bakschisch. - Bilder von den Strafsen Stambuls. Die Moral der Ganz-, Halb- und Vierteltürfen." Führer" und Leprakranke. Liebenswürdige Zigeuner. Der Mann mit dem Patriarchenbart. Hellas Tochter. Der Bettler als Wohltäter. Konstantinopel, im Juli. Die Bakschischbettelei ist eine der Plagen, die man, wie etwa den ständigen Anblick mit den Folgen ekelhafter und ansteckender Krankheiten behafteter Menschen über sich ergehen lassen muß, wenn man den Orient und seine Wunder kennen lernen will. Natürlich ist sie auch in der Türkei zur Genüge entwickelt, wenn auch nicht ganz so sehr, wie z. B. überall in Nordafrika. Wer nur Konstantinopel gesehen hat, wird nicht glauben wollen, daß es irgendwo in der Welt in diesem Bunft noch schlimmer sein könne, als dort; ein halbes Stündchen Aufenthalt auf der Terrasse eines der Cafés an der Place de la république in Algier würde ihn aber schnell eines anderen belehren. Die Kellner sind dort genötigt mit richtigen Fuhrmannspeitschen das Cesindel, das ihre Gäste behelligt, alle Augenblicke auseinander zu jagen. Solcher Gewaltmaßregeln bedarf es hier in Konstantinopel nicht; die Ursache liegt daran, daß der Türke selbst sich an der Bakschischbettelei nicht beteiligt. Lachen Sie nicht: der Türke bittet niemals um Bakschisch! Er nimmt Batschisch, selbstverständlich, nimmt ihn rechts und links, wo er ihn be= kommen fann er fordert Bakschisch, er verhandelt über Bakschisch und erpreßt ihn unter Umständen, aber- er erbettelt ihn nicht. Das Betteln, insbesondere die Straßenbettelei, überläßt der Gentleman des Orients" untergeordneteren Zeitgenossen, überläßt er den nicht türkischen Untertanen des Großherrn, Griechen, Armeniern, Kurden, Tartaren, Arabern, Zigeunern, und dem Abhub Europas, dem verbrecherischen Gesindel, das in den Spelunken Galatas sein Dasein fristet. Bakschisch und Bakschisch ist zweierlei. Der Bakschisch des Straßenbettlers ist etwas anderes als der Bakschisch im Verfehr mit irgend welchen Vertretern der Staatshoheit, etwas anderes, als der Bakschisch im faufmännischen Leben und in der Politik, die, nebenbei bemerkt, sich am goldenen Horn immerfort berühren. Wer im Orient leben und sich in ihn hineinfinden will, muß vor allen Dingen alle europäischen Grundanschauungen, alle europäische Logik, und alle europäische Art zu folgern, hinter sich lassen. Er muß auch, wenn er nicht zu ganz verkehrten Manövern kommen will, die Gesetze der gesellschaftlichen Moral Europas beim Türken nicht vorausseßen. Der Türfe hat eine andere Moral als wir; u. a. erscheint ihm das Trinkgeldnehmen durchaus nicht unanständig, durchaus nicht demütigend für den Empfänger. Jedermann nimmt hier Bakschisch, Effendi; sogar ich, wenn Sie befehlen!" erklärte mir gleich nach meiner Ankunft ein Landsmann, der seit vielen Jahren im Dienst des Sultans eine angesehene Stellung einnimmt und zu drei Vierteln Türfe geworden ist. Auch der Sultan nimmt Batschisch. Aber kein Türfe bettelt, am wenigsten auf der Straße. Der Batschisch ist in der Türkei sozusagen eine legitime und zwar eine sehr lohnende Einnahmequelle. In gewissem Sinne ist er eine Staatseinrichtung. Jedenfalls werden niemand beim Erheben von Bakschisch Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Auch nicht den kleinen Schächern, die ihn am Wege eintreiben. Sehen wir uns für heute zunächst diese kleinen Schächer etwas näher an. Die niedrigste Gestalt unter den Konstantinopler der bet Straßenbettlern ist der biedere Landsmann, der Anfunft eines Schiffes oder eines Eisenbahnzuges am Bollwert oder Bahnhof zufällig" bereit steht, den An= ömmling mit mehr oder weniger gut gespieltem Entzücken über den Klang heimatlicher Laute willkommen zu heißen. Man halte sich derartige Burschen vom Leibe; es sind Ehrenmänner dunkelster Art, die sehr genau wissen, warum sie den Aufenthalt am goldenen Horn dem in irgend einem Kulturstaat vorziehen. Manchmal bieten sie sich als ,, Führer" in; man lasse sich auf nichts ein, Führer gibt es genug im Hotel. Wenig sympathisch ist auch die Berührung mit Ausäßigen, die sich von einem Begleiter herumführen lassen. Obgleich die Lepra feineswegs so ansteckend ist, wie man im Bublikum im allgemeinen annimmt, wandelt den Neuling Im Orient doch meist Entsetzen und Grauen an, wenn ihm ber Kranke wortlos, aber nachdrücklich, unversehens in den Weg tritt und seine verstümmelten, zerfressenen Glieder enthüllt. Natürlich sucht er dann durch Opferung einer fleinen Münze sich so schnell wie möglich loszukaufen. Das Gros ber Straßenbettler stellen die Zigeuner. Die Art, in der namentlich Weiber und Mädchen mit ausgestreckter Hand und einschmeichelndem Lächeln ihr Backschich, Effendi, Backschich!" vorbringen, hat etwas so bestrickend Liebenswürdiges, daß es lange dauert, bis man es fertig bringt, ihnen den erbetenen Metallique vorzuenthalten, wie man es schließlich doch wohl oder übel tun muß. Ein merkwürdiges Volk! In den Lumpen, bei all ihrem Schmutz und ihrer Unwissenheit haben diese Frauen eine sprudelnde Lebendigkeit, eine überraschende Grazie in ihrem Auftreten. Und da von zehn Bettlern, die einen anfallen, neun Zigeunerinnen sind, kommt man schließlich zu dem Eindruck, daß nirgends in der Welt so sympathisch gebettet wird, wie in Konstantinopel. Bettlertypen find ferner der alte Araber mit dem Patriarchenbart, der mit gekreuzten Benten ergebungsvoll am Wege hockt, oder der invalide riesige Neger in derselben Haltung neben ihm. Beide brummen fromme Sprüche vor sich hin, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Endlich gehört die ältliche ärmlich gekleidete Griechin mit den feinen Zügen und dem ver härmten Aussehen hierher, die in der Nähe der Tunnelbahn in Pera milde Gaben entgegen nimmt. Sie sitzt auf einem Stuhl, der ihr gesamtes Geschäftsinventar darstellt; nach Einbruch der Dunkelheit wandert sie mit diesem Stuhl vor das von Europäern vielbesuchte Café Tokatlia, in der Grand rue Pera, um dann dort, so lange noch Gäste zu erwarten sind, mit dem immer gleichen rührend flehenden Augenaufschlag ihrem Ver dienst nachzugehen. Diese Dame ist sehr interessant, sie gilt für unheimlich reich; ihr Geschäft, das sie seit vielen Jahren betreibt, soll ausgezeichnet gehen. Auch die anderen Bettler haben Vermögen, besigen immer etliche Pfundstücke, ohm dak der Orientale an ihrem Treiben Anstoß nimmt. - Das Batschischnehmen ist eben ein Geschäft in der Türkei, wie jedes andere auch. Der beste" Kunde" der Bettler is nicht etwa der Fremde, auch nicht der Türke, sondern der abergläubische Grieche; er gibt nur, weil er von dem lieben Gott erwartet, daß der ihm den Betrag anständig verzinsen wird. Der Türke sucht sich auf einem ähnlichen Wege Allahs Gunst in besonderen Fällen zu sichern; er spendet dann nicht Bakschich an Bettler, sondern kauft für etliche Piaster Brot und verteilt es an die Straßenhunde. Der Bakschichempfänger kann auch dankbar sein. Ein Straßenbettler stellte einem griechischen Kaufmann, der ihm jahrelang im Vorübergehen jeden Morgen einen Mettalique verabfolgt hatte, eines Tages, als der Kaufmann in Geldverlegenheit war, ohne weiteres mehrere hundert Pfund türkisch in Gold zur Verfügung. Die Ansummung solcher Beträge ist natürlich nur möglich, weil der Bettler, wie der Orientale niederer Stände überhaupt, für seinen Unterhalt fast nichts ausgibt. Ewas Salat, etwas Obst und viel Wasser, das ist alles, was er braucht. Man muß türkische Verhältnisse aus den türkischen Anschauungen und Sitten heraus beurteilen. Die europäische Presse entsetzt sich, wenn sie hört, daß irgendwelchen Beamten oder Militärs Monate lang ihr Gehalt nicht ausgezahlt worden sei. Wie sollen da die armen Leute bestehen? Nun, die armen Leute erheben in der Zwischenzeit einen Ertra bakschisch, das ist alles. = Vermischtes. Peregrinus. - Der fparfame Kunstmäcen. Eine noch unbekannte Episode von einem fürstlichen Besuch bei Reinhold Begas hat der jetzt fünfundsiebzigjährige Meister jüngst erzählt. Zu den Verehrern des Altmeisters Begas gehörte auch ein jetzt schon verstorbener Fürst, der, wenn er in Berlin weile, Jern im Atelier des Beilhauers erschien. Einst fesselte ihn bort ganz besonders die Afifigur des Hermes, der Geld in jeinen Beutel zählt. Das ist ja eine wundervolle Figur", clef er„ schicken Sie mir die!" Der Professor, sehr erfreut, das Werk endlich an den Mann zu bringen, fragte: n welchem Material wünschen Hoheit die Figur?" graphie, Photographie!" lautete die Antwort. = - Photo Gine merl Se Dorfes Polje arbeitende Landleu dumpfem, unterird Male brach aus entwurzelte Waldb eriolgte in der Feu der Berg fit spalt Hauch verbreitete cewaltigen Luftdrug Sanditraße gehende wo die Feuerläule a nadh Bech riechen meriwürdige Natur werden. = Die explo trant, infolge eine Stro- Gluzerin. 6 Landstraße aufgefu vor ein Herdjeuer explodierte aber und zerstörte das aus Amerita, gleich 40-50 feft ** Der Gro Automobil nad Turnier des Lawn 11 Uhr abends nad ** Der Groß Oberlehrer Weime Präfidenten des Mi ** Der Groß ordentlichen Profeffo Landesuniverfitat D Jum ordentlichen Pr Dom 1. Auguft an e ** Uebertrag Budwig Klinge felle an der Gemeind ** Heute feiern feft. Welche Rolle bereitungen hervor, d teiligten in Atem erho Stunden! Da mußt hafft werden, denn feben, das ist der Wu Treffliches ift denn a fich mit den besten nach dem Fefplate b griefgrämiges Gesicht, der Jugend doch nich Die Herbst Die 21. Division übt 25. Division in der Regimenter 87 und S Regimentsverbande Auguft ift dort auch Regimenter Nr. 80, 8 in Taunus vom 16. giment und Brig Regimenter 27 und 6 tember auf der Se bi Borms die Briga der 42 Infanterie- Br Bom 13. bis 19. find Dofionemanöver ita it bom 7. bis 19 artilerie- Regiments S 15. September der 2 bataillon Nr. 21( Sta Der 41. Infanterie ihrend der Brigade : Das Trainbataillon Nr Bon der 25 Divific Rgt. c. 115, 116 em Briekheimer Exer 50. Infanterie- Brigad Regiment& berbande bei ergiert die Brigade brigabe bom 25. u tillerie- Brigade( Rg Die Brigademanöver 14. September bei 0. Brigade bei M 22. September find Birth- Groß- Umftad 168 werden während Der eifersüchtige Droschkenbesitzer. In Paris be merkten zwet Radfahrerpolizisten nachts eine im tollften Galopp dahinrasende Droschke, aus deren einem Fenster eine meibliche Person sich weit hinausbeugte und mit gellender Stimme um Hülfe rief. Die beiden Beamten schwangen fich jofort auf die Räder, sausten dem geheimnisvollen Gefährt nach und versuchten, den Kutscher der Droschte zum Halten zu bringen. Der Rosselenter überhäze die Polizisten mit Schmähreden und jagte weiter, bis das völlig erschöpfte Pferd zusammenbract. Der Kutscher wurde verhaftet und erzählte, er hege gegen seine Frau den Verdacht ehelicher Untreue und aus diesem Grunde habe er die Fahrt auf Leben und Tod unternommen. ===" Mit Mississippi- Waffer getcuft. Taufwasser au bem Mississippi ist mühsam nach London befördert worden, bamit der Sohn des Herzogs und der Herzogin von Manchester mit diesem Wasser getauft werde. Die Herzogin bon Manchester ist nämlich an den Ufern des Vaters der Ströme", bei Ravenswood in Louisiana, geboren worden. Das Mississippiwasser ist so mit Schlamm und Unrat durch setzt, daß es nicht einmal zum Waschen gebraucht werden lann, ohne vorher abgefocht zu werden. Die Herzogin aber legte gerade auf dieses schmutzig- gelbe Wasser so großen Wert, baß sie das Gefäß versiegeln und eine Bescheinigung des Friedensrichters beijügen ließ, das es auch wirklich Mississippi wasser wäre. fgeftelt. Breußis gaft. Die Gune Rart oder 13,8 Monat des Borjahres NONONON Muggenb thof zum grünen Schwarzwaldstil neu tzter Lage mit freu tr. Beleucht., Post u Minuten vom Hotel derwegen. Pension ehlt sich bestens rigteiten in den , die ihn am leinen Schacher Konftantinopler ann, der bei bahnzuges am teht, den An eltem Entzüden men zu heißen es find Ehren warum fie den irgend einem ich als Führer bt es genug im hrung mit Auss mführen lajjen. ft, wie man im It den Neuling an, wenn ihm ersehens in den en Glieder ent 1. g einer fleinen - Das Gros ie Art, in der Cedter Hand und ndi, Bachichich!" Swürdiges, daß men den erbetenen schließlich doch Volt! In den cer Unwissenheit teit, eine überda von zehn men find, tommt de in der Welt nopel. Bettler Patriarchenbart, Wege hodt, Haltung neben fich hin, um die ehört die ältliche, en und dem ver er Tunnelbahn in auf einem Stuhl, ; nach Einbrud hl vor das von Grand rue Pera en sind, mit dem hlag ihrem Ver Ceressant, fie gill it vielen Jahren anderen Bettle Bfundstücke, ohu nimmt. ft in der Türkei, der Bettler is ke, sondern der von dem lieben ständig verzinsen en Wege Allahs Jendet dann nicht iche Piaster Brot Der Batschichem aßenbettler stellte ang im Vorübers hatte, eines Tages, e weiteres mehrere igung. Die An möglich, weil der überhaupt, für as Salat, etwas braucht. en türkischen An Die europäische Owelchen Beamten nicht ausgezahl bestehen? 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Mit einem Male brach aus der Erde eine Feuersäule hervor, welche entwurzelte Waldbäume gegen den Himmel wirbelte; dann eriolgte in der Feuersäule eine heftige Detonation, als ob der Berg sit spalten würde, und ein dichter, übelriechender Rauch verbreitete fich über die ganze Gegend. Infolge des gewaltigen Luftdruces entstand ein Sturm, der einen auf der Landstraße gehenden Greis zu Boden warf. An der Stelle, wo die Feuersäule aufgetaucht war, wurde später ein schweres, Dieſe nach Bech riechendes, schwarzes Gestein gefunden. merfwürdige Naturerscheinung wird wissenschaftlich untersucht werden. = = Die explodierte Leiche. In St. Paul in Minnesota trant, infolge einer Wette, ein Feldarbeiter ein Glas boll Stro- Gluzerin. Er wurde später tot und erfroren auf der Landstraße aufgefunden. Die Leiche wurde in einem Hause vor ein Herdfeuer gelegt, um sie aufzutauen; bald darauf explodierte aber das im Magen befindliche Nitro- Glyzerin und zerstörte das ganze Gebäude. Die Nachricht fommt aus Amerika, gleichzeitig rait Betterberichten, die Temperaturen von 40-50 feststellen, es ist also Vorsicht geboten. Lokales. 25. Juli. ** Der Großherzog fuhr Dienstag Nachmittag im Automobil nach Homburg, wohnte dort dem OffiziersTurnier des Lawn- Tennis- Klubs bei und kehrte gegen 11 Uhr abends nach Jagdschloß Wolfsgarten zurück. ** Der Großherzog empfing am 25. Juli den Oberlehrer Weimer von Friedberg; zum Vortrag den Präsidenten des Ministeriums des Innern Braun. ** Der Großherzog hat am 25. Juli den außerordentlichen Professor bei der philosophischen Fakultät der Banbesuniversität Dr. Friedrich Schwally in Gießen zum ordentlichen Professor in dieser Fakultät mit Wirkung bom 1. August an ernannt. ** Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Ludwig Klingelhöfer aus Gießen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Staden. ** Heute feiern Gießens Kinder ihr geliebtes Jugendfest. Welche Rolle es spielt, geht deutlich aus den Vorbereitungen hervor, die schon eine ganze Zeit lang die Beteiligten in Atem erhalten, und gar erst die letzten Tage und Stunden! Da mußten Kränze gewunden und Fähnchen beschafft werden, denn recht imposant soll der Festzug aussehen, das ist der Wunsch der Kleinen und auch der Großen. Treffliches ist denn auch geschaffen worden, sodaß die Kinder sich mit den besten Hoffnungen in freudigster Stimmung nach dem Festplate begeben. Der Himmel macht zwar en griesgrämiges Gesicht, aber schließlich kann er den Frohsian der Jugend doch nicht stören. " * Die Herbstübungen des 18. Armeekorps. Die 21. Division übt in der Provinz Rheinhessen, die 25. Division in der Broving Starkenburg. Die Infanteries Regimenter 87 und 88 perzieren vom 16. bis 22 August im Regimentsverbande bei Mackernheim, vom 23. bis 28. August ist dort auch Brigadeeperzieren. Die Infanteries Regimenter Nr. 80, 81 und 166 perzieren bei Weißkirchen im Taunus vom 16. August bis 3. September im Regiments und Brigade- Verbande. Die FeldartillerieRegimenter 27 und 63 üben vom 25. August bis 4 Sep. tember auf der Senne". Am 7. September begingen bei Worms die Brigademanöver der 41., bei Bingen die Der 42 Infanterie- Brigade. Sie enden am 12. September. Vom 13. bis 19. finden zwischen Bingen und Worms die Divisions manöver tatt. Die Unteroffizier- Schule Biebrich ist vom 7. bis 19 September, drei Batterien des Fußartillerie- Regiments Nr. 3( Mainz) sind vom 13. bis 15. September der 21. Division attachtert. Das Pionierbataillon Nr. 21( Staffel) nimmt an dem Brigade perzieren der 41. Infanterie Brigade teil und verteilt sich dann während der Brigade- und Divisionsmanöver, ebenso wie das Trainbataillon Nr. 18( Darmstadt) auf beide Divisionen. Von der 25 Division haben die 49. Infanterie- Brigade ( Rgt. Nr. 115, 116 und 168) teils bei Mainz, teils auf dem Griesheimer Eperzierplatz ihr Regiments perzieren. Die 50. Infanterie- Brigade( Rgt Nr. 117 und 118) üben im Regimentsverbande bei Langenbrambach im Odenwald, ebenda perziert die Brigade und zwar wie die 49. InfanterieBrigabe vom 25. August bis 7. September. Die 25 Fld artillerie- Brigade( Rgt Nc. 25 und 61) übt bei Retnyeim. Die Brigademanöver der 49. Brigade finden vom 10. bis 14. September bei Darmstadt und Drieburg, die der 50. Brigade bei Michelstadt: Fürth stait. Vom 15. bis 22. September sind die Divisionsmanöver in dem Gelände Fürth- Groß- Umstadt. Bei den Regimentern 166 und 168 werden während der Herbstübungen dritte Bataillone aufgestellt. Preußisch hessische Eisenbahngemein shaft. Die Gunahme für den Juni hat 151,8 Millionen Mart oder 13,8 Millionen Marf mehr als im gleichen Monat des Vorjahres betrag n. Von dem M.hr entsi len Muggenbrunn Bad. Schwarzwald. 976 m 9,2 Millionen Mark auf den Güterverkehr, 41 Millionen Mark auf den Personen- und Gepäckverkehr und 0,5 Millionen Mart auf andere Qullen. Die Einnahme für das erste Vierte! des laufenden Etatsjahres belief sich auf 442,9 Millionen Mt. oder 39,5 Millionen Mt. mehr als im erften Viertel 1905. Von diesem Mehr beanspruchten der Güterverkehr 26 2 Millionen St., der Personen- und Ge päckverfehr 11,8 Millionen Mt. und andere tellen 1,5 Millionen Mt. Im Etat für 1906 sind die Einnahmen für ein Vierteljahr im Durchschnitt auf 435,2 Millionen Mart veranschlagt. * Rückgang der jüdischen Bevölkerung in Hessen. Für das Großherzogtum Hessen liegen über die Bevölkerungsverhältnisse der Juden Untersuchungen vor, denen wir u. a. folgendes entnehmen: Im Jahre 1822 gab es in Hessen, 20 000 Juden. Deren Zahl war bis zum Jahr 1849 auf 28 000 gestiegen. Dann trat aber ein Rückgang ein, so daß die Volkszählung im Jahre 1871 nur noch 25 373 und im Jahre 1900 gar nur 24 486 Juden ergab. Die Et gebnisse der 1905er Zählung liegen noch nicht vor. Dieser Rückgang der jüdischen Bevölkerung ist hauptsächlich auf drei Ursachen zurückzuführen: 1. auf Abwanderung, 2. auf etne stete Verminderung der Geburtszahl und 3. auf die Vermehrung der Mischehen. U ber die Größe der Abwanderung liegen teine Zahlen vor. Was die Geburten anlangt, so wurden in den 1860er und 1870er Jahren in rein jüdischen Ehen durchschnittlich jährlich 800 Rinder ge boren, deren Zahl jedoch vom Jahre 1880 an fortgesetzt a funten ist, sodaß im Beitraum 1901/94 jährlich nur noch 439 gezählt wurden. Es ist dies um so bemerkenswerter, als in den letzten 40 Jahren die Zahl der rein jüdischen Eheschließungen feineswegs zurückgegangen ist, sondern fast unverändert durchschnittlich jährlich 160 bis 170 betragen hat. Wie gleichäßig übrigens diese Erscheinung in den der schiedensten Teilen Deutschlands eingetreten ist, mag folgenden Zahlen entnommen werden. Auf 1000 Einwohner tamen im Jahrfünft 1876/80 durchschnittlich jährlich Geburten: in Preußen 82,4, in Bayern 33,3 und in Hessen 31,6, dagegen im Jahrfünft 1896/1900 in eußen 21,4, in Bayern 19,0 und in Hessen 19,8. Bemerkt sei noch, daß die Geburtenz ffer der Chriften auch etwas zurückgegangen ist, in Hessen z. B. von 37,6 in 1876/80 auf 34,0 in 1896/1900. * Saatfelder Besichtigung. Die Besichtigung der Saatfelder der Saatbaustellen des Hessischen Landwirtschaftsrats zum Zweck der Antörung hat die erfreuliche Tat: sache feststellen lassen, daß die Saatfelder in einem vor züglichen Zustande sind und unseren Landwirten wieder Gelegenheit geboten wird, sortenreines Saatgut der ertragsreichsten Getreidesorten, wie Wintergerste, Roggen, Weizen in bester Qualität für die Herbstaussaat zu erhalten. Anfragen wolle man an die Saatvermittlungsstelle des Hessis h. Landwirtschaftsrats, Darmstadt, Bismarckstr. 78, richten. * Der Obstmarkt 1905. Der Geschäftsbericht für 1905 der Zentralstelle für Obstverwertung in Frankfurt a M. berichtet, daß die 1905er Ernte des Gebietes, für das die hiesige Bentralstelle in Betracht kommt, in Stein- und Beerenobst eine mittlere, dagegen in Aepfeln eine so gecinge wie seit 15 Jahren nicht war. In vielen Gemeinden gab es überhaupt keine Aepfel. In allen Obstsorten war die Machfrage eine gleich große. Angeboten waren bei der Zentralganzen in Kilogramm: Zwetschen 4 908 275, Aepfel 3 240 088, Birnen 1066 120, Heidelbeeren 1 002 700, Mirabellen 417 504, Preißelbeeren 277 500. Von Tomaten wurden 163 200 kg. zum Verkauf gebracht. * Die Sterbetasse des Bundes deutscher Gastwirte schließt ihren 13. Geschäftsbericht mit einer Gesamteinnahme von Mt. 1631 373 und mit einer Gesamtausgabe von Mt. 1 608 641, somit einem Uberschuß von Mt. 22 732 ab. * Die Ammen. Folgenden Ausspcuch tat in seiner Rede bei einer Tierschau in der Provinz Schleswig- Holstein ein Hofbesizer:„ Ja, meine Damen und Herren, woran liegt es, daß die Kälber bei uns so vorzüglich gedeihen? Is weiß es. Ich will es Ihnen sagen: Unsere Frauen nähren die Kälber selbst!" ▲ Aus der Wetterau, 25. Juni. Von einer landwirtschaftlichen Maschine geschleudert und zu Tode gea schleift wurde der 60 Jahre alte Knecht Denhatt in Bellersheim bei Hungen. * Treysa, 25. Juli. Wie verlautet, trifft die Kaiserin anfangs August hier ein, um an der Einweihungsfeier der vom Provinzialverband der Anstalt H phata auz nalaz der Silberhochzeit des Kaiserpaares geshentten Gedächtniskirche teilzunehmen. Mücke, 25. Jult. Eigenartige Schulver hältnisse bestanden bisher in dem benachbarten Doppelorte Ilsoorf, das in die beiden politisch getrennten 82meinden Solms: Jlsdorf und Hessis Ilsdorf zerfällt und nur durch den fiemen Ilsbach getrennt ist. Die beiden Gemeinden besaßen seither teine Schule und die Kinder mußten aus Solms- Jlsdorf nach Lardenbach, die aus Hessisch- Ilsdorf nach Flensungen zur Schule gehen, Wege von 1/2 bezo. 3/4 Stunde. Die langjährigen Bemühungen zur Beseitigung des Mißstandes scheiterten stets daran, daß Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird über dem Meere. die Südanlage zwischen Garten und Bismarckstraße Gasthof zum grünen Baum. Autoverkehr mit Freiburg( 2 St.) Poststr. Kirchzarten- Todtnau, von heute an bis auf weiteres für den Fahrverkehr gesperrt. geIm Schwarzwaldstil neu erbautes, gutes bürgerl. Haus, in sehr schützter Lage mit freundl. Zimmern, sehr guten Betten, Bädern, elektr. Beleucht., Post u. Telephon, eigenem Fuhrwerk u. Molkerei. h 2 Minuten vom Hotel ausgedehnte Tannenwaldungen mit schönen Spazierwegen. Pension von 4.50 Mk. an. Prospekte gratis. Es empfiehlt sich bestens Der Eigenthümer: J. Wissler. Gießen, den 25. Juli 1906. Großherzogliches Bolizeiamt Sicken. NAUMANNIA- SEIFE. mit dem Beste Seifenah undfern! Solms zu Kreis Schotten, Hessisch zu Kreis Alsfeld gehört. Mit Unterstützung der beiden Streisämter haben nun die beiderseitigen Ortsvorstände beschlossen, eine gemeinsame Schule zu errichten. * Müde, 25. Juli. Kurgäste. Die Zahl der Sommerfrischler, die in diesem Sommer auf hiesigem Bahnhofe die Züge verlassen, ist gegen frühere Jahre im Zunehmen begriffen. Das Ziel dieser Resenden ist der nordwestliche Vogelsberg bis hinauf nach Ulrichstein. Die meisten der Sommerfrischler, die den Vogelsberg noch nicht besucht, finden ihre Erwartungen übertroffen und sind entzückt über die idyllise Lage der Dcte und die Ruhe, die so wohltuend absticht gegen das hastende, brausende Getriebe der Großstadt. Ganz besonders ist die Zahl der Kinder gestiegen, die man in den Vogelsberg bringt, um hier in ihrer Ferier zeit Erholung und frische Kraft zu finden. Dieser zunehmende Besuch fäßt eine Perspektive tun, wie es damit erst wäre, wenn von Mücke aus die allseits als rationell angesehene Bahn nach Ulrichstein erbaut wäre, oder wenn auch nur die gep ante Automobilpost ginge. * Marburg, 25 Juli. Die hiesigen Bierbrauereien beschlossen, von einer Echögung des Bierpreises Abstand zu nebmen. So ift's recht. * Weilburg, 25. Juli. Am Geburtstag feines früheren Landesfürsten, des Herzogs Adolf von Nassau, verschied heute Morgen der ehemalige herzoglich- nassau.she Major a. D. Reuendorf im Alter von 92 Jahren. Jahrzehnte war der alte Herr des Angenlichts beraubt; er war der älteste männliche Einwohner Weilburgs. * Ober Ofleiden, 25. Juit. Unsere Wasserleitung wird demnächst dem Betrieb übergeben werden. Die Leitung durch die Ohm war zuguterletzt noch ein saures Stück Arbeit, da das Flüßchen durch die vielen Gewitterregen starf angeschwollen war. Die 2. Lehrerstelle zu Obers Ofleiden wurde dem Schulverwalter Held von Ober- Flörs heim definitiv übertragen. - * Nieder Ofleiden, 25. Juli. Das Bergwert soll noch bergrößert werden, wodurch viele Arbeiter, namentlich auch in der Winterszeit, reichliche Beschäftigung finden fönnen. Auch für die Gemeinde ist es ein Vorteil, denn der Preis für ihre dortigen sither wenig begehrten Grundstücke ist erheblich gestiegen. ▲ Alsfeld, 25. Juli. Die 84 Gemeinden unseres Kreises erheben in diesem Rechnungsjahr 569 500 Mart Kommunalgeld. Auf Alsfeld selbst entfallen 105 000 Marf= 101%, Romrod 12 800 mt.= 130%, Homberg 22 000 f.= 127,4%, Sirtorf 10 000 mt.= 97,3%, Altenburg 10 000 t.= 110%, Groß- Felda 15 600 Mt. = - 130%, Nieder- Damen 12 200 Mt.= 98%, NieoerOfladen 10500 Rt.= 1570/ * Bad- Salzschlirf. In den letzten Nächten wurden hier verschiedene Wäsche diebstähle ausgeführt, ebenso im benachbarten Landinhausen. Man vermutet als Täter Mitglieder einer Zigeunerbande, die an der preuß- hessischen Grenze gelagert hatte. XLauterbach. Ein geistes gestörter Referendar a. D. aus Fulda, welcher sich schon mehrere Tage obdach los umhergetrieben hatte, wurde durch die hiesige Gendarmerte aufgegriffen und seinen Angehörigen wieder zugeführt. * Groß- Felda, 25. Juli. Am 29. dz. Mts. feiert der Bweigverein Alsfeld der Gustav Adolf- Stiftung in unserer Semeinde sein Jahresfest. * Frankfurt, 25. Juli. Der Nachlaß eines Sängers. Ueber den Nachlaß des am 4. November 1895 verstorbenen Frankfurter Sängers José Lederer wurde am 18. Juli 1906, also erst nach über 10 Jahren, das Konfursverfahren eröffnet, da die Ueberschuldung des Nachlasses nachgewiesen ist. Der Rechtsanwalt Neuhaus wurde zum Kontursverwalter ernannt. * Frankfurt. Der in Konkurs geratene Bauunternehmer Welter ist auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wegen betrügerischer Manipulationen verhaftet worden. Die Passiven betragen ca. 1 300 000 R., denen kaum Aktiven gegenüberstehen. Viele flene Leute sind geschädigt. Groß Steinheim, 25. Juli. Submissionsblüte. Bei der gestrigen Submissioneöffnung auf hiesigem Rathause kam der seltene Fall vor, daß die Pflasterarbeiten um 48 Prozent abgeboten wurden * Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 27. Jul. Zunächst noch trocken, später Trübung und Regen, Temperatur nicht verändert, südliche Winde. ( Niheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich für die politik und den Inseratenteti Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Giezen. Ferromanganin ist das anerkannt beste Mittel gegen Blutarmut, Bleichsucht, Herzklopfen, Nervenschwäche, Schwächezustände, unreines Blut, Ausschlag, Geschwüre und Strofeln, indem es blut= reinigend und blutbildend wirft. Das Blut ist die Quelle, durch welche unser ganzer Körper gespeist wird und durch welche wir unsere körperliche, sowie geistige Kraft erlangen.( Bestandteile: Eisen 0,5, Mangan 0,1, 3uder 18, Rognaf 15 Alfoyol 15, Wasser und aromat. Bestandteile.) zu haben in den Apotheken. Beim Einkauf achte man auf das geseßlich geschütte Wort„ Ferromanganin". 700 Mtr. üb. d. Meer Donaueschingen Soolbad- Luftkurort. Knotenpunkt der romt. Schwarzwald 1. Höuentalbahn. Stützpunkt für Schwarzwaldtouren. ( Gauchach- v. Wutachtal 2c.) Hotel und Pension zum Schützen mit reu erbaut. Karhaus, geg. dem fürstl. fürstenb. Baife Sool-, Kohlensäure- u. Fichtennadelbäder im Hause. Eigene Milchmittschaft, Fisierei, großer Garten, Lawn- Tennis, 100 Meter ange, ged Wandelhallen. Eigentümer: J. Buri. Giessener Ruder- Gesellschaft 1877 e. V. Sonntag, den 29. Juli 1906: XIII.Ruder- Regatta auf der Lahn 19 Vereine 45 Boote Beginn der Regatta nachmittags 3½ Uhr. 215 Ruderer Beginn der Vorrennen vormittags 7 Uhr Während der Regatta: Großes Konzert ausgeführt von der Kapelle des 2. Großherzoglich Hessischen Infanterie Regiments„ Kaiser Wilhelm" Nr. 116 unter Leitung des Musikdirektors C. Krauße. Preise der Plätze: 2m Borerkauf: 1. Blaz 1,50 Mr., II. Plaz 0,80 Mr. An der Kaſſe: 1. Platz 2,00 Mt., II. Plag 1.00 Mt Plätze auf der Schürz'schen Bleiche 20 Pfg. Für Mitglieder nur im Vorverkans bei Herrn Ernst Challier Eine Starte, I. Platz, gratis. Beifarten 1. Plag 0,80 Mt., II. Platz 0,60 Mt.( Für Söhne über 16 Jahren haben Beifarten feine Gültigkeit.) Sonstige Karten nur im Vorverkauf bei den Herren: Daniel Heil Nachfolger, Lindenplay 3, Heinrich Herlinger, Seltersweg 30; Heinrich Noll, Mäusburg 7. Bad Orb. Von Wächtersbach( Frankfurt- Bebra) in 10 Minuten mit der Kleinbahn zu erreichen. Vorzügliche klimatische Verhältnisse. 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