41 11 Mr. 199 Erstes Blatt. baltion u.Haupterbebition: Gießen, Seltersweg 88. Fernſprechaufla Rr. 362. Samstag, den 25. August 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbellagen: Oberbeffifche Familienzeitung( und die Gießener Setfenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Rehörden von Was find Hoffnungen! ( Politische Wochenschan.) Eine ereignisreiche Woche liegt hinter uns. Vor allem ist es wieder die Mutter Erde gewesen, die uns den Ruf des Berzagens in Erinnerung brachte: Was find Hoffnungen, was find Entwürfe, die der Mensch, der flüchtige Sohn der Stunde aufbaut auf dem vergänglichen Grunde!" Nach dem berderblichen Ausbruch des Vesuvs die Zerstörung von San Franzisko, nach dieser jetzt die fast völlige Vernichtung von Balparaiso. Ganze Geschlechterfolgen haben hier gewohnt, fich fleißig geregt und dem Boden Ertrag abgewonnen, und plötzlich verschlingt der Boden alles Menschenwerk gerade in der Zeit, da es doppelte Blüte versprach. Was sind Hoffnungen! Vor einer Reihe von Jahren hat Spanien die„ Perle ber Antillen", die es um Milliarden nicht hergeben wollte, an die Vereinigten Staaten von Amerika verloren. Cuba erlangte Selbstständigkeit, die eine Bürgschaft gedeihlicher Entwicklung sein sollte. Die Cubaner hatten feinen Grund mehr, sich gegen Fremdherrschaft aufzulehnen. Jetzt aber zerfleischen sie sich selbst in traurigem Bürgerkrieg, und wiederum müssen Fremde kommen, um sie vor den eigenen Waffen zu schüßen. Die Erwartungen, die an den Ausgang des spanisch- amerikanischen Krieges sich knüpften, sind dahin. Als Spanien seine wertvollsten Kolonien verlor, glaubte man, es werde seine nicht mehr zersplitterte Kraft erfolgreich zur inneren Erstarkung verwenden können, die ermöglichte Sparsamkeit werde ihm wirtschaftliches Gedeihen bringen. Nichts davon ist eingetroffen. Die dünne Oberschicht der Gesellschaft vergeudet nach wie vor ihr Vermögen in inrigenhaften Bettelungen, während die Minirarbeit der Unterschichten ihren Fortgang nimmt. Der Streif der Bergarbeiter in Bilbao ist zum förmlichen Aufstand geworden, proße Militärmacht ist aufgeboten und hat einschreiten müssen, ber Belagerungszustand ist verhängt. Der junge König Alfons lernt frühzeitig bittere Sorge fennen. Frohgemut rat er die Regierung an und muß schon bekennen: Was Find Hoffnungen! In Norditalien steht es ähnlich, vielleicht noch schlimmer. Denn dort hat das Landvolk in bitterer Not zu dem gefährlichen Mittel des Streits gegriffen, der unter solchen UmStänden nur den Hunger zur Folge haben kann und im Beleit des Hungers die Lösung aller Ordnung. Wenig über ein Jahr ist es her, daß der König von Italien einen internationalen Landwirtschaftsrat schuf, der bestimmt war, der Not des flachen Landes abzuhelfen. Der Plan fam aus wohlmeinendem Herzen, aus liebevoller Fürsorge. Doch gefruchtet hat er nichts. Die Königsträume des Fürsten Ferdinand von Bulgarien, bie Großmachtsträume des Königs von Griechenland haben bei dem Versuch der Umsetzung in Wirklichkeit zu grausamen gegenseitigen Verfolgungen und Verhegungen geführt. Das Land, um das Bulgarien und Griechenland streiten, und das bem einen so wenig wie dem anderen gehört, wird verödet, und mit trauriger Gegenwart wird das Phantasiebild einer ungewissen Zukunft bezahlt. Fürst Ferdinand und König Georg geben ficher ihre Pläne nicht auf. Doch im stillen Kämmerlein wird ihnen bei der Vorstellung von den Verwüstungen, die ihre Politik hervorgerufen, der Gedanke sich aufdrängen: Was sind Hoffnungen! - Rußland und China liegen beide in Verfassungsnöten. Die russische Regierung will die Rechte, die das Volk ertrozt bat, fürzen und immer knapper bemessen und sieht sich dabei zu einem Kampf gezwungen, der auf der anderen Seite mit ben Mitteln der Unterdrückung geführt wird. Jedes ziviliFierte Land wäre durch solchen Kampf schon zu Grunde gegangen, Rußland lebt durch seine Unempfindlichkeit fort. In China kommt die Revolution denn für China ist die Einführung einer Verfassung nichts anderes von oben. Die Kaiserin von China will sie haben. Freilich nicht sofort. Zu nächst soll das chinesische Volk für die Verfassung erzogen" werden. Dadurch wird das chinesische Verfassungsversprechen zu einem Wechsel mit langer Sicht. Mit nicht längerer freilich als das russische, obwohl dieses bei Sicht zahlbar sein sollte. Wie hat man dem Oftobermanifest des Zaren vom borigen Jahre zugejubelt! Der Jubel ist verstummt die Hoffnung faft geschwunden. - Im Deutschen Reich fehlt es an unerquicklichen Vor Commnissen nicht. Sie knüpfen zumeist an die Kolonial berwaltung an. Wir dürfen die Zuversicht hegen, daß die endgiltige Aufklärung zeigen wird, es sei nichts geschehen, was fich nicht gutmachen ließe. Wenn in tommender Woche die Vertreter bier befreundeten Monarchen, des Kaisers Franz Josef, des Kaisers Nikolaus, des Königs Eduard und des Königs Viktor Emanuel zur Taufe des Kronprinzensohnes nach Berlin Lommen, so werden fie finden, daß das deutsche Volk und fein Kaiserhaus ohne ungewisse Zukunftsentwürfe frohes Hoffnung voll find. 7. Vet Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Die zur wirtschaftlichen Erschließung der Kolonien beBimmten Babubanten in Südwestafrika machen lebhafte Fortschritte. Die nördliche Linie geht ihrer Vollendung entgegen, wie aus Swakopmund gemeldet wird. Donnerstag Abend ist ber letzte Schienenzug für die Otawibahn, reich geschmückt, von Swakopmund nach dem Norden abgelassen worden. Die Dtawibahn geht von Swakopmund nach Omaruru, Otawi und der Grube Thumeb, sie soll Ende September in ihrer ganzen Ausdehnung dem Betrieb übergeben werden, wird jedoch nicht vom Reich, sondern von einer Privatgesellschaft betrieben. * In der Kolonialaffäre stehen weitere wichtige Entscheidungen bevor. Wie unser CB.- Mitarbeiter erfährt, ist bie amtliche Nachprüfung des Kontraftes Tippelskirch" seltens der Behörden bereits so weit gediehen, daß die Auflösung dieses Vertrages nicht mehr lange auf sich warten lassen bürfte. * In Berliner politischen Kreisen wird verbreitet, daß man im preußischen Ministerium des Innern an einem Gesezentwurf arbeite, der der Ansiedelungsfommission das Recht berleihen soll, innerhalb ihres ganzen Gebietes( Posen und Westpreußen) jedes landwirtschaftliche Gut zu enteignen. Die Spige eines solchen Gesezes würde sich gegen den Erwerb von Grundeigentum durch Polen richten, es erscheint vorläufig aber nicht sehr glaublich, daß ein Vorgehen der Regierung in dieser Weise beabsichtigt ist. Die Nachricht bedarf daher noch der Bestätigung. * Große Erregung hat sich der deutiske Kolonie in Guatemala bemächtigt. Anfangs Juli wuro in der Stadt Coban der deutsche Reichsangehörige Karlinn durch betrunkene Polizisten erschossen. Einem anderer Deutschen töteten die Polizisten das Pferd, verlegten ihn lbst und schleppten ihn ins Gefängnis. Der deutsche V nsul soll nicht die nötige Energie entwickelt haben, wer er als Geschäftsmann von den dortigen Behörden abhängig ist. Die schuldigen Polizisten befinden sich auf freiem Fuße und die Deutschen fühlen sich in ihrer Gesamtheit durch die unsicheren Zustände bedroht. Sie haben deshalb ein gemeinsames Schriftstück an den deutschen Geschäftsträger gesandt, um entschiedene Schritte zur Bestrafung der Mörder zu veranlassen. * Das Reichsversicherungsamt hat neuerdings in einem Rundschreiben an die Versicherungsträger der Unfall- und Invalidenversicherung die Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs wieder aufgenommen. Es wird darin u. a. empfohlen: ein= dringliche Belehrung, insbesondere der jüngeren Schichten und ber weiblichen Arbeiterbevölkerung. Verbot oder Einschränkung des Genusses alkoholischer Getränke während der Arbeitszeit, Bereitstellung von Trinkwasser usw. Die Berufsgenossenschaften und Versicherungsanstalten sollen über ihre Schritte und Absichten bis zum 15. Januar 1907 berichten und die Frage in ihre Geschäfts- und Verwaltungsberichte aufnehmen. Rufeland. ** Es gärt an allen Enden und Ecken. Zu den Attentaten und Mordversuchen kommen jetzt schwere Streik. unruhen im Petroleumgebiet. In Batu bohrten die Ausständigen die Erdölleitung nach Batum an und setzten das ausfließende Petroleum in Brand. Die flüssige Feuermasse verbreitete sich mit ungeheurer Schnelligkeit über die Brücke an dem Bahnhof von Balatschari die völlig herunterbrannte, ehe das zur Bekämpfung des Feuers entsandte Militär zur Stelle war. Viele der Streifenden find erschossen worden. ** Ein eigenartiger Beweis für das Eindringen der Revolution in Beamtenfreise ist in Odessa entdeckt roorden. Bei der dortigen Bauernbank wurde ein Kassenmanto von 30 000 Rubeln festgestellt. Auf Verfügung des Gouverneurs wurden die Beamten der Bank in Untersuchung gezogen, und es stellte sich heraus, daß einige von ihnen der revolutionären Organisation angehörten, für deren Zwecke große Summen verausgabt wurden. Ein Buchhalter und fünf Beamte wurden infolgedessen verhaftet. ** Räubereien und Ueberfälle find alltäglich im Lande geworden. In Essentuki bei Piatigorst wurden in einem vollbesetzten Personenwagen ein Bahnfassierer und ein ihn begleitender Gendarm schwer verwundet. Die Täter raubten 17 000 Rubel, sprangen aus dem Zuge und verschwanden im Walde. In Kineschma bei Kostroma wurden dem Kassierer der Fabrik Bahatin 28 000 Rubel, in Jwanow- Wosnessenst dem Kassierer der Fabrik Janjunensti 30 000 Rubel geraubt; die Räuber entfamen. In der Nacht wurde das Stations. gebäude in Otwozt bei Warschau durch bewaffnete Räuber überfallen. Ein Lokomotivführer wurde getötet; es gelang, mehrere der Räuber zu verhaften. Für die Sicherheit find diese Vorfälle bezeichnend genug. Balkanftaaten. ** Eine alarmierende Nachricht kommt aus Konstantinopel Danach hätte Griechenland beschlossen, als Antwort auf die Feindseligkeiten in Bulgarien Gewalttaten gegen bulgarische Schiffe zu verüben. Infolgedessen sei ein bulgarisches Kauffahrteischiff, welches im Piräus landen wollte, in griechischen Gewässern von drei griechischen Torpedobooten aufgefordert worden, umzukehren und den Piräus nicht anzulaufen. Das Schiff fonnte mit Unterstützung der Behörden in der offenen See seine Passagiere ausschiffen. Wie lange die Großmächte nich mohl diese Gewalttaten ansehen werden? ** Nun hat sich Bu'zarien mit Rußland auch überworfen, vorläufig allerdings nur diplomatisch. In einem Sofioter Blar: war ein feindseliger Artikel gegen Rußlands Vertreter in Bulgarien erschienen, der auf Veröffentlichung privater Briefe beruhte. Da Bulg en die von Rußland über diese Indiskretion verlangte Aufklärung nicht gegeben hat, so find die politischen Brücken zwischen beiden Staaten abgebrochen worden. Vermutlich wird aber Bulgarien bald bei Väterchen Zar Abbitte leisten! Auch gegen die Türkei führen die Blätter in Sofia eine heftige Sprache. Die bulgarische Regierung scheint nach den Lorbeeren eines Präfidenten Castro lüstern zu sein. Der diplomatische Agent Bulgariens in Konstantinovel, Natschowitsch, hat seine Entlassung gegeben und erhalten. Amerika. ** Der panamerikanische Kongreß wird auf Antrag dea brasilianischen Delegierten gegen die hohen Kaffeezölle Europas Stellung nehmen. Es ist angeregt worden, daß alle fünfzehn taffeeproduzierenden Staaten Panamerikas innerhalb sechs Monaten zu einer Konferenz zusammentreten sollen, um ein Abkommen zu treffen, die Einfuhrwaren aller Länder proportionell zu dem betreffenden Kaffeeeinfuhrzoll zu besteuern. Alien. ** Eine starke Erregung der Eingeborenen macht sich im Indischen Gebiet nördlich Kalkuttas bemerkbar, nachdem sich das Gerücht verbreitet hatte, daß eingeborene junge Leute mit List zum Eintritt in das englische Heer gepreßt werden sollten. An verschiedenen Orten fam es infolgedessen zu Rundgebungen und Feindseligkeiten gegen Europäer. Afrika. ** Der französisch- türkische Konflikt in Tripolis fann als erledigt angesehen werden. Es heißt, die Pforte habe den Befehl erteilt, daß die türkischen Truppen, falls fie die Dase bereits besetzt hätten, dieselbe verlassen, falls sie sich noch aus bem Marsche dorthin befänden, nach der nächsten tripolitanischen Stadt zurückkehren sollten. Die Pforte habe gleichzeitig den Wunsch ausgedrückt, mit Frankreich noch weiter über die Brenzverhältnisse in Tripolis zu verhandeln. Der Sultan hat also wieder nachgegeben. Etwas anderes hätte wohl auch niemand erwartet. ** Die internationale Mission Spaniens in Marokko wird nach Mitteilungen italienischer Blätter darin bestehen, daß Spanien zwei große Zeitungen in arabischer Schrift zur Verbreitung europäischer Bildung in Maroffo gründen werde, and ferner verschiedene Arten von Schulen dort einzurichten gewillt sei, die teils spanische, teils arabische Lehrer erhalten sollen. Die spanische Regierung werde außerdem für den Bau von Moscheen und Klöstern sorgen und kolonisierende Mönche entsenden. Die Hafenstädte Melilla und Ceuta sollen in Handelshäfen umgewandelt werden. * Dof und Gefellschaft. Die Kaiserin wird voraussichtlich heute von Wilhelmshöhe nach dem Neuen Palais in Potsdam zurücktehren. * Das Kaiserpaar wird am 19. September an ber Laufe des Erbprinzen von Sachsen- Koburg und Gotha teilnehmen. Der Reiser wird bei seiner Ankunft mit großen militärischen Ehren empfangen werden. * ** Prinzessin Pauline zur Lippe ist gestern im Stift Rappel gestorben. Mit dem Tode der Prinzessin ist bie ältere früher regierende Linie des fürstlich Lippeschen pauses erloschen. *** Der französische Minister des Innern Elemenceau wird von Karlsbad aus, wo er am 26. August eine Kur beschließt, über Dresden nach Berlin fich begeben und dann über Köln nach Paris zurückreisen. Soziales Leben. × Streit im Stettiner Hafen. Die Mitglieder des Hafenarbeiter- Verbandes sind gestern früh in Stärke von etwa 1100 Mann in den Ausstand getreten. Da nach dem Scheitern der Lohntarifverhandlungen zwischen dem Hafenarbeiterverband und dem Schuhverband der Reedereien der Streit vorauszusehen war, hatten die Reedereien bereits Vorkehrungen getroffen, sodaß das Löschen und Laden der Schiffe ohne Störung vor sich ging. Die zu entladenden Schiffe werden so weit als möglich in den Freihafen- Bezirk gebracht, wo sie von den eigenen Leuten der Schiffe und einer Anzahl bereits in den letzten Tagen angeworbener Arbeiter weiter entladen werden. × Der deutsche Genossenschaftstag, der gegenwärtig in Kassel tagt, hat sich in eingehender Weise mit dem Genossenschaftsgesez beschäftigt, besonders mit den praktischen Erfahrungen, die mit den Handwerkergenossenschaften gemacht worden sind. Die Reform des Wechselprotestes, die im Regierungsentwurf vorliegt, erachtet der Verband als ausreichend. Bei der Frage der Baugenossenschaften werden Maßregeln gegen die spekulative Verwertung von Erwerbshäusern angeregt. faß Allendorf im Sattel und starrte dem Manne nach, der Sprachlos vor Erstaunen, mit bleichen, verzerrten Zügen, Pferde, gab er dieſem die Sporen und sprengte davon. feinen Diener und einem aufmunternden Schnalzen zu seinem baß diefer anwesend war. Mit einem freundlichen Wort an fich nicht nach Allendorf um, fchten überhaupt nicht zu wissen, Mein lieber Gottlieb! freundlich gefinnt ift. enn olfgang non mendorf aga eina Wagen vergegenwärtige, kann ich nicht zweifeln, daß fie mir Und, lieber Freund, wenn ich mir ihre Blicke und Worte im von ganzem Herzen und mit der ganzen Kraft meiner Seele. recht hast, und ich gestehe dir offen, ich liebe das Mädchen Ich glaube wirklich, daß bu mit threm Kommen geheimen Gehilfen im sie dann her, so haben gung führung Föniglichen Schloß haben. sie die nötigen Erfundiainen hinf unferer fünf fein?" fragte der Soft des letzten Schlages bestimmen können. und wir werden die Stunde für Alles steht gut." schon eingezogen Jedes schaft machte, tädchen dann wurde mir auswich, oder wenn ich mal eine mur Freundschaft schließlich tamen die Frauen und machten mich zu au uni ihrem Ber Ther do tom s trauten; einen älteren, erfahrenen Freund saben sie in mir, aber feinen Liebhaber. oinmal der Sonnenstrah × Arbeitsnachweiskonferenz. Der Verein deutscher Arbeitgeberverbände erläßt eine Einladung zu einer in Eisenach am 24. August d. J. stattfindenden Arbeitsnachweisfonferenz. Die Tagesordnung umfaßt folgende Referate: Arbeitsnachweise, Gesellschaften zur Entschädigung bei Arbeitseinstellungen, Aussperrungstaftit, Koalition. × Aussperrung im Bürsten und Pinsel- Gewerbe. Der Arbeitgeberverband der Bürsten- und Pinsel- Fabrikation in Schönheide im Vogtlande beschloß, allen organisierten Arbeitern und Arbeiterinnen der Fabriken in Rothenkirchen, Slügengrün und Bärenwalde zu fündigen, wenn die Arbeit in den Schönheider Fabriken nicht bis zum 12. September wieder aufgenommen würde. Bruder Jonathan auf Cuba. Es gewinnt immer mehr den Anschein, daß die Vereinigten Staaten von Amerika die gegenwärtige Revolution auf Cuba nicht ungern sehen, ja vielleicht sogar die Finger an der Drähten haben, an denen die Puppen dort tanzen. Ein Gerücht will wissen, daß der Staatssekretär Root bei seiner Abfahrt in Bahia Blanca in Gegenwart des argentinischen Ministers des Aeußern erklärt habe, die Vereinigten Staaten seien entschlossen, Cuba zu annektieren, falls ein solches Gesuch an die Unionsregierung gerichtet würde. Zwar dementiert man in Washington eifrig jede Absicht einer Intervention der Union und behauptet, daß die cubanische Regierung allein mit dem ,, Aufständchen" fertig werden würde, aber Dementis pflegen in der Diplomatie Amerikas ebenso wenig Glauben zu verdienen, als anderswo, und außerdem fieht es nicht so aus, als ob General Nunez ohne Onfel Jonathans Hilfe durchkommen würde. berDie Verhältnisse werden unterdessen mit jedem Tage un ficherer. Der Staatssekretär D'Farril y Chappotin sowie der Minister des Innern sind von ihren Posten zurückgetreten. Der Aufstand macht reißende Fortschritte. An schiedenen Stellen der Insel haben die Insurgenten Erfolge errungen; sie nahmen San Juan, und starke Truppenmassen der Aufständigen bedrohen Pinar del Rio. Die Regierung mobilisiert die Milizen und stellt alle waffenfähigen Leute, sogar Knaben von 15 Jahren ein. Selbst bis in die Nähe bon Havanna wagen sich die Rebellen, und bereits sind Aufständige in den Vororten der Hauptstadt gesehen worden. Die Verbindungen zwischen Havanna und den Provinzen Santa Clara und Cardenas sind unterbrochen. Nach der Einnahme von San Juan, der Endstation der kubanischen Westbahn, sandte der Rebellenführer eine Botschaft an den Oberleiter der Bahn: Ich bin im Besitz Ihrer Station; wenn Sie Truppen auf der Bahn befördern, sprenge ich Stationen und Brücken in die Luft." Ein Zug mit Regierungstruppen ist von Havanna nach Pinar del Rio abge: fahren. Allerdings haben die Rebellen an anderer Stelle eine empfindliche Niederlage erlitten. Das Lager ihres Führers General Bandera wurde überrumpelt, wobei dieser und zwei Offiziere fielen, während die übrigen Mannschaften entflohen. Natürlich werden sie sich inzwischen schon an einem sicheren Drte unter Führung eines anderen Generals" gesammelt haben und der Regierung neuerdings zu schaffen machen. Selbst die Presse Cubas glaubt nicht an eine schnelle Unterwerfung der Aufständischen und fordert die Errichtung einer Diktatur. Der Diktator aber wird, wenn er kommt, wohl Bruder Jonathan heißen. Der Yankee hat eine große Tasche und Cuba hätte wohl noch Play darin! " 1 Nab und fern. † Im Eisenbahnzuge beraubt wurde auf der Fahrt von Berlin nach Stettin der Gastwirt Boellert aus Berlin. B. hatte furz vor seiner Abreise in Berlin zwei gutgekleidete Männer kennen gelernt, die ihm erzählten sie hätten dasselbe Reiseziel. Auf der Fahrt fiel Boellert in einen tiefen Schlaf. Als er erwachte waren seine beiden neuen Bekannten und mit ihnen seine Taschenuhr und eine Handtasche mit 280 Mt. berschwunden. Es wird angenommen, daß Boellert durch sog. Morphiumzigaretten eingeschläfert und dann beraubi wurde. Nach den beiden Tätern wird eifrig gefahndet. † Räubertomantik in Ostpreußen. In das katholische Pfarrhaus in Insterburg drangen nachts in Abwesenheit des Pfarrers drei nastierte Männer ein. Die Haushälterin wurde gefnebelt, an das Treppengeländer gebunden, ihrer Börse beraubt und mit einem Rasiermesser erheblich an den Händen, am Gesicht und Oberkörper verlegt. In der Pfarrwohnung wurden die Behälter durchwühlt, geraubt aber anscheinend nichts. In dem Hause war bereits vor kurzem ein Einbruch versucht worden. Die Täter sind noch nicht er. mittelt. = † Panit in einem Kinematograph Theater. In der Sommerfrische Kostenblut bei Tepliz fing in einem Kinematograph Theater das Kleid des den Apparat bedienenden Mädchens Feuer. Es entstand eine wilde Panik; in dem Gedränge eclitten fast sämtliche Besucher, ungefähr 150 Personen, leichtere oder schwerere Verletzungen. † Vom Erdbeben. In Santiago de Chile ereigneten fich Donnerstag und Freitag wiederholt neue Erdstöße. In Valparaiso hat man energische Maßregeln ergriffen, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. 150 Personen, die bei Räubereien betroffen wurden, sind erschossen worden. Ueber 1500 Leichen beim Erdbeben zu Tode gekommener Personen wurden beerdigt und noch immer werden Tote geborgen. Eine Epidemie erscheint nahezu unausbleiblich. Die Straßenbahngesellschaft hat einen Materialschaden von über 300 000 Mark erlitten. Die Erdbeben- Epoche der letzten Jahre soll übrigens noch nicht abgeschlossen sein, wenn man dem Meteorologen Wragge in Sidney glauben darf. Er prophezeit große Erdbeben für die Länder nördlich vom Aequator für das laufende und das kommende Jahr. Hoffentlich irrt er sich. - † Unterschlagungen einer Bürgermeisterin. In Groß biberau bei Darmstadt wurde die Frau des verstorbenen Bürgermeisters und Sparkassenrechners Merz verhaftet, ala fie eine leine Reise" nach Amerika antreten wollte. Frau Merz hatte die Geschäfte der Sparkasse selbständig geführt. Vor einiger Zeit waren bei der Prüfung durch die Ober rechnungskammer eine Reihe von Unregelmäßigkeiten fest gestellt worden. † Blutiges Kirchweihfest. Bei der Kirchweihe in Schnappach bei St. Inabert fam es zu einer Schlägerei, bei ber Messer und Revolver eine Rolle spielten, und die schließlich in einen Straßenkampf ausartete. Mehrere Personen wurden verletzt, vier davon schwer, einer ist seinen Wunden bereits erlegen. † Grenzzwischenfälle. Beim österreichisch- ungarischen Brenzübergang Moczki wurden die dort postierten Grenzjoldaten nachts durch falsche Signalschüsse in einen Hinterhalt gelockt. Der Wachtfapitän wurde erschossen, die Soldaten ber Waffen beraubt und gefesselt. Währenddem passierten etwa 12 Mann, vermutlich mit Waffen und Munition, unbehelligt die Grenze. Die zwischen Libau und Polangen berkehrende russische Post, wurde, als sie einen Wald passierte, von sechs bis sieben jungen Leuten überfallen. Dem Postillon gelang es, mit der Post zu entkommen, obgleich er durch mehrere Schüsse verlegt wurde. Bunte Tages- Chronik. Krenznach), 23. August. Eine Falschmünzerbande hat auf dem Jahrmarkt eine Menge falscher Zweimarkstücke mit dem Bildnisse des bayerischen Königs ausgegeben. Einer der Betrüger ist verhaftet worden. Werdau, 24. August. Zwei an der Hochspannungsleitung Krimmitschau- Werdau beschäftigte Arbeiter kamen dem Drahi zu nahe und wurden sofort vom Strome getötet. Neustadt( Holst.), 24. Auguſt. Im Ostseebade Grömit berstarb der Major a. D. Drigalski während des Badens in folge Herzschlages. - ,, Die Jnfel der Heiligen." - Leben und Sitten im heutigen Jrland. Erdbeben. Der entrüstete Fischer.- Home rule. Fort mit Eng and. Nationalfehler. Arbeit ein notwendiges Uebel. De Rutscher spielt Murmel. Unter zerrissenen Strohdächern. .Gi'me a penny." - - - Belfast, im August. Die Zeit der Erdbeben- Katastrophen ist auch an unserer grünen Insel nicht spurlos vorbeigegangen. Kleinere Be wegungen der Mutter Erde wurden nicht sonderlich beobachtet, bis ein ziemlich heftiger Stoß in dieser Woche die Gemüter in Schrecken setzte. Glücklicherweise scheinen größere Schäden bis auf eine Panit in einem der betroffenen Dörfer, bei der einige Personen verlegt wurden, nicht entstanden zu sein. Aber der Jrländer ist keine topf: hängerische Natur, der Schrecken ist bald vergessen und das Leben geht seinen gewohnten Gang. In alten, längst vergangenen Tagen muß Jrland mil wahrhaft guten, heiligen Männern gesegnet gewesen sein, denn Der Name dieses Eilandes lautete damals„ Isle of saints" b. i. Insel der Heiligen". Ob man der anmutigen Insel tuch noch heutigen Tages das Recht einräumen dürfte, diesen Titel für sich in Anspruch zu nehmen, ist eine Frage, die mir neulich den ganzen ehrlichen Zorn eines einfachen Fischernannes eingetragen hat, als ich ihm offen mit einem festen , No!" antwortete. Er war erst wieder etwas beruhigt, als ch ähnliches wie später vielleicht" murmelte. Ja, später," tieß er tief aufatmend hervor, später, wenn wir wieder ganz risch sind, frei von der englischen Herrschaft." Charakteristisch für den Irländer ist, daß er den Eng länder durchaus nicht liebt, sondern ihn verachtet, ihn stolz und eingebildet schimpft und seine Sitten und Gebräuche perspottet und verlacht. Die Meisten träumen immer noch Don einer Home rule", d. i. vollständige Unabhängigkeit von England und eigene Regierung und Parlament. Das m Herzen ängstlich Gehoffte ist, zurückkehren zu können, zu ben alten, irischen Gebräuchen, zur eigenen alten irischen Sprache. Weg mit der englischen Sprache in Irland! Und nit Sorge predigen die Alten den Jungen, daß das Land, bas die Sitten eines anderen annimmt, rettungslos verloren st, und traurig müssen sie von Tag zu Tag sehen, daß der Frländer anstatt fein Frisch" zu fultivieren, immer mehr ind mehr dem englischen Akzent als sichere Beute anheim ällt. Sie wollen nicht schwache Nachahmer der Briten sein, ondern sehnen mit aller Kraft den Tag herbei, an dem sie, vie man mir stolz versicherte, ihren Plaz wieder als selb₁ tändige Nation unter den freien und unabhängigen Völkern der Welt einnehmen werden. Irland hat noch ein Wort in der Weltgeschichte mitzureden" so begeistert nationale Literatur Die atemlose Leserschar.„ Aber die erste Bedingung dafür ist, Jaß Irland wieder ganz irisch wird, abschüttelt die eng ischen Gebräuche, die englische Sprache ignoriert und, daß eder seine eigene Muttersprache lernt und spricht." Würde Dieser Wunsch, frei von England zu sein, je in Erfüllung tehen, so wäre damit Irlands Schicksal erfüllt, da es meiner Ansicht nach, durchaus nicht die Fähigkeit besitzt, sich selbst zu egieren, Der Nationalfehler ist, daß Spiel und Sport zur Zeit jas Universalgeschäft des Irländers ist. Arbeit ist etwas Rästiges, ist ein notwendiges Uebel, das in aller Eile so gut vie möglich erledigt werden muß, damit man sich mit vollem Ernst und Eifer dem einzig richtigen Geschäft des Lebens jingeben fann: Bridge und Whist zu spielen, Golf, Fußball, Cricket und viele, viele andere Spiele. Ein überaus beliebtes Bolksspiel für Männer ist das Murmelspiel, dem sie in ihrer reien Zeit oft auf der Straße fröhnen. Braucht man eine Droschke und ist der Kutscher nicht zur Stelle, so fann man icher sein ihn in der Nähe beim Murmelspiel mit seinen Kameraden zu finden. Betrachten wir den Westen Jrlands, so lernen wir die ärmste ind unterste Klasse der Bevölkerung fennen, denen die Armut ind das Elend, in dem sie leben, selbst zuzuschreiben ist. Die Menschen sind von einer unglaublichen Faulheit, Bequemlichkeit ind Sorglosigkeit. Wo sind hier Häuser? Wo ist Arbeit? Wo st Leben? Nichts, nichts von menschenwürdiger Eristenz zu nerken. Hier und da isoliert steht eine Hütte, zwei oder drei oder vier, selten mehr, zu wenig ein Dorf zu bilden. Mit hrem zerwehten Strohdach, ihren niedrigen, kleinen Fenstern, jölzernen Türen, gewähren diese Bauten einen seltsam nelancholischen Anblick. Nirgends ein Garten. Kein Mensch jat viel zu arbeiten. Da stehen die Leute an die Häuser jelehnt auf der Straße, die Männer mit furzen Pfeifen im Munde, die immer mit Tabat gefüllt sind und alt werden am Tage. Sie sprechen wenig. Die Frauen mit nackten Füßen und schmußigem Rod, mit einem Imschlagetuch über Rücken, Brust und Kopf geschlagen, ein Find auf dem Arm, lungern schwazend umher. Die Knaben ind Mädchen, die bereits laufen können, beobachten die fremden Borübergehenden, um sie mit ihrem ewigen:" Gi'me a penny i'me a penny"( geben Sie mir 10 Pfennig) anzubetteln. Wenn der Acker genug Kraut und Kartoffeln liefert, so fragt nan nach nichts weiter und ist zufrieden in allem Schmuz ind aller Armut. M. Richter. nie 47. Allgemeiner Genossenschaftstag. Das Großh. S beiten, fordert b rauten auf, den neu tigieben entg ders das Werfen to mobilen, ein Unf ter angeboren. or. Rassel, 23. Auguft 1906, Separatverhandlung der Baugenoffen schaften. rat Reisewig namens der königlichen Eisenbahndirektion, wenn auch die A Das Grap laates in Oberh atlichen Betriebe entralmalainenanlage Babes durch zwei ungen, eine neue ten und faufte in ter an der Bingm Bobrverfade bald ngen den Bedarf be Gloß die Regierung 29 Ortschaften de Die Verhandlung, der u a. der Geh. Regierungs Kassel beiwohnte, wurde nachmittags 214 Uhr von den Vorsitzenden, Landrat Berthold Blumenthal mit Worter herzlicher Begrüßung eröffnet. Der Vorsigende betont daß von der Leitung des Allgemeinen und des Unter verbandes stets dringend auf Beachtung dec Grunt säße: Vorsicht, strenges Maßhalten, äußerste Gewissen haftigkeit und Redlichkeit in der Geschäftsführung ge drungen worden ist. Die Baugenossenschaft ist ni Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck, sie dar nicht als Sport betrieben werden, deshalb ist vor de Gründung ganz besonders die Bedürfnisfrage zu ent scheiden und zwar mit außerordentlich großer Vorsicht Der Vorsitzende konstatiert, daß es in den 10 Jahren leider sei aber eine Hoffnung nicht erfüllt worden, haben fich zahlre der Tätigkeit des Unterverbandes besser geworden sei Friedberg, Affen Iuämlich auf die Einigung der verschiedenen Bau Bad Nauheim- Stadt, genossenschaftsverbände. Landesrat Dr. Schröder- Kassel heißt als Vertreter der hessischen Landesversicherungsanstalt die Ab geordneten der Baugenossenschaften im Namen seiner Anstalt herzlich willkommen, die an der Entwicklung der Baugenossenschaften lebhaften Anteil nehme. G tiges, Schwalbeim inte Dullgebiet ar fen Brunnen gefa betes Trintwaff Terrain oberhalb der Lauft. Allentpalben f erläutert sodann das Verhältnis der Landesversicherungsgiebige Quellen hero anstalt zu den Baugenossenschaften und Darlehnstassen der Provinz Hessen. Assessor Donath- Berlin begründet sodann den An trag des Anwalts: Den Baugenossenschaften wird empfohlen, bei der Bilanzaufstellung fich eines( in dem Antrage ausführlich angegebenen) Schemas zu bedienen. Schluß der Verhandlungen 6 Uhr. Kassel, 24. August. berftellung langer Rie ebigkeit diefer Quelle Peter, fodaß das ganze Waffer liefern Peter a nur ein Drittel dom ter langen bergeben und foll n den Staatlichen Betz Goloftein bei Bat 35 000 Rt. beranj lage Bad und zwar für 8 alb des Dorfes Oppermanne Lauter, Rödg Zu Beginn der heutigen 5. Hauptversam mlnng, betragen 186 die Kgl. Nat Pröbst München leitet, erstattet Bebefizern zu gewä bands direktor Oppermann- Magdeburg Bericht über die be ganze Anlage Prüfung der Jahresrechnung des Allgemeinen Veratürlichem Gejal bandes, die keine Veranlassung zu Beandstandungen das Bier an bot. Im Verfolg des Berichtes wird die Rechnung an erkannt und der Antrag auf Entlastung ohne Debatte einstimmig genehmigt. Sodann berichtet Oppermann über den Voranschlag 1906/7 und erläutert die einzelnen Posten, worauf der Voranschlag ebenfalls einstimmige Annahme fand. Im Anschluß hieran wird die vom Referenten empfohlene Ermäßigung der Beiträge für Baugenossenschaften auf 1½ Proz. des Reingewinnes bei einem Minimalbeitrag von 10 Mt. vorläufig auf ein Jahr beschlossen. Der letzte Punkt der Tagesordnung betrifft den Antrag des Gesamtausschusses: Die durch§ 53 und 55 des Genossenschaftsgesetzes borgeschriebene„ Verbandsrevision" hat lediglich den ein besonderes Saheiden hat der S 10 Morgen angefan im Betrieb sein. Wafferwert wi erftatters nicht ein erstatters nicht ein dabei betroffen. Der grollen feine Mitbürger, en wollen, schreibt barf in der beffi der von der E Zweck, die Organe der Genossenschaft in der Vervoll, der von der„ E ande" handelt, met fommung der geschäftlichen Einrichtungen und der Be seitigung von Mißständen zu unterstüßen. Die E lein hohes, aber füllung der Aufgabe fann nicht gesichert werden durfingen, wie Einführung von Zwangsmaßregeln in die Organisation, sondern nur durch Hebung des Verständnisses der Organe der Genossenschaft für die Zwecke der Revision. Nach einem Schlußworte des Berichterstatters, in der er vor einer Ueberschäzung der Verbandsrevision gen rafend machen zu fingen, wie igen Verhältniffe, eine rückständige, ene Mehrheit in wiederwahl drohte, ube anfaffen foll warnt, wird der Antrag des Gesamtausschusses, gegeer Mensch nicht zu 2 Stimmen angenommen und hierauf um 1214 Uhr der Allgemeine Genossenschaftstag mit herzlichen Dankesworten seitens des Vorsitzenden Pröbst- München an die erschienenen Bertreter, denen Kurz- Stettin Dantes worte an den Vorsitzenden und den Anwalt hinzu fügte, geschlossen. Lokales. als sicher vorauszu ge der Bürgermeister wird. Dies Liet ftets das Damofle Mehrheit, der Ma nder Goethe fagt: Majorität, benn fie bef Schelmen, die fich assimilteren aus de deften zu wiffen, w *** Der Ludwigstag. Mitten in vollem Erntetreiben steigt der Ludwigstag zur Erde hernieder. Ringsum fährt man den schweren Segen der Felder ein und auf der dieser diretten A. Gießener 11. Cap Werkstätten und Fabriken drehen sich Tausend und Abates finden guten tausend Räder und dröhnen Tausend und Abertausend ein bierfigiger Hämmer zum gewaltigen Lebensschlage zusammen. Enar, nebft ferd paar Tafte lang pausiert das hessische Volt heute aber uid ten mit Blushgar und vernidelten schickt einen heißen Segenswunsch für seinen geliebten Landel mit Autfchierbo bater nach oben, der sein Namensfest begeht. An der Seite metgeschirr, sowie des Kaisers blickt der Großherzog heute auf die Blüte ub Maschinen, agr Hoffaung Heffens herab, im freudigen Stolze gleitet da Auge Ernst Ludwigs über seine Regimenter, die in Mainz in Parade ver ihm stehen. Großherzog Ernst Ludwig e sehnt feinen friegerischen Lorbeer, er ist ein Fürst des Frieden, den er mit starker Hand schüßt und daher wallt es bein Anblick seines bewaffneten Voltes freudig in ihm auf. Wünschen und hoffen wir, daß die Friedenszeit noch redt lange anhält, damit die großen Kulturaufgaben, die unfr Großherzog als warmer Menschenfreund so rastlos fördert, immer mehr sich erfüllen. Das ist der beste Wunsch am heurigen Ludwigstag. * An Stelle des verstorbenen Kreisveterinärarztes Dr. Schmidt wurde Dr. Knell in Gau- Algesheim zum Kreisveterinärarzt des Kreises Gießen ernannt. Die Oberärzte der Reserve Dr. Büchner und Dr. Rißner in Gießen wurden zu Stabsärzten des B urlaustenstandes befördert. 8.brauchsgegenstän Biebung findet au Turnhalle der S Rofe ift dem Staufa gen rtragen. Lahnkallk August Ga Kalkwerke: einate Bau- un Prima Hartbr NAUMA mit dem fchatista 3. Auguft 190 Baugenofchieden entgegenzutreten. Beb. Regieru fenbahndire 24 Uhr bon thal mit Wo Das Großh. Minifterium, Abteilung für Schulangenheiten, fordert die mit der Erziehung der Jugend Bauten auf, den neuesten Auswüchsen oer Jugend Gemeint ist be= urders das Werfen mit Stinen nach Eisenbahnzügen und mobilen, ein Unfug, der in neuester Beit sehr überhand t, wenn auch die Täter nicht immer dem jugendlichen Mer angehören. A Das Gruppenwasserwert des hessischen auf Freisprechung. Da in der Berufungsverhandlung nicht feftftand, ob die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Be rufung rechtzeitig erfolgt ist, trat, zwicks Feststellung dieses, Vrtagung ein. Manöverbriefe. Mit Rücksicht auf den häufigen Wechsel der Kantonements Quartiere empfiehlt es sich, der genauen Adress: des Empfängers( Regiment, Bataillor, Kompagnie, Schwadron oder Batterie) nur den Namen des fändigen Garnisonortes beizufügen. Die Weiterbeförderung der Briefe erfolgt dann sicher und schnell vom Garnison. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. orte aus nach dem jeweiligen Aufenthaltsort der betreffenden Truppen. * Der hessische Landwirtschaftsrat gibt beGeborene. Sorsigende baates in Oberhessea. Infolge der neuen ausgedehten fannt, daß in diesem Herbst erheblich größere Nachfrage nach Arthur Rayfowsti ein Sohn, Kuct Werner; 15. Kunst- und ung dec Gutralmaschinenanlage, Dampfwäscherei und der Vergrößerung erfreulicherweise zu bemerken, daß lokale Vereine und Ge und des Utlichen Betriebe in Bad Nauheim, wie Fernheizwerk Saatgut aus den Saatbaustellen besteht. Insbesondere ist ußerste Gem Bades durch zwei neue Badehäuser, war der Staat ge- nossenschaften für eine größere Anzahl ihrer Mitglieder Tochter, Erna Helene; Bureaugehilfen Ludwig Volpert ein enfchaft ift ungen, eine neue Wasserleitung für Bad Nauheim zu erten und faufte in dem Tale der Lauter östlich des Dorfes Da nun aber einen Versuch mit Einführung der bewährtesten reinen Wintergetreidesorten an Stelle der bisher gebauten, durch Kreuzung und Entartung unrein und allmählig weniger erhalb ist vor Bohrversuche bald zeigten, daß die vorhandenen Wasser- tragreich gewordenen Sorten machen wollen. * Wetzlar, 24. Auguft. Wie der„ Weßl. Anz." von zuverlässiger Seite hört, dürfte die Wertzu wachssteuer auch in unserer Stadt zur Einführung gelangen. Ein ent 3wed, fie ter an der Bingmühle ein Duelgebiet. nisfcage zungen den Bedarf des Staates erheblich überschritten, so großer Bordalo die Regierung, ein großes Gruppenwasserwert für den 10 29 Ortschaften der oberen und mitleren Wetterau bis erfüllt worhaben sich zahlreiche Orte angeschlossen, z. B. Friedberg, Kommission gefunden. schiedenen Rauheim- Stadt, Melbach, Lauter, Münster, Dornheim, Motyges, Schwalheim, Södel, Berstadt u. a. Das oben erist als Vert minte Qullgebiet an der Bingmühle ist in einem 10 Meter stalt die fen Brunnen gefaßt und liefert fast 6000 Stubitmeter n Namen eftes Trinkwass r. Der Staat hat dazu noch ein größeres der Entwidi Terrain oberhalb der Tröllermühle für ca. 20 000 t. geteil nehme. auft. Allenthalben sieht man hier in oem Wiesental sehr desversicherung giebige Duellen hervorbrechen, an deren Fassung jezt durch Die Er Darlehnat ftellung langet Rieseltanäle gearbeitet wird. bigkeit diefer Quelle schäßt man auf ca. 4-5 000 Rubitsodann den ter, sodaß das ganze Werf täglich ca. 10-11 000 Kubit fenschaften ter Wasser liefern wird, wovon Bad und Stadt Nauheim twa nur ein Drittel brauchen. Die Rohrlegung auf der eines( in dom ter langen Strecke von Lauter nach Bad Nauheim d to mas zu bedien bergeben und soll noch dies Jahr vollendet worden. Der it den staatlichen Betrieb erforderliche Hochbehälter soll auf wen Goldstein bei Bad Nauheim errichtet werden, er ist zu 1, 24. Augut 35 000 t. veranschlagt. Die Gesamtkosten der großen uptversam milage betragen 1867 000 Mt. einschließlich der den t, erstattet Rühlembefizern zu gewährenden angemessenen Entschädigungen. Bericht über die ganze Anlage ohne jeglichen Maschinenbetrieb nur gemeinen natürlichem Gefäll erbaut wird, so ist der Staat in der Beandstandunge, das Wasser an die Orte für einen sehr niedrigen die Rechnung Bus und zwar für 8 Pig. pro Rubikmeter abzugeben. g ohne Debaberhalb des Dorfes Lauter wird für die höchstgelegenen htet Oppermate, pie Lauter, Rödges, Nonnenreth, Ober- Bessingen und tert die einzeln after ein besonderes Reservoir angelegt. In der Nähe alls einstimmion Imheiden hat der Staat ein weiteres Quellgebiet von wird die bo 10 orgen angekauft zwecks späterer Husnüßung. Das Cauterer Wasserwert wird bis zum Frühjahr zum größten Tal im Betrieb sein.( Sollte diese legte Angabe unseres Baichterstatters nicht ein Irrtum sein? D. R.) Etwa 5 Muglen t. borläufig den dabei betroffen. ung betrifft de Der grollende Baldr. Voll heftigen Ingrimms der Beiträge 23 Reingewinn egen seine Mitbürger, die ton nicht mehr zum Bürgermeister wahlen wollen, schreibt der Landtagsabgeordnete Köhler ffenschaftsgeles Bangsborf in der hessischen Beamtenzeitung. In diesem hat lediglich tel, der von der„ Stellung des Bürgermeisters in seiner in der Verbomeinde" handelt, meint Köhler: Ich selbst weiß ein Lied, gen und der S war tein hohes, aber ein solches, das Steine erweichen, tügen. Die enschen rasend machen fann, aus meiner amtszeit von 9 ert werden duraren zu singen, wie ich angefendet wurde wegen all der die Organisatie hzeitigen Verhältnisse, die to herzustellen bestrebt war, erständnisses en eine rückständige, störrische und in Haß und Rachsucht Decke der Revisi abiffene Mehrheit in meiner Gemeinde, die mir stets mit richterstatters, twiederwahl drohte, die ich aber dennoch stets mit GlaceVerbandsreb fchuhe anfassen sollte, was ich selbstverständlich als ausschusses gender Mensch nicht zu tun vermochte: Und darum ist es uf um 12% fat als sicher vorauszusehen, daß man am 25. Auguft( am mit herzlige der Bürgermeisterwahl) mir den Stuhl vor die Türe Probst- Münd en wird. Dies Lied witß ich zu singen, als einer, über -Stettin Dan stets das Damoklesschwert hängt der Wolfsabstimmung, Anwalt hier Wehrheit, der Masse, die meistens feine Vernunft hat, Der Goethe sagt:" Nichts ist widerwärtiger als die Major ität, denn sie besteht aus wenigen fräftigen Vorgängern, Schelmen, die sich affommodieren aus Schwachen, die vollem Erntet assimilteren aus der Masse, die nachrollt, ohne nur im besten zu wissen, was sie will." Das alles sind Ausr. Kingsume dieser diretten Wahlen 2c.! hat bereits die Genehmigung der A Lich, 24. August. Die voriges Jahr hier für den Kreis Gießen neu errichtete Ackerbauschule erhält gegenwärtig einen Neubau, der jetzt im Rohbau fast vollendet ift; er steht in der Nähe der fürstlichen Obermühle. Am 6. September wird der 2. Unterrichtsfurfus anfangen. * Büdingen, 23. August. Ene bemerkenswerte Verfügung hat die Kreisschulkommission erlassen. Kinder, die zu Ostern 1907 die nötigen Schultenntnisse nicht aufweisen, sollen zu längerem Schulbesuch verpflichtet sein. * Aus dem Odenwald. Unfreiwillige Komit offenbart eine Friedhofsordnung, die gegenwärtig am Friedhoftore zu Groß- Bieberau zur Nachachtung der Bewohnerschaft prangt. Darin findet sich wörtlich der merkwürdige Passus:„ Kinder bürfen den Friedhof nur in der Bekleidung Erwachsener betreten." Man vergegenwärtige sich nun die Bübchen in Großvaters Kirchenrock, Männerhosen, abgeschabte Zylinder oder vormaligem, Dreimaster" und dem obligaten Familienregenschirm von riesigen Dimensionen und anderseits die kleinen Mädels in den Urgroßmutterhauben zc. bei einem Begräbnisse! Die Dctsbehörde hatte wohl keineswegs die Absicht, durch diese Anordnung zur Erheiterung der„ tieftrauernden Hinterbliebenen" beizutragen; es dürfte vielmehr die ausführende Künstlerhand mit der deutschen RechtSchreibung etwas auf dem Kriegsfuße leben. * Seligenstadt. 8um Mädchenmord. Jetzt will man in Rippenberg in Baden den Mörder der Elise Weih verhaftet haben. Es soll der Mann sein, der vor einiger Zeit in der Ammerschläger'schen Wirtschaft in Aschaffenburg eine Postkarte an das Amtsgericht in Seligenstadt schrieb. Nach vorgefundenen Legitimationspapieren heißt er Frizz Taud und ist aus Frankfurt. Auch die bei Wirt Spinnler gestohlene Dose mit dem Bildnis des Papstes wurde bei ihm gefunden. * Darmstadt, 24. Aug. Gefährliche Sträflinge. Vor der Straffammer standen heute vier jugendliche Gefangene, die am 22. Mai d. I. aus dem Arresthaus auszubrechen versuchten. Die Anklage lautet auf Mordversuch, Gefangenenbefreiung und Sachbeschädigung. Bei dem Ausbruchsversuch hat der 18jährige Taglöhner Johann Gotha aus Bierstadt den Oberaufseher Plaz durch Beilhiebe auf den Kopf verlegt, daß der Mann dauernd arbeitsunfähig und teilweise gelähmt ist. Gotha erhält 7 Jahre 4 Monate Gefängnis. Der mitangeklagte 17jährige Arbeiter Mar Koch erhält 3 Jahre 8 Monate, der 16jährige Spengler Friedrich Wißmann aus Bürgel 2 Jahre 7 Morate und der 18jahrige Bäckergeselle Franz Jahn aus Desterreich wegen Sadbishädiouna 3 Monate Gefängnis. Aus dem Gerichts[ aal. Straffammer. Gießen, 24. Auguft. Unter Ausschluß der Deffentlichkeit wurden der Schweizer Franz Sailer aus Saulgrub und der Gärtner Philipp Karl Martin von Stein Fischbach wegen widernatürlicher Unzucht zu je 2 Monaten Gefängnis verurteilt. M., der bei seiner Verhaftung und auch bei seiner Einlieferung in das Haftlokal einen falschen Namen angab, wodurch falsche Einträge in die Gefangenenbücher bewirkt wurden, erhielt außerdem wegen intellektueller Urkundenfälschung 2 Wochen A. Gießener Pferdemarkt- Lotterie. Die Gefängnis. Die Ehefrau Lemfe in Bad Nauheim hatte her wider. Jobes am 11. September flattfindenden Herbst- Pferde- mit ihrem Dienstmädchen einen schriftlichen Vertrag ab= auſend und Abertan: ein viersiziger Bittoriawagen, ein- und zweispännig treten tönne. Da sie das Mädchen vor Ablauf der Badeein und auf zusammen. bar, nebst Pferd und silberplattiertem Geschirr, ein bitten mit Plüschgarnitur, Pelzoecke und Laternen nebst olt heute abd und vernickeltem Kumm.tgeschirr, ein Lauterbacher saison nicht entbehren fonnte, änderte sie das Datum des Austritts und legte den Vertrag der Polizei vor, um das Mädchen zu zwingen, bei ihr zu bleiben. Sie wurde wegen en geliebten Langen mit Kutschierbock und Bremse nebst Pferd und Urkundenfälschung zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. auf auf die Blüte Stolze gleit ter, die in - belustigung ging dem Gastwirt Heinrich Rühl von Utphe ein Strafbescheid zu, gegen den er gerichtliche Entscheidung beantragte. Es wurde festgestellt, daß ein Weggergeselle in seiner Wirtschaft Bichharmonika gespielt und daß einige Am 11. August. Dem Bierhändler Joseph Gentner eine Tochter, Margarete Marie Elise; 12. Prokuristen Handelsgärtner Rudolf Weber eine Tochter, Katharine Emilie Luise Hermine; 17. Kaffeboten Adolf Schmidt eine Sohn, Heinrich Karl; 18. Schneider Ludwig Wilhelm Eich eine Tochter Emma Chriftina; 20. Installateur Louis August Jele ein Sohn; 21. Großh. Regierungsbaumeister Friedrich Konrad Kuhlmann eine Tochter; Taglöhner Heinrich Weber ein Sohn. Aufgebote. Am 17. Auguſt. Adolf Schmidt, Kaufmanr in Mingolsheim mit Lina Hahn dahier. Heinrich Ludwig Brück, Taglöhner in Alten- Bused mit Marie Hofmann dahier. 18. Karl Klös, Schneider in Rödgen mit Elisabethe Christiane Henkel, geb. Dehler, dahier. 20. Gustav Bruno Konrad, Bahnsteigschaffner dahier, mit Katharine Marie Schönewolf, geb. Finfernagel, in Frankfurt a. M. 22. Sally Kaz, Kaufmann dahier mit Mathilde Hammel in Heddernheim. Adolf Diez, Schlosser dahier mit Dorothea Deutscher, geb. Köhler, hierselbst. 23. Wilhelm Lepper, Techniker dahier mit Marie Stühler hierselbst. Eheschließungen. Wilhelm Am 18. Auguft. Christian Reibeling, Bureauvorsteher dahier mit Elise Stemmler hierseibst. Heinrich Lehrmund, Schlosser dahier mit Eva Hamm hierselbit. Sennings, Ingenieur in Solingen mit Marie Ditilie Gelhar dahier. Friedrich Reuling, Lackierer dahier mit Elisabethe Marie Luise Hermine Simon hierselbst. Wilhelm Weigel, Schlosser dahier mit Wilhelmine Berg hierselbst. Wilhelm Schuchardt, Taglöhner dahier mit Elisabethe Narz hierselbst. Start Giller, Kaufmann in Homberg a. d. O. mit Sydonie Braun dahier. 21. Moses Lehmann, Schanfwirt in Eberftadt mit Staroline Stern in Ulrichstein. 23. Theodor Loos, Kaufmann dahier mit Ottilie Müller dahier. Gestorbene. Am 17. August. Margarete Loh, geb. Euler, 51 Jahre alt, Witwe des Dienstmanns Wilhelm Loh dahier. 16. Margarete Wild, 5 Mte. alt, Tochter des Gastwirts Edmund Wild dahier. Käthchen Güngerich, 79 Jahre alt, Privatin dahier. 19. Marie Schulz, 11 Jahre alt, Tochter des Taglöhners Heinrich Schulz dahier. 21. Christian Schmidt 2, 68 Jahre alt, Fabrikarbetter dahier. Weber( noch ohne Vornamen), 6 Ston. alt, Sohn des Taglöhners Heinrich Weber dahier. 22. Franz Kreuter, 1 Jahr alt, Sohn des Fabrikanten Joseph Kreuter dahier. Mathilde von Henning, geb. Baum, 76 Jahre alt, Rentnerin in Dresden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 26. Auguft. Trüb, Regenfälle, kühler, starke weftliche Winde. Marttberigte. Gichex, 25. Aug. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten Butter per Pfb. 1.20-1.30 Mt., Hühnereter per Stück 8-9 Pfg., Enteneier St. 0-0 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 ẞfg., Erbsen per Bfd. 22 fg., Linsen per Pfd. 32 Pfg., Tauben per Baar 0.80-1.00 Mt., Hühner per Stück 1.00-1.60 Mt., Hahnen per Stück 0.80-1.80 Mt., Enten per Stück 1.80-2.20 Wit., Gänse per Pfd. 00-00 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 80-86 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 80-82 fg., Schweinefleisch per Pfd. 80-91 Bfg. Schweinefleisch gefalzen per fd. 94-00 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 80-84 Pfg., Hammelfletsch per Pfd. 60-80 Pig., Kartoffeln per 10 Kilo 7.00-8.00 Mt., Zwiebeln per 3tr. 6.00-8.00 wt., Weiskraut per Std. 15-30 d., per St. 10-30 Pfg., Aepfel per Pfb.15-20 Pfg., 3wetschenper Str. 0.00-000 mt., Kirschen per Bfd. 30-40 Pfg., Much per Liter 20 Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarttverkehrs dürfen bis Beginn der Marktzeit überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherzieher feilgeboten werden. Verantwortlich für die politik und den Inseratente! Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belle in Gießen. Ein wirklich blutbildendes Mittel besigen wir im Ferromanganin. Es werden wohl viele blutbildende Präparate empfohlen und speziell Dele, die aber meist nicht nur schlecht berdaulich und schwer einnehmbar sind, sondern auch noch ernste Verdauungs- und Darmstörungen berucjachen. Hingegen ist der hervorragende Wert von Ferromanganin sofort zu erkennen, da es wohltuend auf den Magen wirkt und die kräftigende und blubildende Wirkung sich in Kürze bemerkbar macht. Ferromangunin ist sehr angenehm im Geschmack und wirkt nicht nachteilig auf die Zähne.( Bestandteile: Eisen 0,5, Mangan 0,1, Zucker 18, Altohol und stognak 15, Rest. dest. Wasser und aromat. Bestandteile.) 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September stattfindenden Pferdemarkt eine Pferdeschau mit Prämiterung abzuhalten und zwar speziell für im Privatbesit befindliche Reit-, Wagen- und Arbeitspferde; dieselben können unter dem Reiter, ein, zwei- oder vierspännig auch im Geschirr borgeführt werden. Uhr, Die Prämiierung beginnt vormittags 111 die Vorführung und Preisverteilung vormittags 1212 Uhr in dem hierfür vorgesehenen Prämiierungsring. Während der Vorführung findet Konzert der hiesigen Feuerwehrkapelle statt.- Es gelangen nur Ehrenpreise zur Verteilung. Anmeldungen haben bis zum Montag, den 10. September bei Herrn August Schwan, Weinhändler in Gießen zu erfolgen. Pferdebesitzer laden wir zur Beteiligung ergebenst ein. Gießen, den 25. August 1906. Die städtische Pferdemarkt- Kommission: Jean Kirch. Nur 8 Tage gültig! 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Nur in ganz dringenden Fällen werden wir Erlaubnis zur Benüßung der Straßen erteilen. bezügliche Anträge sind bei dem städtischen Tiefbau anzubringen. älteres Mädchen oder alleinstehende Frau, die selbständig kochen, waschen und bügeln kann, ber sofort oder später Jefucht. Offerten mit Zeuanis: ibschriften und Lohnansprüchen erbeten an Frau Amtsrichter Pusch Ortenberg( Oberhessen). Vom 30. Auguft bis 3. September 1 Zimmer mit 2 Betten und 1 Zimmer mit 1 Bett nebft Kaffee gesucht. Off. m. Preisangabe u. 10957 an d. Exped. d. Blattes. Städt. Wohnungsnachweis Gießen. Gießen, den 24. August 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. In der Zeit vom 18. bis 25. August 1906 wurde hiesiger Stadt Gartenstraße 2,( Zimmer Nr. 2) Es find zu vermieten: 1 Wohnung. bon 8-9 Zimmern 6 " " " 5 " " 1 nebst Mansarde v. 4 Zimmern, 4 Wohnungen von 4 Zimmer, gefunden: 1 Meißel, 1 Damenregenschirm, 1 Dame gürtel, 1 Taschenmesser, 1 Ring 1 Damenuhr; verloren: 1 goldne Uhr( gez. H. S. 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