Shr. 224 amon u.auptegbebition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanfchink Nr. 362. Montag, den 24. September 1906 Gießener 15. Jahrgang Svatiobellagen: Oberbeffiiche FamiHenzeitung( g und die Gießener Setfenblaten( wöchentlich). Neueste Nachrichten ( Gichener Tageblatt). Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) Mr Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen Was ist eine Maßregelung? In den Tarifverträgen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist wiederholt von Maßregelungen" die Rede, die unter Umständen verboten sein sollen. In den Tarifverträgen aber und in der einschlägigen Gesetzgebung ist an feiner Stelle geiagt, was als Maßregelung anzusehen sei. Selbstverständlich können darüber die Meinungen auseinandergehen, und selbstverständlich sind sie darüber auseinandergegangen. So war es denn unvermeidlich, daß man den Versuch machte, auf dem Wege des Einigungsverfahrens zu einer Verständigung und Uebereinstimmung zu gelangen. Das Einigungsant des Berliner Gewerbegerichts wurde mit der Frage befajit, deren befriedigende Lösung nicht leicht war. Vertreter der Arbeitgeber und Vertreter der Arbeitnehmer nahmen an der Erörterung wiederholt und lebhaft Anteil. Die Beratung währte acht Stunden. Als diese vorüber waren, hatte mun fich auf folgenden Schiedsspruch geeinigt: Wenn ein Arbeiter wegen seiner Zugehörigkeit zur Organisation menn er wegen seiner Tätigkeit bei der Schlichtungskommission oder beim Werkstattausschuß wenn er wegen Eintretens für Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse wenn er wegen Vorbringung einer Forderung zur genauen Einhaltung der Vertragsbedingungen entlassen wird, so ist das eine Maßregelung des Arbeiters im Sinne der bestehenden Tarifverträge. - Ehe das Einigungsamt sich mit der Angelegenheit beschäftigte, hatte die Schlichtungskommission in mehrfarher Wiederholung vergeblich gesucht, eine Einigung zu er zielen. Jezt ist das schwere Werf gelungen, und man muß amerfennen, daß es gut gelungen ist. Die Arbeiter können Damit zufrieden sein, und die billig denkenden Arbeitgeber find es wohl auch. Ihnen fird ihre gerechten Wünsche in vollem Maße erfüllt worden. Sie haben die unbedingte Pimerkennung ihrer Organisationen erreicht. Die Zugehörigkeit zur Organisation darf ihnen nicht mehr als Makel angerechnet merden, ebenso wenig ihre Tätigkeit beim Schlichtungs- oder beim Werkstattausschuß. Es ist ihnen vorbehaltlos zugestanden morden, daß ihre Tätigkeit zur Erzielung günstigerer Lohnbedingungen ihr gutes Recht ist, dessen Ausübung man ihnen nicht verübeln und mit Nachteilen in ihrem Arbeitsverhältnis vergelten darf. Das ist für die Arbeiter eine bedeutende Errungenschaft. Daß diese auf dem Wege des Einigungsverfahrens erlangt werden konnte, spricht für die gute Struktur dieses Einigungsamtes und dafür, daß die be teiligten Arbeitgeber, die bei dem oben mitgeteilten Einigungsfbruch mitgewirkt haben, ein rühmliches Maß sozialer Wesinnung besitzen. Man darf nicht glauben, daß der Inhalt des Einigungsspruchs sich bei einiger Ueberlegung gleichsam von selbst ergibt. Das ist nicht der Fall. Dem Arbeitgeber, der in seinem Betriebe wohl Mitkontrahenten neben sich, aber feine Herren über sich haben will, und der deswegen noch keineswegs ein riidständiger Mann oder ein Ausbeuter" zu sein braucht, will es nicht ohne weiteres einleuchten, daß er in seinem Betriebe Arbeiter zu dulden braucht, die durch Aufreizung dien Arbeitsgenossen zum Streik ihn materiell schwer ge= fachädigt und ihn moralisch gefränkt haben. Er fann recht wohl der Meinung sein, daß er sich eines gleichsam natürlichen Mechts begebe, wenn er grundsätzlich darauf verzichte, die Wersonen auszuwählen, die bei ihm arbeiten sollen. Es wäre recht wohl denkbar gewesen, daß die Arbeitgeber sich weigerten, solchen Verzicht ein für allemal auszusprechen und als unwerbrüchlichen Grundsatz hinzustellen. Sie hätten nicht ohne Aussicht auf Erfolg auf einer Formulierung beharren können, die das Zugeständnis seines grundsätzlichen Charakters entfleideten. Es läßt sich nicht einmal mit Sicherheit behaupten, daß die Nachgibigkeit der Arbeitgeber die Arbeiter nicht zu noch weitergehenden Forderungen bestimmen wird. An den Arbeitern erst wird es sein, durch die Tat zu beweisen, daß sie in ihren Forderungen und Wünschen nicht maßlos sein wollen. Das wäre für sie und für alle am wirtschaftlichen Reben beteiligten weitaus das beste. Denn die Arbeitgeber sind darüber aus, durch ihre Organisierung die gegenwärtige Meberlegenheit der organisierten Arbeiter einander auszu gleichen. Was bis zu diesem Zeitpunkt nicht erlangt und rücksichtsvoll gehandhabt ist und sich bewährt hat, das hat wenig Aussicht, zu einer dauernden Einrichtung zu werden. Politifche Rundschau. Deutsches Rei... * Es wird bestätigt, daß der neue Herr in der Kolonialteilung, der stellvertretende Kolonialdirektor Dernburg ein se in die Kolonien zu eingehendem Studium der dortigen verhältnisse antreten wird. Die Zeit des Antritts und die Dauer der Reise ist noch nicht festgesezt. Jedenfalls wird Herr Dernburg zuvor im Reichstag sein Programm entwickeln und in der Kolonialabteilung in Berlin selbst einigermaßen Ordnung schaffen. * Lösung der Braunschweigischen Frage durch eine endgültige Regelung der staatsrechtlichen Verfassung des Herzoghums ist die Forderung, die von allen Seiten gestellt wird. Und auch die vom Landtag eingesetzte staatsrechtliche Kommission wird sie, wie verlautet, stellen. Zahlreiche Abgeordnete des braunschweigischen Landtags tragen sich mit der Absicht, den Herzog von Cumberland zu fragen, ob er unter den von Preußen zu stellenden Bedingungen zum Regierungsantritt bereit sei, und einen Regenten zu wählen, sobald er auf die Bebingungen nicht eingeht. Nicht ausgeschlossen ist, daß der braunschweigische Landtag in irgendeiner Form den Bundescat um endgültige Regelung der Angelegenheit angeht. Es mehren sich die Stimmen derer, die einer grundsätzlichen Ausschaltung des Hauses Cumberland das Wort reden ohne Rücksicht auf die Gesezmäßigkeit ihrer Ansprüche auf den braunschweigischen Thron. * Hunderttausend Mark für gemeinnützige Zwecke stellte ber Landtag von Sachsen- Altenburg dem Herzog aus Anlaß feines 80. Geburtstages zu freier Verfügung. Rufsland. ** In der Wohnung eines jungen Mannes in Tiflis fand die Polizei bei einer Haussuchung eine Büchse mit Druckmaterial. Jm Augenblick, wo man die Büchse berührte, erfolgte eine Explosion, durch welche zwei Sicherheitsinspektoren und der Gehilfe des Polizeikommissars getötet und mehrere andere Sicherheitsbeamte, ein Soldat und ein Offizier verwundet wurden. Der Fußboden stürzte ein, zermalmte ein Kind und verlegte die Mutter. Zwei Männer und zwei Frauen wurden verhaftet, der Mieter des Zimmers ist berschwunden. ** In Petersburg haben, angesichts der großen Gefahr, welche der Polizei durch die Revolutionäre droht, in den legten zwei Wochen 5 Bezirksaufseher, 6 Gehilfen, 4 Revieraufseher und 34 Schußleute ihren Abschied eingereicht. Türkei. ** Nach dem letzten Selamlik empfing der Sultan den österreichisch- ungarischen, den russischen und den italienischen Botschafter. Der Sultan, der sehr wohl aussah, erklärte, daß er nach dem Befunde des Professors von Bergmann wieder vollkommen hergestellt ſei. ** Die Pforte traut Bulgarien nicht und setzt ihre Kriegsrüstungen fort. Nach Adrianopel gehen ganze Zugladungen von Munition und Waffen, in Deutschland und Frankreich wurden im ganzen 120 Mitrailleusen bestellt und nach Uestüb und Jstib wurden 16 Bataillone zur Waffenübung einberufen. Redisbataillone in Adrianopel, Salonifi und einige in Kleinasien erhielten Befehl, sich für eine etwaige Mobilmachung bereit zu halten. Derfien. ** Von der Absicht der Errichtung einer deutschen Bank In Persien war berichtet worden. In der Tat hat die persische ber deutschen Regierung die Konzession einer Bank angeboten. Die Verhandlungen schweben noch, doch steht schon jetzt fest, baß diese Bank lediglich den Charakter einer Handelsbank für deutsche kaufmännische Interessen tragen soll. Amerika. ** Ohne die Besekung Kubas durch die Vereinigten Staaten wird der Friede auf der Jl faum hergestellt werden tönnen. Der Ansicht ist wenigstens der vor Havanna weilende amerikanische Kriegssekretär Taft. Ein Vergleich würde nur borübergehend zwischen den feindlichen Parteien Ruhe schaffen. Nicht in Abrede gestellt wird dabei, daß der Intervention Amerikas auch die amerikanische Herrschaft auf Kuba folgen müßte. General Funston ist unterwegs von Washington nach Havanna und die Arsenale treffen Vorbereitungen in Erwartung weiterer Befehle. Die gegenwärtige Lage auf Kuba ist gleichbedeutend mit der Vernichtung der Tabakernte und ungemessenen Verlusten für die nächste Zuckerernte. Afrika. ** Die Lage des Sultans von Marokko ist bisher durch die Konferenz in Algeciras nicht wesentlich verbessert worden. Die von ihm sehnlichst erwarteten Gelder sind bisher ausgeblieben, sodaß er jetzt sogar seinen Verwandten die ge= wohnten Subsidien verweigert, mit der Begründung, daß die letzten Empfänge der Gesandten alles Bargeld verschlungen hätten. So habe der Empfang des deutschen Geschäftsträgers 60 000 Frants gekostet. Man nimmt an, daß infolgedessen von den 30 abgewiesenen Verwandten des Sultans einige sicherlich mit dem Prätendenten in Verbindung treten werden. Die Befürchtungen, Frankreich und Spanien zögerten zu lange mit der Ausführung ihres Auftrages, eine Polizeitruppe zu bilden und für Ordnung zu sorgen, versucht der spanische Ministerpräsident zu zerstören. Die Beschlüsse von Algeciras würden in ihrem ganzen Umfange zur Ausführung gelangen. - Kleine politische Nachrichten. Mitau, 22. September. Zum Schutz gegen die überhandnehmenden Angriffe der Räuberbanden haben sich im Bezirt Volmar 16 Besizer, die mit dem Tode bedroht worden sind, mit Panzern versehen. Stockholm, 22. September. Bei einer gestern in der Wohnung von zwei Sozialisten vorgenommenen Haussuchung myrden fünf Kilogramm Dynamit aufgefunden. Man verutatet, daß es finnischen Flüchtlingen gehört, die bei ihnen wohnen. Am Abend wurden die beiden Sozialisten sowie eine größere Anzahl Finnen verhaftet. Hang, 22. September. In Badoeng sind zwei Häupt linge mit ihren Frauen und Kindern gefangen worden. Bei den letzten heftigen Kämpfen sind etwa 400 Eingeborene getötet worden, auf holländischer Seite fielen vier Mann und ein Offizier, 9 Mann wurden verwundet. Belgrad, 22. September. Die Regierung ernannte Ver treter zur Eröffnung von Handelsvertragsverhandlungen mil Frankreich, Rußland und Italien. Deer und flotte. Vorzeitiger Manöverschluß. Wegen des durch anhaltende Regengüsse völlig aufgeweichten Geländes mußten die Manöver des 12.( 1. fächsischen) Armeekorps, an welchem der König von Sachsen und der preußische Kriegsminister teilgenommen hatten, vorzeitig abgebrochen werden. Kaiserliche Auszeichnungen. Zwölf Regimentern des 6. Armeekorps, die den Namen eines Fürsten oder Kriegs. helden führen, hat der Kaiser eine Büste dieser Persönlich feiten geschenkt. Diese Büsten find überlebensgroß in Bronze ausgeführt und stehen auf einem Eichensockel. Kreuzerweitfahrt. Die vier amerikanischen Panzerkreuzer ,, West Virginia"," Colorado"," Maryland" und" Pennsyl vania", die nach den Philippinen abgesandt worden sind, haben Befehl erhalten, auf dem Weg von Newyork nach Gibraltar zu erproben, welcher von den Kreuzern der schnellste ist. Alle vier Schiffe sind nach demselben Muster, jedoch von verschiedenen Werften gebaut, und haben bisher eine Ges schwindigkeit von 22 bis 24 Seemeilen in der Stunde erzielt. Soziales Leben. X Schutz der Eisenbahnbeamten. Der preußische Gen bahnminister Breitenbach genehmigte, daß für die im Rangierdienst tätigen Beamten und Arbeiter wasserdichte Sommer mäntel zum Schuße gegen Regen und im Winter Mäntel und Pelze beschafft werden. XWöchentliche Ruhetage in Frankreich. Die französischen Eisenbahngesellschaften haben in Befolgung des Gesetzes über den wöchentlichen Ruhetag ihrem gesamten Personal 52 Ruhe tage im Jahre gewährt. X Massenaussperrung. Im Mittelpunkt der belgischen Weberei ist es zur Aussperrung der Arbeiter gekommen. In 175 Betrieben sind 18 000 Personen ausgesperrt. Die Kassen der Gewerkschaften sind nur mit geringen Mitteln aus gestattet. Die rote Woche. - Der diesjährige Parteitag der Sozialdemokratic.- Gr. Mannheim, 23. September. Die Heerschau der deutschen Sozialdemokratie hat ihren Anfang genommen. Eingeleitet wurde sie bereits gestern durch die Konferenz der sozialistischen Frauen, an der sich die bekannten ,, Ruferinnen in der Wüste" in großer Zahl beteiligten. Besonders zogen Klara Zetkin, die elegant gefleidete Lilly Braun, Frau Schulrat Minna Cauer aus Berlin und Frl. Lischnowska, die anläßlich des Lehrertages in München vielgenannte Spandauer Volksschullehrerin, die Aufmerksamkeit auf sich. Auch waren viele Genossinnen aus Rußland und Polen erschienen. Den Parteivorstand vertrat Abg. Molkenbuhr. Die Verhandlungen bewegten sich in den gewohnten Bahnen. Man sprach über Frauenstimmrecht, Agitation unter den Landarbeiterinnen, die Dienstbotenbewegung. Der eigentliche Parteitag wurde heute Abend im Apollotheater" durch eine Begrüßungsversammlung eröffnet. Die Beteiligung ist bedeutend stärker wie jemals vorher, es find über 100 Delegierte mehr wie früher angemeldet. Die Zahl der Teilnehmer beträgt infolgedessen über 400. Auch die neuerdings aus den russischen Gefängnissen zurückgekehrte Frau Rosa Luxemburg ist anwesend. Die Debatten der nächsten Tage werden voraussichtlich Soll doch das Verhältnis zwischen recht heftig werden. Partei und Gewerkschaft, worüber seit Jahr und Tag in der Partei- und Gewerkschaftspresse ein heftiger Streit entbrannt ist, nach langen Jahren zum ersten Male wieder zur Entscheidung gebracht werden. Die Debatten über den politischen Massenstreit haben die Frage in Fluß gebracht. Eine Gegensätzlichkeit zwischen Partei- und Gewerkschaftsbewegung ist immer vorhanden gewesen. Inzwischen haben aber die Gewerkschaften einen faum geahnten Aufschwung genommen. Sie sind sowohl in Bezug auf numerische Stärke als auch in finanzieller Beziehung der politischen Organisation über den Kopf gewachsen. Namentlich sehen die großen Gewerkschaftsverbände mit Millionen- Kassenbeständen der Propagierung des politischen Massenstreits heftigen Widerstand entgegen. Diese Frage, für die August Bebel als Referent bestellt ist, wird daher im Vordergrunde des Interesses stehen. Drei Ansichten werden aufeinanderplaten: Die in der Kölner Gewerkschaftsresolution ausgesprochene Ablehnung des politischen Massenstreits durch die Gewerk schaften, dann die auf dem vorjährigen Jenaer Parteitaae 11 Nein, Bater, fagte fie, laß mich hier ben eine Bewegung biefer Virt, aber selara wehrte mit der Band abe bas Grab meiner 9ter filen. wenigstens follte mirenoliebe, auf das ich blicke, Ihre Worte bestätigten, was doch nicht versagt fein." während er fühlte, daß alles and ab. " Deiner und daß Es ist ja Blut aus seinen Wangen wich. Jugendliebe," staunte Etwold, fein und erwarte von Ihnen die gleiche Aufrichtigkeit. " Fräulein Etwold," sagte er ,,, ich will ganz offen gegen Sie entschuldigte fich aus Gründen seiner inneren Erregtheit." Amerita gekommen, um mich zu beleidigen." Martin Forster luut auch nichts annehmen wilrbe. Ob er nur Deshalb von la reine weinion von it begebei babe" no" von Ja ich bin reich geworden in turzer Bett; glückliche Spefur Witte mit bie meinen eigenen Seraen schlug: ich entpland Me& macy 10 har und ich fonnte nich machtigten in atte. meinen braven, alten water von einem jungeren mehr, was ich sprach. Ich kann dir nur sagen, es war furchtgaß auch, nach diesen zu fragen; wußte ich doch selbst faum Beweise für seine Behauptungen zu erbringen, und ich verschwer beleidigt zu sehen. Er beschuldigte weiter, ohne die Leben." Ach Löcher in den Waldboden. Gine Baufe entstand. die herrlichen Sommerabende, wo Haustüren zusammen faßen und schwagten oder träumten Gai sagte gar nichts, fie bohrte nur mit ihrem Schirmchen wir bor ben durchgedrückte Resolution zugunsten des Generalstreits im Fall der Bedrohung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts und schließlich die von Bebel später vorgelegten Vermittelungsvorschläge, welche die offizielle Beteiligung der Gewerkschaften bei einem von der Partei inszenierten Generalstreif zwar nicht fordern, dafür aber Wohlwollen und event. Unterstützung von diesen erwarten. Die weiter folgende Besprechung des befannten Standals in der Vorwärts- Redaktion, der mit dem Austritt der sechs Redakteure endete, verspricht pitante Enthüllungen. Die Tagesordnung des auf eine volle Woche berechneten Parteitages umfaßt außerdem die Punkte Geschäfts- und parlamentarischer Bericht, Maifeier, Internationaler Kongres 1907, Wolfserziehung, Strafrecht, Strafprozeß, Strafvollzug, Wahl des Vorstandes und die massenhaft vorliegenden Anträge. Als eine neue Veranstaltung ist zum erstenmal sozialistische Jugendkonferenz" in Aussicht genommen, die fich an den Parteitag anschließt. Nab und Fern. eine Von einer Katze zerfleischt. Die Frau eines Fabritantet in Rigdorf glitt, als sie zu dem Grünkramfeller von Schen in der Erfstraße hinabstieg, auf der schlüpfrigen Treppe aud and stürzte in den Keller. Noch bevor sie wieder aufspringen ' onnte, wurde sie von der Katze des Sch. angefallen, die ihr den Arm vollständig zerfleischte. Als sich Frau G. mehrte, jprang ihr das wütende Tier an die Brust. Nur mit Mühe gelang es, die Kaze von ihrem Opfer loszureißen. Ein Arzt leistete der schwerverletzten Frau die erste Hilfe. Die Katze wurde sofort getötet. † Ein Mörder- Kleeblatt. In geradezu bestialischer Weise hat sich bei Falkenburg in Pommern der Schäfer des Gutes Klausdorf seiner Frau entledigt. Er ermordete die Aermste unter Hilfe seiner Mutter und Schwester und warf die Leiche In den Dorftümpel. Die drei Mörder wurden verhaftet. † Brennendes Delwerk. In der Delfabrik GroßgerauBremen brach plößlich ein Feuer aus, das die sämtlichen, dem Holzhafen gegenüberliegenden Gebäude zerstört hat. Die bahinter gelegenen Lagerschuppen und Verwaltungsgebäude sowie die benachbarten Holzschuppen, ebenso wie mehrere andere in der Nähe befindliche Schuppen fonnten gerettet werden. Das Feuer wütet besonders in den Kellerräumen noch fort, die Feuerwehr hat jedoch schon die Gewalt darüber gewonnen. † Ein unredlicher Geschäftsführer war der Kaufmann Hans Schnitzler von der Butter- und Viktualien- Engroshandlung Berta Hennes, die in zahlreichen rheinischen Städten Filialen besitzt. Er war Anfangs dieses Jahres nach Unterschlagung von 90 000 M. aus Aachen geflohen, wurde jegt in Oberwesel mittellos aufgegriffen und ins Untersuchungsgefängnis überführt. † Verduftet. Aus Budapest ist der bekannte Sportsmann und gewesene Abgeordnete Graf Julius Csekonics, der Sohn eines der reichsten Aristokraten und Hofwürdenträgers verschwunden. Der Graf hat angeblich drei Millionen Kronen Schulden. Die Familie erklärt, ihr sei der Aufenthalt des Grafen bekannt, die Verpflichtungen betrügen nur 1/2 Millionen, wobei zumeist Wiener und Budapester Buchmacher interessiert seien. † Eine ganze Stadt durch Explosion zerstört. Die Stadt Jellico in Tennessee( Amerika) war der Schauplatz einer furchtbaren Dynamiterplosion, die den ganzen Ort so gut wie zerstört hat. Neun Personen sind tot, fünfzig verletzt, mehr als 500 obdachlos. Die Explosion erfolgte in einem mit Dynamit beladenen Waggon, der auf einem Nebengleise in einem von der Southernund Louisville- Nashville- Bahn gemeinsam benußten Teile des Güterbahnhofes stand. Die Wirkung der Explosion war eine entseßliche, die ganze Stadt gleicht einem Trümmerhaufen. Der angerichtete Schaden wird auf eine Million Dollars ge= schätzt. Von den benachbarten Orten sind Hülfsexpeditionen abgeparnen. † Dem Richter entrückt. Die Aerzte haben den neun, fachen Mörder May Dittrich für geistestrank befunden. Er wird schon in den nächsten Tagen in die Frrenabteilung des Buchthauses zu Waldheim übergeführt werden. † Die Zahl der Opfer des Taifuns von Hongkong beträgt, wie jetzt feststeht, mehr als 10000. Dem Sturm fielen außer ben im Hafen von Hongkong zerstörten Schiffen etwa sechshundert Fischerboote zum Opfer. Von dem deutschen Kanonenboot Tiger" ist in Berlin die Meldung eingegangen, daß das Schiff den Taifun glücklich überstanden und abgesehen bon einigem Materialschaden( 3 Boote verloren) keine Verluste erlitten hat. Die Niobe" ist ganz von dem Taifun verschont geblieben. Für die Hinterbliebenen der Opfer regt sich überall die öffentliche Wohltätigkeit. Der Norddeutsche Lloyd zu Bremen hat 6000 Mart gestiftet. Von der chinesischen Be= völkerung in San Franzisko sind 10 000 Dollar nach Hongkong abgesandt worden. Nachrichten aus Manila zufolge sind auch die Philippinen von einem Taifun betroffen worden. Südlich von Manila sind die Telegraphenleitungen zerstört, sodaß über die in der Provinz angerichteten Verheerungen noch feine Nachrichten zu erlangen waren. Das Arsenal in Cavite und die dort liegenden Schiffe haben Schaden ge= nommen; das Kanonenboot Arayat" ist gestrandet. Bunte Tages- Chronik. " Lübeck, 22. September. Der hiesige Dampfer„ Elbe" schleppte den auf See hülflos angetroffenen Bremer Dampfer Rußland" ein, der eine für Petersburg bestimmte Geldsendung von 4 360 000 Mark an Bord hatte. Wiesbaden, 22. September. Der nach hier engagierte Opernsänger Wilhelm Teller ist in Kitzbühel in Tirol an Fleischvergiftung gestorben. München, 22. September. Heute morgen wurde auf einer Wiese in Schwabing eine Frauensperson mit durchschnittenem Halse tot aufgefunden. Es ist dies binnen drei Wochen hier schon der dritte Mord. Palermo, 22. September. In Termini sind heute nachmittag abermals Erdstöße verspürt worden, welche bei der Bevölkerung eine Panik hervorriefen und durch welche noch mehr Häuser beschädigt wurden. Das Erbe der Bettlerin., § Berlin, 22. September. Mit einem Fall von rücksichtslosester Erbschleicherei hatte fich das hiesige Landgericht I zu befassen. Der pensionierte Schußmann Heinrich und seine Frau waren angeklagt, die Bettlerin" Helene Kugelmeier aus Volpershausen um die Summe von 9000 M. durch betrügerische Manipulationen 2c, geschädigt zu haben, und wurden zu je 3 Mo a en Gefäng nis und der Herausgabe der erschwindelten 9000 m. verur: teilt. Der Verhandlung lag folgender, in seinen Einzelheiten hochinteressanter Tatbestand zu Grunde: - - In Volpershausen in Westfalen lebte die Bettlerin und Orts: arme Helene Kugelmeier. Durch einen Sturz aus dem 4. Stod hatte sie einen Schaden an ihrem Geisteszustande erlitten und fristete fümmerlich ihr Leben durch Betteln, da die Gemeinde Volpershausen 1 M. sage und schreibe Eine Mart für den monatlichen Unterhalt der Armen ausgesetzt hatte. Im Grunde genommen war die Kugel meier aber nicht arm, denn ihr waren 9000 M. von ihrer in Berlin verstorbenen Schwester hinterlassen worden, deren Verwaltung man ihr, der Schwachsinnigen nicht anvertraut hatte, sondern dem Mann ihrer Schwester, dem jetzt pensionierten Schußmann Fr. Heinrich. Das Erbe ihrer Schwester betrug 18 000 Mart und sollte die eine Hälfte ihr, die andere ihrem Schwager zufallen. Heinrich fam jedoch zu der höchst egoistischen Ansicht, daß er von den 9000 Mart, die er seiner Schwägerin abgeben sollte, einen bedeutend besseren Gebrauch machen könne, als die Geistestrante und faßte den Plan, die Bettlerin um ihr Erbteil zu bringen. Durch allerlei Vorspiegelungen lockte er die Kugelmeier von Volpershausen fort und veranlaßte sie nach Berlin zu ziehen. Hier hatte die Arme ein wahres Martyrium auszustehen, sie mußte oft Hunger leiden und wurde sogar von Frau Heinrich wiederholt in arger Weise gemißhandelt. Die Geistesschwäche der K. wurde aber noch in anderer Weise ausgebeutet. Heinrich veranlaßte die K., einen Vertrag zu unterschreiben, der den Passus enthielt, daß sich die Heinrichschen Eheleute gegen Uebergang des Vermögens an sie verpflichteten, der Geistesschwachen Kost und Logis zu geben. Sollte diese es jedoch vorziehen, das Haus der Angeflagten zu verlassen, so wären diese nur verpflichtet, an die Helene K. nur- 5 Mark monatlich zu zahlen. Als die Kugelmeier die liebevolle" Behandlung ihrer Verwandten satt hatte, entfloh fie nach Westfalen, und hungerte und bettelte sich bis Volpershausen durch. Die Aermste hatte nicht einen Pfennig in der Tasche, denn die Heinrichschen Eheleute hatten sich den rohen Scherz geleistet ihr eine sogenannte Blüte" anstatt eines echten Tausendmarkscheines zu geben. In Volpershausen erfuhr der Vormund die ganze Affäre und erstattete gegen die H.'schen Eheleute wegen Betruges und Urkundenfälschung Anzeige. Der Staatsanwalt bezeichnete das Vorgehen des würdigen Ehepaares als eine geradezu schändliche Erbschleicherei. Nun haben die Erbschleicher ihren Lohn. Erstens ist ihnen die Möglichkeit, von dem Erbanteil der R. auf legalem Wege doch noch etwas zu bekommen, außer dem Bereich aller Möglichkeit gerückt, zweitens dürfen sie während ihrer dreis monatigen Gefängnishaft über das Verwerfliche ihrer Handlungsweise nachdenken und drittens müssen sie das erschwindelte Geld wieder herausgeben. Und das letztere wird sie wohl am meisten ärgern! - Aus dem Gerichtsfaal § Der Breslauer Aufruhrprozeß. In der fortgesetzten Verhandlung sagen mehrere Schuyleute aus, sie hätten ge= sehen, wie der Angeklagte Schneider mit offenem Messer auf Die Polizeibeamten losgegangen sei. Schneider bestreitet das, er sei an dem Abend betrunken gewesen. Polizeikommissar Bernert hat von dem Messerangriff nichts bemerkt. Mutter und Schwester der angeklagten Hebamme Haase wollen eben. falls beobachtet haben, wie mehrere Schuyleute gemeinsam einen alten Mann angegriffen hätten. Darüber seien sie empört gewesen und die Angeklagte hätte dem Worte gegeben. Der für den Striegauer Plazz zuständige Kommissar sagt, daß sich niemand wegen erlittener Mißhandlungen beschwert hätte. Hus fortunas Schatzkammer. Von Arnold Rohde. ,, Am Golde hängt, nach Golde drängt doch alles." Dieser Weisheitsspruch des Dichters gewinnt wieder besondere Bedeutung durch die jetzt fast alle Tage einlaufenden Nachrichten von der Entdeckung neuer Goldfelder in Kanada. Ob es wirklich Wahrheit ist, daß dort weite und vollständig unausgebeutete Lagerstätten des edlen Metalls entdeckt wurden, mag dahingestellt bleiben man darf Meldungen aus dem Lande des Humbugs gegenüber schon etwas mißtrauisch sein. Immerhin hat Mutter Natur schon manchesmal sich unvermutet freigebig gezeigt und den habgierigen Menschenkindern Schäße von großem Werte vor die suchende Spitzhacke geworfen. Eine der reichhaltigsten Sammlungen von Riesen- Goldflumpen enthält das Minen- Museum in Sidney( Australien.) Sie sind durchweg in der Provinz Viktoria gefunden. Das prächtigste Stück, welches als welcome Stranger Nugget ( Willkommener Fremdling) bekannt ist, wurde am 5. Februar 1869 von zwei Engländern Namens John Daeson und Richard Dates beim Durchsuchen eines Stück angeschwemmten Landes, nahe bei Dundly, und zwar fast an der Oberfläche des Bodens, gefunden. Es war etma 21 3oll lang, 10 Zoll dick und enthielt nur etwas Quarz und Eisenoxyd. Der Hauptbestandteil war massives Gold. Es waren 2286 Unzen oder, nach dem Ausschmelzen, 2248 Unzen Feingold, die auf der Bank von England auf 9534 Dollar geschäzt wurden. Ein zweiter Welcome- Nugget fam dem ersten an Gewicht sehr nahe und brachte seinen glücklichen Findern sogar noch etwas mehr ein. Er wurde auf dem Bakery- Hügel, Ballarat, von einer Gesellschaft von 24 Mann in einer Tiefe von 180 Fuß gefunden, und war 20 Zoll lang, 12 Zoll breit und 7 Zoll dick. Er enthielt etwa 10 Pfund Quarz nebst anderem Gestein und 2218 Unzen Feingold. Er wurde für 9325 Dollar verkauft, nach London gebracht und eingeschmolzen. Er ent= hielt 23 Karat 38 Gramm feines Gold. Der Blanche BarklyKlumpen wurde 13 Fuß unter Terrain gefunden; er war 28 8oll lang und 10 Zoll breit und wog 17431 Unzen. Er wurde in London für 6905 Dollar gekauft und eingeschmolzen. Und an diese Giganten reihen sich noch eine Menge nicht ganz gleichartiger, aber doch ansehnlicher GeSellen, über die jedermann wohl gern bei Gelegenheit einmal stolpern möchte. Der erste große in Australien entdeckte Klumpen wurde von einem ganz verständigen eingeborenen Knaben gefunden, der in Walluwa Station im Dienste des Dr. Kerr stand. Der Bursche hütete eine Heerde Schafe und bemerkte etwas Funkelndes in der Ecke eines verwitterten Quarzblockes. Gr schlug mit seinem Tomahawk ein Stüd, das er für Gold bielt. davon ab. Sofort ging er zur Hauptstation zurück und berichtete dies seinem Herrn, Dr. Herr; er machte di ohne weiteres zum berechtigten Inhaber des ganzen Fune Dr. Kerr ließ sich das nicht zweimal sagen und jagte Windeseile auf seinem Pferde dem Felde zu. Drei B Quarz, welche einen Zentner Gold enthielten, waren aus ihrem Lager gelöst. Da Herr Dr. Kerr die Stüde fortbringen konnte, brach er sie in fleinere Teile, schwerste der beiden größeren Stücke war einer Honigr Partikelchen von frystallinischer Form. Das zweitgri Stüd war glatter und die Goldteilchen waren feſter primiert; es sab aus, als ob Wasser darauf eingewirft bit Als alle diese Stücke zur Schäzung auf der Bauf zu Bathr fammt an allen Ende er machtiger emporfteig ndigt, die Borgefeb meidet das Rommando Laft: In zwei Glieder ben und die Geftionen ger Stimme macht ber oder einem Schwamin nicht unähnlich und bestand end des Marfches d angehäuft waren, boten sie einen prächtigen Anblick. G vermochten mit ihrem Glanze", so versichert der Sym Morning Herald"," jeden Mann zu blenden, der fich mit ftoischer Ruhe wappnete." Australien noch Klumpen von mehreren hundert Unzen en darf. Raum aber als es auch schon Bum legten Mal Beder auf und die Leu nor die Türen, denn im luftigen Pantle Stod und Flasche Samstags aus dem Ma Vor gar nicht langer Zeit fand man ebenfalls unsere Straßen, n wicht in der geringen Tiefe von 20 Fuß. Es treiben wird der legte Abschi also, wie man sieht, noch ganz ansehnliche Klumpen auf Welt umher, und derartige Kleinigkeiten sind nicht zu b achten, zumal, wenn man nur ein 20 Fuß tiefes Loca bohren hat, um über 10 000 Mark herauszuholen. Hoffentlich haben meine Zeilen nun nicht die Wirkur daß meine Leser gleich mit Hace und Spaten ausziehen, das Glück ungesäumt an's Tageslicht zu holen. Denn die alten Goldfelder sowohl wie für die angeblich neue deckten gilt immer noch der Spruch, daß Geld und Gut al nicht glücklich macht. Das rechte Glück und die rechte Go ader liegen jedem Menschen nahe und find leicht zu erreida durch ehrliche Arbeit in dem vom Schicksal vorg schriebenen Berufe. Das ist die wahre Goldgräberei und Segen wirft nachhaltiger, als ein vom blinden Zufall in ta Weg geschleuderter Klumpen gleißenden Metalls. = Vermischtes. Erwischte Paletotmarder. In einem Haufe der dowerstraße in Berlin bemerkte ein Kriminalbeamter Burschen, die sich in verdächtiger Weise an den Wohnungs türen zu schaffen machten. Einer der beiden trug eina Paletot über dem Arm, der einen intensiven Mi geruch von Medizin, Lysol, Karbol usw. ausströmte. Sa Kriminalschußmann roch auf diesen Geruch hin die Verbreche nahm die Burschen fest und ließ dann bei den Aerzten der Nachbarschaft anfragen, ob vielleicht bei ihnen ein Baleta vermißt werde. Auf der nahen Unfallstation meldete ein r einen derartigen Verlust und erkannte den beschlagnahma Mantel als den seinigen wieder. = Die größten Kirchen der Welt. Das ehrwürdig Münster in Köln hat in den lezten Tagen wieder Grund zu Beunruhigung gegeben. Wetter und Wind haben an ba Sandsteinblöcken ihr Zerstörungswerf geübt, und umfangreiche Reparaturen notwendig gemacht. Der Kölner Dom faßt a 30 000 Personen, steht also was Größe anbetrifft, an vierte Stelle unter den Kirchen der Welt. St. Peter in Rom fat 45 000, der Dom in Mailand 37000 und St. Paul in Rom 35 000 Personen. Ebenso groß als der Kölner Dom ist dal Münster in Ulm, kleiner St. Paul in London 25 000, die ehemalige Sophienkirche in Konstantinopel 23 000, Notredame in Paris 21 000, die neue Kathedrale in Newyork 17 000 St. Stephan in Wien 12 000, St. Markus in Venedig 7000 Notredame in Einsiedeln 6500, Spurgeons Tabernatel in London 6000. " =====" Treu" ist die Soldatenliebe. Jm ,, Niederl. Anzeiger findet sich ein Nachruf, der recht bezeichnend ist für die milita fromme Denkungsart der jungen Damen von Sonnewalde Der Nachruf" lautet:" Den lieben Soldaten, die uns während ihrer Einquartierung in unserem Ort einige so glüdli Stunden bereitet haben, rufen wir ein herzliches Lebewo und„ Auf Wiedersehen!" nach. 17 Sonnewalder Bürge töchter." = Ein Prozeß um 70 Millionen. Vor den Newyorla Gerichten begann dieser Tage ein riesiger Erbschaftsprogs Ein verwaister Großneffe hat das Testament, welches b ganze Vermögen des vor kurzem verstorbenen Millioni Russel Sage seiner Witwe vermacht, außer unbedeutend Legaten für 25 Neffen und Nichten, durch einen hervorragend Anwalt aus dem Grunde beanstandet, weil Sage vor Jan ein anderes Testament seinen wirklichen Absichten entsprede gemacht habe und bei Abfassung des zweiten Testaments it im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen und ungehör beeinflußt worden sei. Die Verhandlung endete mit eina Ausgleich zwischen den Exekutoren von Sages Testament un den Verwandten. Statt 25 Dollar erhalten die Neffen Michten je 50 000 Dollar. = Der Affe sehr possierlich ist.... Im Zoologis Garten im Bronse Park in Newyork wird in einem a Affenkäfige ein großer japanischer Affe gehalten, der frila in einer Feuerwehrwache seine Heimat hatte. Der Brida eines der Feuerwehrleute hatte das Tier, als es noch a jung war, von einer Seereise mitgebracht und es der Fe wehrkompagnie zum Geschenk gemacht. Anodo, so hieß Affe, war bald der Liebling der Leute, doch mußte er Allotria halber, die er trieb, dem Zoologischen Garten De geben werden. Als vor wenigen Tagen einer der Wirt Anodo in seine Stube mitgenommen hatte und ihn einen Augenblid allein ließ, bemächtigte fich Knodo Garderobenschranks und zog sich in aller Gile, wie er e bei den Sprizenleuten gesehen hatte, einen der Anzüge und begrüßte den eintretenden Wächter mit einem Freu geheul. Nur mit Mühe konnte der brave Vierhänder gebracht werden, den Anzug wieder auszuziehen, doch Direktion des Zoologischen Gartens hat Knodo eine Fee wehruniform machen lassen, die er seitdem Tag und N nicht vom Leibe läßt. Cokales. - 23. September 1906 ** Reserve hat Ruh! Die regenschwere Septemb nacht geht in fahles Dämmerweben über. Noch liegt b Grau des Morgens über Stadt und Flur gebreitet, di auch schon die alten Leute pardon, Reservemänner aus den feuchtschimmernden Gebäuden eilen und auf b Kasernenhof ein eifriges Treiben entfalten. 8wei Jah sind sie zusammengewesen und als gute Kameraden h sie manches gemeinsam erlebt und manches einander mitgetei jeßt, wo es ans Scheiben geht, werden sie gewahr, bai eigentlich noch recht viel sich zu sagen haben. Es flute en fie in den Wagen d und der Zug donner Die Rebel des Septem 38 Der Großher hilfen bei dem Step Saedrich Deeg aus Anla e Arone zum Silbernen des Großmütigen verlieher 8 In der Wormfer Herzog wird Montag ei Reife antreten. Man ver fammentanft mit dem Bar a. Bezirksspart ordentliche Generalversamm fand am 21. 1. M. in d ule ftatt. Der Geschäft Rengewinn von 57 321, Barmhung der Rüdlag willigung der ligen 17355 Mart verwendet und zeitgemäße Einrichtun fie vom 1. Oftober d. Je 8-1 Uhr und nachmitt Bublifum geöffnet ist und Sage an beginnt. Der Lurch die Amteniederlegu mußte eine Neuwahl de und wurden gewägit Ren Buchhalter Eisenhau Haas als Kontrolleur. Manöver. flagene rote Partei wa und Haffenroth zurückge nordlig legteren Ortes und eine Gefadron 23 er Majors v. Wunsch, Rom ausgestellt, die fich ei cm 20. von Blau genom Am geftrigen So auf dem alten Friedhof längerem Leiden im Alte Landgerichtsrath i. P. Dr beftattet. Die Trauerfeie wobei Pfarrer Dr. Nau greifenden Nachruf widm errlichen Worten das sch Berdegang, feine ehrenh ilung gepaart mit M en Sinn und seine Bohitun für Biele. An desoberhessischen Geschic Acanges als Beichen der dem Bereine ein Jahr erpricßliche Dienste hichtsforshung und babe. Des Wirtens de finnigften der beffifchen obwohl ein Hinweis da Fredrich von Trais kobius als Dichter, if Bolf gedrungen, wegen verdient hätten; Reflame abhold und er Der Deffentlichfeit zu pr Gang und Alang" und Mundart" finden fich f Die zu den Besten zählen Friedrich von Trais w Mensch und Dichter u sie wir aus g dem Striegsveteranen Kederput Ueberall erhältlic MERCE rr; er mad des ganzen by it an allen Enden, bis alte, traute Reservelieder ortsüblichen Tagelohnes verdienen fönnen, die Kriegs| engagiert. Joft gab rorgestern dem Knecht 25 f. mit und fagen und i elde zu. nthielten, to Kerr die Eti Eleinere Zeile var einer So ich und beita 1. Das nnprächtiger emporsteigen. Pässe und Papiere sind aus ehtigt, die Vorgesetzten nehmen Abschied. Plößlich ht das Rommando des diensttuenden Offiziers durch left: In zwei Gliedern antreten! Im Nu stehen die Reit und die Seftionen werden formiert. Mit möglichst rent Stimme macht der Difizier darauf aufmerksam, daß ab des Marsches durch die Stadt nicht gesungen beihilfe von 120 Mart jährlich zuteil werden. XGestorben ist am Samstag der verheiratete Schuhmacher Lepper von hier, der am Freitag- Abend mehrere R volverschüsse auf sich abgab. ? Konzert. Der befannte blinde Flötenvirtuose K. This veranstaltet im Gießener Festsaal( Cajé Leib) Anfang Otober ein Stonzert. Unter Mitwirkung von verschickte ihn mit dem Wagen über Land zum Einkauf. Der necht fuhr wohl weg, in der Nähe von Dorheim aber fuhr er den Wagen ins Feld, drehte die Bremse zu, spannte die Pierde los und machte sich mit dem Gelde davon. Jost wurde später von Leuten benachrichtigt, daß seine Pferde bei Dorheim im Felde stünden, worauf er Pferde und Wagen wieder einholte. then tuaren en barf. Raum aber hat der Zug sich in Bewegung schiedenen musikalischen bewährten Kräften, unter anderem arauf eingewit als es auch schon wie ein Sturm von den Lippen Fel. Elisa Große, Opern- und Konzertsängerin( Sopran). will.. der Bant zu Bum lezten Mal zum Tor hinaus". Heiter steigen ichtigen Unblid te der auf und die Leute, besonders aber die Mädchen, Homberg a. d. Ohm. Was ein Häfchen werden Hier hat ein noch nicht 8 Jahre alter Junge 2 schwere Einbruchsdiebstähle verübt und Geld, Ringe und Wurstwaren entwendet. Er stieg während der AbTschkasten, durchwühite Kisten und Kasten, die er aufbrach und warf alles in die Stube. Noch einen weiteren Dies stahl soll er auf dem Kerbholz haben. Anzeige bereits ist blenden, der i luftigen Plänflerkrieg genommen. Mit Reserve- ein genußreicher Abend bevor. ersichert der er die Türen, denn so ein Reserv mann hat manches fonzertiert hat und dem hiesigen musttalischen Publikum steht wesenheit des Hausbesizers durchs Fenster ein, erbrach den man ebeni n hundert Un Fuß. Es tr Aus verschiedenen Zeitungsnotizen ist zu ersehen, daß der blinde Tonkünstler in den Städten mit vielem Erfolge Enzeichnungslisten werden Steck und Flasche zogen die Leute heute Morgen zirkulieren und es ist nur zu hoffen, daß der blinde Künstler unsere Straßen, nachdem sie in den Abendstunden auch genügende Unterstützung findet, damit er petuniär auch der Schulbehörde erfolgt. es Gametags aus dem Manöver zurückgekehrt. Auf dem Bahn- erfolgreich ist. Es wird gebeten das Konzert nicht zu verwerden, ohne es zu sein. iche Klumpen wird der letzte Abschied genommen und dann sigen und gleichen mit denen, die so oft als Künstlerfonzerte ausgegeben en find night 20 Fuß tiefes Rad und der Zug donnert aus der Bahnhofshalle und rollt en fie in den Wagen. Ein Pfiff der Let motive, ein auszuholen. un nicht die Spaten auszieh zu holen. De die Mebel des Septembermorgens hinein.. Der Großherzog hat dem Steuerkommissariate Die angeblichefen bei dem Steuerfommissariat Homberg Karl Geld und Gadri Deeg aus Anlaß seines 50jährigen Dienstjubiläums und die rede de krome zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps Städtisches Freibad 1906. Das Freibad wurde benutzt von 29 930 Personen an 132 Tagen, sodaß durchschnittlich auf den Badetag 227 Personen fommen. Auf die einzelnen Monate vertetlen sie sich folgendermaßen: Mai 929 Personen, Juni 7107 Personen, Juli 10 849 Personen, August 9684 Personen, Sptbr. 1361 Personen. Die größte Wasserwärme war am 3. Auguft mit 19° R und Luftwärme am 2. igust mit 23° R im Schatten In der„ Wormser 8tg." lefen wir: Der Groß- mittags um 12 Uhr gemessen. Die Frequenz blieb gegen blinden Zufall Raise antreten. Man vermutet, daß es sich um eine Zu- Ungunft der Witterung zurückzuführen ist. Goldgräberei roig wird Montag eine etra 8 bis 10 Tage dauernde die Vorjahre um verschiedene Tausende zurück, was auf die find leicht zu Großmütigen verliehen. B. vom Schidjal Metalls. ammenkunft mit dem Zaren handelt. a. Bezirksspartasse Gießen. Die diesjährige Bentliche Generalversammlung der Bezirkssparkasse Gießen einem Haufe de and am 21. 1. MR. in dem Saale der höheren Mädchen Ariminalbeamte dipule fatt. Der Geschäfts- Abschluß von 1905 ergab einen ife an den Wo Hemgewinn von 57 321,27 Mart, der saßungsgemäß zur er beiden tr mehaung der Rücklagen( Reservefonds) und zur Been intenfiben lligung der übligen Unterstützungen im Betrage von usw. ausström 355 Mart verwendet wurde. Eine dringend notwendige cuch bin die Band zeitgemäße Einrichtung erfährt die Kass: dadurch, daß n bei den le vom 1. Oftober d. Js. ab jeden Mittwoch von morgens t bei ihnen ein 3-1 hr und nachmittags von 3-4 Uhr für das ſtation meldete ublikum geöffnet ist und die Verzinsung der Einlagen vom e den beschlagage an beginnt. Der Zinsfuß beträgt 3. 8t. 3%. euch die Amtsniederlegung des Herrn Direktors Wiener elt. Das erste eine Neuwahl der Verwaltungsbeamten stattfinden agen wieder Omd warden gewählt Rendant Doering als Direktor, Bind haben Mughalter Eisenhauer als Rechner und Buchhalter eübt, und umfa Kölner Domas als Kontrolleur. e anbetrifft, an - * Manöver. Die am dritten Manövertage geSt. Peter in lagene rote Partei war nach Norden über Gumpertsberg und St. Paul is a and Hassenroth zurückgegangen und hatte auf der Höhe er Kölner Dom i bli leßteren Ortes Vorposten 2. Batallon 116 er in London 2500 eme Eskadron 23 er Dragoner unter Kommando des opel 23 000, Nomajor v. Wunsch, Kommandeur des genannten Bataillons ale in Newport ausgestellt, die sich eingegraben hatten. Die Höhe wurde arfus in Venedi aum 20. von Blau genommen. urgeons Taben ldaten, die uns r rt einige so ein herzliches Sonnewalder Am gestrigen Sonntag Morgen um 11 Uhr wurde caaf ben alten Friedhof die Leiche des am Freitag nach Jm ,, Niederl. A gerem Leiden im Alter von 65 Jahren verstorbenen Gr. hnend ist für die men von Commonog richtsrath i. P. Dr. Friedrich Wilhelm Möbius bestattet. Die Trauerfeier sand in der Friedhofskapelle statt, bei Pfarrer Dr. Naumann dem Hingeschiedenen einen ergreifenden Nachruf widmete. Der Geistliche sgilberte in lichen Worten das schlichte Leben des Entschlafenen, seinen Werdegang, seine ehrenhafte Gesinnung, seine treue Pflichtellung gepaart mit Milde und Gerechtigkeit, seinen häusigen Sinn und seine Fürsorge für seine Familie, sein obltuun für Viele. Am Grabe sprach nur ein Vertreter I do obterhessischen Geschichtsvereins unter Niederlegung eines Manzes als Zeichen der Verehrung für den Verblichenen, der . Bor ben efiger Erbschaft Testament, welde erstorbenen außer unbede ch einen hervor weil Sage bor Mil weiten Teftament ung endete mil Wereine ein Jahrzehnt als Vorstand angehörte und Abfichten entiersprießliche Dienste auf dem Gebiete der heimischen schichtsforschung und insbesondere der Münzfunde geleistet erveſen und make. Des Wirkens des Entschlafenen als einer der fein nigsten der hessischen Dialettdichter wurde nicht gedacht, Sages Teftam a two byl ein Hinweis darauf schon am Plaze gewesen wäre. newrich von Trais", dieses Pseudonyms bediente sich kobius als Dichter, ist leider mit seinen Sedichten nicht so Bolf gedrungen, wie sie es ihres föstlichen Inhalts gen verdient hätten; seinem bescheidenen Wesen war jegliche halten die Refa Sm Bool f wird in e e gehalten, der It hatte. Der& ler, als es nad acht und es de Knodo, fo ite, doch mußte logischen Garten gen einer der hatte und i tigte fich mod er Gile, wie a einen der er mit einem brave Bierhänder auszuziehen, dod at Anodo eine eitdem Tag und September gen/ Sworne Sp ber. No lie Flur gebreite Referoemin eilen und auf Falten. Bei te Rameralem es einander a fie gewah haben. Millamme abhold und er verschmähte es, mit ſeiner Muſe in but Dieffentlichkeit zu prunken. In seinen Werken Wetterauer ung und Klang" und dreißig neue Gedichte in Wetterauer un bart" finden sich so viele Perlen deutscher Dialektpoesie, das zu den Besten zählen, was deutsche Volksdichter geschrieben. Febrich von Trais wird bei Allen, die ihn kannten, als Wen sich und Dichter unvergeßlich sein. s Wie wir aus guter Quelle vernehmen, soll nunmehr alm Kriegsveteranen von 1870/71, die nicht mehr 1½s des Cederpulcreme Kavalier Das Beste vom Besten! Der Kramer hat so manche Klage Nur Kavalier" bringt goldne Ladarguit Kavalier Cleberall erhältlich! Das Beste vom Besten Cage! Fabrik: 9 A Klein- Linden, 23. Sept. Bei der gestrigen Obst= versteigerung fostete der Korb Goldparmänen und Rosenäpfel am Baum 2-3 Mt., Honigbirnen 3 und Zwetschen 1.25 Mt. Viel höher stellten sich die Preise in Allendorf. Dort loftete der Korb Aepfel 350-4,00 Mt. X Von der Badenburg, 23. Sept. Der im Frühjahr zu Wieseck gegründete Lahn- Dünsberg Turnerbund hielt, am heutigen Nachmittag hier seine erste Bundesturnfahrt verbunden mit volkstümlichem Wetturnen ab. Punkt 2 Uhr trat das Kampfgericht unter dem Vorsiz des Turnwirts Schmidt Launsbach zusammen. Als Uebungen wurden Stabhoch, Weithoch, Freiweit und Gewichtheben zwiarmig bestimmt. Die zuboc vorgesehenen Stabübungen- fonnten der schlechten Witterung wegen nicht stattfinden, si: wurden daher erst am Schluss zur Ausführung gebragt. B8 it gehören 6 Vereine dem neu gegründeten Bunde an. An dem heutigen Wetturnen beteiligten sich 48 jugendliche Turner in 4 Riegen. Mit Recht wies der Bundesvorsitzende, Daubert: Weseck darauf hin, daß der Lahn- Dünzberg- Turnerbund nach wie vor den Bestrebungen der deutschen Turners haft treu bleiben wird. Der Turnverein Wieseck errang 8 Preise darunter der Turner M. Greiner den 1. Preis mit 37 Punkten. Der Turnverein Rodheim war mit 13 Tırnern beteiligt und trug 11 Preise davon, darunter der Turner Adolf Hasselbach den 2. Preis mit 34 Punkten. Beber hatte 4 Wetturner entsandt, die 2 Preise erzielten. Die gut besetzte Stapelle Becker- Wieseck trug durch ihre fröhlich n Konzertweisen viel zur Belebung des Turntages bei. * Wetzlar. Wie dies in den Vorjahren mit Ecfolg geschehen, läßt auch in diesem Jahre die Kreiskommunalverwaltung wieder Milch verwertungs- und Geflügelzuchtturse, und zwar in der Bürgermeisterei Rechtenbach abhalten wie folgt: am 24, 25, 26. S pt. für Münchholzhausen; 27., 28., 29. Sp. r. und K.- Rechten bach gemeinschaftlich in St.- Rechtenbach; 1, 2, 3. Dtober für Lüzellinden; 4., 5., 6. Oktober für Hörnsheim; 8., 9., 10. Dtober für Dornholzhausen; 11., 12., 13. für Nederfleen; 15, 16., 17. Oftober für Oberfleen; 18., 19., 20. Dtober für Ebersgöns. * Pohl- Göns, 23 Sept. Dostbautechniker John von Friedberg wird hier om Samstag, dem 29. Septbr. einen Vortrag halten über Obstbau verbunden mit pattischen Unterweisungen. Die Mitglieder des Vereins sowie sonstige Freunde des Obstbaues sind hierzu freundlichst eingeladen. ▲ Münster, 23. Sept. Der Kreisausschus verhandelte gestern über die Bürgermeisterwahl in Münster. Er erklärte die Wahl für gültig und verwarf die Reklamation toftenfällig. 5. Gontrum ist somit Bürgermeister. S s Ober- Ofleiden. Die sogenannten Walddörfer Böß feld, Schadenbach, Deckenbach und Höingen sollen i st definitiv von unserer Pfarrei abgetrennt und etne selbständige Pfarrei werden. Seither war es nur eine Assi tentenstelle. * Bad Nauheim, 23. September. In der abgelaufenen Woche sind 346 Kargäste angekommen, die Gesamtfrequenz beträgt bis zum 20. Sptember 26 859 Personen, w an genannten Tage noch 2 297 anwesend waren. wurden bis zum 20. September 366 051 abgegeben. Bäder * Friedberg, 23. Sept. Einen ungetreuen Knecht vers Schadenbach. Unserer kleinen noch nicht 200 Ceelen zählenden Gemeinde, die noch niemals ein Fest gefeiert hat, stehen für nächstes Jahr 2 Fefte bevor. Im Juli findet nämlich dahier das Bezirkstriegerfest bunden mit der Fahnenweihe des hiesigen Vereins und im Herbste die Einweihung unserer neuen Kirche statt. Die Fabne wird von einem inaktiven Mitgliede und die Orgel in der neuen Kirche von reichen, finderlosen Ortseinwohnern geftiftet. s Höingen. Unser allbeliebter Lehrer Werner ist nach 6jähriger Wuksamkeit dahier nach Trebur versetzt worden. An seine Stelle kommt der dortige Verwalter, der jedoch wie wir hören, unsere schöne Stelle( sie hat nur 20 Kinder) nicht annehmen will. * Walden. In dem Talsperrengebiet macht sich bereits die Spekulation auf den zu erwartenden größeren Betrieb während der Bauzeit und den später bestimmt eintretenden gröjerer Fremdenbesuch bemerkbar. * Hanau, 23. Sept. Oftrot bleibt. Das Stadtverordnetenkollegium lehnte den von den acht sozialdemokratischen Stadtverordneten gestellten Antrag, das Dctsstatut betreffend die Erhebung einer Gemeinde steuer von Bier und Obstwein vom 1. April 1907 ab außer Kraft zu sehen, ab. Die Steuer bringt der Stadt jährlich 33 000 mt. ein. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 21. September. Das Schöffengericht Vilbel hatte den Bautechniker Karl Eberhardt von Groß- Karben zu 50 Mr. Geldstrafe weg'n Sachbeschädigung verurteilt. Als der dortige Arzt eines Abends sein Fahrrad vor einer Wirtschaft hatte stehen lassen, fand er es mit zerschnittenem Gummireif vor. Der Berdacht lenkte sich auf den Angeklagten, den man beobachtet, daß er sich um die fragliche Zit aus der Wirtschaft entfernt hatte. Man beschlagnahmte sein Taschenmesser, das einem Chemiter übergeben wurde, der feststellte, daß die an dem Messer haftenden Gummiteilchen sowohl als auch der Schnitt, den Angeklagten als den Täter erscheinen ließen. Das Berufungsgericht fam zur Bestätigung des Urteils.- Wegen Beleidigung des Bürgermeisters von Dauernheim und eines Amtsrichters von Nidda und wegen Hausfriedenbruchs wurde der Megger Johann Mehr von Dauernheim zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt Er hatte gelegentlich der Unterhaltung über die bevorstehende Bürgermeisterwahl den Bürgermeister einen„ dreckigen Hund und meineidigen Schuft" genannt. Später ist er in die Wohnung des Amtsrichters eingedrungen und hat ihn mit geballten Fäuften bedroht. D18 Gericht sprach beiden Beleidigten die Publikations. befugnis zu. – Der Landwirt Heinrich Jakobi von Rohr. bach war wegen Beleidigung des dortigen Lehrers angeflagt. Das Schöffengericht sprach ihn frei, worauf die Staatsan walishaft Berufung einlegte. Die Straffammer erklärte den Angeklagten für straffcei, da beiderseits Beleidigungen gefallen sind. Gießener landwirtschaftlicher Wetter dienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 25. Sptember. Teilweise heiter, trocken, fühl, mäßige nördliche Winde. Verantwortlich für die Bolitik und den Inseratenteil Ibin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Siehen bewährteste Nahrung für Kufeke Kinder mehl gesunde u. magendarmkranke Kinder. Der Spielplan 1906/07 des Stadt- Theaters hatte der Fuhrmann Joft hier vor ein par Tagen erst Sieken liegt der Stadtauflage der heutigen Nummer bei. 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September ds. Js., nachmittags 3 Uhr, sollen in dem Schulhause Afterweg Bezirkssparkasse Gießt Wir bringen hierdurch zur Kenntnis der Am 27. September 1906 von 10 Uhr vorm.( Gewerbeschule) zwei Unterrichtskurse für erziebliche angehörigen, daß vom 1. Ottober 1. Js. ab bi bis 7 Uhr nachmittags wird die Wahl eines Ver- Handarbeit mit je dreistündiger wöchentlicher UnterIn dem einen derselben Kasse die tägliche Verzinsung der Einlagen trauensmannes für den 8. Vertrauensmännerkreis des richtszeit eingerichtet werden. Wahlbezirks Gießen vorgenommen. werden die Schüler mit Papparbeiten und in dem führung gelangt und daß jeden Werktag mittags 8-1 Uhr und nachmittags von 3-4 Für die Wahlberechtigten aus der Gemarkung anderen mit Kerbschnittarbeiten beschäftigt. Schiffenberg findet diese Wahl Zur Beteiligung an dem Unterricht können ältere die Kaffe geöffnet ist. Schüler der Volfsschule, sowohl als auch Schüler der Gießen, den 22. September 1906. höheren Lehranstalten zugelassen werden. Direktion der Bezirkssparkasse G Doering. im Sigungssaal des Bürgermeinereigebäudes zu Gießen, Gartenstraße 2 statt. Wahlberechtigt ist nur, wer in die festgestellte Wähler lifte eingetragen ist. Für Werkzeuge und Materialien, welche den Schülern während der Unterrichtszeit gestellt werden, find von jedem derselben 2 Mt. zu entrichten; die Schüler der höheren Lehranstalten haben außerdem noch ein Schulgeld von 4 Mark zu bezahlen. Zur persönlichen Teilnahme an der Wahl find solche Verbandsangehörige berechtigt, die zur Zeit der Wahl Anmeldungen zu dem Unterricht werden zur oben deutsche Reichsangehörige, männlichen Geschlechts und angegebenen 3eit in genanntem Schulhause entgegen bolljährig sind. Ein persönlich Wahlberechtigter fann fich genommen. bei der Stimmabgabe durch einen Bevollmächtigten ber- Gießen, den 21. September 1906. treten lassen. Das Wahlrecht von Verbandsangehörigen, die unter Mecum, Oberbürgermeister. Vormundschaft oder Pflegschaft stehen oder nicht natürliche Personen sind, ist von ihren gesetzlichen Vertretern, das Wahlrecht von weiblichen Verbandsangehörigen durch Bevollmächtigte auszuüben. Ein Bevollmächtigter muß denselben Erfordernissen entsprechen wie ein persönlich Wahlberechtigter, braucht jedoch nicht Verbandsangehöriger zu sein. Er darf nicht mehr als eine Vollmacht übernehmen. Die Vollmacht bedarf der schriftlichen Form und ist von der Bürgermeisterei des Betriebssizes des Verbandsangehörigen fosten- und stempelfrei zu beurkunden. Hahn, Rektor. Bekanntmachung. Nachdem die unter dem Schweinebestand des Heinrich Dörmer im Forstgarten aufgetretene Rotlauffeuche erloschen ist, wird die unterm 22. August 1. s. angeordnete Gehöftsperre aufgehoben. ordnete Gehöftsperre aufgehoben. Der Wahlborstand besteht aus dem unterzeichneten Oberbürgermeister als Vorsitzenden, dem Beigeordneten der Curschmann dessen Stellvertreter, fund den Beisitzern Stadtverordneten Philipp Euler IV und Ludwig Huhn zu Gießen. Gießen, den 21. September 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Bekanntmachung. Auf Grund des Artikel 23 des Volksschulgesetzes und der Bestimmung Großh. Ministeriums des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, vom 26. November 1901 bringen wir zur allgemeinen Kenntnis, daß die Fortbildungsschule Montag, den 1. Oktober ds. Js, im Stadtknabenschulhaus an der Nord- Anlage beginnt und von genanntem Lage an wöchentlich zweimal abgehalten wird. Zum Besuche derselben sind alle Knaben verpflichtet, welche während der letzten drei Jahre aus der Volksschule entlassen worden sind, sowie die Schüler der Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen, Realschulen und höheren Bürgerschulen, welche nach Ablauf des achten Schuljahres austreten, ohne mindestens ein Jahr lang der Obertertia angehört zu haben. Es haben sich einzufinden: Montag, den 1. Ottoker, nachmittags 2 Uhr: alle schulpflichtigen Kaufleute, soweit dieselben nicht die Gießen, den 21. September 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 27. Auguft 1906 angeordnete Sperre Schloßstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 21. September 1906. In allen Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Die Münchner Jugend> Buchhandist unbestritten die vielseitigste, intere. fantefte und aktuellste Chronik des zeitgenöffifchen Kulturlebens und in Anbetracht ihres reichen farbigen Kunstschmuckes die billigste aller illu= strierten Wochen= Schriften d. Welt. 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Außerdem haben diejenigen Schüler der Nachbargemeinden, die abends in ihren Heimatsort zurückkehren, aber zum Besuche der hiesigen Fortbildungsschule angemeldet worden sind, si Deittwoch, den 3. Oitober, nachmittags 4 Uhr, im Stadttuabenschulhause einzufinden. Unter Hinweis auf Artikel 25 des Volksschulgesetzes, wonach Lehrherren, Dienstherren und Arbeitgeber ihren Lehrlingen, Dienern und Arbeitern die zum Besuche der Fortbildungsschule nötige Zeit bet Meidung polizeilicher Strafen einzuräumen haben, ersuchen wir die Genannten, sowie die beteiligten Eltern, Vormünder 2c., den Schulpflichtigen von vorstehender Bekanntmachung rechtzeitig Kenntnis zu geben. Gießen, den 20. September 1906. Für den Schulvorstand: Mecum, Oberbürgermeister. Hahn, Rektor. Bekanntmachung. In der Zeit vom 15. bis 22. September 1906 wurde in hiesiger Stadt gefunden: 1 Sonnenschirm, 1 Herrenhut, 1 Hundemaulforb und eine Knabenmütze; verloren: 1 schwarzgehädeltes Umhängetuch und 1 schwarzledernes Portemonnaie mit 1.20 Mt. und 1 Trauring Inhalt. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belteben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 22. September 1906. Großherzogliches Polizeiamt Sießen. Herberg. Bringe meine und GOG Bekanntmachung. Das 3. Ziel Gemeindeftener für 1906 balb 8 Tagen bei Vermeidung der Beitreiben hiesigen Stadtkasse zu entrichten. Zahltage: Täglich vormittags, mit A des 26. und 29. ds. Mts. Gießen, den 22. September 1906. Der Stadtrechner: Doepfer. Bekanntmachung. Die noch ausstehenden Rechnungen über ungen zum diesjährigen Jugendfest find bis fi p 1. Oftober 1906 an Herrn Reftor Hahn einzusende Gießen, den 22. September 1906. Der Feftausschuß: Curichmann. Obstversteigerung. Donnerstag, den 27. September 1906, mittags 9 Uhr wird auf dem städtischen Obit stüd hinter der neuen Kaserne das Obst von 40 Bäumen bestehend in Tafel-, Wirtschafts- und obft, auf dem Stamm versteigert. Nach dieser Versteigerung werden um 10 Bürgermeistereihof etwa 15 Rörbe haltbarer birnen versteigert. Gießen, den 15. September 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Arbeitsvergebung. Die nachstehenden Arbeiten für den Neuba Höheren und Erweiterten Mädchenschule sollen Donnerstag, den 4. Oktober d. J., vorm. 111 öffentlich bergeben werden. Los 1 Kunstschmiedearbeiten, darunter: 7 Stück Haupteingangstüren, ca. 70 Ifdm. Treppen und sonstige Gel " Н 1 zweiflügeliges Einfahrttor. Los 2 Schlosserarbeiten, Los 3 Gipsstrichböden, 1418 qm Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Beding liegen während der Dienststunden bei uns zur G offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erh find bis zum genannten Zeitpunkt bei uns einzu Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 22. September 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. 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