Nr. 249 Apterbebirton: Gießen, Selteroweg 8. Fernanfching Rr. 368. Dienstag, den 23. Oftober 1906 Gießener -15. Jahrgang Contibellagen: Oberhofftliche Samilienzeitung( und wie Gießener Setfenblasen( wöchentlich). 6. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Knabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. nthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden non Oh- heisen Wiffen und Können. ,, Wissen ist Macht" mer hätte das Schlagwort noch nicht gehört! wer dürfte sich rühmen, es niemals nachgesprochen zu haben! Jedenfalls hat man jahrzehntelang nach dieser Barole gehandelt, mit diesem Feldgeschrei der Politik des Staates und der Gesellschaft die Richtung gegeben. Diese Tatsache wurde auf einem sozialen Kongreß in den letzten Tagen wieder einmal festgestellt. Wer wäre so stumpf, daß er nicht Macht haben wollte, wer für seine Kinder so resigniert, daß er darauf verzichten möchte, ihnen die Leiter zu halten, deren Stufen zur Macht führen! So haben wir Schulen über Schulen gebaut, und die Schulen darauf eingerichtet, daß fie der Jugend mehr und mehr Wissen beibringen möchten. Wir hätten schlimmeres tun können. Die Aufwendungen für die Schulen find gewiß nicht vergeblich und ohne Lohn gewesen. Die Vorzüge, die den deutschen Handwerker und Arbeiter auszeichnen, sind in der Schule geschaffen worden, und die Frucht ist nicht ausgeblieben. Allmählich aber find wir zu einer neuen Erfenntnis gekommen. Nicht als ob uns offenbar geworden wäre, daß wir im Irrtum und auf einem falschen Wege gewesen sind. Durch aus nicht. Nur zu einer schärferen Unterscheidung sind wir gekommen. Wir erkennen das Ziel, das uns vorgeschwebt hat und dem wir zustreben, genauer. Das ermöglicht uns, die Kräfte zu konzentrieren und die Absicht, die uns leitet, nicht mit geringerer Anstrengung, aber mit größerer Sicher heit zu erreichen. Wir haben vor dem Wissen auch heute noch allen Respekt und schäzen es durchaus nicht gering. Wir sind jedoch durch Beobachtung und Erfahrung dahin gelangt, das Wissen nicht ganz als Selbstzweck, oder auch nur als ein absolut selbständiges Mittel zum Zweck der Machterlangung anzusehen. Wir haben vielmehr die Einsicht gewonnen, daß das Wissen nach einer Art Umgestaltung, einer Vermischung mit einem anderen Element bedarf, um das zu leisten, was wir uns von ihm versprochen haben: Das Wissen muß zum Können werden, ehe es die Voraus, setzung der Machtgewinnung bildet. Das Wissen wird da. durch nicht etwa entbehrlich; es bleibt ein notwendiges Erfordernis wie zuvor. Es muß uns nur in Fleisch und Blut übergehen, wir müssen es allezeit gegenwärtig und gleichsam zur Hand haben; wir müssen es so beherrschen, daß es sich uns für die praktische Anwendung nie versagt. Wollen wir uns den Unterschied klar machen, so brauchen wir nur an den„ Bücherwurm" zu denken, der wohl in allen Büchern, in allen Zweigen der Gelehrsamkeit, aber nicht in der Welt Bescheid weiß. Ohne Frage ist das Wissen nötig; doch Früchte trägt es, Nußen bringt es erst, wenn es zum Können geworden ist. Nur in dieser Vervollkommnung und Ausgestaltung ist es die Stufe zur Macht. Die theoretische Einsicht ist keinesweges ohne Wert. Das ist sie bloß in ihrer Vereinzelung, so lange ihr die Vervollständigung durch die Beherrschung der Praxis fehlt. Das hat man freilich auch früher schon mehr oder minder deutlich erkannt gehabt. Aber man hat die Kluft, durch die die Theorie von der Praxis getrennt wird, unterschätzt. Man hat geglaubt, daß die praf tische Verwendung der theoretischen Einsicht sich schon von selbst einfinde, und daß man deshalb in vorderster Reihe auf die Gewinnung theoretischer Kenntnisse Wert legen müsse, - Die Köpenicker Affäre in militärischer Beleuchtung. Noch immer wird die Affäre des Hauptmanns von Köpenid im Publikum erörtert und wohl jeder fragt staunend, wenn er von der Sache hört: Wie war das möglich?" Allerdings haben dem falschen Hauptmann eine ganze Reihe bon Zufällen zum Siege über die Köpenicker Stadtkasse verholfen, nicht zum wenigsten die Unkenntnis in militärischen Dingen, die trotz der allgemeinen Wehrpflicht bei den meisten " Bivilisten", und wie der Fall Köpenick zeigt, selbst bei themaligen Soldaten vorherrschend ist. Der Anzug des Köpenicker Hauptmanns hätte auffallen müssen. Erstens gehört zur Schärpe unbedingt der Helm, zweitens entsprach die Müze nicht den Vorschriften, die im folgenden einmal kurz behandelt werden mögen. Daß ein Offizier in Müze und Feldbinde bezw. Schärpe erscheint, ist im Dienste völlig ausgeschlossen. Es kommt allerdings vor, daß sich einzelne Offiziere, wenn sie sich vom oder nach dem Paradeplatz oder zu anderen großen Veranstaltungen begeben, den Helm vom Burschen tragen lassen und in Müße über die Straße gehen, obwohl sie sonst in Galatoilette find. Diesen Anschein hat der falsche Hauptmann wohlweislich auch in Berlin erwecken wollen, denn er blieb, als er die Soldaten zum Bahnhofe führte, etwa hundert Schritt hinter seiner Truppe. Daß aber ein Offizier zu einem Dienst borgespiegelte Order zur Verhaftung der Stadtoberhäupter ist Dienst in Müze und Schärpe antritt, noch dazu wenn er ein Kommando befehligt, ist ein so grober Verstoß gegen alle Bekleidungsvorschriften, daß mindestens ein Reserveoffizier daran hätte Anstoß nehmen müssen. Auch die Epaulettes waren dienstwidrig. und die Im Gerichtsdienst werden von den Offizieren stets nur Achselstücke getragen, Epaulettes überhaupt nur zur Gala, zum Paradeanzuge, zum Kirchenbesuch und zum Gesellschaftsanzuge, Ueber die Müze des Köpenicker Hauptmannes laufen ver schiedene Lesarten um. Nach der einen soll sie nur ein Kokarde, nach der andern beide, aber verkehrt getragen haben Beides wäre natürlich fasch gewesen. Die deutschen Regimen daß man hierin gar nicht zu viel tun könne. Je größer das Wissen sei, desto größer müsse auch das Können sein. Dad war ein Irrtum. Denn das Können will ebenso wie das Wissen zunächst gelernt sein. Wer die Aufnahmefähigkeit des Schülers durch Mehrung seiner theoretischen Einsicht vollständig in Anspruch nimmt und aufbraucht, der läßt keine Kräfte frei, das theoretisch Erlernte in die Praxis mit dem rechten Geschick umzusetzen. Daher fam es, daß man nicht selten in den Schulen zu wenig erreichte, weil man zuviel oder zu vielerlei erreichen wollte und erreichen zu können glaubte. Auch hier gilt der Saß, daß in der Beschränkung sich der Meister zeigt. Die Schule soll uns Wissen beibringen- das ist richtig. Aber vom Wissen sollen wir zum Können ge= langen. Das ist das eigentliche und letzte Ziel der Schule und ihre höchste Absicht. Wenn sie durch Ueberfütterung des jugendlichen Verstandes mit Wissen den Weg zum Können versperrt, so geht sie an ihrem Ziel vorbei und vereitelt ihre eigene Absicht. Es braucht nicht erst besonders gesagt zu werden, daß die Schule solches Fehlgreifen nie gewollt hat. Aber begegnet ist es ihr nicht allzuselten, und den Schaden haben die Schüler gehabt. Glücklicherweise ist im großen und ganzen die Praxis der Schulen flüger gewesen als ihre Theorie. Der Instinkt der Lehrer und der Instinkt der Schüler haben hier geholfen. Jetzt hat sich der Instinkt zur deutlichen Erkenntnis entwickelt, zum Gewinn für Lehrer und Schüler. Man hat nicht das Wissen vom Throne gestoßen, man hat ihm bloß die Alleinherrschaft genommen und ihm das Können zum Gefährten gegeben. Das Wissen muß das Können vorbereiten, und das Können muß sich auf das Wissen stüßen und sich von ihm leiten lassen. Wissen ist Macht ganz wie früher, das Wissen nämlich das zum lebendigen Können wird. Der neue Herr. -er. Paris, 22. Oftober. Der französische Ministerpräsident Sarrien hat seiner Abschied genommen. Nicht um politischer Gründe willen, sondern weil er tatsächlich leidend ist. Die Kammer ist gai nicht beisammen; fie tann ihm also den Rücktrittsgedanken nicht eingegeben haben. Auch ist von einem Systemwechsel nicht die Rede. Das übrige Ministerium bleibt fast unver ändert fortbestehen, auch der neue Ministerpräsident wird aud seiner Mitte entnommen. Nur der Kriegsminister Etienne wird wahrscheinlich zugleich mit Sarrien und Bourgeois das Kabinet verlassen. Der neue Herr ist der seitherig Minister des Innern Clémenceau, der zwar schon seit Dezennien eine politische Rolle spielt, aber in diesem Jahre zuerst ein Portefeuille erlangt hat. Clémenceau trai in das Kabinet sofort mit großen Ansprüchen ein. Man ein wollte ihm ein Fachministerium geben, sozusagen Ministerium zweiter Klasse; aber er weigerte fich dessen und bestand darauf, daß ihm das namentlich für die Leitung und Beeinflussung der Wahlen wichtige Ministerium des Innern anvertraut werde. Er setzte auch seinen Willen durch. Wäh rend seiner Ministerschaft, die erst ein halbes Jahr alt iſt machte er längere Reisen. Er hielt sich allerdings in halbem Inkognito längere Zeit in Berlin auf, und besuchte ter tragen seit mehreren Jahren zwei Kokarden und zwar am Helm links die des eigenen Staates, als schwarz- weiß, blauweiß, schwarz- rot usw., je nachdem es sich um preußische, bayerische, württembergische o. a. Truppenteile handelt, rechts bie schwarzweißrote deutsche Kofarde. An der Müße erscheint die Landeskokarde unter der beutschen; bei Offizieren wird weiß überall durch Silber erjetzt. Die Kokarde wird als Nebenstrafe bei bestimmten Verbrechen dem Soldaten aberkannt; bei Offizieren ist es unmöglich, daß an Helm oder Müze die Kokarde fehlt, da eine berartige Strafe auch den Verlust der Charge nach sich ziehen würde. Im Falle Köpenick war ferner falsch der Anzug der zur Verhaftung kommandierten Soldaten. Die braven Grenadiere, bie eben von Wache tamen, befanden sich noch im Wachanzuge, d. h. mit Tornister, während zur Ausübung eines Berichtsdienstes nur Helm und Waffenrock vorgeschrieben ist. Es mag hierbei gleich erwähnt werden, daß noch ein anderer grober Verstoß gegen die Dienstordnung vorgekommen ist. Es ist ausdrückliche Vorschrift, daß ein Soldat, sei er Gemeiner, Chargierter oder Offizier, nur von einem im Range über ihm stehenden verhaftet oder vorgeführt werden soll. Da der Hauptmann wußte, daß der Bürgermeister von Köpenick Reserveoffizier sei, mußte er also selbst die Ueberführung nach der Wache vornehmen, nicht aber einen gemeinen Soldaten mit dem Transport beauftragen. Aber auch im andern Falle, wenn es sich nicht um einen zu verhaftenden Offizier handelte, war der mit der Verhaftung angeblich beauftragte Hauptmann verpflichtet, die Ueberführung der Arrestanten selbst zu leiten. Es find also eine ganze Menge von Fehlern seitens des falschen Offiziers begangen worden, don denen schon einer zu seiner Entlarvung hätte führen müssen, wenn nicht Bestürzung die Betroffenen jeder Fähig= feit rasch zu handeln, beraubt hätte. Abgesehen von den äußeren Verstößen, hätte im Köpenicker Falle auch die Vorzeigung eines Haftbefehls verlangt werden müssen, denn auch militärische Verhaftungen dürfen nur auf Grund eines schriftlichen, die Beschuldigung und den Beschuldigten bestimmt bezeichnenden richterlichen Befehls erfolgen. Wie die gerichtlichen Maßnahmen, se sind auch die anderen Dienstzweige beim Militär hinsichtlich des Anzuges dann die französischen Provinzen. Er fand dort in ganz bemerkenswerter Weise andere Aufnahme, als sonst Ministern zuteil wird. Man kann nicht sagen, daß er sichtbarlich etwas dazu getan hätte; doch ganz allgemein wurde der Eindruck hervorgerufen, als ob sein Auftreten das eines Dauphin von Frankreich wäre, als träte er wie eine Art Thronforderer auf. Natürlich ist die Thronforderung nicht buchstäblich zu verstehen. Clémenceau ift aufrichtiger Republikaner und der Sohn eines strengen Republikaners. Er hat bereits republikanische Traditionen, und das will bei dem häufigen Wechsel der Regierungsform in Frankreich etwas sagen. Die französische Republik kommt nur sehr allmälig zu einer Aristokratie, und die hat sie nötig, obwohl die französische Verfassung und Gesetzgebung ganz und gar demokratisch sind. Die meisten guten und naments lich die alten, die geschichtlichen Familien Frankreichs haben royalistische, die jüngeren imperialistische Traditionen. Um so größer ist das Ansehen der wenigen Familien, deren Ansehen und Ueberlieferung in der Republik wurzelt. Darum erschien Clémenceau bei der Rundreise durch die Provinzen Frankreichs vielleichtt ohne, vielleich sogar gegen seinen Willen- als der präsumptive Nachfolger des jezigen Präsidenten Fallières. Bis zu dieser Nachfolgerschaft hat es freilich noch gute Weile. Sechs Jahre find eine lange Zeit, namentlich in Frankreich, wo sich Popularitäten manchmal überraschend schnell abnutzen und verbrauchen. Immerhin haben die Franzosen zu jeder Frist einen Mann nötig, in dem sie den kommenden Mann" fehen können. Das braucht nicht durchaus ernsthaft gemeint zu sein, aber es gehört zum Bedarf des Volkes. Jedenfalls hat Clémenceau das Bedürfnis, sich dem Gedächtnis der Franzosen in der Rolle des ernsthaften Politikers einzuprägen. Er ist lange Jahre nur Journalist und geistreicher Journalist gewesen und die Folge davon ist, daß man zunächst von ihm nichts anderes als journalistische Geistreichheiten erwartet. Das will er den Franzosen abgewöhnen, und daran tut er Recht, wenn er mit einer politischen Zukunft überhaupt rechnen will. Seine Natur freilich fann er nicht ändern. Er bleibt auch als Politiker der geistreiche Mann, der mit geistreichen Wendungen überrascht und, wie früher die Worte, so jetzt die Taten pointiert. Es war ein großartiger Einfall von ihm, dem aus der Dreyfus Affäre bekannten, erst jüngst wieder rehabilitierten General Picquart für den Kriegsministerposten vorzuschlagen. Der Borschlag mag angenommen werden oder nicht, General Picquart mag Kriegsminister oder Unterstaatssekretär im Kriegsministerium werden oder im Frontdienst bleiben mit der bloßen Aufstellung ber Kandidatur hat Clémenceau ein deutliches Programm offenbart, bon unverkennbarer Deutlichkeit für Freund und Feind. Die Nationalisten in der Armee wissen jezt, woher der Wind weht, und daß der Wind start genug ist, manchen von ihnen wegzublasen. Was Clémenceau schon als Journalisten ausgezeichnet hat, das war der gesunde Menschenverstand, was die Franzosen bon sens nennen. Er haftete nicht am Schema, ließ nicht andere für fich denten, wahrte sich Unbefangenheit, bei aller Entschiedenheit seiner politischen Anfichten und Bestrebungen. Das will er auch in der Durchführung des Gesezes tun, das die Trennung von Staat und Kirche ausspricht. Er will das Gesetz zur Geltung bringen, aber fein Verfolger sein. Die Vornahmen sind gut, die Verwirklichung bleibt abzuwarten. - und der Abzeichen genau geregelt. Es wird danach im Dienst der Galaanzug, für Offiziere also Waffenrod nicht der sogenannte Interimsrock mit Epauletts, Helm, bei den Garde- und Leibregimentern c. mit Haarbusch und Schärpe, zu Paraden, militärischen Leichenbegängnissen mit Trauerparade und im Wachtdienst an den hohen Feiertagen sowie am Geburtstage der landesfürstlichen Familienmitglieder getragen. Orden und Ehrenzeichen werden nur bei großen Paraden, Garnisondienst und dem Exerzieren vor höheren Vorgesezten, sowie zu Gesellschaften angelegt, sonst nur die Bänder. Im gewöhnlichen Wachtdienst, für Meldungen, zum Dienst als Richter bei Kriegs- oder Standgerichten werden Helm und Schärpe, aber nur die Achselstücke angelegt. Zum Kirchenbesuch, zu Gesellschaften werden Helm, Waffenrock und Epauletts, zur Parole Achselstücke angelegt, aber keine Schärpe. Besondere Bestimmungen regeln noch den Anzug bei Meldungen nach erfolgter Beförderung, zum Schießdienst, im Manöver und Kriege usw., indessen kann hier nicht der Ort sein, alle diese Vorschriften wiederzugeben. Es sei nur für ganz uneingeweihte no verraten, daß man die einzelnen Offizierschargen, abgesehen von Unterschieden in der Uniform, an den Abzeichen auf den Epauletts bezw. Achselstücken leicht erkennen kann. Es tragen Achsel. stücke von Silberschnur und Epauletts mit goldenen oder Silbernen Halbmonden ohne Stern die Leutnants, mit einem Stern die Oberleutnant, mit zwei Sternen die Hauptleute bezw. Rittmeister. Aseistücke von schwarz- filbernem Schnurgeflecht und Epaulette mit dünner, losen Silberkandillen werden von den Stabsoffizieren getragen, und zwar ohne Stern vom Major, mit einem Stern vom Oberstleutnant, mit zwei Sternen vom Oberst. Die Generäle tragen.chselstücke aus zwei goldenen und einem filbern- schwarzen Strang und Epauletts mit sogenannten Raupen( Brouillons); darin hat der Generalmajor fein Abzeichen, der Generalleutnant einen Stern, der General zwei, der Generaloberst drei Sterne, letzterer außerdem gefreuzte Marschallstäbe, der Generalfeldmarschall nur die Marschallstäbe. An diesen und anderen Kleinigkeiten fana man erkennen, ob man einen echten Offizier Centurio. oder einen Räuberhauptmann vor sich hat. FREE 33. er 137 en 189 ng m. Bon eingetlemmt war. angehängt und zwischen ihm und dem Körper ein Handbell Unter ihm auf Gras und Steinen war feiner Armbruft und andere fleine Bedürfnisse, während an das aus Stein Stahl und Schwamm bestand, die Bolzen um laufende Tasche diente. Darin barg er fein Feuerzeug, nach oben offen und nach unten geschlossen war, als ringsHüften schlang fich ein breiter Lebergurt, ber, weil er doppelt, threrseits unter dem Knie zusammengeschnallt waren. Um die starken Sohlen befeßte lederne Strümpfe baritber gezogen, bie ben Gürtel felbst noch ein langes Jagdmesser im Futteral unten herauf hatte ber Mann gamafchenartige, mit Wasserfall von der Terrasse auf die Wiese hinabsprang. nicht hohen, aber ziemlich breiten, bünnen und schleierartigen fand. Die Terrasse felbst teils schon heute, teils erst nach längerer Betrachtung herausEs hatte bamit aber folgende Bewandtnis, wie der Jäger Sandstein zu Böschung fanft abibavte gesenkt haben. Die Gewäffer des Zeitweise die Mulde der Waldblöße ausfüllte, hatte hier aber Plaßregens, der Schneeschmelze und besonders des Gees, der schossen. Ursprünglich mochte die Terrasse sich in schräger dieser etwas geneigten Schieferlage entlang fan ber Bach ge. bestehen, auf welchem eine Schiefert auflagerte, und auf and Sie mochte damals wohl um die Vierzig fie nicht fchweigfamnebensowenig wie sie eigentlich alt war. fucht stand und die behielt sien für fich Dennsfonst har Stilles, Seltsames, eine Schönheit, die längst ilber aller Sehn naiano ging burchsible Seelen becualten Flichfrau setions schluchten nad sid 9 9 juin bie rouen der Gartenbäume, in benen im Benz die Nachtigall ben alten bayoften wübeln, pbergum Fenster hinaus in fast die kleinen Hinterstubenrbern alten Stadthäuser füllte, Gefichtis Budem gwarissie von junonischer Gestalt, sodaß sie freundlichen ebenexgrauendem Haar unda frischem, offenejen sein, mit hre Mächte wurden fchlummerlos, bis besseres las". noch Strahlen warf, und man ihr zu verstehen gab, ea fei sie fich endlich fünfzehn Mart foftete, cogdem er weber leuchtete, ging, der bem väter bewering einen Brillant e aufraffte und zu einem der Zuke, der Freundschaftlich die Tasche zu stecken, nitam fich selbst ganz unbegreiflich und Bergen og mählich eine Wandlung in Mutter Grins Seele. und nach heißem Bemithen thren tingenden Lohrebafibro in Sie, die nur gewöhnt war, iam Morgen in das Joch zu treten Am Brunnen nun und auf den turpflichtig besuchten Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Die Nachricht, daß dem Reichstage sofort nach seinem Busammentritt eine Vorlage über die Fleichteuerung zugehen soll, wird von verschiedenen Seiten bestritten. Es follen aber über Schritte zur Abhilfe eingehende Beratungen bei den makaebenden Stellen stattfinden. * Bei den Verhandlungen über den Handelsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz wurde den deutschen Unterhändlern eine die deutschen Erfindungen und Neuerungen besser als bisher schüßende Abänderung des schweizerischen Patentgesezes versprochen. Das ist nur teilweise geschehen. Eine aus deutschen Handelstreisen an den preußischen Minister für Handel und Gewerbe gerichtete Eingabe weist auf diese Tatsache hin und bittet um eine energische Stellungnahme bagegen, da die Schweiz auf Grund der früheren Verhandlungen unzweifelhaft verpflichtet sei, einen unbeschränkten Batentschutz für alle chemischen Verfahren einzuführen. Oefterreich- Ungarn. Der Minister des Aeußeren Graf Goluchowski hat dem Raiser sein Demissionsgesuch überreicht. Damit ist die so lang ventilierte Frage des Rücktritts Goluchowski akut ge worden. Der Kaiser hat der Demission stattgegeben und fich die weiteren Entschließungen vorbehalten. Es ist möglich, daß der Posten des Ministers des Aeußeren für den Augenblid nicht definitiv besetzt wird, sondern daß ein Provisorium geschaffen wird. Rufeland. ** Die Vorbereitungen zur Dumawahl werden jetzt von der Regierung energisch gefördert. Stolypin erklärte kategorisch, der Zusammentritt der Reichsduma werde, wie angekündigt, am 4. März 1907 erfolgen. Nach Prüfung des Wahlgesetzes durch den Senat ständen teine Hindernisse entgegen, die Wahlen vorzubereiten. Der Erlaß über die Gleichberechtigung der Landbevölkerung werde voraussichtlich beruhigend auf die Gesellschaft wirken und sie davon überzeugen, daß die Regierung das bekanntgegebene Programm aufrichtig durchführen werde. Der Kongreß des Verbandes russischer Leute beschloß, ben Kaiser zu ersuchen, ein neues Wahlgesez in nationalem ( Geiste zu erlassen, durch das den Israeliten das Wahlrecht entzogen werde, und außerdem den Wunsch zum Ausdruck zu bringen, daß die Duma nur einen beratenden Charakter trage. Dagegen erklärt die Regierung, sie werde sich ebensowenig bon dem rechtsstehenden Verbande russischer Leute, wie von einer anderen Partei in das Parteigetriebe hineinziehen lassen. ** Ueber neue Gewaltakte der Revolution liegen folgende Meldungen vor: Elisabethpol, 21. Oktober. Auf der hiesigen Eisenbahnstation wurde gegen den Unterkunftsraum der Gendarmen eine Bombe geworfen, wodurch drei Gendarmen schwer und zwei leicht verwundet wurden. Jusowka( Gouv. Jekaterinoslaw), 21. Oktober. Zehn Bewaffnete überfielen den Kassierer der Bergwerfe von Kamenskoje und raubten ihm 10 000 Rubel. Die Räuber entkamen, obgleich einer von dem den Kassierer begleitenden Polizisten verwundet wurde. Afrika. ** Aus Tanger werden neue Ansschreitungen gemeldet. Leute vom Beniarosstamme haben die Stadt Arzila an gegriffen und in ihre Gewalt bekommen. Sie haben sich der Gewehre und der Munition der Stadtwachen bemächtigt, die Stadttore geschlossen und abgesperrt, und der Anführer der Bande hat die Verwaltung der Stadt an sich gerissen. Der Vertreter des Sultans Mohammed- el- Torres wird Truppen nech Arzila senden. Hof und Gesellschaft. *** Anläßlich des Geburtstages der Kaiserin and gestern am faiserlichen Hose Familientafel und Marschall: tafel statt. Morgens nahm die Kaiserin die Gratulation der Familien- Angehörigen entgegen. ** Auf der Jagd erlitt der Fürst von Schwarz. burg Sondershausen gestern früh im Tierpark zu Sondershausen durch einen schlagenden Keiler eine Knieberlegung. *** Der Gesundheitszustand des Sultans soll ein höchst unbefriedigender sein. Die Person des Thronpräten. benten wird aufs schärfste überwacht. Nab und Fern. + Eisenbahnunfälle ohne Ende. Ueber drei Bahnunfälle an einem Tage liegen folgende Meldungen vor: Wladikawtas, 21. Oktober. Bei der Station Gudermeß erlitt ein Güterzug einen Unfall; der Zug stürzte den Eisenbahndamm hinunter; die Zahl der verunglückten Personen ist noch nicht festgestellt. Der Unfall ist die Folge eines verbrecherischen Anschlags, der einem Postzuge galt. Mez, 22. Oftober. In der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober fuhr im hiesigen Bahnhof der Güterzug Nr. 6690 auf einen stehenden Wagenpark und beschädigte 10 Waggons. Fünf weitere Wagen wurden vollständig zertrümmert. Zwet Personen erlitten leichtere Verlegungen. Die Ursache des Unfalls ist noch nicht festgestellt, doch glaubt man, daß falsche Gleisfreimeldung die Schuld daran trägt. Paris, 21. Oktober. In der letzten Nacht stieß bei dem Bahnhof des Vorortes Colombes ein Personenzug mit einem Güterzuge zusammen. Elf Personen erlitten hierbe leichte Verlegungen, mehrere Wagen wurden beschädigt. † Opfer des Sturmes. Bei Dover wurde ein schwedischen Dampfer durch den Sturm mit voller Gewalt gegen einen Wellenbrecher geworfen. Die Pfeiler des Wellenbrecher wurden zerstört, wodurch ein Dampftrahn umstürzte und auf da Deck des Schiffes fiel. Mehrere Matrosen wurden verlegt, 6 Mann über Bord gespült. † Tödliche Freude. Die in Reinickendorf wohnende Witwe Holz erhielt Sonntag von ihrem einzigen Sohne, der den Feldzug in Südwestafrika mitmacht, die Nachricht, das er mit dem nächsten Truppentransport in die Heimat zurück kehren werde. Abends fand eine Nachbarin die Holzz tot au dem Teppich liegend vor. Infolge der übergroßen Freud war sie einem Herzschlage erlegen. † Der Hauptmann von Köln. Der Schwindel in Haupt mannsuniform scheint jetzt Mode zu werden. Derselbe Haupt mann, der in Düsseldorf Hoteliers anpumpte, tauchte in Kön auf und legte eine Anzahi hoteliers sowie Besitzer größerer Bierrestaurants mit namhaften Geldbeträgen hinein. In einzelnen Fällen, in welchen man sofort Verdacht schöpfte, folgte man den Spuren des Hauptmanns und erzwang die Rückgabe des Geldes. Der Bebörde wurde Anzeige erstattet. † Diebstahl mittelst Dynamit. In der Nacht zum Sonn tag ist in dem Bureau des Admiralsgartenbades in Berlin ein Einbruch verübt worden. Die Diebe sprengten den Stählernen Kassenschrank mittels Dynamits und erbeuteten 6000 Mart in Gold und Hundertmarkscheinen. † Lotterieschwindler. Aus Stettin sind die Geschäfts. führer der Mistowbant", Julius Miskow und Thomas Kier purlos verschwunden. Die Firma erließ in Zeitungen und durch Prospekte Einladungen zum Bezuge von Roten Kreuzlosen u. a. Lospapieren, worauf viele Besteller Gelder einjandten, aber keine Lose erhielten. Als die Geschädigten Anzeige erstatteten und die Polizei einschritt, fand sie das Beschäft geschlossen und die Inhaber" verduftet. Bei einer in den Geschäftsräumen der Firma vorgenommenen polizeilichen Haussuchung wurden etwa 60 Lose beschlagnahmt, zum größten Teil Rote Kreuzlotterie- und eine Anzahl ausländischer Lose. Die Angelegenheit ist nunmehr zur weiteren Verfolgung der Staatsanwaltschaft übergeben worden. † Wo ist der Hauptmann von Köpenick? Man glaub jetzt in einem Schuhmacher aus Hamburg, der aus der Epileptiker- Anstalt Wuhlgarten" bei Biesdorf entlassen wurde, den Täter gefunden zu haben. Der Verdächtige hat in einem Gasthaus in Nauen erzählt, er käme aus Wuhlgarten, wo er den Wärtern ein Schnippchen geschlagen habe. Er hat auch die Funkenstation in Nauen besichtigen wollen und sich dort als„ Oberstleutnant in Zivil" vorgestellt. Die Köpenider Bürgerschaft hat eine Sympathiekundgebung für den Bürgermeister Dr. Langerhans veranstaltet, die diesen veranlaßt hat, sein Rücktrittsgesuch zurückzuziehen. = † Aufsehenerregende Verhaftung. In der Umgegend von Schillehlen bei Darfehmen in Ostpreußen sind in den letzten Jahren zahlreiche Einbruchsdiebstähle verübt worden, so in der Sodehner Post, bei Wildies Schillehlen, SpieschöferLopinnen, Hein- Tarputschen und zuletzt auf der Bahnpost in Spirokeln. Den energischen Nachforschungen des Orts. gendarmen in Schillehlen ist es nunmehr gelungen, den Täter in der Person des dort wohnenden Inspektors M. zu er= mitteln, der der Sohn einer hochachtbaren Familie ist. † Monaco in Köln. In der vergangenen Nacht wurde durch die Kölner Kriminalpolizei abermals eine Spielhölle aufgehoben, und zwar in einem Hotel- Restaurant in der Marzellenstraße. 45 Personen wurden angetroffen. Die Spieler setzten sich meist aus in Köln ansässigen Personen und besseren Bürgern aus dem Industriegebiet zusammen. † Selbstmord eines russischen Fürsten. Fürst Pawe! Michailowitsch Meschtscherski aus Moskau war im Begriff, nach seinem Gute in Kaluga zu reisen. Während der Billet. kontrolle wandte er sich an den Oberkontrolleur mit der Anzeige, daß sich in dem Abteil zweiter Klasse, wo er Play genommen hatte, drei Revolutionäre befänden; er bat daher ihm und seiner Begleitung Plätze in einem Abteil erster Klasse anzuweisen, was aber bei der Ueberfüllung des Schnellzuges nicht möglich war. Unweit der Station Tschudowo suchte der Fürst den Abort auf und feuerte dort zwei Revolverschüsse auf sich ab, die seinen sofortigen Tod zur Folge hatten. Kurz bor Ausführung des Selbstmordes hatte er dem Burschen seines Sohnes seine Visitenkarte gegeben, auf der folgende Worte standen:" Den Revolutionären entgeht man nicht, seinem Schicksal kann man sich nicht entziehen!" Der Ver= storbene dürfte die Tat in einem Anfall von Geistesstörung berübt haben, da er nicht ganz normal gewesen sein soll. † Schwimmende Minen. Beim Verlassen des Hafens Mladiwostok geriet der russische Dampfer„ Warsagin" auf einen Torpedo und sant sofort. Bei dem Unglück kamen 200 Passagiere ums Leben; nur einer wurde gerettet. Bunte Tages- Chronik. Pirmasens, 22. Oktober. In Fehrbach erdrosselte der Tagelöhner Greiner sein dreijähriges Enkelkind, während dessen Eltern im Wirtshaus tanzten. Der Großvater flüchtete nach der Tat, wurde aber festgenommen. Neckarsutten, 22. Oktober. Von der Südwand des Untersberges stürzte der Bäcker Friedrich Koppenhöfer mehrere hundert Meter in die Tiefe hinab. Die Leiche war total Berschmettert. Paris, 22. Oftober. In Serrièges( Dep. Hérault) fam es zwischen ausständigen Winzern, welche ein von dem früheren Minister Turrel verwaltetes Gut bedrohten, und Gendarmen zu einem Zusammenstoß. Ein Gendarmerieleutnant wurde bom Pferde gerissen und mißhandelt. Wellington( Nen Seeland), 22. Oktober. Heute früh brach hier eine Feuersbrunst aus, die größte seit dem Bestehen der Stadt, welche die Unionbant, andere Banken, Versicherungs Institute, Hotels und andere Gebäude in Asche legte. Newyork, 22. Oftober. Den letzten Erhebungen zufolge find über 1500 Personen bei dem jüngsten Zyklon auf den Antillen umgekommen. Aus dem Gerichtsfaal. § Vor dem Kriegsgericht. Das Glogauer Kriegsgericht verurteilte den Leutnant von Luebtom vom Liegnizer Königsgrenadier- Regiment wegen Mißbrauch der Dienstgewalt und anerlaubter Entfernung zu 1 Jahr Gefängnis und Dienstentlassung; Oberleutnant von Waldow erhielt wegen versuchter Verleitung zur Fahnenflucht 6 Wochen Gefängnis. § Der Kaiserdeputierte Hirsch vor den Geschworenen. Vor dem Breslauer Schwurgericht begann die Verhandlung regen den Vorschmied Heinrich Hirsch, der angeklagt ist, hädelsführer bei den Krawallen auf dem Striegauer Plaz gewesen zu sein. Diese Krawalle waren bekanntlich vor urzer Zeit bereits Gegenstand gerichtlicher Erörterung_gewesen, wo gegen 45 Angeklagte in einem aufsehenerregenden Prozeß mehrere Tage lang verhandelt wurde. Der Name des Angeklagten wurde schon vor längerer Zeit in der Deffentlichkeit genannt. Als nämlich der Kaiser im Jahre 1903 hurz nach der sogen. Kruppaffäre bei einem Besuche Breslaus m die Arbeiterdeputation die Ansprache hielt jeder deutsche Arbeiter hätte bis ins hohe Alter eine gesicherte Existenz", und die Arbeiter vor der Sozialdemokratie warnte, gehörte Hirsch zu enen Deputierten. Der Angeklagte selbst bestreitet jede Schuld. Er stellt den 25 von der Staatsanwaltschaft geladenen Belastungszeugen 50 Entlastungszeugen entgegen, die teilweise einen von ihm geführten Alibibeweis unterstützen jollen. Der Bürgerverein Giessen find. Wichtig i bie Mittel bur Bebor man nun abebt, fi ht man ben Erfahrunge Steuererbebung des Material zufa mit zwei Städte b hielt nach der langen Sommerpause gestern Abend im " Neuen Saalbau" wieder eine allgemeine Bürgerversammlung ab, die einen außerordentlich gutex Besuch gefunden batte. Die Verhandlungen nahmen einen sehr anregenden Verlauf, da die auf die Tagesordnung gefeßten Beratungsgegenstände: " Fleischteuerung" und" Kanalgebühren", alle Streise ohne Unterschied angehen. Es ist deshalb erfreulich, daß der Bürgerverein die Gelegenheit geboten hat, hierüber eine allgemeine Aussprache herbeizuführen, um so die verschied nen Meinungen zu zeigen und womöglich zu klären. Denn der Verein hält an seinem Grundsaße feft, neutral zu bleiben und feinerlei gebundene Marsch route zu geben. Kurz nach 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Lhrer V. Müller, die Versammlung, gab seiner Freude über den guten Besuch Ausdruck und begrüßte namentlich die erschienenen Stadträte. Er bemerkte, daß die Versammlung bereits eine Vorgeschichte habe. Es sei ja befannt gewesen, daß die Kanalisation im Bürgerverein ventiliert würde, die öffentliche Behandlung der Frage mußte aber wiederholt bertagt werden, da die Referenten verschiedentlich verhindert gewesen. Zwar habe es nicht an Stimmen gefehlt, die riefen:„ Nur mutig zu", allein der Vorstand habe sich von der ruhigen Erwägung leiten lassen, daß Ersprießliches erst dann gezeitigt werden könne, wenn ein flares, sachliches Referat als Unterlage vorhanden. Dieses werde Rechtsanwalt Leun izt halten. Zunächst bitte er jedoch die Ver sammlung, zu der Fleischteneruug Stellung zu nehmen. Es läge foigende, als Petition an die Großh. Regierung und den Bundesrat gedachte Resolut on zur Beschlußfassung vor: Die nun schon länger als ein Jahr anhaltende immer noch steigende Fleischteuerung lastet schon schwer auf dem deutschen Volte. Große Massen, besonders der städtischen Bevölkerung sind gezwungen, ihren Fleisver brauch einzuschränken und zu minderwertiger Ernährung überzugehen. Fine Differenzieru mungen hervor. D auf der Verorb In H Buff 1875. Umlagen geftattet. he Roften aufzutom Die heute in Gießen zusammengetretene allgemeine Bürgerversammlung erblickt in dieser Entwicklung eine ernste Gefahr für das Gedeihen aller gewerblichen Arbeit, für Kraft und Gesundheit breitester Volksschichten und damit überhaupt für die nächste Zukunft unseres Volkes und Vaterlandes. Sie richtet an Großh. Staatscegierung die dringende Bitte, bei hohem Bundesrat dah n wirken zu wollen, daß die Einfuhr ausländischen Viehs in weitergehendem Maße unter Beobachtung der notwendigen sanitären Vorsichts maßregeln baldmöglichst freigegeben werde". nach der Faffad der ungerecht, da d Frankfurt a. M. if en praftifch ift, al a werden, was for bie Anlieger der no foften berangezoge In der Debatte ergreift Hauptmann a. d. Else das Wort, um zum Frieden zwischen Konsumenten und Produzenten zu reden. Er führte aus, daß die Viehzucht feineswegs so rentabel sei, wie man gemeinhin annehme und daß die hohen Fleischpreise nicht so schwer empfunden würden, wenn nicht gleichzeitig auch die der anderen landwirtschaftlichen Produkte in die Höhe geschnellt wären. Er verfennt feineswegs, daß bei der Preisbildung treibende Kräfte im Spiele gewesen seien, moti biert im übrigen die hohen Preise aber durch den Rückgang der Fleischproduktion, den Eingang des Viehes durch Seuchen, durch Entartung usw. Er hält die weitgehende D.ffnung der Grenzen, da sie die Seuchengefahr nach sich zieht, nicht für angebracht und wünscht einen Zusatz zur R solution. Dem tritt Stadtrat Krnmm aber entgegen, der nicht an die Verseuchung glaubt, wenn das ausländische Vieh unter Beobachtung aller Vorsichtsmaßregeln an der Grenze geschlachtet und das Fleisch dann in das Jaland verschickt wird. Oder wenn statt einer Stele, wie das gegenwärtig in Schlesien geschieht, an 30, 40, 50, und noch mehr Stellen der deutschen Reichsgrenze besonders in der Nähe von Großstädten, wo große Schlachthäuser vorhanden, die Grenze geöffnet und die Viehenfuhr dort gestatte würde. Die R solution bedürfe feiner Zusäße.( Beifall.) Darauf nahm die Versammlung die Resolut on ohne weitere Redaktion einstimmig an. Die Eingabe, die im Saale zirkulierte, hat bereits zahlreiche Unterschriften gefunden. Um aber auch den Einwohnern Gelegenheit zur Unterschrift zu geben, die an der gestrigen Versammlung nicht teilge nommen, wird die Eingabe noch in verschiedenen Lokalen aufgelegt werden. Scbald diese bestimmt sind, werden wir unsere Leser davon in Kenntnis seßen. Darauf erhält Rechtsanwalt Leun das Wort zu seinem Referat über Ranalisation boll gefchaffen werden Willen des Einze Die Anfchlußgebühr ebt pro laufenden die Kanalgebühren in Gießen. Zunächst streifte er furz die Bedeutung der Kanalisation, mit der Gießen gegenwärtig fich versteht. Sie ist ein im menses Unternehmen, eine der wichtigsten fommunalen Auf gaben, sie steht gleich neben der Lebensmittelversorgung. Alle anderen Systeme, beispielsweise das Tonnen uno das Grubensystem, haben zur Ab ührung des Unrats sich nicht bewährt. Es muß das unserer Stadt deshalb hoch angerechnet werden, daß sie troß erheblicher technischer Schwierigkeiten an die Ausführung gegangen ist. Es ist nicht zu bestreiten, daß sie manche Lasten, besonders für den Hausbesiger durch die Hausanschlüss bringt, und manches Wort des Unmuts ist deshalb auch schon laut ge worden. Betrachten wir aber alle Vorteile, die die Kanali sation uns bringt, so sind die Opfer, die sie auferlegt, doch winzig gering. Vor allen Dingen handelt es sich darum, wie die Lasten verteilt werden sollen. In den vollen Genuß der Anlage gelangt erst die kommende Generation, es ist deshalb gerecht, daß sie auch Pflichten übernimmt. Die Baumittel der Kanalisation weden ourch Anleihe aufgebracht, die mit 1% jährlich abgetragen wird. Zu dieser Amorti sation gesellen sich dann noch die Kosten für Verwaltung, Unterhaltung usw. Inbetreff des Anschlusss sind zwer Wege offen: Der freiwillige und der zwangsweise. In Gießen hat man den letzten gewählt, die Verordnung vom 1./8.04 bestimmt nämlich in§1, daß uile Grundstücke entwässert werden müssen, demzufolge also auch zu den Kosten heranitrag von 30 Mart aben flantiert, fo wer mzugerechnet. Heb Hamburg, anders mo das Brinzip rer Berücfi& tigung laufenden m erhober Big. pro überbauten r alle diefe Erhebunge den und men hat bea ebühr eingeführt, die de führt. So brit e und Riel/ auf len und Gießen wi enen, bringen Sie doch andere Bevölkerungsf bleiben aber auch lann 3. B. fefte beng Rapital erheb erforderliche Summ pringen, fodaß man min Dfit zu vermei dem Rupertrage erfol i, in Berlin geschi eine fog. Alofettsteue bet nun ganz und g alle Erhebungen, so gerecht und bei ein ng zu empfehlen ist, hier natürlich versuchen, en, zu einer Ropffter erfen. Beglar erhebt eine beftener 2,40-480 Be unterscheidet zwis differ, indem es dte erf Beit einen einmaligen Demnächst fol a t werden, die aus dem den Inhaber erhoben Ramalloften nach dem ben, bei einem Wert 900 DRT. 2%. i. Frantfurt er Rt. 10%, aber ohne * ( G Der Großher Geheimen Rat Boft Areisaffistenz Veterin Reftor Hahn von d ** Ernannt wu etglied der Dberregnu amt Bingen Regier Der Brovinzialdirettic Preisamts Gießen. Der Freisinn im Café Ebel fe Borftandewahl und agsabgeordneter en über den Bart P.Biefen, die anotwendig Thom in den ersten Jahr anzureichern, ftärf en, wenn nur noch ogene geboten werde sp. Guftab Brä Ter, bat lange nichts im 42. Lebensjahr. einem 85 km- Chauf je auf Brennabor. KREUZ + STERN in Giessen erpause gestern Abend gemeine Bürgerversammlung ziehen sind. Wichtig ist hierbei der§ 12 der Verordnung, u dem die Mittel durch Kanalbeiträge aufgebracht werden len. Bevor man nun die Steuer in der einen oder anderen lex Bejuch gefunden hatt form erhebt, si ht man sich noch Mustern um, erfundigt auf den am Fuße des Dünsberges gelegenen Gruben befehr anregenden Verlauf, Bten Beratungsgegenstände bühren", alle Kreise ohne Deshalb erfreulich, daß der geboten bat, hierüber eine ren, um so die verschied ne lich zu tlären. Denn br Be feft, neutral ute zu geben. зи bleiba Dea nach den Erfahrungen, die man in anderen Städten it der Steuererhebung gemacht hat. Der Referent hat reiches Material zusammengetragen, aus dem hervorgeht, E nicht zwei Städte den völlig gleichen Weg gegangen D. Eine Differenzierung rufen schon die landesges ßlichen Bestimmungen hervor. Die Kosten in den preußischen Städten fteren auf der Verordnung über die Baufluchtlinie vom In Hssen ist die Aufbringung der Mittel Juli 1875. Umlagen gestattet. In Bremen haben die Anlieger it die Kosten aufzukommen und in Straßburg wird die Elener nach der Fassadenlänge erhoben. Diese Erhebung aber ungerecht, da die Straßenfront rein zufällig ist. St Frankfurt a. M. ist eine Anschlußgebühr eingeführt, die infofern praftisch ist, als durch sie sämtliche Grundstücke ge= e der Borsigende, 2 hr gab seiner Freude über begrüßte namentlich de fte, daß die Versammlung Es sei ja befannt gewesen, - Fellingshausen. Der Bergbau hiesiger Gegend ist seit einer Reihe von Jahren in recht bedauerlichem Umfang zurückgegangen. Wurden doch in den 70er Jahren( 1875) deutende Mengen der besten Braunsteinerze zu Tage gefördert. Ja, einige Gruben hatten in jener Zeit sogar die höchsten Leistungen im Bergbau- Revier Weglar aufzuweisen, indem beispielsweise durchschnittlich 6618,2 3tr. pro Mann und Jahr zu rechnen waren. Jetzt finden viele Bergleute auf dem großen Gießener Brauneisensteinbergwerf Arbeit. * erein ventiliert würde, die offen werden, was sonst in Preußen nicht möglich ist, da langten. Ferdinand durchschaute ihre Pläne und verhinderte ge mußte aber wiederholt verschiedentlich verhindert ur die Anlieger der noch nicht bebauten Straßen zu den Soll der Segen Ranaltoften herangezogen werden können. an Stimmen gefehlt, die der Vorstand habe sich bon n, daß Ersprießliches erit enn ein flares, fachlich 1. Dieses werde Recht hst bitte er jedoch die Ber erung ber Ranalisation boll wirken, so muß ein Zwang zum Anbluß geschaffen werden, der Anschluß darf nicht in dem reien Willen des Einzelnen liegen. Die Anschlußgebühr ist ebenfalls verschieben. Frankfurt abebt pro laufenden Meter Frontlänge einen einmaligen Beitrag von 30 Mart. Wird das Grundstück von zwei Straßen flankiert, so werden von der fürzeren Seite höchstens 20 m zugerechnet. Aehnlich verhält es sich in Stuttgart und Hamburg, anders liegt die Sache dagegen in Würz Homberg a. d. O. Jüngst hielt Kammerherr Freiherr von Shent zu Schweinsberg- Wäldershausen in unserem Kriegerverein einen Vortrag über den 7jährigen Krieg, speziell über den Schluß desselben im Herbste von 1762 in unserer Gegend. Insbesondere schilderte er, wie nach einem fräftigen Vorstoße Ferdinands bis Bad Nauheim die Franzosen eine am Niederrhein stehende größere Heeresabteilung an sich zogen und hierdurch ein Uebergewicht ersie dadurch, daß er ihnen zuvorfam und den Abmarsch auf Kassel aufhielt. Seine auf das linke Ohmufer bei Amöneburg vorgeschobenen Vorposten wurden von den Franzosen angegriffen und von Ferdinands Truppen gänzlich geschlagen, so daß die Franzosen feinen Angriff mehr wagten. Bald folgte ein Baff nstilstand und Friedensschluß. Somit war das Treffen bei Amöneburg das letzte des 7jährigen Krieges. Die an der Hand einer Karte gegebenen Ausführungen waren sehr interessant. Der Herr Baron trat aut dem hiesigen Kriegerverein als aftives Mitglied bei. foigende, als Betition at burg, wo das Prinzip von Leistung und Gegenleistung verfolgte und gesuchte Ottilie Schellmann von Geiß Nidda ndesrat gedachte Resolut on größerer Berücksichtigung gefunden hat. Dort wird 15 t. pro laufenden m erhoben und eine jährliche Abgabe von * Nidda. Die wegen Kindes mords strafrechtlich wurde in dem zwischen hier und Bad- Salzhausen gelegenen fog. Landgrafenteich als Leiche aufgefunden. Damit ist die schwebende Untersuchung geschlossen. Marktpreise für Vieh and Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 22. Obtober 1906. Fleischpreise Ochsen Kälber 1/3" " Höchste Schlachtviehpretje in Frankfurt a. M. 50 kg Schlachtgewicht 87-90 m. 100-106 Pf. 76-77 " 19.00-19.25 M. 17.00-17.25" in Steker 1½ kg 82-88 Pf. do. 84-90 do. 90-100 Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 kg 54 P. 6. " " Schwarzbr. d. 50 P. Schweine do. " Getreidepreise in Mannheim Weizen 100 kg Roggen do. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 2. Es können eingestellt werden: 2 landw. Arbeiter, 1 landw. Magd, Zieg tei: und Steinbrucharbeiter, 2 Schlosser, 3 Schmiede, 3 Spengler, 1 Wagner, 1 Heizer, 4 Schreiner, 1 Küfer, 1 Schneider, Wasch- und Puzfrauen, 2 Installateure, 1 Glaser, Streckenarbeiter. 1 Packerin, 2 Hausburschen, 1 Haushälterin, Dienstmädchen, Lauffrauen und Laufmädchen. Lehrlinge: 1 Spengler, 1 Schmied, 1 Elektrotechniker, 1 Schreiner, 1 Bäcker, 1 Buchdrucker, 1 Kaufmann. Es suchen Arbeit: 1 Schlosser, 1 Maschinenwärter, 1 Heizer, 1 Schreiner, 1 Kleidermacherin, 1 Büglerin, Wasch- und Pußfrauen, 2 Maler, 1 Hausbursche, 1 Lagerarbeiter, 1 Packer, 1 Lauffrau. Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil als ein Jahr anhaltende 50 Bfg. pro überbauten qm und zwar für jeden Stock. uerung lafter ſchon ſchwer aber alle diese Erhebungen fönnen nicht die gesamten Kosten oße Maſſen, beſonders be reden und men hat beshalb eine St anal benugungs. feiert bei befter Gesundheit und Geistesfrische nächsten Albin klein; für ben übrigen Inhalt: Georg Horn, gebe * Schotten. Marie Kath. Leuning Btw., geb. Weiß, Donnerstag, den 25. Ott., ihren 101. Geburtstag, vollendet also ihr 100. Lebensjahr. * Biedenkopf. Zwischen Obernkirchen und Gleidorf im Stegerlande spießte sich ein radfahrender Gerichtsvollzieher an einem Wagen mit spißen Stangen auf. Der Tod trat sofort ein. * Treysa. In unserer Stadt werden drei unbesetzte Lehrerstellen von Nachbarkollegen versehen. * ungen, ihren Fleisverge bithr eingeführt, die aber auch noch nicht ganz zum minderwertiger Ernährung Riele führt. So bringt Berlin 6/7, Breslau die hälfte und Kiel 2/3 auf. Diese Wege sind also nicht zu ammengetretene allgemeine pleblen und Gießen wird sich ihrer auch jedenfalls nicht n dieser Entw dlung ein bedienen, bringen sie doch gar zu leicht Härten für die eine aller gewerblichen Arbeit, aber andere Bevölkerungsflaffen. Ceitester Boltsschichten und Es bleiben aber auch noch andere Möglichkeiten offen. e Zukunft unseres Volkes Man kann z. B. feste Jahresgebühren nach dem Brandbersicherungs- Kapital erheben, wie es in Darmstadt geschieht. aatsregierung die dringend Die erforderliche Summe würde in Gießen aber nicht ahn wirken zu wollen, daß herausspringen, sodaß man Umlagen zu Hülfe nehmen müßte, 8 in weitergehendem Maß um ein Dfizit zu vermeiden. 2. tann die Veranlagung digen sanitären Vorsichts nach dem Nußertrage erfolgen, wie es in Preußen vielfach geben werde". 24. Oftober. üblich ist, in Berlin geschieht die Heranziehung mit 1/2%. ann a. d. Else das Wort, un Auch eine sog. Klosettsteuer ist irgendwo eingeführt worden, und Produzenten zu reden die aber nun ganz und gar zu verwerfen ist. Ueberblickt feineswegs so rentabel sei man alle Erhebungen, so tommt man zu der Ansicht, daß doß die hohen Fleischpreise eine gerecht und bei einer so sozial einschneidenden Einrichtung zu empfehlen ist, sie wird schließlich, da die Hausen, wenn nicht gleichzeitig haftlichen Produkte in die befizer natürlich versuchen, die Kosten auf die Mieter abzuint feineswegs, daß bei der walzen, zu einer Kopfsteuer. Diese ist aber gänzlich zu Spiele gewesen seien, mott, berwerfen. - Weglar erhebt eine Gebühr von 3 Mt., wenn die Gee aber durch den Rückgang haud efteuer 2,40-480 f. beträgt, dann folgt ein höherer Kassel. Hier soll nun auch eine würdige Stadthalle und endlich ein Schwimmbad gebaut werden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den Heiter und trocken, vormittags Nebel, Temperatur wie heute. Schwache südliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Marktberigte. " g des Viehes durch Seuchen, Saß; es unterscheidet zwischen Industrieabwässer und Haus- fleisch der Pfd. 80-82 Pfg., Schweinefleisch per Pfd. 90-100 Bfg. die weitgehende Deffnung abwässer, indem es dte ersten vorbelastet. Marburg erhebt efahr nach sich zieht, nicht Beit einen einmaligen Beitrag von 10 Mt. pro laufenden en Busaz zur R solution. m aber entgegen, der nicht ■ n das ausländische Vich maßregeln an der Grenze in das Jaland verschidt δίκ ( Schluß folgt.) Reter. Demnächst son aber eine Benutzungsgebühr eingeführt werden, die aus dem Miet- und Nußertrag berechnet, bon dem Inhaber erhoben wird. In Wiesbaden werden die Kanalkosten nach dem Mietwert, nicht Mietpreis, thoben, bei einem Wert von 300 Mt. 1%, 600 Mt. 11/2 Steile, wie das gegenwärtig und 900 Rt. 2%. Wohnungen unter 300 f. bleiben 50, und noch mar Stellen heuenfrei. Frankfurt erhebt von Wohnungsmieten über onders in der Nähe von 300 Mt. 1%, aber ohne Staffel. chthäuser vorhanden, fuhr dort geftatte würde. er Zufäße.( Beifall.)- die Resolut on ohne weiter Eingabe, die im Saale Unterschriften gefunden. Um genheit zur Unterschrift Berfammlung nicht teilge in verschiedenen Lokale bestimmt find, werden wh feßen. alt Leun das Wort en in Gießen. Cokales. * Der Großherzog empfing am 20. Oftober u. a. den Geheimen Rat Bostroem, Rektor der Landesuniversität, Kreisassistenz- Veterinärarzt Blume von Homberg a. Ohm, en Reftor Hahn von der Volksschule zu Gießen. ** Ernannt wurden Reg.- Rat Dr. Wagner zum Mitglied der Oberrechnungstammer, Kreisamtmann bei dem isamt Bingen Regierungsrat Friedrich Welcker zum Rat ki der Provinzialdirektion Oberhessen und zweiten Beamten Kreisamts Gießen. deutung der Kanalisation berfiehr. Sie ift en im pichtigten fommunalen Bu Der Lebensmittelversorgung elsweise das Tonnen- und Ab ührung des Unrat uß das unserer Stat daß sie trop erhebli Ausführung gegangen e manche Laften, besonder Hausanschlüff bringt, und e. Der Freisinnige Verein Gießen hält heute bend im Café Ebel seine Hauptversammlung ab. Neben Vorstandswahl und einigen anderen Besprechungen wird Andtagsabgeordneter Rechtsanwalt Reh Alsfeld Bericht tatten über den Parteitag der Süddeutschen Volkspartei. p. Wiesen, die nicht mit Stallmift gedüngt werden, fen notwendig Thomaêmehl und Kalifalze erhalten und bar in den ersten Jahren, um den Boden mit Phosphorre anzureichern, stärkere Thomasmehlgaben; in späteren ahren, wenn nur noch Ersatz für das durch die Ernten zogene geboten werden soll, genügen schwächere Gaben. sp. Gustav Gräben, seinerzeit der befte Chausseeshalb auch schon laut ihrer, hat lange nichts von sich hören lassen. Er sieht Te Vorteile, die bie Ranali fer, die sie auferlegt, bod handelt es fish baru Jen. In den vollen Genus mende Generation, es if m 42. Lebensjahr. Am Sonntag beteiligte er sich einem 85 km- Chaussee- Rennen und siegte in überlegener Beise auf Brennabor. 3flichten übernimmt. Die Ourch Anleihe aufgebracht Dirb. Bu diefer Amorti Soften für Verwaltung es Anschluffs sind zw o der zwangsweise. In ählt, die V- rordnung bom alle Grundstücke entwäffet auch zu ben Roften heran KREUZ + STERN iehen, 23. Oktober. Auf dem heutigen Wochenmarit lofteten Butter Der fb. 1.00-1.05 R., Sithnereler ber Stitc 9--10 Bfg.. Enteneter St. 0-0 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Vfd. 18-24 Pfg., Linsen per Pfd. 25-40 Bfg., Tauben per Baar 0.80-1.00 Mt., Hühner per Stück 1.00-1.60 mt., Hahnen per Stück 0.80-1.80 Mt., Enten per Stüd 0.00-0.00 mt., Gänse per Pfd. 70-75 Pfg.. Ochsenfleisch per Pfd. 82-88 Pfg., RindSchweinefleisch gesalzen per Pfd. 10i Pfa., Kalbfleisch ver Pfd. 84-90 Bfg., Hammelfleisch per Pfd 60-80 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 6.00-7.00 mt., Zwiebeln per 3tr. 4.00-5.00 Mr., Weiskraut per Std. 10-15 fg., per St. 00-00 fg., Aepfel ber Ctr. 15-24 Mt., Zwetschen per Str. 4.00-4.50 Mt., Birnen per Ctr. 10-15 Mr., Nüsse 100 St. 30 Pfg. Milch per Liter 20 Pfg. Dauerder Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegen stände des Wochenmarktverkehrs dürfen bis Beginn der Marktzeit überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Notierungen der Frankfurter Viehmarktpreise Frankfurt a. M., 22. Oftober 1906. Zum Verkauf flanden: 389 Ochsen, 71 Bullen, 991 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 320 Kälber, 417 Schafe und Hämmel, 1438 Schweine, 1 8tege 0 Biegen und Schaflämmer. Bezahl wurden für 100 Pfund: Schlacht- Lebend. Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren gewicht Mo 87-90 gewicht Me - b. junge fleischige, nicht ausgemästete un ältere ausgemäftete 76-80 c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 69-72 76-78 - 70-72 1 Bullen: a. bollfleischige höchsten Schlachtwertes b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder): a. vollfleischige ausgemästete Färsen( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes b. volfleischige ausgemäßteten Rühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) d. mäßig genährte Kühe und Färsen ( Stiere und Rinder) e. gering genährte Kühe und Färfen ( Stiere und Rinder) 80-82 76-78 - - 64-68 - Nur 10 Pfennig in Gießen. Ein Wort im Vertrauen. Der größte Fehler, den die meisten Menschen begehen, besteht darin, daß sie das Auftreten von Unpäßlichkeiten und Störungen im Körper mit Gleichgültigkeit betrachten, wodurch allmählich das, was sie augenscheinlich als geringe Störungen ansehen, sich zu ernstem Krankheitszustande bildet, in ein chronisches Stadium gerät. Wenn man hingegen gleich bei Beginn von Störungen und Unwohlsein ein richtiges und einfaches Mittel anwendete, würden in einigen Tagen die Störungen beseitigt und dadurch auch ernstere Krankheiten vermieden werden. Es ist deshalb von größter Wichtigkeit, daß beim Auftreten von Appetitlosigkeit, Verdauungsstörung, Kopfschmerzen, Verstopfung, Herzflopfen, Rückenschmerzen Blähungen Uebelsein, Brechreiz, Gereiztheit, Mattigkeit, bleichem und frankem Aussehen ein paar Tage Ferromanganin eingenommen wird, um diese Störungen zu beseitigen, den Körper zu kräftigen und das Eintreten ernster Krankheiten zu berhüten. Ferromanganin( enthält: Etsen 0,5, Mangan 0,1 ( an Zucker gebunden), Sognaf 15, aromat. Bestandteile und Wasser) ist eine glückliche wissenschaftliche Zusammenſegung, dabei von angenehmem Geschmack und berfehlt nie seine günstige Wirkung, wie dieses hinlänglich von Tausenden beurkundet ist. Preis Mt. 2.50 in Apotheken. Wenn in einzelnen Orten nicht vorrätig, beziehe man von: Universitätsapotheke Zum goldn. Engel" in Gießen Engel- Apothefe Frankfurt a. M.- Apotheke in Üürich, stein( Oberhessen) und Stern- Apotheke in Kassel. Offener Brief. Marburg, den 22. Oktober 06. Lieber Franz! Von Hamburg aus verfolge ich sie schon ohne sie bis jetzt gefunden zu haben, ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du mir die Es Adresse umgehend mitteilen würdest. ist diejenige, die mich durch ihr Entgegenkommen unendlich glücklich machen soll. Ich habe von Bekannten schon soviel von ihr gehört, ohne dass sie mir die Adresse angegeben hatten. In der Erwartung, in Bälde solche von Dir zu erfahren, grüsst Dich herzlich Dein Freund Julius Schmitt. toftet das neue, von der Maggi- Gesellschaft sin den Handel gebrachte kleine Probefläschchen. Jede Hausfrau, die MAGGI's Würze noch nicht fennt, sollte einen Versuch damit machen. Man verlange aber ausdrücklich MAGGI's 10 Big- Fläschchen. 33. FREE st er 111 en 180 ng a m. Freisinniger Verein. Einladung zur ordentlichen Hauptversammlung am Dienstag, den 23. Oftober, abends 9 Uhr im unteren Saale des Café Ebel, Tagesordnung: Bericht. Rechnungsablage. Vorstandswahl. Bericht über den Südwestdeutschen Parteitag der Freisinnigen Volks partei in Oberstein, erstattet durch Herrn Landtagsabgeordneten Rechtsanwalt Reh bon Alsfeld. Um zahlreiches Erscheinen ersucht ergebenst Der Vorstand. Bekanntmachung. In der Zeit vom 13. bis 20. Oftober 1906 wurden in hiefiger Stadt gefunden: 1 Rolle Draht, 1 Kette und 1 Paar Glacehandschuhe; verloren: 1 braunledernes Portemonnaie, 1 Portemonnaie mit über 60 Mt. Inhalt, 1 Portemonnaie mit ca. 3 Mart, 2 Schlüsseln und 1 Schräubchen Inhalt, 1 gelbes Portemonnaie mit ca. 1,20 Mt. und 1 Taschenkalender mit dem Namen Trautmann Inhalt, 1 filberne Kette mit goldenem Kreuz und Perlen als Anhängsel, 1 grauledernes Portemonnaie mit 4,50 Mt. Inhalt und 1 gelblederne Brieftasche mit 3 Photographien. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 20. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 13. Oftober 1906 angeordnete Sperre des Averweges von Walltor- bis Schillerstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 22. Oktober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Goethestraße zwischen Ludwig- und Stephanstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 22. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Brotpreise bom 21. Oftober bis 4. November 1906. Der hiesigen Bäcker. Kg. 1 Weißbrot . 2 " 1 Gem.- Brot 2 " 3 1 Kornbrot " 2 Der auswärtigen Bäcker. 12 Kilogr.( 4 Pfd.) Gem. Brot bei: Pfg. Ernst Christ Wiesed 1 Kilogr.( 2 Pfd.) Weißbrot bei: Georg Dern II., Gr.- Linden 25 Heinrich Weber, Heuchelheim 27 W. Weißel, Lang- Göns. Heinrich Binz, Aulendorf a. L. 25 W. Fabel, Wieseck 2. Steinmüller, Gr.- Linden 26 W. Leir, Klein- Linden Karl Post, Wieseck Jakob Appel, Krofdorf 27 Ohne Preisaufschlag geben wir bei unseren anerkannt vorzüglichen Qualitäten 5% Rabatt 5% Kaiser's Kaffee- Geschäft G. m. b. H. Europas grösster Kaffee- Rösterei- Betrieb. Fabriken in Viersen, Berlin, Breslau, Heilbronn, Basel. Schokoladefabrik in Viersen. 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