Nr. 170 baltion u.Haupterpebition: Gießen, Seltersweg 88, Fernsprechanschluk Nr. 362. Montag, den 23. Juli 1906 Gießener 15. Jahrgang 爸 Gratisbellagen: Oberhoffische Familienzeitung( g) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen Die Haftung der Hotelwirte. ist in der Reffeperiode von besonderem Werte, fich er die Hauptsächlichsten Rechtsbeziehungen zwischen dem Hotelwirt und seinen Gästen hinsichtlich der eingebrachten Sachen genügende Klarheit zu verschaffen. Das Bürgerliche Gefeßbuch beschäftigt sich in einem besonderen Kapitel mit dieser Materie und ftatuiert in den§§ 701 bis 703 eine ungewöhnlich strenge Verbindlichkeit, wie sie nur in wenigen Reichsgesetzen zu finden ist. Unsere Gesetzgeber haben, indem fie diese Bestimmungen schufen, auf das römische Recht acüdgegriffen, nachdem die Schiffer und Gastwirte für die Ihnen vom Reisenden übergebenen Sachen unbedingt haft bar waren, weil, wie das Corpus juris civiles befagt, die Unzuverlässigkeit dieser Geschäftsleute allgemein befannt war und das Publikum sich in der Notwendigkeit befand, fich diesen anzuvertrauen." - - Der Hotelwirt, der gewerbsmäßig Fremde aufnimmt, hat nach dem§ 701 einem im Betriebe dieses Gewerbes aufge nommenen Gaste allen Schaden zu ersehen, der dem Gaste an Ben eingebrachten Sachen sei es durch Verlust oder durch Beschädigung zugefügt wird. Aber nur ein Hotelwirt, der dem Gaste Quartier anweist, haftet in solcher Weise, nicht auch ein Restaurateur oder der Vermieter möblierter Stuben. Durch Gerichtsentscheidungen ist festgestellt worden, daß auch Schlafwagengesellschaften den Hotelwirten inbezug auf die Haftung gleich geachtet werden. Daß die Wirte durch einen Anschlag leine Haftung für eingebrachte Sachen" die Haftung nicht wirksam ablehnen fönnen, war schon vor dem Bürgerlichen Gesetzbuche in Geltung, und wird auch von diesem ausdrücklich bestimmt. Als eingebracht gelten nach dem Gesez die Sachen, die ber Gast dem Wirt oder dessen Leuten, die zur Entgegen. nehme der Sachen bestellt oder den Umständen nach als dazu bestellt anzusehen waren, übergeben oder an einem ihm von diesen angewiesenen bezw. hierzu bestimmten Ort gebracht bat. Läẞt man also seine Sachen durch einen beliebigen Rofferträger in das Hotel bringen, so fann man nur diesen, nicht aber den Hotelwirt in Anspruch nehmen, falls irgend etwas passiert. Uebergibt man aber die Sachen der dazu bom Hotelwirt beauftragten Persönlichkeit, so hat der Wirt für alles einzustehen, was auf dem Transport mit den Sachen geschieht. Er hat auch dafür aufzufommen, wenn Koffermarter", die als Hotelangestellte gefleidet find, sich Sachen zum Transport übergeben lassen und damit verschwinden. Tiifft allerdings den Reisenden bei Uebergabe seiner Sachen an eine Person, die er für den Beauftragten des Hotelwirts hielt, selbst ein Verschulden( Fahrlässigkeit usw.), so kann die Haftpflicht des Wirtes ganz wedfallen, oder fich infolge Anrechnung des eigenen Verschuldens des Gastes einschränken. ber Der Wirt haftet aber nicht für einen Schaden, den bie eingebrachten Sachen erleiden, wenn der Gast selber, ein Begleiter oder eine Person, die der Gast bei sich aufgenommen hat, diesen verursacht. Ebenfalls entfällt die Haftung des Wirtes, wenn die eingebrachten Sachen infolge eigener Beschaffenheit und Mängel zugrunde gehen. Trifft dies alles aber nicht zu, so hat der Gast nicht etwa nötig, besondere Sorgfalt für die Aufbewahrung der Sachen zu wenden. Er fann getrost fortgehen, ohne jedesmal alles zu verschließen, und fann abends ruhig seine Sachen zum Reinigen auf den Korridor hängen Für allen bier entstehenden Schaden haftet der Wirt. Natürs lich tritt die Haftung dann nicht ein, wenn der Schaden, den die Sachen erleiden, durch höhere Gewalt verursacht wird. Darunter sind Erdbeben, Blitzschlag, Ueberschwemmung, Auf ruhr, Revolution usw., nicht aber jedes gewöhnliche Feuer zu verstehen. Nach§ 702 haftet der Wirt für Geld, Kostbarkeiten und Wertpapiere regelmäßig nur bis zum Betrage von 1000 m. Ueber 1000 Mart, also unbeschränkt, haftet der Wirt nur, wenn er die Gegenstände in Kenntnis ihrer Eigenschaft als Wertsachen zur Aufbewahrung übernimmt oder wenn der Schaden von ihm oder seinen Leuten verschuldet wird. Wenn also ein Gast Wertsachen für mehr als 1000 Mark bei fich führt, wird er nur dann sicher gehen, wenn er diese dem Wirt zur Aufbewahrung anbietet. In diesem Falle hastet der Wirt unbeschränkt. Nicht zu vergessen ist aber, daß feder Ersatzanspruch er. lischt, wenn der Gast nicht sofort nach Kenntnisnahme des Verlustes oder der Beschädigung dem Hotelwirt Anzeige macht. Hat der Gastwirt aber die Sachen zur Aufbewahrung erhalten, braucht der Gast ihm den Verlust nicht mitzuteilen, da dieser, der Lage der Sache nach, den Verlust eher merten wird, als der Gast selber. Der Rebabilitierung letzter Akt. ( Sonder- Bericht.) Baris, 21. Juli. Im Hofe der Ecole militaire zu Parts, wo Dreyfus im Jabre 1895 degradiert worden ist, vereinigten sich am 21. d. Mts. nachmittag Abteilungen aller Korps, der Garnison zur Beremonie der Uebergabe des Kreuzes der Ehrenlegion an Dreyfus. Der Familie Dreyfus wurde gestattet, an einem Hoffenster diese Ehrung des Majors Dreyfus mitanzusehen. Hierzu Hegt uns noch folgender Bericht vor: W Die Affäre" Dreyfus hat heute ihren versöhnlichen Ab. schluß gefunden und der einstige Verurteilte von Rennes, der Verbannte der Teufelsinsel, hat eine glänzende Genugtuung für die Leiden empfangen, die falsche Zeugen ihm zugefügt hatten. An derselben Stelle, an der dem verurteilten Dreyfus die tiefste Erniedrigung zuteil geworden ist, die einem Offizier werden fann, an dieser nämlichen Stelle hat man den Major rehabilitiert und mit Ehrenbezeugungen überschüttet. Welch ein Unterschied zwischen damals und fest! Man erinnert fich schmerzlich der Szene am 5. Januar 1895, als der Kapitän Dreyfus auf den Hof der Militärschule geführt und ihm vor versammelter Mannschaft das Urteil verlesen wurde, das ihn seines Ranges beraubte und auf die wüste Insel verbannte; man denkt noch an die Grausamkeit, mit der dem Verurteilten die Abzeichen seiner Stellung abgerissen wurden, ihm, den man als Vers räter bezeichnete und behandelte. Heute stand derselbe Dreyfus auf dem Hofe der Militärschule vor den Truppen, um die Ehren zu empfangen, die ihm nach seinem wiedererlangten Rang gebühren. Die Mannschaft präsentiert, die Tambours schlagen an und der Gouverneur heftet dem nunmehrigen Major" Dreyfus das Ritterkreuz der Ehrenlegion an die Brust, ihn mit dem üblichen Kusse als Ritter begrüßend. Wahrlich, es gehört ein ganzer Charakter dazu, diesen Wechsel des Geschickes zu ertragen! Vielleicht hätte er es vorgezogen, wenn man ihm den Anblick jener Stätte erspart hätte, an die fich für ihn nur tiefschmerzliche Erinnerungen knüpfen. Denn der ganze Glanz, der heute dem Major Dreyfus erwiesen wurde, fann die Schmach nicht verdecken, die vor 11 Jahren dem Kapitän Dreyfus, einem Unschuldigen angetan worden ist, und die alte, laum vernarbte Wunde muß heute wieder aufgerissen werden, mag auch das Bestreben, den Unschuldigen öffentlich und aus reichend zu rehabilitieren, ein an sich löbliches sein. ( Sonder- Bericht.) Schwüle Tage. Petersburg, 21. Jult. Schwer und dunstig, wie die Sommerhige, lastet die Ungewißheit auf den Gemütern. Man weiß nicht, was noch werden mag, und die offenfundigen Vorbereitungen, die von beiden Seiten getroffen werden, lassen das Aeußerste als nabe bevorstehend erwarten. Wie stets seit Ausbruch der Revolution, gilt der Sonntag als fritischer Tag, und die Regierung hat denn auch für morgen außerordentliche Maßregeln getroffen, um die Ruhe aufrechtzuerhalten. Die an gefährdeten Plägen gelegenen fremden Gesandtschafen werden durchTruppen bewacht, eine Maßnahme, die auf den ganzen Ernst der Lage hindeutet. Zunächst kommt es der Regierung vor allem darauf an, fede Veröffentlichung auch der von der Duma ge, jaßten gemäßigten Beschlüsse zu hindern. Von den Behörden find alle Druckereien in Petersburg benachrichtigt worden, daß jeder Satz der Duma- Kundgebung sofort fonfisziert werden würde. Das Redaktions Personal des sozialrevolutionären Blattes Myst" ist mit Ausnahme des Chefredafteurs, der Abgeordneter ist, verhaftet worden. " Angesichts aller dieser Vorbereitungen machen sich auch die revolutionären Elemente für alle Fälle bereit. So hielten die zur sozialdemokratischen und sozialrevolutionären Partei gehörigen Verbände der Bauern, Eisenbahnbeamten und Postbeamten, sowie der sozialdemokratische Militärverband in Mostau eine Konferenz ab. Es wurde beschlossen, für den Fall von Repressivmaßregeln der Regierung gegen die Reichsduma, diese leztere durch einen a II russischenpolitischen Aus stand zu unterstützen. Der Ausstand ſoll in friedlicher Weise ohne Kundgebungen und ohne Anwendung von Waffen die Bildung einer konstituierenden Versammlung herbe ühren suchen. Für die ganze Lage bezeichnend ist die soeben aus Petershof fommende Meldung, daß der Zar angesichts der neuesten Wendung, die sein Verbleiben in Rußland dringend notwendig mache, die Absicht einer Refe ins Ausland aufgegeben habe. Der Har soll dem Kaiser Wilhelm von dieser seiner Absicht persönlich Kenntnis gegeben heben. Dicie Tatsache hat sich zu dem Gerücht verdichtet, der Zar sei in Peterhof der Gefangene der Hoffamarilla. Wen wollte es Wunder nehmen, daß dieses Gerücht in weiten Kreisen Glauben findet! Keine Einmischung Desterreich- Ungarns. In der Sigung des ungarischen Abgeordnetenhauses vom 21. Juli richtete der Abgeordnete Gustav Graz die Anfrage an die Regierung, ob die Zeitungsnachricht wahr fei, nach der Desterreich- Ungarn gemeinschaftlich mit Deutschland zur Unterdrüdung der russischen Agrar- Unruhen eine he waffnete Intervention vorbereite. Der Ministerpräsident Dr. Weferle erklärte die Nachricht für völlig amwahr. Defter reich- Ungarn hätte nie eine dahingehende Abficht gehegt;& halte in seiner äußeren Politik an dem Grundlage feft, fich nicht in die Angelegenheiten fremder Staaten zu uitschen. Der Besuch des Deutschen Kaisers in Wien sei ete A rein freundschaftlichen Charakters gewesen, der in feinerlei Beziehungen zu ders artigen Bestrebungen gestanden habe. Politifche Rundschau. Deutfches Reich. Bel der Reichstagserfazwahl im Wahlkreise Rinteln Hofgeismar wurden gezählt für Herzog( Deutschsozial 6048, Rode( Natlib.) 1367, Röhrig( freis. Bp.) 1043, Helmerich ( Refp.) 1835 und Vetterlein( Soz.) 3907 Stimmen. Es findel bemnach Stichwahl zwischen Herzog und Vetteriein statt. Oefterreich- Ungarn. Das Zustandekommen der Wahlreform scheint durch ein Kompromiß nunmehr gesichert. Der zur Vorberatung der Vorlage eingeseßte Ausschuß des Abgeordneten hauses hat das Kompromiß mit 28 gegen 19 Stimmen an genommen. Danach soll die Zahl der Mandate für das Abgeordnetenhaus um 19 vermehrt werden, sodaß also deren Gesamtzahl 516 betragen würde. Von den neuen Mandaten sollen entfallen: auf Böhmen 5 deutsche und 3 tschechische, auf Mähren 1 deutsches und 2 tschechische, auf Galizien 4 slawische, darunter 1 ruthenisches, auf Tirol 2 deutsche und 1 italienisches und auf Steiermark 1 deutsches Mandat. Von den 130 Mandaten, die Böhmen in Kufunft erhält, sollen 75 den Tschechen, 55 den Deutschen zufallen. Amerika. ** Der Operettenfrieg in Südamerika ist zu Ende. Der Friedensvertrag zwischen Guatemala, Salvador urd Honduras ist auf hoher See an Bord des Kreuzers Jer Vereinigten Staaten ,, Marblehead" unterzeichnet worden. Der Friedensschluß fam erst nach Ueberwindung ziemlicher Schwierigkeiten, allseitig annehmbare Friedensgrundlagen zu finden, zustande. Der merikanische Gesandte leistete zur Erzielung der Einigung wizfjamen Beistand. Die Friedens. unterhändler nahmen eine Resolution an, welche den Präsi denten Roosevelt und Diaz den Dank für ihre Vermittelung ausspricht. Afrika. Nachrichten aus Tanger zufolge herrscht völlige Anarchie in Marokko. Muley, ein Bruder des Sultans, macht gemeinsame Sache mit den Anführern und ermutigt sie zum Widerstand. Man spricht von einer sehr ernsten Verschwörung, an der die Notablen und die Kaids der Tribus bon Marrakesch, Tafilet, Qued u. a. beteiligt seien. Es herrsche große Mißstimmung gegen den Sultan. Warum fiel Hdmiral Trchuknin?* 1 ( Enthüllungen eines Eingeweihten.) Von den Attentaten, die in den letzten Wochen gegen ruffische Machthaber verübt worden sind, hat keines soviel Aufsehen erregt, wie jenes, dem am 10. Juli der Admiral Tschuknin zum Opfer fiel. Man war selbst in Sebastopol über die Pünktlichkeit, mit der in diesem Falle ein schon lange seitens der Revolutionäre verhängtes Todesurteil vollzogen wurde, erstaunt, und das Geschick, dem der verhaßte Admiral erlegen ist, dürfte einen heilsamen Einfluß auf das Gebahren der militärischen Vorgesezten in Rußland ausüben, zum mindesten solange der Eindrud noch unverwischt ist. Ein warnendes Zeichen. Die Ermordung Tschulnins entsprang der wachsenden Unzufriedenheit in der Armee und Marine und ist eir: warnendes Zeichen für diejenigen, die noch hören und sehen können und noch nicht in der Verblendung befangen find, die gegenwärtig, wie es scheint, alle Behörden des Barenreiches im Banne hält. Gerade hier hat sich das Wort bewahr heitet: Wer Wind säet, wird Sturm ernten. Wie jetzt bekannt wird, ist Admiral Tschutnin nicht weniger als fünfmal zum Tode verurteilt worden. Das erste Urteil sollte eine Frau vollstreden. Sie traf aber den Admiral schlecht und wurde von der Wache in Stücke gehauen; man weiß bis heute nicht, wer sie war! Aber der Admiral tat nach diesem Wordversuch das Verkehrieste, was er tun fonnte. Er machte seinen Untergebenen das Leben zur Hölle und entzündete so den Brand, der ihn selbst berzehren mußte. Die freiheitliche Bewegung" Rußlands gibt durch einen Vertrauensmann die Ursachen befannt, die zu dem erfolgreichen Attentat führten; sie bilden eine Kette der schlimmsten Leiden, denen Difiziere und Mannschaften der Marine von Sebastopol unterworfen waren, und lassen die Tai, deren Urheber man taum jemals finden wird, menschlich erflärlich erscheinen. In dem Bestreben, die Anstister des ersten Attentates zu entdecken, richtete Admiral Tschulnin einen Er bejahl den Offizieren, regelrechten Spionendienst ein. Feldwebeln und Unteroffizieren eine Ueberwachung der Mannschaften und ihrer Angehörigen, die in der allerschärften Weise und auf Details ausgedehnt werden mußte, die auch nur anzudeuten hier nicht möglich ist. Den Matrosen wurde jeder Verkehr mit ihren Familien, der Besuch der Stadt unternur die Leftüre vorgeschrieben, sagt und ihnen nicht sondern mit den schärssten Strafen die Befolgung dieser Vorschriften durchgesetzt und jede Kritit der Maßnahmen schwer bestraft. Fortgesezte Arretierungen und friegsgerichtliche Bestrafungen selbst der besten Mannschaften waren an der Tagesordnuna und foraten dafür, daß alle Bande der Achtuna Wie gesagt, eine Frau für mich! VierManövergeiten, von zehn Jahre ziehe ich nun durchs Land in Bauern oder beim Pfarrer in der Mansarde. einem Jut aufs andere und dazu mal' ne Sathe beim Teuerster, der Mensch wird alt, faul und bequem. Denn sehen Sie, Bei dem morgen reiten Also Bielischten statt meiner. meinetwegen, Engelbert! Sie gondeln nach Bianta" schon ann heim kommand und die 2500 haben keine Eile. das ist die Bedingung!" Ron morgen früh ist sie Ihr Eigentum, Braunstein, Abgemacht Aber ich will die wann soll Das paẞt trefflich," dachte Engelbert. Er traf die diden Staubes dahinsausen. entsprechenden Anordnungen und fünf Minuten später sahen ihn die Kameraden, die Hand am Hebel, in einer Wolfe Bielischten sah der Chef des Generalstabes auf n die Uhr. und Disziplin gelöst wurden und sich der Matrosen und Difiziere eine Stimmung bemächtigte, die von Tag zu Tag drohender wurde und das Schlimmste bejürchten ließ. Die Katastrophe. " Notwendig mußte die Bombe einmal zum Plazen tommen, und dieser Augenblick erschien, ehe man es dachte. Entgegen dem Verbot Tschufnins war bei zwei Matrosen revolutionäre Lettüre gefunden worden. Die beiden Uebeltäter wurden berhört, verweigerten aber jede Aussage und wurden dem Kriegsgericht übergeben. Gleichzeitig erschien ein neuer, noch strengerer Befehl Tschufnins, der jeden mit dem Tode bedrohte, bei dem man in Zukunft verbotene Lektüre finden würde. Schon als dieser Befehl den Mannschaften verlesen wurde, war es flar, was dem Admiral bevorstand. Denn während es in der russischen Armee Sitte ist, Befehle mit den Worten Wir haben verstanden" entgegenzunehmen, begegneten die Mannschaften der Verlesung des Befehls mit tödlichem Schweigen. Einige Stunden später war Tschutnin im Besize des fünften Todesurteils. Noch jetzt hätte er das Verhängnis abwenden können, indem er den Befehl zurückzog. Er tat es nicht und war fünf Tage später eine Leiche. Diesmal hatte der Mörder hein Opfer besser getroffen. Den Toten verfolgte der Haß bis über das Grab hinaus; tausende von Proflamationen hatten den Matrosen das Todesurteil gegen den Admiral berfündet, ebenso viele Flugblätter meldeten ihnen jetzt die Vollziehung des Urteils. verboten ihnen, dem Toten das Grabgeleit zu geben, ja untersagten sogar den Druckern, Kranzschleifen zu drucken, ohne daß die Polizei ermitteln fonnte, woher die Flugblätter rührten. Admiral Tschufnin ist tot, er fiel als Opfer seiner eigenen Willfür und eines Systems, das sich als unhaltbar nicht mehr zu erweisen braucht. An seinem Grabe aber entsteht die bange Frage: Wird er das legte Opfer sein? Und die Antwort fann nicht bejahend lauten. Eine finstere Wolfe entsteigt jenem Totenhügel und legt sich schwer über das heilige Rußland, und aus ihr hervor leuchtet es wie Blut.... Die Einmischung des Auslandes. Beängstigende Gerüchte durchschwirrten die Luft und Gatten sich sogar zu Zeitungsnachrichten verdichtet. Danach sollten Deutschland und Desterreich sich verständigt haben, um bet etwa eintretenden Unruhen Truppen über die russische Grenze rücken zu lassen. Selbst in der Duma wurde auf diese Gerüchte zurückgegriffen, und Petrunkewitsch verfehlte in der Empfehlung seiner gemäßigteren Fassung nicht, auf die Gefahr einer Einmischung der beiden Nachbarstaaten hinzuweisen. Die russische Regierung dementiert diese Gerüchte. Der Gewähremann einer Zeitung aber, der Zutritt zum Baren hat, meldet jedoch: daß Rußland Grund habe, bei Einfegung der Diktatur auf die moralische Unterstützung der Westmächte zu rechnen. Demnach dürften bestimmte Abmachungen bestehen und wir können uns in Deutschland auf Ueberraschungen vorbereiten. Das Schicksal der Agrar- Resolution. nin Im legten Moment hat die Duma nachgegeben und davon abgesehen, der Regierung mittelft eines an das Volt gerichteten Manifestes in der Agrarfrage den Fehdehandschuh hinzuwerfen. Den von den Radikalen beantragten, eine außerordentlich scharfe Sprache gegen die Regierung führenden und direkt zum Kampf reizenden Aufruf hatte der Führer der Gemäßigten in der Duma, Petrunkewitsch, dahin abge= ändert, daß die Hoffnung zum Ausdruck gelangte, das Volk möge in Ruhe die weitere Entwickelung der Duma- Arbeiten abwarten. Nach stürmischer Debatte, die bis in die späte Nacht dauerte, wurde diese gemäßigte Fassung mit 124 gegen 53 Stimmen bei 101 Stimmenthaltungen angenommen. Aber selbst dabei blieb es nicht. Es wurde über die Art der Veröffentlichung dieser gemäßigten Resolution beraten, und der Anirag eingebracht, fie dem Minister des Innern zur Veröffentlichung im amt= lichen Blatte zu übergeben. Indessen selbst dieser Antrag fonnte nicht zur Entscheidung gelangen, da durch zahlreiche Stimmenthaltungen die für die Beschlußfähigkeit er orderliche Damit ist also der Stimmenzahl nicht vorhanden war. Aufruf angenommen, aber es besteht vorläufig feine Möglichfeit, ihn zu veröffentlichen. Mit dieser Wendung ist die Gefahr eines Konfliktes zwischen Regierung und Duma be= schworen. Dagegen ist es nicht ausgeschlossen, daß der Ausgang dieser mit so großem Aplomb eingeleiteten Aftion noch Spaltungen in der Kadetten- Partei" der Duma herbeiführen wird. Für alle Fälle waren sehr ernste Maßregeln getroffen. Aus Krasnoje Sselo waren Truppen in Petersburg eingerückt, und deren Kommandanten waren abends zu einer Konferenz zusammengetreten und hatten sich über die Verteilung der Truppen und die Mannahmen in dem Falle, daß Unruben eintreten sollten, verständigt. Nab und fern. + Todessturz aus dem Fenster. In Leipzig- Schleußig stürzte das dreijährige Söhnchen einer Arbeiterfrau aus einem Fenster der vierten Etage auf die Straße. Der Kleine erlitt tödliche Verlegungen und gab alsbald den Geist auf. Die Wutter hatte den Knaben einige Augenblicke allein gelassen, während dieser furzen Zeit war das Unglück geschehen. † Bierkrieg in Hamburg. Die Brauereien in Hamburg und Altona wollen infolge der Brausteuer den Bierpreis um 2 Mart pro Heftoliter erhöhen. Gegen diese Maßnahme bereiten die Gastwirte eine gemeinsame Aftion vor. † Rätselhafter Leichenfund. Bei Nieder- Schönweide wurde von Pionieren, die dort ihren Uebungsplatz haben, zwei männliche Leichen aus dem Wasser gezogen. Die eine hat am Hinterkopfe Verletzungen, die von Messerstichen oder Schüssen herzurühren scheinen. † Güterdiebstahle auf einem Bahnhofe. Durch einen anonymen Brief find eine Reihe Diebstäble aufgedeckt worden, die auf dem Bahnhofe des Borsigwertes zu Kattowiz seit Jahren von Eisenbahnbeamten verübt wurden. Mehrere Beamte sind verhaftet, andere versezt worden. + Ein Vatermörder. In dem württembergischen Dorfe Oẞmeil tam ein Sohn des Bauern Bosserl abends spät be trunken nach Hause. Als ihm darob der Vater Vorhaltungen machte, griff er zum Messer und erstach den Vater. + Mord und Raub. Von unheimlichen Burschen, die zu allem fähig sind, wird das sächsische Städtchen Sebniz heimgesucht. Der Bergwirt Külbelt ist in seinem Haule von einem iuncen Meniden mit dem Revalner erschossen morden. Auf der Straße zwischen Sebniz und Neustadt wurde ein Radfahrer von zwei Burschen um Geld angesprochen, als dieser fich weigerte, drückte der eine Wegelagerer auf den Radfahrer seinen Revolver ab, der zum Glück versagte, worauf die Burschen entflohen. Sie bettelten dann in einem am Walde vor der Stadt belegenen Hause und schossen dabei auf den Besitzer, der indessen nur leicht verlegt wurde. † Den Arbeitskollegen erschlagen. In einem Dampffägewerk in Spandau waren zwet Arbeiter, Moske und Winkelmann, wegen einer Hänselei in Streit geraten. Plötzlich verließ der jüngere Arbeiter Moste seinen Platz, ergriff einen schweren Hebebaum und ließ ihn auf den Kopf Wintelmanns niedersausen. Der Getroffene brach mit zertrümmertem Schädel leblos zusammen und wurde in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhause gebracht. Er hat eine Frau und sechs unmündige Kinder; der Täter, gleichfalls ein verheirateter Mann, winde verhaftet. † Typhus in der Kaserne. Beim Glogauer Pionier bataillon find 19 Soldaten unter typhus ähnlichen Erscheinungen erfrantt. Die Ursache wird im Genuß von Oderwasser beim Baden erblickt. Die nötigen Vorsichtsmaßregeln sind getroffen worden. + Tod in den Flammen. In Grenzstadt im JserGebirge brach in einem aus Fachwerf errichteten Hause Feuer aus. Die Flammen griffen so schnell um sich, daß der Arbeiter Kratiner und seine beiden Söhne verbrannten. † Schreckensszenen in Sysran. Bei dem großen Brandunglück, von dem die Stadt Sysran in Rußland heimgesucht wurde, famen schreckliche Szenen vor. In furchtbarer Angst rannten die Bewohner durch die engen Gassen, um den Flammen zu entkommen. Viele wurden infolge der Angst wahnsinnig. Einige hundert Personen famen in den Flammen um. Die Es liegt zweifellos Brandstiftung vor. wütenden Einwohner ermordeten verschiedene Männer, die im Verdacht standen, den Brand gelegt zu haben. + Ein Schulmädchen ermordet. Auf dem Felde in der Nähe von Dortmund wurde die achtjährige Ilse Schäfer mit abgeschnittenem Halse ermordet aufgefunden. Zwei der Tat verdächtige junge Bergleute find flüchtig. + Wieder ein Ueberfall im Zuge. In einem zwischen Klampenborg und Kopenhagen verkehrenden Zuge verübte ein junger Mann in einem Wagen erster Klasse ein Revolverattentat gegen zwei Passagiere. Nachdem er versucht hatte, von den beiden Herren mit dem Revolver Geld zu erpressen, gab er, als diese die Notbremse ziehen wollten, fünf Schüsse auf fie ab und verwundete beide. Darauf sprang der Attentäter aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge, wurde aber bald darauf verhaftet. Im Polizeiverhör gab er an, daß er Hans Hardenstein heiße und in Neumünster geboren fei. Er habe sich auf einer Ferienreise befunden und wollte, da ihm die Geldmittel ausgegangen waren, folche mit dem Revolver erpressen. † Dampfer Zusammenstoß. Jm Newyorker Hafen stießen be Nebel die Dampfer" Perseus" und" Thomas Patten" zusammen, die mit Hunderten von Ausflüglern von der Seeküste nach der Stadt zurückfuhren. Der Thomas Patten" blieb in dem„ Perseus" steden, der ein 15 Fuß breites Loch erhalten hatte. Dadurch konnten alle Passagiere, meist Frauen und Kinder, trotz einer furchtbarer Panit glücklich auf den unversehrten Thomas Patten" überflettern und so gerettet werden. " † Großer Brand in Yokohama. Ein Riefenfeuer ist in Yokohama ausgebrochen. Bei der leichten Bauart wurden an tausend Häuser ein Raub der Flammen. Auch Menschen find umgekommen. Wir Nervösen! P Von Dr. med. 3locisti- Berlin. Näbe ein Klavier maltraitiert wird. Jedes Geräusch schmerzt den Nervösen und es ist ein charakteristisches Zeichen unserer Zeit, daß man eine große Reihe von Apparaten erfunden bat( sogenannte Antiphone), die man sich in die Ohren ftovft, um sich zu einer fünstlichen Taubheit zu bringen. Bei andern wieder ist das Geschmadsempfinden überfeinert. Das find die Leute, die stundenlang vor einer Speisekarte fizen und, jeden einzelnen Gang im Geiste durchfostend, aus diesen Erinnerungsbildern früherer Geschmacksempfindungen heraus nun feststellen, wo für sie in ihrer momentanen Stimmung befonders empfänglich find. Man muß nur sorgsam beobachten, an tausend Einzelheiten diese frankhaft gesteigerten Empfindlichkeiten zu erkennen. Als vor einigen Jahren ein berühmter Volkswirtschaftslehrer, der sein ganzes Leben den Finanzwissenschaften und den Problemen des Geldes gewidmet hatte, das Facit seiner Studien zog, mußte er eingestehen, daß er nach all der Arbeit heute weniger als je angeben fönne, was eigentlich( unter eine wissenschaftliche Formel gebracht) das Geld" ist. Und doch glaubt der Laie, daß eigentlich jedes Schulkind auf die Frage, was Geld ist, eine erschöpfende Antwort geben fönnte. Nicht anders steht es um die Krankheit unseres Zeitalters: die Nervofität. Jeder spricht von Nerven und nervös und verbindet damit eine Reihe ganz bestimmter Vorstellungen. Und doch ist für die Wissenschaft dieses Krankheitsgebiet ein noch immer nicht ganz erforschtes Feld. Man würde es noch Hinnehmen können, wenn wir über die letzten Ursachen dieser Krankheit nicht völlig im Klaren find. Das Leben der Seele ist uns nur wenig befannt und über die Erkrankungen der Seele besigen wir, was die Ursachen anlangt, eigentlich erst Andeutungen. Und so fann denn die Forschung sich nur darauf beschränken, die Erscheinungen festzuhalten, die Symptome zu Krankheitsbildern zu ordnen und die Zusammenhänge miteinander und mit voraufgegangenen körperlichen Erkrankungen bloszulegen. Es ist immer noch nicht geglückt, reinliche Scheidungen der einzelnen Krankheitsgruppen vorzunehmen. Und besonders macht sich dieses Manto geltend bei der Umgrenzung der Neurasthenie, deren leichtere Formen im Volte als Nervofität bezeichnet werden. Wann sprechen wir von Nervosität? um Es ist ein vielgestaltiges Krankheitsbild und ein Teil dessen, was man als Schrullen und seltsame Angewohnheiten und Eigenarten bezeichnet, ist doch nur eine wechselnde Ausdrudsform derfelben Krankheit. In den schwereren Formen freilich zeigen fich schon bedenklichere Symptome. Besonders häufig ist der Drud im Kopfe, das Gefühl, als ob sich em Mühlrad im Kopfe drehe oder als ob fich eine Kugel im Dazu kommt eine Schädel hin und her bewege. Ermüdbarkeit als ungleich leichtere bei Gesunden. Man fann nicht stundenlang anhaltend lesen oder sonstige Arbeit verrichten. Und es scheint nicht uninteressant, in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, wieviel fürzer Es gibt wohl nur z. B. unsere beutigen Romane find. wenige Schriftsteller, die heute so ausgewachsene Romane schreiben, wie Gußkow, und sicher noch dafür viel weniger Leser. Um die Nervosität unserer Zeit zu verstehen, dente man auch daran, wieviel fürzer unsere heutigen Theaterstücke sind. Stücke, die vier Stunden dauern, sieht man selten und selbst unsere Klassiker müssen sich wegen der leichteren Ermüdbarkeit des heutigen Publikums allerlei Amputationen gefallen lassen. Und doch ist mit dieser Ermüdbarkeit wieder Schlaflosigkeit verbunden. Leichtere Erregbarkeit und leichtere Er müdung, Verschlafenheit und Schlaflosigkeit, alles Paradorien, die die Nervosität charakterisieren, und der Kizzel, den uns überhaupt das Paradore bringt, ist auch nichts anderes wie die Nervosität unserer Zeit. Wie oft hört man klagen, daß man heute so schnell die Taten großer Männer vergißt und undan bar wird. Aber diese Vergeßlichkeit ist auch nur ein Zeichen der Nervosität. Während im Nervösen alte Erinnerungen mit plastischer Deutlichkeit lebendig werden, ver gißt er, was der lezte Tag gebracht hat, und die EinSchmelzung neuer Vorstellungen in alte will nicht gelingen. Jeder Nervöse wird da einige besondere Aeußerungen dieser Krantheit in den Vordergrund rücken. Allen gemeinsam aber ist eine frankhafte Reizbarkeit. Heftige Zorn ausbrüche erfolgen bei ihnen oft aus der geringsten Ursache. Manchmal verfliegt der Zorn rasch; oft aber hält er länger an und durchsetzt alle Handlungen, die gar feinen Zusammens hang mehr mit der Ursache des Zornes haben. Aehnlich sind auch die Einwirkungen äußerer Ursachen auf die Stimmung. Während der Gesunde leicht einen peinlichen Zwischenfall überwindet, wird der Nervöse stunden- ja tagelang verstimmt werden. Und oft haben diese Verstimmungen feinen äußeren Anlaß. Man wacht verstimmt auf und bleibt den ganzen Tag so. Fast immer handelt es sich hier um trübe Stimmungen; zu übertriebener Heiterfeit hat die Nervontät wenig Neigung. Dagegen steigern sich die seelischen Qualen zu allerlei Angstgefühlen. Zu alledem fommt eine gesteigerte Empfindlichkeit penen Relativ äußere Sinnenreize. felten ist eine erhöhte Empfindlichkeit gegen grelles Licht. Das gewöhnliche Symptom der Nervosität ist aber die franthaft gesteigerte Sensibilität gegen Gehörseindrüde. Den einen stört das Kraßen einer Feder; andere könnten aus der Haut fahren, wenn jemand beim Essen mit der Zunge schnalzt. Und in einen Zustand balber Raserei geraten viele, wenn in ibrer So fönnte man tausend Symptome angeben, von den nervösen Beschwerden einzelner Organe, des Magens, des Darmes, des Herzens angefangen, bis zu den komplizierton seelischen Vorgängen, einer gewissen Art von Ideenflucht, bet der uns allerlei Gedanken, Empfindungen, Vorstellungen unverbunden oder nur mehr zufällig verkettet durchFluten und doch würden wir den ganzen Reichtum bieser Krankheitserscheinungen nicht festhalten. - zu nehmen, den Fremde wie auf der Fremde um Schließung faft al uns fommenden macht die allehrwi Inftitution bes der Sperrftunde no Die fogenann Teil ichon na des Juli folgen da eben feinen angen aum Tegnelen Familien, zu entrinnen. Sa Commermonaten Gmunden, Halft Marienbad, Fran oder eine der vi entüdende Umgeb Wien felbit über anderen Wel e die Geschäftsle gebrochen ift. wenigen Fremden Stadt fehr wenig eigentlich nur das artige Etabliffeme aller Annen, de wanderung nach heitsfonfurrenz ab Damen Schmudge Wem es ver Hodgebirge oder a baß er für wenige Verworren und vielgestaltig wie unsere Zeit ist diese Krankheit und es ist schwer zu sagen, wie Ursache und Wirkung hier zu einander stehen. Fraglos aber ist, daß die Art wie wir leben, ganz gleich ob es eine Folge der Krank heit ist, jedenfalls die Nervosität immer wieder erzeugt. Nicht nur die Fülle der Arbeit, sondern vor allem die Hast unseres Arbeitens bringt die Ner. vosität! Wir leben nicht nur mehr, sondern wir leben auch schneller. Die Sorgen, die der Kampf ums Dasein bringt, find schwerer geworden. Unsere Genußsucht zwingt uns zu stärkeren Anspannungen: Wir müssen Alkohol, Kaffee, Tabat als Reizniittel gebrauchen und diese künstlichen. Reize vergiften unsere Nerven. Die Ansprüche, die das Leben an uns stellt, die höhere Bildung, die Fülle der Eindrücke, die Unraft des Berufslebens diejer ganze Komple gibt die Ursachen der Nervosität. - An der fchönen blauen Donau. - - - - - Sommerbilder aus der öfterreichischen Kaiferftadt. Staubige Straßen. Ein Wald- und Wiesengürtel. Fontaine Lumineuse. Prämien für Häuser Im Salzkammergut. Strohwitwer Der Tag aller Aunen. Das Wasser Paradies. Schattenseiten. Auf der Ringstraße. schmud Das Sperrsechserl. Leiden. Venedig in Wien. - - - - - Wien, im Jult. Für den Fremden, der in diesen recht temperamentvoll einseßenden Tagen des jungen Sommers nach Wien kommt, ist jetzt just die rechte Zeit, die vielgerühmte Millionenstadt an der schönen blauen Donau von ihren Schattenseiten kennen zu lernen. Der Wiener Staub ist eine stete Kalamität und alle Bemühungen, seiner Herr zu werden, haben bis jetzt nur wenig gefruchtet. Der Windgott nimmt bei uns das ganze Jahr die Backen voll und bläst uns den abscheulichen Staub des Granitpflasters und der zahlreichen noch fahlen, unbebauten Stellen im Weichbilde der Stadt in's Geficht. In den letzten Jahren ist allerdings mancherlei unter nommen worden, diesem Uebelstande wenigstens einiger maßen zu begegnen. Das Pflaster, sofern es noch nicht aus Asphalt hergestellt ist, wird jetzt vielfach zwischen den Fugen mit Pech verflebt, wodurch die Staubentwicklung wesentlich gehemmt wird. Die Stadtgemeinde ist überdies bestrebt, wo es nur angänglich, Anlagen zu schaffen. Binnen urzem wird die Stadt von einem sogenannten Wald- und Wiesen gürtel umsäumt sein und den städtischen Gärten, deren wir eine ganz respektable Anzahl besigen, wird gegenwärtig eine so aufmerksame Pflege und Fürsorge zuteil, wie es nie zuvor der Fall war. Der nach Wien kommende Fremde, der einen Spazier gang über die Ringstraße macht, ist überrascht von der Fülle der Brachtbauten, eleganten Gartenanlagen, Monumente und der die seltensten Kostbarkeiten bergenden Auslagen der Ge schäfte. Seit furzem finden mehrmals in der Woche MilitärKonzerte auf öffentlichen Plägen statt; eine mehrere hundert tausend Kronen fostende, an Lichtstärke ihresgleichen suchende fontaine lumineuse( Leuchtbrunnen) lockt Tausende Zuseher auf den Schwarzenbergplab, ja selbst die Masten für die elektrische Beleuchtung bilden mit den an denselben ange brachten prachtvollen Blumenförben Ziers und Schaustüde rüt das Auge. Damit auch, wie es anderwärts schon lange üblich, das Neugere der Häuser einen gefäüigen Eindruck ge winne, find seitens des Stadtrates Prämien für die Aus schmückung der Balkone, Fenster und Simse mit Blumen, Epheu c. ausgesetzt worden. Elettrifchen ein paa Mann, nach des Tag es den Wiener ma fein angeftammtes denen aus man Wier Auf der Frem Europas hierher to Wiener Waldes, der Suft mächtig ein. finden gerechte Wür aus dem Höllentale quellenwaffer ift Wi fo tristallklares, fri modh London, Berlin Alle diese lobenswerten Bemühungen, den Ruf der alten Kaiserstadt zu befestigen, haben indessen noch immer nicht vermocht, ihr den fleistäotischen Charafter Hus Der Spielt wird gegenwärtig ein Gs find nicht wenig die verbotene Gli baben, als Angella Find 26 Beugen gela nur aus Leidenschaft um fich einen Neben § Gin anredlic wurde vom Kriegsg afpirant Schröder zu d und Bersezung in verurteilt. Die Unt Begirlstommando in hk. Der Deut fommertag hat fi ifter für Handel $ 270 des preußisch augesprochen. Dies Beje getroffenen Ber bei Berfteigerungen Behörden der Beam trafen bis 300 Tale Dadurch treffe er, w wert im Gegenfag zu deren langfristigen Epbifate nicht erfa zur Erlangung gro und somit dem Gene Lönnen. Wie den langung günftiger geftattet wären, mi erlaubt fein, zur Er ibre Probufte zusam feine Benachteiligun bei den heutigen w genügend Mittel zu Die Submittenten b noch auf den Wid und der bekannten Breis verabredungen Sitten in Einflang fomit eine heute eine Berbefferung deuten würde. P.Barnung gelommen, daß an nachts zertrümmert fi darauf aufmer beidabigungen be beftraft werden. gewarnt. P. Rinbera trieben. Die Das Befit betreffer trieben mehren fich Beweis, daß die oh nicht genügen eräusch ment Beichen unierer raten erfunden in die Obren bringen. Bei erfeinert. Das peifetarte fibe end, aus diejen bungen beraus nen Stimmung iam beobachten, aft gefteigerten und ein Teil Angewohnheiten vechjeinde Aus ereren Formen me. Besonders als ob fich en eine Kugel im tommt eine bei Gefunden en oder sonstige nintereffant, in wieviel fürzer gibt wohl nur dhjene Romane el weniger Lejer, dente man auch eaterſtüde find. felten und felbft en Ermüdbarkeit tionen gefallen wieder Schlaf nd leichtere Er Les Baradorien, Rizel, den uns hts anderes wie an flagen, daß ner bergißt und ist auch nur ein bösen alte Er ig werden, ver und die Ein I nicht gelingen. geben, von den Magens, des en fomplizierton Ideenflucht, bet Vorstellungen berkettet durch angen Reichtum re Belt ist diefe bie Ursache und aber ist, daß die Folge der Kranb wieder erzeugt bor allem die gt die Ner ondern wir leben mpf ums Dasein enußsucht zwingt müssen Alkohol, diese künstlichen prüche, die das Fülle der Ein r ganze Komple Donau. Kaiferftadt. - - und Wiesengürtel Brämien für Häuser nt. Stobritven чеп - Das Waffer Bien, im Jult. temperamentvol ach Wien kommt, Millionenstadt an attenfeiten tennen amität und alle 15 jezt nur wenig das ganze Jahr ichen Staub des hien, unbebauten t. mancherlei unter migstens einiger 28 noch nicht aus schen den Fugen dlung wesentlic Dies bestrebt, wo Binnen Jurzem ald und Wiefen ärten, deren wir gegenwärtig eine wie es nie zuvor reinen Spazier en, Monumente t bon der Fülle Auslagen der Ge r Woche Militar mehrere hundert gleichen fudende aufende Zuieber Masten für die denielben ange Echauftide nit rts schon lange gen Eindrud ge n für die Aus fe mit Blumen den Ruf der indeffen no ifchen Charalter e3 die zu nehmen, den fie in mancher Hinsicht noch immer auf Fremde wie auf Einheimische, die sich ein wenig in der Fremde umgesehen, macht. Zunächst ist Schließung faft aller Theater, welche im Sommer die zu uns fommenden Besucher nicht wenig enttäuscht. Ferner macht die altehrwürdige, aber durchaus nicht mehr zeitgemäße Institution des Sperrsechserls nach zehn Uhr nachts auch eben feinen angenehmen Eindrud. Die Straßen sind nach der Sperrstunde nahezu ausgestorben. Die sogenannten„ obersten Behntausend" tehren Wien zum Teil schon nach dem Derby den Rüden. Um die Mitte des Juli folgen dann am Schulschlusse die mit Kindern gefegneten Familien, um der drüdenden Atmosphäre der Stadt zu entrinnen. Hauptzielpunkte für den Aufenthalt in den Sommermonaten sind das Salzkammergut( Isal, Aufire, Gmunden, Hallstadt), die böhmischen Bäder( Karlsba, Marienbad, Franzensbad, Tepliz- Schönau, Königswert 2c.) oder eine der vielen reizenden Bilegiaturen, an denen die entzüdende Umgebung Wiens so reich ist. Bei dem gegen Wien selbst ist im Sommer tot. über anderen Weltstädten so geringen Fremdenverkehr spüren es die Geschäftsleute gewaltig, daß die tote Saison herein. gebrochen ist. Für die zahlreichen Strohwitwer und die wenigen Fremden, die Wien im Sommer berühren, bietet die Stadt sehr wenig Zerstreuung. In dieser Hinsicht kommt eigentlich nur das im Prater befindliche, in der Tat einzigartige Etablissement Venedig in Wien" in Betracht. Am Tage aller Annen, dem 26. Juli, herrscht eine wahre Völker wanderung nach dem Kahlenberge, wo alljährlich eine Schön. heitsfonfurrenz abgehalten wird und die drei obfiegenden Damen Schmudgegenstände als Preise erhalten. " Wem es versagt ist, in den Ferien auf's Land", in's Hochgebirge oder an die See zu gehen, der tröstet sich damit, baß er für wenige Heller, mit der Stadtbahn oder mit der Elektrischen ein paar Minuten in der herrlichsten Natur sein Mann, nach des Tages Last und Mühen. Jn's Grüne lockt es den Wiener mächtig hinaus, er vergißt darüber sogar fein angestammtes Kaffeehaus. Sumal jene Punkte, von denen aus man Wien überschauen kann, find stark frequeniiert. Auf den Fremden, insbesonders den aus dem Norden Europas hierher kommenden Besucher, wirkt der Anblick des Wiener Weldes, der unzähligen Sommerfrischen mit der reinen Buft mächtig ein. Aber auch unsere fulinarischen Genüsse Finden gerechte Würdigung. In Bezug auf das vorzügliche, aus dem Höllentale bei Reichenau nach Wien geleitete Hoch quellenwasser ist Wien allen Großstädten Europas über. Ein so tristallklares, frisches Trinkwasser besitzt weder Paris, noch London, Berlin oder Petersburg. Hus dem Gerichtsfaal. H. H- tz. § Der Spielteufel. Vor dem Dresdner Landgericht wird gegenwärtig ein umfangreicher Spielerprozeß verhandelt. Es sind nicht weniger als 17 Hazardspieler bezw. Gastwirte, die berbotene Glücksspiele in thren Räumen geduldet haben, als Angeklagte erschienen. Zur Beweisaufnahme Find 26 Beugen geladen. Sämtliche Angeklagte wollen sich nur aus Leidenschaft dem Spiel hingegeben haben, nicht aber, um sich einen Nebenerwerb zu verschaffen. § Ein nuredlicher Zahlmeister. Wegen Unterschlagung wurde vom Kriegsgericht der 14. Division der Zahlmeisteraspirant Schröder zu achtzehn Monaten Gefängnis, Degradation und Versegung in die zweite Klasse des Soldaten standes verurteilt. Die Unterschlagungen hat der Verurteilte beim Bezirkskommando in Essen begangen. Lokales. 23. Juli. hk. Der Deutsche Handwerks- und Gewerbetammertag hat sich in einem Gutachten an den preußischen Minister für Handel und Gewerbe für die Aufhebung des $ 270 des preußischen Strafgesetzbuches vom 14. 4. 1851 ausgesprochen. Dieser bedroht die zur Erlangung günstigerer Preise getroffenen Berabredungen der Käufer und Submittenten bei Versteigerungen und Berdingungen, die von öffentlichen Behörden der Beamten vorgenommen werden, mit Geldftrafen bis 300 Zalern oder bis zu 6 Monaten Gefängnis. Dadurch treffe er, wie das Gutachten ausführt, das Handwerk im Gegensatz zur Industrie besonders schwer, da er deren langfristigen Preisfestseßungen durch Kartelle und Syditate nicht erfasse. Er verhindere auch, daß mehrere zur Erlangung größerer Aufträge gemeinsam submittieren und somit dem Generalunternehmertum wirlsam tonfurrteren fönnen. Wie den Arbeitnehmern Vereinbarungen zur Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbdingungen ausdrücklich gestattet wären, müßte auch in jedem Falle den Arbeitgebern erlaubt sein, zur Erlangung günstiger Absazbedingungen für ihre Produkte zusammenzutreten. Dies würde an sich noch bei den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen den Behörden genügend Mittel zu Gebote ständen, einer Ausbeutung durch die Submittenten vorzubeugen. Endlich weist das Gutachten noch auf den Widerspruch zwischen dem genannten§ 270 und der bekannten Entscheidung des Reichsgerichts hin, die Breisverabredungen bei Submissionen als mit den guten Sitten in Einklang stehend bezeichnet. Der§ 270 enthalte somit eine heute veraltete Bestimmung, deren Aufhebung eine Verbesserung des öffentlichen Submissionswesens bedeuten würd P. Warnung. Es ist in letzter Zeit mehrfach vor. gekommen, daß an den Kanalbauarbeiten aufgestellte Laternen nachts zertrümmert oder sogar entwendet worden sind. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß derartige Sachbeschädigungen bzw. Diebstähie im Ermittlungsfalle schwer bestraft werden. Es sei deshalb nachdrücklich vor ihnen gewarnt. = P. Rinderarbeit in gewerblichen Be trieben. Die Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz betreffend die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben mehren sich in letzter Zeit in erheblichem Maße, ein Beweis, daß die Bestimmungen des Kinderschußgefeßes tamer noch nicht genügend bekannt und beachtet werden. Alle die, welche Kinder in ihren Betrieben beschäftigen, namentlich aber die Eltern welche ihre Kinder beim Austragen von Beitungen 2c. zur Hilfe heranztehen, seien auf das Merkblatt hingewiesen, das die komplizierten Bestimmungen des Gesetzes in übersichtlicher und leicht faßbarer Form enthält. Sie finden in ihm volle Belehrung über die gefeßlichen Vorschriften, insbesondere über die Bulässigkeit der Beschäftigung überhaupt und sind dadurch in der Lage, die Bestrafungen zu vermeiden. Auch für Behörden, Lehrer und Aerzte, sowie für jeden Rinderfreund ist das Merkblatt von großer Wichtigkeit. Mertblätter werden auf dem Großhl. Polizeiamt und auf der Amtsstelle der Gewerbeinspektion unentgeltlich abgegeben. " * Die Wohlfahrtspflege in den Kriegervereinen. Wie die Parole" mitteilt, hat der Deutsche Kriegerbund in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zur Unterstützung notleidender Kameraden sowie von Kriegerwaisen 106 000 Mt. ausgeben, 73 000 Mt., in derselben Zeit des Vorjahres. Die den Kriegerwitwen gezahlten Unterstützungen sowie die von den einzelnen Vereinen für Wohlfahrtspflege gemachten Aufwendungen sind dabei nicht mitgerechnet. * Die Leiche im Koffer. Aus Bad Wildungen wird dem Frks. Generalanz." unterm 20. d. M. geschrieben: Heute Vormittag traf hier ein Herr aus Hamburg ein, der sich als ein Neffe der ermordeten Frau Marie Vogel, geb. Lange, legitimierte. Der betr. Herr führte eine Anzahl Bildnisse bei sich, welche hiesige Bewohner sofort als Porträts der Frau Vogel erkannten. Der Herr erklärte vor allen Dingen, daß der verhaftete Meyer fein Neffe noch sonstiger Verwandter der Frau Vogel sei, wenn diese auch anderen Leuten den Glauben hieran beizubringen suchte. Die Vogel habe überhaupt einen sehr abenteuerlichen Lebenswandel hinter sich. Mit 18 Jahren habe sie einen Zollbeamten geheiratet, dem sie nach faum halbjähriger Ehe entlief; dann wanderte sie nach Amerika aus. Dort hat sie denn später einen Advokaten geheiratet. tert Angabe hat die Vogel auch s. 8t. bei ihrer Rückfunft mit Meyer nach Deutschland an Gerichtsstelle gemacht. In späteren Jahren wurde den Verwandten Mitteilung, daß Frau Vogel in Amerika zu großem Reichtum gekommen sei und mit verschiedenen Männern gelebt habe. So wohne in Hamburg noch ein Herr, mit dem sie in St. Louis längere Zeit zusammenlebte und der ihr damaliges Vermögen auf 80 000 Dollars schäßte; außerdem habe sie noch Grundstücke dort besessen. Ihr Geburtsort sei Göttingen, von wo aus ihre Flucht nach Amerita erfolgte. Hoffentlich wird auf das Auftreten dieses Zeugen hin Meyer sich zu weiteren Aussagen bequemen. Rätselhaft bleibt aber noch immer der Verbleib des Geldes der Frau Vogel, da sie selbst hiesigen Bewohnern ihr Ver. mögen noch auf 60-70 000 mt. angab, außer den an Meyer abgegebenen Summen. -n- Klein- Linden, 23. Juli. Gestern beteiligten sich einige Fahrer des Radfahrer Vereins Klein- Linden 1904 an dem von dem Radfahrerverein Garbente ich veranstalteten Wettrennen. Es war die 8-9 Kilometer betragende Strecke Garbenteich- Grüningen und zurück gewählt, die durchschnittlich in 14 Minuten gefahren wurde. Die sämtlichen ausgesetzten 5 Preise fielen den Klein- Lindenern Fahrern zu. -m- Lollar, 22. Juli. Die Gesangswettstreite der legten Jahre haben deutlich gezeigt, daß Gesangvereine mit einer großen Sängerzahl besser in der Lage find, Chöre, wie sie gewünscht werden, zum Vortrag zu bringen, als fleine Vereine. Eingebent des Mottos:„ Einigkeit macht start," traten zwei der hiesigen Gesangvereine, der„ Männergesangverein" und die„ Germania" in Verhandlungen, die nun auch zu einem günstigen Resultat geführt haben. Am Samstag- Abend haben in gemeinsamer Generalversammlung die Mitglieder die Vereinigung gutgeheißen und den Namen „ Männergesangverein Germania" angenommen. Dirigent wurde Herr Nennstiel- Gießen gewählt. Die attive Mitgliederzahl beträgt annähernd 60, es sind aber weitere Das Präsidium wurde Anmeldungen noch in Aussicht. Herrn Formermeister Bolte übertragen. Diese Vereinigung fann nur als gut bezeichnet werden. - ? Garbenheim, 22. Juli. Gestern und heute wurde hier eine vom mitteldeutschen Kaninchen- und Geflügelzüchter- Verband arrangierte Kaninchen- und Geflügel- Ausstellung abgehalten, die gut beschicht war. ? Bom Dünsberg. Der Erweiterungsbau der Schuß hütte wird in nächster Zeit vollendet sein. Der Besuch des Berges ist ein fortlaufend guter. * Weilburg. Die Firma Rupp in Essen, die in dem Feftzug zur Tausendjahrfeier eine Gruppe vorgesehen hatte, wird sie nicht ausführen, dafür hat die Firma 1000 Mt. dem Festkomitee übersandt. Als vierten Festtag hat man noch Dienstag, 21. August, vorgesehen. Am legten Tage soll noch die alte historische Kirchweihe mit dem berühmten Kindertanze zur Geltung kommen. Friedberg, 22. Juli. Eine Ausstellung von Bienen, Bienenhonig, Geräten zur Imkerei wurde heute Vormittag 11 Uhr hier im Saale zum Ratsteller eröffnet. Die Produkte der Biene, wie Honig, Wachs, Baben 2c. präsentieren sich sehr vorteilhaft. Besonderen Beifall findet eine Bienenweide von Dr. Hoffmann. Morgen tagt die 46. Hauptversammlung des Oberhessischen Bienen zuchtvereins. A Friedberg, 22. Juli. Im Ossenheimer Wäldchen hatten sich heute ca. 4000 Männer und Frauen aus ganz Oberhessen vereinigt, um das Bundesfest des Bundes der Landwirte für Oberhessen zu feiern. Man zählte 100 und mehr Leiterwagen, Lindauer und Sommerwagen, in denen die Bauern eingetroffen waren. Einen besonderen Anziehungspunft erhielt das Fest durch die Anwesenheit des Bundespräsidenten Dr. Rösick Görsdorf, der die Feftrede hielt. Von den erschienenen hessischen Landtagsabgeordneten seien angeführt: Köhler- Langsdorf, Ullmann, Breitenbach, Wolf, Bä, Hirschel, Leun Hauck und Korell. Reichetagsabg. rar Oriola- Büdesheim hielt die Begrüßungsrede. Die Gesangvereine aus Fauerbach, Nieder- Wöllstadt und Ossenheim trugen Bolts- und Vaterlandslieder vor. ** Ehringshausen, 22. Jnli. Zum allgemeinen Bedauern der hiesigen Bevölkerung verläßt Lehrer Hühner garth dieser Tage unseren Ort, wo er ein Menschenalter mit Er folg tätig war, um seinen Ruhesiz bei seinem Sohne in Büdingen zu nehmen. Frankfurt, 22. Juli. Auf der Zeil soll auf 3000 qm mit 80 m Front ein neues Riesenwarenhaus unter einem Kostenaufwande von 6 Millionen Mart errichtet werden. Eine hier abgehaltene Versammlung der ver einigten Landwirte von Frankfurt und Umgebung beschloß, den Milchhändlern die Verträge zu kündige, und den Milchpreis vom 16. August ab von 14 auf 16 Pfg. für das Liter zu ert öhen. Eingesandt. Gießen, 23 Juli 1906. Den vielfach geäußerten Wünschen um Aufstellung von Bänken mit der Bezeichnung„ Nur für Erwachsene" in den städtischen Anlagen ist nunmehr seitons der Stadt in dankenswerter Weise nachgekommen worden. Zwei neue Bänke mit dieser Bezeichnung laden den müden Wanderer an hübschen Pläßen in Süd- und Oftanlage zu ruhiger Erholung ein. Leider wird jedoch nur die erstere Bank diesem Zwecke vollkommen gerecht werden können, da bei der anderen der Siz so schmal ist- er besteht aus zwei Handbreiten Brettern- daß man sich nur mit frampshaft borüber geneigtem Oberkörper, als ob man ein Lineal verschluckt hätte, für kurze 3 it niederzulassen vermag. Beim geringsten Versuch, sich etwas zurückzulehnen, ragen die Oberschenkel weit in die Luft hinaus und die äußerste Verlängerung des Rückenmarks balanziert verzweifelt auf dem vorderen Rande der Siggelegenheit. Das ist nun nichts für ältere und ruhebedürftige oder kränkliche Leute. Die Bank scheint mir mehr für kleine Kinderchen zu passen. Ein erwachsener Mensch braucht zu leidlichem Sißen mindestens dret solcher schmaler Bretter wie sie auch die neue Bank in der Südanlage aufweist. Noch besser freilich würden vier Bretter sein, also etwa eine Gesamtbreite, wie sie unseren guten, alten, soliden Bänken von anno dazumal eigen war. Bielleicht läßt sich bei dem zierlichen Bänklein in der Ostanlage irgend eine kleine Abhilfe schaffen? Neueste Nachrichten. S. Die Reichsduma in Rußland ist, wie man befürchtete, aufgelöst worden. Der Telegraph meldet uns weiter, daß Ministerpräsident Gorempfin verabschiedet und Stolypsin zu seinem Nachfolger ernannt worden ist. Ob Graf Wite all die unhaltbarea Zustände im Lande unserer östlichen Nachbarn nicht vorausgesehen und darum zur rechten Zeit vom politischen Leben sich zurückzogen hat? Wir wagen es zu behaupten. Die russische Tynastie ist in einer nicht beneidenswerten Lage! Wie werden die Neuwahlen ausfallen? Diese Frage wird die ganze Zivilisation stellen; stellen im Hinblick darauf, daß bei ungünstigem Ausfall die inneren Uncuhen in Rußland sehr leicht noch weitere Kreise ziehen und besonders die größte Wachsamkeit der Nachbarreiche notwendig machen fönnte. Der Bar verläßt ist in dieser schweren Zeit Petersburg nicht, die Begegnung mit Katzer Wilheim hat er persönlich abgesagt. Wir sehen in diesem Entschluß, daß er gewillt ist, selbst tatträftig die Regierungszügel zu behalten. Db Stolypin für den Zaren und das Volt der rechte Mann ist, muß abgewartet werden.. Die neue Duma soll erst am 5. März 1907 einberufen werden. Die Bedingungen, unter denen die Neuwahlen zu geschehen haben, werden später bekannt gegeben. Dieses Defret dürfte das Signal zu einer allgemeinen Erhebung in ganz Rußland sein. Stadt und Gouvernement Petersburg sind in den Zustand des außerordentlichen Schußes versezt. abgeordneten ist gestern nach Finnland abgereift, Petersburg, 23. Juli. Die Mehrzahl der Dumaum dort über die durch die Dumaauflösung geschaffene Lage zu beraten. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Waterung in Hessen für Dienstag, den 24. Juli. Wolfig, zunächst noch trocken, dann Gewitter, noch etwas wärmer, schwache veränderliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es können eingestellt werden: 1 landw. Knecht, 1 landw. Magd, 3 Idw. Arbeiter, Ziegeleiarbeiter, 5 Bauschlosser, 2 Wagner, 5 Schreiner, Erdarbeiter, 1 Installateur, 3 Glaser, 4-5 träftige Arbeiter, 2 junge ausburschen, 2 Fahrburschen, 6 Dienstmädchen, 4 Lauffrauen, 1 Laufmädchen, 1 Kutscher, 1 Mädchen zur Aushilfe( tagsüber). Lehrlinge: 1 Elektromonteur, 1 Schreiner, 1 Kaufmann. Es suchen Arbeit: 1 Buchbinder, 1 Schreiner, 2 Wasch- nud Puzfrauen, 1 Flickerin, 1 Hetzer, 1 Glajer, 1 Staufmann, 1 Lauffrau, 1 Haus- oder Bureaudiener, 1 Schreibgehilfe. Verantwortlich für die count und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Giegen. Das Haar gehört un, weifelhaft zu den hervorragendsten menschlichen Schönhe isa.tributen, und leider fangen die Unglücklichen, bet denen der paarausfall oder Haar schwund begonnen, zu fät an, das Uebel zu b.tau pen. Es ist deshalb notwendig, täglich ein H.atwasser 34 georaud).n, um diesen Uebelstand zu verhindern und um schones Haar in seiner natürlichen Farbe zu erhalten. Dies wird ganz siger durch Carboline erzielt. Erhältlich in Drogerien, Larrumerien und Apotheken oder von H. H. Warner& Co., Schafergasse 10, Frankfurt a. M. Verein„ Contentia" Giessen.! Samstag, den 28. Juli d. Js., abends 9 Uhr: halbjährliche General- Versammlung im Felsenkeller( Bahnhofstraße), wozu mit der Bitte um vollzähliches Erscheinen ergebenst einladet Der Vorstand. Bekanntmachung. Der diesjährige lente Impstermin in Gießen findet Mittwoch, den 25. Juli von 5 bis 6 Uhr statt. Die Angehörigen der noch rädständigen Impflinge werden darauf afmerksam gemacht, daß sie ihre Kinder privatim impfen lassen müssen, wenn sie diesen letzten Termin nicht wahrnehmen und ein Aufforderungsbezw. Strafverfahren nach dem Reichsimpfgesez bermeiden wollen. Gießen, den 20. Juli 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Stadt Bekanntmachung. In der Zeit vom 14. bis 21. Juli wurden in hiesiger Jugendfest. Das diesjährige Jugendfeft, zu welchem 353 gefunden: 1 silbernes Armband, 1 lebender Blumenstock, Kinder angemeldet worden sind, soll Donnerstag, 1 Trauring und Geld; den 26. Juli 1906 im Philosophenwald abgehalten verloren: 1 dunkelrotes Portemonnaie mit ca. 10 Mt. werden. und einer Fahrkarte Darmstadt- Gießen als Inhalt, Nachmittags 2 Uhr stellt sich der Festzug in de 1 Schußsieb für Automobilhuppe und Porte- Oft- und Südanlage zum Abmarsche auf und nimmt monnaie mit 1,20 Mt., einem 10- Mt- Stüd, seinen Weg durch die Grünbergerstraße nach dem Fest mehrere kleine Münzen, 1 Fahrkarte nach Helpen- plate. Erwachsenen Personen ist das unbefugte Herein bach und zurüd und mehrere Notizzettel Inhalt. Entflogen ist: 1 grüner Papagai mit gelbem Kopf. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen stände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 21. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Pflastersteinlieferung. Die Lieferung von 70 ebm Pflastersteine II. Sorte, soll am Dienstag, den 24. d. Mts., vorm. 11 Uhr bergeben werden. Angebote, Unterlagen dazu auf dem unterzeichneten Bei der unterzeichneten Behörde ist alsbald eine Amt erhältlich, sind bis zum obigen Termin abzugeben. Schußmannstelle mit einem Anfangsgehalt von 1320 Mt., steigend jährlich um 30 mt. bis zum Höchstgehalt von 1800 Mt. zu besezen. Geeignete Bewerber, die während ihrer aktiven Dienstzeit beim deutschen Reichsheer oder der deutschen Marine mindestens 3 Jahre Unteroffizier gewesen find, wollen sich unter Vorlage selbstgeschriebener Gesuche, denen die Militärpapiere, sowie Führungszeugnisse beizuschließen sind, bis 20. August 1. Js. melden und sich bormittags zwischen 10 und 12 Uhr vorstellen. Gießen, den 21. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Betr.: Unbefugte Führung des roten Kreuzes. Da es nicht ausgeschlossen ist, daß das sogenannte „ Genfer rote Kreuz" noch immer im geschäftlichen Verkehr unbefujt Verwendung findet, machen wir auf die nachfolgenden Gesezesbestimmungen erneut mit dem Anfügen aufmerksam, daß die Polizeibeamten angewiesen find, gegen Zuwiderhandelnde Strafanzeige zu erheben. Das Reichsgesetz zum Schutze des Genfer Neutralitätszeichens vom 22. März 1902 bestimmt: Städtisches Tiefbauamt. J. V.: Köhler. Man prüfe Reeses anerkannt bestes Backpulver kostet nur 5 Pfg. Reeses delikat schmeckendes Spar- Paddingpulver Reeses so beliebten Vanilinzucker Reeses vor Schimmel schützendes Salizyl zum Einmachen. Alles mit Prämienscheinen. Reese G. m. b. H. Hameln. Geld! Bares Geld! Hoher sofortiger Verdienst für Jedermann! Kein Kapital! Kein Laden nötig' Spielend leicht! Offert. u. A. B. a. Annoncenexpedit. Eugen Wieland, Lindau in Bayern. Flechten alles. and trockene Schuppenflechte, akroph. Ekzema, Hautausschläge, Beinschäden u. Beingeschwäre. Aderbeine, böse Finger, alte Wunden sind oft sehr hartnäckig; Das in der Genfer Konvention zum Neutralitätszeichen erklärte Note Kreuz auf weißem Grunde, sowie die Worte:" Rotes Krenz" dürfen( abgesehen von ihrer Verwendung für Zwecke des militärischen offene Füsse Staatsdienstes) zu geschäftlichen Zwecken, sowie zur Bezeichnung von Vereinen oder Gesellschaften oder zur Kennzeichnung ihrer Tätigkeit nur auf Grund einer Erlaubnis gebracht werden, die im Großherzogtum Hessen von Großherzoglichem Ministerium des Innern erteilt wird. Dies gilt auch dann, wenn das Genfer Rote Krenz mit Abweichungen wiedergegeben wird, sofern die Gefahr einer Verwechselung vorliegt. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mt. oder mit Haft bestraft. Keine Anwendung finden diese Bestimmungen auf den Vertrieb derjenigen, mit dem Roten Kreuz versehenen Waren, welche vor dem 1. Juli 1903 mit einem amtlichen Stempel versehen worden sind. Sämtliche andere bis jetzt in Geltung gewesenen Ausnahmen sind von dem 1. Juli 1906 ab aufgehoben. Gießen, den 18. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Durchfahrt der Eisenbahn- Unterführung am NeuStädtertor von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 21. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird Keine Serienlose oder Pfennigslotterie! wer bisher vergeblich hoffte geheilt ru worden, mache noch einen Versuch mit der bestens bewährten RINO- SALBE frei von Gift u. Säure, Dose Mk. 1.-. Nur echt in Original packung weiss- grün- ret and mit Firma Rich. Schubert& Co., Wein böhla. Falschungen weise man zurück.( Wachs, Naphtalan je 15, Walrat 20, Benzoetett, Venet. Torp., Kampferpflaster, Porubalsam je b, Eigelb 30, Chrysarobin 0,5. hoben in den meisten Apotheken Nur Bargewin. Jed. Los gewinnt! Vermögen u. 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Gießen, Bismarckstraße Nr. 17. drängen in den Zug, sowie das Betreten der Spielpläge und das Eingreifen in die Spiele strengstens untersagt An den Eingängen zum Festplatz wird zur Be streitung der Kosten von allen nicht zuin Zug gehörenden Festteilnehmern ein Eintrittsgeld von 30 Pfg. erhoben. Im Vorverkauf, der bis zum 26. Juli mittags 12 h dauert, werden Eintrittskarten à 25 Pfg. abgegeben Dieselben find zu haben: im Geschäft von L. Althof Walltorstraße Nr. 16, in den Schreibmaterialienhandlungen bon E. Balser Mäusburg Nr. 11, F. Kühn Selterswe Nr. 36, K. Steinhäuser Neuen- Bäue Nr. 17. Die vorhe gelösten Karten sind an den Kassenstellen im Walde borzuzeigen. Von nachmittags 22 Uhr an läßt die Omnibus gesellschaft ihre Wagen vom Neuenwegentor aus alle Viertel stunde nach und von dem Philosophenwalde verkehren, worauf aufmerksam zu machen wir nicht versäumen wollen. Haufierern mit Luftballons, Pfauenfedern und Lärm inftrumenten ist der Zutritt zum Feftplaze untersagt. Gießen, den 20. Juli 1906. Für den Festausschuß: Curschmann. Betr.: Die Abhaltung des Jugendfestes. Bekanntmachung. Donnerstag, den 26. Juli 1. Is., nachmittags von 2 Uhr ab, wird das diesjährige Jugendfest in Philosophenwald abgehalten werden. Zwecks Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit bestimmen wir hiermit, daß an genanntem Geld in jeber Söbe auf Tage von 1½½ nachmittags ab der Fuhrwerksverkehr Wechsel oder Schuld- nach dem Philosophenwald nur den Mittelweg entlang schein vermittelt Diskret an jederm. und von da zurück nach der Stadt nur durch die Karl Farrenkopf, Eichgärten, von 6 Uhr nachmittags ab aber in Harzburg. umgefehrter Richtung bewerkstelligt werden. Makulatur hat abzugeben Expedition d. Blattes. Auf bequeme Jeilzahlung Möbel Herren-, DamenKinder- Garderobe ManufakturWaren etc. J. Jttmann Kredit- Haus GIESSEN Plockstrasse 14-16. Das Publikum wird gebeten, sich nicht in den Zug hineinzudrängen, auch nicht die Spielpläge im Philo sophenwald zu betreten oder in die Spiele einzugreifen. Gießen, den 21. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß in Uebereinstimmung mit der Stadtverordnetenbersamm lung der unterm 28. Auguft 1900 erlassene Tarif für das Droschkenfuhrwesen in der Provinzialhauptstadt Gießen ergänzt worden ist, wie folgt zu zwei Streckenfahrten. Direkte Fahrt von einem Punkte der engeren oder weiteren Stadt bezw. vom Bahnhof nach Forsthaus Hochwart Gail'sche Dampfziegelei, TonEinspänner Zweispänner Personen: 1-2 3-4| 1-2 3- 1,80 2,30 2,30 2,80 Irrenanstalt warenfabrik 1,- 1,50 1,50 1,-1,40 2,- 1,20 1,70 Gießen, den 18. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Verdingung. Die zur teilweisen Sohl- Befestigung des Haupt flutgrabens im Neustädter- Feld erforderliche Lieferung bon 200 Ifdm. Zementbetonrinnen soll öffentlich be geben werden. mit Angebote auf Vordruck find verschlossen und entsprechender Aufschrift versehen bis spätestens Mittwoch, den 1. Auguft, vormittags 10 Uhr auf unserem Amtszimmer Neuen- Bäue 22 einzureichen woselbst die Eröffnung der eingegangenen Offerten in Bims die Händ Gegenwart etwa erschienener Bieter erfolgt. mit Abrador STOLLWERCK Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 21. Juli 1906. Städtisches Tiefbauamt. J. V.: Köhler. SCHOKOLADE KAKAO Anno dazumal Kräuterboktoren und Chirurgen" find banegen oft be Eli geschickter und vernünftiger, ale man glauben sollte. folcher Kaffernchirurg behandelt feine Fälle in neuerbaute und reinlichen Hütten, ble auch meist mit richtigem Gefüh für die hygienischen Bedürfnisse auf dem Gipfel eines Hügeli steben, damit die Luft so rein und fräftig wie möglich ist 326 167 Montag, den 23. Juli sche Famil 1906